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	<title>CARTA &#187; Thomas de Maizière</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>De Maizière: Heimlich in Soziale Netzwerke einschleichen, ist f&#252;r Arbeitgeber tabu</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 12:16:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Thomas de Maizière]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Bundesinnenminister hat heute zu kl&#228;ren versucht, aus welchen sozialen Netzwerken sich Arbeitgeber bei Bewerbungen zuk&#252;nftig bedienen d&#252;rfen. Dort, wo eine “H&#252;rde” zu privaten sozialen Netzwerken steht, sollen Arbeitgeber ausgesperrt bleiben. Was genau das bedeutet, werden die Gerichte entscheiden m&#252;ssen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/51639a4c0c834df38ba2a4770e518cbc" alt="" width="1" height="1" />Nachdem die <a href="http://www.internet-law.de/2010/08/arbeitnehmerdatenschutz-soll-regelung-fur-soziale-netzwerke-enthalten.html">Passagen zu Sozialen Netzwerken</a> im geplanten Besch&#228;ftigtendatenschutzgesetz (<a href="http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Gesetzestexte/Entwuerfe/Entwurf_Beschaeftigtendatenschutz.pdf?__blob=publicationFile">Gesetzentwurf</a>) breits vorab einiges <a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2010/08/der-wahnsinn-grassiert-im-haus-von-thomas-de-maiziere/">Unverst&#228;ndnis</a> ausgel&#246;st haben, hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Regelungen heute vor der Bundespressekonferenz noch einmal zu erl&#228;utern versucht.</p>
<p>Aus Sicht des Ministers soll gelten:</p>
<ul>
<li>&#214;ffentliche Informationen, die dem Arbeitgeber ohne &#8220;H&#252;rden&#8221; zu &#252;berwinden zug&#228;nglich sind, d&#252;rfen im Bewerbungsprozess verwendet werden.</li>
<li>Informationen aus privat genutzten und geschlossenen Sozialen Netzwerken d&#252;rfen nicht verwendet werden.</li>
<li>Informationen aus Sozialen Netzwerken, die explizit der Darstellung beruflicher Qualifikationen dienen, k&#246;nnen vom Arbeitgeber ebenfalls verwendet werden.</li>
<li>Der Arbeitgeber muss den Bewerber &#252;ber entsprechende Recherchen vorab informieren.</li>
<li>Das neue Gesetz solle Rechtssicherheit schaffen, zugleich aber solle der Umgang mit sozialen Netzwerken nicht total verrechtlicht werden und den Gerichten ein Entscheidungssielraum bei der Grenzziehung gelassen werden.</li>
</ul>
<p><em>Carta </em>dokumentiert hier die Aussagen des Ministers aus der Bundespressekonferenz:</p>
<p>De Maizière: &#8220;Was darf der Arbeitgeber bei Einstellungsverfahren recherchieren?</p>
<p>Meines Erachtens geht es hier &#252;brigens auch um ein St&#252;ck Netzpolitik: Wie sind Freiheit und die Nutzung des Internet in Einklang zu bringen?</p>
<p>Der Arbeitgeber darf sich aus allgemein zug&#228;nglichen Quellen informieren, er darf dazu auch Suchmaschinen benutzen und alles, was &#246;ffentlich und allgemein zug&#228;nglich ist verwenden. Er darf sich aber nicht in sozialen Netzwerken als Freund ausgeben und anschlie&#223;end die Informationen vorhalten, die der Bewerber oder der Besch&#228;ftigten nur seinen Freunden in dem sozialen Netzwerk zur Verf&#252;gung stellt.</p>
<p>Allgemein zug&#228;ngliche Quellen: ja. Nutzung von geschlossenen sozialen Netzwerken: nein. &#8211; Das ist der erste Punkt, &#252;ber den lange diskutiert worden ist.</p>
<p>Es gibt eine R&#252;ckausnahme bei den Netzwerken, die speziell zur Zurverf&#252;gungstellung von biographischen Daten f&#252;r Bewerbungszwecke angelegt sind, da ist es nat&#252;rlich nicht verboten.&#8221;</p>
<p><em>Frage:</em><em> Wer w&#252;rde denn seinen k&#252;nftigen Arbeitgeber als Freund akzeptieren, und muss man das wirklich gesetzlich regeln?</em></p>
<p>&#8220;Dieses Gesetz soll ja zur Rechtssicherheit beitragen. Und es ist eine vieldiskutierte Frage, ob ein Arbeitgeber wilde Fotos aus der Studentenzeit nutzen darf, um jemanden daraufhin nicht einzustellen. Eine gesetzliche Regelung ist deshalb ein berechtigtes Anliegen. Wenn ein Personaler einem Bewerber eine Facebook-Anfrage schickt, gibt es Leute, die halten es f&#252;r klug, 1.786 Freunde zu haben und denken, auf einen Freund mehr oder weniger kommt es nicht an. Wenn das Unternehmen dann die dadurch erhaltenen Informationen im Bewerbungsverfahren benutzt, da sagen wir das geht nicht.</p>
<p><strong>Der dahinterliegende Grundsatz ist: Was &#246;ffentlich zug&#228;nglich ist, darf selbstverst&#228;ndlich verwertet werden. Wo man erst eine H&#252;rde &#252;berwinden muss, um an Informationen &#252;ber den Bewerber zu gelangen, ist es nicht zul&#228;ssig.</strong></p>
<p>Eine <strong>R&#252;ckausnahme </strong>gilt wie gesagt f&#252;r Internetdienste f&#252;r Bewerber, bei denen die Bewerber ihre Daten einstellen und Unternehmen sich anmelden m&#252;ssen, um an diese Daten zu kommen, da das erw&#252;nscht und auch im Interesse des Bewerbers liegt, da er ja auch nur die entsprechenden Daten in diesen &#8220;<strong>Bewerberdienst</strong>&#8221; einstellt. <strong>Aber: private soziale Netzwerke sind private soziale Netzwerke und nicht Einfallstor f&#252;r Bewerbungsverfahren</strong>.&#8221;</p>
<p><em>Nachfrage: Wenn sich der Personaler bereits im sozialen Netzwerk eingeschmuggelt hat und den Bewerber daraufhin gar nicht erst zum Vorstellungsgespr&#228;ch einl&#228;dt, wird der Bewerber ja nie davon erfahren. Wie kann so etwas &#252;berpr&#252;ft werden? Das scheint mir eine sehr theoretische Frage.</em></p>
<p>&#8220;Es gibt keine staatliche &#220;berpr&#252;fungsbeh&#246;rde f&#252;r Einstellungsverfahren &#8211; das w&#228;re ja noch sch&#246;ner. Sondern es handelt sich, wie etwa auch bei Anti-Diskriminierungsrichtlinie, um verbindliche Regeln, an die sich die Arbeitgeber halten m&#252;ssen.  Sollte sich heraustellen und nachweisen lassen, dass der Arbeitgeber dagegen versto&#223;en hat, kann es Schadensersatzanspr&#252;che, Bu&#223;geldregelungen geben. Nat&#252;rlich kann jede Regelung, etwa auch im Kauf- oder Mietrecht, umgangen werden. Das entbindet den Gesetzgeber aber nicht davon, den Regelfall aufzuregeln.&#8221;</p>
<p><em>Frage: Gibt es da nicht eine Grauzone, was die Trennung beruflich/privat angeht?</em></p>
<p>(De Maizière liest den Text des Gesetzentwurfs vor &#8211; siehe unten).</p>
<p>Wir haben bei diesem Gesetz immer eine Abw&#228;gung zu treffen zwischen Rechtssicherheit und Verrechtlichung. Sie k&#246;nnen das Eine ohne das Andere nicht ganz haben. Wir haben versucht einen mittleren Weg zu gehen, der der Rechtsprechung &#252;berl&#228;sst anhand dieses Gesetzes denkbare Grenzlinien mit der technischen Entwicklung n&#228;her zu bestimmen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>In § 32 (6) des Gesetzentwurfes hei&#223;t es:</strong></p>
<p>Besch&#228;ftigtendaten sind unmittelbar bei dem Besch&#228;ftigten zu erheben. Wenn der Arbeitgeber den Besch&#228;ftigten vor der Erhebung hierauf hingewiesen hat, darf der Arbeitgeber allgemein zug&#228;ngliche Daten ohne Mitwirkung des Besch&#228;ftigten erheben, es sei denn, dass das schutzw&#252;rdige Interesse des Besch&#228;ftigten an dem Ausschluss der Erhebung das berechtigte Interesse des Arbeitgebers &#252;berwiegt. Bei Daten aus sozialen Netzwerken, die der elektronischen Kommunikation dienen, &#252;berwiegt das schutzw&#252;rdige Interesse des Besch&#228;ftigten; dies gilt nicht f&#252;r soziale Netzwerke, die zur Darstellung der beruflichen Qualifikation ihrer Mitglieder bestimmt sind.</p>
<p>Dazu stellt die Gesetzesbegr&#252;ndung fest:</p>
<p>Auch im Internet bei bestimmungsgem&#228;&#223;er Nutzung f&#252;r jeden abrufbare Daten sind grunds&#228;tzlich allgemein zug&#228;nglich, insbesondere, wenn die Daten &#252;ber eine allgemeine Suchmaschine auffindbar sind. Sind die eingestellten Daten dagegen nur einem beschr&#228;nkten Personenkreis zug&#228;nglich, z. B. ausgew&#228;hlten Freunden, liegt eine allgemeine Zug&#228;nglichkeit nicht vor. Die Erhebung allgemein zug&#228;nglicher Daten ist nicht zul&#228;ssig, wenn das schutzw&#252;rdige Interesse des Besch&#228;ftigten an dem Ausschluss der Erhebung gegen&#252;ber dem berechtigten Interesse des Arbeitgebers &#252;berwiegt. Einen solchen Fall regelt ausdr&#252;cklich Satz 2 letzter Halbsatz im Hinblick auf soziale Netzwerke im Internet, die der elektronischen Kommunikation dienen. <strong>Die dort eingestellten Daten d&#252;rfen vom Arbeitgeber grunds&#228;tzlich nicht erhoben werden; eine Ausnahme hiervon gilt nur f&#252;r soziale Netzwerke im Internet, die gerade zur eigenen Pr&#228;sentation gegen&#252;ber potentiellen Arbeitgebern genutzt werden</strong>.</p>
<p>&#220;berwiegende schutzw&#252;rdige Interessen des Besch&#228;ftigten k&#246;nnen sich im &#220;brigen daraus ergeben, wie alt die Ver&#246;ffentlichung der Daten im Internet ist, in welchem Kontext sie erfolgt und ob der Besch&#228;ftigte nach den erkennbaren Umst&#228;nden noch die Herrschaft &#252;ber die Ver&#246;ffentlichung hat. Bei der Abw&#228;gung ist auch zu ber&#252;cksichtigen, ob der Arbeitgeber durch die Erhebung der Daten zu Zwecken des Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnisses gegen allgemeine Gesch&#228;ftsbedingungen desjenigen, der die Informationen bzw. die Plattform f&#252;r diese zur Verf&#252;gung stellt, versto&#223;en w&#252;rde. In diesem Fall ist die Erhebung der Daten ebenfalls in der Regel wegen eines &#252;berwiegenden Interesses des Arbeitnehmers unzul&#228;ssig.
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		<title>14, 11 oder 42 Thesen f&#252;r die digitale Welt?</title>
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		<comments>http://carta.info/30966/14-11-oder-42-thesen-fuer-die-digitale-welt/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 16:14:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Mamitzsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Chaos Computer Club stellt "11 Thesen f&#252;r ein lebenswertes Netz" zur Diskussion. Das Netz d&#252;rfe nicht nur als Quell ewigen &#220;bels gesehen werden, vielmehr sollte Selbstbestimmung der freien Netzb&#252;rger das Ziel sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen m&#246;gen Listen. In den letzten Tagen und Wochen wurden einige davon ver&#246;ffentlicht, die sich mit Internet und Netzpolitik besch&#228;ftigen. Besonders hervorzuheben dabei: Als Reaktion auf die 14 Thesen zur Netzpolitik des Bundesinnenministers hat der Chaos Computer Club 11 &#8220;<a href="http://ccc.de/de/updates/2010/forderungen-lebenswertes-netz">Forderungen f&#252;r ein lebenswertes Netz</a>&#8221; aufgestellt:</p>
<blockquote><p>Wir haben daher in klare Worte gefa&#223;t, welche Errungenschaften erhalten  und welche aktuellen Mi&#223;st&#228;nde unserer Meinung nach angepackt werden  m&#252;ssen, welche Risiken f&#252;r die Zukunft einer wettbewerbs- und  lebensf&#228;higen Gesellschaft im Netz wir sehen und wohin die Reise gehen  soll. Diese Reise kann nat&#252;rlich nur unter Mitnahme aller B&#252;rger, die  ausreichend schnell, unzensiert und unbevormundet an ein interaktives  Netz angeschlossen sind, Fahrt aufnehmen.</p>
<ol>
<li><em>Netzzugang ist ein Grundrecht und Bedingung f&#252;r die Teilnahme am  kulturellen und politischen Leben</em></li>
<li><em>Nutzen des Netzes kann sich nur entfalten, wenn die  Netzneutralit&#228;t garantiert ist</em><em></em></li>
<li><em>IT-Gro&#223;projekte der &#246;ffentlichen Hand nach sinnvollen Kriterien  vergeben</em></li>
<li><em>&#214;ffentliche Daten transparent handhaben</em></li>
<li><em>Klare Absage an Softwarepatente</em></li>
<li><em>Urheberrechtgesetzgebung modernisieren</em></li>
<li><em>Zugangsprovider haften nicht f&#252;r die Daten ihrer Kunden</em></li>
<li><em>Private Daten besser sch&#252;tzen</em></li>
<li><em>Recht auf Anonymit&#228;t etablieren</em></li>
<li><em>Profilbildung &#252;ber Menschen verhindern</em></li>
<li><em>Whistleblower-Schutz verbessern</em></li>
</ol>
</blockquote>
<p><a href="http://ccc.de/de/updates/2010/forderungen-lebenswertes-netz"><em>Weiter zu den Erkl&#228;rungen der einzelnen Punkte&#8230;</em></a><br />
<strong> </strong> </p>
<p>Weitere erw&#228;hnenswerte Listen:</p>
<p>Der Bund Deutscher Kriminalbeamter torpedierte seine in einigen Punkten sinnvollen <a href="http://www.piksa.info/blog/2010/07/17/bund-deutscher-kriminalbeamter-will-keine-anonymitat-im-netz/">15 Forderungen</a> am Samstag mit dem Wunsch, einen <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/trolle-idee-reset-knopf-fur-internet-ausschalten/">Reset-Knopf f&#252;r das Internet</a> zu schaffen und eine Ausweispflicht im Internet einzuf&#252;hren.</p>
<p>Au&#223;erdem gab es in der letzten Woche noch die <a href="http://ralfschwartz.typepad.com/mc/2010/07/creation-center-der-telekom-labs-entdeckt-5-screen.html">missgl&#252;ckten</a> <a href="http://www.sichelputzer.de/2010/07/16/wie-geht-man-mit-kinderfeindlichen-leitlinien-um/">Internetknigge</a>-Leitlinien  der <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/507719">Telekom</a>. Dazu sei einfach auf die Zusammenstellung der <a rel="bookmark" href="../../21736/die-10-x-10-gebote-fuer-die-digitale-welt/">10 x 10 Gebote f&#252;r die digitale Welt</a> von Peter Glaser verwiesen. 10 lesenswerte Listen, die ebenso die Sehnsucht nach Ordnung bedienen und Anregungen f&#252;r Etikette liefern k&#246;nnen – und dabei auch noch lesbar sind.</p>
<p>Marcel-André Casasola  Merkle bloggte schlie&#223;lich heute die <a href="http://www.137b.org/?p=660">&#8220;42   finalen Thesen zum Internet</a>&#8220;, damit sollte das Listenschreiben f&#252;r dieses Sommerloch beendet sein. Ein Ausschnitt:</p>
<blockquote><p>12. Du bist der Held in diesem Abenteuer. Du entscheidest, welche Links du klickst, ob du dich bei Parship oder Ebay anmeldest, ob du bingst oder googlest, ob du bei Facebook deine Daten verschenkst oder bei Twitter deine Gedanken.<br />
