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	<title>CARTA &#187; Politische Kommunikation</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Fri, 25 May 2012 10:09:46 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Tweets und Posts vom Schloss Bellevue</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Mar 2012 11:35:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Nehren</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Internet Governance]]></category>
		<category><![CDATA[Joachim Gauck]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Kommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[Was man sich von einem Pr&#228;sidenten Gauck erhofft, wenn man im Netz unterwegs ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neuen Glanz soll er ihr verleihen, der Demokratie in Deutschland. Aber Glanz fehlt ihr, unserer Demokratie gerade gar nicht. Vielmehr braucht sie die N&#228;he zu den Menschen, ihrer Sprache und ihren Lebensumst&#228;nden. Nachdem zwei Bundespr&#228;sidenten fr&#252;hzeitig abgetreten sind und einer von ihnen das Amt „besch&#228;digt“ hat, soll nun Joachim Gauck Glaubw&#252;rdigkeit, Vertrauen und Integrit&#228;t ins Schloss Bellevue zur&#252;ckbringen.</p>
<p>Der frisch gek&#252;rte Kandidat hat bereits w&#228;hrend seiner ersten Kandidatur im Jahr 2010 immer wieder betont, dass Demokratie den unsch&#228;tzbaren Wert der Freiheit mit sich bringe, der f&#252;r seine B&#252;rger Pflicht und Verantwortung bedeutet. Diese m&#252;ssten sich mehr einbringen, um die Demokratie mit Leben zu erf&#252;llen, forderte er.</p>
<p>Offenbar haben die Menschen aber keine Lust mehr auf Parteien und die langwierigen Verhandlungsprozesse, die es braucht, um Ideen, Aktionen oder Themen durchzusetzen.</p>
<p>Menschen engagieren sich f&#252;r Themen oder echauffieren sich &#252;ber Missst&#228;nde, aber nur selten finden sie den Weg in die Parteienpolitik, um an der Beseitigung dieser Missst&#228;nde zu arbeiten. Eigentlich Politisches wird nicht mehr als politisch empfunden. Politik, in Person der handelnden Politiker, verhandelt und kommuniziert h&#228;ufig in so komplexen Zusammenh&#228;ngen und so speziellen Begriffswelten, dass der B&#252;rger nur selten begreift, wie und wo ihn Politik im Alltag betrifft. So sind in der pers&#246;nlichen Wahrnehmung voneinander getrennte Sph&#228;ren entstanden: B&#252;rger hier – Politiker dort.</p>
<p>Menschen, die gegen Atomkraftwerke und f&#252;r alternative Energien auf die Stra&#223;e gehen, Onlinepetitionen unterschreiben und sich vielleicht sogar in einer B&#252;rgerinitiative engagieren, sehen nicht zwingend den Zusammenhang zur Gesetzgebung um den Netzausbau in Deutschland.</p>
<p>Dieses Unverst&#228;ndnis scheint im ersten Moment nicht weiter tragisch, wird aber dann verheerend, wenn politische Institutionen keinen Zulauf mehr bekommen und deshalb kein gutes Personal mehr ausbilden k&#246;nnen, welches intelligente politische Ideen in Gesetze gie&#223;t und f&#252;r diese in den politischen Wettstreit tritt. Dann verk&#252;mmern politische Institutionen; politisch und intellektuell.</p>
<p><strong>Was hat das nun mit Gauck und dem Internet zu tun?</strong></p>
<p>Der designierte Bundespr&#228;sident hat in der Vergangenheit f&#252;r Beteiligung geworben und manchmal schon beinahe schimpfend die B&#252;rger zur Teilnahme an der Demokratie in ihren etablierten Arenen ermahnt (siehe Debatte um Occupy). Gauck hat immer wieder betont, dass der B&#252;rger zwar durchaus eine „Holschuld“ gegen&#252;ber der Politik habe, diese ihrerseits aber auch eine Sprache sprechen m&#252;sse, welche die B&#252;rger erreicht.</p>
<p>Nun w&#228;re es an Joachim Gauck, das &#220;berbr&#252;cken dieser L&#252;cke im Verst&#228;ndnis zwischen politischem Handeln und politischen Institutionen – die so genannte Beteiligungsl&#252;cke &#8211; zu einem seiner programmatischen Schwerpunkte zu machen. Das Netz bietet zahlreiche M&#246;glichkeiten, dieses Ziel aktiv umzusetzen. Im Bundespr&#228;sidialamt d&#252;rften die Ressourcen vorhanden sein, um mit Hilfe eines kompetenten Teams Ohren, Augen und Stimmen ins Netz zu entwickeln, um Themen aufzusp&#252;ren und um die pr&#228;sidiale Programmatik zu vermitteln.</p>
<p>Man stelle sich vor, der Pr&#228;sident hielte eine Rede zum Gedenken an die Opfer rechter Gewalt, welche die historische Tragweite des Themas erl&#228;utert, rhetorisch mitrei&#223;end und voll intellektueller Anspielungen – und gleichzeitig arbeitet ein Team im Internet, auf Facebook, Twitter und Co. daran, dass die Inhalte der Rede an jene Orte im Netz gelangen, wo sie geh&#246;rt werden sollen. Das Netz ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, und der Pr&#228;sident h&#228;tte mit Hilfe dieses Netzes die Chance, einen direkten Kanal in ebendiese Mitte aufzubauen.</p>
<p>Meinungen und &#196;u&#223;erungen des Unmuts gibt es im Netz zu jedem noch so abseitigen Thema. Es w&#228;re die Chance eines medial progressiv arbeitenden Bundespr&#228;sidenten, seine &#252;berparteilichen Botschaften und seine Begeisterung f&#252;r Politik in die Arenen des Internets zu tragen, in denen der direkte Zusammenhang zwischen Politik und dem pers&#246;nlichen &#196;rger oder dem gesellschaftlichen Unmut nicht gesehen wird.</p>
<p>Umgekehrt b&#246;te sich f&#252;r den Pr&#228;sidenten die M&#246;glichkeit, sich im Internet ein Bild von den dort verhandelten Themen und Meinungen zu machen. Was f&#252;r ein enormer Gewinn w&#228;re es f&#252;r einen Bundespr&#228;sidenten, am Kommunikations-Strom gesellschaftlicher Befindlichkeiten teilzuhaben, ohne dass die Menschen erst auf den Pr&#228;sidenten zugehen m&#252;ssten, denn das tun heute zunehmend weniger</p>
<p>Es k&#246;nnte so gelingen, das Amt zu einem Amt zu machen, das nah an den Menschen und ihrer Lebenswirklichkeit ist – egal, ob das dann gl&#228;nzend w&#228;re oder nicht.</p>
<p><em>Der Autor des Textes ist Konzepter im Parteivorstand der SPD.</em>
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		<title>Brotkrumen der digitalen Kommunikation</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 12:54:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ilona Wuschig</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Kommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[Zivilgesellschaftliche Potenziale des Internet? Eine Spurensuche  nach Strategien f&#252;r die erfolgreiche (politische) Kommunikation im Netz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass das Web nicht a priori demokratisch oder demokratief&#246;rdernd ist, hat sich inzwischen herumgesprochen. Dem Web geht es – Platitude Nummer eins &#8211; wie dem Baustoff Beton: Es kommt drauf an, was man daraus macht.</p>
<p>Noch eine Platitude: Wer mit dem Web umgehen kann (und das hei&#223;t zuv&#246;rderst: selektieren), den macht es schlauer, und es gibt ihm neue M&#246;glichkeiten. Wer keine bzw. nicht gen&#252;gend Medienkompetenz hat, der wird von Popup-Fernstern und Skyscraper-Werbung zugeballert und geht omin&#246;sen Verschw&#246;rungswebsites auf den pseudo-informativen Leim.</p>
<p>Jedoch: welche zivilgesellschaftlichen oder demokratief&#246;rdernden Potentiale hat das Web? Wie kann Demokratie mit selbstbestimmter netzbasierter Kommunikation gelebt werden? Wie wird Demokratie vielleicht sogar lebendiger durch selbstbestimmte netzbasierte Kommunikation?</p>
<p>Erste Antworten und Hinweise sind irgendwo zwischen Flashmobs und Stuttgart21-Facebook-Seiten // zwischen sich als gesellschaftliche Akteure verstehenden Bloggern und dem von AOL aufgekauften Internet-Nachrichtenaggregator „Huffington Post“ // zwischen reinen Internet-Medien und den Websites der altbekannten Qualit&#228;tsmedien // zwischen den Webauftritten von Bundesministerien und abgeordnetenwatch.de // zwischen YouTube Kan&#228;len und Kommentarfunktionen zu finden.</p>
<p>Erste Netzroutinen bilden sich heraus – doch noch wei&#223; niemand, wie eine wirklich  partizipatorische Plattform wirklich geht. „Breadcrumbs“ weisen nicht nur H&#228;nsel und Gretel und den Usern einer Website den Weg. „Breadcrumbs“ sammeln auch wir, die wir politische Kommunikation nicht nur den Profis, den politischen und journalistischen Akteuren, &#252;berlassen wollen.</p>
<p><strong>Neuvermessung der Grenzen </strong></p>
<p>Solche „Breadcrumbs“ finden sich nicht nur, sogar eher weniger, im Bereich der klassischen politischen Kommunikation. Das ist kein Wunder, denn wir suchen nach den Nutzern attrahierenden Grenz&#252;berschreitungen; Grenz&#252;berschreitungen sind das Wesen des Netzes – hier mutiert man vom Nutzer zum Produzenten, vom Teilzeitblogger zum Profi, hier mutiert reine Information zu meinungsstarker Einordnung. Diese Mutation ist immer selbstgew&#228;hlt, diese Mutation muss (eine zugegeben besondere Art von) Spa&#223; machen – sonst geschieht sie nicht.</p>
<p>Grenz&#252;berschreitungen finden auch zwischen Genres statt, die in der guten alten Print-, TV- oder HF-Welt streng getrennt sind. Gamification macht Sachtexte lesbarer. Die englische Zeitung „The Guardian“ (in Netzfragen ganz weit vorn) macht mit einem einfachen Spiel ihre Nutzer zu Co-Rechercheuren.</p>
<p>Humor ist im Web gefragt – schlie&#223;lich wird hier in der Freizeit gepostet und rezipiert. Noch gibt es kaum genuine Web-Medien, deren Rezeption ein „must“ f&#252;r die Karriere ist. Man liest freiwillig, abends, nebenbei – und dann darf auch die gesellschaftlich wertvolle Info mit Spa&#223; und Humor einher kommen. Darin sahen Briten nie einen Gegensatz – im ernsten Deutschland schleift er ab.</p>
<p>Hier nur zwei, sehr unterschiedliche, Beispiele, wo solche inhaltlichen Brotkrumen, an denen man sich durch den dunklen M&#228;rchen-Web-Wald hangeln kann, zu finden sind:</p>
<p><strong>Breadcrumb 1</strong></p>
<p>Der junge deutsch-&#228;gyptischer Blogger Philip Rizk berichtet auf der Konferenz des Deutschlandfunks mit dem sch&#246;nen Titel &#8220;Der Ort des Politischen in der digitalen Medienwelt&#8221; von seinen Erlebnissen aus dem Herbst und Winter 2011: Bloggen, facebook, &#252;ber Handys geteilte Clips … das Alles sei wichtig gewesen und bleibe wichtig.</p>
<p>Aber den &#228;gyptischen Fr&#252;hling eine „Facebook Revolution“ zu nennen, findet er &#8220;totalen Schwachsinn&#8221;. Einerseits, weil nur eine Elite Zugang zu Smartphones und schnellem Internet hat, besonders aber, weil &#220;berzeugung und Begeisterung sich nicht elektronisch vermitteln lie&#223;en.</p>
<p>Der Interviewer des Deutschlandfunks, Thilo K&#246;&#223;ler, ist erstaunt. Doch der Blogger und Filmemacher bleibt seltsam uncool, kommt immer wieder auf die Off-Line-Welt, vulgo: die Realit&#228;t, zur&#252;ck – also das, was sich auf den Stra&#223;en und zwischen den Menschen abspielt. Ganz direkt, face-to-face, ohne technische Vermittlung. Er und andere Filmemacher haben Leinw&#228;nde auf dem Tahirplatz und &#252;berall dort aufgestellt, wo die Menschen gewesen seien. Sie zeigten dort die eigenen Clips und m&#246;glichst viel von dem, was die offiziellen Medien nach wie vor nicht berichten.</p>
<p>Vor diesen Leinw&#228;nden sei man ins Gespr&#228;ch gekommen. Er allein habe hunderte von DVDs verteilt und gesagt, „schaut Euch das an, redet an den Universit&#228;ten, den Schulen, in den Familien &#252;ber das, was ihr seht“.</p>
<p>Wichtiges „Breadcrumb“ – die Technik ist Mittel zum Zweck. Selbst, wenn sie von Apple kommt.</p>
<p><strong>Breadcrumb 2</strong></p>
<p>Troy Carter, der Manager von Lady Gaga, beschreibt in der ZEIT vom 2. Februar dieses Jahres seine n&#228;chsten Pl&#228;ne im Web:<br />
Mehr als 47 Millionen Menschen erreicht Lady Gaga inzwischen &#252;ber Twitter und Facebook. Sie nennt ihre Fans „little monsters“ – Monster, die von ihr liebevoll mit Informationen versorgt werden. Die „kleinen Monster“ wissen nicht nur vor allen Anderen, wie die B&#252;hne f&#252;r Gagas neue Tournee aussieht – sie wissen auch, was ihr Star dabei f&#252;hlt: „!Just saw first photos of the stage being built. Just peed all the way down to my Chanel shoes!! *sorry Karl* ahhh!!!!!“</p>
