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	<title>CARTA &#187; Ursula von der Leyen</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Im Maschinenraum der Zensursula-Kampagne</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Oct 2010 06:14:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ursula von der Leyen]]></category>
		<category><![CDATA[Zensursula]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie "#zensursula" zu einem der erfolgreichsten Internet-Meme und Mobilisierungskampagnen wurde: Dieser Auszug aus "politik digital" nimmt die "historische" Perspektive  zur Bewegung vor einem Jahr ein. Profitieren konnte davon zun&#228;chst die Piratenpartei, inzwischen ist auch deutlich geworden, dass an dieser Stelle das Politikfeld der “Netzpolitik” seine Wurzeln hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/ace9125237264dde8bde6b0d0647efbe" alt="" width="1" height="1" />Als Gerd Eist alias <a href="http://twitter.com/erdgeist/">@erdgeist</a> am fr&#252;hen Morgen des 25. M&#228;rz den Begriff »Zensursula« in eine seiner <a href="http://twitter.com/erdgeist/status/1384916742">Twitter-Mitteilungen</a> einbaute, ahnte er wohl nicht, dass er damit <em>das</em> Online-Wort des Superwahljahres 2009 erfunden hatte. Die Kombination aus »Zensur« und »Ursula« wurde in den folgenden Monaten zum popul&#228;ren Kampfbegriff gegen die von der Ministerin vehement geforderten Internetsperren.</p>
<div id="attachment_34866" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/10/erdgeist.jpg"><img class="size-medium wp-image-34866" title="erdgeist" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/10/erdgeist-300x130.jpg" alt="" width="300" height="130" /></a><p class="wp-caption-text">Erdgeists Kombination aus »Zensur« und »Ursula« wurde in den folgenden Monaten zum popul&#228;ren Kampfbegriff.</p></div>
<p>Der unverhohlene Verweis auf die Praxis der Zensur tauchte die Versuche der deutschen Politik, im Umgang mit kinderpornografischen Inhalten neue Wege einzuschlagen und unerw&#252;nschte Online-Inhalte zu sperren, in ein grelles Licht. Von der Leyens Sperrkampagne hatte schon im Januar 2009 begonnen, als auf Initiative des Familien­ministeriums eine Kooperation zwischen dem Bundeskriminalamt und f&#252;nf Internet-Providern zur Blockade von Online-Angeboten vereinbart worden war.</p>
<p>Stein des Ansto&#223;es der Zensursula-Kritiker war dabei das technische Vorgehen, lediglich den Zugang zu den Angeboten zu blockieren, jedoch keine L&#246;schung des Materials <a href="http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/BMFSFJ/kinder-und-jugend,did=121760.html">vorzunehmen</a>:</p>
<blockquote><p>»Die Sperren […] verhindern, dass die illegalen Seiten mit kinderpornografischem Inhalt durch Eingabe des Namens aufgerufen werden k&#246;nnen. In der Regel erscheint dann eine erl&#228;uternde STOPP-Seite.«</p></blockquote>
<p>Hierf&#252;r hatte das Ministerium einen Entwurf in der Form eines <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Kinder_stopp.png&amp;filetimestamp=20090418174246">Stoppschildes</a> vorgelegt, der im weiteren Verlauf der Kampagne zu einem wichtigen visuellen Motiv des Protestes avancierte.</p>
<p>Die plakative Gegen&#252;berstellung »L&#246;schen statt Sperren« hatte das Thema zun&#228;chst als eher technische Verfahrensfrage erscheinen lassen, weshalb die Kritik sich oft auf Hinweise zur Umgehung solcher Blockaden beschr&#228;nkte. Erst durch den Perspektiv­wechsel auf den Vorgang der staatlich gesteuerten Unterdr&#252;ckung von Internet-Inhalten auf einer unsicheren rechtlichen Basis und die Bezeichnung als »Zensurvorwurf« erhielt die Diskus­sion jene Dynamik, die sie zur bisher folgenreichsten netz­politischen Debatte der Bundesrepublik werden lie&#223;.</p>
<p>Die Verh&#228;rtung der Diskussionsfront hatte jedoch auch f&#252;r die Bef&#252;r­worter der Internetsperren Vorteile. Aus deren Perspektive lief es nun auf die Vereinfachung hinaus, dass die Zensursula-Fraktion keine Schritte zur Eind&#228;mmung kinderpornografischer Inhalte einleiten wolle. Prominentestes Opfer dieser Auseinandersetzung wurde der SPD-Politiker Bj&#246;rn B&#246;hning: Im Juni verlieh die <a href="http://www.bildblog.de/8741/wer-ist-schon-gegen-kinderporno-gegner/">BILD-Zeitung</a> dem Berliner den zweifelhaften Titel »Verlierer des Tages«.</p>
<p>Vor allem aber entwickelte Zensursula ein erstaunliches Eigen­leben im Netz. Gerd Eists Tweet wurde zun&#228;chst zwar nur von wenigen Nutzern gelesen, verbreitete sich aber durch andere Twitterer sehr schnell. So notierte Tim Pritlove, ein vor allem f&#252;r seine Online-Radiosendungen bekannter Medien­macher, in seinem Weblog <a href="http://tim.geekheim.de/2009/06/28/das-mrchen-von-zensursula-und-den-sieben-zwergen"><em>The Lunatic Fringe</em></a>:</p>
<blockquote><p>»Dieser Tweet sprang mir sp&#228;ter ins Gesicht und irgendwie gefiel mir die plastische Kopplung der beiden W&#246;rter. Ich formte daraus selbst am sp&#228;ten Abend des selben Tages diesen wenig kreativen Tweet: Eine Zensursula findet statt.«</p></blockquote>
<p>Pritloves Mitteilungen werden aufgrund seiner Online-Bekanntheit von vielen Menschen gelesen: Sein Twitter-Account <a href="http://twitter.com/timpritlove">@timpritlove</a> hat aktuell mehr als zw&#246;lftausend Follower und rangiert damit unter den 50 meistgelesenen in Deutschland.</p>
<p>Damit lagen die Zutaten f&#252;r ein klassisches »<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Internet_meme">Internet-Mem</a>« bereit. Gemeint ist damit zun&#228;chst einmal eine fixe Idee, die sich etwa mit einem Bild, einer Animation oder einem kurzen Video illustrieren l&#228;sst und fortan in hoher Frequenz durch das Internet weitergereicht wird. <a href="http://tim.geekheim.de/2009/06/28/das-mrchen-von-zensursula-und-den-sieben-zwergen/">Zensursula</a> gilt inzwischen als eines der erfolgreichsten dieser kleinteiligen Internet-Ph&#228;nomene, die sich auf unterschiedlichen Wegen durch das Netz verbreiten.</p>
<p>Durch die erste Erw&#228;hnung bei Twitter folgte alsbald die Erweiterung des Begriffs um das Raute-Zeichen. W&#228;hrend der immer hek­tischer werdenden Online-Debatte um die Einf&#252;hrung von Internet­sperren diente der <a href="http://blog.zdf.de/tvduell/2009/09/die-stecknadel-im-heuhaufen--.html">Hashtag</a> #Zensursula nicht nur als absch&#228;tzige &#196;u&#223;erung &#252;ber die Pl&#228;ne von Parlament und Regierung oder als direkter Angriff auf Ursula von der Leyen, sondern auch als Erkennungsmarke, anhand derer man einzelne Diskussionsbeitr&#228;ge wiederfinden und sammeln konnte. Nachtr&#228;gliche <a href="http://www.google.com/trends?q=zensursula&amp;ctab=0&amp;geo=all&amp;date=2009">Auswertungen</a> zur Verwendung von #Zensursula erlauben es daher, Verlauf und Intensit&#228;t der Online-Debatte darzustellen.</p>
<div id="attachment_34871" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/10/googlechartzensursula.jpg"><img class="size-medium wp-image-34871" title="googlechartzensursula" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/10/googlechartzensursula-300x148.jpg" alt="" width="300" height="148" /></a><p class="wp-caption-text">Der H&#246;hepunkt der &#246;ffentlichen #zensursula-Auseinandersetzung laut Google Trends.</p></div>
