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	<title>CARTA &#187; Urheberrecht</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 17:55:45 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Ist ACTA Hevelings Kriegserkl&#228;rung?</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 12:08:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zuerst hie&#223; es, ACTA sei der finale Angriff auf die Netzfreiheit. Dann hie&#223; es, f&#252;r die Deutschen &#228;ndere sich gar nichts. Was ist richtig? Beides? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bewusstseinbildung im Netz verl&#228;uft meist so: Zuerst &#252;berschlagen sich die Alarmmeldungen in fast hysterischer Weise (Phase 1), dann, auf dem H&#246;hepunkt des „Hypes“, folgen extrem unterk&#252;hlte Entwarnungen: „Alles halb so schlimm“, „aufgeblasene Ger&#252;chte“, „ein Sturm im Wasserglas“ (Phase 2). Dann melden sich jene zu Wort, die meinen, die Wahrheit l&#228;ge irgendwo in der Mitte (Phase 3). Und schlie&#223;lich kehrt Ruhe ein (Phase 4) &#8211; bis der Zyklus von neuem beginnt.</p>
<p>Womit wir beim Thema <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement">ACTA</a> w&#228;ren (und dem &#220;bergang zu Phase 3).</p>
<p>Das umstrittene „Handelsabkommen zur Bek&#228;mpfung von Produkt- und Markenpiraterie“ ist der Versuch, das westliche Modell der Strafverfolgung bei Marken- und Urheberrechtsverletzungen auf die ganze Welt auszudehnen. Denn zum Verdruss der Content- und Image-Industrien gibt es noch immer in vielen Ecken der Welt illegale <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Produktpiraterie">Werkb&#228;nke</a>, auf denen hemmungslos kopiert wird (was die Weltmarkteroberung erheblich erschwert).</p>
<p>Die kopierten Produkte werden von Gangsterbanden, die sich eine goldene Nase damit verdienen, billig verkauft oder als Zugabe (zu ganz anderen Gesch&#228;ften) verschenkt. Verhaftet man die Verantwortlichen von Kopien-Schleudern (wie im Fall <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Megaupload">Megaupload</a>), so ist das auch ein Stich ins Herz vieler Nutznie&#223;er. Denn billige oder Gratis-Ware ist f&#252;r alle, die nicht so viel Geld haben, besser als keine Ware. W&#228;ren die L&#246;hne und die Taschengelder h&#246;her, und w&#228;re der durch Werbung, Medien und Peergroups erzeugte gesellschaftliche Druck niedriger, g&#228;be es auch nicht so viel Produktpiraterie.</p>
<p>Leider setzt sich das „Handelsabkommen zur Bek&#228;mpfung von Produkt- und Markenpiraterie“ aber nicht f&#252;r eine Erh&#246;hung der L&#246;hne ein. Es will den „Gangstern“ und deren Nutznie&#223;ern vielmehr das Handwerk legen. Alle Staaten, die ACTA unterzeichnen, werden darauf verpflichtet, die Rechte der Rechteinhaber &#8211; also der Content- und Marken-Verwerter &#8211; zivil- und strafrechtlich mit unnachgiebiger H&#228;rte durchzusetzen.</p>
<p><strong>Vieles davon wird Wunschdenken bleiben. Denn an den ACTA-Verhandlungen sind weder </strong><strong>Russland noch China noch Indien beteiligt. Es fehlen die arabischen Staaten, es fehlen Afrika, die Karibik, Mittelasien und S&#252;damerika, es fehlen Norwegen und Island, es fehlen die T&#252;rkei, der Balkan, Wei&#223;russland und die Ukraine.</strong> Im Grunde ist ACTA also ein Selbstbest&#228;tigungsabkommen f&#252;r diejenigen, die schon wirksame Schutzvorschriften in ihren Gesetzen installiert haben. Mit ACTA w&#228;chst aber die Hoffnung, dass auch die Au&#223;enseiter der Weltgemeinschaft, die Wackelkandidaten, die schwachen und die „Schurkenstaaten“ (die Gangster angeblich gew&#228;hren lassen), irgendwann beitreten werden. Notfalls k&#246;nnte man sie durch <em>gemeinsamen</em> wirtschaftlichen Druck an anderer Stelle dazu n&#246;tigen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Was steht denn nun drin in diesem Abkommen?</em></strong></p>
<p>Solange die Gangsterbanden nicht dingfest gemacht werden k&#246;nnen, will man deren Nutznie&#223;er unter Druck setzen. Zwar soll es &#8211; nach jetziger Lesart &#8211; keine Netzsperren wegen illegaler Downloads geben, aber eine „brutalstm&#246;gliche“ Verfolgung.</p>
<p>Das <a href="http://register.consilium.europa.eu/pdf/de/11/st12/st12196.de11.pdf">Abkommen</a> formuliert seine „W&#252;nsche“ zun&#228;chst ausgesprochen harmlos:</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>„IN ANBETRACHT der Tatsache, dass eine wirksame Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums f&#252;r ein dauerhaftes Wachstum aller Wirtschaftszweige wie auch der Weltwirtschaft von entscheidender Bedeutung ist,</p>
<p>IN ANBETRACHT der Tatsache, dass die Verbreitung nachgeahmter und unerlaubt hergestellter Waren wie auch die Verbreitung von Dienstleistungen, mit denen Rechte verletzendes Material vertrieben wird, den rechtm&#228;&#223;igen Handel und die nachhaltige Entwicklung der Weltwirtschaft gef&#228;hrdet, Rechteinhabern und legal arbeitenden Unternehmen betr&#228;chtliche finanzielle Verluste verursacht, in einigen F&#228;llen der organisierten Kriminalit&#228;t eine Einnahmequelle verschafft und &#252;berdies eine Gefahr f&#252;r die Allgemeinheit darstellt&#8230;“</p>
<p>IN DEM WUNSCH, sicherzustellen, dass die Ma&#223;nahmen und Verfahren zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums nicht ihrerseits zu Schranken f&#252;r den rechtm&#228;&#223;igen Handel werden,</p>
<p>IN DEM WUNSCH, das Problem der Verletzung von Rechten des geistigen Eigentums, einschlie&#223;lich im digitalen Umfeld erfolgender Rechtsverletzungen, insbesondere im Hinblick auf das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte so zu l&#246;sen, dass die Rechte und Interessen der jeweiligen Rechteinhaber, Dienstleister und Nutzer miteinander ins Gleichgewicht gebracht werden,</p>
<p>IN DEM WUNSCH, die Zusammenarbeit zwischen Dienstleistern und Rechteinhabern zu f&#246;rdern, um einschl&#228;gigen Rechtsverletzungen im digitalen Umfeld entgegenzuwirken&#8230;“ usw.usf.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Da es den Bef&#252;rwortern von ACTA um die Angleichung der Rechtsdurchsetzung in den verschiedenen L&#228;ndern geht, setzt das Abkommen in erster Linie einen „Rahmen“ &#8211; oder besser: <em>Mindeststandards</em> „f&#252;r die Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums“.</p>
<p><strong>&#220;berall auf der Welt sollen k&#252;nftig die gleichen </strong><strong>Abmahnungen, die gleichen Unterlassungserkl&#228;rungen und die gleichen Schadensersatzforderungen ins Haus flattern, und zwar ganz nach </strong><strong>Gutd&#252;nken der Rechteinhaber.</strong> Zitat aus dem Abkommen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>Es ist „jedes vom Rechteinhaber vorgelegte legitime Wertma&#223; zu ber&#252;cksichtigen, das die entgangenen Gewinne beinhalten kann&#8230;“</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Den Streitwert, die Anwaltskosten, den entgangenen Gewinn und den Schadenersatz setzt im Zweifel also nicht das Gericht fest, sondern der Rechteinhaber. Das Gericht segnet nur ab, was der Rechteinhaber verlangt. Da der Begriff „gewerbliches Ausma&#223;“ bei ACTA so unscharf definiert ist wie schon im deutschen Urhebergesetz, wissen wir, was das hei&#223;t: Jeder, der ein einziges Lied zum Tausch anbietet, handelt schon in „gewerblichem Ausma&#223;“. Und das ist teuer:</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>„Jede Vertragspartei sorgt daf&#252;r, dass ihre Gerichte, wo dies zweckdienlich erscheint, beim Abschluss zivilrechtlicher Verfahren wegen Verletzung zumindest des Urheberrechts oder verwandter Schutzrechte oder einer Marke anordnen d&#252;rfen, dass der obsiegenden Partei von der unterlegenen Partei die Gerichtskosten oder -geb&#252;hren sowie angemessene Anwaltshonorare oder sonstige nach dem Recht dieser Vertragspartei vorgesehene Kosten erstattet werden.“</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>ACTA ist also ein gigantisches Arbeitsbeschaffungsprogramm f&#252;r Anwaltskanzleien und ihre Dienstleister im Umkreis der Copyright-Industrie.</strong> Die Ermittlung der Schuldigen und ihrer Hinterm&#228;nner wird k&#252;nftig von allerlei „Spezialeinheiten“ und privaten Sicherheitsdiensten vorangetrieben werden. Jeder Staat, der das Abkommen unterschreibt, soll z.B. gerichtlich anordnen d&#252;rfen,</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>„dass der Verletzer oder mutma&#223;liche Verletzer dem Rechteinhaber <em>oder</em> (!) den Gerichten zumindest f&#252;r die Zwecke der Beweissammlung nach Ma&#223;gabe der geltenden Rechtsvorschriften der jeweiligen Vertragspartei sachdienliche Informationen vorlegt, in deren Besitz der Verletzer oder mutma&#223;liche Verletzer ist oder &#252;ber die er Kontrolle hat. Informationen dieser Art k&#246;nnen Ausk&#252;nfte &#252;ber Personen einschlie&#223;en, die in irgendeiner Weise an der Verletzung oder mutma&#223;lichen Verletzung beteiligt waren, desgleichen Ausk&#252;nfte &#252;ber die Produktionsmittel oder die Vertriebswege der rechtsverletzenden oder mutma&#223;lich rechtsverletzenden Waren oder Dienstleistungen, einschlie&#223;lich Preisgabe der Identit&#228;t von Dritten, die mutma&#223;lich an der Herstellung und am Vertrieb solcher Waren oder Dienstleistungen beteiligt waren, sowie ihrer Vertriebswege.“</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Da k&#252;nftig nicht nur das illegale Angebot urheberrechtlich gesch&#252;tzten Materials strafrechtlich verfolgt wird, sondern auch der technische Zugang dazu und die Bereithaltung desselben (als Beihilfe zu einer Straftat!), k&#246;nnten Provider &#8211; bei entsprechendem Druck (hohe Schadenersatzforderung, vorgebliche Terrorismusbek&#228;mpfung etc.) – in vorauseilendem Gehorsam Nutzerdaten <a href="http://www.greens-efa.eu/fileadmin/dam/Documents/Studies/ACTA_fundamental_rights_assessment.pdf">preisgeben</a>. Sie w&#252;rden zu freiwilligen oder unfreiwilligen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=WhgMS_lnbhs&amp;feature=youtu.be">Hilfssheriffs</a>. Die Filterung und &#220;berwachung jedweder Netz-Kommunikation w&#252;rde mit diesem Rechtsrahmen <a href="http://www.theatlantic.com/technology/archive/2012/02/why-an-international-trade-agreement-could-be-as-bad-as-sopa/252552/">obligatorisch</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Ein gefundenes Fressen f&#252;r gelenkte Demokratien?</strong></em></p>
<p>Ein besonders heikler Punkt des Abkommens ist deshalb, dass es Diktaturen und &#8220;gelenkten Demokratien&#8221; ein bequemes Einfallstor zur Ausschaltung missliebiger Gegner er&#246;ffnet. Der bisher gern verwendete Vorwurf der „Steuerhinterziehung“ (etwa in Russland oder China) k&#246;nnte dann beliebig durch den Vorwurf der „Urheberrechtsverletzung“ ersetzt werden.</p>
<p>Diktaturen oder „gelenkte Demokratien“, die dem Abkommen beitreten, k&#246;nnten fingierte, also extra f&#252;r diesen Zweck installierte ‚Rechteinhaber’ nutzen, um konfliktscheue Provider durch wirtschaftlichen Druck zur Herausgabe von Daten &#252;ber heimische oder im Exil lebende Oppositionsgruppen zu zwingen. Es gen&#252;gt ja der Vorwurf, es seien massiv Urheber- oder andere Schutzrechte verletzt worden.</p>
<p>Bei Grenzkontrollen k&#246;nnten Z&#246;llner mit dem Hinweis auf urheberrechtlich relevantes Material Laptops, Smartphones, USB-Sticks, DVDs und sonstige Speichermedien beschlagnahmen. Da ist schnell eine Festplatte oder eine DVD kopiert. Die Zollbeh&#246;rden werden durch das Abkommen angewiesen, <em>von sich aus</em> Informationen &#252;ber verd&#228;chtige Waren oder „Datenstr&#246;me“ an die Rechteinhaber zu melden. Gezielte Bestechungsversuche und Zuwendungen k&#246;nnten die Folge sein.</p>
<p>Die Errichtung eines weltweiten Straf- und Verfolgungsregimes mit Hilfe des „Handelsabkommens“ ACTA erinnert in Wahrheit an die Methoden der Drogen- und Terrorismusbek&#228;mpfung. Beide „Kriege“ (der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/War_on_Drugs">„War on Drugs“</a> wie der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_gegen_den_Terror">„War on Terror“</a>) sind nur m&#228;&#223;ig erfolgreich, hinterlassen aber gewaltige gesellschaftliche Kollateralsch&#228;den. Dies hat der Abgeordnete Heveling in seiner <a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-netzgemeinde-ihr-werdet-den-kampf-verlieren/6127434.html">Kampfschrift</a> intuitiv erkannt. Die Europ&#228;er sollten deshalb eine zivilere Antwort auf das zweifellos vorhandene Problem finden als einen „War on Bytes“.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Am 11. Februar wird europaweit gegen ACTA demonstriert. Hier einige Informationen:</em></p>
<ul>
<li><em><a href="http://www.stopactaberlin.de/">Stopactaberlin</a> (Demo)</em></li>
<li><em><a href="http://wiki.stoppacta-protest.info/Main_Page">Wiki</a> (Demo)</em></li>
<li><em><a href="http://www.stopacta.de/e-petition/">stopacta</a> (Petition)</em></li>
<li><em><a href="http://stopp-acta.info/">stopp-acta</a> (Info)</em></li>
<li><em><a href="http://www.operationprotest.com/operation-paperstorm-starting-dec-18-2010">Operation Paperstorm</a> (Anonymous)</em></li>
<li><em><a href="http://digitalegesellschaft.de/wp-content/uploads/2011/10/acta-edri-broschuere-deutsche-uebersetzung.pdf">Digitale Gesellschaft</a> (Info)</em></li>
<li><em><a href="http://www.avaaz.org/de/eu_save_the_internet_spread/">Avaaz</a> (Kampagnenplattform)</em></li>
<li><em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=yWqta3S9vcc">YouTube</a> (Video)</em></li>
<li><em><a href="http://bewegung.taz.de/aktionen/stop-acta/beschreibung">bewegungstaz</a> (Info)</em></li>
<li><em><a href="http://netzpolitik.org/2012/ein-kleiner-einstieg-in-acta/">Netzpolitik</a> (Info)</em></li>
<li><em><a href="http://www.golem.de/news/acta-piratenpartei-ruft-zu-protesten-in-50-deutschen-staedten-auf-1202-89591.html">Piraten</a> (Info)</em></li>
<li><em><a href="http://www.internet-law.de/2012/01/warum-das-europaparlament-acta-die-zustimmung-versagen-sollte.html">Stadler </a>(Analyse)</em></li>
</ul>
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<a href="http://carta.info/41361/ist-acta-hevelings-kriegserklarung/">Ist ACTA Hevelings Kriegserkl&#228;rung?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/41361/ist-acta-hevelings-kriegserklarung/#comments">8 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41361&amp;md5=5342bdbae63a6f847c69cd3f9d952f9a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Doppelt &#220;berkreuz: Die GEMA und Creative Commons</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 11:52:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>John Weitzmann</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Verwertungsgesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die GEMA hat das erste Mal seit l&#228;ngerer Zeit wieder eine schriftliche Stellungnahme dazu abgegeben, ob sie Creative Commons als eine Option f&#252;r ihre eigenen Mitglieder sieht. Trotz Pilotprojekten in anderen Europ&#228;ischen L&#228;ndern lehnt die GEMA diese Idee ab. Wir versuchen die Hintergr&#252;nde zu beleuchten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In letzter Zeit gab es Bewegung beim Thema Creative Commons und Verwertungsgesellschaften. Nicht nur wird in Deutschland an einer neuen Verwertungsgesellschaft speziell f&#252;r CC-Inhalte <a href="http://breitband.dradio.de/hacker-an-die-macht-und-eine-neue-verwertungsgesellschaft-fur-cc-musik/" target="_blank">get&#252;ftelt</a>, auch zwischen Creative Commons als Organisation und bestehenden Verwertungsgesellschaften gab und gibt es Gespr&#228;che und Pilotprojekte. Allerdings profilierte sich die GEMA in diesem Feld bisher als konservative Festung. Das hat sie nun in einer offiziellen Stellungnahme erneut gezeigt. Die Redaktion von <a href="http://www.telemedicus.info/article/2176-GEMA-nimmt-Stellung-zu-Creative-Commons.html" target="_blank">telemedicus.info</a> hatte angesichts des k&#252;rzlich gestarteten <a href="http://de.creativecommons.org/2012/01/17/cc-frankreich-und-die-sacem-schliesen-pilotvereinbarung/" target="_blank">Pilotprojekts</a> von Creative Commons und der franz&#246;sischen SACEM bei der GEMA angefragt, ob eine &#228;hnliche Kooperationen auch f&#252;r Deutschland denkbar sei. Die Antwort f&#228;llt ern&#252;chternd aus.</p>
<p>Sie reiht sich relativ nahtlos ein in die bisherigen Stellungnahmen der GEMA zur Frage, ob ihre Mitglieder nicht die M&#246;glichkeit erhalten sollten, selbst unter CC-Lizenzen zu ver&#246;ffentlichen. Kurz gefasst lautet sie: Nein. Die <a href="http://de.creativecommons.org/files/2012/01/Statement_GEMA.pdf" target="_blank">Langfassung</a> kann hier nachgelesen werden (ausdr&#252;cklich nochmal Dank an das Team von Telemedicus f&#252;r die Weiterleitung) und soll in diesem Beitrag eingehend behandelt werden.</p>