<p>Nicht jedermanns Sache und total durchgeknallt, aber authentisch. Gagas Manager ist f&#252;r eine strikte Verzahnung zwischen On- und Offlinewelt. Platte Werbung sei bei Facebook nicht gefragt; und die Follower auf Twitter h&#228;tten ein ziemlich gutes Gef&#252;hl daf&#252;r, wer selbst zwitschert und wer nur Marketingmaterial zwitschern l&#228;sst. Troy Carter zu Gagas Twitter-Verhalten in der ZEIT: &#8220;Sie schreibt alles selbst, wir haben nicht mal ihr Passwort.&#8221;</p>
<p>Wichtiges „Breadcrumb“: Sei authentisch – auch wenn Du schr&#228;g und durchgeknallt bist: Die Nutzer bekommen mit, ob es stimmt und passt.</p>
<p><strong>Vorl&#228;ufige Ergebnisse des Sammelns</strong></p>
<p>Was das sonst noch mit digitaler Demokratie und mit m&#246;glichen neuen Formen des Politischen im Netz zu tun hat?</p>
<p>In beiden Beispielen lassen sich viele „Breadcrumbs“ orten, die f&#252;r eine partizipative Plattform genauso wichtig sind wie f&#252;r Lady Gagas Kommunikation mit ihren Fans:</p>
<ul>
<li>Mit beiden Beinen in der Realit&#228;t bleiben – und die Webwelt mit ihr verbinden.</li>
<li>Authentisch und professionell sein.</li>
<li>Eine andere Ansprechhaltung haben und pflegen.</li>
<li>Die Themen, zu denen man postet, ernst nehmen.</li>
<li>Die Nutzer, f&#252;r die man postet ernst nehmen.</li>
<li>Posten, was interessant und relevant ist – f&#252;r die Dialoggruppe!</li>
</ul>
<p>Bevor man selbst diese simpel klingenden „Breadcrumbs“-Forderungen erf&#252;llen kann, muss man einiges wissen, z.B.</p>
<ul>
<li>Wer meine Dialoggruppe ist</li>
<li>Welche informativen Bed&#252;rfnisse sie hat (und jetzt weg mit Scheuklappen, die einen nur das sozial w&#252;nschbare sehen lassen)</li>
<li>Warum rezipiert meine Dialoggruppe was?</li>
<li>Warum wird was im Web geglaubt?</li>
<li>Wer f&#252;hlt sich warum von was angesprochen?</li>
<li>Wer reagiert auf was wie und warum?</li>
<li>Wie und warum findet wann Anschlusskommunikation statt?</li>
<li>Wie wird aus interpersonaler Anschlusskommunikation am K&#252;chen- oder Kneipentisch neue, ver&#246;ffentliche Kommunikation?</li>
<li>Wann und wie wird aus einem Rezipienten vielleicht sogar ein zivilgesellschaftlich Handelnder?</li>
</ul>
<p>Keine dieser Fragen ist leicht zu beantworten.</p>
<p>Alle diese Frage sind nur sehr konkret – am konkreten Thema mit konkreten Menschen zu beantworten.</p>
<p>Und es sind keineswegs alle Fragen, die sich stellen.<em> </em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Noch ein Hinweis in eigener Sache: Die Hochschule Magdeburg-Stendal  veranstaltet vom 29. bis 31. M&#228;rz 2012 die <a href="http://www.ma-crossmedia.de/konferenz" target="_blank">Konferenz „Think Cross – Chance Media“</a> mit Schwerpunkten in Bereichen wie Crossmediales Storytelling, Digitale &#214;ffentlichkeiten, Partizipative Plattformen – Demokratie im Web, Content und Design f&#252;r Social Media und Gamification. Die Autorin des Textes ist Professorin f&#252;r TV und Medien an der Hochschule Magdeburg-Stendal.</em>
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		<title>&#8220;Jetzt r&#228;cht sich der Hauptfehler von Schwarz-Gelb in der Energiepolitik&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Mar 2011 16:01:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Energiepolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Norbert Röttgen]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Sprengsatz]]></category>

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		<description><![CDATA[Die schwarz-gelbe Koalition hat "ihre energiepolitische Glaubw&#252;rdigkeit verloren", urteilt Michael Spreng in seinem j&#252;ngsten Blogpost.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kurzer Auszug aus dem j&#252;ngsten <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3625">Sprengsatz</a>:</p>
<blockquote><p>Wie hilflos die deutsche Bundesregierung mit ihrem Atomverl&#228;ngerungskurs ist, zeigten die Reaktionen Merkels und von Umweltminister Nobert R&#246;ttgen. Merkel sagte: “An einem solchen Tag darf man nicht einfach sagen, unsere Kernkraftwerke sind sicher”, um dann aber genau das zu sagen. “Sie sind sicher”. Das mag technisch sogar so sein, in den Augen der ver&#228;ngstigten Menschen aber ist kein Kernkraftwerk mehr sicher.</p>
<p>Und wer das hilflose, gef&#252;hlt 30 Minuten dauernde Gestammel von R&#246;ttgen im ZDF-Interview mit Marietta Slomka h&#246;rte, der bekommt noch mehr Angst. Und der sieht die Angst in den Augen der CDU: ihre W&#228;hlerstimmen sind nicht mehr sicher. Deshalb die<br />
So-zu-tun-Politik.</p></blockquote>
<p>Hier das &#8220;30 Minuten dauernde Gestammel von R&#246;ttgen im ZDF-Interview&#8221; im Video:</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="600" height="368" src="http://www.youtube.com/embed/v_Jrqf_VaU4" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<blockquote><p>Jetzt r&#228;cht sich, dass im vergangenen Jahr nicht wenigstens die Abschaltung der &#228;ltesten Kernkraftwerke beschlossen wurde, dass mit der Energieindustrie Geheimvertr&#228;ge ausgemauschelt wurden, dass die Energieindustrie und Schwarz-Gelb glaubten, der Widerstand gegen ihre Atompolitik werde nur von den &#252;blichen Verd&#228;chtigen getragen. Jetzt auf jeden Fall sind es nicht mehr nur die &#252;blichen Verd&#228;chtigen, sondern wahrscheinlich die gesamte Bev&#246;lkerung.</p>
<p>Der Hauptfehler von Schwarz-Gelb aber war, dass die Atompolitik der Bundesregierung den Eindruck vermittelte, nicht die erneuerbaren Energien seien das Ziel der sogenannten  ”Br&#252;ckentechnologie” Kernkraft, sondern die Br&#252;cke selbst.
</p></blockquote>
<p>Mehr schonungsloser Michael Spreng <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=3625">hier</a>.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=39072&amp;md5=fd35192e3eb74d77cc4a97a2923a9033" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bittere Pillen, dezenter Jazz: Die Gesundheitsreform als Praxistest der politischen Kommunikation</title>
		<link>http://carta.info/24770/bittere-pillen-dezenter-jazz-die-gesundheitsreform-als-praxistest-der-politischen-kommunikation/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Mar 2010 10:48:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans F. Bellstedt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitsreform]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Kommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Berliner Adlon f&#252;hrte Bundesgesundheitsminister R&#246;sler ein Lehrst&#252;ck politischer Kommunikation auf - und denkt nicht daran, Verbandsvertreter, Pharmalobbyisten oder Steuerzahler zu verschonen. Eine kurze Betrachtung der Dialektik des Philipp R&#246;sler.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/72205aabeec64ee5a925891791892218" alt="" width="1" height="1" />Wenn Du den Menschen Deine politischen Visionen erkl&#228;ren willst, dann gehe nicht nur zu Plasberg oder Illner. Sondern auch einmal ins Berliner Hotel „Adlon“. &#8211; So oder &#228;hnlich m&#246;gen Philipp R&#246;sler und seine Berater gedacht haben, als sie den Auftritt des Bundesgesundheitsministers am Dienstagabend im Ballsaal des namlichen Hauses planten. Gediegen geht es zu in der Nobelherberge am Pariser Platz: Der Springbrunnen im Foyer pl&#228;tschert, livrierte Kellner servieren Tee und Sandwiches, der Pianist untermalt die Szene mit dezentem Jazz. Schnell noch einen Streuselkuchen mit Apfel, bevor die rund 300 G&#228;ste ihre Pl&#228;tze einnehmen: der Saal ist prall gef&#252;llt.</p>
<p>„Millionen neuer Jobs“ k&#246;nnten in der Gesundheitsbranche entstehen, wenn nur die Rahmenbedingungen verbessert werden – so stimmt der Chef des gastgebenden Industrieverbandes das Publikum ein. „Jetzt m&#252;ssen wir die Weichen richtig stellen: Wir m&#252;ssen die Gesundheitskosten von den Lohnkosten abkoppeln!“</p>
<p>Das war das Stichwort f&#252;r Philipp R&#246;sler. Der junge Arzt springt behende ans Pult und kommt ohne weitere Umschweife zum Thema: „In den letzten 20 Jahren hat es sieben Gesundheitsreformen gegeben – und jedes Mal sind die Kosten weiter gestiegen“. Das erinnere ihn, R&#246;sler, irgendwie an die „sieben biblischen Plagen“. Die Zeit sei reif f&#252;r einen Systemwechsel. Die Zeit sei reif f&#252;r eine Beseitigung planwirtschaftlicher zugunsten neuer, wettbewerblicher Elemente im Gesundheitssystem – und f&#252;r die Losl&#246;sung der Beitr&#228;ge zur Gesetzlichen Krankenversicherung vom Arbeitsentgelt. An ihre Stelle m&#252;sse eine einheitliche Pr&#228;mie treten, die zugleich mehr Transparenz f&#252;r die Versicherten und mehr Wettbewerb zwischen den Kassen herbeif&#252;hre. Die Regierung traue den Leistungserbringern mehr zu – und den Versicherten ebenso. Mit der Pr&#228;mie, so der Minister, wolle man den Patienten ert&#252;chtigen: „Wir &#228;ndern das System“.</p>
<p>Begeisterung in allen Stuhlreihen. Nach der Durchquerung der gesundheitspolitischen W&#252;ste unter der schier ewigen Ulla Schmidt scheint pl&#246;tzlich die Erl&#246;sung nah. Der Ballsaal des Adlon erstrahlt im hellen Glanz. Schon vermeint man im Hintergrund die Gl&#228;ser klingen zu h&#246;ren, als R&#246;sler zum zweiten Teil seiner Rede anhebt – und reichlich Wasser in den Wein giesst: „Es geht um Solidarit&#228;t. Und das heisst auch: Der Gesunde st&#252;tzt den Kranken, der Reiche den Armen“. Das leiste das heutige System nicht – Stichwort Beitragsbemessungsgrenze. Die Zuh&#246;rer ahnen es: Jetzt sind sie dran. Der Sozialausgleich im Pr&#228;miensystem erfolgt &#252;ber das…? Genau, &#252;ber das Steuersystem! Und in dieses zahlen wir alle ein, „ein jeder nach seiner Leistungsf&#228;higkeit“, wie R&#246;sler es ungeschminkt beschreibt. Damit ist schnell klar: Himmlische Zust&#228;nde bringt die Gesundheitsreform f&#252;r die schwarz-gelbe W&#228;hlerschaft mit Sicherheit nicht. Und f&#252;r die Pharmaindustrie auch nicht. Ihr bedeutet R&#246;sler, was er vom „wenig marktwirtschaftlichen“ Preisfindungsmodell im Arzneimittelmarkt h&#228;lt: „Ich will nicht von einem Monopol sprechen, aber…“.</p>
<p>Manch ein Mundwinkel zeigt jetzt nach unten. Die Pille, die Doktor R&#246;sler seinem Auditorium verabreicht, ist bitter: Die Pharmaindustrie soll sich m&#246;glichst umgehend mit den Kassen an den Verhandlungstisch setzen. Dabei herauskommen sollen Entlastungen der Kassen in dreistelliger Millionenh&#246;he allein in diesem Jahr. „Das ist nicht sch&#246;n“, bekennt R&#246;sler. „Aber wir m&#252;ssen kurzfristig mehr Geld in das System bekommen“. Pharmakonzerne sollen nicht nur den Nutzen, sondern den Zusatznutzen der Medikamente nachweisen k&#246;nnen, f&#252;r die sie Erstattung beantragen. Das b&#246;se Wort von den „Scheininnovationen“ &#8211; es brauchte gar nicht mehr ausgesprochen zu werden.</p>
<p>Die Verbandsvertreter, Unternehmenslobbyisten und Politikberater waren ins „Adlon“ gekommen, weil sie den gesundheitspolitischen Fr&#252;hling herbeisehnten. Was sie erlebten, war ein Lehrst&#252;ck in politischer Kommunikation: R&#246;sler vermied alles, was auch nur den Anschein der Klientel-Politik erweckt h&#228;tte. Stattdessen verlegte er sich aufs Erkl&#228;ren: Der Minister erkl&#228;rte seinen Zuh&#246;rern in g&#228;nzlich freier Rede zuerst, warum das gegenw&#228;rtige System ein Wachstumshemmer ist. Um ihnen dann in derselben, fast Obama-haften Leichtigkeit beizubringen, dass das verheissungsvolle (weil den Faktor Arbeit entlastende) neue System nur zu bekommen ist, wenn Steuerzahler, Industrie und Leistungserbringer dazu ihren (erklecklichen) Beitrag leisten. Wer jetzt noch auf individuelle Bevorzugung, aufs Verschontwerden spekuliert, der hat schon verloren.</p>
<p>Die Dialektik des Philipp R&#246;sler ist eine andere. Der junge Minister zielt aufs ganze Volk, verbindet Wettbewerb mit sozialem Ausgleich, Transparenz mit solidarischem Transfer, Eigenverantwortung mit Fairness. Dabei beruft er sich auf seine „innere Freiheit“ &#8211; sie erm&#246;gliche es ihm, an seinen &#220;berzeugungen festzuhalten. K&#252;ndigt sich da, unter der hohen Decke des Berliner Nobelhotels, etwa ein neuer Politikstil an? „<a href="http://www.n-tv.de/politik/Soeder-veraergert-Schwarz-und-Gelb-article786945.html">S&#246;der lehnt Kopfpauschale ab</a>“, rattert es kurz darauf &#252;ber die Nachrichtenticker. Der Abend im „Adlon“ markierte nur den Auftakt zu einer Debatte, die st&#252;rmisch zu werden verspricht.