<p>Der H&#246;hepunkt der &#246;ffentlichen Auseinandersetzung l&#228;sst sich damit ganz pr&#228;zise auf den Zeitraum vom 14. bis 21. Juni festlegen: In dieser Woche endete die Laufzeit der Online-Petition gegen die Internet­sperren (16. Juni), diskutierte und beschloss der Bundestag den Entwurf des Zugangserschwerungs­gesetzes (18. Juni) und es gingen in mehreren St&#228;dten Demons­trations­z&#252;ge unter dem Banner »L&#246;schen statt sperren« auf die Stra&#223;e (20. Juni).</p>
<p>Die politische Echtzeitkommunikation spielte dabei aus mehreren Gr&#252;nden eine wichtige Rolle, denn formelle Tr&#228;­ger oder Organisatoren der Kampagne gab es zun&#228;chst nicht. Die eifrige Verwendung des Begriffs Zensursula, die Weiter­leitung oder Kommentierung entsprechender Mitteilungen oder ­auch die Ver&#228;nderung des Twitter-Profilbildes mithilfe eines »Zensiert!«-Schriftzuges sorgten f&#252;r eine allm&#228;hliche Gruppenbildung ­und trugen zu einer virtuellen Identit&#228;tsfindung bei.</p>
<p>Dass sich ­durch die Nutzung verschiedener Techniken der Online-­­Kommu­ni­kation ein Kampagnennetzwerk formiert, das &#252;ber einen l&#228;ngeren Zeitraum Bestand haben kann und schlie&#223;lich bestimmte Leistungsrollen ausbildet, ist ein g&#228;ngiges Muster bei informellen Online-Kampagnen ohne klares Aktionszentrum. Das kann die Ent­wicklung von Logos, Illustrationen oder anderer visueller Elemente sein, ebenso die Sammlung und Archivierung von Debatten­beitr&#228;gen oder auch die Online-Vorbereitung und Koordination von Offline-Events wie etwa Mahnwachen oder Demonstrationen.*</p>
<p>Im weiteren Verlauf der Kampagne wurde diese virtuelle Protestinfrastruktur immer enger an das sich formierende Netzwerk der Piratenpartei angebunden – damit begann die allm&#228;hliche Institutionalisierung des Widerstandes gegen die Internetsperren&#8230;</p>
<p style="margin-bottom: 1em;">
<p><a href="http://www.katrin-blumenkamp.de/home/propoldi.html"><img class="size-full wp-image-34559   alignright" title="poldi-cover" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/poldi-cover.jpg" alt="" width="150" height="238" /></a><em>Dies ist ein Ausschnitt aus Christoph Biebers neuen Buch “<a href="http://www.katrin-blumenkamp.de/home/propoldi.html">politik digital. Online zum W&#228;hler</a>”, es erschien am 01.10.2010 im <a href="http://www.katrin-blumenkamp.de/">blumenkamp verlag</a> und kann dort f&#252;r 15 € <a href="http://www.shop-016.de/blumenkamp-p9h1s2-Christoph-Bieber-pol.html">bestellt</a> werden.</em></p>
<p><em>Au&#223;erdem daraus auf Carta:</em></p>
<ul>
<li>1. Teil: <a href="../../34511/politik-und-internet-seit-2008-politik-digital-online-zum-waehler-als-buch/">Politik und Internet seit 2008: &#8220;politik digital. Online zum W&#228;hler&#8221; als Buch</a>, inkl. dem Ausschnitt &#8220;Parteien reloaded? Die Entwicklung in den USA&#8221;.</li>
<li>2. Teil: <a href="../../34569/die-neue-politische-klasse-netzpolitik-org-saschalobo-und-der-chaos-computer-club/">Die neue politische Klasse: netzpolitik.org, @saschalobo und der Chaos Computer Club</a></li>
</ul>
<p><em>Christoph Bieber ver&#246;ffentlichte auf Carta im Juni 2009 auch &#8220;<a rel="bookmark" href="../../11004/acht-thesen-zu-den-folgen-der-zensursula-debatte/">Acht Thesen zu den Folgen der #zensursula-Debatte</a>&#8220;.</em></p>
<p style="margin-bottom: 2em;">
<p>*Ausf&#252;hrlich dargestellt werden diese Mechanismen in Bieber, Christoph (2010): &#8220;NoBailout und #Zensursula. Online-Kampagnen ­­in ­­der Referendumsdemokratie.&#8221; In: Kamps, K./Scholten, H./Schommer, G.­/­Seelig­m&#252;ller, I. (Hg.): <em>Politische Kampagnen in der Referendumsdemokratie.</em> Wiesbaden, im Erscheinen. Eine hervor­ragende &#220;bersicht zur digitalen Identit&#228;tsbildung liefert Costanza-Chock, Sasha (2003): &#8220;<a href="http://ecosia.org/goto.php?w=1&amp;a=0&amp;q=%22Mapping%20the%20Repertoire%20of%20Electronic%20Contention.%22&amp;u=http%3A%2F%2Fwww-scf.usc.edu%2F%7Ecostanza%2Felectronic_rep_draft.pdf">Mapping the Repertoire of Electronic Contention.</a>&#8221; (PDF) In: Opel, Andy/Pompper, Donnalyn (Hg.): <em>Representing Resistance. Media, Civil Disobedience, and the Global Justice Movement.</em> Westport. S. 173-191.
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<a href="http://carta.info/34573/im-maschinenraum-der-zensursula-kampagne/">Im Maschinenraum der Zensursula-Kampagne</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/34573/im-maschinenraum-der-zensursula-kampagne/#comments">4 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34573&amp;md5=65f82abfbfba3c06a94708c1971328a8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>&#8220;Die Methode von der Leyen&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/32983/methode-ursula-von-der-leyen/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 18:35:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula von der Leyen]]></category>

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		<description><![CDATA[Von der Leyen tut es wieder: Auch bei der Bek&#228;mpfung von Kinderarmut setzt die Ministerin auf forsche Pragmatik und die effektvolle Inszenierung einfacher L&#246;sungen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Christiane Hoffmann <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E84240C74F39D4B068FB1582D5C6C06BE~ATpl~Ecommon~Scontent.html">beschreibt </a>in der <em>F.A.S.</em> den Konflikt der Ministerinnen von der Leyen und Schr&#246;der um L&#246;sungen zur Kinderarmut. Mit &#8220;Familienlotsen&#8221; in den Jobcentern wollte von der Leyen die Hilfe f&#252;r arme Kinder ebenso handstreichartig wie maternalistisch umbauen. Diese &#8220;Methode von der Leyen&#8221; &#8211; Politik effektvoll inszeniert, einfache L&#246;sungen suggerierend und forsche Pragmatik &#8211; stehe zunehmend f&#252;r einen Teil des Unionsgesch&#228;fts:</p>
<blockquote><p>Das, was in Berlin mittlerweile die „Methode von der Leyen“ hei&#223;t, ist in vollem Gang. Als g&#228;be es nicht seit Jahren und Jahrzehnten Jugend&#228;mter, F&#246;rdervereine, ehrenamtliche Helfer, Stiftungen, die sich um benachteiligte Kinder k&#252;mmern, wirft sie sich auf ein Thema, als habe sie es soeben entdeckt. Sie ignoriert alle Zw&#228;nge, alle Bedenken, sie schenkt den Leuten das, wonach sie sich sehnen: das Ende der Resignation, den Glauben, dass es m&#246;glich, dass es machbar ist: Kinderarmut bek&#228;mpfen.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>Sobald die Kanzlerin aus dem Urlaub zur&#252;ck ist, tr&#228;gt Frau von der Leyen ihr das Konzept vor. Eine zentrale Rolle sollen die Jobcenter spielen, die sich in Gestalt von „Familienlotsen“ um hilfsbed&#252;rftige Kinder k&#252;mmern und Schule, Nachhilfe, Vereine und Kinder vernetzen. Dass da eine Parallelstruktur des Bundes zu den kommunalen Jugend&#228;mtern geschaffen wird, weist Frau von der Leyen mit dem Argument zur&#252;ck, dass es ja gerade die Zersplitterung von Zust&#228;ndigkeiten zwischen Schulen, Jugend&#228;mtern und vielen anderen ist, die wirksame Hilfe bisher verhindere. Vernetzung, eine Hand, die alles koordiniert, sei n&#246;tig.</p></blockquote>
<p>Parallelen zur #Zensursula-Debatte sind deutlich erkennbar. Auch hier waren von der Leyens Politikvorschl&#228;ge vor allem L&#246;sungsgimmicks, nassforsch pragmatisch und zuerst vom erhofften PR-Effekt her gedacht.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32983&amp;md5=f5bf16ebfef45bffd9784020adf6a397" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ursula von der Leyens Mayhill-Fowler-Moment</title>
		<link>http://carta.info/13421/ursula-von-der-leyens-mayhill-fowler-moment/</link>
