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	<title>CARTA &#187; Soziale Netzwerke</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 23:19:38 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Kann ein virtuelles Netzwerk wie Facebook wirklich 100 Milliarden Euro wert sein? Wenn wir ihm diesen Wert geben, dann schon.</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 13:09:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Samira Lazarovic</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Silicon Valley steigen gerade die Immobilienpreise. Denn bald soll es hier viele neue Million&#228;re geben, die sich ein Haus kaufen wollen. Woher die "1000 neuen Million&#228;re" kommen? Vom Facebook-B&#246;rsengang.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das soziale Netzwerk hat nun endlich die Daten zu seinem lang erwarteten B&#246;rsengang bekanntgegeben. Mindestens f&#252;nf Milliarden Dollar will Facebook einnehmen, und das gilt noch als bescheidener Wunsch. An der B&#246;rse w&#252;rde alles unter zehn Milliarden Dollar f&#252;r lange Gesichter sorgen. Dann w&#252;rde das Unternehmen mit 100 Milliarden Dollar bewertet werden. Facebook w&#228;re in Sachen Marktkapitalisierung in einer Liga mit McDonalds und fast doppelt so viel wert wie Boeing. Und das, ohne ein Produkt herzustellen. Zumindest keines, das man haptisch erfassen kann.</p>
<p>Facebook produziert Nutzerdaten. Vorlieben, Freundeskreise, Aufenthaltsorte. Wom&#246;glich zuverl&#228;ssiger und vollst&#228;ndiger als jede Volksz&#228;hlung geben die User Auskunft &#252;ber Alter, Geschlecht und Herkunft. Ein El Dorado f&#252;r die Werbebranche. Und der B&#246;rsengang erm&#246;glicht endlich einen Blick in die Zahlen, die Facebook-Gr&#252;nder Mark Zuckerberg bislang lieber f&#252;r sich behalten hat: 3,7 Milliarden Dollar Umsatz wurden im vergangenen Jahr vor allem mit Werbeeinnahmen erzielt.</p>
<p>Dieses Gesch&#228;ftsmodell funktioniert aber nur so lange, wie Facebook gen&#252;gend User an sich binden kann. 845 Millionen Freunde hat Facebook am 31. Dezember 2011 gez&#228;hlt. Aber was, wenn das schon der H&#246;hepunkt war? Neuerungen wie die vieldiskutierte Timeline haben zwar noch nicht zu einer gr&#246;&#223;eren Abwanderung gef&#252;hrt. Dennoch machen sich Erm&#252;dungserscheinungen bemerkbar. So war f&#252;r viele Jugendliche sp&#228;testens mit der Freundschaftsanfrage der Eltern Schluss mit dem Spa&#223;.</p>
<p>Noch gr&#246;&#223;er ist die Gefahr, die von dem Reiz des Neuen ausgeht. Bislang waren Konkurrenten wie Google+ noch nicht wirklich gef&#228;hrlich, doch es gibt im Netz gen&#252;gend Fallbeispiele f&#252;r solche Ph&#228;nomene. Yahoo hat deutlich an Bedeutung eingeb&#252;&#223;t, hier liegt etwa die Marktkapitalisierung unter 20 Milliarden Euro. MySpace fristet ein Nischendasein und betont tapfer, sich schon immer eher als Netzwerk f&#252;r Bands und ihre Musik gesehen zu haben</p>
<p>All das macht die Beantwortung der Frage, ob ein soziales Netzwerk 100 Milliarden Euro wert sein kann, so schwierig. Jede m&#246;gliche Antwort ist mit &#196;ngsten belegt: Ein &#8220;Nein&#8221; w&#252;rde bedeuten, dass wir aktuell miterleben, wie sich die gr&#246;&#223;te Spekulationsblase seit der New Economy bildet. Aber was bedeutet ein &#8220;Ja&#8221;? Dass das digitale Leben f&#252;r uns bereits einen h&#246;heren monet&#228;ren Wert hat, als das reale?</p>
<p>Vielleicht ist es viel simpler: Soziale Netzwerke und unsere virtuellen Freunde haben exakt den Wert, den wir ihnen beimessen. Und mal abgesehen von der Tatsache, das Geld an sich auch eine virtuelle Idee ist, erwirtschaftet Facebook im Gegensatz zu vielen untergegangenen New-Economy-Firmen echte Gewinne. Unter dem Strich blieben im vergangenen Jahr 668 Millionen Dollar &#252;brig. Studien haben zudem ergeben, dass Facebook sich bereits zum wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt hat. Allein in Deutschland steuert das soziale Netzwerk 2,6 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt bei, vorwiegend dank kleiner und mittelst&#228;ndischer Unternehmen, die die Plattform f&#252;r ihre Gesch&#228;fte nutzen. Vielleicht m&#252;ssen wir also den Wert der &#8220;realen&#8221; Dinge anpassen, damit das Gleichgewichtsgef&#252;hl sich wieder einstellt – schon lange werden etwa Preise f&#252;r sauberes Wasser und saubere Luft gefordert und zum Teil schon erhoben.</p>
<p>Facebook-Gr&#252;nder Mark Zuckerberg hat sich erkl&#228;rterma&#223;en noch nie f&#252;r Geld interessiert: &#8220;Wir entwickeln keine Dienste, um Geld zu machen; wir verdienen Geld, um bessere Dienste zu entwickeln.&#8221; Das klingt sehr amerikanisch, sehr idealistisch und angesichts des Bankkontos des Turnschuh-Milliard&#228;rs auch sehr witzig. Aber letztendlich k&#246;nnen die neuen virtuellen Million&#228;re das Geld auch gerne f&#252;r reale H&#228;user im Silicon Valley ausgeben und so die schwache US-Konjunktur ankurbeln. Gef&#228;llt mir.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41220&amp;md5=763ba11057c25ffa950e8fde552609de" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Facebook-Alternative Diaspora: Die Freiheit liegt in der Verstreuung</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Aug 2010 15:32:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Leisegang</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Facebook versucht das Netz zu kolonialisieren, kommerzialisieren und zu zentralisieren. Die offene Vernetzungs- und Organisationsstruktur im Internet bietet allerdings effektive M&#246;glichkeiten, sich gegen diese Vereinnahmung zu wehren: „Diaspora“ hat den Anspruch ein offenes und sicheres soziales Netzwerk zu werden und seinen Nutzern die Herrschaft &#252;ber ihre privaten Daten zur&#252;ckzugeben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/ea2bb6a43b1f44d5b1c0b3f1d576c391" alt="" width="1" height="1" />Das Internet ist potentiell unbeschr&#228;nkt. Gerade seine technische Offenheit unterscheidet es fundamental von anderen &#220;bertragungstechnologien. Seine „offene DNA“ ist ma&#223;geblich daf&#252;r verantwortlich, dass s&#228;mtliche Datenpakete, die man auf die Reise schickt, ohne Einschr&#228;nkungen an ihr Ziel gelangen k&#246;nnen.</p>
<p>Allerdings droht zunehmend eine Beschr&#228;nkung dieser Offenheit vor allem durch kommerzielle Unternehmen wie Apple, Microsoft oder Google – aber auch durch Soziale Netzwerke wie Facebook.</p>
<p>Mehr noch: Lange Zeit galt beispielsweise Google als das erfolgreichste Werbeunternehmen im World Wide Web. Allerdings k&#246;nnte Googles Stern bereits <a href="http://netzwertig.com/2010/04/25/google-sind-die-guten-zeiten-bald-vorbei">im Sinken</a> begriffen sein. Denn bislang ist es dem Konzern nicht gelungen, erfolgreich ein eigenes Soziales Netzwerk einzuf&#252;hren. Facebook hingegen hat in den vergangenen Jahren einen erstaunlichen Senkrechtstart hingelegt.</p>
<p>Bereits eine halbe Milliarde Menschen sind bei Facebook registriert. Das Netzwerk besitzt somit eine unvorstellbar gro&#223;e Datenbank der Intimit&#228;ten, in der &#252;ber jeden einzelnen seiner Mitglieder detaillierte Angaben zu Vorlieben, Einstellungen und Freundeskreis gespeichert sind. Diese umfangreichen zentralen Datensammlungen sind eine wertvolle Ressource f&#252;r die Unternehmen – insbesondere f&#252;r den Werbemarkt.</p>
<p>So wie Google mit seinem informellen Firmenslogan „<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Don%27t_be_evil">Don’t be evil</a>“ behauptet, es wolle nichts B&#246;ses tun, nennt Facebook als Ziel „to make the world more open“. Ebenso wie Google missachtet Facebook jedoch nicht nur fundamentale Rechte der Internetnutzer. Das Unternehmen und sein heute 26j&#228;hriger Gr&#252;nder Mark Zuckerberg planen zudem, Facebook und den Rest des Internet miteinander zu verschmelzen. <strong>Ziel ist es, Google zu &#252;berrunden und Facebook zum gr&#246;&#223;ten Online-Werbenetzwerk zu machen.</strong></p>
<p>Hierf&#252;r muss das Netzwerk freilich nach au&#223;en durchl&#228;ssiger werden und sich &#246;ffnen. So &#228;nderte Facebook im Dezember vergangenen Jahres von einem Tag auf den anderen ohne R&#252;ckfrage an die Nutzer die Datenschutzeinstellungen. Private Nachrichten, Kommentare oder Fotos, die bis dahin nur von Freunden eingesehen werden konnten, waren daraufhin &#246;ffentlich zug&#228;nglich. Nachdem es heftige Kritik hagelte, sah sich Facebook gen&#246;tigt, eilig einen besseren Schutz der Privatsph&#228;re der Nutzer zu versprechen.</p>
<p>Dieser R&#252;ckschlag kann Facebook aber nicht von dem Ziel abbringen, mit Hilfe seiner aggressiven Vermarktungsstrategien die &#246;konomische Durchdringung des gesamten Netzes anzustreben. So gab Zuckerberg im April dieses Jahres neue Funktionen bei Facebook bekannt. Sogenannte „Social Plugins“ dienen dazu, Webseiten, Videos und andere Webinhalte bei Facebook zu empfehlen. Die Plugins k&#246;nnen auf jeder Website eingebaut werden und verfolgen vor allem den Zweck, den Einfluss Facebooks in s&#228;mtliche Winkel des World Wide Web auszuweiten.</p>
<p>Diese aggressive Landnahme droht <a href="http://carta.info/26360/facebook-ein-sonderfall-im-oekosystem-des-internets">das Web zu zentralisieren</a> und damit fundamental zu ver&#228;ndern. Denn auf s&#228;mtlichen Seiten, auf denen die Plugins installiert sind, erfasst Facebook Informationen &#252;ber das Surfverhalten aller Besucher dieser Angebote – ohne dass bekannt ist, welche Daten im Einzelnen ausspioniert und an die Netzwerkbetreiber gesendet werden.</p>
<p>Gegen die Pl&#228;ne von Facebook formiert sich allerdings seit einigen Monaten wachsender Widerstand: Ein vierk&#246;pfiges Team aus New Yorker Studenten hat Mark Zuckerbergs Pl&#228;nen den Kampf angesagt und arbeitet bereits an dem offenen Sozialen Netzwerk <strong>„<a href="http://www.joindiaspora.com/">Diaspora</a>“</strong>. Der Name ist Programm: „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diaspora">Diaspora</a>“ entstammt der griechischen Sprache und bedeutet urspr&#252;nglich „ausstreuen, sich zerstreuen“. Die Nutzer sind somit buchst&#228;blich aufgerufen, sich von Facebook abzuwenden und sich zu verstreuen bzw. zu dezentralisieren. Das unmissverst&#228;ndliche Ziel der Entwicklergruppe lautet: <strong>Die Kontrolle &#252;ber die eigenen Daten wieder zu erlangen.</strong></p>
<p>Denn in dem dezentral organisierten Netzwerk Diaspora gilt die Privatsph&#228;re als das h&#246;chste Gut. Jeder Nutzer soll fortan uneingeschr&#228;nkt die Verf&#252;gung &#252;ber seine eigenen Daten erhalten. Zudem soll die gesamte Kommunikation unter den Teilnehmern verschl&#252;sselt erfolgen.</p>
