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	<title>CARTA &#187; Rupert Murdoch</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>&#8220;The Daily&#8221;: Der Boulevard hat absolut kein Recht, die Welt f&#252;r uns zu sortieren</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Feb 2011 22:07:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rupert Murdoch hat im New Yorker Guggenheim-Museum (!) die erste digitale Tageszeitung vorgestellt, die exklusiv f&#252;r das iPad entwickelt worden ist. Der Ort der Pr&#228;sentation wurde offenbar mit Bedacht gew&#228;hlt. Welche St&#228;rken und Schw&#228;chen zeichnen das Vorzeige-Projekt aus?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Neue Zeiten verlangen nach einem neuen Journalismus“, erkl&#228;rte Rupert Murdoch gestern Mittag vor seinen z&#228;hesten Anh&#228;ngern. Aber ist der 79-j&#228;hrige US-australische Medientycoon wirklich der richtige Mann f&#252;r den behaupteten „new journalism“?</p>
<p>Das in New York <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~EB1CC9783758E483A86EBB144973B93B0~ATpl~Ecommon~Scontent.html">vorgestellte</a> (von Beginn an museumsreife!) <a href="http://www.thedaily.com/">Projekt</a> krankt an inneren Widerspr&#252;chen. Denn die f&#252;r 30 Millionen Dollar entwickelte Abo-App ist fortschrittlich und r&#252;ckw&#228;rtsgewandt zugleich. Die St&#228;rken des Versuchs sind dabei wesentlich leichter auszumachen als seine Schw&#228;chen. Deshalb zun&#228;chst die Pluspunkte:</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em>1. Die Kosten der Herstellung sind „gering“</em></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em></em></span>Unsentimental, ohne Wenn und Aber verabschiedet sich Murdoch von der guten alten Zeit: „Kein Papier mehr, keine Druckmaschinen, keine Lastwagen.“ Die verbleibenden Kosten f&#252;r die 120 Redakteure, den Einkauf von Inhalten, die Technik, die Programmierung, das Webdesign usw. betragen (angeblich) nur 26 Millionen Dollar im Jahr. <strong>Gut gemachte Zeitungs-Apps k&#246;nnen sich k&#252;nftig sogar Nicht-Milliard&#228;re leisten.</strong></p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em>2. Der Abo-Preis ist unschlagbar</em></span></p>
<p>Im Gegensatz zu den bisher meist unversch&#228;mt teuren Online-Angeboten verlangt Murdoch nur 40 Dollar f&#252;r ein Jahres-Abo von <em>The Daily</em>. Das ist ein unschlagbarer (und angemessener) Preis, den auch geizige Netz-Nutzer akzeptieren k&#246;nnten. Mit ‚nur’ 1 Million Abos w&#228;re das laufende Gesch&#228;ft (inklusive der saftigen Apple-Provision) bezahlt &#8211; ohne eine einzige Anzeige schalten zu m&#252;ssen. <strong>Deutsche Verleger sollten sich an Murdochs Abo-Preis ein Beispiel nehmen.</strong></p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em>3. Die Vernetzung ist (wenn auch bedingt) gegeben</em></span></p>
<p>Falls den Nutzern von <em>The Daily</em> ein Inhalt besonders gut gef&#228;llt, k&#246;nnen sie ihn per E-Mail, Twitter oder Facebook Freunden und Followern empfehlen. Na prima!</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>Aber nun zu den Schw&#228;chen des Projekts:</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em>1. Die Nutzer von Ger&#228;t und Inhalt passen nicht zusammen</em></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em></em></span>Ein App-Abo suggeriert, dass der Nutzer ein komplettes Medien-Produkt auf Dauer erwerben will – wie fr&#252;her die gedruckte Tageszeitung. Er kauft also nicht nur die Nachrichten-Auswahl einer bestimmten Redaktion, sondern auch die &#252;brigen Ressort-Inhalte, die ihn m&#246;glicherweise nur peripher interessieren. Dieses