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	<title>CARTA &#187; Trainer Baade</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Trainer Baade: &#8220;Ich habe noch nicht dar&#252;ber nachgedacht, ob ich der Punk bin&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 11:49:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Kalwa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Einsch&#252;chterungsma&#223;nahmen gegen Sportblogger sollen den Status Quo einer Medienlandschaft erhalten, in der das Machtkartell von Verb&#228;nden, Clubs und Medien entscheidet, was dem Publikum serviert wird. Aus Angst vor Anwaltspost sind deutsche Sportblogger ziemlich zahm.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/6f62d4dcade64911a9aaead73708419e" alt="" width="1" height="1" />Vor einem Jahr formulierte der Spiegel in einem langen Artikel folgende <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,567038,00.html">Einsch&#228;tzung</a>: &#8220;Blogs bleiben ein Nischenprodukt. Mal lustig, mal interessant. Sehr oft mit nichts als sich selbst besch&#228;ftigt. Aber insgesamt ohne gro&#223;e Bedeutung. Man spricht nicht dar&#252;ber.&#8221; Das Urteil war voreilig. Denn wenig sp&#228;ter bot ein gewisser Theo Zwanziger seinen Stuhl als DFB-Pr&#228;sident an, falls er in einem Rechtsstreit um einen Blogkommentar unterliegen w&#252;rde. Der Kommentator Jens Weinreich hatte ihm vorgeworfen, er sei ein &#8220;unglaublicher Demagoge&#8221;.</p>
<p>Die Auseinandersetzung Zwanziger vs. Weinreich erzeugte querbeet eine Menge Beachtung. Weshalb sich im September auch kaum noch jemand wunderte, wie gro&#223; das Reservoir an Relevanz inzwischen ist. Da <a href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2009/09/01/wie-jako-anderen-leuten-das-letzte-trikot-auszieht/">berichtete</a> Kai Pahl alias dogfood von allesaussersport unter der &#220;berschrift &#8220;Wie Jako anderen Leuten das letzte Hemd auszieht&#8221; in einem ausf&#252;hrlichen Beitrag &#252;ber den skandal&#246;sen <a href="http://carta.info/14089/jako-abmahnungen/">Fall</a> einer Sportbekleidungsfirma und ihrer Rechtsanwaltskanzlei, die einen Sportblogger mit exorbitanten Forderungen in die Knie zwingen wollte.</p>
<p>Innerhalb weniger Stunden begann ein Sturm der Entr&#252;stung, der insgesamt mehr als 800 Kommentatoren auf die Palme brachte. Bei Twitter schaffte es das Stichwort <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23jako">#jako</a> bis in die obersten R&#228;nge. &#220;ber hundert Blogs <a href="http://www.probek.net/2009/09/01/vom-umgang-mit-bloggern-oder-wie-jako-anderen-leuten-das-letzte-trikot-auszieht/ ">schrieben</a> &#252;ber die Angelegenheit. Und so zogen sie nach: das <em>Handelsblatt</em>, die <em>S&#252;ddeutsche Zeitung</em>, die <em>taz</em> und, ja, auch <em>Spiegel Online</em>. Selbst der Bayerische Rundfunk ging in einem umfangreichen Bericht &#252;ber den Stellenwert der Blogosph&#228;re in der Sendung &#8220;<a href="http://www.br-online.de/podcast/mp3-download/bayern2/mp3-download-podcast-zuendfunk-generator.shtml">Z&#252;ndfunk</a>&#8221; auf den Vorgang ein.</p>
