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	<title>CARTA &#187; Social Networks</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Leute, kauft Facebook-Aktien!</title>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 12:05:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sollten wir nicht lieber Facebook-Miteigent&#252;mer als nur Mitglieder sein? Die Chance dazu wird uns bald gegeben - durch den B&#246;rsengang.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie Facebook unsere Zukunft verkauft, hat Sascha Lobo in seinem Text &#252;ber <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/sascha-lobo-facebook-verkauft-ihre-zukunft-a-831925.html">„Facebooks Vermessung der Gef&#252;hlswelt“</a> ja gerade sehr sch&#246;n dargelegt. Es wird Zeit, dass wir sie uns    zur&#252;ckkaufen.</p>
<p>Die Idee dazu ist ganz einfach (wenn auch eher ein Gedankenexperiment): Wenn die 900 Millionen Menschen auf der Welt, die aktuell Mitglieder bei Facebook sind, nun auch Facebook-Aktien kaufen w&#252;rden, w&#252;rde aus dem kapitalen Netzwerk wirklich ein soziales Netz f&#252;r die Gemeinschaft seiner Mitglieder. Aus dem Anteilsschein f&#252;r privilegierte Investoren w&#252;rde ein Volksaktie. Die Nutzer k&#246;nnten Facebook also ausgerechnet  mit einem kleinen Umweg &#252;ber den Kapitalmarkt sozialisieren, zu ihrem Eigentum machen, es f&#252;r sich nutzen und nach ihren Vorstellungen gestalten.</p>
<p>Die Aktion&#228;re w&#228;ren fortan an den Gewinnen, die das Unternehmen mit den von ihnen erstellten Inhalten erzielt, beteiligt. L&#228;uft es gut, winkt die Dividende – wird zu wenig auf Facebook (mit-)geteilt, f&#228;llt der Gewinn vielleicht magerer aus. Auch die Regeln f&#252;r das Zusammenleben in dieser Netzgemeinschaft bis hin zu den leidigen AGB – alles k&#246;nnten die Mitglieder-Aktion&#228;re unter sich ausmachen.</p>
<p>Es ist ein alte Forderung der Gewerkschaften, Mitarbeiter an Unternehmen zu beteiligen. Bei vielen B&#246;rseng&#228;ngen gibt es „Friends&amp;Familiy“-Programme – warum nicht auch „Member-Shares“ bei Unternehmen wie Facebook. Eigentlich w&#228;re das mal ein feiner Zug gewesen, den Menschen, die Facebook gro&#223; gemacht haben und die es mit sek&#252;ndlich mit Inhalten f&#252;llen, etwas zur&#252;ckzugeben.</p>
<p>Leider wird die Idee der Facebook-Volksaktien in der harten Realit&#228;t der B&#246;rsen nicht zu ohne weiteres umzusetzen sein. Denn zum einen stehen nicht gen&#252;gend Anteile zum Verkauf und zum anderen w&#252;rde eine massenhafte Nachfrage nat&#252;rlich den Preis in noch absurdere H&#246;hen treiben als derzeit ohnehin schon.</p>
<p>Obwohl also Mark Zuckerberg den Volksaktion&#228;r gar nicht f&#252;rchten muss, haben er und seine Vertrauten vor kaum etwas so viel Angst, wie vor der Mitsprache und dem Einfluss der Aktion&#228;re. Und sie haben deshalb, ohne viel Aufsehen zu erregen, Vorsorge getroffen.</p>
<p>Das Aktienrecht hilft ihnen dabei, sich vor l&#228;stigem Fremdeinfluss zu sch&#252;tzen. Zuckerberg besitzt zwar „nur“ noch einen Anteil von knapp 29 Prozent an dem Unternehmen aber er kontrolliert mindestens insgesamt 57,1 Prozent der Stimmrechte &#252;ber Vereinbarungen mit anderen Aktion&#228;ren. Er habe, so <a href="http://www.zdnet.com/blog/facebook/mark-zuckerberg-bought-facebook-shareholders-votes-for-100/8953?tag=search-results-rivers;item0">berichtet zdnet</a>, anderen Investoren ihr Stimmrecht f&#252;r 100 Dollar in bar abgekauft. Darunter einige der fr&#252;hen Investoren in das Unternehmen, wie der Napster-Mitgr&#252;nder Sean Parker, der gleichzeitig erster Facebook-Pr&#228;sident war (die Informationen finden sich alle in den SEC-Files, man m&#252;&#223;te sich nur die M&#252;he machen, das alles zu lesen). „Das zeige, welche &#220;berzeugungskraft Zuckerberg habe, den Investoren klar zu machen, dass er am besten wisse, was gut f&#252;r das Unternehmen ist“, schreibt zdnet.</p>
<p>Genau das ist der Punkt: Ein Kopf entscheidet &#252;ber 900 Millionen anderer K&#246;pfe hinweg. Facebook ist eben keine soziales Netzwerk, sondern ein Unternehmen zur Datenerhebung und Verarbeitung mit angeschlossener Werbeabteilung. Und es umgeht sogar in Teilen die Mitbestimmungsregeln des Kapitalmarkt.</p>
<p>Und so werden wir nun bald verkauft und mutieren zu einem „Asset“ in einem b&#246;rsennotierten Unternehmen. Wie f&#252;hlt sich das eigentlich an? Ich bin gespannt. Und vielleicht kaufe ich doch eine Aktie, auch wenn ich nicht mitreden kann. Dann ist es wenigstens auch mein Unternehmen und ihr m&#252;&#223;t f&#252;r mich arbeiten.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43608&amp;md5=0aeeaf8a3b305bc5dd4622a1a4c6fd27" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Warum beschweren sich deutsche Verleger nicht schon l&#228;ngst &#252;ber Facebook?</title>
		<link>http://carta.info/41702/warum-beschweren-sich-deutsche-verleger-nicht-schon-langst-uber-facebook/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 14:42:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Tischer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die deutschen Verleger wollen, dass Google f&#252;r Inhalts-Snippets zahlt. Umso mehr erstaunt es, dass sie kein Geld von Facebook fordern. Grund genug dazu h&#228;tten sie.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Niemand kann die Logik deutscher Zeitungsverleger verstehen. Oder besser gesagt: Aus Sicht der Verleger kann man es verstehen, dass man es mit der Logik nicht so genau nimmt, wenn es ums eigene Geld geht.</p>
<p>Wir erinnern uns: Google pr&#228;sentiert in seinem Angebot news.google.com kurze Ausschnitte aus den Meldungen von Nachrichten-Websites und verlinkt diese. Dieser Google-Dienst ist im Gegensatz zu anderen Google-Angeboten werbefrei. Kein Medium muss dort gelistet sein. Es gen&#252;gen Kenntnisse im Umgang mit einem Texteditor, um mittels zweier Zeilen Google daran zu hindern, dass das eigene Nachrichtenangebot dort gelistet ist.</p>
<p>Weil Google-News den Online-Medien Besucher auf die Websites bringt, verlangen sie von Google eine finanzielle Beteiligung. Und weil Google die nicht zahlt, <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Deutsche-Verleger-beschweren-sich-in-Bruessel-ueber-Google-1442897.html" target="_blank">beschweren</a> sich die deutschen Verleger jetzt bei der EU in Br&#252;ssel.</p>
<p>Wie gesagt: Diese Logik m&#252;ssen Sie nicht verstehen.</p>
<p>Kein Website-Betreiber w&#228;re b&#246;se dar&#252;ber, wenn ihm Google auch noch Geld zahlen w&#252;rde, wenn die Suchmaschine neue Besucher bringt. Sie w&#252;rden es schlie&#223;lich auch nicht ablehnen, wenn Ihnen der Taxifahrer Geld zahlen will, weil er sie irgendwohin gefahren hat.</p>
<p>Daher ist es umso erstaunlicher, dass sich die deutschen Zeitungsverleger nicht schon l&#228;ngst und lautstark &#252;ber Facebook beschweren.</p>
<p>Denn anders als Google platziert Facebook sehr wohl eigene Werbung auf den Fanpages der Zeitungsverlage. Und dennoch gibt es fast kein Online-Medium, dass keine eigene Fanseite betreibt und das nicht die Like-Buttons und Social-Media-Plugins des US-Anbieters auf den Seiten hat. Die Verlage rei&#223;en sich f&#246;rmlich darum, Facebook neue Kunden in die Arme zu treiben. &#8220;Diskutieren Sie mit uns auf Facebook&#8221;, ist einer der oft geh&#246;rten Animationsspr&#252;che.</p>
<p>Durch den Einbau dieser Buttons und Plug-ins auf jeder Seite klaut Facebook den Verlegern nicht nur Inhalts-Snippets, sondern bekommt von ihnen dar&#252;ber hinaus die komplette <a href="http://www.literaturcafe.de/totalueberwachung-welche-gefahren-der-gefaellt-mir-button-von-facebook-birgt/" target="_blank">Nutzungs- und Nutzerstatistik geschenkt</a>. Jenseits rudiment&#228;rer IVW-Zahlen hat Facebook die komplette Statistik, kennt Facebook die Online-Leser sogar mit Namen und besitzt von den meisten ein vollst&#228;ndiges Interessen- und Pers&#246;nlichkeitsprofil. Und Facebook wei&#223; sogar, auf welchen Konkurrenzmedien der Nutzer surft.</p>
<p>Es wird also nicht mehr lange dauern, bis die Verleger entdecken, was sie da in ihrer vermeintlichen Gier nach mehr Lesern und sozialmedialer Anbiederung dem US-Unternehmen in den Rachen werfen. Es wird Zeit, daf&#252;r Geld zu verlangen! Also schreiben wir schon mal auf, was die deutschen Zeitungsverleger demn&#228;chst fordern sollten und wor&#252;ber man sich bei der EU oder bei den Kartellbeh&#246;rden beschweren k&#246;nnte:</p>
<ul>
<li>Facebook verwendet f&#252;r seine Empfehlungsfunktion Inhalte aus den Angeboten von Online-Magazinen und -Zeitungen (Snippets).</li>
<li>Facebook platziert im Umfeld dieser Snippets und auf den Fanseiten der Medien Werbung, an deren Einnahmen die Verleger nicht beteiligt werden.</li>
<li>Facebook erh&#228;lt durch den Einbau des Like-Buttons die kompletten Nutzerstatistiken der Online-Medien.</li>
<li>Facebook kann diese Nutzerdaten personalisieren.</li>
<li>Facebook hat die M&#246;glichkeit der Konkurrenzanalyse, wenn dort die Buttons ebenfalls platziert wurden.</li>
</ul>
<p>Mehr noch als Google profitiert Facebook sowohl von den Inhalten als auch von den Nutzungsdaten deutscher Online-Magazine und -Zeitungen und monetarisiert diese durch Anzeigenverk&#228;ufe.</p>
<p>Also, deutsche Zeitungsverleger, worauf wartet ihr? Lasst euch euer &#8220;Soziales Engagement&#8221; endlich von Facebook bezahlen!
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41702&amp;md5=0684460f2a4d65cb4ddf34b52c639097" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zeig mir deine Freunde</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Feb 2012 17:56:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man kann nie genug Freunde haben, vor allem nicht in sozialen Netzwerken. Pers&#246;nliche Kontakte sind dort kein Geheimnis mehr, auch nicht gegen&#252;ber den Betreibern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fr&#252;her gab es einige Leute, die schrieben ein Tagebuch &#8211; das war das Allerheiligste. Unbefugtes Schn&#252;ffeln wurde mindestens mit dem Entzug der Freundschaft auf Lebenszeit bestraft. Gleich nach dem Tagebuch kamen diese kleinen Adressb&#252;chlein, die hatte jeder und sie waren nicht minder schutzw&#252;rdig.</p>
<p>Meist waren sie durch den h&#228;ufigen Gebrauch stark abgegriffen. Durch das h&#228;ufige &#196;ndern von Adressen und Telefonnummern war manches unlesbar. Diese Adressspeicher waren quasi lebende Gebilde und zeigten die Status&#228;nderungen in unseren Beziehungen schon damals. Hier war eine Nummer &#252;berschrieben, dort eine durchgestrichen. Ein Verlust war eine glatte Katastrophe.</p>
<p>Kaum vorstellbar, dass jemand einem fremden Dritten so mir nichts dir nichts sein kleines Ringbuch oder Moleskin-Heft zum kompletten Abschreiben &#252;berlassen h&#228;tte. Wenn &#252;berhaupt, durften nur Freunde einzelne Adressen erfragen. Man bekam sie nur nach reiflicher &#220;berlegung, manchmal nur nach R&#252;ckfrage bei demjenigen, um dessen Adresse oder Telefonnummer es ging. &#8220;Ich wei&#223; nicht, ob ich dir die Nummer geben darf&#8221;, hie&#223; es dann, „ich muss erst fragen“.</p>
<p>Aus und vorbei: Der Umgang mit den pers&#246;nlichen Kontakten hat sich innerhalb kurzer Zeit radikal gewandelt. Mit dem falschen Versprechen, bei Herausgabe seiner Daten noch mehr Freunde zu finden, entlocken uns die Anbieter von sozialen Netzwerken und Programmierer von Apps das komplette Verzeichnis unserer Freunde.</p>
<p>Gefragt &#8211; und wie sich jetzt <a href="http://t3n.de/news/path-app-ladt-heimlich-adressbuch-365300/" target="_blank">herausstellt</a> &#8211; manchmal auch ungefragt, laden Anbieter wie Path oder Foursquare die ganze Liste auf ihre Server. An Dreistigkeit ist das kaum zu &#252;berbieten: Es w&#228;re so, als w&#252;rde jemand eines anderen Adressb&#252;chlein heimlich aus dem Mantel nehmen, abschreiben und unbemerkt wieder hineinstecken.</p>
<p>Es hat sich eine merkw&#252;rdige Kultur im Umgang mit Freundeslisten herausgebildet: Begleitet vom Zuckerbergschen Mantra, dass es nicht genug Vernetzung unter den Menschen geben k&#246;nne: „Mark hat die Vision, von einer Welt wo es uns besser geht. Wo wir uns alle miteinander vernetzten“, umschreibt Sherly Sandberg, Facebook-Gesch&#228;ftsf&#252;hrerin in der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=wzdVlAfQSiY" target="_blank">ARD-Facebook-Doku</a> (bei 12:26 min) mit gespielter Empathie die Mission ihres Chef. „Mein Leben wird besser, wenn ich mich daf&#252;r interessiere, was du tust.“</p>
<p>Das Ergebnis ist mindestens ein Vertrauensbruch unter Vorspiegelung falscher Tatschen. Klar ist, dass unsere Adressen das einzige Kapital dieser Unternehmen sind. Am Wert unserer privaten Adressbest&#228;nde hat sich also nichts ge&#228;ndert. Sie sind und bleiben mit die wertvollsten Datens&#228;tze in unserem Leben. Und gerade weil das so ist, wollen sie die ach so sozialen Betreiber von sozialen Plattformen auch unbedingt haben.</p>
<p>Der Trick dabei: Sie werden im Handumdrehen zu einer Art &#246;ffentlichem Gut erkl&#228;rt, welches man doch bitte aus freien St&#252;cken hergeben sollte, um noch mehr davon zu bekommen. Ein Trugschluss. Nach allem, was die Forschung wei&#223;, lassen sich Beziehungsnetzwerke nicht bis ins Unendliche ausdehnen. Der digitalisierte Inhalt eines Adressb&#252;chleins reicht noch heute in den meisten F&#228;llen f&#252;r eine erf&#252;lltes soziale Leben aus. Wir sollten endlich mal anfangen, uns des Wertes der eigenen Kontakte und der Notwendigkeit des sorgsamen Umgangs damit bewusst zu werden. Womit keiner der genannten Anbieter verteufelt werden soll. Doch der Anspruch, unser Beziehungsnetzwerk f&#252;r uns managen zu wollen, geht mir zu weit. Wir haben denen unsere Adressen anvertraut und sie sollten sorgsamer damit umgehen.</p>
<p>Immerhin hat Apple jetzt reagiert: Der Zugriff auf die Kontakte soll nur noch nach ausdr&#252;cklicher Genehmigung des Nutzers m&#246;glich sein. Apps, die dagegen versto&#223;en, <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Apple-will-Apps-den-Zugriff-auf-iPhone-Adressbuecher-erschweren-1435332.html" target="_blank">sollen in Zukunft nicht mehr geduldet werden</a>.
