<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>CARTA &#187; Sportjournalismus</title>
	<atom:link href="http://carta.info/tag/sportjournalismus/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://carta.info</link>
	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 24 May 2012 17:47:08 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>&#8220;The Big Lead&#8221;: Ein Dollar pro Leser</title>
		<link>http://carta.info/28528/the-big-lead-ein-dollar-pro-leser/</link>
		<comments>http://carta.info/28528/the-big-lead-ein-dollar-pro-leser/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 13:48:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Kalwa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Oeko]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=28528</guid>
		<description><![CDATA[Ein erfolgeicher amerikanischer Sportblog wechselte den Besitzer. Der Markt kommt in Bewegung. Was sind die Erfolgsmolek&#252;le von "The Big Lead"?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/57e13d0f1d994d19a448629b4c08293a" alt="" width="1" height="1" />Der amerikanische Medienmarkt hat in den letzten Tagen zum ersten Mal  einen Kennwert produziert, der zeigt, wieviel Geld in dem jungen  journalistischen Online-Format “Sportblogs” steckt. &#220;ber den genauen  Preis wurde nicht viel bekannt. Die Beteiligten einigten sich darauf,  nach au&#223;en von “low seven figures” zu sprechen. Das w&#228;re irgendetwas  zwischen einer und f&#252;nf Millionen Dollar. Oder umgerechnet ungef&#228;hr  ein Dollar pro Nutzer.</p>
<p>Die Webseite tr&#228;gt den okkulten Namen “<a href="http://www.thebiglead.com/">The Big Lead</a>” und wurde 2006  ganz nebenbei zusammen mit ein paar Freunden von einem  Magazin-Journalisten auf die Beine gestellt, der damals bei der  Klatsch-Postille <em>US Weekly</em> in Lohn und Brot stand. Deshalb arbeitete  er anfangs auch mit Tarnkappe und outete sich erst nach zwei Jahren.  Selbst w&#228;hrend einer fr&#252;hen Krise, die seine Seite auf einen Schlag  ber&#252;hmt machte, zog Jason McIntyre es vor, der gro&#223;e Unbekannte der  Blogger-Branche zu bleiben.</p>
<p>Die Krise war nichts anderes als eine Attacke, die ein  ESPN-Radiotalkmeister ausgel&#246;st hatte, als im &#196;rger &#252;ber die neuen  kessen Sportblogs seine H&#246;rer aufforderte, “The Big Lead” einen Besuch  abzustatten. Er wusste, dass man mit einem Denial-of-Service-Attacke  eine Internetseite fluten und dadurch mundtot machen kann. – Allerdings  nicht f&#252;r lange.</p>
<p>Ein paar Erfolgsmolek&#252;le des t&#228;glichen McIntyre-Outputs:</p>
<ul>
<li>Der Ton der Texte ist eine Mischung aus witzig, frivol und  skeptisch, allerdings nicht so vergaggt wie bei der erfolgeichen  Konkurrenz <a href="http://deadspin.com/"><em>Deadspin</em></a>.</li>
<li>Texte werden ab dem fr&#252;hen Morgen gepostet. Die Seite verf&#252;hrt  Dauerkunden dazu, mehrmals am Tag vorbeizuschauen. Denn im Verlauf von  24 Stunden gibt es zwischen zehn und 15 neue Beitr&#228;ge.</li>
<li>Kommentarschreiber &#252;ben sich in sarkastischen Wortgefechten und  wollen sich dabei st&#228;ndig gegenseitig &#252;bertrumpfen.</li>
<li>McIntyre hat seine eigenen Quellen (vor allem in den Medien)  kultiviert und lebt nicht nur vom Nachrichtenfutter der Agenturen und  Zeitungen.</li>
<li>Jeder Tag beginnt mit irgendeinem <a href="http://thebiglead.com/index.php/2010/06/07/the-roundup-mushnick-vs-michael-kay-again-world-cup-drinking-in-canada-flyers-on-the-brink/">Foto einer attraktiven  Frau</a> aus dem Showgewerbe und ein paar Verweisen auf nicht-sportliche  Themen.</li>
<li>Jason McIntyre besch&#228;ftigt inzwischen eine Reihe von Bloggern, die  ihm vor allem am Wochenende einen Teil der Arbeit abnehmen.</li>
</ul>
<p>Der K&#228;ufer ist &#252;brigens die Firma Fantasy Sports, die 15 Millionen  Nutzer erreicht und eine ganze Reihe von Sport-Webseiten betreibt.  McIntyre hatte von Anfang an davon getr&#228;umt, seine Neugr&#252;ndung eines  Tages zu Geld zu machen. Vor allem, nachdem er mitbekommen hatte, dass  die Medienseite <a href="http://www.mediabistro.com/">mediabistro.com</a> f&#252;r 23 Millionen Dollar verh&#246;kert  wurde. “Ich sitze jeden Tag 14 bis 15 Stunden am Computer. Ich musste  eine Menge daf&#252;r aufgeben. Jetzt zahlt es sich aus.”
