<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>CARTA &#187; Urheberrecht</title>
	<atom:link href="http://carta.info/tag/urheberrecht/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://carta.info</link>
	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Fri, 25 May 2012 10:09:46 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Urheberrecht: Die Reformvorschl&#228;ge der SPD</title>
		<link>http://carta.info/43934/urheberrecht-die-reformvorschlage-der-spd/</link>
		<comments>http://carta.info/43934/urheberrecht-die-reformvorschlage-der-spd/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 23 May 2012 13:33:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagsfraktion]]></category>
		<category><![CDATA[Reform]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Thesenpapier]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=43934</guid>
		<description><![CDATA[Allm&#228;hlich kommen die Parteien in die Puschen mit konkreteren Vorstellungen zur Reform des Urheberrechts. Die Bundestagsfraktion der SPD hat jetzt „12 Thesen f&#252;r ein faires und zeitgem&#228;&#223;es Urheberrecht“ vorgestellt. Eine kritische Durchsicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie so oft beim (nicht mehr ganz so gro&#223;en) Tanker SPD geht es auch mit <a href="http://blogs.spdfraktion.de/netzpolitik/2012/05/21/zwolf-thesen-urheberrecht/">diesem Thesenpapier </a>„in die richtige Richtung“. Doch die erforderliche Kurs&#228;nderung f&#228;llt angesichts des Eisbergs Internet noch etwas zaghaft aus.</p>
<p>Erfreulich ist, dass sich die Netzpolitiker in einigen Punkten Geh&#246;r verschaffen konnten, in anderen Themenfeldern fehlt noch die volle Wahrnehmung der Realit&#228;ten. Zieht man das &#252;bliche Blabla bei solchen Thesenpapieren ab, bleiben als Kernforderungen &#252;brig:</p>
<blockquote><p>„These 3: Die SPD tritt daf&#252;r ein, den Urheber im Verh&#228;ltnis zum Verwerter zu st&#228;rken. Das seit 10 Jahren geltende Urhebervertragsrecht soll die strukturell schw&#228;chere Position des Urhebers in den Verg&#252;tungsverhandlungen mit dem Verwerter ausgleichen. Damit das in der Praxis gelingt, m&#252;ssen die im Gesetz vorgesehenen Konfliktl&#246;sungsmechanismen wirksamer gestaltet und um effektive Kontroll- und Sanktionsinstrumente erg&#228;nzt werden.“</p></blockquote>
<p>Die St&#228;rkung des Urhebers durch das Urhebervertragsrecht f&#228;llt insgesamt eher flau aus. Kein Wort zu den weit verbreiteten Buyout-Vertr&#228;gen, kein Vorschlag, die Exklusivrechte von Verwertern zeitlich, r&#228;umlich oder medial zu begrenzen. Die ausformulierte These bezieht sich allein auf den skandal&#246;sen Umstand, dass die Presseverlage die bisherigen Verhandlungen &#252;ber &#8220;gemeinsame Verg&#252;tungsregeln&#8221; notorisch verschleppen, um sie anschlie&#223;end nicht einmal einzuhalten. Hier braucht es neben einer klaren Fristsetzung auch ein Verbandsklagerecht und sp&#252;rbare Sanktionen bei Nichteinhaltung.</p>
<blockquote><p>„These 5: Eine allgemeine, pauschale Kulturflatrate ist als Modell, Urhebern eine Verg&#252;tung aus der nichtkommerziellen Weitergabe und Vervielf&#228;ltigung von digitalen, urheberrechtlich gesch&#252;tzten Werken zu gew&#228;hren, keine geeignete L&#246;sung. Denn eine solche Zwangsabgabe w&#252;rde zu einer erheblichen Belastung auch derjenigen f&#252;hren, die das Internet nur in geringem Umfang nutzen.“</p></blockquote>
<p>Mit der „Zwangsabgabe“ der Rundfunkgeb&#252;hren scheint die SPD ja weniger Probleme zu haben. Auch die bereits im Urheberrecht verankerte Leermedienabgabe wird von der SPD nicht als &#8220;ungeeignet&#8221; gebrandmarkt. Insofern ist die pauschale Ablehnung einer Netz-Pauschale unn&#246;tig ideologisch motiviert und nicht sehr &#252;berzeugend. Sinnvoller w&#228;re es gewesen, die von verschiedenen Seiten vorgeschlagenen Pilotprojekte zur Erprobung unterschiedlicher Modelle der Privatkopie-Verg&#252;tung zu unterst&#252;tzen. Denn was Bef&#252;rwortern wie Gegnern von Kulturflatrates nach wie vor fehlt, sind empirische Grundlagen f&#252;r ihre Argumente. Gr&#252;ne und Linke sind in diesem Punkt etwas weiter, die Piraten &#252;berlegen noch, was sie fordern sollen.</p>
<blockquote><p>„These 7 und 8: Eine fl&#228;chendeckende Inhaltefilterung des Datenstroms oder eine Sperrung des Internetzugangs lehnen wir ebenso ab wie die Einf&#252;hrung eines Warnhinweismodells. Die SPD spricht sich gegen jede Form eines staatlichen two- oder three-strikes-Modells und gegen eine rein private Rechtsdurchsetzung bei Urheberrechtsverletzungen aus&#8230;. Dem Abmahnmissbrauch muss Einhalt geboten werden. Die SPD tritt deshalb f&#252;r eine effektive Begrenzung des Streitwerts bei einmaligen, geringf&#252;gigen Urheberrechtsverst&#246;&#223;en ein.“</p></blockquote>
<p>Na, das ist doch mal eine klare und deutliche Ansage. Zu ihrem Kernthema Verbraucherpolitik k&#246;nnte der SPD freilich noch etwas mehr einfallen. Die Fragen der Schutzfristen und der Gemeinfreiheit von kulturellen Sch&#246;pfungen werden sorgsam ausgeklammert.</p>
<blockquote><p>„These 10: Die Einf&#252;hrung eines eigenen Leistungsschutzrechts in der derzeit diskutierten Form ist &#8230; nicht erforderlich.“</p></blockquote>
<p>Auch das ist eine (zumindest f&#252;r die SPD) &#252;berraschend deutliche Aussage zu dem seit Jahren hinter verschlossenen T&#252;ren geplanten Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverlage. Es fragt sich allerdings, was mit der „derzeit diskutierten Form“ gemeint sein k&#246;nnte, denn die Vorstellungen der Verleger sind ja noch nicht so eindeutig fixiert. Ein Hintert&#252;rchen f&#252;r ein Ja zu einem modifizierten Leistungsschutzrecht bleibt der SPD in der n&#228;chsten Gro&#223;en Koalition also offen.</p>
<blockquote><p>„These 11: Wir brauchen ein Zweitverwertungsrecht f&#252;r wissenschaftliche Autoren, die ihre Beitr&#228;ge neben der Verlagspublikation z.B. auf den Seiten der Hochschule zug&#228;nglich machen wollen&#8230; Insbesondere die Intranetnutzung in Schulen und Hochschulen muss dauerhaft auf eine rechtssichere Grundlage gestellt und die Schrankenbestimmung f&#252;r die &#246;ffentliche Zug&#228;nglichmachung f&#252;r Unterricht und Forschung entfristet werden.“</p></blockquote>
<p>Beides ist &#252;berf&#228;llig. Hier h&#228;tte weniger Zaghaftigkeit und ein deutlicheres Bekenntnis zum Recht der &#214;ffentlichkeit auf besseren, schnelleren und billigeren Zugang zu meist mit Steuergeldern produziertem Wissen gut getan. Sperrfristen sind in der Wissenschaft ebenso kontraproduktiv wie &#252;berkomplizierte Schrankenregelungen zugunsten von Bildungseinrichtungen.</p>
<blockquote><p>„These 12: Hat eine sorgf&#228;ltige Suche nach dem Rechteinhaber ergeben, dass dieser nicht feststellbar ist, soll gegen Zahlung einer angemessenen Verg&#252;tung die Lizensierung durch Verwertungsgesellschaften erm&#246;glicht werden.“</p></blockquote>
<p>Das ist ein vern&#252;nftiger Kompromiss in der Frage &#8216;Was passiert denn nun mit verwaisten Werken?&#8217; &#8211; vorausgesetzt, die Verwertungsgesellschaften handeln tats&#228;chlich &#8211; wie von der SPD angestrebt &#8211; &#8220;transparent&#8221;. Unbeantwortet bleibt die Frage, welche Instanz die „Sorgfalt&#8221; der Suchenden &#252;berpr&#252;fen k&#246;nnte.</p>
<p>Insgesamt hat die SPD-Fraktion ein Papier vorgelegt, das Dialogbereitschaft signalisiert. Das ist im Zeitalter der Positionspapier-Bekenntnisse und Wutreden ja keineswegs selbstverst&#228;ndlich.</p>
<p>&nbsp;
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43934%2Furheberrecht-die-reformvorschlage-der-spd%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43934%2Furheberrecht-die-reformvorschlage-der-spd%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/43934/urheberrecht-die-reformvorschlage-der-spd/">Urheberrecht: Die Reformvorschl&#228;ge der SPD</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/43934/urheberrecht-die-reformvorschlage-der-spd/#comments">11 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43934&amp;md5=5fc745ce177aa99db6207e524e9a7f5d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/43934/urheberrecht-die-reformvorschlage-der-spd/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Auf die dritte Stimme h&#246;ren: Verg&#252;ten statt Verbieten</title>
		<link>http://carta.info/43948/auf-die-dritte-stimme-horen-verguten-statt-verbieten/</link>
		<comments>http://carta.info/43948/auf-die-dritte-stimme-horen-verguten-statt-verbieten/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 May 2012 14:54:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Renner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=43948</guid>
		<description><![CDATA[In der Diskussion um das Urheberrecht im digitalen Wandel gab es bislang zwei starke Stimmen. Zum einen Contentwirtschaft und Verwertungsgesellschaften, zum anderen die sogenannte Netzgemeinde. Erstere m&#246;chten ihre erfolgreichen Gesch&#228;ftsmodelle sch&#252;tzen oder zumindest nur langsam umstellen. Die Netzgemeinde dagegen will die im digitalen Raum erlangte Freiheit verteidigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Urheber melden sich zu Wort</strong></p>
<p>Reflexartig haben sich die Konservativen auf Seiten der Verwerter geschlagen und fordern Kontrollma&#223;nahmen. Dagegen haben liberale Parteien wie FDP und Piraten die Netzfreiheit im Fokus. Erst seit kurzem kommt eine dritte Stimme zu Wort: die Urheber. Seit der Autor und Musiker Sven Regeners seinem &#196;rger &#252;ber Urheberrechtsverletzungen mit einer spontanen Wutrede im Bayrischen Rundfunk Luft machte, verschaffen die Kreativen sich Geh&#246;r. Sie, mit deren Ideen und Werken Labels, Verlage, Verleiher, Agenturen und Verwertungsgesellschaften Ums&#228;tze erzielen. Sie, deren Ideen und Werke in digitaler Form die Netzgemeinde begeistert.</p>
<p>Nun haben Urheber weder das Kapital noch die Lobbyisten auf ihrer Seite. Sie bilden auch keine gesellschaftlichen Mehrheiten, wie die Nutzer des Internets. Und doch ist es Aufgabe einer verantwortungsvollen und sozialen Politik sich f&#252;r diese produktive Minderheit stark zu machen. Es gilt, ihre Interessen in den Mittelpunkt zu stellen. Zumal die Urheber die Schnittstelle zwischen der verunglimpften „Content-Mafia“ und den unfl&#228;tig beschimpften „Raubkopierern“ sind – und somit die einzigen m&#246;glichen Mediatoren im aktuellen Konflikt.</p>
<p><strong>Von kreativer Arbeit leben</strong></p>
<p>Das Problem mit den Urhebern ist jedoch, dass sie eine Gruppe von Individualisten sind, konzentriert auf ihre Kunst. In ihren Positionen und Forderungen sind die Urheber schwer zu einen. &#220;bereinstimmung wird meist von au&#223;en erzeugt, etwa beim k&#252;rzlich ver&#246;ffentlichten Appell „Wir sind die Urheber“. Bei dem f&#252;hrte ein Literaturagent die Feder und genau aus diesem Grund sind die Loyalit&#228;tsadressen genau wie die Verwerter-Forderungen in den ver&#246;ffentlichten Texten mit &#228;u&#223;erster Vorsicht zu bewerten.</p>
<p>Im Kern geht es den Urhebern – egal ob Regener spricht, oder Agent Matthias Landwehr die Kreativen sprechen l&#228;sst – um Verg&#252;tung f&#252;r ihre Arbeit. Dagegen sind weder Industrie noch Nutzer. Allerdings: Die Industrie will die Marketing- und Preishoheit &#252;ber die Produkte halten. Die politischen Sprecher der Netzgemeinde haben eher pauschale Verg&#252;tungsmodelle im Sinn. F&#252;r die Urheber ist beides wenig verlockend. Im Mittelpunkt ihres Interesses steht das Werk. Das soll gelesen, geh&#246;rt und gesehen werden, wie und wo auch immer. F&#252;r diese Nutzung wollen die Urheber eine angemessene Beteiligung. Nur so k&#246;nnen sie w&#252;rdig und unsubventioniert von ihrer Arbeit leben.</p>
<p><strong>Neue Gesch&#228;ftsmodelle f&#246;rdern, nicht veraltete sch&#252;tzen</strong></p>
<p>Die Gesch&#228;ftsmodelle der Verwerter basieren auf Kontrolle: Sie wollen die Form (z.B. des Musik-Albums, des geschlossenen Buches, der Zeitschrift als Sammlung von Artikeln, etc.) und den Zeitpunkt der Ver&#246;ffentlichung (Airplay f&#252;r Musik bevor sie erschienen ist, Vierstufige Verwertungskette der Filmwirtschaft, etc.) bestimmen. Genau das ist im digitalen Umfeld kaum haltbar ohne in die B&#252;rgerrechte der Nutzer einzugreifen.</p>
<p>Es kann nicht Aufgabe der Politik sein diese Gesch&#228;ftsmodelle, die sich &#252;berholt haben, zu sch&#252;tzen. Die Wirtschaft muss Modelle entwickeln, die den neuen Gegebenheiten entsprechen. Beispiele gibt es bereits. So erm&#246;glicht spotify den Nutzern Songs zu h&#246;ren, sobald sie im Radio laufen. Durch Werbeunterbrechungen oder Premium-Abos wird Umsatz gemacht. Derartige Angebote m&#252;ssen Contentwirtschaft und Verwertungsgesellschaften in all ihren Bereichen entwickeln bzw. erm&#246;glichen, um f&#252;r Urheber und Nutzer relevant zu bleiben.</p>
<p><strong>Legale Angebote als Schutz vor Piraterie</strong></p>
<p>Immer wieder wird der Ruf nach Pauschalabgaben laut. Die machen es dem Nutzer auf den ersten Blick einfach, bringen aber zwei Probleme mit sich: Es entwickeln sich keine neuen Angebotsformen und bei der Verteilung kommt es fast zwangsl&#228;ufig zu Konflikten. Das beweisen bereits existierende Pauschalabgaben wie die Leer-Medienabgabe. Hier werden die Verteilmodelle (wie zB. Rundfunkeins&#228;tze bei Musik als Schl&#252;ssel) zu Recht immer wieder als ungerecht angeprangert.</p>
<p>Im Sinne des Urhebers braucht es eine Politik, die das Verg&#252;ten &#252;ber das Verbieten stellt. Die Urheber sind an der wirtschaftlichen Nutzung ihrer Werke interessiert. Es bedarf Gesch&#228;ftsmodellen, die mindestens so gut sind wie die illegalen Angebote. Die zu etablieren ist der wirksamste Schutz vor Piraterie.</p>
<p>Was neuen Entwicklungen betrifft, ist Deutschland bisher ein Negativbeispiel. Neun Jahre lang gab es keine Einigung zwischen GEMA und Bitkomm &#252;ber die Verg&#252;tung pro Download. Die Konsequenz: Die Akteure mussten die von der GEMA geforderte Maximalverg&#252;tung zur&#252;ckstellen, ihre legalen Angebote wurden deshalb unwirtschaftlich, ihre Anstrengungen bei der Durchsetzung ihres neuen Dienstes deshalb gebremst. Werbung und Kampagnen f&#252;r legale Downloadanbieter gab es schlichtweg lange nicht. Das hat  Konsequenzen. So wird in Deutschland immer noch 83 Prozent des Umsatzes mit Musik &#252;ber Tontr&#228;ger gemacht (in den USA sind es weniger als 50 Prozent, in Schweden liegt der Tontr&#228;ger-Anteil bei 40 Prozent). Das Fatale daran: Die Einnahmen der K&#252;nstler sinken, denn die Verluste aus den immer noch fallenden Ums&#228;tzen mit Tontr&#228;gern k&#246;nnen in der somit zaghaft gewordenen, digitalen Verwertung nicht kompensiert werden.</p>
<p><strong>Digitale Verf&#252;gbarkeit ist im Interesse der Urheber</strong></p>
<p>Wie werden Urheberrecht, Contentwirtschaft und Verwertungsgesellschaften ihrer Verantwortung den Urhebern gegen&#252;ber gerecht? Behindern die aktuellen Rahmenbedingungen die Urheber in ihrem Erl&#246;sstreben, feiern Umgehungsangebote Erfolge. Ein Beispiel daf&#252;r ist kinox.to, der Ersatz f&#252;r das abgestellte kino.to genau wie der youtube Router, der letztlich doch alle Videos frei schaltet.</p>
<p>Die althergebrachten, analogen Gesch&#228;ftsmodelle werden durch die digitale Verf&#252;gbarkeit angegriffen – egal legal und illegal. Es ist deshalb zwingender Auftrag eines Verwerters im Interesse seiner Urheber f&#252;r eine legale Verf&#252;gbarkeit zu sorgen.</p>
<p><strong>Gezahlt wird im Netz immer</strong></p>
<p>Die Verfolgung von Missbrauch sollte sich k&#252;nftig auf diejenigen konzentrieren, die von der Sch&#228;digung des Urhebers profitieren. Die sogenannte „Umsonstkultur“ ist eine Schim&#228;re. Illegale Angebote sind nicht von Altruismus getrieben, gezahlt wird im Netz immer. Entweder durch Premium-Zug&#228;nge oder Optimierungs-Software. Auch f&#252;r illegale Angebote, bei denen Werbung die Zeit der Nutzer kostet. Will man diese illegalen Plattformen wirklich austrocknen, sollte man ihnen ein legales Angebot entgegenstellen und sie dann von jeglichen Eink&#252;nften abschneiden.</p>
<p>M&#246;glich w&#252;rde das, indem man Werbetreibende, die von der Reichweite illegaler Dienste profitieren, mitverantwortlich macht. Mediagenturen k&#246;nnten verpflichtet sein nachzuweisen, dass das von ihnen genutzte Medium eine Vereinbarung mit den Verwertungsgesellschaften hat. &#196;hnliches gilt f&#252;r Zahlungs-Anbieter wie Paypal und Kreditkartenunternehmen die den Kauf von Premium-Zug&#228;ngen und &#228;hnlichem erm&#246;glichen.</p>
<p>Illegale Angebote sind weder sympathisch, noch optimal nutzbar. Im Sinne der Urheber gegen sie vorzugehen ist deshalb leicht zu kommunizieren. Verbunden mit der Entstehung fairer und legaler Angebote ist das sogar im Sinne des Nutzers. Ein Zusammenspiel aus legalen Angeboten, die mindestens so gut sind wie die illegale Konkurrenz und ein konsequentes Austrocknen von Einnahmequellen derjenigen, die Urheber leer ausgehen lassen k&#246;nnen den Wandeln bringen. Die Politik muss eigentlich nur auf die dritte Stimme h&#246;ren.</p>
<p><a href="http://www.motor.de/motorblog/tim.renner/tim_renner_auf_die_dritte_stimme_hoeren_vergueten_statt_verbieten.html"><em>Crosspost</em></a>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43948%2Fauf-die-dritte-stimme-horen-verguten-statt-verbieten%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43948%2Fauf-die-dritte-stimme-horen-verguten-statt-verbieten%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/43948/auf-die-dritte-stimme-horen-verguten-statt-verbieten/">Auf die dritte Stimme h&#246;ren: Verg&#252;ten statt Verbieten</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/43948/auf-die-dritte-stimme-horen-verguten-statt-verbieten/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43948&amp;md5=fa0a946f0d426d1931b4249163e2d3e7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/43948/auf-die-dritte-stimme-horen-verguten-statt-verbieten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Unterausschuss &#8220;Neue Medien&#8221; hat getagt</title>