<p>Begonnen hatte die offizielle Haltung der GEMA zu CC schon 2006 mit dem ber&#252;chtigten GEMA-Brief Nr. 59, in dem die GEMA ausdr&#252;cklich vor CC warnte. Dann gab es 2008 – auf eine offizielle Anfrage von <a href="http://de.creativecommons.org/" target="_blank">CC DE</a> hin – erneut eine ablehnende Stellungnahme. Sp&#228;ter kam es zwar immer mal wieder zu freundlichen Gespr&#228;chen zwischen CC DE und GEMA aber nie zu irgendwelchen nennenswerten &#196;nderungen des GEMA-Standpunkts. Zuletzt lie&#223; die GEMA in einem <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/gema-o-junge-musik-in-deutschland-erfolgschancen-auch-ohne-die-gema-1.1174098" target="_blank">Reuters-Beitrag</a> wissen, man k&#246;nne gar nicht anders, alles liege am <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/urhwahrng/index.html" target="_blank">Urheberrechtswahrnehmungsgesetz</a>.</p>
<p>Manch einer mag sich fragen, warum es denn &#252;berhaupt Gespr&#228;che und Pilotprojekte braucht, schlie&#223;lich sind CC-Lizenzen inzwischen weithin bekannt und als rechtliches Werkzeug zumindest online gut etabliert. Hintergrund und Hauptproblem der Schwierigkeiten zwischen Creative Commons und den Verwertungsgesellschaften (kurz VGs) ist, dass die Mitglieder der meisten europ&#228;ischen VGs aus rechtlichen Gr&#252;nden keine CC-Lizenzen vergeben k&#246;nnen. Sie d&#252;rfen ihre Werke also nicht unter CC stellen und verbreiten. Das liegt daran, dass die kontinental-europ&#228;ischen VGs traditionell von ihren Mitgliedern eine exklusive &#220;bertragung von Rechten fordern, um ihre Werke m&#246;glichst umfassend verwerten zu k&#246;nnen. Besonders konsequent ist diese Praxis im Bereich der Musikrechte zu finden, in Deutschland also bei den VGs GEMA und GVL.</p>
<p>Eine der Folgen ist, dass VG-Mitglieder &#252;berhaupt nicht mehr unmittelbar &#252;ber die Rechte an ihren Werken verf&#252;gen. Selbst wenn sie ihre Tracks oder Alben unter einer CC-Lizenz (kurz CCPL) freigeben wollen – und besonders unter den Newcomer wollen das einige –, k&#246;nnen sie das nicht, denn die Nutzungsrechte verwaltet ausschlie&#223;lich ihre VG. Nicht einmal auf der eigenen Homepage darf eine Band ihre Musik ohne Weiteres online stellen. Sie muss entweder f&#252;r die Streams ihrer eigenen Songs an die GEMA zahlen (und bekommt das Geld nach Abzug der Verwaltungskosten dann wieder ausgesch&#252;ttet) oder muss sich eine gesonderte Erlaubnis von der GEMA gegeben lassen. Diese wurde allerdings erst im Nachhinein, angesichts der Absurdit&#228;t der oben genannten Zahlungspflicht f&#252;r eigene Werke, eingef&#252;hrt.</p>
<p>Um eine &#228;hnliche Ausnahme geht es auch bei den Pilotprojekten von CC und <a href="http://de.creativecommons.org/2010/09/05/untersuchung-des-pilotprogramms-in-nl/" target="_blank">Buma/Stemra (Niederlande)</a>, <a href="http://de.creativecommons.org/2008/01/25/danische-verwertungsgesellschaft-akzeptiert-cc-lizenzierung/" target="_blank">KODA (D&#228;nemark)</a> und nun <a href="http://de.creativecommons.org/2012/01/17/cc-frankreich-und-die-sacem-schliesen-pilotvereinbarung/" target="_blank">SACEM (Frankreich)</a>. Die Mitglieder dieser VGs erhalten zeitlich befristet die M&#246;glichkeit, ihre Musik unter den CCPL <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/3.0/de/" target="_blank">BY-NC</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/" target="_blank">BY-NC-SA</a> oder <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/" target="_blank">BY-NC-ND</a> selbst zu ver&#246;ffentlichen, also nur f&#252;r nicht-kommerzielle Nutzungen freizugeben (Einschr&#228;nkung &#8220;NC&#8221;). Dazu wird eine genauere Definition ausgehandelt, was genau unter &#8220;nicht-kommerziell&#8221; zu verstehen sein soll. Die GEMA funktioniert ganz genauso wie die genannten Pilot-VGs, steht aber auf dem Standpunkt, dass eine CC-Lizenzierung durch Mitglieder selbst sich nicht mit dem bestehenden Verwertungssystem vertrage und diese M&#246;glichkeit im &#220;brigen auch von den Mitgliedern gar nicht gew&#252;nscht sei.</p>
<p>Anhand der <a href="https://de.creativecommons.org/files/2012/01/Statement_GEMA.pdf" target="_blank">aktuellen Stellungnahme</a> (Volltext PDF) m&#246;chten wir hier einmal aufdr&#246;seln, was davon tats&#228;chlich Substanz hat und was nicht. Es zeigt sich, dass die Systeme von CC und GEMA tats&#228;chlich an zwei entscheidenden Stellen &#252;berkreuz liegen, n&#228;mlich beim Spektrum der Rechte und der Lizenzierung einzelner Titel. Das hei&#223;t allerdings nicht, dass diese Systeme zwingend inkompatibel sind, vielmehr br&#228;uchte es nur etwas guten Willen aufseiten der GEMA, um hier einiges m&#246;glich zu machen. Zu vermuten ist, dass die Machtverh&#228;ltnisse innerhalb der GEMA f&#252;r einen solchen Willen keinen Raum lassen.</p>
<p>Aber nun im Einzelnen zur Stellungnahme. Die GEMA schreibt:</p>
<blockquote><p>„Die Erteilung von CC-Lizenzen ist mit dem Wahrnehmungsmodell der GEMA und hier insbesondere mit der derzeitigen Fassung des Berechtigungsvertrages nicht vereinbar.“</p></blockquote>
<p>Das ist – bezogen auf den Berechtigungsvertrag – erst einmal richtig. Auch die Pilot-VGs musst – mit offensichtlich &#252;berschaubarem Aufwand – die n&#246;tigen Ver&#228;nderungen an ihrem Wahrnehmungsmodell (= Rechtemanagement im Auftrag der Mitglieder) vornehmen , um CC-Lizenzen zuzulassen.</p>
<blockquote><p>„Nach § 1 des GEMA-Berechtigungsvertrags (nachfolgend ‚BerV’) r&#228;umt der Berechtigte der GEMA als Treuh&#228;nderin umfassende ausschlie&#223;liche Nutzungsrechte an allen seinen bereits bestehenden und zuk&#252;nftig geschaffenen Werken ein. Die Creative Commons Lizenzen setzen hingegen die Vergabe von Nutzungsrechten durch den Urheber an einzelnen Werken voraus. Diese Vergabe von Rechten an einzelnen Werken durch den Urheber ist mit dem derzeitigen Wahrnehmungsmodell der GEMA nicht vereinbar ist, da die Rechte insofern bereits bei der GEMA liegen.“</p></blockquote>
<p>Dies benennt eine der zwei Konfliktstellen von GEMA und CCPL. Wie alle Standardlizenzen, die seit Entstehung des Internet entwickelt wurden, gilt die CCPL immer werkweise. Auch wenn eine Band beispielsweise pauschal all ihre Songs unter CC-BY-SA freigibt, ergibt das eine einzelne CC-BY-SA-Lizenz f&#252;r jeden einzelnen Song. Die GEMA dagegen besteht auf „alles oder nichts“, was die Werke ihrer Mitglieder angeht. Wer Mitglied wird, muss alle eigenen Werke durch die GEMA „wahrnehmen“ lassen und kann nicht einzelne Werke anderweitig lizenzieren. Das klingt jedoch dramatischer als es ist. In der Praxis muss die GEMA heute schon (intern) nach Werken unterscheiden, denn ihre Mitglieder k&#246;nnen genauso einzeln komponieren wie gemeinsam. Tun sie es einzeln, erhalten sie auch nur jeweils allein die Aussch&#252;ttungen f&#252;r das betreffende St&#252;ck, komponieren sie zusammen, muss geteilt werden.</p>
<blockquote><p>„Berechtigte k&#246;nnen grunds&#228;tzlich gem&#228;&#223; den Bestimmungen der GEMA-Satzung und des BerV, denen die Forderung der EU-Kommission nach einer Aufspaltbarkeit der Rechte nach Nutzungsarten zu Grunde liegt, einzelne Rechtsbereiche (‚Sparten’) und/oder L&#228;nder f&#252;r alle Werke von dieser Rechte&#252;bertragung ausnehmen. F&#252;r bestimmte Onlinenutzungen gilt dabei die Besonderheit, dass diese unter Einhaltung einer kurzen Frist von drei Monaten schriftlich zum Ende eines jeden Kalenderjahres gek&#252;ndigt werden k&#246;nnen. Die Berechtigten k&#246;nnen in diesem Bereich somit flexibel dar&#252;ber entscheiden, ob sie die Rechte f&#252;r diese Onlinenutzungen selbst wahrnehmen und z.B. unter einer CC-Lizenz vergeben oder von der GEMA wahrnehmen lassen.“</p></blockquote>
<p>Hier liegt der zweite Problempunkt. Auch wenn das viele GEMA-Mitglieder nicht wissen, k&#246;nnen sie in der Tat (auf Druck der EU-Kommission) inzwischen „Sparten“ von der GEMA-Wahrnehmung ausnehmen. Aber erstens geht auch das wieder nur nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip, also entweder nimmt man Sparten f&#252;r alle eigenen Werke aus der GEMA heraus oder f&#252;r keine. Und zweitens passt auch das wieder nicht zum Funktionsprinzip freier Lizenzen. Die sechs Varianten der CCPL stellen zwar unterschiedliche Bedingungen f&#252;r die weitere Nutzung auf (Namensnennung, nicht-kommerziell usw.), erlauben aber unter diesen Bedingungen alle nur denkbaren Nutzungsarten. Bei einer CC-BY-NC-Lizenz muss ich also den Namen des Urhebers nennen und darf nicht f&#252;r kommerzielle Zwecke nutzen, wie ich aber nutze, ist v&#246;llig egal. Das Ausnehmen von einzelnen Sparten wie „Online“ oder „Airplay im Radio“ (oder auch mehreren zugleich) reicht also nicht aus, um CC-Lizenzen selbst vergeben zu k&#246;nnen. Um als GEMA-Mitglied auf diese Weise eine CC-Lizenzierung zu erm&#246;glichen, m&#252;sste man vielmehr s&#228;mtliche „Sparten“ ausnehmen. Ob das &#252;berhaupt vorgesehen ist, ist schon fraglich. Und selbst wenn es ginge: Da das dann immer f&#252;r alle eigenen Werke gelten w&#252;rde (s.o.), k&#246;nnte man auch gleich aus der GEMA austreten. Die „Ausnehmen-L&#246;sung“ ergibt daher &#252;berhaupt keinen Sinn.</p>
<blockquote><p>„Die M&#246;glichkeit, Rechte an einzelnen Werken von der Rechtewahrnehmung durch die GEMA auszunehmen, hat die EU-Kommission dagegen nicht bef&#252;rwortet. Damit hat die Kommission das Bed&#252;rfnis der GEMA anerkannt, das gesamte Weltrepertoire zu vertreten, um so eine effektive und wirtschaftliche Rechtewahrnehmung gegen&#252;ber den Nutzern gew&#228;hrleisten zu k&#246;nnen (vgl. Kommission v. 02.06.1971, ABl 1971 L 134, 15, 23 &#8211; GEMA-I; Kommission v. 06.07.1972, ABl 1972 L 166, 22 f. – GEMA II; EuGH v. 27.03.1974 – Rs. 1227/73 BRT-II, Slg. 1974, 313 Rn. 9/11).<br />
Auch gegen eine &#214;ffnung des Wahrnehmungsmodells der GEMA f&#252;r die gleichzeitige Vergabe von Rechten an einzelnen Werken im Rahmen von CC-Lizenzen sprechen folgende gewichtige Gr&#252;nde:<br />
Das System der kollektiven Rechtewahrnehmung gew&#228;hrleistet einen effektiven und kosteng&#252;nstigen Schutz der Urheber. Dieses System w&#252;rde durch die M&#246;glichkeit zur Herausnahme von Rechten an einzelnen Werken durch den damit verbundenen hohen Verwaltungsaufwand beeintr&#228;chtigt. Bei jeder Lizenzierung m&#252;sste &#252;berpr&#252;ft werden, ob das entsprechende Werk unter einer CC-Lizenz steht und damit nicht mehr von der GEMA wahrgenommen und lizenziert werden kann. Der damit verbundene Verwaltungsaufwand ginge zu Lasten der &#252;brigen Berechtigten.“</p></blockquote>
<p>Ob der Verwaltungsaufwand tats&#228;chlich so hoch w&#228;re, dass es gerade daran scheitern sollte, darf bezweifelt werden. Erstens muss intern bei der GEMA ohnehin f&#252;r jedes einzelne Werk nachgehalten werden, wer daran Rechte hat. Zweitens lassen sich Lizenzabfragen auf Basis dieser ohnehin vorhandenen Daten und offener APIs sehr weitgehend automatisieren (CC hat dazu u.a. das Protokoll CC+ entwickelt). Und drittens scheinen es die Pilot-VGs ja auch irgendwie zu schaffen, mit Einzellizenzierungen durch ihre Mitglieder klarzukommen.</p>
<blockquote><p>„Zudem w&#252;rde die effektive Rechtewahrnehmung und -durchsetzung durch die Unsch&#228;rfe der Begriffe ‚nicht-kommerzielle Nutzung‘ bzw. ‚kommerzielle Nutzung‘ als Abgrenzungsmerkmal zwischen unentgeltlicher CC-Lizenz und entgeltlicher ‚GEMA-Lizenz‘ erschwert. So l&#228;sst die in einigen CC-Lizenzvertr&#228;gen enthaltene Formulierung, wonach die entsprechende Rechteeinr&#228;umung nur f&#252;r Handlungen gelten soll, die nicht vorrangig auf einen gesch&#228;ftlichen Vorteil oder eine geldwerte Verg&#252;tung gerichtet sind, keine klare Abgrenzung von CC-Lizenz zur kollektiven Rechtewahrnehmung durch die GEMA zu. Dies f&#252;hrt zu einer Beeintr&#228;chtigung der Rechtssicherheit f&#252;r Berechtigte und Nutzer sowie zu einer Erschwernis der Verwaltung der Rechte durch die GEMA.“</p></blockquote>
<p>Diese Kritik an der Formulierung der NC-Bedingung ist nicht neu und je nach Standpunkt auch berechtigt, andererseits hat sich das in der Praxis meist als blo&#223; „gef&#252;hltes“ Problem von Juristen erwiesen und wurde zwischen CC und den Pilot-VGs au&#223;erdem im Rahmen der Pilotprojekte ohne gr&#246;&#223;ere Schwierigkeiten durch genauere Festlegungen der Bedeutung von „nicht-kommerziell“ aus der Welt geschafft. Warum das mit der GEMA nicht gehen sollte, dazu schweigt sich die Stellungnahme aus. Es darf angenommen werden, dass eine konstruktive L&#246;sung auch einfach nicht gewollt ist.</p>
<blockquote><p>„Auch hat sich erwiesen, dass gerade auch sehr erfolgreiche Berechtigte, die ihre sch&#246;pferische T&#228;tigkeit durch den Verkauf von Konzertkarten, Fanartikeln etc. finanzieren k&#246;nnen, zu einer kostenlosen Freigabe ihrer erfolgreichen Titel tendieren, w&#228;hrend sie die wenig erfolgreichen Werke durch die Verwertungsgesellschaften lizenzieren w&#252;rden (so genanntes Rosinenpicken). Dies w&#252;rde zu einer erheblichen Verminderung der Verteilungssumme f&#252;r alle durch die Verwertungsgesellschaft vertretenen Mitglieder, mithin also auch f&#252;r diejenigen Berechtigten, die in der Solidargemeinschaft auf die Zahlung einer Verg&#252;tung f&#252;r die Nutzung ihrer Werke angewiesen sind, f&#252;hren und h&#228;tte zwangsl&#228;ufig einen R&#252;ckgang der sch&#246;pferischen T&#228;tigkeit und der kulturellen Vielfalt im Bereich der Musik zur Folge.“</p></blockquote>
<p>Dieses angebliche Problem hie&#223; in fr&#252;heren Aussagen der GEMA „cherry picking“, nun ist es also auf Rosinen gem&#252;nzt. Es ist absolut unverst&#228;ndlich, wieso K&#252;nstler gerade die Rosinen, also die erfolgreichsten St&#252;cke, unter CCPL freigeben sollten. Wenn eine CC-Freigabe – wie die GEMA immer behauptet – grunds&#228;tzlich die Einnahmeaussichten f&#252;r ein Werk zerst&#246;rt, wieso sollten dann ausgerechnet die einnahmest&#228;rksten Titel freigegeben werden? Um auf die indirekte Finanzierung durch Live-Auftritte und Fanartikel zu setzen, sollten Bands freiwillig auf die Heavy-Rotation im Radio, auf Downloads bei iTunes und CD-Verk&#228;ufe verzichten wollen? Das ist widersinnig. Eher nachvollziehbar w&#228;re es, besonders wenig erfolgreiche Titel freizugeben. Zudem geht dieses Argument v&#246;llig an dem vorbei, was bei den Pilotprojekten von CC, SACEM und Co. geschieht, bei denen n&#228;mlich nur die nicht-kommerzielle Freigabe unter CC gestattet wird. Alle sonstigen Einnahmen kann die jeweilige VG weiterhin ganz normal einsammeln.</p>
<blockquote><p>„Vor diesem Hintergrund haben die Berechtigten der GEMA bislang keine &#196;nderungen beschlossen, die zu einer Vereinbarkeit der Rechtewahrnehmung durch die GEMA und der Lizenzierung einzelner Werke unter einer CC-Lizenz f&#252;hren w&#252;rde. Dies l&#228;sst darauf schlie&#223;en, dass das geltende Wahrnehmungsmodell mit den Interessen der Mehrheit der Berechtigten in Einklang steht und der M&#246;glichkeit der Lizenzierung der Nutzung von Werken unter einer CC-Lizenz vorgezogen wird.“</p></blockquote>
<p>Oder es l&#228;sst darauf schlie&#223;en, dass CC-Lizenzierung f&#252;r die stimmberechtigten Mitglieder der GEMA nicht sinnvoll ist beziehungsweise diese Mitglieder den Empfehlungen der GEMA-Juristen gegen Creative Commons vertrauen. Hier wird offenbar bewusst einfach von „den Berechtigten“ gesprochen und nicht auf den Umstand eingegangen, dass die GEMA eine F&#252;rsorgepflicht f&#252;r all ihre Mitglieder hat, ob stimmberechtigt oder nicht. In der GEMA sind schlie&#223;lich K&#252;nstler aus allen Karrierephasen vereint. Gerade f&#252;r Newcomer kann eine CC-Lizenzierung Sinn ergeben. Sie sind jedoch in den seltensten F&#228;llen stimmberechtigt, eben weil ihre Werke (noch) wenig zu den Einnahmen der GEMA beitragen. Wenn die stimmberechtigten Mitglieder keine &#196;nderungen beschlie&#223;en, kann das daher genauso hei&#223;en, dass die an CC-Lizenzierung Interessierten einfach kein Stimmgewicht in der GEMA haben. Im &#220;brigen trifft die GEMA als Verwaltungsapparat auch an anderer Stelle Entscheidungen aus eigener Einsch&#228;tzung heraus, ohne dass jedesmal die Mitgliederversammlung befragt w&#252;rde.</p>