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		<title>Die FDP-DEHOGA-Connection: Co-Wahlkampf f&#252;r die Steuersenkung</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jan 2010 14:25:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politische Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Rent-Seeking]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht nur durch Spenden, sondern auch durch Wahlkampfaktionen steht die FDP dem Hotel- und Gastgewerbe sehr nahe. Ist die Partei gar nicht liberal, sondern ein Aktionsb&#252;ndnis von "Rent Seekern"?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/2f52e786f40e463f8c1337d7cc9ca006" width="1" height="1" alt=""/>Die <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/134/500400/text/">Nachricht</a> &#252;ber die hohen Parteispenden insbesondere an FDP und CSU aus dem Hotelgewerbe haben in dieser Woche ein ziemlich unappetitliches und bedenkliches <a href="http://twitter.com/saschalobo/status/7826951261">Schlaglicht</a> auf die Beziehung von organisierten Interessen und Parteien geworfen.</p>
<p>Schwarz-Gelb macht nicht nur einseitige, unliberale und &#8220;&#246;konomisch eigentlich nicht zu rechtfertigende&#8221; (<a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/134/500400/text/">HWWI</a>) Gesetze: Die Parteien der Regierungskoalition haben offenbar neben machtpolitischen auch ganz konkrete finanzielle Anreize, derart zu handeln.</p>
<p>Katastrophal ist dabei nicht nur der Eindruck der &#8220;K&#228;uflichkeit&#8221;, sondern der eines kompletten Demokratieversagens: Wenn sich Parteien derart leicht von einseitigen Interessen erobern lassen, dann funktioniert der politische Vermittlungsprozess nicht mehr &#8211; und wir w&#228;ren in der <a href="http://www.libinst.ch/?i=politischer-wettbewerb-in-der-rent-seeking-society">Rent-Seeking-Society</a> angekommen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Rent seeking&#8221; (die Suche nach staatlich gesch&#252;tzten Einkommen und Machtpositionen) verdr&#228;ngt &#8220;Profit seeking&#8221; (das Streben nach privat erarbeiteten Leistungs- und Entwicklungspr&#228;mien)</p></blockquote>
<p>Die Vokabel vom &#8220;<a href="http://chatatkins.blogger.de/stories/1558092/">mitf&#252;hlenden Liberalismus</a>&#8221; hat bis auf weiteres jegliche Glaubw&#252;rdigkeit verloren. Die FDP hat offenbar keinen mitf&#252;hlendes, sondern ein funktionales Verh&#228;ltnis zum Liberalismus. Liberalismus ist f&#252;r sie &#8211; den Eindruck muss man haben &#8211; keine Haltung, sondern eine Funktion der Machtpolitik. Man k&#246;nnte auch sagen: Einige sind ein bisschen mehr Mittelstand als andere, das  Hotel- und Gastst&#228;ttengewerbe zum Beispiel.</p>
<p>Dabei gehen die Verbindungen  der FPD zum Hotel- und Gastgewerbe deutlich &#252;ber die Millionenspende hinaus. Wie in Berlin zu erfahren ist, hat der Verband <a href="http://www.dehoga.de">DEHOGA</a> mit seiner &#8220;Pro Sieben Prozent&#8221;-Kampagne eine Art Co-Wahlkampf f&#252;r FDP und CSU betrieben (siehe auch <a href="http://www.freitag.de/wochenthema/1003-f-hnchen-imkampagnen-wind">hier</a>). Der mitgliederstarke Verband unter F&#252;hrung des FDP-Mitglieds Ernst Fischer (<a href="http://fdp-buergerfonds.de/files/1355/16/source_49cb8254b3c88_beerfeltz_fischer1.jpg">Foto</a>) hat vor der Bundestagswahl zahlreiche Veranstaltungen organisiert und seinen Mitgliedern klar gemacht: F&#252;r eine Senkung der Mehrwertsteuer im Hotel- und Gastst&#228;ttengewerbe am besten FDP oder CSU w&#228;hlen. So <a href="http://www.gastgewerbe-magazin.de/infos-service/detailansicht/article/bundesweite-kampagnen-rund-um-den-dehoga-aktionstag-sieben-prozent-auf-alles-ausser-auf-gastge/?tx_ttnews[backPid]=75&amp;cHash=c41b8c7102">erkl&#228;rte</a> Fischer (FDP) im Juni 2009:</p>
<blockquote><p>Wir hoffen, dass sich alle Parteien in ihren Wahlprogrammen ebenso deutlich f&#252;r eine Senkung der Mehrwertsteuer aussprechen wie jetzt die FDP, deren Delegierte mit &#252;berw&#228;ltigender Mehrheit f&#252;r die Aufnahme der Forderung in das Wahlprogramm gestimmt haben.</p></blockquote>
<p>Nach der Wahl <a href="http://www.ak-gv-koeln.de/pdf/koalitionsvertrag__freude_ueber_kompromiss_zur_mehrwertsteuerreduzierung.pdf">sagte</a> er:</p>
<blockquote><p>Keine Frage, wir haben uns eine Reduzierung f&#252;r die Gesamtbranche erhofft, da FDP und CSU sich vor der Bundestagswahl klar f&#252;r die Reduzierung der Mehrwertsteuer f&#252;r Hotellerie und Gastronomie ausgesprochen haben.</p></blockquote>
<p>In Fischers Gesch&#228;ftsstelle h&#228;ngt &#252;brigens ein signiertes Plakat von Silvana Koch-Mehrin. Erworben f&#252;r eine besonders <a href="http://fdp-buergerfonds.de/webcom/show_article.php/_c-1355/_nr-16/_cmt-55ae1b49418cf357595feabc8490bd93/i.html">gro&#223;z&#252;gige Spende</a> an den &#8220;FDP-B&#252;rgerfonds&#8221;.</p>
<div id="attachment_22069" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/01/lindner2.jpg"><img class="size-medium wp-image-22069" style="border: 1px solid black; margin: 2px;" title="lindner2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/01/lindner2-300x199.jpg" alt="lindner2" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">FDP-Generalsekret&#228;r Lindner: Gegen die kulturelle Verarmung</p></div>
<p>F&#252;r die FDP erschien es im Bundestagswahlkampf offenbar ganz normal, Pressemitteilungen mit dem Titel &#8220;<a href="http://www.fdp-gl.de/Meldungen/12392c43i/index.html">DEHOGA und FDP fordern Steuerentlastung f&#252;r Hotels und Gastst&#228;tten</a>&#8221; herauszugeben (man beachte die Reihenfolge). Der heutige FDP-Generalsekret&#228;r Christian Linder pr&#228;sentierte sich mit Pro Sieben Prozent-Plakat in der eigenen <a href="http://www.fdp-gl.de/files/12406/09_07_28_Liberale_Live_Juli_2009.pdf">Parteizeitung</a>. Zugleich erkl&#228;rte er, es gehe der FDP nicht darum, die wirtschaftlichen Interessen einer bestimmten Branche zu unterst&#252;tzen, sondern darum, &#8220;eine kulturelle Verarmung unserer Gesellschaft zu vermeiden, die die Folge eines Hotel- und Gastst&#228;ttensterbens w&#228;re&#8221;.</p>
<p>Besonders deutlich zeigt sich die Bundestagswahlkampfhilfe der DEHOGA etwa beim Blick auf ihrem Aktionstag mit &#252;ber 400 Teilnehmern Ende August in D&#252;sseldorf. Dort traten nur ein FDP- und ein CDU-Politiker auf &#8211; und forderten brav eine branchenspezifische Senkung der Mehrwertsteuer. Der FDP-Vorsitzende in NRW, Andreas Pinkwart lie&#223; sich mit einem &#8220;Pro Sieben Prozent&#8221;-Kuchen in der Hand <a href="http://www.prosiebenprozent.de/aktionen/nordrhein-westfalen/23.-august-dsseldorf.html">ablichten</a>.</p>
<p>So bekommt das 14,6-Prozent-Wahlergebnis der FDP eine ganz neue Konnotation. Hat die FDP auch deshalb ein so gutes Ergebnis erzielt, weil sie vor der Wahl offensiv auf die Unterst&#252;tzung eines mobilisierungsstarken Verbandes wie dem DEHOGA gesetzt hat? Im Hotel- und Gastgewerbe arbeiten immerhin 1,1 Mio. Menschen.</p>
<p>Selbstredend hat jede Partei eine Kohorte von Interessengruppen und Verb&#228;nden um sich geschart. Bei der SPD sind es, &#8211; mal mehr und mal weniger &#8211; die Gewerkschaften, etwa die IG Metall. Die &#8220;Abwrackpr&#228;mie&#8221; war urspr&#252;nglich ein Konzept der IG Metall, das via SPD und <a href="http://www.vda.de/de/index.html">VDA</a> seinen Weg ins Konjunkturpaket fand. In die Praxis umgesetzt wurde sie zum Milliarden-Geschenk der SPD an die Mitglieder der IG Metall. Das war unsch&#246;ne Klientelpolitik.</p>
<p>Es gibt aber einen entscheidenen Unterschied zwischen der SPD und der FDP. Die SPD-Spitze hat in ihrer Regierungszeit aus staatspolitischer R&#228;son und gesellschaftlichem Verantwortungsbewu&#223;tsein fast schon selbstzerst&#246;rerisch auch gegen ihre Klientel gehandelt. Sie hat die Rente mit 67 und Hart IV eingef&#252;hrt sowie die Unternehmenssteuern gesenkt.</p>
<p>Die FDP hat diese Bilanz nicht. Es ist in dieser Woche der katastrophale Eindruck entstanden, diese Partei mache nicht auch, sondern NUR Klientelpolitik. Sie erscheint wie ein Aktionsb&#252;ndnis von Rent Seekern, die gemeinsam das Vote Seeking betreiben.</p>
<p><a href="http://www.ak-gv-koeln.de/pdf/koalitionsvertrag__freude_ueber_kompromiss_zur_mehrwertsteuerreduzierung.pdf?PHPSESSID=bb430b34f7445ffdab8f237541862f55"><br />
</a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=22066&amp;md5=078e39e9b1b1152acc722b76f335954c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Obama nach der Senats-Nachwahl: Party over</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 11:17:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leonard Novy</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Kommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach der Wahlschlappe in Massachusetts steht Obamas Reformagenda vor dem Aus. Der Geist, den er unter seinen Anh&#228;ngern zu wecken vermochte, kehrt sich nun gegen ihn.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/be0c9426d1154096b4ae7e9a6f3dc4bf" width="1" height="1" alt=""/>Die verlorenen Gouverneurswahlen in New Jersey und Virginia hatte man noch abtun k&#246;nnen. Mit der verheerenden Niederlage bei der Senats-Nachwahl im Bundesstaat Massachusetts ist klar: genau ein Jahr nach seiner umjubelten Amtseinf&#252;hrung als 44. US-Pr&#228;sident steckt Barack Obama in einer grundlegenden Krise. Und die hat viele Facetten.</p>
<p>Konkret verf&#252;gt Obama in der kleineren Kongresskammer nicht mehr &#252;ber die n&#246;tige 60-Stimmen-Mehrheit zur Durchsetzung wichtiger Gesetzesvorhaben. Wenn es gut f&#252;r sie l&#228;uft, gelingt es den Demokraten noch, die umstrittene Gesundheitsreform durch den parlamentarischen Prozess zu man&#246;vrieren, bevor Scott Brown, der Pick Up-fahrende &#220;berraschungssieger aus Massachusetts, sein Mandat antritt. Danach (und abgesehen vom Haushalt) hei&#223;t es unter Umst&#228;nden „Ende Gel&#228;nde“ f&#252;r Obamas ambitionierte Reformagenda. Zumal sich der Negativtrend f&#252;r die Demokraten bei den wichtigen „Mid-Term elections“ im November fortsetzen d&#252;rfte. Experten rechnen damit, dass die Republikaner dann zwischen zwei und neun Senatorensitze dazugewinnen werden.</p>
<p>Obwohl der Wahlausgang in Neuengland auch mit der miserablen Kandidatin der Demokraten zu tun hatte, war dies auch eine Abstimmung &#252;ber die ersten 12 Amtsmonate Obamas. Schlie&#223;lich haben die W&#228;hler in Massachusetts, traditionell den Demokraten zuneigend wie fr&#252;her Nordrhein-Westfalen der SPD, einen Exponenten jener Geisteshaltung gew&#228;hlt, die zurzeit im „Tea Party“-Movement landesweit gegen Steuern („Diebstahl“), den Staat („Sozialismus“) und Obama („L&#252;gner“) Stimmung macht. Massachusetts hat den amtierenden Pr&#228;sidenten abgestraft, fast 20 Prozent der <a href="http://publicpolicypolling.blogspot.com/2010/01/obama-and-massachusetts-race.html">Stimmen</a>, die Brown erzielte, gingen vor einem Jahr noch an ihn.</p>
<p>Dies hat auch damit zu tun, dass es Obama bislang nicht gelang, das, was seine Kampagne auszeichnete, ins Wei&#223;e Haus zu &#252;berf&#252;hren: ein modernes Verst&#228;ndnis von Leadership und, damit zusammenh&#228;ngend, politischer Kommunikation. Sein &#252;berraschender Siegeszug vor einem Jahr basierte auf einem <a href="http://carta.info/4262/lektionen_obama/">revolution&#228;ren Verst&#228;ndnis von &#246;ffentlicher F&#252;hrung</a>, welches den Anh&#228;ngern eine zentrale, weit &#252;ber das repr&#228;sentativ-demokratische Prinzip der Delegation von Macht durch periodisch stattfindende Wahlen hinausgehende Rolle zu Teil werden lie&#223;. Die Herbeif&#252;hrung eines Wandels („leading change“), dessen Akteur nicht er alleine, sondern das ganze Land („Yes, <em>we</em> can“) sein w&#252;rde – dies war das zentrale Versprechen seines Wahlkampfs, das Obama durch eine neue Dialogkultur auch einzul&#246;sen. Er verstand es brillant, verschiedensten Bev&#246;lkerungsgruppen Motive und M&#246;glichkeiten daf&#252;r zu geben, sich als Teil eines gemeinsamen Projekts zu sehen, ihre Bed&#252;rfnisse beziehungsweise Vorstellungen aufzunehmen, auf seine Ziele umzulenken und schlie&#223;lich in politische Unterst&#252;tzung umzum&#252;nzen.</p>