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		<title>Soziale Netze, neuronale Netze und das Zeitalter der Transparenz</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Dec 2010 16:03:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Neurowissenschaften k&#246;nnten in den n&#228;chsten Jahren nicht nur unser Bild vom Menschen an sich, sondern auch das von Social Networks stark ver&#228;ndern. Eine Spurensuche im Grenzgebiet von Forschung und Social Media.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer an Social Networks wie Facebook keinen rechten Gefallen findet, hat ab jetzt eine Ausrede daf&#252;r: Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Amygdala">Amygdala</a>, eine Region im menschlichen Gehirn, soll in ihrer Gr&#246;&#223;e mit dem Grad an sozialer Vernetzung korrelieren. Je kleiner diese Gehirnregion ausf&#228;llt, desto weniger Kontakte werden unterhalten und desto einfacher ist die Beziehungsstruktur eines Menschen. Diesen <a href="http://www.wired.com/wiredscience/2010/12/social-networking-amygdala/">Befund</a> machten amerikanische <a href="http://www.nature.com/neuro/journal/vaop/ncurrent/full/nn.2724.html">Wissenschaftler</a>, die damit zeigen, dass hinter den Interaktionsmustern auf Social Networks mehr stecken kann, als nur der pure Zufall oder die geschickte Selbstinszenierung.</p>
<p>Die an der Schwelle zum neuen Jahr bzw. zu einem neuen Jahrzehnt publizierte Studie macht zudem deutlich, dass die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neurowissenschaften">Neurowissenschaften</a> dem Social Networking in den n&#228;chsten Jahren Impulse werden liefern k&#246;nnen, welche etwa die von Facebook bislang praktizierte Transparenz als noch relativ harmlos wird erscheinen lassen. Zum Katalysator dieser Entwicklung d&#252;rfte das in starkem Wachstum befindliche Gesch&#228;ftsfeld des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Data_Mining">Data-Mining</a> werden.</p>
<p>Heute schon bieten Unternehmen wie die IBM Software zur <a href="http://www.economist.com/node/16910031">Analyse von Netzwerken</a> an, die beispielsweise von Telefongesellschaften dazu genutzt werden kann um Kundenprofile zu bilden. Dabei geht es nicht um einfache Daten wie die H&#246;he der monatlichen Rechnung oder soziodemografische Merkmale, sondern um spezifische Cluster, die aus der Art der Inanspruchnahme der angebotenen Dienstleistungen abgeleitet werden. In diesem Sinne versucht man etwa Meinungsf&#252;hrer als solche zu identifizieren, um ihnen als Kunden einen besseren Service bieten zu k&#246;nnen und sie so m&#246;glichst lange an das Unternehmen zu binden.</p>
<p>In gro&#223;en Unternehmen nutzt man diese Art von Software retrospektiv dazu, die (digitale) Interaktion von Mitarbeitern untereinander zu analysieren und beispielsweise Personen mit Expertenstatus identifizieren zu k&#246;nnen. Sogar die Polizei kann auf einfache Art schon Data-Mining betreiben: In Richmond, USA, geschieht dies anhand der <a href="http://bigthink.com/ideas/26290">Daten von Facebook und Twitter</a>: Wissend, dass zu viel Alkohol auf Parties sehr negative Folgen haben kann, werden Polizisten verst&#228;rkt in Gegenden auf Streife geschickt, von denen zuvor &#252;ber das Mitlesen der Konversationen auf Social Networks in Erfahrung gebracht wurde, dass dort Parties stattfinden werden. Die Polizei ist damit gewisserma&#223;en schon vor Ort, um schneller eingreifen zu k&#246;nnen, falls irgendwo die Situation eskaliert.</p>
<p>Deshalb kommt der stetige Fortschritt auf dem Gebiet der Neurowissenschaften gerade recht. Denn die immer weiter steigende Datenflut, die unser Handeln im Internet und anderswo produziert, verlangt auf der analytischen Ebene nicht nur nach Mustererkennung und Clusterbildung der einfachen Art, sondern auch nach sinnvollen Interpretationen bzw. wissenschaftlich abgesicherten Erkenntnissen f&#252;r komplexere Zusammenh&#228;nge. Speziell die Hirnforschung mit ihren Ans&#228;tzen zum Verst&#228;ndnis von Denken, Gef&#252;hlen und Handlungsimpulsen kann hier als seri&#246;ser &#8220;Lieferant&#8221; f&#252;r die Marktforschung dienen, wenn es etwa darum geht, ein Konstrukt wie &#8220;Kauflaune&#8221; zu operationalisieren. Vorstellbar ist, dass schon in wenigen Jahren unser Verhalten in einem Social Network wie Facebook einem <strong>Screening in Echtzeit</strong> unterliegen wird, das alle Eingaben auf bestimmte Muster hin untersucht und bei positiver &#220;bereinstimmung die Art der einzublendenden Werbung oder auch die Zusammensetzung der Timeline beeinflusst.</p>
<p>Wenn sich Emotionen erst einmal eindeutig messen lassen und den Messwerten typische Verhaltensmuster im Umgang mit Social Software zugeordnet werden k&#246;nnen, werden die Anbieter von Social Networks auf die jeweilige Stimmungslage ihrer User schlie&#223;en und diesen Umstand f&#252;r inhaltliche Konzepte einerseits und werblich-kommerzielle Angebote andererseits nutzen k&#246;nnen. Auf der kognitiven Ebene ist die Forschung bereits in der Lage, eine primitive Form von <strong>Gedankenlesen</strong> praktizieren zu k&#246;nnen. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=JVLu5_hvr8s">Amerikanischen Forschern</a> der Carnegie Mellon University ist es gelungen, begriffliches Denken dergestalt &#8220;lesbar&#8221; zu machen, dass bei Versuchspersonen, die an bestimmte Gegenst&#228;nde denken sollten und dabei mittels Magnetresonanztomographie (MRT) gescannt wurden, aus den gescannten Daten pr&#228;zise auf die gedachten Begriffe geschlossen werden konnte. Eine wesentliche Erkenntnis dieser Arbeit lag darin, dass die Aktivierungsmuster im Gehirn zu bestimmten Begriffen offenbar universeller Natur sind: Wenn an Gegenst&#228;nde wie &#8220;Hammer&#8221; oder &#8220;Apfel&#8221; gedacht wird, gleichen sich die Aktivierungsmuster im Gehirn &#252;ber verschiedene Versuchspersonen hinweg.</p>
<p>So faszinierend diese Ans&#228;tze sind, so kritisch kann man aber auch ihre Praxistauglichkeit bewerten. Die Arbeiten zur Entschl&#252;sselung des menschliches Konntektoms, also aller neuronalen bzw. synaptischen Verbindungen im Gehirn, wirft ein Schlaglicht auf die enorme Komplexit&#228;t, die mit der Messung und Entschl&#252;sselung von Vorg&#228;ngen im Gehirn verbunden ist. Das folgende Video mit <a href="http://hebb.mit.edu/people/seung/">Sebastian Seung</a>, Professor am MIT f&#252;r informationstechnische Neurowissenschaften, macht dies sehr deutlich. Demnach ist es bereits eine ganz erhebliche Herausforderung, alle Verbindungen im Gehirn einer Maus zu entschl&#252;sseln. Der optisch sch&#246;n dargestellte Vergleich zum menschlichen Gehirn l&#228;sst ahnen, welche Mengen an Arbeit hier noch auf die Forscher warten.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/HA7GwKXfJB0?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="340" src="http://www.youtube.com/v/HA7GwKXfJB0?fs=1&amp;hl=de_DE" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Man darf also gespannt sein, wie schnell und in welchem Umfang Erkenntnisse der Neurowissenschaften Eingang in die Struktur und Konzeption von Social Networks finden werden. Deren Bem&#252;hungen um Umsatzquellen einerseits sowie attraktive Inhalte andererseits werden zweifellos zur Implementierung entsprechender Data-Mining-Tools f&#252;hren. Die Frage ist also nur, wie lange hier mit tendenziell pseudo-wissenschaftlichen Konstrukten gearbeitet wird und ab wann der User wirklich zum &#8211; im Kopf &#8211; gl&#228;sernen Menschen wird.</p>
<p>WikiLeaks mit seinen Depeschen amerikanischer Diplomaten wird dann im R&#252;ckblick wie eine harmlose Aufregung und eine Art Auftakt zum <a href="http://wavetank.de/2010/12/diskurskratie_vs_utopiekratie/">Zeitalter der Transparenz</a> erscheinen. Einer Transparenz jedoch, die in andere Dimensionen vorst&#246;sst, als man das heute noch weithin annimmt. Immerhin wird damit eines Tages dem Drang mancher Zeitgenossen, immer noch gr&#246;&#223;ere digitale Freundesnetzwerke aufzubauen, vielleicht wirksam Einhalt geboten. Etwa mit dem Hinweis: &#8220;Ihre Amygdala ist zu klein f&#252;r diese Menge an Freunden. Reduzieren Sie die Anzahl Ihrer Kontakte.&#8221;
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		<title>Prof. Peter Kruse: Das Internet ist ein Experiment ohne Alternative</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Nov 2010 11:45:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Netzwerkforscher h&#228;lt die Entwicklung f&#252;r unumkehrbar und sieht gro&#223;e M&#246;glichkeiten vor allem f&#252;r die Teilhabe an politischen Entscheidungen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article10868136/Das-Internet-ist-ein-Experiment-ohne-Alternative.html">WELT-Interview</a> geht Kruse auch auf die Vorg&#228;nge um Stuttgart 21 ein:</p>
<blockquote><p>Die Entwicklung bei Stuttgart 21 w&#228;re wohl deutlich harmloser abgelaufen, wenn es nicht die &#252;berzogene Reaktion der Staatsgewalt auf die Sch&#252;lerproteste am 30.9. gegeben h&#228;tte. In Zeiten des Internets lassen sich kommunikative Vers&#228;umnisse nicht mehr mit einer Demonstration der St&#228;rke ausb&#252;geln.</p></blockquote>
<p>Er kommt zu dem Schluss:</p>
<blockquote><p>Das Internet f&#246;rdert Transparenz und Authentizit&#228;t, es erm&#246;glicht und erzwingt Empathie, Kooperation und Beteiligung. Das Prinzip freier Vernetzung und selbst organisierter Dynamik ist intelligent und f&#252;r unsere Gesellschaft sinnvoll.</p></blockquote>
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		<title>Politik als Social Network? Die “transparente Demokratie” als Ausweg aus der Politikkrise</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Oct 2010 14:45:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Politik in Deutschland hat ein Problem und Stuttgart 21 ist dessen symbolhafte Verk&#246;rperung: Die Proteste gegen den neuen Bahnhof richten sich auch gegen einen Politikbetrieb, der nicht mehr zeitgem&#228;&#223; ist. Eine "transparente Demokratie" ist jetzt gefordert und mit Hilfe des Internets k&#246;nnte sie realisiert werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/ab0440854c8f4824a20b72965ff94b2d" alt="" width="1" height="1" />Ausgerechnet in Baden-W&#252;rttemberg! Denn wer h&#228;tte schon gedacht, dass eine Auseinandersetzung zum politischen System der Bundesrepublik Deutschland gerade in Stuttgart Zehntausende von Demonstranten aller Alters- und Bev&#246;lkerungsschichten auf die Stra&#223;e treiben w&#252;rde?</p>
<p>Nichts anders passiert gerade, denn die heftigen Proteste um das <strong>Projekt Stuttgart 21</strong> richten sich im Kern gegen einen Politikbetrieb, der einer immer gr&#246;&#223;er werdenden Zahl von B&#252;rgern undurchsichtig, unn&#246;tig kompliziert und undemokratisch erscheint. Die B&#252;rger f&#252;hlen sich nur noch als R&#228;dchen in einem Getriebe, in dem sie praktisch keinen gef&#252;hlten Einfluss mehr haben, weil Entscheidungen unendlich lange dauern und die unterschiedlichsten Gremien und Instanzen durchlaufen. Am Ende wird etwas umgesetzt, mit dem man sich nicht mehr identifizieren kann.</p>
<p>Zwar m&#246;gen gerade im Fall von Stuttgart 21 alle politischen Entscheidungen formal korrekt getroffen worden sein und in ihrem Ablauf dem entsprechen, was die Gr&#252;nderv&#228;ter der Bundesrepublik sich daf&#252;r ausgedacht hatten, sie lassen sich aber aufgrund der heute erreichten <strong>Komplexit&#228;t</strong> solcher Gro&#223;projekte praktisch nicht mehr vermitteln.</p>
<p>Tats&#228;chlich d&#252;rften nur noch ausgewiesene Verwaltungsfachleute das Procedere rund um Stuttgart 21 verstehen und erkl&#228;ren k&#246;nnen, w&#228;hrend der Laie und &#8220;B&#252;rger von der Stra&#223;e&#8221; sich schlicht ausgebootet und von der Politik hintergangen f&#252;hlt. &#8220;Mafi&#246;se Strukturen&#8221; und &#8220;Hinterzimmerpolitik&#8221; lauten in der Konsequenz die Vorw&#252;rfe f&#252;r etwas, das einst – nach den Erfahrungen mit der Weimarer Republik und dem Nationalsozialismus – als moderne Demokratie und Errungenschaft galt. Selbst die B&#252;rger in Ostdeutschland votierten 1989 mehrheitlich f&#252;r dieses System, das aber nun sichtlich an seine Grenzen st&#246;&#223;t.</p>
<p>Was tun in dieser Situation? <strong>Mehr direkte Demokratie wagen?</strong> Ein dieser Tage auf <em>Zeit Online</em> erschienener <a href="http://www.zeit.de/2010/40/Kalifornien?page=1">Artikel &#252;ber die Verh&#228;ltnisse in Kalifornien</a> (&#8220;Wir sind kaputt&#8221;) legt nahe, dass dies nicht der beste Weg sein muss: Gut organisierte Interessengruppen k&#246;nnen damit n&#228;mlich &#252;berproportional viel Einfluss bekommen und damit Verzerrungen in das System bringen, so dass urspr&#252;nglich gute Absichten und Ma&#223;nahmen in ihrer Wirkung auf Dauer nur als desastr&#246;s bezeichnet werden k&#246;nnen (mehr zum Thema Kalifornien auch <a href="http://www.nationalaffairs.com/publications/detail/who-killed-california">hier</a>).</p>
<p>Auf Twitter entwickelte sich dazu zwischen <a href="http://twitter.com/#!/martinlindner">Martin Lindner</a> (dem <a href="http://wwweblernen.de/?page_id=16">Medienwissenschaftler</a>, nicht dem FDF-Politiker) und mir ein Diskurs, in dem er als L&#246;sungsweg f&#252;r die aktuelle Situation eine &#8220;<strong>transparente Demokratie</strong>&#8221; vorschlug.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-34974" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/10/Screenshot1.jpg" alt="" width="520" height="321" /></p>
<p>Dabei schwebt Martin Lindner vor, das politische System zun&#228;chst gar nicht als solches zu ver&#228;ndern, sondern nur dessen Ma&#223; an <strong>&#214;ffentlichkeit</strong> massiv zu erh&#246;hen und an die M&#246;glichkeiten des Internets anzupassen. Denn bis heute spiegelt unser politisches System, von einigen Ausnahmen abgesehen, die Medienverh&#228;ltnisse des 20. Jahrhunderts wider, wo immer nur Ausschnitte &#246;ffentlich werden konnten, weil die begrenzten Kapazit&#228;ten etwa der Printmedien gar nichts anderes zulie&#223;en.</p>
<p>Heute dagegen erscheint es als Anachronismus, wenn Akten zur &#246;ffentlichen Einsicht in einem Saal (f&#252;r kurze Zeit) ausgelegt werden: Warum stellt man sie nicht einfach vollst&#228;ndig (und dauerhaft) ins Netz?</p>
<p>Auch die Sitzungen der Parlamente und Stadt- bzw. Gemeinder&#228;te k&#246;nnte man l&#228;ngst vollst&#228;ndig ins Netz streamen, einschlie&#223;lich der Sitzungen von Aussch&#252;ssen. Damit k&#246;nnte dem Vorwurf der &#8220;Hinterzimmerpolitik&#8221; mit einfachen Mitteln entgegen getreten werden.</p>