		<link>http://carta.info/43890/unterausschuss-neue-medien-hat-getagt/</link>
		<comments>http://carta.info/43890/unterausschuss-neue-medien-hat-getagt/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 21 May 2012 13:27:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Inhalteanbieter]]></category>
		<category><![CDATA[Unterausschuss Neue Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Vermarktung und Schutz kreativer Inhalte im Internet]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=43890</guid>
		<description><![CDATA["Vermarktung und Schutz kreativer Inhalte im Internet" war das Motto der heutigen Anh&#246;rung im Bundestag, allerdings lag die Betonung dabei auf Schutz. Im Vordergrund standen die Anbieterinteressen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die zweist&#252;ndige <a href="http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2012/39019818_kw21_pa_neue_medien/index.html">Anh&#246;rung</a> im Unterausschuss &#8220;Neue Medien&#8221; hat nichts Neues gebracht, sondern lediglich die bekannten Standpunkte noch einmal geb&#252;ndelt. F&#252;r Otto Normalnutzer <a href="wir-sind-die-buerger.de">wichtige</a> Aspekte wurden <a href="http://www.ccc.de/system/uploads/119/original/UA-neueMedien-2strikes.pdf">ausgeklammert</a>. </p>
<p>Bereits vorab hatte J&#252;rgen Kuri (c&#8217;t) eine kleine <a href="https://plus.google.com/108439267335906541102/posts/TYsvmaz7Yd5">Lekt&#252;reliste</a> zusammengestellt. Markus Beckedahl hat f&#252;r <em>Netzpolitik</em> teilweise <a href="http://netzpolitik.org/2012/live-2-strikes-anhorung-im-bundestag/">mitgebloggt</a> und die Stellungnahmen der Sachverst&#228;ndigen verlinkt:</p>
<blockquote><p><a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/stellung_experten/stellungnahme_van_bonn.pdf">Reimut van Bonn, Musiker, VUT – Verband unabh&#228;ngiger Musikunternehmen e. V.</a><br />
<a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/stellung_experten/stellungnahme_dr_druecke.pdf">Dr. Florian Drücke, Bundesverband der Musikindustrie e. V.</a><br />
<a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/stellung_experten/stellungnahme_dr_frey.pdf">Dr. Dieter Frey, Fachanwalt für Urheber und Medienrecht</a><br />
<a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/stellung_experten/stelungnahme_vongehlen.pdf">Dirk von Gehlen, Süddeutsche Zeitung</a><br />
<a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/stellung_experten/stellungnahme_frank_rieger.pdf">Frank Rieger, Chaos Computer Club</a><br />
<a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/stellung_experten/stellungnahme_schwartmann.pdf">Prof. Dr. jur. habil. Rolf Schwartmann, Fachhochschule K&#246;ln</a><br />
<a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/stellung_experten/stellungnahme_christian_sommer.pdf">Christian Sommer, Executive Director, EMEA Anti-Piracy Operations, Warner Bros. Entertainment</a><br />
Dr. Christian Sprang, B&#246;rsenverein des Deutschen Buchhandels e. V.<br />
<a href="http://netzpolitik.org/wp-upload/stellung_experten/stellungnahme_oliver_sueme.pdf">Oliver Süme, eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V.</a></p>
</blockquote>
<p></p>
<p><a href="http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2012/39019818_kw21_pa_neue_medien/index.html">Aufzeichnungen</a> des Livestreams sowie der Wortprotokolle werden sp&#228;ter von den Diensten des Bundestags zur Verf&#252;gung gestellt.</p>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43890%2Funterausschuss-neue-medien-hat-getagt%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43890%2Funterausschuss-neue-medien-hat-getagt%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/43890/unterausschuss-neue-medien-hat-getagt/">Unterausschuss &#8220;Neue Medien&#8221; hat getagt</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/43890/unterausschuss-neue-medien-hat-getagt/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43890&amp;md5=0737f7d093d7ba24295f6e9e9b39eadf" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/43890/unterausschuss-neue-medien-hat-getagt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Urheberrecht: Verwirrung wegen Offener Briefe</title>
		<link>http://carta.info/43771/urheberrecht-verwirrung-wegen-offener-briefe/</link>
		<comments>http://carta.info/43771/urheberrecht-verwirrung-wegen-offener-briefe/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 17 May 2012 15:45:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Offene Briefe]]></category>
		<category><![CDATA[Standpunkte]]></category>
		<category><![CDATA[Urheber]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=43771</guid>
		<description><![CDATA[In der Urheberrechtsdebatte sind gerade Offene Briefe en vogue. Mit unterschiedlichen Anliegen, aber &#228;hnlichen Titeln sorgen sie f&#252;r Irritationen: Wer will denn nun was? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich dieser Tage auf  Twitter mitteilte, ich habe einen Offenen Brief zum Urheberrecht unterzeichnet, wurde ich schnell gefragt, warum um Himmels Willen gerade diesen?</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>@<a href="https://twitter.com/kaffeebeimir">kaffeebeimir</a> &#196;h. Wieso das? Findest Du den Ansatz von @<a href="https://twitter.com/codeispoetry">codeispoetry</a> nicht viel besser? O.o</p>
<p>— Daniel Br&#246;ckerhoff (@doktordab) <a href="https://twitter.com/doktordab/status/201212490082816000">Mai 12, 2012</a></p></blockquote>
<p><script src="//platform.twitter.com/widgets.js"></script></p>
<p>Nach einer Weile stellte sich heraus, das  es mehrere gibt:</p>
<ol>
<li>Den <a href="http://www.wir-sind-die-urheber.de/" target="_blank">Ausl&#246;ser</a> der folgenden Aktionen</li>
<li>Die <a href="http://wir-sind-die-buerger.de/" target="_blank">Antwort</a> von <a href="https://twitter.com/#%21/codeispoetry" target="_blank">@codeispoetry</a>, Thomas Pfeiffer<br />
 Sie macht aus dem Blickwinkel des Nutzers konstruktive Vorschl&#228;ge, welche Fragen in der Diskussion zun&#228;chst gekl&#228;rt werden m&#252;ssten.</li>
<li>Die <a href="http://wir-sind-urheber.de/" target="_blank">Antwort</a> von <a href="https://twitter.com/#%21/astefanowitsch" target="_blank">@astefanowitsch</a>, Anatol Stefanowitsch<br />
 Sie ist ein wenig sch&#228;rfer formuliert, was bei der Tonlage der <a href="http://www.zeit.de/2012/20/Aufruf-Urheberrecht" target="_blank">ZEIT-Aktion</a> und des <a href="http://www.zeit.de/2012/20/Kuenstler-Urheberrecht" target="_blank">Artikels</a> von Adam Soboczynski nicht verwundert.</li>
<li>Au&#223;erdem gibt es noch das internationale <a href="http://www.dontmakemesteal.com/de/about" target="_blank">Digitale Medien Verbrauchermanifest</a> von verschiedenen Autoren, das auf einem Workshop im Februar 2011 entstanden ist und konkrete Vorschl&#228;ge f&#252;r Vertrieb, Zugriffsm&#246;glichkeiten und Preisgestaltung/Bezahlung macht.</li>
</ol>
<p><strong>Hier die ganze Unterhaltung, die exemplarisch zeigt, wie un&#252;bersichtlich die Lage ist:</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><script src="http://storify.com/kaffeebeimir/verwirrung-durch-offene-briefe-zum-urheberrecht.js"></script><noscript>[<a href="http://storify.com/kaffeebeimir/verwirrung-durch-offene-briefe-zum-urheberrecht" target="_blank">View the story "Verwirrung durch Offene Briefe zum Urheberrecht" on Storify</a>]</noscript>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43771%2Furheberrecht-verwirrung-wegen-offener-briefe%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43771%2Furheberrecht-verwirrung-wegen-offener-briefe%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/43771/urheberrecht-verwirrung-wegen-offener-briefe/">Urheberrecht: Verwirrung wegen Offener Briefe</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/43771/urheberrecht-verwirrung-wegen-offener-briefe/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43771&amp;md5=4eb4c561fffc35bae35fa257ea10eef6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/43771/urheberrecht-verwirrung-wegen-offener-briefe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wir sind die B&#252;rger</title>
		<link>http://carta.info/43688/wir-sind-die-burger/</link>
		<comments>http://carta.info/43688/wir-sind-die-burger/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 13 May 2012 17:08:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Aufruf]]></category>
		<category><![CDATA[Mitbestimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilgesellschaft]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=43688</guid>
		<description><![CDATA[Thomas Pfeiffer von den Webevangelisten hat eine Unterschriftenliste zum Urheberrecht aus dem Blickwinkel der B&#252;rger aufgelegt. Bleibt die Frage: Wo unterschreiben mehr? Bei den B&#252;rgern oder bei den Urhebern?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Reaktion auf die Initiative <a href="http://www.zeit.de/2012/20/Aufruf-Urheberrecht">„Wir sind die Urheber“</a> haben sich jetzt auch aktive „B&#252;rgerinnen und B&#252;rger“ zum Bekenntnis formiert. Sie fordern, dass sich das Urheberrecht an die gesellschaftliche Realit&#228;t anpassen m&#246;ge – nicht umgekehrt. Auf der Website <a href="http://wir-sind-die-buerger.de/">„Wir sind die B&#252;rger“</a> hei&#223;t es:</p>
<blockquote><p>„Das Internet ver&#228;ndert dramatisch die Rahmenbedingungen f&#252;r kulturelles Schaffen. Pl&#246;tzlich stellen sich urheberrechtliche Fragen f&#252;r alle von uns – auch f&#252;r Laien:</p>
<ul>
<li>Wie viel Text darf man zitieren, ohne das Urheberrecht zu verletzen?</li>
<li>Darf man zu seinem Lieblingslied singen oder tanzen und das Video dazu im Internet ver&#246;ffentlichen?</li>
<li>Darf man eine ber&#252;hmte Filmszene nachsprechen oder im eigenen Sinn interpretieren (z.B parodieren)?</li>
<li>Ist eine bestimmte Art der Nutzung mit dem Kauf von CD, Buch oder Datei bereits abgegolten?</li>
</ul>
<p>Wir B&#252;rgerinnen und B&#252;rgern sind mit den Regeln &#252;berfordert, wenn wir im Internet kreativ werden. Gleichzeitig sind kulturschaffende Profis zu Recht dar&#252;ber emp&#246;rt, dass ihre Werke ohne Bezahlung verwendet werden.“</p></blockquote>
<p>Das moderat und vern&#252;nftig klingende Papier der „B&#252;rgerinnen und B&#252;rger“ ist <strong>ein Aufruf, die festgefahrene Debatte zu entkrampfen</strong>.</p>
<blockquote><p>„Lassen Sie uns gemeinsam nach L&#246;sungen suchen, die das Recht der Urheber, &#252;ber das eigene Werk zu verf&#252;gen genauso respektieren wie das Recht aller Menschen, frei von Repression und &#220;berwachung zu leben.“</p></blockquote>
<p>Unterschrieben haben bislang etwa 5000 Menschen. Konkrete Vorschl&#228;ge zur Reform des Urheberrechts enth&#228;lt das Papier allerdings nicht.</p>
<p>&nbsp;
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43688%2Fwir-sind-die-burger%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43688%2Fwir-sind-die-burger%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/43688/wir-sind-die-burger/">Wir sind die B&#252;rger</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/43688/wir-sind-die-burger/#comments">No comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43688&amp;md5=6a009bb61c453caa4f3e0be976e8e79b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/43688/wir-sind-die-burger/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mein Werk geh&#246;rt mir</title>
		<link>http://carta.info/43680/mein-werk-gehort-mir/</link>
		<comments>http://carta.info/43680/mein-werk-gehort-mir/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 13 May 2012 11:08:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Positionspapier]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[VG Wort]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=43680</guid>
		<description><![CDATA[Fast im Wettlauf verfassen Urheber, Verwerter und Nutzer derzeit Positionspapiere zum Urheberrecht. Carta dokumentiert die Stellungnahmen in loser Folge. Heute: Die Verwertungsgesellschaft Wort]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Positionspapier der <em><a href="http://www.vgwort.de/startseite.html">Verwertungsgesellschaft Wort</a></em> (VG Wort) wurde von den gesch&#228;ftsf&#252;hrenden Vorstandsmitgliedern Robert Staats und Rainer Just verfasst. Es hat den Vorteil, dass es sehr unaufgeregt daherkommt und in verst&#228;ndlicher Sprache gehalten ist. Inhaltlich handelt es sich jedoch um eine reine Verteidigung des bestehenden Rechts. Die Verfasser sind der Auffassung, dass die Rechtslage den Nutzern nur besser erkl&#228;rt werden muss.</p>
<p>Die <em>Verwertungsgesellschaft Wort</em> sch&#252;ttet laut Gesch&#228;ftsbericht f&#252;r das Jahr 2011 circa 120 Millionen Euro Tantiemen an 148.415 wahrnehmungsberechtigte Autoren und Verlage aus. Unterm Strich bleiben durchschnittlich ein paar hundert Euro pro Autor und Jahr h&#228;ngen. Das Geld muss aber noch versteuert werden. Der L&#246;wenanteil der Einnahmen stammt aus der so genannten Kopierger&#228;teverg&#252;tung (69,5 Mio. €).</p>
<p>Die Gesamteinnahmen sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Die Ger&#228;teindustrie (vertreten durch BITKOM, Copyshop-Verb&#228;nde, Informationskreis AufnahmeMedien) wehrt sich mit H&#228;nden und F&#252;&#223;en gegen h&#246;here Zahlungen auf der Grundlage von §54 Urheberrecht (Leermedienabgabe). Mehrere Prozesse sind anh&#228;ngig.</p>
<p>F&#252;r Texte im Internet wurden 2011 lediglich 3,1 Millionen Euro an 7182 Autoren und 130 Verlage ausgesch&#252;ttet. Die Transparenz der Aussch&#252;ttung, aber auch die Transparenz der Erfassungssysteme im Internet (Meldeportal T.O.M.) ist reformbed&#252;rftig.</p>
<p>Hier nun das Positionspapier der <em>VG Wort </em>zum Urheberrecht:</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>1. Mein Werk geh&#246;rt mir</strong></p>
<p>Der Urheber ist der Sch&#246;pfer des Werkes. Ihm stehen Urheberpers&#246;nlichkeitsrechte und Verwertungsrechte zu. Werknutzungen ohne Zustimmung des Urhebers sind unzul&#228;ssig, wenn das Gesetz sie nicht ausdr&#252;cklich erlaubt. Auch Bearbeitungen und sonstige &#196;nderungen des Werkes bed&#252;rfen grunds&#228;tzlich der Erlaubnis des Urhebers. Erlaubt sind dagegen „freie Benutzungen“, bei denen in Anlehnung an ein fremdes Werk ein neues selbst&#228;ndiges Werk geschaffen wird.</p>
<p>An diesen Grunds&#228;tzen ist in der digitalen Welt festzuhalten. Sie bringen die schutzw&#252;rdigen Interessen des Urhebers mit den Interessen der Allgemeinheit in angemessener Weise in Ausgleich. So l&#228;sst insbesondere die M&#246;glichkeit der freien Benutzung gen&#252;gend Spielraum, neue Werke zu schaffen, die auf vorhandenen Werken aufbauen. Handelt es sich dagegen um eine unfreie Bearbeitung, bei der das urspr&#252;ngliche Werk noch deutlich erkennbar ist, muss aus urheberpers&#246;nlickeitsrechtlichen und verm&#246;gensrechtlichen Gr&#252;nden der Sch&#246;pfer des Werkes um Erlaubnis gefragt werden. Eine generelle Einwilligung kann dabei auch im Rahmen einer Creative-Commons-Lizenz erteilt werden. Auch hier ist es der Urheber, der freiwillig entscheidet, welche Nutzungen und Bearbeitungen er erlauben will. F&#252;r eine gesetzliche Beschr&#228;nkung des Urheberrechts zu Gunsten von „Mashups“ oder „Remixes“ besteht kein Anlass.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>2. Digitale Privatkopien sind erlaubt, aber zu bezahlen</strong></p>
<p>Analoge und digitale (!) Privatkopien sind gesetzlich erlaubt. Die einschl&#228;gigen Regelungen im Urheberrechtsgesetz erm&#246;glichen Vervielf&#228;ltigungen f&#252;r private Zwecke, sehen aber gleichzeitig eine angemessene Verg&#252;tung der Urheber vor. Diese wird durch die pauschale Ger&#228;te- und Speichermedienverg&#252;tung der Hersteller und Importeure sowie die Betreiberverg&#252;tung bestimmter Gro&#223;betreiber von Vervielf&#228;ltigungsger&#228;ten sichergestellt. An diesem einfachen und nutzerfreundlichen Verg&#252;tungssystem ist festzuhalten. Es ist mit Blick auf neue Kopierm&#246;glichkeiten im Internet, wie insbesondere beim Cloud-Computing, fortzuentwickeln. Digitale Privatkopie: Ja. Aber nur gegen eine angemessene Verg&#252;tung!</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>3. H&#228;nde weg von Schutzfristen</strong></p>
<p>Die Vorschl&#228;ge im politischen Raum f&#252;r eine Verk&#252;rzung der gesetzlichen Schutzfristen sto&#223;en auf v&#246;lliges Unverst&#228;ndnis vieler Urheber. Eine Schutzfristenverk&#252;rzung w&#252;rde das geistige Eigentum der Urheber deutlich entwerten ohne von wirklichem Vorteil f&#252;r die Allgemeinheit zu sein. Nat&#252;rlich kann Sacheigentum und geistiges Eigentum nicht einfach gleichgesetzt werden. Aber auch das geistige Eigentum ist verfassungsrechtlich gesch&#252;tzt und kann nicht &#8211; wie teilweise gefordert – massiv verk&#252;rzt werden. Es trifft auch nicht zu,dass die bestehenden Schutzfristen lediglich den Verwertern zu Gute kommen. Jede Verk&#252;rzung des Urheberrechts schw&#228;cht auch die Position des Urhebers. Ohne Urheberrecht hat er nichts, worauf er sich gegen&#252;ber Dritten berufen kann. Und: Auch Urheber wollen ihren Erben etwas hinterlassen. H&#228;ufig genug handelt es sich bei ihren gesch&#252;tzten Rechten um die zentralen Verm&#246;gensgegenst&#228;nde. Dabei muss es bleiben.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>4. Das Urheberrecht sch&#252;tzt die Kreativen</strong></p>
<p>In Art. 27 Abs. 2 der Allgemeinen Erkl&#228;rung der Menschenrechte hei&#223;t es: <em>„Jeder hat das Recht auf Schutz der geistigen und materiellen Interessen, die ihm als Urheber von Werken der Wissenschaft, Literatur oder Kunst erwachsen.“ </em>In &#228;hnlicher Weise formuliert es § 11 des deutschen Urheberrechtsgesetzes: <em>„Das Urheberrecht sch&#252;tzt den Urheber in seinen geistigen und pers&#246;nlichen Beziehungen zum Werk und in der Nutzung des Werkes. Es dient zugleich der Sicherung einer angemessenen Verg&#252;tung f&#252;r die Nutzung des Werkes.“</em></p>