<p>Die Mittel f&#252;r dieses Gegenprojekt zu Facebook stammen nicht aus der Privatwirtschaft, sondern wurden ausschlie&#223;lich von Internetnutzern gespendet. &#220;ber <a href="http://www.kickstarter.com/projects/196017994/diaspora-the-personally-controlled-do-it-all-distr">Kickstarter</a>, ein Web2.0-Dienst, der Gelder f&#252;r die F&#246;rderung unterschiedlichster Projekte sammelt, trugen die Projektgr&#252;nder innerhalb weniger Tage &#252;ber 200.000 US-Dollar zusammen. Ein Zeichen daf&#252;r, dass es ein gro&#223;es Bed&#252;rfnis nach einer Alternative gibt.</p>
<p>Bereits im September soll im ersten Schritt eine dokumentierte API unter freier Lizenz ver&#246;ffentlicht werden, inklusive Quellcode und Basisfunktionen. Allerdings wird anfangs noch ein wenig technische Handarbeit von den Nutzern erwartet: Der individuelle Diaspora-Knotenpunkt, der „Seed“, muss auf einen Webserver oder mit Hilfe von Cloud-Computing-Diensten hochgeladen werden.</p>
<div id="attachment_31592" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/diaspora.jpg"><img class="size-medium wp-image-31592" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/diaspora-300x187.jpg" alt="" width="300" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Bisher gibt es von Dispora kaum mehr als ein paar Screenshots. Auch die Videos lassen noch nicht viel erkennen.</p></div>
<p>Ist Diaspora somit<strong> nur eine Alternative f&#252;r Geeks?</strong> Mitnichten, denn die Entwickler haben sich im zweiten Schritt bereits vorgenommen, die Einrichtung und den Gebrauch von Diaspora erheblich zu vereinfachen, so dass innerhalb weniger Minuten ein kinderleichtes Setup („a dead-simple, five-minute setup“) die Installation erm&#246;glichen soll. Mit Hilfe der Open-Source-Community sollen dar&#252;ber hinaus Updates und zahlreiche Add-ons bereitgestellt werden. So stellt das Entwicklerteam f&#252;r sp&#228;tere Versionen bereits Instant Messaging und Internettelefonie in <a href="http://www.joindiaspora.com/project.html">Aussicht</a>.</p>
<p>Bisweilen scheint es, als sei das Internet der erdr&#252;ckenden Kommerzialisierung nicht gewachsen. Und auch der Ansatz, mit „Diaspora“ eine offene und sichere Alternative zu Facebook aufzubauen, mag auf den ersten Blick dem verzweifelten Unterfangen des kleinen Davids &#228;hneln, mit einer einfachen Steinschleuder den riesenhaften Goliath niederzustrecken.</p>
<p>In der Tat: Von Diaspora gibt es bislang <a href="http://www.joindiaspora.com/2010/07/01/one-month-in.html">kaum mehr als ein paar Screenshots.</a> Und 200.000 US-Dollar geben noch nicht Gewissheit, dass mit dem Open-Source-Netzwerk auch tats&#228;chlich eine einfach zu bedienende Alternative zum zentralisierten, datenhungrigen Facebook heranreift.</p>
<p>Entscheidend aber ist: Am Ende wird es vor allem auf den Willen der Facebook-Nutzer ankommen, sich zu „zerstreuen“. H&#228;tte Dispora jedoch Erfolg, w&#228;re der durch Kleinspenden finanzierte, digitale Graswurzelwiderstand ein erneuter Beleg, dass das Internet sich durchaus auch gegen m&#228;chtige kommerzielle Interessen <a href="http://www.tinbrain.de/2010/07/die-kolonialisierung-der-offentlichkeiten-teil-iv/">zur Wehr zu setzen</a> vermag. Dann h&#228;tte – und das ist die Ironie der Geschichte – gerade die offene Vernetzungs- und Organisationsstruktur des Netzes dazu beigetragen, dass die Nutzer die Hoheit &#252;ber ihre privaten Daten zur&#252;ck erlangen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Ein kurzes Video von Diaspora, das einen ersten Zwischenstand der Entwicklung zeigen soll:</p>
<p><object width="560" height="315"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13026173&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13026173&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="560" height="315"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/13026173">Diaspora Message Propagation (pre-alpha!)</a>.</p>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=31587&amp;md5=01da2485d360af6154d29065e86105ca" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Online-Kampagnen nach Gauck: The Party has just begun</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 15:59:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der gr&#252;ne Campaigner Robert Heinrich mit einer Bilanz &#252;ber den Stand des Online-Wahlkampfs: &#252;ber soziale Netzwerke als Seismograph, die Macht der vernetzten Unterst&#252;tzer, wachsende Wechselstimmung und charismatische Mobilisierung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/51325d716da54b708f5a77d6bd9343a7" alt="" width="1" height="1" /><em>Auf der Konferenz &#8220;<a href="http://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/we08/termine/20100701_konferenz_neue_naehe.html">Die neue N&#228;he</a></em><em>&#8221; sprach Robert Heinrich, Leiter der &#214;ffentlichkeitsarbeit von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen, &#252;ber den Zustand des Online-Campaignings und die Lehren aus der Bundestagswahl. Carta dokumentiert hier &#8211; leicht zusammengefasst &#8211; seinen Vortrag.</em></p>
<p>Parteien waren eigentlich immer schon dezentrale Kommunikationsnetzwerke. Ein Parteivorsitzender wusste nie, was sein Mitglied am Wahlkampfstand wirklich erz&#228;hlt. Den immer wieder genannten &#8220;Kontrollverlust&#8221; gibt es also schon immer, im Netz setzt er sich jetzt fort. Der Unterschied ist, dass er im Netz besser kontrollierbar, also sichtbarer ist, als im &#8220;Offline-Leben&#8221;.</p>
<p>Die Parteien waren fr&#252;her stark in in <strong>Netzwerken</strong> verwurzelt, in Vereinen, Verb&#228;nden, in sozialen Millieus. Weil die Kommunikation &#252;ber diese alten Netzwerke aber nicht mehr so einfach war, haben die Parteien in den letzten Jahren zunehmend auf die Einbahnstra&#223;enkommunikation gesetzt: Also auf massenkompatible Botschaften, die m&#246;glichst nicht wehtun und keine Zielgruppe verschrecken, letztendlich also m&#246;glichst wenig sagen aber trotzdem gut klingen. Sie setzten auf gro&#223;e Plakatkampagnen und auf <strong>sehr kontrollierte, sehr zentralistische Kommunikation</strong>.</p>
<p>Jetzt merken alle Parteizentralen, dass diese zentralistische Kommunikation nicht mehr richtig funktioniert und ich glaube, dass der letzte Wahlkampf 2009 eindrucksvoll bewiesen hat, dass die alten Instrumente da nicht mehr weiterbringen. Die massenkompatiblen Claims der Parteien (FDP: &#8220;Deutschland kann es besser&#8221;, SPD: &#8220;Unser Land kann mehr&#8221;) sind keine profilierten Botschaften und funktionieren nicht mehr.</p>
<p>Web 2.0 hei&#223;t daher f&#252;r Parteien wieder st&#228;rker auf Dezentralit&#228;t, auf Netzwerkkommunikation, auf Loslassen, auf die Macht des einzelnen Unterst&#252;tzers bzw. Multiplikators zu setzen – und zwar mit den Mitteln der modernen Kommunikation. F&#252;r die Parteien hat das Riesenchancen.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="315" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13101751&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="315" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13101751&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Wir Parteien sind in den letzten Monaten h&#228;ufig daf&#252;r angegriffen worden, dass keine von uns zur Bundestagswahl in der Lage war, eine Obama-Kampagne zu initiieren. Wir konnten <strong>drei Grundbedingungen einer Obama-Kampagne</strong> nicht erf&#252;llen:</p>
<ul>
<li>es gab keinen Obama, also eine charismatische Pers&#246;nlichkeit</li>
<li>es gab keine echte Polarisierung</li>
<li>es gab keine Wechselstimmung</li>
</ul>
<p>Die letzten drei Wochen vor der Bundespr&#228;sidentenwahl haben jedoch bewiesen, wie das funktionieren kann: Wir hatten einen charismatischen Kandidaten, wir haben mittlerweile eine Wechselstimmung und wir hatten eine echte Wahl zwischen zwei verschiedenen Modellen bzw. Charakteren, die eine Polarisierung erm&#246;glichten. Und da hat dann auch die Mobilisierung im Netz – f&#252;r uns &#252;berraschend – sehr gut funktioniert.</p>
<p>Die Parteien k&#246;nnen von Web 2.0 wirklich profitieren, weil sie das Netz nutzen k&#246;nnen um</p>
<ul>
<li>wieder besser zuzuh&#246;ren, also eine neue N&#228;he zu den B&#252;rgern zu bekommen,</li>
<li>Dialog einfacher zu machen,</li>
<li>besser zu mobilisieren.</li>
</ul>
<p>Das Netz hat auch einen gro&#223;en Zusatznutzen: Man kann hier politische Prozesse besser transparent machen und damit gr&#246;&#223;ere <strong>Glaubw&#252;rdigkeit </strong>erreichen. Und da Glaubw&#252;rdigkeit das ist, was die Parteien zur Zeit am meisten brauche, hat das Netz f&#252;r die Parteien gro&#223;e Potenziale, die mit der Bundestagswahl 2009 h&#246;chstens angekratzt, aber noch nicht ausgesch&#246;pft wurden.</p>
<p>&#8220;The Party has just begun&#8221; ist daher f&#252;r mich die Lehre aus dem letzten Bundestagswahlkampf.</p>
<p><strong>Zuh&#246;ren: Soziale Netzwerke als Seismograph<br />
</strong></p>
<p>Wenn fr&#252;her der Parteivorsitzende wissen wollte, was im Land los ist, musste er die Kreisverb&#228;nde abtelefonieren, und musste fragen, wie die Stimmung ist und wie die Leute &#252;ber das denken, was in der Hauptstadt getan wird. Das muss er heute immer noch. Aber er hat auch die sozialen Netzwerke.</p>
<p>Wir nutzen insbesondere Twitter und Facebook sehr intensiv, um die Resonanz auf politische Entscheidungen und Diskussionen abzutesten. Dies sind f&#252;r uns zus&#228;tzliche Seismographen f&#252;r Stimmungen. Wir sind heute schneller als in der Vergangenheit in der Lage zu merken, welche Konsequenzen politische Entscheidungen in unserer Anh&#228;ngerschaft haben, weil wir Web 2.0-Instrumente daf&#252;r nutzen k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Dialog: Die W&#228;hler wollen ehrliche Antworten<br />
</strong></p>
<p>Dialog ist etwas, was alle Partei nicht wirklich gut beherrschen, in keiner gibt es die echte Dialogkompetenz, die eigentlich gebraucht w&#252;rde. Die Gr&#252;nen haben im Wahlkampf 2009 ein Projekt gestartet, das zeigt, wie wertvoll und effizient und wie unglaublich wichtig Dialog sein kann, wenn man ihn gut macht.</p>
<p>Bei der Aktion <strong>&#8220;<a href="http://dreitagewach.gruene.de/">Drei-Tage-wach</a>&#8220;</strong> haben die Gr&#252;nen drei Tage vor der Bundestagswahl angefangen 24 Stunden am Tag im Netz alle Fragen der W&#228;hler &#252;bertragen und dies per Livestream zu &#252;bertragen. Es gab ein bisschen Rahmenprogramm, aber eigentlich war es eine relativ banale Sache: Der W&#228;hler hat Fragen, die Parteien beantworten sie. Eigentlich keine gro&#223;e Innovation. Trotzdem war das, glaube ich, mit Abstand <strong>das erfolgreichste Online-Instrument aller Parteien in diesem Wahlkampf</strong>, weil es ein tiefes Bed&#252;rfnis der Bev&#246;lkerung, Politik Fragen zu stellen und darauf eine redliche Antwort zu bekommen, zugleich angeboten und in Form eines sportlichen Events inszeniert hat. Man hat sehr ungeschminkt dargestellt, wie Parteien im Wahlkampf arbeiten. Das hat zu einer erheblichen Schluss-Mobilisierung des gr&#252;nen Wahlkampfes beigetragen und es gab in allen relevanten Medien Berichterstattung &#252;ber das Projekt.</p>