<p>Die Sache h&#228;tte vermutlich noch mehr Wirkung erzielt, wenn der betroffene Blogger Frank Baade, der die Kunstfigur &#8220;<a href="http://trainer-baade.de/">Trainer Baade</a>&#8221; geschaffen hat und unter diesem Namen die besten Sportglossen in ganz Deutschland schreibt, sich nicht aus der Auseinandersetzung herausgehalten h&#228;tte. Der kreative Kopf, der Wortsch&#246;pfungen wie &#8220;Schlurchmarke&#8221; oder &#8220;Popelsblogger&#8221; erfunden hat, schwieg jedoch lieber. &#8220;Ich bin wie wahrscheinlich 98 Prozent der Bev&#246;lkerung juristischer Laie. Und ich hatte kein Interesse daran, Schritte zu begehen, die ich nachher bereuen w&#252;rde. Meine Trainer Baade-Seite ist keine Plattform f&#252;r eine juristische Auseinandersetzung&#8221;, sagte er jetzt in seinem ersten ausf&#252;hrlichen Interview – ein Gespr&#228;ch, das er und ich f&#252;r den zweiw&#246;chentlich erscheinenden Podcast der deutschen Fu&#223;ballblogger gef&#252;hrt haben. Bei <a href="http://american-arena.blogspot.com/2009/11/trainer-baade-das-exklusiv-interview.html">American Arena</a> gibt es eine kurze Einstimmung, bei probek.net die <a href="http://www.probek.net/2009/11/03/ballpod-ausgabe-7-2-november-2009/">Komplett-Fassung</a>.</p>
<p>JAKO hat inzwischen eingelenkt und alle angeleierten rechtlichen Schritte gegen Trainer Baade zur&#252;ckgezogen, wenn auch die Firma offensichtlich noch nicht alle versprochenen Zusagen eingehalten hat. Der Streisand-Effekt und der &#8220;PR-GAU&#8221; (Z&#252;ndfunk) hatten Wirkung gezeigt.</p>
<p>Anders als die Sache <a href="http://carta.info/1662/wenn-vasen-wackeln-2/">Weinreich contra Zwanziger</a>, die eine bemerkenswerte Spendenaktion produzierte, oder die Abmahnung der Journalistin Eva C. Schweitzer gegen einen Blogger, der ihren Artikel auf Zeitonline <a href="http://www.nomnomnom.de/2008/05/20/obama-of-nine">empfohlen</a> und verlinkt hatte, h&#228;lt der Fall JAKO contra Trainer Baade ein paar Erkenntnisse bereit, die &#252;ber die R&#252;ckschlagwirkung einer Bazooka-Taktik hinausgeht, mit sich der Leute ein paar Spatzen zum Fr&#252;hst&#252;ck schie&#223;en wollen.</p>
<p>Denn der Fall macht auch auf die Defizite des etablierten Sportjournalismus aufmerksam. Weil es dort fast &#252;berall an einer konsequent kritischen und skeptischen Haltung gegen&#252;ber Sponsoren, Investoren und angeblichen Experten wie Franz Beckenbauer mangelt (Trainer Baade hat ihm eine ganze Rubrik namens &#8220;<a href="http://www.trainer-baade.de/?cat=5">Der Dummschw&#228;tzer</a>&#8221; gewidmet), reagieren solche Herrschaften schnell &#252;berempfindlich, wenn ihnen jemand seine Meinung sagt. Dann schicken sie rasch ihren Anw&#228;lte los. Jede Einsch&#252;chterungsma&#223;nahme hat vor allem ein Ziel, eine Statuslandschaft zu erhalten, in der ein &#252;ber die letzten Jahrzehnte gewachsenes Milliarden-Machtkartell aus Verb&#228;nden, Clubs und Medien dar&#252;ber entscheidet, was dem gemeinen Publikum auf welche Weise serviert wird und wieviel es daf&#252;r bezahlen muss.</p>
<p>Dass aber ausgerechnet er mit seinem Geigerz&#228;hler f&#252;r Bullshit aller Art von einer Au&#223;enstelle des Kartells in die Mangel genommen wurde, hatte Trainer Baade trotzdem nicht erwartet. &#8220;Ich habe wenig dar&#252;ber nachgedacht, ob ich etwas neu erfinden will oder etwas aufbrechen will oder ob ich der Punk bin&#8221;, sagt Frank Baade, der es sprachpenibler Mensch ganz und gar nicht sch&#228;tzt, wie seine Lieblingssportart &#8220;zur Samstagabendunterhaltung degradiert und mit Dingen aus dem Showbereich vermengt&#8221; worden ist. Und der sich im Interview dar&#252;ber beklagt, dass das Fernsehen den Stoff &#8220;fast schon klamaukartig&#8221; pr&#228;sentiert und in einer &#8220;ehrerbietigen Rolle den vermeintlichen Gr&#246;&#223;en des Fu&#223;balls gegen&#252;ber, die uns aber auch keine neuen Erkenntnisse bringen&#8221;.</p>
