<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>CARTA &#187; Regulierung</title>
	<atom:link href="http://carta.info/tag/regulierung/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://carta.info</link>
	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 17:55:45 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>KEK: Auch mit dem Internet ist die Vielfalt der Medien in Gefahr</title>
		<link>http://carta.info/35453/kek-auch-mit-dem-internet-ist-die-vielfalt-der-medien-in-gefahr/</link>
		<comments>http://carta.info/35453/kek-auch-mit-dem-internet-ist-die-vielfalt-der-medien-in-gefahr/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 03 Nov 2010 05:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helmut Hartung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Internet-Regulierung]]></category>
		<category><![CDATA[KEK]]></category>
		<category><![CDATA[Medienregulierng]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsmacht]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsvielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[Regulierung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=35453</guid>
		<description><![CDATA[Die KEK hat in ihrem j&#252;ngsten Medienkonzentrationsbericht eine flexibel anwendbare „medien&#252;bergreifende Vielfaltssicherung“ gefordert. Im Interview spricht Insa Sjurts, der Vorsitzenden der Kommission, &#252;ber die 500-Nutzer-Grenze, gelenkte Zuschauerstr&#246;me im Internet, Meinungsmacht im Netz und das verhinderte Bundestagsfernsehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/14e61059cf764bafbd7f652476fcc301" alt="" width="1" height="1" /><em>Frau Sjurts, was ist medien&#252;bergreifende Vielfaltssicherung?</em></p>
<p>Prof. Dr. Insa Sjurts (<a href="http://www.kek-online.de/">KEK</a>): Eine medien&#252;bergreifende Vielfaltssicherung ber&#252;cksichtigt, dass Medienunternehmen heutzutage durchweg auf mehreren Teilm&#228;rkten aktiv sind. Durch crossmediale Positionierung entstehen neue Potenziale f&#252;r Vielfaltsgef&#228;hrdung. Das gilt es, in den Blick zu nehmen.</p>
<p><em>Welche sind das?</em></p>
<div id="attachment_35471" class="wp-caption alignright" style="width: 228px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/10/insa_sjurts.jpg"><img class="size-medium wp-image-35471" title="insa_sjurts" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/10/insa_sjurts-218x300.jpg" alt="" width="218" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Insa Sjurts: &quot;Die Vielf&#228;ltigkeit der Angebote im Internet kommt beim Rezipienten nicht an.&quot;</p></div>
<p>Die Gef&#228;hrdungen bei Crossmedialit&#228;t ergeben sich daraus, dass dem Rezipienten die gleichen Medieninhalte in verschiedenen Teilm&#228;rkten immer wieder begegnen. Aus der Sicht der Anbieter ist das nur allzu verst&#228;ndlich: Content-Produktion ist teuer. Und wenn man teuer produziert und gleichzeitig hohe Kostendegressionseffekte in der Produktion hat, muss man versuchen, m&#246;glichst gro&#223;e St&#252;ckzahlen abzusetzen – im Medienbereich hei&#223;t das, eine m&#246;glichst gro&#223;e Anzahl von Rezipienten zu erreichen. Dies l&#228;sst sich gut &#252;ber unterschiedliche Teilmedien bewerkstelligen.</p>
<p>Wenn der Nutzer aber in den verschiedenen Medien immer wieder auf die gleichen Inhalte trifft, ger&#228;t die Meinungsvielfalt unter Druck.</p>
<p><em>Es herrscht die Auffassung, dass im Internet neue Player zu den klassischen Medien hinzukommen. Wird die Gefahr dadurch nicht beseitigt?</em></p>
<p>Das Internet bietet Vielf&#228;ltigkeit nur auf den ersten Blick. Fragt man danach, ob die Vielfalt den Nutzer auch erreicht, ist Skepsis angebracht.</p>
<p>In einem Dschungel von Angeboten, in dem sich <strong>der Nutzer</strong> kaum orientieren kann und unsicher dar&#252;ber ist, welchem Content er vertrauen kann und welchem nicht, <strong>orientiert er sich an den bekannten Marken</strong>. In der Folge haben die klassischen Medienanbieter wie Spiegel, Stern, ARD, ZDF, RTL oder Sat.1 einen Wettbewerbsvorteil. Dorthin bewegen sich die Rezipientenstr&#246;me. Die Vielf&#228;ltigkeit der Angebote im Internet kommt beim Rezipienten nicht an.</p>
<p><em>Man diskutiert dar&#252;ber, ob Suchmaschinen durch ihre dominierende Rolle die Vielfalt gef&#228;hrden k&#246;nnten. Nun sagen Sie, dass es weiterhin die klassischen Medien sind, die dominieren. Wie kommt das? </em></p>
<p>Hierin liegt ein zweiter Aspekt der Gef&#228;hrdung der Vielfalt. Zum einen gef&#228;hrden crossmediale Positionierungen die Vielfalt, weil sie Rezipientenstr&#246;me lenken. Diese gleiche Lenkungsfunktion kommt aber auch den <strong>Orientierungsdienstleistern</strong> zu, also Suchmaschinen oder auch EPGs. Dies <strong>sind Akteure, die als Gatekeeper f&#252;r den Rezipienten die Selektion der Angebote &#252;bernehmen</strong>. Genau diese Position ist extrem machtvoll. Eine Suchmaschine wie Google hat heute Autorit&#228;t, man verl&#228;sst sich auf sie. Es ist die am meisten verbreitete Startseite.</p>