<p>Dialog und Transparenz wurden also verkn&#252;pft und erzeugten viel positive Resonanz.</p>
<p><strong>Mobilisierung: Die Parteien m&#252;ssen ihre Unterst&#252;tzer in die Netzwerke bekommen<br />
</strong></p>
<p>Die Mobilisierung der eigenen Anh&#228;nger ist nach wie vor die wichtigste Funktion des Web 2.0 f&#252;r Parteien. Und da muss man sich das Netz als neuen sozialen Raum vorstellen, in dem Multiplikatoren ihre Netzwerke pflegen, in dem sie kommunizieren, in dem sie Meinungsbildung betreiben. Und deswegen ist es auch nicht so wichtig, ob Angela Merkel 40.000 oder 100.000 Freunde auf Facebook hat, sondern es ist vor allem wichtig, ob die Parteien ihre Unterst&#252;tzer in die Netzwerke bekommen und diese dann dort Meinungsbildung betreiben. &#196;hnlich, wie sie das fr&#252;her im Verein getan haben. Und wenn das gelingt, schaffen es die Parteien am Meinungsbildungsprozess im Netz teilzuhaben – auch wenn sie ihn niemals dominieren werden, aber das ist ja auch nicht der Sinn der Sache.</p>
<p>Was m&#252;ssen Parteien tun, um erfolgreich zu sein?</p>
<ul>
<li>Zuh&#246;ren wollen,</li>
<li>Zuh&#246;ren k&#246;nnen, also auch keine Angst vor Kritik haben,</li>
<li>einen langen Atem haben</li>
</ul>
<p>Nur wenn die Parteien auch zwischen den Wahlen systematisch ihre Netzwerke weiter pflegen und weiter in Dialog treten, werden sie im Wahlkampf eine schlagkr&#228;ftige Truppe zusammen haben. Sie k&#246;nnen also nicht einfach nach der Wahl aufh&#246;ren. Das ist nat&#252;rlich schwierig, weil dann daf&#252;r weniger Ressourcen zur Verf&#252;gung stehen. Das hei&#223;t, Parteien m&#252;ssen hier Schwerpunkte setzen, Ressourcen daf&#252;r freistellen und im Zweifelsfall auch andere Dinge lassen.</p>
<ul>
<li>Parteien m&#252;ssen loslassen k&#246;nnen</li>
</ul>
<p>Die Kontrolle war, wie anfangs erw&#228;hnt, schon immer eine Illusion. Aber <strong>im Web 2.0 wird der Kontrollverlust noch manifester</strong>.</p>
<p>Wir, also Gr&#252;ne und SPD, haben beispielsweise schon 24 Stunden nach der Nominierung von Gauck als Bundespr&#228;sidentschaftskandidat gesehen, wie komische Websites auftauchten, mit denen wir &#252;berhaupt nichts zu tun hatten. Ich glaube, es war f&#252;r alle Parteien ein Lernprozess – den auch die Obama-Kampagne gemacht hat – diese Dinge auch laufen zu lassen und nicht zu versuchen zu intervenieren, sondern bestenfalls Support anzubieten und darauf hinzuweisen. Das haben wir nat&#252;rlich auch gemacht. Wir haben beispielsweise daf&#252;r mobilisiert, als die Online-Organisation <a href="https://secure.avaaz.org/de/wahl_freigeben/?fp">Avaaz</a> ein Instrument anbot, den Wahlm&#228;nnern und und Wahlfrauen eine Email zu schreiben, aber wir hatten eben keinen Einfluss darauf, was in diesen Emails stand.</p>
<p>Gerade wenn man jetzt die Kontrolle &#252;ber die eigenen Botschaften aus der Hand gibt und Kommunikation pl&#246;tzlich wieder dezentral wird, braucht es einen <strong>kommunikativen Rahmen</strong>. Ich glaube, dass die Obama-Kampagne das sehr gut geschafft hat: Das <strong>Leitmotiv des <em>change</em></strong> hat den Rahmen vorgegeben, hat aber den vielen dezentralen Unterst&#252;tzern die Ausf&#252;llung des Rahmens selber &#252;berlassen. Das hei&#223;t, dass jeder seine eigene Geschichte von <em>change</em> erz&#228;hlen konnte.</p>
<p>Das ist nat&#252;rlich eine Jahrhundert-Situation, die man in keinster Weise &#252;bertragen kann. Aber zu wissen, dass man auch in Web 2.0, auch in einer letztendlich anarchischerem Kommunikationsumgebung eine Geschichte erz&#228;hlen muss, einen Rahmen vorgeben muss, ohne autorit&#228;r sein zu wollen, das ist glaube ich eine Kunst, die die Parteien hinkriegen m&#252;ssen und die sie auch mit Blick auf den Wahlkampf 2013 noch zu &#252;ben haben.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Zur Einsch&#228;tzung des Online-Campaigning der Parteien in Gro&#223;britannien, siehe auch eine <a href="http://www.hansard-society.org.uk/blogs/publications/archive/2010/04/09/political-parties-are-digital-followers-not-leaders.aspx">Studie</a> der Hansard Society mit dem Titel &#8220;Political parties are digital followers not leaders&#8221;.</em>
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		<title>Ein Handbuch f&#252;r die Facebook-Galaxie</title>
		<link>http://carta.info/29012/ein-handbuch-fuer-die-facebook-galaxie/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 11:30:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Tim O'Reilly]]></category>

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		<description><![CDATA[Was Facebook fehlt, ist eine Gebrauchsanweisung. Diese liefert jetzt Annette Schwindt in Form ihres Buches, das bei O'Reilly erschienen ist. Eine Besprechung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/f75fe549151e470f8097f2b6248924dd" alt="" width="1" height="1" /><a href="http://www.facebook.com"><strong>Facebook</strong></a> eine Schlangengrube zu nennen, w&#228;re wohl etwas &#252;bertrieben. Eine gewisse Umsicht im Umgang mit diesem Social Network ist aber schon angebracht, wie der Aufruhr um Facebooks <a href="http://carta.info/27307/facebooks-privacy-einstellungen-50-settings-mit-ueber-170-optionen/">Privacy-Policy</a> der letzten Wochen gezeigt hat. In dieser Situation kommt das <a href="http://www.oreilly.de/catalog/facebkger/">Facebook-Buch von Annette Schwindt</a> gerade recht. Aber hat es auch die n&#246;tige kritische Distanz zu seinem Gegenstand der Betrachtung? Und kann das Buch wirklich sinnvolle Tipps geben, wo doch der Umgang mit Facebook im Prinzip einfach und selbsterkl&#228;rend ist?</p>
<p>Um es kurz zu machen: Dieses Buch trifft den Nagel auf den Kopf. <strong>Annette Schwindt schafft den durchaus schwierigen Spagat zwischen Begeisterung f&#252;r Facebook einerseits und der Schilderung von dessen Problemzonen andererseits</strong>. Bei ihr wird nichts besch&#246;nigt oder unter den Teppich gekehrt. Schritt f&#252;r Schritt f&#252;hrt sie in die &#220;berf&#252;lle an M&#246;glichkeiten ein und beginnt das Buch konsequent mit den extrem wichtigen Einstellungen zur Privatsph&#228;re.</p>
<p>So einfach und schnell man n&#228;mlich bei Facebook einen Account angelegt hat, das Netzwerk selbst weist seine User nicht allzu genau auf die vielen Einstellungsm&#246;glichkeiten zur Privatsph&#228;re hin. Das Konzept dahinter: M&#246;glichst vieles soll offen – bis hin zur Sichtbarkeit in Suchmaschinen – sein. Als User darf man deshalb keinesfalls dem sch&#246;nen Layout trauen, das meist den Eindruck vermittelt, man w&#252;rde nur mit seinen &#8220;Freunden&#8221; kommunizieren und dabei gar nicht sichtbar werden l&#228;sst, wie offen die eingestellten Daten tats&#228;chlich gehandhabt werden. Annette Schwindt geht hierauf in ihrem Buch sehr genau ein.</p>
<p>H&#228;tten Sie beispielsweise gewusst, dass ihre Freunde davon erfahren, wenn Sie auf Facebook eine Anwendung – ein Spiel etwa – nutzen, auch wenn sie dies selbst gar nicht explizit mitteilen? Zudem gilt es ein Auge darauf zu haben, welche User-Daten diese Anwendung dann einsehen und verwenden darf. Das Facebook-Buch weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Einstellungsm&#246;glichkeiten f&#252;r jede Anwendung individuell anders sein k&#246;nnen und man diese am besten gleich konfiguriert, wenn man eine neue Anwendung seinem Profil hinzuf&#252;gt.</p>
<p>Das Buch lohnt sich also allein schon wegen solcher Hinweise und Empfehlungen zum Datenschutz und kann damit auch eine Hilfe f&#252;r Facebook-User sein, die schon l&#228;nger dort aktiv sind und mit der Navigation eigentlich gut zurecht kommen.</p>
<p>Facebook hat speziell in letzter Zeit seinen Charakter grundlegend ge&#228;ndert: War das Social Network in seinen Anf&#228;ngen eine geschlossene Plattform f&#252;r Studenten, so ist es heute nicht nur offen f&#252;r jedermann, sondern wurde auch immer transparenter bzw. durchl&#228;ssiger f&#252;r <strong>Informationen</strong>, weil diese <strong>die eigentliche W&#228;hrung im Hintergrund</strong> sind. Sehr passend ist dazu die Bildmetapher, die Annette Schwindt in der Einleitung verwendet. Sie vergleicht Facebook mit einem Marktplatz, auf dem &#252;berall Gespr&#228;che stattfinden und Nachrichten verbreitet werden:</p>
<blockquote><p>&#8220;Manche davon werden nur von einer Person zur anderen gefl&#252;stert, andere wiederum werden laut von einer B&#252;hne aus an alle gerichtet. Manche dieser Informationen sind interessant und machen schnell die Runde, andere bleiben, kaum wahrgenommen, als Zettel an einem Stand h&#228;ngen, bis sie von neuen Zetteln &#252;berdeckt werden.&#8221;</p></blockquote>
<p>Genau so ist es und man kann dem noch eine weitere Vergleichsebene hinzuf&#252;gen: Wer auf den Marktplatz (einer gro&#223;en Stadt) geht, sieht sich vor, dass Taschendiebe nicht an die Geldb&#246;rse kommen, vergleicht die Preise und achtet darauf, dass er keine faule Ware verkauft bekommt. Warum sollte das auf Facebook anders sein?</p>
<p>Doch zur&#252;ck zum Buch, das sich durch eine ordentliche Portion amerikanischer Didaktik auszeichnet: Konsequent findet man darin den Text auf der rechten Seite, w&#228;hrend links Illustrationen das anzeigen, was man bei richtiger Handhabung auch im Browser eines Computers sehen sollte. Das Facebook-Buch ist also keine Monographie klassischer deutscher Pr&#228;gung, sondern ein praktisches Handbuch und in dieser Form nicht zuf&#228;llig im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/O'Reilly_Verlag">O&#8217;Reilly Verlag</a> erschienen.</p>
<p>Sein einziger gr&#246;&#223;erer Mangel liegt in der Natur des gedruckten Buches, das mit der Wendigkeit von Facebook mehr schlecht als recht mithalten kann: Es m&#252;sste eigentlich als Loseblatt-Sammlung mit laufenden Erg&#228;nzungslieferungen herausgegeben werden, denn bereits kurz nach seinem Erscheinen sind einzelne Passagen schon wieder &#252;berholt.</p>
<p>Verlag und Autorin w&#228;ren gut beraten, das gedruckte Buch durch eine digitale Variante zu erg&#228;nzen, die vielleicht durch Updates auf dem aktuellen Stand der Dinge bleiben k&#246;nnte. Ein <a href="http://www.facebook-buch.de/">Blog zum Buch</a> gibt es bereits, warum also nicht eine Applikation oder ein E-Book folgen lassen? Facebooks <a href="http://carta.info/26017/himmel-und-hoelle-facebook-greift-nach-den-sternen/">Metamorphosen</a> jedenfalls sind noch lange nicht beendet und der Verlag von Tim O&#8217;Reilly sollte damit Schritt halten k&#246;nnen.</p>
<p><a href="http://www.oreilly.de/catalog/facebkger/"><img class="alignleft size-full wp-image-29029" title="facebook_buch2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/06/facebook_buch2.jpg" alt="facebook_buch2" width="150" height="112" /></a><br />