<p>Eine solcherma&#223;en transparente Demokratie k&#228;me dem sich wandelnden Politikinteresse der B&#252;rger entgegen: <strong>Partizipation und Dialog</strong> w&#252;rden damit im Vorfeld politischer Entscheidungen jederzeit m&#246;glich und k&#246;nnten, je nach Interesse, mal mehr und mal weniger intensiv genutzt werden &#8211; ohne dass damit gleich Formen der direkten Demokratie eingef&#252;hrt werden m&#252;ssten.</p>
<p>Zudem w&#252;rde den B&#252;rgern in F&#228;llen wie bei Stuttgart 21 bewusst, dass Politik nicht mit billigen Schlagworten und einer simplifizierenden Rhetorik gemacht wird, sondern das Abw&#228;gen komplexer Sachverhalte mit weitreichenden Folgen darstellt.</p>
<p>Dass es einen Trend zu mehr politischer Partizipation der B&#252;rger auf der Ebene der neuen Medien im Netz gibt, zeigt sich bei <strong>Twitter</strong>: Noch 2009, bei den <a href="http://carta.info/18102/bildungsstreik-analog-statt-digital/">Studentenprotesten</a> (Hashtag: #unibrennt) wurde dieser Dienst in Deutschland kaum genutzt. Bei <a href="http://carta.info/34689/s21-die-tweet-explosion/">Stuttgart 21</a> (Hashtag: #s21) sieht das schon etwas anders aus: Twitter ist jetzt klar eine Plattform f&#252;r die Auseinandersetzung der Gegner und Bef&#252;rworter und zugleich Medium f&#252;r die schnelle Verbreitung wichtiger Neuigkeiten, etwa bei laufenden Protestaktionen.</p>
<p>Im Sinne dieser neuen Offenheit und Transparenz w&#252;rde sich nat&#252;rlich auch die Rolle des Politikers &#228;ndern. Ihm k&#228;me k&#252;nftig die Rolle eines &#8220;<strong>Community-Managers</strong>&#8221; zu, der die B&#252;rger f&#252;r anstehende Entscheidungen interessieren und den Dialog mit ihnen moderieren sollte. Zudem k&#246;nnte er seine eigene Entscheidungsfindung transparent und damit nachvollziehbar machen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-34980" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/10/Screenshot2.jpg" alt="" width="526" height="325" /></p>
<p>So verstanden w&#252;rde Politik wie eine Art <strong>Social Network</strong> funktionieren, in dem B&#252;rger und Politiker gleicherma&#223;en &#8220;Mitglieder&#8221; w&#228;ren und eine st&#228;ndig laufende Konversation alle Entscheidungsprozesse begleiten w&#252;rde. Zudem w&#228;ren die Entscheidungsgrundlagen in Form von Berichten, Statistiken, Gutachten und Gesetzesentw&#252;rfen st&#228;ndig einsehbar (von sensiblen Ausnahmen vielleicht abgesehen).</p>
<p>Die Rolle der klassischen Medien als Vermittler und Filter w&#252;rde damit nat&#252;rlich erheblich reduziert: Politik und Volk w&#252;rden mehr als heute ungefiltert aufeinander treffen und k&#246;nnten sich ohne Umwege und ohne Umschweife direkt mitteilen, was sie voneinander halten. So viel (ungewohnte) Direktheit kann m&#252;hsam, aber auch heilsam f&#252;r beide Seiten sein.</p>
<p>Ist so etwas praktikabel?</p>
<p>Eine eindeutige Antwort kann es hier nicht geben. Ohne Zweifel aber wird unsere Politik mit den neuen Formen der Partizipation, wie sie uns im <strong>Social Web</strong> entgegen treten, schon in naher Zukunft vermehrt experimentieren und den B&#252;rgern mit deutlich mehr Offenheit begegnen m&#252;ssen.</p>
<p>Heiner Gei&#223;ler (CDU), derzeit gerade als Schlichter in Sachen Stuttgart 21 fast schon in einer Art &#8220;Mission Impossible&#8221; unterwegs, bringt die Sache <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/stuttgart-21-vermittler-im-gespraech-der-geissler-laesst-das-schlichten-nicht-1612112.html">auf den Punkt</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Das Problem ist: Die Menschen glauben der Politik nicht mehr.&#8221;</p></blockquote>
<p>Eine schlechtere Diagnose kann es kaum geben. Was also spricht dagegen, mit mehr Offenheit und Transparenz die Erneuerung unserer Politik und ihrer Kultur anzutreten? Wie das Beispiel Twitter zeigt, scheinen die neuen Medien durchaus ihren Weg in den Mainstream zu finden, wenn sie nur ein reales Bed&#252;rfnis decken k&#246;nnen (hier: schnelle Information und Partizipation!). Die Politik sollte sich daran orientieren und sich auf den Weg zur transparenten und vernetzten Demokratie machen, sonst k&#246;nnte Stuttgart noch das neue Leipzig werden.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34968&amp;md5=2342b6887f1049fe4a80c54f9d2b8fb5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Facebook Phone: Der &#8220;Social Layer&#8221; durchdringt einfach alles</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Sep 2010 13:25:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Facebook wird ein eigenes Mobiltelefon auf den Markt bringen - und k&#246;nnte damit gro&#223;en Erfolg haben. Denn dadurch wird die soziale Dimension zum Mittelpunkt einer Ger&#228;teklasse, die technisch schon alles kann und deren Markt nach neuen Differenzierungsmerkmalen verlangt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/def2f2c666154e78aa462f76f91ee1a0" alt="" width="1" height="1" />Seit Apple mit dem iPhone den Markt ziemlich gr&#252;ndlich aufgemischt hat, sind Mobiltelefone nicht mehr das, was sie fr&#252;her einmal waren. Da ist es nachvollziehbar, dass Google mit seinem Betriebssystem Android den Anschluss an Apple suchte (und ihn auch fand). Wozu aber arbeitet Facebook an einem <a href="http://www.bloomberg.com/news/2010-09-23/facebook-is-said-to-be-working-with-inq-on-smartphones-that-at-t-may-carry.html">eigenen Mobiltelefon</a>? Ist dieser Markt nicht schon reichlich dicht besetzt?</p>
<p>Wer glaubt, dass Mark Zuckerberg hier nur mit einer Variation des bereits Bekannten aufwarten wird, d&#252;rfte sich t&#228;uschen. Das <strong>Facebook Phone </strong>entspringt vermutlich seinen pers&#246;nlichen Erfahrungen mit dem iPhone sowie mit Android-Ger&#228;ten, die ihn in Bezug auf den mobilen Einsatz von Facebook <a href="http://www.businessinsider.com/mark-zuckerberg-disses-the-iphone-2010-6">unbefriedigt</a> gelassen hatten.</p>
<p>Tats&#228;chlich erscheint das Social Network auf diesen Ger&#228;ten meist nur in Form von Applikationen, die einen erg&#228;nzenden Charakter zu den grundlegenden Funktionen der Mobiltelefone darstellen. Im Kern werden sowohl das iPhone als auch Googles Android-Ger&#228;te erst &#8220;lebendig&#8221; wenn sie mit dem Adressbuch eines klassischen Computers bzw. Email-Postfaches synchronisiert werden. Ihr Herz schl&#228;gt also in gewisser Weise nach dem Takt der guten alten E-Mail und Sprachtelefonie, was in den Augen eines Mark Zuckerberg und vermutlich auch vieler (j&#252;ngerer) Facebook-User hoffnungslos altmodisch und irrelevant sein d&#252;rfte.</p>
<p>Auf dem Facebook Phone wird deshalb mit hoher Wahrscheinlichkeit das jeweilige <strong>Beziehungsnetzwerk der Facebook-User</strong> im Mittelpunkt stehen und den Kern des Adressbuches bilden. Entsprechend einfach werden darum herum die Kommunikationsm&#246;glichkeiten (Messaging, Chat, Telefonat&#8230;) gruppiert sein. Sie ergeben sich logisch aus dem Kontext des Social Networks und nicht mehr unbedingt als separate, eigenst&#228;ndige Anwendungen.</p>
<p>Im <a href="http://techcrunch.com/2010/09/22/zuckerberg-interview-facebook-phone/"><em>TechCrunch</em>-Interview</a> mit Michael Arrington sprach Mark Zuckerberg davon, eine Art &#8220;<strong>social layer for everything</strong>&#8221; zu entwickeln, was eine diplomatische Umschreibung daf&#252;r ist, nicht sagen zu wollen, wie weitreichend die eigenen Pl&#228;ne tats&#228;chlich sind. Klar ist aber, dass auf dem Facebook Phone das Social Network die Informations- und Kommunikationsdrehscheibe sein wird, die &#252;ber Schnittstellen Br&#252;cken zu anderen Anwendungen bzw. Applikationen schlagen wird.</p>
<p>Damit tr&#228;gt dieses Ger&#228;t auch der Tatsache Rechnung, dass moderne Smartphones weit weniger zum Telefonieren, als vielmehr f&#252;r die Nutzung von Applikationen, Spielen bzw. dem Browsing im Web eingesetzt werden.</p>
<p>F&#252;r Apple und Google kommt diese Entwicklung ungelegen. Denn beide Unternehmen haben Facebook praktisch nichts entgegen zu setzen. <strong>Apple</strong> hat erst k&#252;rzlich gegen&#252;ber Facebook den K&#252;rzeren gezogen, als man den neuen Service <a href="http://www.apple.com/de/itunes/ping/">Ping</a>, eine Art Empfehlungsdienst f&#252;r Musik auf Basis von iTunes, mit Facebook verbinden wollte. &#220;ber ein Jahr sollen die <a href="http://www.businessinsider.com/apple-facebook-ping-2010-9">Verhandlungen</a> dazu gedauert haben, am Ende sagte Facebook ab und Apple war d&#252;piert, hatte doch Steve Jobs noch pers&#246;nlich die Schnittstelle von Ping zu Facebook verk&#252;ndet. Bei Facebook setzt man statt dessen offenbar auf das schwedische Startup <a href="http://gigaom.com/2010/09/23/facebook-phone/">Spotifiy</a>, um Musik auf die eigenen Ger&#228;te zu bringen.</p>
<p>Google geht es kaum besser: Den Ger&#252;chten zufolge soll das Facebook Phone auf Android basiern. Das ist gut vorstellbar, ist <a href="http://source.android.com/">Android</a> doch quellenoffene, frei Software, die praktisch jeder nutzen kann. An Facebook wird man bei <strong>Google</strong> allerdings nicht gedacht haben, als die Software f&#252;r Smartphones publiziert wurde. Wird man nun am Ende noch zum Steigb&#252;gelhalter f&#252;r Facebook, nachdem bis in die j&#252;ngste Zeit hinein alle Bem&#252;hungen von Google, ein eigenes Social Network als Gegengewicht zu Facebook aufzubauen, gescheitert sind?</p>
<p>Entscheiden werden das letztlich die K&#228;ufer der Ger&#228;te. Sie haben heute schon eine enorme Auswahl bei Hardware und Software. Denn neben den schon genannten Anbietern w&#228;ren da noch Unternehmen wie Microsoft, Nokia oder der Backberry-Hersteller Research in Motion, die alle ihr St&#252;ck vom Kuchen bekommen wollen und sichtlich bem&#252;ht sind, nicht den Anschluss an die rasend schnelle Entwicklung des Marktes zu verlieren.</p>
<p>Sollte Facebook es schaffen hier Fu&#223; zu fassen, w&#228;re damit eine neue Entwicklungsstufe erreicht: Nicht mehr Hard- und Software allein w&#228;ren dann die ma&#223;geblichen Determinanten f&#252;r den Markterfolg eines Ger&#228;tes, sondern <strong>die Verbindung von sozialer Vernetzung mit technischer Funktionalit&#228;t</strong>.</p>
<p>Dieser Punkt ist auch f&#252;r Inhalteanbieter unterschiedlichster Art wichtig. Denn schon heute entwickelt sich auf Facebook eine enorme Verflechtung von pers&#246;nlichen Beziehungen und Dialogen einerseits, sowie der Kommunikation mit Marken und Medien andererseits.</p>
<p>Waren in der vordigitalen Zeit diese Sph&#228;ren und Gattungen relativ klar getrennt, verschwimmen nun die Grenzen und bisher sauber Getrenntes durchdringt sich gegenseitig. <strong>Durchdringung</strong> scheint somit ein charakteristischer Begriff f&#252;r das zu werden, was uns in Form von Facebook entgegenschl&#228;gt und was f&#252;r die digitale Gesellschaft der n&#228;chsten Jahrzehnte bestimmend werden k&#246;nnte.</p>
<p>So gesehen ist es nur konsequent, wenn Mark Zuckerberg nun versucht, mit dem Facebook Phone sein Konzept des <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Social_graph">Social Graph</a> auch in mobiler Form unter die Leute zu bringen. Denn damit bieten sich auf der Ebene der Inhalte neue M&#246;glichkeiten f&#252;r das Social Network und seine User, was letztlich zu mehr Unternehmenswachstum und Umsatz bei Facebook f&#252;hren d&#252;rfte.</p>
<p>Allerdings entsteht damit zugleich auch eine immer gr&#246;&#223;er werdende, monopolartige Struktur, die auch <strong>Unbehagen</strong> ausl&#246;sen kann. Das folgende <a href="http://www.metafilter.com/95152/Userdriven-discontent#3256046">Zitat</a>, &#252;ber Twitter bekannt geworden, bringt die Sache auf den Punkt:</p>
<blockquote><p>&#8220;If you are not paying for it, you&#8217;re not the customer; you&#8217;re the product being sold.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.stoweboyd.com/post/1029813252/blogtalk-2010-notes-and-thoughts-on-the-social-future">Stowe Boyd</a> vermutet in diesem Zusammenhang, dass die User sich deshalb eines Tages von Facebook abwenden werden, &#228;hnlich wie es vor ca. 10 Jahren bei <strong>AOL</strong> geschehen ist. Voraussetzung daf&#252;r ist neben dem Unbehagen &#252;ber das Social Network allerdings auch eine wachsende Technik-Kompetenz, mit der man sich dann, etwa durch einen geschickten Umgang mit RSS, einen News Stream à la Facebook auch selbst zusammen stellen kann.</p>
<p>Noch ist der Markt daf&#252;r nicht reif und Mark Zuckerberg kann deshalb auf die Bequemlichkeit und IT-technische Unkenntnis seiner User setzen. Immerhin treibt er damit aber auch den <a href="http://www.neunetz.com/2010/09/23/fehlende-selbstreflektion-in-der-medienwandel-debatte/">Strukturwandel</a> ein erhebliches St&#252;ck weiter und richtet den <strong>Fokus bei den Mobiltelefonen</strong> auf ein neues Differenzierungsmerkmal aus: Wenn mobiles Telefonieren eine Selbstverst&#228;ndlichkeit ist, ebenso wie Touchscreens, Applikationen und das mobile Browsing, dann r&#252;ckt das Beziehungsgef&#252;ge, der <em>Social Layer</em>, in den Mittelpunkt.</p>
<p>Einmal mehr k&#246;nnte Mark Zuckerberg damit den Trend der Zeit richtig erkannt haben. Wenn das Facebook Phone in seiner Optik und im Handling &#228;hnlich gut gemacht sein wird, wie heute schon die Website des Social Networks, k&#246;nnte es ein gro&#223;er Erfolg speziell bei j&#252;ngeren Menschen werden. Denn f&#252;r sie d&#252;rfte es viel nat&#252;rlicher sein, ihr Handy mit den Login-Daten eines Social Networks zu aktivieren, als mit denen eines E-Mail-Clients.</p>
<p>Dann sieht man vielleicht wieder Steve Jobs und Eric Schmidt gemeinsam Kaffee trinken. Die Feindseligkeiten der letzten Zeit k&#246;nnten vergessen sein und gemeinsam werden die beiden &#228;lter werdenden Herren &#252;berlegen, wie sie auf diese Herausforderung antworten sollen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Mehr zum Thema auf Carta:</em></p>
<ul>
<li>Christoph Kappes: <a rel="bookmark" href="../../26360/facebook-ein-sonderfall-im-oekosystem-des-internets/">Facebook – Ein Sonderfall im &#214;kosystem des Internets?</a></li>
<li>Matthias Schwenk: <a rel="bookmark" href="../../26017/himmel-und-hoelle-facebook-greift-nach-den-sternen/">Himmel und H&#246;lle: Facebook greift nach den Sternen</a></li>
<li><a href="http://carta.info/tag/facebook/">Andere Texte mit dem Tag &#8220;Facebook&#8221;</a></li>
</ul>
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<a href="http://carta.info/34431/facebook-phone-der-social-layer-durchdringt-einfach-alles/">Facebook Phone: Der &#8220;Social Layer&#8221; durchdringt einfach alles</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/34431/facebook-phone-der-social-layer-durchdringt-einfach-alles/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34431&amp;md5=d431395a700a6c6bcd7e13bcabb1285f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Twitter-Relaunch: Ein Social Network sollte kein Zeitfresser sein</title>