Ganzheits-Konzept basiert auf dem treuen, letztlich unm&#252;ndigen Leser, der viel Zeit mit einem einzigen Produkt verbringt, und Medienangebote nur selten mit anderen Medienangeboten vergleicht. Diese Leser der alten Schule wollen orientiert werden, hei&#223;t es, weil sie nicht in der Lage (oder nicht willens) sind, das f&#252;r sie Interessante selbstst&#228;ndig aus dem Nachrichtenstrom zu fischen. Solche Medienkonsumenten gibt es zweifellos, aber sie werden in der Wissensgesellschaft weniger. Eine App wie <em>The Daily </em>richtet sich inhaltlich an netz-konservative Zielgruppen, und kollidiert dabei mit den agilen, bindungs- aber keineswegs bildungsschwachen Nutzern moderner High-Tech-Ger&#228;te. <strong>Zu vermuten ist, dass ein iPhone- oder iPad-K&#228;ufer eher nicht von einer geschlossenen Zeitungs-App „gef&#252;hrt“ oder „entm&#252;ndigt“ werden will.</strong></p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em>2. Das Tageszeitungs-Konzept passt nicht zu Online</em></span></p>
<p>Die bizarre Annahme, der unaufh&#246;rliche Nachrichtenstrom w&#252;rde nur einmal am Tag in Form eines Neuigkeiten-Pakets ausgeliefert, widerspricht jedem modernen Mediennutzungsverhalten. Auch die Willk&#252;r, mit der Redaktionen in den Nachrichtenstrom greifen, um ihn einen Augenblick lang anzuhalten und verstehbar zu machen, ist ehrenhaft, aber paternalistisch und unzeitgem&#228;&#223;. Gerade <strong>der Boulevard hat absolut kein Recht mehr, die Welt f&#252;r uns zu sortieren, denn er repr&#228;sentiert selbst nur das blanke Chaos.</strong> Man betrachte zum Beweis die extrem unterschiedlichen Titelseiten der Tageszeitungen, die auf dem Portal <em><a href="http://meedia.de/">Meedia</a></em> im schnellen Wechsel gezeigt werden (in der Rubrik &#8220;Die Zeitungen von heute&#8221;). Dort sehen wir nicht etwa Orientierung oder Einordnung, sondern Beliebigkeit nach Lust und Laune.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em>3. Der Boulevardjournalismus passt nicht zur App</em></span></p>
<p>Im Grunde handelt es sich bei <em>The Daily</em> nicht um eine klassische Abo-Zeitung, sondern um eine <strong>blinkende Multimediawundert&#252;te</strong>, die der reinen Unterhaltung schon aus technischen Gr&#252;nden sehr viel mehr Raum geben wird als der vertiefenden Information. Das hei&#223;t, <strong>der Weg zum Boulevard, zur Klickstrecke, zur Spielh&#246;lle ist vorgezeichnet</strong>. Aus <em>The Daily</em> wird aller Wahrscheinlichkeit nach ein <em><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Newsweek-fusioniert-mit-Website-The-Daily-Beast-1135533.html">The Daily Beast</a></em> f&#252;r Arme, eine gehobene Mischung aus <em>Fox News</em> und <em>Sun</em>. (Die meisten Redakteure stammen von Murdochs Boulevardblatt <em>New York Post</em>). Doch der Boulevard braucht die Exklusivit&#228;t einer Abo-App nicht. Er kommt ganz gut ohne Abonnenten aus. Er braucht auch keine Einordnung des Zeitgeschehens. Denn der Boulevard lebt von der institutionalisierten Desorientierung. Und die gibt’s im Netz im &#220;berfluss und dazu noch kostenlos.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">. </span></p>
<p>Das Vorzeige-Projekt <em>The Daily</em> steht und f&#228;llt also damit, ob es der Redaktion in relativ kurzer Zeit gelingt, eine zuverl&#228;ssige Marke im App-Store zu schaffen, eine Marke, die so viel Kompetenz und Autorit&#228;t ausstrahlt und sich mit exklusiven Recherchen und Geschichten so viel Renommee erarbeitet, dass man die App unbedingt abonnieren will. Das kann der <em>New Yorker </em>leisten oder <em>Die Zeit</em>, ein Boulevard-„Bl&#228;ttchen“ wie <em>The Daily</em> nie und nimmer.
