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	<title>CARTA &#187; Studentenproteste</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Bildungsstreik: Studenten in der Zwickm&#252;hle</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Dec 2009 11:15:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Politik hat den protestierenden Studenten erste Zugest&#228;ndnisse gemacht. Jetzt stehen sie vor der Alternative: abwarten oder weiter k&#228;mpfen? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/b1e6e144294a479d8f7c36dcb3f6eb4b" alt="" width="1" height="1" />Es scheint ruhig geworden um den Bildungsstreik. Seit der Kultusministerkonferenz bringen die Medien kaum etwas zum Thema. F&#252;r das kommende Wochenende haben Studenten ein <a href="http://www.bildungsstreik.net/bildungsstreiktreffen-potsdam/">bundesweites Bildungsstreiktreffen in Potsdam</a> geplant. Hier soll &#252;ber das bisher Erreichte debattiert werden. Doch was hat man bisher erreicht?</p>
<p>Zun&#228;chst einmal versprach Bildungsministerin Schavan eine BAf&#246;G-Erh&#246;hung. Interessanter weise war das nicht einmal eine der zentralen Forderungen der Studierenden. Aber mit Geld kann man gut Leute ruhig stellen. So sahen es zumindest die meisten der Streikenden… und machten weiter.</p>
<p>Was folgte, war ein interessantes Spiel: Bund, L&#228;nder und Hochschulen spielten sich immer wieder gegenseitig den Ball zu. Der Bund m&#252;sse mehr Geld geben, die L&#228;nder seien f&#252;r Bildungspolitik zust&#228;ndig, die Hochschulen m&#252;ssten ihre Gestaltungsr&#228;ume effektiver nutzen, die L&#228;nder b&#246;ten daf&#252;r nicht gen&#252;gend Raum – usw. usf.</p>
<p>Alle schoben den schwarzen Peter zum anderen und verga&#223;en dar&#252;ber, dass nicht einer, sondern alle zusammen in der Verantwortung stehen.</p>
<p>Zudem bekam es die Protestbewegung mit „friendly fire“ in Form von unverantwortlichen Sachbesch&#228;digungen in Frankfurt zu tun. Einige Chaoten sorgten f&#252;r Negativschlagzeilen, welche nat&#252;rlich ein gefundenes Fressen f&#252;r die Kritiker darstellten.</p>
<p>Die Bildungsproteste erzwangen dennoch Reaktionen. Am 10. Dezember stellten Kultusministerkonferenz und Hochschulrektorenkonferenz gemeinsam eine Liste mit geplanten &#196;nderungen vor. Konkret soll es weniger Pr&#252;fungen geben und eine geringere Arbeitsbelastung. Au&#223;erdem sollen Pr&#252;fungsleistungen leichter anderswo anerkannt werden; zu guter Letzt soll auch die Gestaltungsfreiheit f&#252;r einzelne Studieng&#228;nge erh&#246;ht werden. Das letztere beide Punkte gelegentlich im Widerspruch stehen, st&#246;rt eine Pressemitteilung (<a href="http://www.kmk.org/presse-und-aktuelles/meldung/kultusministerkonferenz-und-hochschulrektorenkonferenz-handeln-gemeinsam.html">hier</a> ganz nachzulesen) freilich nicht.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Nach diesen Versprechungen seitens der Politik befinden sich die Studierenden in einer Zwickm&#252;hle. Einerseits m&#252;ssen sie nun erst einmal wieder zum Regelbetrieb &#252;bergehen und warten, ob die &#196;nderungen bei ihnen ankommen. Denn nur nach einiger Zeit kann man sehen, ob es leere Versprechen sind oder nicht. Andererseits sind nicht alle Forderungen erf&#252;llt.</p>
<p>Das zwischen Bund, Hochschulen und L&#228;ndern der Ball immer wieder hin- und herging, f&#252;hrte zu einer Verdichtung der Schuldzuweisungen in Richtung des Wortes &#8220;Bologna&#8221; – woran auch die Medien Anteil hatten. Andere Anliegen gerieten aus dem &#246;ffentlichen Blickfeld, was einigen Entscheidungstr&#228;gern sicher sehr gelegen kam. Konkret w&#228;ren dies unter anderen: Einflussnahme der Wirtschaft, in einigen Teilen ein Abbau von Demokratie (in Hessen etwa durch das geplante neue Hochschulgesetz), Studiengeb&#252;hren, schlie&#223;lich: fehlende Masterstudienpl&#228;tze.</p>
<p>Gehen die Studenten weiter auf Konfrontationskurs, laufen sie Gefahr, dass es hei&#223;t „die geben sich mit nichts zufrieden und meckern mehr als das sie studieren!“. Tun sie nichts, kann es f&#252;r einige zu sp&#228;t sein. Auf Seiten der Politik mangelt es an der Einsicht, dass viele Studierende wenig Verst&#228;ndnis daf&#252;r haben k&#246;nnen, neue Systeme zun&#228;chst auszuprobieren und dann nach und nach anzupassen. Ehe das System ohne Probleme l&#228;uft, haben sie wohlm&#246;glich ihr Studium bereits beendet, im schlimmsten Fall nur zur H&#228;lfte, weil der passende Master fehlt.</p>
<p>Aus diesen Gr&#252;nden ist die Studentenlandschaft in Deutschland derzeit gespalten. Einige wollen abwarten, andere weiter k&#228;mpfen. Hinzu kommen diejenigen, die sich von Anfang an von den Methoden des Bildungsstreiks distanzierten. F&#252;r die weitere Entwicklung wird es spannend sein, was das bundesweite Bildungsstreiktreffen in Potsdam, und mehr noch die vielerorts anstehenden Hochschulwahlen zum Semesterende, f&#252;r Ergebnisse bringen werden. Die Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler haben f&#252;r das kommende Jahr derweil weitere, eigene Proteste angek&#252;ndigt. Ihre Forderung nach einer Abschaffung oder zumindest weitreichenden Reform des „Turboabiturs“ wurde n&#228;mlich ebenfalls (noch) nicht ber&#252;cksichtigt.
