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	<title>CARTA &#187; Umweltpolitik</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Vattenfalls Dienste f&#252;r das Umweltressort</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Dec 2009 10:54:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Umweltbundesamt bezieht Servicedienstleistungen von der VSG GmbH, die zum Energieriesen Vattenfall geh&#246;rt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/c92440c645c64cb48d04b601f15f0078" alt="" width="1" height="1" />Eine Tochterfirma des Energiekonzerns Vattenfall, der durch <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/media/kruemmel166.html" target="_blank">zahlreiche Vorf&#228;lle im Kernkraftwerk Kr&#252;mmel</a> in die Schlagzeilen geriet, war f&#252;r das Bundesumweltministerium t&#228;tig. Die 100-prozentige Vattenfall-Tochter <a href="http://www.vsg-inter.net/" target="_blank">VSG GmbH</a> mit Adressen im brandenburgischen L&#252;bbenau und <a href="http://maps.google.de/maps?hl=de&amp;source=hp&amp;um=1&amp;ie=UTF-8&amp;q=chauseestra%C3%9Fe+23+berlin&amp;fb=1&amp;gl=de&amp;hq=chauseestra%C3%9Fe+23&amp;hnear=berlin&amp;ei=Ml8wS66CHtD94AbPr6yqCA&amp;sa=X&amp;oi=local_group&amp;ct=image&amp;resnum=1&amp;ved=0CBMQtgMwAA" target="_blank">im selben Berliner Geb&#228;ude wie die Vattenfall Europe AG</a>, erbrachte in den R&#228;umlichkeiten des Umweltministeriums Cateringdienstleistungen. Bis Juli betrieb die Firma auch eine Kantine und ein Café im Haus der Ministerien in Berlin, wo die Bundesministerien f&#252;r Umwelt und Familie ihren Sitz haben.</p>
<p>Ebenfalls im Juli rief der damalige Bundesumweltminister und jetzige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel Verbraucher auf, ihren Stromanbieter zu wechseln. &#8220;Der Verbraucher ist der Souver&#228;n. Jeder kann Vattenfall verlassen, wenn er mit der Unternehmenspolitik nicht einverstanden ist&#8221;, sagte Gabriel damals <a href="http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article1100721/Vattenfall-verlassen-Gabriel-legt-Stromkunden-Wechsel-nahe.html" target="_blank">dem Hamburger Abendblatt</a>. Ende August sprach Gabriel dann von einer &#8220;geringen Sicherheitskultur des Unternehmens&#8221;. Lars Josefsson, seit 2000 CEO und Pr&#228;sident von Vattenfall AB und seit 2002 Aufsichtsratsvorsitzender der Vattenfall Europe AG, ist aber nach wie vor <a href="http://www.bundesregierung.de/nn_23130/Content/DE/Archiv16/Pressemitteilungen/BPA/2006/12/2006-12-01-bkin-benennt-klimaberater.html" target="_blank">Klimaschutzbeauftragter der Bundesregierung</a>.</p>
<p>Aktuell betreibt die Vattenfall-Tochter noch zwei Kantinen in der Zentrale des <a href="http://www.umweltbundesamt.de/" target="_blank">Umweltbundesamtes</a> (UBA) in Dessau und in einer Zweigstelle in Berlin. Das Amt ist eine Bundesoberbeh&#246;rde im Gesch&#228;ftsbereich des Bundesministeriums f&#252;r Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und unter anderem f&#252;r den <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,481479,00.html" target="_blank">Emissionshandel</a> sowie f&#252;r Luftreinhaltung und Energie zust&#228;ndig.</p>
<p>Die VSG GmbH bietet nicht nur Cateringdienstleistungen an. Zu den Gesch&#228;ftsbereichen der Firma, die auch die Deutsche Bahn, die Bundesagentur f&#252;r Arbeit und die staatliche TLG Immobilien zu ihren Referenzen z&#228;hlt, geh&#246;ren auch die Felder Sicherheitsdienst, Objektschutz, Geb&#228;udemanagement und Transport einschlie&#223;lich Chauffeurservice und Kfz-Flottenmanagement. Hier verf&#252;gt die Firma nach eigenen Angaben &#252;ber einen Fuhrpark von 2500 Fahrzeugen. Im Bereich Sicherheitsdienst bietet die Vattenfall-Tochter auch <a href="http://www.vsg-inter.net/cms/index.php?option=com_content&amp;task=blogcategory&amp;id=16&amp;Itemid=42" target="_blank">&#8220;zivile Detektivdienste&#8221; und &#8220;Sonderdienste&#8221;</a> an.</p>
<p>Ein Problem sieht man darin beim Umweltbundesamt nicht. Der Zugang zu R&#228;umen bestehe &#8220;lediglich kontrolliert&#8221;. Zudem seien die Mitarbeiter des Amtes &#8220;in Sachen Geheim- und Sabotageschutz umfassend informiert&#8221; und &#8220;angehalten, ihre B&#252;ros beim Verlassen zu schlie&#223;en&#8221;. Die PC &#8220;sperren sich automatisch&#8221;, so Karsten Klenner, Leiter der UBA-Zentralabteilung. Das Ministerium nahm hierzu auf Anfrage keine Stellung. Bei VSG hie&#223; es, man habe lediglich &#8220;genehmigten und kontrollierten Zugang zu verschiedenen R&#228;umlichkeiten von Unternehmen im Geb&#228;ude gehabt&#8221;.</p>
<p>Martin Stallmann von der Pressestelle des Umweltbundesamtes best&#228;tigte auf Anfrage, dass die VSG GmbH bereits seit 2003 beziehungsweise 2005 P&#228;chterin der UBA-Kantinen in Berlin und Dessau ist. Der zun&#228;chst auf ein Jahr befristete Vertrag f&#252;r Dessau verl&#228;ngert sich, sofern er nicht gek&#252;ndigt wird, automatisch um ein Jahr. F&#252;r 2010 sei eine Neuausschreibung des Pachtvertrages der UBA-Kantine in Dessau geplant. Zeitweilig war VSG auch Kantinenp&#228;chterin an einem weiteren UBA-Standort in Berlin.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm">Die von der Vattenfall-Tochter betriebene Kantine in Dessau werde &#8220;indirekt bezuschusst&#8221;, sei aber &#8220;grunds&#228;tzlich &#246;ffentlich&#8221;, so dass die VSG auch mit Personen, die nicht dem UBA angeh&#246;ren, Geld verdienen kann. In der Ausschreibung der Kantine hei&#223;t es: &#8220;Dem Vertragspartner werden die R&#228;ume und die vorhandene Einrichtung ohne Zahlung einer Miete oder Pacht zur Verf&#252;gung gestellt.&#8221; Der zwischen der VSG und dem Bund f&#252;r die UBA-Standorte in Berlin geschlossene Vertrag regelt: &#8220;Der P&#228;chter soll bei der Gestaltung von geselligen Veranstaltungen, die vom Bund durchgef&#252;hrt werden, in einem angemessenen Umfang beteiligt werden.&#8221; In der Ausschreibung f&#252;r den Pachtvertrag der Dessauer Kantine hei&#223;t es: &#8220;In dem Dienstgeb&#228;ude finden oft Veranstaltungen mit externen G&#228;sten statt, diese sind ggf. ebenfalls zu versorgen.&#8221;</p>