<p>Diesen Worten ist nichts hinzuzuf&#252;gen. Damit ist keineswegs ausgeschlossen, dass den Interessen von Nutzern im Rahmen des Urheberrechts Rechnung getragen werden kann, wie es insbesondere bei sogenannten Schrankenreglungen der Fall ist. Die Interessen von Nutzern sollten aber nicht selbst als Schutzgegenstand des Urheberrechts angesehen werden.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>5. Fair-Use ist nicht fair</strong></p>
<p>Eine Fair-Use-Regelung nach amerikanischem Muster ist abzulehnen. Sie f&#252;hrt zu erheblicher Rechtsunsicherheit und sieht vor allem keinerlei Verg&#252;tung f&#252;r die – vielleicht &#8211; erlaubten Werknutzungen vor. Die jahrelange Auseinandersetzung &#252;ber die Google- Buchsuche in den USA zeigt eindringlich die Schw&#228;chen des dortigen Systems.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>6. Verwertungsgesellschaften</strong></p>
<p>Verwertungsgesellschaften sind Selbsthilfeorganisationen im Bereich des Urheberrechts. Die VG WORT – als eine von 12 Verwertungsgesellschaften in Deutschland &#8211; wird dort gemeinschaftlich t&#228;tig, wo Autoren und Verlage ihre Rechte individuell nicht effektiv verwerten k&#246;nnen. Die Wahrnehmung von Rechten durch Verwertungsgesellschaften ist gesetzlich geregelt und unterliegt der Aufsicht durch das Deutsche Patent- und Markenamt. Verwertungsgesellschaften kommt gerade in der digitalen Welt eine besonders wichtige Aufgabe zu; sie sind als Treuh&#228;nder der Autoren und Verlage und als zentrale Rechtevermittler und Anlaufstellen f&#252;r Nutzer unverzichtbar.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>7. Lizenzieren, Lizenzieren, Lizenzieren</strong></p>
<p>Die Bed&#252;rfnisse der Nutzer sollten vor allem durch neue Gesch&#228;ftsmodelle befriedigt werden. Neue digitale Angebote werden st&#228;ndig entwickelt und auf den Markt gebracht. Die Situation hat sich in den letzten Jahren massiv ver&#228;ndert. Kaum ein Nutzer kann sich heute noch dar&#252;ber beschweren, dass ihm B&#252;cher, Musik oder Filme nicht in digitaler Form einfach</p>
<p>und bezahlbar angeboten w&#252;rden. Die bestehenden Angebote sind dennoch st&#228;ndig zu verbessern. Das gilt f&#252;r eigene Gesch&#228;ftsmodelle der Urheber, aber auch f&#252;r Angebote der Verlage oder Produzenten, auf deren professionelle Vermarktung viele Urheber nach wie vor aus guten Gr&#252;nden setzen. Nicht zuletzt k&#246;nnen neue digitale Gesch&#228;ftsmodelle auch unter Einbeziehung der Verwertungsgesellschaften entwickelt werden. Ein Gesch&#228;ftsmodell scheidet allerdings aus: Ohne Verg&#252;tung funktioniert auf Dauer gar nichts; es sei denn, der Urheber verzichtet auf eine Verg&#252;tung. Und das k&#246;nnen sich nur wenige Kreative leisten.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>8. Aufkl&#228;rung ist erforderlich – Rechtsverfolgung mit Augenma&#223;</strong></p>
<p>Die Bedeutung des Urheberrechts f&#252;r die Kreativen und die Kulturwirtschaft muss in der &#214;ffentlichkeit deutlich gemacht werden. Das beginnt mit Aufkl&#228;rungsarbeit in den Schulen. Es ist richtig, dass das Urheberrechtsgesetz teilweise komplexe Bestimmungen enth&#228;lt. Aber das gilt f&#252;r andere Rechtsgebiete in gleicher Weise. Es kommt deshalb darauf an, die Grunds&#228;tze des geistigen Eigentums zu vermitteln. Dann ist schon viel gewonnen.</p>
<p>Gute Aufkl&#228;rung &#228;ndert nichts daran, dass Rechtsverletzungen nicht einfach hingenommen werden k&#246;nnen. Es besteht keinerlei Anlass, gegen&#252;ber Urheberrechtsverletzungen, die im gro&#223;en Stil und kommerziell betrieben werden, nachsichtig zu sein. Hier wird illegal eine Menge Geld auf Kosten der Urheber verdient. Es bedarf deshalb dringend effektiver Regelungen zur Rechtsdurchsetzung, vor allem im internationalen Kontext. Etwas anderes kann f&#252;r einzelne Nutzer gelten, die bei einem illegalen Download erwischt werden. Auch derartige Verst&#246;&#223;e sind nicht akzeptabel, ihnen sollte aber angemessen und mit Augenma&#223; begegnet werden.</p>
<p><em>9.Mai 2012, VG WORT, Dr. Robert Staats und Rainer Just</em></p>
<p>&nbsp;
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43680%2Fmein-werk-gehort-mir%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43680%2Fmein-werk-gehort-mir%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/43680/mein-werk-gehort-mir/">Mein Werk geh&#246;rt mir</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/43680/mein-werk-gehort-mir/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43680&amp;md5=001598c633fdf999288222ef24adc188" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/43680/mein-werk-gehort-mir/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wir sind die Urheber? Ohne mich</title>
		<link>http://carta.info/43660/wir-sind-die-urheber-ohne-mich/</link>
		<comments>http://carta.info/43660/wir-sind-die-urheber-ohne-mich/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 May 2012 16:03:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra van Cronenburg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Kampagnen]]></category>
		<category><![CDATA[Piraten]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=43660</guid>
		<description><![CDATA[Meine Kolleginnen und Kollegen tragen wieder Buttons. Und weil es so bequem ist, kann man sich heutzutage sogar welche klicken und sich online in Schubladen sortieren. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist wom&#246;glich eine sehr &#8220;deutsche&#8221; Reaktion: Anstatt sich an einen Tisch zu setzen und Zukunft aktiv zu gestalten, steckt man sich Buttons an: F&#252;r oder gegen Atomkraft, f&#252;r oder gegen Fleisch, f&#252;r oder gegen das Urheberrecht. Die Sch&#252;tzengr&#228;ben verlaufen durchs Wohnzimmer, die Gegner sind klar gekennzeichnet und immer ist der andere der Feind. Ich habe das mit den Buttons in den fr&#252;hen 1980ern auch gemacht. Aber dann bin ich &#228;lter geworden und aus einem unserer K&#246;rnerfresser mit Turnschuhen und Buttons wurde ein Au&#223;enminister im Anzug. Sp&#228;testens da konnte man sehen: Menschen sind nicht schwarz oder wei&#223;, nicht eindeutig, nicht immerw&#228;hrend zu kategorisieren. Menschen, die noch ein bi&#223;chen Leben in sich haben, sind bunt, sie changieren, sie &#228;ndern ihre Meinung, sie sitzen zwischen den St&#252;hlen, sie lieben wom&#246;glich Freund <em>und</em> Feind. Wie viele Menschen m&#246;gen sich keinen Button anstecken, weil sie eigentlich beide tragen m&#252;ssten, weil sie sich mit gegens&#228;tzlich scheinenden Meinungen identifizieren? Oder weil sie von keinem von beiden vertreten werden?</p>
<p>Meine Kolleginnen und Kollegen tragen wieder Buttons. Und weil es so bequem ist, kann man sich heutzutage sogar welche klicken und sich online in Schubladen sortieren. Die etwas gediegeneren Herrschaften machen das noch mit Unterschrift, ausgedruckt. &#8220;<a href="http://www.wir-sind-die-urheber.de/"><strong>Wir sind die Urheber!</strong></a>&#8221; platzte es pl&#246;tzlich aus allen Kan&#228;len und schlie&#223;lich auch aus der ZEIT. Namhafte, wirklich sehr namhafte Menschen vor allem aus der Buchwelt haben unterschrieben, es liest sich wie ein <em>Who is Who</em> der Feuilletongesegneten. Auch ich wurde aufgefordert, zu unterschreiben.</p>
<p>Meine erste Reaktion war, eine Aktion der Bildzeitung zu vermuten. Nach &#8220;wir sind Papst und Fu&#223;ball und &#252;berhaupt&#8221; jetzt also noch ein &#8220;Wir sind wieder wer&#8221;? Als typisch individualistische Urheberin bin ich immer sehr vorsichtig, wenn mich ein &#8220;Wir&#8221; vereinnahmen will. Was will dieses Wir von mir?</p>
<p>Ganz ehrlich: Ich habe mich gesch&#228;mt. Zutiefst gesch&#228;mt. Dass all diese hochintelligenten UnterzeichnerInnen sich in ihrer gewiss verst&#228;ndlichen Rage offensichtlich keine gro&#223;en Gedanken gemacht haben, <em>was</em> sie da unterzeichnen. Oder vielleicht doch? Was mag das &#252;ber das Wir aussagen?</p>
<p>Ich kann &#8220;<a href="http://www.wir-sind-die-urheber.de/"><strong>Wir sind die Urheber</strong></a>&#8221; nicht unterzeichnen. Vielleicht, weil ich mir &#252;ber das Urheberrecht schon viel zu viele Gedanken gemacht habe? <strong>Ich f&#252;hle mich n&#228;mlich nicht von feudalen M&#228;chten bedroht und wei&#223;, dass es im 19. Jahrhundert, <em>vor</em> dem Urheberrecht, auch richtig wild lukrative Zeiten f&#252;r Schriftsteller gab. Bedroht f&#252;hle ich mich dagegen von Zeitungsredaktionen, die mir Buy-out-Vertr&#228;ge andienen, um im Gegensatz damit zu drohen, mich abzumahnen, wenn ich auf meiner Website aus einer Buchrezension zu viel zitiere.</strong> (&#220;brigens oft genau die Zeitungen, in denen sich diese &#8220;Wir&#8221; tummeln). Ich verdiene meinen Lebensunterhalt nicht durch die Existenz des Urheberrechts, sondern durch knallharte Verhandlungen mit immer sparsameren Auftraggebern. <strong>Es geht mir nicht schlecht, weil ich meinen Buchtrailer bei youtube verschenke oder 1000 Menschen meinen Roman kostenlos herunterladen. Es geht mir schlecht, weil die Vorsch&#252;sse kontinuierlich sinken, sich die Tantiemen an keine Inflation anpassen, Buchhandlungen Lesehonorare verweigern, ich am Ende der Nahrungskette Buch stehe, obwohl <em>ich</em> mein Buch &#252;berhaupt erst erm&#246;gliche.</strong> Wo sollen Menschen wie ich unterschreiben?</p>
<p><strong>Und warum merkt keiner von diesen intelligenten Menschen, dass man ein Urheberrecht nicht stehlen kann, schon gar nicht b&#246;swillig rauben?</strong> Es ist unver&#228;u&#223;erlich &#8211; und das, was da geraubt wird, ist eigentlich eine wundersame Vermehrung. Wie will ich klar und deutlich &#252;ber solch wichtige Gesetze diskutieren, wenn ich nicht einmal die einfachsten Rechtsbegriffe verstehe?</p>
<p>Ich kann die Polemik nicht unterschreiben, weil mir das Urheberrecht leider nicht erm&#246;glicht, von meiner Arbeit als Buchautorin leben zu k&#246;nnen &#8211; im Gegensatz zu den Ber&#252;hmtheiten unter den UnterzeichnerInnen. Ich kann sie aber auch deshalb nicht unterschreiben, <strong>weil diese b&#246;sen &#8220;globalen Internetkonzerne&#8221; mich nicht entrechten, sondern mir &#252;berhaupt erst erm&#246;glichen, endlich anst&#228;ndig f&#252;r meine k&#252;nstlerischen Projekte entlohnt zu werden &#8211; und das weltweit.</strong> Vorbei sind die Zeiten, in denen sich Buchh&#228;ndler irgendwelchen B&#252;chern verweigern und Verlage Regalpl&#228;tze bezahlen &#8211; wir haben die gr&#246;&#223;te demokratische Verkaufsmaschinerie im Internet. Vorbei sind die Zeiten, wo man mir f&#252;r E-Books l&#228;cherliche Tantiemen geben will, ich mach mir das selbst! Vorbei sind die Zeiten, wo ich Artikel wie diesen im Total Buy Out ans Feuilleton lieferte &#8211; ich bringe ihn auch so unters Volk und finanziere ihn durch Blogb&#252;cher.</p>
<p><strong>Nehmen wir eine Gedenkminute f&#252;r das Branchenjammern, das jetzt einsetzen mag.</strong> Ich habe kein Ohr mehr daf&#252;r. Als ich als Autorin einmal auf Sozialhilfe war, hat auch niemand Mitleid mit mir gehabt. Sie m&#252;ssen unabh&#228;ngiger werden, mit der Zeit gehen, die neuen Chancen ergreifen, hat man mir damals auf dem Amt gesagt. Wie lange wollen wir alle noch verschlafen, was wir von den Kids lernen k&#246;nnten? Wann wollen wir uns endlich gemeinsam an einen Tisch setzen, uns einbringen, diskutieren, miteinander &#8211; f&#252;r eine Welt, in der sich alle in Kompromissen wiederfinden k&#246;nnen? Wann reden wir Urheber endlich dar&#252;ber, dass die Nutzungsrechte-Regelungen teilweise v&#246;llig veraltet sind?</p>
<p><strong>Das sei deutlich gesagt: Ich bin <em>f&#252;r</em> das Urheberrecht. Es ist eine wunderbare Errungenschaft. Ich bin aber auch f&#252;r eine Reform.</strong> Und da stehe ich in manchen Punkten fast auf der ach so falschen Seite. Deshalb gibt es f&#252;r mich kein &#8220;Wir&#8221; &#8211; weil mich dieses &#8220;Wir&#8221; aussto&#223;en w&#252;rde.</p>
<p>Ich passe l&#228;ngst nicht mehr zu diesem papierenen Wir. <strong>Meine Arbeit ist global, digital und multimedial</strong>, vereint mehrere Berufe. Ich kann nur ein paar einzelne Punkte streifen, die mir durch den Kopf gehen:</p>
<p><strong>Ich brauche keinen Urheberrechtsschutz &#252;ber meinen Tod hinaus.</strong> Nicht, dass ich Tante Erna nicht das fette Erbe von B&#252;chern g&#246;nnen w&#252;rde, die sie bei meinen Lebzeiten nie gelesen hat. Aber was, wenn sich Tante Erna benimmt wie die Witwen von Brecht oder Beuys? Ich kann ein Lied von den Witwen singen, den Sammlungen und Privateignern. Bei der Recherche zu historischem Fotomaterial f&#252;r Sachb&#252;cher kann einem das Urheberrecht graue Haare bescheren! Wer mag der unbekannte Fotograf eines bestimmten Studios gewesen sein, wer sind seine Erben und was verlangen die?</p>
<p><strong>L&#228;ngst habe ich mir abgew&#246;hnt, solche Arbeiten in Deutschland zu erledigen.</strong> Fotorechte? K&#246;nnen Sie haben, macht 300 Euro pro Bild, wir sind kulant. In den USA bekomme ich die <em>gleichen</em> Fotos umsonst, weil die Eigner dort Bildung und Kultur zuliebe die Abdruckrechte umsonst abgeben oder allenfalls einen kleinen Obolus f&#252;r spezielle Datenaufbereitungen verlangen, f&#252;r die Arbeit damit. Ganze Bibliotheken, Archive und digitale Sammlungen stehen mir im Ausland online zur Recherche zur Verf&#252;gung. <strong>Ich muss die Urheberrechte achten, aber die Nutzungsrechte werden mir einfach und preiswert angeboten. Da greife ich umso lieber zu &#8211; und das kommt meinen LeserInnen zugute. Sie erfahren mehr.</strong></p>
<p><strong>Ich bin dagegen, Kids und Jugendliche zu kriminalisieren</strong>, wie es hier in Frankreich geschieht. HADOPI ist eine einzigartige Steuergeldervernichtungsmaschine geworden, bei der man Schulkinder f&#228;ngt und deren Eltern anklagt. <strong>Ich bin daf&#252;r, die ganz gro&#223;en Fische zu jagen, die Macher der Piratenb&#246;rsen, die wirklich Verantwortlichen. Daf&#252;r br&#228;uchten wir globale Aktionen und M&#246;glichkeiten, konzertiertes Arbeiten. Piratenjagd auf die wahren Piraten &#8211; vielleicht helfen uns die anderen Piraten mit ihren Kenntnissen dabei? </strong>Wie w&#228;re es mit einer kleinen Bekehrung auf beiden Seiten? Dazu m&#252;sste aber jeder vom eigenen hohen Ross herunter, <strong>statt Grabenkampf w&#228;re Aufkl&#228;rung angesagt, Erziehung zu Unrechtsbewusstsein</strong> &#8211; und jede Menge guter Beispiele, denen es nachzueifern lohnt.</p>
<p>Was habe ich in meinem jugendlichen Leichtsinn Radiosendungen aufgenommen, kopiert, verschenkt und noch mehr kopiert, ganze B&#252;cher vervielf&#228;ltigt, weil sie der Studentin zu teuer waren und mich keineswegs kriminell gef&#252;hlt! Wie viele Kinder der Unterzeichnenden m&#246;gen es heute noch so halten, heimlich? <strong>Irgendetwas ist dann mit mir passiert, dass ich trotzdem Geld f&#252;r Musik und B&#252;cher ausgegeben habe. </strong>Dieses Etwas sollten wir hegen und pflegen! Dieses Etwas w&#228;chst nicht aus Kriminalisierung.</p>
<p>Nat&#252;rlich bin ich gegen Piratenb&#246;rsen. Aber verfolgen wir doch bitte bitte die wahren Schuldigen!</p>
<p>Da w&#228;re noch ein Punkt, warum ich Schreiben nicht unterzeichnen mag, <strong>die mir vorgaukeln, nur die reine Existenz des Urheberrechts sichere mir Urheberin meine Existenz. Das ist eine L&#252;ge</strong>. Gewiss bekomme ich von der VG Wort j&#228;hrlich einen manchmal l&#228;cherlichen Scheck f&#252;r all die ausgeliehenen B&#252;cher, die Pressespiegel, das Anh&#246;ren meines H&#246;rbuchs. Gewiss werde ich von Buchverlagen bezahlt. Aber das ist eben nicht mehr selbstverst&#228;ndlich. Zeitungsverlage haben mir die &#252;berlebenswichtige M&#246;glichkeit der Mehrfachverwertung genommen, w&#228;hrend sie selbst &#8211; ohne mir Honorare daf&#252;r zu zahlen &#8211; meine Stoffe zigfach bei Dritten verwerten k&#246;nnen. Manche meiner Buchvertr&#228;ge, als ich noch jung und doof war, wollten mich gar lebensl&#228;nglich binden, global, sozusagen jenseits von Zeit und Raum. <strong>Wo sind die Aufschreie der Urheber gegen unsittliche Vertr&#228;ge?</strong></p>
<p><strong>Nein. Das Urheberrecht sichert den meisten von uns l&#228;ngst nicht mehr die Existenz.</strong> Bei den Nutzungsrechten sind wir teilweise zu modernen Sklaven ganz neuer Feudalstrukturen geworden. Viele KollegInnen empfinden sich als BittstellerInnen, nicht mehr als Sch&#246;pferInnen. Es wird h&#246;chste Zeit, &#252;ber Nutzungsrechte zu reden; &#252;ber neue, moderne M&#246;glichkeiten und vor allem &#252;ber Geld. Dar&#252;ber, dass uns alte, etablierte Institutionen zunehmend im Regen stehen lassen und die ach so b&#246;sen globalen Internetkonzerne bieten, was jene verschlafen. Ich wage, aus eigener Erfahrung zu behaupten, dass die Menschen da drau&#223;en, sogar Piraten darunter und Gr&#252;ne und was es da alles an Feindbildern gibt, durchaus gewillt sind, K&#252;nstler zu bezahlen. Geben wir ihnen die M&#246;glichkeit!</p>
<p>Klopfen wir aber auch mal den alten Institutionen auf die Finger. Warum bekomme ich f&#252;r meine E-Books z.B. keinen Scheck von der VG Wort? Der Feudalismus ist Historie. Das reine Papierzeitalter jedoch auch.</p>
<p><a href="http://cronenburg.blogspot.de/2012/05/wir-sind-ohne-mich.html"><em>Crosspost</em></a></p>
<p>&nbsp;
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43660%2Fwir-sind-die-urheber-ohne-mich%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43660%2Fwir-sind-die-urheber-ohne-mich%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/43660/wir-sind-die-urheber-ohne-mich/">Wir sind die Urheber? Ohne mich</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/43660/wir-sind-die-urheber-ohne-mich/#comments">33 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43660&amp;md5=6ecaba80ceae9d159205bf2e337b97b3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/43660/wir-sind-die-urheber-ohne-mich/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>33</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zankapfel Urheberrecht: Der ungel&#246;ste Grundwiderspruch der Piraten</title>