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F28528%2Fthe-big-lead-ein-dollar-pro-leser%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F28528%2Fthe-big-lead-ein-dollar-pro-leser%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/28528/the-big-lead-ein-dollar-pro-leser/">&#8220;The Big Lead&#8221;: Ein Dollar pro Leser</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/28528/the-big-lead-ein-dollar-pro-leser/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=28528&amp;md5=2d24fe8f9fd8edc6a73ce8e33aeea6ff" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/28528/the-big-lead-ein-dollar-pro-leser/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wie ein 20-J&#228;hriger einen Verlag demontiert</title>
		<link>http://carta.info/20158/wie-ein-20-jaehriger-einen-verlag-demontiert/</link>
		<comments>http://carta.info/20158/wie-ein-20-jaehriger-einen-verlag-demontiert/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 11:03:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Jakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=20158</guid>
		<description><![CDATA[Die folgende kleine Geschichte besteht eigentlich aus zweien. Auf den ersten Blick haben sie nichts miteinander zu tun, auf den zweiten dann schon eine ganze Menge — und beim dritten Blick bemerkt man, dass sie symptomatisch f&#252;r viele unserer Tageszeitungen werden k&#246;nnte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e6d888af49fa4925ac8d06a8b43afcfd" alt="" width="1" height="1" />Der erste Teil handelt von einem jungen Mann aus F&#252;rstenstein in Bayern. Sein Name ist Michael Wagner und ebenso wenig spektakul&#228;r wie sein Name ist seine Passion: Fu&#223;ball. Nicht nur solcher, der sich in den gro&#223;en Ligen Europs abspielt, sondern auch der, der jeden Tag auf kleinen Sportpl&#228;tzen in den Niederungen der Kreisligen gekickt wird. Gro&#223;e Leidenschaft, die zu einem zun&#228;chst kleinen Ergebnis f&#252;hrte: Vor vier Jahren setzte der damals 16-J&#228;hrige eine <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/http://www.fussball-passau.de');" href="http://www.fussball-passau.de/" target="_blank">kleine Seite ins Netz.</a> Thema: lokaler Fu&#223;ball aus der Region Passau, von der untersten Kreisliga bis in die Bayernliga. Wagner machte sich dabei etwas zunutze, was zu den unschlagbaren Vorteilen des Netzes geh&#246;rt: Er hatte de facto unbegrenzt Platz zur Verf&#252;gung. Das klingt erst einmal schrecklich banal, bekommt aber an Spannung, wenn man ein wenig wei&#223;, wie der lokale Fu&#223;ball in den meisten Lokalredaktionen der Tageszeitungen in Niederbayern behandelt wurde. F&#252;r viele kleine Vereine reichte es gerade mal f&#252;r ein paar mickrige Zeilen, oft gerade mal das Spielergebnis mit Torsch&#252;tzen.</p>
<p>Aus n&#252;chterner, journalistischer Sicht ist das nat&#252;rlich — begr&#252;ndbar. Klar sind es oft ziemlich gruselige C-Klassen-Kicks und oft schauen da nur ein paar Spielerfrauen und ein paar Leute aus dem Dorf zu. Es w&#228;re also nichts einfacher als zu sagen: Was zur H&#246;lle hat das mit einem wom&#246;glich noch ernst gemeinten “Spielbericht” in der Zeitung zu suchen? Nimmt man den reinen Informationswert oder gar den sportlichen Wert des Ganzen als Ma&#223;stab, kommt man schnell zu einem gut begr&#252;ndbaren Ergebnis: nicht mehr als drei Zeilen.</p>
<p>Das ist der eine Aspekt. Der andere ist (wie so h&#228;ufig im Lokalen): Genau daf&#252;r interessiert sich bei den Lesern kein Mensch. Niemand will unsere journalistische Erw&#228;gungen wissen, wenn es um ein kleines Fu&#223;ballspiel geht. Stattdessen wollen sie: einen ausf&#252;hrlichen Spielbericht mit minuti&#246;ser Schilderung der dramatischen Ereignisse auf dem Platz. Viele Bilder, wunderbare Statistiken, Tabellen, Meinungen zum Spiel. Im Grunde also soll das C-Klassen-Spiel abgehandelt werden wie ein L&#228;nderspiel.</p>
<div id="attachment_20200" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-full wp-image-20200 " title="FuPa" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/12/fp.png" alt="&#220;ber das C-Klassen- wie bei einem L&#228;nderspiel berichten:Fu&#223;ball Passau (Screenshot)" width="300" height="234" /><p class="wp-caption-text">&#220;ber das C-Klassen- wie bei einem L&#228;nderspiel berichten: Fu&#223;ball Passau (Screenshot)</p></div>
