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	<title>CARTA &#187; Überwachung</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Destroying A*****a &amp; Diggin‘ Up M*****n M****e</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 14:19:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tassilo Pellegrini</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es sollte ein Scherz sein, wurde aber durch die US-Heimatschutzbeh&#246;rde als Bedrohung der nationalen  Sicherheit eingestuft. Die Rede ist von zwei Tweets eines 26-J&#228;hrigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der in Gro&#223;britannien lebende Ire Leigh Van Bryan hatte die zwei 140-Zeichen-Posts Mitte Januar 2012, etwa eine Woche vor seiner Abreise in die USA, verfasst. Dort angekommen fand sich der bisher unbescholtene „Nobody“ samt Reisebegleiterin im Gewahrsam der US-Beh&#246;rden wieder. Wie die <a href="http://www.huffingtonpost.co.uk/2012/01/30/leigh-van-bryan-and-emily-bunting-banned-from-entering-us-after-twitter-joke-about-destroying-america_n_1241104.html" target="_blank">Huffington Post</a> berichtete, wurde das Touristenp&#228;rchen mit der Begr&#252;ndung festgehalten, Van Bryan habe in den USA Verbrechen begehen wollen, unter Beihilfe seiner Begleiterin Emily Bunting. Nach einem mehrst&#252;ndigen Verh&#246;r und zw&#246;lfst&#252;ndiger Internierung wurden beide schlie&#223;lich nach Gro&#223;britannien zur&#252;ckgeschickt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ist „Big Brother“ ein Zwangsneurotiker?</strong></p>
<p>Was in Zeiten von Flugdatenweitergabe, Vorratsdatenspeicherung, Deep Packet Inspection und proaktiver Terrorbek&#228;mpfung als s&#252;ffisante Anekdote daherkommen k&#246;nnte, ist aus anderer Perspektive eine eindrucksvolle Zurschaustellung real gewordener Big-Brother-Fantasien.</p>
<p>Der Fall Van Bryan zeigt, mit welcher Sorgfalt und Akribie die – in diesem Falle die US-amerikanische, doch dies ist beliebig – &#220;berwachungsmaschinerie ihrem Handwerk nachgeht. Er zeigt, mit welcher Effizienz algorithmische &#220;berwachungsautomatismen in der Lage sind, aus den t&#228;glich Abermillionen von Tweets, Posts, Comments und Chats  und den Daten tausender US-Touristen genau jenen Renegaten herauszupicken, der seine Anschlagspl&#228;ne online der &#214;ffentlichkeit kundtut – manchmal eben auch unbewusst. Und er macht deutlich, dass die angewendeten Analyseverfahren trotz geteilter Sprache den Sinngehalt der Nachricht zwar semantisch korrekt, aber pragmatisch vollkommen absurd interpretierten.</p>
<p>So lautete Van Bryans erster Post: „@MelissaXWalton free this week for a quick gossip/prep before I go and destroy America?x“ Da lohnt es sich zu wissen, dass das umgangssprachliche Interpretationsspektrum des Wortes „destroy“– zumindest in Gro&#223;britannien – neben dem urspr&#252;nglichen Sinn auch „heftiges Partymachen“ oder „eine gute Zeit verbringen“ umfasst.</p>
<p>Im zweiten Tweet verwendete Van Bryan mit „diggin’ Marilyn Monroe up“ ein Zitat aus der US-Comedy-Serie  „Family Guy“,  dessen Sinngehalt zugegebenerma&#223;en nur Insidern verst&#228;ndlich ist. Der Satz hei&#223;t im Original: &#8220;3 weeks today, we&#8217;re totally in LA pissing people off on Hollywood Blvd and diggin&#8217; Marilyn Monroe up!&#8221;.  Delikates Detail: Angeblich suchten die Beamten im Gep&#228;ck der Verhafteten tats&#228;chlich nach einer Schaufel f&#252;r die angek&#252;ndigte Exhumierung von Marilyn Monroe.</p>
<p>Nat&#252;rlich kann zur Verteidigung des &#220;berwachungssystems und seiner Vollzugsorgane ins Feld gef&#252;hrt werden, dass es sich um ein interkulturelles Missverst&#228;ndnis handelte, oder aber auch, dass die Mitarbeiter der Homeland Security nicht anders konnten als dem f&#252;r solche F&#228;lle festgelegten Protokoll zu folgen. Ergo:  „You&#8217;ve really fucked up with that tweet boy“, wie einer der Beamten die Situation pointierte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kontrolle und Selbstkontrolle</strong></p>