<p>Angaben im Internet zufolge nutzen Sch&#252;ler der in der N&#228;he des Umweltbundesamtes in Berlin liegenden <a href="http://www.vsg-inter.net/cms/index.php?option=com_content&amp;task=blogcategory&amp;id=16&amp;Itemid=42" target="_blank">Walter-Rathenau-Schule</a> regelm&#228;&#223;ig die Kantine des Amtes. Vattenfall engagiert sich stark im Bereich Kinder und Jugend, bietet Unterrichtsmaterialien an, f&#252;hrt Lehrerfortbildungen zum Klimaschutz durch und gestaltet im Rahmen des Schulprojekts &#8220;Energie entdecken&#8221; Unterricht. In den Jahren 2007 und 2008 gaben eigens geschulte Vattenfall-Mitarbeiter an insgesamt 100 Schulen in Hamburg, Berlin und in der Lausitz mit einem Klimaschutz-Bus Unterricht.</p>
<p>Zum <a href="http://www.vattenfall.de/www/vf/vf_de/225583xberx/226817engag/227777schul/index.jsp" target="_blank">Engagement von Vattenfall im Bereich Schule und Jugend</a> geh&#246;rt auch der j&#228;hrlich ausgerichtete Schulcup. Unter den Gewinnern des Jahres 2009 war auch ein M&#228;dchen der Berliner Walter-Rathenau-Schule. Ein Zusammenhang zwischen der Nutzung der Kantine des UBA durch die Walter-Rathenau-Schule und dem Engagement Vattenfalls im Bereich Schule und Jugend besteht nach Angaben des Konzerns nicht. Das Umweltbundesamt teilte lediglich mit, dass die Kantine nur bis zu dem Zeitpunkt genutzt werde, an dem der Schule eine eigene Kantine zur Verf&#252;gung stehe. Der Leiter der Schule verneinte einen solchen Zusammenhang auf Nachfrage ebenfalls.</p>
<p>Auf ihrer Internetseite nennt die Schule Vattenfall im Zusammenhang mit einem Aktionstag &#8220;Partner&#8221;. Weiter hei&#223;t es: &#8220;Auch im Schuljahr 2009/10 werden insgesamt wieder f&#252;nf Mannschaften f&#252;r die Berliner Schulrunde und den <span>Vattenfall</span>-Cup gemeldet.&#8221;
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		<title>Green growth, green jobs, green whatever: Die &#214;kologisierung der Wirtschaft von oben</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 16:39:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nils Simon</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der Klimadiskussion wird immer weniger Alarm geschlagen, stattdessen werden die &#246;kologischen und wirtschaftlichen Chancen einer ver&#228;nderten Umweltpolitik gepriesen. Die Umweltbewegung wurde hier von Unternehmen und Wirtschaftsorganisationen &#252;berholt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/f9020bbd14a94cc2b1efaa08cc653b04" alt="" width="1" height="1" />W&#228;hrend Al Gore noch dabei war, naturwissenschaftlich fundiert Angst und Schrecken unter den zahlreichen Kinog&#228;ngern seines preisgekr&#246;nten Dokumentarfilms „Eine unbequeme Wahrheit“ zu verbreiten, hat sich unter der Oberfl&#228;che der Klimadiskussion l&#228;ngst ein Paradigmenwechsel angek&#252;ndigt. Wenige Texte stehen so symbolisch f&#252;r den Umbruch von der alten in die neue Mentalit&#228;t im Klimadiskurs wie Ted Nordhaus’ und Michael Shellenbergers viel <a href="http://www.grist.org/article/doe-intro">diskutierter</a> Essay „The Death of Environmentalism“ (<a href="http://www.thebreakthrough.org/images/Death_of_Environmentalism.pdf">PDF</a>) aus dem Jahr 2004.</p>
<p><strong>Vom <em>green movement</em> zum <em>progressive movement</em></strong></p>
<p>Shellenberger und Nordhaus konstatieren ein Scheitern der US-amerikanischen Umweltbewegung bei der Bek&#228;mpfung komplexer und globaler Probleme wie den Klimawandel, die trotz Abstrichen im Detail durchaus auch f&#252;r die hiesige Bewegung gelten kann. Sie argumentieren, dass es der Umweltbewegung weder gelungen ist, eine ihren engen Rahmen &#252;berspannende progressive Bewegung mit aufzubauen, noch eine positive Vision zu formulieren, mit der sich jenseits der &#214;ko-Nische breite Unterst&#252;tzung f&#252;r den Kampf gegen den Klimawandel mobilisieren lie&#223;e.</p>
<p>Als Alternative formulieren die beiden Strategen nicht nur eine radikale Reformulierung der Ziele und Vorgehensweise des <em>green movement</em>, sondern gleich ihre Aufl&#246;sung und Auferstehung als Teil eines umfassenderen <em>progressive movement</em>. Nicht mehr der nahende Untergang der Zivilisation, Millionen von Klimatote und Horrorst&#252;rme, sondern reiche Investitionen in erneuerbare Energien, Lebensqualit&#228;t, gr&#252;nes Wachstum und High-Tech-Jobs sollten in das Zentrum politischer Strategien gestellt werden. Gleichzeitig m&#252;ssten neue Verb&#252;ndete gewonnen werden, die nicht blo&#223; aus taktischen Erw&#228;gungen heraus f&#252;r die L&#246;sung eines einzelnen Problems eingesponnen, sondern sehr viel enger an der Ausarbeitung einer neuen und progressiven gesellschaftlichen Vision beteiligt werden sollten. Detaillierter untermauern Shellenberger und Nordhaus ihre &#220;berlegungen im drei Jahre sp&#228;ter erschienenen <a href="http://www.thebreakthrough.org/breakthroughbook.shtml">Buch</a> „Break Through: From the Death of Environmentalism to the Politics of Possibility“, im M&#228;rz dieses Jahres neu aufgelegt mit dem ebenfalls vielsagenden Untertitel „Why We Can’t Leave Saving the Planet to Environmentalists“.</p>
<p><strong>Von den Neokonservativen lernen</strong></p>
<p>Vorbild f&#252;r eine neue Strategie sind dabei paradoxerweise gerade die in den USA so m&#228;chtig gewordenen Neokonservativen, deren millionenschwere Think Tanks seit Jahrzehnten die US-B&#252;rger/innen systematisch mit den immer gleichen Botschaften beharken. Ihr Erfolg gr&#252;ndet auf der gegl&#252;ckten Verkn&#252;pfung konservativer Werte mit einem politischen Programm, dem die Liberalen in den USA schlie&#223;lich nur noch wenig entgegenzusetzen hatten. Die Umweltbewegung geriet in die Defensive, aus der heraus es zunehmend schwieriger wurde, entscheidende K&#228;mpfe zu gewinnen. Um wieder in die Offensive zu kommen m&#252;ssten progressive Kr&#228;fte sich neu aufstellen, gemeinsame Visionen formulieren und das Bild einer Zukunft entwerfen, das die vorhandenen Werte einer Mehrheit der B&#252;rger/innen aufgreift und diese so f&#252;r den notwendigen Wandel begeistert und mobilisiert.</p>