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/20389/bildungsstreik-studenten-in-der-zwickmuehle/">Bildungsstreik: Studenten in der Zwickm&#252;hle</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/20389/bildungsstreik-studenten-in-der-zwickmuehle/#comments">6 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=20389&amp;md5=9932522aea13d741a511376e3935cd6c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Hier und da: Studentenproteste im Netz</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 10:44:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Welche Plattformen und Praktiken bei den aktuellen Studentenprotesten wichtig sind – eine &#220;bersicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/aa6eb78a3537464f8169e5e4078455d0" alt="" width="1" height="1" />&#220;ber den „digitalen Gehalt“ der aktuellen Hochschulproteste wird inzwischen vielerorts spekuliert (ich trage dazu bei, so gut ich kann). Hier nun eine <strong>kleine Liste</strong> <strong>von</strong> <strong>good practices</strong>, die zeigen, warum eine gute Protest-Pr&#228;senz im Web 2.0 tats&#228;chlich funktional sein kann. Nat&#252;rlich ist die Aufz&#228;hlung unvollst&#228;ndig, sie wird fortlaufend aktualisiert. Kommentare, Hinweise und Erg&#228;nzungen – gerne!</p>
<p><strong>1.</strong><strong> <a href="http://unibrennt.at/">unibrennt.at</a></strong></p>
<p>Die <strong>zentrale Protestplattform</strong> f&#252;r die Aktionen in &#214;sterreich b&#252;ndelt die Aktivit&#228;ten und ist eine &#252;bersichtliche Anlaufstelle. Sie funktioniert nicht nur als klassische „Homepage“, sondern bindet auch die diversen Web 2.0-Plattformen ein – auf diese Weise werden die vielen „<a href="http://futurezone.orf.at/stories/1632088/">digitalen Lagerfeuer</a>“ (die – sehr treffende – &#220;berschrift des ORF-Beitrages ist nicht von mir!) integriert.<strong></strong></p>
<p><strong>2. Google-Mashups</strong></p>
<p>Die Karte <a href="http://maps.google.at/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=de&amp;msa=0&amp;msid=116283369278129786033.0004778dfa81fb402d565&amp;source=embed&amp;ll=49.781264,12.348633&amp;spn=11.357555,23.291016">„Unsere Unis“</a> mit den Proteststandorten von Tom Schaffer (<a href="http://twitter.com/schaffertom">@schaffertom</a>) ist zum heimlichen Protestportal geworden. Mit inzwischen mehr als einer Million Zugriffen erzielt diese <strong>weltweite Visualisierung</strong> eine extrem hohe Reichweite. Die Ortsmarken enthalten zudem Verweise auf die lokalen Streikseiten und bieten so Verzweigungsm&#246;glichkeiten in die Protesthochburgen an.<strong><br />
Update</strong>: inzwischen gibt es auch so etwas wie <strong>„Micro-Maps“</strong>, die die Besetzungen von Hochschuleinrichtungen an einzelnen Standorten anzeigen. Hier das Beispiel aus <a href="http://maps.google.de/maps/ms?hl=de&amp;ie=UTF8&amp;t=h&amp;msa=0&amp;msid=108995755942264907340.000478c2c2f4753dd077f&amp;z=14">Gie&#223;en</a>.</p>
<p><strong>3. </strong><strong><a href="http://unibrennt.tv/">unibrennt.tv</a></strong></p>
<p>Das auf die <strong>Sammlung und Sortierung von Online-Videos</strong> spezialisierte Portal tr&#228;gt dem Bedeutungszuwachs der audiovisuellen Protestinhalte Rechnung. Die Website bezeichnet sich zwar als „globales Portal“, doch dominieren (bislang) noch die Beitr&#228;ge aus &#214;sterreich. Ein &#228;hnliches Angebot mit dem Fokus auf Deutschland (oder eine bessere, nach L&#228;ndern rubrizierbare Darstellung auf unibrennt.tv) w&#252;rde einen Beitrag dazu leisten, die Flut der lokalen Berichte zu archivieren und recherchierbar zu machen.<strong></strong></p>
<p><strong>4. <a href="http://www.twitter.com/unibrennt">@unibrennt</a></strong></p>
<p>Der <strong>Twitter-Account</strong> des ersten besetzten H&#246;rsaals in Wien ragt mit seinen knapp 2.500 Followern aus der Vielzahl der kaum wahrgenommenen Streik-Twitterer heraus. Noch spannender w&#228;re ja eine koordinierte Namensgebung von Twitter-Accounts aus Hochschulstandort und H&#246;rsaal-Name gewesen (umgesetzt etwa bei @hu_audimax). Das h&#228;tte die Liste der „Dinge, die twittern“ sehr produktiv erweitert und wahrscheinlich mehr Aufmerksamkeit in den alten Medien gefunden als die diversen Lokal-Accounts wie <a href="http://twitter.com/marburgstreikt">@marburgstreikt</a>, <a href="http://twitter.com/giessenstreikt">@giessenstreikt</a>, <a href="http://twitter.com/StreikBielefeld">@streikbielefeld</a>…<strong></strong></p>
<p><strong>5. Twitter-Listen</strong></p>