<p>Ein Jahr scheint sich das mit dem gemeinsamen Projekt schon wieder erledigt zu haben: Die Popularit&#228;t Obamas dramatisch gesunken, das Land nachwievor durch einen tiefen politisch-ideologischen Graben gespalten. Dass der Zauber und der Personenkult um Obama irgendwann abnehmen w&#252;rde, war abzusehen und lie&#223;e sich als heilsame Abk&#252;hlung einer v&#246;llig &#252;berhitzten Romanze interpretieren. Doch zu den sch&#228;rfsten Kritikern des Pr&#228;sidenten z&#228;hlen ausgerechnet seine ehemals treuesten Anh&#228;nger. Sie verleihen ihrem Frust vor allem im Internet mit einer Vehemenz und Irrationalit&#228;t Ausdruck, die der schrillen Kritik der politischen Rechten <a href="http://www.newyorker.com/talk/comment/2010/01/11/100111taco_talk_hertzberg">&#228;hnelt</a>. Beispielhaft hierf&#252;r ist die vielen Vertretern des linken Fl&#252;gels der Demokraten nicht weit genug gehende Gesundheitsreform, das gr&#246;&#223;te und dementsprechend umstrittenste Reformprojekt seit Jahrzehnten. Sie ist sicher nicht optimal, bringt aber den &#252;ber 40 Millionen Unversicherten in den USA Versicherungsschutz. Gleiches gilt f&#252;r Obamas Au&#223;en- und Sicherheitspolitik und die damit verbundenen Schwierigkeiten, die Anti-Terror-Ma&#223;nahmen der Bush-Regierung wie auch die &#252;ber Jahrzehnte entstandenen Strukturen und Praktiken des „National Security State“ zur&#252;ckzurollen – etwa den Umgang mit der Praxis der gewaltsamen Verschleppung von Terrorverd&#228;chtigen oder seine Ablehnung einer juristischen Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen in der Bush-Zeit.</p>
<p>In einem gewissen Sinne holen Obama hier die Geister, die er rief, ein: eine politisierte, selbstbewusste Anh&#228;ngerschaft, die sich nun entt&#228;uscht abzuwenden droht. Doch Idealismus im Kontext demokratischen Regierens bedeutet auch, Abstriche von den eigenen Positionen hinzunehmen und Kompromisse zu machen, wenn es dem Gemeinwohl dient. In den M&#252;hen der Ebene angekommen, hat Obama just dies in den vergangenen Monaten gemacht. Anstelle hehrer Rhetorik und gro&#223;er Ziele trat ein methodischer, nachdenklicher und somit den schwierigen Realit&#228;ten eines krisengeplagten Landes angemessener Politikstil, der aber erkl&#228;rungsbed&#252;rftig ist.</p>
<p>Dies bedeutet einerseits, jene Anh&#228;nger zur&#252;ckzugewinnen, die feststellen mussten, dass Obama als Pr&#228;sident weder willens ist, einseitig die Ziele des links-liberalen Fl&#252;gels der Demokraten zu verfolgen, noch Wunder vollbringen kann. Andererseits fehlt eine Erz&#228;hlung, die Obamas alles in allem &#252;berzeugenden Umgang mit der Vielzahl an Herausforderungen (Kontrolle der Banken, Bek&#228;mpfung der Bildungsungleichheit, ein besseres Gesundheitssystem) sinnvoll zusammenf&#252;hrt und f&#252;r alle Amerikaner nachvollziehbar macht: <em>Nation-building</em> im eigenen Land.</p>
<p>Wie kein anderer Kandidat verstand Obama 2008 das Bed&#252;rfnis der Amerikaner nach Ver&#228;nderung und nutzte es f&#252;r sich. Welche <a href="http://views.washingtonpost.com/leadership/panelists/2010/01/delivering-us-from-anxiety.html">emotionalen und psychologischen H&#252;rden</a> zu &#252;berwinden sind, wenn es darum geht, konkrete Ver&#228;nderungen einzuleiten und daf&#252;r Unterst&#252;tzung zu generieren, scheinen seine Berater untersch&#228;tzt zu haben. Das <em>Change</em>-Narrativ jedenfalls hat sich ersch&#246;pft und wird dementsprechend weniger h&#228;ufig bem&#252;ht, schlie&#223;lich sitzt der Wandel im Wei&#223;en Haus. Doch die unz&#228;hligen Baustellen, auf denen er unterwegs ist, die Vielzahl an Einzelma&#223;nahmen, so dringlich, unumg&#228;nglich und ehrenwert sie sind, lassen Obama weniger als Steuermann denn als Getriebenen erscheinen. Umso wichtiger wird es, Ziele und Methoden seiner Politik transparent zu machen und nicht nur technokratisch (&#8220;Alternativlosigkeit&#8221;), sondern auch normativ (&#8220;beste gangbare Alternative&#8221;) zu begr&#252;nden.</p>
<p>Nat&#252;rlich ist das aus der Regierung heraus schwieriger als im Wahlkampf. Darauf verzichten kann gerade Obama, als <em>peoples‘ president</em> ins Wei&#223;e Haus gekommen, nicht. Denn die Erwartungen in Sachen Transparenz und Dialog sind hoch. Vor allem aber geht es wie schon im Wahlkampf, als Obama sich mit seiner „grassroots-Revolution“ gegen das demokratische Establishment durchsetzte, nicht um hehre demokratiepolitische Ideale oder Gutmenschentum.</p>
<p>Die Unterst&#252;tzung einer f&#252;r die eigene Politik auch mobilisierbaren Anh&#228;ngerschaft sind f&#252;r ihn schlichtweg eine Notwendigkeit, um sich gegen starke organisierte Interessen und die radikalisierten Republikaner durchzusetzen und Ergebnisse zu liefern. Und daran entscheidet sich letztlich die Pr&#228;sidentschaft jenes Mannes, der antrat, die Amerikaner wieder mit Washington zu vers&#246;hnen. „Macht in den Verh&#228;ltnissen“, um eine einflussreiche Unterscheidung des Althistorikers Christian Meier aufzugreifen, hat Obama noch bis 2012. Die „Macht &#252;ber die Verh&#228;ltnisse“ muss er sich immer wieder neu erarbeiten.
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<a href="http://carta.info/22010/senatswahl-masschusetts-obama/">Obama nach der Senats-Nachwahl: Party over</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/22010/senatswahl-masschusetts-obama/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=22010&amp;md5=c9881728ff61d4992ee6bc4ba69e9015" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Piraten vs. Parteiestablishment: Es geht NICHT um das Internet</title>
		<link>http://carta.info/21653/piraten-vs-parteiestablishment-es-geht-nicht-um-das-internet/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 14:46:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
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		<description><![CDATA[CDU und SPD wollen sich verst&#228;rkt um das Thema Internet k&#252;mmern. Damit verstehen sie nicht, warum es den Piraten wirklich geht, sagt Piratenvorstand Aaron K&#246;nig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e4707558264642a1b7623d77a5aa02c1" alt="" width="1" height="1" />Piratenpartei-Vorstand Aaron K&#246;nig <a href="http://aaron-koenig.blogspot.com/2010/01/es-geht-nicht-um-das-internet.html">glaubt</a>, dass CDU und SPD die Wurzel der Piratenpartei-Bewegung noch immer nicht richtig verstehen, wenn sie sich nun <a href="http://carta.info/21485/enquete-kommission-des-bundestags-zu-internet-und-digitaler-gesellschaft-geplant/">verst&#228;rkt</a> um das Internet <a href="http://carta.info/21633/spd-will-um-waehler-der-piratenpartei-werben/">k&#252;mmern</a> wollen. Das Thema der Piraten sei n&#228;mlich nicht das Internet, sondern das politische System. Das Netz sei nur das Vehikel, um eine Demokratisierung einzufordern:</p>
<blockquote><p>Doch die Altparteien haben leider nicht begriffen, dass es &#252;berhaupt nicht um das Internet geht. Das Netz ist lediglich ein Kommunikationsmedium. &#8230;</p>
<p>Worum es wirklich geht, ist eine andere, bessere Form der Demokratie. Es geht um ein politisches System, in der die B&#252;rger an allen Entscheidungen beteiligt sind, und in dem die staatlichen Institutionen sich nicht als „hoheitlich“ (sic!) verstehen, sondern als Dienstleister f&#252;r die B&#252;rger. Alle staatliche Prozesse m&#252;ssen transparent sein, alle Entscheidungen wirklich demokratisch gef&#228;llt werden. Die Parteienoligarchie der Bundesrepublik, in der viele Entscheidungen von Funktion&#228;ren in Hinterzimmern ausgekungelt werden, verdient die Bezeichnung Demokratie, also „Volksherrschaft“, meiner Ansicht nach nur sehr eingeschr&#228;nkt.</p></blockquote>
<p>&gt;&gt;&gt; Ich meine, dass K&#246;nig hier einen zentralen Punkt trifft. Die Piratenpartei ist bekanntlich keine hierarchische Mitgliederpartei. Sondern sie ist eine Art Plattform f&#252;r thematische Ad-hoc-Mitmachb&#252;ndnisse aus libert&#228;rdigitaler Grundhaltung*. In ihrem Kern liegt damit genau jene kommunikative Situation, die man aus dem Internet kennt: Sich jeden Tag neu entscheiden, welche Sites man besucht, wem man sich anschlie&#223;t, wen man retweetet. Wenn die Volksparteien das Zeitungsabo sind, dann ist die Piratenpartei <a href="http://rivva.de/">Rivva</a>. In den klassischen Parteien findet F&#252;hrung durch Delegation statt, bei den Piraten durch gelebte oder empfundene Partizipation. Daher k&#246;nnen die Volksparteien die Piratenpartei auch nicht imitieren, ohne sich selbst vorher radikal umzubauen &#8211; was derzeit kaum wahrscheinlich erscheint.</p>
<p>Zugleich ist die Piratenpartei damit noch kein zwingendes Erfolgsmodell der zuk&#252;nftigen Parteigeschichte. Der basisdigitaldemokratiche Impuls will erst einmal erfolgreich mit parteipolitischen Notwendigkeiten wie Verl&#228;sslichkeit und Abgrenzung kombiniert werden.</p>
<p>* = stark &#252;berarbeitungsf&#228;higer Beschreibungsansatz f&#252;r die Piratenpartei &#8211; Vorschl&#228;ge gerne.</p>
<p>Siehe zu diesem Thema auch:</p>
<ul>
<li>Christoph Bieber: <a href="http://carta.info/15450/kampagne-als-augmented-reality-game-der-mitmachwahlkampf-der-piratenpartei/">Kampagne als “Augmented Reality Game”: Der Mitmachwahlkampf der Piratenpartei</a></li>
</ul>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=21653&amp;md5=e50ee5d5fe93fb4acd3a5d6c3c720bdc" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hier und da: Studentenproteste im Netz</title>
		<link>http://carta.info/18777/bildungsstreik-web/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 10:44:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[unibrennt]]></category>

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		<description><![CDATA[Welche Plattformen und Praktiken bei den aktuellen Studentenprotesten wichtig sind – eine &#220;bersicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/aa6eb78a3537464f8169e5e4078455d0" alt="" width="1" height="1" />&#220;ber den „digitalen Gehalt“ der aktuellen Hochschulproteste wird inzwischen vielerorts spekuliert (ich trage dazu bei, so gut ich kann). Hier nun eine <strong>kleine Liste</strong> <strong>von</strong> <strong>good practices</strong>, die zeigen, warum eine gute Protest-Pr&#228;senz im Web 2.0 tats&#228;chlich funktional sein kann. Nat&#252;rlich ist die Aufz&#228;hlung unvollst&#228;ndig, sie wird fortlaufend aktualisiert. Kommentare, Hinweise und Erg&#228;nzungen – gerne!</p>
<p><strong>1.</strong><strong> <a href="http://unibrennt.at/">unibrennt.at</a></strong></p>
<p>Die <strong>zentrale Protestplattform</strong> f&#252;r die Aktionen in &#214;sterreich b&#252;ndelt die Aktivit&#228;ten und ist eine &#252;bersichtliche Anlaufstelle. Sie funktioniert nicht nur als klassische „Homepage“, sondern bindet auch die diversen Web 2.0-Plattformen ein – auf diese Weise werden die vielen „<a href="http://futurezone.orf.at/stories/1632088/">digitalen Lagerfeuer</a>“ (die – sehr treffende – &#220;berschrift des ORF-Beitrages ist nicht von mir!) integriert.<strong></strong></p>
<p><strong>2. Google-Mashups</strong></p>
<p>Die Karte <a href="http://maps.google.at/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=de&amp;msa=0&amp;msid=116283369278129786033.0004778dfa81fb402d565&amp;source=embed&amp;ll=49.781264,12.348633&amp;spn=11.357555,23.291016">„Unsere Unis“</a> mit den Proteststandorten von Tom Schaffer (<a href="http://twitter.com/schaffertom">@schaffertom</a>) ist zum heimlichen Protestportal geworden. Mit inzwischen mehr als einer Million Zugriffen erzielt diese <strong>weltweite Visualisierung</strong> eine extrem hohe Reichweite. Die Ortsmarken enthalten zudem Verweise auf die lokalen Streikseiten und bieten so Verzweigungsm&#246;glichkeiten in die Protesthochburgen an.<strong><br />