<p>Bei manchen ist diese Botschaft angekommen, bei anderen nicht. Gemessen an den Wurzeln der &#214;kobewegung in Deutschland h&#228;tte man durchaus vermuten k&#246;nnen, dass als Reaktion auf die unterschiedlichen, aber geteilten Herausforderungen endlich lange &#252;berf&#228;llige strategische Partnerschaften zwischen Umweltbewegung und Gewerkschaften, Globalisierungskritikern und Verbrauchersch&#252;tzern, Gr&#252;nen und Linken ins Leben gerufen w&#252;rden. Diese w&#252;rden f&#252;r gute und sichere Arbeitspl&#228;tze in Zukunftsbranchen k&#228;mpfen, in Windeseile den Wohnungsbestand sozial gerecht energetisch durchsanieren, auch Armen den Einkauf im Bioladen erm&#246;glichen, mit ihrer Konsumentenmacht den fairen Handel im Mainstream verankern, neuen Effizienztechnologien zum Durchbruch verhelfen und das Energiesystem mit Elan ins 21. Jahrhundert katapultieren, weg von Kohle und Atom und hinein ins dezentrale Zeitalter der Erneuerbaren. Dies alles w&#252;rde konzertiert und machtvoll, nicht vereinzelt und kraftlos passieren. Doch die Realit&#228;t sieht anders aus.</p>
<p><strong>Umweltbewegung in der Defensive</strong></p>
<p>Am schnellsten haben gerade nicht die Gewerkschaften, die Umweltbewegungen oder die Globalisierungskritiker auf das neue Paradigma reagiert. Es sind Unternehmen und ihre Verb&#228;nde sowie die zurecht oft harsch kritisierten internationalen Wirtschaftsorganisationen Weltbank und WTO, die das Potenzial der wahlweise <em>green growth</em>, <em>green jobs</em>, <em>green investment</em> oder <em>green whatever</em> getauften &#214;kologisierung der Weltwirtschaftsagenda erkannt haben. Das Ziel, Umweltschutz in den Mainstream zu hieven wurde erreicht. Und die genannten Bewegungen befinden sich abermals in der Defensive. Die Umweltbewegung verharrt noch immer zu oft im Verschmutzungsparadigma, nach dem es im Klimaschutz vor allem um die regulativ erzwungene Eind&#228;mmung von Kohlendioxidemissionen geht. Das mag ja teilweise richtig sein, als Mobilisierung ganzer Gesellschaften taugt es nicht.</p>
<p>Sch&#252;tzendeckung bekommt die Aneignung des Themas Klima durch die Fackeltr&#228;ger des globalen Kapitalismus einerseits durch Partner wie das UN-Umweltprogramm und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO). Seltsamerweise haben die global institutionalisierten Vertreter der Umweltpolitik und der industriellen Beziehungen den Paradigmenwechsel sehr viel eher erkannt und verfolgen ihn st&#228;rker als ihre nationalen und zivilgesellschaftlichen Pendants. Die <a href="http://www.unep.org/greeneconomy/ "><em>Green Economy Initiative</em></a> im Rahmen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und der gemeinsam mit der ILO erstellte <a href="http://www.ilo.org/global/What_we_do/Publications/Booksandpublications/lang--en/docName--WCMS_098487/index.htm">Bericht</a> „Green Jobs: Towards Decent Work in a Sustainable, Low-Carbon World“ zeugen davon. W&#228;hrend die Weltbank den Fokus im neu erscheinenden <a href="http://econ.worldbank.org/WBSITE/EXTERNAL/EXTDEC/EXTRESEARCH/EXTWDRS/EXTWDR2010/0,,menuPK:5287748~pagePK:64167702~piPK:64167676~theSitePK:5287741,00.html">Weltentwicklungsbericht 2010</a> voll auf Klima und nachhaltige Entwicklung legt und die OECD mit „Green Growth“ (<a href="http://www.oecd.org/dataoecd/4/40/43176103.pdf">PDF</a>) aus der Finanzkrise herauswachsen will, hat selbst die in Umweltkreisen sonst verp&#246;nte WTO gemeinsam mit UNEP in diesem Jahr einen umfassenden <a href="http://www.wto.org/english/news_e/pres09_e/pr559_e.htm">Bericht</a> zur Verbindung zwischen Welthandel und Erdklima erarbeitet.</p>
<p><strong>Ein Hundertstel f&#252;r die Welt</strong></p>
<p>Auf wissenschaftlicher Seite wird diese Entwicklung von zahlreichen Studien befeuert, die nicht mehr l&#228;nger nur das Risiko eines ungebremsten Klimawandels, sondern auch die Chancen einer energischen Klimaschutzpolitik betonen. Der ehemalige Weltbank-&#214;konom Nicholas Stern hatte hierzu noch 2006 in seinem bekannten <em><a href="http://www.hm-treasury.gov.uk/sternreview_index.htm">Stern Review</a></em> den Auftakt gegeben. Er berichtete nicht nur, dass durch die Erderw&#228;rmung bis zu 20% der weltweiten Wirtschaftsleistung in Gefahr gerieten, w&#228;hrend effektiver Klimaschutz f&#252;r gerade mal 1% des Welt-BIP zu haben sei. Diese 1%, so Stern, w&#252;rden vielmehr eine Vielzahl von Arbeitspl&#228;tzen in Zukunftsindustrien nach sich ziehen, das gesamte Energiesystem revolutionieren und zur Erforschung von heute noch ungeahnten Technologien beitragen.</p>
<p>Der <em>Stern Review</em> offeriert kurz gesagt die Wahl, ein F&#252;nftel unserer Welt in Tr&#252;mmern zu sehen, oder mit einem Hundertstel unserer Wirtschaftsleistung ein nachhaltiges Zivilisationsmodell auf die Beine zu stellen. Jemand online, der lieber in den Tr&#252;mmern New Orleans statt im Freiburger Solarviertel Vauban leben m&#246;chte? Die Stadt M&#252;nchen hat in diesem Sommer das Ziel <a href="http://www.nachhaltigkeitsrat.de/news-nachhaltigkeit/2009/2009-10-15/muenchen-will-bis-zum-jahr-2025-vollversorgung-mit-oekostrom/?blstr=0">verk&#252;ndet</a>, bis zum Jahr 2025 zu 100% mit &#214;kostrom aus eigenen Anlagen versorgt werden zu wollen. Das schafft Arbeitspl&#228;tze, erh&#246;ht die Lebensqualit&#228;t und lenkt Aufmerksamkeit auf die Stadt, die wie jede andere auch gerne Touristen anzieht. Wo bleibt die breite Bewegung, die den f&#252;r so eine Politik ben&#246;tigten &#246;ffentlichen Stadtwerken endlich die notwendige R&#252;ckendeckung gibt? Anti-Atom-Proteste bringen doch auch 50.000 Menschen auf die Stra&#223;e.</p>
<p><strong>Abschied vom Katastrophenjargon</strong></p>
<p>Auch wenn es sich f&#252;r langj&#228;hrige Beobachter der Klimadebatte zun&#228;chst gew&#246;hnungsbed&#252;rftig anh&#246;ren mag: Als Chance formuliert, verf&#228;ngt Klima als Thema in der &#214;ffentlichkeit viel eher, werden die dringen n&#246;tigen Reduktionen beim Treibhausgasaussto&#223; eher m&#246;glich. Wir reden dann nicht l&#228;nger &#252;ber fiktive Emissionsminderungsziele bis 2050, die nahende Klimakatastrophe und die lange &#252;berschrittenen Grenzen des Wachstums mit ihren furchtbaren Konsequenzen. So berechtigt dies alles ist, so macht die Konzentration auf den Katastrophen- und Verzichtsjargon doch die Mobilisierung einer so gro&#223;en Zahl von Menschen unm&#246;glich, wie sie f&#252;r die anstehende Nachhaltigkeits-Transformation n&#246;tig ist.</p>