<p>Die Vielzahl der lokalen Twitter-Accounts (vgl. Punkt 4.) macht die Verfolgung der aktuellen Ereignisse nicht unbedingt leicht – die umfangreiche Liste <a href="http://twitter.com/#/list/Twitgeridoo/das-thema-bildung-brennt">„Das Thema Bildung brennt“</a> von @twitgeridoo zeigt, wie man die vielstimmigen Berichte wieder integrieren kann. Leider hat sie erst 34 Follower.<strong></strong></p>
<p><strong>6. Hashtags</strong></p>
<p>Die Begriffe <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23unsereuni">#unsereuni</a>, <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23unibrennt">#unibrennt</a>, <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23bildungsstreik">#bildungsstreik</a> spielen eine gro&#223;e Rolle bei der „digitalen Wiedervereinigung“ der Protestinhalte im Netz. Von &#214;sterreich ausgehend, haben sich #unibrennt und #unsereuni nachhaltig in den deutschen Twitter-Rankings eingenistet. Der etwas harmlosere #bildungsstreik kam etwas sp&#228;ter aus Deutschland dazu. Neben der Funktion der „Erkennungsmarke“ in der Kurzmitteilungsflut k&#246;nnen gut gew&#228;hlte Hashtags aber auch zur Pointierung und Unterst&#252;tzung eines Kampagnenanliegens beitragen – das beste Beispiel in Deutschland ist sicher #zensursula, das gleicherma&#223;en als Erkennungsmerkmal und politische Aussage funktioniert. Hier haben die Proteste noch Potenzial…<strong><br />
PS</strong>: Blickt man in die USA, dann haben die dortigen Hashtags oder auch Twitter-Accounts einen „aggressiveren“ Einschlag, dort findet man neben <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23UCstrike">#UCstrike</a> (f&#252;r den Streik an der University of California in Berkeley) etwa <a href="http://twitter.com/reclaimUC">@reclaimUC</a> („UC zur&#252;ckerobern“) oder <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23occupyca">#occupyca</a> („Kalifornien besetzen“).<strong></strong></p>
<p><strong>7. Live-Blogging</strong> (Mikro oder Makro)</p>
<p>Als die Server des <a href="http://www.dailycal.org/">Daily Californian</a> am 20. November von der gro&#223;en Zahl der Zugriffe &#252;berfordert waren, berichtete die Hochschulzeitung der UC Berkeley per Twitter von der <a href="http://www.dailycal.org/article/107610/live_blog_about_60_protesters_lock_selves_in_wheel">Besetzung der Wheeler Hall</a> auf dem Campus. Diese Form der Ticker-Berichterstattung ist besonders dann hilfreich, wenn kein Livestreaming m&#246;glich ist.<strong></strong></p>
<p><strong>8. Soziale Netzwerke</strong></p>
<p>Vorbildlich gestaltet ist die &#246;sterreichische <strong>Facebook</strong>-Seite <a href="http://www.facebook.com/unsereuni">Audimax Besetzung in der Uni Wien</a>, die einerseits als direkter Protestsammelpunkt fungiert, gleichzeitig aber auch viele Vernetzungsleistungen erbringt und auf andere Online-Inhalte und -Plattformen verweist.<br />
(Frappierend ist auch der Unterschied zum Versuch, eine gleichartige Seite bei <strong>StudiVZ</strong> einzurichten – ein Blick auf die Hyperlink-Adresse zum Edelprofil <a href="http://www.studivz.net/Profile/xgQ7NhrgY8shuA2B5cm56U9b8cW7sAW_iW9m0s790ME">„Bildungsstreik – Proteste jetzt weltweit“</a> spricht B&#228;nde.)<strong></strong></p>
<p><strong>9. Wikis</strong></p>
<p><strong></strong>Auch hier haben die &#214;sterreicher die Nase vorn, ebenfalls unter der Domain unsereuni.at finden sich auf <a href="http://unsereuni.at/wiki/index.php/Main_Page">Verweise auf lokale Wiki-Angebote der bestreikten Hochschulen</a>. Neben aktuellen Terminen, <a href="http://unsereuni.at/wiki/index.php/Category:AG">Kontaktdaten und Infos zu den AGs</a> und nat&#252;rlich <a href="http://unsereuni.at/wiki/index.php/Forderungskatalog">Forderungskatalogen</a> finden sich dort auch detaillierte <a href="http://unsereuni.at/wiki/index.php/Chroniken:_%E2%80%9CWas_bisher_geschah%E2%80%9D">Protestchroniken</a>.</p>
<p>Fortsetzung folgt.</p>
<p><em>Christoph Bieber bloggt bei <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/">Internet und Politik</a>. <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/2009/11/23/bestpractices/">Crossposting</a> mit freundlicher Genehmigung. Ebenfalls von ihm zum Thema: <a href="http://www.freitag.de/alltag/0947-hochschulproteste-bildungsstreik-internet-twitter-google-protestlandkarte">Es ist Bewegung im Netz</a> beim Freitag.</em>
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			</a>
		</div>