<p><em>Der Rundfunk&#228;nderungsstaatsvertrag ist bislang sehr TV-zentriert, woraus sich auch Ihr Auftrag ableitet. Ist das angesichts der eben genannten Bewertung in dieser crossmedialen Situation noch gerechtfertigt?</em></p>
<p>Diese Herangehensweise ist solange gerechtfertigt, wie das Fernsehen noch Leitmedium ist. Wenn das Fernsehen jedoch an Relevanz verliert und andere Medien an Bedeutung gewinnen, muss sich auch der medienkonzentrationsrechtliche Fokus &#228;ndern. Derzeit jedoch befindet man sich mit der Fernsehzentriertheit noch auf der H&#246;he der aktuellen Medienentwicklung.</p>
<p>Auf lange Sicht aber muss man sich &#252;ber das Thema einer systematisch verankerten crossmedialen Perspektive Gedanken machen.</p>
<p><em>Wie bewerten Sie die Wirkung des Internets?</em></p>
<p>Um den Meinungseinfluss eines Mediums zu bestimmen, legen wir die Kriterien <strong>Aktualit&#228;t, Breitenwirkung und Suggestivkraft</strong> an. Hinsichtlich der Aktualit&#228;t unterscheiden sich Internet und Fernsehen nicht; in beiden Medien kann man umgehend, schon wenige Minuten nach einem Ereignis, aktuelle Informationen &#252;bermitteln.</p>
<p>Die Suggestivkraft meint die Art und Weise, wie Inhalte an den Rezipienten vermittelt werden. Auch hier unterscheiden sich Internet und Fernsehen nicht: Beide nutzen Text, Bild und Ton.</p>
<p>Der einzige Unterschied der beiden Medien liegt (noch) in der Breitenwirkung. W&#228;hrend in Deutschland Fernsehen fl&#228;chendeckend verbreitet ist und genutzt wird, gilt dies nicht f&#252;r das Internet. Hier haben wir zwar mittlerweile schon einen Anteil an Internetnutzern von rund 70 Prozent, beim Fernsehen aber sind es nahezu 100 Prozent. Im Ergebnis liegt also der Meinungseinfluss des Internets noch hinter dem Fernsehen.</p>
<p><em>Wie sehen Sie unter dem Aspekt der Meinungsvielfalt und der m&#246;glichen Konzentration die Entwicklung des Hybridfernsehers? Damit kommt das Internet direkt auf den Fernseher und die Wirkung steigt auf 100 Prozent.</em></p>
<p>Theoretisch ja, praktisch nein. Denn wer hat heute einen Hybridfernseher zu Hause? Glaubt man den einschl&#228;gigen Studien, sollen 2015 erst gut die H&#228;lfte aller Haushalte mit diesen TV-Ger&#228;ten ausgestattet sein. Insoweit &#228;ndert sich am obigen Befund so schnell nichts. Systematisch aber ist Hybridfernsehen mit Blick auf die Vielfaltssicherung hoch interessant. Durch die technische N&#228;he von Internet und TV in einem Endger&#228;t wird das Switching zwischen beiden Medien f&#252;r den Nutzer sehr viel leichter. Jeder Hinweis auf ein Internetangebot, der in eine TV-Sendung integriert wird, kann sofort aufgegriffen und das Angebot besucht werden.</p>
<p>Nutzerstr&#246;me lassen sich lenken. Im Vorteil sind auch hier wieder jene Akteure, die &#252;ber starke crossmediale Positionen verf&#252;gen, nicht die vielen kleinen Akteure, die allein im Internet pr&#228;sent sind. Sie profitieren kaum von diesen neuen M&#246;glichkeiten. <strong>Hybridger&#228;te f&#246;rdern den Tunnelblick auf die gro&#223;en starken Marken</strong>.</p>
<p><em>Wer entscheidet dar&#252;ber, mit welchen Themen Sie sich konkret befassen?</em></p>
<p>Die Themen ergeben sich im Kontext der F&#228;lle, die wir medienkonzentrationsrechtlich zu behandeln haben. So gibt es F&#228;lle, die die Frage der crossmedialen Verflechtung aufwerfen, bei anderen F&#228;llen kommt das Thema der Staatsferne in den Blick. Als KEK haben wir keine Befugnisse, systematisch neue Fragestellungen zu suchen und zu thematisieren. Unser Aufgaben- und Bezugspunkt sind unsere konkreten F&#228;lle.</p>
<p><em>Wo ist das bei der Staatsferne der Fall?</em></p>
<p>Das Thema der Staatsferne kommt dort in den Blick, wenn staatliche Akteure sich im TV-Bereich engagieren wollen. So schauen wir genauer hin, wenn die Deutsche Telekom im TV-Bereich aktiv wird oder der Deutsche Bundestag Fernsehen veranstalten m&#246;chte.</p>
<p><em>Mit welchem Ergebnis?</em></p>
<p>Im Falle von „LIGA total!“ und der Deutschen Telekom wurde sichergestellt, dass die Telekom keinen Einfluss auf das Programm hat. Und ein Parlamentsfernsehen, wie es der Bundestag vorhatte, kam ja nicht zustande.</p>
<p><em>Sie haben auf die Gefahren crossmedialer Meinungsmacht hingewiesen. Welche politischen Konsequenzen muss man daraus ziehen?</em></p>
<p>Das Recht muss die crossmedialen Positionen st&#228;rker ins Visier nehmen. Mit unserem Vorschlag zur Neufassung des § 26 RStV haben wir genau das versucht. Unser Vorschlag macht aber noch mehr. Er versucht, einen Mittelweg zu finden zwischen der – in Zeiten dynamischer Medienentwicklung – erforderlichen Flexibilit&#228;t von gesetzlichen Regelungen einerseits und andererseits der Rechtssicherheit, die Unternehmen aus guten Gr&#252;nden einfordern.</p>
<p>Dies gelingt, indem wir f&#252;r M&#228;rkte, die mit Blick auf ihren Meinungseinfluss vergleichsweise geringen Ver&#228;nderungen unterliegen – dies sind Tageszeitungen und H&#246;rfunk – feste Umrechnungsgr&#246;&#223;en von Marktanteilen vorschlagen. Ein Marktanteil von 2,5 Prozent entspr&#228;che dann einem Zuschaueranteil von x Prozent im Fernsehen. Die Festlegung der H&#246;he des korrespondierenden Zuschaueranteils &#252;berlassen wir dabei dem Gesetzgeber.</p>