<p>Um das Kontrastprogramm zu beschreiben, das er und viele andere mit ihren Sport-Blogs bieten, verwendet Frank Baade gerne die Metapher des in England lebenden deutschen Fu&#223;ball-Journalisten Raphael Honigstein, der die Sportblogger mit Indiemusikern <a href="http://catenaccio.de/?p=4008">verglichen</a> hat. Baade: &#8220;Die etablierten Medien sind der Mainstream.&#8221;</p>
<p>In ihrer Indie-Rolle sind die deutschen Sportblogger im Vergleich zu den Amerikanern, die sich inzwischen &#246;ffentlich auf dem Niveau der Boulevardmedien sogar mit dem Medienriesen ESPN <a href="http://backporch.fanhouse.com/2009/10/21/espn-horndog-dossier-deadspin-espn-fight-raises-legal-question/">anlegen</a>, &#252;brigens ziemlich zahm. Auch weil die Sorge vor der Post vorm Anwalt virulent ist. So provoziert kaum ein Thema in dem vor einem halben Jahr gegr&#252;ndeten informellen <a href="http://www.sportbloggernetzwerk.de/">Sportbloggernetzwerk</a>, einem nicht-&#246;ffentlichen Internetforum mit knapp f&#252;nfzig Mitgliedern, so viele &#196;u&#223;erungen wie die Sorge vor unabsichtlichen Verst&#246;&#223;en gegen das Urheberrecht.</p>
<p>Dass so viele Blogger im Sportbereich abseits irgendwelcher Fanloyalit&#228;t ein Zusammengeh&#246;rigkeitsgef&#252;hl entwickelt haben, schafft allerdings noch lange kein Gegengewicht gegen das Geld und die &#220;bermacht der Firmen und Verb&#228;nde. Auch wenn der Zuspruch w&#228;chst. &#8220;Der Aufschrei im Netz konnte nur deshalb passieren und so gro&#223; werden, weil die Zahl der Teilnehmer w&#228;chst&#8221;, sagt Baade, der die Bedeutung seines Falls herunterspielt. &#8220;Es ist &#252;berhaupt keine Kampagne passiert. Nat&#252;rlich kann es den Charakter eines Mobs gewinnnen, an den sich auch viele dranh&#228;ngen, von denen man sich nicht sicher sein kann, dass sie die Sache wirklich verstanden haben.&#8221; Immerhin haben wohl die meisten verstanden, um was es ihm geht: &#8220;Da ist jemand der authentisch schreibt und der vielleicht auch etwas &#252;bers Ziel hinausschie&#223;t und dennoch versucht, dabei authentisch zu bleiben.&#8221;</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/faZtGhxk3LA&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/faZtGhxk3LA&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
<small><a href="http://www.youtube.com/watch?v=faZtGhxk3LA">Video</a>: Fragen an das Universum Folge 3 – Was tr&#228;gt die Mannschaft von Trainer Baade?</small></p>
<p><em>Weiterf&#252;hrende Links zum Ballpod-Podcast: <a href="http://www.probek.net/2009/11/03/ballpod-ausgabe-7-2-november-2009/">Trainer-Baade-Interview</a>/ <a href="http://feeds.feedburner.com/fubapod">RSS</a> / <a href="http://www.itunes.com/podcast?id=332779256">iTunes</a></em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=18035&amp;md5=8eb68d98a3b54a0b55f41e8639a8b0a0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Meinungsstreit auf dem Niveau des Duells</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Sep 2009 08:51:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Kalwa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Beispiel