		<link>http://carta.info/43324/zankapfel-urheberrecht-der-ungeloste-grundwiderspruch-der-piraten/</link>
		<comments>http://carta.info/43324/zankapfel-urheberrecht-der-ungeloste-grundwiderspruch-der-piraten/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 09 May 2012 09:55:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[freies Kopieren]]></category>
		<category><![CDATA[Grundwiderspruch]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberpersönlichkeitsrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=43324</guid>
		<description><![CDATA[Die Piraten wollen das Urheberpers&#246;nlichkeitsrecht in vollem Umfang erhalten. Sagen sie. Andererseits wollen sie das freie nicht-kommerzielle Kopieren erlauben und f&#246;rdern. Wie diese kontr&#228;ren Positionen unter einen Hut zu bringen sind, wissen die Piraten allerdings noch nicht. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das offizielle <a href="http://www.piratenpartei.de/wp-content/uploads/2012/02/Grundsatzprogramm-Piratenpartei.pdf">Grundsatzprogramm</a> der Piraten &#228;u&#223;ert sich zum Thema Urheberrecht in erstaunlicher Schlichtheit. Im Kern reduzieren sich die Forderungen auf zwei konkrete Punkte: Erstens soll nicht-kommerzielles Kopieren in Zukunft generell erlaubt und gef&#246;rdert werden. Und zweitens soll die Geltungsdauer des Urheberrechts (das erst „70 Jahre nach dem Tod des Urhebers“ erlischt) deutlich verk&#252;rzt werden.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus versprechen die Piraten, die Pers&#246;nlichkeitsrechte der Urheber „in vollem Umfang“ anzuerkennen und einen „fairen Ausgleich“ zwischen Nutzern und Urhebern anzustreben. Doch viele Urheber sind misstrauisch, weil sich die beiden Hauptforderungen der Piraten widersprechen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Forderung Nr.1: Nicht-kommerzielles Kopieren soll generell erlaubt werden</em></strong></p>
<p>Dieser Programmpunkt ist den Piraten der wichtigste. Er beginnt mit einigen S&#228;tzen zur technisch bedingten Umw&#228;lzung unserer Gesellschaft, um das „freie Kopieren“ quasi als neues Naturrecht zu etablieren:</p>
<blockquote><p><em>„</em><em>Der uralte Traum, alles Wissen und alle Kultur der Menschheit zusammenzutragen, zu speichern und heute und in der Zukunft verf&#252;gbar zu machen, ist durch die rasante technische Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte in greifbare N&#228;he ger&#252;ckt. Wie jede bahnbrechende Neuerung erfasst diese vielf&#228;ltige Lebensbereiche und f&#252;hrt zu tief greifenden Ver&#228;nderungen. Es ist unser Ziel, die Chancen dieser Situation zu nutzen und vor m&#246;glichen Gefahren zu warnen. Die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen im Bereich des Urheberrechts beschr&#228;nken jedoch das Potential der aktuellen Entwicklung, da sie auf einem veralteten Verst&#228;ndnis von so genanntem “geistigem Eigentum” basieren, welches der angestrebten Wissens- oder Informationsgesellschaft entgegen steht.“</em></p></blockquote>
<p>Das alte Verst&#228;ndnis vom „geistigen Eigentum“ bzw. von der „eindeutigen Verf&#252;gungsgewalt der Urheber &#252;ber ihre sch&#246;pferischen Leistungen“ wird vom Grundsatzprogramm der Piraten abgelehnt. Das jetzige „Monopolrecht“ der Urheber, mit ihrer Arbeitsleistung nach Belieben verfahren zu k&#246;nnen, wird bestritten. Die Piraten wollen, dass sch&#246;pferische Leistungen allen Menschen geh&#246;ren, weil sie a) auf den schon erbrachten sch&#246;pferischen Leistungen anderer aufbauen, und b) durch ihre leichte Kopierbarkeit die Entwicklungschancen aller Menschen vergr&#246;&#223;ern.</p>
<p>Der sch&#246;pferische Prozess soll also vergesellschaftet werden &#8211; w&#228;hrend die &#252;brigen Arbeitsprozesse weiterhin der kapitalistischen Verwertungslogik unterliegen. Diese Sonderstellung der Kreativen wird damit begr&#252;ndet, dass der sch&#246;pferische Prozess von Anfang an ein gemeinschaftlicher sei. Die Erbringer geistiger Leistungen w&#252;rden nichts anderes tun, als aus vorhandenen Werken mit Hilfe einiger Umwandlungstechniken neue Werke herzustellen &#8211; so wie eine Kuh aus dem Gras einer saftigen Wiese Milch herstellt. Schlie&#223;lich geh&#246;rt die Milch nach dem Melken auch nicht der Kuh (der Vergleich hinkt, gef&#228;llt mir aber trotzdem).</p>
<p>Weiter im Piratentext:</p>
<blockquote><p><em>„</em><em>Systeme, welche auf einer technischen Ebene die Vervielf&#228;ltigung von Werken be- oder verhindern (durch Kopierschutz etc.), verknappen k&#252;nstlich deren Verf&#252;gbarkeit, um aus einem freien Gut ein wirtschaftliches zu machen. Die Schaffung von k&#252;nstlichem Mangel aus rein wirtschaftlichen Interessen erscheint uns unmoralisch (!), daher lehnen wir diese Verfahren ab.</em><em> </em></p>
<p><em>&#8230;Wir sind der &#220;berzeugung, dass die nichtkommerzielle Vervielf&#228;ltigung und Nutzung von Werken als nat&#252;rlich (!) betrachtet werden sollte&#8230;</em></p>
<p><em>Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zug&#228;nglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu f&#246;rdern, um die allgemeine Verf&#252;gbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern, denn dies stellt eine essentielle Grundvoraussetzung f&#252;r die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft dar&#8230;“</em></p></blockquote>
<p>Wir halten Folgendes fest: 1. Kopieren ist nach Auffassung der Piraten eine Art Naturrecht. 2. Systeme, die das freie Kopieren einschr&#228;nken, machen „<em>aus einem freien Gut</em> ein wirtschaftliches“ und 3. Jede Beschr&#228;nkung der Kopierm&#246;glichkeit ist „unmoralisch“.</p>
<p>Die sch&#246;pferische Arbeitsleistung eines Urhebers ist nach Meinung der Piraten ein „freies Gut“, das durch k&#252;nstliche Verknappung zur kapitalistischen Ware wird.</p>
<p>Dem Urheber, der unter Umst&#228;nden jahrelang an einem Werk gearbeitet hat, wird so die M&#246;glichkeit genommen, die Verwertung seiner Arbeitsleistung nach eigenem Gutd&#252;nken festzulegen. Es geht ihm wie der Milchkuh, die &#252;ber die Verwertung ihrer Milch nichts mitzureden hat. (Allerdings bekommt sie Kost und Logis gratis – mithin das &#196;quivalent des bedingungslosen Grundeinkommens).</p>
<p>Das Urheberbild der Piraten unterscheidet sich vom Urheberbild der Verwerter nur in einer (wichtigen!) Nuance: F&#252;r die Piraten sind Urheber Milchk&#252;he, die <em>von der Allgemeinheit</em> nach Bedarf gemolken werden k&#246;nnen, f&#252;r die Verwerter sind die Urheber dagegen Zitronen, die man <em>f&#252;r den eigenen Profit</em> bis zum letzten Tropfen auspressen darf. Beide Vorg&#228;nge werden &#8211; von Piraten wie von Verwertern &#8211; als „nat&#252;rlich“ bezeichnet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Forderung Nr.2: Die Urheberpers&#246;nlichkeitsrechte sollen gewahrt werden</em></strong></p>
<p>Beginnen wir mit dem Satz, der kontr&#228;r zur ersten Hauptforderung der Piraten steht. Er lautet:</p>
<blockquote><p><em>„</em><em>Wir erkennen die Pers&#246;nlichkeitsrechte der Urheber an ihrem Werk in vollem Umfang an.“</em><em> </em></p></blockquote>
<p>Nimmt man die Kernaussagen des geltenden Urheberpers&#246;nlichkeitsrechts, so stimmen die Piraten damit folgenden Leits&#228;tzen „in vollem Umfang“ zu:</p>
<blockquote><p><em>„Der Urheber hat das Recht zu bestimmen, ob und wie sein Werk zu ver&#246;ffentlichen ist.“ (§12 UrhG)</em></p>
<p><em>„Der Urheber hat das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft am Werk.“ (§13 UrhG)</em></p>
<p><em>„Der Urheber hat das Recht, eine Entstellung oder eine andere Beeintr&#228;chtigung seines Werkes zu verbieten, die geeignet ist, seine berechtigten geistigen oder pers&#246;nlichen Interessen am Werk zu gef&#228;hrden.“ (§14 UrhG)</em></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p><strong><em>Der Grundwiderspruch bleibt bestehen</em></strong></p>
<p>Womit wir beim Grundwiderspruch angelangt w&#228;ren, den die Piraten bislang nicht befriedigend aufl&#246;sen k&#246;nnen: Einerseits erkennen sie die Pers&#246;nlichkeitsrechte der Urheber an ihren Werken „in vollem Umfang“ an, andererseits wollen sie das freie nicht-kommerzielle Kopieren von Werken im Sinne eines unbeschr&#228;nkten Nutzerrechtes gesetzlich verankert wissen.</p>
<p>Eine solche Begrenzung des Urheberrechts – etwa in Form einer Schrankenregelung &#8211; w&#252;rde jedoch tief in das Urheber-Pers&#246;nlichkeitsrecht eingreifen<em>.</em> (Die Gr&#252;nen haben exakt zu diesem Rechtsproblem ein aufw&#228;ndiges <a href="http://carta.info/42650/jurgen-trittin-die-sz-und-die-kulturflatrate/">Rechtsgutachten</a> erstellen lassen).</p>
<p>Wer vorgibt, die Pers&#246;nlichkeitsrechte der Urheber „in vollem Umfang“ anzuerkennen &#8211; wie die Piraten &#8211; muss den Urhebern gleichzeitig zusichern, dass sie weiterhin dar&#252;ber bestimmen k&#246;nnen, <em>ob und wie</em> ihre Werke zu ver&#246;ffentlichen sind. Zu dieser Verf&#252;gungsgewalt geh&#246;ren selbstverst&#228;ndlich auch Beschr&#228;nkungen und Verbote (d.h. „k&#252;nstliche Verknappungen“).</p>
<p>Um den inneren Widerspruch ihres Programms zuzudecken, fordern die Piraten einen vage bleibenden „Ausgleich zwischen den Anspr&#252;chen der Urheber und denen der &#214;ffentlichkeit“. Hier h&#228;tte man gern Konkretes erfahren, aber genau in diesem Punkt halten sich die Piraten bedeckt. W&#228;hrend sie die „Anspr&#252;che der Nutzer“ sehr klar benennen, bleiben die „Anspr&#252;che der Urheber“ irgendwo im Nebel:</p>
<blockquote><p><em>„Die heutige Regelung der Verwertungsrechte wird einem fairen Ausgleich zwischen den berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Urheber und dem &#246;ffentlichen Interesse an Zugang zu Wissen und Kultur nicht gerecht. Im Allgemeinen wird f&#252;r die Schaffung eines Werkes in erheblichem Ma&#223;e auf den &#246;ffentlichen Schatz an Sch&#246;pfungen zur&#252;ckgegriffen. Die R&#252;ckf&#252;hrung (!) von Werken in den &#246;ffentlichen Raum ist daher nicht nur berechtigt, sondern im Sinne der Nachhaltigkeit der menschlichen Sch&#246;pfungsf&#228;higkeiten von essentieller Wichtigkeit.</em></p>
<p><em>Es sind daher Rahmenbedingungen zu schaffen, welche eine faire R&#252;ckf&#252;hrung (!) in den &#246;ffentlichen Raum erm&#246;glichen. Dies schlie&#223;t insbesondere eine drastische Verk&#252;rzung der Dauer von Rechtsanspr&#252;chen auf urheberrechtliche Werke unter die im </em><em>TRIPS</em><em>-Abkommen vorgegebenen Fristen ein.“</em></p></blockquote>
<p>Die Interessen der Urheber finden sich im Piratenprogramm also lediglich in der Allerwelts-Formel vom „fairen Ausgleich“. Doch dieses inhaltslose Trostpfl&#228;sterchen reicht den Urhebern nicht aus. Sie m&#246;chten wissen, was die Piraten unter einem „fairen Ausgleich“ <em>konkret</em> verstehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p><strong><em>Die Piraten arbeiten an einer Neupositionierung</em></strong></p>
<p>Mittlerweile haben die Piraten, die sich mit der Materie besch&#228;ftigen, begriffen, dass sie ihr &#8216;Urthema&#8217; Urheberrecht st&#228;rker durchdringen und verst&#228;ndlicher erkl&#228;ren m&#252;ssen. Das „Argumentationspapier“, das rund drei Dutzend Piraten um Christian Hufgard beim Bundesparteitag im Dezember 2011 in Offenbach vorgelegt haben <a href="http://wiki.piratenpartei.de/Bundesparteitag_2011.2/Antragsportal/PA149">(PA 149)</a>, ist ein Beispiel daf&#252;r. Es konnte sich gegen einen von Andi Popp und anderen eingebrachten Konkurrenzantrag <a href="http://wiki.piratenpartei.de/Bundesparteitag_2011.2/Antragsportal/PA151">(PA 151)</a> durchsetzen. Dieses „Argumentationspapier“, das sp&#228;ter ins Bundeswahlprogramm der Piraten einflie&#223;en soll, ist ein minimaler Fortschritt gegen&#252;ber dem existierenden Grundsatzprogramm. Es ist differenzierter und zeugt von gr&#246;&#223;erer Kenntnis der komplexen Materie. Aber es gleicht noch immer einer Materialsammlung – nicht einem durchdachten Konzept oder gar einem gro&#223;en Wurf.</p>
<p>Selbst die k&#252;rzlich in einer &#252;berhasteten Reaktion ver&#246;ffentlichten <a href="http://www.piratenpartei.de/2012/04/09/101-piraten-fur-ein-neues-urheberrecht/">101 Statements</a> k&#252;nstlerisch t&#228;tiger Piraten f&#252;hren nicht weiter. Auch da hei&#223;t es, man wolle das Urheberpers&#246;nlichkeitsrecht nicht antasten &#8211; im Grunde will man es aber doch.</p>
<p>Dieser Grundwiderspruch in der Argumentation durchzieht alle Piraten-&#196;u&#223;erungen zum Thema. Daniel Neumann, J.Martin und Jessica Karger <a href="http://www.ruhrbarone.de/piratenpartei-nrw-urheberrecht-und-eigentum/">schreiben etwa</a> bei den <em>Ruhrbaronen</em>:</p>
<blockquote><p><em>„Einen Rechtsbegriff „geistiges Eigentum“ gibt es in Deutschland nicht. Er m&#252;sste also zun&#228;chst gesetzlich definiert werden, um ihn dann wieder abzuschaffen. „Geistiges Eigentum“ ist damit bestenfalls eine Metapher f&#252;r kreative Leistungen und Ideen.“</em></p></blockquote>
<p>Die gleichen Autoren verweisen in ihrem Beitrag f&#252;r die <em>Ruhrbarone</em> aber auf ihr <a href="http://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/0/07/UrhG_Arguments_FassungBPT2011-2.pdf">„Argumentationspapier“</a>. Und was steht da?</p>
<blockquote><p><em>„Man mag zum Thema &#8220;geistiges Eigentum&#8221; philosophisch stehen wie man will. Die juristische Realit&#228;t geht aber davon aus, dass es so etwas gibt. Sich davor zu verschlie&#223;en bringt die Diskussion nicht weiter.“ </em><em> </em></p></blockquote>
<p>Also, was nun? Im Grunde gibt es nur zwei M&#246;glichkeiten, den inneren Widerspruch der Piraten beim Thema Urheberrecht aufzul&#246;sen: Entweder pl&#228;dieren sie f&#252;r die Einf&#252;hrung einer (verfassungsrechtlich gut begr&#252;ndeten) Schrankenregelung, wodurch die nicht-kommerzielle Privatkopie u.U. gegen den Willen der Urheber erlaubt wird (= <a href="http://www.gruene-bundestag.de/themen/netzpolitik/eine-kulturflatrate-ist-machbar.html">Kulturflatrate</a> nach dem Modell der gr&#252;nen Bundestagsfraktion oder <a href="http://www.vgrass.de/?p=1237">Tauschlizenz</a> nach dem Modell von Volker Grassmuck) oder sie machen sich f&#252;r die komplette Herausl&#246;sung des Urheberpers&#246;nlichkeitsrechts aus dem Urheberrecht stark (und folgen damit dem Copyright-Vorbild USA). Das Urheberrecht w&#252;rde dann zu einem reinen (&#252;bertragbaren) Verm&#246;gensrecht (= Immaterialg&#252;terrecht), w&#228;hrend die Urheberpers&#246;nlichkeitsrechte in ein neu zu schaffendes allgemeines Pers&#246;nlichkeitsrecht einflie&#223;en w&#252;rden. Rechtsdogmatiker w&#252;rden das begr&#252;&#223;en. Ob es f&#252;r die Urheber besser w&#228;re, darf jedoch bezweifelt werden. Der Streit dar&#252;ber dauert in Deutschland schon mehr als 100 Jahre an.</p>
<p>Die Piraten m&#252;ssen sich mit dieser fundamentalen Problematik endlich auseinandersetzen und d&#252;rfen nicht l&#228;nger um den hei&#223;en Brei herumreden. Matthias Schrade vom Bundesvorstand der Piraten hat deshalb einen „Runden Tisch“ <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/interview-was-die-piraten-mit-dem-urheberrecht-vorhaben/6498316.html">vorgeschlagen</a>. M&#246;glicherweise ist dieses bew&#228;hrte M&#246;belst&#252;ck hilfreich, den inneren Widerspruch des Piratenprogramms aufzul&#246;sen.</p>
<p>&nbsp;
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43324%2Fzankapfel-urheberrecht-der-ungeloste-grundwiderspruch-der-piraten%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43324%2Fzankapfel-urheberrecht-der-ungeloste-grundwiderspruch-der-piraten%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/43324/zankapfel-urheberrecht-der-ungeloste-grundwiderspruch-der-piraten/">Zankapfel Urheberrecht: Der ungel&#246;ste Grundwiderspruch der Piraten</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/43324/zankapfel-urheberrecht-der-ungeloste-grundwiderspruch-der-piraten/#comments">84 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43324&amp;md5=7aa70e45d7a1d228aae4032adc631554" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/43324/zankapfel-urheberrecht-der-ungeloste-grundwiderspruch-der-piraten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>84</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ist Twitter ein Selbstbedienungsladen?</title>
		<link>http://carta.info/43479/ist-twitter-ein-selbstbedienungsladen/</link>
		<comments>http://carta.info/43479/ist-twitter-ein-selbstbedienungsladen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 05 May 2012 17:11:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[AFP]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Nutzung]]></category>
		<category><![CDATA[Schadenersatz]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Verwertung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=43479</guid>
		<description><![CDATA[Der franz&#246;sische Fotograf Daniel Morel verklagt die Nachrichtenagentur AFP auf Schadensersatz in H&#246;he von 120 Millionen Dollar.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein kniffliger Urheberrechts-Fall besch&#228;ftigt die Gerichte: Der franz&#246;sische Fotograf Daniel Morel will f&#252;r die kommerzielle Verwertung seiner auf <em>Twitter</em> geposteten Bilder Geld sehen. Geld? Nein, eine Badewanne voll mit gro&#223;en Scheinen.</p>
<p>Wie das<strong> </strong><em>British Journal of Photography </em><a href="http://www.bjp-online.com/british-journal-of-photography/news/2171412/usd120-stake-afp-morel">berichtet</a>, hatte Morel nur 80 Minuten nach dem verheerenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erdbeben_in_Haiti_2010">Erdbeben in Haiti</a> am 12. Januar 2010 17 Fotos von der zerst&#246;rten Hauptstadt Port-au-Prince auf <em>Twitter</em> hochgeladen.</p>