13. Es gibt Menschen, denen macht das Angst. Deshalb hassen sie das Netz. Sie wollen Leitplanken, feste Regeln und gottgegebene Werte. Sie wollen gesagt bekommen, was sie zu tun haben, damit sie sich nicht den Kopf dar&#252;ber zerbrechen m&#252;ssen, was sie tun wollen.<br />
14. Das Netz sagt es dir nicht.<br />
15. Das Netz sagt: „I can haz cheeseburger.“</p></blockquote>
<p><a href="http://www.137b.org/?p=660"><em>Alle 42 Thesen lesen&#8230;</em></a>
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			</a>
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<p><small>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=30966&amp;md5=62128cace6b5d88dcc5c2ad9a32f3fab" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>De Maizières Redemanuskript: „Grundlagen f&#252;r eine gemeinsame Netzpolitik der Zukunft“</title>
		<link>http://carta.info/29493/de-maizieres-redemanuskript-grundlagen-fuer-eine-gemeinsame-netzpolitik-der-zukunft/</link>
		<comments>http://carta.info/29493/de-maizieres-redemanuskript-grundlagen-fuer-eine-gemeinsame-netzpolitik-der-zukunft/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 09:26:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas de Maizière]]></category>

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		<description><![CDATA[Carta dokumentiert hier die autorisierte Langfassung der Rede des Bundesinnenministers Thomas de Maizière vom Dienstag im Volltext.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rede von Bundesminister Dr. Thomas de Maizière, MdB „Grundlagen f&#252;r eine gemeinsame Netzpolitik der Zukunft“ am 22. Juni 2010 in Berlin:</p>
<div id="attachment_29506" class="wp-caption aligncenter" style="width: 482px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/06/demaiziere.jpg"><img class="size-full wp-image-29506" title="demaiziere" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/06/demaiziere-e1277287411188.jpg" alt="De Maizière im Lockschuppen. Foto: (c) BMI/Hans-Joachim M. Rickel" width="472" height="309" /></a><p class="wp-caption-text">De Maizière im Lockschuppen. Foto: (c) BMI/Hans-Joachim M. Rickel</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p>Konrad Zuse schraubte und schraubte – und erfand den Computer. Der Legende nach war er zu faul zum Rechnen und wollte deshalb eine Maschine daf&#252;r bauen. Konrad Zuse war ein Pionier des digitalen Zeitalters, ein Vorbild hartn&#228;ckigen Strebens. Heute ist sein 100. Geburtstag. Ehren wir einen begnadeten T&#252;ftler, dessen Leben zeigt, dass das Gro&#223;e im Kleinen beginnt.</p>
<p>Und so ist es heute auch in der Netzpolitik. Es geht darum, die Arbeit, die vor uns liegt, anhand einer groben Skizze staatlicher Aufgaben zu beschreiben und zu ordnen, um dann im Kleinen zu beginnen.</p>
<p>Das Ph&#228;nomen Internet haben wir lange genug erst ignoriert, dann teils untersch&#228;tzt, teils &#252;bersch&#228;tzt und vor allem bestaunt.</p>
<p>Die Rede als Video:<br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="315" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=12772362&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="315" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=12772362&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<h3>A. BEDEUTUNG DES INTERNETS</h3>
<p>Das Internet ist Innovationsmotor, Kreativschmiede, Kaufhaus, Arbeitsmittel, Kontaktb&#246;rse und vieles mehr. Es ist ein fragmentierter Raum des pers&#246;nlichen, sozialen, gesch&#228;ftlichen und &#246;ffentlichen Lebens. Ich k&#246;nnte noch viele weitere Merkmale nennen, und meine Beschreibung bliebe doch unvollst&#228;ndig. Dampfmaschinen lassen sich besser beschreiben. Sie haben aber auch weniger Funktionalit&#228;ten.</p>
<p>Schl&#252;sselfragen unseres Zusammenlebens stellen sich mit dem Internet in neuer Dringlichkeit: Wie nutzen wir die gro&#223;e, weltumspannende Freiheit, die uns das Internet bietet? Wie steht es dabei um den Schutz der Privatsph&#228;re in einem Medium, in dem Privates und &#214;ffentliches ineinanderflie&#223;en? Wie weit darf die digitale Erfassung unseres Lebens und unserer Pers&#246;nlichkeit gehen? Wie sichern wir pers&#246;nliche Daten vor unerlaubtem Zugriff? Wie sch&#252;tzen wir die Freiheit des Internet und auf welche neuen Gef&#228;hrdungen m&#252;ssen wir uns in der digitalen Welt einstellen? Hier sind – nicht nur, aber auch – Antworten von der Politik gefragt, um die ich mich heute bem&#252;hen will.</p>
<p>Die netzpolitische Debatte wird nicht selten von Spannungsverh&#228;ltnissen und scheinbaren Widerspr&#252;chen dominiert. Einerseits wollen wir immer mehr Dienste und M&#246;glichkeiten nutzen, andererseits haben wir Angst vor unkontrollierbarer Datenmacht. Einerseits ist der Nutzen globaler Vernetzung allgemein anerkannt, andererseits geht die Angst vor dem Ausverkauf deutscher Datenschutzstandards um. Einerseits soll sich der Staat heraushalten, andererseits einmischen.</p>
<h3>B. GRUNDWERTE EINER GEMEINSAMEN NETZPOLITIK</h3>
<p>Bei allem, was wir tun, m&#252;ssen und wollen wir uns an den Grundwerten unserer Gesellschaft orientieren. Der Einzelne soll frei, selbstbestimmt und eigenverantwortlich handeln, auch im Internet. Dazu geh&#246;rt auch die Freiheit, Dummheiten begehen zu d&#252;rfen, wenn andere dadurch nicht zu Schaden kommen. Der Staat ist – bei allen Schutzpflichten, die er hat – nicht verantwortlich f&#252;r Art und Umfang der Freiheitsaus&#252;bung des Einzelnen. &#220;bertriebener Schutz bedeutet zugleich Bevormundung.</p>
<p>Freiheit darf aber nicht als Ellbogenfreiheit missverstanden werden. Zu den zentralen Werten, die wir alle im Netz beachten sollten, geh&#246;ren deshalb gegenseitiger Respekt und R&#252;cksichtnahme. Der Staat kann f&#252;r diese Werte werben und sie bef&#246;rdern. Anordnen kann er sie nicht.</p>
<p>Auch im Netz sind rechtlich alle Menschen gleich. Neue „Hohepriester“ der Internetwelt sollte es nicht geben. Nicht alle verf&#252;gen &#252;ber die gleichen Kenntnisse und F&#228;higkeiten. Wir sollten aber versuchen, einander im Sinne von Chancengleichheit und Solidarit&#228;t nach Kr&#228;ften zu unterst&#252;tzen.</p>
<h3>C. PRINZIPIEN F&#220;R DIE GESTALTUNG UND WEITERENTWICKLUNG DER ORDNUNG IM NETZ</h3>
<p>Diese Grundwerte sind wichtig f&#252;r unser Miteinander, egal ob online oder offline. F&#252;r die Gestaltung unseres Zusammenlebens im Netz sollten wir dar&#252;ber hinaus vier Prinzipien beachten, die die Weiterentwicklung unserer Rechtsordnung betreffen.</p>
<p><em>Erstens:</em> Die Anwendung und Durchsetzung bestehenden Rechts hat Vorrang vor neuer Rechtsetzung.<br />
Viele Ph&#228;nomene des Internets sind durch das bestehende Recht bereits zufriedenstellend geregelt. Wir sollten daher stets versuchen, zun&#228;chst eine Analogie zur „Off-line-Welt“ zu bilden.</p>
<p>Regelungsbedarf entsteht erst dort, wo das Internet eine grundlegend andere Wertung verlangt oder die Anwendung des bestehenden Rechts zu Vollzugsdefiziten f&#252;hrt, zum Beispiel wegen der internationalen Dimension des Internets. Wo Regelungsl&#252;cken bestehen, k&#246;nnen wir h&#228;ufig Analogien bilden, um auf die Wertungen des bestehenden Rechts zur&#252;ckzugreifen. Wir m&#252;ssen unsere Rechtsordnung wegen des Internets nicht komplett neu erfinden.</p>
<p><em>Zweitens:</em> Selbstregulierung hat Vorrang vor neuer Rechtsetzung.</p>
<p>Bevor wir an neue gesetzliche Regelungen denken, sollten wir in einer freiheitlichen Ordnung die Selbstregulierungskr&#228;fte von Gesellschaft und Wirtschaft nutzen und einfordern. Erst wo dies nicht zu gesellschaftsvertr&#228;glichen L&#246;sungen f&#252;hrt oder starke Partikularinteressen das Gemeinwohl &#252;berlagern, muss der Staat aktiv werden.</p>
<p><em>Drittens:</em> Unsere Rechtsordnung muss entwicklungsoffen bleiben und vollziehbar sein.</p>
<p>Die Erfahrung lehrt uns, dass umw&#228;lzende technische Entwicklungen in der Regel auch einen Bedarf an neuer Rechtssetzung hervorbringen. Dabei gehorchen Technik und Recht einer jeweils eigenen Rationalit&#228;t und Geschwindigkeit. Das Recht hinkt der Technik meist hinterher. Das wird oft beklagt. Dies sollten wir aber nicht als Nachteil sehen. Bevor 1835 die erste Eisenbahn in Deutschland fuhr, warnten &#196;rzte vor den „unerh&#246;rten Geschwindigkeiten&#8221; von bis zu 40 km/h, die die Menschen angeblich krank machen und gar zu einem &#8220;Delirium furiosum&#8221; f&#252;hren sollten. H&#228;tte der Gesetzgeber auf sie geh&#246;rt und sofort reagiert, st&#252;nden wir heute vielleicht nicht in diesem sch&#246;nen Lokschuppen, sondern auf einem Ponyhof.</p>
<p>In solchen F&#228;llen kommt perspektivisch zum Tragen, was Bernhard Schlink einmal die katechontische, d.h. „aufhaltende“ oder „raumschaffende“ Funktion des Rechts genannt hat. Indem das Recht sich der jeweiligen wissenschaftlichen und technischen Entwicklung nicht nur einfach anpasst, sondern sie manchmal verz&#246;gert, schafft es der Gesellschaft und der Politik Raum zum Bedenken und Entscheiden. Momente des Innehaltens bringen nicht selten eine verborgene Vernunft zum Vorschein. Nat&#252;rlich darf man nicht so lange warten, bis eine rechtliche Regelung gar nicht mehr wirksam werden kann.</p>
<p>Wichtig ist aber, dass die Rechtsordnung entwicklungsoffen bleibt. Sie kann nicht f&#252;r jede technische Neuerung ge&#228;ndert werden. Gesetze sind daher technikneutral auszugestalten, damit dieses Bed&#252;rfnis gar nicht erst entsteht.</p>
<p>Manchmal ist der Gesetzgeber auch gut beraten, Einzelfragen zu technischen Entwicklungen zun&#228;chst durch die Rechtsprechung anhand konkreter F&#228;lle kl&#228;ren zu lassen.</p>
<p>Wo der Staat im Internet gesetzgeberisch handelt, muss er den damit verbundenen Anspruch tats&#228;chlich erf&#252;llen k&#246;nnen. Er sollte sich daher auf Ma&#223;nahmen konzentrieren, die in der digitalen Welt wirklich halbwegs umgesetzt werden k&#246;nnen.</p>
<p><em>Viertens:</em> Entwicklungen des nationalen und internationalen Rechts m&#252;ssen Hand in Hand gehen.</p>
<p>Bei der Entwicklung unserer Rechtsordnung m&#252;ssen wir die internationale Dimension immer mit in den Blick nehmen. Gerade das Internet wirft Fragen auf, die sich einfachen nationalen Regelungen entziehen. Die Entwicklung nationalen und internationalen Rechts muss daher Hand in Hand gehen.</p>
<div id="attachment_29521" class="wp-caption aligncenter" style="width: 569px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/06/demaiziere-wordle.jpg"><img class="size-large wp-image-29521   " title="demaiziere-wordle" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/06/demaiziere-wordle-1024x559.jpg" alt="" width="559" height="306" /></a><p class="wp-caption-text">Neben dem Internet im Zentrum der Rede: &quot;Staat, M&#252;ssen, Sollten&quot;</p></div>
<p><strong> </strong></p>
<h3>D. ROLLEN DES STAATES</h3>
<p>Der Staat hat drei Funktionen rund um das Thema Internet:</p>
<ol>
<li>eine Freiheits- und Ausgleichsfunktion,</li>
<li>eine Schutz- bzw. Gew&#228;hrleistungsfunktion und</li>
<li>eine Angebots- und Innovationsfunktion</li>
</ol>
<p><strong>I. FREIHEITS- UND AUSGLEICHSFUNKTION</strong></p>
<p>Ich beginne mit der Freiheits- und Ausgleichsfunktion. Die Freiheitsfunktion des Staates im Internet bedeutet, dass der Staat einen Rahmen f&#252;r die Freiheitsaus&#252;bung des Einzelnen setzen muss. Die Freude der Freiheitsaus&#252;bung des einen kann das Leid des anderen sein. Der Staat muss konkurrierende Freiheiten gleicherma&#223;en zur Geltung und manchmal zum Ausgleich bringen – dies meint die Ausgleichsfunktion.</p>
<p>1. PERS&#214;NLICHKEITSENTFALTUNG DURCH KOMMUNIKATION UND TEILHABE</p>
<p>Das Internet bietet dem Bed&#252;rfnis nach freier Entfaltung schier endlose M&#246;glichkeiten. Es mag nicht alles sinnvoll sein, aber Freude macht es den meisten doch.</p>
<p>Die freie Entfaltung der eigenen Pers&#246;nlichkeit bewirkt, dass wir Informationen &#252;ber uns, Freunde und Dritte sammeln, nutzen und verbreiten. Wir tun dies auch im Internet.</p>
<p>Das stets wachsende und pulsierende Internet scheint unserem bisherigen Datenschutzrecht, das auf Datenvermeidung und -sparsamkeit angelegt ist, durch Freiheitsaus&#252;bung zuwiderzulaufen. In diesem Zwiespalt steckt eine gewaltige Herausforderung.</p>
<p>Zun&#228;chst: Jeder ist frei, sich im Netz zu entfalten und das Netz zu gestalten. Wir m&#252;ssen anerkennen, dass es ein „Recht auf pers&#246;nliche Datenverarbeitung“ gibt und dass es genutzt wird. Es ist in der Offline-Welt so selbstverst&#228;ndlich, dass es keine besondere Beachtung findet. Bei jedem Gespr&#228;ch im Freundeskreis, bei jedem Kaffeekr&#228;nzchen reden wir &#252;ber pers&#246;nliche Dinge und auch &#252;ber anwesende oder abwesende Personen. Zwangsl&#228;ufig verarbeiten wir dabei Daten Dritter. W&#228;re es anders, w&#228;ren wir asoziale Wesen.</p>
<p>Bei unseren privaten und sozialen Aktivit&#228;ten im Netz m&#252;ssen wir ebenfalls zun&#228;chst einmal von einem Recht auf Pers&#246;nlichkeitsentfaltung durch Kommunikation und soziale Teilhabe ausgehen. Klatsch und Tratsch sind online nichts anderes.</p>
<p>Diese Erkenntnis ist nicht so trivial, wie sie klingt. Sie bedeutet, dass wir die Verarbeitung von Daten Dritter im Internet nicht nur als Eingriff in deren Rechte, sondern – zumindest im pers&#246;nlichen und famili&#228;ren Bereich – zugleich als Aus&#252;bung grundrechtlicher Freiheit und Entfaltung sehen m&#252;ssen.</p>
<p>Zum anderen m&#252;ssen wir aber die Besonderheiten des Mediums anerkennen. Denn mit dem Internet gewinnt der Einzelne nicht nur neue M&#246;glichkeiten der Kommunikation und sozialen Vernetzung. Er erh&#228;lt zugleich eine enorme Datenmacht, die er so in der Offline-Welt des pers&#246;nlichen Miteinanders nicht hat.</p>