		<link>http://carta.info/34012/zeitfresser-social-network-alles-twitter-oder-was/</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Sep 2010 16:40:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Der j&#252;ngste Twitter-Relaunch kann nicht &#252;ber ein Kernproblem hinwegt&#228;uschen: Soziale Netzwerke entwickeln sich zu "Zeitfressern", die ihre Nutzer m&#246;glichst lange binden - anstatt Informationen effizient zu organisieren. Ist der Markt nicht l&#228;ngst reif f&#252;r andere L&#246;sungen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/a60f41cb875c4c2ba33355122ec83d8e" alt="" width="1" height="1" />Twitter will es noch einmal wissen und setzt an zum gro&#223;en Sprung nach vorn. Mit &#8220;<a href="http://twitter.com/newtwitter">New Twitter</a>&#8221; m&#246;chte der Dienst benutzerfreundlicher und attraktiver werden, was im Wesentlichen durch eine neu gestaltete Oberfl&#228;che der Website erreicht werden soll. K&#252;nftig wird man hier, &#228;hnlich wie bei der j&#252;ngst vorgestellten Applikation f&#252;r das <a href="http://blog.twitter.com/2010/09/twitter-for-ipad-sharing-content-in.html">iPad</a>, die Inhalte von getwitterten Links (Fotos, Videos, Artikel&#8230;) direkt schon in der rechten Spalte sehen k&#246;nnen, dazu kommen <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2010/09/15/twitter-erfindet-sich-neu-komplett-neues-design-im-anflug/">weitere Verbesserungen</a> im Detail.</p>
<p>Aber wird das reichen, um Twitter auf <strong>Wachstumskurs</strong> zu halten und dauerhaft neben Facebook bestehen zu k&#246;nnen? Mehr noch: <strong>Sind die neuen Features &#252;berhaupt das, was der vernetzte Mensch von heute braucht?</strong></p>
<p>Beide Netzwerke, Twitter und Facebook, bieten ihren Usern im Kern eine Timeline mit Statusmeldungen, die in Echtzeit Eintr&#228;ge anderer User (denen man folgt, bzw. mit denen man im Netzwerk befreundet ist) anzeigt. Diese <strong>Timeline</strong>, bei Facebook &#8220;<strong>News Feed</strong>&#8221; genannt, war technologisch ein echter Durchbruch, speziell in der Form des nicht-reziproken Followens bei Twitter.</p>
<p>Allerdings geht mit dieser Errungenschaft auch ein Problem einher: Bei den meisten Usern werden es mit der Zeit zu viele Meldungen, die obendrein noch eine erhebliche Redundanz dergestalt mit sich bringen k&#246;nnen, dass der gleiche Sachverhalt (ein Link auf einen Artikel etwa), von mehreren Personen unabh&#228;ngig voneinander gemeldet wird und man so ein und dieselbe Botschaft mehrfach erh&#228;lt, ohne dass mit dieser Mehrfachmeldung ein erkennbarer Nutzen verbunden w&#228;re.</p>
<p>Stand heute bleibt dem geneigten User von Twitter wie Facebook deshalb gar nichts anderes &#252;brig, als weite Teile ihrer Timelines zu ignorieren und praktisch nur im Wege des &#8220;Stichprobenverfahrens&#8221; an der dort ablaufenden Kommunikation zu partizipieren. Genau das praktiziert wohl der &#252;berwiegende Teil der registrierten User, w&#228;hrend eine Minderheit durch die rigorose Beschr&#228;nkung ihres (digitalen) Freundeskreises versucht, der Informationsflut Herr zu bleiben. Im Fall von Twitter kommt hinzu, dass viele Menschen diesen Dienst inzwischen sehr wohl kennen, ihn aber bewusst meiden, weil sie nicht wissen, woher sie die Zeit daf&#252;r nehmen sollen.</p>
<p>In diesem Sinne w&#228;re es eigentlich an der Zeit, mit einer radikalen Innovation das Social Network f&#252;r das n&#228;chste Jahrzehnt zu schaffen, das genau nicht wie <a href="http://carta.info/29012/ein-handbuch-fuer-die-facebook-galaxie/">Facebook</a> (und zunehmend auch Twitter) versucht, seine User so lange wie m&#246;glich auf der eigenen Seite zu halten, sondern das durch Filter bzw. Aggregation von Nachrichten seinen Usern hilft, stets aktuell informiert zu bleiben und dabei noch Zeit zu sparen. <strong>Ein Social Network sollte kein Zeitfresser sein</strong>.</p>
<p><strong>Facebook</strong> ist genau so ein Zeitfresser, weil hier versucht wird, die Dienstleistung &#252;ber Werbung zu refinanzieren und dazu die User m&#246;glichst viel Zeit auf der eigenen Seite verbringen zu lassen. Twitter marschiert nun offensichtlich in genau die gleiche Richtung, wie der Ausbau der rechten Seitenleiste vermuten l&#228;sst: Dort lassen sich k&#252;nftig nicht nur verlinkte Inhalte aus den Tweets anzeigen, sondern es d&#252;rfte auch noch gen&#252;gend Platz f&#252;r Werbeeinblendungen bleiben. Effizienz im Sinne der User aber w&#252;rde anders aussehen.</p>
<p>Dass diesen Herbst auch <strong>Google</strong> <a href="http://techcrunch.com/2010/09/16/details-on-the-google-social-layer-emerge/">einen neuen Anlauf</a> in Sachen Social Networking unternehmen wird, sollte niemanden besonders optimistisch stimmen: Gratisangebot und Werbefinanzierung liegen hier gewisserma&#223;en in den Genen, so dass das Ergebnis nicht sehr weit &#252;ber die Ans&#228;tze von Facebook und Twitter hinaus reichen d&#252;rfte.</p>
<p>Letztlich liegt der Spielball damit im Feld der <strong>Applikationsentwickler und Startups</strong>: Hier haben in den letzten Jahren einige mit ihren Clients speziell f&#252;r Twitter beachtliche Erfolge erzielen k&#246;nnen, die sich angesichts der neuen Politik bei Twitter nun nach neuen Bet&#228;tigungsfeldern werden umsehen m&#252;ssen.</p>
<p>In dem Ma&#223;e wie <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2010/07/28/twitter-ist-kein-marketingkanal/">Twitter</a> eigene Clients f&#252;r den mobilen Einsatz anbietet und die eigene Website mit Funktionen anreichert, die es bislang nur bei den Drittanbietern gab, werden sich diese etwas Neues einfallen lassen m&#252;ssen, wollen sie nicht vom Markt verschwinden. Eine M&#246;glichkeit f&#252;r sie w&#228;re es zu testen, ob der Markt inzwischen reif ist f&#252;r kostenpflichtige Clients (f&#252;r den Desktop ebenso wie mobile Ger&#228;te), mit denen sich das Social Networking effizienter gestalten l&#228;sst.</p>
<p>Zu den Features solcher <strong>Clients</strong> sollte es geh&#246;ren, dass man sich mittels Filtermechanismen die Timelines von Social Networks so &#8220;erziehen&#8221; kann, dass diese sich auf ein ertr&#228;gliches und zugleich aussagekr&#228;ftiges Ma&#223; reduzieren lassen. Zudem k&#246;nnten solche Clients Funktionen von Analyse-Tools integrieren. Gerade f&#252;r Twitter gibt es eine Flut an prinzipiell n&#252;tzlichen Seiten, die sich f&#252;r eine (partielle) Integration in Clients anbieten.</p>
<p>Entscheidend f&#252;r Twitter k&#246;nnte in den n&#228;chsten Monaten also weniger die neugestaltete Website werden, als vielmehr die Reaktionen der Applikationsentwickler. Schaffen diese neue Twitter-Tools und damit einen <strong>Mehrwert f&#252;r die User</strong> oder wenden sie sich von Twitter ab? F&#252;r die User bleibt zu hoffen, dass bald jemand die Datenflut und -redundanz in Social Networks als Problem erkennt und es daraus versteht, eine L&#246;sung zu entwickeln, m&#246;glichst ohne Werbung. Dann k&#246;nnte es tats&#228;chlich klappen, mit dem gro&#223;en Sprung nach vorn.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34012&amp;md5=0ad4d2461d2c6dbf525f0f8212b7106c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Facebook-Alternative Diaspora: Die Freiheit liegt in der Verstreuung</title>
		<link>http://carta.info/31587/diaspora-die-freiheit-liegt-in-der-verstreuung/</link>
		<comments>http://carta.info/31587/diaspora-die-freiheit-liegt-in-der-verstreuung/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 03 Aug 2010 15:32:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Leisegang</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Social Networks]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>

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		<description><![CDATA[Facebook versucht das Netz zu kolonialisieren, kommerzialisieren und zu zentralisieren. Die offene Vernetzungs- und Organisationsstruktur im Internet bietet allerdings effektive M&#246;glichkeiten, sich gegen diese Vereinnahmung zu wehren: „Diaspora“ hat den Anspruch ein offenes und sicheres soziales Netzwerk zu werden und seinen Nutzern die Herrschaft &#252;ber ihre privaten Daten zur&#252;ckzugeben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/ea2bb6a43b1f44d5b1c0b3f1d576c391" alt="" width="1" height="1" />Das Internet ist potentiell unbeschr&#228;nkt. Gerade seine technische Offenheit unterscheidet es fundamental von anderen &#220;bertragungstechnologien. Seine „offene DNA“ ist ma&#223;geblich daf&#252;r verantwortlich, dass s&#228;mtliche Datenpakete, die man auf die Reise schickt, ohne Einschr&#228;nkungen an ihr Ziel gelangen k&#246;nnen.</p>
<p>Allerdings droht zunehmend eine Beschr&#228;nkung dieser Offenheit vor allem durch kommerzielle Unternehmen wie Apple, Microsoft oder Google – aber auch durch Soziale Netzwerke wie Facebook.</p>
<p>Mehr noch: Lange Zeit galt beispielsweise Google als das erfolgreichste Werbeunternehmen im World Wide Web. Allerdings k&#246;nnte Googles Stern bereits <a href="http://netzwertig.com/2010/04/25/google-sind-die-guten-zeiten-bald-vorbei">im Sinken</a> begriffen sein. Denn bislang ist es dem Konzern nicht gelungen, erfolgreich ein eigenes Soziales Netzwerk einzuf&#252;hren. Facebook hingegen hat in den vergangenen Jahren einen erstaunlichen Senkrechtstart hingelegt.</p>
<p>Bereits eine halbe Milliarde Menschen sind bei Facebook registriert. Das Netzwerk besitzt somit eine unvorstellbar gro&#223;e Datenbank der Intimit&#228;ten, in der &#252;ber jeden einzelnen seiner Mitglieder detaillierte Angaben zu Vorlieben, Einstellungen und Freundeskreis gespeichert sind. Diese umfangreichen zentralen Datensammlungen sind eine wertvolle Ressource f&#252;r die Unternehmen – insbesondere f&#252;r den Werbemarkt.</p>
<p>So wie Google mit seinem informellen Firmenslogan „<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Don%27t_be_evil">Don’t be evil</a>“ behauptet, es wolle nichts B&#246;ses tun, nennt Facebook als Ziel „to make the world more open“. Ebenso wie Google missachtet Facebook jedoch nicht nur fundamentale Rechte der Internetnutzer. Das Unternehmen und sein heute 26j&#228;hriger Gr&#252;nder Mark Zuckerberg planen zudem, Facebook und den Rest des Internet miteinander zu verschmelzen. <strong>Ziel ist es, Google zu &#252;berrunden und Facebook zum gr&#246;&#223;ten Online-Werbenetzwerk zu machen.</strong></p>
<p>Hierf&#252;r muss das Netzwerk freilich nach au&#223;en durchl&#228;ssiger werden und sich &#246;ffnen. So &#228;nderte Facebook im Dezember vergangenen Jahres von einem Tag auf den anderen ohne R&#252;ckfrage an die Nutzer die Datenschutzeinstellungen. Private Nachrichten, Kommentare oder Fotos, die bis dahin nur von Freunden eingesehen werden konnten, waren daraufhin &#246;ffentlich zug&#228;nglich. Nachdem es heftige Kritik hagelte, sah sich Facebook gen&#246;tigt, eilig einen besseren Schutz der Privatsph&#228;re der Nutzer zu versprechen.</p>
<p>Dieser R&#252;ckschlag kann Facebook aber nicht von dem Ziel abbringen, mit Hilfe seiner aggressiven Vermarktungsstrategien die &#246;konomische Durchdringung des gesamten Netzes anzustreben. So gab Zuckerberg im April dieses Jahres neue Funktionen bei Facebook bekannt. Sogenannte „Social Plugins“ dienen dazu, Webseiten, Videos und andere Webinhalte bei Facebook zu empfehlen. Die Plugins k&#246;nnen auf jeder Website eingebaut werden und verfolgen vor allem den Zweck, den Einfluss Facebooks in s&#228;mtliche Winkel des World Wide Web auszuweiten.</p>
<p>Diese aggressive Landnahme droht <a href="http://carta.info/26360/facebook-ein-sonderfall-im-oekosystem-des-internets">das Web zu zentralisieren</a> und damit fundamental zu ver&#228;ndern. Denn auf s&#228;mtlichen Seiten, auf denen die Plugins installiert sind, erfasst Facebook Informationen &#252;ber das Surfverhalten aller Besucher dieser Angebote – ohne dass bekannt ist, welche Daten im Einzelnen ausspioniert und an die Netzwerkbetreiber gesendet werden.</p>
<p>Gegen die Pl&#228;ne von Facebook formiert sich allerdings seit einigen Monaten wachsender Widerstand: Ein vierk&#246;pfiges Team aus New Yorker Studenten hat Mark Zuckerbergs Pl&#228;nen den Kampf angesagt und arbeitet bereits an dem offenen Sozialen Netzwerk <strong>„<a href="http://www.joindiaspora.com/">Diaspora</a>“</strong>. Der Name ist Programm: „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diaspora">Diaspora</a>“ entstammt der griechischen Sprache und bedeutet urspr&#252;nglich „ausstreuen, sich zerstreuen“. Die Nutzer sind somit buchst&#228;blich aufgerufen, sich von Facebook abzuwenden und sich zu verstreuen bzw. zu dezentralisieren. Das unmissverst&#228;ndliche Ziel der Entwicklergruppe lautet: <strong>Die Kontrolle &#252;ber die eigenen Daten wieder zu erlangen.</strong></p>
<p>Denn in dem dezentral organisierten Netzwerk Diaspora gilt die Privatsph&#228;re als das h&#246;chste Gut. Jeder Nutzer soll fortan uneingeschr&#228;nkt die Verf&#252;gung &#252;ber seine eigenen Daten erhalten. Zudem soll die gesamte Kommunikation unter den Teilnehmern verschl&#252;sselt erfolgen.</p>
<p>Die Mittel f&#252;r dieses Gegenprojekt zu Facebook stammen nicht aus der Privatwirtschaft, sondern wurden ausschlie&#223;lich von Internetnutzern gespendet. &#220;ber <a href="http://www.kickstarter.com/projects/196017994/diaspora-the-personally-controlled-do-it-all-distr">Kickstarter</a>, ein Web2.0-Dienst, der Gelder f&#252;r die F&#246;rderung unterschiedlichster Projekte sammelt, trugen die Projektgr&#252;nder innerhalb weniger Tage &#252;ber 200.000 US-Dollar zusammen. Ein Zeichen daf&#252;r, dass es ein gro&#223;es Bed&#252;rfnis nach einer Alternative gibt.</p>
<p>Bereits im September soll im ersten Schritt eine dokumentierte API unter freier Lizenz ver&#246;ffentlicht werden, inklusive Quellcode und Basisfunktionen. Allerdings wird anfangs noch ein wenig technische Handarbeit von den Nutzern erwartet: Der individuelle Diaspora-Knotenpunkt, der „Seed“, muss auf einen Webserver oder mit Hilfe von Cloud-Computing-Diensten hochgeladen werden.</p>
<div id="attachment_31592" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/diaspora.jpg"><img class="size-medium wp-image-31592" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/diaspora-300x187.jpg" alt="" width="300" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Bisher gibt es von Dispora kaum mehr als ein paar Screenshots. Auch die Videos lassen noch nicht viel erkennen.</p></div>