<p>So formuliert beginnen wir stattdessen &#252;ber die M&#246;glichkeiten zu reden, die der Umbau unseres Wirtschafts- und Energiesystems mit sich bringt. Ein Beispiel: In der deutschen Umweltbewegung wird das Erneuerbare-Energien-Gesetz als gro&#223;er Erfolg gefeiert. Das ist es auch, weil es eben Chancen vor Risiken und Visionen vor Horrorszenarien gestellt hat. Das Gesetz bietet nicht nur eine M&#246;glichkeit f&#252;r &#252;berzeugte &#214;kos, dem Klimawandel ein – im globalen Sinne ohnehin unmessbar kleines – Schnippchen zu schlagen. Es offeriert allen Menschen auf der Suche nach einer sinnvollen Anlagem&#246;glichkeit f&#252;r ihr Geld die Option, eine nachhaltige Investition zu t&#228;tigen, damit Rendite zu erwirtschaften und gleichzeitig die Energiewende voranzutreiben. Der Erfolg dieser Strategie spricht f&#252;r sich.</p>
<p>Das Bundesumweltministerium hat die Zeichen der Zeit erkannt. Es hat neben international kursierenden Konzepten wie den „Green New Deal“ auch Ideen deutscher Vordenker wie <a href="http://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/forschung/systeme/ffu/team/mitarbeiter/jaenicke_martin/index.html ">Martin J&#228;nicke</a> – mit seinen Forschungen zu Pionierstaaten und lead markets – oder <a href="http://ernst.weizsaecker.de/">Ernst Ulrich von Weizs&#228;cker</a> dankbar aufgegriffen und daraus das Mantra der „&#214;kologischen Industriepolitik“ geschmiedet. Und bei Al Gore l&#228;sst sich diese Evolution im Blitztempo beobachten: Von der d&#252;steren „unbequemen Wahrheit“, die nur zum Schluss einige alibihafte Verbesserungsvorschl&#228;ge machte, hin zu seiner positiv formulierten „We Can Solve It“-<a href="http://www.wecansolveit.org/ ">Kampagne</a> vergingen gerade mal zwei Jahre. Zusammen mit „<a href="http://www.repoweramerica.org/ ">Repower America</a>“, einer Graswurzel-Plattform f&#252;r die Transformation des amerikanischen Energiesystems,  und dem aufkl&#228;rerischen, eher gegen Skeptiker gerichteten „<a href="http://www.thisisreality.org/">This Is Reality</a>“ bilden diese drei Organisationen die „<a href="http://www.climateprotect.org/ ">Alliance for Climate Protection</a>“. Dahinter steckt ein integriertes Konzept, mit dem zahlreiche Leute f&#252;r eine positive Botschaft mobilisiert werden k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Greenwashing</strong></p>
<p>Trotzdem sind viele Dinge an diesem sich abzeichnenden neuen Paradigma kritikw&#252;rdig, einmal abgesehen davon, dass die progressiven Kr&#228;fte es mal wieder vers&#228;umt haben, das Thema zuerst und mit Verve zu besetzen. W&#228;hrend von einigen Akteuren eine Einheit von Umwelt und Wirtschaft forciert wird, verbirgt sich darin durchaus das Risiko, Umwelt gegen Soziales auszuspielen und Klimaschutz als Renditegarantie f&#252;r Konzerne zu verpacken. <em>Greenwashing</em> lauert ohnehin an jeder Ecke, wie Stefan Kreutzberger in seinem Buch „Die &#214;kol&#252;ge“ gut dargestellt hat.</p>
<p>Paradoxerweise wird trotzdem gerade den Unternehmen zugemutet, Impulse im Bereich der Nachhaltigkeit zu setzen. Eine nicht repr&#228;sentative und noch laufende <a href="http://www.nachhaltigkeitsrat.de/de/termine/veranstaltungen-des-rates/9-jahreskonferenz/umfrage/auswertung/?no_cache=1&amp;size=2am">Umfrage</a> des Rates f&#252;r nachhaltige Entwicklung zeigt diese Entwicklung exemplarisch: W&#228;hrend von den Klimaverhandlungen in Kopenhagen kaum jemand ein Wunder erwartet und der Politik weder zugetraut wird, Nachhaltigkeit k&#252;nftig prominenter zu behandeln, noch konkret die Fl&#228;chenversiegelung in Deutschland einzud&#228;mmen, wird ausgerechnet den Unternehmen ein zunehmendes Engagement im Nachhaltigkeitsbereich zugetraut.</p>
<p>Doch auch in dieser Entwicklung steckt nach wie vor eine Chance, n&#228;mlich die einer Erneuerung zivilgesellschaftlicher Bewegungen unter gemeinsamen Bannern. Wenn Globalisierungskritiker, Gewerkschaften, Menschenrechtsgruppen, Umweltverb&#228;nde und viele weitere k&#252;nftig wieder eine gr&#246;&#223;ere Rolle spielen und ihre Ziele wirklich durchsetzen wollen, dann brauchen sie eine positive Vision, in der sich ihre gemeinsamen Vorstellungen b&#252;ndeln, eine schl&#252;ssige Strategie, die auf sozial verankerten Werten basiert, und Partner in der ganzen Gesellschaft.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://carta.info/post_notification_header/" target="_blank"><img class="aligncenter" style="border: 0pt none;" src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" width="468" height="60" /></a></p>
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<a href="http://carta.info/16294/klimapolitik-paradigmenwechsel/">Green growth, green jobs, green whatever: Die &#214;kologisierung der Wirtschaft von oben</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/16294/klimapolitik-paradigmenwechsel/#comments">6 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=16294&amp;md5=7495623de322fb374132447258b88a1f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Exzellente Verbindungen&#8221;: Wie die Stiftung Initiative Mehrweg Lobbying betreibt</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 15:18:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lobbying ist im politischen Berlin an der Tagesordnung. Doch nicht alle dort vertretenenen Interessengruppen verstehen es gleich gut, ihre Anliegen in die entsprechenden Kan&#228;le zu leiten. Eine Organisation, die darin besonders erfolgreich ist, ist die Stiftung Initiative Mehrweg (SIM). ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/9dca4cdef223e8bc47e2ea8c7bb260" alt="" width="1" height="1" />Lobbying ist im politischen Berlin an der Tagesordnung. Doch nicht alle dort vertretenen Interessengruppen verstehen es gleich gut, ihre Anliegen in die entsprechenden Kan&#228;le zu leiten. Eine Organisation, die darin besonders erfolgreich ist, ist die <a href="http://www.stiftung-mehrweg.de/" target="_blank">Stiftung Initiative Mehrweg</a> (SIM). Hinter der gemeinn&#252;tzigen Stiftung, die im Zeichen des Umweltschutzes f&#252;r Mehrwegflaschen wirbt, stehen, wie <a href="http://carta.info/8542/gabriel-und-trittin-verheimlichten-nebentaetigkeit/" target="_blank">hier</a> berichtet, Unternehmen aus der Mehrwegbranche.</p>
<p>Martin Schoeller, Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der <a href="http://www.schoeller.org/" target="_blank">Schoeller Holding</a>, best&#228;tigte gegen&#252;ber CARTA: &#8220;Die Schoeller Holding hat nicht unmittelbar zum Stiftungsverm&#246;gen beigetragen. Stifter war – neben anderen – die damalige Schoeller Plast Industries mit Sitz in Pullach&#8221;. Das von <a href="http://www.schoeller-plast.com/" target="_blank">Schoeller Plast Industries</a> im Gr&#252;ndungsjahr 1992 zur Verf&#252;gung gestellte Stiftungskapital habe 20.000,00 DM betragen. Schoeller habe der Stiftung auch zugesagt, &#8220;die mit der Registrierung und Erhaltung der Homepage verbundenen Kosten zu tragen.&#8221; Die Stiftungswebsite <a href="http://www.stiftung-mehrweg.de/">stiftung-mehrweg.de</a> ist auf &#8220;Martin Schoeller&#8221; von der &#8220;Schoeller Holding&#8221; in Pullach <a href="http://www.whois.net/whois/stiftung-mehrweg.de" target="_blank">registriert</a>.</p>