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<a href="http://carta.info/37751/the-daily-der-boulevard-hat-absolut-kein-recht-die-welt-fuer-uns-zu-sortieren/">&#8220;The Daily&#8221;: Der Boulevard hat absolut kein Recht, die Welt f&#252;r uns zu sortieren</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/37751/the-daily-der-boulevard-hat-absolut-kein-recht-die-welt-fuer-uns-zu-sortieren/#comments">19 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37751&amp;md5=cdfbcc351d062e1dbf765e6bcaff8c9b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Faires Gesch&#228;ftsmodell in Sicht? Google, die Zeitungen und Paid Content</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 11:37:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den Auseinandersetzungen um Bezahlinhalte in Suchmaschinen ging es zuletzt um alles oder nichts. Jetzt bietet Google einen Kompromiss: Es wird alles indexiert, Leser, die nicht zahlen, k&#246;nnen aber nur eine limitierte Zahl von Artikeln aufrufen. K&#228;me dazu noch ein einfaches Bezahlmodell, h&#228;tten wir eine faire Perspektive f&#252;r den Onlinejournalismus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/281dd0675c1f4af49e6332bd62c1f7f7" alt="" width="1" height="1" />Google zeigt sich kompromissbereit: Nachdem es zuletzt noch so ausgesehen hatte, als w&#252;rde Rupert Murdochs <a href="http://www.newscorp.com/">News Corporation</a> exklusiv mit Microsofts Suchmaschine <a href="http://www.bing.com">Bing</a> kooperieren und die k&#252;nftig hinter einer Paywall gestellten Inhalte der beteiligten Zeitungen aus dem Suchindex von Google nehmen, springt Google mit einem <a href="http://googlenewsblog.blogspot.com/2009/12/update-to-first-click-free.html">neuen Vorschlag</a> in die Bresche.</p>
<p>Der Vorschlag <a href="http://www.turi2.de/2009/12/02/heute2-google-news-unterstuetzt-verlage-paid-content-7495556/">sieht vor</a>, dass zwar weiterhin alles indexiert wird, die als <em>Paid Content</em> markierten Inhalte jedoch nicht mehr unbegrenzt &#252;ber die Suchmaschine abgerufen werden k&#246;nnen (bisher ist das mit den Inhalten des Wall Street Journal der Fall). Stattdessen kann jeder Verleger k&#252;nftig festlegen, dass f&#252;r den Leser ein bis f&#252;nf Seiten pro Tag frei zur Ansicht sind und danach die Paywall eingeblendet wird (&#8220;<a href="http://www.google.com/support/news_pub/bin/answer.py?answer=40543">First Click Free</a>&#8220;-Programm).</p>
<p>Zudem bietet Google einen neuen Ansatz auf der Ebene von <a href="http://news.google.de/">Google News</a>: Die Crawler greifen dabei Seiten (Artikel) nicht mehr vollst&#228;ndig ab, sondern nur noch deren Beginn. Diese Teile werden sowohl in Google News als auch in den Suchergebnissen angezeigt. Wer die Inhalte vollst&#228;ndig lesen will, kann &#252;ber die Paywall gef&#252;hrt werden.</p>
<p>K&#228;men diese Vorschl&#228;ge zum Tragen, g&#228;be es zwei Sieger und einen Verlierer. Sieger w&#228;ren sowohl die Verlage als auch Google. Die Verlage k&#246;nnten so n&#228;mlich ihre Konzepte zum Paid Content umsetzen, w&#228;hrend dennoch alle Inhalte weiterhin in Suchmaschinen indexiert blieben und per Suche gefunden werden k&#246;nnten. Zudem bliebe damit die sehr wichtige Neutralit&#228;t von Suchmaschinen gewahrt.</p>
<p>Der einzige &#8220;Verlierer&#8221; w&#228;re hier der Leser, der zwar weiterhin alles finden, aber nicht mehr unbegrenzt kostenlos abrufen k&#246;nnte. Er m&#252;sste sich daran gew&#246;hnen, k&#252;nftig auch f&#252;r Online-Artikel Geld zu bezahlen. Gute Inhalte vorausgesetzt, sollte das aber nicht unm&#246;glich sein. Entscheidend f&#252;r die Akzeptanz d&#252;rfte sein, wie die Bezahlmodalit&#228;ten umgesetzt werden. Die Leser werden weder Mondpreise akzpetieren (etwa Artikelpreise, die so hoch sind wie ganze Tageszeitungen in gedruckter Form) noch je nach Verlag v&#246;llig unterschiedliche Bezahlmodule.</p>
<p>Insgesamt zeichnet sich damit ein interessanter Kompromiss ab, der die Belange von Verlagen als auch die Prinzipien von Suchmaschinen wahrt. Entscheidend d&#252;rfte nun sein, wie Rupert Murdoch reagiert: Er hatte sich zuletzt vehement gegen Google ausgesprochen, ohne dabei allerdings <a href="http://techdirt.com/articles/20091201/0909367147.shtml">widerspruchsfrei</a> zu argumentieren. Ob ihn die flammende Rede von <a href="http://www.huffingtonpost.com/arianna-huffington/journalism-2009-desperate_b_374642.html">Arianna Huffington</a>, die sie auf einer Journalismus-Konferenz in Washington hielt, &#252;berzeugen wird?