<p>Van Bryans Geschichte f&#252;hrt vor Augen, wie gut die gro&#223;technischen &#220;berwachungsinfrastrukturen der (US-amerikanischen) Geheimdienste und Beh&#246;rden funktionieren. Sie sind f&#228;hig, aus der gigantischen Datenmenge von 1 Petabyte (= 1.000.000.000.000.000 Byte) an Internet Traffic, die laut dem Netzwerkhersteller Cisco t&#228;glich in den USA anfallen, genau jene 200 Byte extrahieren, die zu einem potenziellen Terroristen f&#252;hrt.</p>
<p>Das Online-Magazin <a href="http://www.digitaljournal.com/article/318725" target="_blank">Digital Journal</a> berichtete, wie der Traffic von Twitter seit Jahren &#252;ber Fake-Accounts der US Homeland Security systematisch analysiert wird. Dieser betrug 2011 t&#228;glich 140 Millionen Tweets von etwa 60 Millionen aktiven Accounts bzw. insgesamt 24 Gigabyte (24.000.000.000 Byte) an Textinformation.  Ein solches Datenvolumen ist mit den g&#228;ngigen Methoden des Text-Minings auf Basis nat&#252;rlichsprachiger Analysealgorithmen problemlos zu bew&#228;ltigen. Bemerkenswert ist nicht die Datenmenge, sondern die Pr&#228;zision, mit der diese Maschinerie aus „computational semantics“ angeschlagen und ihren Funktionszweck erf&#252;llt hat. Da zieht wohl jeder Software Developer seinen Hut.</p>
<p>Doch es war eben nur Maschinenlogik, die bekannterma&#223;en ihre liebe Not mit den Untiefen sprachlicher Irrationalismen und Aphorismen, Zynismen und Humorismen hat, insbesondere, wenn sie auf 140 Zeichen komprimiert sind. Trotz jahrzehntelanger Forschung im Bereich Computerlinguistik und k&#252;nstliche Intelligenz bleibt eine der K&#246;nigsdisziplinen, Algorithmen zur pragmatisch validen Analyse nat&#252;rlichsprachiger Konstrukte zu programmieren, insbesondere, wenn die Ausgangtexte kurz sind.</p>
<p>Und vielleicht gerade deshalb finden sich unter anderem die Punkte „Indexing, Search and Analytics“ unter den deklarierten strategischen <a href="http://blog.twitter.com/2012/01/tweets-still-must-flow.html" target="_blank">Forschungs- &amp; Entwicklungszielen des Twitter-Konzerns</a>, dessen Kernkompetenz – so wie die der vielen anderen Social Media Anbieter – in der Bewirtschaftung der Nutzerdaten f&#252;r Werbezwecke liegt. Doch sollten sich die nationalen Sicherheitsbestimmungen versch&#228;rfen, kann ebenso strafrechtlich problematischer User-Content herausgefiltert werden. Erst k&#252;rzlich k&#252;ndigte Twitter an, k&#252;nftig gesetzeswidrige Nachrichten in „bestimmten L&#228;ndern“ zu zensieren. War damit der „Arabische Fr&#252;hling“ als demokratiepolitisches Emanzipationsph&#228;nomen der Web 2.0-Generation eine historische Eintagsfliege, weil die Kapitalinteressen schwerer wiegen als die gesellschaftliche Verantwortung von Social Media Services an der Schnittstelle von Individual- und Massenkommunikation? Kurz: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Stop_Online_Piracy_Act" target="_blank">SOPA</a>, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/HADOPI_law" target="_blank">Hadopi</a> und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement" target="_blank">ACTA</a> wirken auch ohne gesetzliche Grundlage… Goodbye, Arab Spring!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die Sehnsucht nach dem &#220;berwachungsstaat</strong></p>
<p>Doch zur&#252;ck zu Big Brother: Es ist kein Geheimnis, dass das Department of Defense (DoD), das Department of Homeland Security (DHS), die Defense Intelligence Agency (DIA), die US Navy und diverse Geheimdienste an Entwicklung,  Erprobung und Einsatz plattform&#252;bergreifender semantischer Analysesysteme beteiligt sind. Sie sind engagierte Investoren in diesem Nischenmarkt der US-Softwareindustrie. Die Vision: „Semantic interoperability will drive DoD [Department of Defense – Anm. d. A.] to a more efficient and effective information environment“, wie es beim j&#228;hrlichen <a href="http://www.afei.org/events/1A03/Pages/default.aspx" target="_blank">DoD SOA &amp; Semantic Technology Symposium 2011</a> hie&#223;.</p>