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<p><small>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=18777&amp;md5=f911338e2823e9c5ca7efeae845ec2ec" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Bildungsstreik 2009: “Finde ich richtig, streike aber nicht.”</title>
		<link>http://carta.info/18272/bildungsstreik-2009-die-letzte-chance-der-muendigen-studenten/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 09:22:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Bildungsproteste werden von wenigen Aktiven getragen, obwohl sie mit breiter Zustimmung rechnen k&#246;nnen – eine Folge der vergangenen Reformen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/907b4d717262400caad3381b783248cb" alt="" width="1" height="1" />Das lose Aktionsb&#252;ndnis „Bildungsstreik 2009“ versucht derzeit, wie bereits im Juni, deutschlandweit Studenten auf die Stra&#223;e zu bekommen, um gegen M&#228;ngel im Bildungssystem zu demonstrieren. „Wir machen weiter“ so das Motto. „Trotz gro&#223;er Aufmerksamkeit und kleinen Zugest&#228;ndnissen hat sich nichts ge&#228;ndert – unsere zentralen Forderungen wurden nicht erf&#252;llt“, hei&#223;t es im <a href="http://www.bildungsstreik.net/wir-machen-weiter/">aktuellen Aufruf</a>.</p>
<p>Eine richtige Feststellung. Nur kurz wurde der Studentenprotest von den Mainstream-Medien erw&#228;hnt, dann geriet er in Vergessenheit. Bundestag und einige Landtage debattierten dar&#252;ber, dann legte man das Thema zu den Akten. Opel, Schweinegrippe und vor allem die Bundestagswahl verdr&#228;ngten die Forderungen. Doch um welch Forderungen geht es eigentlich?</p>
<p>Im Kern lassen sie sich in drei Punkten zusammenfassen:</p>
<ol>
<li>Die Abschaffung von Bildungsgeb&#252;hren (Kindergarten bis Universit&#228;t)</li>
<li>Weniger Einfluss der Wirtschaft auf die Lehre</li>
<li>Selbstbestimmtes Lernen, das &#252;ber reines Auswendiglernen hinausgeht.</li>
</ol>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<div id="attachment_18379" class="wp-caption alignright" style="width: 309px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/11/Zwischenablage02.jpg"><img class="size-medium wp-image-18379 " title="Umfrageergebnisse StudiVZ: &quot;Finde ich richtig, streike aber nicht&quot;" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/11/Zwischenablage02-299x300.jpg" alt="Umfrageergebnisse StudiVZ: &quot;Finde ich richtig, streike aber nicht&quot;" width="299" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Umfrageergebnisse StudiVZ: &quot;Finde ich richtig, streike aber nicht.&quot; (Klicken f&#252;r Gro&#223;ansicht)</p></div>
<p>Einer Umfrage im StudiVZ nach (nicht repr&#228;sentativ, Stand 16.11.) unterst&#252;tzt der gr&#246;&#223;te Teil der Studierenden die Forderungen, macht jedoch selbst nicht beim Streik mit. Ein Umstand, der von politischen Kr&#228;ften sowie den Leitmedien wohl bereitwillig aufgegriffen werden wird. „Seht hier, das fordern doch nur wenige, der Rest ist einverstanden!“</p>
<p>Die Wahrheit sieht anders aus. Dass sich verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig wenig Studierende am Protest beteiligen, ist selbst eine Folge der vergangenen Reformen. Beispiel Studiengeb&#252;hren: Diejenigen, die durch Geb&#252;hren vom Studium abgehalten wurden, sind nun nat&#252;rlich keine Studenten – und somit kein Teil von Studentenprotesten. Sie sind darauf angewiesen, dass andere f&#252;r sie demonstrieren.</p>
<p>Ein weiteres Hindernis ist der <a href="http://griess.wordpress.com/2009/06/19/impressionen-zum-bildungssystem-bildungsstreik-reihe-teil-5-%E2%80%9Eder-wettbewerb%E2%80%9C/">Leistungsdruck</a>: Viele Pr&#252;fungen und verst&#228;rktes Aussieben f&#252;hren dazu, dass bei den Studierenden das Gef&#252;hl weit verbreitet ist, keine Zeit f&#252;r Protest zu haben. Es &#252;berwiegt die Angst, pers&#246;nliche Nachteile zu erlangen, aufgrund von Fehlzeiten oder sogar dem politischem Engagement selbst, welches zwar von vielen Dozenten unterst&#252;tzt wird, aber eben nicht von allen. So kommt es, dass viele Studenten zwar die Forderungen guthei&#223;en, sich jedoch an scharfen Protestformen nicht beteiligen, sie teilweise nicht einmal guthei&#223;en.</p>
<p>Sollen M&#228;ngel im Bildungssystem jedoch auf die politische Tagesordnung, m&#252;ssen sich viele Studenten und Unterst&#252;tzer zusammen finden. Der Zeitpunkt w&#228;re g&#252;nstig. In vielen Staaten gibt es derzeit &#228;hnliche Aktionen. In Deutschland kommt hinzu, dass der neuen Regierung viel daran liegen wird, sich in der Gesellschaft zu etablieren. Nicht zuletzt steht am 10. Dezember eine <a href="http://www.kmk.org/home.html">Kultusministerkonferenz</a> an. In diesen Zeitraum brauchen die politischen Studenten zumindest einen Teilerfolg.</p>