<p>F&#252;r die allermeisten Zeitungen ist das aus diversen Gr&#252;nden nicht leistbar. Es w&#252;rde ihre Umf&#228;nge sprengen, ihre personelle Infrasturktur ist nicht darauf ausgelegt. Vor allem: Wenn man ein Kreisklassenspiel so behandelt, was macht man dann mit dem L&#228;nderspiel? Eine Sonderausgabe?</p>
<p>Keine Ahnung, ob sich Michael Wagner all diese Gedanken jemals gemacht hat. Was er machte, k&#246;nnte diesem Gedanken aber gefolgt sein: Er lieferte auf seinem Portal den vielen Fu&#223;ballfans in der Region genau das. Jede Liga, jedes Spiel wird dort inzwischen ausf&#252;hrlich geschildert. Es gibt Spielerb&#246;rsen, Tabellen, Statistiken, kurzum: Wagner hat ein hyperlokales (Fu&#223;ball-)Medium gemacht — und die User dort sind gl&#252;cklich. Bis zu 20.000 Besucher hat die Seite inzwischen. Und einen <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/http://www.fussball-passau.de/index.php?option=com_lmo&amp;page=fupa_team');" href="http://www.fussball-passau.de/index.php?option=com_lmo&amp;page=fupa_team" target="_self">Mitarbeiterstamm</a>, der jedem gro&#223;en Medium zu Ehre gereichen w&#252;rde.</p>
<p>Womit wir allm&#228;hlich zum zweiten Teil der Geschichte kommen. In Passau sitzt ja auch die gro&#223;e PNP, ein Regionalblatt mit einer Auflage von rund 170.000 und in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets ein klassischer Monopolist. Der Kreisklassen-Fu&#223;ball wurde (und wird) dort seit Jahren so behandelt wie beschrieben. Ob das richtig war oder nicht, war lange Zeit dahin gestellt. Ganz einfach deswegen, weil es f&#252;r den Verlag nicht relevant war, ob die Leser das mochten oder auch nicht. Schlie&#223;lich blieb ihnen keine andere Wahl — entweder PNP lesen oder auf Informationen zu den Spielen verzichten.</p>
<p>Diese Schl&#228;frigkeit f&#252;hrte dann auch dazu, dass die gro&#223;e PNP lange nicht bemerkte, was sich in ihrem Schatten entwickelte. Sie betrieb weiterhin ihren Verwaltungsjournalismus in der Zeitung und was online passierte, beachtete sie nicht. Das aus zweierlei Gr&#252;nden: zum einen, weil sie sich f&#252;r das Netz und f&#252;r neue Medien ungef&#228;hr gar nicht interessierte, zum anderen, weil ihr vermutlich der Gedanke, jemand anderes k&#246;nne im Gro&#223;raum Passau  ein ernstzunehmendes journalistisches Angebot etablieren, v&#246;llig suspekt war. Was wiederum dem alten analogen Denken und dem v&#246;lligen Unverst&#228;ndnis f&#252;r digitale Medien geschuldet war: Dass die Kosten, ein digitales Medium zu etablieren, deutlich unter denen eines Printmediums liegen, hatte sich noch nicht ganz bis zur PNP rumgesprochen. Und dass ein 16j&#228;hriger Azubi  damit die M&#246;glichkeit hat, unbemerkt zum Verleger eines Mediums zu werden, schien den Passauern auch nicht ganz einzuleuchten (ist ja auch, wenn man ehrlich ist, erst einmal schwer vorstellbar).</p>
<p>Die Konsequenz dessen war einfach: W&#228;hrend die PNP weiter vor sich hin dilettierte und einen merkw&#252;rdigen Onlineauftritt hinlegte, bei dem viele Inhalte zahlenden Abonennten vorbehalten blieben, wuchs Wagners “Fu&#223;ball Passau” zu einer &#252;beraus beachtlichen Konkurrenz heran. Konkurrenz? Eigentlich das falsche Wort. Wer wissen will, was im regionalen Fu&#223;ball passiert, h&#228;lt sich inzwischen viel eher an das gut gemachte Wagner-Portal als an den &#246;den PNP-Auftritt. Danach versuchte man mehreres: Man probierte Wagner unter Druck zu setzen, man versuchte, den unliebsamen Konkurenten zu kaufen. Alles erfolglos, Wagner, inzwischen 20, macht nicht nur unbeirrt weiter, er hat aus seinem Online-Portal inzwischen auch ein Fu&#223;ball-Heft gemacht, das in diesen Tagen erstmals erschienen ist.</p>