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=19375&amp;md5=b7e301fc0df548b9885480c0ae6ac210" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Murdoch, Google und die Wave: Verlage warten am toten Gleis</title>
		<link>http://carta.info/18862/murdoch-google/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 10:26:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Zukunft entstehen Relevanz und Reichweite durch das Zusammenspiel von Empfehlungssystemen - nicht mehr &#252;ber eine, durch welche Gr&#252;nde auch immer veranlasste Suche auf Google, wie es die Verlage heute noch glauben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/201a33005dc24c2d96cfc38485bb4107" alt="" width="1" height="1" />W&#228;hrend nun, angef&#252;hrt vom tapferen Herrn Murdoch, pl&#246;tzlich alle Verlage versuchen, ihre Artikel gegen den angeblichen Feind Google zu sch&#252;tzen und zu diesem Zweck sogar Allianzen mit anderen Suchmaschinen-Feinden aus dem Web schlie&#223;en wollen, verpassen sie mal wieder den Zug, weil sie an einem am toten Gleis stehen. Dort warten sie einsam auf Waggons voller Geld, die nie kommen werden.</p>
<p>Die Entwicklung im Web dreht sich n&#228;mlich viel schneller als mancher erwartet oder gar verkraften kann und treibt sogar einige <a href="http://carta.info/18537/algoritmenstuermer-schirrmacher-payback/">in die Kapitulation</a>. Die Google- ebenso wie die Paid-Content-Diskussion m&#252;&#223;te eigentlich l&#228;ngst abgeschlossen sein, denn es k&#246;nnte sein, dass das Google-Zeitalter bald abgeschlossen ist.</p>
<p>Denn vor unseren Augen vollzieht sich gerade die n&#228;chste Evolutionsstufe im Internet: Vom statischen Web zum dynamischen Web: Aktualisierung passiert, wenn etwas passiert. Wer sich die ersten Berichte &#252;ber den Einsatz von Google-Wave <a href="http://latimesblogs.latimes.com/technology/2009/09/google-wave-collaborative-journalism.html">im Journalismus</a> anschaut, wird ahnen, wohin die Reise gehen k&#246;nnte: Das fortlaufend aktualisierte Format, welches gleichzeitig eine <a href=" http://www.chicagonow.com/blogs/redeye/2009/11/are-you-google-cool-join-us-on-google-wave.html">Zusammenarbeit</a> von Vielen erm&#246;glicht, scheint mir die angemessene journalistische Stilform f&#252;r diese dynamische Web zu sein.</p>
<p><strong>Der abgeschlossene Artikel ist nichts weiter als ein Zugest&#228;ndnis an die Produktionsbedingungen von Printmedien.</strong> <em>Und wo bleibt die gesicherte Fassung?</em> – Werden die Kritiker sogleich emp&#246;rt rufen. Die ist schon heute nichts weiter als eine Illusion. Gerade Journalisten sollten die M&#246;glichkeit der Aktualisierung dankbar begr&#252;&#223;en. Es bedeutet ja nicht, dass man die bew&#228;hrten journalistischen Regeln au&#223;er Kraft setzen soll – im Gegenteil: Die Prozesse in den Redaktionen k&#246;nnten leicht angepasst werden. Aktualisierung, beispielsweise bei neuer Faktenlage, w&#252;rde ein weiteres Kriterium f&#252;r Qualit&#228;t.</p>
<p>Der Vorteil: Wer aktuell berichtet und aktualisiert findet zugleich im Netz den n&#246;tigen Resonanzboden f&#252;r seine Inhalte – ebenfalls in Echtzeit. Durch das Zusammenspiel von Empfehlungssystemen wie sie mittlerweile bestens auf Twitter oder Facebook funktionieren entsteht in Zukunft Relevanz und Reichweite. Nicht mehr &#252;ber eine, durch welche Gr&#252;nde auch immer veranlasste Suche auf Google, wie es die Verlage heute noch glauben.