<p>Ist Diaspora somit<strong> nur eine Alternative f&#252;r Geeks?</strong> Mitnichten, denn die Entwickler haben sich im zweiten Schritt bereits vorgenommen, die Einrichtung und den Gebrauch von Diaspora erheblich zu vereinfachen, so dass innerhalb weniger Minuten ein kinderleichtes Setup („a dead-simple, five-minute setup“) die Installation erm&#246;glichen soll. Mit Hilfe der Open-Source-Community sollen dar&#252;ber hinaus Updates und zahlreiche Add-ons bereitgestellt werden. So stellt das Entwicklerteam f&#252;r sp&#228;tere Versionen bereits Instant Messaging und Internettelefonie in <a href="http://www.joindiaspora.com/project.html">Aussicht</a>.</p>
<p>Bisweilen scheint es, als sei das Internet der erdr&#252;ckenden Kommerzialisierung nicht gewachsen. Und auch der Ansatz, mit „Diaspora“ eine offene und sichere Alternative zu Facebook aufzubauen, mag auf den ersten Blick dem verzweifelten Unterfangen des kleinen Davids &#228;hneln, mit einer einfachen Steinschleuder den riesenhaften Goliath niederzustrecken.</p>
<p>In der Tat: Von Diaspora gibt es bislang <a href="http://www.joindiaspora.com/2010/07/01/one-month-in.html">kaum mehr als ein paar Screenshots.</a> Und 200.000 US-Dollar geben noch nicht Gewissheit, dass mit dem Open-Source-Netzwerk auch tats&#228;chlich eine einfach zu bedienende Alternative zum zentralisierten, datenhungrigen Facebook heranreift.</p>
<p>Entscheidend aber ist: Am Ende wird es vor allem auf den Willen der Facebook-Nutzer ankommen, sich zu „zerstreuen“. H&#228;tte Dispora jedoch Erfolg, w&#228;re der durch Kleinspenden finanzierte, digitale Graswurzelwiderstand ein erneuter Beleg, dass das Internet sich durchaus auch gegen m&#228;chtige kommerzielle Interessen <a href="http://www.tinbrain.de/2010/07/die-kolonialisierung-der-offentlichkeiten-teil-iv/">zur Wehr zu setzen</a> vermag. Dann h&#228;tte – und das ist die Ironie der Geschichte – gerade die offene Vernetzungs- und Organisationsstruktur des Netzes dazu beigetragen, dass die Nutzer die Hoheit &#252;ber ihre privaten Daten zur&#252;ck erlangen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Ein kurzes Video von Diaspora, das einen ersten Zwischenstand der Entwicklung zeigen soll:</p>
<p><object width="560" height="315"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13026173&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13026173&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="560" height="315"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/13026173">Diaspora Message Propagation (pre-alpha!)</a>.</p>
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			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F31587%2Fdiaspora-die-freiheit-liegt-in-der-verstreuung%2F"><br />
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/31587/diaspora-die-freiheit-liegt-in-der-verstreuung/">Facebook-Alternative Diaspora: Die Freiheit liegt in der Verstreuung</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/31587/diaspora-die-freiheit-liegt-in-der-verstreuung/#comments">9 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=31587&amp;md5=01da2485d360af6154d29065e86105ca" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Ein Handbuch f&#252;r die Facebook-Galaxie</title>
		<link>http://carta.info/29012/ein-handbuch-fuer-die-facebook-galaxie/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 11:30:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was Facebook fehlt, ist eine Gebrauchsanweisung. Diese liefert jetzt Annette Schwindt in Form ihres Buches, das bei O'Reilly erschienen ist. Eine Besprechung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/f75fe549151e470f8097f2b6248924dd" alt="" width="1" height="1" /><a href="http://www.facebook.com"><strong>Facebook</strong></a> eine Schlangengrube zu nennen, w&#228;re wohl etwas &#252;bertrieben. Eine gewisse Umsicht im Umgang mit diesem Social Network ist aber schon angebracht, wie der Aufruhr um Facebooks <a href="http://carta.info/27307/facebooks-privacy-einstellungen-50-settings-mit-ueber-170-optionen/">Privacy-Policy</a> der letzten Wochen gezeigt hat. In dieser Situation kommt das <a href="http://www.oreilly.de/catalog/facebkger/">Facebook-Buch von Annette Schwindt</a> gerade recht. Aber hat es auch die n&#246;tige kritische Distanz zu seinem Gegenstand der Betrachtung? Und kann das Buch wirklich sinnvolle Tipps geben, wo doch der Umgang mit Facebook im Prinzip einfach und selbsterkl&#228;rend ist?</p>
<p>Um es kurz zu machen: Dieses Buch trifft den Nagel auf den Kopf. <strong>Annette Schwindt schafft den durchaus schwierigen Spagat zwischen Begeisterung f&#252;r Facebook einerseits und der Schilderung von dessen Problemzonen andererseits</strong>. Bei ihr wird nichts besch&#246;nigt oder unter den Teppich gekehrt. Schritt f&#252;r Schritt f&#252;hrt sie in die &#220;berf&#252;lle an M&#246;glichkeiten ein und beginnt das Buch konsequent mit den extrem wichtigen Einstellungen zur Privatsph&#228;re.</p>
<p>So einfach und schnell man n&#228;mlich bei Facebook einen Account angelegt hat, das Netzwerk selbst weist seine User nicht allzu genau auf die vielen Einstellungsm&#246;glichkeiten zur Privatsph&#228;re hin. Das Konzept dahinter: M&#246;glichst vieles soll offen – bis hin zur Sichtbarkeit in Suchmaschinen – sein. Als User darf man deshalb keinesfalls dem sch&#246;nen Layout trauen, das meist den Eindruck vermittelt, man w&#252;rde nur mit seinen &#8220;Freunden&#8221; kommunizieren und dabei gar nicht sichtbar werden l&#228;sst, wie offen die eingestellten Daten tats&#228;chlich gehandhabt werden. Annette Schwindt geht hierauf in ihrem Buch sehr genau ein.</p>
<p>H&#228;tten Sie beispielsweise gewusst, dass ihre Freunde davon erfahren, wenn Sie auf Facebook eine Anwendung – ein Spiel etwa – nutzen, auch wenn sie dies selbst gar nicht explizit mitteilen? Zudem gilt es ein Auge darauf zu haben, welche User-Daten diese Anwendung dann einsehen und verwenden darf. Das Facebook-Buch weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Einstellungsm&#246;glichkeiten f&#252;r jede Anwendung individuell anders sein k&#246;nnen und man diese am besten gleich konfiguriert, wenn man eine neue Anwendung seinem Profil hinzuf&#252;gt.</p>
<p>Das Buch lohnt sich also allein schon wegen solcher Hinweise und Empfehlungen zum Datenschutz und kann damit auch eine Hilfe f&#252;r Facebook-User sein, die schon l&#228;nger dort aktiv sind und mit der Navigation eigentlich gut zurecht kommen.</p>
<p>Facebook hat speziell in letzter Zeit seinen Charakter grundlegend ge&#228;ndert: War das Social Network in seinen Anf&#228;ngen eine geschlossene Plattform f&#252;r Studenten, so ist es heute nicht nur offen f&#252;r jedermann, sondern wurde auch immer transparenter bzw. durchl&#228;ssiger f&#252;r <strong>Informationen</strong>, weil diese <strong>die eigentliche W&#228;hrung im Hintergrund</strong> sind. Sehr passend ist dazu die Bildmetapher, die Annette Schwindt in der Einleitung verwendet. Sie vergleicht Facebook mit einem Marktplatz, auf dem &#252;berall Gespr&#228;che stattfinden und Nachrichten verbreitet werden:</p>
<blockquote><p>&#8220;Manche davon werden nur von einer Person zur anderen gefl&#252;stert, andere wiederum werden laut von einer B&#252;hne aus an alle gerichtet. Manche dieser Informationen sind interessant und machen schnell die Runde, andere bleiben, kaum wahrgenommen, als Zettel an einem Stand h&#228;ngen, bis sie von neuen Zetteln &#252;berdeckt werden.&#8221;</p></blockquote>
<p>Genau so ist es und man kann dem noch eine weitere Vergleichsebene hinzuf&#252;gen: Wer auf den Marktplatz (einer gro&#223;en Stadt) geht, sieht sich vor, dass Taschendiebe nicht an die Geldb&#246;rse kommen, vergleicht die Preise und achtet darauf, dass er keine faule Ware verkauft bekommt. Warum sollte das auf Facebook anders sein?</p>
<p>Doch zur&#252;ck zum Buch, das sich durch eine ordentliche Portion amerikanischer Didaktik auszeichnet: Konsequent findet man darin den Text auf der rechten Seite, w&#228;hrend links Illustrationen das anzeigen, was man bei richtiger Handhabung auch im Browser eines Computers sehen sollte. Das Facebook-Buch ist also keine Monographie klassischer deutscher Pr&#228;gung, sondern ein praktisches Handbuch und in dieser Form nicht zuf&#228;llig im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/O'Reilly_Verlag">O&#8217;Reilly Verlag</a> erschienen.</p>
<p>Sein einziger gr&#246;&#223;erer Mangel liegt in der Natur des gedruckten Buches, das mit der Wendigkeit von Facebook mehr schlecht als recht mithalten kann: Es m&#252;sste eigentlich als Loseblatt-Sammlung mit laufenden Erg&#228;nzungslieferungen herausgegeben werden, denn bereits kurz nach seinem Erscheinen sind einzelne Passagen schon wieder &#252;berholt.</p>
<p>Verlag und Autorin w&#228;ren gut beraten, das gedruckte Buch durch eine digitale Variante zu erg&#228;nzen, die vielleicht durch Updates auf dem aktuellen Stand der Dinge bleiben k&#246;nnte. Ein <a href="http://www.facebook-buch.de/">Blog zum Buch</a> gibt es bereits, warum also nicht eine Applikation oder ein E-Book folgen lassen? Facebooks <a href="http://carta.info/26017/himmel-und-hoelle-facebook-greift-nach-den-sternen/">Metamorphosen</a> jedenfalls sind noch lange nicht beendet und der Verlag von Tim O&#8217;Reilly sollte damit Schritt halten k&#246;nnen.</p>
<p><a href="http://www.oreilly.de/catalog/facebkger/"><img class="alignleft size-full wp-image-29029" title="facebook_buch2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/06/facebook_buch2.jpg" alt="facebook_buch2" width="150" height="112" /></a><br />
<em>Annette Schwindt: Das Facebook-Buch, O&#8217;Reilly, 288 Seiten, Euro 17,90. Hier bei <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3897216159?ie=UTF8&#038;tag=berliinsti-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3897216159">Amazon</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=berliinsti-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3897216159" width="1" height="1" border="0" alt="" style="border:none !important; margin:0px !important;" /> bestellen und Carta mit einem kleinen Prozentsatz des unver&#228;nderten Kaufpreises unterst&#252;tzen.</em></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Au&#223;erdem bietet der O&#8217;Reilly Verlag Inhaltsverzeichnis und ein Probekapitel zum Reinschauen an:<br />
<img style="visibility:hidden;width:0px;height:0px;" border=0 width=0 height=0 src="http://counters.gigya.com/wildfire/IMP/CXNID=2000002.0NXC/bT*xJmx*PTEyNzY2ODY5NTQ4NzMmcHQ9MTI3NjY4Njk2MDYzOSZwPTEwMTkxJmQ9c3NfZW1iZWQmZz*yJm89YzE1OThiNGI2ZGQ1/NDcwMjg2ZGFjYzk5ODFhYmYzMGYmb2Y9MA==.gif" />
<div style="width:425px" id="__ss_4137323"><strong style="display:block;margin:12px 0 4px"><a href="http://www.slideshare.net/OReillyVerlag/ch05-2" title=" &quot;Das Facebook-Buch&quot;: Gespr&#228;che starten und an ihnen teilnehmen"> &quot;Das Facebook-Buch&quot;: Gespr&#228;che starten und an ihnen teilnehmen</a></strong><object id="__sse4137323" width="425" height="355"><param name="movie" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=ch05-2-100518071234-phpapp02&#038;stripped_title=ch05-2" /><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="allowScriptAccess" value="always"/><embed name="__sse4137323" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=ch05-2-100518071234-phpapp02&#038;stripped_title=ch05-2" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="355"></embed></object>
<div style="padding:5px 0 12px">View more <a href="http://www.slideshare.net/">presentations</a> from <a href="http://www.slideshare.net/OReillyVerlag">O&rsquo;Reilly Verlag</a>.</div>
</div>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/29012/ein-handbuch-fuer-die-facebook-galaxie/">Ein Handbuch f&#252;r die Facebook-Galaxie</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/29012/ein-handbuch-fuer-die-facebook-galaxie/#comments">5 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=29012&amp;md5=88ac18d6adb5797b0717ff96789c8780" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Letzter Aufruf f&#252;r Social News? Der Digg-Relaunch</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Jun 2010 13:57:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Digg, der amerikanische Pionier in Sachen Social News, wagt in K&#252;rze einen neuen Anlauf. Aber ist seine Form der Nachrichtenaggregation nicht eher ein Auslaufmodell?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/228e6194dadd4afe85e5e410830ce32a" alt="" width="1" height="1" />Social News waren einmal eine gro&#223;e Sache und <a href="http://www.digg.com">Digg</a> ein bedeutender Dienst zu der Zeit, als der Begriff &#8220;Web 2.0&#8243; gerade aufkam. Damals, also vor gerade einmal 5 Jahren, war <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Kevin_Rose">Kevin Rose</a>, der Gr&#252;nder von Digg, in den USA schon mal auf den Titelseiten der Nachrichtenmagazine abgebildet und man traute ihm eine gro&#223;e Zukunft zu.</p>
<p>Die Realit&#228;t heute sieht anders aus. Das <strong>Konzept der Social News</strong>, bei der die User Nachrichten bzw. Artikel vorschlagen und bewerten k&#246;nnen, so dass diese dann in einem Popularit&#228;tsranking aufgelistet werden, hat sich nicht wirklich durchgesetzt. F&#252;r Dienste wie Digg und dessen Nachahmer fanden sich nie genug aktiv mitwirkende Leser, so dass diese Portalseiten praktisch nicht &#252;ber einen boulevard-&#228;hnlichen Inhaltemix hinaus kamen.</p>
<p>Zudem setzte ihnen das Aufkommen von <a href="http://www.twitter.com"><strong>Twitter</strong></a> zu, wo Nachrichten deutlich schneller verbreitet werden k&#246;nnen und Netzwerkeffekte dar&#252;ber entscheiden, wie weit eine Meldung im Gesamtsystem getragen wird. Zwar ben&#246;tigte das 2006 gestartete Twitter etwas Anlaufzeit, doch f&#252;r die Early Adopters im Netz stellte es sich als perfekte Spielwiese heraus, w&#228;hrend es in gleichem Ma&#223; stiller um Digg wurde.</p>
<p>Den Markt in seiner ganzen Breite sch&#246;pfte schlie&#223;lich <strong><a href="http://www.facebook.com">Facebook</a></strong> ab, das als geschlossenes Freundes-Netzwerk gestartet war (im gleichen Jahr wie Digg) und nach mehreren H&#228;utungen heute eine mehr oder weniger offene Plattform darstellt, auf der vermutlich schon mehr Nachrichten-Meldungen kursieren als rein private Mitteilungen.</p>
<p>Warum aber geht die Rechnung bei Facebook und Twitter auf, w&#228;hrend dem <a href="http://about.digg.com/button">Digg-Button</a> nur eine kurze Bl&#252;tezeit in der Anfangsphase des Social Web beschieden war?</p>
<p>Die Antwort liegt im <strong>Netzwerkcharakter</strong>: W&#228;hrend bei Digg (oder auch dem deutschen <a href="http://www.yigg.de">Yigg</a>) die User ihre Empfehlungen bzw. ihr Voting in ein praktisch anonymes Netzwerk hinein geben m&#252;ssen, kommuniziert man auf Facebook mit seinen Freunden oder auf Twitter mit den Followern, also mit mehr oder weniger &#8220;guten Bekannten&#8221;. Zudem gibt es in den letztgenannten Netzwerken die M&#246;glichkeit, Feedback zu bekommen und so kurze Konversationen &#252;ber ein Thema bzw. einen Artikel zu f&#252;hren.</p>