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		<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 16:22:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlkampf '09]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornosperren]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula von der Leyen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Video entlarvt, wie Ursula von der Leyen vor CDU-Anh&#228;ngern noch immer bereit ist, mit dem Thema Kinderporno-Sperren polemisch und in Rage Wahlkampf zu betreiben. Es zeigt zugleich, wie sich die Mechanik der &#246;ffentlichen Debatte ver&#228;ndert hat. Die Ministerin ist in die Mayhill-Fowler-Falle getappt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/b4687a6eed9d90077d9136f9adca4f" alt="" width="1" height="1" />Wenn es noch eines Beweises bedurft h&#228;tte, dass das Internet die Mechanik der politischen &#214;ffentlichkeit f&#252;r immer ver&#228;ndert hat, dann w&#228;re es dieses Video von Ursula von der Leyens Auftritt vor CDU-Anh&#228;ngern am 17. August in Sulzbach an der Saar:</p>
<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/PCt1DI5dBTI&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/PCt1DI5dBTI&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>Die Familienministerin genehmigt sich vor eingeschworenem Publikum wahlk&#228;mpfend in Sachen Internetsperren &amp; Kindesmi&#223;brauch einen Rageanfall: &#8220;Himmel noch mal! Macht dem ein Ende!&#8221;, &#8220;Das schl&#228;gt dem Fass den Boden aus&#8221;, &#8220;Wir sollten nicht den Eindruck vermitteln, unsere Verfassung w&#252;rde die Verbreitung der Vergewaltigung von Kindern Schutz geben.&#8221;  Die Gegner von Internetsperren verwerden pauschal als &#8220;die Linken&#8221; tituliert.</p>
<p>Das Video demaskiert, wie von der Leyen trotz monatelanger politischer Auseinandersetzung bereit ist, das Thema irref&#252;hrend und polemisch im Wahlkampf einzusetzen. Es zeigt eine ganz andere von der Leyen als jene, die von der Berliner B&#252;hne und aus den Massenmedien bekannt ist. Es zeigt eine atemberaubende Doppelb&#246;digkeit im Auftreten der Ministerin.</p>
<p>Von der Leyen hat auch hier das Internet und seine &#214;ffentlichkeit nicht verstanden: In Zeiten dezentraler Online-Distribution und g&#252;nstiger Aufnahmeger&#228;te gibt es keine Wahlkampfveranstaltungen mehr, deren Inhalt nicht potenziell in die &#214;ffentlichkeit gelangen k&#246;nne. Es gibt nicht mehr mehrere B&#252;hnen, sondern streng genommen nur noch eine. Jede Rede kann potenziell zum Gegestand einer &#246;ffentlichen Diskussion werden. Der Politiker steht auf Wahlkampftouren nicht mehr allein unter der Beobachtung eines passiven Publikums vor Ort und klassischer Pressevertreter, die in einen relativ enges Korsett eingebunden sind, was berichtenswert ist und was sich zu berichten geh&#246;rt.</p>
<p>Ursula von der Leyen ist damit in die <strong>Mayhill-Fowler-Falle</strong> getappt. <a href="http://www.newyorker.com/talk/2008/06/23/080623ta_talk_mcgrath">Mayhill Fowler</a> hatte im letzten US-Wahlkampf als B&#252;rgerreporterin der Huffington Post &#252;ber Obamas Aussagen auf einer Spendengala <a href="http://www.huffingtonpost.com/mayhill-fowler/obama-no-surprise-that-ha_b_96188.html">berichtet</a>, wonach die amerikanische Arbeiterschaft an &#8220;Gewehren oder Religion&#8221; h&#228;nge. Auch Obama musste schmerzlich lernen, dass inzwischen jede &#246;ffentliche oder halb&#246;ffentliche Aussage bei entsprechender Relevanz in den massenmedialen Raum entweichen kann &#8211; und dass dar&#252;ber nicht mehr allein die Presse wacht.</p>
<p>Ursula von der Leyen ist nicht die Kanzlerkandidatin der Union und anhang der Kinderporno-Debatte werden keine Wahlen entschieden. Die Auswirkungen werden sich im Rahmen halten. Aber: Das Video zeigt, dass eine Doppelb&#246;digkeit à la von der Leyen im Netzzeitalter schnell entlarvt wird. Der/die deutsche Mayhill Fowler heisst &#8220;urpils&#8221;.</p>
<p>P.S.: Das Familienministerium hat uns  best&#228;tigt, dass es einen entsprechenden Auftritt der Ministerien am 17. August in Sulzbach gegeben hat, was letzte Zweifel an der Richtigkeit des Videos ausr&#228;umen sollte.</p>
<p>[via <a href="http://netzpolitik.org/2009/die-demagogie-der-zensursula/">Netzpolitik</a>]</p>
<p>Artikelhinweis: <a href="http://carta.info/5162/babyboom-neue-vaeter-die-statistischen-tricks-der-ursula-von-der-leyen/">“Babyboom” &amp; “Neue V&#228;ter”: Die statistischen Tricks der Ursula von der Leyen</a>
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		<title>Die gro&#223;e Elterngeld-Pleite</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 12:47:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ursula von der Leyen wollte mit viel Geld die Zahl der Kinder erh&#246;hen. Doch leider gehen die Geburten zur&#252;ck. Und das versprochene Geld bleibt oft aus. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/afb531c32ac2f56254bb209083ac89" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p class="MsoNormal"><span>Es war ihr erstes gro&#223;es Projekt: Gegen alle Widerst&#228;nde k&#228;mpfte die frisch gebackene Ministerin Ursula von der Leyen ihr „Elterngeld“ durch. Und avancierte damit in den Leitmedien zur beliebtesten Ministerin. Kein Wunder: Das neue Elterngeld war (auf dem Papier) so opulent bemessen, dass sich der Kinderreichtum in Deutschland praktisch von allein einstellen musste (</span><a href="http://www.handelsblatt.com/politik/nachrichten/die-oekonomie-des-kinderkriegens;2090304">hier</a><span> als Beispiel eine der </span>typischen<span> medialen </span>Fehleinsch&#228;tzungen<span>). </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Das Elterngeld &#8211; bis zu 1800 Euro im Monat! &#8211; sollte den neuen Mittelstand dazu bringen, die letzten egoistischen Widerst&#228;nde gegen unruhige N&#228;chte und volle Windeln aufzugeben und in die nationale Familienproduktion einzusteigen. Doch es kam anders. Der Mittelstand weigerte sich. Die Geburtenzahlen gingen zur&#252;ck. Die </span><a href="http://www.bib-demographie.de/cln_090/nn_750724/DE/DatenundBefunde/Fertilitaet/kinderlosigkeit.html">Akademiker</a><span> streiken.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>War das Elterngeld etwa kein Segen?</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Laut einer </span><a href="https://www-ec.destatis.de/csp/shop/sfg/bpm.html.cms.cBroker.cls?cmspath=struktur,Warenkorb.csp">Aufstellung</a><span> des Statistischen Bundesamtes bezogen im Jahr 2008 757.061 Personen Leistungen nach dem neuen Gesetz. Allerdings waren davon nur 57,1 Prozent (= 432.374 Personen) vor der Geburt des Kindes erwerbst&#228;tig, und <strong>nur 35,2 Prozent erhielten das Elterngeld tats&#228;chlich als Ersatz f&#252;r Erwerbseinkommen.</strong></span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Dabei sollte das Elterngeld (mit seinem bis zu 67-prozentigen </span><a href="http://www.perspektive-mittelstand.de/Elterngeld-Ungleichbehandlung-bei-der-Auszahlung-Nachteile-fuer-Selbstaendige-Neuer-Antragsservice/pressemitteilung/11803.html">Nettolohnersatz</a><span>) ein Anreiz vor allem f&#252;r die berufst&#228;tigen Akademiker sein, aus dem geliebten Job auszusteigen, um endlich Kinder in die Welt zu setzen. Eine </span><a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/GeburtenSterbefaelle/Content75/GeburtenKinderlosigkeitDeutschland,property=file.pdf">Sondererhebung</a><span> des Statistischen Bundesamtes hatte 2007 ergeben, dass 29 Prozent der Frauen mit Hochschulabschluss kinderlos bleiben, w&#228;hrend Frauen mit niedrigem Bildungsniveau erheblich seltener (14 Prozent) auf Kinder verzichten.