<blockquote><p>„Die GEMA ist zudem stets darum bem&#252;ht, das Rechtemanagement flexibel und den W&#252;nschen der Mitglieder entsprechend auszugestalten. So unterst&#252;tzt die GEMA beispielsweise ihre Mitglieder bei der Pr&#228;sentation ihrer Werke im Internet durch ein Lizenzangebot f&#252;r kostenloses Streaming der eigenen Werke auf der pers&#246;nlichen, nicht kommerziell genutzten Website. Auf diesem Wege kann der Berechtigte ohne Zahlung einer Lizenzverg&#252;tung an die GEMA interessierten Nutzern einen weitreichenden kostenlosen Zugang zu seinen Werken verschaffen und deren Bekanntheitsgrad erh&#246;hen ohne auf eine angemessene Verg&#252;tung f&#252;r die Vervielf&#228;ltigung und Verbreitung derselbigen verzichten zu m&#252;ssen.“</p></blockquote>
<p>Wohl eher unfreiwillig weist die GEMA hier auf einen m&#246;glichen Ankn&#252;pfungspunkt f&#252;r ein GEMA-CC-Pilotprojekt, denn was eine „nicht kommerziell genutzte Website“ ist, muss ja bereits irgendwo n&#228;her definiert sein. Darauf lie&#223;e sich aufbauen, um den Mitgliedern den Einsatz von CC-NC-Lizenzen zu erlauben.</p>
<p>„Auch dar&#252;ber hinaus ist die GEMA f&#252;r Alternativl&#246;sungen – wie kostenfreie Songausschnitte von kurzer Dauer – offen, sofern dies den Interessen ihrer Mitglieder nicht zuwiderl&#228;uft. Auch wird die GEMA Pilot-Projekte wie das der SACEM aufmerksam beobachten und ggf. gewonnene Erkenntnisse ber&#252;cksichtigen.“</p>
<p>Angesichts der bisherigen Praxis der GEMA bedeutet der Schlusssatz wohl leider, dass man gegegenenfalls gewonnene Erkenntnisse dazu nutzen wird, weiter zu untermauern, warum CC und GEMA einfach so gar nicht zusammengehen. Alles andere w&#228;re eine handfeste &#220;berraschung.<em></em></p>
<p><em>Dieser Text ist zuerst bei <a href="http://irights.info/?q=content/doppelt-%C3%BCberkreuz-die-gema-und-creative-commons">iRights.info</a> erschienen.</em>
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		<title>Die neue Pest: AGB</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Jun 2011 14:41:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt eine neue Pest, die sich analog und digital schnell verbreitet. Man nennt sie „Allgemeine Gesch&#228;ftsbedingungen“ (AGB).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><em></em></strong>AGB &#228;hneln den Beipackzetteln von Medikamenten. Wer sie liest, wird blass und nimmt das Medikament auf keinen Fall ein.</p>
<p>Also liest sie auch keiner. Egal, was man heutzutage tun muss &#8211; eine Software downloaden oder eine Versicherung abschlie&#223;en &#8211; zun&#228;chst wird man gen&#246;tigt, 30 winzig klein gedruckte Seiten AGB-Bestimmungen zu akzeptieren. Schon das Lesen solcher Bleiw&#252;sten w&#228;re ein Fulltimejob.</p>
<p>Die neue Pest hat auch die Vertragsbeziehungen zwischen den Autoren und den Verlagen (also zwischen Urhebern und Verwertern) <a href="http://frei.djv-online.de/nordkurier-urteil-geschaftsbedingungen-nach-djv-klage-jetzt-teilweise-untersagt/">vergiftet</a>. Reichte fr&#252;her eine m&#252;ndliche Vereinbarung am Telefon, so ist man heute gezwungen, ziegelsteindicke Kataloge zu unterschreiben &#8211; sonst bekommt man keinen Marktzutritt oder das vereinbarte Honorar wird bis zur Unterschrift zur&#252;ckgehalten. Wildwest-Manieren.</p>
<p>Deutschlands Medienpolitiker verschlie&#223;en vor dieser Entwicklung die Augen. Sie glauben, das Urheberrecht sei dazu da, die Urheber zu sch&#252;tzen. Selten so gelacht. <strong>Die Vertragswirklichkeit hat das Urheberrecht in eine Kapitulationserkl&#228;rung verwandelt.</strong> Die Verwerter <em>rauben</em> den Urhebern alle Rechte. G&#228;be es richtige <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Individualvereinbarung">Vertr&#228;ge</a>, so k&#246;nnten beide Seiten ihre Interessen einbringen, und keine Seite w&#228;re &#8220;unangemessen benachteiligt&#8221;. <strong>Bei den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Gesch&#228;ftsbedingungen">AGB</a> aber diktiert eine Seite die Bedingungen ganz allein. </strong></p>
<p>Die AGB der Verlage nennen sich meist <a href="http://www.freischreiber.de/home/es-ist-zeit-zu-widersprechen">„Rahmenvertr&#228;ge“</a>. In den vergangenen Jahren haben alle gro&#223;en Verlage damit <a href="http://www.freischreiber.de/home/was-google-mit-den-verlagen-macht-machen-die-verlage-mit-ihren-autoren">begonnen</a>, freien Autoren solche „Rahmenvertr&#228;ge“ unter die Nase zu <a href="http://www.freischreiber.de/sites/default/files/FAZ-Vertrag.pdf">halten</a>.</p>
<p>Ausgebuffte Profis gehen nat&#252;rlich ungeheuer souver&#228;n damit um. Sie behandeln die &#8220;Allgemeinen Gesch&#228;ftsbedingungen&#8221; wie Medikamenten-Beipackzettel: Sie nehmen ihren Inhalt nicht zur Kenntnis. Wird schon nichts passieren. Sie wollen kein Gezerre um Paragraphen und keine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Korinthenkacker">Korinthenkackerei</a>. Sie wollen „gute Geschichten schreiben“. Dass sich ihre <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Individualvereinbarung">Vertragsposition</a> durch solche &#8220;Rahmenbedingungen&#8221; immer weiter verschlechtert, merken sie nicht &#8211; bis sie eines Tages ein Problem haben. Aber dann ist es zu sp&#228;t.</p>
<p>Um den Lesern eine Vorstellung zu vermitteln, wie ein solcher „Rahmenvertrag“ aussieht, zitiere ich nachfolgend einen Auszug aus den AGB, die der Verlag <em>Gruner &amp; Jahr </em>an die freien Mitarbeiter seiner Wirtschaftsmedien (Capital, Impulse, FTD usw.) verschickt. Es handelt sich um &#8220;ganz normale&#8221; AGB, nicht um blanke <a href="http://www.mediafon.net/meldung_volltext.php3?id=4dce88135fbfc&amp;akt=news_recht&amp;view=&amp;lang=1&amp;view=&amp;si=4ddd618675413&amp;lang=1">Unversch&#228;mtheiten</a>, wie sie etwa das <em>Nordost-Mediahouse</em> vor einiger Zeit durchsetzen wollte.</p>
<p>Zwar <a href="http://www.freischreiber.de/home/der-neue-rahmenvertrag-der-zeit-ist-vom-tisch">scheitern</a> allzu <a href="http://www.djv.de/SingleNews.20+M5ee56f627fa.0.html">unversch&#228;mte</a> AGB meist vor den <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/gericht-kippt-springer-agb_100027097.html">Gerichten</a>, aber die Verlage probieren es immer wieder. Denn die Gerichte kassieren in der Regel nur einzelne Bestimmungen, der Rest bleibt unbeanstandet. So basteln sich die Verlagsjuristen mit Hilfe der Gerichte Schritt f&#252;r Schritt gerichtsfeste „Rahmenvertr&#228;ge“ zusammen, die nach au&#223;en &#8220;v&#246;llig normal&#8221; aussehen, den Urhebern aber praktisch <a href="http://frei.djv-online.de/gj-wirtschaftsmedien-rechtswidriger-vertrag-abgemahnt-verfugungsantrag-djv-geplant/">alle Rechte nehmen</a> (= total <a href="http://freelens.com/freelens-magazin-29/editorial-bye-buy-out">buy out</a>):</p>
<blockquote><p>„(2.1.) Der Vertrags<em>partner</em> (<em>sic!</em>) r&#228;umt den G+J Wirtschaftsmedien das r&#228;umlich, zeitlich und inhaltlich unbeschr&#228;nkte Recht ein, die Beitr&#228;ge im In- und Ausland auf s&#228;mtliche &#8211; auch im Zeitpunkt des Auftrags unbekannte &#8211; Nutzungsarten f&#252;r s&#228;mtliche Zwecke zu nutzen. Die G+J Wirtschaftsmedien haben insbesondere das Recht, die Beitr&#228;ge beliebig oft f&#252;r redaktionelle, werbliche und gewerbliche Zwecke in Printmedien (insbesondere Zeitungen, Zeitschriften, Sonderausgaben und Sonderdrucken der Beitr&#228;ge, Zeitungen und Zeitschriften, B&#252;chern und Kalendern), in (Lizenz- und Merchandising-)Produkten der G+J Wirtschaftsmedien, in Rundfunk, Film, Fernsehen, im Internet, in Mobilfunknetzen, anderen Datennetzen, auf Datentr&#228;gern und in jeglicher sonstiger digitaler Form (alle Speicher-, Tr&#228;ger- und &#220;bertragungstechniken und -ger&#228;te, z.B. als e-Paper, e-Magazine oder mobile Applikation) zu nutzen, die Beitr&#228;ge in Datenbanken zur Recherche und zum Download bereitzuhalten, zu digitalisieren, zu archivieren und in Pressespiegeln sowie in der &#214;ffentlichkeitsarbeit und Eigenwerbung f&#252;r die Medien und Produkte der G+J Wirtschaftsmedien zu nutzen. Die G+J Wirtschaftsmedien d&#252;rfen die Nutzungsrechte auf Dritte &#252;bertragen&#8230;</p>
<p>(3.1.) Mit der Zahlung des vereinbarten Honorars ist die beliebig h&#228;ufige Nutzung der Beitr&#228;ge im Sinne der Ziffer 2.1 f&#252;r Publikationen, Internetauftritte und alle sonstigen (Lizenz- und Merchandising-)Produkte der G+J Wirtschaftsmedien im In- und Ausland, gleichg&#252;ltig in welchen Medien sie erscheinen, die &#214;ffentlichkeitsarbeit und Werbung f&#252;r diese Medien und Produkte der G+J Wirtschaftsmedien, insbesondere im Handel und in allen Medien, die Nutzung durch Werbeagenturen und andere Dritte, die in diesem Zusammenhang f&#252;r die G+J Wirtschaftsmedien t&#228;tig sind, sowie die (dauerhafte) Nutzung in Archiven und in Pressespiegeln, die durch die G+J Wirtschaftsmedien oder in ihrem Auftrag von Dritten gef&#252;hrt werden, abgegolten&#8230;“</p></blockquote>
<p>Dieser Vertragstext geht nat&#252;rlich noch ellenlang so weiter. Denn Verlagsjuristen sind bei &#8220;Allgemeinen Gesch&#228;ftsbedingungen&#8221; mit Paragraphen &#228;u&#223;erst <a href="http://frei.djv-online.de/gj-wirtschaftsmedien-rechtswidriger-vertrag-abgemahnt-verfugungsantrag-djv-geplant/">spendabel</a>. Sie besagen: Du kleiner Piesepampel, du bist uns mit Haut und Haaren ausgeliefert. Friss oder stirb!</p>
<p><a href="http://www.wolfgangmichal.de/?p=329">Crosspost</a> von meinem Blog
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<a href="http://carta.info/40578/die-neue-pest-agb/">Die neue Pest: AGB</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/40578/die-neue-pest-agb/#comments">13 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=40578&amp;md5=e8e76e16a6af9d040f9fdfa0ab053ac6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Urheber sind wie Parmesan. Sie lassen sich gut zerreiben</title>
		<link>http://carta.info/40496/urheber-sind-wie-parmesan-sie-lassen-sich-gut-zerreiben/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 May 2011 17:11:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Regierungsgerede von „der notwendigen St&#228;rkung der Urheber“ besteht im Wesentlichen aus ideologischen Sprechblasen. Denn um die Urheber geht es bei der Reform des Urheberrechts am allerwenigsten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer bei <em>Facebook</em>, <em>YouTube</em> oder <em>Twitter</em> mitmischen will, muss lange und klitzeklein gedruckte „Allgemeine Gesch&#228;ftsbedingungen“ (AGB) akzeptieren. Auch wer Software herunter l&#228;dt, Versicherungen abschlie&#223;t, ein Konto er&#246;ffnet oder im Online-Shop einkauft, st&#246;&#223;t auf diese verdammten AGB. Akzeptiert man sie nicht, muss man leider drau&#223;en bleiben. Diese Prozedur sagt viel aus &#252;ber das Kr&#228;fteverh&#228;ltnis zwischen Anbietern und Nutzern. Ein User (von Portalen, Produkten und Lizenzen) ist ein klassischer <em>Verbraucher,</em> dem Verbraucher-Rechte meist nur im Ausnahmefall &#8211; und dann in hom&#246;opathischer Verd&#252;nnung &#8211; zugestanden werden.</p>
<p><strong>Inzwischen ist aber auch der Urheber zu einem ganz normalen Verbraucher geworden. </strong>Denn Verleiher, Verleger &amp; Veranstalter behandeln ihn wie einen klassischen User. Urheber k&#246;nnen nur in Ausnahmef&#228;llen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Individualvereinbarung">individuelle Vertr&#228;ge </a><em>aushandeln</em>, sie m&#252;ssen &#8211; wie alle Verbraucher &#8211; ellenlange „Allgemeine Gesch&#228;ftsbedingungen“ unterzeichnen, sonst bekommen sie keinen Zutritt zum Markt. Urhebern werden die Bedingungen f&#252;r den Marktzutritt inzwischen genau so <a href="http://www.freischreiber.de/home/auch-wir-k%C3%B6nnen-lobby-freischreiber-und-freelens-treffen-sich-mit-dem-bkm">einseitig </a><em>diktiert </em>wie den Usern. Und im Begriff des <em>user-generated content</em> kommt der fundamentale Wandel auch sprachlich zum Ausdruck. <strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Der politische Konflikt: Verwerter contra Verbraucher</em></strong></p>
<p>Seit vielen Jahren wird nun das Urheberrecht von den Lobbyisten &#8211; Korb f&#252;r Korb &#8211; zu Tode reformiert. Die Verwerter (auf der einen Seite) und die Nutzer (auf der anderen Seite) wollen das Urheberrecht in ihrem Sinne „weiter entwickeln“: Die Verwerter m&#246;chten es verwertungsfreundlicher gestalten, die Nutzer <a href="http://irights.info/blog/arbeit2.0/2011/05/13/neue-studie-verbraucherschutz-im-urheberrecht-gutachter-till-kreutzer-im-interview/">nutzerfreundlicher</a>. Beide Seiten formulieren ihre Anspr&#252;che mit unverhohlener Aggressivit&#228;t. Nur die Kr&#228;fte dazwischen, die Urheber, w&#252;rden am liebsten still sein und gar nichts reformieren. Tapfer halten sie an ihrer Gattungsbezeichnung fest. Und werden doch zerrieben wie ein St&#252;ck Parmesan: zwischen der m&#228;chtigen <a href="http://www.urheberrecht.org/news/4245/">Content-Industrie</a> und den sich allm&#228;hlich <a href="http://digitalegesellschaft.de/">formierenden</a> Verbraucher-Organisationen.</p>
<p>Wahrscheinlich begreifen die Urheber ihre Degradierung auch deshalb nicht, weil sie <span style="text-decoration: line-through;">von der herrschenden Kulturmafia</span> von den handelnden Personen des Kulturbetriebs kr&#228;ftig eingeseift werden.<strong> </strong>In zahllosen Sonntagsreden, auf zahllosen Symposien, aber auch in den Sprechblasen der Verbandsfunktion&#228;re wird ihnen weisgemacht, es ginge vor allem um sie &#8211; um die Urheber. Dabei geht es ausschlie&#223;lich um Verwerter und Nutzer.<strong> </strong>Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat dies bei einer Rede w&#228;hrend der <em>8.CDU-<a href="http://www.bundesregierung.de/nn_23376/Content/DE/Rede/2011/05/2011-05-24-neumann-medianight.html">MediaNight</a></em> auf den Punkt gebracht:<strong> </strong></p>
<blockquote><p>„Meine Damen und Herren, zu den Risiken der digitalen Entwicklung geh&#246;rt, dass der Schutz des geistigen Eigentums nicht gesichert ist&#8230; Ein Kernvorhaben mit Blick auf die Digitalisierung ist daher <em>die Reform des Urheberrechts</em>. Hierbei muss eines klar sein: Der Urheber bleibt Ausgangspunkt aller rechtlicher &#220;berlegungen. <strong>F&#252;r eine Neuformulierung des Schutzzwecks des Urheberrechts zugunsten der Nutzer besteht kein Anlass.</strong> <strong>Freier Zugang zu urheberrechtlich gesch&#252;tzten Werken kann im digitalen Zeitalter nicht auf Kosten der Kreativen erfolgen, indem das Urheberrecht in ein Verbraucherrecht umgedeutet wird</strong>.“</p></blockquote>
<p>Das Urheberrecht soll also um Gottes willen kein Verbraucherrecht werden, sondern Verwerterrecht bleiben. Denn eine Ausdehnung der Nutzerrechte w&#252;rde logischerweise zu einer Einschr&#228;nkung der Verwerterrechte f&#252;hren. <strong>Das ist der zentrale Konflikt bei der aktuellen Debatte ums Urheberrecht. </strong>Um die Urheber geht es am allerwenigsten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Eigentliches Thema der Urheber w&#228;re ein besseres Urhebervertragsrecht</em></strong></p>
<p>Nun k&#246;nnte man einwenden, die Urheber seien von Neumann doch ausdr&#252;cklich erw&#228;hnt worden &#8211; als „Ausgangspunkt aller rechtlichen &#220;berlegungen“! Der Kulturstaatsminister habe in seiner Rede nur das wiederholt, was Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger schon in ihrer <a href="http://carta.info/28969/dokumentation-berliner-rede-zum-urheberrecht-von-sabine-leutheusser-schnarrenberger/">Grundsatzrede</a> zum Urheberrecht im Juni 2010 formuliert hat.</p>
<p>Doch von Urhebern oder Kreativen wird in all den Reden nur deshalb gesprochen, weil sich die Verwerter l&#228;ngst in die Rolle der Urheber hineingedr&#228;ngt haben. Sie haben die Urheberrechte annektiert &#8211; per AGB. Auch die Debatte zum Leistungsschutzrecht verr&#228;t ja, wie sehr sich die Verwerter heute als die wahren Kreativen verstehen.</p>
<p>Der alte Urheber wurde auf der K&#228;sereibe zerbr&#246;selt. Seine wichtigsten Rechte haben sich die Verwerter einverleibt, die Reste sind &#8211; per AGB-Diktat &#8211; auf das niedrige Niveau von Verbraucherrechten abgesenkt worden.</p>
<p>Bleibt die Frage, wie lange es dauert, bis die einstigen Urheber (und ihre <a href="http://www.urheber.info/Neue_Dateien/Initiative%20Pressemitteilung17_06_10.pdf">Organisationen</a>!) begreifen, dass das grottenschlechte <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Urhebervertragsrecht">Urhebervertragsrecht</a></em> der entscheidende Knackpunkt ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Crosspost von meinem <a href="http://www.wolfgangmichal.de/?p=504">Blog</a></em>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/40496/urheber-sind-wie-parmesan-sie-lassen-sich-gut-zerreiben/">Urheber sind wie Parmesan. Sie lassen sich gut zerreiben</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/40496/urheber-sind-wie-parmesan-sie-lassen-sich-gut-zerreiben/#comments">27 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=40496&amp;md5=ab856f9dca401cbf48e20327d1759339" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Haste ma ne Kulturwertmark?</title>