<p>Bei der PNP hingegen geht es mal wieder gerade etwas lustig zu. Es zeigt die ganze Hilflosigkeit, die in einem solchen Gro&#223;verlag herrscht. Der gerade mal vor einem Jahr gekommene Passauer Lokalchef soll jetzt Chef einer neuen Multimedia-Truppe werden, weil die PNP beschlossen hat, sich bereits ab  2010 an den Zeitgeist zu h&#228;ngen und einen neuen Onlineauftritt zu entwickeln. Daf&#252;r soll es sogar, man glaubt es kaum, eine richtige eigene Redaktion geben. Warum man sich als Chef dieses Auftritts jemanden auserkoren hat, der nachweisbar keinerlei Expertise in diesem Bereich hat, mag man spekulierendererweise auch damit begr&#252;nden, dass auch er es nicht geschafft hat, den stetigen Auflagenr&#252;ckgang in Passau zu stoppen.</p>
<p>Jedenfalls zeigt ich der ganze Leidensdruck von Regionalzeitungen sehr sch&#246;n in dieser Geschichte: &#220;ber viele Jahre hinweg &#252;bte sich der Lokalriese PNP als br&#228;siger Platzhirsch, um jetzt zum Scheinriesen zu mutieren. Ein 20-J&#228;hriger nimmt ihnen die Kernkompetenz Lokalsport, Onlinekompetenz im Haus gibt es de facto nicht, ein Nicht-Onliner wird deswegen zum Chefredakteur des Onlineangebots gemacht. Gleichzeitig befinden sich Auflage und Anzeigenerl&#246;se weiter im Sinkflug, was durch Einsparungen beim Personal kompensiert werden soll. Welche Auswirkungen das hat, ist leicht absehbar: Das Blatt wird d&#252;nner, es wird schlechter,  es verliert den Zugang zu einem j&#252;ngeren Publikum (das sich schon l&#228;ngst online rumtreibt). Innerhalb eines Jahres (3. Quartal 2008 bis 3. Quartal 2009) hat die PNP laut IVW erneut rund 1500 Auflage verloren. Diese Erosion wird sich in den kommenden Jahren noch verst&#228;rken und die PNP hat keinerlei Alternative zur Kompensation, weil sie es in den letzten 10 Jahren vers&#228;umt hat, neue Kan&#228;le zu entwickeln und aufzubauen.</p>
<p>Michael Wagner jedenfalls ist guter Dinge. Jedes Jahr hat sich sein Nutzerkreis bisher verdreifacht.</p>
<p>Er braucht die PNP sicher nicht. Und seine Leser — brauchen sie auch nicht mehr.</p>
<p><em>Dieser Beitrag erscheint als Crossposting vom <a href="http://www.blog-cj.de/blog/?p=2683">JakBlog.</a></em>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F20158%2Fwie-ein-20-jaehriger-einen-verlag-demontiert%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F20158%2Fwie-ein-20-jaehriger-einen-verlag-demontiert%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/20158/wie-ein-20-jaehriger-einen-verlag-demontiert/">Wie ein 20-J&#228;hriger einen Verlag demontiert</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/20158/wie-ein-20-jaehriger-einen-verlag-demontiert/#comments">16 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=20158&amp;md5=445eff3aa1d61cee65e5b3c5e12c8066" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/20158/wie-ein-20-jaehriger-einen-verlag-demontiert/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>16</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Trainer Baade: &#8220;Ich habe noch nicht dar&#252;ber nachgedacht, ob ich der Punk bin&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/18035/trainer-baade-ich-habe-noch-nicht-darueber-nachgedacht-ob-ich-der-punk-bin/</link>
		<comments>http://carta.info/18035/trainer-baade-ich-habe-noch-nicht-darueber-nachgedacht-ob-ich-der-punk-bin/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 11:49:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Kalwa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Trainer Baade]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=18035</guid>
		<description><![CDATA[Die Einsch&#252;chterungsma&#223;nahmen gegen Sportblogger sollen den Status Quo einer Medienlandschaft erhalten, in der das Machtkartell von Verb&#228;nden, Clubs und Medien entscheidet, was dem Publikum serviert wird. Aus Angst vor Anwaltspost sind deutsche Sportblogger ziemlich zahm.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/6f62d4dcade64911a9aaead73708419e" alt="" width="1" height="1" />Vor einem Jahr formulierte der Spiegel in einem langen Artikel folgende <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,567038,00.html">Einsch&#228;tzung</a>: &#8220;Blogs bleiben ein Nischenprodukt. Mal lustig, mal interessant. Sehr oft mit nichts als sich selbst besch&#228;ftigt. Aber insgesamt ohne gro&#223;e Bedeutung. Man spricht nicht dar&#252;ber.&#8221; Das Urteil war voreilig. Denn wenig sp&#228;ter bot ein gewisser Theo Zwanziger seinen Stuhl als DFB-Pr&#228;sident an, falls er in einem Rechtsstreit um einen Blogkommentar unterliegen w&#252;rde. Der Kommentator Jens Weinreich hatte ihm vorgeworfen, er sei ein &#8220;unglaublicher Demagoge&#8221;.</p>