<em>Annette Schwindt: Das Facebook-Buch, O&#8217;Reilly, 288 Seiten, Euro 17,90. Hier bei <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3897216159?ie=UTF8&#038;tag=berliinsti-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3897216159">Amazon</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=berliinsti-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3897216159" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> bestellen und Carta mit einem kleinen Prozentsatz des unver&#228;nderten Kaufpreises unterst&#252;tzen.</em></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Au&#223;erdem bietet der O&#8217;Reilly Verlag Inhaltsverzeichnis und ein Probekapitel zum Reinschauen an:<br />
<img style="visibility:hidden;width:0px;height:0px;" border=0 width=0 height=0 src="http://counters.gigya.com/wildfire/IMP/CXNID=2000002.0NXC/bT*xJmx*PTEyNzY2ODY5NTQ4NzMmcHQ9MTI3NjY4Njk2MDYzOSZwPTEwMTkxJmQ9c3NfZW1iZWQmZz*yJm89YzE1OThiNGI2ZGQ1/NDcwMjg2ZGFjYzk5ODFhYmYzMGYmb2Y9MA==.gif" />
<div style="width:425px" id="__ss_4137323"><strong style="display:block;margin:12px 0 4px"><a href="http://www.slideshare.net/OReillyVerlag/ch05-2" title=" &quot;Das Facebook-Buch&quot;: Gespr&#228;che starten und an ihnen teilnehmen"> &quot;Das Facebook-Buch&quot;: Gespr&#228;che starten und an ihnen teilnehmen</a></strong><object id="__sse4137323" width="425" height="355"><param name="movie" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=ch05-2-100518071234-phpapp02&#038;stripped_title=ch05-2" /><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="allowScriptAccess" value="always"/><embed name="__sse4137323" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=ch05-2-100518071234-phpapp02&#038;stripped_title=ch05-2" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="355"></embed></object>
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<p><small>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=29012&amp;md5=88ac18d6adb5797b0717ff96789c8780" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Letzter Aufruf f&#252;r Social News? Der Digg-Relaunch</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Jun 2010 13:57:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Digg, der amerikanische Pionier in Sachen Social News, wagt in K&#252;rze einen neuen Anlauf. Aber ist seine Form der Nachrichtenaggregation nicht eher ein Auslaufmodell?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/228e6194dadd4afe85e5e410830ce32a" alt="" width="1" height="1" />Social News waren einmal eine gro&#223;e Sache und <a href="http://www.digg.com">Digg</a> ein bedeutender Dienst zu der Zeit, als der Begriff &#8220;Web 2.0&#8243; gerade aufkam. Damals, also vor gerade einmal 5 Jahren, war <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Kevin_Rose">Kevin Rose</a>, der Gr&#252;nder von Digg, in den USA schon mal auf den Titelseiten der Nachrichtenmagazine abgebildet und man traute ihm eine gro&#223;e Zukunft zu.</p>
<p>Die Realit&#228;t heute sieht anders aus. Das <strong>Konzept der Social News</strong>, bei der die User Nachrichten bzw. Artikel vorschlagen und bewerten k&#246;nnen, so dass diese dann in einem Popularit&#228;tsranking aufgelistet werden, hat sich nicht wirklich durchgesetzt. F&#252;r Dienste wie Digg und dessen Nachahmer fanden sich nie genug aktiv mitwirkende Leser, so dass diese Portalseiten praktisch nicht &#252;ber einen boulevard-&#228;hnlichen Inhaltemix hinaus kamen.</p>
<p>Zudem setzte ihnen das Aufkommen von <a href="http://www.twitter.com"><strong>Twitter</strong></a> zu, wo Nachrichten deutlich schneller verbreitet werden k&#246;nnen und Netzwerkeffekte dar&#252;ber entscheiden, wie weit eine Meldung im Gesamtsystem getragen wird. Zwar ben&#246;tigte das 2006 gestartete Twitter etwas Anlaufzeit, doch f&#252;r die Early Adopters im Netz stellte es sich als perfekte Spielwiese heraus, w&#228;hrend es in gleichem Ma&#223; stiller um Digg wurde.</p>
<p>Den Markt in seiner ganzen Breite sch&#246;pfte schlie&#223;lich <strong><a href="http://www.facebook.com">Facebook</a></strong> ab, das als geschlossenes Freundes-Netzwerk gestartet war (im gleichen Jahr wie Digg) und nach mehreren H&#228;utungen heute eine mehr oder weniger offene Plattform darstellt, auf der vermutlich schon mehr Nachrichten-Meldungen kursieren als rein private Mitteilungen.</p>
<p>Warum aber geht die Rechnung bei Facebook und Twitter auf, w&#228;hrend dem <a href="http://about.digg.com/button">Digg-Button</a> nur eine kurze Bl&#252;tezeit in der Anfangsphase des Social Web beschieden war?</p>
<p>Die Antwort liegt im <strong>Netzwerkcharakter</strong>: W&#228;hrend bei Digg (oder auch dem deutschen <a href="http://www.yigg.de">Yigg</a>) die User ihre Empfehlungen bzw. ihr Voting in ein praktisch anonymes Netzwerk hinein geben m&#252;ssen, kommuniziert man auf Facebook mit seinen Freunden oder auf Twitter mit den Followern, also mit mehr oder weniger &#8220;guten Bekannten&#8221;. Zudem gibt es in den letztgenannten Netzwerken die M&#246;glichkeit, Feedback zu bekommen und so kurze Konversationen &#252;ber ein Thema bzw. einen Artikel zu f&#252;hren.</p>
<p>Facebook und Twitter sind damit deutlich pers&#246;nlicher und dialogorientierter konzipiert als Social-News-Dienste nach dem Muster von Digg. Da ist es dann auch kein Wunder, dass der aktuell von Kevin Rose vorgestellte <strong>Umbau und Relaunch von Digg</strong> (siehe Video unten) in eben diese Richtung zielt. K&#252;nftig soll Digg anders funktionieren und im Kern das Empfehlen auf die Ebene von Freundesnetzwerken heben. Damit w&#252;rde das Problem der Anonymit&#228;t aufgehoben. Es bleibt aber abzuwarten, ob das schon ausreicht, um den Dienst wieder nachhaltig zu beleben, denn das Empfehlen interessanter Informationsquellen ist inzwischen ein entscheidender und nat&#252;rlicher Bestandteil von Facebook und Twitter geworden.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus bietet erst die Aggregation &#252;ber gr&#246;&#223;ere Gesamtheiten hinweg wieder einen echten Mehrwert. Diese Funktion bleibt in Digg zwar erhalten, wird aber ebenso von Diensten wie <a href="http://www.techmeme.com">Techmeme</a> (bzw. <a href="http://www.rivva.de">Rivva</a> in Deutschland) ohne direkte Mitwirkung der User geboten.</p>
<p>Keine wirklich gute Perspektive also f&#252;r Digg, wo zuletzt sogar <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2010/05/07/digg-in-der-krise-kein-redesign-keine-programmierer-und-vermutlich-auch-kein-geld/">Personal entlassen</a> werden musste, nachdem zuvor schon der CEO sowie eine Reihe von Mitarbeitern von sich aus gegangen waren. Nun versucht Kevin Rose, der die F&#252;hrung von Digg wieder selbst &#252;bernommen hat, die letzte sich bietende Chance auf ein Revival zu nutzen.</p>
<p>In einer immer komplexer und vielschichtiger werdenden Medienlandschaft aber d&#252;rften Social News ohnehin nicht das letzte Wort sein, sondern werden nur einen Zwischenschritt zu <strong>p</strong><strong>ersonalisierten Nachrichten(diensten)</strong> darstellen. Die Zukunft geh&#246;rt vermutlich Clients, die wissen, wo ihre Besitzer gerade sind und was diese tun, so dass sie ihnen in Abh&#228;ngigkeit von solchen Rahmendaten Nachrichten teils direkt aus bestimmten Medien zuf&#252;hren k&#246;nnen, teils gefiltert aus den Empfehlungen in Social Networks.</p>
<p>Solche Dienste setzen aber nicht nur die Verbindung zu Social Networks und einem breiten Set an Inhalteanbietern (Content) voraus, sondern auch das Wissen um sehr pers&#246;nliche Daten (Aufenthaltsort, Terminkalender, Aufgabenstellungen, Vorlieben&#8230;), so dass darauf bezogen dann auch wirklich relevante Nachrichten bzw. Medieninhalte empfohlen werden k&#246;nnen.</p>
<p>Dazu kommt der <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/the_coming_data_explosion.php"><strong>Trend zum Internet of Things</strong></a>, der den Raum an M&#246;glichkeiten, was Nachrichten und Statusmeldungen betrifft, nochmals erheblich erweitern wird. Das &#8220;Social Sharing&#8221; mit Freunden im Netz wird dann nicht mehr so neu und aufregend sein, wie es das in den letzten Jahren war, weil es Konkurrenz von technischen Ger&#228;ten bekommen wird, die ebenfalls mit Statusmeldungen &#252;ber ihren Betriebszustand informieren oder auf Handlungsoptionen aufmerksam machen werden.</p>
<p>Es ist stark anzunehmen, dass bei Google in diese Richtung gedacht und gearbeitet wird. Auch bei Facebook k&#246;nnte es Ambitionen dazu geben. Klassischen Medienanbietern wie Zeitungen oder Rundfunkanstalten dagegen scheint noch nicht zu d&#228;mmern, <a href="http://wavetank.de/2010/05/digital-everything/">was da auf sie zurollt</a>. Dabei k&#246;nnte ihnen gerade das Beispiel von Digg eine Lehre sein: Der gut gemeinte Ansatz von Social News war nicht deswegen ein Misserfolg, weil die Leser lieber beim klassischen Modell der Mediennutzung einzelner Leitmedien geblieben w&#228;ren. Ganz im Gegenteil: Social News kam &#252;ber seine Anf&#228;nge nicht hinaus, weil die User dynamischeren und besser vernetzenden Medien wie Twitter und Facebook den Vorzug gaben und damit das News-Sharing auf eine h&#246;here Ebene brachten, als dies Digg bieten konnte.</p>
<p>Der aktuelle Relaunch von Digg stellt somit keinen wirklichen Schritt nach vorne dar, sondern bietet <strong>nur eine Art Update</strong> auf den derzeitigen Stand der Networking-Technik. Damit d&#252;rfte zugleich auch die Grenze dessen erreicht sein, was im Bereich von Social Sharing inhaltlich sinnvoll zu leisten ist.</p>
<p><strong>Das Social Web steht entwicklungstechnisch derzeit am &#220;bergang von der Innovations- in die Reifephase und d&#252;rfte in den n&#228;chsten Jahren vom Internet of Things &#252;berformt werden</strong>. So gesehen m&#246;chte man Kevin Rose raten, er m&#246;ge sich mit Digg nicht zu viel M&#252;he geben, sondern lieber noch einmal in die Rolle des Pioniers schl&#252;pfen und etwas ganz Neues schaffen.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="295" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Y9rc-Ou6814&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="295" src="http://www.youtube.com/v/Y9rc-Ou6814&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object>