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Betrachten wir also das Elterngeld genauer: Drei Viertel der Antragsteller (573.281 Personen) bezogen die staatliche Unterst&#252;tzungsleistung ein volles Jahr. Davon waren 97,7 Prozent Frauen (= 560.135 Personen). 77.390 Personen bezogen das Elterngeld lediglich zwei Monate. Davon waren 93,3 Prozent M&#228;nner (= 72.213 Personen). Die viel gelobten „neuen V&#228;ter“ &#8211; auch so ein Wunschziel der Ministerin &#8211; taten gerade mal das Allern&#246;tigste.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>Wie steht es nun mit der H&#246;he der Leistungen? Der angek&#252;ndigte Geldsegen f&#252;r die jungen Familien stellte sich in den meisten F&#228;llen als M&#228;rchenerz&#228;hlung heraus. <strong>230.968 Personen mussten mit dem Mindestsatz von 300 Euro auskommen. </strong></span><span>Weitere 171.171 Personen erhielten 300 bis 500 Euro im Monat, 125.676 Personen bekamen 500 bis 750 Euro pro Monat. <strong>Das hei&#223;t: Fast 70 Prozent der Antragsteller</strong></span><span> (= 527.815 Personen) <strong>gingen mit relativ niedrigen S&#228;tzen in die Elternschaft</strong></span><span>. So war das Gesetz eigentlich nicht gedacht.</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Einen Zuschuss von 750 bis 1500 Euro im Monat erhielten 23,6 Prozent der Elterngeldempf&#228;nger (= 178.415 Personen). Und magere 6,7 Prozent kamen auf mindestens 1500 Euro im Monat (50.831 Personen).</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Bleibt die Frage, ob Absichten und Auswirkungen eines Gesetzes &#8211; das von Experten gemacht wurde &#8211; derart weit auseinander klaffen d&#252;rfen? Hatte die Ministerin illusion&#228;re Vorstellungen &#252;ber die Lebenswirklichkeit der Erwerbst&#228;tigen?</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Erreicht hat das Gesetz lediglich die Festschreibung der bestehenden Ungleichheit: Junge Eltern im S&#252;den Deutschlands, in Hessen oder Hamburg bekamen weit mehr Elterngeld als ostdeutsche Eltern. Damit reproduzierte das Elterngeld die </span><a href="http://www.innovations-report.de/html/berichte/statistiken/deutliche_regionale_unterschiede_hoehe_elterngeldes_124073.html">Spaltung</a><span> in arme und reiche Bundesl&#228;nder. Zu mehr Kindern f&#252;hrte das Gesetz nicht.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>Denn nachdem sich (wie </span><a href="http://carta.info/5162/babyboom-neue-vaeter-die-statistischen-tricks-der-ursula-von-der-leyen/">Carta</a><span> am 15. Februar aufdeckte) die voreilig verk&#252;ndete Baby-Vermehrung des Jahres 2008 als statistischer Trick des Ministeriums erwiesen hatte, <strong>startete auch 2009 mit einem deutlichen Geburtenr&#252;ckgang: In den ersten vier Monaten 2009 wurden – nach vorl&#228;ufigen Zahlen – 12.800 Kinder weniger (!) geboren als in den ersten vier Monaten 2008!</strong></span><span> Das entspricht einem </span><a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/GeburtenSterbefaelle/Tabellen/Content75/N1__GeburtenSterbefaelle,templateId=renderPrint.psml">Minus von 5,8 Prozent</a><span>.</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Um die schlechten Zahlen etwas zu relativieren, betonte das Statistische Bundesamt in einer gro&#223;en </span><a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/AktuellGeburtenentwicklung,templateId=renderPrint.psml">Pressemitteilung</a><span> pl&#246;tzlich die „Geburtenraten pro Frau“. W&#252;rde man diese und nicht die absoluten Zahlen heranziehen, so erg&#228;be sich eine leichte Besserung in Deutschland. Mit 1,37 Geburten pro Frau sei die Geb&#228;rfreudigkeit so gro&#223; gewesen wie seit 2001 nicht mehr.<span> </span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>Nicht erw&#228;hnt wird, <strong>dass sich die „Geburtenrate pro Frau“</strong></span><span> <strong>nur deshalb</strong></span><span> <strong>stabilisierte, weil die ostdeutschen Frauen ihren Wende-Schock langsam &#252;berwunden haben</strong></span><span>. In den Krisenjahren nach 1990 brachten die Frauen in den neuen Bundesl&#228;ndern zeitweise nur noch 0,77 Kinder pro Frau zur Welt, was die gesamtdeutsche Rate stark nach unten zog. Danach n&#228;herte sich </span><a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/GeburtenSterbefaelle/Tabellen/Content50/GeburtenZiffer,templateId=renderPrint.psml">die ostdeutsche Rate</a><span> allm&#228;hlich wieder dem Westen an. <strong>Dies war aber kein Verdienst des neuen Elterngeldes</strong></span><span>, wie die Ministerin glauben machen m&#246;chte:<strong> Der Aufholprozess des Ostens hatte lange vor der Einf&#252;hrung des Elterngeldes stattgefunden.</strong></span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Auch der im Juli 2009 ver&#246;ffentlichte </span><a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2009/07/PD09__283__122,templateId=renderPrint.psml">Mikrozensus</a><span> zur Kinderlosigkeit in Deutschland ergab, dass eine Trendumkehr zu mehr Akademiker-Kindern im Jahr 2008 ausgeblieben ist. Damit best&#228;tigte der Zensus die Sch&#228;tzungen der Sondererhebung von 2007.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Es ist schon tragisch: Die hochherzigen Anspr&#252;che der CDU-Familienpolitik passen einfach nicht zu den bl&#246;den Fakten. </span></p>
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		<title>Rechtsfragen der Informationsgesellschaft: Netzsperren, Open Access, StudiVZ</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 13:27:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Telemedicus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Wochenr&#252;ckblick, diesmal mit: Verz&#246;gerung bei Netzsperren, Gutachten &#252;ber Kritik an Open Access, Datenschutz-"Manifest" bei StudiVZ, DJV und Buy-out-Klauseln, Auskunftspflicht f&#252;r Anonymisierungsdienste aufgehoben – und mehr.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/ac834b0b5a11ff19dbbda093279b60" width="1" height="1" alt=""/><strong>Verz&#246;gerung bei Netzsperren: Chaos mit Europarecht</strong><br />
Das „Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornografischen Inhalten in Kommunikationsnetzen” konnte nicht wie geplant am 1. August in Kraft treten. Hintergrund ist die Transparenzrichtlinie der EU: Wie Prof. Thomas Hoeren <a href="http://www.telemedicus.info/article/1300-Netzsperren-Gesetz-auch-europarechtswidrig.html">schon vor einigen Monaten</a> kritisiert hat, scheint es die Bundesregierung vers&#228;umt zu haben, das Informationsverfahren dieser Richtlinie durchzuf&#252;hren und das Gesetzesvorhaben der EU zu melden. Zwar soll das Gesetz mittlerweile in Br&#252;ssel vorliegen, vor dem 1. November wird es wohl dennoch nicht in Kraft treten k&#246;nnen.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc%7EEAB2A3549C5C446BF9A4C142435E44061%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">Prof. Hoeren erkl&#228;rt die Details bei der FAZ.</a></li>
</ul>
<p><strong>LG Bamberg: Keine Auskunftspflicht f&#252;r Anonymisierungsdienste</strong><br />
