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	<title>CARTA &#187; Siegfried Kauder</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Siegfried Kauder: &#8220;Die Verlage wittern Morgenluft, aber sie haben noch nicht gewonnen.&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 12:17:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Vorsitzende des Bundestags-Rechtsausschusses verwahrte sich gestern gegen dem Eindruck, das Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverlage sei schon so gut wie eingef&#252;hrt. Der Bundestag werde die angebliche Schutzl&#252;cke und ihre Gerechtigkeitsfragen ausf&#252;hrlich pr&#252;fen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/61ca4086388a444fbf7e6b2439e28fa1" alt="" width="1" height="1" /> Netzpolitik spricht nach der <a href="../../23474/veranstaltungstipp-leistungsschutzrecht-internetwirtschaft/">gestrigen Diskussion</a> beim Internetverband ECO bereits davon, das Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverlage sei &#8220;<a href="http://www.netzpolitik.org/2010/leistungsschutzrecht-politisch-bereits-halbtot/">politisch bereits halbtot</a>&#8220;. Tats&#228;chlich hat <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/K/kaudesi0.html">Siegfried Kauer</a> (CDU), Vorsitzender des Rechtsauschusses des Bundestages, erstaunlich deutlich darauf bestanden, dass der Bundestag das Vorhaben sehr genau pr&#252;fen werde. Am liebsten sei ihm eigentlich, wenn sich zwei so starke Akteure wie Google und Axel Springer auf dem Verhandlungswege (&#8220;Compliance&#8221;) einigen k&#246;nnten, wie Stefan Krempl auf <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Schlagabtausch-zwischen-Axel-Springer-und-Google-941187.html">Heise.de</a> schreibt. Dort finden sich auch die Argumente der anderen Gespr&#228;chsteilnehmer: Etwa die Darstellung von Google, man f&#252;hle sich wie ein Taxifahrer, der nun durch Abgaben auf seine Touren zur Oper die Oper mitfinanzieren solle. Zuvor hatte &#252;brigens der Rechtsanwalt Dieter Frey in einer Einf&#252;hrung erkl&#228;rt, mit dem Leistungsschutzrecht k&#246;nnte &#8220;die Informationsgesellschaft praktisch zum Erliegen kommen&#8221;.</p>
<p>Siegfried Kauders (<a href="http://www.cdu-sbk.de/images/WKKauderpass.jpg">Foto</a>) zweite Einlassung etwa zur H&#228;lfte der Diskussion war jedoch in der Tat der bemerkenswerte Moment des Abends. Hier seine &#196;u&#223;erung in Richtung Christoph Keese in voller L&#228;nge (basierend auf Tonmitschnitt):</p>
<blockquote><p>Die Presseverleger wittern Morgenluft. Und da f&#252;hlen Sie sich bitte nicht zu sehr auf der sicheren Seite, weil das Leistungsschutzrecht im Koalitionsvertrag steht. Der Teufel steckt manchmal im Detail. Ich habe das Gef&#252;hl, dass Sie schon recht konkrete Vorstellungen und &#220;berlegungen haben. Ich versichere Ihnen, es darf nicht der Eindruck entstehen, dass der gewinnt, der den besseren Lobbyismus betreibt. Hier sind schwierige rechtliche Problematiken abzugrenzen. Wir werden uns das nicht leicht machen. Wir werden auch pr&#252;fen, wie es im europ&#228;ischen Ausland ausschaut: Gibt es dort vergleichbare Vorschriften, die man &#252;bernehmen k&#246;nnte?</p>
<p>Wir werden pr&#252;fen, ob hier unter Gerechtigkeitsgesichtspunkten etwas regulierungsbed&#252;rftig ist. Hier liegt in der Tat wohl eine Schutzl&#252;cke vor. Ist es aber keine, sieht das schon sehr viel anders aus. Verlassen Sie sich bitte nicht darauf, dass ein Gesetz, so wie es von einem Ministerium vorgelegt wird, auch den deutschen Bundestag verl&#228;sst. Einigt sich eine Regierungskoalition in Detailpunkten nicht, ist das ganze Projekt auf Eis gelegt. Manchmal scheitert es an einem Paragrafen oder an einem Komma. Also: Sie haben noch nicht gewonnen. Sie m&#252;ssen die Politik &#252;berzeugen, dass hier eine Schutzl&#252;cke entstanden und ein regulierungsbed&#252;rftiger Sachverhalt gegeben ist. Allein die Tatsache, dass das Leitungsschutzrecht im Koalitionsvertrag steht, gibt das Ihnen noch nicht die Sicherheit, dass dies zum Erfolg f&#252;hren wird.</p></blockquote>
<p>Am Ende des Abends zog Kauder folgendes Fazit:</p>
<blockquote><p>Nicht jede Podiumsdiskussion f&#252;hrt zu einem Mehrwert. Aber dieser Abend schon. Wir fingen bei Milliardengewinnen an &#8211; und kamen &#252;ber Millionengewinne zur schwierigen Situation der kleineren Presseverlage. Der Blick auf Springer und Google allein reicht nicht, um diese Sachlage bewerten zu k&#246;nnen. W&#228;re in der Tat die Pressevielfalt in Gefahr, m&#252;sste man die Situation noch einmal anders bewerten. Aber die Behauptung, dass einzelne Unternehmen in Gefahr sein k&#246;nnten, gen&#252;gt politisch nicht.</p>
<p>Ich kann Ihnen ganz ehrlich sagen: F&#252;r mich ist die Entscheidung, ob H&#252; oder Hott, noch v&#246;llig offen.</p></blockquote>
<p>&#8220;Halbtot&#8221; ist das Leistungsschutzrecht damit allerdings nicht. Es ist lediglich deutlich geworden, dass f&#252;r den Rechtspolitiker Kauder die Sache weniger eindeutig ist als f&#252;r den Kulturpolitiker Neumann.
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