<p>Andernfalls werden die aktuellen Proteste, wie schon im Sommer, einfach ausgesessen. Danach wird es schwer sein, noch einmal gen&#252;gend Studenten zu mobilisieren. Die &#196;nderungen am Bildungssystem h&#228;tten dann – beabsichtigt oder nicht – neben einer schwierigen Bildungssituation noch einen anderen Effekt: Sie h&#228;tten die Studenten Deutschlands als kritisch-politische Stimme auf lange Zeit ruhig gestellt. Wenn nicht einmal f&#252;r eigene Interessen genug Leute zu mobilisieren sind, wird es erst recht keine gro&#223;en Demonstrationen von oder mit Studenten bei anderen gesellschaftlichen Themen geben.</p>
<p>Traditionell sind Studenten, gerade in Deutschland, eine Stimme, die sich kritisch mit der Gesellschaft auseinandersetzt. Dies k&#246;nnte verloren gehen: <em>Credit Points</em> statt gesellschaftlichem Diskurs. „Wenn ich gro&#223; bin, werde ich auch mal Humankapital!“, titelten einige der demonstrierenden Studenten in &#214;sterreich. Scheitern die Proteste, werden die Studenten in Deutschland daf&#252;r gar nicht mehr erst gro&#223; werden m&#252;ssen…
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<a href="http://carta.info/18272/bildungsstreik-2009-die-letzte-chance-der-muendigen-studenten/">Bildungsstreik 2009: “Finde ich richtig, streike aber nicht.”</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/18272/bildungsstreik-2009-die-letzte-chance-der-muendigen-studenten/#comments">6 comments</a>
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		<title>Bildungsstreik analog statt digital: Studenten sind nicht &#252;ber das Web zu mobilisieren</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 13:52:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Bildungsstreik an deutschen Universit&#228;ten greift weiter um sich, in immer mehr St&#228;dten werden H&#246;rs&#228;le besetzt. Nur im Internet tut sich &#252;berraschend wenig. Verstehen die "Digital Natives" das Social Web nicht?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/bfdc788095964cc18df80216ee02f197" alt="" width="1" height="1" />Twitternde Politiker haben es gut: Die <a href="http://carta.info/17978/kurt-beck-outet-sich-als-erster-twitternder-ministerpraesident/">Medien</a> nehmen sich ihrer an und es fehlt nicht an wohlfeilen <a href="http://carta.info/17937/mehr-mut-zum-dialog/">Ratschl&#228;gen</a> f&#252;r den (politisch) korrekten Dialog im Web. Was aber ist mit den Studenten? Zumal wenn diese gerade einen Bildungsstreik auf die Beine stellen wollen: Wo sind da die n&#252;tzlichen Handreichungen?</p>
<p>N&#246;tig w&#228;ren sie, die Handreichungen zum Twittern bzw. f&#252;r den Einsatz des Social Web generell, und das gleich aus zwei Gr&#252;nden: Zum Einen weil die Protestaktionen an deutschen Unis diese Woche deutlich zunehmen, zum Anderen weil die Studenten ganz offensichtlich das Social Web noch nicht richtig f&#252;r ihre Zwecke einzusetzen verstehen.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Aktuelle Meldung: in 34 europ&#228;ischen St&#228;dten sind Unis besetzt! #unsereuni #unibrennt #lmubrennt #fb&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Waren Anfang dieser Woche nur an 10 deutschen Universit&#228;ten <a href="http://twitter.com/bildung_muc/status/5646928807">H&#246;rs&#228;le besetzt</a>, sprang seither der Funke in kurzer Zeit auf etliche <a href="http://www.bildungsstreik-hd.de/aktuelle-entwicklung/flachenbrand/">weitere Standorte</a> &#252;ber. Parallel dazu nahm aber auch der Druck der Gegenseite zu. In T&#252;bingen wurde die R&#228;umung vollzogen, in Berlin sollte die Polizei die Besetzung der Humboldt Universit&#228;t verhindern (was aber nicht gelang). Schon letzte Woche wurden die Besetzungen in Marburg und M&#252;nster von der Polizei beendet.</p>
<p>Dabei h&#228;tten sich die Studenten mancherorts durchaus behaupten k&#246;nnen, w&#228;ren sie nur zahlreicher gewesen. Ein paar Dutzend Besetzer nur sind f&#252;r die Polizei nat&#252;rlich kein Problem. Das wissen auch die <a href="http://twitter.com/potsdambesetzt/status/5621329339">Studenten</a>:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Insgesamt m&#252;ssen wir einfach mehr werden, wenn der Druck so gro&#223; bleiben soll!! #unibrennt #unsereuni&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Wirft man einen Blick auf die diversen Twitter-Accounts der Protestbewegung, kann der mangelnde Mobilisierungsgrad nicht verwundern: Twitter wird kaum genutzt. Durch die Bank haben diese Accounts frappierend wenig Follower, gemessen an der Zahl der immatrikulierten Studenten. Ein Beispiel: In Marburg studieren rund 21.000 Studenten, aber nur knapp &#252;ber 200 folgen dem Account &#8220;<a href="http://twitter.com/marburgstreikt">marburgstreikt</a>&#8220;.</p>