<p>2007 war bekannt geworden, dass die US Homeland Security mit dem Projekt ADVISE (Analysis, Dissemination, Visualization, Insight, and Semantic Enhancement) eine gro&#223; angelegte semantische Analyse- und &#220;berwachungsinfrastruktur f&#252;r Internet Traffic ausgerollt hatte, die Datensch&#252;tzer massiv kritisierten. Zu den analysierten Daten z&#228;hlten laut <a href="http://www.dhs.gov/xlibrary/assets/privacy/privacy_rpt_advise.pdf" target="_blank">US Privacy Office </a>unter anderem:</p>
<blockquote><p>„The no-fly list of people barred from domestic air travel and the list of people who require special inspections before flying. More than 3.6 million shipping records from a commercial data provider with names of cargo shippers and consignees. Terrorist Screening Center lists of people who tried to cross the U.S.-Canadian border at a port-of-entry. Classified intelligence reports about illicit traffic in weapons of mass effect. Lists of foreign exchange students, immigrants under investigation and people from special interest countries.“</p></blockquote>
<p>Laut Associated Press wurde ADVISE Ende 2007 aus Budget- und Vertr&#228;glichkeitsgr&#252;nden auf Druck des Government Accountability Office  – angeblich – eingestellt. Doch neben ADVISE wurden erhebliche Geldsummen in die Harmonisierung der beh&#246;rdlichen Informationsinfrastrukturen investiert, um Datenintegration auf bisher nicht gekanntem Niveau zu erm&#246;glichen. 2009 hie&#223; es in den Defense News der US-Army unter der &#220;berschrift „<a href="http://integrator.hanscom.af.mil/2009/June/06252009/06252009-15.htm" target="_blank">Managing the Data Tsunami</a>“:</p>
<blockquote><p>„There are a number of daunting problems to solve. One is the sheer volume of data collected, including intercepted phone calls, video feeds from UAVs, radar signatures, patrol reports, open source data from Web sites, newspapers and TV stations, satellite images and more.“</p></blockquote>
<p>So ist es nicht verwunderlich, dass sich laut Huffington Post Van Bryans Name auch auf einer „One Day Lookout“ Liste der Homeland Security befand, die automatisch f&#252;r alle Einreisenden in die USA generiert wird.  Das Beispiel Van Bryans zeigt, welche Bl&#252;ten der offensichtlich gewordene &#220;berwachungsstaat als Reaktion auf ausged&#252;nnte beh&#246;rdliche Verwaltungsstrukturen, Technikgl&#228;ubigkeit und Innovationspositivismus treibt. Eine gef&#228;hrliche Mischung, die in Zeiten zunehmender Verschmelzung von privater und &#246;ffentlicher Kommunikation offenbart, wie vulnerabel die informationelle Selbstbestimmung durch die industrielle Bedeutungsverarbeitung mit Hilfe algorithmisch gest&#252;tzter Filter- und Zensurmechanismen geworden ist. Und es ist anzunehmen, dass dies in Zeiten der globalen Datenvernetzung nicht nur ein Ph&#228;nomen der USA ist.</p>
<p>Aber es ist ja nicht so, als h&#228;tten wir es nicht schon die ganze Zeit geahnt. Ab und zu erwischt es eben eine(n). Wen kratzt das schon …</p>
<p>P.S. Wer traut sich zu twittern: „Will investigate the whole truth about Osama Bin Ladens death and dive after his body @DoD @DHS @DIA @Taliban #waronterror #al-quaeda #OBL“
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		<title>Techniken der Macht: Warum das Netz bei uns keine Revolution macht</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Mar 2011 23:19:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anders als den autorit&#228;ren Regimen in Nordafrika gelingt es den westlichen Regierungen ihr System der Machtaus&#252;bung auf das Internet zu &#252;bertragen - durch Ma&#223;nahmen, wie Vorratsdatenspeicherung und Netzsperren. Die Regelbarkeit von Handlungsr&#228;umen soll so symbolisch in den Kommunikationsprozess des Netzes eingeschrieben werden. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Wort von der <a href="http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/die-twitter-revolution-erwacht-wieder/">Twitterrevolution </a> wird seit den Aufst&#228;nden im Iran immer wieder bem&#252;ht, wenn es darum geht, Gr&#252;nde bzw. Anl&#228;sse oder ausl&#246;sende Momente f&#252;r das pl&#246;tzliche Aufbegehren der Menschen gegen ihre Regierungen/Herrscher oder Diktatoren zu finden. So richtig gez&#252;ndet haben diese Theorien bei mir noch nicht und auch die <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/das-unbehagen-an-der-digitalen-macht/">Netzgelehrten streiten</a> dar&#252;ber, welchen Anteil das Internet an diesen Ereignissen wirklich hat.</p>
<p><strong>Top-Down-Revolution</strong></p>
<p>Vielleicht muss man das Ganze umgekehrt denken. Top-Down, w&#252;rde man heute ja sagen. Denn gr&#228;bt man etwas tiefer in der Soziologie, so finden sich (f&#252;r mich) &#252;berraschende, andere Gedanken, die eine bessere Theorie liefern k&#246;nnten. Sie besagt, dass die Formen der Machtaus&#252;bung in den aktuell von Aufst&#228;nden betroffenen L&#228;ndern in einem immer st&#228;rkeren Ma&#223;e nicht mehr auf die (Kommunikations-) Struktur der Gesellschaften passen. Dass es quasi zu einer Inkompatibilit&#228;t von vernetzten Gesellschaften und Herrschaftsformen kommt, sich aber im Augenblick der Revolution noch keine neue, passende Machtform herausgebildet hat.</p>
<p><strong>Somit sind diese Ereignisse auf die mangelnde Anpassungsf&#228;higkeit der Machthaber zur&#252;ckzuf&#252;hren – und nicht auf das Vorhandensein von Twitter und Facebook</strong>. Auch wenn bei uns im Westen keine Aufst&#228;nde zu erwarten sind, trifft dieser Sachverhalt auch auf die politischen Verh&#228;ltnisse in den USA und Europa zu. Die staatlichen Organe sp&#252;ren, dass ihnen der Kommunikationsraum Internet entgleitet, dass die demokratischen Formen der traditionellen Machtaus&#252;bung dort nicht hineinreichen. Insofern ist, wenn vom &#8220;rechtsfreien Raum Internet&#8221; gesprochen wird, den es nicht geben d&#252;rfe, in Wahrheit ein von staatlicher Macht befreiter Raum gemeint, welcher der Politik gro&#223;e Sorgen bereitet. Allerdings sind die politischen Systeme bei uns anpassungsf&#228;higer, doch dazu sp&#228;ter mehr.</p>
<p><strong>Ein Pfund Theorie bitte</strong></p>
<div id="attachment_38932" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.flickr.com/photos/artbystevejohnson/4649623573/sizes/z/in/photostream/"><img class="size-medium wp-image-38932" title="aufmacher_45" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/aufmacher_45-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;In Wahrheit ist ein von staatlicher Macht befreiter Raum gemeint, welcher der Politik gro&#223;e Sorgen bereitet. Grafik: Steve Johnson (cc)</p></div>
<p>Zun&#228;chst kommt Theorie ins Spiel: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michel_Foucault">Michel Foucault </a> hat die Verfahren der Macht analysiert und festgestellt, dass sich als Reaktion auf eine Krise neue Formen von Macht herausbilden. Benjamin Seibel hat das in einem <a href="http://weblab.uni-lueneburg.de/kulturinformatik/hyperkult/hk_19/seibel.html">Vortrag (Jenseits des Panoptismus)</a> hervorragend herausgearbeitet und zitiert dazu den franz&#246;sischen Philosophen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gilles_Deleuze">Gilles Deleuze</a> mit seinem <a href="http://www.nadir.org/nadir/archiv/netzkritik/postskriptum.html">&#8220;Postskriptum &#252;ber die Kontrollgesellschaften&#8221;</a> . Demnach w&#252;rden &#8220;statische Formen der (staatlichen) &#220;berwachung durch flexible Kontrollmechanismen, die unmittelbar in die Kommunikationsprozesse eingeschrieben sind, abgel&#246;st“ (so Seibel).</p>