<div id="attachment_11576" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/mehrweg.jpg"><img class="size-medium wp-image-11576" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/mehrweg-300x260.jpg" alt="asdfasdfds" width="300" height="260" /></a><p class="wp-caption-text">Stiftung Mehrweg: Detailverbesserungen f&#252;r den Mehrwegsektor</p></div>
<p>Die Arbeit der SIM wird durch den F&#246;rderverein Initiative Mehrweg e. V. unterst&#252;tzt. Dem Verein geh&#246;ren sieben Unternehmen an, haupts&#228;chlich Mehrweg- und Getr&#228;nkefirmen sowie der Bundesverband Sekund&#228;rrohstoffe und Entsorgung, der die Recyclingbranche vertritt. Ihren laufenden Gesch&#228;ftsbetrieb finanziert die SIM &#252;ber Spenden. Dar&#252;ber, von wem diese stammen, gibt die Stiftung auf Anfrage keine Auskunft.</p>
<p>Im <a href="http://www.stiftung-mehrweg.de/kuratorium.html" target="_blank">Kuratorium</a> der SIM sitzen seit 2006 Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und seit 2004 dessen Amtsvorg&#228;nger J&#252;rgen Trittin (Gr&#252;ne). Entgegen den Verhaltensregeln des Deutschen Bundestages gaben beide ihre Kuratoriumst&#228;tigkeit bis Ende April weder im Amtlichen Handbuch des Bundestages noch auf ihren pers&#246;nlichen Homepages an. Ernsthafte Konsequenzen hatte dies f&#252;r die beiden Politiker bisher nicht.</p>
<p>Die Stiftung Initiative Mehrweg &#8220;sucht und erschlie&#223;t&#8221; laut den Angaben auf ihrer Homepage &#8220;neue Wege f&#252;r den gesamten Mehrwegsektor&#8221; und verf&#252;gt &#8220;&#252;ber <strong>exzellente Verbindungen zu politischen Entscheidungstr&#228;gern</strong>&#8220;. Daran, dass dies der Fall ist, d&#252;rften wenig Zweifel bestehen: Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der SIM ist der Rechtsanwalt <a href="http://www.grin.com/e-book/33481/politik-und-ihr-ueberbau-vom-umgang-mit-gegnern-in-der-politik" target="_blank">Clemens Stroetmann</a>. Er war fr&#252;her Staatssekret&#228;r im Bundesumweltministerium unter Angela Merkel. Dar&#252;ber hinaus sitzen mit Gabriel und Trittin zwei der einflussreichsten Umweltpolitiker im Kuratorium der Stiftung.</p>
<p>Martin Schoeller meint &#252;ber die SIM: &#8220;Die Stiftung ist unabh&#228;ngig und verfolgt den Zweck, dem Gemeinwohl dienende Fragen zu bearbeiten und Meinungen zu entwickeln.&#8221; Sie sei &#8220;keine m&#228;chtige Industrielobby&#8221;, sondern &#8220;genau das Gegenteil&#8221;.</p>
<p>Wie aus einem Arbeitsbericht der SIM hervorgeht, veranstaltete die Stiftung im Jahr 2005 einen &#8220;<strong>Kaminabend</strong>&#8221; mit dem Ministerialdirigenten Thomas Rummler aus dem Umweltministerium. Im Jahr 2007 f&#252;hrte SIM-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Stroetmann ein &#8220;ausf&#252;hrliches Gespr&#228;ch mit der umweltpolitischen Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Frau <a href="http://www.bundestag.de/ausschuesse/a16/mitglieder.html" target="_blank">Marie-Luise D&#246;tt</a>, MdB&#8221;. Wie aus dem Arbeitsbericht 2007 der SIM hervorgeht, konnte diese auch den &#8220;zust&#228;ndigen Abteilungsleiter des Bundesumweltministeriums, Herr Ministerialdirektor Dr. <a href="http://www.bmu.de/abfallwirtschaft/reden/abteilungsleiter_dr_helge_wendenburg/doc/36944.php" target="_blank">Wendenburg</a>, f&#252;r das Er&#246;ffnungsreferat des Workshops am 24. Januar 2007&#8243; gewinnen. &#8220;Nicht zuletzt auf diese Gespr&#228;che d&#252;rfte es zur&#252;ck zu f&#252;hren sein, dass im Rahmen der 5. Novelle der VerpackV zumindest <strong>einige Detailverbesserungen zu Gunsten von Mehrweg</strong> in den Entwurf einflie&#223;en konnten. Dazu z&#228;hlt die beabsichtigte Kennzeichnungspflicht f&#252;r Einwegverpackungen ebenso wie die Streichung einer Reihe von Ausnahmen von der Pfandpflicht f&#252;r Einwegverpackungen&#8221;, hei&#223;t es in dem <a href="http://www.stiftung-mehrweg.de/downloads/arbeitsbericht_2006.pdf" target="_blank">Arbeitsbericht</a>.</p>
<div id="attachment_11577" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/doett.jpg"><img class="size-full wp-image-11577" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/doett.jpg" alt="aSDasd" width="300" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">CDU-Bundestagsabgeordnete D&#246;tt: &quot;Standardprogramm jedes Politikers&quot;</p></div>
<p>Auf Anfrage war von Rummler keine Stellungnahme zu erhalten. Wendenburg lie&#223; wissen, es entspreche &#8220;journalistischen Gepflogenheiten, derartige Anfragen an die Pressestelle des Ministeriums zu richten. Ich darf Sie daher bitten diesen Weg zu gehen&#8221;.<span style="font-family: Arial;color: navy;font-size: x-small"><span style="font-size: 10pt;color: navy;font-family: Arial"> </span></span>Ein Mitarbeiter von Marie-Luise D&#246;tt teilte mit: &#8220;Frau D&#246;tt MdB f&#252;hrt in ihrer Funktion als umweltpolitische Sprecherin in jeder Woche eine Vielzahl von Gespr&#228;chen mit unterschiedlichsten Interessengruppen. Die Gespr&#228;che dienen der Meinungsbildung.&#8221; Diese Form des Informationsaustauschs geh&#246;re zum &#8220;Standardprogramm jedes Politikers&#8221;. D&#246;tt, die dem F&#246;rderkreis der <a href="http://www.freitag.de/2005/34/05340401.php" target="_blank">Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft</a> (INSM) angeh&#246;rt, nehme auch grunds&#228;tzlich keine Honorare, weder f&#252;r Teilnahmen an Veranstaltungen noch f&#252;r Gespr&#228;che. Zum Inhalt des Gespr&#228;chs und zu der Frage, ob dieses Auswirkungen auf ihre pers&#246;nliche Politik gehabt hat, nahm D&#246;tt jedoch keine Stellung. Auch nicht zu folgender Frage: &#8220;Sehen Sie die Gefahr eines <strong>Interessenkonflikt</strong> darin, als umweltpolitische Sprecherin an einer Veranstaltung einer Stiftung teilzunehmen, die von Mehrwegfirmen getragen wird.&#8221;</p>