JAKO vs. Trainer Baade zeigt: Der Abmahn-Wahn von Anw&#228;lten gef&#228;hrdet die Existenz von Bloggern und droht, den Meinungsstreit im Netz abzuw&#252;rgen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/bc44888b79f21f6ea7a90bfedd9ebe" alt="" width="1" height="1" />Irgendwann in den letzten Jahren muss sich im Lebensbild der Tugendhaften die Idee durchgesetzt haben, dass man sich im Meinungsstreit nicht mehr l&#228;nger mit klassischen Mitteln Geh&#246;r verschafft. Man greift nicht zum Telefon und redet miteinander. Man schreibt keine Leserbriefe mehr, um seine Sicht der Dinge darzustellen. Man verlangt keine Gegendarstellungen, wie sie das Presseerecht vorsieht. Nein, das ist alles <em>old school</em>. Heute l&#228;sst man seinen Anwalt eine <strong>Unterlassungserkl&#228;rung</strong> aufsetzen und gibt sie zusammen mit einer Abmahnung auf die Post.</p>
<p>Rechtlich ist die Sache klar. Das Verhalten der Anw&#228;lte, obwohl meistens unverh&#228;ltnism&#228;ssig und teuer und nur auf dem Klagewege abzuwehren, wird von den Gesetzen und von den Gerichten gedeckt. Auch wenn wir uns damit gesellschaftspolitisch und kulturphilosophisch auf dem <strong>Niveau des Duells</strong> befinden, mit dem einst M&#228;nner von Stand um ihre Ehre k&#228;mpften.</p>
<p>Um ein richiges Duell handelt es sich nat&#252;rlich nur, wenn bei der Wahl der Waffen das Prinzip gilt: Florett gegen Florett, Pistole gegen Pistole. Der deutsche Abmahnwahn produziert jedoch st&#228;ndig Auseinandersetzungen, in denen der wirtschaftlich St&#228;rkere den Schw&#228;cheren so unter Druck setzt, dass dabei nur eine Seite gewinnt – egal ob sie vor Gericht &#252;berhaupt durchk&#228;me. Vielen Empf&#228;ngern der Anwaltspost fehlt der Mut und das Geld, sich mit Hilfe der Justiz gegen ungerechtfertigte &#220;bergriffe zu wehren. Ergebnis: Statt Meinungsstreit wird eine <strong>Kultur der Einsch&#252;chterung</strong> gef&#246;rdert.</p>
<p>Kurioserweise spielen sich neuerdings manche prototypische Auseinandersetzungen im Sportsegment der ver&#246;ffentlichten Meinung ab. Das mag manche &#252;berraschen, die wissen, wie rauh an Stammtischen geredet wird. Tats&#228;chlich spiegeln die Beispiele das <strong>Versagen der traditionellen Medien</strong> wider, die sich sich zusammen mit Athleten und Funktion&#228;ren, den Managern und den Sponsoren im Hintergrund in dem Gef&#252;hl aalen, man sei eine gro&#223;e Familie.<strong> </strong>Das Resultat: ein Alltag, in dem sich die Medien – allen voran das Fernsehen – zu willigen Marketing-Plattformen und Transmissionsriemen instrumentalisieren lassen.</p>
<p>Das durchschauen ganz normale Menschen nat&#252;rlich l&#228;ngst. Und so entwickelte sich online eine Gegen&#246;ffentlichkeit mit einer wachsenden Zahl von Autoren – Blogger wie Kai Pahl von <em>allesausserspor</em>t und Journalisten wie Jens Weinreich – die ein neues, kritisches Nachdenken &#252;ber Sport offerieren.</p>