<p>Diese neue Machtform funktioniere im Wesentlichen &#252;ber die Erfassung und Auswertung von Informationen. Gesellschaft wird definiert als &#8220;Ensemble aus Informationsgr&#246;&#223;en, die &#252;ber regulierende Eingriffe ausgesteuert werden k&#246;nnen.“ Die Idee vom &#220;berwachungsstaat ist also ein Auslaufmodell. Sie wird weiterentwickelt. „Strukturiert werden in Zukunft die R&#228;ume, in denen Individuen interagieren k&#246;nnen.“ <strong>Wenn Handlungsmodelle vorher festgelegt werden, bedarf es keiner &#220;berwachung mehr</strong> – wehe, wenn eines Tages die sogenannten Cognitive oder Smart-Cities Realit&#228;t werden!</p>
<p><strong>Neue Formen des Regierens</strong></p>
<p>Es handelt sich demnach um eine neue Form des Regierens, die alles Regelbare regelt und alles nicht Regelbare regelbar macht, zitiert Benjamin Seibel diesmal <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Vogl">Joseph Vogl</a>.</p>
<p>Mit anderen Worten: W&#228;hrend die autorit&#228;ren Regime in Nordafrika und Asien keine Antwort auf ein System wie das Internet gefunden haben und daher mit Gewalt, Unterdr&#252;ckung und Zensur &#8211; im schlimmsten Fall mit der Abschaltung des Netzes reagieren (m&#252;ssen), passen unsere westlichen Regierungen ihr System der Machtaus&#252;bung (landl&#228;ufig als Demokratie bezeichnet) &#252;ber Ma&#223;nahmen wie Vorratsdatenspeicherung und Netzsperren an die neuen Gegebenheiten an.</p>
<p>So betrachtet handelt es sich bei Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung nicht nur um die vordergr&#252;ndige Kontrolle, sondern vor allem um die Herstellung von Handlungsr&#228;umen, von Regelbarkeit. Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung sind Machttechniken, die das Netz symbolisch domestizieren sollen. Es geht also im Kern gar nicht um Kindesmissbrauch oder Terrorismus. Es geht ums Prinzip. Mit Sperren und Vorratsdaten soll die Regelbarkeit in den Kommunikationsprozess des Netzes eingeschrieben werden. Und genau um dieses Prinzip geht es den Konservativen dabei auch.</p>
<p>Dabei k&#246;nnten sich jedoch im Netz die „Ensembles der Informationsverarbeitung“ dauerhaft verschieben. Wenn sich Macht in der „Erfassung und Auswertung von Informationen“ manifestiert, dann wird die vernetzte Meinungsbildung Auswirkungen auf die Techniken der Macht haben. „Soziale Medien“ erschlie&#223;en auch neue Handlungsmodelle. Genau deshalb sind derzeit die Kr&#228;fte so stark, die versuchen, die Asymmetrie B&#252;rger &#8211; Staat auch f&#252;r das Informationszeitalter zu zementieren – durch &#220;berwachung, Sperren oder eine Abschw&#228;chung der Netzneutralit&#228;t. Zugleich werden neue Modelle der B&#252;rgerbeteiligung nur z&#246;gerlich erprobt und eingef&#252;hrt.</p>
<p>Das Netz wird also – wenn es schlecht l&#228;uft – geregelt, ohne dass die B&#252;rger es selbst regeln k&#246;nnen. Damit f&#228;llt die Netzrevolution bei uns bis auf weiteres aus.</p>
<p>(Robin Meyer-Lucht hat einige Gedanken zu diesem Text beigetragen)
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38931&amp;md5=45fa877199704b33f90bbb63554f5f4c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Netzpolitische Soirée mit Jarvis, K&#252;nast und Weichert – der Stream heute ab 19.30h</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Sep 2010 09:18:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Jeff Jarvis]]></category>
		<category><![CDATA[Privatsphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Thilo Weichert]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute Abend versuchen die Gr&#252;nen ausgerechnet mit "The German privacy paradox"-Jeff Jarvis &#252;ber mehr Datenschutz zu diskutieren. Carta pr&#228;sentiert den Stream dazu.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute Abend l&#228;dt die Gr&#252;ne Bundestagsfraktion zur &#8220;<a href="http://www.gruene-bundestag.de/cms/termine/dok/347/347117.netzpolitische_soire_freiheit_und_ueberw.html">Netzpolitische Soirée &#8211; Freiheit und &#220;berwachung in der digitalen Welt</a>&#8221; &#8211; mit Renate K&#252;nast, Jeff Jarvis und Thilo Weichert &#8211; moderiert von Konstantin von Notz.</p>