		<link>http://carta.info/40027/haste-ma-ne-kulturwertmark/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 11:20:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Chaos Computer Club m&#246;chte die Debatte zwischen Urhebern, Verwertern und Internet-Nutzern neu beleben. Mit einem revolution&#228;ren Konzept in Gestalt einer Verwaltungsreform. Das Echo ist bislang eher verhalten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich das Wort „Kulturwertmark“ das erste Mal h&#246;rte, musste ich sofort an das Foto denken, das der Sprecher des <em>Chaos Computer Clubs</em>, Frank Rieger, gern beim Twittern verwendet. Es wirkt sehr deutsch und ungeheuer markig. Aber mit <a href="http://digitalegesellschaft.de/">Namensgebungen</a> hatte das Netz zuletzt ja sowieso Probleme.</p>
<p>Deutsch wirkt auf mich auch <a href="http://ccc.de/system/uploads/65/original/kulturwertmark-neu.pdf">das Konzept</a>, das der <em>Chaos Computer Club</em> (der sich selbst wahrscheinlich nie freiwillig in „Rechenmaschine Reichs Ordnung“ umbenennen w&#252;rde) zur Neubelebung einer alten Debatte vorgelegt hat: Wie k&#246;nnen die berechtigten (&#220;berlebens-)Interessen der Kreativen und die kulturellen Interessen der Netznutzer so aufeinander abgestimmt werden, dass beide Seiten gut damit leben k&#246;nnen? Wie k&#246;nnte eine Kooperation in der digitalen Praxis aussehen?</p>
<p>Da die Idee der Kulturflatrate seit einiger Zeit im Sch&#252;tzengraben  feststeckt, weil die Gegner a) gut organisiert und b) hochgradig  abwehrbereit sind, wollte der CCC die verh&#228;rteten Fronten etwas lockern.  Denn schlie&#223;lich geht es…</p>
<blockquote><p><em>„…um den Erhalt einer breiten, bunten, sch&#246;pferischen  Kulturlandschaft mit m&#246;glichst gro&#223;er Vielfalt. Und es geht um den  m&#246;glichst niederschwelligen, f&#252;r alle erschwinglichen Zugang zu den  Werken, die in dieser Landschaft erbl&#252;hen (sic!).“</em></p></blockquote>
<p>Aus diesem Grund wurde im CCC „seit Sommer 2009 ein Vorschlag  debattiert, wie ein vollst&#228;ndig neuer Ansatz aussehen k&#246;nnte.“ Ein  Ansatz, der die Lage aus einem anderen Blickwinkel betrachtet als das  gew&#246;hnlich die Verwerter und Urheber tun. Dem CCC ging es ganz klar um  die Nutzerperspektive.</p>
<p>Neu am CCC-Konzept ist deshalb vor allem das Ziel. Der Club m&#246;chte  den Anteil des Gemeineigentums an der Kultur (die Allmende) stark  ausweiten. Denn f&#252;r viele Netz-Nutzer ist es eine &#228;rgerliche  Hemmschwelle, st&#228;ndig auf irgendwelche urheberrechtlichen  Verbotsschilder zu sto&#223;en. Gut aufbereitetes Wissen und kulturelle  Leistungen sollten deshalb so rasch wie m&#246;glich in den Besitz der  Gemeinschaft &#252;bergehen. Ein veralteter (geistiger) Eigentumsbegriff  verhindere die Entfaltung der postindustriellen Gesellschaft.</p>
<div id="attachment_40079" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/05/kulturwertmark.jpg"><img class="size-medium wp-image-40079" title="kulturwertmark" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/05/kulturwertmark-300x195.jpg" alt="" width="300" height="195" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Dass der CCC wegen seines (sozialistischen) Vorschlags nicht sofort in der Luft zerrissen wurde, liegt wohl allein daran, dass man dieser altehrw&#252;rdigen Institution im Netz wie in der FAZ geh&#246;rigen Respekt entgegenbringt.&quot;</p></div>
<p>Um das Ziel einer Vergr&#246;&#223;erung der Allmende zu erreichen, sind  beachtliche finanzielle und organisatorische Mittel n&#246;tig. Der CCC  st&#252;tzt sich dabei im Gro&#223;en und Ganzen auf &#220;berlegungen, die schon vor  vielen Jahren diskutiert worden sind oder – unter anderen Namen – l&#228;ngst  existieren. Der CCC hat sie lediglich neu abgemischt (Remix).</p>
<p>Sein „Kulturwertmark“-Modell basiert – grob gesagt – auf der  Verzahnung der Kulturflatrate (einer der Rundfunkgeb&#252;hr &#228;hnlichen  Abgabe) mit dem Micropayment-Bezahlmodell flattr, das die Verteilung der  eingezahlten Summen den Nutzern &#252;berl&#228;sst.</p>
<p>Internetnutzer sollen k&#252;nftig also eine Abgabe von (zun&#228;chst) 5 Euro im Monat bezahlen. Daf&#252;r erhalten sie in gleicher H&#246;he <em>Wertmarken</em>,  die sie – nach Belieben – auf die Netzinhalte „kleben“ k&#246;nnen, die  ihnen gefallen. Nach Ablauf eines Monats/eines Quartals erhalten die  Sch&#246;pfer der genutzten und „geflatterten“ Werke die ihnen durch  Wertmarken zugewiesenen „Honorare“.</p>
<p>So weit nichts Neues. Eine Abgabe auf Breitbandanschl&#252;sse habe ich schon 2008 <a href="../../3260/flatrate-journalismus/">vorgeschlagen</a> (und andere vermutlich noch fr&#252;her). Aber auch das flattr-Modell wurde  nicht vom CCC erdacht – obwohl der Club in seinem Konzeptpapier diesen  Anschein mit einem Verweis auf fr&#252;here “Trinkgeld-Ideen” erwecken  m&#246;chte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Die allm&#228;hliche Einf&#252;hrung der Gemeinwirtschaft per Ratenzahlung</strong></em></p>
<p>Nun zum eigentlich Revolution&#228;ren: Das Grundst&#252;rzende am CCC-Konzept  ist, dass die durch die Wertmarkenvergabe erzielten „Honorare“ nach oben  gedeckelt werden sollen. Ist eine festgelegte Summe erreicht, steht das  Werk ab sofort allen Nutzern frei zur Verf&#252;gung.</p>
<blockquote><p><em>„Wird ein zuvor festgelegter Schwellwert erreicht,  fallen die Verwertungsrechte f&#252;r das Werk automatisch in den Besitz der  &#214;ffentlichkeit und stehen fortan unter einer freien Lizenz.“</em></p></blockquote>
<p>Das ist ein faszinierender (genossenschaftlicher) Gedanke: Die  allm&#228;hliche Einf&#252;hrung der Gemeinwirtschaft per Ratenzahlung. Doch  leider verliert der Gedanke ein wenig von seinem anf&#228;nglichen Zauber,  wenn man die beigef&#252;gten Durchf&#252;hrungsbestimmungen liest. Denn aus der  Idee ergeben sich zwangsl&#228;ufig praktische Fragen: Wer sammelt die  Geb&#252;hren ein? Wer gibt die Wertmarken aus? Wer wickelt die  Aussch&#252;ttungen an die K&#252;nstler ab? Wer legt die Obergrenzen f&#252;r die  Honorare fest? Wer beschlie&#223;t die Quoten? Wer sitzt in welchen Gremien?  Und: Wann ist ein K&#252;nstler &#252;berhaupt wahrnehmungsberechtigt?</p>
<p>Zwar lehnt der CCC das existierende Konzept der Tantiemen-Aussch&#252;ttung durch so genannte <em>Verwertungsgesellschaften</em> ab und bezeichnet diese als „gescheitert und verharzt“, aber seine  eigene Alternative sieht nicht viel anders aus. Nur hei&#223;t die  Institution, die k&#252;nftig alles regeln soll, nicht  Verwertungsgesellschaft, sondern Stiftung! In ihr sollen nicht nur die  Urheber, sondern auch die Nutzer vertreten sein. Der CCC setzt dabei auf  eine <em>&#246;ffentlich-rechtliche</em>, parit&#228;tisch von Nutzern und Kreativen besetzte Stiftung, deren Gremien gew&#228;hlt werden:</p>
<blockquote><p><em>„Wir schlagen vor, das System als eine vom Staat  initial finanzierte, aber vollst&#228;ndig unabh&#228;ngige Stiftung zu  realisieren, die von den L&#228;ndern Hilfe beim Erheben der Beitr&#228;ge  erh&#228;lt…“</em></p>
<p><em>„Die Stiftung muss finanziell so ausgestattet werden, dass sie  den fortlaufenden Betrieb inklusive aller notwendigen Organe (wie  Schiedsgerichte, Softwareentwicklung, technischer Betrieb etc.) aus den  Stiftungsertr&#228;gen bestreiten kann.“</em></p></blockquote>
<p>2008 hatte ich die Errichtung einer „Internet-Anstalt &#246;ffentlichen Rechts“ in die Debatte <a href="../../3260/flatrate-journalismus/">geworfen</a>,  mir aber damals prompt die Finger bei den vielen neoliberalen  Anarchisten im Netz verbrannt. Denn alles, was auch nur entfernt an ARD,  ZDF oder GEZ erinnert, gilt in gewissen Kreisen als Achse des B&#246;sen.  Deshalb wirkt der Vorschlag einer neutralen Stiftung viel besser. Aber  eine Stiftung, deren Betrieb vom Staat gew&#228;hrleistet wird, kommt – Hand  aufs Herz – einer „Anstalt des &#246;ffentlichen Rechts“ doch wieder recht  nahe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Vielleicht w&#228;re die Reform der Verwertungsgesellschaften ein erster Schritt</strong></em></p>
<p>Dass der CCC wegen seines (sozialistischen) Vorschlags <a href="http://www.schockwellenreiter.de/blog/2011/04/26/kultur-geflattrt/">nicht</a> sofort in der Luft zerrissen wurde, liegt wohl allein daran, dass man dieser altehrw&#252;rdigen Institution (im <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/CCC-Kulturwertmark-zur-Entlohnung-Kreativer-1232545.html">Netz</a> wie in der <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc%7EE2063D438A336434FBE8D48129A3F4D3E%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">FAZ</a>) geh&#246;rigen Respekt entgegenbringt.</p>
<p>Je mehr man aber ins Detail geht, desto schwieriger wird es. Denn  hier zeigt sich eine rein quantitative Kultur-Auffassung. Wer in den  vergangenen Jahren miterlebt hat, wie schwer es schon Zeitungsverlegern  und Journalisten-Gewerkschaften fiel, bei der Aushandlung „angemessener“  Verg&#252;tungsregeln sinnvolle Text- und Bewertungs-Kategorien f&#252;r alle  erdenklichen Inhalte festzulegen, kann sich vorstellen, wie unermesslich  die Aufgabe ist, die auf eine „Kulturwertmark-Stiftung“ hereinbr&#228;che.</p>
<p>Die K&#252;nstler sollen, laut CCC, ihre Werke zun&#228;chst in einem  Online-Verfahren bei der Stiftung registrieren lassen, nat&#252;rlich mit  Hilfe eines „niederschwelligen Meldesystems“. Als freier Journalist wei&#223;  ich allerdings, wie „niederschwellig“ schon das Online-Meldesystem der  „Verwertungsgesellschaft Wort“ ist: der reinste Horror. Aber lesen wir  weiter im CCC-Konzept:</p>
<blockquote><p><em>„Von jedem Werk ist bei Einreichung eine digitale  Kopie bei der Stiftung in einem unverschl&#252;sselten, DRM-freien Format  entsprechend den Vorgaben der Satzung zu hinterlegen…“</em></p></blockquote>
<p>Problematisch (um nicht zu sagen nordkoreanisch) wird das CCC-Modell  vor allem dann, wenn es um die Festlegung von Honorar-Obergrenzen f&#252;r  unterschiedliche Kunstwerke, die Quotierung bestimmter Inhalte oder den  abrupten &#220;bergang in die Gemeinfreiheit geht. Bei der Festlegung z.B.  von Obergrenzen bietet das CCC-Modell zwei M&#246;glichkeiten:</p>
<blockquote><p><em>„Die erste ist eine generelle Festlegung etwa je nach  Umfang des Werks, seiner Sch&#246;pfungsh&#246;he und dem zur Erstellung n&#246;tigen  Aufwand. Die zweite ist, den K&#252;nstler die H&#246;he selbst festlegen zu  lassen.“ </em></p></blockquote>
<p>Allerdings w&#252;rde die Stiftung eingreifen, wenn abzusehen ist, dass  der K&#252;nstler durch „unrealistisch hohe Schwellwerte“ den &#220;bergang seiner  Werke in die Allmende verhindern will. Eine Kommission k&#246;nnte dann  festlegen, wie teuer das Kunstwerk maximal sein darf. Und nach f&#252;nf  Jahren ist sowieso Zapfenstreich. Dann geht…</p>
<blockquote><p><em>„…automatisch jedes Werk in die Allmende &#252;ber, unabh&#228;ngig von den bis dahin aufgelaufenen Zahlungen.“</em></p></blockquote>
<p>Die Verwaltung des neuen Gemeineigentums soll im &#220;brigen die  „Deutsche Zentralbibliothek“ &#252;bernehmen (wer immer das sein mag). Doch  selbst an die analoge Welt ist schon gedacht:</p>
<blockquote><p><em>„Physische Werke (Plastiken, Bilder etc.) kommen in  einen Kunstwerke-Pool, aus dem sich die deutschen Museen f&#252;r  Ausstellungen bedienen k&#246;nnen.“ </em></p></blockquote>
<p>An dieser Stelle hatte ich kurzfristig Zweifel: Ist es vielleicht  doch eine Satire!? Nein, der CCC meint es ernst. Der Club pl&#228;diert sogar  f&#252;r eine Wertmarken-Quotierung nach bestimmten Sparten…</p>
<blockquote><p><em>„…so dass etwa nur 20 Prozent der Punkte in der Sparte Popmusik vergeben werden k&#246;nnen.“</em></p></blockquote>
<p>Vieles, was ich im Konzept lese, existiert so oder so &#228;hnlich bereits  bei den Verwertungsgesellschaften (und wird im Netz entsprechend  verh&#246;hnt). Vielleicht sollte man sich also die Praxis in den  Verwertungsgesellschaften erst einmal genauer anschauen. Vielleicht  w&#252;rde es ausreichen, diese Gesellschaften entsprechend zu reformieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>So viel Regelungswut h&#228;tte man dem CCC gar nicht zugetraut</strong></em></p>
<p>Das Konzept des Clubs ist gut gemeint und reinen Herzens geschrieben.  Aber ich kann mir das Gerangel und Gefeilsche in der geplanten  Superstiftung schon jetzt lebhaft vorstellen. Ein Abspecken der  Allzust&#228;ndigkeit w&#252;rde dem Konzept vielleicht gut tun. Auch eine  Dezentralisierung. Sonst ist die Superstiftung am Ende noch  intransparenter als das Gros der Verwertungsgesellschaften.</p>
<p>Als „Gegenleistung“ (f&#252;r was eigentlich?) m&#246;chte der <em>Chaos Computer Club </em>das  Urheberrecht im Sinne der Nutzer novelliert sehen. Das hei&#223;t, er m&#246;chte  eine „deutliche Verk&#252;rzung der Schutzfristen“ f&#252;r die Werke von  K&#252;nstlern und eine Beschr&#228;nkung der straf- und zivilrechtlichen  Verfolgung von Filesharing auf jene Verst&#246;&#223;e, „die zum Zwecke der  profitorientierten Gewinnerzielung erfolgen.“</p>
<p>Diesen beiden letztgenannten Punkten kann ich voll zustimmen. Aber  vieles, was zwischen dem hehren Ziel der Allmende und der Reform des  Urheberrechts an b&#252;rokratischer Regelungswut aufblitzt, muss noch  genauer durchdacht werden. Und ein Letztes: Wer kulturelle Leistungen  derart umfassend bewerten, katalogisieren und zuordnen m&#246;chte, soll  bitte kein b&#246;ses Wort mehr &#252;ber die GEMA verlieren.</p>
<p><em> </em></p>
<p><em>P.S. Sollten Sie diesen Beitrag informativ finden, dann dr&#252;cken Sie doch bitte den gr&#252;nen Bezahlwertknopf.</em></p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>Crosspost von <a href="http://www.wolfgangmichal.de/?p=293">Wolfgang Michals Blog</a>.<br />
</em></p>
<p>&nbsp;
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Netzfilter gegen Urheberrechtsverst&#246;&#223;e w&#228;ren v&#246;llig unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ig&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Feb 2011 20:50:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helmut Hartung</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=37712</guid>
		<description><![CDATA[Filter, Warnhinweise, Sperren? Die Ideen der Medienwirtschaft zur forcierteren Durchsetzung des Urheberrechts im Internet sind vielf&#228;ltig. Die Provider halten die meisten Ans&#228;tze davon jedoch f&#252;r "unzul&#228;ssig" - alleinfalls allgemeine Warnhinweise seien denkbar, wie Oliver S&#252;me vom Providerverband "eco" im Interview erkl&#228;rt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Herr Süme, ist es eigentlich technisch m&#246;glich den Internetverkehr fl&#228;chendeckend zu filtern?</em></p>
<div id="attachment_37715" class="wp-caption alignleft" style="width: 144px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/02/Bildschirmfoto-2011-02-02-um-21.34.06.png"><img class="size-full wp-image-37715" title="Bildschirmfoto 2011-02-02 um 21.34.06" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/02/Bildschirmfoto-2011-02-02-um-21.34.06.png" alt="" width="134" height="178" /></a><p class="wp-caption-text">Oliver S&#252;me, stellv. Vorstandsvorsitzender des eco - Verband der deutschen Internetwirtschaft, Ressort Recht und Regulierung </p></div>
<p>Oliver S&#252;me (<a href="http://www.eco.de/profile/profil_osueme.htm">Bio</a>): Im Bereich des Hosting werden von Providern teilweise Technologien eingesetzt, die das Erkennen bestimmter Inhalte auf den Servern erm&#246;glichen. So k&#246;nnen z.B. illegale Film- und Musikdateien erkannt und entfernt werden, entsprechende Vereinbarungen dazu zwischen Host-Providern und Rechteinhabern existieren bereits.</p>
<p>Anders verh&#228;lt es sich, wenn auf Leitungsebene Filtertechnologien eingesetzt werden sollen, um bestimmte Datenpakete zu erkennen. Hier gibt es theoretisch unterschiedliche Ans&#228;tze, die jedoch sowohl wegen ihrer technischen Auswirkungen auf die Netzinfrastruktur der Provider als auch aus grunds&#228;tzlichen rechtlichen Erw&#228;gungen heraus sehr problematisch sind.</p>
<p><em>Solche Verfahren sollen bereits bei Bek&#228;mpfung Rechtsextremismus genutzt werden?</em></p>
<p>Nein, das ist nicht der Fall, das w&#228;re auch kein taugliches Mittel. Denn eine effektive Bek&#228;mpfung jeder Form von rechtswidrigen Inhalten muss zum Ziel haben, den Inhalt vom Ursprungsserver zu entfernen. Beim Filtern wie auch beim Versuch des Blockings auf Leitungs- bzw. Netzebene sind die Inhalte nicht nur weiter verfügbar,<br />