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<a href="http://carta.info/18862/murdoch-google/">Murdoch, Google und die Wave: Verlage warten am toten Gleis</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/18862/murdoch-google/#comments">5 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=18862&amp;md5=11caafeb74e339b8209b1a16a7b5f82f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>„Teenager nutzen Twitter nicht&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/11675/teenagers-nutzen-twitter-nicht/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Jul 2009 16:23:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leonard Novy</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die anekdotische Evidenz des 15j&#228;hrigen Morgan Stanley-Praktikanten Matthew Robson zum Medienverhalten seiner Generation begeistert Fondsmanager und FT:  "ungeheure Klarheit" &#252;ber die Digital Natives, endlich. Leider ist sie ziemlich frustrierend.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/9ad218e90e33e108d8d63ff35eb9c2" alt="" width="1" height="1" />Kurz nachdem rund 250 CEOs, Investoren und Medienexperten auf der diesj&#228;hrigen „Sun Valley Media and Technology Conference&#8221; &#252;ber die <a href="http://www.reuters.com/article/industryNews/idUSTRE5641EW20090708">Gesch&#228;ftsmodelle der Zukunft philosophierten</a>, mischt ein 15j&#228;hriger Sch&#252;ler Investoren, Medienjournalisten und Medienmanager mit n&#252;chternen Einsch&#228;tzungen zum Mediennutzungsverhalten jener Generation auf, die mit dem Internet als selbstverst&#228;ndlicher Bestandteil des Lebens aufgewachsen sind.</p>
<p>Jugendliche schauen immer weniger normales Fernsehen, lesen so gut wie nie Zeitung und zahlen extrem ungern f&#252;r Musik im Internet. Diese und weitere bahnbrechende Erkenntnisse &#252;ber das Mediennutzungsverhalten britischer Teenager sorgen seit dem Wochenende auf der Insel f&#252;r Aufruhr.</p>
<p>Aufgeschrieben hat das alles ein 15-j&#228;hriger Praktikant von <a href="http://markets.ft.com/tearsheets/performance.asp?s=us:MS">Morgan Stanley</a>. Der Londoner Sch&#252;ler Matthew Robson war von den Medienanalysten der US-Bank gebeten worden, das Mediennutzungsverhalten seiner Freunde zu beschreiben. <a title="How teenagers consume the media" href="http://media.ft.com/cms/c3852b2e-6f9a-11de-bfc5-00144feabdc0.pdf">Herausgekommen</a> ist „einer der klarsten und anregendsten Einsichten, die wir je gesehen haben&#8221;, erkl&#228;rte Edward Hill-Wood, Teamleiter bei Morgan Stanley.</p>
<p>Die Investmentbank entschied sich daf&#252;r, die simple Prosa des Teenagers zu ver&#246;ffentlichen („<a href="http://media.ft.com/cms/c3852b2e-6f9a-11de-bfc5-00144feabdc0.pdf">Industry View In-Line</a>&#8220;) , die <a href="http://www.ft.com/cms/s/0/035e83fe-6f18-11de-9109-00144feabdc0.html">FT</a> machte eine Riesenstory daraus und Robson („Aged 15 yrs &amp; 7 months&#8221;) bekam seine 15 Minuten Ruhm.</p>