<p>Nehmen wir das Beispiel Google Street View. Der Bundesrat ber&#228;t hier gerade &#252;ber einen Gesetzentwurf. Der Ansatz dieses Entwurfs ist aller Ehren wert, aber nach meiner &#220;berzeugung falsch:</p>
<p>Wir sollten gesetzgeberisch nicht den Weg einschlagen, dass wir f&#252;r jeden neuen Dienst ein neues und eigenes Gesetz schaffen. Bei einer solchen Einzelfallgesetzgebung w&#252;rden wir bald hoffnungslos hinterherhinken. Das Recht w&#228;re dann weder technikneutral noch entwicklungsoffen.</p>
<p>Ein anderer Punkt ist aber noch viel interessanter: das Gesetz k&#246;nnte sich schnell als wirkungslos erweisen. Privatpersonen k&#246;nnten n&#228;mlich die L&#252;cken schlie&#223;en, die ein Gesetz in Googles Stra&#223;enz&#252;ge rei&#223;en w&#252;rde. Ein Blogger, der eine l&#252;ckenlose Darstellung der Stra&#223;enz&#252;ge in Street View fordert, k&#252;ndigte bereits an, jedes Haus, das ausgeblendet wird, zu fotografieren und zu geotaggen.</p>
<p>Tatsache ist, dass er und Millionen anderer Privatb&#252;rger im Internet durch Ver&#246;ffentlichung und Vernetzung von Inhalten gemeinsam &#252;ber nicht viel weniger Datenmacht verf&#252;gen, als Google selbst. Bisher hatten nur die Goliaths der automatisierten Datenverarbeitung – der Staat und die Wirtschaft mit ihren teuren Gro&#223;rechnern – Datenmacht. Das Internet gibt potentiell jedem die M&#246;glichkeit, Daten Dritter zu vernetzen und Datenmacht auszu&#252;ben – sp&#228;testens seit Web 2.0.</p>
<p>Eine der fundamentalen Ver&#228;nderungen der Netzgesellschaft ist, dass der Einzelne „Nutznie&#223;er“ und „Opfer“ digitaler Pers&#246;nlichkeitsentfaltung und pers&#246;nlicher Datenmacht zugleich sein wird. Beides ist Ergebnis gewollter Freiheitsaus&#252;bung.</p>
<p>Wie soll nun der Staat damit umgehen? Wenn kollidierende Freiheiten aufeinandertreffen, hat der Staat eine Ausgleichsfunktion. In der gegenst&#228;ndlichen Welt bedarf es dazu wenig staatlicher Reglementierung. Das wichtigste Mittel ist das Zivilrecht. Wer durch die Datenverarbeitung anderer einen Schaden erlangt, kann Unterlassungs- und Schadensersatzanspr&#252;che geltend machen. Das sch&#228;rfste Schwert ist das Verbot mit strafrechtlicher Sanktion bei Verleumdung, Beleidigung und &#252;bler Nachrede.</p>
<p>In der Offline-Welt wird von diesen Mitteln sehr sparsam Gebrauch gemacht. Sie reichen dennoch v.a. aus zwei Gr&#252;nden aus:</p>
<ol>
<li>Wir folgen im realen Leben allgemeinen Anstandsregeln und unterliegen einer gewissen sozialen Kontrolle.</li>
<li>Wir wissen, dass Klatsch und Tratsch in der Regel kurzlebig sind und die Verbreitung meist auf das private und soziale Umfeld begrenzt ist.</li>
</ol>
<p>Auch das Internet kennt Formen der sozialen Kontrolle. Wer bei YouTube ein Video f&#252;r anst&#246;&#223;ig oder verletzend h&#228;lt, kann dies melden. Ist die Beschwerde berechtigt, wird es entfernt. Doch sind die Anstandsregeln, gerade was die Grenzen der Verarbeitung von Daten anderer angeht, insgesamt weniger ausgepr&#228;gt. Die Zivilgesellschaft selbst muss hier ihr Bewusstsein sch&#228;rfen. Den Nutzern muss klar sein, dass ihre Entfaltung im Netz in die Freiheiten anderer eingreifen kann. „Was Du nicht willst, das man Dir tut, das f&#252;g‘ auch keinem anderen zu“. Diese Verantwortung f&#252;r eine digitale R&#252;cksichtnahme m&#252;ssen wir lernen, und zwar von Kindesbeinen an.</p>
<p>Eine Verantwortung f&#252;r eine gelebte R&#252;cksichtnahme tragen aber auch die Diensteanbieter. Sie d&#252;rfen R&#252;cksichtslosigkeit nicht f&#246;rdern, indem sie die Nutzer durch entsprechende Angebote und Grundeinstellungen dazu verleiten, achtlos Daten Dritter zu vernetzen.</p>
<p>Der Klatsch und Tratsch bleibt in der gegenst&#228;ndlichen Welt schon alleine deshalb in seiner Wirkung begrenzt, weil er in der Regel auf dem fl&#252;chtigen gesprochenen Wort beruht und auf einen kleinen Kreis von Zuh&#246;rern nicht verl&#228;sst.</p>
<p>Anders als in der gegenst&#228;ndlichen Welt ist jede &#196;u&#223;erung im Internet aber potentiell weltweit &#246;ffentlich, nichts wird bisher vergessen, alles kann den vertrauten Bereich hinter sich lassen. Das macht die soziale Rehabilitierung eines Gesch&#228;digten ungleich schwerer. Umso wichtiger w&#228;re es, dem Internet in Zukunft in bestimmten Bereichen das Vergessen oder zumindest das „Nichtwiederfinden“ beizubringen.</p>
<p>Ziel w&#228;ren ein „digitales Radiergummi“ und ein Verfallsdatum, das ich an meine Daten anbringen kann. M&#246;glicherweise sollten wir &#252;ber ein „Recht, vergessen zu lassen“ nachdenken, wie es der EU-Kommission vorschwebt. Hilfreich w&#228;re in vielen F&#228;llen schon ein sog. Indexierungsverbot, bei dem Suchmaschinenbetreiber verpflichtet werden, bestimmte markierte Eintr&#228;ge bei den Sucherergebnissen nicht anzuzeigen.</p>
<p>Angesichts der Datenmacht Dritter, sollten wir dem Einzelnen mehr Mittel an die Hand geben, um sich selbst zur Wehr zu setzen.</p>
<p>Wir k&#246;nnten beispielsweise das Gebot der R&#252;cksichtnahme von Diensteanbieter so konkretisieren, dass sie ihre Angebote mit „r&#252;cksichtsvollen Grundeinstellungen“ im Sinne eines „Respect by default“ ausstatten. Die Diensteanbieter m&#252;ssten dann selbst ein gewisses Haftungsrisiko tragen, wenn sie ihre Kunden durch Voreinstellungen dazu verleiten, Daten &#252;ber Dritte preiszugeben und zu vernetzen.</p>
<p>Wir sollten auch die M&#246;glichkeiten zur Durchsetzung von Unterlassungs- und Schadensersatzanspr&#252;chen verbessern, ohne damit neue Gesch&#228;ftsmodelle f&#252;r Abmahnungen zu erm&#246;glichen.</p>
<p>In der Presse kennen wir das Recht auf Gegendarstellung. Wir brauchen etwas &#196;hnliches im Internet – ein privates Darstellungsrecht, mit dem sich der Einzelne zur Wehr setzen kann, wenn etwas Falsches oder Ehrenr&#252;hriges &#252;ber ihn im Internet kursiert. Man k&#246;nnte dies mit einem Anspruch des Betroffenen gegen&#252;ber Betreibern von Suchmaschinen verbinden, die eigene Darstellung auf Platz eins einer Trefferliste zu setzen.</p>
<p>Bei anonymen Schm&#228;hungen sollte der Geschm&#228;hte einen Anspruch auf L&#246;schung gegen den Provider erhalten. Wer sich nicht zu erkennen gibt und &#246;ffentlich verletzende &#196;u&#223;erungen verbreitet, darf sich &#252;ber eine L&#246;schung nicht beschweren.</p>
<p>2. INFORMATIONELLE SELBSTBESTIMMUNG IM INTERNET</p>
<p>Betrachten wir nun denjenigen, dessen Daten im Netz durch Unternehmen oder den Staat verarbeitet werden. Hier geht es nicht mehr um Klatsch und Tratsch, sondern um die Kontrolle der eigenen Daten und die Begrenzung und Abwehr von Datenmacht im klassischen Sinne.</p>
<p>a. HERAUSFORDERUNGEN DURCH DAS INTERNET</p>
<p>Ein Kontrollverlust &#252;ber die eigenen Daten droht aus verschiedenen Richtungen. Ich m&#246;chte drei Ph&#228;nomene herausgreifen.</p>
<p>Erstens: Mit dem Cloud-Computing speichern Nutzer ihre Daten au&#223;erhalb der eigenen Festplatte. Das geht schon los mit dem pers&#246;nlichen Postfach bei web.de, T-Online oder einem anderen Anbieter. Zunehmend werden ganze Festplatten und Datenbest&#228;nde von Firmen in Clouds ausgelagert, weil es kostensparender ist.</p>
<p>Solche Speicherpl&#228;tze m&#252;ssten eigentlich wie Schlie&#223;f&#228;cher ausgestaltet sein. Sie befinden sich aber im „virtuellen Nebel“ und k&#246;nnen wie an der B&#246;rse verkauft, kombiniert, untervermietet, nochmals ausgelagert und wieder miteinander verbunden werden. Aus diesem Grunde gibt es nicht „die“ Cloud, sondern zahlreiche Gesch&#228;ftsmodelle von &#246;ffentlichen, privaten und gemischten Clouds mit unterschiedlichen Anbietern und Verantwortlichkeiten. Die Bandbreite reicht bis zu Modellen, wo die Infrastruktur, das Betriebssystem und die Anwendungen komplett ausgelagert und auf unterschiedliche Anbieter verteilt sind – im Extremfall weltweit.</p>
<p>Nat&#252;rlich werden hier auch jede Menge sensible Daten gespeichert. Die Firmengeheimnisse von Coca Cola und Pepsi k&#246;nnten an einem gemeinsamen Ort gespeichert sein, den keines der beiden Unternehmen kennt. Datenschutz und Datensicherheit in einer Cloud sind deshalb eine gewaltige Herausforderung. Die Datensicherheit wird dabei eine immer st&#228;rkere Rolle f&#252;r die Gew&#228;hrleistung des Datenschutzes spielen.</p>
<p>Wir brauchen klare Regeln und Verantwortlichkeiten sowie solide Gesch&#228;ftsmodelle f&#252;r Clouds, denen wir umfangreiche und sensible Datenbest&#228;nde anvertrauen.<br />
Der Unternehmer tr&#228;gt die Verantwortung, den Dienst sicher anzubieten. Dazu kann auch geh&#246;ren, dass er dem Nutzer eine einfach anzuwendende Verschl&#252;sselung mit auf den Weg geben muss, so dass am Ende nur dieser Zugang zu den Daten hat. Der Nutzer tr&#228;gt die Verantwortung, auf seinen Schl&#252;ssel aufzupassen.</p>
<p>Solche Regelungen sollten mindestens auf europ&#228;ischer Ebene verankert werden.</p>
<p>Die zweite gro&#223;e Herausforderung ist die sichere Steuerung von Identit&#228;ten im Netz. Bei Cloud-Computing, Online-Festplatten oder Online-Banking ist die sichere digitale Identit&#228;t der Schl&#252;ssel zur Kontrolle der eigenen Daten. Der Cloud-Anbieter muss wissen, dass derjenige, der Zugang zum virtuellen Schlie&#223;fach oder zu pers&#246;nlichen Diensten begehrt, dazu auch wirklich berechtigt ist. Eine sichere Identit&#228;t brauchen wir auch &#252;berall dort, wo wir im Internet am Rechtsverkehr teilnehmen, etwa zum Abschluss eines Gesch&#228;fts oder bei Verwaltungsvorg&#228;ngen. Entscheidend ist dabei, dass das Gegen&#252;ber so viel identit&#228;tsbest&#228;tigende Daten erh&#228;lt wie gerade in Bezug auf die jeweilige Rechtsbeziehung n&#246;tig sind – aber eben auch nicht mehr. Beim neuen Personalausweis ist dies m&#246;glich.</p>
<p>Die dritte gro&#223;e Herausforderung f&#252;r die informationelle Selbstbestimmung ist die Kontrolle der zunehmenden IT-Systeme und -Verfahren, die unseren Alltag pr&#228;gen, vom Fernseher, K&#252;hlschrank bis zum Auto. Autos k&#246;nnen zum Beispiel dank internetbasierter Technik erkennen, wo Staus oder Gefahren drohen. Dazu muss das Auto mitteilen, wo es sich befindet. Mit der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung des t&#228;glichen Lebens k&#246;nnen Prozesse intelligenter, zeit- und kostensparender, umweltschonender etc. gestaltet werden. Der Einzelne muss jedoch die Kontrolle &#252;ber die Technik behalten.</p>
<p>Sein Auto sollte im Netz nur dort Spuren hinterlassen, wo es zwingend n&#246;tig ist. Und der Einzelne sollte vor allem wissen, welches Ger&#228;t &#252;ber das Internet kommuniziert. Bereits eine schlichte Kennzeichnung w&#228;re hilfreich. Wir sollten auch vorsehen, dass zumindest vor der erstmaligen Kontaktaufnahme eines Ger&#228;ts mit dem Netz eine aktive Einwilligung erforderlich ist.</p>
<p>In diesen drei Bereichen sehe ich eine Verantwortung des Staates.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus m&#252;ssen wir weitere M&#246;glichkeiten nutzen, um die informationelle Selbstbestimmung des Einzelnen zu st&#228;rken, indem wir,</p>
<ul>
<li> &#252;ber m&#246;gliche Gefahren besser aufkl&#228;ren,</li>
<li>bestehende Betroffenenrechten einfacher und auch Online aus&#252;ben k&#246;nnen – zum Beispiel den Widerspruch per Mausklick –</li>
<li>und die Abh&#228;ngigkeit von Anbietern mit marktbeherrschender Stellung reduzieren.</li>
<li>Wir brauchen auch mehr echte Verf&#252;gungsgewalt &#252;ber unseren virtuellen Hausrat. Es gibt zum Beispiel in sozialen Netzwerken meist keine M&#246;glichkeit, „seinen Datenbestand mitzunehmen“. Bin ich mit einem Anbieter nicht mehr zufrieden, weil ich den Eindruck habe, dass Datenschutz und Datensicherheit bei ihm nicht gew&#228;hrleistet sind, muss ich die M&#246;glichkeit haben, zu wechseln und meine Daten mitzunehmen.</li>
<li>Bei der Aufkl&#228;rung m&#252;ssen wir fr&#252;h ansetzen. Kinder und Jugendliche brauchen unsere besondere Aufmerksamkeit. Das von Ministerin Schr&#246;der geplante Forum Internet zum Kinder- und Jugendschutz unterst&#252;tze ich ausdr&#252;cklich.</li>
</ul>
<p>Bei der Aufkl&#228;rung sind wir beispielsweise auch mit Kampagnen f&#252;r die Nutzung sicherer Passw&#246;rter bereits auf einem guten Wege. Zur Aufkl&#228;rung kann und soll auch die einzurichtende Stiftung Datenschutz beitragen.</p>
<p>Ungeachtet der noch zu kl&#228;renden organisatorischen Details wollen wir die Durchf&#252;hrung und Ver&#246;ffentlichung von Vergleichstests zu einer zentralen Aufgabe der Stiftung Datenschutz machen.</p>
<p>Ohne Wettbewerb gibt es dauerhaft keine Freiheit und Selbstbestimmung. Das Netz wird in vielen Bereichen von wenigen, in manchen Bereichen de facto auch nur von einem gro&#223;en Anbieter beherrscht. Durch ihre marktbeherrschenden Stellungen schaffen sie Abh&#228;ngigkeiten, die wir auf Dauer nicht akzeptieren k&#246;nnen. Wir brauchen mehr Wettbewerb im Netz.</p>
<p>Insbesondere brauchen wir neben der Netzneutralit&#228;t mehr Verf&#252;gungsgewalt &#252;ber unseren virtuellen Hausrat. Sie ist eingeschr&#228;nkt, wenn Dienste oder Dateien von einer bestimmten Plattform oder Software abh&#228;ngig sind. Wenn ich Musiktitel Online kaufe, erwarte ich, dass ich ihn auf den unterschiedlichen Ger&#228;ten, die ich im Wohnzimmer, im Badezimmer und im Auto habe, abspielen kann.</p>