<p>Die Auseinandersetzung Zwanziger vs. Weinreich erzeugte querbeet eine Menge Beachtung. Weshalb sich im September auch kaum noch jemand wunderte, wie gro&#223; das Reservoir an Relevanz inzwischen ist. Da <a href="http://www.allesaussersport.de/archiv/2009/09/01/wie-jako-anderen-leuten-das-letzte-trikot-auszieht/">berichtete</a> Kai Pahl alias dogfood von allesaussersport unter der &#220;berschrift &#8220;Wie Jako anderen Leuten das letzte Hemd auszieht&#8221; in einem ausf&#252;hrlichen Beitrag &#252;ber den skandal&#246;sen <a href="http://carta.info/14089/jako-abmahnungen/">Fall</a> einer Sportbekleidungsfirma und ihrer Rechtsanwaltskanzlei, die einen Sportblogger mit exorbitanten Forderungen in die Knie zwingen wollte.</p>
<p>Innerhalb weniger Stunden begann ein Sturm der Entr&#252;stung, der insgesamt mehr als 800 Kommentatoren auf die Palme brachte. Bei Twitter schaffte es das Stichwort <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23jako">#jako</a> bis in die obersten R&#228;nge. &#220;ber hundert Blogs <a href="http://www.probek.net/2009/09/01/vom-umgang-mit-bloggern-oder-wie-jako-anderen-leuten-das-letzte-trikot-auszieht/ ">schrieben</a> &#252;ber die Angelegenheit. Und so zogen sie nach: das <em>Handelsblatt</em>, die <em>S&#252;ddeutsche Zeitung</em>, die <em>taz</em> und, ja, auch <em>Spiegel Online</em>. Selbst der Bayerische Rundfunk ging in einem umfangreichen Bericht &#252;ber den Stellenwert der Blogosph&#228;re in der Sendung &#8220;<a href="http://www.br-online.de/podcast/mp3-download/bayern2/mp3-download-podcast-zuendfunk-generator.shtml">Z&#252;ndfunk</a>&#8221; auf den Vorgang ein.</p>
<p>Die Sache h&#228;tte vermutlich noch mehr Wirkung erzielt, wenn der betroffene Blogger Frank Baade, der die Kunstfigur &#8220;<a href="http://trainer-baade.de/">Trainer Baade</a>&#8221; geschaffen hat und unter diesem Namen die besten Sportglossen in ganz Deutschland schreibt, sich nicht aus der Auseinandersetzung herausgehalten h&#228;tte. Der kreative Kopf, der Wortsch&#246;pfungen wie &#8220;Schlurchmarke&#8221; oder &#8220;Popelsblogger&#8221; erfunden hat, schwieg jedoch lieber. &#8220;Ich bin wie wahrscheinlich 98 Prozent der Bev&#246;lkerung juristischer Laie. Und ich hatte kein Interesse daran, Schritte zu begehen, die ich nachher bereuen w&#252;rde. Meine Trainer Baade-Seite ist keine Plattform f&#252;r eine juristische Auseinandersetzung&#8221;, sagte er jetzt in seinem ersten ausf&#252;hrlichen Interview – ein Gespr&#228;ch, das er und ich f&#252;r den zweiw&#246;chentlich erscheinenden Podcast der deutschen Fu&#223;ballblogger gef&#252;hrt haben. Bei <a href="http://american-arena.blogspot.com/2009/11/trainer-baade-das-exklusiv-interview.html">American Arena</a> gibt es eine kurze Einstimmung, bei probek.net die <a href="http://www.probek.net/2009/11/03/ballpod-ausgabe-7-2-november-2009/">Komplett-Fassung</a>.</p>
<p>JAKO hat inzwischen eingelenkt und alle angeleierten rechtlichen Schritte gegen Trainer Baade zur&#252;ckgezogen, wenn auch die Firma offensichtlich noch nicht alle versprochenen Zusagen eingehalten hat. Der Streisand-Effekt und der &#8220;PR-GAU&#8221; (Z&#252;ndfunk) hatten Wirkung gezeigt.</p>
<p>Anders als die Sache <a href="http://carta.info/1662/wenn-vasen-wackeln-2/">Weinreich contra Zwanziger</a>, die eine bemerkenswerte Spendenaktion produzierte, oder die Abmahnung der Journalistin Eva C. Schweitzer gegen einen Blogger, der ihren Artikel auf Zeitonline <a href="http://www.nomnomnom.de/2008/05/20/obama-of-nine">empfohlen</a> und verlinkt hatte, h&#228;lt der Fall JAKO contra Trainer Baade ein paar Erkenntnisse bereit, die &#252;ber die R&#252;ckschlagwirkung einer Bazooka-Taktik hinausgeht, mit sich der Leute ein paar Spatzen zum Fr&#252;hst&#252;ck schie&#223;en wollen.</p>