Wie vergangene Woche bekannt wurde, hat das Landgericht Bamberg Mitte Juli einen Beschluss des Amtsgerichts Bamberg aufgehoben, nach dem der Anbieter eines Anonymisierungsdienstes verpflichtet gewesen w&#228;re, im Rahmen der Vorratsdatenspeicherung gespeicherte IP-Adressen an die Ermittlungsbeh&#246;rden herauszugeben. Im konkreten Fall war ein Anonymisierungsdienst f&#252;r einen Computerbetrug in kleinem Ausma&#223; genutzt worden. Dies reiche nicht aus, um auf Grundlage von § 100g StPO die IP-Adresse des Internetnutzers von dem Anonymisierungsdienst heraus zu verlangen, so das Landgericht.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.teclegal-rheinmain.de/de/10/cms_showpdf.php?kid=106102&amp;pdfname=090730pressemeldung">Die Pressemeldung bei Teclegal.</a></li>
</ul>
<p><strong>Hessischer Fu&#223;ballverband geht gegen Videos bei Youtube vor</strong><br />
Nach dem Fall <a href="http://www.telemedicus.info/article/806-Hartplatzhelden-Urteil-im-Volltext.html">„Hartplatzhelden”</a> bahnt sich ein erneuter Streit um Videos von Amateurfu&#223;ballspielen im Internet an. Nach Informationen von Heise online geht der Hessische Fu&#223;ballverband (HFV) derzeit gegen Videoaufnahmen bei Youtube vor. Die Film- und Vermarktungsrechte aller Ligen in Hessen l&#228;gen allein bei dem Hessischen Fu&#223;ballverband, so die Begr&#252;ndung. F&#252;r eine Ver&#246;ffentlichung von eigenen Videoaufnahmen sei deshalb die Erlaubnis des Verbands erforderlich. Mit &#228;hnlicher Begr&#252;ndung war bereits der W&#252;rttembergische Fu&#223;ballverband gegen das Video-Portal „Hartplatzhelden” erfolgreich <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/tag/Hartplatzhelden">gerichtlich</a> vorgegangen.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.heise.de/newsticker/Hessischer-Fussball-Verband-schiesst-YouTube-Videos-ab--/meldung/142813">Die Hintergr&#252;nde bei Heise.</a></li>
</ul>
<p><strong>Wissenschaftlicher Dienst h&#228;lt Kritik an Open Access f&#252;r „kaum nachvollziehbar”</strong><br />
Der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags hat sich in einem 19-seitgen Gutachten vom 22.07.2009 mit dem sog. Heidelberger Appell und der Kritik an dem Modell des Open-Access befasst und erachtet die ge&#252;bte Kritik f&#252;r kaum nachvollziehbar. Demnach tr&#228;fen die Vorw&#252;rfe vorwiegend auf traditionelle Vertriebswege zu – die Vorteile von digitalen Vertriebswegen w&#252;rden hingegen bei der aktuellen Diskussion weitestgehend ausgeblendet.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.internet-law.de/2009/07/wissenschaftlicher-dienst-des.html">Hintergr&#252;nde bei RA Thomas Stadler.</a></li>
<li><a href="http://www.bundestag.de/wissen/analysen/2009/heidelbergerappell.pdf">Das Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes als PDF.</a></li>
</ul>
<p><strong>VG Berlin: Kinobetreiber m&#252;ssen weiterhin Filmabgaben zahlen</strong><br />
Nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin m&#252;ssen Kinobetreiber derzeit weiterhin Abgaben zur F&#246;rderung des deutschen Films bezahlen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte im Februar das Filmf&#246;rderungsgesetz (FFG) dem Bundesverfassungsgericht <a href="http://www.telemedicus.info/article/1187-BVerwG-Filmfoerderungsgesetz-verfassungswidrig.html">zur Pr&#252;fung vorgelegt</a>. In den unterschiedlichen Verfahren zur Erhebung der Abgaben f&#252;r Fernsehveranstalter sah das Bundesverwaltungsgericht eine ungerechtfertigte Ungleichbehandlung. Dennoch m&#252;ssen Kinobetreiber zun&#228;chst weiter zahlen, entschied nun das Verwaltungsgericht Berlin: Da eine eventuelle R&#252;ckzahlung gesichert sei, &#252;berwiege das &#246;ffentliche Interesse an der Erhebung der Abgaben.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.digitalfernsehen.de/news/news_807872.html">Ausf&#252;hrlich bei „Digital Fernsehen”.</a></li>
</ul>
<p><strong>StudiVZ will Datenschutz bei Social Networks verbessern</strong><br />
Das Studenten-Netzwerk StudiVZ hat vergangene Woche eine breit angelegte Datenschutz-Offensive gestartet. Neben ausf&#252;hrlichen Informationen f&#252;r die Nutzer geh&#246;rt dazu auch ein „Manifest”, in dem StudiVZ gemeinsame Standards f&#252;r den Datenschutz bei Social Networks fordert. Demnach sollen sich Nutzer darauf verlassen k&#246;nnen, bei allen sozialen Netzwerken gleich behandelt zu werden. Gleichzeitig sollen Kinder und Jugendliche „in ihrer Sprache” &#252;ber Gefahren und Risiken beim Datenaustausch im Internet aufgekl&#228;rt werden. StudiVZ hatte in der Vergangenheit selbst immer wieder mit Datenschutzproblemen zu k&#228;mpfen. Noch im vergangenen Jahr hatte der Bundesverband der Verbraucherzentralen StudiVZ wegen fehlerhafter AGB und Datenschutzbestimmungen <a href="http://www.telemedicus.info/article/655-Abmahnung-gegen-StudiVZ.html">abgemahnt</a>.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.heise.de/newsticker/StudiVZ-gibt-Datenschutzversprechen--/meldung/142660">Die Details bei Heise online.</a></li>
</ul>
<p><strong>Interview mit von der Leyen: „Kampf gegen Schmutz im Internet”</strong><br />
Im Interview mit dem Hamburger Abendblatt hat Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen angek&#252;ndigt, nach Netzsperren gegen Kinderpornographie auch den Kampf gegen andere rechtswidrige Inhalte im Internet versch&#228;rfen zu wollen. Das Internet drohe zu einem „rechtsfreien Chaosraum” zu werden, wenn sich die Gesellschaft keiner Debatte &#252;ber die richtigen Schritte f&#252;r den Schutz individueller Freiheiten stelle.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.abendblatt.de/politik/article1120772/Kampf-gegen-Schmutz-im-Internet-wird-verschaerft.html">Das Interview beim Hamburger Abendblatt.</a></li>
</ul>
<p><strong>Buy-out-Klauseln: DJV erwirkt einstweilige Verf&#252;gung gegen „Nordkurier”</strong><br />
Das Landgericht Rostock hat vergangene Woche auf Antrag des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV) eine einstweilige Verf&#252;gung gegen die Verlagsgesellschaft des „Nordkurier” erlassen. Dem Verlag wird damit unter anderem verboten, in seinen Vertr&#228;gen mit freien Journalisten eine Klausel zu verwenden, in der sich die Mitarbeiter verpflichten, auf eine Aus&#252;bung ihres Urheberpers&#246;nlichkeitsrechtes zu verzichten. Dies versto&#223;e gegen wesentliche Grundgedanken des Urheberrechtes und sei deshalb unzul&#228;ssig.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/nordkurier-ein-sieg-fuer-freie-journalisten/">Die Hintergr&#252;nde bei Stefan Niggemeier.</a></li>
</ul>
<p><em>In Zusammenarbeit mit <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.telemedicus.info/');" href="http://www.telemedicus.info/" target="_blank">Telemedicus</a> pr&#228;sentiert Carta jeden Montag zentrale Entwicklungen des Medien- und Informationsrechts.</em> <em>Carta &#252;bernimmt den <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.telemedicus.info/article/1422-Wochenrueckblick-Kulturflatrate,-Cheatbots,-Suchmaschinen.html');" href="http://www.telemedicus.info/article/1427-Wochenrueckblick-Netzsperren,-Open-Access,-StudiVZ.html">Wochenr&#252;ckblick</a> mit freundlicher Genehmigung der Autoren. Dieser Wochenr&#252;ckblick wurde zusammengesteltt von Adrian Schneider.</em>
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		<title>Internetsperren: Zugangserschwerung in die digitale Gesellschaft</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 09:27:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Internetsperre]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula von der Leyen]]></category>
		<category><![CDATA[Zensursula]]></category>