<p>Die Geschichte des B&#252;rgerlichen Gesetzbuchs zeigt, dass der Staat nicht nur eine freiheitssichernde Funktion hat. Er muss auch f&#252;r Chancengleichheit Sorge tragen, wenn das freie Spiel der Privatautonomie versagt. Die Verwendung von allgemeinen Gesch&#228;ftsbedingungen, Haust&#252;r- und Internetgesch&#228;fte sind Beispiele f&#252;r Rechtsbeziehungen, in denen sich Verbraucher und Verk&#228;ufer nicht von vornherein auf Augenh&#246;he begegnen. Durch Einwilligungen und Widerrufsrechte haben wir die Position der Verbraucher gest&#228;rkt. Ich unterst&#252;tze daher Vorschl&#228;ge des Verbraucherschutzministeriums, Betroffenenrechte wie den Widerspruch „per Mausklick“ auszu&#252;ben. Wir sollten die Aus&#252;bung der bestehenden Betroffenenrechte insgesamt vereinfachen, indem wir hierf&#252;r die Online-Angebote verbessern. Ein gro&#223;es Problem, dass wir hierbei in der Vergangenheit hatten, werden wir in Zukunft mit dem neuen Personalausweis besser l&#246;sen, n&#228;mlich die Identifikation der Betroffenen.</p>
<p>Auch die Ideen vom Datenbrief verfolgt ein richtiges Ziel. Seine Nachteile – keine weitere B&#252;rokratisierung und Datenzusammenf&#252;hrung – m&#252;ssen jedoch vermieden werden. Ich habe daher Experten eingeladen, gemeinsam ein praxistaugliches Konzept zu erarbeiten.</p>
<p>Unabh&#228;ngig vom Datenbrief sollten wir die Transparenz durch bessere allgemeine Informationen im Internet verbessern. Es gibt bereits eine Meldepflicht im Bundesdatenschutzgesetz. Sie gilt f&#252;r bestimmte Arten der Datenverarbeitung. Der Verarbeitende muss unter anderem angeben, welche Daten er erhebt, zu welchen Zwecken er sie verarbeitet und wem er sie &#252;bermittelt. Die Angaben sind in der Regel leicht zu machen und sollten in allgemein verst&#228;ndlicher Form wie das Impressum auf der eigenen Homepage einsehbar sein. Wir m&#252;ssen hierf&#252;r nicht gleich das Gesetz &#228;ndern. Wem Datenschutz und Transparenz am Herzen liegen, der kann diese Angaben auch leicht freiwillig machen und noch einen Schritt weiter gehen.</p>
<p>Man k&#246;nnte diese Information im Internet mit der M&#246;glichkeit verbinden, dass ich als Betroffener mein bestehendes Auskunftsrecht geltend machen kann. Die Aus&#252;bung dieses Rechts w&#228;re deutlich erleichtert. Am besten w&#228;re es, wenn das Formular hierf&#252;r bereits an die allgemeine Datenverarbeitungsbeschreibung des Unternehmens angeh&#228;ngt w&#228;re.</p>
<p>Der Einzelne verf&#252;gt bereits &#252;ber gute Beschwerde- und Rechtsschutzm&#246;glichkeiten gegen datenschutzrechtliche Verst&#246;&#223;e. Sie lassen sich jedoch noch weiter verbessern. Ich habe auf die Bedeutung der Rechtsprechung bereits hingewiesen. Der Bundesgerichtshof hat im M&#228;rz 2010 entschieden, dass gegen Pers&#246;nlichkeitsverletzungen durch Internetver&#246;ffentlichungen im Ausland auch vor deutschen Gerichten geklagt werden kann, wenn die Inhalte typischerweise im Inland abgerufen werden. Dies ist ein gro&#223;er Schritt in die richtige Richtung. Das k&#246;nnte der Gesetzgeber &#252;bernehmen.</p>
<p>3. GARANTIE DER ABWEHRRECHTE GEGEN&#220;BER DEM STAAT</p>
<p>Der Staat unterst&#252;tzt nicht nur den Einzelnen bei der Wahrnehmung seiner Freiheiten im privaten Bereich. Er hat auch eine die Freiheit sichernde Funktion, die sich gegen sein eigenes Handeln richtet. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist als klassisches Abwehrrecht gegen den Staat entstanden, zur Begrenzung staatlicher Datenmacht. Diese Funktion ist auch im Zeitalter des Internets von Bedeutung.</p>
<p>Es w&#228;re rein technisch nicht ausgeschlossen, dass ein Staat das Internet als totalit&#228;res &#220;berwachungsinstrument missbraucht und ohne Rechtsgrundlage breitfl&#228;chig, anlasslos und heimlich in s&#228;mtliche R&#228;ume des Internets vordringt. Es mag Staaten geben, die dies tun oder planen. Man kann sich das auch vom Ausland aus vorstellen.</p>
<p>Unser demokratischer Rechtsstaat geh&#246;rt nicht dazu. Jeder Verdacht in dieser Richtung ist unerh&#246;rt.</p>
<p>Eine Kriminalisierung des Internets, d.h. eine Herangehensweise, die das Internet ausschlie&#223;lich als Sicherheitsrisiko betrachtet und in erster Linie Misstrauen gegen den B&#252;rger hegt, kann nicht Ausgangspunkt unseres staatlichen Handelns sein.</p>
<p>Dies gesagt, h&#246;re ich bereits den Vorwurf, mit der Vorratsdatenspeicherung h&#228;tten wir genau dies getan.</p>
<p>Ich will mich in dieser Frage weder hinter dem Bundesverfassungsgericht noch hinter Europa verstecken. Beide Instanzen geben den Weg vor, wie und in welchem Umfang wir Verbindungsdaten k&#252;nftig speichern und staatlich nutzen d&#252;rfen, ich f&#252;ge hinzu: und sollten. Doch ich m&#246;chte an dieser Stelle ganz deutlich machen:</p>
<p>Eine schrankenlose Anonymit&#228;t kann es im Internet nicht geben. F&#252;r Raubritter und echte Piraten w&#228;ren das paradiesische Zust&#228;nde. Aller Freibeuterromantik zum Trotz werden sich aber die wenigsten w&#252;nschen, allein auf hoher See Piraten zu begegnen, die nach dem Entern garantiert unerkannt davon segeln.<br />
Deshalb brauchen wir eine vern&#252;nftige Balance zwischen Anonymit&#228;t und Identifizierbarkeit. Das Grundprinzip des Unbeobachtseins der allt&#228;glichen privaten Lebensgestaltung muss dabei im Internet ebenso gewahrt sein wie Sanktionen gegen schwere Rechtsverletzungen. Und dazu braucht es M&#246;glichkeiten, jemanden als konkreten Menschen zu erkennen.</p>
<p>Wir m&#252;ssen allerdings an eine Identifizierung mit Hilfe von gespeicherten Verbindungsdaten hohe Anforderungen stellen. In einem grunds&#228;tzlich &#246;ffentlichen Raum wie dem Internet kann die Identifizierbarkeit praktisch nicht ausgeschlossen werden. Aus Sicht des Betroffenen muss aber sicher gestellt sein, dass die Anforderungen an die faktische Identifizierung unter Wahrung der Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit danach ausgestaltet sind, welchem Zweck sie dient, welche Grundrechte betroffen sind, ob er sich im privaten, sozialen oder &#246;ffentlichen Bereichen des Internets bewegt und ob er einen Anlass f&#252;r die Identifizierung gegeben hat.</p>
<p>Die Frage des Beobachtetseins oder Unbeobachtseins l&#228;sst sich indessen oftmals schwer beantworten. Was ist der Ma&#223;stab f&#252;r ein „diffus bedrohliches Gef&#252;hl des Beobachtetseins (…), das eine unbefangene Wahrnehmung der Grundrechte in vielen Bereichen beeintr&#228;chtigen kann“? Das Bundesverfassungsgericht argumentiert in seiner Entscheidung zur Vorratsdatenspeicherung mit diesem Gef&#252;hl. Der Gesetzgeber tut eigentlich gut daran, sich bei seinen Entscheidungen nicht auf „diffus bedrohliche Gef&#252;hle“ zu verlassen. Er sollte sich an Fakten orientieren.</p>
<p>Vielleicht brauchen wir – auf allen Seiten – ein wenig mehr Vertrauen in die Normalit&#228;t. Die Erfahrung lehrt, dass unsere Polizei nicht an jeder Ecke steht, und unbescholtene B&#252;rger nicht st&#228;ndig ihre Unschuld gegen&#252;ber &#252;bereifrigen Staatsanwaltschaften beweisen m&#252;ssen.</p>
<p>Wir m&#252;ssen daf&#252;r werben, dass diese Erfahrungen und das darauf basierende Vertrauen in unseren Rechtsstaat auch im Internet gelten. Dieses Vertrauen wird nicht dadurch hergestellt, dass wir das Internet sich selbst &#252;berlassen und auf Verbindungsdaten verzichten. K&#246;nnen wir bestimmte schwere Delikte und Gefahren nicht mehr wirksam bek&#228;mpfen, weil sie nicht mehr Offline, sondern nur Online passieren, wird dies weder das Vertrauen in den Staat noch ins Internet st&#228;rken.</p>
<p>Das Recht des St&#228;rkeren – die Lichthupe des Rasers, der IT-Wissensvorsprung von Kriminellen gegen&#252;ber einfachen Nutzern – es w&#228;re sonst die goldene Regel in einer v&#246;llig anonymen Netzwelt. Wir m&#252;ssen daher grunds&#228;tzliche M&#246;glichkeiten der Identifizierbarkeit bereit halten. Ma&#223;nahmen wie Quick Freezing erm&#246;glichen keine Identifizierung, wenn eine Tat bereits stattgefunden hat und erst sp&#228;ter bemerkt wird.</p>
<p>Ich bin &#252;berzeugt, dass die L&#252;cke, die wir ohne Verbindungsdaten in die Gefahrenabwehr und Strafverfolgung rei&#223;en w&#252;rden, zu gro&#223; ist, als dass man auf dieses Mittel verzichten k&#246;nnte. Wir d&#252;rfen m&#246;glicherweise auch gar nicht darauf verzichten.</p>
<p>Der Europ&#228;ische Gerichtshof f&#252;r Menschenrechte hat j&#252;ngst entschieden, dass der Staat auch ein Unterma&#223;verbot zu beachten hat und seine Schutzpflichten verletzt, wenn er keine Befugnis zum Abruf von Verbindungsdaten bereitstellt. In dem Fall ging es um die Identifizierung eines P&#228;dophilen, der Kontakt zu einem Kind aufnehmen wollte.</p>
<p>4. WEITERE ASPEKTE DER FREIHEITSSICHERNDEN FUNKTION DES STAATES</p>
<p>Neben der freien Entfaltung der Pers&#246;nlichkeit, dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung und dem Hinweis auf die Abwehrrechte gegen&#252;ber dem Staat, gibt es weitere Aspekte, die der Freiheits- und Ausgleichsfunktion des Staates zuzuordnen sind. Hierzu geh&#246;rt der Schutz des geistigen Eigentums bzw. das Urheberrecht. Es ist ein wichtiger Bereich, auf den ich jedoch heute nicht n&#228;her eingehen m&#246;chte. Die Bundesjustizministerin hat sich hierzu j&#252;ngst umfassend ge&#228;u&#223;ert.</p>
<p><strong>II. SCHUTZ- UND GEW&#196;HRLEISTUNGSFUNKTION DES STAATES</strong></p>
<p>Ich komme zur zweiten Hauptfunktion des Staates neben der Freiheits- und Ausgleichsfunktion. Es ist die Schutz- und Gew&#228;hrleistungsfunktion. Sie betrifft in erster Linie eine Verantwortung des Staates f&#252;r das Internet als Infrastruktur, die f&#252;r alle zug&#228;nglich sein muss und die zuverl&#228;ssig funktionieren muss.</p>
<p>1. GEW&#196;HRLEISTUNG EINER DIGITALEN GRUNDVERSORGUNG</p>
<p>Die Eisenbahn und das Internet haben sich eigenst&#228;ndig durchgesetzt, weil sie wirtschaftlich und gesellschaftlich einen Mehrwert haben.<br />
Der Staat hat in der Vergangenheit regelm&#228;&#223;ig Verantwortung &#252;bernommen, wenn es um Infrastrukturen und Dienste ging, f&#252;r die es ein besonderes allgemeines Interesse gibt. Er hat dies etwa bei Eisenbahn und Post getan, indem er sie lange Zeit in eigener Regie betrieb. Nach ihrer Privatisierung stellt der Staat eine fl&#228;chendeckende Grundversorgung zu angemessenen Preisen sicher.</p>
<p>Das Internet ist wegen seiner herausragenden Bedeutung f&#252;r das Gemeinwesen mittlerweile eine grundlegende Infrastruktur, wof&#252;r auch der Staat Verantwortung &#252;bernehmen muss. Er muss die Grundversorgung sicherstellen.</p>
<p>Bei der Wahl der regulatorischen Mittel sollte der Staat mit Augenma&#223; agieren. Er muss die Innovationsf&#228;higkeit des Internets erhalten. Drei zentrale Anforderungen zeichnen sich bereits heute ab: die Netzneutralit&#228;t, ein fl&#228;chendeckender Zugang auch f&#252;r Menschen fern der Ballungszentren und eine Grundversorgung mit sicheren Basisdiensten wie De-Mail.</p>
<p>Die Netzneutralit&#228;t besagt, dass grunds&#228;tzlich alle Inhalte gleichberechtigt im Internet transportiert werden. Das ist gut und richtig. Die Bundesregierung will die Netzneutralit&#228;t bewahren. Daf&#252;r setzen wir uns auch im europ&#228;ischen Rahmen ein.</p>
<p>Mit der Breitbandstrategie der Bundesregierung setzen wir uns intensiv daf&#252;r ein, dass auch in l&#228;ndlichen R&#228;umen bald fl&#228;chendeckend hochleistungsf&#228;hige Internetanschl&#252;sse zur Verf&#252;gung stehen. Die Verantwortung hierf&#252;r trifft aber nicht den Staat allein. Es sind zuv&#246;rderst die TK-Unternehmen, die aus wirtschaftlichen Motiven nur in Ballungsr&#228;umen, die sich gut erschlie&#223;en lassen, Infrastrukturen breitstellen. Sie m&#252;ssen auch dort investieren, wo der Aufwand gr&#246;&#223;er und Gewinne geringer sind.</p>
<p>Der Staat kann auch eine Grundversorgung an sicheren Basisdiensten sicherstellen. Wir werden dies mit dem neuen Personalausweis und De-Mail tun. Sie erm&#246;glichen eindeutige Authentifizierungen im Rechts- und Gesch&#228;ftsverkehr sowie eine sichere Kommunikation. Beides sind Schl&#252;sselfunktionen. Sie kommen auch zum Tragen, wenn wir subjektive Rechte wie das datenschutzrechtliche Auskunftsrecht &#252;ber das Internet wahrnehmen wollen.</p>
<p>2. SCHUTZ DES INTERNETS UND SEINER DIENSTE DURCH ANGEMESSENE VERANTWORTUNGS&#220;BERNAHME</p>
<p>Zur Schutz- und Gew&#228;hrleistungsfunktion des Staates geh&#246;rt der Schutz des Internets als Infrastruktur. Wir haben bereits eine nationale Strategie f&#252;r Cyber-Sicherheit. Die Bedrohung ist sehr real: Gro&#223;e Botnetze k&#246;nnten das Internet regional und national lahmlegen, vielleicht auch andere Staaten. Das Beispiel Estland zeigt, wie gravierend die Auswirkungen eines solchen Angriffs sein k&#246;nnen.</p>
<p>W&#252;rde das Internet &#252;ber Tage oder gar Wochen in Deutschland ausfallen, w&#228;re der volkswirtschaftliche Schaden immens. Teile des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens und der Verwaltung w&#252;rden zum Erliegen kommen.</p>
<p>Wir haben ein Gesetz, das eine ausreichende Versorgung mit Post- und Telekommunikationsdienstleistungen etwa bei Naturkatastrophen, besonders schweren Ungl&#252;cksf&#228;llen oder im Spannungs- oder Verteidigungsfall sicherstellt. Dies muss grunds&#228;tzlich auch f&#252;r das Internet gelten, und es ist zu kl&#228;ren, welcher speziellen Regelungen es hierf&#252;r bedarf.</p>
<p>Der Staat ist beim Schutz des Internets als Infrastruktur aber auch auf die Mitwirkung der Nutzer und Anbieter angewiesen. 35 Prozent der Nutzer geben an, dass ihr Computer bereits infiziert wurde. Dennoch surfen weiterhin 20 Prozent ohne Virenschutz. Jeder Einzelne hat eine Verantwortung, zur Sicherheit des Netzes beizutragen. Hierzu geh&#246;rt an erster Stelle ein wirksamer Schutz gegen Viren, Schadprogramme und Trojaner, mit denen Botnetze ferngesteuert werden.</p>
<p>Der Einzelne tr&#228;gt dabei eine gr&#246;&#223;ere Verantwortung, je mehr er selbst gefahrgeneigte Dienste einrichtet oder anbietet. Wer eine Homepage bastelt und damit ein &#246;ffentliches Angebot schafft, muss sicher stellen, dass sich hier&#252;ber keine Schadprogramme und Viren verbreiten. Wer &#252;ber einen WLAN-Anschluss verf&#252;gt, muss daf&#252;r Sorge tragen, dass er die markt&#252;blichen Sicherungen gegen unbefugte Nutzung vornimmt.</p>