sondern auch über andere Netzverbindungen weiter erreichbar.</p>
<p><em>Warum setzen die Provider Filtertechnik nicht bei Online-Piraterie ein, wenn es technisch m&#246;glich ist?</em></p>
<p>Filterma&#223;nahmen auf Netzebene würden einen Eingriff in Kommunikationsinfrastrukturen der Provider bedeuten. Die Technik für solche Ma&#223;nahmen k&#246;nnte man theoretisch auch zum Erkennen bestimmter Datenpakete installieren. <strong>Dies würde aber voraussetzen, den gesamten Datenverkehr zu filtern</strong>. Solche Ma&#223;nahmen k&#246;nnen<br />
erhebliche negative Auswirkungen auf die Leistungsf&#228;higkeit der Internetverbindungen haben und die Stabilit&#228;t der Internetinfrastruktur gef&#228;hrden.</p>
<p>Darüber hinaus unterliegen derartige Techniken zu Recht strengsten gesetzlichen Ausnahmetatbest&#228;nden, da hier in das Fernmeldegeheimnis eingegriffen<br />
würde. <strong>Die &#220;berwachung potentieller Urheberrechtsverst&#246;&#223;e mit solchen Technologien w&#228;re daher v&#246;llig unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ig</strong>.</p>
<p><em>Mit welchem wirtschaftlichen Aufwand w&#228;re der Einsatz von Filtern verbunden?</em></p>
<p>Wir haben darüber keine Erhebungen vorgenommen, dazu besteht wegen der grundlegenden Bedenken derzeit auch kein Anlass. In Deutschland gibt es neben einigen gro&#223;en Providern mehr als 5000 kleine und mittelst&#228;ndische Access-Provider, die ebenfalls Teil unserer Netzinfrastruktur sind. Unabh&#228;ngig von den Investitions- und Betriebskosten der Branche besteht insbesondere das Risiko, durch den Einsatz von Filtertechnologien diese Infrastruktur zu gef&#228;hrden &#8211; dies ist im Zweifel das h&#246;here, gesamtwirtschaftliche Risiko.</p>
<p>Es existiert der Vorschlag, bei Urheberrechtsverletzungen Warnhinweise zu versenden. Was halten Sie davon?</p>
<p>Dieses Modell wird derzeit auch in einer vom Bundeswirtschaftsministerium initiierten Dialogrunde zwischen Providern und Rechteinhabern als ein Teil m&#246;glicher Ma&#223;nahmen diskutiert. Daneben wird insbesondere über M&#246;glichkeiten gesprochen, legale Downloadangebote weiter auszubauen und Nutzeraufkl&#228;rung zu betreiben, insbesondere mit Blick auf Kinder und Jugendliche.</p>
<p>W&#228;hrend bei diesen Ma&#223;nahmen durchaus gemeinsame Ans&#228;tze von Providern und Rechteinhabern m&#246;glich scheinen, bestehen bezüglich der sogenannten<br />
„Warnhinweise“ unterschiedliche Auffassungen. <strong>Aus Providersicht k&#246;nnen wir keinesfalls Ma&#223;nahmen ergreifen, die einen Zugriff auf personenbezogene Daten von Kunden erforderlich machen</strong>.</p>
<p>Dies w&#228;re aber gerade der Fall, wenn der Provider die von einem Rechteinhaber mitgeteilte IP-Adresse und den „Zeitstempel“ mit den Daten seines Kunden zusammenbringen muss, um diesem Kunden einen Warnhinweis zu senden. <strong>Dieser Vorgang w&#228;re daher datenschutzrechtlich unzul&#228;ssig</strong>.</p>
<p>Zudem w&#228;re der Provider hier zwangsl&#228;ufig in einer Richterrolle: Er muss entscheiden, ob ihm die Information über eine angebliche Rechtsverletzung ausreicht und<br />
wei&#223; dabei nicht einmal, ob sein Kunde tats&#228;chlich der Rechtsverletzer ist, oder andere Personen, die den Internetzugang seines Kunden berechtigt oder unberechtigt genutzt haben. <strong>Eine derartige Privatisierung der Rechtsdurchsetzung kann nicht die L&#246;sung sein</strong>.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund w&#228;re allenfalls der Versand von Hinweisen diskutabel, die sich an alle Kunden eines Providers richten, ohne dass ein konkreter Anlass für eine individuelle Rechtsverletzung besteht.</p>
<p><em>Wie erfolgreich kann ein L&#246;schen bei Providern au&#223;erhalb Deutschlands veranlasst werden?</em></p>
<p>Wir haben hier im Jahr 2010 im Zusammenhang mit der Bek&#228;mpfung der Darstellung von Kinderpornografie im Internet ausgezeichnete Erfahrungen gemacht. Insbesondere in den Schwerpunktl&#228;ndern Russland und USA wird von den Providern nach Hinweisen unserer Beschwerdestellenmitarbeiter auf Kinderpornografie unverzüglich die L&#246;schung veranlasst. &#220;ber 80 Prozent der Inhalte werden so binnen einer Woche gel&#246;scht, der Rest innerhalb weiterer zwei Wochen.</p>
<p>Dies k&#246;nnen wir noch weiter optimieren, wenn alle L&#228;nder hier so erfolgreich arbeiten wie wir in Deutschland, wo s&#228;mtliche derartige Inhalte in der Regel binnen weniger Stunden gel&#246;scht werden k&#246;nnen. Auch die amerikanische Beschwerdestelle schafft es mittlerweile, s&#228;mtliche gemeldeten Inhalte innerhalb von ca. 2 Tagen zu l&#246;schen.</p>
<p><em>Wenn nicht gel&#246;scht werden kann, ist dann Sperren nicht besser als gar nichts?</em></p>
<p>Das ist ein immer wieder zu h&#246;rendes Argument, das jedoch v&#246;llig falsch ist. Denn Sperrungen bewirken nicht nur nichts. Sie sind sogar kontraproduktiv, wie die Erfahrungen in anderen L&#228;ndern zeigen. Laut einer Stellungnahme des Bundeskriminalamtes unterrichten beispielsweise die Beh&#246;rden in D&#228;nemark und Norwegen die Staaten, in denen die festgestellten kinderpornografischen Angebote gehostet werden, gar nicht mehr.</p>
<p>Es wird dort also seit dem Aufbau einer Sperrinfrastruktur nicht einmal mehr der Versuch unternommen, die Inhalte auch zu entfernen. Dies ist aber der effektivere Ansatz und er funktioniert auch im Ausland, wie unsere Erfahrungen zeigen.</p>
<p>Im &#220;brigen zeigen die Erfahrungen in L&#228;ndern mit Sperrinfrastruktur auch, dass die Sperrlisten oft gehackt und ver&#246;ffentlicht werden und damit quasi noch als Telefonbuch für P&#228;dophile und Sexualstraft&#228;ter dienen. Diese Problematik wird in Zeiten von Wikileaks noch zunehmen. Sperren ist daher auf keinen Fall eine Alternative.</p>
<p><em>Dieses Interview erschien zuerst im medienpolitischen Fachmagazin Promedia (2/2011). &#220;bernahme mit freundlicher Zustimmung von Helmut Hartung und Promedia. Eine Probeabo von Promedia kann <a href="http://www.promedia-berlin.de/probeabo/">hier bestellt werden</a>.</em></p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/02/Bildschirmfoto-2011-02-01-um-18.41.171.png"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-37716" title="Bildschirmfoto 2011-02-01 um 18.41.17" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/02/Bildschirmfoto-2011-02-01-um-18.41.171-86x120.png" alt="" width="86" height="120" /></a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/37712/netzfilter-gegen-urheberrechtsverstoesse-waeren-voellig-unverhaeltnismaessig/">&#8220;Netzfilter gegen Urheberrechtsverst&#246;&#223;e w&#228;ren v&#246;llig unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ig&#8221;</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/37712/netzfilter-gegen-urheberrechtsverstoesse-waeren-voellig-unverhaeltnismaessig/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37712&amp;md5=624d5678a0873db597740b3d41793cad" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Offener Brief von Frank Werneke – oder: die begrenzte Einsichtsf&#228;higkeit gro&#223;er Organisationen</title>
		<link>http://carta.info/36502/offener-brief-von-frank-werneke-oder-die-begrenzte-einsichtsfaehigkeit-grosser-organisationen/</link>
		<comments>http://carta.info/36502/offener-brief-von-frank-werneke-oder-die-begrenzte-einsichtsfaehigkeit-grosser-organisationen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 12:06:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Spielkamp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Werneke]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzensur]]></category>
		<category><![CDATA[Netzsperren]]></category>
		<category><![CDATA[Netztregulierung]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[ver.di]]></category>

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		<description><![CDATA[Verdi-Vize Frank Werneke verteidigt in einem offenen Brief das Positionspapier der Gewerkschaft zum Urheberrecht und Netzsperren. Mauert sich Verdi zunehmend ein?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e4b3453c3f1e479bb7bcc067105de24b" alt="" width="1" height="1" />Verdi-Vize Frank Werneke hat einen offenen Brief geschrieben, der in der <a href="http://mmm.verdi.de/archiv/2010/12/debatte-urheberrecht-offener-brief-von-frank-werneke">M ver&#246;ffentlicht wurde</a> (und &#8220;auch ins Netz gestellt&#8221;, wie die Website freudig vermeldet &#8211; total digital, die KollegInnen). In ihm verteidigt er das <strong>uns&#228;gliche Positionspapier</strong> <a href="https://medien-kunst-industrie.verdi.de/medien/data/ver.di-Bundesvorstand-Positionspapier-zum-Urheberrecht-7-Seiten.pdf">Internet und Digitalisierung – Herausforderungen f&#252;r die Zukunft des Urheberrechts</a> (PDF, 120 kb) seiner Gewerkschaft, das er pers&#246;nlich durchgewunken hat.</p>
<p>Werneke schreibt</p>
<blockquote><p>Die teilweise – bewusst oder unbewusst – falsche Berichterstattung in einigen Blogs verf&#228;lscht und verzerrt die Aussagen des Beschlusses. Dabei wird z.T. ver.di in N&#228;he von Zensurbef&#252;rwortern ger&#252;ckt.</p></blockquote>
<p>Das Problem ist und bleibt nicht die <strong>Berichterstattung</strong> (die nur aus Verdis Sicht falsch ist), sondern die beharrliche Weigerung der Verdi-Veratwortlichen, zur Kenntnis zu nehmen, <strong>dass Warnhinweise nur zum Preis der &#220;berwachung des Internet-Datenverkehrs zu haben sind</strong>. Daher ist es v&#246;llig <strong>gleichg&#252;ltig</strong>, wenn Werneke schreibt: &#8220;Die Wahrung und Sicherung einer freien Kommunikation und Information ist f&#252;r ver.di essentiell wichtig&#8221; &#8211; solange Verdi <strong>nicht von der Forderung nach Warnhinweisen abr&#252;ckt</strong>. Es gibt auch hier kein &#8220;wasch mir den Pelz (Warnhinweise), aber mach mich nicht nass (keine &#220;berwachung)&#8221;, und den Boten zu pr&#252;geln, hat in der Sache noch nie etwas gen&#252;tzt (wohl aber beim Ziel des pers&#246;nlichen Machterhalts).</p>
<p>So lange bei Verdi <strong>nicht die technische Kompetenz vorhanden</strong> ist, das zu verstehen, bleibt eine Auseinandersetzung zu dem Thema aussichtslos. Siehe dazu auch die entsprechende Berichterstattung bei iRights.info <a href="http://irights.info/?q=content/denn-sie-wissen-nicht-was-sie-fordern">Denn sie wissen nicht, was sie fordern</a> und meinen Netzkommentar <a href="http://wissen.dradio.de/netzkommentar-verdis-digitale-welt.85.de.html?dram:article_id=6494&amp;sid=&amp;random=a59376">Verdis digitale Welt</a>.</p>
<p>Weiterhin hat Werneke die <strong>Frechheit</strong> zu wiederholen, das Positionspapier sei in einem <strong>transparenten Verfahren</strong> zustande gekommen:</p>
<blockquote><p>Bei diesem Positionspapier handelt es sich auch nicht um einen Schnellschuss, sondern um das Ergebnis intensiver Arbeit und Diskussion – zwischen den betroffenen Fachbereichen in der ver.di und in den betroffenen Gremien. Auch in das Mitgliedernetz von ver.di wurde das Papier zur Diskussion eingestellt. Jede und jeder, der sich zu dem Beschluss &#228;u&#223;ern wollte, konnte dies also tun. Viele haben davon Gebrauch gemacht. Viele Inhalte dieser Stellungnahmen sind auch in die &#220;berarbeitungen eingeflossen.</p></blockquote>
<p>Dass das eine <strong>Verzerrung des tats&#228;chlichen Ablaufs</strong> ist, ist in meinem Blog ausf&#252;hrlich &#8211; und transparent &#8211; dokumentiert:</p>
<ul>
<li><a href="http://immateriblog.de/urheberrecht/unwetterwarnungen-bei-shitstorm-gefahr-andrea-kamphuis-zum-verdi-positionspapier-zum-urheberrecht/">Unwetterwarnungen bei Shitstorm-Gefahr: Andrea Kamphuis zum Verdi-Positionspapier zum Urheberrecht</a></li>
<li><a href="http://immateriblog.de/in-eigener-sache/kolleginnen-eure-ansichten-sind-uns-egal-oder-wie-bei-ver-di-eine-monatelange-intensive-diskussion-aussieht/">KollegInnen, Eure Ansichten sind uns egal – oder: Wie bei ver.di eine “monatelange intensive Diskussion” aussieht</a></li>
<li><a href="http://immateriblog.de/in-eigener-sache/kolleginnen-macht-die-augen-auf-zum-verdi-positionspapier-zum-urheberrecht/">KollegInnen, macht die Augen auf! Zum Verdi-Positionspapier zum Urheberrecht</a></li>
</ul>
<p>Ganz abgesehen von den <strong>vertraulichen Gespr&#228;chen mit Verdi-Mitgliedern</strong>, die mich darauf aufmerksam gemacht haben, wie <strong>hermetisch und intransparent</strong> innerhalb der Gewerkschaft daf&#252;r gesorgt wurde, dass das Papier in dieser Form verabschiedet werden konnte. Dass es diese Menschen dort gibt, ist &#252;brigens der einzige Grund, warum ich weiterhin Mitglied bleibe. Und mit wachsendem &#196;rger und Frust mitansehe, wie <strong>sich Verdi einmauert</strong>. Es ist ein Trauerspiel.</p>
<p><em><a href="http://immateriblog.de/in-eigener-sache/offener-brief-von-frank-werneke-oder-die-begrenzte-einsichtsfahigkeit-groser-organisationen/">Crosspost</a>.</em></p>
<p><em>Mehr zum Thema auf Carta:</em></p>
<ul>
<li>Philipp Otto: <a rel="bookmark" href="../../25968/offener-brief-5-vor-12-fuer-ver-di-wo-steht-die-gewerkschaft-beim-urheberrecht/">Offener Brief: 5 vor 12 f&#252;r ver.di – Wo steht die Gewerkschaft beim Urheberrecht?</a></li>
</ul>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=36502&amp;md5=4f8bfdcbd44ade4220dda77e750efddd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Enquete-Anh&#246;rung zum Urheberrecht &#8211; die Antworten von Matthias Spielkamp</title>
		<link>http://carta.info/35984/enquete-anhoerung-zum-urheberrecht-die-antworten-von-matthias-spielkamp/</link>
		<comments>http://carta.info/35984/enquete-anhoerung-zum-urheberrecht-die-antworten-von-matthias-spielkamp/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 25 Nov 2010 10:55:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Internet Enquete]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Am kommenden Montag befragt die Internet-Enquete Experten zum Thema Urheberrecht - Matthias Spielkamp hat seine Antworten vorab ver&#246;ffentlicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am kommenden Montag (29.11.) findet im Rahmen der  Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen  Bundestages eine Expertenanh&#246;rung zur Zukunft des Urheberrechts statt. Auch der Urheberrechtsaktivist und <a href="http://carta.info/autor/matthias_spielkamp/"><em>Carta</em>-Autor</a> Matthias Spielkamp ist als Experte geladen. Im iRights-Blog stehen schon einmal seine Antworten an die Enquete. Ein Auszug:</p>
<blockquote><p><strong>Frage: </strong>L&#228;sst sich das System zum Schutz geistigen Eigentums auf das Internet  &#252;bertragen?</p>
<p><strong>Antwort: </strong>Es ist bereits &#252;bertragen worden, was  insofern problematisch ist, als die Wohlfahrtsgewinne, die  Digitalisierung und Internet erm&#246;glichen, dadurch zum Teil zunichte  gemacht werden, weiterhin die Akzeptanz des Urheberrechts eher  schwindet, da ein Teil der Regulierungen M&#246;glichkeiten behindern, die  die „neuen“ Technolgien bieten.</p></blockquote>
<p><a href="http://irights.info/blog/arbeit2.0/2010/11/25/entwicklung-des-urheberrechts-in-der-digitalen-gesellschaft-antworten-auf-die-fragen-zur-offentlichen-anhorung-urheberrecht-der-enquete-kommission-internet-und-digitale-gesellschaft/">Hier mehr</a>.</p>
<p>Kurze Anmerkung: Wohlfahrt ist &#246;konomisch gesprochen die Summe von Konsumenten- und Produzentenrente &#8211; ich bin mir nicht ganz sicher, ob Matthias das hier im Blick hatte.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35984&amp;md5=c24012ac044e2686eee5b34c072a24f8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Handschrift des Reporters</title>
		<link>http://carta.info/35603/die-handschrift-des-reporters/</link>
		<comments>http://carta.info/35603/die-handschrift-des-reporters/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 02 Nov 2010 20:27:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Geo]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburger Landgericht]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Jungblut]]></category>
		<category><![CDATA[Reporter]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberpersönlichkeitsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Christian Jungblut war es leid, dass seine Texte von Redakteuren nach Belieben umgeschrieben wurden. Im Januar 2010 zog er vor Gericht - und bekam Recht. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/325b303c2c4243e7af76d0ef8de21fb0" alt="" width="1" height="1" />Christian <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Jungblut">Jungblut</a>, 67, ist ein erfahrener Autor. Er hat viele packende Reportagen verfasst, darunter so ber&#252;hrende wie die einf&#252;hlsame Schilderung des Alltags eines Eskimo-Jungen oder die Enth&#252;llung laxer Sicherheitsvorschriften auf einem &#214;ltanker.</p>