Update</strong>: inzwischen gibt es auch so etwas wie <strong>„Micro-Maps“</strong>, die die Besetzungen von Hochschuleinrichtungen an einzelnen Standorten anzeigen. Hier das Beispiel aus <a href="http://maps.google.de/maps/ms?hl=de&amp;ie=UTF8&amp;t=h&amp;msa=0&amp;msid=108995755942264907340.000478c2c2f4753dd077f&amp;z=14">Gie&#223;en</a>.</p>
<p><strong>3. </strong><strong><a href="http://unibrennt.tv/">unibrennt.tv</a></strong></p>
<p>Das auf die <strong>Sammlung und Sortierung von Online-Videos</strong> spezialisierte Portal tr&#228;gt dem Bedeutungszuwachs der audiovisuellen Protestinhalte Rechnung. Die Website bezeichnet sich zwar als „globales Portal“, doch dominieren (bislang) noch die Beitr&#228;ge aus &#214;sterreich. Ein &#228;hnliches Angebot mit dem Fokus auf Deutschland (oder eine bessere, nach L&#228;ndern rubrizierbare Darstellung auf unibrennt.tv) w&#252;rde einen Beitrag dazu leisten, die Flut der lokalen Berichte zu archivieren und recherchierbar zu machen.<strong></strong></p>
<p><strong>4. <a href="http://www.twitter.com/unibrennt">@unibrennt</a></strong></p>
<p>Der <strong>Twitter-Account</strong> des ersten besetzten H&#246;rsaals in Wien ragt mit seinen knapp 2.500 Followern aus der Vielzahl der kaum wahrgenommenen Streik-Twitterer heraus. Noch spannender w&#228;re ja eine koordinierte Namensgebung von Twitter-Accounts aus Hochschulstandort und H&#246;rsaal-Name gewesen (umgesetzt etwa bei @hu_audimax). Das h&#228;tte die Liste der „Dinge, die twittern“ sehr produktiv erweitert und wahrscheinlich mehr Aufmerksamkeit in den alten Medien gefunden als die diversen Lokal-Accounts wie <a href="http://twitter.com/marburgstreikt">@marburgstreikt</a>, <a href="http://twitter.com/giessenstreikt">@giessenstreikt</a>, <a href="http://twitter.com/StreikBielefeld">@streikbielefeld</a>…<strong></strong></p>
<p><strong>5. Twitter-Listen</strong></p>
<p>Die Vielzahl der lokalen Twitter-Accounts (vgl. Punkt 4.) macht die Verfolgung der aktuellen Ereignisse nicht unbedingt leicht – die umfangreiche Liste <a href="http://twitter.com/#/list/Twitgeridoo/das-thema-bildung-brennt">„Das Thema Bildung brennt“</a> von @twitgeridoo zeigt, wie man die vielstimmigen Berichte wieder integrieren kann. Leider hat sie erst 34 Follower.<strong></strong></p>
<p><strong>6. Hashtags</strong></p>
<p>Die Begriffe <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23unsereuni">#unsereuni</a>, <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23unibrennt">#unibrennt</a>, <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23bildungsstreik">#bildungsstreik</a> spielen eine gro&#223;e Rolle bei der „digitalen Wiedervereinigung“ der Protestinhalte im Netz. Von &#214;sterreich ausgehend, haben sich #unibrennt und #unsereuni nachhaltig in den deutschen Twitter-Rankings eingenistet. Der etwas harmlosere #bildungsstreik kam etwas sp&#228;ter aus Deutschland dazu. Neben der Funktion der „Erkennungsmarke“ in der Kurzmitteilungsflut k&#246;nnen gut gew&#228;hlte Hashtags aber auch zur Pointierung und Unterst&#252;tzung eines Kampagnenanliegens beitragen – das beste Beispiel in Deutschland ist sicher #zensursula, das gleicherma&#223;en als Erkennungsmerkmal und politische Aussage funktioniert. Hier haben die Proteste noch Potenzial…<strong><br />
PS</strong>: Blickt man in die USA, dann haben die dortigen Hashtags oder auch Twitter-Accounts einen „aggressiveren“ Einschlag, dort findet man neben <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23UCstrike">#UCstrike</a> (f&#252;r den Streik an der University of California in Berkeley) etwa <a href="http://twitter.com/reclaimUC">@reclaimUC</a> („UC zur&#252;ckerobern“) oder <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23occupyca">#occupyca</a> („Kalifornien besetzen“).<strong></strong></p>
<p><strong>7. Live-Blogging</strong> (Mikro oder Makro)</p>
<p>Als die Server des <a href="http://www.dailycal.org/">Daily Californian</a> am 20. November von der gro&#223;en Zahl der Zugriffe &#252;berfordert waren, berichtete die Hochschulzeitung der UC Berkeley per Twitter von der <a href="http://www.dailycal.org/article/107610/live_blog_about_60_protesters_lock_selves_in_wheel">Besetzung der Wheeler Hall</a> auf dem Campus. Diese Form der Ticker-Berichterstattung ist besonders dann hilfreich, wenn kein Livestreaming m&#246;glich ist.<strong></strong></p>
<p><strong>8. Soziale Netzwerke</strong></p>
<p>Vorbildlich gestaltet ist die &#246;sterreichische <strong>Facebook</strong>-Seite <a href="http://www.facebook.com/unsereuni">Audimax Besetzung in der Uni Wien</a>, die einerseits als direkter Protestsammelpunkt fungiert, gleichzeitig aber auch viele Vernetzungsleistungen erbringt und auf andere Online-Inhalte und -Plattformen verweist.<br />
(Frappierend ist auch der Unterschied zum Versuch, eine gleichartige Seite bei <strong>StudiVZ</strong> einzurichten – ein Blick auf die Hyperlink-Adresse zum Edelprofil <a href="http://www.studivz.net/Profile/xgQ7NhrgY8shuA2B5cm56U9b8cW7sAW_iW9m0s790ME">„Bildungsstreik – Proteste jetzt weltweit“</a> spricht B&#228;nde.)<strong></strong></p>
<p><strong>9. Wikis</strong></p>
<p><strong></strong>Auch hier haben die &#214;sterreicher die Nase vorn, ebenfalls unter der Domain unsereuni.at finden sich auf <a href="http://unsereuni.at/wiki/index.php/Main_Page">Verweise auf lokale Wiki-Angebote der bestreikten Hochschulen</a>. Neben aktuellen Terminen, <a href="http://unsereuni.at/wiki/index.php/Category:AG">Kontaktdaten und Infos zu den AGs</a> und nat&#252;rlich <a href="http://unsereuni.at/wiki/index.php/Forderungskatalog">Forderungskatalogen</a> finden sich dort auch detaillierte <a href="http://unsereuni.at/wiki/index.php/Chroniken:_%E2%80%9CWas_bisher_geschah%E2%80%9D">Protestchroniken</a>.</p>
<p>Fortsetzung folgt.</p>
<p><em>Christoph Bieber bloggt bei <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/">Internet und Politik</a>. <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/2009/11/23/bestpractices/">Crossposting</a> mit freundlicher Genehmigung. Ebenfalls von ihm zum Thema: <a href="http://www.freitag.de/alltag/0947-hochschulproteste-bildungsstreik-internet-twitter-google-protestlandkarte">Es ist Bewegung im Netz</a> beim Freitag.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=18777&amp;md5=f911338e2823e9c5ca7efeae845ec2ec" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Vergesst Obama!</title>
		<link>http://carta.info/18645/personal-democracy-forum-vergesst-obama/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 16:18:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Moorstedt</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politische Kommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Elite der Techno-Politik trifft sich zum ersten Mal auf europ&#228;ischen Boden und kennt auch 2009 nur ein Thema. Die Debatte um die Chancen und Risiken der digitalen Medien ist am 4.11.2008 stehen geblieben. Time to move on!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/1b55b01a9d5e42d6b52a987a99ca48a7" alt="" width="1" height="1" />Pr&#228;sident Barack Obama ist in diesen Tagen in Asien unterwegs, er hat mit chinesischen Studenten &#252;ber das Internet gesprochen (&#8220;<a href="http://www.readwriteweb.com/archives/obama_i_have_never_used_twitter.php">I have never used Twitter</a>&#8220;), und sich nach Meinung konservativer Landsleute ein wenig zu tief vor dem japanischen Kaiser <a href="www.foxnews.com/politics/2009/11/16/obama-draws-bow-japanese-emperor/">verbeugt</a>. Obama ist also viele Tausend Kilometer entfernt, und steht beim <a href="http://personaldemocracy.com/">Personal Democracy Forum</a>, das am 20. und 21. November in Barcelona stattfindet, trotzdem im Mittelpunkt. Joe Rospars, der New Media Director seiner Kampagne, darf mal wieder erkl&#228;ren &#8220;Why Obama won&#8221;, und nennt die bekannten Buzz-W&#246;rter: Transparenz, Authentizit&#228;t und Partizipation.</p>
<p>Danach sprechen der franz&#246;sische Technik-Consultant <a href="http://www.atelier-us.com/">Dominique Piotet</a> und <a href="http://www.lanetscouade.com">Beniot Thieulin</a>, der Madame Royale w&#228;hrend der franz&#246;sischen Pr&#228;sidentschaftswahlen in Internet-Fragen beriet, mit Rospars dar&#252;ber, was Europa aus dem Obama-Wahlkampf lernen kann. Falls es jemand vergessen haben sollte: Transparenz, Authentizit&#228;t und Partizipation.</p>
<p>&#8220;Das Internet ist ein h&#246;chst effektives Werkzeug, um die Truppen zu organisieren&#8221;, sagt Thieulin, und nimmt so Bezug auf das einleitende Statement des PDF-Producers Andrew Rasej aus New York: In der interaktiven Multimediademokratie &#8220;schlagen organisierte Minderheiten die unorganisierte Mehrheit&#8221;.</p>
<p>Das Personal Democracy Forum, das in den USA seit einigen Jahren die<em> early adopters</em>, Aktivisten und Dienstleister versammelt, wirkt fast wie eine Form der digitalen Entwicklungshilfe. Die Stars und auch die Sponsoren kommen aus der neuen Welt. Und es bleibt Amerikanern und Obama-Veteranen wie Joe Rospars vorbehalten, die gro&#223;en Worte zu schwingen &#8211; &#8220;lower the barriers of participation&#8221;, &#8220;build real, meaningful relationships with the people&#8221;, und als Botschafter der reinen Lehre und Missionare aufzutreten.</p>
<p>Vertreter der europ&#228;ischen Parteien und Firmen wirken, nach einem langen, harten Jahr voller Wahlen mit negativen Rekorden, beinahe ein wenig desillusioniert. Gr&#252;nde, warum es einen europ&#228;ischen Obama in n&#228;chster Zeit nicht geben wird, finden die franz&#246;sischen Internet-Experten jedenfalls genug. Obama hatte den Vorteil des First Movers. Piotet: &#8220;Die erste Kampagne des 21. Jahrhunderts wurde durchgef&#252;hrt. Jetzt beginnt das Tagesgesch&#228;ft.&#8221;</p>
<p>Europ&#228;ische Parteien und Interessensverb&#228;nde sind, anders als ihre Pendants in den USA, keine Bewegungen, sondern b&#252;rokratische Institutionen. Die Kompatibilit&#228;t mit sozialen Netzwerken ist gering. Europa ist nicht wirklich interessiert an Transparenz, so Piotet. &#8220;Schauen sie sich an wie wir Fu&#223;ball spielen.&#8221; (er spielte auf das skandal&#246;se Handspiel von Henry im Playoff-Match gegen Irland an). Und Benoit meinte: &#8220;Die Franzosen wollen dem Pr&#228;sidenten nicht zu nahe kommen. Sie wollen einen Vater.&#8221;</p>
<p>Das ist alles nicht neu. Und bei den letzten Beispielen handelt es sich wohl eher um franz&#246;sische Folklore als um tats&#228;chliche politische Analyse. Piotet besteht darauf, dass Obama f&#252;r Europa kein Rollenvorbild, kein Modell sei, sondern &#8220;ein Monument, das uns inspiriert und mit Energie versorgt&#8221;. Vielleicht aber ist genau das der falsche Ansatz. Vielleicht hat der Blogger Jon Worth von Euroblog recht, der mitten in die Flashback-Analyse <a href="http://twitter.com/jonworth/statuses/5886971586">twitterte</a>: &#8220;I&#8217;m tired of talking of Obama&#8217;s campaign (&#8230;) we need a kick from something else.&#8221;</p>
<p>Interessanter als die bunten Powerpoint-Pr&#228;sentationen der Obama-Dienstleister, wichtiger als unsere eigenen, warmen Erinnerungen an diesen amerikanischen Herbst, in dem das Licht einer neuen Zeit am Horizont aufzublitzen schien, sind all die kleinen, banalen Beispiel der angewandten digital-direkten Demokratie, die auf dem Personal Democracy Forum ausgetauscht werden: Die Internet-Proteste gegen Sarkozy jr. in Frankreich oder bislang unbekannte, aktivistische Blogs aus Irland. Der Glamour-Faktor ist niedrig, aber es sind immerhin Neuigkeiten, da ist Bewegung.</p>
<p>Die Debatte &#252;ber die Chancen der neuen Medien ist genau in dem Moment, in dem sie zum ersten Mal genutzt wurden, am 4.11.2008, stehen geblieben. So sehr uns Obama mit seinem l&#228;ssigen Charisma und innovativen Kommunikationspolitik auch fasziniert. It is time to move on.