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		<description><![CDATA[Familienministerin Ursula von der Leyen will im Internet mehr als nur kinderpornografische Seiten sperren und schon ihre Wortwahl l&#228;sst nichts Gutes ahnen. Ein Generationenkonflikt um neue Technologien, Informationsfreiheit und Medien ist damit in vollem Gange.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/ab1a87b34a63fbcd8c4a20e88dca24" width="1" height="1" alt=""/>Warum so eilig, Frau Ministerin? Noch ist das <strong>Gesetz</strong> zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornografischen Inhalten in Kommunikationsnetzen (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zugangserschwerungsgesetz">ZugErschwG</a>) nicht so richtig <a href="http://sozlog.wordpress.com/2009/08/01/entwarnung-in-sachen-internetsperren/">in trockenen T&#252;chern</a>, da wird <a href="http://www.abendblatt.de/politik/article1120772/Kampf-gegen-Schmutz-im-Internet-wird-verschaerft.html">schon nachgelegt</a> (in einem Interview mit der Online-Ausgabe des Hamburger Abendblatts):</p>
<blockquote><p>&#8220;&#8230;wir werden weiter Diskussionen f&#252;hren, wie wir Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenw&#252;rde im Internet im richtigen Ma&#223; erhalten. Sonst droht das gro&#223;artige Internet ein rechtsfreier Chaosraum zu werden, in dem man hemmungslos mobben, beleidigen und betr&#252;gen kann.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer das f&#252;r blo&#223;e Wahlkampfrhetorik h&#228;lt, d&#252;rfte sich t&#228;uschen. Ursula von der Leyen bringt mit dieser Aussage klar zum Ausdruck, was vor allem viele <strong>Leistungstr&#228;ger</strong> (die meist nicht mehr ganz so jung sind) denken, aber selbst nicht laut zu &#228;u&#223;ern wagen.</p>
<div id="attachment_12772" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.flickr.com/photos/missmyheartbeats/2848310955/"></a><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/08/closed_internet.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-12784" title="closed_internet" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/08/closed_internet-300x199.jpg" alt="closed_internet" width="300" height="199" /></a><br />
<p class="wp-caption-text">Alte Eliten: Das Internet beschneiden und beschr&#228;nken. (Foto: Samscam, cc-by-nc)</p></div>
<p>Denn sie haben das Internet lange Zeit untersch&#228;tzt und ignoriert, m&#252;ssen jetzt aber erleben, dass dieses Medium keine Randerscheinung bleibt, sondern zu einem <strong>m&#228;chtigen Diskursraum</strong> heranw&#228;chst. Im Internet werden l&#228;ngst Werte und Trends gesetzt, die weit &#252;ber den privaten Raum des Einzelnen hinausgehen und damit immer h&#228;ufiger gesellschaftspolitische Relevanz erlangen. Die alten Eliten m&#252;ssen dabei zusehen, wie sie allm&#228;hlich an Einfluss und Deutungshoheit verlieren, weil sie sich selbst zu wenig darauf einlassen.</p>
<p>Dabei geht der Riss <strong>quer durch die Parteien</strong>, wie <a href="http://www.matthiasgueldner.de/">Matthias G&#252;ldner</a>, Fraktionsvorsitzender der Gr&#252;nen in Bremen, unl&#228;ngst mit voller Absicht belegte. In einem <a href="http://www.debatte.welt.de/kommentare/144723/zur+unertraeglichen+leichtigkeit+des+internet/">Kommentar in der Welt</a> (&#8220;Unertr&#228;gliche Leichtigkeit des Internets&#8221;) charakterisiert er die Gegner der Internetsperren so:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ihre Anh&#228;nger k&#228;mpfen mit hocheffektiven Mitteln f&#252;r die Rechtsfreiheit Ihres Raumes. Wer sich in ihre Scheinwelt einmischen will, wird mit Massenpetitionen per Mausklick weggebissen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Noch platter kann man eigentlich nicht argumentieren. Im Kern sehen wir hier eine Art &#8220;<strong>intradigitale&#8221; Spaltung</strong>, die auf eine f&#252;r unsere Gesellschaft ungute Konfrontation deutet, in der die Politik immer mehr <a href="http://ralfschwartz.typepad.com/mc/2009/08/der-tod-ist-ein-meister-aus-deutschland.html#comments">Bedarf f&#252;r Regelungen</a> verschiedenster Art sieht, <a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/08/02/die-meinungsfreiheit-als-sondermull/">wo es nichts zu regeln gibt</a>.</p>
<p>Vielmehr sollte die Politik eigentlich darauf hinwirken, dass eben diese Spaltung &#252;berwunden wird. So k&#246;nnte sich Ursula von der Leyen etwa mit ihrer Kabinettskollegin Annette Schavan zusammen setzen und mit ihr Initiativen entwickeln, wie die <strong>Medienkompetenz in unseren Schulen,</strong> sowohl der Sch&#252;ler als auch der Lehrer, gesteigert werden kann. Oder m&#252;ssen wir uns von <a href="http://www.wikinomics.com/blog/index.php/2009/06/24/obama-should-look-to-portugal-on-how-to-fix-schools/">Portugal</a> vormachen lassen wie so etwas geht?</p>
<p>Statt aber vision&#228;r die Wege in eine<strong> digitale Gesellschaft der Zukunft</strong> zu diskutieren, erleben wir gerade den Versuch, das Internet zu beschneiden und zu beschr&#228;nken. Wenn einer solchen Politik nicht entschieden entgegen getreten wird, d&#252;rfte Deutschland sich schon bald aus dem Kreis der f&#252;hrenden Industrienationen dieser Welt verabschieden. Wollen wir das?
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/12722/meinungsfreiheit-internet/">Internetsperren: Zugangserschwerung in die digitale Gesellschaft</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/12722/meinungsfreiheit-internet/#comments">26 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=12722&amp;md5=3e942da77a2be5ba188d0192f2b0c87d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Acht Thesen zu den Folgen der #zensursula-Debatte</title>
		<link>http://carta.info/11004/acht-thesen-zu-den-folgen-der-zensursula-debatte/</link>
		<comments>http://carta.info/11004/acht-thesen-zu-den-folgen-der-zensursula-debatte/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 15:16:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzensur]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula von der Leyen]]></category>
		<category><![CDATA[Zensursula]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor dem Hintergrund einer erheblich gr&#246;&#223;er und „normaler“ gewordenen Nutzerschaft werden gesellschaftlich relevante Konfliktbereiche offenbar, die noch vor wenigen Jahren als eher exotische Politik-Gegenst&#228;nde galten. Damit werden digitale B&#252;rgerrechte zu einem echten Politikfeld.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/940e6a6787ca218506d6ac90c5b1bc" alt="" width="1" height="1" /><strong>1.</strong><br />
Die Feststellung, dass der <strong>Online-Wahlkampf im Fokus der &#214;ffentlichkeit</strong> stehen wird, hat abermals Nachdruck erhalten. Im Gegensatz zum positiv besetzten US-Pr&#228;sidentschaftswahlkampf <strong>diesmal allerdings negativ</strong>: der Kampf der Ahmadinedschad-Regierung in Iran gegen die auch via Internet aufbegehrende Opposition ist ein globales Medienthema.</p>
<p><strong>2.</strong><br />
Auch die deutsche Zensur-Debatte erh&#228;lt damit neue Facetten: „H&#228;tten die Mullahs im Iran solche Stoppschilder gehabt, h&#228;tte vielleicht nichts &#252;ber Twitter in die Welt gelangen k&#246;nnen“ – auch wenn <a href="http://www.szon.de/news/multimedia/aktuell/200906251552.html">die griffige Formel</a> von Hajo Schumacher nicht ganz zutreffen mag, so bringt er doch das Wesentliche auf den Punkt: <strong>wenn eine technische M&#246;glichkeit</strong> zu &#220;berwachung und Kontrolle von digitalen Kommunikationsnetzen <strong>erst einmal </strong><strong>vorhanden ist, dann liegt auch deren pervertierte Nutzung in der Luft.</strong><br />