<p>Weinreich war nicht der erste, dem von Verbandsseite ans Portepee gepackt wurde (diese Ehre geh&#246;rt dem Deutschen Olympischen Sportbund, der den Saft-Blog <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2006/12/19/dosb-vs-saftblog-dosb-drueckt-auf-den-abzugshahn/">in die Mangel nahm</a>. Aber er wurde zu einer <strong>Symbolfigur</strong>: f&#252;r das Risiko, dem man sich aussetzt, und f&#252;r die Solidarit&#228;t der Leser im Netz, die ihm im Rahmen einer Spendenaktion im inzwischen beigelegten Kampf gegen den DFB zumindest den Gegenwert der Anwaltskosten <a href="http://carta.info/1662/wenn-vasen-wackeln-2/">einbrachte</a>. A propos Anwaltskosten: Weinreich hat soeben in einem Blogbeitrag eine Spesenabrechnung <a href="http://jensweinreich.de/?p=5105">vorgelegt</a>. Ihm entstanden demnach im Streit mit Zwanziger Gerichts- und anwaltliche Beratungskosten von mehr als 17.000 Euro. Die wurden von der erw&#228;hnten Spendenaktion, an der sich 848 Menschen beteiligten, so gerade mal aufgefangen.</p>
<p>Weinreich bekam neulich &#252;brigens wieder Post. Diesmal aus dem Umfeld der wegen Doping gesperrten Eisschnell&#228;uferin Claudia Pechstein. Diesmal waren es nicht nur eine Abmahnung, sondern gleich zwei – und zwar in derselben, wortgleichen Angelegenheit. Ein Fall von Schamlosigkeit, mit dem sich die Standesorganisation der Juristen besch&#228;ftigen sollte.</p>
<p>&#196;hnlich schamlos wirkt der j&#252;ngste Fall, in dem ein Anwaltsb&#252;ro den Sportblogger “Trainer Baade” ins Visier nahm und seine Auseinandersetzung mit dem Markenbild der Firma kurzerhand als “Schm&#228;hkritik” einstufte und sich in juristisch abenteuerlicher und anfechtbarer Weise <strong>als Gesch&#228;digte inszenierte</strong>. Die Angelegenheit hat inzwischen durch einen Blogeintrag bei <em>allesaussersport</em> ein anderes Kaliber bekommen: “<a href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2009/09/01/wie-jako-anderen-leuten-das-letzte-trikot-auszieht/">Wie JAKO anderen Leuten das letzte Trikot auszieht</a>”. Die ausf&#252;hrliche Darstellung des Versuchs der Firma JAKO, Trainer Baade wirtschaftlich in die Knie zu zwingen, sorgte f&#252;r Emp&#246;rung, Kopfsch&#252;tteln, jede Menge Twitter-Traffic und daf&#252;r, dass die Firmenleitung ihr Image-Team aus dem Urlaub zur&#252;ckrufen musste. Mit einem solchen Echo hatten sie nicht gerechnet. Eine erste noch etwas vage Stellungnahme aus dem Haus klang nach “Missverst&#228;ndnis” oder so. Dann wurde laut, dass es doch noch zu einer g&#252;tlichen Einigung kommen k&#246;nnte. Man wird sehen.</p>
<p>Das Nachspiel im Netz dokumentiert vieles: Nicht nur die Lautst&#228;rke der vielen Sympathisanten von Trainer Baade, einem Autor, der die besten Fu&#223;ball-Glossen in Deutschland schreibt. Da wurde auch die berechtigte Sorge laut, dass die neuen Meinungsmedien mit der Keule der Abmahnung mundtot gemacht werden k&#246;nnten. Es dokumentiert aber ebenso die hinreichend bekannte Ein&#228;uigigkeit in der Politik. Dort wird gerne und viel vom angeblich rechtsfreien Raum Internet gefaselt. Tats&#228;chlich wird im Internet zunehmend mit dem <strong>Alibi formaljuristischer Legitimit&#228;t </strong>durchaus Recht praktiziert. Meistens ist es das Recht des St&#228;rkeren.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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<a href="http://carta.info/14089/jako-abmahnungen/">Meinungsstreit auf dem Niveau des Duells</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/14089/jako-abmahnungen/#comments">10 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=14089&amp;md5=30e0b377914a62c3c3194a99ba8a71c8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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