<p>Diskutiert werden soll &#252;ber Privatsph&#228;re und &#214;ffentlichkeit, informationelle Selbstbestimmung und transatlantischen Datenschutz. Da Jeff Jarvis den deutschen Datenschutz-Diskurs <a href="http://www.buzzmachine.com/2010/02/11/the-german-privacy-paradox/">bekanntlich</a> f&#252;r stark &#252;berzogen h&#228;lt und als rhetorisch kompromissloser Podiumsteilnehmer gelten muss, verspricht die Debatte mit Datenschutz-Hardliner Thilo Weichert sehr munter zu werden: Kann es am Vorabend der &#8220;Freiheit statt Angst&#8221;-Demonstration tats&#228;chlich gelingen, ein transatlantisches B&#252;ndnis zwischen quirligem Jarvismus und German Datenangst zu  formulieren?</p>
<p>Unser Tipp: Wenn gar nichts mehr geht, k&#246;nnten alle gemeinsam auf Apple schimpfen (<a href="http://news.yahoo.com/s/nm/20100909/wr_nm/us_apple">allerdings</a>).</p>
<p>In der offiziellen <a href="http://www.gruene-bundestag.de/cms/termine/dok/347/347117.netzpolitische_soire_freiheit_und_ueberw.html">Ank&#252;ndigung</a> hei&#223;t es:</p>
<blockquote><p>Doch nach welchen Regeln spielt das Netz? Wird das, was als ein gro&#223;er, freier Raum der unbegrenzten M&#246;glichkeiten begonnen hat, zunehmend in seiner Freiheit eingeschr&#228;nkt und dient heute wom&#246;glich sogar &#220;berwachung und Zensur?</p></blockquote>
<p>Die Diskussion wird ab 19.30h von der Boell-Stiftung im <a href="http://www.boell.de/stream">Livestream</a> &#252;bertragen:</p>
<p><object id="single1" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="573" height="347" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="name" value="single1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="flashvars" value="file=http%3A%2F%2Fhwcdn.net%2Fd7k7w7w4%2Ffls%2F275334-Heinrich-Boell-Stiftung.smil&amp;provider=rtmp&amp;rtmp.loadbalance=true&amp;streamer=rtmp%3A%2F%2Ffms032.am4.hwcdn.net%2Fd7k7w7w4%2F_definst_&amp;backcolor=82BE1E&amp;screencolor=383D38&amp;image=http%3A%2F%2Fwww.boell.de%2Fimages%2Fdemokratie%2Fnetzpolitik.gif" /><param name="src" value="http://boell.de/data/flash/jwplayer.swf" /><embed id="single1" type="application/x-shockwave-flash" width="573" height="347" src="http://boell.de/data/flash/jwplayer.swf" flashvars="file=http%3A%2F%2Fhwcdn.net%2Fd7k7w7w4%2Ffls%2F275334-Heinrich-Boell-Stiftung.smil&amp;provider=rtmp&amp;rtmp.loadbalance=true&amp;streamer=rtmp%3A%2F%2Ffms032.am4.hwcdn.net%2Fd7k7w7w4%2F_definst_&amp;backcolor=82BE1E&amp;screencolor=383D38&amp;image=http%3A%2F%2Fwww.boell.de%2Fimages%2Fdemokratie%2Fnetzpolitik.gif" wmode="transparent" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" name="single1"></embed></object></p>
<p>Aus der Ank&#252;ndigung:</p>
<p>Diskussionsveranstaltung<br />
„Freiheit und &#220;berwachung in der digitalen Welt“<br />
am Freitag, 10.09.2010 von 19:00 &#8211; 21:30<br />
in der Heinrich B&#246;ll Stiftung<br />
Schumannstra&#223;e 8, in 10117 Berlin</p>
<p>Auf dem Podium:</p>
<ul>
<li> <a href="http://www.buzzmachine.com/">Jeff Jarvis</a>, Blogger, Autor, Journalist, New York City</li>
<li> <a href="https://www.datenschutzzentrum.de/kontakt/ueber-uns.htm">Dr. Thilo Weichert</a>, Datenschutzbeauftragter des Landes Schleswig-Holstein</li>
<li> <a href="http://www.renate-kuenast.de/">Renate K&#252;nast</a>, MdB, Fraktionsvorsitzende B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen Bundestagfraktion</li>
<li> <a href="http://www.von-notz.de/">Dr. Konstantin von Notz</a>, MdB, Sprecher f&#252;r Innen- und Netzpolitik</li>
</ul>
<p>Hashtag: #boell bzw. #fsa10</p>
<p>Hier geht es zur <a href="http://gruene-bundestag.de/cms/termine/dok/347/347117.netzpolitische_soire_freiheit_und_ueberw.html">Anmeldung</a> und zu weiteren Infos.</p>
<p><em>Disclaimer: Die gr&#252;ne Bundestagsfraktion hat f&#252;r die Veranstaltung ein Banner auf Carta geschaltet.</em>
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			</a>