<p>Auch SIM-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Stroetmann gab sich wenig auskunftsfreudig: &#8220;Ich bitte allerdings um Verst&#228;ndnis daf&#252;r, da&#223; ich weder die Notwendigkeit noch Verpflichtung sehe, mich mit ihren interessanten Fragen auseinanderzusetzen&#8221;. Eine der Fragen lautete: &#8220;Welchen Titel trug der Workshop?&#8221;.</p>
<p>Ein Sprecher von Umweltminister Sigmar Gabriel erkl&#228;rte <a href="http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/flasche-leer/" target="_blank">Mitte April gegen&#252;ber der taz</a>, dass sein Ministerium eine Pflicht f&#252;r alle H&#228;ndler, auch Mehrwegflaschen anzubieten, pr&#252;fe, was den Mehrwegfirmen entgegenk&#228;me. &#8220;Die Pr&#252;fung ist noch nicht abgeschlossen&#8221;, informierte nun das Bundesumweltministerium. Ebenso werde das Ministerium &#8220;in K&#252;rze&#8221; eine Verordnung zur verbesserten Kennzeichnung f&#252;r Einweg- und Mehrwegflaschen erlassen. <a href="http://www.stiftung-mehrweg.de/downloads/SchreibenanBundesumweltminister20042009.pdf" target="_blank">Eine solche Regelung fordert auch die SIM</a>. Wann eine solche Verordnung erlassen werden soll, ist f&#252;r das Umweltministerium &#8220;derzeit nicht absehbar&#8221;. Zur Zeit w&#252;rden &#8220;im Zuge der Anh&#246;rung zum Entwurf der Verordnung zur Kennzeichnung von Getr&#228;nkeverpackungen (Getr&#228;nkeverpackKennV) eingegangenen Stellungnahmen ausgewertet&#8221;. Die Annahme &#8220;gesetzgeberische Ma&#223;nahmen des Ministeriums pro Mehrweg w&#252;rden <strong>durch oder &#252;ber die SIM beeinflusst oder gar gesteuert</strong>, ist v&#246;llig absurd und entbehrt jeder Grundlage&#8221;, so Gabriels Sprecher Thomas Hagbeck.</p>
<p>Dennoch hatte das Umweltbundesamt (UBA), das zum Gesch&#228;fsbereich des Umweltministeriums geh&#246;rt, offenbar kein Problem, ein Initiative, an der die SIM beteiligt war, <strong>mit Steuergeldern</strong> zu unterst&#252;tzen. Nach CARTA-Recherchen f&#246;rderte die Beh&#246;rde w&#228;hrend Trittins Amtszeit in den Jahren 2002 und 2003 die Initiative <a href="http://www.freiefahrtpromehrweg.de/" target="_blank">&#8220;Freie Fahrt pro Mehrweg&#8221;</a> mit insgesamt <strong>39.700 Euro</strong>. &#8220;&#8216;Freie Fahrt pro Mehrweg&#8217; ist eine gemeinsame Aktion der Stiftung Initiative Mehrweg, des Getr&#228;nkefacheinzelhandels, des Bundesverbands des Deutschen Getr&#228;nkefachgro&#223;handels, des Verbands Mittelst&#228;ndischer Privatbrauereien, des Deutschen Naturschutzrings, des Bund f&#252;r Umwelt und Naturschutz Deutschland, des Naturschutzbund Deutschland und der Verbraucherinitiative Berlin&#8221;, so die Webseite der Initiative. Rainer Baake, Bundesgesch&#228;ftsf&#252;hrer der Deutschen Umwelthilfe, die an der Aktion ebenfalls teilnahm, war zum Zeitpunkt der F&#246;rderung beamteter Staatssekret&#228;r im Umweltministerium. Ob er w&#228;hrend seiner Zeit im Ministerium die Bewilligung der Gelder mitveranlasst oder an deren Bewilligung mitgewirkt hat, konnte Baake auf Anfrage &#8220;ohne Akteneinsicht nicht sagen. Eine Erinnerung habe ich daran nicht&#8221;, so Baake.</p>
<p>Die <a href="http://www.stiftung-mehrweg.de/downloads/PM_MWistKLimaschutz_160409_2.pdf" target="_blank">&#8220;Allianz f&#252;r Mehrweg&#8221;</a>, der die SIM angeh&#246;rt und mit der es die SIM <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts11558.html" target="_blank">im April</a> sogar in die Tagesschau schaffte, wurde damals in Medien als &#8220;Umweltsch&#252;tzer und Getr&#228;nkefachhandel&#8221; (Tagesschau), &#8220;Umweltsch&#252;tzer und Getr&#228;nkefachhandel&#8221; (<a href="http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Recycling-Einwegpfand-f%FCr-Handel-zu-billig/501288.html" target="_blank">FTD</a>), &#8220;Umweltsch&#252;tzer&#8221; (<a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/2009/4/16/news-117284112/detail.html" target="_blank">DerWesten</a>) und &#8220;Vertreter der Getr&#228;nkeindustrie und Umweltsch&#252;tzer&#8221; (<a href="http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/flasche-leer/" target="_blank">taz</a>) bezeichnet. Tats&#228;chlich ist in der &#8220;Allianz f&#252;r Mehrweg&#8221; neben mehreren Lobbyverb&#228;nden <strong>aber nur ein einziger Umweltverband</strong> vertreten: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Sie kooperiert eng mit der SIM und verleiht mit dieser einen Filmpreis f&#252;r die besten Kinospots zu Getr&#228;nken in Glas-Mehrwegverpackungen. Ansonsten geh&#246;ren der &#8220;Allianz f&#252;r Mehrweg&#8221; nur Interessenverb&#228;nde an: Der Verband Private Brauereien Deutschland, der Verband des Deutschen Getr&#228;nke- Einzelhandels, der Bundesverband des Deutschen Getr&#228;nkefachgro&#223;handels und der Verein <a href="http://www.promehrweg.de/" target="_blank">&#8220;Pro Mehrweg&#8221;</a>. Diesem geh&#246;ren &#8220;rund 100 Unternehmen und Verb&#228;nde aus der Getr&#228;nkeindustrie, dem Getr&#228;nkefachgro&#223;handel und dem Getr&#228;nke-Einzelhandel&#8221; an.</p>
<p>In einem Vermerk des Umweltbundesamtes zu einem F&#246;rderantrag der DUH &#8220;zur Durchf&#252;hrung einer Infokampagne &#8216;Pro-Dosenpfand/Mehrweg&#8217;&#8221;, der CARTA vorliegt, hei&#223;t es &#252;ber die DUH: &#8220;In der Vergangenheit ist die Deutsche Umwelthilfe in Sachen Mehrweg h&#228;ufig zusammen mit den wirtschaftlich interessierten Verb&#228;nden des Getr&#228;nkefachgro&#223;handels und der mittelst&#228;ndischen Brauer aufgetreten (beide Verb&#228;nde erhoffen sich durch ein hohes Dosenpfand einen verbesserten Absatz f&#252;r ihre Mehrwegprodukte). Als &#8216;Wirtschaftspartner&#8217; der Deutschen Umwelthilfe wird auf der DUH-Website auch der Pfandr&#252;cknahmeautomatenhersteller <a href="http://www.tomra.de/default.asp?V_SITE_ID=15" target="_blank">TOMRA</a> genannt. Bei der Projektbeschreibung f&#228;llt auf, dass DUH sich auch bei diesem Projekt der Mitwirkung der genannten Wirtschafskreise bedienen will&#8221;. Ingesamt erhalte dadurch das Vorhaben eine &#8220;<strong>sehr von Wirtschaftsinteressen geleitete F&#228;rbung</strong>&#8220;. Wegen der &#8220;gro&#223;en Wirtschafsn&#228;he&#8221; des Vorhabens sei zu kl&#228;ren, inwieweit hier &#8220;die DUH unabh&#228;ngig von den mehrwegorientierten Wirtschaftskreisen f&#252;r das UBA mit &#246;ffentlichen Mitteln agieren&#8221; k&#246;nne oder ob daraus &#8220;<strong>Interessenkonflikte</strong> und Wettbewerbsverzerrungen erwachsen&#8221;. In einem weiteren, internen Vermerk des Umweltbundesamtes, der CARTA ebenfalls vorliegt, kommt die Verfasserin zu dem Schluss: &#8220;Diese Bedenken sind sehr berechtigt&#8221;. Der Auftritt Trittins  &#8220;auf &#246;ffentlichen Kampagnenveranstaltungen begr&#252;ndete eine <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/14/066/1406609.pdf" target="_blank">parlamentarische Anfrage</a>, inwieweit diese Kampagne auch mit &#246;ffentlichen Mitteln finanziert worden sei (was nicht zutraf).&#8221;</p>