<p>Der Bundesgerichtshof hat hier meines Erachtens zu Recht auf die allgemeinen Grunds&#228;tze der sog. St&#246;rerhaftung abgestellt. Er hat dabei auch beschrieben, was f&#252;r den Einzelnen an Sicherungsma&#223;nahmen zumutbar ist und was nicht. Insbesondere hat der BGH darauf hingewiesen, dass dem privaten Betreiber eines WLAN-Netzes nicht zugemutet werden kann, seine Netzwerksicherheit fortlaufend dem neuesten Stand der Technik anzupassen.</p>
<p>Aber nicht alles ist dem Einzelnen an Sicherungsma&#223;nahmen zumutbar. Hersteller von Hard- und Software sowie Diensteanbieter stehen daher ebenfalls in der Verantwortung, und zwar um so mehr, als sie erstens in der Regel besser wissen, wie man sich gegen Angriffe sch&#252;tzen kann und weil zweitens ihre Angebote zum Teil grunds&#228;tzlich mehr oder weniger gefahrgeneigt sind.</p>
<p>Wir sollten dar&#252;ber nachdenken, ob nicht f&#252;r bestimmte gefahrgeneigte Angebote eine Gef&#228;hrdungshaftung oder eine Beweislastumkehr bez&#252;glich des Verschuldens in Betracht kommt.</p>
<p>Provider sollten etwa daf&#252;r haften, wenn sie keine ausreichenden Vorkehrungen gegen den Transport von Viren und Schadprogrammen treffen. Eine solche Verkehrssicherungspflicht gegen Viren und Schadsoftware sowie Datendiebstahl ist keine Kontrolle von Inhalten. Eine Kontrolle von Inhalten durch die Provider hielte ich f&#252;r falsch, um das klar zu sagen.</p>
<p>Hier m&#252;ssten gegebenenfalls noch passende technische L&#246;sungen entwickelt werden. Umgekehrt sollten diejenigen Anbieter bei der Haftung privilegiert werden, die anerkannt sichere Basisdienste nutzen oder integrieren, etwa die Identifikation mit dem neuen Ausweis oder die sichere Kommunikation mit De-Mail.</p>
<p>3. ABWEHR VON GEFAHREN UND BEK&#196;MPFUNG DER KRIMINALIT&#196;T IM INTERNET</p>
<p>Zur Schutz- und Gew&#228;hrleistungsfunktion des Staates geh&#246;ren nat&#252;rlich auch die Gefahrenabwehr und die Kriminalit&#228;tsbek&#228;mpfung im Internet. Der Staat hat das Recht, in manchen solcher F&#228;lle sogar die Pflicht, in Internetdienste und -nutzungen einzugreifen.</p>
<p>Er muss sich dabei an den Eingriffsbefugnissen der realen Welt orientieren. Das klassische Eingriffsinstrumentarium des Staates zur Gefahrenabwehr und Strafverfolgung muss auch im Zeitalter des Internets zur Verf&#252;gung stehen.</p>
<p>Es darf keine Privilegierung und es darf keine Benachteiligung der Strafverfolgung im Internet geben.</p>
<p>Dies setzt freilich voraus, dass dieses Instrumentarium im Internet de jure und de facto einsetzbar ist. Und es setzt voraus, dass unsere Beamten so gut ausgebildet und ausgestattet sind, dass sie es bei Eins&#228;tzen im virtuellen Raum auch tats&#228;chlich anwenden k&#246;nnen. Hier m&#252;ssen wir noch besser werden.</p>
<p>Zum Schutz der Sicherheit m&#252;ssen wir auch unsere technologische nationale Souver&#228;nit&#228;t wahren, nationale Kernkompetenzen erhalten und ausbauen. Hierzu braucht unser Land Forscher und Unternehmer, die strategische IT- und Internetkompetenzen erhalten und ausbauen. Ohne eine starke eigene IT-Industrie geraten wir in Abh&#228;ngigkeiten, die unsere Freiheiten und unsere Verfassungsidentit&#228;t gef&#228;hrden k&#246;nnen.</p>
<p>Auch eine verbesserte Ausbildung und Konzentration von IT-Sachverstand innerhalb von Beh&#246;rdenzweigen, wie etwa die St&#228;rkung des BSI, die Bildung von Polizei-Spezialeinheiten, die Schaffung von Schwerpunktstaatsanwaltschaften und spezialisierten Gerichten, ist wichtig. In bestimmten Bereichen bietet sich auch eine enge partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Privaten an. An Ma&#223;nahmen im Polizeibereich arbeiten meine Innenministerkollegen und ich bereits mit hoher Intensit&#228;t. Dabei haben wir zwischenzeitlich auch schon deutliche Erfolge zu verzeichnen. Allerdings liegt auch noch ein erhebliches St&#252;ck zur Optimierung des Kampfes gegen die Computerkriminalit&#228;t vor uns.</p>
<p>Ebenso wichtig ist ein guter Schutz gegen die verbreiteteste Form von Internetkriminalit&#228;t – den Betrug mittels gestohlener oder falscher Identit&#228;ten.<br />
Wenn wir im Internet kommunizieren oder handeln, m&#252;ssen wir uns auf die identit&#228;tsbezogenen Angaben unseres Gegen&#252;bers verlassen k&#246;nnen. Umgekehrt m&#252;ssen wir uns darauf verlassen k&#246;nnen, dass unsere eigene elektronische Identit&#228;t akzeptiert wird.</p>
<p>Sie sind eine Schl&#252;sseltechnik f&#252;r das Internet. Einrichtung, Schutz, Aufl&#246;sung und Zusammenf&#252;hrung von elektronischen Identit&#228;ten m&#252;ssen solide geregelt sein. Wir m&#252;ssen uns dem Schl&#252;sselthema der Datensicherheit und des Datenschutzes in Zukunft gemeinsam noch st&#228;rker widmen. Denn ohne sichere und transparente elektronische Identit&#228;ten kann es kein vertrauensvolles Miteinander im Netz geben. Mit dem neuen Personalausweis und De-Mail werden wir einen gro&#223;en Schritt vorangekommen.</p>
<p>Offline steht uns zur Gefahrenabwehr die ganze Bandbreite des Ordnungsrechts zur Verf&#252;gung. Online kann es grunds&#228;tzlich nicht anders sein.<br />
Das Ordnungsrecht setzt in vielen Bereichen, die stark gefahrgeneigt sind, bereits an, bevor eine konkrete Gefahr auftaucht. Dies kann zum Beispiel durch Erlaubnisvorbehalte der Fall sein. Wer Auto fahren will oder eine Gastst&#228;tte er&#246;ffnet, erh&#228;lt erst eine Erlaubnis, wenn er &#252;ber die Kenntnisse oder Zuverl&#228;ssigkeit verf&#252;gt.</p>
<p>Auch f&#252;r besonders gefahrgeneigte Online-Dienste sollten wir in manchen F&#228;llen eine staatliche Erlaubnis bzw. Zulassung in Betracht ziehen. Es geht mir nicht darum, fl&#228;chendeckend Erlaubnispflichten f&#252;r Internetdienste einzuf&#252;hren, was nach EU-Recht auch gar nicht zul&#228;ssig w&#228;re. Hierzu geh&#246;ren f&#252;r mich internetbasierte Kreditvermittlungsplattformen. Einer besonderen Genehmigung bedarf es auch f&#252;r den Internet-Versandhandel von Medikamenten. Auch potentiell freiheitsgef&#228;hrdende Dienste, wie Ortungsdienste zum Beispiel zur ununterbrochenen Beaufsichtigung von Kindern und Jugendlichen, sind eines eingehenden Blickes wert. Wir sollten eine &#246;ffentliche Debatte dar&#252;ber f&#252;hren, bei welchen Diensten eine nationale oder europaweite Erlaubnispflicht im Interesse der B&#252;rgerinnen und B&#252;rger eingef&#252;hrt oder verbessert werden sollten.</p>
<p>Eine Art von Diensten, die mir besondere Sorgen bereiten, sind die anonymen Finanzdienste, mit denen weltweit und ohne Nachvollziehbarkeit Gelder verschoben werden k&#246;nnen. Im Internet wird f&#252;r anonyme Finanzdienste unter anderem mit solchen Verhei&#223;ungen geworben:</p>
<blockquote><p>„Sie diktieren die Bedingungen, Sie haben die Kontrolle und sonst niemand – ev. Abmahnungen gehen sofort in die Ablage P (Papierkorb) – Sie sind nicht greifbar – Sie machen Gesch&#228;fte praktisch vom „Niemandsland“ aus – Sie kassieren ohne „Big Brother“ weltweit virtuell.“</p></blockquote>
<p>Hier sollten wir nicht nur &#252;ber eine Erlaubnispflicht und Auflagen, sondern sogar – in bestimmten F&#228;llen, etwa bei h&#246;heren Betr&#228;gen – &#252;ber ein Verbot nachdenken.</p>
<p>Das Internet kann durch die Ordnungsbeh&#246;rden auch genutzt werden, um klassische ordnungsrechtliche Ma&#223;nahmen durch neue, „weiche“ Steuerungsinstrumente zu ersetzen oder zu erg&#228;nzen. Beispiele sind beh&#246;rdliche Warnungen oder Ver&#246;ffentlichungen von Ergebnissen ordnungsbeh&#246;rdlicher Kontrollen. Im Bereich des Lebensmittelrechts kennen wir derartige Warnmeldungen schon l&#228;nger. Sie k&#246;nnen – auch &#246;konomisch – sehr wirksam sein.</p>
<p>Ein Punkt, der noch weiterer Diskussion bedarf, ist der Umgang mit illegalen Inhalten, zum Beispiel Kinderpornografie. Der Staat kann es unter keinen Umst&#228;nden dulden, wenn die Schw&#228;chsten und Schutzbed&#252;rftigsten missbraucht werden.</p>
<p>Eine generelle Verpflichtung zur inhaltlichen Kontrolle durch die Provider lehne ich, wie gesagt, ab. Ist dem Provider allerdings bekannt, dass er solche Inhalte zum Abruf bereit h&#228;lt, muss auch er daf&#252;r Sorge tragen, dass sie gel&#246;scht werden.</p>
<p>Mit dem Zugangserschwerungsgesetz ist nun die rechtliche M&#246;glichkeit geschaffen worden, kinderpornografische Inhalte zu sperren, wenn eine L&#246;schung – aus welchen Gr&#252;nden auch immer – nicht erfolgreich ist. Wie bekannt ist, wird dies erst einmal nicht gemacht. Der Gesetzgeber hat damit ein mittleres Erdbeben in der Netzgemeinde ausgel&#246;st.</p>
<p style="text-align: center;">
<p>Ich gestehe, dass die Politik damit nicht gerechnet hat. Viele im Ausland verstehen die Deutschen dabei auch nicht. Die Vernichtung kinderpornografischer Schriften m&#252;sste eigentlich gegen&#252;ber einer Ma&#223;nahme, die lediglich die Nichtverbreitung sicherstellen soll, der schwerere Eingriff sein. Im Internet wird dies aber anders und umgekehrt empfunden.</p>
<p>Im Koalitionsvertrag haben wir vereinbart, das L&#246;schen deutlich in den Vordergrund zu r&#252;cken. Ich habe daher mit dem Bundeskriminalamt ein Ma&#223;nahmenb&#252;ndel geschn&#252;rt, um das L&#246;schen von Kinderpornografie gerade im Ausland zu verbessern und weitere Ma&#223;nahmen zu ergreifen, um die Konsumenten st&#228;rker zu verfolgen. Dies werde ich in K&#252;rze im Einzelnen vorstellen.</p>
<p><strong>III. ANGEBOTS- UND INNOVATIONSFUNKTION</strong></p>
<p>Ich komme zur dritten Funktion des Staates von grundlegender netzpolitischer Bedeutung: seine Angebots- und Innovationsfunktion.<br />
Es ist Aufgabe des Staates, Innovationen gezielt zu f&#246;rdern. Ich bin &#252;berzeugt davon, dass dies dem Wirtschaftsstandort Deutschland unmittelbar zugutekommt, auch Arbeitspl&#228;tze sichert.</p>
<p>Wir sollten gemeinsam mit der Wirtschaft wesentliche, wachstumsbestimmende technologische Trends rund und das Internet identifizieren und verf&#252;gbare &#246;ffentliche und unternehmerische Ressourcen auf die zukunftsweisendsten Bereiche lenken. Wir erhalten und st&#228;rken damit Kernkompetenzen, die unserem Wirtschaftsstandort zugutekommen und uns international weniger abh&#228;ngig machen.</p>
<p>Die Bundesregierung bekennt sich l&#228;ngst zu einer F&#246;rderung innovativer Informationstechnik aus Deutschland. Das Projekt THESEUS ist mit rund 100 Mio. Euro F&#246;rdermitteln durch das Bundeswirtschaftsministerium eines der derzeit gr&#246;&#223;ten IT-Vorhaben der Bundesregierung. Mit THESEUS wollen wir neue Technologien f&#252;r das Internet der Dienste entwickeln und erproben, wir wollen den Zugang zu Informationen vereinfachen, Daten zu neuem Wissen vernetzen und die Grundlage f&#252;r die Entwicklung neuer Dienstleistungen im Internet schaffen. Wir f&#246;rdern auch innovative IT-Sicherheitsprodukte aus Deutschland, sei es durch ein entsprechendes Forschungsprogramm der Kollegin Schavan, sei es durch unsere Investitionen im Rahmen des Konjunkturpaketes II.</p>
<p>Neben dem F&#246;rdern ist es Aufgabe des Staates, eigene Angebote zu machen, vor allem im Bereich seiner eigenen Verwaltung, an der Schnittstelle zwischen Amt und B&#252;rgern, beim E-Government.</p>
<p>Gute elektronische Beh&#246;rdendienste sind weltweit gefragt. Die Verwaltung in Deutschland genie&#223;t international hohes Ansehen. Mit innovativen und anwenderfreundlichen Angeboten k&#246;nnen wir international eine Vorreiterrolle einnehmen. Als rohstoffarmes und wissensorientiertes Land sollten wir diese Chance nutzen. Elektronische Beh&#246;rdendienste k&#246;nnen jedoch nur erfolgreich sein, wenn einige Voraussetzungen erf&#252;llt sind.</p>
<p>E-Government ist kein Selbstzweck. Nicht jedes Angebot ist geeignet und sinnvoll. Zudem sollten elektronische Beh&#246;rdendienste im Verh&#228;ltnis zum B&#252;rger noch sehr lange als Zusatzangebote ausgestaltet sein und den konventionellen Beh&#246;rdenkontakt nicht vollst&#228;ndig ersetzen.</p>
<p>Anders sieht es in Bezug auf die Wirtschaft aus. Hier k&#246;nnen elektronische Beh&#246;rdendienste durchaus verpflichtend ausgestaltet werden, wie wir es bei der Umsatzsteuervoranmeldung und dem Handelsregister bereits kennen. Letztlich profitieren beide Seiten davon, weil es viel Aufwand und Geld spart. Mit Wirtschaft und Wissenschaft entwickeln wir derzeit ein neues Modell und pilotieren es beim Austausch von Umweltdaten.</p>
<p>Das Vertrauen in die &#246;ffentliche Verwaltung beruht darauf, dass sie dem B&#252;rger gegen&#252;ber integer, verl&#228;sslich und an Recht und Gesetz gebunden, auftritt. Elektronische Beh&#246;rdendienste m&#252;ssen entsprechend gestaltet sein.</p>
<p>Die IT muss den Anforderungen der Verwaltung und der B&#252;rger folgen und nicht umgekehrt. Es darf nicht sein, dass bei einer Ermessensentscheidung ein bestimmtes Kriterium nur deshalb nicht ber&#252;cksichtigt wird, weil das von der Verwaltung genutzte Programm kein Feld daf&#252;r vorsieht.</p>
<p>Der Staat kann daher nur bedingt auf das Design und die Funktionalit&#228;ten markt&#252;blicher und marktbeherrschender Dienste zur&#252;ckgreifen.</p>
<p>Allerdings ist es f&#252;r Beh&#246;rden nicht einfach, Internetangebote eigenst&#228;ndig zu designen. Zur Entwicklung und Einf&#252;hrung elektronischer Beh&#246;rdendienste sind sie vielfach auf die Zusammenarbeit mit Privaten im Rahmen von Public Private Partnerships angewiesen. Diese Zusammenarbeit dr&#252;ckt manchen Angeboten ihren eigenen Stempel auf. Wenn dieser zu stark in den Vordergrund r&#252;ckt, kann es problematisch werden. Dem k&#246;nnen wir entgegenwirken, indem wir staatliche Kr&#228;fte und eigenes Know-How b&#252;ndeln und beh&#246;rden&#252;bergreifend zur Verf&#252;gung stellen.</p>