<p>In den M&#228;rkten, in denen so eine Generalisierung nicht zul&#228;ssig ist, insbesondere im Internet, muss man dagegen von Fall zu Fall unter der Ber&#252;cksichtigung unserer Gewichtungskriterien die Umrechnung vornehmen. <strong>Crossmediale Betrachtung und Flexibilit&#228;t – das sind die Herausforderungen, vor denen das Medienkonzentrationsrecht aktuell steht.</strong></p>
<p><em>Ab wann liegt, bei crossmedialer Betrachtung, vorherrschende Meinungsmacht vor?</em></p>
<p>Vorherrschende Meinungsmacht liegt vor, wenn die Kumulation der Marktpositionen auf den medienrelevanten verwandten M&#228;rkten einem Zuschaueranteil von 30 Prozent im Fernsehmarkt entspricht.</p>
<p><em>Gibt es einen Mindestanteil am Fernsehmarkt?</em></p>
<p>Die Position im Fernsehen darf nicht nur marginal sein; sonst fehlt es an der Legitimation. Hier d&#252;rfte bei ca. 15 Prozent eine m&#246;gliche Grenze f&#252;r die Betrachtung liegen.</p>
<p><em>Welche Relevanz haben f&#252;r Sie Fernsehangebote die nur &#252;ber das Internet verbreitet werden?</em></p>
<p>Beim internetbasierten Rundfunk orientieren wir uns an den &#220;berlegungen des Gesetzgebers. Nach § 2 Abs. 3 RStV wird bei einem internetbasierten Rundfunkangebot eine f&#252;r die Einstufung als Rundfunk gen&#252;gend hohe Verbreitung erreicht, wenn ein Angebot von 500 oder mehr Nutzern gleichzeitig abgerufen werden kann.</p>
<p>Die Angebote m&#252;ssen sich dabei zumindest auch an Nutzer in Deutschland richten. Dies ist in der Regel der Fall, wenn sie in deutscher Sprache angeboten werden oder Inhalte mit Deutschlandbezug aufweisen.</p>
<p><em>Das ist aber sehr umstritten&#8230;</em></p>
<p>Das ist richtig. <strong>Der Wert von 500 oder mehr Nutzern ist l&#228;ngst &#252;berholt</strong>. Dies zeigt aber einmal mehr, dass starre Werte im Kontext des Internets wenig Sinn machen. F&#252;r das deutsche Medienkonzentrationsrecht w&#252;nsche ich mir deshalb auch eine sachgerechte L&#246;sung, die dynamisch ist und zuk&#252;nftige Entwicklungen im Blick hat.</p>
<p><em>Was ist „sachgerecht“?</em></p>
<p>Sachgerecht bedeutet f&#252;r mich ein Denken von der Aufgabe her; in unserem Fall also ein Denken, das die effektive Sicherung von Meinungsvielfalt in den Mittelpunkt stellt und alle Regelungsvorschl&#228;ge aus diesem Ziel ableitet und wohl begr&#252;ndet. Politische &#220;berlegungen sind kein guter Startpunkt f&#252;r sachgerechte Ver&#228;nderung.</p>
<p><a href="http://www.promedia-berlin.de/"><img class="alignleft size-full wp-image-35439" title="promedia11" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/10/promedia11.jpg" alt="" width="150" height="214" /></a></p>
<p><em>Dieses Interview von Juliane Gille mit Prof. Dr. Insa Sjurts, Vorsitzende der KEK, erschien unter dem Titel „KEK fordert eine crossmediale Vielfaltssicherung“ im medienpolitischen Fachmagazin <a href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a>, Ausgabe 11/2010, das mit Carta kooperiert.</em></p>
<p style="margin-bottom: 4em;">
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F35453%2Fkek-auch-mit-dem-internet-ist-die-vielfalt-der-medien-in-gefahr%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F35453%2Fkek-auch-mit-dem-internet-ist-die-vielfalt-der-medien-in-gefahr%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/35453/kek-auch-mit-dem-internet-ist-die-vielfalt-der-medien-in-gefahr/">KEK: Auch mit dem Internet ist die Vielfalt der Medien in Gefahr</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/35453/kek-auch-mit-dem-internet-ist-die-vielfalt-der-medien-in-gefahr/#comments">11 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35453&amp;md5=61ece7ecc8d2aa5e7b810743255fdc74" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/35453/kek-auch-mit-dem-internet-ist-die-vielfalt-der-medien-in-gefahr/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zugang zu iPad und iPhone: Medienpolitik m&#246;chte Apple das Diskriminieren verbieten</title>
		<link>http://carta.info/28553/zugang-zu-ipad-und-iphone-die-medienpolitik-moechte-apple-zaehmen/</link>
		<comments>http://carta.info/28553/zugang-zu-ipad-und-iphone-die-medienpolitik-moechte-apple-zaehmen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 05 Jun 2010 12:23:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Oeko]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[App-Store]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
		<category><![CDATA[Plattformregulierung]]></category>
		<category><![CDATA[Regulierung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=28553</guid>
		<description><![CDATA[Die Rundfunkpolitik pr&#252;ft, ob sie Apple zur &#214;ffnung von iPad und iPhone zwingen kann. Dabei gibt es entsprechende Regeln l&#228;ngst &#252;ber das allgemeine Wettbewerbsrecht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/0f46cef718774aa5af180c676c9bb004" alt="" width="1" height="1" />Apples Gesch&#228;ftspraktiken werden zum Thema f&#252;r die deutsche Medienpolitik. Nach Informationen des <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,698894,00.html"><em>Spiegel</em></a> sondiert die Rundfunkkommission der L&#228;nder, ob Regeln f&#252;r einen offenen Plattformzugang – wie sie f&#252;r den Rundfunk gelten – auch auf Apples iPad und iPhone angewendet werden k&#246;nnen. Apple m&#252;sste dann einen diskriminierungsfreien Zugang zu diesen Ger&#228;ten gew&#228;hrleisten.</p>