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		<title>Mehr Mut zum Dialog</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 13:33:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Meckel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auch deutsche Politiker setzen in Sachen Onlinewahlkampf verst&#228;rkt auf Twitter, doch den meisten mangelt es an einer konkreten Kommunikationsstrategie. Zuh&#246;ren und Dialog sind gerade hier gefragt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/9aea4c0c397c4162b2be6c49e60814b1" width="1" height="1" alt=""/>Mit einer <strong>Ein-Wort-Mitteilung</strong> kommentierte US-Pr&#228;sident Barack Obama am 9. Oktober seine Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis: „Humbled“ (dem&#252;tig), so lautete der <a href="http://twitter.com/barackobama/status/4736968403">Tweet</a>, der um 11:31 Washingtoner Zeit &#252;ber Twitter in die Welt gesendet wurde. In ihm ist die Twitterstrategie Obamas kondensiert, die ihm auch im Pr&#228;sidentschaftswahlkampf 2008 zum Erfolg verholfen hat. (1) Obama twittert mit klaren kurzen Aussagen, (2) er &#252;berschwemmt seine knapp 2.4 Millionen Follower nicht mit sinnlosen Nachrichten und (3) er verweist fast immer auf weitergehende Hintergrund- oder Mobilisierungsinformationen, die &#252;ber andere Webkan&#228;le (Youtube, Whitehouse Website, Facebook etc.) zur Verf&#252;gung stehen. Unter anderem durch diese Nutzung von Twitter ist es dem Obama- Kampagnenmanagement gelungen, den ersten echten Web-Wahlkampf zu f&#252;hren, insbesondere die j&#252;ngere Generation der W&#228;hlerinnen und W&#228;hler wieder f&#252;r Politik zu interessieren und dabei mit etwa zwei Millionen US-Dollar Spendeneink&#252;nften pro Tag zum erfolgreichsten Fundraiser der US-Wahlkampfgeschichte zu werden.</p>
<div id="attachment_17939" class="wp-caption alignright" style="width: 323px"><a href="http://twitter.com/barackobama/status/4736968403"><img class="size-full wp-image-17939   " title="Humbled." src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/11/humbled.png" alt="Humled." width="313" height="118" /></a><p class="wp-caption-text">Klare kurze Ansage. (Screenshot: twitter)</p></div>
<p>Obamas Webkommunikationsstrategie gilt seitdem als Benchmark, an der sich auch viele Politiker und Parteien in Europa orientieren wollen. Im Zentrum der <strong>politischen Kommunikationsrevolution </strong>steht derzeit Twitter, der Microbloggingdienst, &#252;ber den Kurznachrichten von maximal 140 Zeichen in die Welt gesendet werden k&#246;nnen. Mit einem Zuwachs von knapp 1.400 Prozent von Anfang 2008 bis Anfang 2009 hat <a href="http://blog.nielsen.com/nielsenwire/online_mobile/twitters-tweet-smell-of-success/">Nielsen Research</a> Twitter zur am schnellsten wachsenden Web 2.0-Plattform ausgerufen.</p>
<p>Erfolg und Reichweite, diese beiden Kriterien haben auch die deutschen Politiker veranlasst, im zur&#252;ckliegenden Bundestagswahlkampf das Experiment Twitter zu wagen. Das Potenzial von Twitter wurde von vielen deutschen Politikern allerdings erst auf den letzten Metern entdeckt. Mehr als Dreiviertel aller identifizierten politischen Accounts wurden erst im Jahr 2009 er&#246;ffnet, der letzte im Endspurt des Wahlkampfes knapp zwei Wochen vor der Abstimmung. Barack Obama hingegen startete seine Onlinekampagne auf Twitter bereits im April 2007 und somit mehr als 18 Monate vor der Wahl. Gerade Onlinemedien leben vom <strong>Vertrauen</strong> der Nutzer in die Botschaften des Absenders und dieses Vertrauen l&#228;sst sich nicht &#252;ber Nacht schaffen, sondern muss langfristig aufgebaut werden.</p>
<p>Das ist nicht der einzige Grund daf&#252;r, dass es den deutschen Politikern schwergefallen ist, die W&#228;hler &#252;ber das Netz zu mobilisieren. Erste Ergebnisse einer Analyse von 577 politischen Twitteraccounts im Zeitraum der deutschen Bundestagswahl durchgef&#252;hrt vom Institut f&#252;r Medien- und Kommunikationsmanagement der Universit&#228;t St. Gallen verdeutlichen, dass der Wahlkampf &#252;ber soziale Medien aus der Experimentierphase noch nicht heraus ist. Die wenigsten Politiker hatten eine konkrete <strong>Informations- oder Mobilisierungsstrategie</strong> und es fehlte oft an spannenden Inhalten sowie an M&#246;glichkeiten der <strong>dialogischen Kommunikation</strong>.</p>
<ol>
<li><em>Kein klares Kommunikationsziel</em>: Die Mehrzahl der Politiker ist auf Twitter weder regelm&#228;&#223;ig aktiv, noch werden deren Inhalte abonniert. Hier wird deutlich, dass sich Konventionen in der politischen Kommunikation &#252;ber Twitter noch nicht etabliert haben und den Politikern die Kommunikationsideen fehlen. Die Inhalte der Tweets schwanken zwischen Werbung f&#252;r die eigene Webseite, Hinweisen auf aktuelle Veranstaltungen, beinhalten aber auch Verweise auf das Wetter und andere Banalit&#228;ten. So sind die Politiker dann auch eher untereinander im eigenen Lager vernetzt anstatt Anh&#228;nger in anderen politischen Lagern zu finden oder mit ihren W&#228;hlern zu kommunizieren. Ohne Botschaft und Kommunikationsziel f&#252;hren die Parteien auf Twitter also vornehmlich Selbstgespr&#228;che.</li>
<li><em>Quantit&#228;t ist nicht Qualit&#228;t</em>: Von den flei&#223;igsten Politik-Twitterern geh&#246;rt niemand zu den popul&#228;rsten gemessen an der Zahl der Follower. Trotz Flei&#223; also kein Preis. Lediglich die neugegr&#252;ndete Piratenpartei trifft auf erhebliche digitale Akzeptanz. Der Account der Partei hat fast 20.000 Follower, der des Spitzenkandidaten immerhin noch &#252;ber 11.000. Bei den etablierten Parteien k&#246;nnen nur die Gr&#252;nen ansatzweise mithalten. Das mag in Deutschland derzeit zur Spitze reichen, ist jedoch &#228;u&#223;erst wenig im Vergleich zu den zweieinhalb Millionen Followern Barack Obamas oder den 150.000 Followern Sarah Palins.</li>
<li><em>F&#228;lschungen begeistern Follower</em>: Unter den Top 10 der Accounts mit den meisten Followern sind mehrere F&#228;lschungen zu finden. Unter dem Namen der deutschen Kanzlerin wird gleich mehrfach falsch getwittert. Sowohl der Account „<a href="http://twitter.com/Merkel_CDU">Merkel_CDU</a>“ als auch „<a href="http://twitter.com/Angie_Merkel">Angie_Merkel</a>“ werden nicht aus dem Bundeskanzleramt, sondern von Privatpersonen betrieben, die Spekulationen &#252;ber das Privatleben von FDP-Chef Westerwelle und anderen Unsinn in die Welt schicken. Beide Accounts z&#228;hlen mit etwa 5.000 Followern zur Top-Ten-Liste der erfolgreichsten „Politiker“-Tweets. Auch SPD-Chef <a href="http://twitter.com/muentefering">Franz M&#252;ntefering</a> und SPD-Kanzlerkandidat <a href="http://twitter.com/F_W_Steinmeier">Frank Walter Steinmeier</a> sind bei Twitter aktiv und geh&#246;ren mit jeweils um die 5.000 Followern zu den Top Ten, unabh&#228;ngig von der Tatsache, dass es sich um gef&#228;lschte Twitteridentit&#228;ten handelt.</li>
</ol>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>Wenn ein Gro&#223;teil der deutsche Spitzenpolitik Twitter ignoriert, wird das von Dritten eben zur Profilierung oder f&#252;r zweifelhafte Sp&#228;&#223;e genutzt. Es gibt aber auch das Gegenbeispiel: Hier nutzen Parteien bewusst falsche Accounts, um die politische Gegnerschaft blo&#223;zustellen. Die CDU in Nordrhein Westfalen lies beispielsweise die SPD-Politikerin Hannelore Kraft unter dem Namen „<a href="http://twitter.com/Kraftilanti">Kraftilanti</a>“ mit falscher Stimme zwitschern. Insgesamt handelt es sich bei zwanzig Prozent der Accounts um F&#228;lschungen. Ein F&#252;nftel der Polittweets hat also mit Politik rein gar nichts zu tun. Hier zeigt sich ein Bedarf f&#252;r verifizierbare Accounts f&#252;r politische Pers&#246;nlichkeiten, wie Twitter dies in den USA bereits erprobt.</p>
<p>Als <strong>Lektion</strong> aus dem deutschen Bundestagswahlkampf lassen sich drei Schl&#252;sse ziehen:</p>
<ol>
<li>Politiker sollten sich ihre <em>Accounts sichern und die Kommunikationsform des Microblogging erproben</em>, bevor der n&#228;chste Wahltermin ansteht, um Erfahrungen zu sammeln und eine kontinuierliche Kommunikationsstrategie zu erarbeiten. In der Regel sind Follower auf Twitter sehr treu, dennoch verloren einige twitternde deutsche Politiker in den letzten zwei Wochen vor der Wahl bis zu einem Drittel ihrer Anh&#228;ngerschaft. Im gleichen Zeitraum konnten die erfolgreichsten Werber ihre Followeranzahl gerade einmal um zehn Prozent steigern. Wenn deutsche Politiker die Massen auf Twitter mobilisiert haben, dann so dass sie ihnen teilweise in Scharen davonliefen.</li>
<li>Es geht nicht darum, die W&#228;hler mit Botschaften zu bombardieren, sondern <em>gezielte Informationen mit Vertiefungshinweisen</em> oder Mobilisierungscharakter zu senden, die einen Nutzwert f&#252;r die B&#252;rger haben. Barack Obama hat z. B. gerade einmal 374 Tweets in zweieinhalb Jahren ver&#246;ffentlicht, dabei aber immer wieder konkrete Apelle an seine Anh&#228;nger gerichtet. Aus den Fehlern seiner Anfangszeit, als auch er &#252;ber Belangloses twitterte, hat er schnell gelernt.</li>
<li><em>Auch Twitter ist keine Einbahnstra&#223;e</em>. Wer bei Twitter erfolgreich und akzeptiert sein will, muss  die Kommunikations- und Beziehungsw&#252;nsche der Nutzer erwidern. Das Beispiel Obama zeigt, dass er neben Millionen Lesern auch selber knapp 750.000 anderen Twitterern folgt. Hierbei geht es nicht um eine aktive Kommunikation mit jedem einzelnen, sondern das Gef&#252;hl der Reziprozit&#228;t als Basis f&#252;r den Dialog. Gezielte pers&#246;nliche Ansprache, gepaart mit konkreten Aufrufen, ist erfolgversprechender als auf das Fernsehprogramm von gestern oder das Wetter von morgen hinzuweisen.</li>
</ol>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>Das Erfolgrezept f&#252;r Twitter liegt in der richtigen Mischung zwischen drei wesentlichen <strong>Kommunikationstypologien</strong>, die die Analyse der Bundestagswahltweets erbracht hat: Es reicht nicht, „Statusstar“ zu sein, also kaum jemandem zu folgen, aber eine gro&#223;e Zahl von Followern an sich zu binden. Es gen&#252;gt auch nicht, „Broadcaster“ zu sein, indem jeden Tag unz&#228;hlige Botschaften ins Web gesendet werden. Man muss auch „Informationseeker“ sein, also ins Netz hineinh&#246;ren und Freunde auf Twitter sammeln. Das wechselseitige <strong>Zuh&#246;ren</strong> ist ein wesentliches Erfolgskriterium auch bei Twitter. Insofern unterscheidet sich die digitale Welt nicht sehr von der analogen.</p>
<p><em>Dieser Artikel erscheint als <a href="http://www.miriammeckel.de/2009/11/10/mehr-mut-zum-dialog">Crossposting</a> mit freundlicher Genehmigung.</em>
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		<title>Koalitionsverhandlungen: Wo bleibt die digitale Anreicherung? Wo bleibt Twitter? Wo bleiben die Blogs?</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 15:01:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Koalitionsverhandlungen w&#228;ren ein ideales Testfeld, um politische Alltagsroutinen auch nach dem Wahlkampf digital anzureichern: Kontinuierliche Tweets zum Verhandlungsgeschehen und allabendliche Blogeintr&#228;ge von den Verhandlungsf&#252;hrern k&#246;nnten die Spekulationswut der Hauptstadtmedien angenehm konterkarieren. Obama hat das alles vorgemacht. Hierzulande k&#228;mpft nur noch @westerwave gegen einen typisch deutschen Offline-Herbst.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/f710e97efc9648af98a427999a487698" width="1" height="1" alt=""/>Der (Online-)Wahlkampf ist vorbei &#8211; und damit auch die Vergleiche mit der &#220;ber-Referenz Obama. Aber warum eigentlich? Denn auch bei der Regierungsbildung setzte der US-Pr&#228;sident Ma&#223;st&#228;be in Sachen digitaler Mediennutzung.</p>
<p>W&#228;hrend der &#220;bergangsphase zwischen dem Wahltag im November und der formellen Amts&#252;bernahme im Januar lagen arbeitsreiche Monate der so genannten Presidential Transition &#8211; in dieser von langer Hand geplanter &#220;bergangsphase vollzieht sich der eigentliche Regierungswechsel und das Regierungsteam nimmt Gestalt an. Auch das inhaltliche Profil wird gesch&#228;rft, und obwohl in den USA ein pr&#228;sidentielles System vorherrscht, so hatten einige Verhandlungen durchaus &#196;hnlichkeiten mit den gerade gestarteten Koalitionsverhandlungen.</p>
<p>Auch in Deutschland hat gerade eine Transitionsphase begonnen, in politikwissenschaftlicher Perspektive d&#252;rfte man die Amtsperioden wohl &#8220;<strong>Merkel I</strong>&#8221; und &#8220;<strong>Merkel II</strong>&#8221; nennen. Der Auftakt der Koalitionsverhandlungen hat medial ein breites Echo gefunden, auch die organisatorische Dimension bis hin zur personellen Besetzung einzelner Arbeitsgruppen wurde verschiedentlich beleuchtet.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/10/wester2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-16000" style="margin: 4px;" title="wester2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/10/wester2-300x190.jpg" alt="wester2" width="300" height="190" /></a>Doch gibt es auch einen Anteil digitalen Medieneinsatzes auf Seiten der Verhandelnden? Sieht man mal von den t&#228;glichen Tweets eines gewissen <a href="http://twitter.com/westerwave">@westerwave</a> ab &#8211; wohl eher nicht. Zwar hat es sich im Laufe des vergangenen Jahres zwar herum gesprochen, dass die Werkzeuge des Web 2.0 gut f&#252;r den Online-Wahlkampf seien. Doch dass man auch &#252;ber den Wahltag hinaus <strong>politische Arbeitsroutinen digital anreichern</strong> kann, das ist wohl das n&#228;chste Neuland f&#252;r die deutsche Politik. Eine fl&#252;chtige Twitter-Umfrage hat erste Kommentare und Anregungen hervorgebracht, weitere k&#246;nnen folgen &#8211; gerne auch hier in den Kommentaren.</p>
<p>Es muss ja nicht gleich das hyperkomplexe Google Wave sein (danke <a href="http://twitter.com/cle50000">@cle50000</a> f&#252;r den Hinweis  ;-) , doch einige basale Tools aus der auf Kollaboration angelegten Web 2.0-Kommunikation k&#246;nnten auch im Rahmen von Koalitionsverhandlungen sinnvoll eingesetzt werden. <a href="http://twitter.com/kre8tiv">@kre8tiv</a> hat mit deutlich weniger als 140 Zeichen einen ersten vorschlag f&#252;r die begleitung der aushandlungen <a href="http://twitter.com/kre8tiv/status/4679896859">vorgelegt</a>:</p>
<blockquote><p>Arbeitsgruppen: Wikis | Kurze Zwst&#228;nde: Microblogging | B&#252;ndelung des Tages: Vorsitzenden Blogs.</p></blockquote>
<p>Damit w&#228;re schon mal eine minimale Begleitung des komplexen Procedere aus der Innenperspektive m&#246;glich &#8211; selbstverst&#228;ndlich k&#246;nnen relevante Details zur&#252;ckgehalten werden. Generell herrscht aber eher Skepsis, was den Verhandlungsstil der k&#252;nftigen Regierungspartner angeht, zudem wird Koalitionsverhandlungen ein Status als legitimer &#8220;R&#252;ckzugsraum&#8221; f&#252;r Face-to-Face-Kommunikation zugestanden (besten Dank f&#252;r die Facebook-Kommentare!).</p>
<p>Allerdings w&#228;re mit einem kontinuierlichen Informationsfluss direkt aus dem Verhandlungsgeschehen heraus <strong>der Spekulationswut der Hauptstadtmedien ein Kontrapunkt</strong> gesetzt &#8211; und eine aktive Beeinflussung der &#246;ffentlichen Debatte ist sicherlich imInteresse der verhandelnden Akteure.</p>
<p>Ein Blick auf die Aktivit&#228;ten im Umfeld der Obama-Transition im vergangenen Herbst kann weitere Impulse liefern. Unter dem Motto &#8220;<a href="http://change.gov/open_government/yourseatatthetable">Your Seat at the Table</a>&#8221; waren vormals interne Besprechungen von Arbeitsgruppen in verschiedenen Politikfeldern per Online-Video zug&#228;nglich gemacht worden. Parallel dazu hatten die Leiter dieser<br />
Meetings knapp die Diskussionsgegenst&#228;nde geschildert und interessierte B&#252;rger zur Kommentierung in einem &#8220;Citizen Briefing Book&#8221; aufgerufen. Aus dieser, letztlich zwar nur <strong>symbolischen, &#214;ffnung </strong>resultierten mehrere Zehntausend Eintr&#228;ge auf der Website zum administrativen Wandel, change.gov.</p>
<p>Eine derartige Digitalisierung werden wir hierzulande wohl nicht erleben &#8211; obwohl die Domain <a href="http://www.koalitionsverhandlungen.de/">koalitionsverhandlungen.de</a> bereits registriert ist. Allerdings liegen die Rechte bei der Autonat GmbH in Landshut, und es ist nicht davon auszugehen, dass der Domaininhaber Ralf Zm&#246;lnig in den n&#228;chsten Tagen offizielle Anfragen daf&#252;r erhalten<br />
wird.</p>
<p>Die Transitionsphase des President-elect Barack Obama kann im Nachhinein als Vorbote f&#252;r eine <strong>allm&#228;hliche Modernisierung der Regierungskommunikation</strong> auf ganz unterschiedlichen Feldern betrachtet werden. Personelle Umstruktierungen und die Etablierung neuer Positionen im Bereich Online-Medien und E-Government nahmen bereits vor der offiziellen Amts&#252;bernahme ihren Anfang, und ganz allm&#228;hlich<br />
gewinnen Konzepte wie &#8220;Government 2.0&#8243; an Kontur.</p>
<p>Trotz aller Systemunterschiede zwischen Washington und Berlin k&#246;nnte man nun auch die Performance der Koalitionsverhandlungen <strong>als ersten Ma&#223;stab f&#252;r den Willen zur Weiterf&#252;hrung der Online-Aktivit&#228;ten aus dem Wahlkampf</strong> ansehen – nicht nur das E-Campaigning selbst war in den Tagen vor dem 27 . September ein gr&#246;&#223;eres Thema. Wir werden sehen, ob das Web 2.0nur einen Sommer lang politisch aufbl&#252;hen durfte &#8211; und nun wieder ein <strong>typisch deutscher Offline-Herbst</strong> folgt.
