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	<title>CARTA &#187; Spinternet</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Morozov: Mehr Internet, mehr Kontrolle, mehr Eskapismus</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Sep 2009 10:11:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In das Internet ist ein Mehr an Demokratie und Mitbestimmung keinesfalls schon technisch eingebaut, erkl&#228;rte Evgeny Morozov auf der TED. Autorit&#228;re Regime lernten zunehmend, sich mit dem Netz anzufreunden und es mit ihrem Spin zu versehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/cd6992d9134db114c07bf70dc1fe8d" alt="" width="1" height="1" /><br />
<a href="http://www.evgenymorozov.com/"><strong>Evgeny Morozov</strong></a> stammt aus Wei&#223;russland, was seine Sicht auf das Internet sicherlich entscheidend gepr&#228;gt hat. F&#252;r ihn stellt sich n&#228;mlich die Frage, ob das Netz tats&#228;chlich nach und nach &#252;berall auf der Welt zu mehr Freiheit und Demokratie f&#252;hren wird, wie viele Tech-Evangelisten meinen – oder ob nicht autorit&#228;re Staaten ihre Machtstrukturen damit halten und ausbauen k&#246;nnen.</p>
<p>Im Juli 2009 sprach er auf einer der <a href="http://www.ted.com/talks/evgeny_morozov_is_the_internet_what_orwell_feared.html?awesm=on.ted.com_3H&amp;utm_campaign=ted&amp;utm_medium=on.ted.com-copypaste&amp;utm_source=&amp;utm_content=site-basic"><strong>TED-Konferenzen</strong></a>. In seinem knapp 12 Minuten langen Vortrag f&#252;hrt er zahlreiche Belege daf&#252;r an, dass Staaten wie China, Russland oder Iran <strong>ganz gut mit dem Internet leben k&#246;nnen</strong>. Statt auf Zensur setze man dort zunehmend darauf, Blogger f&#252;r eigene Zwecke einzubinden. Die Regierungs-PR lernt mit dem Internet zu leben. Die Regime lernen, ihren Spins dem &#8220;Spinternet&#8221; <a href="http://www.nytimes.com/2009/03/30/opinion/30iht-edmorozov.html?_r=2">einzupflanzen</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Many governments have honed their Internet strategies beyond censorship and are employing more subtle (and harder to detect) ways of controlling dissent, often by planting their own messages on the Web and presenting them as independent opinion.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zudem erm&#246;gliche das Internet eine neue Form des <a href="http://twitter.com/jeffjarvis/status/4175513656">Eskapismus</a>, so dass junge Erwachsene nicht mehr auf die Stra&#223;en gingen und protestierten, sondern sich bevorzugt im Netz von den eigentlichen Fragen ablenken w&#252;rden.</p>
<p><object width="446" height="326" data="http://video.ted.com/assets/player/swf/EmbedPlayer.swf" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="bgColor" value="#ffffff" /><param name="flashvars" value="vu=http://video.ted.com/talks/dynamic/EvgenyMorozov_2009G-medium.flv&amp;su=http://images.ted.com/images/ted/tedindex/embed-posters/EvgenyMorozov-2009G.embed_thumbnail.jpg&amp;vw=432&amp;vh=240&amp;ap=0&amp;ti=641&amp;introDuration=16500&amp;adDuration=4000&amp;postAdDuration=2000&amp;adKeys=talk=evgeny_morozov_is_the_internet_what_orwell_feared;year=2009;theme=bold_predictions_stern_warnings;theme=technology_history_and_destiny;theme=unconventional_explanations;event=TEDGlobal+2009;&amp;preAdTag=tconf.ted/embed;tile=1;sz=512x288;" /><param name="src" value="http://video.ted.com/assets/player/swf/EmbedPlayer.swf" /><param name="bgcolor" value="#ffffff" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>Video:<span id="altHeadline"> <a href="http://www.ted.com/talks/evgeny_morozov_is_the_internet_what_orwell_feared.html">Evgeny Morozov &#8211; How the Net aids dictatorships</a> (<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/">cc-by-nc-nd</a>)<br />
</span></p>
<p>Seinen Argumenten kann man sich nicht ganz entziehen, wenn sie auch an der einen oder anderen Stelle zu kurz greifen. Die Position etwa, dass autorit&#228;re Regime nun nicht mehr m&#252;hsam durch <strong>Folter</strong> herausfinden m&#252;ssten, wie Regimegegner untereinander bekannt und vernetzt sind, weil sich das jetzt einfach auf Facebook ablesen lasse, kann nur bedingt richtig sein.</p>