		</div>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/33586/jarvis-vs-weichert-podiumsdiskussion-zu-publicness-und-privacy-mit-stream/">Netzpolitische Soirée mit Jarvis, K&#252;nast und Weichert – der Stream heute ab 19.30h</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/33586/jarvis-vs-weichert-podiumsdiskussion-zu-publicness-und-privacy-mit-stream/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=33586&amp;md5=6eb24cd8fc0842b9c9025ef54fbc6cbd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Morozov: Mehr Internet, mehr Kontrolle, mehr Eskapismus</title>
		<link>http://carta.info/15216/morozov-internet-kontrolle-eskapismus/</link>
		<comments>http://carta.info/15216/morozov-internet-kontrolle-eskapismus/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 23 Sep 2009 10:11:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<description><![CDATA[In das Internet ist ein Mehr an Demokratie und Mitbestimmung keinesfalls schon technisch eingebaut, erkl&#228;rte Evgeny Morozov auf der TED. Autorit&#228;re Regime lernten zunehmend, sich mit dem Netz anzufreunden und es mit ihrem Spin zu versehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/cd6992d9134db114c07bf70dc1fe8d" alt="" width="1" height="1" /><br />
<a href="http://www.evgenymorozov.com/"><strong>Evgeny Morozov</strong></a> stammt aus Wei&#223;russland, was seine Sicht auf das Internet sicherlich entscheidend gepr&#228;gt hat. F&#252;r ihn stellt sich n&#228;mlich die Frage, ob das Netz tats&#228;chlich nach und nach &#252;berall auf der Welt zu mehr Freiheit und Demokratie f&#252;hren wird, wie viele Tech-Evangelisten meinen – oder ob nicht autorit&#228;re Staaten ihre Machtstrukturen damit halten und ausbauen k&#246;nnen.</p>
<p>Im Juli 2009 sprach er auf einer der <a href="http://www.ted.com/talks/evgeny_morozov_is_the_internet_what_orwell_feared.html?awesm=on.ted.com_3H&amp;utm_campaign=ted&amp;utm_medium=on.ted.com-copypaste&amp;utm_source=&amp;utm_content=site-basic"><strong>TED-Konferenzen</strong></a>. In seinem knapp 12 Minuten langen Vortrag f&#252;hrt er zahlreiche Belege daf&#252;r an, dass Staaten wie China, Russland oder Iran <strong>ganz gut mit dem Internet leben k&#246;nnen</strong>. Statt auf Zensur setze man dort zunehmend darauf, Blogger f&#252;r eigene Zwecke einzubinden. Die Regierungs-PR lernt mit dem Internet zu leben. Die Regime lernen, ihren Spins dem &#8220;Spinternet&#8221; <a href="http://www.nytimes.com/2009/03/30/opinion/30iht-edmorozov.html?_r=2">einzupflanzen</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Many governments have honed their Internet strategies beyond censorship and are employing more subtle (and harder to detect) ways of controlling dissent, often by planting their own messages on the Web and presenting them as independent opinion.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zudem erm&#246;gliche das Internet eine neue Form des <a href="http://twitter.com/jeffjarvis/status/4175513656">Eskapismus</a>, so dass junge Erwachsene nicht mehr auf die Stra&#223;en gingen und protestierten, sondern sich bevorzugt im Netz von den eigentlichen Fragen ablenken w&#252;rden.</p>
<p><object width="446" height="326" data="http://video.ted.com/assets/player/swf/EmbedPlayer.swf" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="bgColor" value="#ffffff" /><param name="flashvars" value="vu=http://video.ted.com/talks/dynamic/EvgenyMorozov_2009G-medium.flv&amp;su=http://images.ted.com/images/ted/tedindex/embed-posters/EvgenyMorozov-2009G.embed_thumbnail.jpg&amp;vw=432&amp;vh=240&amp;ap=0&amp;ti=641&amp;introDuration=16500&amp;adDuration=4000&amp;postAdDuration=2000&amp;adKeys=talk=evgeny_morozov_is_the_internet_what_orwell_feared;year=2009;theme=bold_predictions_stern_warnings;theme=technology_history_and_destiny;theme=unconventional_explanations;event=TEDGlobal+2009;&amp;preAdTag=tconf.ted/embed;tile=1;sz=512x288;" /><param name="src" value="http://video.ted.com/assets/player/swf/EmbedPlayer.swf" /><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>Video:<span id="altHeadline"> <a href="http://www.ted.com/talks/evgeny_morozov_is_the_internet_what_orwell_feared.html">Evgeny Morozov &#8211; How the Net aids dictatorships</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/">cc-by-nc-nd</a>)<br />