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<a href="http://carta.info/28352/letzter-aufruf-fuer-social-news-der-digg-relaunch/">Letzter Aufruf f&#252;r Social News? Der Digg-Relaunch</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/28352/letzter-aufruf-fuer-social-news-der-digg-relaunch/#comments">15 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=28352&amp;md5=d972c43e8f93a7a960d094d4a9daa019" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>#UKvote: Der Wahltag im britischen Social Web</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 09:39:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Werbefl&#228;chen auf Youtube, Plattformen zum Stimmentausch und die Aufforderung, das Parlament "zu h&#228;ngen": Gro&#223;britannien erlebt die erste "Social Media Wahl" – und die k&#246;nnte sein politisches System fundamental ver&#228;ndern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/aecef7edf2ae4942a334b68fff6e1399" alt="" width="1" height="1" />Eine Woche, zwei Wahlen. Im Umfeld der Unterhauswahlen in Gro&#223;britannien entfaltet sich ein facettenreicher Online-Wahlkampf, der andeutet, dass auf der britischen Insel die Grenzen zwischen den Medienumgebungen allm&#228;hlich durchl&#228;ssiger werden. TV-Ereignisse ziehen eine starke Online-Resonanz nach sich und f&#252;r den Wahltag sind Gemeinschaftsprojekte zwischen Print-Anbietern und Online-Dienstleistern angek&#252;ndigt. Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen scheint dagegen von einem anderen, eher analogen Kaliber.</p>
<p>Allerdings verbietet sich ein n&#228;herer Vergleich aus systematischen Gr&#252;nden, denn nat&#252;rlich ist die Tragweite der Abstimmungen v&#246;llig verschieden: die Prognosen zur <em>general election</em> deuten auf einen Umbruch im britischen Zwei-Parteien-System hin und der Wahlgang k&#246;nnte ex post als <em>critical election</em> verstanden werden. In Nordrhein-Westfalen handelt es es sich dagegen „nur“ um eine <em>second order election</em>, die unterhalb der nationalen Ebene angesiedelt ist und bei den W&#228;hlern generell auf geringeres Interesse st&#246;&#223;t. Allerdings ist diese Landtagswahl im bev&#246;lkerungsreichsten Bundesland die hierzulande wohl wichtigste Abstimmung &#8220;zweiter Ordnung&#8221; – und noch dazu die erste seit der Bundestagswahl im Herbst 2009.</p>
<p>&#220;ber beide Wahlen (und die zugeh&#246;rigen Online-Wahlk&#228;mpfe) erf&#228;hrt man hierzulande nicht allzuviel, die jeweiligen &#8220;Themenseiten&#8221; sind bei den gro&#223;en Nachrichtenportalen oft ein paar Klicks von der Startseite entfernt. Und so entgeht dem deutschen Publikum eine durchaus spannende Wahl im britischen Sektor des Social Web, die einige Innovationen hervorgebracht und auch ein Echo aus alten Online-Zeiten parat h&#228;lt.</p>
<p>Im Schatten <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,689099,00.html">drei Fernsehdebatten</a> hat sich ein <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/2010/04/16/uk-erste-twitteranalysen/">aktives Online-Publikum</a> entwickelt, das w&#228;hrend dieser medialen Gro&#223;ereignisse eifrig Kommentare auf Facebook gepostet oder getwittert hat. Einige Online-Medien haben es verstanden, diese Aktivit&#228;ten aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Ein Resultat davon wird eine „Twitter-Landkarte“ sein, die das Abstimmungsverhalten am heutigen Wahltag abbilden soll: die Angabe eines Teils der Postanschrift in einem entsprechend markierten Tweet (der relevante Hashtag lautet <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23ukvote">#ukvote</a>) will der Dienstleister <a href="http://www.tweetminster.co.uk/">Tweetminster</a> zur Visualisierung der Wahlbeteiligung nutzen. &#196;hnlichkeiten mit den Aktivit&#228;ten zur US-Pr&#228;sidentschaftswahl 2008 sind sicher kein Zufall, eher handelt es sich um Fortschreibungen des damaligen Leuchtturmprojektes <a href="http://www.twittervotereport.com/">Twitter Vote Report</a>.</p>
<p>Es ist also davon auszugehen, dass das Internet auch in Gro&#223;britannien einen erheblichen Beitrag zur Medialisierung des Wahltags leisten wird &#8211; darunter zu verstehen ist die Nutzung des digitalen, interaktiven Kommunikationsraums im unmittelbaren zeitlichen Umfeld der Stimmabgabe, sowohl durch die Politiker wie auch durch die B&#252;rger. Dass die Wahlk&#228;mpfer ihre Bem&#252;hungen zur W&#228;hlermobilisierung in den Stunden bis zur Schlie&#223;ung der Wahllokale intensivieren werden, ist l&#228;ngst ein Gemeinplatz und war im Bundestagswahlkampf durch Aktionen wie <a href="http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/gruener-wahlkampf-72-stunden-non-stop.html">„3 Tage wach“</a> der Gr&#252;nen sichtbar. Dass sich aber auch einige B&#252;rger bis zuletzt &#252;ber den Gang der Stimmabgabe, erste Prognosen oder einfach nur die H&#246;he der Wahlbeteiligung im eigenen Wahlkreis informieren werden und so ihre eigene Stimmabgabe hinausz&#246;gern, ist ein noch relativ neues Ph&#228;nomen.</p>
<p>Zwar ist in der Wahlforschung die Figur des <em>late deciders</em> durchaus bekannt &#8211; hiermit wird ein unentschlossener W&#228;hler beschrieben, der erst kurz vor der Wahl seine Partei- oder Kandidatenpr&#228;ferenz festlegt. Doch war mit „kurz“ meist ein Zeitraum von wenigen Tagen vor der Wahl gemeint und nicht unbedingt der Wahltag selbst. Durch die Verf&#252;gbarkeit von Echtzeit-Informationen werden die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/United_Kingdom_general_election,_2010#Marginal_seats_for_main_parties"><em>marginals</em></a>, besonders hart umk&#228;mpfte Wahlkreise, zum digitalen Ausflugsziel von Kampagnentreibenden, Wahlberichterstattern und interessierten Netzb&#252;rgern.</p>
<p>Gerade an dieser Stelle ist in Gro&#223;britannien ein Sonderfall zu beachten: durch das starke Aufkommen der Liberaldemokraten als „dritte Kraft“ ist das bisher starre Zwei-Parteien-System in Bewegung geraten. Ein Effekt ist die Auseinandersetzung mit der Bildung einer Koalitionsregierung, angesichts stets stabiler Regierungsmehrheiten f&#252;r <em>Labour Party</em> oder <em>Conservative Party </em> ist dies durchaus ein markanter Einschnitt f&#252;r die politische Kultur auf der Insel (und treibt bisweilen groteske Bl&#252;ten, wie diese <a href="http://ymlp.com/zlC1qL">„Informationsseite“</a> zur Effektivit&#228;t von Koalitionsregierungen zeigt).</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die neuartige Dreier-Konstellation zwischen Noch-Premier Gordon Brown, dem konservativen Favoriten David Cameron und <em>LibDem</em>-Aufsteiger Nick Clegg sowie den jeweiligen Parteiorganisationen ist denn auch Ansatzpunkt f&#252;r die Vorschl&#228;ge zum <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32578/1.html"><em>tactical voting</em></a>: mit diesem Begriff versuchen insbesondere Labour-Politiker die eigene Anh&#228;ngerschaft von der Stimmabgabe f&#252;r die Liberaldemokraten zu &#252;berzeugen &#8211; sofern der eigene Vertreter im Wahlkreis keine Chance hat und ein Sieg des konservativen Konkurrenten droht.</p>
<p>Als Folge dieser &#8220;Ann&#228;herungsversuche&#8221; sind einige spezialisierte Online-Plattformen entstanden, die sich an der Vernetzung und Vermittlung &#8220;tauschbereiter&#8221; W&#228;hler versuchen (ausf&#252;hrlicher vorgestellt wird dieses Echo auf den Vorgang des Vote-Swapping anl&#228;sslich der US-Pr&#228;sidentschaftswahl des Jahres 2000 <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32578/1.html">hier</a>).</p>
<p>Spannend sind dabei weniger Sichtbarkeit und Reichweite der Websites, denn selbst in der Kombination der Plattformen erreichen die Online-Angebote zur taktischen, koordinierten Stimmabgabe nur ein sehr begrenztes Publikum. Allerdings generieren sie Effekte in den alten Medien, so ver&#246;ffentlichten gleich mehrere Zeitungen Tactical Voting Guide (<a href="http://www.guardian.co.uk/politics/2010/may/05/election-2010-tactical-voting-guide">Guardian</a>, <a href="http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/the-independent-guide-to-tactical-voting-1963012.html">Independent</a>, <a href="http://www.mirror.co.uk/news/top-stories/2010/05/04/general-election-tactical-voting-guide-how-you-can-save-britain-from-a-tory-nightmare-115875-22231573/">Mirror</a>). Die politischen Kuppelservices quer zu den Wahlkreisen wie in der Facebook-Gruppe <a href="http://www.facebook.com/group.php?gid=113063712048609&amp;amp;v=info">Voting Buddies</a> sind jedoch eher <em>politics for the long tail</em>, also die Ansprache extrem kleiner, spezialisierter Zielgruppen. Gerade dies ist jedoch ein interessanter Aspekt beim Blick in die Zukunft, auf die Zeit der fortschreitenden Zersplitterung der &#214;ffentlichkeit.</p>
<p>Zugleich &#228;u&#223;ert sich im Umfeld der w&#228;hlerseitig koordinierten Stimmabgabe auch eine fundamentale Unzufriedenheit mit dem aktuellen Wahlsystem, die sich am deutlichsten anhand der Website <a href="http://hang-em.com/">Hang´em</a> illustrieren l&#228;sst. Unter dem Logo des am Galgen h&#228;ngenden britischen Parlaments k&#246;nnen sich tauschbereite W&#228;hler &#252;ber die Wahlkreisgrenzen hinweg mit „Gleichgesinnten“ vernetzen, um eine Patt-Situation (<em>hung parliament</em>) zu erreichen. Wesentliche Motivation ist dabei nichts weniger als die Modernisierung des gesamten Wahlsystems. Gezielt sollen <em>marginals</em>-Kandidaten aus den „dritten Parteien“ unterst&#252;tzt werden, die eine Mehrheitsbildung nach klassischem Muster verhindern k&#246;nnten.</p>
<p>Der Voraussetzungen f&#252;r einen spannenden Wahltag in Gro&#223;britannien sind also geschaffen &#8211; ein weiteres Anzeichen daf&#252;r, dass heute die erste <em><a href="http://www.guardian.co.uk/media/2010/apr/30/social-media-election-2010">social media election</a></em> (The Guardian) stattfindet, deutet sich auch in der Verteilung der Kampagnen-Etats an: Camerons Konservative haben jedenfalls schon mal <a href="http://twitter.com/tweetminster/statuses/13434928991">Werbefl&#228;chen an ungew&#246;hnlicher Stelle</a> reserviert.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=26922&amp;md5=1870d02100804e801bde600a6c0ccec3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Why Twitter is the Future of News</title>
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		<pubDate>Sat, 01 May 2010 20:02:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine koreanische Studie zeigt: Twitter ist ein erstaunlich guter Filter f&#252;r Qualit&#228;tsinformationen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/05/Bildschirmfoto-2010-05-01-um-21.55.34.png"></a>Die MIT-Zeitschrift <em>Technology Review</em> <a href="http://www.technologyreview.com/blog/guest/25128/?a=f">zitiert</a> eine <a href="http://an.kaist.ac.kr/traces/WWW2010.html">Studie</a> des Department of Computer Science at the Korea Advanced Institute of Science and Technology. Ergebnis:</p>
<blockquote><p>They conclude that Twitter is a surprisingly interconnected network and an  effective way to filter quality information.</p></blockquote>
<p>Hier sind die Charts zu der Studie von Haewoon Kwak, Changhyun Lee, Hosung Park und Sue Moon:</p>