<p>Denn der Fall macht auch auf die Defizite des etablierten Sportjournalismus aufmerksam. Weil es dort fast &#252;berall an einer konsequent kritischen und skeptischen Haltung gegen&#252;ber Sponsoren, Investoren und angeblichen Experten wie Franz Beckenbauer mangelt (Trainer Baade hat ihm eine ganze Rubrik namens &#8220;<a href="http://www.trainer-baade.de/?cat=5">Der Dummschw&#228;tzer</a>&#8221; gewidmet), reagieren solche Herrschaften schnell &#252;berempfindlich, wenn ihnen jemand seine Meinung sagt. Dann schicken sie rasch ihren Anw&#228;lte los. Jede Einsch&#252;chterungsma&#223;nahme hat vor allem ein Ziel, eine Statuslandschaft zu erhalten, in der ein &#252;ber die letzten Jahrzehnte gewachsenes Milliarden-Machtkartell aus Verb&#228;nden, Clubs und Medien dar&#252;ber entscheidet, was dem gemeinen Publikum auf welche Weise serviert wird und wieviel es daf&#252;r bezahlen muss.</p>
<p>Dass aber ausgerechnet er mit seinem Geigerz&#228;hler f&#252;r Bullshit aller Art von einer Au&#223;enstelle des Kartells in die Mangel genommen wurde, hatte Trainer Baade trotzdem nicht erwartet. &#8220;Ich habe wenig dar&#252;ber nachgedacht, ob ich etwas neu erfinden will oder etwas aufbrechen will oder ob ich der Punk bin&#8221;, sagt Frank Baade, der es sprachpenibler Mensch ganz und gar nicht sch&#228;tzt, wie seine Lieblingssportart &#8220;zur Samstagabendunterhaltung degradiert und mit Dingen aus dem Showbereich vermengt&#8221; worden ist. Und der sich im Interview dar&#252;ber beklagt, dass das Fernsehen den Stoff &#8220;fast schon klamaukartig&#8221; pr&#228;sentiert und in einer &#8220;ehrerbietigen Rolle den vermeintlichen Gr&#246;&#223;en des Fu&#223;balls gegen&#252;ber, die uns aber auch keine neuen Erkenntnisse bringen&#8221;.</p>
<p>Um das Kontrastprogramm zu beschreiben, das er und viele andere mit ihren Sport-Blogs bieten, verwendet Frank Baade gerne die Metapher des in England lebenden deutschen Fu&#223;ball-Journalisten Raphael Honigstein, der die Sportblogger mit Indiemusikern <a href="http://catenaccio.de/?p=4008">verglichen</a> hat. Baade: &#8220;Die etablierten Medien sind der Mainstream.&#8221;</p>
<p>In ihrer Indie-Rolle sind die deutschen Sportblogger im Vergleich zu den Amerikanern, die sich inzwischen &#246;ffentlich auf dem Niveau der Boulevardmedien sogar mit dem Medienriesen ESPN <a href="http://backporch.fanhouse.com/2009/10/21/espn-horndog-dossier-deadspin-espn-fight-raises-legal-question/">anlegen</a>, &#252;brigens ziemlich zahm. Auch weil die Sorge vor der Post vorm Anwalt virulent ist. So provoziert kaum ein Thema in dem vor einem halben Jahr gegr&#252;ndeten informellen <a href="http://www.sportbloggernetzwerk.de/">Sportbloggernetzwerk</a>, einem nicht-&#246;ffentlichen Internetforum mit knapp f&#252;nfzig Mitgliedern, so viele &#196;u&#223;erungen wie die Sorge vor unabsichtlichen Verst&#246;&#223;en gegen das Urheberrecht.</p>
<p>Dass so viele Blogger im Sportbereich abseits irgendwelcher Fanloyalit&#228;t ein Zusammengeh&#246;rigkeitsgef&#252;hl entwickelt haben, schafft allerdings noch lange kein Gegengewicht gegen das Geld und die &#220;bermacht der Firmen und Verb&#228;nde. Auch wenn der Zuspruch w&#228;chst. &#8220;Der Aufschrei im Netz konnte nur deshalb passieren und so gro&#223; werden, weil die Zahl der Teilnehmer w&#228;chst&#8221;, sagt Baade, der die Bedeutung seines Falls herunterspielt. &#8220;Es ist &#252;berhaupt keine Kampagne passiert. Nat&#252;rlich kann es den Charakter eines Mobs gewinnnen, an den sich auch viele dranh&#228;ngen, von denen man sich nicht sicher sein kann, dass sie die Sache wirklich verstanden haben.&#8221; Immerhin haben wohl die meisten verstanden, um was es ihm geht: &#8220;Da ist jemand der authentisch schreibt und der vielleicht auch etwas &#252;bers Ziel hinausschie&#223;t und dennoch versucht, dabei authentisch zu bleiben.&#8221;</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/faZtGhxk3LA&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/faZtGhxk3LA&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
<small><a href="http://www.youtube.com/watch?v=faZtGhxk3LA">Video</a>: Fragen an das Universum Folge 3 – Was tr&#228;gt die Mannschaft von Trainer Baade?</small></p>