<p>Apple hat in der Vergangenheit bekanntlich nicht nur erotische Inhalte aus dem App-Store verbannt, sondern auch <a href="http://www.niemanlab.org/2010/04/mark-fiore-can-win-a-pulitzer-prize-but-he-cant-get-his-iphone-cartoon-app-past-apples-satire-police/">politische Karikaturen</a>. &#8220;Die inhaltliche Einflussnahme von Apple ist ein Versto&#223; gegen die Presse- und Meinungsfreiheit, den wir so nicht hinnehmen k&#246;nnen&#8221;, sagte Nikolas Hill, Hamburgs Staatsrat f&#252;r Medien, dem <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,698914,00.html">Spiegel</a></em>.</p>
<p><a href="http://www.artikel5.de/gesetze/rstv.html#para52a">§ 53</a> des Rundfunkstaatsvertrags fordert etwa von Kabelbetreibern die Bereitstellung eines diskriminierungsfreien Zugangs f&#252;r die Inhalteanbieter (Hervorhebungen <em>Carta</em>):</p>
<blockquote><p>Anbieter von Diensten mit Zugangsberechtigung, die Zugangsdienste zu Fernsehdiensten herstellen oder vermarkten, m&#252;ssen allen Veranstaltern zu <strong>chancengleichen, angemessenen und nichtdiskriminierenden Bedingungen</strong> technische Dienste anbieten, die es gestatten, dass deren Fernsehdienst von zugangsberechtigten Zuschauern mit Hilfe von Dekodern, die von den Anbietern von Diensten verwaltet werden, empfangen werden k&#246;nnen.</p></blockquote>
<p>Nach Angaben des <em>Spiegel</em> pr&#252;ft die Rundfunkkommission, ob diese f&#252;r Kabel- und Set-Top-Boxen-Betreiber geschaffenen Regeln auch auf Apples iTunes-Store anwendbar sind.</p>
<p>Dabei kommt allerdings erschwerend hinzu, dass der Gesch&#228;ftssitz von iTunes gar nicht Deutschland ist, sondern <a href="http://carta.info/27316/itunes-die-bild-app-ist-eine-luxemburgerin/">Luxemburg</a>. Apple &#8220;sendet&#8221; also von Luxemburg aus nach Deutschland &#8211; so wie einst RTL.</p>
<p>Auch in den Staatskanzleien werden die Chancen auf eine Regulierung des iTunes-Stores durch Rundfunk(!)-Gesetze offenbar als m&#228;&#223;ig eingesch&#228;tzt. Zu Recht: Denn iTunes ist weder Rundfunk, noch ein Angebot mit Sitz in Deutschland.</p>
<p>Doch die Pl&#228;ne zeigen: Plattformregulierung im Internet &#8211; also der diskriminierungsfreie Zugang zu iPad, iPhone oder Google-Ranking &#8211; wird sicher in der n&#228;chsten Zeit ein gro&#223;es Thema werden.</p>
<p>Die Interessen von deutschen Medienunternehmen und der Regierung sind hier n&#228;mlich nahezu identisch &#8211; alle wollen mehr Regulierung der internationalen Internetsuperm&#228;chte AppleGoogleFacebook. Die Medienindustrie fordert von der Politik eine Absicherung ihrer Marktzug&#228;nge und die Politik greift populistisch gerne den US-Online-Imperialismus an. Die regulierungsfreudige Rundfunkpolitik ist aufgewacht. Ein politisches Traumpaar.</p>
<p>Immerhin: Apple verlangt nach Angaben eines Axel-Springer-Sprechers bereits seit einigen Tagen nicht mehr, dass nackte Busen im Bild-PDF abgedeckt werden &#8211; ein Sieg f&#252;r die Meinungsfreiheit, wenn auch eher von prinzipieller Natur.</p>
<p>Dabei k&#246;nnte am Ende nicht die Rundfunkregulierung, sondern das <strong><a href="http://www.gesetze-im-internet.de/uwg_2004/">allgemeine Wettbewerbsrecht</a></strong> Apple zu einer &#214;ffnung der iPad-Plattformen zwingen. Apple ist n&#228;mlich unstrittig auf dem Weg zu einem marktbeherrschenden Unternehmen im Tablet-Markt &#8211; und als ein derart starkes Unternehmen darf es den <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/uwg_2004/__1.html">Wettbewerb nicht verf&#228;lschen</a>.</p>
<p>Entsprechende Gesetze gegen Diskriminierung gibt es also l&#228;ngst. Die Rundfunkpolitik versucht trotzdem sich zu profilieren &#8211; und der <em>Spiegel</em> dreht diesen kleinen Vorgang als Nachricht.</p>
<p>Zu auch zum Thema Regulierung / iPad auf <em>Carta</em>:</p>
<ul>
<li>Robin Meyer-Lucht: <a href="http://carta.info/27095/abgabenrepublik-deutschland-ipad-15-euro-teurer-durch-urheberrechtsabgabe/">Abgabenrepublik Deutschland: iPad 15 Euro teurer durch Urheberrechtsabgabe</a></li>
</ul>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F28553%2Fzugang-zu-ipad-und-iphone-die-medienpolitik-moechte-apple-zaehmen%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F28553%2Fzugang-zu-ipad-und-iphone-die-medienpolitik-moechte-apple-zaehmen%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/28553/zugang-zu-ipad-und-iphone-die-medienpolitik-moechte-apple-zaehmen/">Zugang zu iPad und iPhone: Medienpolitik m&#246;chte Apple das Diskriminieren verbieten</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/28553/zugang-zu-ipad-und-iphone-die-medienpolitik-moechte-apple-zaehmen/#comments">9 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=28553&amp;md5=833a8a10795220397ad5e2827dcaeafd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/28553/zugang-zu-ipad-und-iphone-die-medienpolitik-moechte-apple-zaehmen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Adieu Sandkasten Internet – wir werden erwachsen</title>