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		<title>Mehr Dialog wagen: Die SPD braucht einen neuen F&#252;hrungsstil</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 11:00:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leonard Novy</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach den Wahlen liegt die SPD darnieder. Ein Neustart in Ton und Stil fehlte bereits im Wahlkampf, der auf viele autistisch-trotzig wirkte. Die SPD braucht eine neue F&#252;hrung und muss lernen, dass politische Kommunikation Zuh&#246;ren verlangt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/ee5946a10cba4cdd80aac45a826f1453" alt="" width="1" height="1" />Am Schluss war nur noch das mediale Dauerlamento &#252;ber den Mangel an Leidenschaft, Programmatik und Zuspitzung langweiliger als der Wahlkampf selber. Dabei war die Beobachtung ja richtig: dies werde keine Richtungswahl, von Wechselstimmung war nichts zu sp&#252;ren. Beseelt von dem (tr&#252;gerischen) Gef&#252;hl, die Wirtschafts- und Finanzkrise mit einem blauen Auge &#252;berstanden zu haben, ging es den W&#228;hlern anders als den Japanern oder Amerikanern nicht um <em>Change you can believe in</em> (dar&#252;ber kann auch das starke Abschneiden der FDP nicht hinwegt&#228;uschen), sondern prim&#228;r um die Frage, welche politische Kraft am besten in der Lage ist, den Status Quo zu sichern.</p>
<p><strong>Ironie der Geschichte: Herausgekommen ist ein mittleres politisches Erdbeben, das das Land ver&#228;ndern wird und die SPD, dessen traditionsreichste Partei, aus den Angeln gehoben hat.</strong> Die Sozialdemokratie liegt darnieder und muss sich unter der F&#252;hrung von Sigmar Gabriel neu aufstellen.</p>
<p>Dass gro&#223;e Koalitionen die R&#228;nder st&#228;rken und es den jeweiligen Partnern schwer machen, ihre Anh&#228;nger zu mobilisieren, ist ein Allgemeinplatz, erkl&#228;rt aber das miserable Abschneiden von SPD und CDU nicht. Die Union hat sich unter Angela Merkel inhaltlich entleert und ihren konservativen Kern – Stichwort Elterngeld, Kritik am Papst, Mindestlohn – aufgegeben. „Mal bin ich liberal, mal bin ich konservativ, mal bin ich christlich-sozial. Und das macht die CDU aus“, so formulierte die Kanzlerin die neue Beliebigkeit und formte die CDU zur Partei in ihrem Antlitz. Damit r&#252;cken die auch vom gr&#252;nen Spitzenpersonal l&#228;ngst nicht mehr ausgeschlossenen schwarz-gr&#252;ne B&#252;ndnisse n&#228;her. Der Preis der Flexibilit&#228;t: die Union unterbot das gemessen an fr&#252;heren Werten miserable Ergebnis von 2005 nochmal.</p>
<p>Einem unklaren Profil geschuldet ist wohl auch das relativ entt&#228;uschende Abschneiden der Gr&#252;nen, die als einzige kleine Partei nicht in der Lage war, von der Schw&#228;che der Gro&#223;en zu profitieren. Fritz Kuhn hat die Zeit der gro&#223;en Volksparteien f&#252;r beendet erkl&#228;rt. Das Problem: als kleinste der Oppositionsparteien haben die Gr&#252;nen so gut wie nicht davon profitiert. Wollen sie sich neue W&#228;hlerschichten erschlie&#223;en, m&#252;ssen sie die Frage kl&#228;ren, wie sie sich k&#252;nftig im Konzert der drei Oppositionsparteien positionieren wollen. Geben die Gr&#252;nen den Kurs der Selbstst&#228;ndigkeit, der die letzten Wahlk&#228;mpfe pr&#228;gte, zu Gunsten einer st&#228;rkeren Orientierung nach links auf? Und gehen damit die Fl&#252;gelk&#228;mpfe wieder los?</p>
<p>Letztere sind in der SPD nach dem Negativrekord-Ergebnis l&#228;ngst ausgebrochen. 2,1 Millionen ehemalige SPD-W&#228;hler sind den Urnen ferngeblieben. Die Tatsache, dass die SPD ihr Schicksal inzwischen mit vielen ihrer vor ein paar Jahren noch fast die gesamte EU regierenden Schwesterparteien in Europa teilt, tr&#246;stet nur auf dem ersten Blick. Denn jenseits der Tatsache, dass all jene Parteien, die vor wenigen Jahren noch den freien Markt, weniger Staat und Deregulierung gepredigt haben, heute schweigen und sozialdemokratische Positionen &#252;bernehmen: die Probleme der SPD sind hausgemacht. Nie gelang es der deutschen Sozialdemokratie, Kapital aus der Wirtschaftskrise zu schlagen, Merkels „Klug aus der Krise“-Wahlkampf etwa durch Thematisierung und Emotionalisierung herrschender Ungleichheit etwas entgegenzusetzen und so ein Bed&#252;rfnis nach Ver&#228;nderung herbeizuf&#252;hren, welches in W&#228;hlerstimmen h&#228;tte umgem&#252;nzt werden k&#246;nnen. Elf Jahre Regierungsbeteiligung haben dies nicht leichter gemacht, doch unm&#246;glich war es nicht.</p>
<p>Eine erfolgreiche Mobilisierung h&#228;tte vorausgesetzt, dass man auch die eigene Partei nicht von Ver&#228;nderungen ausnimmt und gesellschaftliche Realit&#228;ten zur Kenntnis nimmt, statt diese auszublenden oder zur Konstruktion abgehobener Demoskopen und Journalisten zu erkl&#228;ren.<strong> Was Kampfesmut und Stolz vermitteln sollte, wirkte beim Betrachter trotzig, autistisch und – man denke an M&#252;nteferings „Merkel kann schon mal die Koffer packen“ – realit&#228;tsfern.</strong> Warum sollte man es der SPD zutrauen, die Geschicke der gr&#246;&#223;ten und wichtigsten Volkswirtschaft des Kontinents durch die Krise zu steuern, wenn sie noch nicht mal in der Lage ist, ihre eigene Situation realistisch einzusch&#228;tzen?</p>
<p>Statt gebetsm&#252;hlenartig darauf hinzuweisen, dass das Ergebnis am Wahltag anders aussehen werde als in den Umfragen, mithin den Eindruck zu erwecken, man warte nur darauf bis die W&#228;hler wieder auf den sozialdemokratischen Pfad der Tugend zur&#252;ckkehren, h&#228;tte die SPD vor ein paar Monate offen die schwierige Ausgangslage und, ja, manche Fehler der Vergangenheit ansprechen m&#252;ssen.</p>
<p>Die in vielerlei Hinsicht medial verungl&#252;ckte Vorstellung des SPD-Kompetenzteams w&#228;re einer von vielen m&#246;glichen Anlass gewesen, rechtzeitig &#246;ffentlich auf die Reset-Taste zu dr&#252;cken und das Land, Parteimitglieder und Sympathisanten einzuladen, am Projekt einer zur Erneuerung bereiten Sozialdemokratie mitzuwirken. Dabei h&#228;tte man sich weder von den Reformen der Vergangenheit distanzieren noch gegen&#252;ber den Kritikern in Sack und Asche zu gehen m&#252;ssen.</p>
<p>N&#246;tig gewesen w&#228;re vielmehr ein Neustart in Ton und Stil, der den vielen entt&#228;uschten und demotivierten SPD-Anh&#228;ngern das Gef&#252;hl gegeben h&#228;tte, geh&#246;rt und verstanden worden zu sein und es ihnen so m&#246;glich gemacht h&#228;tte, sich wieder mit der Sozialdemokratie zu vers&#246;hnen. Steinmeier hat dies zuletzt, etwa bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor, mit der Aussage, die SPD sei „nicht unfehlbar“, aber verf&#252;ge wenigstens &#252;ber den richtigen „Kompass“, versucht. Aber ein wirklich &#252;berzeugendes Signal, dass man sich der Entt&#228;uschung vieler Anh&#228;nger bewusst ist, diese ernst nimmt und bereit ist, dazuzulernen, hat es nicht gegeben.</p>
<p>Just darin, in einem F&#252;hrungsverst&#228;ndnis, das der eigenen Anh&#228;ngerschaft eine zentrale Rolle einr&#228;umt und Kommunikation nicht als Einbahnstra&#223;e versteht, besteht die wichtigste Lektion des in den vergangenen Monaten viel bem&#252;hten, um nicht zu sagen &#252;berstrapazierten Wahlkampfs Barack Obamas. Obama sucht auch an der Regierung regelm&#228;&#223;ig den Dialog mit seinen W&#228;hlern – nicht aus hehren demokratiepolitischen Motiven, sondern vor allem aus Kalk&#252;l: um sich die Unterst&#252;tzung seiner Anh&#228;nger zu sichern und um die aggressive Kritik der konservativen Rechten zu kontern, die den Pr&#228;sidenten wahlweise als Kommunisten, Faschisten oder geb&#252;rtigen Keniaer diffamiert, der folglich kein legitimer US-Pr&#228;sident sein k&#246;nne.</p>
<p><strong>Obamas Strategie zugrunde liegt die Erkenntnis, dass politische F&#252;hrung aus zwei Akteuren besteht: </strong>Dem F&#252;hrenden auf der einen und seinen potentiellen Anh&#228;ngern auf der anderen Seite. Erst der imagin&#228;re Pakt, den beide schlie&#223;en, macht den F&#252;hrenden zum F&#252;hrenden und die Anh&#228;nger zu Anh&#228;ngern. Das hei&#223;t nicht, dass sich der F&#252;hrende in jeder Einzelfrage von den Pr&#228;ferenzen seiner Anh&#228;nger abh&#228;ngig machen muss, schlie&#223;lich geh&#246;rt es zum Wesen der Repr&#228;sentation, dass die F&#252;hrenden im Namen ihrer Anh&#228;nger aber ohne deren bindenden Auftrag handeln.</p>
<p>Doch F&#252;hrung erfordert den kontinuierlichen Dialog, damit sich F&#252;hrender und Gef&#252;hrte stets die Grundlagen ihrer Beziehung &#252;bermitteln und deren bestehende G&#252;ltigkeit &#252;berpr&#252;fen k&#246;nnen. Just diesen Dialog pflegt Obama mit seinen Anh&#228;ngern und der US-&#214;ffentlichkeit insgesamt auch nach der Wahl. Auf Grundlage dieses „neuen Gesellschaftsvertrags“ konnte sich Obama nach Amtsantritt diverse Male bei seinen Anh&#228;ngern &#246;ffentlich f&#252;r Fehler entschuldigen. <strong>Solche Schuldeingest&#228;ndnisse waren bei der noch aktuellen SPD-Spitze nicht vorstellbar. </strong>Selbst am Montag nach der Wahl reklamierte sie F&#252;hrung – &#252;ber den &#220;bergangsprozess – und den Anspruch, eine Partei zu vertreten, deren Mitglieder sich l&#228;ngst und sp&#252;rbar von ihr abgewandt hatten.</p>
<p>Angesichts ihrer nachlassenden Bindungskraft geht es auch f&#252;r die deutschen Parteien immer mehr darum, die von ihnen getroffenen Entscheidungen nicht nur ex-post an die B&#252;rger zu vermitteln, sondern sie im kommunikativen Austausch nach innen und au&#223;en zu erarbeiten und zu begr&#252;nden. M&#252;nteferings Kurz-Satz-Reden dagegen hallte immer ein „genug gequatscht“ nach.</p>
<p>Tempi passati. Die zuk&#252;nftige Parteif&#252;hrung um Sigmar Gabriel steht vor der Herausforderung einen Dialog mit Parteimitgliedern, Anh&#228;ngern und der breiten &#214;ffentlichkeit in Gang zu setzen, der nicht nur die Frage der &#214;ffnung zur Linkspartei zum Inhalt hat, sondern auch das Selbstverst&#228;ndnis und den modus operandi der Sozialdemokratie insgesamt. Man muss hier gar nicht Obama bem&#252;hen. Es reicht der Blick auf die eigene Parteigeschichte. Denn es war Willy Brandt, der wie kaum ein anderer auf die F&#228;higkeiten von Mitgliedern und Funktion&#228;ren setzte und sie einlud, Initiative zu ergreifen und Teil eines gemeinsamen Projektes zu sein. Die SPD braucht ein neues Zentrum, das unter F&#252;hrung mehr versteht als Autorit&#228;t, Gefolgschaft und Disziplin.