<p><strong>Obwohl die Studenten von heute oft als &#8220;Digital Natives&#8221; gesehen und ihnen daher eine hohe Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet zugeschrieben wird, zeigen die aktuellen Vorg&#228;nge rund um den Bildungsstreik im Grunde fast das Gegenteil. </strong>Die Studenten koordinieren sich ganz &#252;berwiegend offline und f&#252;hren Blogs, Twitter und Fanseiten auf StudiVZ bzw. Facebook nur nebenher.</p>
<p>In Heidelberg, wo die deutschen Uni-Besetzungen ihren Anfang nahmen, feilten die Studenten fast die ganze erste Nacht an einem Pressetext f&#252;r die lokale Zeitung. Auf die Idee, dass man m&#246;glichst rasch ein digitales Netzwerk mit so vielen Studenten der Uni wie m&#246;glich aufbauen k&#246;nnte, kam offenbar niemand.</p>
<p>Selbst die nach dem Vorbild der Wiener Uni-Besetzer vielfach &#252;bernommenen <a href="http://www.delimedia.de/live-stream-uni-potsdam-besetzt/">Livestreams</a> aus den besetzten H&#246;rs&#228;len haben meist nur wenig Zuschauer: Werte zwischen 50 und 100 sind &#252;blich, w&#228;hrend den Vorg&#228;ngen im Wiener Audimax nicht selten zehnmal mehr Interessierte &#252;ber das Internet folgen.</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Die Rheinpfalz (Pf&#228;lzer Tageblatt) heute: 200 Studenten besetzen Uni-H&#246;rsaal&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Das <a href="http://twitter.com/landaubrennt/status/5643235051">Schielen auf die Presse</a> zeigt, dass die Studenten sich noch nicht in der Lage sehen, die &#214;ffentlichkeit &#252;ber das Internet direkt anzusprechen und sich dazu die erforderliche Reichweite selbst aufzubauen.</p>
<p>Gelegenheit dazu h&#228;tte man seit den Bildungsstreiks im Sommer genug gehabt. Etwa in dem man die teilweise wirklich desastr&#246;sen Zust&#228;nde an den Universit&#228;ten dokumentiert. &#220;berf&#252;llte H&#246;rs&#228;le oder marode Bausubstanz lassen sich fotografieren (oder filmen) und im Internet ver&#246;ffentlichen. Wer wollte die Studenten daran hindern? Damit h&#228;tte man auch versuchen k&#246;nnen, die &#246;ffentliche Meinung in das eigene Lager zu ziehen.</p>
<p>Es ist schon kurios zu sehen, dass das &#8220;Mitmach-Web&#8221; der letzten Jahre eine F&#252;lle sehr guter und kostenloser Dienste hervorgebracht hat, die heute von den Studenten so gut wie nicht genutzt werden. Egal ob es um die Proteste selbst oder ihre Ursachen geht, man findet dazu kaum Fotos auf <a href="http://www.flickr.com">Flickr</a> und noch weniger Videos auf <a href="http://www.youtube.com">YouTube</a>.</p>
<p>Dass Twitter so wenig genutzt wird, erstaunt auch deshalb, weil dieses Medium seit den Demonstrationen im Iran eigentlich einer sehr breiten &#214;ffentlichkeit bekannt ist. Es gibt heute kein besseres Tool im Internet f&#252;r die rasche Verbreitung von Nachrichten, den Aufbau von Netzwerken und das Zielen auf Solidarit&#228;tseffekte innerhalb einer gr&#246;&#223;eren &#214;ffentlichkeit, als (das kostenlose!) Twitter. Die deutschen Studenten aber lassen es ganz &#252;berwiegend links liegen. Dazu passt die vor ein paar Tagen in die Weiten des Internets hinein <a href="http://twitter.com/TuebingenBrennt/status/5593444139">getwitterte Frage</a>:</p>
<blockquote><p><strong>&#8220;Wei&#223; jemand was von Paderborn?&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>Wenig wahrscheinlich ist, dass der Fragende eine befriedigende Antwort bekommen hat, denn der T&#252;binger Account hat bis heute keine 200 Follower (die T&#252;binger Universit&#228;t aber 23.000 Studenten). So gesehen darf man gespannt sein, ob Deutschland wirklich noch einen &#8220;hei&#223;en Herbst&#8221; erleben wird.</p>
<p>Schlie&#223;t man vom geringen digitalen Aktivierungsgrad der deutschen Studenten auf ihre Haltung zu den Erfolgschancen der Proteste, sieht es nicht gut aus. Aber vielleicht wendet sich das Blatt ja noch. Immerhin verbreitet sich die <a href="http://ratzplast.wordpress.com/2009/11/06/ubersicht-besetzungen-de/">Protestwelle</a> inzwischen in immer mehr L&#228;ndern. Da werden doch die Deutschen nicht klein beigeben?
