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	<title>CARTA &#187; Rezession</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Bad Bank: Die Banken und ihre Eigent&#252;mer in die Pflicht nehmen</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Apr 2009 13:19:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Friedrich Merz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Rund 4,7 Mio. Arbeitslose und 130 Mrd. Euro Neuverschuldung des Bundes werden das Ergebnis einer Krise, die von den Banken mit verursacht worden ist. Bei der Herausl&#246;sung der toxischen Papiere aus den Bankbilanzen m&#252;ssen zuallererst die Institute und ihre Eigent&#252;mer in die Pflicht genommen werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/6abd74d93a6b3c1b57a8032794573e" alt="" width="1" height="1" /><br />
Die Weltwirtschaft befindet sich in der Folge der Finanzkrise derzeit in der tiefsten Rezession seit 1929. Auch Deutschland erlebt in diesem Jahr die tiefste Rezession der Nachkriegsgeschichte. Nach derzeitigen Sch&#228;tzungen m&#252;ssen wir  in diesem Jahr mit einem R&#252;ckgang des BIP zwischen 5 und 7% rechnen.</p>
<p>Der bislang h&#246;chste R&#252;ckgang des Bruttosozialproduktes wurde in der Geschichte der Bundesrepublik im Jahr 1975 als Folge des ersten weltweiten &#214;lpreisschocks mit einem Minus von 0,9% verzeichnet.</p>
<p>Daran kann man <strong>die Dimension der jetzigen Krise</strong> erkennen. Was als Finanzkrise begann und zur Wirtschaftskrise wurde, hat <strong>langfristig unvorhersehbare Folgen f&#252;r das wirtschaftliche Wachstum, den sozialen Zusammenhalt</strong>, das Regelwerk des Finanzwesens und die Rolle des Staates.</p>
<p>Trotz dieser Schwere der Krise und der unabsehbaren Folgen – so m&#252;ssen wir im Laufe des Jahres u.a. mit einem Anstieg der <strong>Arbeitslosigkeit auf rund 4,7 Mio. Menschen</strong> rechnen – darf die Krise jedoch keine &#252;berbordende Staatst&#228;tigkeit zur Folge haben. Mit Konjunkturpaket I und II und den Kosten f&#252;r die gestiegene Arbeitslosigkeit wird die <strong>Neuverschuldung allein f&#252;r den Bundeshaushalt auf &#252;ber 130 Mrd. €</strong> ansteigen und mit einer Defizitquote von dann 5,5 Prozent das Mastrichtkriterium deutlich &#252;berschreiten.</p>
<p>Die exorbitanten Schulden auch einiger europ&#228;ischer L&#228;nder werden auf kurz oder lang die Existenz ganzer Staaten in Frage stellen, zumindest aber die politischen Handlungsspielr&#228;ume zuk&#252;nftiger Regierungen stark verkleinern und nachfolgende Generationen belasten. <strong>Schon deshalb k&#246;nnen wir uns ein drittes Konjunkturpaket nicht leisten</strong>.</p>
<p>Daher ist es jetzt wichtig, die Diskussion um die <strong>Bad Bank</strong> zu Ende zu f&#252;hren und ein solches Institut ins Leben zu rufen. Denn nur die Bereinigung der Bankbilanzen wird dazu f&#252;hren, dass der Interbankenhandel in Fahrt kommt und die Banken mit einer gesteigerten Kreditvergabe die Unternehmen und Verbraucher wieder mit <strong>ausreichend Kapital</strong> versorgen, damit diese die Wirtschaft ankurbeln k&#246;nnen.</p>
<p>Bei der Schaffung einer solchen Institution m&#252;ssen wir uns jedoch daran erinnern,<strong> dass die aktuelle Krise von den Banken mit verursacht worden ist</strong>. Eine Beteiligung des Steuerzahlers in Form von Geldaufwendungen des Staates bei der Herausl&#246;sung der toxischen Papiere aus den Bankbilanzen und deren &#220;bertragung in die Bad Bank sollte daher wenn immer m&#246;glich vermieden bzw. auf ein Minimum reduziert werden.</p>