<blockquote><p>„Returning to his hotel, he uploaded his photographs, as quickly as possible, on Twitter. It was 6.13pm when the first image hit the social networking website. At 7.28pm, the photographer had uploaded 17 images, which would be copied by another Twitter user under the name of Lisandro Suero of the Dominican Republic.“</p></blockquote>
<p>Dieser <em>Lisandro Suero</em> klickte auf den Retweet-Button, und wenig sp&#228;ter landeten neun von Morels Fotografien auch bei der amerikanischen Zweigstelle der <a href="http://www.afp.com/">Presseagentur AFP</a>.</p>
<blockquote><p>„At 11.23pm, the director of photography for North America and South America at AFP, Vincent Amalvy, downloaded nine photographs from Suero&#8217;s TwitPic account.“</p></blockquote>
<p><strong> </strong></p>
<p>Von da gingen die Fotos an die Fotoportale <em>Wapix</em>, <em>Getty Images</em> und <em>ImageForum</em> und schlie&#223;lich an die gro&#223;en Medien, <em>ABC</em>, <em>CBS</em>, <em>CNN</em> u.a.</p>
<p>Da Morel von der kommerziellen Verwertung seiner Bilder nichts hatte, verklagte er die Agentur <em>AFP</em> auf Schadenersatz. Um ein Grundsatzurteil zu erreichen, wurde der entstandene Schaden auf horrende 120 Millionen Dollar taxiert.</p>
<p>Die Verteidiger von <em>AFP</em> berufen sich dagegen auf die Nutzungsbedingungen von <em>Twitter</em>. Dort hei&#223;t es, jeder Nutzer der Plattform stimme der Weitergabe von geposteten Inhalten ausdr&#252;cklich zu. Das Teilen von Inhalten w&#228;re ansonsten unm&#246;glich.</p>
<blockquote><p>&#8220;By registering for a Twitter account and posting his photos via TwitPic, Morel became the subject to Twitter Terms of Service that granted a license to third parties, including the Defendants and their subscribers, to rebroadcast his photos“</p></blockquote>
<p>Morel habe Twitter in diesem Sinne genutzt. Nun wird das Gericht entscheiden m&#252;ssen, ob die Weiternutzung von Inhalten auch ihre kommerzielle Verwertung durch Dritte mit einschlie&#223;t. Das Verfahren d&#252;rfte die laufende Urheberrechts-Debatte neu befeuern.</p>
<p><a href="http://carta.info/41649/was-ist-dir-ein-foto-wert/"><em>Siehe auch: Was ist dir ein Foto wert?</em></a></p>
<p>&nbsp;
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43479%2Fist-twitter-ein-selbstbedienungsladen%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43479%2Fist-twitter-ein-selbstbedienungsladen%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/43479/ist-twitter-ein-selbstbedienungsladen/">Ist Twitter ein Selbstbedienungsladen?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/43479/ist-twitter-ein-selbstbedienungsladen/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43479&amp;md5=8fd258972f3f461b81d3f20ef521f2fc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/43479/ist-twitter-ein-selbstbedienungsladen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zwischen armen Poeten und Lady Gaga: Skizze der aktuellen Urheberrechtsdebatte</title>
		<link>http://carta.info/43029/zwischen-armen-poeten-und-lady-gaga-skizze-der-aktuellen-urheberrechtsdebatte/</link>
		<comments>http://carta.info/43029/zwischen-armen-poeten-und-lady-gaga-skizze-der-aktuellen-urheberrechtsdebatte/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 24 Apr 2012 07:50:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heike Rost</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Heike Rost]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrechtsreform]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=43029</guid>
		<description><![CDATA[Das folgende Impulsreferat habe ich beim Gewerkschaftstag des Deutschen Journalistenverbandes Nordrhein-Westfalen gehalten.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Ein Gesch&#228;ftsmodell, bei dem diejenigen, die Inhalte produzieren, leer ausgehen, ist kein Gesch&#228;ftsmodell. Das ist Schei&#223;e.&#8221; Deutliche Worte des Musikers und Schriftstellers Sven Regener – und die wohl meistzitierte &#196;u&#223;erung eines Kreativen in der Urheberrechtsdebatte. Schade, dass im nachfolgenden Get&#246;se ein, wenn nicht <em>der</em> Kernsatz seines kompletten Radiointerviews unterging:</p>
<blockquote><p>&#8220;Was ist einer Gesellschaft Kultur wert?“</p></blockquote>
<p>Mit Verweis auf die tats&#228;chliche Praxis zwischen Kopieren und „Geiz ist geil“ fordern manche Netzaktivisten die komplette Abschaffung des Urheberrechts als nicht mehr zeitgem&#228;&#223;es Fossil. Der Begriff des „geistigen Eigentums“ sei im Digitalzeitalter v&#246;llig &#252;berholt, allerh&#246;chste Zeit also, das geltende Recht an die Praxis anzupassen. In erster Linie ist damit vor allem eine Anpassung an die Bed&#252;rfnisse der Nutzer gemeint – nicht aber die berechtigten Interessen der Urheber.</p>
<p>Was so noch nicht einmal die politischen Programme mancher Parteien festschreiben, die sich mit der Thematik Urheberrecht befassen und dessen Reform im Sinne von Reduzierung und Einschr&#228;nkung fordern, wird &#246;ffentlich debattiert. Zunehmend lautstark, meist hoch emotional, oft genug kenntnis- und faktenfrei, gepr&#228;gt von einseitiger Betrachtung von K&#252;nstlern und Musikern, fahrl&#228;ssig pauschalisierend. Deutlich wird dabei in zahlreichen Beitr&#228;gen und Kommentaren vor allem eines: <strong>Die Geringsch&#228;tzung kreativer Arbeit</strong> aus allen Sparten. Wer als K&#252;nstler kommerzielle Interessen verfolgt, mit seiner Arbeit Geld verdient, gilt manchen Kritikern des Urheberrechts nicht mehr als K&#252;nstler.</p>
<p>Die Debatte zeigt: Das schwierige Thema Urheberrecht und – inhaltlich davon getrennt &#8211; m&#246;gliche Reformen des Urhebervertragsrechts sind vor allen juristischen Aspekten  eine Frage kultureller Werte und eines Bewusstseins daf&#252;r.</p>
<p>Insofern kritisiert der Journalist Malte Welding in seinem <em>FAZ</em>-Beitrag das schr&#228;ge Kulturbild in den K&#246;pfen v&#246;llig zu Recht. Wer Kultur sagt und K&#252;nstler meint, denkt zuerst an das Bild des armen Poeten von Carl Spitzweg – und erst dann an schillernde Figuren wie Lady Gaga.</p>
<p>Dabei besteht Kreativschaffen nicht allein aus K&#252;nstlern und Musikern, sondern hat viele Facetten und mindestens ebenso viele Abstufungen des kommerziellen Erfolgs. Vom Vorwurf eines „&#252;berzogenen Anspruchsdenkens“ ist die Mehrzahl der Urheber dabei in der Praxis weit entfernt: Im Gezerre zwischen Verlags-AGB, Honorardumping und Problemen in der praktischen Umsetzung einer Forderung des geltenden Urheberrechts, n&#228;mlich den Verg&#252;tungsregeln f&#252;r hauptberuflich freie JournalistInnen, ist das den Kollegen im DJV zur Gen&#252;ge bekannt.</p>
<p>Die Honorarumfrage des DJV aus dem Jahr 2008 mag daf&#252;r ebenso exemplarisch erw&#228;hnt sein wie die Zahlen der K&#252;nstlersozialkasse, nach denen das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Versicherten knapp 13.689 Euro betr&#228;gt.</p>
<p>Kathrin Passig, Journalistin und Buchautorin, berichtete k&#252;rzlich im Tagesspiegel &#252;ber ihr Jahreseinkommen. 20 – 25000 Euro Verdienst vor Steuer entsprechen einem durchschnittlichen Gehalt in Deutschland und sind im Vergleich mit Musikern, Malern und freien Journalisten eher im oberen Verdienstbereich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>&#220;berzogene Anspr&#252;che sehen wahrhaftig anders aus</strong></em></p>
<p>Zwischen den diffusen Formulierungen unterschiedlicher Parteiprogramme steckt reichlich Sprengstoff. Forderungen nach einer Legalisierung von Filesharing, nach Freigabe von Kopien, Remixes und Mashups geh&#246;ren ebenso dazu wie drastische Verk&#252;rzungen von Schutzfristen. Vage, irgendwie ziemlich verschwurbelte Absichtserkl&#228;rungen &#252;ber Pauschalverg&#252;tungen wie eine Kulturflatrate, &#252;ber alternative Lizenzierungsmodelle wie Creative Commons oder deren Honorarvariante Creative Commons Plus lassen die interessanten Fragen nach der Umsetzung und Praxis aller dieser Denkmodelle v&#246;llig au&#223;en vor.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Einige Gedanken zu Eckpunkten der Debatte</strong></em></p>
<p>Unabh&#228;ngig von bereits angesprochenen Problemen wie Honorardumping und Verlags-AGB ist es <em>meine ureigene Entscheidung als Urheberin</em>, zu welchen rechtlichen Konditionen ich meine Arbeit vermarkte.</p>
<p>Den daf&#252;r notwendigen Spielraum f&#252;r unterschiedliche Lizenzierungsmodelle von Einzelhonoraren, &#252;ber zu verhandelnde Buy-Out-Regelungen, Pauschalverg&#252;tungen bis zu kostenloser Verbreitung bietet das derzeitige Urheberrechtsgesetz allemal. Die Entscheidungsfreiheit zwischen unterschiedlichen Formen der Vermarktung ist Grundlage der Existenz von Kreativschaffenden aller Sparten: Denn erst eine Kombination aus Einzelhonoraren, z.T. Stundens&#228;tzen, Tagespauschalen und Ertr&#228;gen aus Pauschalverg&#252;tungssystemen bildet eine tragf&#228;hige Basis daf&#252;r.</p>
<p><strong>Insofern kann ein angedachtes Modell einer Kulturflatrate oder Kulturwertmark kein Ersatz f&#252;r bestehende Varianten der Honorierung kreativer Arbeit sein, sondern sollte sie sinnvoll erg&#228;nzen. Davor steht allerdings die Frage nach der Praxistauglichkeit und Umsetzungsweise solcher neuen Denkmodelle, ob Lizenzierung oder Verg&#252;tung.</strong></p>
<p>Das System der Creative Commons, das in der Debatte gerade eine gro&#223;e Rolle spielt, hat dabei seine T&#252;cken. Einige Schwachpunkte im Einzelnen: Werden Beitr&#228;ge aus einzelnen Teilen mit unterschiedlicher CC-Lizenzierung zusammen gestellt, wird die korrekte Anwendung der CC-Modelle kompliziert. In der Zusammenstellung gilt der kleinste gemeinsame Nenner der Lizenzen, unter Umst&#228;nden widersprechen sich die Teile – oder schlie&#223;en sich gegenseitig sogar aus. Im Klartext: Ist nur ein Baustein eines Beitrags als „nicht kommerziell“ gekennzeichnet, gilt das komplette Werk aus den Puzzleteilen als „nicht kommerziell“. Viele Kollegen, die mit Creative Commons arbeiten, berichten von Schwierigkeiten in der Praxis, angefangen bei der korrekten Anwendung bis zur unterlassenen Autorennennung.</p>
<p>Auch das Honorarmodell der CCplus klemmt an einem wesentlichen Punkt – seiner freiwilligen &#220;bereinkunft und dem Glauben an die Gutwilligkeit von Nutzern: Kein einziger Bef&#252;rworter von CCplus konnte mir bislang hinreichend erkl&#228;ren, wie denn das Honorar zum Urheber gelangt – wasserdicht und garantiert.</p>
<p>Bislang fehlt oft auch die M&#246;glichkeit entsprechender Differenzierungen in den Wahrnehmungsvertr&#228;gen der Verwertungsgesellschaften &#8211; wie beispielsweise in den Vertragsregelungen der GEMA. Wer dort qua Vertrag Mitglied ist, hat seine kompletten Nutzungsrechte der GEMA &#252;bertragen und kann keine Einzelwerke unter freien Lizenzen wie den Creative Commons ver&#246;ffentlichen. In den unendlichen Weiten der Nutzungsm&#246;glichkeiten, ob on- oder offline, d&#252;rfte das eine Art Parallelgalaxie sein.</p>
<p>Ein Zitat aus einem Kommentar im Netz: „Verwertungsgesellschaften sind mafi&#246;se Anwaltsvereine mit monstr&#246;sen Strukturen, die Nutzer und K&#252;nstler gleicherma&#223;en abzocken“.</p>
<p>Bei genauerem Hinsehen ein merkw&#252;rdiger Vorwurf: In den Gremien der VG Wort, der VG Bild-Kunst und deren Vorsorge- und Unterst&#252;tzungseinrichtungen, die uns als Journalisten unmittelbar betreffen, sind selbstverst&#228;ndlich auch Urheber aller Berufsgruppen vertreten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Mafi&#246;se Strukturen?</strong></em></p>
<p>Bezogen auf ihre Verwaltungsstrukturen, kosten die mittlerweile 12 Verwertungsgesellschaften in Deutschland im Durchschnitt unter 10% dessen, was sie einnehmen. Der &#8220;Rest&#8221; der Einnahmen, immerhin bis zu 90 % und damit eine traumhafte Rendite, wird an die Vertragspartner (Urheber/Rechteinhaber) ausgezahlt. Nach festgelegten Verteilungsschl&#252;sseln, entsprechender j&#228;hrlicher Umsatzmeldung und in variabler H&#246;he, j&#228;hrlich durch die Mitgliederversammlungen &#252;berpr&#252;ft und neu festgelegt. Die Zahlungen aus Pauschalverg&#252;tungen sind f&#252;r die meisten Urheber existenziell wichtiger Teil ihres Lebensunterhalts.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Abzocke von Urhebern?</strong></em></p>
<p>Sicherlich kann man die GEMA und ihre komplexen Strukturen kritisch sehen. Sie aber in der Debatte stellvertretend f&#252;r alle Verwertungsgesellschaften heranzuziehen, deshalb deren Existenzberechtigung in Frage zu stellen und ihre Aufl&#246;sung zu fordern, ist freundlich formuliert ein grober Irrtum.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>These „Es geht auch ohne Contentmafia und Verwertungsindustrie“</strong></em></p>
<p>Ist es m&#246;glich, sich als Urheber von bisherigen Marktstrukturen und Vermarktungskonstrukten zu l&#246;sen?</p>
<p>Sicherlich gibt es mittlerweile viele M&#246;glichkeiten, im Selbstverlag zu publizieren, eigene Werke zu vermarkten oder sich einfacher als in vordigitaler Zeit um &#214;ffentlichkeit und eigenes Marketing zu bem&#252;hen. Plattformen wie <em>Vocer</em> und <em>Carta</em>, Online-Angebote wie das Autorenmagazin <em>Magda</em> oder <em>Was mit Medien</em> zeigen erfolgreich und stellvertretend f&#252;r viele, dass zumindest eine inhaltliche L&#246;sung der Urheber aus bisherigen Konstrukten m&#246;glich ist. Ihr Einkommen erzielen allerdings alle genannten Plattformen nicht im Netz, sondern auf den recht klassischen Vermarktungswegen.</p>
<p>Viele Gespr&#228;chen mit Kreativschaffenden, mit Kollegen, pers&#246;nliche Erfahrungen aus der aktiven DJV-Arbeit und der Freien-Beratung belegen dar&#252;ber hinaus: Oft genug sind Kreative mit ihrer Selbstvermarktung &#252;berfordert. Selbstorganisation muss man lernen und beherrschen, zum gekonnten Selbstmarketing ist nicht jeder geboren, der erforderliche Zeitaufwand daf&#252;r wie beispielsweise auch Vorfinanzierung mitunter betr&#228;chtlicher Produktionskosten &#8211; all das sind wesentliche Dinge, die oft gerade NICHT im „Do it yourself“-Verfahren funktionieren. Deshalb ist f&#252;r viele Kreative die in der Debatte vorgeschlagene „Emanzipation“ und der selbstbewusste Verzicht auf hergebrachte Strukturen nicht ohne weiteres m&#246;glich.</p>
<p>Was die finanzielle Seite angeht, sind Pauschalverg&#252;tungen bislang ein schwieriges Feld: Bei Streamingdiensten wie <em>Spotify</em> oder <em>Simfy</em> wird zwar klar, welcher Grundgedanke hinter solchen Flatrates – auch einer Kulturflatrate – eigentlich steckt. Nat&#252;rlich werden mit diesen Micropaymentsystemen Einnahmen erzielt. Sie liegen allerdings meist im Microcent-Bereich (0,001 Cent pro Klick beispielsweise bei <em>Spotify</em>) und summieren sich erst dann zu nennenswerten Betr&#228;gen, wenn entsprechende Zugriffszahlen zustande kommen. Nach meinen eigenen Erfahrungen mit <em>flattr</em> und <em>Kachingle</em> habe ich dieses Experiment wieder beendet: In einem kompletten Gesch&#228;ftsjahr kamen dabei gerade einmal 7,56 € zusammen – noch nicht einmal die monatlichen Kosten f&#252;r einen vern&#252;nftigen Provider der eigenen Web-Infrastruktur.</p>
<p>Verteilungsschl&#252;ssel dieser Pauschalverg&#252;tungssysteme sind Fehlanzeige, Verteilungsgerechtigkeit sieht anders aus: Massentaugliche Produkte profitieren, Nischenprodukte sind fast chancenlos – und wer aus niedrigen Klickzahlen und Erl&#246;sen die ausschlie&#223;liche Schlussfolgerung ableitet, dass dann die Inhalte nichts taugen und ihre Urheber besser arbeiten gehen sollten, ist leider komplett auf dem Holzweg.</p>
<p>Inmitten des Get&#246;ses sind mir bislang wenige wirklich schlaue Ideen und Vorschl&#228;ge zu Neuregelungen begegnet. Dabei gibt es durchaus manchen sinnvollen Ansatz.</p>
<p>Die Verwertungsgesellschaften spielen dabei eine interessante Rolle: Unter den Aspekten Creative Commons, Rechte-Kl&#228;rung oder Kulturflatrate. Ihre vorhandenen Strukturen sind ausbauf&#228;hig, das zeigt das Beispiel der VG Bild-Kunst, die je nach Wahrnehmungsvertrag bereits heute schon als Rechteclearingstelle und Inkassob&#252;ro in einem funktioniert, siehe K&#252;nstlervertretung und -werke in deren Datenbestand.Wer ein Bild von beispielsweise Marc Chagall ver&#246;ffentlichen m&#246;chte, kann mit der VG Bild-Kunst alle erforderlichen Rahmenbedingungen bis zum Honorar und dessen Zahlungsmodalit&#228;ten kl&#228;ren.</p>
<p>Auch was neu zu schaffende Pauschalverg&#252;tungssysteme betrifft, sind die bestehenden 12 Verwertungsgesellschaften interessant: Denn ein Teilaspekt einer m&#246;glichen Kulturflatrate ist die Notwendigkeit eines Infrastruktur zu deren Verwaltung und Verteilung. Daf&#252;r sind viele Antworten n&#246;tig, wo bislang nur Fragen sind. Wer bestimmt beispielsweise &#252;ber die Definition von &#8220;Sch&#246;pfungsh&#246;he&#8221;, ab der ein Werk &#252;berhaupt erst den Anspruch auf einen urheberrechtlichen Schutz hat? Woraus ergibt sich die Berechtigung, aus einer Kulturabgabe Einnahmen zu beziehen? Woraus deren H&#246;he? Auch M&#246;glichkeiten zur Autorenermittlung verwaister Werke, zur Rechtekl&#228;rung, eine Schaffung von Kriterien f&#252;r Verteilungsschl&#252;ssel der Einnahmen aus einer pauschalen Kulturflatrate sind bislang nicht n&#228;her diskutiert, geschweige denn definiert. DJV-Justitiar Benno P&#246;ppelmann und Karl Nikolaus Peifer, Urheberrechtsexperte von der Universit&#228;t K&#246;ln, haben diese Frage im Roundtable-Gespr&#228;ch Urheberrecht im Magazin <em>journalist</em> bereits formuliert: Wozu neu schaffen, was bereits in Varianten existiert und worauf man sinnvoll aufbauen kann?</p>
<p>Ein kleiner Exkurs: M&#246;gen Sie sich f&#252;r einen kurzen Moment vorstellen, welche ungeheuren Dimensionen eine solche, neu zu schaffende Beh&#246;rde h&#228;tte? Vom Zeitaufwand zum Aufbau dieser Verwaltungsstruktur ganz zu schweigen, bewegt sich die zu erfassende, zusammengef&#252;hrte, zu kontrollierende und kontrollierbare Datenmenge mitsamt dem Beh&#246;rdenkonstrukt jenseits der schlimmsten Visionen von Vorratsdatenspeicherung und Datenkraken.</p>