Es wirkt dann beinahe zynisch, dass die Infrastruktur, die in Iran zur<em> Deep Packet Inspection</em>, dem digitalen Aufzeichnen, Abh&#246;ren und Klassifizieren einzelner Nachrichten, vom deutsch-finnischen Joint-Venture Siemens/Nokia <a href="http://online.wsj.com/article/SB124562668777335653.html">bereitgestellt wurde</a>. W&#228;hrend in Iran allm&#228;hlich die Regierung die Oberhand gewinnen zu scheint, bleibt die Diskussion &#252;ber den revolution&#228;ren Gehalt der Twitter- und Facebook-Nutzung jedoch das n&#228;chste gro&#223;e Kapitel in der politischen Geschichte des Internet.</p>
<p><strong>3.</strong><br />
Vor dem Hintergrund einer erheblich gr&#246;&#223;er und „normaler“ gewordenen Nutzerschaft <strong>werden gesellschaftlich relevante Konfliktbereiche offenbar</strong>, die noch vor wenigen Jahren als eher exotische Politik-Gegenst&#228;nde galten: Datenschutz und Datensicherheit, Online-&#220;berwachung und digitale Privatsph&#228;re, die Modernisierung des Urheberrechts und den Umgang mit (Software-)Patenten oder eben am grundlegendsten freie Meinungs&#228;u&#223;erung und Kontrolle von Online-Inhalten. „Das Internet” zieht sich heute f&#252;r viele Menschen durch Arbeitsleben und Alltag &#8211; <strong>damit wird dieses B&#252;ndel nicht mehr wirklich neuartiger B&#252;rgerrechte zu einem echten, “wertigen” Politikfeld.</strong></p>
<p><strong>4.</strong><br />
Leider scheint die professionelle Politik diesen Entstehungsprozess nicht zu bemerken – Desinteresse und Fehler bei der Entwicklung des Gesetzesentwurfs leisten einem Legitimationsverlust der Regierungsparteien Vorschub. Sie haben gerade unter Beweis gestellt, dass sie nicht in der Lage sind, eine ad&#228;quate Politikformulierung zu leisten. <strong>Die #zensursula-Episode f&#252;hrt so zu einem sp&#252;rbaren Bruch zwischen etablierten Organisationsformen</strong> und politischen (oder politisierbaren), informierten, oder auch einfach nur interessierten <strong>Onlinern</strong> – die Politik „mache sich f&#252;r die Digitale Generation unw&#228;hlbar“ hie&#223; es dazu in der Stellungnahme des Online-Beirats.</p>
<p><strong>5.</strong><br />
Durch die Verabschiedung des “Zugangserschwerungsgesetzes”<strong> haben die handelnden Akteure das Segment der digitalen B&#252;rgerrechte zur nachhaltigen Besetzung durch andere Akteure freigeben</strong>. Zu den ersten Profiteuren z&#228;hlen scheinbar die Gr&#252;nen, selbst wenn es auch hier kein einheitliches Abstimmungsverhalten gegeben hat: die <a href="http://www.remix-generation.de/gPetition/">interne Suche nach den #zensursula-Unterst&#252;tzern</a> wird von der Netzgemeinde goutiert und k&#246;nnte durchaus der Glaubw&#252;rdigkeit in Sachen Internet-Politik dienen.</p>
<p><strong>6.</strong><br />
<strong>„Digitale B&#252;rgerrechte“ k&#246;nnen zum Ansatzpunkt f&#252;r die Entstehung einer neuen Single Issue-Organisation werden – m&#252;ssen es aber nicht.</strong> Erste Adresse daf&#252;r ist in Deutschland die Piratenpartei. Das Abschneiden bei der Europawahl war zwar nicht mehr als ein Achtungserfolg und hat immerhin f&#252;r die &#246;ffentliche Sichtbarkeit gesorgt. Inzwischen verf&#252;gt sie auch schon &#252;ber einen virtuellen Bundestagsabgeordneten: in einer nicht anders als spektakul&#228;r zu nennenden Aktion war mit J&#246;rg Tauss ein altgedienter Internetpolitiker der SPD am 20. Juni aus seiner Partei ausgetreten und <a href="http://wiki.piratenpartei.de/J%C3%B6rg_Tauss">zu den „Piraten“ gewechselt</a>.<br />
Allerdings haftet an seiner Person der Makel des P&#228;dophilie-Verdachtes in einem noch laufenden Gerichtsverfahren, zudem verk&#246;rpert er als typischer „Berufspolitiker“ ein popul&#228;res Feindbild vieler „Basis-Piraten“. In internen Diskussionen ist Tauss bereits das sprachlich passende Etikett des „zweischneidigen Schwertes“ zugetragen worden, andererseits k&#246;nnte die Kooptierung eines systemerfahrenen „Haudegens“ auch positiven Anpassungsdruck im piratischen Parteifindungsprozess aus&#252;ben.</p>
<p><strong>7.</strong><br />
<strong>Die gesamte Thematik ist &#252;beraus kampagnenf&#228;hig</strong>, dies hat vor allem die erfolgreiche Online-Petition beim Deutschen Bundestag gezeigt. Aber: die mehr als 130.000 Mitzeichner/innen sind momentan <strong>nicht viel mehr als die Andeutung einer ereignisbezogenen Politisierbarkeit</strong> im Netz. Das ist nicht wenig, aber l&#228;ngst noch kein sicherer Hinweis auf einen bevorstehenden Wandel – so ringt etwa die Piratenpartei derzeit noch in mehreren Bundesl&#228;ndern um die ben&#246;tigten Stimmen f&#252;r die <a href="http://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2009">Zulassung zur Bundestagswahl</a>. Dennoch gibt es eine „digitale Infrastruktur“ aus Wikis, Blogs und Twitter-Hashtags, die in der hei&#223;en Wahlkampfphase schnell aktiviert werden kann.</p>
<p><strong>8.</strong><br />
<strong>„Digitale B&#252;rgerrechte“ sind ein transnationales Politikfeld.</strong> Es ist dabei keineswegs ausgemacht, dass in Deutschland ein &#228;hnlicher Etablierungsprozess wie etwa in Schweden stattfinden wird. Dennoch ist die globale Dimension des Problems eine Besonderheit dieser neuen <em>policy</em>. Die Ereignisse in Schweden um das Gerichtsverfahren gegen die Tauschb&#246;rse „The Pirate Bay“ (und der damit verbundene Aufstieg der „Piratpartiet“) oder die heftige Diskussion in Frankreich um die Verabschiedung des Hadopi-Gesetzes zur Bestrafung im Falle (wiederholter) Urheberrechtsverletzungen deuten in eine &#228;hnliche Richtung. Im Augenblick werden die mit digitalen B&#252;rgerrechten verbundenen Konflikte auf nationaler Ebene ausgehandelt und im Rahmen lokaler Wahlk&#228;mpfe im Zeichen der jeweiligen Besonderheiten verst&#228;rkt – doch aufgrund einer weltweiten Kommunikationsinfrastruktur im Hintergrund wird dies nicht so bleiben.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nachbemerkung:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Im Umfeld der Abstimmung im Deutschen Bundestag zum „Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen“ (<a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/134/1613411.pdf">BT-Drucksache 16/13411 vom 17.6.2009</a>, PDF) habe ich als Mitglied des Online-Beirats der SPD an einer Stellungnahme an die Fraktionsmitglieder mitgewirkt, in der auf verschiedene M&#228;ngel am Entwurf hingewiesen wird. Beinahe noch wichtiger als die – zum Zeitpunkt der Versendung der Mitteilung an die Abgeordneten – schon l&#228;ngst bekannte Sachkritik am Entwurf sind die Hinweise auf die politischen Konsequenzen der  Zustimmung zum #zensursula-Gesetz.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=11004&amp;md5=53191aa14f3e35cab63be80a1529fcf3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Internetzensur: Missbrauch des Missbrauchs</title>
		<link>http://carta.info/8322/internetzensur-missbrauch-des-missbrauchs/</link>
		<comments>http://carta.info/8322/internetzensur-missbrauch-des-missbrauchs/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 16:40:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Leisegang</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzensur]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornografie]]></category>