<p>Denn im dem Moment, in dem klar wird, dass man auf bestimmten Social Networks nicht mehr unter sich ist und <strong>der Staat mith&#246;rt</strong>, wird man auf andere Instrumente ausweichen. In dieser Hinsicht war Twitter f&#252;r die Opposition im <strong>Iran</strong> nur kurze Zeit von Nutzen, weil das Regime rasch mitzulesen lernte und versuchte, die Twitterer zu identifizieren und zu verhaften. Als diese Gef&#228;hrlichkeit erkannt war, wurde Twitter nur noch dazu eingesetzt, die Welt&#246;ffentlichkeit zu informieren. Dazu dienten Accounts, die keiner realen Person mehr zuzuordnen waren, und die nur von &#246;ffentlichen Internetcafés aus bedient wurden.</p>
<p>Dieses Beispiel zeigt aber auch, dass <strong>moderne Technologie es repressiven Staaten tendenziell erleichtert, ihre B&#252;rger zu &#252;berwachen</strong>. Einfache Mobiltelefone etwa k&#246;nnen zumindest auf der Ebene der Funkzelle geortet werden, was Aufschluss &#252;ber Aufenthaltsorte und die Bewegungsmuster beliebiger Personen ergeben kann. Neuere Ger&#228;te mit GPS-Empf&#228;nger lassen eine metergenaue Ortung zu. Dass Ger&#228;te wie das iPhone derzeit erst in Kalifornien relativ weit verbreitet sind, ist dabei nur ein schwacher Trost: Ein Staat k&#246;nnte es geradezu darauf anlegen, seine Jugend st&#228;rker zu kontrollieren und dazu einfach die Vermarktung attraktiver Mobilfunkger&#228;te subventionieren.</p>
<p>Aus Dubai ist bekannt, dass dort in diesem Sommer der Versuch unternommen wurde, den <strong>Datenverkehr aller BlackBerries zu protokollieren</strong>. Die Abh&#246;raktion <a href="http://www.blackberrycool.com/2009/07/13/uae-spying-on-citizens-through-an-etisalat-blackberry-update/">wurde bekannt</a>, weil die Applikation nicht richtig funktionierte und die betroffenen Ger&#228;te hei&#223; liefen. Wozu der Scheich dort wohl wissen wollte, was Gesch&#228;ftsleute so alles &#252;ber ihren BlackBerry &#252;bermitteln?</p>
<p>Insgesamt k&#246;nnte es also f&#252;r den einen oder anderen Staat durchaus Sinn machen, anders als in Nordkorea oder Burma (Myanmar), nicht die Zeit anzuhalten, sondern alle B&#252;rger bestm&#246;glich zu vernetzen und zu digitalisieren. <strong>Denn je h&#246;her die Verbreitung des Internets, desto l&#252;ckenloser die Kontrolle und desto auch gr&#246;&#223;er die Chancen auf einen Eskapismus </strong>(&#8220;Cyber-Hedonism&#8221;), der das Regime kritiklos schalten und walten l&#228;sst.</p>
<p>Wie gut, dass in <strong>Deutschland</strong> alles ganz anders ist und es hier nie so weit kommen wird! Oder sollte man Evgeny Morozov einmal hierher einladen und mit ihm &#252;ber die <a href="http://vimeo.com/4631958">Vorratsdatenspeicherung</a> und das <a href="http://carta.info/12722/meinungsfreiheit-internet/">Zugangserschwerungsgesetz</a> sprechen? Vielleicht w&#252;rde er dann auch &#252;ber Deutschland auf seinem <a href="http://evgenymorozov.com/blog">sehr interessanten Blog</a> schreiben.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=15216&amp;md5=62e7ccf04f409b5261f8eac77dbdc87e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Neues vom Buzzword-Bingo: Slacktivism, Spinternet, Singularity</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Jul 2009 10:34:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Pachali</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Drei Buzzwords fielen auf der TEDGlobal-Konferenz: Slacktivism, Spinternet und Singularity. Was ist gemeint?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/a41ec475f3b1c507e3a71a88b3539c" alt="" width="1" height="1" />Von der Oxforder TED-Konferenz (”<a href="http://www.ted.com/pages/view/id/5">Technology &#8211; Entertainment &#8211; Design</a>“) <a href="http://blogs.sueddeutsche.de/feuilletonist/2009/07/21/ted-kickoff/">berichtet</a> Andrian Kreye in seinem Blog bei der S&#252;ddeutschen. Drei Schlagworte sind es, die dort die Runde machen:</p>