<p>Facebook und Twitter sind damit deutlich pers&#246;nlicher und dialogorientierter konzipiert als Social-News-Dienste nach dem Muster von Digg. Da ist es dann auch kein Wunder, dass der aktuell von Kevin Rose vorgestellte <strong>Umbau und Relaunch von Digg</strong> (siehe Video unten) in eben diese Richtung zielt. K&#252;nftig soll Digg anders funktionieren und im Kern das Empfehlen auf die Ebene von Freundesnetzwerken heben. Damit w&#252;rde das Problem der Anonymit&#228;t aufgehoben. Es bleibt aber abzuwarten, ob das schon ausreicht, um den Dienst wieder nachhaltig zu beleben, denn das Empfehlen interessanter Informationsquellen ist inzwischen ein entscheidender und nat&#252;rlicher Bestandteil von Facebook und Twitter geworden.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus bietet erst die Aggregation &#252;ber gr&#246;&#223;ere Gesamtheiten hinweg wieder einen echten Mehrwert. Diese Funktion bleibt in Digg zwar erhalten, wird aber ebenso von Diensten wie <a href="http://www.techmeme.com">Techmeme</a> (bzw. <a href="http://www.rivva.de">Rivva</a> in Deutschland) ohne direkte Mitwirkung der User geboten.</p>
<p>Keine wirklich gute Perspektive also f&#252;r Digg, wo zuletzt sogar <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2010/05/07/digg-in-der-krise-kein-redesign-keine-programmierer-und-vermutlich-auch-kein-geld/">Personal entlassen</a> werden musste, nachdem zuvor schon der CEO sowie eine Reihe von Mitarbeitern von sich aus gegangen waren. Nun versucht Kevin Rose, der die F&#252;hrung von Digg wieder selbst &#252;bernommen hat, die letzte sich bietende Chance auf ein Revival zu nutzen.</p>
<p>In einer immer komplexer und vielschichtiger werdenden Medienlandschaft aber d&#252;rften Social News ohnehin nicht das letzte Wort sein, sondern werden nur einen Zwischenschritt zu <strong>p</strong><strong>ersonalisierten Nachrichten(diensten)</strong> darstellen. Die Zukunft geh&#246;rt vermutlich Clients, die wissen, wo ihre Besitzer gerade sind und was diese tun, so dass sie ihnen in Abh&#228;ngigkeit von solchen Rahmendaten Nachrichten teils direkt aus bestimmten Medien zuf&#252;hren k&#246;nnen, teils gefiltert aus den Empfehlungen in Social Networks.</p>
<p>Solche Dienste setzen aber nicht nur die Verbindung zu Social Networks und einem breiten Set an Inhalteanbietern (Content) voraus, sondern auch das Wissen um sehr pers&#246;nliche Daten (Aufenthaltsort, Terminkalender, Aufgabenstellungen, Vorlieben&#8230;), so dass darauf bezogen dann auch wirklich relevante Nachrichten bzw. Medieninhalte empfohlen werden k&#246;nnen.</p>
<p>Dazu kommt der <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/the_coming_data_explosion.php"><strong>Trend zum Internet of Things</strong></a>, der den Raum an M&#246;glichkeiten, was Nachrichten und Statusmeldungen betrifft, nochmals erheblich erweitern wird. Das &#8220;Social Sharing&#8221; mit Freunden im Netz wird dann nicht mehr so neu und aufregend sein, wie es das in den letzten Jahren war, weil es Konkurrenz von technischen Ger&#228;ten bekommen wird, die ebenfalls mit Statusmeldungen &#252;ber ihren Betriebszustand informieren oder auf Handlungsoptionen aufmerksam machen werden.</p>
<p>Es ist stark anzunehmen, dass bei Google in diese Richtung gedacht und gearbeitet wird. Auch bei Facebook k&#246;nnte es Ambitionen dazu geben. Klassischen Medienanbietern wie Zeitungen oder Rundfunkanstalten dagegen scheint noch nicht zu d&#228;mmern, <a href="http://wavetank.de/2010/05/digital-everything/">was da auf sie zurollt</a>. Dabei k&#246;nnte ihnen gerade das Beispiel von Digg eine Lehre sein: Der gut gemeinte Ansatz von Social News war nicht deswegen ein Misserfolg, weil die Leser lieber beim klassischen Modell der Mediennutzung einzelner Leitmedien geblieben w&#228;ren. Ganz im Gegenteil: Social News kam &#252;ber seine Anf&#228;nge nicht hinaus, weil die User dynamischeren und besser vernetzenden Medien wie Twitter und Facebook den Vorzug gaben und damit das News-Sharing auf eine h&#246;here Ebene brachten, als dies Digg bieten konnte.</p>
<p>Der aktuelle Relaunch von Digg stellt somit keinen wirklichen Schritt nach vorne dar, sondern bietet <strong>nur eine Art Update</strong> auf den derzeitigen Stand der Networking-Technik. Damit d&#252;rfte zugleich auch die Grenze dessen erreicht sein, was im Bereich von Social Sharing inhaltlich sinnvoll zu leisten ist.</p>
<p><strong>Das Social Web steht entwicklungstechnisch derzeit am &#220;bergang von der Innovations- in die Reifephase und d&#252;rfte in den n&#228;chsten Jahren vom Internet of Things &#252;berformt werden</strong>. So gesehen m&#246;chte man Kevin Rose raten, er m&#246;ge sich mit Digg nicht zu viel M&#252;he geben, sondern lieber noch einmal in die Rolle des Pioniers schl&#252;pfen und etwas ganz Neues schaffen.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="295" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Y9rc-Ou6814&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="295" src="http://www.youtube.com/v/Y9rc-Ou6814&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object>
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		<title>#UKvote: Der Wahltag im britischen Social Web</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 09:39:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Werbefl&#228;chen auf Youtube, Plattformen zum Stimmentausch und die Aufforderung, das Parlament "zu h&#228;ngen": Gro&#223;britannien erlebt die erste "Social Media Wahl" – und die k&#246;nnte sein politisches System fundamental ver&#228;ndern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/aecef7edf2ae4942a334b68fff6e1399" alt="" width="1" height="1" />Eine Woche, zwei Wahlen. Im Umfeld der Unterhauswahlen in Gro&#223;britannien entfaltet sich ein facettenreicher Online-Wahlkampf, der andeutet, dass auf der britischen Insel die Grenzen zwischen den Medienumgebungen allm&#228;hlich durchl&#228;ssiger werden. TV-Ereignisse ziehen eine starke Online-Resonanz nach sich und f&#252;r den Wahltag sind Gemeinschaftsprojekte zwischen Print-Anbietern und Online-Dienstleistern angek&#252;ndigt. Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen scheint dagegen von einem anderen, eher analogen Kaliber.</p>
<p>Allerdings verbietet sich ein n&#228;herer Vergleich aus systematischen Gr&#252;nden, denn nat&#252;rlich ist die Tragweite der Abstimmungen v&#246;llig verschieden: die Prognosen zur <em>general election</em> deuten auf einen Umbruch im britischen Zwei-Parteien-System hin und der Wahlgang k&#246;nnte ex post als <em>critical election</em> verstanden werden. In Nordrhein-Westfalen handelt es es sich dagegen „nur“ um eine <em>second order election</em>, die unterhalb der nationalen Ebene angesiedelt ist und bei den W&#228;hlern generell auf geringeres Interesse st&#246;&#223;t. Allerdings ist diese Landtagswahl im bev&#246;lkerungsreichsten Bundesland die hierzulande wohl wichtigste Abstimmung &#8220;zweiter Ordnung&#8221; – und noch dazu die erste seit der Bundestagswahl im Herbst 2009.</p>
<p>&#220;ber beide Wahlen (und die zugeh&#246;rigen Online-Wahlk&#228;mpfe) erf&#228;hrt man hierzulande nicht allzuviel, die jeweiligen &#8220;Themenseiten&#8221; sind bei den gro&#223;en Nachrichtenportalen oft ein paar Klicks von der Startseite entfernt. Und so entgeht dem deutschen Publikum eine durchaus spannende Wahl im britischen Sektor des Social Web, die einige Innovationen hervorgebracht und auch ein Echo aus alten Online-Zeiten parat h&#228;lt.</p>
<p>Im Schatten <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,689099,00.html">drei Fernsehdebatten</a> hat sich ein <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/2010/04/16/uk-erste-twitteranalysen/">aktives Online-Publikum</a> entwickelt, das w&#228;hrend dieser medialen Gro&#223;ereignisse eifrig Kommentare auf Facebook gepostet oder getwittert hat. Einige Online-Medien haben es verstanden, diese Aktivit&#228;ten aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Ein Resultat davon wird eine „Twitter-Landkarte“ sein, die das Abstimmungsverhalten am heutigen Wahltag abbilden soll: die Angabe eines Teils der Postanschrift in einem entsprechend markierten Tweet (der relevante Hashtag lautet <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23ukvote">#ukvote</a>) will der Dienstleister <a href="http://www.tweetminster.co.uk/">Tweetminster</a> zur Visualisierung der Wahlbeteiligung nutzen. &#196;hnlichkeiten mit den Aktivit&#228;ten zur US-Pr&#228;sidentschaftswahl 2008 sind sicher kein Zufall, eher handelt es sich um Fortschreibungen des damaligen Leuchtturmprojektes <a href="http://www.twittervotereport.com/">Twitter Vote Report</a>.</p>
<p>Es ist also davon auszugehen, dass das Internet auch in Gro&#223;britannien einen erheblichen Beitrag zur Medialisierung des Wahltags leisten wird &#8211; darunter zu verstehen ist die Nutzung des digitalen, interaktiven Kommunikationsraums im unmittelbaren zeitlichen Umfeld der Stimmabgabe, sowohl durch die Politiker wie auch durch die B&#252;rger. Dass die Wahlk&#228;mpfer ihre Bem&#252;hungen zur W&#228;hlermobilisierung in den Stunden bis zur Schlie&#223;ung der Wahllokale intensivieren werden, ist l&#228;ngst ein Gemeinplatz und war im Bundestagswahlkampf durch Aktionen wie <a href="http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/gruener-wahlkampf-72-stunden-non-stop.html">„3 Tage wach“</a> der Gr&#252;nen sichtbar. Dass sich aber auch einige B&#252;rger bis zuletzt &#252;ber den Gang der Stimmabgabe, erste Prognosen oder einfach nur die H&#246;he der Wahlbeteiligung im eigenen Wahlkreis informieren werden und so ihre eigene Stimmabgabe hinausz&#246;gern, ist ein noch relativ neues Ph&#228;nomen.</p>
<p>Zwar ist in der Wahlforschung die Figur des <em>late deciders</em> durchaus bekannt &#8211; hiermit wird ein unentschlossener W&#228;hler beschrieben, der erst kurz vor der Wahl seine Partei- oder Kandidatenpr&#228;ferenz festlegt. Doch war mit „kurz“ meist ein Zeitraum von wenigen Tagen vor der Wahl gemeint und nicht unbedingt der Wahltag selbst. Durch die Verf&#252;gbarkeit von Echtzeit-Informationen werden die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/United_Kingdom_general_election,_2010#Marginal_seats_for_main_parties"><em>marginals</em></a>, besonders hart umk&#228;mpfte Wahlkreise, zum digitalen Ausflugsziel von Kampagnentreibenden, Wahlberichterstattern und interessierten Netzb&#252;rgern.</p>
<p>Gerade an dieser Stelle ist in Gro&#223;britannien ein Sonderfall zu beachten: durch das starke Aufkommen der Liberaldemokraten als „dritte Kraft“ ist das bisher starre Zwei-Parteien-System in Bewegung geraten. Ein Effekt ist die Auseinandersetzung mit der Bildung einer Koalitionsregierung, angesichts stets stabiler Regierungsmehrheiten f&#252;r <em>Labour Party</em> oder <em>Conservative Party </em> ist dies durchaus ein markanter Einschnitt f&#252;r die politische Kultur auf der Insel (und treibt bisweilen groteske Bl&#252;ten, wie diese <a href="http://ymlp.com/zlC1qL">„Informationsseite“</a> zur Effektivit&#228;t von Koalitionsregierungen zeigt).</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die neuartige Dreier-Konstellation zwischen Noch-Premier Gordon Brown, dem konservativen Favoriten David Cameron und <em>LibDem</em>-Aufsteiger Nick Clegg sowie den jeweiligen Parteiorganisationen ist denn auch Ansatzpunkt f&#252;r die Vorschl&#228;ge zum <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32578/1.html"><em>tactical voting</em></a>: mit diesem Begriff versuchen insbesondere Labour-Politiker die eigene Anh&#228;ngerschaft von der Stimmabgabe f&#252;r die Liberaldemokraten zu &#252;berzeugen &#8211; sofern der eigene Vertreter im Wahlkreis keine Chance hat und ein Sieg des konservativen Konkurrenten droht.</p>
<p>Als Folge dieser &#8220;Ann&#228;herungsversuche&#8221; sind einige spezialisierte Online-Plattformen entstanden, die sich an der Vernetzung und Vermittlung &#8220;tauschbereiter&#8221; W&#228;hler versuchen (ausf&#252;hrlicher vorgestellt wird dieses Echo auf den Vorgang des Vote-Swapping anl&#228;sslich der US-Pr&#228;sidentschaftswahl des Jahres 2000 <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32578/1.html">hier</a>).</p>
<p>Spannend sind dabei weniger Sichtbarkeit und Reichweite der Websites, denn selbst in der Kombination der Plattformen erreichen die Online-Angebote zur taktischen, koordinierten Stimmabgabe nur ein sehr begrenztes Publikum. Allerdings generieren sie Effekte in den alten Medien, so ver&#246;ffentlichten gleich mehrere Zeitungen Tactical Voting Guide (<a href="http://www.guardian.co.uk/politics/2010/may/05/election-2010-tactical-voting-guide">Guardian</a>, <a href="http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/the-independent-guide-to-tactical-voting-1963012.html">Independent</a>, <a href="http://www.mirror.co.uk/news/top-stories/2010/05/04/general-election-tactical-voting-guide-how-you-can-save-britain-from-a-tory-nightmare-115875-22231573/">Mirror</a>). Die politischen Kuppelservices quer zu den Wahlkreisen wie in der Facebook-Gruppe <a href="http://www.facebook.com/group.php?gid=113063712048609&amp;amp;v=info">Voting Buddies</a> sind jedoch eher <em>politics for the long tail</em>, also die Ansprache extrem kleiner, spezialisierter Zielgruppen. Gerade dies ist jedoch ein interessanter Aspekt beim Blick in die Zukunft, auf die Zeit der fortschreitenden Zersplitterung der &#214;ffentlichkeit.</p>
<p>Zugleich &#228;u&#223;ert sich im Umfeld der w&#228;hlerseitig koordinierten Stimmabgabe auch eine fundamentale Unzufriedenheit mit dem aktuellen Wahlsystem, die sich am deutlichsten anhand der Website <a href="http://hang-em.com/">Hang´em</a> illustrieren l&#228;sst. Unter dem Logo des am Galgen h&#228;ngenden britischen Parlaments k&#246;nnen sich tauschbereite W&#228;hler &#252;ber die Wahlkreisgrenzen hinweg mit „Gleichgesinnten“ vernetzen, um eine Patt-Situation (<em>hung parliament</em>) zu erreichen. Wesentliche Motivation ist dabei nichts weniger als die Modernisierung des gesamten Wahlsystems. Gezielt sollen <em>marginals</em>-Kandidaten aus den „dritten Parteien“ unterst&#252;tzt werden, die eine Mehrheitsbildung nach klassischem Muster verhindern k&#246;nnten.</p>
<p>Der Voraussetzungen f&#252;r einen spannenden Wahltag in Gro&#223;britannien sind also geschaffen &#8211; ein weiteres Anzeichen daf&#252;r, dass heute die erste <em><a href="http://www.guardian.co.uk/media/2010/apr/30/social-media-election-2010">social media election</a></em> (The Guardian) stattfindet, deutet sich auch in der Verteilung der Kampagnen-Etats an: Camerons Konservative haben jedenfalls schon mal <a href="http://twitter.com/tweetminster/statuses/13434928991">Werbefl&#228;chen an ungew&#246;hnlicher Stelle</a> reserviert.