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		<title>Heidelberger Protest: Schatz ich bleib heut l&#228;nger, Besetzung jetzt!</title>
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		<comments>http://carta.info/17579/heidelberger-protest-bildungsstreik/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 05:00:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Studentenproteste haben Deutschland erreicht: Was in Wien begann und sich rasch auf andere Hochschulstandorte in &#214;sterreich ausgeweitet hat, setzt sich nun in Heidelberg fort.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/5f9afb8ff2a04d8b878be0d74ff1f02c" width="1" height="1" alt=""/>Seit Dienstag Abend (03.11.09) besetzen rund 200 Studenten der <strong>Universit&#228;t Heidelberg</strong> den H&#246;rsaal 14 im zentralen H&#246;rsaalgeb&#228;ude in der Heidelberger Altstadt. Sie tragen damit die Protestbewegung aus <a href="http://carta.info/17167/studentenproteste-in-oesterreich-mit-allen-registern-des-netzes/">&#214;sterreich</a> nach Deutschland.</p>
<p>Die Meldung dazu verbreitete sich zun&#228;chst &#252;ber <strong>Twitter</strong>, sp&#228;ter wurde eine <a href="http://www.facebook.com/group.php?gid=170956901323&amp;v=info"><strong>Seite auf Facebook</strong></a> eingerichtet. Mit dieser Aktion kn&#252;pft man an den sommerlichen Bildungsstreik an, der in vielen deutschen St&#228;dten Sch&#252;ler und Studenten auf die Strassen gebracht hatte. In Heidelberg war die Universit&#228;t f&#252;r <a href="http://www.bildungsstreik2009-hd.de/?q=besetzung">drei Tage besetzt</a> worden, bevor sie von der Polizei ger&#228;umt wurde. <strong>Im Rahmen der neuerlichen Proteste wird bem&#228;ngelt, dass sich seit Sommer wenig bis nichts verbessert habe</strong>.</p>
<p>Als n&#228;chstes k&#246;nnte die <a href="http://twitter.com/marburgstreikt/status/5404454878">Universit&#228;t in Marburg</a> folgen, wo f&#252;r Mittwoch Abend eine (studentische) <a href="http://www.bildungsstreik-marburg.de/termine?event_id=304">Vollversammlung</a> einberufen wurde. Die Studenten sprechen von einem &#8220;hei&#223;en Herbst&#8221;, wof&#252;r sie allerdings erst noch richtig an den Schwung und Elan der Kommilitonen in &#214;sterreich ankn&#252;pfen m&#252;ssen. In <strong>Wien</strong> hat sich die Besetzung des Audimax (sowie weiterer R&#228;ume) l&#228;ngst zu einem <a href="http://unsereuni.at/">Dauer-Happening</a> mit (bildungs-) politischen Diskussionen, Vortr&#228;gen, Film- und Musikauff&#252;hrungen entwickelt. Die &#220;bertragungen der Livestreams im Internet werden nach wie vor rege mitverfolgt.</p>
<p>Hierzulande scheint dagegen vielen noch die Erfahrung vom Sommer in den Knochen zu stecken, wo zwar eine Reihe beeindruckender Proteste organisiert worden waren, die Politik sich aber nur wenig beeindruckt gezeigt hatte.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=17579&amp;md5=9212bf50dfa0b448ec19ce94f12daea7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Studentenproteste in &#214;sterreich: Mit allen Registern des Netzes</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 16:10:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In &#214;sterreich protestieren die Studenten gegen schlechte Studienbedingungen – und bringen die gesamte Klaviatur des Social Web zum Einsatz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/4f3b0c1c14c2496d90ed53c217a226fc" width="1" height="1" alt=""/>Diese Proteste haben eine neue Qualit&#228;t. Denn die Studenten in &#214;sterreich, die sich gegen <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,657699,00.html">schlechte Studienbedingungen</a> wenden, ziehen dabei alle Register, die ihnen das <strong>Internet als Medienkanal</strong> bietet. Einer von ihnen ist <a href="http://www.2-blog.net/">Luca Hammer</a>, der u. a. die Livestreams aus dem Audimax mitorganisiert hat. Er hat uns seine Eindr&#252;cke geschildert, die im Folgenden als Zitate in diesen Text einflie&#223;en.</p>
<div id="attachment_17191" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.flickr.com/photos/unibrennt/4050932285/"><img class="size-medium wp-image-17191 " src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/10/unibrennt-300x199.jpg" alt="unibrennt" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Das Web nicht nur als Spielwiese: Studentenproteste in &#214;sterreich (Foto: #unibrennt, cc-by-nc)</p></div>