<p>Wenn wir heute neue IT-Systeme in der deutschen Verwaltung einf&#252;hren, so handelt es sich fast immer um Integrationsprojekte, bei denen wir bestehende Systeme miteinander verbinden, h&#228;ufig &#252;ber Bund-, L&#228;nder- und Kommunalgrenzen. Diese Zusammenarbeit verschiedener staatlicher Ebenen bei der IT hat f&#252;r unser Land gr&#246;&#223;te Bedeutung. Mit der F&#246;deralismusreform und der Schaffung des IT-Planungsrates haben wir die Voraussetzungen daf&#252;r geschaffen, dass Bund, L&#228;nder und Kommunen ihre elektronischen Beh&#246;rdendienste nach gemeinsamen Standards leichter und unabh&#228;ngiger von privaten Partner ausgestalten und anbieten k&#246;nnen.</p>
<p>Wenn der Staat den Menschen gegen&#252;bertritt, hat er eine besondere Verantwortung – f&#252;r Rechtsstaatlichkeit, Transparenz, Verl&#228;sslichkeit seines Verhaltens und f&#252;r den diskriminierungsfreien Umgang mit allen B&#252;rgern. Staatliche IT-Systeme und Internet-Angebote m&#252;ssen diese Anforderungen aufnehmen. Sie m&#252;ssen rechtlich und technisch sicher funktionieren, auf offenen Standards basieren, von allen Menschen plattformunabh&#228;ngig genutzt werden k&#246;nnen, barrierefrei sein und gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Transparenz bieten. Offene Standards erlauben es den Anwendern, notwendige Daten frei, mit hoher Qualit&#228;t und bestm&#246;glicher Sicherheit weiterzugeben. Sie verhindern Abh&#228;ngigkeiten.</p>
<p>Verwaltungsvorg&#228;nge, in denen sich Staat und B&#252;rger in einem Rechtsverh&#228;ltnis gegen&#252;ber stehen, verlangen regelm&#228;&#223;ig eine eindeutige Identifikation des B&#252;rgers. Der Staat muss sich sicher sein k&#246;nnen, wer einen Antrag gestellt oder eine Anzeige erstattet hat. Mit dem Personalausweis schaffen wir ein universell nutzbares, siche-res und datenschutzfreundliches Medium f&#252;r diese Aufgabe.</p>
<p>Bei staatlichen Angeboten im Internet sollten wir dort investieren, wo auf Seiten der B&#252;rger ein vorrangiges Bed&#252;rfnis besteht bzw. eine erheblich Effizienz- und Kostenersparnis auf Seiten der Verwaltung eintritt. Dies ist vermutlich vor allem bei weit verbreiteten Verwaltungsgesch&#228;ften, wie der Kfz-Anmeldung, oder anderen Massenvorg&#228;ngen, wie zum Beispiel der Beantragung von BAf&#246;G, der Fall. F&#252;r die Einf&#252;hrung eines Online-Antrags beim BAf&#246;G hat sich daher auch der Normenkontrollrat ausgesprochen.</p>
<p>Beim Ausbau staatlicher Internet-Angebote sollten wir uns im &#220;brigen an den klassischen Staatsaufgaben orientieren. Hierzu z&#228;hlen der Kulturauftrag und der Bildungs-auftrag. Einen weiteren Vorrang sehe ich bei Angeboten, mit denen der Staat eine wichtige Aufkl&#228;rungs- und Warnfunktion erf&#252;llt, die der Sicherheit dient.</p>
<p>Es geht nicht um das Kaufen von Diensten f&#252;r die Verwaltung, die der Anbieter gerade hat oder anbietet, sondern um die Erarbeitung von Diensten, die B&#252;rger und Staat brauchen.</p>
<p>Der moderne Staat hat auch die Aufgabe der Wirtschafts- und Forschungsf&#246;rderung &#252;bernommen. Wirtschaftliche Innovation kann der Staat f&#246;rdern, indem er seine nicht-personenbezogenen Datenbest&#228;nde Online zur Verf&#252;gung stellt. Auf der Basis dieser Daten k&#246;nnen neue Gesch&#228;ftsmodelle entwickelt werden. Das Statistische Bundesamt stellt bereits 166 Mio Datens&#228;tze Online zur Verf&#252;gung. Diese Form der Bereitstellung wird weltweit unter dem Begriff „Open Data“ bzw. „Open Government“ diskutiert. Open Government ist v.a. f&#252;r wirtschaftliche Nutzungen sinnvoll und innovativ. In diesem Zusammenhang ist auch der Aufbau der Geodateninfrastruktur in Deutschland zu nennen, der mir besonders am Herzen liegt.</p>
<p>Mit vielen elektronischen Beh&#246;rdendiensten k&#246;nnen Kosten in gro&#223;em Umfang gespart werden. Einige Angebote bedienen indessen vorrangig Einzelinteressen. Wer eine Leistung in Anspruch nimmt und hiervon in besonderer Weise profitiert – etwa durch kommerzielle Nutzung –, sollte daf&#252;r durchaus auch zahlen.</p>
<p>Wir sollten uns ohnehin von der Vorstellung verabschieden, dass alles, was im Internet passiert, umsonst ist. Nichts ist umsonst. Die meisten Gesch&#228;ftsmodelle des Internets finanzieren sich &#252;ber Werbung und Daten der Nutzer. Staatliche Angebote sind auf andere Finanzierungen angewiesen, und zwar auf Geb&#252;hren oder Steuergelder. Geb&#252;hren sollten dort erhoben werden, wo wir es normalerweise auch tun, n&#228;mlich dann, wenn der Betroffene von der Leistung besonders profitiert. Mit Steuern sollten wir grunds&#228;tzlich nur solche Angebote finanzieren, mit denen wir eine staatliche oder kommunale Kernaufgabe erf&#252;llen.</p>
<p>Das Internet hat auch als Medium der politischen Willensbildung viel Potential. Online-Konsultationen k&#246;nnen Beteiligungen von Verb&#228;nden und Interessengruppen im kommunalen und staatlichen Rechtssetzungsverfahren durch eine zus&#228;tzliche Form der B&#252;rgerbeteiligung erg&#228;nzen.</p>
<p>Dabei d&#252;rfen die Erwartungen freilich nicht &#252;berdehnt werden. Die gew&#228;hlten Entscheidungstr&#228;ger bleiben letztlich verantwortlich und Online-Konsultationen ohne Quorum und Registrierung sind nur bedingt repr&#228;sentativ. Sind sich alle Seiten dessen bewusst, &#252;berwiegen die Vorteile gleichwohl bei weitem.</p>
<h3>E. N&#196;CHSTE SCHRITTE</h3>
<p>Was folgt aus dieser ersten Skizze eines Ordnungsrahmens f&#252;r das Internet? Was sind die n&#228;chsten Schritte? Brauchen wir zum Beispiel ein Netzgesetzbuch?</p>
<p>Die Themen sind vielschichtig und vor allem rechtlich v&#246;llig unterschiedlich gelagert. Ein Netzgesetzbuch kann es schon deshalb nicht geben, weil es nicht unserer Tradition entspricht, zivilrechtliche, &#246;ffentlich-rechtliche und strafrechtliche Regelungen durcheinander zu w&#252;rfeln und in ein Gesetzbuch zu schreiben.</p>
<p>Wir werden m&#246;glichst fr&#252;h und gemeinsam konkrete Handlungsvorschl&#228;ge erarbeiten, die wir im Wege der Selbstregulierung und die wir gesetzlich umsetzen wollen. Dazu geh&#246;rt auch das allgemeine Datenschutzgesetz.</p>
<p>Lassen Sie uns den Ordnungsrahmen einer systematischen Netzpolitik in den n&#228;chsten Wochen und Monaten weiter er&#246;rtern. Die Thesen, die meine heutigen Ausf&#252;hrungen zusammenfassen, finden Sie ab heute im Internet. Sie k&#246;nnen dort nicht nur bewertet, sondern auch mit konkreten Handlungsvorschl&#228;gen versehen werden. Ich lade Sie und alle anderen Interessierten zur Teilnahme herzlich ein. Das Bundesministerium des Innern wird Ihre Vorschl&#228;ge pr&#252;fen und gegebenenfalls in den Katalog der Handlungsvorschl&#228;ge aufnehmen, die wir gemeinsam mit den anderen Ressorts erarbeiten wollen.</p>
<p>Die Zeit des Staunens &#252;ber das Internet und seine Wirkung ist vorbei.</p>
<p><em>(work in progress)</em>
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<a href="http://carta.info/29493/de-maizieres-redemanuskript-grundlagen-fuer-eine-gemeinsame-netzpolitik-der-zukunft/">De Maizières Redemanuskript: „Grundlagen f&#252;r eine gemeinsame Netzpolitik der Zukunft“</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/29493/de-maizieres-redemanuskript-grundlagen-fuer-eine-gemeinsame-netzpolitik-der-zukunft/#comments">7 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=29493&amp;md5=dc60c899e0caedaa94670005b7d2106a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Eckpunkte zur Netzpolitik: Erste Reaktionen</title>
		<link>http://carta.info/29459/eckpunkte-zur-netzpolitik-erste-reaktionen/</link>
		<comments>http://carta.info/29459/eckpunkte-zur-netzpolitik-erste-reaktionen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 13:26:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas de Maizière]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Verfallsdatum f&#252;r Daten, der Schutz des Einzelnen und die "Selbstregulierung der Internet-Gemeinschaft" sind f&#252;r Christoph Hartung die zentralen Thesen der Netzpolitik-Rede des Innenministers. Carta tr&#228;gt hier die ersten Reaktionen zusammen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;r <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/0/0,3672,8081280,00.html">Christoph Hartung</a> auf heute.de war der digitale Radiergummi die zentrale Forderung der Grundsatzrede zur Netzpolitik des Innenministers Thomas de Maizière:</p>
<blockquote><p>Die gr&#246;&#223;te Baustelle f&#252;r den Minister: Das Unendlich-Ged&#228;chtnis des  Internets. Er spricht sich f&#252;r eine Art digitalen Radiergummi aus, mit  dem Daten im Internet gel&#246;scht werden k&#246;nnen. Im Web k&#246;nne alles &#8220;den  vertrauten Bereich hinter sich lassen&#8221;, der Datenfluss lasse sich schwer  kontrollieren.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>Er sei sich &#8220;nicht sicher, ob ich schon zu Ende &#252;berlegt habe, was das  f&#252;r den Staat eigentlich bedeutet&#8221;, erg&#228;nzt der CDU-Politiker und macht  keinen Hehl daraus, dass seine Thesen f&#252;r eine deutsche Netzpolitik  endg&#252;ltige Antworten nicht liefern k&#246;nne. Der Chaos Computer Club  monierte denn auch &#8220;eine Menge Konjunktive&#8221; in seinem Vortrag.</p></blockquote>
<p>eco <a href="http://www.eco.de/verband/202_7922.htm">fordert</a> vom Innenministerium eine konsistene Gesamtstrategie und st&#228;rkere Differenzierung zwischen den unterschiedlichen Arten von Providern und deren Verantwortlichkeiten.</p>
<blockquote><p>Problematisch aus Sicht der Internetwirtschaft sind die Vorschl&#228;ge des  Innenministers f&#252;r „gefahrgeneigte Angebote und Dienste“. So sollen  Zugangsanbieter f&#252;r den Transport von Viren und Schadprogrammen haftbar  gemacht werden k&#246;nne. Hard- und Softwareanbieter k&#246;nnten m&#246;glicherweise  in Zukunft in Bezug auf die „Verkehrssicherheit“ ihrer Produkte einer  Gef&#228;hrdungshaftung mit Exkulpationsm&#246;glichkeit oder Beweislastumkehr  unterliegen.</p></blockquote>
<p>Malte Spitz kommentiert vor allem eine mangelnde internationale Perspektive der Rede und kritisiert den m&#246;glichen Ausbau an &#220;berwachung und Kontrolle, er <a href="http://www.malte-spitz.de/show/3404525.html">res&#252;miert</a>:</p>
<blockquote><p>Statt R&#252;ckenwind f&#252;r eine zukunftsf&#228;hige Netzpolitik, droht ein Sturm  neuer Kontrollen, Regulierungen und Vorgaben von de Maizière.</p></blockquote>
<p>Adrian Schneider vom <a href="http://www.telemedicus.info/article/1793-De-Maiziere-Grundsatzrede-zur-Netzpolitik.html"><em>Telemedicus</em></a> sieht bisher mehr Lob als Kritik und meint:</p>
<blockquote><p>Viele Thesen sind nicht sehr konkret und machen eine Zustimmung leicht. Dennoch scheint sich im Innenministerium ein kleiner Wandel zu vollziehen: Beim Verst&#228;ndnis der Rolle des Gesetzgebers, bei der schon fast traditionellen restriktiven politischen Linie und vor allem bei der Kommunikation. Nun m&#252;ssen den Worten jedoch auch Taten folgen.</p></blockquote>
<p><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,702106,00.html"><em>Spiegel Online</em></a> betitelt den Bericht zur Rede von Ole Rei&#223;mann sogar mit &#8220;Netzvater unser&#8221; und platziert ihn f&#252;r ein Netzpolitik-Thema ungew&#246;hnlich prominent.</p>
<blockquote><p>&#8220;Das Ph&#228;nomen Internet haben wir lange genug erst ignoriert, dann teils  untersch&#228;tzt, teils &#252;bersch&#228;tzt und vor allem bestaunt&#8221;, sagt de  Maizière zu Beginn seiner Rede. Damit will er aufr&#228;umen, es wird  grunds&#228;tzlich. Es geht um einen Handlungsrahmen f&#252;r die n&#228;chsten Jahre.  Nachdem Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger Mitte Juni  ihre Ideen zu einer  Reform des Urheberrechts pr&#228;sentierte, nun also der  Innenminister mit seiner Lokschuppenrede. Zur Vorbereitung hat de  Maizière sich Expertenrat geholt. Bei diesen &#8220;Netzdialogen&#8221;, vier davon  gab es bisher, trafen Netzaktivisten auf Beamte, Unternehmer und  Juristen.</p></blockquote>
<p>Wird weiter aktualisiert. Wir sind f&#252;r Hinweise dankbar.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=29459&amp;md5=5fae3b8a9553aa64776b3f9c39f8dc4b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Rede von Thomas de Maizière zur Netzpolitik – eine Zitateauswahl</title>
		<link>http://carta.info/29432/rede-von-thomas-de-maiziere-zur-netzpolitik-eine-zitateauswahl/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 10:46:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas de Maizière]]></category>

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		<description><![CDATA[Ausz&#252;ge und Zitate aus der Rede von Bundesinnenminister Thomas de Maizière zu "Grundlagen f&#252;r eine gemeinsame Netzpolitik der Zukunft".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Innenministerium hat sich entschieden, das Redemanuskript der heutigen netzpolitischen Rede von Thomas de Maizière erst morgen im Internet zu ver&#246;ffentlichen. Statt mit einem vorl&#228;ufigen Manuskript und einem endg&#252;ltigen Redetext zu arbeiten, hat die Pressestelle des Innenministeriums die wenig netzad&#228;quate Strategie der Informationsverknappung gew&#228;hlt. Bislang gibt es nur die vierzehn Thesen des Innenminsters als <a href="http://www.bmi.bund.de/cae/servlet/contentblob/1099988/publicationFile/88667/thesen_netzpolitik.pdf">PDF</a>.</p>
<p>Daher hier eine Auswahl von Zitaten aus der Rede des Innenministers:</p>
<ul>
<li><strong>Kein Lex Google Street View</strong>: &#8221;Nehmen wir das Beispiel Google Street View. Der Bundesrat ber&#228;t hier gerade &#252;ber einen Gesetzentwurf. Der Ansatz dieses Entwurfs ist aller Ehren wert, aber nach meiner &#220;berzeugung falsch: Wir sollten gesetzgeberisch nicht den Weg einschlagen, dass wir f&#252;r jeden neuen Dienst ein neues und eigenes Gesetz schaffen. Bei einer solchen Einzelfallgesetzgebung w&#252;rden wir bald hoffnungslos hinterherhinken. Das Recht w&#228;re dann weder technikneutral und entwicklungsoffen.&#8221;</li>