		<category><![CDATA[Missbrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula von der Leyen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ursula von der Leyen macht mit der populistischen Debatte um Kinderpornographie nicht nur Wahlkampf mit einem au&#223;erordentlich sensiblen Thema. Sie bereitet unter diesem Vorwand eine Zensur-Infrastruktur f&#252;r das Internet vor. Die Folge sind erhebliche „Kollateralsch&#228;den" f&#252;r Demokratie und Grundrechte in diesem Land.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Keine Frage: Ein <strong>konsequentes Vorgehen gegen Kinderpornographie</strong> ist l&#228;ngst &#252;berf&#228;llig. Jedoch ist die Blockade von Webseiten ein denkbar unzweckm&#228;&#223;iger und vor allem unverh&#228;ltnism&#228;&#223;iger Ansatz. Nicht nur l&#228;sst der Vorsto&#223; der Ministerin eine politische Gesamtstrategie vermissen. Statt auf die verbotenen Inhalte direkt zuzugreifen, ist lediglich vorgesehen, die Zugangsstra&#223;e zu sperren. P&#228;dophile werden auf diese Weise aber nicht von ihren Taten abgehalten und Kinder vor Missbrauch nicht gesch&#252;tzt.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus bewegt sich die Bundesregierung mit der Einf&#252;hrung einer <strong>Zensur-Infrastruktur im Internet</strong> <strong>au&#223;erhalb verfassungsrechtlicher Grenzen</strong>. Ausgerechnet das Bundeskriminalamt (BKA) operiert fortan – ohne jegliche Kontrolle – als oberster Web-Zensor. Damit aber drohen die derzeitigen Pl&#228;ne der Zensur beliebiger Online-Inhalte T&#252;r und Tor zu &#246;ffnen.</p>
<p><strong>Grundrechte beiseite gewischt</strong></p>
<p>Die Internetblockaden schr&#228;nken die in Art. 5 GG gesicherte Informations- und Rezipientenfreiheit massiv ein und ber&#252;hren zudem das Fernmeldegeheimnis (Art. 10 GG). Eine Sperrung von Webseiten ist rechtlich allein als <strong>Ultima Ratio</strong> vorgesehen und daher nur in wenigen begr&#252;ndeten Ausnahmef&#228;llen gestattet. Die Bundesregierung aber plant in Zusammenarbeit mit dem BKA, mehrere tausend Webadressen zu zensieren. Diese grundrechtlichen Bedenken wischt das Bundesinnenministerium kurzerhand beiseite. So sei das Fernmeldegeheimnisses von den Zensurma&#223;nahmen nicht betroffen, da es beim Internetsurfen nur zu <strong>Kommunikationsprozessen</strong> komme, „die dem Bereich der Massenkommunikation, wie etwa der Abruf von &#246;ffentlich zug&#228;nglichen Webseiten“, zufallen. Diese aber fielen „nicht unter den Schutzbereich des Art. 10 GG“. Schlie&#223;lich sei das Aufrufen einer Website keine Individualkommunikation zwischen zwei oder mehr Personen; stattdessen komme es „lediglich zu einem Abruf von an die Allgemeinheit gerichteten Informationen.“</p>
<p>Eine gewagte Interpretation, die nicht nur ein weiteres Mal offenbart, <strong>wie leichtfertig die Bundesregierung bestehende Grundrechte ignoriert bzw. auszuhebeln versucht</strong>. Zudem wird deutlich, wie l&#252;ckenhaft noch immer das Wissen um die Neuen Medien bei den vermeintlich Sachverst&#228;ndigen ist. Denn das Internet ist weniger ein Raum der Massenkommunikation, als vielmehr eine Sph&#228;re, in der Nutzer – statt einfach nur Informationen abzurufen – auf unz&#228;hligen Webseiten interagieren und in selbstverwalteten Netzwerken kommunizieren.</p>
<p><strong>Wer &#252;berwacht die &#220;berwacher?</strong></p>
<p>Nicht zuletzt haben die geheimen Filtersysteme ein enormes Missbrauchspotential zur Folge – erst recht, wenn weder Privatpersonen noch Verbrauchersch&#252;tzer oder Journalisten die Rechtm&#228;&#223;igkeit einer Sperrung &#252;berpr&#252;fen d&#252;rfen. Selbst das Minimum an demokratischer Gewaltenteilung, eine <strong>Pr&#252;fung der Zensurma&#223;nahmen</strong> durch die Judikative, ist <strong>nicht vorgesehen</strong>. Das BKA, das bereits auf dem besten Weg ist, zum deutschen FBI zu werden, w&#228;re damit befugt, die Zensur jederzeit auf beliebige weitere Webseiten auszuweiten. Wenn aber die Beh&#246;rde vollkommen freie Hand bei der Erstellung und Verwaltung der Zensurlisten erh&#228;lt, wer &#252;berwacht dann die W&#228;chter?</p>
<p>Was den Kritikern zu bleiben scheint, ist die <strong>Bekanntmachung der geheim gehaltenen Sperrlisten</strong>. Dies ist durchaus eine ambivalente Angelegenheit. Auf der einen Seite werden damit Links zu verbotenen Inhalten bekannt, und Kinderschutzgruppen mahnen zu Recht, dass P&#228;dophile auf diese Weise Zugang zu Suchkatalogen erhielten. Auf der anderen Seite kann das <strong>demokratiefeindliche Zensurverhalten der Regierungen</strong> erst dann &#246;ffentlich diskutiert und kritisiert werden, wenn die unter Verschluss gehaltenen Listen bekannt sind.</p>
<p>Statt die berechtigten Zweifel der B&#252;rgerrechtler ernst zu nehmen, geht die Bundesrepublik repressiv dagegen vor, wenn diese die <strong>fragw&#252;rdigen Ziele der Blockaden</strong> aufdecken. Mitte M&#228;rz ver&#246;ffentlichte <a href="http://Wikileaks.org">Wikileaks.org</a> nicht&#246;ffentliche Zensurlisten der Australian Communications and Media Authority. Daraufhin kam es auch zu einer Hausdurchsuchung bei dem Inhaber der deutschen Domain. Dieser wurde verd&#228;chtigt, kinderpornographische Schriften verbreitet zu haben. Ein weiterer Blogger geriet gar in das Visier der Ermittler, als er einen Link zu einem Blog setzte, das wiederum die Liste bei Wikileaks verlinkte.</p>
<p>Bislang prescht die Bundesfamilienministerin in einer <strong>populistischen Debatte</strong> offensichtlich nur deshalb voran, um mit Hilfe eines au&#223;erordentlich sensiblen Themas Wahlkampf zu machen – und eine Zensur-Infrastruktur einzurichten. Diese wird zu erheblichen „Kollateralsch&#228;den“ f&#252;hren, nicht zuletzt f&#252;r die Demokratie und die Grundrechte in diesem Land. Damit aber droht das Schicksal der missbrauchten Kinder selbst missbraucht zu werden. Zum Schutz der Opfer ist von der Leyens Rezept dagegen g&#228;nzlich ungeeignet.</p>
<p><img src="file:///Users/rml/Library/Caches/TemporaryItems/moz-screenshot.jpg" alt="" /><a href="http://www.blaetter.de/aktion.php?abo"><img style="float: left; margin-right: 10px; border: medium 1px 1px none solid solid -moz-use-text-color #cccccc #cccccc;" src="http://www.blaetter.de/images/shop/abowand.jpg" alt="Bestellen Sie ein Bl&#228;tter-Abo" width="57" height="56" /></a><em>Daniel Leisegang ist Redakteur der <a href="http://www.blaetter.de/">&#8220;Bl&#228;tter f&#252;r deutsche und internationale Politik</a>&#8220;. Dieser Text ist eine erheblich gek&#252;rzte Fassung seines Kommentars, der in der kommenden Woche in der Zeitschrift erscheinen wird. Ein Probeabonnement k&#246;nnen Sie <a href="http://www.blaetter.de/miniabo.php">hier</a> bestellen.<br />
</em></p>
<div class="box">Sehr zu empfehlen auch zu diesem Thema:</p>
<p><a href="http://www.heise.de/newsticker/Kinderporno-Sperren-Frontalangriff-auf-die-freie-Kommunikation-befuerchtet--/meldung/136485/">Kinderporno-Sperren: &#8220;Frontalangriff auf die freie Kommunikation&#8221; bef&#252;rchtet</a> (Heise Online)<br />
<a href="http://netzpolitik.org/2009/gesetzentwurf-gedanken-zur-medialen-wahrnehmung/">Gedanken zur medialen Wahrnehmung &amp; Gesetzentwurf am Mittwoch</a> (Netzpolitik.org)<br />
<a href="http://www.heise.de/newsticker/Kinderporno-Sperren-Provider-sollen-Nutzerzugriffe-loggen-duerfen--/meldung/136450/">Kinderporno-Sperren: Provider sollen Nutzerzugriffe loggen d&#252;rfen</a> (Heise Online)</div>
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