<p>Den Auftakt der Proteste bildeten eine Demonstration und die Besetzung des Audimax der Wiener Universit&#228;t am Donnerstag letzter Woche (22.10.09). Bereits an diesem Tag wurden Neuigkeiten &#252;ber<strong> </strong>Twitter verbreitet. Man machte sich den Umstand zunutze, dass sich Informationen per <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Twitter#Hashtag">Hashtag</a> (<a href="http://search.twitter.com/search?q=%23unibrennt">#unibrennt</a>, <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23unsereuni">#unsereuni</a>, <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23audimax">#audimax</a>) schnell weiterverbreiten lassen, selbst wenn sich deren Benutzer unbekannt sind. <a href="http://twitter.com/LUCA">Luca</a> schreibt &#252;ber den Einfluss und die Einschr&#228;nkungen bei Twitter:</p>
<blockquote><p>&#8220;Mit der steigenden Vernetzung der Studierenden &#252;ber Twitter wurde es st&#228;rker zur Organisation genutzt. So wurde getwittert, wenn noch etwas ben&#246;tigt wurde und innerhalb von k&#252;rzester Zeit wurden diese Dinge zur Verf&#252;gung gestellt. Man muss jedoch dazu sagen, dass noch immer nur ein Teil der Studierenden Twitter nutzt, was vor allem an der Nutzung von Smartphones zusammenh&#228;ngt. Nur wenige haben einen Laptop bei der Besetzung dabei und ohne Smartphone ist Twitter daher nur begrenzt nutzbar. Es gibt jedoch einige, die ihre SMS-Flatrate nutzen, um Updates nach au&#223;en zu schicken.&#8221;</p></blockquote>
<p>Am selben Tag entstanden auch <strong>Fanpages</strong> auf <a href="http://www.facebook.com/unsereuni?ref=nf">Facebo0k</a> und <a href="http://www.studivz.net/dieunibrennt">StudiVZ</a>. Das <strong>Video-Streaming</strong> aus dem Audimax kam ab Freitag hinzu:</p>
<blockquote><p>&#8220;Als ich am Freitag selbst vor Ort war, habe ich, schon beinahe aus Gewohnheit, einige Reden &#252;ber <a href="http://qik.com/">Qik</a> gestreamt. Als ich &#252;ber Twitter bemerkte, wie gro&#223; die Nachfrage daf&#252;r war, aber die Tonqualit&#228;t nicht wirklich zufriedenstellend war, habe ich am Samstag meinen Laptop und eine Kamera mitgenommen, um <a href="http://www.ustream.tv/channel/unsereuni">einen besseren Stream</a> zu bieten. (&#8230;) Der Stream hat sich &#252;ber Twitter in kurzer Zeit stark verbreitet und so waren nach einigen Minuten mehrere hundert Zuschauer online. (&#8230;) Der bisherige Rekord wurde am Dienstag mit fast 3000 parallelen Zuschauern erreicht. In den vier Tagen hatte der Stream &#252;ber 140.000 Views und &#252;ber 2,5 Millionen gesehenen Minuten. F&#252;r mich war es wichtig, dass man nach au&#223;en tr&#228;gt was im Audimax vor sich geht. Dass es eben nicht nur Party ist, was von einigen gro&#223;en Medienstationen behauptet wurde.&#8221;</p></blockquote>
<p>F&#252;r die eher intern orientierte Kommunikation wurde eine <a href="http://wiki.unsereuni.at/wiki/index.php/Main_Page"><strong>Wiki</strong></a> eingerichtet, mehr f&#252;r die Au&#223;endarstellung gedacht ist die Website <a href="http://unibrennt.at/"><strong>unibrennt.at</strong></a>. Dazu wieder Luca:</p>
<blockquote><p>&#8220;Der Beweggrund [f&#252;r die Website] war der gleiche, wie beim Livestream. Ich habe gesehen, dass wahnsinnig viel passiert, es aber nur schlecht nach au&#223;en kommuniziert wird. Mit der Website wurde eine Plattform geschaffen, &#252;ber die man unabh&#228;ngig von Medienunternehmen mit Interessierten in Kontakt treten kann.&#8221;</p></blockquote>
<p>Somit entstand innerhalb nur weniger Tage eine sehr <strong>professionelle Medien- und Kommunikationsstruktur</strong>, die sicherlich deutlich dazu beigetragen hat, die Proteste auch an andere &#246;sterreichische Hochschulstandorte zu tragen. Vernetzung wirkt.</p>
<p>Die Studenten bestimmen damit auch wesentlich mit, welches Bild von ihnen in der <strong>&#214;ffentlichkeit</strong> entsteht. Insbesondere mit den Livestreams l&#228;sst sich der Vorwurf entkr&#228;ften, hier werde nur Party gemacht. Zugleich m&#252;ssen die klassischen Medien zusehen, dass sie nicht zu reinen Statisten degradiert werden, weil das interessantere und authentischere Programm von den Studenten selbst gemacht wird.</p>
<p>Und schlie&#223;lich d&#252;rften viele Studenten dort erstmals praktisch erleben, wie verschiedene Tools aus dem Baukasten des Social Web eingesetzt werden k&#246;nnen und wie diese wirken. Das &#8220;<a href="http://digiom.wordpress.com/2009/10/25/vom-flashmob-zu-unibrennt-kollektive-organisation-in-realtime/">Real Time Web</a>&#8221; ist hier nicht einfach nur Spielwiese f&#252;r die Freizeit und das &#8220;Abh&#228;ngen mit Freunden&#8221;, sondern eine <strong>m&#228;chtige Waffe im Kampf </strong> um bessere Bedingungen an den Hochschulen.</p>
<p>Eines freilich kann ihnen das Internet nicht abnehmen: Ein Programm zu formulieren und mit der Politik zu verhandeln.
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