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		<title>Die Social-Media-Blase: Nennen wir es Beziehungsinflation</title>
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		<pubDate>Sun, 02 May 2010 13:52:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Umair Haque</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zahlenm&#228;&#223;ig haben wir heute dank sozialer Netzwerke deutlich mehr Kontakte als fr&#252;her. Doch wertvoll sind in Wahrheit - wenn &#252;berhaupt - nur sehr wenige von ihnen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/11f49500e8ac4b4cb1c52ecdeeb8ffcd" alt="" width="1" height="1" />Hypothese: Trotz aller Begeisterung um die sozialen Medien verbindet uns das Internet heute nicht in dem Ma&#223;e, wie wir glauben. Das Netz ist zum gr&#246;&#223;ten Teil ein Ort schwacher und k&#252;nstlicher oder &#8211; wie ich sie nenne &#8211; d&#252;nner Beziehungen.</p>
<p>W&#228;hrend der Immobilienblase verkauften Banken und H&#228;ndler sich gegenseitig faule Kredite – Schulden die letztendlich nichts einbrachten. Die „sozialen“ Netzwerke handeln heute mit minderwertigen Kontakten – Verbindungen, die kaum bedeutungsvolle oder bleibende Beziehungen hervorbringen.</p>
<p><strong>Nennen wir es Beziehungsinflation.</strong> Zahlenm&#228;&#223;ig haben wir heute zwar deutlich mehr Kontakte als fr&#252;her. Doch wertvoll sind in Wahrheit &#8211; wenn &#252;berhaupt &#8211; nur sehr wenige von ihnen. &#196;hnlich wie eine W&#228;hrungsinflation unser Geld entwertet, vermindert die soziale Inflation den Wert unserer Beziehungen. Schon das Wort „Beziehung“ wird dabei verw&#228;ssert. Es gab Zeiten, da stand es f&#252;r jemanden, auf den man bauen konnte. Heute sind es Leute, mit denen wir Informationsbits &#252;ber das Netz austauschen k&#246;nnen.</p>
<div id="attachment_26651" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/04/socialgraph2.jpg"><img class="size-medium wp-image-26651" title="socialgraph2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/04/socialgraph2-300x196.jpg" alt="socialgraph2" width="300" height="196" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Die Jugend wird hierdurch nicht sp&#252;rbar besser gestellt – h&#246;chstens die  Werbeagenturen.&quot;</p></div>
<p>D&#252;nne Beziehungen schaffen die Illusion echter Beziehungen. Letztere bestehen aus Strukturen gegenseitiger Investitionen. Ich investiere in dich, du investierst in mich. Eltern, Kinder, Ehepartner – sie alle verlangen mehrstellige Investitionen von Zeit, Geld, Wissen und Aufmerksamkeit. Die „Beziehungen“ im Innersten der sozialen Blase sind nicht echt, da sie gerade nicht von gegenseitigen Investitionen gepr&#228;gt sind. Sie sind h&#246;chstens gekennzeichnet durch einen gelegentlichen Austausch von Informations- und Aufmerksamkeitsh&#228;ppchen.</p>
<p>Hier einige Punkte, die meine Hypothese unterst&#252;tzen.</p>
<p><strong>Vertrauen.</strong> Wenn wir die sozialen Medien f&#252;r bare M&#252;nze nehmen, dann ist die Zahl der Freundschaften weltweit um das Hundertfache angestiegen. Doch ist dabei auch das gegenseitige Vertrauen gewachsen? Ich w&#252;rde sagen <a href="http://socialcapital.wordpress.com/2009/06/08/trust-declining-in-all-institutions-other-than-the-military/">nein</a>. Gut m&#246;glich, dass es seine Zeit braucht, bis ein solcher Vertrauenszuwachs zu bemerken ist. Doch scheint die Gesellschaft auch ein halbes Jahrzehnt nach dem Aufkommen der sozialen Netzwerke nicht wirklich besser dran zu sein als davor.</p>
<p><strong>Entmachtung.</strong> Wenn die sozialen Netzwerke echte wirtschaftliche Gewinne abwerfen w&#252;rden, so m&#252;sste ein Substitutionseffekt zu erkennen sein. Es w&#228;re zu erwarten, dass sie die T&#252;rsteher von einst ersetzten. Doch ganz im Gegenteil, sie geben diesen immer mehr Macht. Die beliebtesten sozialen Netzwerke schalten die PR-Agenturen, die Anwerber und Makler als Zwischenstufen nicht etwa aus. Sie schaffen Legionen von neuen. Ebenso wenig entmachtet das Internet die Regierungen indem es den zuvor Stimmlosen hilft, sich Geh&#246;r zu verschaffen. Vielmehr st&#228;rkt es sogar die F&#228;higkeit autorit&#228;rer Staaten, die Freiheitsbeschr&#228;nkung voranzutreiben, indem es die &#220;berwachungs- und Vollstreckungskosten radikal senkt. So viel zum Thema direkte und unmittelbare Beziehungen.</p>
<p><strong>Hass.</strong> Es gibt den alten Spruch: Das Internet wird von Liebe gen&#228;hrt. Doch gleichzeitig ist das Netz auch voll von Geh&#228;ssigkeiten: irrationales Einpr&#252;geln auf den n&#228;chstbesten Menschen, Ort und generell auf alles was ein wenig anders erscheint. Haben Sie in letzter Zeit mal die Leserkommentare in der Online-Ausgabe einer beliebigen Tageszeitung durchst&#246;bert? Vorwiegend wird darin Gift und Galle gespuckt. Hierzu lohnt sich ein kurzer Blick in diese <a href="http://norris.blogs.nytimes.com/2010/03/12/do-i-deserve-a-refund/">Emails an Floyd Norris</a>. Anstatt gehaltvolle Konversationen anzuregen, besteht die Welt des „sozialen“ Netzes aus dem sprachlichen &#196;quivalent eines <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Drive-by-Shooting"><em>drive-by-shooting</em></a>.</p>
<p><strong>Ausgrenzung.</strong> Hass speist sich &#8211; zumindest teilweise &#8211; aus Homophilie. Gleich und Gleich gesellt sich nun mal gerne. Und Menschen unterteilen sich daher ganz von selbst in Gruppen von Gleichgesinnten. Nur selten wird dabei die Kluft zwischen diesen Gruppen &#252;berwunden. Doch eigentlich entstehen genau hieraus die wertvollsten Beziehungen. Mit 1000 Leuten allein wegen eines gemeinsamen Faibles f&#252;r Brillen aus den sechziger Jahren „befreundet“ zu sein, ist keine Freundschaft – sondern nur ein einziges geteiltes Interesse.</p>
<p><strong>Wertsch&#228;tzung.</strong> Schlussendlich wird es die Praxis zeigen. Sollten die durch das Internet entstandenen „Beziehungen“ tats&#228;chlich von Wert sein, so w&#228;ren die Menschen (oder auch die Werbeagenturen) wahrscheinlich gewillt, einen gewissen Preis daf&#252;r zu zahlen, hieran teilhaben zu d&#252;rfen. Doch man sucht nach solchen Beispielen meist vergeblich. Ganz im Gegenteil sehen sich Firmen dazu gezwungen, die „wertlosen“ Beziehungen auf ausbeuterische und <a href="http://blog.washingtonpost.com/story-lab/2010/03/do_you_trust_yelp.html">ethisch fragw&#252;rdige Weise</a> zu Geld zu machen. Denn da ist ja eigentlich nichts. Ich kann meine Daten mit Pseudo-Unbekannten auf zig verschiedenen Internetseiten austauschen. Doch solche „Freunde“ sind wie ein Gebrauchsgegenstand – und ganz bestimmt kein wertvolles, einzigartiges Gut.</p>
<p>Was ist der Lohn der Beziehungsinflation? Drei Krebsgeschw&#252;re zehren die Lebenskraft des heutigen Netzes auf. Erstens erlaubt sie <strong>keine effiziente Allokation unserer Aufmerksamkeit</strong>. Menschen finden immer seltener die Dinge, die sie selber interessieren, und immer &#246;fter das, was alle anderen genau in diesem Moment m&#246;gen. Zweitens <strong>investieren Menschen in Inhalte von minderwertiger Qualit&#228;t</strong>. Farmville ist beileibe nicht Casablanca. Drittens &#8211; und dies ist wohl der sch&#228;dlichste Effekt &#8211; f&#252;hrt sie zu einer <strong>permanenten Schw&#228;chung des Internets als einer Kraft des Guten</strong>.</p>
<p>Farmville ist nicht nur nicht Casablanca, es ist ebenso wenig <a href="http://www.kiva.org/">Kiva</a>, das als eines der wegweisenden Beispiele f&#252;r die Versprechen der sozialen Medien dabei hilft, Mikrokredite auf eine sinnvollere Weise zu verteilen. Im Gegensatz dazu ist Farmville gesellschaftlich &#252;berwiegend nutzlos. Die Jugend wird hierdurch nicht sp&#252;rbar besser gestellt – h&#246;chstens die Werbeagenturen.</p>
<p>Fassen wir zusammen: Auf der Nachfrageseite schafft die Beziehungsinflation Bedingungen wie bei einem Sch&#246;nheitswettbewerb. &#196;hnlich wie Juroren f&#252;r die Kandidatin stimmen, von der sie meinen, dass sie auch bei den anderen am besten ankommt, geben die Menschen nur jene Dinge weiter, von denen sie meinen, dass die anderen sie von ihnen h&#246;ren wollen. Auf der Angebotsseite schafft die Beziehungsinflation eine Art Beliebtheitswettbewerb, bei dem Menschen (und K&#252;nstler) nach sofortiger, inniger Aufmerksamkeitserregung streben – anstatt <a href="http://blogs.hbr.org/haque/2009/09/is_your_business_innovative_or.html">gro&#223;artige Dinge zu erschaffen</a>.</p>
<p>Unser Zusammenleben ist jedoch weder ein Sch&#246;nheits- noch ein Beliebtheitswettbewerb. Diese sind blo&#223; Verzerrungen und Karikaturen des Originals. Das Soziale sollte vielmehr gepr&#228;gt sein von Vertrauen, Verbindung und Gemeinschaftsgef&#252;hl. Genau hiervon gibt es heute jedoch zu wenig in unserer Medienlandschaft. Ungeachtet dem Trara um Web 2.0. Die Verhei&#223;ung des Internets war es nicht, einzig die Anzahl der Beziehungen in die H&#246;he zu treiben, ohne Tiefe, Nachhall und Bedeutung hinzuzuf&#252;gen. Man versprach sich vielmehr, dass die Menschen, die &#214;ffentlichkeit, die Zivilgesellschaft, die Wirtschaft und der Staat &#252;ber das Internet durch dichtere, st&#228;rkere und bedeutsamere Beziehungen umgepolt w&#252;rden. Hierin liegt die <a href="http://blogs.hbr.org/haque/2009/07/the_nichepaper_manifesto.html">Zukunft der Medien</a>.</p>
<p>Es handelt sich hier nur um eine Hypothese. F&#252;hlt euch frei, mir zu widersprechen, mich herauszufordern – oder auf ihr aufzubauen. Das n&#228;chste Mal werde ich dar&#252;ber schreiben, was wir dagegen tun k&#246;nnen.</p>
<p><em>Umair Haque spricht am 12. Mai auf der <a href="http://nextconf.eu/next10/speaker/umair-haque-havas-media-lab.html">next</a>.</em></p>
<p><em></em><em>Carta dankt </em><em>Matthias Campe f&#252;r die </em><em>&#220;bersetzung.<br />
</em></p>
<p><em>Dieser Beitrag erschien im englischen Original als “<a href="http://blogs.hbr.org/haque/2010/03/the_social_media_bubble.html">The Social Media Bubble</a>” in Umair Haques Blog bei Harvard Business Review // Translated and republished with permission. © 2010 by Harvard Business Publishing; all rights reserved.<br />
</em>
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		<title>Himmel und H&#246;lle: Facebook greift nach den Sternen</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 04:00:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf seiner Entwicklerkonferenz f8 hat Facebook eine Reihe neuer Dienste vorgestellt, mit denen das Social Network zum Meta-Netzwerk f&#252;r das gesamte Internet werden k&#246;nnte. So faszinierend die Technik ist, so problematisch kann das damit verbundene Daten-Sharing werden. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/d35839344e7344d18a20ffd9b15c3c3e" alt="" width="1" height="1" />Dieser Schritt musste eines Tages kommen und Facebook hat ihn gewagt. Denn das Internet ist schon lange nicht mehr nur ein einfaches Netzwerk von Servern und Datenleitungen, das (einzelne) Botschaften eines Senders zum Empf&#228;nger transportiert wie eine Art digitale Briefpost. Nein, das Internet ist zu einem sich unabl&#228;ssig ausdehnenden <strong>Datenuniversum</strong> geworden, dass jeden unserer Schritte darin zu protokollieren und in beliebigen Kontexten neu darzustellen vermag.</p>
<p>Den vorl&#228;ufigen Kulminationspunkt dazu liefert uns <a href="http://apps.facebook.com/feightlive/" target="_blank"><strong>Facebook</strong></a>. Ab jetzt treffen wir unsere Freunde nicht mehr nur direkt auf Facebook, sondern praktisch &#252;berall im Netz. Wir rufen eine Seite auf und sehen, dass jemand aus unserem Freundeskreis schon dort war und einen bestimmten Inhalt gut fand. Umgekehrt gilt das nat&#252;rlich auch: Was wir auf einer Seite &#8220;liken&#8221;, k&#246;nnen sp&#228;ter unsere Freunde sehen, wenn sie dort vorbeischauen.</p>
<p>Die Technik dazu f&#228;llt in den neuen Bereich der <strong>Social Plugins</strong>, mit denen im Grunde genommen Daten aus Facebook in die Weiten des Internets hinausgetragen werden und dort wiederum vielfache Anbindungen bzw. Bez&#252;ge zur&#252;ck zum Social Network herstellen. So reizvoll das Konzept ist, so wirkungsarm k&#246;nnte es bleiben. Denn auf den viel besuchten Seiten trifft man so immer wieder die gleichen Freunde, w&#228;hrend man auf den sehr selten aufgerufenen Seiten, die man etwa &#252;ber eine Suchmaschine gefunden hat, vermutlich auch kein bekanntes Gesicht aus dem Facebook-Katalog treffen wird.</p>