		<link>http://carta.info/8427/adieu-sandkasten-internet-wir-werden-erwachsen/</link>
		<comments>http://carta.info/8427/adieu-sandkasten-internet-wir-werden-erwachsen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 23 Apr 2009 10:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Internetsperre]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzensur]]></category>
		<category><![CDATA[Regulierung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=8427</guid>
		<description><![CDATA[Die j&#252;ngsten Entwicklungen staatlicher Eingriffe in das in der westlichen Welt als Freiraum bekannten WorldWideWeb machen es deutlich: Das Netz mit all seinen Inhalten und Akteuren wird erwachsen und muss Verantwortung f&#252;r sein Tun &#252;bernehmen.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/6a2bcfc20fefbdad46c02d02bbcab5" alt="" width="1" height="1" /><br />
Das <a href="http://ec.europa.eu/internal_market/e-commerce/index_de.htm">Handelsrecht</a> hat schon lange reagiert – Vertragsbeziehungen und Transaktionen &#252;ber das Internet haben bereits einen verl&#228;sslichen Rahmen und stehen auf einer Stufe mit den physischen M&#228;rkten – Ausnahmen best&#228;tigen die Regel. Der Wirtschaftsraum ist weitgehend angepasst. Nun wird in immer mehr europ&#228;ischen Staaten regulierend in die Verteilung von Inhalten und in die Inhalte selbst eingegriffen. Die <strong>Sanktionen</strong> reichen von exekutierten Strafrechtstatbest&#228;nden, von erdachten <a href="http://www.heise.de/newsticker/EU-Abgeordnete-kaempfen-weiter-gegen-Internetsperren-bei-Copyright-Verstoessen--/meldung/135530">Aussperrungen renitenter User</a> bis hin zu <strong>Kooperationen zwischen Staat und Providern</strong>.</p>
<p>Dies geschieht von EU-Mitglied zu EU-Mitglied unterschiedlich und auf unterschiedlichen Ebenen der Rechtssprechung. Ein klarer Rahmen des <strong>Kultur- und Kommunikationsraumes Europ&#228;ische Union</strong> ist noch nicht auszumachen. Es vollzieht sich eine Bek&#228;mpfung von Symptomen wie Urheberrechtsverletzungen (<a href="http://carta.info/8101/pirate-bay-versenkt-wird-nun-alles-gut/">Pirate Bay</a>, „<a href="http://www.fr-online.de/top_news/1726814_Open-Access-Die-Autoren-werden-gestaerkt.html">Heidelberger Apell</a>“), Jugendschutzverst&#246;&#223;en („Stop“; <a href="http://www.heise.de/newsticker/Bundeskabinett-beschliesst-Gesetzesentwurf-zu-Kinderporno-Sperren--/meldung/136556">Unterbindung des Abrufs von kinderpornographischen Inhalten</a>) sowie dem allzu unreflektierten Interpretieren der Meinungs&#228;u&#223;erungsfreiheit (<a href="http://www.golem.de/0012/11306.html">Volksverhetzung</a>, <a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,475897,00.html">Cyber-Mobbing</a>) ohne stringente Konzentration auf die Urs&#228;chlichkeiten.  Dies kann als das erste Kapitel zu einer <strong>Neuordnung des Kultur- und Kommunikationsraumes Internet</strong> verstanden werden. Reaktive Verordnungen bis hin zu einzelgesetzlichen Ma&#223;nahmen k&#246;nnen der Aufgabe jedoch nicht gerecht werden.</p>
<p>Zur Gew&#228;hrleistung von medien-unternehmerischer wie auch privater Rechtssicherheit und -freiheit ist ein Bemessen nach gleichem Rechtsverst&#228;ndnis auf die Dauer unabdingbar. Es kann f&#252;r einen breiten gesellschaftlichen Konsens nur unertr&#228;glich sein, wenn in virtuellen R&#228;umen, die von in konsistenten Rechtsr&#228;umen befindlichen Endger&#228;ten von B&#252;rgern der Gesellschaft abgerufen werden k&#246;nnen, Rechtsverst&#246;&#223;e lediglich teilweise oder gar nicht zur <strong>Rechenschaft</strong> gezogen werden. Auf diesem Konsens aber existiert unsere <strong>Gesellschaft</strong>.</p>
<p>Als Beispiel f&#252;r diese Unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit kann, wenn nicht sogar muss, die in der ganzen Europ&#228;ischen Union hochkomplexe <a href="http://www.mediapolicy.uzh.ch/forschung/rundfunkregulierung.php">Rundfunkregulierung</a> genannt werden. Aufgrund ihrer besonderen Bedeutung f&#252;r die <strong>freie Meinungsbildung</strong> im Rahmen der g&#252;ltigen Gesetze wird der Zugang zum Rundfunkmarkt mit H&#252;rden auf jeder Ebene der Gesch&#228;ftsaus&#252;bung versehen. Diese H&#252;rden zu &#252;berwinden verlangt von den Antragstellern <strong>aufwendige Lizenzierungsverfahren</strong> zu durchlaufen – ohne Garantie auf Erfolg! Die Begr&#252;ndung der Verwaltung von Frequenzknappheit ist in diesem Zusammenhang nur eines von vielen Kriterien. Ein Fernsehsender mit volksverhetzenden Programminhalten findet <a href="http://www.pi-news.net/2008/11/hisbollah-tv-jammert-ueber-deutsches-verbot/">keine Zulassung</a> in der Europ&#228;ischen Union. Die EU-Satellitenrichtlinie gilt nicht f&#252;r Onlinemedien. Das Credo „<strong>im Internet darf jeder, was er will</strong>“ stellt zur regulatorischen Entwicklung  anderer Verbreitungskan&#228;le von Informationen wie Fernsehen oder Radio eine vergleichsweise lange Epoche dar, die jetzt ihrem unaufhaltsamen Ende entgegenschreitet.</p>