<p>Im Fr&#252;hjahr 2009 schrieb er eine Geschichte &#252;ber die zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels &#8211; f&#252;r das Hamburger Reportage-Magazin <em>GEO</em>. Seinen Text („Holland unter Wasser“) sandte er im April 2009 an die Redaktion. Vier Monate sp&#228;ter bekam er die R&#252;ckmeldung, die Geschichte sei f&#252;r das Dezemberheft eingeplant, doch es gebe noch einige Einw&#228;nde und Verbesserungsvorschl&#228;ge. Der Autor schrieb daraufhin eine zweite Fassung. Bis hierhin ein ganz normaler Ablauf im deutschen Magazin-Journalismus.</p>
<p>Doch als der Autor die Druckfassung seines Textes erhielt, fiel er aus allen Wolken. Die Redaktion hatte seine Geschichte komplett umformuliert, kaum ein Satz blieb so, wie ihn der Autor geschrieben hatte. Jungblut verweigerte seine Zustimmung und verbot der Redaktion, die Geschichte unter seinem Namen zu drucken.</p>
<p>Die Auseinandersetzung eskalierte. Es kam zu einem scharfen Mailwechsel zwischen Autor und Chefredakteur, am Ende druckte das Magazin den Text demonstrativ gegen den Willen des Autors.</p>
<p>Ver&#228;rgert wandte sich Jungblut an die Hamburger Anwaltskanzlei <a href="http://www.nesselhauf.com/flash/german/nesselhauf.html">Nesselhauf</a> und zog gegen <em>GEO</em> und den Verlag <em>Gruner &amp; Jahr</em> vor Gericht. Der zust&#228;ndige Richter am <a href="http://justiz.hamburg.de/landgericht-hamburg/">Hamburger Landgericht</a>, <a href="http://shop.anwaltakademie.de/seminarBuchung/SeminarBuchung?service=/jsp/dozenten/Rachow.jsp">Bolko Rachow</a>, strebte zun&#228;chst einen Vergleich an, doch der Verlag lehnte ab, und so erging am 22. Oktober 2010 das Urteil des Volkes. Dieses Urteil der 8. Zivilkammer (Az 308 O 78/10) darf man getrost als Grundsatzurteil bezeichnen.</p>
<p><strong>Gekl&#228;rt hat das Gericht n&#228;mlich &#8211; f&#252;r alle Autoren und Reporter &#8211; „die Grenzen des redaktionellen Bearbeitungsrechts“. </strong>Dazu hei&#223;t es in der Urteilsbegr&#252;ndung: „Aufgrund seiner individuellen Gedankenf&#252;hrung, der individuellen Auswahl und Darstellung seines Inhalts und des individuellen Reportagestils“ ist der Text von Christian Jungblut als Schriftwerk gem&#228;&#223; <a href="http://lexetius.com/UrhG/2">§2</a> Abs.1 Nr.1, Abs.2 UrhG urheberrechtlich gesch&#252;tzt. Au&#223;erdem habe der Autor laut <a href="http://lexetius.com/UrhG/14">§14</a> Urhebergesetz „das Recht, eine Entstellung oder eine andere Beeintr&#228;chtigung seines Werkes zu verbieten.“ <strong></strong></p>
<p>Selbst wenn der Redaktion durch den vorhandenen Autorenvertrag ein weitgehendes Eingriffsrecht zugebilligt war, sei dies kein Freibrief f&#252;r Willk&#252;r. Redaktionelle Eingriffe m&#252;ssten sich an den Ma&#223;st&#228;ben von Treu und Glauben und der Verkehrssitte orientieren.</p>
<p>„Gemessen an diesen Grunds&#228;tzen“ habe die GEO-Redaktion „ihr Bearbeitungsrecht &#252;berschritten“. <strong>§2 Urhebergesetz sch&#252;tzt n&#228;mlich „nicht die hinter dem Sprachwerk stehende Idee oder seinen Sinn, sondern vor allem den Sprachstil eines Werkes als Teil der geistigen Leistung des Urhebers. Diesen Sprachstil hat die Beklagte grundlegend und umfassend ver&#228;ndert. Hierdurch hat sie den vertraglich nicht &#252;bertragbaren <em>Kern des Urheberrechts</em> des Kl&#228;gers – sein <em><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Urheberrecht#Urheberpers.C3.B6nlichkeitsrecht">Urheberpers&#246;nlichkeitsrecht</a></em> – verletzt.“</strong></p>
<p>Die Redaktion k&#246;nne sich zur Rechtfertigung ihrer &#196;nderungspraxis auch nicht auf das Gewohnheitsrecht berufen. Denn selbst „eine st&#228;ndige &#220;bung rechtfertigt nicht die Verletzung des Urheberpers&#246;nlichkeitsrechts des Urhebers gegen dessen Willen.“</p>
<p>Das ist ein bemerkenswertes Urteil. Es f&#252;hrt die T&#228;tigkeit des Redigierens auf seinen urspr&#252;nglichen Zweck zur&#252;ck: auf den behutsamen Umgang mit fremden Texten. Es fordert die Respektierung des individuellen Stils, die Reduzierung der redaktionellen Eingriffe auf das absolut Notwendige und die prinzipielle Einigung mit dem Autor.</p>
<p>So manche Redaktion hat sich in den letzten Jahren angew&#246;hnt, Texte freier Autoren als blo&#223;es „Materialangebot“ zu betrachten, als „Rohmasse“, die ohne R&#252;cksicht auf Stil und individuelle Herangehensweise eines Autors verformt werden darf. Diese Fehlentwicklung wird im Urteil des Landgerichts deutlich benannt und kritisiert.</p>
<p>Andererseits: Eine starre redaktionelle Bearbeitungsgrenze l&#228;sst sich in einem so heterogenen und subjektiven Feld wie dem Erz&#228;hl-Journalismus nicht festlegen. Ohne gegenseitiges Verst&#228;ndnis, ohne gegenseitige Wertsch&#228;tzung kann der Abstimmungsprozess zwischen Autor und Redaktion nicht gelingen. Das Urteil bietet daf&#252;r einen rechtlichen Anhaltspunkt. Man kann es als Mahnung und als Appell an die Redaktionen begreifen, innezuhalten und &#252;ber die eigene T&#228;tigkeit, die doch in erster Linie „Hebammenarbeit“ f&#252;r gute Texte ist, noch einmal nachzudenken.</p>
<p>Es wird sich nun zeigen, ob die Verlage und Redaktionen den Richterspruch respektieren; ob sie k&#252;nftig pfleglicher und kooperativer mit den Urhebern umgehen &#8211; oder ob sie nur dann auf das Urheberrecht pochen, wenn es (wie beim Leistungsschutzrecht) den ureigenen Interessen zugute kommt.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><a href="http://www.magda.de/76/back/26/artikel/die-handschrift-des-reporters/"><em>Crosspost</em></a><em> vom &#8220;Magazin der Autoren&#8221;</em></p>
<p><em>Zum gleichen Thema schreibt Stefan Niggemeier: &#8220;<a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/gericht-erklaert-geo-autoren-haben-rechte/">Gericht erkl&#228;rt: Geo-Autoren haben Rechte</a>&#8220;.</em></p>
<p><em>Ein Interview zwischen Christian Jungblut und Kai Sch&#228;chtele (Freischreiber e.V.) findet sich <a href="http://www.freischreiber.de/home/christian-jungblut-was-dem-einen-seine-eule-ist-dem-anderen-seine-nachtigall">hier</a></em><em>.</em>
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<a href="http://carta.info/35603/die-handschrift-des-reporters/">Die Handschrift des Reporters</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/35603/die-handschrift-des-reporters/#comments">19 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35603&amp;md5=0caaf7d8ed16750455748a99a439ae45" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Strohfeuerfrei!</title>
		<link>http://carta.info/35213/strohfeuerfrei/</link>
		<comments>http://carta.info/35213/strohfeuerfrei/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 15 Oct 2010 15:37:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sascha Lobo]]></category>
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		<description><![CDATA[Sascha Lobo hat ein Buch geschrieben, das als potentieller Bestseller noch nicht so recht wahrgenommen wird. Deshalb macht er nun ‚Guerilla-Marketing’ und feuert ins Netz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/048d6490b49c4178bb8dfc5d917b1657" alt="" width="1" height="1" />Felix Schwenzel von <em>wirres.net</em> hatte Sascha Lobo <a href="http://wirres.net/article/articleview/5665/1/6/">angefragt</a>, ob er denn illegale Downloads seines Buches toll f&#228;nde oder eher nicht so toll. Darauf antwortete Lobo sinngem&#228;&#223;, dass ihm die Kostenlos-Mentalit&#228;t der Internetegoisten extrem auf den Zeiger gehe, denn „ich halte es f&#252;r richtig, f&#252;r Kulturg&#252;ter zu bezahlen, wenn der Urheber sich das so ausgesucht hat.“</p>
<p>Das war eigentlich eine klare Antwort und h&#228;tte keiner weiteren Nachfrage bedurft.</p>
<p>Da Dialoge im Netz aber wegen des bevorzugten Aneinandervorbeiredens meist sehr ausf&#252;hrlich geraten, erkannte Lobo die Chance, etwas frischen Wind <span style="text-decoration: line-through;">f&#252;r sein Buch zu machen</span> in die aktuelle Blogflaute zu bringen. Er nahm einen doppelten Whisky an einer imagin&#228;ren Blog-Bar und legte zu vorger&#252;ckter Stunde los.</p>
<p>Seine <a href="http://wirres.net/article/articleview/5667/1/6/">Tirade</a> ist wunderbar zu lesen, auch wenn in Fragen des Urheberrechts keine neuen Argumente ausgetauscht werden. Deshalb beschr&#228;nken wir uns hier auf die Wiedergabe der Nebens&#228;chlichkeiten:</p>
<p>Am besten kommt Stefan Niggemeier weg, deshalb ist unklar, ob dieser das Thema aufgreifen wird:</p>
<blockquote><p>„&#8230;niggemeier k&#246;nnte texte in fantasiesprache in die rinde einer eiche bei leipzig einritzen, seine stumpfen fans w&#252;rden begeistert hinpilgern und ihm ein flattr-bl&#252;mchen hinlegen. dabei ist er ganz offensichtlich gelangweilt von der st&#228;ndigen besch&#228;ftigung mit dem dreck, den er kritisiert&#8230;“</p></blockquote>
<p>Felix Schwenzel geht Lobo etwas direkter an:</p>
<blockquote><p>„&#8230;willst du mich verarschen, du erlebnisschrottblogger?&#8230;</p>
<p>„&#8230;ist der titel deines blogs, ‚fachblog f&#252;r irrelevanz’, wirklich PURE koketterie?&#8230;“</p>
<p>„&#8230;80% deiner kommentatoren sind im besten fall schwer gest&#246;rt&#8230;“</p></blockquote>
<p>Thomas Kn&#252;wer und Mario Sixtus (man kennt sich) werden liebevoll gez&#252;chtigt:</p>
<blockquote><p>„&#8230;der typ ist eine fast so schlimme ich-hupe wie beratungs-consultant kn&#252;wer&#8230;“</p>
<p>„&#8230;dem selbstzufriedenen politfeuilleton, das wie neospiesser mario sixtus nichts will als bei gesicherter rente am kamin den lebensabend mit dem neuen franzen zu verbringen&#8230;“</p></blockquote>
<p>Johnny H&#228;usler und Markus Beckedahl m&#252;ssen auch dran glauben:</p>
<blockquote><p>„&#8230; wie spreeblick oder netzpolitik, wo johnny und markus f&#252;r ein widerw&#228;rtig selbstgerechtes publikum schreiben, das jubelt, wenn seine kleingeistigen erwartungen erf&#252;llt werden&#8230;“</p></blockquote>
<p>Marcel <a href="http://www.neunetz.com/2010/10/13/anmerkungen-zur-diskussion-zwischen-felix-schwenzel-und-sascha-lobo-ueber-illegales-filesharing/">Weiss</a> f&#228;ngt sich eine volle Klatsche ein:</p>
<blockquote><p>„&#8230;lies doch mal meinen disput mit dem unertr&#228;glichen turbobesserwisser marcel weiss, mit dessen belehrungsenergie man die polarkappen drei winter lang eisfrei halten k&#246;nnte, der seit seinem weggang von blogwerk gegen den vollst&#228;ndigen bedeutungsverlust k&#228;mpft&#8230;“</p></blockquote>
<p>Michael Seemann bekommt einen Klaps:</p>
<blockquote><p>„&#8230;das w&#252;rde ja sogar noch im blog von mspro als unangenehm verschwurbelte metapher auffallen, der sein zusammengeklautes twitterbuch nat&#252;rlich nicht kostenlos zum download anbietet&#8230;“</p></blockquote>
<p>Und Jens Schr&#246;der nimmt er so im Vorbeigehen mit:</p>
<blockquote><p>„&#8230;als wolltest du dich damit bei meedia bewerben (wo der pokulturjunkie offenbar die zeit bis zur rente hirnenergiesparend durchbringen will)&#8230;“</p></blockquote>
<p>Bei Dirk von Gehlen geht ihm etwas die Puste aus:</p>
<blockquote><p>„&#8230;was jetzt.de-journalistendarsteller dirk von gehlen dazu meinte, der gl&#252;ck hat, dass seine chefs von der s&#252;ddeutschen zeitung das internet f&#252;r eine mischung aus fax, fernseher und elektronischen leserbriefk&#228;sten halten und deshalb sein blog nicht lesen&#8230;“</p></blockquote>
<p>Und Christian St&#246;cker und Jochen Wegner werden fast schon gestreichelt:</p>
<blockquote><p>„&#8230;sehe ich so verwirrt aus wie st&#246;cker von der spon netzwelt oder jochen wegner, von dem ich nicht wissen will, mit welchen pillen er es so lange beim focus (&#8220;deutschlands beste ampeln &#8211; das ultimative ranking&#8221;) ausgehalten hat und warum?&#8230;“</p></blockquote>
<p>Da die Piratenpartei aber von allen mit Abstand die emp&#246;rtesten Twitterer hat, kriegt sie zus&#228;tzlich eins &#252;bergebraten:</p>
<blockquote><p>„&#8230;das war im jahr 2009 eine partei, die ihre kurze chance, die politik f&#252;r immer zu ver&#228;ndern, so unfassbar d&#228;mlich nicht genutzt hat, wie es nur nerds hinbekommen&#8230;“</p></blockquote>
<p>Alle Genannten d&#252;rfen sich nat&#252;rlich gebauchpinselt f&#252;hlen und werden das Buch „Strohfeuer“ jetzt hoffentlich geb&#252;hrend zur Kenntnis nehmen.</p>
<p>Allerdings zeigt der Schlagabtausch nebenbei auch &#8211; so erfrischend er sein mag &#8211; wie sehr die Blogszene inhaltlich, personell und finanziell stagniert.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35213&amp;md5=d6c1caca11c912a93d72be37eb982d70" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Urheberrechtskrieg&#8221;: Nutzerverfolgung ist out</title>
		<link>http://carta.info/34877/urheberrechtskrieg/</link>
		<comments>http://carta.info/34877/urheberrechtskrieg/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 07 Oct 2010 22:12:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Oeko]]></category>
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		<category><![CDATA[Kreativwirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[ThePirateBay]]></category>
		<category><![CDATA[Three Strikes]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[B&#246;rsenvereinschef Alexander Skipis fordert ein Echtzeit-Warnsystem gegen illegale Downloader und zeigt damit, dass er im 'war on piracy' strategisch noch nicht ganz auf der H&#246;he ist. Sein amerikanischer Verbandskollege Tom Allen ist da weiter: Er hat "zero interest" an einer Verfolgung von Nutzern - und hat Kreditkartenunternehmen, Werbetreibende und das Domain-System als neue Hebel gegen Piraterie im Sinn.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/ae9043483b6b431293c90f3fbd5995b9" alt="" width="1" height="1" />Der Kontrast k&#246;nnte gr&#246;&#223;er kaum sein: Vorgestern erkl&#228;rte Alexander Skipis, Hauptgesch&#228;ftsf&#252;hrer des B&#246;rsenvereins des Deutschen Buchhandels, im <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/10/06/dlf_20101006_2347_e1d0ad67.mp3">Deutschlandfunk</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir m&#246;chten jedem, der ein Buch illegal herunterl&#228;dt, fast in gleicher Zeit eine Warnung zumailen, in der er auf legale Angebote hingewiesen wird.&#8221;</p></blockquote>
<p>Einen Tag sp&#228;ter erkl&#228;rte Tom Allen, Pr&#228;sident der Association of American Publishers, auf der <a href="http://storydrivefrankfurt.com/de/">StoryDrive</a>-Konferenz der Buchmesse:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir haben keinerlei Interesse (&#8220;zero interest&#8221;) Endnutzer zu verfolgen, die Dinge illegal herunterladen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nutzer verfolgen &#8211; oder lieber doch nicht? Mit der Digitalisierung der Buchindustrie versch&#228;rft sich der &#8216;Urheberrechtskrieg&#8217; (Der Titel &#8220;<a href="http://storydrivefrankfurt.com/conference/programme/the-war-on-piracy-all-together-maybe-another-day/">The war on piracy</a>&#8221; wurde von der Buchmesse selbst gew&#228;hlt) zweifelsohne. Die neuen Tablets erh&#246;hen nicht nur die  Attraktivit&#228;t digital  &#252;bertragener Inhalte im Allgemeinen, sondern insbesondere auch die  Attraktivit&#228;t illegal erworbener Inhalte. Die &#8216;Piraten&#8217; haben nun einen direkten und kosteng&#252;nstigen Zugang zum Endnutzer &#8211; von Servern, die irgendwo auf der Welt stehen.</p>
<p>Wer beim schwungvollen Austausch illegaler Dateien heute noch vor allem an Peer-to-Peer-Filesharing (P2P) denkt, verkennt hingegen die Entwicklung: Nach <a href="http://www.cisco.com/en/US/solutions/collateral/ns341/ns525/ns537/ns705/ns827/white_paper_c11-481360_ns827_Networking_Solutions_White_Paper.html">Prognosen des Netzwerkherstellers Cisco</a> wachsen derzeit vor allem die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sharehoster">Filehoster</a> &#8211; und zwar mit fast 50 Prozent pro Jahr. Im Jahr 2014 w&#252;rden Filehoster vorraussichtlich rund 4 Exabytes pro Monat (4 Billiarden Megabytes) ausliefern. Der P2P-Anteil am Internetverkehr werde hingegen von 39 Prozent im Jahr 2009 auf 14 Prozent im Jahr 2014 sinken, so Cisco.</p>