<p>Robsons Vierseitenpapier best&#228;tigt g&#228;ngige Annahmen &#252;ber das Kommunikations-, Unterhaltungs- und Sozialverhalten der „digitalen Eingeborenen&#8221;: Sie nutzen eine Vielzahl von konvergierenden Medien f&#252;r verschiedenste Informationen und Services f&#252;r die sie allerdings nicht bereit sind zu zahlen und deren Genuss sie sich nicht durch <strong>Werbung kaputt machen </strong>lassen wollen. Er kenne niemanden, der regelm&#228;&#223;ig Zeitungen lese, so Robson in seinem Bericht, der laut Morgan Stanley weder Repr&#228;sentativit&#228;t noch statistische Genauigkeit f&#252;r sich in Anspruch nimmt. Die meisten Teenager h&#228;tten schlichtweg „<strong>keine Lust, seitenweise Text zu lesen</strong>, wenn sie die Nachrichten in Fernsehen oder Internet zusammengefasst&#8221; bek&#228;men.</p>
<p>Obwohl in den Clubs und Kneipenvierteln vieler englischer St&#228;dte zur Sperrstunde regelm&#228;&#223;ig b&#252;rgerkriegs&#228;hnliche Zust&#228;nde herrschen: die Insel ist nicht der Iran, und so kommunizieren zumindest Robsons Freunde ihre Alkoholexzesse, Teenagerschwangerschaften und sonstige Befindlichkeiten nicht via Twitter. „Teenager nutzen Twitter nicht&#8221;, so Robson. Schlie&#223;lich koste das Microbloggen vom Mobiltelefon aus Geld und Teenager verst&#252;nden, „dass niemand sich ihre Profile ansieht, ihre Tweets also keinen Sinn machen&#8221;. Da h&#228;tten die Gr&#252;nder der auch in UK <a href="http://www.independent.co.uk/news/business/news/twitter-is-named-uks-top-website-for-growth-1719952.html">rasant wachsenden</a>, bekanntesten Website ohne Gesch&#228;ftsmodell im Vorfeld besser mal ein paar Prepaid-Handys an Robsons Freunde verteilt. Nun werden sie sich bei Verhandlungen um den Einstieg von Investoren mit der <strong>anekdotischen Evidenz eines Teenagers </strong>rumschlagen m&#252;ssen.</p>
<p>Denn die Resonanz auf Robsons Aufsatz ist enorm. Unz&#228;hlige Fondsmanager und CEOs h&#228;tten sich per Email und Telefon gemeldet, erkl&#228;rte Morgan Stanley, die Abteilung erhalte f&#252;nf bis sechsmal mehr Anfragen als &#252;blich.</p>
<p>Und so sind es weniger die f&#252;r ihre ungeheure „Klarheit&#8221; bejubelten Ausf&#252;hrungen des jungen Medienanalysten, die &#252;berraschen, als vielmehr ihre Rezeption. Man fragt sich: wie ist es um die Gr&#252;ndlichkeit und den intellektuellen Gehalt der Dossiers bestellt ist, die Morgan Stanleys hochbezahlte „Medienanalysten&#8221; sonst f&#252;r ihre Kunden erstellt? <strong>Wenn die Jugend nicht f&#252;r Inhalte zahlen will, muss das Internet dann zumachen?</strong> Und nachdem Robson das R&#228;tsel um die Mediennutzung der „Digital Natives&#8221;, dieser scheuen, unerforschten <em>Spezies</em> der Internetkultur, gel&#246;st hat: womit besch&#228;ftigt die „Forschungsabteilung&#8221; von Morgan Stanley ihn in den noch verbleibenden Monaten seines Praktikums?</p>
<p>News Corp-Patriarch Rupert Murdoch hat den <strong>Stab &#252;ber Twitter</strong> &#252;brigens schon gebrochen. Eine Beteiligung an Twitter erkl&#228;rte er auf der Konferenz in Sun Valley f&#252;r <a href="http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601109&amp;sid=afywErsV631s">ausgeschlossen.</a></p>
<p>Vor allem aber ist der Hype um das Papier ein Beleg f&#252;r den Digital Divide, der sich angesichts sich rasant entwickelnder Technologien zwischen den Generationen auftut: Selbst 35-J&#228;hrige Medienprofis verstehen nicht mehr, was 15-J&#228;hrige machen.</p>
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