<p><strong>Wer Urheberrecht sagt, differenziert nicht. N&#228;mlich nicht zwischen eigentlichem Urheberrecht – und Urhebervertragsrecht.</strong></p>
<p>Ersteres sollte aufgrund des wesentlichen Aspekts der Verf&#252;gungs- und Vermarktungsgewalt von Urhebern bestehen bleiben. Das schlie&#223;t deren Wahlfreiheit f&#252;r Vermarktungswege und Lizenzierungsmodelle mit ein. Das Urhebervertragsrecht allerdings, das den Umgang mit Nutzungsrechten regelt, braucht in einigen Punkten Reformen und Erg&#228;nzungen.</p>
<p>Denkbar w&#228;ren aus meiner Perspektive als Urheberin beispielsweise eine Einschr&#228;nkung von Total-Buy-Out-Klauseln; ebenso ein Verzicht auf „unbekannte Nutzungsarten“ zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses wie f&#252;r unhonorierte Mehrfachverwertungen im Rahmen umf&#228;nglicher Rechteabtretungen. (Bereits jetzt sind das im &#252;brigen gerichtlich best&#228;tigte Kernpunkte der erfolgreichen DJV-Verbandsklagen gegen entsprechende Verlags-AGB.)</p>
<p>Eine zeitliche Verk&#252;rzung von Rechteabtretungen an Nutzer zugunsten der Werkautoren geh&#246;rt ebenso dazu wie erweiterte Vertretungsbefugnisse f&#252;r Berufsverb&#228;nde, z.b. im Hinblick auf Verbandsklagen: Denn dass die Umsetzung der Verg&#252;tungsregeln in der Praxis ein schwieriges Gesch&#228;ft ist, im Sinne des Urhebervertragsrechts „angemessene Honorare“ f&#252;r jegliche Nutzung eher Utopie denn fl&#228;chendeckende Praxis sind, das zeigen die Erfahrungen des DJV und der vom DJV vertretenen und beratenen freier JournalistInnen im beruflichen Alltag.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Einige Gedanken zum Schluss:</strong></em></p>
<p>Um seine Position als Urheber in der &#214;ffentlichkeit zu vertreten, muss man kein Jurist sein. Zwischen Verlags-AGB, Honorardumping und Vertr&#228;gen, kurz: der allt&#228;glichen Arbeitspraxis findet sich ein breites Spektrum f&#252;r praxisnahe Wort&#228;u&#223;erungen. Im Gespr&#228;ch mit anderen Kreativschaffenden und deren Verb&#228;nden hat sich in den letzten Monate der Debatte herausgestellt, dass zwar viele Verbandsvertreter an der Diskussion teilnehmen. Diejenigen, deren Interessen auf dem Spiel stehen, waren bisher eher schweigsam. Erst in den letzten Tagen haben Kollegen wie Kathrin Passig im <em>Tagesspiegel</em> oder Malte Welding in der <em>FAZ</em> ihren Bef&#252;rchtungen Ausdruck verliehen. Als DJV-Mitglied w&#252;nsche ich mir ebenso wie als Gremienaktive, dass mehr Kollegen ihre Meinung vertreten, ob in der analogen oder digitalen &#214;ffentlichkeit – und damit zu einer kenntnisreichen, praxisnahen Debatte beitragen, die L&#246;sungen erm&#246;glicht anstelle in Scharm&#252;tzeln stecken zu bleiben.</p>
<p>Extrempositionen zwischen „Alles soll so bleiben wie es ist“ und „Komplett abschaffen“ helfen uns dabei ebenso wenig weiter wie Daueraufgeregtheit und Get&#246;se. Ich fand es in den letzten Monaten weitaus interessanter, mich mit den Kontrahenten der Debatte auf pers&#246;nliche Gespr&#228;che einzulassen. Ob sie bekannt sind wie Markus Beckedahl, Christoph Keese oder Enno Lenze von den Piraten – oder eher unbekanntere Kreative sind, ist f&#252;r mich dabei von nachrangiger Bedeutung. Was z&#228;hlt, ist der Dialog, so anstrengend und zeitaufw&#228;ndig das bisweilen sein mag. Sich in die &#246;ffentliche Debatte um das Urheberrecht zu begeben, ob mit eigenen Beitr&#228;gen oder Kommentaren, braucht Faktenkenntnis – und gute Nerven ebenso, um sich in der zum Teil &#228;u&#223;erst emotional und aggressiv gef&#252;hrten Diskussion zu behaupten.</p>
<p>Die aus &#246;ffentlicher Debatte und zahlreichen pers&#246;nlichen Gespr&#228;chen gewonnenen Erkenntnisse waren und sind f&#252;r mich so erhellend wie unbequem: Weil nicht die Interessen aller Protagonisten unterschiedlich sind. Man k&#246;nnte sie stark verk&#252;rzt mit „m&#246;glichst g&#252;nstig einkaufen“, „Geld verdienen“ und „Rechtssicherheit“ umschreiben. Ausschlie&#223;lich die Perspektive auf diese Interessen unterscheidet sich erheblich; zu welchen Problemen in der Differenzierung das f&#252;hren kann, zeigt mir die Schilderung der Probleme eines kleinen Verlags: Ein schmales Segment der T&#228;tigkeit, wenige Autoren und Nischenprodukte, dazu die aktuellen Entwicklungen und umw&#228;lzenden Ver&#228;nderungen der Branche. Dieser Verlag, der mit gro&#223;en Medienkonzernen genau die gleichen Differenzen hat wie Einzelurheber, ist in diesen Turbulenzen den Einzelurhebern sehr viel &#228;hnlicher und n&#228;her, als es auf den ersten Blick scheint. In der Bilanz haben viele dieser Gespr&#228;che f&#252;r mich dazu beigetragen, mit so manchem Feindbild gr&#252;ndlich zu kollidieren – und es an der ein oder anderen Ecke auch zu relativieren.</p>
<p>Die hiesige Debatte um das Urheberrecht ist dar&#252;ber hinaus beileibe kein national eingrenzbares oder ausschlie&#223;lich europ&#228;isches Thema. Manche Knackpunkte des deutschen Urheberrechtsgesetzes sind nicht ohne weiteres reformierbar oder anpassungsf&#228;hig, sondern nur auf europ&#228;ischer Rechtsebene. Die komplette hiesige Debatte ist ein eher kleiner Teilbereich eines globalen, komplexen Geflechts aus gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Interessenkonflikten. In diesem globalen Mechanismus sind einfache L&#246;sungen wohl leider Utopie. Und in einer umfassenden Umw&#228;lzung, die es so seit Erfindung des Buchdrucks wohl nicht mehr gegeben hat, sind s&#228;mtliche Protagonisten auf dem Weg zu m&#246;glichen L&#246;sungen einander n&#228;her und sich &#252;ber alle Gegens&#228;tze und Widerspr&#252;che hinaus st&#228;rker gegenseitig verpflichtet, als es den Anschein hat.</p>
<p>Christoph Kappes hat diese schwierige Erkenntnis in seiner k&#252;rzlich ver&#246;ffentlichten, exzellenten Zusammenfassung einer Netzdebatte das „Panta Rhei der Digitalisierung“ genannt.</p>
<p style="margin-bottom: 2em;"><em><a href="http://www.heikerost.com/texte/armerpoet_ladygaga/">Crosspost</a></em></p>
<p><em><strong>Weiterf&#252;hrende Links zum Beitrag</strong></em></p>
<p>Eine <a href="http://www.heikerost.com/texte/medien/links_urheberrecht/" target="_blank">Zusammenstellung relevanter Texte und Links</a> zu Beitr&#228;gen der Debatte finden Sie auf meiner Website; sie wird zeitnah aktualisiert, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollst&#228;ndigkeit:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.djv.de/fileadmin/DJV/Journalismus_praktisch/Arbeitsfelder/Arbeitsfelder_Freie/Infos/Freienumfrage2008_1.pdf" target="_blank">DJV-Umfrage Freie (PDF)</a></li>
<li><a href="http://www.djv.de/fileadmin/DJV/Journalismus_praktisch/Arbeitsfelder/Arbeitsfelder_Freie/Infos/freienumfrage2009.pdf" target="_blank">DJV-Umfrage Freie (Zusammenfassung mit Statements Freier JournalistInnen)</a></li>
<li><a href="http://www.kuenstlersozialkasse.de/wDeutsch/ksk_in_zahlen/statistik/durchschnittseinkommenversicherte.php" target="_blank">K&#252;nstlersozialkasse, Angaben zum Durchschnittseinkommen der Versicherten</a></li>
<li>Malte Welding/FAZ: <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/urheberrechtsdebatte-wir-muessen-uebergeld-reden-11720092.html" target="_blank"> „Wir m&#252;ssen &#252;ber Geld reden“ -</a></li>
<li>Kathrin Passig/Tagesspiegel: <a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/was-sind-uns-texte-wert-kathrin-passig-und-dann-ist-danoch-mein-t-shirt-shop/6512146.html" target="_blank">„Und da ist dann noch mein T-Shirt-Shop“</a></li>
<li>Kurzfassung <a href="http://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/0/07/UrhG_Arguments_FassungBPT2011-2.pdf" target="_blank">„Urheberrechtsgesetz – Argumente und Begr&#252;ndungen“ der Piratenpartei (PDF)</a></li>
<li><a href="http://wiki.piratenpartei.de/Bundesparteitag_2011.2/Antragsportal/PA149" target="_blank">Langfassung des Antrags zum Urheberrechtsgesetz</a> (Piratenpartei, Bundesparteitag 2011)</li>
<li>Website <a href="http://de.creativecommons.org/" target="_blank">Creative Commons</a></li>
<li><a href="http://de.creativecommons.org/2012/01/31/gema-gibt-neue-stellungnahme-zu-cc-lizenzenab-2/" target="_blank">Stellungnahme der GEMA zu Creative Commons</a></li>
<li>Stefan Krempl, Heise: <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/GEMA-bleibt-beim-Nein-zu-Creative-Commons-Lizenzen-1425869.html" target="_blank">GEMA-bleibt beim Nein zu Creative Commons</a></li>
<li><a href="http://www.vocer.org" target="_blank">Vocer – Medien. Kritik. Debatte</a></li>
<li><a href="http://www.carta.info" target="_blank">Carta</a></li>
<li><a href="http://www.magda.de" target="_blank">Magda – Das Magazin der Autoren</a></li>
<li><a href="http://www.wasmitmedien.de/" target="_blank">Was mit Medien.</a> Medienmagazin.</li>
<li>Zusammenstellung der <a href="http://www.denkding.de/2012/04/was-vom-liede-ubrigblieb/" target="_blank">Konditionen unterschiedlicher Micropaymentsysteme</a> (erstellt von Pia Ziefle, Autorin und Journalistin)</li>
<li><a href="http://on3.de/e/12940#/e/12940" target="_blank">Erfahrungsbericht einer Band mit digitalen Verk&#228;ufen</a></li>
<li>journalist: <a href="http://www.journalist.de/ratgeber/handwerk-beruf/menschen-und-meinungen/roundtableurheberrecht-was-bleibt-uebrig.html" target="_blank">Roundtable-Gespr&#228;ch Urheberrecht</a></li>
<li>Christoph Kappes: <a href="http://christophkappes.de/total-buyout-netzneutralitat-entfremdung-ein-galopp-durch-netzthemen-der-heutigen-timeline/" target="_blank">Total Buyout, Netzneutralit&#228;t, Entfremdung – das Panta Rhei der Digitalisierung</a></li>
</ul>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43029%2Fzwischen-armen-poeten-und-lady-gaga-skizze-der-aktuellen-urheberrechtsdebatte%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43029%2Fzwischen-armen-poeten-und-lady-gaga-skizze-der-aktuellen-urheberrechtsdebatte%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/43029/zwischen-armen-poeten-und-lady-gaga-skizze-der-aktuellen-urheberrechtsdebatte/">Zwischen armen Poeten und Lady Gaga: Skizze der aktuellen Urheberrechtsdebatte</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/43029/zwischen-armen-poeten-und-lady-gaga-skizze-der-aktuellen-urheberrechtsdebatte/#comments">13 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43029&amp;md5=d731dc2e70facdac5a6a06ff22fd1284" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/43029/zwischen-armen-poeten-und-lady-gaga-skizze-der-aktuellen-urheberrechtsdebatte/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Warum es in der Urheberrechts-Debatte keine Einigung geben kann</title>
		<link>http://carta.info/43023/warum-es-in-der-urheberrechts-debatte-keine-einigung-geben-kann/</link>
		<comments>http://carta.info/43023/warum-es-in-der-urheberrechts-debatte-keine-einigung-geben-kann/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 11:53:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Kolbrück</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Rechthaberei]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=43023</guid>
		<description><![CDATA[Geschichte wiederholt sich, auch in den Grabenk&#228;mpfen der digitalen Religionsgemeinschaften. Am Ende steht wahrscheinlich ein neuer Westf&#228;lischer Frieden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die gesamte Debatte &#252;ber das Urheberrecht ist breit getretener Quark. Die Argumente sind Sahnesteif, die Begr&#252;ndungen netzpolitische Kirchturmsrhetorik. Immerhin: Die Debatte, sie hat einen gewissen intellektuellen Unterhaltungswert. Gestritten wird schlie&#223;lich vor allem mit rhetorischen Winkelz&#252;gen, die die Gegenseite bewusst falsch interpretieren, Argumente verf&#228;lscht zuspitzen, Nebenkriegsschaupl&#228;tze &#252;berh&#246;hen und so Material f&#252;r Rhetorikseminare und Fu&#223;noten zu Schopenhauer noch und n&#246;cher bieten. Sein Werk: „Die Kunst, Recht zu behalten“ gibt es bei <em>Amazon</em> &#252;brigens kostenlos f&#252;rs <em>Kindle</em>.</p>
<p>Dabei wird gestritten, obwohl eine Einigung gar nicht m&#246;glich ist. Es geht den Bolschewiken des Web ebenso wenig wie den kapitalistischen Lordsiegelbewahrern nicht um die Frage nach der Wahrheit oder der Praktikabilit&#228;t, sondern letztlich um die Frage nach dem Markt. Freiheit oder Schranke, Kapital oder Kolchose. Die einen stolpern ins W&#246;rterbuch des Unmenschen (<a href="http://meedia.de/print/an-die-freunde-gepflegten-mitessertums/2012/04/17.html">„Parasiten“</a>), die anderen sehen in der Urheberrechtsdebatte das <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,828246,00.html">Erwachen der Weltrevolution</a>.</p>
<p>Die Diskussion ist dabei ebenso bar jeder Einigung wie die Debatte bei <em>ING-Diba</em>, als es nur um die Wurst ging. Dort kloppten sich Veganer und Omnivoren um ein Scheibchen Wurst in der Werbung. Verst&#228;ndigung ausgeschlossen. Das macht nichts, w&#252;rde dabei nicht auch die Toleranz unter die R&#228;der geraten.</p>
<p>Beim Urheberrecht stehen sich die Kr&#228;fte gleichfalls unvereinbar gegen&#252;ber. So als stritten Protestanten und Katholiken um die Wahrhaftigkeit der Wandlung. Glaubensfragen &#252;berall.</p>
<p>Deshalb werden gem&#228;&#223;igte Kr&#228;fte wie <a href="http://www.spreeblick.com/2012/04/14/ich-heb-dann-mal-ur/">Spreeblick</a>, diese UNO unter den Diskutanten, auch gleich von beiden Seiten verpr&#252;gelt. Toleranz, das passt nicht ins Weltbild. Wer in der Mitte steht, der steht eigentlich dazwischen und im Weg. Man muss sich heute eben zwischen den Extremisten entscheiden. Auch Gott mochte ja nichts Halbgares. Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein.</p>
<p>Dieser theologische Status durchzieht die gesamte Diskussion. Mein Recht, dein Recht. Mein Gott, dein Gott. Mein richtiges Leben, dein falsches. Ein verquerer Adorno im Totalitarismus des eigenen Seins macht es sich da im digitalen Leben bequem.</p>
<p>In dieser Debatte, die nur noch einem digitalen Rosenkranz gleicht, z&#228;hlen schon l&#228;ngst keine Fakten und Argumente mehr, sondern gesellschaftliche Axiome. Die <em>Zeit</em> sortiert denn auch die <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2012-04/urheberrecht-frontlinien">Frontlinien</a>.</p>
<p>Willkommen im Drei&#223;igj&#228;hrigen digitalen Krieg, weil niemand bereit ist, einmal in den Schuhen des anderen zu gehen. Vor solchen selbsternannten Demokraten, Liberalen und Freiheitsk&#228;mpfern &#8211; und den Verteidigern der Ordnung &#8211; sollte uns grauen. Immer.</p>
<p>Milde des Alters. Geschichte wiederholt sich, auch in den Grabenk&#228;mpfen der Ideologien. Glaubenskriege, auch die zwischen digitalen Protestanten (oder sind es doch eher Digitafisten?) und Urheberrechts-Kreuzz&#252;glern, aufgerufen, die heiligen St&#228;tten des Rechts zu verteidigen, enden immer mit einem Westf&#228;lischen Frieden.</p>
<p>Der wird am Ende Kulturflatrate hei&#223;en, weil sie ganz bequem in der Mitte liegt. Und weiter wird keiner mehr schauen, wenn die Zungen fusselig, die verbalen Schlachten geschlagen, die Streitpapiere zerlesen und die Herzen m&#252;de sind.</p>
<p><em><a href="http://off-the-record.de/2012/04/22/warum-es-in-der-urheberrecht-debatte-keine-einigung-geben-kann/">Crosspost</a></em>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43023%2Fwarum-es-in-der-urheberrechts-debatte-keine-einigung-geben-kann%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F43023%2Fwarum-es-in-der-urheberrechts-debatte-keine-einigung-geben-kann%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/43023/warum-es-in-der-urheberrechts-debatte-keine-einigung-geben-kann/">Warum es in der Urheberrechts-Debatte keine Einigung geben kann</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/43023/warum-es-in-der-urheberrechts-debatte-keine-einigung-geben-kann/#comments">4 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43023&amp;md5=21481009b08cfdcb50154519c97d931e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/43023/warum-es-in-der-urheberrechts-debatte-keine-einigung-geben-kann/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>GEMA gewinnt gegen YouTube</title>
		<link>http://carta.info/42984/gema-gewinnt-gegen-youtube/</link>
		<comments>http://carta.info/42984/gema-gewinnt-gegen-youtube/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 14:41:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Gema]]></category>
		<category><![CDATA[Lizenz]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Urteil]]></category>
		<category><![CDATA[Youtube]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=42984</guid>
		<description><![CDATA[Im Konflikt um 12 Musikvideos auf Googles Plattform YouTube siegte die Gema vor dem Hamburger Landgericht in sieben F&#228;llen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verf&#252;gbar&#8230; So hei&#223;t es bei <em>YouTube</em>, wenn die Rechte f&#252;r eine Ausstrahlung von Videos nicht eingeholt worden sind und die <em>Gema</em>-Sp&#252;rhunde angeschlagen haben. Dazu <em>Gema</em>-Sprecherin Gaby Schilcher:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wenn Sie das geistige Eigentum eines anderen Menschen benutzen und ihn nicht fragen und nicht bezahlen, dann ist das eine Straftat. Wenn wir von der Gema das erfahren, bekommen Sie eine sogenannte Schadensrechnung. Das hei&#223;t, Sie w&#252;rden das Doppelte des urspr&#252;nglichen Verg&#252;tungssatzes bezahlen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nun hat das Hamburger Landgericht in erster Instanz <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,828801,00.html">ein Urteil gef&#228;llt</a>. Die Urteilsbegr&#252;ndung liegt noch nicht im Detail vor, wird aber bereits jetzt als „wegweisend“ gehandelt. YouTube soll danach &#8211; wie andere Anbieter auch &#8211; der <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/04/20/drk_20120420_1710_a217633e.mp3">St&#246;rerhaftung</a> unterliegen und beanstandete Uploads k&#252;nftig von der seiner Plattform nehmen m&#252;ssen.</p>