</span></p>
<p>Seinen Argumenten kann man sich nicht ganz entziehen, wenn sie auch an der einen oder anderen Stelle zu kurz greifen. Die Position etwa, dass autorit&#228;re Regime nun nicht mehr m&#252;hsam durch <strong>Folter</strong> herausfinden m&#252;ssten, wie Regimegegner untereinander bekannt und vernetzt sind, weil sich das jetzt einfach auf Facebook ablesen lasse, kann nur bedingt richtig sein.</p>
<p>Denn im dem Moment, in dem klar wird, dass man auf bestimmten Social Networks nicht mehr unter sich ist und <strong>der Staat mith&#246;rt</strong>, wird man auf andere Instrumente ausweichen. In dieser Hinsicht war Twitter f&#252;r die Opposition im <strong>Iran</strong> nur kurze Zeit von Nutzen, weil das Regime rasch mitzulesen lernte und versuchte, die Twitterer zu identifizieren und zu verhaften. Als diese Gef&#228;hrlichkeit erkannt war, wurde Twitter nur noch dazu eingesetzt, die Welt&#246;ffentlichkeit zu informieren. Dazu dienten Accounts, die keiner realen Person mehr zuzuordnen waren, und die nur von &#246;ffentlichen Internetcafés aus bedient wurden.</p>
<p>Dieses Beispiel zeigt aber auch, dass <strong>moderne Technologie es repressiven Staaten tendenziell erleichtert, ihre B&#252;rger zu &#252;berwachen</strong>. Einfache Mobiltelefone etwa k&#246;nnen zumindest auf der Ebene der Funkzelle geortet werden, was Aufschluss &#252;ber Aufenthaltsorte und die Bewegungsmuster beliebiger Personen ergeben kann. Neuere Ger&#228;te mit GPS-Empf&#228;nger lassen eine metergenaue Ortung zu. Dass Ger&#228;te wie das iPhone derzeit erst in Kalifornien relativ weit verbreitet sind, ist dabei nur ein schwacher Trost: Ein Staat k&#246;nnte es geradezu darauf anlegen, seine Jugend st&#228;rker zu kontrollieren und dazu einfach die Vermarktung attraktiver Mobilfunkger&#228;te subventionieren.</p>
<p>Aus Dubai ist bekannt, dass dort in diesem Sommer der Versuch unternommen wurde, den <strong>Datenverkehr aller BlackBerries zu protokollieren</strong>. Die Abh&#246;raktion <a href="http://www.blackberrycool.com/2009/07/13/uae-spying-on-citizens-through-an-etisalat-blackberry-update/">wurde bekannt</a>, weil die Applikation nicht richtig funktionierte und die betroffenen Ger&#228;te hei&#223; liefen. Wozu der Scheich dort wohl wissen wollte, was Gesch&#228;ftsleute so alles &#252;ber ihren BlackBerry &#252;bermitteln?</p>
<p>Insgesamt k&#246;nnte es also f&#252;r den einen oder anderen Staat durchaus Sinn machen, anders als in Nordkorea oder Burma (Myanmar), nicht die Zeit anzuhalten, sondern alle B&#252;rger bestm&#246;glich zu vernetzen und zu digitalisieren. <strong>Denn je h&#246;her die Verbreitung des Internets, desto l&#252;ckenloser die Kontrolle und desto auch gr&#246;&#223;er die Chancen auf einen Eskapismus </strong>(&#8220;Cyber-Hedonism&#8221;), der das Regime kritiklos schalten und walten l&#228;sst.</p>
<p>Wie gut, dass in <strong>Deutschland</strong> alles ganz anders ist und es hier nie so weit kommen wird! Oder sollte man Evgeny Morozov einmal hierher einladen und mit ihm &#252;ber die <a href="http://vimeo.com/4631958">Vorratsdatenspeicherung</a> und das <a href="http://carta.info/12722/meinungsfreiheit-internet/">Zugangserschwerungsgesetz</a> sprechen? Vielleicht w&#252;rde er dann auch &#252;ber Deutschland auf seinem <a href="http://evgenymorozov.com/blog">sehr interessanten Blog</a> schreiben.
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<p><small>
<a href="http://carta.info/15216/morozov-internet-kontrolle-eskapismus/">Morozov: Mehr Internet, mehr Kontrolle, mehr Eskapismus</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/15216/morozov-internet-kontrolle-eskapismus/#comments">5 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=15216&amp;md5=62e7ccf04f409b5261f8eac77dbdc87e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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