</ul>
<ul>
<li>&#8220;Jeder ist frei, sich im Netz zu entfalten und das Netz zu gestalten. Wir m&#252;ssen anerkennen, dass es ein &#8216;<strong>Recht auf pers&#246;nliche Datenverarbeitung</strong>&#8216; gibt und dass es genutzt wird. Es ist in der Offline-Welt so selbstverst&#228;ndlich, dass es keine besondere Beachtung findet. Bei jedem Gespr&#228;ch im Freundeskreis, bei jedem Kaffeekr&#228;nzchen reden wir &#252;ber pers&#246;nliche Dinge und auch &#252;ber anwesende und abwesende Personen. Zwangsl&#228;ufig verarbeiten wir dabei Daten Dritter. W&#228;re dies anders, w&#228;ren wir asoziale Wesen.&#8221;</li>
</ul>
<ul>
<li>&#8220;<strong>Digitales Radiergummi</strong>&#8220;: De Maiziére fordert &#8220;ein Verfallsdatum&#8221;, das man an seine Daten anbringen kann: &#8220;Umso wichtiger w&#228;re es, dem Internet in Zukunft in bestimmten Bereichen das Vergessen oder zumindest das &#8216;Nichtwiederfinden&#8217; beizubringen.&#8221;</li>
</ul>
<ul>
<li>&#8220;Respect by default&#8221;: &#8220;Wir k&#246;nnen beispielsweise das Gebot der R&#252;cksichtnahme von Diensteanbietern so konkretisieren, dass sie ihre Angebote mit &#8216;r&#252;cksichtsvollen Grundeinstellungen&#8217; im Sinnes eines &#8216;Respect of default&#8217; ausstatten.&#8221;</li>
</ul>
<ul>
<li>Verf&#252;gungsgewalt &#252;ber die eigenen Daten in der Cloud: &#8220;Wir brauchen auch mehr echte Verf&#252;gungsgewalt &#252;ber unseren<strong> virtuellen Hausrat</strong>.&#8221;</li>
</ul>
<ul>
<li>&#8220;<strong>Eine schrankenlose Anonymit&#228;t kann es im Internet nicht geben</strong>. F&#252;r Raubritter und echte Piraten w&#228;ren dies paradiesische Zust&#228;nde. &#8230; Deshalb brauchen wir eine vern&#252;nftige Balance zwischen Anonymit&#228;t und Identifizierbarkeit.&#8221;</li>
</ul>
<ul>
<li>Der <strong>Grundversorgungsauftrag</strong> des Staates: &#8220;<strong>Netzneutralit&#228;t</strong>, ein fl&#228;chendeckender Zugang auch f&#252;r die Menschen fern der Ballungszentren und eine Grundversorgung mit sicheren Basisdiensten wie De-Mail.&#8221;</li>
</ul>
<ul>
<li>&#8220;Provider sollten etwa daf&#252;r haften, wenn sie keine ausreichenden Vorkehrungen gegen den Transport von Viren und Schadprogrammen treffen. <strong>Eine solche Verkehrssicherungspflicht gegen Viren und Schadsoftware </strong>sowie Datendiebstahl ist keine Kontrolle von Inhalten. Eine Kontrolle von Inhalten durch die Provider hielte ich f&#252;r falsch, um das klar zu sagen.&#8221;</li>
</ul>
<ul>
<li>&#8220;Wir sollten auch die M&#246;glichkeiten zur Durchsetzung von Unterlassungs- und Schadensersatzanspr&#252;chen verbessern, ohne damit Gesch&#228;ftsmodelle f&#252;r Abmahnungen zu erm&#246;glichen. In der Presse kennen wir das Recht auf Gegendarstellung. Wir brauchen etwas &#228;hnliches im Internet &#8211; ein privates Darstellungsrecht, mit dem sich der Einzelne zur Wehr setzen kann, wenn Falsches und Ehrenr&#252;hriges &#252;ber ihn im Internet kursiert. <strong>Man k&#246;nnte dies mit dem Anspruch des Betroffenen gegen&#252;ber Betreibern von Suchmaschinen verbinden, die eigene Darstellung auf Platz eins einer Trefferliste zu setzen</strong>.&#8221;</li>
</ul>
<ul>
<li>&#8220;Eine generelle Verpflichtung zur inhaltlichen Kontrolle durch die Provider lehne ich ab. Ist dem Provider allerdings bekannt, dass er solche Inhalte zum Abruf bereit h&#228;lt, muss er daf&#252;r Sorge tragen, dass sie gel&#246;scht werden.&#8221;</li>
</ul>
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<a href="http://carta.info/29432/rede-von-thomas-de-maiziere-zur-netzpolitik-eine-zitateauswahl/">Rede von Thomas de Maizière zur Netzpolitik – eine Zitateauswahl</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/29432/rede-von-thomas-de-maiziere-zur-netzpolitik-eine-zitateauswahl/#comments">3 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=29432&amp;md5=c9ee6408381030dde2e7cdbafec39a4f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Audiostream: De Maizières Grundsatzrede zur Netzpolitik und Podiumsdiskussion [Update]</title>
		<link>http://carta.info/29434/de-maizieres-14-thesen-zu-den-grundlagen-einer-gemeinsamen-netzpolitik/</link>
		<comments>http://carta.info/29434/de-maizieres-14-thesen-zu-den-grundlagen-einer-gemeinsamen-netzpolitik/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 10:21:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas de Maizière]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Thesen der Grundsatzrede zur Netzpolitik kann man bereits nachlesen. Jetzt auch mit Audiostream.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Update</strong>: Hier die Rede als Video (aus dem <a href="http://vimeo.com/user2977440">E-Konsultation Netzpolitik</a> Channel):</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="600" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=12772362&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="340" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=12772362&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><em>Carta</em> hat die Rede mitgeschnitten und bietet sie hier zum Streaming an:<br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="81" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fsoundcloud.com%2Fcarta%2Fdemaiziere-netzpolitik&amp;show_comments=true&amp;auto_play=false&amp;color=ff9600" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fsoundcloud.com%2Fcarta%2Fdemaiziere-netzpolitik&amp;show_comments=true&amp;auto_play=false&amp;color=ff9600" allowscriptaccess="always"></embed></object> <span><a href="http://soundcloud.com/carta/demaiziere-netzpolitik">Demaiziere-netzpolitik</a> by <a href="http://soundcloud.com/carta">Carta</a></span></p>
<p>Die Podiumsdiskussion im Anschluss an die Rede:<br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="81" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fsoundcloud.com%2Fcarta%2Fpodium-netzpolitik&amp;show_comments=true&amp;auto_play=false&amp;color=ff9600" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="81" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fsoundcloud.com%2Fcarta%2Fpodium-netzpolitik&amp;show_comments=true&amp;auto_play=false&amp;color=ff9600" allowscriptaccess="always"></embed></object> <span><a href="http://soundcloud.com/carta/podium-netzpolitik">Podium-netzpolitik</a> by <a href="http://soundcloud.com/carta">Carta</a></span><br />
<a href="http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Termine/DE/2010/netzpolitik.html?nn=373114">mit</a>: Dr. Bernhard Rohleder (Hauptgesch&#228;ftsf&#252;hrer des BITKOM e.V.), Constanze Kurz (Sprecherin des Chaos Computer Clubs), Peter Schaar (Bundesbeauftragter f&#252;r den Datenschutz und die Informationsfreiheit), Prof. Dr. Dirk Heckmann (Universit&#228;ten Passau und Friedrichshafen)</p>
<p>Netzpolitik <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/14-thesen-zu-den-grundlagen-einer-gemeinsamen-netzpolitik-der-zukunft/">dokumentiert</a> die Thesen, die Bundesinnenminister de Maizière in seiner Rede genannt hat:</p>
<blockquote><p>These 1 – Bewusstsein f&#252;r gemeinsame Werte sch&#228;rfen</p>
<p>These 2 – Rechtsordnung mit Augenma&#223; weiterentwickeln</p>
<p>These 3 – Freie Entfaltung im Netz und Ausgleich zwischen kollidierenden  Freiheitsrechten Privater erm&#246;glichen</p>
<p>&#8230;</p>
<p>These 9 – Auf bew&#228;hrte Eingriffsbefugnisse zur&#252;ckgreifen</p>
<p>Die Eingriffsrechte des Staates zur Abwehr von Gefahren und  Bek&#228;mpfung der Kriminalit&#228;t im Internet bestimmen sich nach den  herk&#246;mmlichen Ma&#223;st&#228;ben – wir d&#252;rfen das Internet weder als  rechtsfreien noch in erster Linie als „kriminellen“ Raum betrachten. Der  Staat muss sich dabei am milderen Mittel und den Eingriffsbefugnissen  der realen Welt orientieren.</p>
<p>&#8230;</p></blockquote>
<p>Hier das PDF des BMI: <a type="application/pdf; length=119562" href="http://e-konsultation.de/netzpolitik/sites/default/files/Thesen%20Netzpolitik.pdf" target="_blank">Thesen  Netzpolitik</a>.</p>
<p>Die gesamte Rede gibt es <span style="text-decoration: line-through;">jedoch noch nicht</span> jetzt auch: <a title="De Maizières Redemanuskript: „Grundlagen f&#252;r eine gemeinsame  Netzpolitik der Zukunft“" href="../../29493/de-maizieres-redemanuskript-grundlagen-fuer-eine-gemeinsame-netzpolitik-der-zukunft/">De Maizières Redemanuskript: „Grundlagen f&#252;r  eine gemeinsame Netzpolitik der Zukunft“</a></p>
<p>Den <a href="http://e-konsultation.de/netzpolitik/mitreden">Thesen kann man auf der e-Konsultationsseite des Netzpolitik-Dialogs auch zustimmen</a> oder sie ablehnen.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F29434%2Fde-maizieres-14-thesen-zu-den-grundlagen-einer-gemeinsamen-netzpolitik%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
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<a href="http://carta.info/29434/de-maizieres-14-thesen-zu-den-grundlagen-einer-gemeinsamen-netzpolitik/">Audiostream: De Maizières Grundsatzrede zur Netzpolitik und Podiumsdiskussion [Update]</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/29434/de-maizieres-14-thesen-zu-den-grundlagen-einer-gemeinsamen-netzpolitik/#comments">19 comments</a>
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		<title>De Maizière vor Netzpolitik-Rede: vage und terminologisch unscharf</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 21:40:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas de Maizière]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Dienstag h&#228;lt der Bundesminister eine Rede zu den "Perspektiven deutscher Netzpolitik". Sein Vorabauftritt im Spiegel &#252;berzeugt nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/2773e3dee4ac4c21bbd6cfe36b83bb2b" width="1" height="1" alt=""/>Nach der &#8220;<a href="http://carta.info/28969/dokumentation-berliner-rede-zum-urheberrecht-von-sabine-leutheusser-schnarrenberger/">Berliner Rede zum Urheberrecht</a>&#8221; der Bundesjustizministerin vom vergangenen Montag steht f&#252;r diese Woche Dienstag um 11 Uhr eine netzpolitische Rede des Bundesinnenministers Thomas de Maizière mit dem Titel &#8220;<a href="http://www.bmi.bund.de/cln_183/SharedDocs/Termine/DE/2010/netzpolitik.html?nn=373114">Perspektiven deutscher Netzpolitik</a>&#8221; an (Stream auf <a href="http://www.bmi.bund.de">bmi.bund.de</a>). Der Ank&#252;ndigung verspricht ministerielle  <strong>&#8220;Thesen f&#252;r die deutsche Netzpolitik</strong>&#8220;:</p>
<blockquote><p>Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière hat im ersten Halbjahr 2010 vier Dialogveranstaltungen zu den Perspektiven deutscher Netzpolitik durchgef&#252;hrt. Nunmehr soll ein erstes Fazit aus dieser Dialogreihe gezogen werden. Dabei stellt der Bundesinnenminister Thesen f&#252;r eine deutsche Netzpolitik vor, die im Rahmen der Veranstaltung diskutiert werden sollen</p></blockquote>
<p>Zum publizistischen Pr&#228;ludium f&#252;r derartige Reden geh&#246;rt auch ein Interview &#8211; beispielsweise mit einem gro&#223;en Nachrichtenmagazin aus Hamburg.<em> </em>Im aktuellen Heft des <em>Spiegel </em>findet sich dann auch ein kurzes Gespr&#228;ch mit de Maizière unter dem Titel &#8220;Anspruch auf Auskunft&#8221; (ohne Hinweis auf die geplante Rede, Seite 18).</p>
<p>Doch statt den kurzen <em>Spiegel</em>-Auftritt f&#252;r eine pr&#228;gnante Aussage zu nutzen, bleibt de Maiziére vage und ungenau. Kurzer Auszug (leider noch nicht online):</p>
<blockquote><p><em>Spiegel:</em> Was wollen Sie &#228;ndern?<br />
De Maizière: Alle Beteiligten – Nutzer, Unternehmen und der Staat – tragen eine Verantwortung f&#252;r den Schutz der Privatsph&#228;re und die Sicherheit im Netz. Die Mehrzahl der Internetnutzer ist unvorsichtig und missachtet selbst einfache Sicherheitsvorkehrungen. Daf&#252;r sind sie selbst verantwortlich, bei Kindern nat&#252;rlich die Eltern.<br />
Die Provider und Dienstanbieter dagegen m&#252;ssen vom Staat mehr in die Pflicht genommen werden. Wir k&#246;nnten der Hardware-Industrie etwa vorschreiben, nur Computer mit einem Anti-Viren-Programm in den Handel zu bringen. Netzanbietern kann man auferlegen, dass die Nutzer nicht erst auf Seite 595 der Allgemeinen Gesch&#228;ftsbedingungen einen nicht lesbaren Satz finden, sondern ausdr&#252;cklich der Verarbeitung ihrer Daten zustimmen m&#252;ssen. Was Facebook seinen Kunden anbietet, ist viel zu kompliziert.</p></blockquote>
<p>Diese Passage macht wenig Mut f&#252;r Dienstag. Im zweiten Absatz wechselt der Minister in jedem Satz den Bezugspunkt. Erst geht es um &#8220;Provider und Diensteanbieter&#8221;, dann um Hardware-Industrie, dann um &#8220;Netzanbieter&#8221; und dann um Facebook.</p>
<p>Besonders ern&#252;chternd ist die terminologische Unsch&#228;rfe: H&#228;lt de Maiziére Facebook f&#252;r einen &#8220;Netzanbieter&#8221;? De Maiziére scheint sprachlich noch immer nicht ganz im betreffenden Politikfeld angekommen. Und sein Stab hat ihm dies nicht aus dem Interview redigiert.</p>
<p>Das kurze Interview schlie&#223;t de Maiziére mit dem Satz ab:</p>
<blockquote><p>Nachhaltige Netzpolitik ist nicht per Mausklick zu haben.</p></blockquote>
<p>Das klingt wie ein <a href="http://carta.info/11747/ich-trete-nicht-an-um-zweiter-zu-werden-steinmeiers-nicht-rethorik/">Nicht-Satz</a> von Frank-Walter Steinmeier. Am Dienstag hoffen wir auf mehr.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=29320&amp;md5=36cd0a3460472ae4f4e8a61594bfa9a8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>IT-Gipfel: Neustart erforderlich</title>