<p>Filehoster haben sich f&#252;r den Nutzer als &#8220;praktischere Alternative&#8221; erwiesen, wie die Macher von <a href="http://www.link-busters.com/">Link-Busters</a>, einer Anti-Piracy-Firma unumwunden zugeben. Dateien von Filehostern k&#246;nnten anonym, schnell und ohne zus&#228;tzliche Software heruntergeladen werden. Die Links lie&#223;en sich zudem leicht in Suchmaschinen finden, wie man in ihrer Brosch&#252;re nachlesen kann. Die &#8220;Link-Buster&#8221; machen ihr Gesch&#228;ft damit, dass sie Filehoster auffordern, illegale Dateien von ihren Servern zu l&#246;schen. Ein Katz-und-Maus-Spiel um Urheberrechte, das der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Millennium_Copyright_Act">Digital Millennium Copyright Act</a> geschaffen hat &#8211; und das <a href="http://sixtus.cc/in-sachen-gvu">bekanntlich auch schief gehen kann</a>.</p>
<p>&#8220;Wen ein Nutzer eine Datei von einem Filehoster herunterl&#228;dt, dann ist das eine 1:1-Verbindung, fast wie ein Telefongespr&#228;ch. Die l&#228;sst sich mit realistischem Aufwand &#252;berhaupt nicht &#252;berwachen &#8211; es sei denn, man zapft die Leitung an&#8221;, sagt einer der beiden Link-Busters-Macher, der seinen Namen hier lieber nicht lesen will. Es sei daher auch wenig realistisch anzunehmen, man k&#246;nnte Nutzer nach einem Filehoster-Download unmittelbar kontaktieren.</p>
<p>Dies w&#252;rde eine Voll&#252;berwachung des Internets voraussetzen &#8211; die nicht nur v&#246;llig &#252;berzogen sei (&#8220;Von einem Club-Besitzer k&#246;nnen Sie auch nicht verlangen, dass er von jedem Besucher Blut abnimmt, um den Drogenkonsum in seiner G&#228;ste zu kontrollieren&#8221;), sondern auch viel zu teuer, so der Link-Buster-Manager nicht frei von Gesch&#228;ftssinn.</p>
<p>Die oben skizzierte Nutzerwarnidee ist somit bei Filehoster-Nutzern praktisch fast unm&#246;glich. Viele Kommentatoren schlie&#223;en daraus, dass das Urheberrecht zu einer Art Illusion der Inhalteindustrie verkommen sei. Der Autor Cory Doctorow <a href="http://www.guardian.co.uk/technology/blog/2010/oct/05/free-online-content-cory-doctorow">schrieb</a> dazu k&#252;rzlich im Guardian:</p>
<blockquote><p>&#8220;People won&#8217;t stop learning to type &#8220;Toy Story 3 bittorrent&#8221; into Google. Anyone who claims otherwise is selling something – generally some kind of unworkable magic anti-copying beans that they swear, this time, will really work.&#8221;</p></blockquote>
<p>Unworkable magic? Verlagsvertreter Tom Allen sieht das naturgem&#228;&#223; anders. Der ehemalige demokratische Kongressabgeordnete hat neue Hebel identifiziert, bei denen die &#8220;Toy Story 3 bittorrent&#8221; tippenden Teenager gar nicht mehr vorkommen. Allen will an drei anderen Punkten ansetzen: Kreditkartenunternehmen, Anzeigenkunden und Internetzugangsprovider.</p>
<div id="attachment_34887" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/10/tomallen1.jpg"><img class="size-medium wp-image-34887" title="tomallen1" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/10/tomallen1-300x190.jpg" alt="" width="300" height="190" /></a><p class="wp-caption-text">Verlagsvertreter Tom Allen: &quot;zero interest&quot; an der Verfolgung von Endnutzern</p></div>
<p>Allen treibt in den USA eine Regelung voran, wonach Websites, die &#8220;systematisch Urheberrechte verletzen&#8221; von der Regierung und/oder Gerichten auf eine Liste von &#8220;rogue sites&#8221; gesetzt werden k&#246;nnen &#8211; wobei die metaphorische N&#228;he von &#8216;rogue site&#8217; zu &#8216;rogue state&#8217; kein Zufall sein d&#252;rfte.</p>
<p>Anzeigenkunden und Kreditkartenunternehmen soll es nach Allens Pl&#228;nen nicht mehr erlaubt sein, mit &#8220;rogue sites&#8221; zusammenzuarbeiten. Internetserviceprovider sollen den Zugang zu &#8220;rogue sites&#8221;-Domains erschweren &#8211; &#228;hnlich den Pl&#228;nen, wie es sie <a href="http://www.domain-recht.de/magazin/domain-news-2010/cybercrime-zentrum-eu-plant-domain-sperre-id667718.html">auch auf EU-Ebene gibt</a> (wobei unklar ist, ob die Link-Kommunkation dann in Zukunft nicht einfach mit der IP-Adresse arbeiten w&#252;rde).</p>
<p>Die Endnutzer blendet Allens Strategie aus. Ihm geht es vor allem darum, die Gesch&#228;ftsmodelle der &#8216;Piraten&#8217; zu behindern, in dem ihre Zahlungsfl&#252;sse und der Domain-Zugang erschwert werden.</p>
<p>Allens Strategie ist erkennbar ausgereifter als die Forderungen von Skipis. Zugleich sind die Ansatzpunkte f&#252;r die Durchsetzung von Urheberrechten im Filehoster-Umfeld vielf&#228;ltiger als es Doctorow und andere wahrhaben m&#246;chten. Ob Allens Ans&#228;tze deshalb weniger vergeblich sind, ist allerdings noch nicht gekl&#228;rt.</p>
<p>Die Wirkung von Tom Allens Forderungen ist damit vor allem eine politische: Sie halten den Streit um m&#246;gliche Sanktionen gegen Urheberrechtsverletzungen offen. Wo die Forderung nach Instant-Nutzerwarnungen noch technisch naiv wirkte, hat Allen nachger&#252;stet und realit&#228;tsn&#228;here Hebel identifiziert.</p>
<p>Ganz so schnell, wie der tobende Doctorow vielleicht gehofft hatte, gibt die Urheberrechtsseite also nicht auf. Nat&#252;rlich nicht &#8211; wenn eine Seite aufgeben w&#252;rde, w&#228;re der &#8216;war on piracy&#8217; ja zu Ende.</p>
<p><em><a href="http://www.buchmesse.de/blog/de/2010/10/08/neue-ideen-fur-den-%E2%80%9Curheberrechtskrieg%E2%80%9D/">Crosspost aus dem Buchmesse-Blog</a></em>.</p>
<p>Hinweis: Am Samstag wird sich auch die Tagung <a href="http://netzregeln.mixxt.de/">Netz:Regeln</a> in Berlin mit diesem Thema befassen.
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		</item>
		<item>
		<title>Das Urheberrecht als Waffe gegen „geleakte“ Dokumente</title>
		<link>http://carta.info/34811/das-urheberrecht-als-waffe-gegen-geleakte-dokumente/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Oct 2010 10:38:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Inforamtionsschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Urheberrecht wird zunehmend als juristisches Werkzeug im Kampf gegen die Ver&#246;ffentlichungen von "geleakten Dokumenten" eingesetzt. Adrian Schneider fordert eine Klarstellung durch den Gesetzgeber.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Adrian Schneider fordert in <a href="http://www.telemedicus.info/article/1857-Das-Urheberrecht-als-Waffe-gegen-geleakte-Dokumente.html">Telemedicus</a>, dass das Urheberrecht als &#8220;einseitige Waffe im Kampf um kritische Informationen&#8221; entsch&#228;rft werden m&#252;sse:</p>
<blockquote><p>Nicht jede Ver&#246;ffentlichung geheimer Dokumente ist gerechtfertig.  Oftmals gibt es gute Gr&#252;nde, gegen „geleakte“ Dokumente vorzugehen. Doch  das Urheberrecht bietet kaum Raum, sich mit diesen Gr&#252;nden auch zu  besch&#228;ftigen und ist deshalb eine gef&#228;hrliche und einseitige Waffe im  Kampf um kritische Informationen. Auch den Gerichten sind oftmals die  H&#228;nde gebunden – der Spielraum ist einfach zu gering. Es w&#228;re deshalb  Aufgabe des Gesetzgebers, neue Regelungen zu schaffen, um der  Meinungsfreiheit im Duell mit dem Urheberrecht eine Chance zu geben.</p></blockquote>
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<a href="http://carta.info/34811/das-urheberrecht-als-waffe-gegen-geleakte-dokumente/">Das Urheberrecht als Waffe gegen „geleakte“ Dokumente</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/34811/das-urheberrecht-als-waffe-gegen-geleakte-dokumente/#comments">3 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34811&amp;md5=e161473e0f4baa48cf600cda97ea2afd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Duisburgs Oberb&#252;rgermeister geht gegen Gutachten-Ver&#246;ffentlichung auf xtranews vor</title>
		<link>http://carta.info/32457/duisburgs-oberbuergermeister-sauerland-geht-wegen-gutachten-veroeffentlichung-gegen-xtranews-vor/</link>
		<comments>http://carta.info/32457/duisburgs-oberbuergermeister-sauerland-geht-wegen-gutachten-veroeffentlichung-gegen-xtranews-vor/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 22:56:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Adolf Sauerland]]></category>
		<category><![CDATA[Duisburg]]></category>
		<category><![CDATA[Investigativer Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Loveparade]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Adolf Sauerland geht gerichtlich gegen die vollst&#228;ndige Ver&#246;ffentlichung eines Gutachtens vor, das er selbst zu Aufkl&#228;rungszwecken in Auftrag gegeben hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/37e53035b3844c8e96505c51b6d11ce2" alt="" width="1" height="1" />Duisburgs Oberb&#252;rgermeister Adolf Sauerland (CDU) geht gerichtlich gegen die vollst&#228;ndige Ver&#246;ffentlichung eines Gutachtens zur Loveparade durch das Blog <em><a href="http://www.xtranews.de/2010/08/17/die-dokumente-zum-loveparade-gutachten-der-frau-dr-jasper/">xtranews</a></em> vor. Das Gutachten hatte die Stadt Duisburg selbst bei der Kanzlei “<a href="http://www.heuking.de/">Heuking K&#252;hn L&#252;er Wojtek</a>” in Auftrag gegeben, um die &#8220;Zust&#228;ndigkeiten&#8221; und &#8220;Auftragserf&#252;llung&#8221; der Stadt zu untersuchen. Die Stadt selbst ver&#246;ffentlichte schlie&#223;lich die <a href="http://www.duisburg.de/news/zwischenbericht_loveparade.php">Zusammenfassung</a>, die Anh&#228;nge aus Originaldokumenten von &#252;ber 300 Seiten hingegen nicht.</p>
<p>Die Presse zitierte teilweise aus den Anh&#228;ngen. So schrieb der <em>Spiegel</em> (<a href="http://www.pottblog.de/2010/08/17/adolf-sauerland-cdu-duisburgs-oberbuergermeister-mahnt-blog-wegen-der-veroeffentlichung-von-loveparade-gutachten-ab/">via</a>):</p>
<blockquote><p>Mit guten Gr&#252;nden hielten sie die Anlagen zu ihrem Bericht zun&#228;chst  unter Verschluss. Aus diesen 338 Seiten ergibt sich ein ganz anderes  Bild. Es zeigte eine Stadt, die offenbar ohne R&#252;cksicht auf Verluste in  letzter Minute fragw&#252;rdigste Sicherheitskonzepte abstempelte. Einen  Oberb&#252;rgermeister, der wohl besser &#252;ber das Planungschaos des Events  informiert war, als er &#246;ffentlich zugibt.</p></blockquote>
<p>Auch dem Portal <em>DerWesten.de</em> lagen die Dokumente vor &#8211; ver&#246;ffentlichte die Anh&#228;nge aber nicht. Als sich die Fragen zu diesen Anh&#228;ngen mehrten, entschied sich <em>xtranews</em>, diese zu <a href="http://www.xtranews.de/2010/08/17/die-dokumente-zum-loveparade-gutachten-der-frau-dr-jasper/">ver&#246;ffentlichen</a>.</p>
<p>Daraufhin erhielt <em>xtranews </em>nach <a href="http://www.xtranews.de/2010/08/17/die-dokumente-zum-loveparade-gutachten-der-frau-dr-jasper/">eigenen Angaben</a> am Dienstag eine einstweilige Verf&#252;gung des Landgerichts K&#246;ln gegen die Ver&#246;ffentlichung. Antragsteller ist die Stadt Duisburg vertreten durch ihren Oberb&#252;rgermeister Sauerland. Begr&#252;ndet wird der Unterlassungsanspruch mit Hinweis auf <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__97.html">§ 97 UrhG</a>.</p>
<p>Der Oberb&#252;rgermeister hat hier  also die vollst&#228;ndige Ver&#246;ffentlichung eines Gutachtens gerichtlich unterbinden lassen: Ein Gutachten, das er selbst zum Zweck der Aufkl&#228;rung in Auftrag gegeben hat und das mit st&#228;dtischen Mitteln bezahlt wurde.</p>
<p>Kann man eigentlich noch unverfrorener gegen Presse- und Meinungsfreiheit und eine transparente &#246;ffentliche Verwaltung vorgehen?</p>
<p>Mir ist schleierhaft, wie ein Gericht hier Urheberinteressen h&#246;her bewerten konnte als das &#246;ffentliche Interesse nach Aufkl&#228;rung. Sollte sich diese Auffassung durchsetzen, wird das Urheberrecht an der Stelle pr&#228;zisiert werden m&#252;ssen.</p>
<p>Die einstweilige Verf&#252;gung selbstredend ein weiteres PR-Desaster f&#252;r den unheimlichen Herrn Sauerland. Die Dokumente gibt es &#8211; wenig &#252;berraschend &#8211; inzwischen andernorts im Internet. Ein Teil davon zum Beispiel <a href="http://rs667.rapidshare.com/files/413506712/Loveparade.zip">hier</a>. Dabei ist auch zu erkennen, dass die Dokumente teilweise gar nicht von der Stadt selbst stammen &#8211; die Ver&#246;ffentlichung folglich auch ihre Urheberrechte nicht verletzt haben kann.</p>
<p>Die Stadt Duisburg hatte auf Anfrage von Marvin Oppong/<em>Carta</em> die Weitergabe von Unterlagen zur Loveparade nach dem Informationsfreiheitsgesetz <a href="http://carta.info/31945/stadt-duisburg-haelt-loveparade-dokumente-unter-verschluss/">verweigert</a>.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><em><a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/08/17/der-erbarmliche-oberburgermeister/">Lawblog</a></em>, <em><a href="http://www.netzpolitik.org/2010/lovepared-stadt-duisburg-untersagt-blog-veroffentlichung-von-dokumenten/">Netzpolitik</a></em>, <em><a href="http://www.ruhrbarone.de/sauerland-verklagt-blog-xtranews/">Ruhrbarone</a></em>, <em><a href="http://www.pottblog.de/2010/08/17/adolf-sauerland-cdu-duisburgs-oberbuergermeister-mahnt-blog-wegen-der-veroeffentlichung-von-loveparade-gutachten-ab/">Pottblog</a></em>
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<a href="http://carta.info/32457/duisburgs-oberbuergermeister-sauerland-geht-wegen-gutachten-veroeffentlichung-gegen-xtranews-vor/">Duisburgs Oberb&#252;rgermeister geht gegen Gutachten-Ver&#246;ffentlichung auf xtranews vor</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/32457/duisburgs-oberbuergermeister-sauerland-geht-wegen-gutachten-veroeffentlichung-gegen-xtranews-vor/#comments">11 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32457&amp;md5=c7053f2599750eff9452927c7b761905" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Sixtus vs. GVU: Abmahnung f&#252;r die &#8220;Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/32053/sixtus-vs-gvu-abmahnung-fuer-die-gesellschaft-zur-verfolgung-von-urheberrechtsverletzungen/</link>
		<comments>http://carta.info/32053/sixtus-vs-gvu-abmahnung-fuer-die-gesellschaft-zur-verfolgung-von-urheberrechtsverletzungen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 11:08:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Mamitzsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Abmahnungen]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Die GVU lie&#223; ohne Auftrag oder Nachfrage beim Urheber Videos l&#246;schen. Dabei stehen die Filme sogar unter Creative-Commons-Lizenz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Konkret handelt es sich um den <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/gvu-lasst-den-elektrischen-reporter-loschen/">Elektrischen Reporter</a> und &#8220;Du bist Terrorist&#8221; von<a href="https://twitter.com/alexlehmannfilm/statuses/20729468792"> Alexander Lehmann</a>.</p>
<p><a href="http://sixtus.cc/in-sachen-gvu">Mario Sixtus</a> hat nach der L&#246;schaktion nun eine strafbew&#228;hrte Unterlassungserkl&#228;rung von der GVU gefordert. Wir sind auf die Presseerkl&#228;rung der GVU dazu gespannt.Bisher gibt es eine telefonische Erkl&#228;rung des Gesch&#228;ftsf&#252;hrers Leonardy: &#8220;[B]ei der Sperrung handele es sich um einen &#8216;Irrtum&#8217;, die Sperre sei von einem Dienstleister (der Firma <a href="http://www.opsecsecurity.de/">Opsec Securities</a> aus M&#252;nchen) initiiert worden, der im Autrag der GVU handele. Man &#8216;bem&#252;he&#8217; sich derzeit um &#8216;Aufkl&#228;rung&#8217; und habe Vimeo bereits um eine  Aufhebung der Sperren gebeten.&#8221;</p>
<blockquote><p>Nun mag der Eine oder die Andere mein Vorgehen f&#252;r &#252;bertrieben halten,  das ist es m.E. aber nicht. Die GVU ist f&#252;r ihr (vorsichtig ausgedr&#252;ckt)  hartes Vorgehen gegen Urheberrechtsverletzer bekannt. Sie geh&#246;rt zu der  Fraktion, die wahrscheinlich am liebsten Schulkinder mit Handschellen  von Schulhof abf&#252;hren w&#252;rden, weil sie eine gebrannte DVD getauscht  haben. Wenn dieser Verein in meine Rechte eingreift, sehe ich es nicht  ein, F&#252;nfe gerade sein zu lassen.</p></blockquote>
<p>Lesenswert dazu auch der <a href="http://www.spreeblick.com/2010/08/10/die-gvu-lasst-videos-sperren/">Beitrag</a> auf <em>Spreeblick</em>:</p>
<blockquote><p>Merkw&#252;rdig und &#228;rgerlich genug, dass so etwas passieren kann. Nicht viel  weniger merkw&#252;rdig und &#228;rgerlich aber, wie Teile der Netzwelt auf die  Geschichte reagieren. Manchmal frage ich mich, was uns (ich nehme mich  da an einigen Stellen &#252;berhaupt nicht aus) eigentlich noch von den  Sensationsreflexen derjenigen unterscheidet, die wir so gerne daf&#252;r  anprangern.</p></blockquote>
<p><a href="http://www.spreeblick.com/2010/08/10/die-gvu-lasst-videos-sperren/">weiterlesen&#8230;</a></p>
<p>Erg&#228;nzung: Eine gute Zusammenfassung bietet <a href="http://www.handelsblatt.com/technologie/it-internet/fremde-videos-geloescht-uebereifrige-urheberrechts-polizei-erleidet-pr-gau;2633435;0">Stephan D&#246;rner</a> im <em>Handelsblatt</em>.</p>
<p>Mehr zum Thema Abmahnungen gibt es im <a href="http://carta.info/kat/carta-blogs/abmahnungen/"><em>Carta</em>-Abmahnungen-Blog</a>.