<p><em>Weiterf&#252;hrende Links zum Ballpod-Podcast: <a href="http://www.probek.net/2009/11/03/ballpod-ausgabe-7-2-november-2009/">Trainer-Baade-Interview</a>/ <a href="http://feeds.feedburner.com/fubapod">RSS</a> / <a href="http://www.itunes.com/podcast?id=332779256">iTunes</a></em>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F18035%2Ftrainer-baade-ich-habe-noch-nicht-darueber-nachgedacht-ob-ich-der-punk-bin%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F18035%2Ftrainer-baade-ich-habe-noch-nicht-darueber-nachgedacht-ob-ich-der-punk-bin%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/18035/trainer-baade-ich-habe-noch-nicht-darueber-nachgedacht-ob-ich-der-punk-bin/">Trainer Baade: &#8220;Ich habe noch nicht dar&#252;ber nachgedacht, ob ich der Punk bin&#8221;</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/18035/trainer-baade-ich-habe-noch-nicht-darueber-nachgedacht-ob-ich-der-punk-bin/#comments">13 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=18035&amp;md5=8eb68d98a3b54a0b55f41e8639a8b0a0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/18035/trainer-baade-ich-habe-noch-nicht-darueber-nachgedacht-ob-ich-der-punk-bin/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>13</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Journalismus: Jetzt auch aus Textbausteinen vom Kollege Automat</title>
		<link>http://carta.info/16739/stat-monkey-journalismus-computer-automatisierung/</link>
		<comments>http://carta.info/16739/stat-monkey-journalismus-computer-automatisierung/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 11:11:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Kalwa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Automatisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Sportjournalismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=16739</guid>
		<description><![CDATA[Die gr&#246;&#223;te denkbare Kr&#228;nkung des Journalistenethos steht bevor: Journalismus ohne Journalisten. Das Computerprogramm "Stat Monkey" kann Spielberichte so gut wie eilige Sportjournalisten produzieren. Es zeigt: Auch "Qualit&#228;tsjournalismus" geht h&#228;ufig nicht &#252;ber das Baukastenschema hinaus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/5cde7b316029496eb35b8c239cc24e8f" width="1" height="1" alt=""/>Das Reden &#252;ber Qualit&#228;tsjournalismus verschleiert vieles. Nicht zuletzt jene traurige Tatsache, dass ein erheblicher Teil all dessen, was sich Journalismus nennt, alles andere verdient hat als das Etikett “Qualit&#228;t”. Der Erfolg der Vokabel mag daran liegen, dass sie auf unterschwellige Weise eine Illusion aufrecht erh&#228;lt: Medienarbeit wird von denkenden Menschen verrichtet, die honorige Auswahlkriterien benutzen, gr&#252;ndlich recherchieren, ausgewogen berichten und von niemandem f&#252;r diese T&#228;tigkeit bezahlt werden au&#223;er von ihrem Arbeit- oder Auftraggeber.</p>
<p><strong>Dream on.</strong> Denn diese Illusion wird nicht mehr sehr lange weiter existieren. Jedenfalls nicht, wenn man wei&#223;, woran Studenten an der Northwestern University au&#223;erhalb von Chicago arbeiten. Sie haben soeben in einem der Hauptarbeitsbereiche des Medienalltags – der Sportberichterstattung – ein Computerprogramm <a href="http://infolab.northwestern.edu/projects/stats-monkey/">entwickelt</a>, das zeigt, dass es ganz ohne Journalisten geht.</p>
<p>Allenfalls der Name ihres Konzepts ist surreal. Sie nennen es <em>Stat Monkey</em> – Statistik-Affe. Der Rest ist ungeheuer handfest. Denn das Programm wurde – &#228;hnlich der Analyseabl&#228;ufe in Schachcomputern – so weit verfeinert und ver&#228;stelt, dass es eine ganz bemerkenswerte Qualit&#228;tsstufe erreicht. Die Texte sind so gut wie das, was eilige Sportjournalisten unter dem Termindruck einer aktuellen Berichterstattung produzieren. Als Ausgangspunkt widmeten sich die Studenten dem in den USA popul&#228;ren Baseball, einer Sportart, die traditionell eine enorme Dichte statistischer Detailinformationen produziert. Die Daten wiederum bilden das Ger&#252;st f&#252;r das Material, das vom Computer zu koh&#228;renten Einsch&#228;tzungen des Geschehens umgetextet werden kann. Die Resultate sind nicht nur lesbar, sondern durchaus sinnig geschrieben, wie eines der Beispiele zeigt, das die <em>New York Times</em> in einem Bericht &#252;ber das Projekt <a href="http://mediadecoder.blogs.nytimes.com/2009/10/19/the-robots-are-coming-oh-theyre-here/">dokumentierte:</a></p>