<p>Nach einem <a href="http://www.ndr.de/regional/youtubegema101.html">Bericht des NDR</a> steht <em>YouTube</em> allerdings weiter auf dem Standpunkt, dass sich die betrogenen Rechteinhaber an jene wenden sollen, die Beitr&#228;ge widerrechtlich auf die Plattform hochladen. Der Konzern habe darauf keinen Einfluss, so <em>Google</em>-Sprecherin Mounira Latrache:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir stellen nur die Plattform zur Verf&#252;gung, auf der sich jeder frei bewegen kann, jeder frei Inhalte einstellen kann. Deswegen k&#246;nnen wir nicht f&#252;r die Inhalte verantwortlich gemacht werden.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wohl auch nicht f&#252;r jene Videos, die sich ganz offen damit befassen, wie man die Gema-Sperre umgeht?</p>
<p>&nbsp;
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F42984%2Fgema-gewinnt-gegen-youtube%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F42984%2Fgema-gewinnt-gegen-youtube%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/42984/gema-gewinnt-gegen-youtube/">GEMA gewinnt gegen YouTube</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/42984/gema-gewinnt-gegen-youtube/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=42984&amp;md5=63924a0f954129d234d37fee8a91d27c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/42984/gema-gewinnt-gegen-youtube/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/04/20/drk_20120420_1710_a217633e.mp3" length="1607680" type="audio/mpeg" />
		</item>
		<item>
		<title>Der gro&#223;e Umsonst-Irrtum</title>
		<link>http://carta.info/42911/der-grose-umsonst-irrtum/</link>
		<comments>http://carta.info/42911/der-grose-umsonst-irrtum/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 12:10:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Renner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Gema]]></category>
		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Sven Regener]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=42911</guid>
		<description><![CDATA[Am 21. M&#228;rz platzte Sven Regener in einem Telefoninterview der Kragen. Er bestand im Rahmen einer "Wutrede" darauf, dass K&#252;nstler zu verg&#252;ten seien. Das ist eine absolut nachvollziehbare Forderung, die sicher kaum einer verwehren kann. Doch wie kommt der gute Mann darauf, dass die "ganzen asozialen Leute", von denen er spricht, f&#252;r Musik nichts bezahlen wollen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich mag Sven Regener. Anzuh&#246;ren, wie er dem (fast bemitleidenswerten) Bayrischen Rundfunk-Autor Erich Renz einen einschenkt, macht allein schon ob seiner Wortwahl und der brillanten Betonung des Textes einen gro&#223;en Spa&#223;. Kaum zu glauben, dass das improvisiert war. Der Mann kann mit Sprache und Dramaturgie wirklich virtuos umgehen, deshalb habe ich ihn und seine Band <a href="http://www.motor.de/kuenstler/element_of_crime" target="_blank">Element of Crime</a> auch vor einem Vierteljahrhundert f&#252;r die Polydor unter Vertrag genommen.</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=X--AeJKuifU&amp;feature=player_embedded" target="_blank">Der spontane Wutausbruch ist Regeners</a> bislang wahrscheinlich gr&#246;&#223;ter Hit. Die seri&#246;se Presse von S&#252;ddeutsche bis Spiegel (letzterer macht den &#8220;Aufstand der Autoren&#8221; sogar zum ersten Aufmacher ihrer aktuellen Ausgabe) sucht nun den Schulterschluss mit ihm. Schlie&#223;lich sitzen dort auch Schreiberlinge, die bef&#252;rchten, nicht oder aber immer schlechter f&#252;r ihre geistige Arbeit verg&#252;tet zu werden.</p>
<p>Profilierte Redakteure wie Kurbjuweit (&#8220;Die Freiheit der W&#246;lfe&#8221;) und 51 Autoren des Tatort (Im Rahmen eines Offenen Briefs an &#8220;Liebe Gr&#252;ne, liebe Piraten, liebe Linke, liebe Netzgemeinde&#8221;) setzen aktuell gegen die &#8220;Kostenlos-Kultur&#8221; nach – suggeriert wird im Windschatten Regeners, nur mit staatlicher Kontrolle k&#246;nne verhindert werden, dass die Ideen und die Kreativit&#228;t im Netz gepl&#252;ndert werden k&#246;nne wie die Waren aus einem Supermarkt w&#228;hrend eines B&#252;rgerkriegs.</p>
<p>Diejenigen, die sich gegen die von ihnen festgestellte &#8220;Kostenlos-Kultur&#8221; wehren, fr&#246;nen ihr in der Regel selbst nicht. Darin liegt das zentrale Missverst&#228;ndnis begr&#252;ndet. T&#228;ten sie es, w&#252;ssten sie, dass im Netz &#8220;Umsonst&#8221; eine Schim&#228;re ist. Die Villa, die Autos, die Hausm&#228;dchen von Megauploads Kim Schmitz kommen nicht von ungef&#228;hr, sondern sind Ergebnis der Geb&#252;hren des Dienstes, den man bei intensiver Nutzung zu zahlen hatte.</p>
<p>Auch die 180 Millionen, die man meint als Gewinne von kino.to ausgemacht zu haben, sind nicht Ergebnis des bl&#246;den Porno-Banners, das man bei dem Dienst zu Anfang wegklicken musste, sondern den &#8220;Optimierungszug&#228;ngen&#8221; geschuldet, die man f&#252;r 14,99 € im Monat abonnieren sollte, damit der Stream mit den neuen Kinofilmen schneller kam und nicht abbrach. Das Gesch&#228;ftsmodell hat sich bis heute (jetzt beim Nachfolger kinox.to) nicht ge&#228;ndert.</p>
<p>Bezahlt wird f&#252;r Service und Inhalte im Netz immer. Entweder im Rahmen von Flatrates f&#252;r aktuelle Musik oder Filme oder eben mit Zeit oder pers&#246;nlichen Daten. Denn auch dort, wo der Konsument mit Pop-Ups und anderer Werbung beballert wird oder sich durch Fragen in Suchmaschinen oder in sozialen Netzwerken offenbart, entsteht ein Mehrwert. Die wenigsten Plattformen werden von Altruisten betrieben, die meisten haben sehr wohl ein Gesch&#228;ftsmodell. Das erkennt auch der auf die &#8220;Kostenlos-Kultur&#8221; schimpfende Regener: &#8220;Ein Gesch&#228;ftsmodell, das darauf beruht, dass diejenigen, die den Inhalt liefern, nichts bekommen (&#8230;.) ist schei&#223;e.&#8221;</p>
<p><strong>Sven Regeners Wut-Rede</strong></p>
<p>Es ist anzunehmen, dass eine Mehrheit der Nutzer Regener zustimmen w&#252;rde. Ihnen geht es n&#228;mlich in erster Linie um guten Service und nicht um &#8220;kostenlos&#8221;. W&#252;rden sonst Superm&#228;rkte unter dem Risiko von drastisch steigendem Ladendiebstahl ihre L&#228;den offen gestalten und die Nadel&#246;hre an den Kassen verschwinden lassen? W&#252;rden sonst die M&#228;rkte, in denen es f&#252;r Musik legale Streamingangebote gibt, die so schnell wie die Radiostationen bedient werden (Skandinavien, Frankreich, BeNeLux) pl&#246;tzlich wieder deutlich wachsen?</p>
<p>Kostenlos ist kein Menschheitsbed&#252;rfnis. Und weder Diebstahl noch Pl&#252;nderei sind cool. Pl&#252;nderung ist kein Hobby von Hipsters, sondern Ausdruck von Wut (siehe die Londoner Krawalle von 2011) oder purer Not (siehe den &#8220;Kohlenklau&#8221; in den Nachkriegsjahren). Erinnert sich einer an den heldenhaften Pl&#252;nderer, der mit seinen Taten und der Beute prahlt? Nein, Diebstahl und Pl&#252;nderei sind gesellschaftlich ge&#228;chtet, schon allein, weil ein jeder von uns ihr Opfer werden kann.</p>
<p>Das Bed&#252;rfnis nach bequemen und unmittelbaren Zugriff auf Entertainment-Inhalte ist jedoch offensichtlich ein Bed&#252;rfnis. Es bahnte sich bei Musik schon vor fast 15 Jahren mit Napster den Weg. Im Rahmen einer hitzigen Diskussion &#252;ber &#8220;Internet-Piraterie&#8221; innerhalb des Bundesverbandes Musikindustrie, bei der ich damals f&#252;r die <em>Universal Entertainment</em> teilnahm, fragte ich die Chefs der anderen gro&#223;en Plattenfirmen, wer denn schon einmal &#8220;Napster&#8221; genutzt habe. &#8220;Napster&#8221; war damals ein P2P-Service und illegal. Keine einzige Hand hob sich.</p>
<p>Alle Musik war dank Napster jederzeit verf&#252;gbar. Das und nicht der Fakt, dass man nichts zahlte, machte den Dienst zum Erlebnis. Das Gef&#252;hl war dabei wie beim &#8220;Kohlenklau&#8221; &#8211; man tat es mangels anderer M&#246;glichkeit, war aber mitnichten stolz auf sich. H&#228;tte man sich seitens der Musikindustrie inhaltlich mit dem illegalen Konkurrenten besch&#228;ftigt, statt ihn ungesehen und ungenutzt zu verdammen, h&#228;tten wirkliche, legale Alternativen nicht f&#252;nf (iTunes), respektive zehn (Spotify) Jahre nach Napster auf sich warten lassen.</p>
<p>Die Musikindustrie hat aus Unkenntnis &#252;ber die Bed&#252;rfnisse ihrer ehrlichen Kunden diese im Internet entweder gar nicht bedient, oder ihnen lange mit Kopierschutz das Leben schwer gemacht. Verst&#228;ndlich, dass auf diese Art und Weise die sich &#252;berholt habende CD nicht non-physisch substituitert werden konnte. Besonders dort nicht, wo &#8211; wie in Deutschland &#8211; das Gesch&#228;ftsmodell mangels GEMA-Einigung f&#252;r die legalen Anbieter &#252;ber Jahre unkalkulierbar blieb. 83% des Umsatzes wurde 2011 in Deutschland noch mit Tontr&#228;gern gemacht, das ist weltweit ein Negativ-Rekord (in den USA waren es zum Vergleich 49%).</p>
<p>Um Sven Regeners Wut gerecht zu werden, m&#252;ssen wir also nicht nach sch&#228;rferen Gesetzen rufen, sondern Blockaden wie zwischen GEMA und YouTube aufheben helfen, damit die ad&#228;quaten Angebote entstehen. Diese Angebote und K&#252;nstler wie Sven gilt es dann dadurch zu sch&#252;tzen, dass man &#8211; wie im Fall Schmitz und kino.to zu Recht geschehen -, die Menschen bestraft, die an ihren Gesch&#228;ftsmodellen Kreative nicht angemessen beteiligen.</p>
<p><em>Dieser Text ist ein <a href="http://www.motor.de/motorblog/tim.renner/tim_renner_der_grosse_umsonst_irrtum.html">Crosspost von Motorblog</a>.</em>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F42911%2Fder-grose-umsonst-irrtum%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F42911%2Fder-grose-umsonst-irrtum%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/42911/der-grose-umsonst-irrtum/">Der gro&#223;e Umsonst-Irrtum</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/42911/der-grose-umsonst-irrtum/#comments">15 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=42911&amp;md5=107e87e750fc26b67c5f7048f96e0cde" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/42911/der-grose-umsonst-irrtum/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>15</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Det fiel ma uff: Was ich zur Urheberrechtsdebatte zu sagen habe</title>
		<link>http://carta.info/42865/det-fiel-ma-uff-was-ich-zur-urheberrechtsdebatte-zu-sagen-habe/</link>
		<comments>http://carta.info/42865/det-fiel-ma-uff-was-ich-zur-urheberrechtsdebatte-zu-sagen-habe/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 15 Apr 2012 14:23:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Nagel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=42865</guid>
		<description><![CDATA[Lange habe ich gez&#246;gert, mich von der grassierenden Stellungnahme-Epidemie anstecken zu lassen, die offenbar gerade viele Menschen zwingt, sich zur Debatte um Urheberrecht, Handelsblatt, Piratenpartei, “Gratiskultur” und verlorenen K&#246;pfen zu &#228;u&#223;ern. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Gezeter und die Propaganda beider Seiten, das “Contentmafia”-Geschrei von der Piraten-Seite genauso wie der vermeintliche Untergang der Zivilisation, den die Verwertungsindustrie geradezu herbeibetet, weil sie ihre Felle davonschwimmen sieht, gehen mir gleicherma&#223;en auf den Zeiger.</p>
<p>Ich lese die ganze Auseinandersetzung um den <em>Handelsblatt</em>-Schmarrn zwar, bevorzugt die Texte, die Stefan Niggemeier <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/euren-kopf-habt-ihr-laengst-verloren/">in seinem Blog zusammengetragen hat</a> und all das, worauf diese Texte wiederum verweisen. Aber ich bin es absolut m&#252;de, mich in diese Diskussion so zu vertiefen, wie ich m&#252;sste, um qualifiziert etwas dazu sagen zu k&#246;nnen. Wer das erwartet, kann an dieser Stelle aufh&#246;ren zu lesen.</p>
<p>Nach Lekt&#252;re des <a href="http://www.spreeblick.com/2012/04/14/ich-heb-dann-mal-ur/">Textes von Johnny Haeusler auf Spreeblick</a> aber bin ich zum Schluss gekommen: Am meisten geht es mir auf den Zeiger, dass ich mittlerweile zum Juristen, Wirtschaftsexperten und wom&#246;glich Philosophen werden muss, um weiter das machen zu k&#246;nnen, was ich schon seit zig Jahren mache. Und was ich f&#252;r so legitim halte, dass ich dar&#252;ber genauso wenig reden m&#246;chte wie dar&#252;ber, dass ich als Radfahrer nicht nachts an einer leeren Kreuzung vor einer roten Ampel stehen bleibe.</p>
<p>Hei&#223;t: Aus meiner Lebensrealit&#228;t, aus dem Alltag eines sowohl kreativ schaffenden Menschen, der gerne f&#252;r seine Arbeit bezahlt werden m&#246;chte, als auch aus meinem Alltag als Konsument (was nicht voneinander zu trennen ist), hat sich ein Umgang mit Medieninhalten ergeben, der mit den Buchstaben des Gesetzes hin und wieder genau so in Konflikt ger&#228;t wie ich als Fahrradfahrer mit der StVO kollidiere.</p>
<p>Genau aus dieser v&#246;llig subjektiven, privaten Perspektive, die auch den Kern dieses Blogs betrifft, m&#246;chte ich jetzt ein paar Worte sagen.</p>
<p>1. Ja, vieles von dem, was ich hier auf Britcoms.de bespreche, kommt aus dunklen Quellen. Zun&#228;chst. Allerdings: die 2,40 Meter auf 2,10 Meter DVDs, die hinter meinem Fernseher stehen, h&#228;tte mir die Kulturindustrie gewiss nicht verkaufen k&#246;nnen, h&#228;tte ich den Krempel nicht vorher irgendwo angesehen. Das ist der Gegenwert eines neuen Mittelklassewagens, den ich da in Raten an die Kreativen und die Firmen, die von den Kreativen leben, &#252;berwiesen habe. Minimum. Da ist noch gar nicht inbegriffen, was ich f&#252;r Kino, Musik, Internet, (deutsches) Fernsehen und B&#252;cher ausgebe. Ich bin es absolut leid, mich daf&#252;r rechtfertigen zu m&#252;ssen, dass ich amerikanische und britische Fernsehinhalte sofort sehen will und nicht erst, wenn ZDF.neo sie schlecht synchronisiert zu nachtschlafender Stunde versendet.</p>
<p>Wie es mein Rechtsempfinden treffen w&#252;rde, sollte ich je abgemahnt werden f&#252;r etwas, das ich nicht nur l&#228;ngst via DVD bezahlt habe, sondern wom&#246;glich qua Empfehlung hier im Blog auch noch zu verkaufen geholfen habe, wage ich nicht vorauszusehen.</p>
<p>2. Ich schreibe selbst f&#252;rs Fernsehen und f&#252;r Print (ein Buch, an dem ich mitgeschrieben habe, ist in Vorbereitung), meine <a href="http://www.freischreiber.de/kathrin-hartmann">Frau</a> ist (vorwiegend Print-) Journalistin und Vorstandsmitglied bei den <a href="http://www.freischreiber.de/home">Freischreibern</a>. Aus unserer t&#228;glichen Erfahrung kann ich sagen: Das Problem der Urheber ist nicht der Piraten-Punk, der sich Texte umsonst aus dem Internet zieht. Das Problem sind Verwerter, die f&#252;r Texte nichts mehr bezahlen m&#246;chten.</p>
<p>Das Problem sind Knebelvertr&#228;ge, mit denen s&#228;mtliche Weiterverwertungen einmal geschriebener Texte an Verlage abgetreten werden sollen. Sei es Weiterverwertung im Internet, in Tageszeitungen, die mit den Zeitungen verschwistert sind, wo der Text zuerst erschienen ist, sei es sogar in B&#252;chern oder in Online-Archiven, die zwar von Nutzern bezahlt werden m&#252;ssen, die etwas suchen wollen, aber von diesem Geld nichts an die Autoren weitergeben, die all die sch&#246;nen archivierten Texte geschrieben haben. <em>Das</em> ist die Kostenlos-Kultur, die tats&#228;chlich zu gei&#223;eln w&#228;re.</p>
<p>Als Fernsehautor wiederum leuchtet es mir absolut kein bisschen ein, warum etwa “Tatort”-Autoren &#252;berhaupt einen offenen Brief zum Thema b&#246;sb&#246;se Gratiskultur schreiben sollten. Werden Fernsehautoren f&#252;r ihre B&#252;cher nicht schon bei Abnahme bzw. Ausstrahlung bezahlt? Ich jedenfalls schon. Mit ist es pers&#246;nlich eher schnurz, ob sich jemand das runterl&#228;dt, was ich geschrieben habe — mein Geld habe ich dann schon bekommen. Und zwar nachdem ich einen Total-Buyout-Vertrag unterschrieben habe, der mir s&#228;mtliche Verwertungsrechte abgenommen hat.</p>
<p>Um es noch einmal zusammenzufassen: Ich mache Privatkopien, seit ich denken kann. Ich habe beim letzten Umzug selbst aufgenommene VHS-Kassetten weggeworfen, die drei gro&#223;e blaue M&#252;lls&#228;cke vollgemacht haben, ich habe exzessiv Mixtapes aufgenommen und mir schon mit zehn Jahren Audiokassetten mit Popmusik illegal aus dem Radio runtergeladen (Bayern 3).</p>
<p>Ich sehe, dass Menschen in meiner Umgebung den Glauben an den Rechtsstaat (wo nicht die Zivilisation) verlieren, weil sie sich einmal dusseligerweise eine CD mit 100 St&#252;cken deutscher Unterhaltungsmusik aus dem Netz gezogen haben (um sie im B&#252;ro als Hintergrundbeschallung statt Radio abzuspielen) und nun Monat f&#252;r Monat von immer neuen Verbrecher-Kanzleien Abmahnungen &#252;ber je 400.- Euro erhalten. Kein Ende abzusehen.</p>
<p>Und ich sehe freie Autoren, die trotz gr&#246;&#223;tem Arbeitseifer kaum noch Honorare erhalten, von denen sie leben k&#246;nnen, weil Verlage mittlerweile ihre Qualit&#228;tszeitungen von Rentnern und Freiwilligen <em>kostenlos</em> vollschreiben lassen (“Leserreporter”). Das sind, ich wiederhole mich, die Verlage, die fremder Leute Texte ungefragt an Dritte verscherbeln. Und anschlie&#223;end &#252;ber die Kostenloskultur heulen.</p>
<p><em>P.S. In der urspr&#252;nglichen Version dieses Textes war noch ein Absatz dar&#252;ber, dass ich in meiner Arbeit als Autor versucht h&#228;tte, den Stil und die Witze der von mir bewunderten (</em>Titanic-<em>)Autoren</em> <em>zu kopieren</em>. <em>Diesen Absatz habe ich wieder entfernt, weil er mir zu missverst&#228;ndlich erschien. Aber tats&#228;chlich geh&#246;rt dieses Thema entscheidend zu meiner Perspektive auf den Themenkomplex Urheberrecht/Kopieren: dass jeder K&#252;nstler, jeder Kreative zun&#228;chst das imitiert, mithin kopiert, was er gerne liest/sieht/h&#246;rt. So f&#228;ngt jeder einzelne Kreative an: dass er so sein m&#246;chte wie seine Helden.</em></p>