<p>Die Volksrepublik China ist (aus europ&#228;ischer Perspektive zu Recht) daf&#252;r ber&#252;chtigt, ihr politisches als auch kulturelles Selbstverst&#228;ndnis kompromisslos durchzusetzen und hat &#252;ber die Jahrtausendwende aus dem WorldWideWeb ein ChinaWideWeb <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~EC07B88B2271D4A37A369C0E0B8F5B379~ATpl~Ecommon~Scontent.html">geschaffen</a>, dass den romantischen Vorstellungen von Weltb&#252;rgertum nachhaltig widerspricht. Was dem ‚westeurop&#228;isch’ sozialisierten Internetnutzer und vor allem Medienb&#252;rger im 21. Jahrhundert als Absurdit&#228;t und Ausdruck von Unrecht erscheinen mag, ist aus chinesischer Perspektive die erfolgreich implementierte <strong>Konvergenz zwischen totalit&#228;ren Strukturen und Wirtschaftsliberalit&#228;t</strong>, flankiert durch jeweilige Sicherheitsvorkehrungen, die unerw&#252;nschte Effekte zu vermeiden suchen. Letztlich m&#252;ssen bei allem Befremden jedoch auch die kulturellen Aspekte dieser offensichtlichen Gegens&#228;tzlichkeit in dem Verst&#228;ndnis von Kommunikationsfreiheiten ber&#252;cksichtigt werden. Was f&#252;r die eine Gesellschaft eine Selbstverst&#228;ndlichkeit und &#220;berzeugung freier Entfaltungsm&#246;glichkeiten wie auch Schutz ist, muss nicht zwangsl&#228;ufig auch f&#252;r andere Kulturen und deren Gesellschaften gelten.</p>
<p>Diese Form der <strong>Ex-Ante-Regulierung</strong> erm&#246;glicht es jedoch – wenngleich mit hohem Aufwand – f&#252;r einen Rahmen zu sorgen, der der dort g&#252;ltigen Rechtsordnung entspricht. <strong>Ex-Post-Regulierungen</strong>, wie sie in der Europ&#228;ischen Union heuer en Vogue erscheinen, hinterlassen dagegen einen politisch-rechtlichen Flickenteppich, der angesichts der Bedeutung des  &#8211; sich immer noch in der Entfaltung befindlichen &#8211; Internets weiten Teilen des Alltags massiv widerspricht. Das aktuelle Regulierungsparadigma der EU und seiner Mitgliedsstaaten kommt einer Reservats-Politik gleich, die gemessen am selber zugeschriebenen Zivilisationsgrad westlicher Demokratien nur schwer nachvollziehbar ist. So liegt es nahe, auch und vor allem im Sinne des Kultur- und Kommunikationsraumes Europ&#228;ische Union, eine Adaption und Abstrahierung des (VR-) chinesischen Weges auf Basis europ&#228;ischer Vertr&#228;ge wie der <a href="http://www.europarl.europa.eu/charter/pdf/text_de.pdf">EU-Grundrechte-Charta</a> und dem <a href="http://europa.eu/lisbon_treaty/index_de.htm">Vertrag von Lissabon</a> zu pr&#252;fen. Nur auf diese Weise kann <strong>dem Grenzen ignorierenden Internet</strong> als erster Schritt ad&#228;quat begegnet werden.</p>
<p>Ein <strong>EuropeanWideWeb</strong> (und in Folge um weitere Grundrechtskonstrukte optional zu erweitern) verst&#246;&#223;t auf diese Weise gegen <em>keine</em> Grundrechtspositionen <em>keines</em> EU-Mitgliedstaates, es sch&#252;tzt sie sogar! Zudem bietet es die <strong>historische Chance, Vertrauen in europ&#228;ische Politik abseits einzelstaatlichen &#220;berwachungswahns und un&#252;bersichtlicher Regulierung zu entwickeln</strong>. Angesichts der Grundauffassung, dass westliche Demokratien &#252;ber einen Wertekonsens verf&#252;gen, der anderen auf dieser Welt zum Teil und offensichtlich andauernd gegen&#252;bersteht und dass das Internet heute jeden mit allem verbinden kann, &#246;ffnet dieses Modell grunds&#228;tzlicher Auseinandersetzung den Raum. Es verlangt dazu unabdingbar nach einer Form der Verantwortung, die nur erwachsenen wie umsichtigen und unabh&#228;ngigen Institutionen zugesprochen werden kann.</p>
<p>Der <a href="http://www.hallohund.de/hunde-basics/ernaehrung/welpe-junghund/174116/welpenschutz-geruecht-oder-tatsache">Welpenschutz</a> des WWW ist abgelaufen.<br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F8427%2Fadieu-sandkasten-internet-wir-werden-erwachsen%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F8427%2Fadieu-sandkasten-internet-wir-werden-erwachsen%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/8427/adieu-sandkasten-internet-wir-werden-erwachsen/">Adieu Sandkasten Internet – wir werden erwachsen</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/8427/adieu-sandkasten-internet-wir-werden-erwachsen/#comments">32 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=8427&amp;md5=6968f44644550ab1ec8bb9e66e1f1fa7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/8427/adieu-sandkasten-internet-wir-werden-erwachsen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>32</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Zukunft der Telekommunikationsregulierung: Weniger Pluralismus, mehr Gleichschaltung?</title>
		<link>http://carta.info/2035/die-zukunft-der-telekommunikationsregulierung-weniger-pluralismus-mehr-gleichschaltung/</link>