<div id="__ss_3922095" style="width: 425px;"><strong><a title="What is Twitter, a Social Network or a News Media? " href="http://www.slideshare.net/haewoon/what-is-twitter-a-social-network-or-a-news-media-3922095">What is Twitter, a Social Network or a News Media? </a></strong><object id="__sse3922095" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=2010-4-www-100430134910-phpapp01&amp;stripped_title=what-is-twitter-a-social-network-or-a-news-media-3922095" /><param name="name" value="__sse3922095" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="__sse3922095" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=2010-4-www-100430134910-phpapp01&amp;stripped_title=what-is-twitter-a-social-network-or-a-news-media-3922095" name="__sse3922095" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<div style="padding:5px 0 12px">View more <a href="http://www.slideshare.net/">presentations</a> from <a href="http://www.slideshare.net/haewoon">Haewoon Kwak</a>.</div>
</div>
<p>Man beachte diese Twitter-Netzwerkanalysen:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/05/Bildschirmfoto-2010-05-01-um-21.55.34.png"><img style="display: block; margin-left: auto; margin-right: auto; border: 0px initial initial;" title="Bildschirmfoto 2010-05-01 um 21.55.34" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/05/Bildschirmfoto-2010-05-01-um-21.55.34.png" alt="Bildschirmfoto 2010-05-01 um 21.55.34" width="332" height="284" /></a>
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<a href="http://carta.info/26688/why-twitter-is-the-future-of-news/">Why Twitter is the Future of News</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/26688/why-twitter-is-the-future-of-news/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=26688&amp;md5=50209a723356eea59eb09582868bad97" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bolz: &#8220;Es wird darauf ankommen, auf die Seite der Programmierer zu gelangen.&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/25121/bolz-es-wird-darauf-ankommen-auf-die-seite-der-programmierer-zu-gelangen/</link>
		<comments>http://carta.info/25121/bolz-es-wird-darauf-ankommen-auf-die-seite-der-programmierer-zu-gelangen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 01 Apr 2010 21:28:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helmut Hartung</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Medienphilosoph Norbert Bolz &#252;ber b&#252;rgerliche Individualit&#228;t im Netz, nichtstaatliche Konkurrenz um Informationsmonopole, Computer als soziale Agenten und den Politik-Begriff in sozialen Netzwerken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/0a45d836e7424839969f416981a00a77" alt="" width="1" height="1" />Das Interview f&#252;hrt Juliane Gille mit dem Medienwissenschaftler Prof. Dr. Norbert Bolz f&#252;r Helmut Hartungs medienpolitisches Fachmagazin <em>promedia</em>.</p>
<p><em>Herr Bolz, ist das Interesse der Menschen &#252;berall erreichbar zu sein und &#252;berall kommunizieren zu k&#246;nnen wirklich so gro&#223;, wie immer behauptet wird?</em></p>
<p>Bolz: Diese Frage ist zweitrangig gegen&#252;ber dem viel wichtigeren Sachverhalt, dass generelle Erreichbarkeit und Mobilit&#228;t erwartet wird. Es gibt eine Art sozialen Anschlusszwang an die neuen Medientechnologien, der jeden Einzelnen dazu zwingt &#252;berall und immer erreichbar zu sein. Jeder hat schon einmal die Erfahrung gemacht, dass er auf gro&#223;es Befremden st&#246;&#223;t, wenn er seine E-Mails einmal einen Tag lang nicht gelesen und beantwortet hat, oder telefonisch schwer erreichbar ist. Es geht um einen sozialen Standard, der sich unabh&#228;ngig von Lust und Laune des Einzelnen durchsetzt.</p>
<p><em>Trifft das aber nicht nur auf eine kleinere Schicht beruflich geforderter, mobiler Menschen zu?</em></p>
<p>Man muss hier sicherlich sozial differenzieren. Es gibt eine leider wachsende Zahl der Bev&#246;lkerung, die sozial abgeh&#228;ngt sind und f&#252;r die es keine dringende Notwendigkeit gibt, sich immer wieder in die Weltkommunikation einzuschalten. Es geht hier in der Tat vor allem um die Gruppe der gesellschaftlich und wirtschaftlich Produktiven. Man darf aber nicht vergessen, dass es au&#223;erhalb dieser Gruppe auch diejenigen gibt, die sich allein aus der Lust am Kommunizieren vielfach genau so verhalten. Gerade diese Gruppe – dazu z&#228;hlen auch sehr viele Jugendliche – befeuern diese Entwicklung.</p>
<p><em>Wann werden die mobilen Endger&#228;te vollst&#228;ndig unser Leben pr&#228;gen?</em></p>
<p>Sie werden eine zweite Natur werden – und sind es f&#252;r viele schon l&#228;ngst geworden. Viele Menschen k&#246;nnen sich ein Leben ohne diese Technologien schon heute nicht mehr vorstellen. Den Zustand der neuen Medien als zweiter Natur werden wir deshalb schon in sehr kurzer Zeit erreichen. Es war aber immer schon so, dass die <strong>Leitmedien einer Zeit die ganze Existenz in dieser Zeit gepr&#228;gt haben</strong>. Das galt in der Gutenberg-Galaxis genauso wie in der Zeit des Radios und des Fernsehens. Wir sind immer in einer gewissen Weise Sklaven unserer Medien. Insofern wird der Widerstand gegen den Gebrauch des Neuen immer geringer, weshalb sich der Anpassungsprozess insgesamt beschleunigt.</p>
<p><em>Wird der Online-Exhibitionismus gebremst werden, wenn sich mit neuen Techniken auch private Informationen immer einfacher auffinden lassen?</em></p>
<div id="attachment_25150" class="wp-caption alignleft" style="width: 216px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/04/02_NorbertBolz.jpg"><img class="size-medium wp-image-25150" title="02_NorbertBolz" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/04/02_NorbertBolz-206x300.jpg" alt="Prof. Norbert Bolz: &quot;Wir unterstellen heute, dass Politik das ist, was die Politiker interessiert.&quot; - Foto: TU Berlin" width="206" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Prof. Norbert Bolz: &quot;Wir unterstellen heute, dass Politik das ist, was die Politiker interessiert.&quot; - Foto: TU Berlin</p></div>
<p>Diese Frage wird von Ihnen vor dem Hintergrund der b&#252;rgerlichen Privatsph&#228;re gestellt, aber mein Eindruck ist, dass <strong>immer mehr Menschen den besonderen Wert einer undurchdringlichen Privatsph&#228;re gar nicht mehr nachvollziehen k&#246;nnen.</strong> Es geht hier gar nicht so sehr um sozialen Exhibitionismus, sondern vor allem um soziale Gewohnheit. Man darf nicht vergessen, dass es nicht nur die „b&#246;sen“ Googles sind, die auf diesem Pfad wandern, sondern es ist unser eigener Staat, der ein wachsendes Interesse an allen privaten Informationen hat, etwa im Gesundheitsbereich. Das Interesse an Privatinformationen hat sehr viele Quellen und der Widerstand dagegen schrumpft, weil sich die Menschen nicht mehr als b&#252;rgerliche Privatiers verstehen.</p>
<p><em>Wird nicht auch in der Politik der Widerstand dagegen st&#228;rker, vielleicht als Spiegel des Widerstands in der Bev&#246;lkerung?</em></p>
<p>Einen Widerstand in der Bev&#246;lkerung kann ich leider nicht erkennen, auch wenn ich mich dar&#252;ber freuen w&#252;rde. Bei den Reaktionen der Politiker sehe ich hingegen zwei andere Motive: Zum einen herrscht hier eine Angst, die aus weitgehender Unkenntnis erw&#228;chst. Zum anderen w&#252;rde sich das politische System gern selbst diese Daten vorbehalten und sieht hier eine private Konkurrenz, die ein staatliches Informationsmonopol bedroht. Ich bin aber nicht besonders optimistisch was die Nachhaltigkeit dieses Schutzinteresses betrifft und sehe es eher als Nachhutgefecht. Es ist kein Griff nach der Notbremse im rasend schnellen Zug.</p>
<p><em>Wenn das Leben des Einzelnen immer &#246;ffentlicher wird, wie ist dann noch eine individuelle Existenz m&#246;glich?</em></p>
<p>Diese Frage unterstellt, dass individuelle Existenz bisher ohne Weiteres m&#246;glich gewesen ist. Auf jeden Fall wird Individualit&#228;t ein sehr viel anspruchsvolleres Konzept als in den Jahrzehnten, in denen wir sie rein konsumorientiert interpretiert haben. Auch dem traditionell b&#252;rgerlichen Sinn hat in der Realit&#228;t kaum mehr jemand entsprochen. Die gro&#223;e Frage der Zukunft ist aber die nach der Zukunft unseres Begriffs von Freiheit, Liberalit&#228;t und Individualit&#228;t unter den neuen Medienbedingungen. Jeder Einzelne, der &#252;berhaupt noch ein Interesse an b&#252;rgerlicher Individualit&#228;t hat, muss sich eine eigene Verteidigungsstrategie ausdenken.</p>
<p><em>Ist diese Individualit&#228;t nicht ein Eckpfeiler der demokratischen Freiheit?</em></p>
<p>Sicher, allerdings muss man hier zwischen Demokratie und Freiheit unterscheiden, weil sich Demokratie leider sehr gut mit Unfreiheit vertr&#228;gt. Das Interesse an Freiheit scheint mir in Deutschland nicht so stark entwickelt zu sein: Wie wenig ist aus den gro&#223;en Zeichen der Geschichte 1989 geworden? Eigentlich h&#228;tte es ein Datum sein k&#246;nnen, das den Stolz und die Emphase der Franz&#246;sischen Revolution haben k&#246;nnte, aber fast nichts ist daraus geworden au&#223;er dem Jammern &#252;ber Transferleistungen. Das Interesse an Freiheit ist in Deutschland immer sehr sekund&#228;r gewesen, gemessen an Dingen wir Sicherheit und Wohlfahrt.</p>
<p><em>Statt vom Web 2.0 sprechen einige inzwischen von Web 3.0 und Outernet. Kommt es wirklich zu einer Vermischung von realer und virtueller Welt?</em></p>
<p>Ich halte diese Frage f&#252;r die wichtigste im Zusammenhang mit den neuen Medien. Fr&#252;her hat man von Mensch-Maschine-Kommunikation und „Ubiquitous Computing“, d. h. dem allgegenw&#228;rtigen Computerisieren, gesprochen. Die moderne Technik wird gleichzeitig allgegenw&#228;rtig und doch unsichtbar. Die Komplexit&#228;t der Technik wird in Kleidung, Gegenst&#228;nden und Chips verschwinden, die man gar nicht mehr wahrnehmen muss. Sie setzen uns einem Datenstrom aus, der nun noch routinem&#228;&#223;ig bew&#228;ltigt werden kann. <strong>Es ist eine faszinierende Tatsache, dass Menschen offensichtlich keine Probleme darin haben, mit Computern zu kommunizieren, als w&#228;ren es Personen.</strong> Mit Computern als soziale Agenten umzugehen ist scheinbar wesentlich einfacher als man es sich h&#228;tte tr&#228;umen lassen. Meine Kollegin Knorr-Cetina spricht sogar von „Geselligkeit mit Objekten“ und meint damit genau diese Smart Objects.</p>
<p><em>Wodurch wird dann das Verhalten der Menschen gesteuert?</em></p>
<p>Das Verhalten der Menschen wird immer gesteuert vom Verhalten anderer Menschen. Die Frage ist, ob es noch Menschen mit gr&#246;&#223;erem Einfluss gibt. Das sind die Leute, die heute diese Smart Objects programmieren. Vilém Flusser, der gro&#223;e Vereinfacher, hat gesagt, dass die Welt in Programmierer und Programmierte zerf&#228;llt. Ich finde diese simple These immer plausibler, je l&#228;nger ich dar&#252;ber nachdenke. Es macht den entscheidenden Unterschied, ob man Nutzer-B&#252;rger-Kunde ist, oder zu denen geh&#246;rt, die die virtuellen Welten entwerfen. Es wird gerade f&#252;r die Jugendlichen immer mehr darauf ankommen auf die Seite der Programmierer zu gelangen.</p>