<p><em>Und nat&#252;rlich geh&#246;rt auch die Frage dazu, ob nicht auch Parodien wie “Switch Reloaded” im Grunde von der Arbeit anderer Autoren leben, die die parodierten Figuren und Geschichten ja schlie&#223;lich erfunden haben. Es baut halt alles aufeinander auf, alles Neue lebt vom und durch das Alte. That’s Dialektik. Vielleicht sollte ich dem mal einen eigenen Blogeintrag widmen.</em></p>
<p><a href="http://www.britcoms.de/2012/04/15/det-fiel-ma-uff-was-ich-zur-urheberrechtsdebatte-zu-sagen-habe/">Crosspost von britcoms.de</a>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F42865%2Fdet-fiel-ma-uff-was-ich-zur-urheberrechtsdebatte-zu-sagen-habe%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F42865%2Fdet-fiel-ma-uff-was-ich-zur-urheberrechtsdebatte-zu-sagen-habe%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/42865/det-fiel-ma-uff-was-ich-zur-urheberrechtsdebatte-zu-sagen-habe/">Det fiel ma uff: Was ich zur Urheberrechtsdebatte zu sagen habe</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/42865/det-fiel-ma-uff-was-ich-zur-urheberrechtsdebatte-zu-sagen-habe/#comments">15 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=42865&amp;md5=bdc37470a769c301c2c46a54dcfb2799" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/42865/det-fiel-ma-uff-was-ich-zur-urheberrechtsdebatte-zu-sagen-habe/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>15</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>J&#252;rgen Trittin, die SZ und die Kulturflatrate</title>
		<link>http://carta.info/42650/jurgen-trittin-die-sz-und-die-kulturflatrate/</link>
		<comments>http://carta.info/42650/jurgen-trittin-die-sz-und-die-kulturflatrate/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Apr 2012 16:12:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturflatrate]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Privatkopie]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=42650</guid>
		<description><![CDATA[An der Kulturflatrate reiben sich vor allem jene, die nicht so genau wissen, was das ist. Manche k&#228;mpfen auch einen Kulturkampf gegen Windm&#252;hlenfl&#252;gel – wie j&#252;ngst das Feuilleton der SZ. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>J&#252;rgen Trittin, der Fraktionsvorsitzende der Gr&#252;nen, ist unl&#228;ngst mit seiner Forderung nach einer Kulturflatrate f&#252;rs Internet ins Kampfget&#252;mmel um Piraten, Urheberrechte und Kostenlos-Kultur geraten. In einem <a href="http://www.wiwo.de/politik/deutschland/juergen-trittin-kulturflatrate-fuers-internet/6455848-4.html">Interview</a> mit der <em>Wirtschaftswoche</em> sagte er:</p>
<blockquote><p>„Es ist ein Skandal, dass Konzerne &#252;ber Abmahnanw&#228;lte Sch&#252;ler kaputtklagen, weil sie eine Musikdatei runtergeladen haben. Das ist ein schamloses Missverh&#228;ltnis. Das hat mit dem Schutz von Urheberrechten nichts zu tun, das ist Gesch&#228;ftemacherei. Einen Unterschied gibt es allerdings: Wir sagen, dass der Kreative – nicht der Rechteinhaber – ein Recht auf anst&#228;ndige Entlohnung hat. Man muss es zu einem vern&#252;nftigen Ausgleich bringen: die Rechte von Kreativen, die Musik, Texte und dergleichen produzieren und davon leben, und den Nutzern, die m&#246;glicherweise nicht viel Geld haben.“</p></blockquote>
<p><strong> </strong></p>
<p>Die <em>Wirtschaftswoche </em>fragte noch einmal nach: Sie pl&#228;dieren also f&#252;r eine Kultur-Flatrate? „Was verstehen Sie konkret darunter?“ Trittins (leider falsche) Antwort:</p>
<blockquote><p>„Das kennt man von ARD und ZDF. Jeder zahlt einmal eine Geb&#252;hr und darf so viel runterladen, wie er will. Das wird schon im Kleinen bei Internet-Plattformen praktiziert. Da brauchen wir dringend gesetzliche Regelungen. Ich m&#246;chte, dass Menschen, die gute Songs schreiben oder dichten und B&#252;cher schreiben, von ihrer Arbeit leben k&#246;nnen. Die Flatrate w&#228;re ein Weg zum gerechten Lohn.“</p></blockquote>
<p>Trittins irref&#252;hrende Aussage (denn die Kulturflatrate ersetzt keineswegs den Lohn!) erboste den Kulturchef der <em>S&#252;ddeutschen Zeitung</em>, Andrian Kreye, so sehr, dass er Trittin in einem <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/diskussion-um-kulturflatrate-wie-opportunismus-die-urheberrechtsdebatte-behindert-1.1324659">Leitartikel</a> durchsichtige Man&#246;ver und populistische Kulturkampfrhetorik unterstellte:</p>
<blockquote><p>„Wenn sich Gr&#252;nen-Fraktionschef J&#252;rgen Trittin pl&#246;tzlich f&#252;r eine Kulturflatrate ausspricht, mag er damit gegen die Piraten punkten wollen &#8211; die Debatte um das Urheberrecht bringt sein Opportunismus nicht voran.“</p></blockquote>
<p>Gleich drei Aussagen sind in diesem erregten kleinen Satz falsch: 1. Die Gr&#252;nen sprechen sich keineswegs „pl&#246;tzlich“ f&#252;r die Kulturflatrate aus, sie tun dies bereits seit vielen Jahren (allerdings anders als Trittin glaubt), 2. Die Gr&#252;nen haben es – zumindest in diesem Punkt – nicht n&#246;tig, gegen die Piraten zu „punkten“, weil sie bereits Anfang 2009, noch vor dem ersten gro&#223;en Piratenerfolg, f&#252;r die Kulturflatrate waren, w&#228;hrend sich die Piraten eindeutig <em><a href="http://carta.info/12283/piraten-wollen-die-freiheit-die-piratenpartei-ist-gegen-die-kulturflatrate/">gegen</a></em> eine Kulturflatrate aussprechen. Und 3. ist der Vorwurf des Opportunismus aufgrund der beiden vorgenannten Punkte absurd.</p>
<p>Auch sonst zeigte der Leitartikel der <em>SZ</em>, dass sich der Verfasser nicht die M&#252;he gemacht hatte, die Grundlagen der Gr&#252;nen-Forderung zur Kenntnis zu nehmen. Er polemisierte lieber &#8211; wie andere vor ihm &#8211; gegen die angeblich drohende b&#252;rokratische &#220;berregulierung, die in Gestalt von Verwertungsgesellschaften g&#228;ngige Praxis und gar nicht so bedrohlich ist.</p>
<p>Andrian Kreye glaubt &#8211; wie viele andere vor ihm &#8211; dass aus den Kulturflatrate-Einnahmen die Honorare der Kreativen bezahlt werden sollen. Doch genau darum geht es der Kulturflatrate gerade <em>nicht</em>. Es geht ihr allein um die (bislang ausgebliebene) Abgeltung f&#252;r die massenhafte <em>nicht-kommerzielle Nutzung </em>urheberrechtlich gesch&#252;tzter Werke. Es geht also lediglich darum, die im Urheberrecht bereits verankerte Verg&#252;tung f&#252;r Privatkopien in die Praxis umzusetzen. Das geschieht n&#228;mlich nicht.</p>
<p>Und damit sind wir bei den Gr&#252;nen, denen Kreye zu Unrecht Opportunismus vorwirft. In punkto Kulturflatrate sind die Gr&#252;nen ausgesprochene Pioniere. Das h&#228;tte man im hauseigenen Archiv auch nachlesen k&#246;nnen. Man h&#228;tte dort Folgendes gefunden:</p>
<p>Im M&#228;rz 2009 legte das <em>Institut f&#252;r Europ&#228;isches Medienrecht</em> in Zusammenarbeit mit der <em>Projektgruppe verfassungsvertr&#228;gliche Technikgestaltung </em>an der Universit&#228;t Kassel ein <a href="http://www.jurablogs.com/de/eine-kulturflatrate-rechtlich-machbar">Kurzgutachten</a> zur Kulturflatrate vor. Das Gutachten hatten die Bundestagsfraktion von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen und die Fraktion der Gr&#252;nen bzw. der Freien Europ&#228;ischen Allianz im Europ&#228;ischen Parlament gemeinsam in Auftrag gegeben. Als Verfasser des Gutachtens zeichneten Prof.Dr. Alexander Ro&#223;nagel, Dr. Silke Jandt, Dr. Christoph Schnabel und Anne Yliniva-Hoffmann.<em> </em>Gepr&#252;ft wurde von der Wissenschaftlergruppe „die Zul&#228;ssigkeit einer Kulturflatrate nach nationalem und europ&#228;ischem Recht“. Dieses Rechts-Gutachten war eine wesentliche <a href="http://www.gruene-bundestag.de/cms/netzpolitik/dok/278/278135.eine_kulturflatrate_ist_machbar.html">Grundlage</a> f&#252;r die Forderung der Gr&#252;nen nach Einf&#252;hrung einer Kulturflatrate zur pauschalen Abgeltung nicht-kommerzieller Nutzung. Die Kernaussagen des Papiers will ich hier noch einmal vorstellen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die vermaledeite Kulturflatrate</strong></p>
<blockquote><p>„Unter einer Kulturflatrate ist die Legalisierung der <em>nichtkommerziellen</em> Weitergabe und Vervielf&#228;ltigung von digitalen, urheberrechtlich gesch&#252;tzten Werken &#252;ber das Internet zu verstehen, f&#252;r welche zum Ausgleich eine pauschale Geb&#252;hr zur Entsch&#228;digung der Rechteinhaber zu erheben und an diese abzuf&#252;hren ist.“</p></blockquote>
<p>Es geht also &#8211; man kann es nicht oft genug wiederholen &#8211; um <em>nicht-kommerzielle Zweitverwertungen, und </em>nicht um kommerzielle Verwertungen.</p>
<blockquote><p>„Wurden die urheberrechtlich gesch&#252;tzten Werke auf k&#246;rperlichen Datentr&#228;gern ver&#246;ffentlicht (etwa auf CD oder DVD), so handelt es sich bei ihrer Verbreitung im Internet um so genannte <em>Zweitverwertungen</em>.“</p></blockquote>
<p>Eine gesetzliche Kulturflatrate w&#252;rde nach Auffassung der genannten Gutachter festlegen, unter welchen Voraussetzungen der Tausch eines Werks &#252;ber das Internet <em>ohne</em> Zustimmung des Urhebers zul&#228;ssig ist. Da mit einer solchen Regelung ein gravierender Eingriff in die Verwertungsrechte der Urheber verbunden ist, w&#228;re die Kulturflatrate nach Meinung der Experten nur legitimierbar, wenn sie als <em>Inhalts- und Schrankenbestimmung</em> nach Art. 14 Abs. 1 Satz 2 Grundgesetz akzeptabel w&#228;re.</p>
<p>Bei der Kulturflatrate handelt es sich deshalb um eine Generallizenz f&#252;r Privatkopien. Man k&#246;nnte sie durchaus mit der bereits existierenden Leermedienabgabe nach §54 Urhebergesetz vergleichen. Allerdings w&#252;rde die Kulturflatrate nicht (was nahe l&#228;ge) von den Tauschb&#246;rsenbetreibern bezahlt, sondern von den Access-Providern bzw. den Internet-Nutzern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das vermaledeite Problem</strong></p>
<p>Mit der Verbreitung des Internets ist die Zahl der (nach jetzigem Recht) illegal vervielf&#228;ltigten und weitergegebenen Werke stark gestiegen. Den Rechteinhabern ist es bislang nicht m&#246;glich gewesen, diese Praxis zu unterbinden <em>oder</em> eine angemessene Verg&#252;tung daf&#252;r zu erlangen. Die zur Durchsetzung des einen wie des anderen notwendige fl&#228;chendeckende &#220;berwachung w&#228;re mit einem unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igen Eingriff in die Grundrechte der informationellen Selbstbestimmung und des Fernmeldegeheimnisses verbunden.</p>
<p>Da der Gesetzgeber also einerseits auf den faktischen Wandel des Nutzerverhaltens R&#252;cksicht nehmen muss, andererseits aber auch die gesetzlich garantierte (!) Verg&#252;tung der Urheber sicherzustellen hat,</p>
<blockquote><p>„w&#228;re eine Kulturflatrate die einzige geeignete Ma&#223;nahme und zugleich das mildeste Mittel“.</p></blockquote>
<p>Mit einer Kulturflatrate best&#252;nde kein Grund mehr f&#252;r strafrechtliche Ermittlungen und zivilrechtliche Abmahn-Verfahren gegen Tauschb&#246;rsenbenutzer.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die vermaledeite Privatkopie</strong></p>
<p>Um nichts anderes geht es. § 53 Absatz 1 Urhebergesetz erlaubt die Herstellung von Vervielf&#228;ltigungsst&#252;cken eines Werks <em>zum privaten Gebrauch</em>. Dazu hei&#223;t es im Gutachten:</p>
<blockquote><p>„Diese Vorschrift tr&#228;gt dem Interesse der Allgemeinheit Rechnung, nicht &#252;ber Geb&#252;hr mit dem Erfordernis der Einholung der Zustimmung der Rechteinhaber belastet zu werden, da dies im privaten Bereich unangemessen und unpraktikabel w&#228;re. Die Vervielf&#228;ltigung ist aber ausschlie&#223;lich zum privaten Gebrauch gestattet. Die Vervielf&#228;ltigungsst&#252;cke d&#252;rfen daher nur zur Befriedigung rein pers&#246;nlicher Bed&#252;rfnisse durch die eigene Person oder die mit ihm durch ein pers&#246;nliches Band verbundenen Personen erzeugt werden.“</p></blockquote>
<p>Diese generelle Erlaubnis wurde mit dem Inkrafttreten des 2. Korbs der Urheberrechtsnovelle am 1.1.2008 stark eingeschr&#228;nkt. Der Grund: Die Tauschb&#246;rsen im Internet haben rein quantitativ nichts mehr gemein mit dem privaten Ausleihen einer LP oder dem privaten Mitschnitt eines Rundfunkbeitrags. Seit Januar 2008 d&#252;rfen deshalb&#8230;</p>
<blockquote><p>„&#8230;zum privaten Gebrauch hergestellte Vervielf&#228;ltigungsst&#252;cke weder verbreitet noch zur &#246;ffentlichen Zug&#228;nglichmachung genutzt werden&#8230; Die Vervielf&#228;ltigung ist auch dann nicht zul&#228;ssig, wenn sie auf einer offensichtlich rechtwidrig zug&#228;nglich gemachten Vorlage basiert.“</p></blockquote>
<p>Das bedeutet: Wenn f&#252;r einen Tauschb&#246;rsenbenutzer klar erkennbar ist, dass es sich um rechtswidrige Angebote handelt, gilt das urspr&#252;ngliche Recht auf „Privatkopie“ nicht mehr.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die vermaledeite Verg&#252;tungspflicht</strong></p>
<p>Durch die Einf&#252;hrung der Kulturflatrate w&#252;rden die Urheber erstmals (!) eine ausreichende finanzielle Kompensation f&#252;r diese Privatkopien erhalten. Diese Kompensation steht ihnen zwar laut Gesetz schon jetzt zu, lie&#223; sich aber in der Praxis nie durchsetzen.</p>
<p>Kritiker der Kulturflatrate lehnen es allerdings ab, die Zahlung einer Lizenzgeb&#252;hr (&#8220;Zwangslizenz&#8221;) bereits <em>von der M&#246;glichkeit</em> eines Downloads abh&#228;ngig zu machen. Auf diese Weise m&#252;ssten auch Personen zahlen, die vom Downloaden gar keinen Gebrauch machen. Das gleiche Problem, so die Gutachter, bestehe allerdings auch bei den seit Jahren erhobenen Ger&#228;teabgaben nach §54 Urhebergesetz:</p>
<blockquote><p>„Auch hier muss derjenige zahlen, der mit seinem erworbenen Drucker oder Scanner gar keine Privatkopien anfertigt. Gr&#252;nde, warum dies bei Abgaben f&#252;r Vervielf&#228;ltigungsger&#228;te und Leermedien zul&#228;ssig sein soll, aber bei der Kulturflatrate einen Grundrechtsversto&#223; darstellt, sind nicht ersichtlich. &#196;hnliches gilt f&#252;r die Rundfunkgeb&#252;hrenpflicht&#8230;</p>
<p>Folglich ist die Zahlungsverpflichtung, die f&#252;r die Einf&#252;hrung einer Kulturflatrate unabdingbar ist, auch dann verfassungsgem&#228;&#223;, wenn sie Internet-Nutzer mit einbezieht, die von den M&#246;glichkeiten des Downloads von Kulturg&#252;tern keinen Gebrauch machen.“</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das vermaledeite Gesch&#228;ftsmodell</strong></p>
<p>Die Legalisierung nichtkommerzieller Tauschb&#246;rsen w&#252;rde sich – nach Ansicht der Gutachter – zweifellos auf die Ums&#228;tze der kommerziellen Anbieter auswirken. Nutzungslizenzanbieter wie iTunes oder Maxdome m&#252;ssten deshalb gegen&#252;ber kostenlosen Angeboten aus P2P-Tauschb&#246;rsen einen signifikanten Mehrwert anbieten. Dieser Mehrwert k&#246;nnte sich etwa in besserer Qualit&#228;t, h&#246;herer Download-Geschwindigkeit, st&#228;ndiger Verf&#252;gbarkeit oder besserer Daten-Sicherheit zeigen. Ob der angepriesene Mehrwert die Kostenlos-Kultur der Tauschb&#246;rsen einzud&#228;mmen vermag, l&#228;sst das Gutachten wohlweislich offen.</p>
<p>Grunds&#228;tzlich sind kommerzielle Verwertungsformen neben der Kulturflatrate denkbar. Bezahlte Abonnements, bezahlte Apps, Bezahlschranken aller Art etc. w&#252;rden von einer Kulturflatrate zur Abgeltung nicht-kommerzieller Privatkopien nicht tangiert. Gesch&#228;ftsmodelle und Kulturflatrate w&#228;ren also miteinander vereinbar.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das vermaledeite Verteilungsproblem</strong></p>
<p>Heftige Kritik l&#246;st auch stets die Verteilung der &#252;ber eine Kulturflatrate eingenommenen Gelder aus. Denn die Aussch&#252;ttung an die Urheber und Rechteinhaber (also die &#8220;Wahrnehmungsberechtigten&#8221;) soll &#252;ber Verwertungsgesellschaften erfolgen, die es seit vielen Jahrzehnten gibt, und deren Effizienz und Verteilungsgerechtigkeit immer wieder von au&#223;en in Zweifel gezogen wird. Diese Kritik will das Gutachten nicht nachvollziehen:</p>
<blockquote><p>„Es wird h&#228;ufig kritisiert, dass die Verwertungsgesellschaften einen nicht unerheblichen Teil der Einnahmen f&#252;r den eigenen b&#252;rokratischen Aufwand verbrauchen. Bei der GEMA lag der Kostensatz in den letzten Jahren bei rund 14% der Einnahmen. Obwohl dies Aufwendungen von rund 120 Millionen € pro Jahr entspricht, wird auch in diesem Zusammenhang nicht die grunds&#228;tzliche Notwendigkeit der Existenz der GEMA aus rechtlichen Gr&#252;nden bezweifelt. Die Verwertungsgesellschaften haben auf jeden Fall den Vorteil, dass sie aufgrund des fehlenden wirtschaftlichen Eigeninteresses Garant f&#252;r das Bem&#252;hen um ein gerechte und Kultur f&#246;rdernde Verteilung der Geb&#252;hren sind.“</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>So weit die Kernaussagen des Gutachtens, das von den Gr&#252;nen im M&#228;rz 2009 der &#214;ffentlichkeit pr&#228;sentiert wurde. Dieses Gutachten hat sicherlich Schw&#228;chen und weicht manchem Problem (elegant) aus. Doch die Behauptung, die Gr&#252;nen w&#252;rden sich – aus opportunistischen Gr&#252;nden – den Piraten an den Hals werfen, ist eine Desinformation. Wer so argumentiert, kennt weder die Beschlusslage der Piraten noch die der Gr&#252;nen. Von Kenntnissen auf dem Gebiet des Urheberrechts ganz zu schweigen.</p>
<p>&nbsp;
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F42650%2Fjurgen-trittin-die-sz-und-die-kulturflatrate%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F42650%2Fjurgen-trittin-die-sz-und-die-kulturflatrate%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/42650/jurgen-trittin-die-sz-und-die-kulturflatrate/">J&#252;rgen Trittin, die SZ und die Kulturflatrate</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/42650/jurgen-trittin-die-sz-und-die-kulturflatrate/#comments">17 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=42650&amp;md5=d60273e63b8502aeb0941722eec748f3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/42650/jurgen-trittin-die-sz-und-die-kulturflatrate/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>17</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