<p>Die SIM versuchte offenbar seit l&#228;ngerem, auch ein gutes Verh&#228;ltnis zu Journalisten aufzubauen. Seit 2006 veranstaltete die SIM &#8211; zum Teil zusammen mit der DUH &#8211; drei <strong>Pressereisen</strong>. Darunter eine zweit&#228;gige Pressefahrt mit &#8220;Weinprobe und Abendessen im Staatsweingut Meersburg mit Blick &#252;ber den Bodensee&#8221;. Nach Aussage einer Mitarbeiterin der DUH f&#252;hrt diese &#8220;jedes Jahr eine Reise&#8221; f&#252;r Journalisten durch, &#8220;normalerweise im Herbst&#8221;. &#8220;Die Koordination l&#228;uft &#252;ber uns und wir machen das in der Regel zusammen mit der SIM&#8221;. Die Reisen dauerten ein bis zwei Tage mit &#220;bernachtung und seien kostenlos. Die Journalisten werden an mehreren bundesweit verteilten Sammelpunkten mit Minibussen abgeholt und kostenlos wieder dorthin zur&#252;ck chauffiert. Man habe auch &#8220;sehr gute Kontakte in der Getr&#228;nkebranche, die wir auch vermitteln k&#246;nnen&#8221;, so die DUH-Mitarbeiterin.</p>
<p>Im letzten Jahr besuchten die Journalisten zwei Getr&#228;nkeabf&#252;ller, darunter die Mineralquellen W&#252;llner GmbH &amp; Co. KG (&#8220;Carolinen&#8221;) in Bielefeld, eine Glash&#252;tte und die Brauerei <a href="http://www.promehrweg.de/index.php?id=6" target="_blank">Pott</a>&#8216;s in Oelde. &#8220;Thema der Mehrwegreise war der Lebenszyklus einer Mehrwegflasche&#8221;, so Maria Elander, Leiterin Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe und zust&#228;ndig f&#252;r die Journalistenreisen. In 2007 seien verschiedene Mehrwegsysteme wie PET, Karton und Glas verglichen worden, 2006 besuchten die Medienleute die Firma Schl&#246;r Fruchts&#228;fte in Radolfzell am Bodensee, dem Sitz der DUH, und den Mineralwasser-Abf&#252;ller Randegger Ottilien-Quelle.</p>
<p>An den Pressereisen h&#228;tten jeweils zehn bis 25 Journalisten von Radiosendern, Fachmagazinen und Tageszeitungen teilgenommen. Zu den Teilnehmern der Reisen h&#228;tten freie Journalisten, Mitarbeiter des Wirtschaftsdienstes &#8220;EUWID&#8221; und des Magazins &#8220;Europaticker&#8221; sowie Redateure von <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/111493.html" target="_blank">&#8220;Neues Deutschland&#8221;</a> und <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1211874037552.shtml" target="_blank">&#8220;K&#246;lner Stadt-Anzeiger&#8221;</a> geh&#246;rt. Der K&#246;lner Stadt-Anzeiger und die Deutsche Umwelthilfe starteten 2007 eine <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1194443088978.shtml" target="_blank">Sammelaktion f&#252;r ausrangierte Handys</a>. Auch in diesem Jahr planen SIM und DUH eine gemeinsame Pressereise, bei der man &#8220;auf verschiedene Mehrwegsysteme hinweisen&#8221; m&#246;chte, so Elander.</p>
<p>Die &#8220;<strong>taz</strong>&#8220;-Redakteurin Beate Willms best&#228;tigte, im Jahr 2007 an einer Journalistenreise von DUH und SIM teilgenommen zu haben. Ihr sei klar gewesen, dass es sich dabei um eine Lobbyveranstaltung gehandelt habe, so Willms, die nicht w&#246;rtlich zitiert werden wollte, auf Anfrage. Sie habe sich jedoch ein Bild davon machen wollen, wer sie f&#252;r eine positive Berichterstattung gewinnen wolle. Auch habe man bei derartigen Reisen die M&#246;glichkeit mit sehr vielen Leuten ins Gespr&#228;ch zu kommen, sie k&#246;nne soetwas eigentlich nur empfehlen. Willms, die sich im Rahmen der Reise eine kostenlose &#220;bernachtung spendieren lie&#223;, berichtete nach eigenen Angaben sp&#228;ter <a href="http://www.taz.de/nc/1/archiv/archiv-start/?ressort=wu&amp;dig=2006%2F04%2F25%2Fa0107&amp;cHash=603c7934a6" target="_blank">hier</a> in der &#8220;taz&#8221; &#252;ber die Reise.<strong> In dem Artikel erw&#228;hnt sie jedoch weder, wer sie zu der Reise einludt, noch wer hinter der SIM steht.</strong> Zu Details der Reise konnte Willms auf Nachfrage keine Auskunft geben, die an sie pers&#246;nlich gerichtete CARTA-Anfrage stellte sie jedoch f&#252;r jedermann einsehbar in das taz-interne Intranet ein.</p>
<p>Kurt Stenger, Wirtschaftsredakteur bei &#8220;Neues Deutschland&#8221;, teilte mit: &#8220;Seit 2006 hat kein Redakteur/keine Redakteurin unserer Zeitung an einer Pressereise von Umwelthilfe oder Stiftung Initiative Mehrweg teilgenommen.&#8221; Der &#8220;K&#246;lner Stadt-Anzeiger&#8221; konnte auf Nachfrage nicht sagen, ob jemand aus seinem Haus an Journalistenreisen unter Beteiligung der Stiftung Initiative Mehrweg teilnahm.</p>
<p><strong>Nachtrag vom 29. Juli 2009:</strong></p>
<p>Der Chefredakteur der &#8220;Aachener Nachrichten&#8221; hat mitgeteilt, dass keiner der Redakteure seiner Zeitung an einer Journalistenreise unter Beteiligung der Stiftung Initiative Mehrweg teilgenommen hat. Wir haben den Text entsprechend ge&#228;ndert.
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<a href="http://carta.info/10873/exzellente-verbindungen-wie-die-stiftung-initiative-mehrweg-lobbying-betreibt/">&#8220;Exzellente Verbindungen&#8221;: Wie die Stiftung Initiative Mehrweg Lobbying betreibt</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/10873/exzellente-verbindungen-wie-die-stiftung-initiative-mehrweg-lobbying-betreibt/#comments">9 comments</a>
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		<title>Gabriel und Trittin verheimlichten Nebent&#228;tigkeit</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 22:28:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Hinter der Stiftung Initiative Mehrweg (SIM), die im Zeichen des Umweltschutzes f&#252;r Mehrwegflaschen wirbt, stehen Unternehmen aus der Mehrwegbranche. So ist unter anderem die Internet-Seite der Stiftung auf die in Pullach ans&#228;ssige Schoeller Holding registriert, deren Teilsparten unter anderem Mehrwegflaschen herstellen und Kunststoffrecycling betreiben.