<p>Facebook aber w&#228;re nicht Facebook, w&#252;rde es nur etwas Neues f&#252;r seine User bereithalten. Mark Zuckerberg denkt nat&#252;rlich auch an das Geld und den k&#252;nftigen Aktienkurs seines Unternehmens. Das <strong>Open Graph Protocol</strong> ist das Instrument daf&#252;r, weil es Daten &#252;ber das Verhalten der Facebook-User an Dritte weitergibt. Wenn wir also auf einer Seite im Web etwas mittels des Facebook-Buttons &#8220;liken&#8221;, wandert diese Information nicht nur in unseren Freundeskreis auf Facebook, sondern verbleibt unbegrenzte Zeit (!) mit Angaben zur Person bei der Seite, auf der wir die Aktion durchgef&#252;hrt haben.</p>
<p>Mehr noch: Seitenbetreiber werden k&#252;nftig die M&#246;glichkeit haben, uns nach solchen Vorg&#228;ngen kontextrelevante Informationen (sprich: Werbung) in unseren Livestream auf Facebook einblenden zu k&#246;nnen. Das wird ohne Zweifel die Datensch&#252;tzer und auch unsere Verbraucherministerin, <a href="http://carta.info/25187/mitwirken-statt-loeschen-ilse-aigners-falsch-verstandener-facebook-datenschutz/" target="_blank">Ilse Aigner</a>, noch besch&#228;ftigen.</p>
<p>Ein weiterer, sehr bemerkenswerter Punkt der Keynote von Mark Zuckerberg war der Begriff &#8220;<strong>Search</strong>&#8220;. F&#252;r das Suchen im Internet ist ja eigentlich Google zust&#228;ndig, doch bei Facebook sieht man das jetzt offenbar anders. Denn nach den j&#252;ngsten &#196;nderungen bei den Privacy-Einstellungen sind bekanntlich viele Daten auf Facebook nicht mehr privat, sondern &#246;ffentlich sichtbar und damit auch suchbar. Entwickler sollen dies f&#252;r die Entwicklung von Applikationen nutzen k&#246;nnen, aber im Hintergrund zeichnet sich etwas ganz Anderes ab: Eine Suchmaschine, die anders als Google nicht auf der Verlinkung von Webseiten untereinander (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/PageRank">PageRank</a>) aufbaut, sondern auf sozialen Kriterien von Bewertungen und Empfehlungen.</p>
<p>Noch d&#252;rfte diese <strong>Facebook-Suchmaschine</strong> nicht viel mehr als eine Vision sein, aber sie k&#246;nnte Realit&#228;t werden und damit vielleicht zu einer m&#228;chtigen <a href="http://gigaom.com/2010/04/20/facebook-takes-over-the-web/" target="_blank">Konkurrenz f&#252;r Google</a>. Entscheidend daf&#252;r aber wird sein, wie weit es Facebook gelingen wird, sein neues Konzept von &#8220;Social&#8221; als Standard im Internet durchzusetzen.</p>
<p>Das Unternehmen wagt damit viel. So faszinierend n&#228;mlich das Konzept des ubiquit&#228;ren Meta-Netzwerkes ist und so technisch brillant seine Umsetzung sein mag, so heftig werden die Gegenreaktionen ausfallen. <strong>Mark Zuckerberg</strong> war sichtlich nerv&#246;s und angespannt w&#228;hrend seiner Pr&#228;sentation, wissend, dass sein Griff nach den Sternen nicht &#252;berall gern gesehen wird.</p>
<p>Auf alle F&#228;lle verdient er Respekt, denn er denkt in gro&#223;en Dimensionen und zeigt uns ein St&#252;ck Zukunft. Freilich muss nun sein Konzept genauer gepr&#252;ft und diskutiert werden. Dabei k&#246;nnte sich auch herausstellen, dass der Nutzen f&#252;r die User gar nicht so hoch ist. Denken wir nur an Amazon: Was w&#252;rden wir dort kaufen, wenn wir nur auf die Empfehlungen unserer Freunde zur&#252;ckgreifen k&#246;nnten? Auf Amazon gibt es keinen Social Graph, weil er f&#252;r die Kunden dort keinen gro&#223;en Sinn macht. So gesehen k&#246;nnte Mark Zuckerberg die Wirkung des allgegenw&#228;rtigen &#8220;like&#8221; und &#8220;share&#8221; &#252;bersch&#228;tzen. Tats&#228;chlich wird sich das aber erst in der Praxis zeigen.</p>
<p>Sicher ist schon jetzt, dass Facebook mit den Ank&#252;ndigungen der diesj&#228;hrigen f8-Konferenz <strong>Geschichte geschrieben und das Internet ver&#228;ndert hat</strong> &#8211; und das ganz ohne das Vokabular, das bei Steve Jobs allgegenw&#228;rtig ist. Mark Zuckerberg macht das ohne Worte wie &#8220;magical&#8221; oder &#8220;revolutionary&#8221; verwenden zu m&#252;ssen.
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		<title>Google Buzz: Die beste aller Welten, nur ohne Social Graph</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 03:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Google hat einen neuen Dienst vorgestellt, der das Unternehmen im Bereich Social Networking besser positionieren soll: Google Buzz. Dessen Einbettung in Google Mail aber l&#228;sst fraglich erscheinen, ob damit Facebook und Twitter wirklich ein neuer Konkurrent erw&#228;chst.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/29f65f70d2294e6986d3ae9a30ac85c0" width="1" height="1" alt=""/>Im Googleplex, dem Hauptquartier von Google in Mountain View (Kalifornien) muss es eine gro&#223;e Schmach sein: So erfolgreich das Unternehmen auf vielen Gebieten ist, so bescheiden waren bislang die Ergebnisse, wenn es um das Social Networking geht. Das ist schlecht, nicht zuletzt weil dem Echtzeit-Internet (<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Real-time_web">Real-Time Web</a>) eine immer gr&#246;&#223;ere Bedeutung zugesprochen wird.</p>
<p><strong>Google dagegen ist im Wesentlichen noch immer eine Suchmaschine</strong> und damit stark auf Dokumente bzw. Webseiten fixiert. Im Social Web jedoch stehen Beziehungen im Mittelpunkt (der Social Graph) sowie pers&#246;nliche Mitteilungen und das &#8220;Sharing&#8221;, also das Teilen und Mitteilen von Artikeln, Fotos, Videos und anderem Content.</p>
<div id="attachment_22785" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><img class="size-full wp-image-22785 " style="border: 1px solid black;" title="Google Buzz (Ill.: Carta)" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/02/googlebuzz1.jpg" alt="googlebuzz" width="250" height="250" /><p class="wp-caption-text">Google Buzz (Ill.: Carta)</p></div>
<p>Hinzu kommt in j&#252;ngster Zeit das <a href="http://carta.info/21326/mobiles-internet-2020/">mobile Internet</a>, das dem Social Networking zus&#228;tzliche M&#246;glichkeiten verleiht, indem man etwa seinen aktuellen Aufenthaltsort kund gibt oder gezielt nach umgebungsrelevanten Inhalten seines Social Graph sucht.</p>
<p>Es ist keine Frage, dass Google hier aufholen muss. Die Frage lautet eher, ob das mit dem jetzt vorgestellten <a href="http://www.google.com/buzz">Google Buzz</a> gelingen wird. Im Wesentlichen kann man sich darunter einen <a href="http://techcrunch.com/2010/02/09/if-google-wave-is-the-future-google-buzz-is-the-present/"><strong>Verschnitt</strong></a><strong> von Elementen aus Facebook, FriendFeed und Twitter</strong> vorstellen. Angereichert wird das Ganze durch Funktionen, wie sie auch schon in <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/08/14/google-wave/">Google Wave</a> implementiert sind, erg&#228;nzt um eine sehr beeindruckende Einbettung in die Suchfunktion und in Google Maps auf mobilen Ger&#228;ten.</p>
<p>Die Informatiker und Ingenieure bei Google haben ganze Arbeit geleistet und dabei vermutlich doch einen <strong>entscheidenden Fehler</strong> gemacht: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=yi50KlsCBio">Google Buzz</a> ist als integraler Bestandteil von Google Mail, dem E-Mail-Client von Google, ausgelegt. Wer ihn nutzt, hat damit automatisch auch Zugang zu Buzz, w&#228;hrend alle anderen nun vor der Frage stehen, ob sie sich deswegen bei Google Mail registrieren wollen.</p>
<p>Das Problem f&#252;r Google d&#252;rfte sein, dass Google Mail f&#252;r kaum jemanden den Social Graph hinreichend abbildet. Sehr viele Menschen haben ihr digitales Freundesnetzwerk l&#228;ngst auf einem der vielen Social Networks gekn&#252;pft und nutzen ihren E-Mail-Client nur noch als eine Art Arbeitsinstrument.</p>
<p>Was das Sharing von Nachrichten aller Art betrifft, hat sich Twitter als Standard etabliert. Auch wenn Google mit Buzz ziemlich genau die <a href="http://www.scripting.com/stories/2010/02/08/musthaveFeaturesForTwitter.html"><strong>W&#252;nsche von Dave Winer</strong></a> an einen &#8220;Twitter-Killer&#8221; getroffen hat und damit Manches besser kann, als es Twitter heute leistet, ist es doch kein Ersatz daf&#252;r. Denn Twitter hat ein einzigartiges und sehr einfaches System f&#252;r das Folgen (&#8220;Following&#8221;) etabliert, das es einem leicht macht, Accounts zu folgen, deren Inhabern man niemals im pers&#246;nlichen Adressbuch gelistet haben wollte. Bei aller Vernetzung und der N&#252;tzlichkeit von Querverbindungen ist es bisweilen eben doch gut, wenn bestimmte Sph&#228;ren getrennt bleiben.</p>
<p>So gesehen ist es schade, dass <a href="http://googleblog.blogspot.com/2010/02/introducing-google-buzz.html">Buzz</a> mit einem Element aufwarten kann, dass viele sowohl auf Facebook als auch auf Twitter schmerzlich vermissen werden. &#8220;Just the good stuff&#8221; nennen sie bei Google die Funktion, mit der Spam und andere unwichtige Meldungen aus der Timeline von Buzz herausgefiltert werden sollen. Funktioniert das in der Praxis auch nur ann&#228;hernd so gut wie der Spamfilter von Google Mail, w&#228;re das schon eine Leistung.</p>
<p>Aber deswegen wird aus Buzz noch kein ernsthafter Wettbewerber f&#252;r Facebook oder Twitter. <strong>Eher schon sieht Microsofts Outlook jetzt richtig langweilig aus</strong>, wenn man es als Installation innerhalb gr&#246;&#223;erer Unternehmen sieht. Hier k&#246;nnte Google mehr und mehr Boden gut machen und Microsoft Marktanteile wegnehmen, sofern die (konservative) Unternehmenswelt schon daf&#252;r bereit ist, sich davon &#252;berzeugen zu lassen, dass ein moderner E-Mail-Client Elemente des Social Networking beinhalten muss.</p>
<p>Sieht man von der Frage nach den Erfolgsaussichten von Google Buzz einmal ab, zeigt dieser neue Dienst sehr gut, <strong>wie man sich bei Google heute das Internet als sozialen Raum vorstellt</strong>. Und genau das ist insbesondere f&#252;r den Mediensektor interessant, der zuletzt dar&#252;ber reflektierte, ob mit dem von Apple vorgestellten <a href="http://carta.info/22324/apple-ipad-tablet/">iPad</a> die Zukunft der Medien in bezahlten Applikationen liegen k&#246;nnte.</p>
<p><strong>Bei Google sieht man das Internet ganz offensichtlich anders als bei Apple</strong>. Interessante Inhalte, die man mit Freunden teilen m&#246;chte, liegen hier offen im Netz, so dass sie in Form von Links leicht &#252;ber Google Buzz weitergegeben werden k&#246;nnen. Dar&#252;ber hinaus wird in Buzz nicht nur der pure Link als Nachricht weitergegeben, das System ist sogar in der Lage, Ausschnitte bzw. Fotos herauszukopieren und um den Link herum zu gruppieren, so dass dieser attraktiver und aussagekr&#228;ftiger erscheint. F&#252;r deutsche Verleger, die schon mit den Snippets bei Google News so ihre Probleme haben, d&#252;rfte das ein wahrer Albtraum sein.</p>
<p>Das Social Networking nach der Art von Google Buzz ist also vieles, nur <strong>kein Freund der Applikationen</strong>. Hier w&#252;nscht man sich die New York Times als Webseite, die m&#246;glichst viel von ihrem Content offen und frei zur Verf&#252;gung stellt, und nicht als Applikation, die auf einer speziellen Plattform liegt, die wiederum nur ganz bestimmten Ger&#228;ten offen steht.</p>
<p>Dass hinter dieser Sicht auf das Internet nicht allein der pure Altruismus wohnt, ist auch klar: Google ist von Haus aus zun&#228;chst einmal eine Suchmaschine, die darauf setzt, dass ihr m&#246;glichst viel Content in Form von offen einsichtigen Webseiten zug&#228;nglich ist. Ein &#8220;Internet der Applikationen&#8221; w&#228;re pures Gift f&#252;r das Kerngesch&#228;ft von Google.</p>
<p>Google Buzz darf deshalb als eine Einladung an uns User gesehen werden, f&#252;r ein m&#246;glichst freies und <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/how_google_buzz_is_disruptive_open_data_standards.php">offenes Internet</a> einzutreten und damit zugleich die Gesch&#228;fte von Google bl&#252;hen zu lassen. Dumm nur, dass in Sachen Social Networking der Zug l&#228;ngst abgefahren ist. Das Momentum liegt hier eindeutig bei Facebook und solange die User nicht in Scharen Mark Zuckerberg davon laufen, d&#252;rfte Google Buzz <strong>wenig Aussicht auf Erfolg</strong> haben.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=22762&amp;md5=0cdf933345cfd0d6e720b5f1abcf8531" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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