<p><em>Aber nur eine Minderheit der Gesellschaft kann Programmierer sein?</em></p>
<p>Bolz: So sieht es im Moment aus, es ist allerdings nicht ganz undenkbar, dass Programmieren einmal so selbstverst&#228;ndlich wird wie lesen und schreiben. Es ist eine Frage an die P&#228;dagogik und das Selbstverst&#228;ndnis von Bildungsprozessen.</p>
<p><em>Es gibt die Gegenbewegung hin zu Entschleunigung und selektiver Kommunikation. Ist die skizzierte Entwicklung zwangsl&#228;ufig?</em></p>
<p>Jeder Gegentrend geh&#246;rt zum Trend selbst hinzu und widerlegt ihn nicht. Nur derjenige kann entschleunigen, der auch beschleunigen kann, und nur derjenige kann unerreichbar sein, der eigentlich immer erreichbar ist. Man sieht das sehr gut daran, dass es meistens die Bosse sind, die heute souver&#228;n und auch einmal unerreichbar sein k&#246;nnen. Wenn man dagegen refrakt&#228;r ist und sich einfach nur dagegen stellt, geh&#246;rt man zu den Losern.</p>
<p><em>Wie wird sich in Zeiten des Outernets die Kommunikation entwickeln?</em></p>
<p>Kommunikation nimmt dort noch entschiedener die Stellung ein, die wir eigentlich schon kennen: den Vorrang der Computervermittelten Kommunikation vor der Faceto-face-Kommunikation. Das Outernet ist aber auch ein Zeichen daf&#252;r, dass das scheinbare Auseinanderfallen von virtueller Realit&#228;t und realer Realit&#228;t gar nicht unserer Zukunft entspricht, sondern es immer mehr zu Hybridformen kommt. Hybridit&#228;t scheint mir ohnehin eines der gro&#223;en Stichworte des 21. Jahrhunderts in allen Lebensbereichen zu sein: Statt entweder oder, beides zusammen.</p>
<p><em>Werden soziale Netzwerke zu den entscheidenden meinungsbildenden Organen?</em></p>
<p>Das glaube ich in jedem Fall, sie werden allerdings immer in Zusammenhang stehen mit den gro&#223;en autoritativen Quellen. Es wird nach wie vor Regierungen geben, die offizielle Mitteilungen machen, und es wird weiterhin pers&#246;nliche Autorit&#228;ten geben, die einen gro&#223;en Einfluss auf eine Gemeinde nehmen. Auch die Internetkultur hat Gurus, etwa Steve Jobs. Das Internet ist nicht nur die radikaldemokratische Kollaboration der Netzwerke, sondern gerade wegen des Standards der Netzwerke w&#228;chst das Bed&#252;rfnis nach Leadership.</p>
<p><em>Welche Rolle spielen dann klassische Medien?</em></p>
<p>Es ist eine Frage der Generationen. <strong>Man kann in Schulen und Universit&#228;ten schon heute beobachten, dass die klassischen Massenmedien dort schon fast keine Rolle mehr spielen. </strong>Das Peer-Group-Prinzip &#252;ber Netzwerke setzt sich dort immer mehr durch, so dass es eine Frage weniger Jahre ist, bis auch andere Formen der b&#252;rgerlichen &#214;ffentlichkeit von diesen neuen Formen der Meinungsbildung wesentlich mitgepr&#228;gt werden. Die Politiker sp&#252;ren heute sehr deutlich, dass sie in ihren alten Massenkommunikationskan&#228;len keine relevanten &#214;ffentlichkeiten mehr erreichen.</p>
<p><em>Soziale Netzwerke widmen sich mit gro&#223;er Sachlichkeit vor allem Hobbys und Interessen. Wird es dann auch eine Hinwendungen zu Themen der Politik geben?</em></p>
<p>Ja, wobei man auch von einem Wandel des Politik-Begriffs ausgehen muss. Wir unterstellen heute, dass Politik das ist, was die Politiker interessiert. Das ist den Jugendlichen nicht mehr nahezubringen und man wird sich in Zukunft auch nicht via Internet f&#252;r Bundestagsdebatten interessieren. Das wird die Leute immer langweilen. Die Politik bekommt eine neue Handfestigkeit, indem man sich etwa f&#252;r lokale Probleme, aber auch f&#252;r gro&#223;e Weltprobleme interessiert. Man m&#246;chte sich eine Meinung bilden, aber auch an Aktionen beteiligen.</p>
<p><em>Nehmen wir die aktuellen Beispiele Steuerreform und Gesundheitsreform. Wo wird so etwas k&#252;nftig meinungsbildend diskutiert?</em></p>
<p>Man darf nicht vergessen, dass das Nicht-Teilnehmen an einer Diskussion auch einen Diskussionsbeitrag darstellt. Die Tatsache, dass sich gewisse Gruppen der Bev&#246;lkerung nicht an der Gesundheitsdiskussion beteiligten, kann man nicht per se als apolitisches Verhalten interpretieren. Man glaubt einfach nicht daran, dass in diesen politischen Diskussionen ein direkter Effekt erzeugt werden kann, sondern h&#228;lt es f&#252;r ein langweiliges Ritual. Das ist ein politisches Statement. Man darf unsere Standards des Wichtigen und Unwichtigen sicher nicht einfach auf die Internetkultur &#252;bertragen.</p>
<p><em>Gesundheitsversorgung und Altersversorgung sind aber Themen, die auch junge Leute interessieren m&#252;ssten?</em></p>
<p>Was in zwanzig Jahren ist, l&#228;sst sich schlecht antizipieren. Die meisten Jugendlichen sp&#252;ren, dass es irgendwie unrealistisch ist, wenn ihnen heute geraten wird, eine Riester-Rente abzuschlie&#223;en, weil nicht abzusehen ist, was sich in 20 Jahren entwickeln wird. Denken Sie nur an die aktuelle Finanzkrise. Solche Sachverhalte kann man „sp&#252;ren“ auch ohne gro&#223;e politologische Einsichten zu haben. Das politische Desinteresse h&#228;ngt also nicht nur mit einer ver&#228;nderten Mediennutzung zusammen, sondern steht f&#252;r eine ver&#228;nderte Sicht auf die Gesellschaft, die durch eine ver&#228;nderte Mediennutzung begleitet wird.</p>
<p><em>Sie teilen auch nicht die Sorge, dass die Menschen im virtuellen Kommunikationsraum weiter vereinsamen?</em></p>
<p>Nein. Mir f&#228;llt es schon schwer anzunehmen, dass die Mehrheit der Menschen in hervorragend funktionierenden sozialen Beziehungen gestanden h&#228;tten und heute nun vereinsamen w&#252;rden. Das stimmt f&#252;r mich aus vielen Gr&#252;nden nicht. Kommunikationstechnologien haben im Allgemeinen den umgekehrten Effekt, n&#228;mlich mehr Beziehungen herzustellen – gerade f&#252;r Menschen, die sich in pers&#246;nlichen Begegnungen nicht durchzusetzen wissen. Die Frage ist vielmehr, ob sich die Hoffnungen der Internetgemeinde erf&#252;llen werden, dass es einen Schritt von der passiven zur aktiven Mediennutzung geben wird. Diese Frage muss man die Zeit beantworten lassen, die Sehnsucht danach und das Interesse daran sind jedenfalls gigantisch. Der Inhalt selbst wird dabei immer unwichtiger im Vergleich zu der Frage, ob man selbst teilhaben und aktiv werden kann. Man kann sich leicht lustig machen, &#252;ber den Schrott, der dabei produziert wird, aber wir sollten als Beobachter die Tendenz ernst nehmen.</p>
<p><em>Wird die Mehrzahl der Menschen wirklich aktiv „mitmischen“ wollen?</em></p>
<p>Es wird hoffentlich nicht die Mehrzahl sein, denn die werden sehr schnell sp&#252;ren, dass es relativ sinnlos ist Kommunikationsverh&#228;ltnisse aufzubauen, bei denen es mehr Sender als Empf&#228;nger gibt. Letztlich sind es aber fundamental neue Verh&#228;ltnisse:<strong> Es ist eine Kulturrevolution, wenn der Zugang zur &#214;ffentlichkeit so sehr technisch und sozial erleichtert wird, dass es im Grunde &#252;berhaupt keine Gatekeeper mehr gibt.</strong> Das beunruhigt nat&#252;rlich die etablierte Gesellschaft und die meisten, die sich kulturpessimistisch &#228;u&#223;ern, sind selbst Gatekeeper. Diese Entwicklung sollte man daher hoffnungsvoll betrachten und bis zum Beweis des Gegenteils werde ich das tun.</p>
<p><em>Wird es in Zeiten des Outernets noch reale Fu&#223;ballspiele und reales Kino geben?</em></p>
<p>Mehr denn je. Gerade weil Virtuelles zum Alltagsstandard wird, wird es in Zukunft – man kann es aber heute schon sehen – ein wachsendes Interesse an realer Pr&#228;senz geben. Man kann jedes Musikst&#252;ck als Podcast qualitativ viel hochwertiger h&#246;ren als bei einem Konzert, aber die Leute gehen immer mehr in Konzerte, um die Akteure pers&#246;nlich zu erleben. Was f&#252;r die Stars gilt, gilt sogar f&#252;r Wissenschaftler, deren Ergebnisse man selbst auf dem Smartphone lesen kann, aber trotzdem m&#246;chte man sie treffen. Die Sehnsucht nach realer Pr&#228;senz wird weiter anwachsen.</p>
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<p><a href="http://www.promedia-berlin.de/"><img class="size-full wp-image-23754 alignleft" title="promediacover_3_2010" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/promediacover_3_2010.jpg" alt="promediacover_3_2010" width="120" height="168" /></a><em>Dieses Interview hat Juliane Gille f&#252;r das medienpolitische Fachmagazin </em><em><a href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a> gef&#252;hrt, das mit </em><em>Carta kooperiert.</em></p>
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		<title>TeAM Deutschland: Der Online-Kanzlerwahlverein f&#252;r das &#8220;Weiter so&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Feb 2009 16:31:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Moorstedt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit TeAM Deutschland nimmt die CDU den Online-Kampf f&#252;r die Wiederwahl von Angela Merkel auf. Die Botschaft hei&#223;t nicht „change“, sondern „weiter so“. VOICE –> FACE -> SPACE  lautet nun die Evolution der politischen Kommunikation.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/392b1ce9d8824cf06a6997d0dde546" alt="" width="1" height="1" /><br />
Der Online-Wahlkampf ist im politischen Berlin und den angeschlossenen Funkh&#228;usern zurzeit ein hei&#223;es und ein heikles Thema zugleich. Zum einen hat der Erfolg von my.barackobama.com im US-Wahlkampf, und die 500 Millionen Dollar an Online-Spenden, die auf der Seite registriert wurden, auch bei deutschen Politikern die <strong>Sehnsucht nach einem hypermodernen Partizipationsinstrument</strong> (oder besser: Me-Too-Produkt) geweckt, zum anderen ist den Wahlkampf-Strategen jedoch klar, dass neben dem Online-Riesen Obama auch eine virtuelle Volkspartei klein wirken kann. <strong>Der erste Internet-Pr&#228;sident der USA wirft einen langen Daten-Schatten.</strong></p>
<p>Die Union hat es nun trotzdem gewagt, und nach der SPD (meinespd.de), nun ebenfalls eine Kampa-Community vorgestellt: <a href="http://www.team2009.de/">teAM Deutschland (TD) hei&#223;t das Projekt</a>. <strong>Die Botschaft hei&#223;t hier jedoch nicht „Change“, sondern „Weiter so“</strong>. „teAM Deutschland hat ein klares Ziel: Angela Merkel soll Kanzlerin bleiben“, hei&#223;t es in der &#220;berschrift. Die Frage ist nun nicht, ob die Website den Vergleich mit my.barackobama.com aush&#228;lt (auch wenn das CDU-Logo dem Obama-Logo auff&#228;llig &#228;hnelt), sonder ob die Seite in sich stimmig ist, bzw. dem User / B&#252;rger neue Handlungsspielr&#228;ume er&#246;ffnet.</p>
<p>Das Corporate Design der Community ist zumindest im Bezug auf die „Googleability“ (etwa: Auffindbarkeit) missgl&#252;ckt. Denn „Team Deutschland“ ist keine absolute, unverwechselbare Identit&#228;t (warum muss man dabei an J&#252;rgen Klinsmann, ca. 2006 denken?), sondern ein Allerweltslabel. Und die Suche nach „Team Deutschland“ f&#252;hrt auch nicht sofort auf die Homepage der Union, sondern auch auf die gleichnamige Satiresendung des NDR. Unter teamdeutschland.tv kann man eine Cartoon-Version der Kanzlerin sehen, deren Hosen in Flammen stehen. Als ob man im Web dem Spott noch auf die Spr&#252;nge helfen m&#252;sste.</p>