<p><strong>Hier m&#252;ssen die Banken und deren Eigent&#252;mer zu aller erst in die Pflicht genommen werden. </strong></p>
<p>Der Regierung muss es daher bei den in den n&#228;chsten Wochen anstehenden Beratungen &#252;ber die Bad Bank ohne Aufbringung von Steuerzahlergeld gelingen, den Teufelskreis von Bilanzverk&#252;rzungen und Verm&#246;genswertverfall zu unterbrechen, sonst sind alle Konjunkturpakete vergebens. Es liegen zum Gl&#252;ck einige <strong>brauchbare Vorschl&#228;ge</strong> aus Wissenschaft, Praxis und Exekutive auf dem Tisch. Daher bin ich guter Hoffnung, dass wir noch im Mai einen Gesetzentwurf zu diesem entscheidenden Thema im Deutschen Bundestag in erster Lesung beraten k&#246;nnen.</p>
<p><em>Dies ist ein Auszug aus der <a href="http://www.friedrich-merz.de/mailanforderung.asp?ID=131&amp;Match=Merzmail&amp;tmpl=service">merz.mail</a> (24. April) von Friedrich Merz, den Carta hier dokumentiert.</em><br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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			</a>
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		<title>Und wer, bitte, rettet den Staat?</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Nov 2008 12:25:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans F. Bellstedt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Alles auf Moll: Wie wir auf die Finanzkrise (nicht) reagieren sollten, Folge II

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			<content:encoded><![CDATA[<p>K&#246;nnen Sie es noch ertragen? Man schl&#228;gt morgens die Zeitung auf und verf&#228;llt sogleich ins Seufzen: Wieder eine dieser diagrammgeschw&#228;ngerten Doppelseiten zur weltweiten „Rezession“. Kurze Zeit sp&#228;ter, an der Tankstelle, verlangt ein gutaussehender Mittvierziger nach „dem billigsten Weisswein, den Sie haben“. Am Abend dann, im Fernsehen, ein ungewohntes Bild: Auf den Betroffenensofas der Talkshows finden sich (statt Hartz IV-Empf&#228;ngern) jetzt mittelst&#228;ndische Unternehmer aus Ostwestfalen oder Oberfranken, zu denen die Wills und die Illners dieses Landes sich mit betretener Miene herunterbeugen: „Nicht wahr, Herr Soundso, Ihrem Unternehmen geht es jetzt sehr schlecht, oder?“ „Ja, die Banken lassen uns im Stich. Wir stehen kurz vor der Pleite.“ Abrupter Kameraschwenk zu Michael Glos: „Herr Minister, da muss der Staat doch einschreiten. Worauf warten Sie noch?“</p>
<p>So oder &#228;hnlich geht es derzeit zu in unserer Republik: Wohin man auch schaut und h&#246;rt, die Krise ist schon da. In den Bilanzen, am Arbeitsmarkt – aber nicht zuletzt in unseren K&#246;pfen. Wer jetzt noch wagt, in Optimismus zu machen, der wird sogleich des Diskursraumes verwiesen.</p>
<p>Es ist ja wahr: Die deutsche Wirtschaft weist im zweiten Quartal in Folge negative Wachstumsraten auf. Sogleich zitieren unsere Bildschirm-&#214;konomen schlau aus ihren Lehrb&#252;chern: „Das nennt man Rezession“. Gest&#252;tzt wird diese Deutung von den Schreckensmeldungen aus der „Realwirtschaft“ (was war nochmal die Irreal-Wirtschaft?): Beim Daimler stehen Weihnachten f&#252;r vier Wochen die B&#228;nder still. In den einst so stolzen Opel-Werken l&#228;uft <em>Bonjour tristesse</em> in der Endlosschleife . Und w&#228;hrend Sat 1 vom Berliner Hausvogteiplatz nach Unterf&#246;hring t&#252;rmt, muss Deutsche Post-Boss Appel in Amerika die Scherben Zumwinkel’scher Visionen zusammenkehren. Zugegeben, viel Hoffnung macht das alles nicht.</p>