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				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F32053%2Fsixtus-vs-gvu-abmahnung-fuer-die-gesellschaft-zur-verfolgung-von-urheberrechtsverletzungen%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
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<a href="http://carta.info/32053/sixtus-vs-gvu-abmahnung-fuer-die-gesellschaft-zur-verfolgung-von-urheberrechtsverletzungen/">Sixtus vs. GVU: Abmahnung f&#252;r die &#8220;Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen&#8221;</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/32053/sixtus-vs-gvu-abmahnung-fuer-die-gesellschaft-zur-verfolgung-von-urheberrechtsverletzungen/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32053&amp;md5=7b895a09b1c75ff54732d02664ec4554" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>“Verleger-Schreck” Flipboard: Auch auf dem iPad gelten Marktdynamiken des Webs</title>
		<link>http://carta.info/31175/verleger-schreck-flipboard-auch-auf-dem-ipad-gelten-marktdynamiken-des-webs/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 12:07:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Oeko]]></category>
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		<category><![CDATA[Flipboard]]></category>
		<category><![CDATA[iPad]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Medienökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Tablet]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Verleger]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=31175</guid>
		<description><![CDATA[Sollte das Leistungsschutzrecht kommen, k&#246;nnten Programme wie Flipboard aus dem deutschen AppStore verschwinden. Dass damit eine effizientere Art der Informationsverbreitung eliminiert w&#252;rde, ist ein Feature, kein Bug – zumindest f&#252;r die Verleger. Zusammenfassung, Einordnung und Ausblick zur Flipboard-Debatte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/3b5aef7df38e41298b34613e3d96df1a" alt="" width="1" height="1" />Vor zwei Monaten hatte ich <a href="http://www.neunetz.com/2010/05/26/trennung-von-produktion-und-distribution-auch-auf-ipad-rss-feeds-als-digitale-zeitung/">&#252;ber Medien-Applikationen auf dem iPad</a> geschrieben und ausgef&#252;hrt, dass auch auf dem iPad die Marktdynamiken  des Internets weitgehend ihre G&#252;ltigkeit behalten. Das betrifft  beispielsweise die zunehmend um sich greifende <a href="http://www.neunetz.com/2010/03/22/warum-labels-filmstudios-und-verlage-neue-geschaeftsmodelle-brauchen/">Trennung von Produktion und Distribution</a> von Inhalten. <a href="http://www.neunetz.com/2010/05/26/trennung-von-produktion-und-distribution-auch-auf-ipad-rss-feeds-als-digitale-zeitung/">Ich schrieb unter anderem:</a></p>
<blockquote><p>Auch in einem &#214;kosystem, in dem Apple die meisten  Infrastruktur-F&#228;den in der Hand h&#228;lt, bleibt die Grundausgangslage die  gleiche: In einem digitalen Markt, der von Vernetzung bestimmt ist,  kommt es zu einer kleinteiligeren Arbeitsteilung zwischen Unternehmen,  weil die Vernetzung eine einfachere Verkn&#252;pfung der  Wertsch&#246;pfungsbeitr&#228;ge erm&#246;glicht. Die mittlerweile bekannte Senkung der  Transaktionskosten. Jene Art von Kosten, welche nach Ronald Coase  bekanntlich ma&#223;geblich f&#252;r das Entstehen von Unternehmen verantwortlich  sind.</p></blockquote>
<p>Das macht sich unter anderem in Feedreader-Applikationen bemerkbar.  Das iPad scheint aber auch eine besondere Art von Apps zu beg&#252;nstigen,  die neben oder statt RSS-Feeds auf Links aus dem Social Graph setzen.  Als Webapplikationen dieser Art von Aggregatoren sind <a href="http://twittertim.es/">Twitter Times</a> und <a href="http://blog.webmaster-homepage.de/item/2794">andere</a> bekannt.</p>
<p>Eine bemerkenswerte neue Applikation dieser Gattung f&#252;r das iPad ist das j&#252;ngst erschienene <a href="http://www.flipboard.com/">Flipboard</a>.  Es setzt neben ausw&#228;hlbaren Inhalteb&#252;ndeln vor allem auf die  Integration der auf Twitter und Facebook geposteten Links. Nach  Integration des Twitter- und/oder Facebook-Accounts mit Flipboard,  landen dort die Artikel, die von Freunden verlinkt wurden. Und es kommt  mit einer ansprechenden Optik. Das Flipboard ging nach dem Launch einmal  quer durch die Blogosph&#228;re und die <a href="http://news.google.de/news/story?q=flipboard&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;ncl=dUjvzDxQ8e-vO4MexGToBrMfdCPrM&amp;hl=de&amp;ei=zcJMTI_UMMGUOLqB5ZUD&amp;sa=X&amp;oi=news_result&amp;ct=more-results&amp;resnum=1&amp;ved=0CCMQqgIwAA">Mainstreammedien</a>. Eine Zusammenfassung der Funktionen findet man <a href="http://ipad-mag.de/2010/07/21/flipboard-das-kaffeetischchenbuch-der-sozialmedien/">auf dem iPad-Magazin</a>.</p>
<p><strong>Was zeichnet das kostenlose Flipboard aus?</strong></p>
<p>1. Es sieht gut aus.</p>
<p>2. Es bezieht die Inhalte statt aus einer hierarchischen Redaktion  aus dem Social Graph des Nutzers; also von seinen Online-Kontakten auf  Twitter und Facebook. Die so erhaltenen Inhalte werden <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/flipboard_new_social_ipad_magazine_will_be_powered_by_semantic_data.php?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed:+readwriteweb+%28ReadWriteWeb%29">au&#223;erdem noch automatisch ausgewertet</a>.</p>
<p>3. Und es ist gut in die bestehenden Netzwerke integriert: Man kann  beispielsweise bereits Links an Twitter schicken und Inhalte mit einem Facebook ‘Like’ versehen.</p>
<p>Punkt Zwei ist die <strong>Trennung von Produktion und Inhalt</strong>. Die  Flipboard-Macher m&#252;ssen sich nicht mit der Produktion von Inhalten  besch&#228;ftigen. Das Web gibt ihnen die M&#246;glichkeit, die Produktion  (Publisher) <em>und</em> die Distribution (Nutzer von Facebook und Twitter)  anderen zu &#252;berlassen.</p>
<p>Die Flipboard-Macher konzentrieren sich auf die Aufbereitung, das  Interface und weitere Funktionen. Das f&#252;hrt zu Punkt Eins und Drei.  Bereits in der ersten Version kann die Flipboard-App mit vielen  Verlags-Applikationen mithalten und ist im Bereich Eye-Candy sogar oft  besser.<br />
<a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/tech-flip.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-31189" title="tech-flip" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/tech-flip.jpg" alt="" width="560" height="420" /></a></p>
<p><strong>W&#228;hrend die Presseverlage alles – Inhalte zu allem, und ihre  Verbreitung und Aufbereitung – aus einer Hand bieten wollen,  konzentriert sich Flipboard auf genau eine Aufgabe.</strong> Weil der Rest vom Web erledigt wird. Flipboard hat f&#252;r das Aufbauen eines Unternehmens rund um die L&#246;sung dieser Aufgabe <a href="http://kara.allthingsd.com/20100720/meet-flipboard-mike-mccue-talks-about-stealth-social-magazine-start-up-that-just-nabbed-10-5-million/">von Investoren 10,5 Millionen Dollar</a> erhalten. Welcher IT-Abteilung eines Presseverlages wird wohl ein &#228;hnliches Budget zur Verf&#252;gung stehen?</p>
<p>Ich f&#252;hrte die <a href="http://www.neunetz.com/2010/05/26/trennung-von-produktion-und-distribution-auch-auf-ipad-rss-feeds-als-digitale-zeitung/">unterschiedlichen Ausgangslagen</a> von unabh&#228;ngigen App-Entwicklern und internen L&#246;sungen von Presseverlagen vor zwei Monaten so aus:</p>
<blockquote><p>Gute(!) Entwickler haben in der Regel bessere  Verdienstm&#246;glichkeiten mit selbst&#228;ndig angebotenen Apps, statt diese im  Auftrag f&#252;r Verlage zu entwickeln. (Der Entwickler Marco Arment kann von  den Instapaper-Einnahmen nach eigener Aussage sein Haus bezahlen.) Und  sie haben einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil auf der inhaltlichen  Seite.</p></blockquote>
<p>Der Vorteil auf der inhaltlichen Seite: Applikationen wie das  Flipboard sind publikationsagnostisch. Die Inhalte erscheinen, egal wo  sie publiziert wurden. Die Apps der Presseverlage sind lediglich  h&#252;bschere, an die Multi-Touch-Bedienung angepasste Oberfl&#228;chen der  eigenen Websites.</p>
<p>Fazit: Im Vergleich zum industriellen Zeitalter finden wir eine  <strong>kleinteiligere Arbeitsteilung im vernetzten Informationsmarkt </strong>vor.</p>
<p>Das Gesch&#228;ftsmodell der heutigen Presseverlage beruht darauf, alles  aus einer Hand anzubieten. Folglich passt ihnen diese Entwicklung  nat&#252;rlich nicht. Vielen wird bald angesichts von Flipboard d&#228;mmern, dass  Eye-Candy nicht das durchschlagende Argument f&#252;r Bezahlschranken auf  dem iPad sein wird.</p>
<p><em>Meedia</em> hat bereits zum Launch getitelt: <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/flipboard--verleger-schreck-auf-dem-ipad_100029225.html">Flipboard: Verleger-Schreck auf dem iPad</a>. <em>Spiegel Online</em> <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,707747,00.html">fragt</a> gleich im Lead-In seines Testes: “Ein Angriff auf klassische Medien?” und schlie&#223;t mit folgendem Fazit:</p>
<blockquote><p>Viele Profi-Layouter, Journalisten und andere Fachleute  werden nicht begeistert sein, dass das Social-Media-Magazin von morgen  von einem Algorithmus gestaltet werden soll. Aber wesentlich besser,  reicher, wertiger als eine Twitter-Timeline oder ein Facebook-Newsfeed  sieht das Angebot von Flipboard schon jetzt aus. Und der Angriff auf die  klassischen Medienanbieter hat erst begonnen.</p></blockquote>
<p><a href="../../31075/flipboard-schnelles-ende-der-ipad-euphorie-bei-den-verlagen/">Und Matthias Schwenk f&#252;hrt auf <em>Carta</em> aus:</a></p>
<blockquote><p>Mit ziemlicher Sicherheit d&#252;rfte sich in den n&#228;chsten  Monaten irgendwo einen Verlag finden, der seine Inhalte hier zu Unrecht  &#252;bernommen sieht. Das Grundproblem hierf&#252;r liegt aber weniger in der  Auslegung &#252;berkommener oder neuerer Rechtsvorschriften  (Leistungsschutzrechte!), sondern im Paradigmenwechsel der Distribution  von Nachrichten.<br />
Hierf&#252;r werden die Verlage noch einsehen m&#252;ssen, dass die klassischen  Bindung der Leser, wie sie im Zeitalter der Printmedien m&#246;glich und  &#252;blich war, sich in der digitalen Gesellschaft nicht wird  aufrechterhalten lassen.</p></blockquote>
<p>Beschwerden von Verlagsseite lie&#223;en nicht lang auf sich warten: Unter anderem <em><a href="http://www.handelsblatt.com/newsticker/technologie/verleger-fragen-bei-flipboard-nach-urheberrecht;2623130">Handelsblatt</a></em> und <em><a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1018367">Sueddeutsche</a></em> ver&#246;ffentlichten eine Meldung der dpa, in der sich der BDZV (Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger) vorsorglich bez&#252;glich <strong>Urheberrecht und Leistungsirgendwas</strong> besorgt zeigt. <a href="http://immateriblog.de/journalismus/leistungsrechtsschutz-ah-rechtsleitungsschutz-ah-ach-ist-auch-egal-steht-ja-im-kolatitionsverlag/">Matthias Spielkamp kommentiert</a> recht passend die Frage, wie der BDZV &#252;ber Fragen zu einem Recht sinniert, das gar nicht existiert.</p>
<p>Aber die Reaktion auf die Existenz von Flipboard k&#246;nnte darauf hindeuten, was die  Presseverlage mit dem Leistungsschutzrecht auch erreichen wollen: <strong>Die Kontrolle  &#252;ber ihre Inhalte so weit ausbauen, dass notfalls disruptive  Markteinsteiger abgew&#252;rgt werden k&#246;nnen.</strong> Mit dem Urheberrecht kommen sie  da bisher nicht weit – wie man unter anderem an Aggregatoren wie Google  News sehen kann.</p>
<p>Anbieter von Applikationen wie Flipboard haben enorme  Wettbewerbsvorteile, wie oben bereits ausgef&#252;hrt wurde. Das  Gesch&#228;ftsmodell der Presseverlage und ihre eigenen Strukturen hindern diese mehr oder weniger daran, einen &#228;hnlichen Weg zu gehen. Also m&#252;ssen sie  diesen Weg f&#252;r andere unterbinden, notfalls eben mit gesetzlichen  Schranken.</p>
<p>Nat&#252;rlich wird es noch eine Debatte rund um Flipboard und dessen  Praktik geben m&#252;ssen, Artikel von Websites zu nehmen und in der  Applikation anzurei&#223;en. Siehe dazu etwa <a href="http://gizmodo.com/5594176/">Gizmodo</a> und <a href="http://feedproxy.google.com/%7Er/OmMalik/%7E3/5da6PLblI80/">GigaOm</a>.  Man kann argumentieren, dass Flipboard lediglich eine Art h&#252;bscherer  Feedreader mit innovativer Abo-Funktion ist. Aber vor allem Websites von  Mainstream-Angeboten bieten oft nur RSS-Feeds mit kurzen Teasern an,  die f&#252;r die l&#228;ngeren Anrisse bei Flipboard nicht verwendet werden. <strong>Flipboard  setzt eine eigene Parsing-Engine ein, die die L&#228;nge der  Artikel-Anrei&#223;er auch von der L&#228;nge der Inhalte in den RSS-Feeds  abh&#228;ngig macht</strong>, wie man <a href="http://gizmodo.com/5594176">gegen&#252;ber Gizmodo</a> ausf&#252;hrte.</p>
<p>Davon abgesehen ist die New York Times k&#252;rzlich erst <a href="http://bits.blogs.nytimes.com/2010/06/08/times-company-objects-to-news-reader-app/">gegen eine RSS-Applikation vorgegangen</a>,  weil diese den NYT-Feed verwendet hat. Der Beweggrund der NYT d&#252;rfte  der selbe gewesen sein, wie der der deutschen Presseverlage bei der  Initiative zum Leistungsschutzrecht. Es geht um Kontrolle der  Distribution.</p>
<p>Flipboard wird nicht die letzte Applikation dieser Art sein. Ganz im  Gegenteil. Und schlie&#223;lich wird nicht eine Applikation allein die f&#252;r  das Web so fundamentale Trennung von Produktion und Distribution weiter  vorantreiben, sondern die gesamte Klasse dieser Applikationen.</p>
<p>Sollte Deutschland ein Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverlage  bekommen, k&#246;nnten etwa Applikationen wie Flipboard &#252;ber kurz oder lang  aus dem deutschen AppStore verschwinden. Dass damit eine effizientere  L&#246;sung des Problems der Informationsverbreitung eliminiert w&#252;rde, <a href="http://www.neunetz.com/2010/03/16/shirky-institutionen-werden-versuchen-die-probleme-zu-erhalten-fuer-die-sie-die-loesung-sind/">ist dabei ein Feature, kein Bug</a>.</p>
<p>Bemerkenswert, wie schnell der Traum der Verleger platzt,  Multitouch-Tablets k&#246;nnten die Medienwelt zur&#252;ckdrehen und die  Netz&#246;konomie aushebeln. Aber zum Gl&#252;ck gibt es ja noch Lobbyisten.</p>
<p><em>Crosspost von <a href="http://www.neunetz.com/2010/07/26/verleger-schreck-flipboard-auch-auf-tablets-gelten-marktdynamiken-des-webs/">neunetz.com</a>.<br />
</em>
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