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	<title>CARTA &#187; Times Reader 2.0</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Paid Content bei der New York Times: Der Times Reader 2.0</title>
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		<pubDate>Tue, 12 May 2009 08:24:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die New York Times bringt einen neuen Reader heraus und mit ihm ein Abo-Modell f&#252;r das Internet. Ist der "Times Reader 2.0" die L&#246;sung aller Probleme f&#252;r das strauchelnde Traditionsblatt?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/7668c064f60afd398154195e4e2ebd" alt="" width="1" height="1" /><br />
Auf den ersten Blick ist das ein sehr elegantes Produkt: Auf der Basis von Adobe Air bildet der jetzt von der <strong>New York Times</strong> vorgestellte &#8220;<strong>Times Reader 2.0</strong>&#8221; eine eigenst&#228;ndige Anwendung, die ohne Browser auskommt. Nie zuvor konnte man sch&#246;ner digital Zeitung lesen.</p>
<p><strong>Allerdings kostet diese Zeitung Geld</strong>. Den erforderlichen Reader kann sich jeder noch (<a href="http://timesreader.nytimes.com/timesreader/">hier</a>) kostenlos herunterladen, der Zugang zu den Artikeln erfordert aber ein Abonnement. 14,95 $ pro Monat sind veranschlagt, was deutlich unter den Preisen der Printausgabe liegt. Daf&#252;r bekommt man die vollst&#228;ndige Zeitung, die zudem (vergleichbar einer Pdf-Datei) komplett t&#228;glich heruntergeladen wird, sodass man sie auch offline lesen kann. Dazu werden jeweils die Ausgaben der letzten 7 Tage vorgehalten, so dass man nichts verpasst, wenn man mal einen oder mehrere Tage nicht zum Lesen kommt.</p>
<p>Diese Form der Zeitung ist das optimale Produkt f&#252;r Menschen, die auf eine Druckausgabe verzichten wollen (oder m&#252;ssen, weil es diese vielleicht <a href="http://carta.info/5850/rocky-mountain-picture-show/">nicht mehr gibt</a>), daf&#252;r aber ein digitales Produkt m&#246;chten, das <strong>dem gedruckten Vorbild so nahe wie m&#246;glich kommt</strong>. Der Times Reaeder 2.0 kann ohne Zweifel jenes Gef&#252;hl vermitteln, dass man hier nicht auf einer beliebigen Website unterwegs ist, sondern seine Lieblingszeitung liest, Leitmedium und Ankerpunkt der pers&#246;nlichen Informationsinteressen.</p>
<p>Damit k&#246;nnte der New York Times ein gro&#223;er Wurf gelungen sein, der hilft, <strong>die digitale Kluft zu &#252;berwinden</strong> und Menschen an das Internet heranzuf&#252;hren, die bisher eher Vorbehalte gegen&#252;ber neuen Medien hatten. Das werden in erster Linie Leser im mittleren und h&#246;heren Alter sein.</p>
<p>Bei den <strong>Digital Natives</strong> bzw. <strong>Digital Immigrants</strong> dagegen st&#246;sst das Produkt eher auf Unverst&#228;ndnis und Ablehnung. Menschen, die mit Begeisterung im Web surfen, Blogs lesen, auf Social Networks Kontakte pflegen und vielleicht auch noch <a href="http://www.twitter.com">twittern</a>, haben nichts &#252;brig f&#252;r so einen <strong>goldenen K&#228;fig</strong>.</p>
<p>Das zeigt schon der erste Kommentar zur <a href="http://www.crunchgear.com/2009/05/11/timesreader-20-is-it-time-to-stop-killing-trees/">Besprechung auf CrunchGear</a>, der die sehr naheliegende Frage stellt, warum man denn die Zeitung nicht einfach im <strong>Browser</strong> liest. Nicht nur, dass sie dort kostenlos gelesen werden kann, ihre Artikel k&#246;nnen auch verlinkt und im Wege des Social Bookmarking gespeichert werden. Dar&#252;ber hinaus erlaubt das weborientierte Layout eine Kommentarfunktion (auch wenn sie von der New York Times l&#228;ngst nicht &#252;berall eingesetzt wird).</p>
<p>Das Problem liegt also darin, dass mit dem Times Reader 2.0 der Versuch unternommen wird, eine <strong>vordigitale Informationskultur mitsamt ihrem Gesch&#228;ftsmodell</strong> ins Internet zu &#252;bertragen, w&#228;hrend man dort an anderer Stelle sich Schritt f&#252;r Schritt schon dem neuen Modell hingibt, in dem <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/03/11/guardian-api/">Offenheit</a> und das Prinzip des Sharings zu den Wesenselementen geh&#246;ren. Beide Modelle sind f&#252;r sich genommen legitim und gut. Ob sie aber auch f&#252;r eine Marke wie die New York Times nach dem Prinzip des &#8220;sowohl als auch&#8221; funktionieren k&#246;nnen, darf hinterfragt werden.</p>
<p><strong>Die gr&#246;&#223;te Unbekannte</strong> in dieser Gleichung freilich <strong>sind die Kunden</strong> f&#252;r den neuen Reader: Werden sie seinem Modell auf lange Sicht treu bleiben, oder werden sich im Lauf der Zeit bei ihnen <strong>Lerneffekte</strong> einstellen, mittels derer sie sich vom eher klassisch passiven Medienkonsumenten zu aktiv partizipierenden Netzwerkern entwickeln?</p>
<p>Klar ist jedenfalls, dass die New York Times rasch ein besseres Gesch&#228;ftsmodell ben&#246;tigt, denn ihre <a href="http://www.businessinsider.com/henry-blodget-new-york-times-bankruptcy-update-2009-5">finanzielle Situation ist nicht einfach</a>. Der Times Reader 2.0 k&#246;nnte daf&#252;r <strong>eine sehr gute &#220;bergangsl&#246;sung</strong> sein, sofern er den n&#246;tigen Zuspruch findet. Denn selbst wenn seine Kunden Lerneffekte erzielen und von ihm wieder abkommen, k&#246;nnte er dem Verlag doch helfen, <strong>Zeit zu gewinnen</strong>. Und das w&#228;re schon viel, im gr&#246;&#223;ten medialen Umbruch seit der Erfindung des Buchdrucks.</p>
<div class="box">Lesen Sie hierzu auch den Text von Wolfgang Michal: <a href="http://carta.info/9121/das-kindle-als-kuckucksei/">&#8220;Das Kindle als Kuckucksei&#8221;</a></div>
<p><!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/9123/new-york-times-paid-content/">Paid Content bei der New York Times: Der Times Reader 2.0</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/9123/new-york-times-paid-content/#comments">10 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=9123&amp;md5=61119d6b71c08d1728799601cc791767" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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