<p>Richtig ist allerdings auch: Der &#214;lpreis hat sich innerhalb weniger Monate mehr als halbiert – da macht das Tanken fast schon wieder Freude. Agrarrohstoffe erleben einen beispiellosen Preisabsturz; der Hausmann sp&#252;rt’s beim Gro&#223;einkauf. Kein Zufall, dass der Einzelhandel ziemlich optimistisch aufs Weihnachtsgesch&#228;ft blickt. Derweil schw&#228;chelt der Euro zunehmend gegen&#252;ber dem Dollar; das freut den Exportweltmeister. Und wenn die Zinsen weiter so in den Keller rauschen, dann wird die Kreditklemme in absehbarer Zeit (hoffentlich) der Vergangenheit angeh&#246;ren. Man muss kein Phantast sein, um aus diesen Parametern zumindest auf mittlere Sicht auch wieder positive Entwicklungsmuster abzuleiten.</p>
<p>Kurzfristig aber ist nicht nur Rezession, sondern gleich auch Depression angesagt, und zwar kollektiv: Politik, Medien und Unternehmen… das gesamte &#246;ffentliche Meinungsorchester spielt beharrlich in Moll. Da sei die Frage erlaubt: K&#246;nnte es daf&#252;r auch andere Motive geben als die wirtschaftlichen Fundamentaldaten? Wenn der Bundesau&#223;en(!)minister die Betriebsr&#228;te der Autobauer vor laufenden Kameras ins Ausw&#228;rtige Amt bittet, dann hat das wenig mit &#214;konomie, noch weniger mit Au&#223;enpolitik, aber sehr viel mit dem l&#228;ngst begonnenen Wahlkampf zu tun. Wenn der f&#252;r’s Feuilleton zust&#228;ndige Herausgeber der FAZ im Wochentakt das Ende alles Herk&#246;mmlichen postuliert, dann dient das prim&#228;r seinem Ruf als Heros des <em>Agenda Setting</em>. Und wenn Unternehmer und Verbandsf&#252;rsten von einer „existenzbedrohenden Lage“ sprechen, dann kann die n&#228;chste Tarifrunde nicht besonders weit sein. Woraufhin auch die Gewerkschaften auf die Stra&#223;e gehen: „Gerade in der Rezession kommt es darauf an, die Kaufkraft zu st&#228;rken“. Ist schon gut, Herr Bsirske (Herr Sommer, Herr Huber) &#8211; wir alle haben unseren Keynes gelesen.</p>
<p>A propos Keynes: Das Ausma&#223;, in dem neuerdings nach dem Staat gerufen wird, kann einem nur noch Angst machen. Vor ein paar Wochen musste der Staat noch die Banken retten. Jetzt sieht es fast so aus, als m&#252;sste irgend jemand den Staat retten: vor einer t&#228;glich anschwillenden Zahl von Bittstellern: „Airbus-Chef fordert Rettungsprogramm f&#252;r Luftfahrtbranche“, „Milliard&#228;r Adolf Merckle sondiert wegen Landesb&#252;rgschaft“ – hallo?</p>
<p>Noch einmal: Die Lage ist ernst, keine Frage. Aber gerade weil sie so ernst ist, w&#228;re es sch&#246;n, wenn sich ein paar Leute f&#228;nden, die den Kopf nicht h&#228;ngen lassen. Leute, die bereit sind, hinter den Wolken nach dem Silberstreifen zu schauen. Wirtschaft ist zur H&#228;lfte Psychologie. Der Abschwung darf keine sich selbst erf&#252;llende Prophezeihung werden. Also, liebe Unternehmer, Herausgeber, Politiker: Gie&#223;t bitte kein publizistisches &#214;l ins rezessive Feuer, sondern helft dabei, die Kreativit&#228;t der Menschen, den Optimismus, den (&#220;ber-)Lebenswillen zu entfachen. Es ist dies gewiss nicht die Zeit f&#252;r gro&#223;e Spr&#252;nge. Aber nur noch „den billigsten Wein“ zu ordern – das hat noch keine Volkswirtschaft wieder in Gang gebracht.
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<a href="http://carta.info/1670/und-wer-bitte-rettet-den-staat/">Und wer, bitte, rettet den Staat?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/1670/und-wer-bitte-rettet-den-staat/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=1670&amp;md5=6812453477d773c66590b173f506e6ba" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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