In dem Kuratorium der SIM sitzen seit 2006 Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und seit 2004 dessen Amtsvorg&#228;nger J&#252;rgen Trittin (Gr&#252;ne). Entgegen den Verhaltensregeln des Deutschen Bundestages gaben beide ihre Kuratoriumst&#228;tigkeit bis zur vergangenen Woche weder im Amtlichen Handbuch des Bundestages noch auf ihren pers&#246;nlichen Homepages an. Auf der Homepage von J&#252;rgen Trittin hei&#223;t es nach wie vor stolz:  "J&#252;rgen Trittin ist weder in einem Vorstand noch in einem Aufsichtsrat".

Abgeordnetenseite von Sigmar Gabriel auf bundestag.de, 21. April 2009, 14.23 Uhr:



Abgeordnetenseite von J&#252;rgen Trittin auf bundestag.de, 21. April 2009]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/6ade77057faeffa5251b9f09661829" alt="" width="1" height="1" /><br />
Hinter der <a href="http://www.stiftung-mehrweg.de/" target="_blank">Stiftung Initiative Mehrweg</a> (SIM), die im Zeichen des Umweltschutzes f&#252;r Mehrwegflaschen wirbt, stehen Unternehmen aus der Mehrwegbranche. So ist unter anderem die Internet-Seite der Stiftung auf die in Pullach ans&#228;ssige <a href="http://www.schoeller.org/" target="_blank">Schoeller Holding</a> registriert, deren Teilsparten unter anderem Mehrwegflaschen herstellen und Kunststoffrecycling betreiben.</p>
<p>In dem Kuratorium der SIM sitzen seit 2006 Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und seit 2004 dessen Amtsvorg&#228;nger J&#252;rgen Trittin (Gr&#252;ne). Entgegen den Verhaltensregeln des Deutschen Bundestages gaben beide ihre Kuratoriumst&#228;tigkeit bis zur vergangenen Woche weder im Amtlichen Handbuch des Bundestages noch auf ihren pers&#246;nlichen Homepages an. Auf der <a href="http://www.trittin.de/zur-person/index.shtml?navanchor=1010005" target="_blank">Homepage von J&#252;rgen Trittin</a> hei&#223;t es nach wie vor stolz:  &#8220;J&#252;rgen Trittin ist weder in einem Vorstand noch in einem Aufsichtsrat&#8221;.</p>
<p>Abgeordnetenseite von Sigmar Gabriel auf bundestag.de, 21. April 2009, 14.23 Uhr:<img class="aligncenter size-full wp-image-8588" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/04/gabriel-stiftung-initiative-mehrweg.jpg" alt="gabriel-stiftung-initiative-mehrweg" width="603" height="503" /></p>
<p><img src="/DOKUME%7E1/Besitzer/LOKALE%7E1/Temp/moz-screenshot.jpg" alt="" /></p>
<p>Abgeordnetenseite von J&#252;rgen Trittin auf bundestag.de, 21. April 2009, 14.22 Uhr:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-8592" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/04/trittin-stiftung-initiative-mehrweg1.jpg" alt="trittin-stiftung-initiative-mehrweg1" width="604" height="403" /></p>
<p>Kurz nachdem ich am Dienstagmittag die oben gezeigten Screenshots angefertigt habe, schickte ich Gabriel und Trittin jeweils eine Anfrage. Darin fragte ich unter anderem, warum die beiden ihre Mitgliedschaft im SIM-Kuratorium nicht angeben, obwohl dies nach den Verhaltensregeln des Bundestages Pflicht ist.</p>
<p>Am selben Tag habe ich auch bei <a href="http://www.benedictusstiftung.de/ueber-uns.html" target="_blank">Guido Heinen</a>, Leiter Presse und Kommunikation beim Deutschen Bundestag, angerufen, um zu erfragen, ob Gabriel und Trittin ihre Kuratoriumst&#228;tigkeit bei der SIM vielleicht beim Bundestag gemeldet haben, diese aber noch nicht auf den Seiten der beiden Abgeordneten auftaucht. Guido Heinen k&#252;ndigte an, dies f&#252;r mich zu eruieren, hat sich bis heute aber nicht bei mir gemeldet (Update, 27. 4.: Ich habe Guido Heinen heute selbst angerufen. Er teilte mir mit, dass Gabriel und Trittin ihre Kuratoriumsmitgliedschaften einen bzw. zwei Tage nach meiner Anfrage nachmeldeten. Sicherlich hat Heinen das erst just in dem Moment erfahren, in dem ich anrief). Dabei h&#228;tte ich mich interessiert, wie der Bundestagspr&#228;sident mit den l&#252;ckenhaften Angaben Gabriels und Trittins umgeht. In <a href="http://www.bundestag.de/parlament/funktion/gesetze/go_btg/anlage1.html" target="_blank">Anlage 1 der Verhaltensregeln des Bundestages</a> hei&#223;t es n&#228;mlich unter dem Punkt &#8220;Verfahren&#8221;:</p>
<blockquote><p>(1) Bestehen Anhaltspunkte daf&#252;r, dass ein Mitglied des Bundestages seine Pflichten nach den Verhaltensregeln verletzt hat, holt der Pr&#228;sident zun&#228;chst dessen Stellungnahme ein und leitet eine Pr&#252;fung in tats&#228;chlicher und rechtlicher Hinsicht ein. Er kann von dem betroffenen Mitglied erg&#228;nzende Ausk&#252;nfte zur Erl&#228;uterung und Aufkl&#228;rung des Sachverhalts verlangen und den Vorsitzenden der Fraktion, der dieses Mitglied angeh&#246;rt, um Stellungnahme bitten.</p></blockquote>
<p>Jedenfalls wurde ich dann am Freitagmorgen von jemand dar&#252;ber informiert, dass die Eintr&#228;ge auf den Bundestagsseiten von Gabriel und Trittin ge&#228;ndert wurden und dort jetzt auch die Stiftung Initiative Mehrweg auftaucht:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-8552" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/04/gabriel-stiftung-initiative-mehrweg-2.jpg" alt="gabriel-stiftung-initiative-mehrweg-2" width="602" height="543" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-8553" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/04/trittin-stiftung-initiative-mehrweg-2.jpg" alt="trittin-stiftung-initiative-mehrweg-2" width="604" height="448" /></p>
<p>Seine unvollst&#228;ndigen Angaben begr&#252;ndet Gabriel &#252;brigens mit einem &#8220;Versehen im Ministerb&#252;ro&#8221;. Trittin schrieb mir in Bezug auf sein &#8220;Versehen&#8221;:  &#8220;Ich habe dies umgehend zu korrigieren und muss mich in dieser Hinsicht f&#252;r ihren Hinweis bedanken.&#8221;<br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img class=" jqamyaihujejqmeszntx jqamyaihujejqmeszntx" src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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<a href="http://carta.info/8542/gabriel-und-trittin-verheimlichten-nebentaetigkeit/">Gabriel und Trittin verheimlichten Nebent&#228;tigkeit</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/8542/gabriel-und-trittin-verheimlichten-nebentaetigkeit/#comments">12 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=8542&amp;md5=520d1cf0f85468a9fd2a65c1dd9ed099" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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