<p>Wahlkampf-Seiten waren lange Jahre schlichte Informationsquellen mit geringem Interaktionsgrad –„<strong>Brochureware</strong>“ und „Digital Yardsigns“ werden die pr&#228;historischen Pixel-Konstrukte heute sp&#246;ttisch genannt, digitale Versionen der Logos und Sticker, die w&#228;hrend des Wahlkampfs auf Autos, Gartentoren und Ampelmasten auftauchen. „Fr&#252;her waren Internetseiten von Parteien Landebahnen f&#252;r politisch Interessierte, heute m&#252;ssen sie Startrampen f&#252;r politische Aktive sein“, so sagt Generalsekret&#228;r Ronald Pofalla. Die Technologie bestimmt die Wahlkampfstrategie: Hatten Politiker bis 1950 nur ihre Stimme, um Informationen und Meldungen &#252;ber Boten, Zeitungen und sp&#228;ter das Radio an die W&#228;hler zu bringen, so wurde im TV-Zeitalter ihr Gesicht immer wichtiger, das Image, das Bild, in dem der W&#228;hler in Sekundenschnelle Werte und Charakter erkennen k&#246;nnen sollte. <strong>Im 21. Jahrhundert hat der Kandidat eine Stimme und ein Gesicht, er muss aber auch einen space schaffen</strong>, in dem sich die Anh&#228;nger treffen k&#246;nnen und in dem sie sich wohlf&#252;hlen. VOICE –&gt; FACE -&gt; SPACE. Es ist die  Evolution der politischen Kommunikation, an deren Ende der 3-D-Kandidat steht.</p>
<p>4267 Mannschaftsmitglieder hat teAM Deutschland derzeit (Stand: 27.2.09, 15.34). Bei TD handelt es sich um handels&#252;bliche Web 2.0-Software, auch auf FlickR, Facebook, StudiVZ und den anderen Standard-Schnittstellen ist TD pr&#228;sent. Die deutsche Politik hat also den Boom von sozialen Netzwerke wie MySpace, Facebook oder LinkedIn aufgegriffen. Soziale Netzwerke verbinden den Nutzer mit Freunden, Bekannten und einer zumindest theoretisch unbegrenzten Anzahl von fremden Menschen, und machen es sehr einfach, Informationen mit diesen zu teilen. Die Politik kann von den Netzwerken vor allem deshalb profitieren, weil Menschen einer Idee gegen&#252;ber aufgeschlossener sind, wenn sie von einem Bekannter oder Kollegen oder einem scheinbar normalen Menschen an sie herangetragen wird, anstatt von einer Zeitung, einem Experten oder einer anderen entfernten Autorit&#228;t.</p>
<p>„Umfragen zeigen, dass es nicht die unentschlossenen W&#228;hler sind, die politische Websites besuchen, sondern W&#228;hler mit einer starken Parteibindung, die bereits entschiedene politische Ansichten haben“, schreibt der amerikanische Kommunikationsforscher Matthew Hindman in einer <a href="http://www.matthewhindman.com/">aktuellen Studie</a>. Die Kandidaten sollten deshalb nicht versuchen, die wenigen Unentschlossenen von der eigenen Agenda zu &#252;berzeugen. „Bei der neuesten Generation von Wahlkampfseiten geht es vielmehr darum, diejenigen an Bord zu holen und zu motivieren, die mit sehr gro&#223;er Wahrscheinlichkeit den Kandidaten unterst&#252;tzen werden.« Die wichtigsten Buttons und Felder auf den Webseiten hei&#223;en deshalb »Machen Sie mit«, »Spenden« und »Unterst&#252;tzen Sie Uns«.</p>
<p>An der technischen Oberfl&#228;che von TD ist auf den ersten Blick wenig auszusetzen. Auch wenn der Blogger Malte Welding darauf hinweist, dass <a href="http://www.team2009.de/">team2009.de</a> in Struktur und Design stark der Seite <a href="http://www.cdu.de">cdu.de</a> &#228;hnelt, und auf seiner Seite sogar einen Dissens unter den CDU-Programmierern <a href="http://www.malte-welding.com/2009/02/26/dem-cdu-twitterer-gefallt-cdude-nicht-so-recht" target="_blank">dokumentiert</a>. Die Qualit&#228;t eines Netzwerks kann man nur an Hand von Aktivit&#228;tsniveau und Freiheitsgraden messen, und daf&#252;r ist es noch zu fr&#252;h. Erw&#228;hnenswert ist es jedoch, dass vor allem Kandidaten und Bewegungen im Internet zu re&#252;ssieren scheinen, die von Nutzern als Au&#223;enseiter wahrgenommen werden, oder zumindest versprechen, das Establishment aufzur&#252;tteln. Das gilt sowohl f&#252;r Howard Dean, der 2004 kurzzeitig zum Web-Champion in den USA aufstieg, als auch f&#252;r Barack Obama („Change“) oder den franz&#246;sischen Pr&#228;sidenten Sarkozy („Rupture!“). teAM Deutschland aber k&#228;mpft f&#252;r Kontinuit&#228;t und das Establishement – und symbolisiert dies sogar durch die alberne Kapitalen im Titel.</p>
<p>TD ist – nicht von der Struktur aber in der Selbstbeschreibung &#8211; ein <strong>reiner Kanzlerwahlverein</strong>. Die Mitglieder sollen zwar  „Mitreden, Starkmachen, Flagge zeigen“, aber das nur zu einem Zweck, und das ist die Wiederwahl von Angela Merkel. Viele versprechen sich von Online-Kampagnen einen Vitalit&#228;tsschub f&#252;r die apathische Sp&#228;tdemokratie, aber wie soll TD zu einer St&#228;rkung der Zivilgesellschaft oder zur Re-Integration der B&#252;rger in den politischen Prozess beitragen, wenn offensichtlich ist, dass die Seite am Tag nach der Wahl abgeschaltet werden wird? Die gro&#223;e Hoffnung liegt wieder einmal darin, <strong>dass die Nutzer etwas anderes mit der Seite machen</strong>, als von den Machern vorgesehen. Die gr&#246;&#223;te Gruppe auf TD hei&#223;t nicht etwa „Merkel f&#252;r Deutschland“, sondern „Leistung muss sich wieder lohnen“, und k&#228;mpft laut eigenen Aussage gegen „die <strong>schleichende Sozialdemokratisierung</strong> <strong>der CDU</strong>“ und „f&#252;r eine Leistungsgesellschaft mit stark konservativen Werten“.</p>
<p>AM wird das nicht gerne sehen, aber es ist eigentlich ein gutes Zeichen.<br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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		<title>Xing &amp; Co.: Die neuen Aggregationsm&#228;chte im Nachrichtenmarkt?</title>
		<link>http://carta.info/4934/xing-linkedin-aggregation-nachrichten-verlage/</link>
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		<pubDate>Sat, 07 Feb 2009 16:13:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
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		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
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		<description><![CDATA[W&#228;hrend Zeitungen noch nach Online-Gesch&#228;ftsmodellen ringen, verdienen Xing &#038; Co. bereits pr&#228;chtig an den Diskussionen ihrer Mitglieder. Der Gespr&#228;chsstoff hierf&#252;r kommt aus den Verlagen, die aufpassen sollten, nicht blo&#223; Steigb&#252;gelhalter der Netzwerke zu sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/29535d34830f98aa0cf5d0e53febaa" alt="" width="1" height="1" /><br />
Auf den ersten Blick sind Businessnetzwerke, wie <a href="http://linkedin.com">LinkedIn</a> oder <a href="http://www.xing.de">Xing</a>, eine Sache f&#252;r sich und haben mit Medien (im klassischen Sinn) nichts zu tun: Gesch&#228;ftsleute kn&#252;pfen Kontakte und bahnen Gesch&#228;fte an. Headhunter suchen nach passenden Kandidaten f&#252;r freie Stellen. Und mancher verbessert mit einem Profil dort auch nur sein &#8220;<a href="http://off-the-record.de/2009/02/06/mit-xing-das-google-karma-manipulieren/#more-2760">Google-Karma</a>&#8220;.</p>
<p><strong>Kein Thema also f&#252;r Zeitungsverlage und Medienmacher?</strong> Doch. Denn hinter den oft etwas klischeehaft anmutenden Erl&#228;uterungen, was die Menschen auf Businessnetzwerken so machen, darf die Realit&#228;t nicht &#252;bersehen werden. Eine ganz wesentliche Besch&#228;ftigung der Teilnehmer in diesen Netzwerken ist die Konversation. Daf&#252;r aber braucht es &#8220;<strong>Gespr&#228;chsstoff</strong>&#8221; und der ist nicht von Haus aus in einem Netzwerk vorhanden. Also tragen ihn die Mitglieder hinein, in dem sie sich dort in Gruppen organisieren und dann diskutieren.</p>
<p>Etwas &#252;berspitzt k&#246;nnte man also formulieren, dass die Medien die Schlagzeilen liefern und in den Social Networks dann dar&#252;ber diskutiert wird. Das Dumme ist nur: Die Zeitungen suchen noch <strong>h&#228;nderingend nach Gesch&#228;ftsmodellen</strong> im Internet und geben derzeit ihren Content meist kostenlos ab, w&#228;hrend Plattformen wie LinkedIn oder Xing profitabel arbeiten und somit an den Diskussionen ihrer Mitglieder<strong> Geld verdienen</strong>.</p>
<p>Dass diese Gegen&#252;berstellung gar nicht so weit her geholt ist, beweist die Tatsache, dass <a href="http://netzwertig.com/2008/12/19/gekonnter-schachzug-xing-kauft-social-news-site-socialmedian/">Xing im Dezember 2008</a> das amerikanische Startup Socialmedian &#252;bernommen hat. <a href="http://www.socialmedian.com/">Socialmedian</a> ist ein Nachrichten-Aggregator, d. h. seine (derzeit noch) kostenlos registrierten Mitglieder geben sich darin gegenseitig Leseempfehlungen. Empfohlen werden Artikel aus allen Onlinemedien, von Zeitungen bis zu Blogs. Dieser Vorgang wird zudem durch Gewichtungsfaktoren beeinflusst. Vereinfacht ausgedr&#252;ckt k&#246;nnte man Socialmedian als eine <strong>personalisierte Fassung von </strong><a href="http://www.digg.com"><strong>Digg</strong></a><strong> bezeichnen</strong>.</p>
<p>In die gleiche Kerbe schl&#228;gt eine <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2009/02/04/linkedin-bringt-endlich-deutsche-version.aspx">Formulierung des Europaschefs von LinkedIn</a>, Kevin Eyres: Demnach will LinkedIn &#8220;in den kommenden Wochen einige Kooperationen mit Verlagen ank&#252;ndigen, um lokale Inhalte zu bekommen&#8221;. Hier m&#252;ssen die Medien aufpassen, dass sie nicht zum <strong>Steigb&#252;gelhalter</strong> von anderen werden!</p>
<p>Die Integration von Socialmedian in Xing k&#246;nnte n&#228;mlich zum Ziel haben, dass die Mitglieder des Netzwerkes ihren t&#228;glichen <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2008/08/19/wege-aus-dem-informationsuberfluss/">Nachrichten&#252;berblick</a> gleich auf Xing bekommen und gar nicht mehr die Webseiten einzelner Zeitungen oder von Spiegel Online ansteuern m&#252;ssen. Selbst ein moderner Meme-Tracker wie <a href="http://www.rivva.de">Rivva</a> w&#252;rde da alt aussehen.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund ist speziell den Zeitungen dringend zu empfehlen, mehr Augenmerk auf die eigene Leserschaft im Internet zu richten und ihre Onlinecommunity besser zu pflegen. Zugleich zeigt diese Entwicklung, dass auch die Businessnetzwerke nicht unverwundbar sind: Ihre Suche nach mehr Substanz belegt, dass sie wenig Vertrauen in die als Kernfunktion gepriesene M&#246;glichkeit setzen, Gesch&#228;ftskontakte zu erm&#246;glichen.</p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=4934&amp;md5=85f740ac29e67ed7c994a18dafc56e5a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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