		<comments>http://carta.info/2035/die-zukunft-der-telekommunikationsregulierung-weniger-pluralismus-mehr-gleichschaltung/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 23 Nov 2008 15:46:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Justus Haucap</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Oeko]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Regulierung]]></category>
		<category><![CDATA[Telekommunikation]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=2035</guid>
		<description><![CDATA[Am kommenden Donnerstag (27.11.2008) treffen sich die EU-Minister f&#252;r Telekommunikation, um &#252;ber das von der EU-Kommission vorgeschlagene Paket zur Reform der Regulierung von Telekommunikationsm&#228;rkten zu beratschlagen. mehr...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/032e973f0e8d002b7c37c007ef0e01" width="1" height="1" alt=""/>
<p class="MsoNormal" style="9.35pt;"><span style="Arial;"><span style="small;">Am kommenden Donnerstag (27.11.2008) treffen sich die EU-Minister f&#252;r Telekommunikation, um &#252;ber das von der EU-Kommission vorgeschlagene Paket zur Reform der Regulierung von Telekommunikationsm&#228;rkten zu beratschlagen. Das Treffen wird das einzige im Rahmen der franz&#246;sischen Ratspr&#228;sidentschaft sein. Ob es &#252;berhaupt viel zu beratschlagen gibt, ist allerdings nicht ganz klar. Die zust&#228;ndige Kommissarin, Viviane Reding, hat in der letzten Woche „gedroht“, das von ihr ausgearbeitete <a href="http://www.euractiv.com/de/informationsgesellschaft/kommission-droht-ruckzug-telekom-pakets/article-177366" target="_blank">Reformpaket zur&#252;ckzuziehen</a>.</span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="9.35pt;"><span style="Arial;"><span style="small;">Das Bestreben der Kommission besteht vor allem darin, die Regulierung der Telekommunikationsm&#228;rkte noch weiter zu zentralisieren und die noch bestehenden Unterschiede in der Regulierung zu beseitigen. Dass die teilweise bestehenden Unterschiede gute Gr&#252;nde haben, wird von der Kommission beiseite gewischt. So k&#246;nnen in den Niederlanden heute bereits 96% aller Haushalte Kabelfernsehen beziehen, in Griechenland hingegen nur 3%. Auch die Mobilfunkpenetration unterscheidet sich dramatisch, nicht nur zwischen Westeuropa einerseits und Mittel- und Osteuropa andererseits, sondern auch innerhalb Westeuropas. Man muss kein brillanter &#214;konom sein, um zu verstehen, dass auch die Regulierungserfordernisse bei solchen Differenzen unterschiedlich sind: „Horses for Courses“ wie die Briten sagen. </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="9.35pt;"><span style="Arial;"><span style="small;">Ein wenigstens minimaler<strong> Pluralismus in der Regulierung</strong> ist gerade im Telekom­munikationssektor w&#252;nschenswert. Erstens ist gerade in so einem dynamischen Sektor unklar, welche Art der Regulierung f&#252;r wie lange effizient ist. Was heute noch ein nat&#252;rliches Monopol ist, kann morgen schon im Wettbewerb stehen, weil sich Technologien und Verbraucherverhalten &#228;ndern. Und umgekehrt sind gestern noch v&#246;llig uninteressante Infrastrukturen (wie der Zugang zu den Leerrohren der Deutschen Telekom), heute m&#246;glicherweise ein Regulierungsproblem. Aufgrund der ziemlich unterschiedlichen Infrastrukturen und der Unterschiede im Nutzerverhalten sind aber auch unterschiedliche Regulierungen angebracht. </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="none;"><span style="small;"><span style="Arial;">Zweitens sprechen die Unterschiede der nationalen M&#228;rkte auch deshalb f&#252;r ein gewisses Ma&#223; an Wettbewerb der Regulierungsmodelle, weil nur so Erfolge anderer kopiert und Fehler anderer vermieden werden k&#246;nnen. </span><span style="EN-GB;">Darauf hat auch die <a href="http://www.erg.eu.int/doc/publications/erg_06_68_effective_harmonisation.pdf" target="_blank">European Regulators Group (ERG)</a> hingewiesen, und Ed Richards, CEO von OFCOM, hat dies explizit so ausgedr&#252;ckt: „<span style="bold;">I am certainly not ashamed to admit that we study closely our fellow regulators’ work and are quite happy to borrow from them ideas which will translate effectively into the UK market.”</span></span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="9.35pt;"><span style="Arial;"><span style="small;">Eine Harmonisierung nach der Rasenm&#228;hermethode ist daher absolut sch&#228;dlich. Frau Reding geht auf solche Argumente jedoch in keinster Weise ein. Dass es in der Generaldirektion Informationsgesellschaft im Gegensatz zur Generaldirektion Wettbewerb keinen Chef-&#214;konomen gibt, macht sich in der Formulierung der Politik nur allzu bemerkbar. Eine ungebremste Regulierungswut und <strong>der Glaube an die Machbarkeit des Mikro-Managements von M&#228;rkten kennzeichnen gro&#223;e Teile der Regulierungsphilosophie von Frau Reding. Gerade in dynamischen M&#228;rkten ist das besonders absurd. </strong></span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="9.35pt;"><span style="small;"><span style="Arial;">Beklemmend ist auch, dass sich die Politik der EU auf Expertisen st&#252;tzt, die jedoch diesen Namen kaum verdienen. So werden nahezu gebetsm&#252;hlenhaft die vorgeblichen Ergebnisse einer Studie zitiert, welche </span><span