<blockquote><p>BOSTON — Things looked bleak for the Angels when they trailed by two runs in the ninth inning, but Los Angeles recovered thanks to a key single from Vladimir Guerrero to pull out a 7-6 victory over the Boston Red Sox at Fenway Park on Sunday.</p>
<p>Guerrero drove in two Angels runners. He went 2-4 at the plate.</p>
<p>“When it comes down to honoring Nick Adenhart, and what happened in April in Anaheim, yes, it probably was the biggest hit (of my career),” Guerrero said. “Because I’m dedicating that to a former teammate, a guy that passed away.”</p></blockquote>
<p>Dass ein Programmmodul “Baseball” Sportreportern die Butter vom Brot nehmen kann, liegt nicht nur an dem vorhandenen Ausgangsmaterial. Es liegt vor allem an der limitierten und standardisierten Art und Weise der Nachrichtengebung in der Sportberichterstattung. In den <strong>K&#246;pfen der klassischen Sportjournalisten existiert gemeinhin nicht mehr als ein Baukastenschema</strong>, das den Stoff nach Merkmalen wie Gewinner und Verlierer, Favorit und Au&#223;enseiter, Erwartungen und &#220;berraschungen und anderen Denkschablonen abklopft und dann in Form einer immer gleichen Litanei, gespickt mit statistischen Infos, in ein im Grunde austauschbares St&#252;ck Prosa verwandelt.</p>
<div id="attachment_16755" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.flickr.com/photos/vinspired_voicebox/3900001710/"><img class="size-medium wp-image-16755 " title="Journalismus ohne Journalisten. Foto: Flickr/vinspiredvoicebox" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/10/robot-300x199.jpg" alt="robot" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Journalismus ohne Journalisten: &quot;Auf fast alle Sportarten anzuwenden.&quot; Foto: Flickr/vinspiredvoicebox</p></div>
<p>Man kann sich leicht vorstellen, dass das System auf fast alle Sportarten anzuwenden ist. Auch auf Fu&#223;ball, dessen Free-Flow-Dynamik in Agenturberichten auf Kernausk&#252;nfte reduziert wird, die – angereichert um ein paar Zitate von Trainern und Spielern – ebenso austauschbar werden wie in stark datendefinierten Sportarten wie Baseball oder Football.</p>
<p>Die <em>Stat-Monkey</em>-Entwickler sehen das bereits am Horizont. Und zwar nicht nur im Wirtschaftsjournalismus, wo bei der Berichterstattung &#252;ber B&#246;rsenkurse oder Gewinn- oder Verlustnachrichten von Aktiengesellschaften ein &#228;hnlicher Bedarf besteht wie im Sport. Sie k&#246;nnen sich auch vorstellen, so schrieben sie auf ihrer Webseite, dass das “System ausgeweitet werden kann, dass es Zitate von Einzelpersonen oder Organisationen in diese Berichte einarbeitet und auch Geschichten in einem unterschiedlichen Erz&#228;hlstil f&#252;r unterschiedliches Publikum” produziert.</p>
<p>Wann das ganze in die Praxis vor allem der Agenturarbeit umgesetzt werden k&#246;nnte, steht noch nicht fest. Nur soviel kann man mit Sicherheit behaupten: Es wird kommen. <strong>Der Kostendruck in den Medien wird schon daf&#252;r sorgen</strong>. Aber auch soviel darf man prognostizieren: Dass die Verlage in Deutschland f&#252;r Texte von einem solchen Affen sicher auch noch <a href="http://carta.info/16569/koalition-plant-leistungsschutzrecht-fuer-verlage/">Leistungsschutzrechte</a> in Anspruch nehmen werden. Sie haben dem Affen schlie&#223;lich Zucker gegeben. Daf&#252;r wollen sie honoriert werden.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F16739%2Fstat-monkey-journalismus-computer-automatisierung%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F16739%2Fstat-monkey-journalismus-computer-automatisierung%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/16739/stat-monkey-journalismus-computer-automatisierung/">Journalismus: Jetzt auch aus Textbausteinen vom Kollege Automat</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/16739/stat-monkey-journalismus-computer-automatisierung/#comments">29 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=16739&amp;md5=93e58c8f60cfd94bf268640487bef02e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/16739/stat-monkey-journalismus-computer-automatisierung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>29</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