<p><strong>Slacktivism </strong>bezeichnet die Kombination aus <span style="font-style: italic;">Slackertum</span> und <span style="font-style: italic;">Aktivismus</span>, also Weltverbesserungen mit geringstm&#246;glichem Aufwand, Engagement per Klick. Das Wort ist zwar nicht ganz neu &#8211; <a href="http://www.wordspy.com/words/slacktivism.asp">Wordspy</a> vermerkt das erste Auftauchen Mitte der 1990er Jahre. Aber erst im Web 2.0 findet der Slacktivist sein nat&#252;rliches Habitat: Facebook-Gruppen f&#252;r Kinder in Afrika oder auch <a href="http://helpiranelection.com/">Solidarit&#228;ts</a>- und <a href="http://netzpolitik.org/2009/mit-dem-twitter-avatar-protestieren/">Protestavatare</a> bei Twitter sind aktuelle Beispiele.</p>
<p>Zwonulliger Klick-Aktivismus hier, staatliche Meinungslenkung da: <strong>Spinternet </strong>bezeichnet den Versuch von Regierungen und offiziellen Stellen, die Meinungsbildung im Netz in die gew&#252;nschte Richtung zu lenken (<em>spin</em>). <a href="http://www.evgenymorozov.com/">Evgeny Morozov</a>, Forscher am New Yorker <span style="font-style: italic;">Open Society Institute</span> und ebenfalls Gast auf der TED, <a href="http://neteffect.foreignpolicy.com/posts/2009/07/15/the_spinternet_goes_global_the_nigerian_chapter">pr&#228;gte</a> den Begriff. Wo Stoppschild- und Zensurbestrebungen noch auf die direkte Tour versuchen, den Informationsfluss im Netz zu <span style="font-style: italic;">unterbinden</span>, zielt die <a href="http://www.nytimes.com/2009/03/30/opinion/30iht-edmorozov.html?_r=1">Spinternet-Strategie</a> darauf, diesen durch Partizipation indirekt <span style="font-style: italic;">umzulenken</span>. Zensur l&#228;sst sich umgehen, Blogposts von <em>Spin doctores</em> aber sind nur schwer als solche zu identifizieren. <a href="http://www.theregister.co.uk/2009/04/09/google_extremism_manipulation/">Britische Offizielle</a> etwa geben prowestlichen islamischen Gruppen Nachhilfe in Suchmaschinenoptimierung, das chinesische Regime besch&#228;ftigt die &#8220;50 cent army&#8221;, die regierungsfreundliche Meinungen in der Netz&#246;ffentlichkeit <a href="http://www.feer.com/essays/2008/august/chinas-guerrilla-war-for-the-web">verbreitet</a>.</p>
<p>Laut Kreye eher als Treppenwitz zu Ehren kommt die <span style="font-weight: bold;">Singularity</span>. <a href="http://www.kurzweilai.net/">Ray Kurzweil</a>, KI-Forscher versteht darunter den Zeitpunkt, an dem k&#252;nstliche Intelligenz die menschliche &#252;berholt haben wird. Wann das sein wird, ist offenbar noch unklar, im <a href="http://www.faz.net/s/Rub4521147CD87A4D9390DA8578416FA2EC/Doc%7EE96424579BA874A3AA3EE364C34618742%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">FAZ-Interview</a> war es letztes Jahr 2045, nun wom&#246;glich schon 2020. Was dann passieren wird, ist ebenso offen. Wir wissen es nicht, denn, so Kurzweil, der technologische Fortschritt wird exponenziell sein: In einer R&#252;ckkopplungsschleife werde eine k&#252;nstliche <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Superintelligenz">Superintelligenz</a> selbst neue k&#252;nstliche Systeme erschaffen, die wiederum noch intelligenter sind. Werden dereinst transhumane Botnetzwerke Buzzword-Bingo spielen? Wom&#246;glich wird man dann nostalgisch auf die Zeit blicken, als k&#252;nstliche Intelligenz noch von Clippy, der B&#252;roklammer aus Microsoft Word verk&#246;rpert wurde (&#8220;Anscheinend wollen Sie einen Brief schreiben&#8221;). Im neuen Microsoft-<a href="http://www.youtube.com/watch?gl=DE&amp;hl=de&amp;v=VUawhjxLS2I">Werbespot</a> ist jetzt ihr Grab zu sehen.
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<a href="http://carta.info/12121/slacktivism-spinternet-singularity/">Neues vom Buzzword-Bingo: Slacktivism, Spinternet, Singularity</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/12121/slacktivism-spinternet-singularity/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=12121&amp;md5=f84be02e03780dcaf5c0ab9f695be9c7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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