style="Times New Roman;"><a href="http://ec.europa.eu/information_society/policy/ecomm/doc/info_centre/studies_ext_consult/assessmt_growth_invst/investment.pdf" target="_blank">London Economics 2006 in Zusammenarbeit mit PricewaterhouseCoopers</a> im Auftrag der EU-Kommission erstellt hat. Der Studie gelingt es zwar keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen einer strengeren Regulierung und Investitionen herzustellen und erf&#252;llt zudem keine wissenschaftlichen Qualit&#228;tsstandards (siehe auch die bei&#223;ende <a href="http://www.muenchner-kreis.de/pdfs/TelekommunikationsregulierungEuropa/Gerpott.pdf" target="_blank">Kritik vom Kollegen Gerpott</a>, Universit&#228;t Duisburg-Essen, an dieser Studie</span></span><span style="Arial;">). Die Kommission selbst ignoriert diese Kritik jedoch hartn&#228;ckig und tut – ganz im Gegenteil – sogar so, als ob der gew&#252;nschte Befund dabei herausgekommen w&#228;re – n&#228;mlich, dass eine strengere Regulierung zu mehr Investitionen f&#252;hren w&#252;rde. Dies ist einfach der Versuch der Volksverdummung.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="9.35pt;"><span style="small;"><span style="Arial;">Der ehemalige Binnenmarktkommissar Frits Bolkestein hat im letzten Jahr in dem gemeinsam mit L&#252;der Gerken verfassten <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/handelsblatt-kommentar/protektionismus-und-regulierungswut;1244352" target="_blank">Gastkommentar f&#252;r das Handelsblatt</a> in der Politik der EU-Kommission selbst eine Gef&#228;hrdung des Binnenmarktes ausgemacht. Harmonisierung sei inzwischen zu einem Selbstzweck geworden, der </span><span style="Arial;">Binnenmarkt entwickle sich zu einer „Hochregulierungszone“. Die Kommission dr&#228;nge weniger auf einen Abbau von &#220;berregulierung als auf eine m&#246;glichst weit gehende Harmonisierung „auf hohem Niveau“. Bolkestein und Gerken sprechen gar von einem Paradigmenwechsel in der Philosophie der Kommission weg vom wettbewerblichen Abbau nationaler &#220;berregulierung hin zu deren Vereinheitlichung. Nationale Traditionen w&#252;rden dabei &#252;ber einen Kamm geschoren. Der Binnenmarkt werde auch dar&#252;ber hinaus zunehmend f&#252;r sachfremde Ziele miss­braucht. Dabei werde die in Artikel 95 EG-Vertrag angelegte Harmonisierungs­kompetenz immer h&#228;ufiger benutzt, „um EU-Regulierungen zu schaffen, f&#252;r die die EU keine Kompetenz besitzt.“ Vorgeschoben werde, „man wolle den Binnenmarkt sichern helfen, obwohl der Binnenmarkt nur marginal oder gar nicht ber&#252;hrt ist.“ Bolkestein und Gerken sprechen gar von einer „Pervertierung des Binnenmarktauftrages“.</span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="9.35pt;"><span style="Arial;">Bolkestein und Gerken befinden, dass das eigentlich Tragische sei, „dass sich die europ&#228;ische Politik auf wirtschaftspoli­tischem Gebiet Regulierungen, die beileibe nicht EU-weit geregelt geh&#246;ren, als Ersatz­befriedigung verschreibt“, w&#228;hrend „nationale Egoismen eine europ&#228;ische Politik in den Bereichen verhindern, wo sie wirklich notwendig w&#228;re.“</span></p>
<p class="MsoNormal" style="9.35pt;"><span style="Arial;">Vor diesem Hintergrund ist es beruhigend, dass das Europ&#228;ische Parlament der Harmonierungs- und Zentralisierungswut von Frau Reding bereits <a href="http://www.euractiv.com/de/informationsgesellschaft/parlament-unterstutzt-umfangreiche-uberarbeitung-telekommunikations-internetbranchen/article-175735" target="_blank">einen Riegel vorgeschoben</a> hat (<a href="http://www.euractiv.com/de/informationsgesellschaft/europaabgeordnete-lehnen-gemeinsame-eu-telekommunikationsbehorde-ab/article-174081" target="_blank">siehe auch hier</a>). Es ist auch erleichternd, dass der Ministerrat die Reformpakete nochmals &#252;berarbeiten wird. Sollte Frau Reding tats&#228;chlich das Reformpaket zur&#252;ckziehen, w&#228;re auch nicht allzu viel verloren. Zentrale Themen wie z.B. die Aufteilung der Digitalen Dividende werden ohnehin nicht behandelt. Vielleicht siegt am Ende doch noch die Vernunft – das w&#228;re ja mal was.</span></p>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F2035%2Fdie-zukunft-der-telekommunikationsregulierung-weniger-pluralismus-mehr-gleichschaltung%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F2035%2Fdie-zukunft-der-telekommunikationsregulierung-weniger-pluralismus-mehr-gleichschaltung%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/2035/die-zukunft-der-telekommunikationsregulierung-weniger-pluralismus-mehr-gleichschaltung/">Die Zukunft der Telekommunikationsregulierung: Weniger Pluralismus, mehr Gleichschaltung?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/2035/die-zukunft-der-telekommunikationsregulierung-weniger-pluralismus-mehr-gleichschaltung/#comments">No comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=2035&amp;md5=1c981f284eb6deeef780be2edf4c634d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/2035/die-zukunft-der-telekommunikationsregulierung-weniger-pluralismus-mehr-gleichschaltung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