		<link>http://carta.info/20025/it-gipfel-neustart-erforderlich/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Dec 2009 13:33:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malte Spitz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Thomas de Maizière]]></category>

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		<description><![CDATA[Der IT-Gipfel war wieder einmal eine nationale Leistungsschau mit angeschlossener Verk&#252;ndigung der neuesten Regierungsprojekte. So geht es nicht weiter. Der Gipfel m&#252;sste die Reduktion der Netzpolitik auf wirtschaftspolitische Fragen &#252;berwinden und gesellschaftliche Diskussionen &#252;ber die Folgen der Digitalisierung anregen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e93381e4319b48549889160a9474b0e8" alt="" width="1" height="1" />Zum vierten Mal hat die Bundesregierung zum <a href="http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Technologie-und-Innovation/Informationsgesellschaft/it-gipfel.html">IT-Gipfel</a> geladen. Diesmal in Stuttgart, wo Landesvater Oettinger am Er&#246;ffnungsabend, vermutlich zum letzten Mal noch, eine gro&#223;e bundespolitische Veranstaltung begr&#252;&#223;en durfte, bevor er als Kommissar nach Br&#252;ssel wechselt.</p>
<p>Der IT-Gipfel ist eine Mischung aus Branchentreff und Leistungsschau und dient  zur Verk&#252;ndung von neuen Regierungsprojekten. Bundesminister nutzen die M&#246;glichkeit, sich zu profilieren und die Branche will beweisen, wie bedeutend sie ist. Doch anstatt Weichen zu stellen und Themen inhaltlich zu diskutieren, dauert das Programm des Gipfels gerade einmal vier Stunden. Ansonsten ist Zeit zum „Netzwerken“, f&#252;r die Mittagspause oder interne Arbeitsgruppen. Die gef&#252;hlte Publikumsdurchmischung des IT-Gipfels setzt sich zusammen aus &#252;ber 50% Wirtschaft, 20% Verwaltung und Ministerien, 10% Wissenschaft und maximal 10% Zivilgesellschaft.</p>
<p><strong>Inhaltlich ist wenig Erhellendes zutage getreten.</strong> 2010 soll der n&#228;chste IT-Gipfel in Dresden stattfinden. Das war die spannendste Nachricht von Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer zwar unterhaltsamen aber sonst eher inhaltsleeren Rede. Nichts zu h&#246;ren von neuen Strategien, den Klimaschutz in der Informationsgesellschaft neu aufzustellen, den globalen <em>Digital Divide</em> mit neuen Ans&#228;tzen zu bek&#228;mpfen oder Freie Software in Deutschland wirklich zu f&#246;rdern. So klang die <a href="http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/pressemitteilungen,did=322786.html">Ank&#252;ndigung</a> von Bundeswirtschaftsminister Br&#252;derle, im Sommer 2010 eine „Internetstrategie“ vorlegen zu wollen, noch interessant. Obwohl genau eine solche Strategie noch vor zwei Wochen bezweifelt wurde, zumindest von Hans Bernhard Beus, dem Beauftragten der Bundesregierung f&#252;r Informationstechnik.</p>
<p>Heiter wurde es in Stuttgart, als es um schon existierende Projekte ging. Innenminister Thomas de Mazière verglich – v&#246;llig fehlplatziert – die Vorratsdatenspeicherung mit der Aufbewahrung einer Handwerkerrechnung. Und Julia Kl&#246;ckner, Staatssekret&#228;rin im Verbraucherschutzministerium, lie&#223; verk&#252;nden, dass der Vorsto&#223; von Verbraucherschutzministerin Aigner, die Vorratsdatenspeicherung zur Bek&#228;mpfung von Online-Betrug nutzen zu wollen, doch ein hilfreicher Diskussionsbeitrag sei. Das Bundesverfassungsgericht hingegen hatte dieses Vorgehen im Eilverfahren gegen die Vorratsdatenspeicherung bereits klar untersagt.</p>
<p>Wirtschaftsstaatssekret&#228;r Hans Joachim Otto nutzte eine Nachfrage, um einmal seine „pers&#246;nliche Sicht“ auf die Bek&#228;mpfung von Urheberrechtsverletzungen zu skizzieren. Nach seinen Vorstellungen sollte ein „Two-Strikes-Verfahren“ (zwei direkte schriftliche Warnhinweise) von den jeweiligen Internetanbietern umgesetzt werden. Er k&#246;nne sich aber auch ein Three-Strikes-Modell vorstellen – ohne Kappung des Internetanschlusses, aber verbunden mit einem „Report“ an die Rechteverwerter. Das w&#252;rde in der Praxis wohl das automatisierte Abmahnverfahren nach sich ziehen, auch wenn er die Ausgestaltung im dunklen lie&#223;. Rechtsstaatlich sah Otto in seinen Ideen &#252;brigens keine Probleme. Er bezeichnete sie gar als „liberales Modell“.</p>
<p>Als Randnotiz ist an dieser Stelle festzuhalten, wie oft gerade FDP-Regierungsmitglieder in der &#214;ffentlichkeit gerne einmal mit ihrer „privaten Sicht“ oder „als Abgeordnete sprechend“ &#246;ffentliche Statements kundtun. Dies hat Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger vor zwei Wochen beim „Politischen Abend“ des Bitkom getan und Staatssekret&#228;r Otto bei der gestrigen Diskussion auf dem IT Gipfel. Es scheint, als wohnten vielen Liberalen zwei Seelen inne – eine als Regierungsmitglied und eine als politisch aktivem B&#252;rger.</p>
<p>Das eigentliche Problem der Veranstaltung war, dass alle derartigen Vorst&#246;&#223;e und Fehldeutungen von Regierungsseite beim IT-Gipfel kaum hinterfragt und nicht diskutiert worden sind. Zudem konnten selbst Ministeriumsmitarbeiter am Rande des Gipfels nicht erkl&#228;ren, wie eine Ergebnissicherung vonstatten gehen oder sinnvoller Input weiter verfolgt werden kann.</p>
<p>Obwohl die formalen Voraussetzungen f&#252;r einen Gipfel erf&#252;llt sind – Anwesenheit von Bundeskanzlerin, vier Fachministern, einige Staatssekret&#228;re usw. – mangelt es dem IT-Gipfel an tats&#228;chlich inhaltlichem Gipfel-Charakter. Vor vier Jahren als kleines, exklusives Entscheider-Treffen gestartet, gab es bis heute kaum eine Weiterentwicklung – abgesehen von den Teilnehmerzahlen und neuen Arbeitsgruppen.</p>
<p><strong>Politisch spielt der IT-Gipfel noch immer keine Rolle.</strong> Globale Diskussionen und Raum f&#252;r internationale G&#228;ste sind nicht vorhanden. Insgesamt scheint Deutschland die Zeichen der Zeit nicht verstanden zu haben. Eine nationale Nabelschau bei Themen der Informationsgesellschaft ist r&#252;ckw&#228;rtsgewandt und nicht dienlich f&#252;r eine Diskussion &#252;ber die Chancen der Digitalisierung. Die geladene Zivilgesellschaft wirkte handverlesen und hatte kaum etwas mit der viel beschworenen „Internet Community“ zu tun, die sich anderenorts immer wieder zu Wort meldet. Parlamentarier waren an einer Hand abzuz&#228;hlen.</p>
<p>Das alles macht deutlich: Ein neuer Anfang ist bitter notwendig. Anstatt n&#228;chstes Jahr eine simple Neuauflage zu veranstalten,  m&#252;sste eine Diskussionsfreudigkeit erzeugt und unterst&#252;tzt werden, die zum Umdenken f&#252;hrt. Statt sich von einzelnen Branchen umgarnen zu lassen, w&#228;re eine gesamtgesellschaftliche Diskussion &#252;ber die Folgen der Digitalisierung f&#252;r unser Leben anzusto&#223;en. Diese notwendige Diskussion m&#252;sste gesellschaftlich, wirtschaftlich und wissenschaftlich – ohne die &#252;blichen emotionalen Vorw&#252;rfe – gef&#252;hrt werden.</p>
<p>Die Regierung glaubt jedoch weiter, die Digitalisierung sei vor allem wirtschaftspolitisch zu betrachten und als Wachstumsmotor zu f&#246;rdern. N&#246;tig w&#228;re aber auch eine Diskussion &#252;ber netzpolitische Fragen, die alle Menschen betreffen. Ein Gipfel bietet daf&#252;r nicht den schlechtesten Ansatz, da er die Bedeutung des Themas symbolisch untermauert.</p>
<p>Frau Leutheusser-Schnarrenberger fragte zum Abschluss ihrer Diskussion in die Runde, was sich die Menschen von der Bundesregierung w&#252;nschen w&#252;rden. Meine Antwort an die Bundesregierung ist nach dem vierten IT-Gipfel deutlich: <strong>Ein Neuanfang w&#228;re f&#228;llig.</strong></p>
<ul>
<li>Diskussionen m&#252;ssten<strong> gesamtgesellschaftlich</strong> gef&#252;hrt werden und aus der   Fixierung auf wirtschaftspolitische Fragestellungen ausbrechen.</li>
<li> <strong>Internationale Diskussionen</strong> auf nationaler B&#252;hne m&#252;ssten erm&#246;glicht werden. Die Digitalisierung kennt keine Nationalstaaten.</li>
<li>Eine <strong>B&#252;rgerbeteiligung</strong>, die nicht nur in irgendwelche Vortreffen ausgelagert wird, w&#228;re gefordert. Ein <em>Open Space</em> am Vortag war ein erster Schritt in die richtige Richtung.</li>
<li>Eine Umbenennung vom IT-Gipfel zum „<strong>Gipfel f&#252;r die Informationsgesellschaft</strong>“ w&#228;re angrebracht – und m&#252;sste zum Programm gemacht werden. Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft m&#252;ssen endlich gemeinsam diskutieren. Nur gemeinsame Ans&#228;tze k&#246;nnen die Netzpolitik hierzulande tats&#228;chlich vorantreiben und die gesellschaftlichen Fragen der Digitalisierung ernsthaft diskutieren.</li>
</ul>
<p>Bundeskanzlerin Merkel hat den IT-Gipfel als „Symbiose der Anstrengungen von Politik und Wirtschaft“ beschrieben. Das ist falsch. Denn die Fragen der Digitalisierung zu beantworten, muss das Ergebnis der Anstrengungen der gesamten Gesellschaft sein. Denn Digitalisierung betrifft alle Menschen.</p>
<p><em>Malte Spitz hat am vierten IT-Gipfel der Bundesregierung teilgenommen. Er ist Mitglied im Bundesvorstand von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=20025&amp;md5=fb17c31ccd7130ff6c499f805087961d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Freund und Zensor: die Phantomdebatte um Verkehrsregeln im Netz</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 09:30:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Thomas de Maizière]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon wieder warnt ein hochrangiger Politiker der CDU vor den Gefahren des Internet und fordert strengere Regeln. Kann es sein, dass die CDU ein falsches und negatives Bild von uns B&#252;rgern hat? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/b0f1c0797ac1a77fdb39d12a1c0f1a" alt="" width="1" height="1" />Liegt es an der sommerlichen Hitze oder am Wahlkampf? <a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/Bundeskabinett/ThomasdeMaiziere/thomas-de-maiziere.html">Thomas de Maizière</a>, Chef des Kanzleramts und Bundesminister f&#252;r besondere Angelegenheiten, antwortet im <a href="http://www.rp-online.de/public/article/politik/deutschland/742951/Schaerfere-Regeln-fuers-Internet.html">Interview mit RP-Online</a> auf die Aussage, dass viele Kritiker aus der Online-Szene eine <strong>Zensur im Internet</strong> f&#252;rchten:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ein unberechtigter Vorwurf. Hier steht doch vielmehr die grunds&#228;tzliche Frage: Kann das Internet v&#246;llig frei sein? M&#252;ssen wir nicht die Menschen vor Denunziation, Entw&#252;rdigung oder unseri&#246;sen Gesch&#228;ften sch&#252;tzen wie im Zivilrecht? &#196;hnlich wie auf den Finanzm&#228;rkten brauchen wir mittelfristig Verkehrsregeln im Internet. Sonst werden wir dort Scheu&#223;lichkeiten erleben, die jede Vorstellungskraft sprengen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das h&#246;rt sich kaum anders an als das, was seine Parteikollegin <a href="http://carta.info/12722/meinungsfreiheit-internet/">Ursula von der Leyen</a> von sich zu geben pflegt. Und es ist einmal mehr harter Tobak: Denn will uns der Chef des Kanzleramts wirklich glauben machen, das <strong>Zivilrecht</strong> gelte noch nicht im Internet?</p>
<p>Sch&#252;tzenhilfe bekommt er aktuell ausgerechnet vom <em>Spiegel</em>, der in seiner gedruckten Ausgabe (Heft 33 / 2009) der Frage nachgeht, &#8220;warum das Internet neue Regeln braucht.&#8221; Immerhin darf parallel dazu auf <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,641508,00.html">Spiegel Online</a> ein sehr guter Artikel von <a href="http://twitter.com/ChrisStoecker">Christian St&#246;cker</a> erscheinen, der vor allem den Tenor und die Schlu&#223;folgerung der (Print-) Titel-Story relativiert und wieder ins rechte Licht r&#252;ckt. Denn das Internet ist kein rechtsfreier Raum.</p>
<p>Das Internet ist vielmehr ein Abbild unserer Gesellschaften und der Vielfalt menschlicher Interessen in einem globalen Ma&#223;stab. Dass hier <strong>Gut und B&#246;se</strong> oft nur einen Mausklick voneinander entfernt liegen, sollte nicht zu der falschen Annahme verleiten, die Politik k&#246;nne hier &#8220;Ordnung schaffen&#8221;, sofern sie nur gen&#252;gend &#8220;Verkehrsregeln&#8221; einf&#252;hrte. Denn Regeln und Gesetze gibt es genug, sie m&#252;ssen nur richtig angewandt werden. Dabei aber darf nicht der Staat gegen seine B&#252;rger handeln und diese pauschal <a href="http://www.vimeo.com/4631958">unter Verdacht stellen</a>, sondern muss diese vielmehr aktivieren und ma&#223;geblich daran mitwirken lassen, damit im Internet Anstand, Rechtstreue und Fairplay auch in Zukunft die Regel bleiben.</p>
<p>Ein weitere Fehlleistung ist es, <strong>&#196;ngste </strong>vor &#8220;Scheu&#223;lichkeiten&#8221; <a href="http://www.stilstand.de/archives/3143">zu sch&#252;ren</a> und dabei (unterschwellig) vermitteln zu wollen, die Politik brauche nur das Mandat ihrer B&#252;rger, dann k&#246;nne sie alles Schlimme verhindern und so etwas wie &#8220;das rechte Ma&#223; an Meinungsfreiheit&#8221; herstellen. Dem ist nat&#252;rlich nicht so, wir wissen es aus unserer Geschichte.</p>
<p>In Bezug auf das Internet l&#228;uft die CDU einem falschen <strong>Menschenbild</strong> hinterher. Nicht &#220;berwachung, Kontrolle und Zensur weisen den Weg in die Zukuft, sondern der m&#252;ndige und selbstbestimmt handelnde B&#252;rger, der <a href="http://carta.info/11933/vodafone-generation-upload-cyborg/">das Internet mit Medienkompetenz nutzt</a> und dabei auch das Gemeinwohl unterst&#252;tzt. Sollte man hier aber noch Defizite sehen, w&#228;re in erster Linie in <strong>Bildung</strong> zu investieren und nicht in Vekehrsregeln.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=13031&amp;md5=3a0e5936c30de16b1cb66730ac2785c3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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