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		<title>Au revoir citoyen: Der Siegeszug des Wahlkonsumenten.</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 13:27:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mark T. Fliegauf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das oft beklagte politische Desinteresse ist nicht einfach die Schuld der Parteien. Der Citoyen wird abgel&#246;st vom Politik-Konsumenten, der mit Kampagnen-H&#228;ppchen bedient werden will, anstatt mitzugestalten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/b7772fa553b7ccef31ffc092695304" alt="" width="1" height="1" />Am 27. September ist Bundestagswahl – so what? Diesen Eindruck muss zumindest derjenige Beobachter haben, der dieser Sommertage mit offenen Augen durch die Republik l&#228;uft. Denn au&#223;er in den Parteih&#228;usern und einigen Redaktionsr&#228;umen scheint sich niemand wirklich f&#252;r den anstehenden Urnengang zu interessieren. Nun k&#246;nnte man in den allgegenw&#228;rtigen Chor jener einfallen, die das allgemeine politische Desinteresse auf die fortschreitende Entfremdung der Parteien vom Volke zur&#252;ckf&#252;hren, die Banketts f&#252;r Spitzenmanager ausrichten, anstatt sich um die Belange ihrer B&#252;rger zu k&#252;mmern.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="JUSTIFY"><span lang="de-DE">Doch es muss einmal die Frage erlaubt sein: Welcher B&#252;rger? Denn der <strong>Citoyen</strong>, der </span><span style="color: #000000;"><span lang="de-DE">aktiv und eigenverantwortlich am politischen Geschehen teilnimmt, scheint mittlerweile weitestgehend abgel&#246;st von einer neuen Spezies: dem <strong>Konsumenten</strong>. Dieser will bedient werden – schlie&#223;lich bezahlt er ja Steuern –, ohne dabei irgendwelchen eigenen Aufwand in Kauf nehmen zu m&#252;ssen. Damit f&#252;gt sich der (immer &#246;fter: Nicht-)W&#228;hler perfekt in die bundesdeutsche Medienrepublik ein, in der nach Gunter Hofmann <a href="http://www.zeit.de/2005/35/Mediendemokratie">alles erlaubt ist</a> – mit Ausnahme des Mitmachens. </span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="JUSTIFY"><span style="color: #000000;"><span lang="de-DE">Der W&#228;hler folgt brav und stellt die politische Partizipation – ob nun im Ortsverein, Stadtparlament oder einer </span></span><span lang="de-DE">B&#252;rger</span><span style="color: #000000;"><span lang="de-DE">initiative – bisweilen teilweise, weitaus &#246;fter sogar g&#228;nzlich ein. Stattdessen konsumiert er auf der heimischen Couch die </span></span><span lang="de-DE">sorgsam </span><span lang="de-DE">entworfenen<em> </em></span><span lang="de-DE">Kampagnen und Statements, die ihm einzelne Politiker &#8211; ganz im Stile der Werbung &#8211; schlagwortartig verpackt und in leicht verdaulichen H&#228;ppchen verabreichen. Wenn es ihm dann zuviel wird, schaltet er einfach um. Auf dieselbe Art und Weise votiert er sich im vierj&#228;hrlichen Abstand  durch die Parteienlandschaft, </span><span style="color: #000000;"><span lang="de-DE">je nachdem welches politische Sonderangebot seinem Eigeninteresse gerade am dienlichsten zu sein scheint. Und wenn sich das vermeintliche Schn&#228;ppchen als <strong>elektoraler Fehleinkauf</strong> erweist, brandmarkt der W&#228;hler reflexartig das Fehlverhalten der Elite. </span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" align="JUSTIFY"><span style="color: #000000;"><span lang="de-DE">Gleichg&#252;ltig ob nun die Medien die Politik kolonisiert haben oder umgekehrt: Dem <strong>B&#252;rger a.D.</strong> blieb und bleibt auch weiterhin stets die Wahl, diesen Prozess tatenlos hinzunehmen oder ihm entgegenzusteuern. Er hat sich bislang f&#252;r die erste Option entschlossen, womit sich der Kreis zwischen Politikverdrossenheit und Ackermann-Sause schlie&#223;t. Das amerikanische Beispiel bietet Hoffnung, wie dieser Ring – gerade durch digitale </span></span><span style="color: #000000;"><span lang="de-DE"><em>grassroots</em></span></span><span style="color: #000000;"><span lang="de-DE">-Bewegungen – durchbrochen werden kann. Doch dazu bedarf es des <strong>Engagements</strong> statt der Konsumenten-Mentalit&#228;t. Denn in den Worten des legend&#228;ren amerikanischen Kulturkritikers George Carlin: „</span></span><span style="color: #000000;">If you have selfish, ignorant citizens, you&#8217;re going to get selfish, ignorant leaders.”</span></p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=13794&amp;md5=b7c8c1bce754ec132e3a5a7063bb9725" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die FTD hat es vorgemacht: Wahlempfehlungen sollten kein Tabu sein</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Mar 2009 18:39:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Lange</dc:creator>
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		<description><![CDATA[2002 hat die Financial Times Deutschland erstmals eine Wahlempfehlung abgegeben. Sie hat daf&#252;r viel Kritik einstecken m&#252;ssen. Dabei ist nicht zu verstehen, warum Redakteure f&#252;r Hintergr&#252;nde und Meinungsbildung zust&#228;ndig sein sollen - im letztlich entscheidenden Punkt aber keine Meinung vertreten sollen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/492c886432bf41434758ec16a210f2" width="1" height="1" alt=""/><br />
Vor der Bundestagswahl 2002 hat die Financial Times Deutschland erstmals eine <a href="http://www.ftd.de/meinung/kommentare/21847.html">Wahlempfehlung</a> abgegeben. Bis heute ist sie die einzige deutsche Zeitung, die dies praktiziert hat. Die Bundestagswahl 2009 gibt die Gelegenheit, dar&#252;ber noch einmal zu diskutieren.</p>
<p>Warum eigentlich nicht? Warum sollten Zeitungen keine Wahlempfehlungen abgeben? Bereits vor den Bundestagswahlen 2002 und 2005 hat Deutschland schon dar&#252;ber <a href="http://www.welt.de/print-welt/article411877/FTD_bricht_mit_Wahlempfehlung_jahrzehntelanges_Tabu.html">diskutiert</a>, ob die &#8220;Financial Times Deutschland&#8221; richtig handelt, wenn sie sich zur Wahl einer Partei bekennt. Die Zeitung hat daf&#252;r <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,214303,00.html">Kritik</a> einstecken m&#252;ssen. &#8220;Missionarisch&#8221; sei eine solche Empfehlung, fand Hans Leyendecker von der &#8220;S&#252;ddeutschen Zeitung&#8221;, und der Medienwissenschaftler Siegfried Weischenberg sprach von &#8220;Bevormundung&#8221; der Leser. Seltsam: Da leben wir in einer Demokratie, und eine Redaktion lebt vor, wie sie nach eingehender politischer Diskussion Stellung bezieht &#8212; und wird daf&#252;r gescholten. Dabei ist Meinungspluralismus einer der Grundpfeiler unserer Demokratie, <strong>warum um Himmels Willen sollten Redakteure einer Zeitung dann so tun, als h&#228;tten sie im letztlich entscheidenden Punkt keine Meinung?</strong><br />
Nun mag man einwenden, dass es die Aufgabe der Journalisten sei, zu recherchieren, Hintergr&#252;nde darzustellen und damit die Basis f&#252;r die Meinungsbildung der Leser zu schaffen. Sofern die Redaktion aber die Grundregel beachtet, zwischen <strong>Nachricht</strong> und <strong>Meinung</strong> zu trennen, stellt sich die Frage, warum es zul&#228;ssig sein soll, die Politik einer Partei zu kommentieren und zu bewerten &#8212; unzul&#228;ssig aber, dann konsequenterweise auch ihre Wahl zu empfehlen oder davon abzuraten. Nur Mut zur Offenheit, Zeitungsmacher! Die Leser werden kaum glauben, sie hielten nun ein <strong>Parteiblatt</strong> in den H&#228;nden.</p>
<p><em>Sebastian Lange ist Chefredakteur des Fachmagazin &#8220;<a href="http://www.politik-kommunikation.de/redaktion">Politik &amp; Kommunikation</a>&#8220;.</em><br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
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		<title>Politiker in der Medienfalle</title>
		<link>http://carta.info/6579/politiker-in-der-medienfalle-guttenberg/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Mar 2009 16:39:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Spreng</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politische Kommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Umgang mit den Medien ist f&#252;r Politiker eine Gratwanderung. Einerseits brauchen Sie die Medien zur Vermittlung ihrer Politik und zur pers&#246;nlichen Profilierung, andererseits k&#246;nnen die Medien das von ihnen geschaffene Image auch schnell wieder zerst&#246;ren. Allerdings muss der Politiker dazu die Hand reichen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="entry">
<p>Zwei f&#252;hrende Politiker sind in dieser Woche in die Medienfalle geraten. Der eine ist Wirtschaftsminister zu Guttenberg, der derzeitige Medien-Liebling. Dass er von den Journalisten hoffiert und bewundert wird, ist verst&#228;ndlich, denn der Politik mangelt es an charismatischen Figuren mit Star-Appeal. Die Medien aber wollen, wenn man ihnen den kleinen Finger reicht, gleich die ganze Hand.  So auch bei zu Guttenberg, der dem Dr&#228;ngen der Fotografen nachgab und sich in New York auf dem Times Square mit ausgebreiteten Armen in Hollywood-Pose ablichten lie&#223;. <strong>Ein fatales Foto, das so gar nicht zur Wirtschafts- und Finanzkrise passt, das von Opfern dieser Krise als Verh&#246;hnung empfunden werden kann</strong>. Prompt kommt auch schon die erste Medien-H&#228;me, so in der “S&#252;ddeutschen” unter der &#220;berschrift: “Der kleine Baron in der gro&#223;en Stadt”.</p>
<div id="attachment_6580" class="wp-caption aligncenter" style="width: 599px"><a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/460/462080/text/"><img class="size-full wp-image-6580" style="border: 1px solid black;" title="bild-3" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/03/bild-3.png" alt="dfsdf" width="589" height="460" /></a><p class="wp-caption-text">Der kleine Baron in der gro&#223;en Stadt: &quot;Das Foto k&#246;nnte der Anfang einer Trendwende sein&quot; (Ausriss Sueddeutsche.de)</p></div>
<p>Wenn Guttenberg Pech hat, dann k&#246;nnte dieses Foto der Anfang einer Trendwende in den Medien sein. Denn die Medien schreiben einen Politiker genauso schnell wieder herunter wie sie ihn hochgeschrieben haben. Schr&#246;der und Merkel k&#246;nnen ein Lied davon singen. Sie sind schon mehrmals im Medien-Paternoster hoch und wieder herunter gefahren. Es m&#252;ssen nur zwei, drei Gro&#223;journalisten die Trendwende verk&#252;nden und die Meute folgt ihnen. <strong>Die meisten Journalisten, auch die Berliner, sind Herdentiere, die Leitw&#246;lfen folgen</strong>. Guttenberg kann vorerst noch Gl&#252;ck haben, weil die Medien seinen Star-Appeal noch nicht v&#246;llig ausgebeutet haben, aber das Foto vom Times Square wird in den kommenden Monaten h&#228;ufiger zu sehen sein, als dem Minister lieb sein kann.</p>
<p>Der zweite, der in die Medienfalle ging, war Th&#252;ringens Ministerptr&#228;sident Althaus. Sein <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2009/03/16/dieter-althaus/im-interview-ueber-den-skiunfall-und-die-politik.html">“Bild”-Interview</a>, als Demonstration von Kraft geplant, legt in Wirklichkeit <strong>seinen Schw&#228;chen</strong> offen. Einerseits ist er zu krank, um am CDU-Parteitag teilzunehmen, er konnte nicht einmal eine Video-Botschaft schicken, anderseits spielt er in “Bild” den starken Mann. Eine <strong>schlechte Inszenierung</strong> und eine kontraprodutive dazu, weil sie sich selbst entlarvt. Und Althaus machte einen zweiten schweren Fehler: er nutzte das Interview zu Angriffen auf den politischen Gegner, den die CDU noch kurz zuvor um Fairness mit dem angeschlagenen Ministerpr&#228;sidenten gebeten hatte. <strong>Damit beendete Althaus die Schonfrist und er&#246;ffnete den Wahlkampf, ohne an ihm teilnehmen zu k&#246;nnen</strong>, weil er nat&#252;rlich nach wie vor zu krank daf&#252;r ist.</p>
<p>Rudolf Scharping hat sich einst f&#252;r einen Fotografen der “Bild am Sonntag” den Bart abrasiert. Es dauerte nicht lange, dann war auch politisch der Bart ab (mehr <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/foto/_bin/index.php/Berliner+Zeitung/politik_mit_und_ohne_bart/12">hier</a> und <a href="http://www.welt.de/print-welt/article473398/Politik_mit_und_ohne_Bart.html">hier</a>).</p>
<p>Auch zu diesem Thema:<a href="http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Guttenberg-in-den-USA-Pop-und-Pose-am-Times-Square/488276.html"></a></p>
<p>&#8211; <a href="http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Guttenberg-in-den-USA-Pop-und-Pose-am-Times-Square/488276.html">Pop und Pose am Times Square</a> (FTD)</p>
<p>&#8211; <a href="http://www.tagesschau.de/inland/deppendorfswoche242.html">Deppendorfs Woche</a> (Tagesschau.de)</p>
<p>&#8211; <a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/460/462080/text/">Der kleine Baron in der gro&#223;en Stadt</a> (S&#252;ddeutsche Zeitung)</p>
<p>&#8211; <a href="http://meedia.de/nc/background/meedia-blogs/alexander-becker/alexander-becker-post/article/peinliche-kopie--althaus-macht-den-obama_100018762.html?tx_ttnews[backPid]=1688&amp;cHash=508a26b6a5">Peinliche Kopie: Althaus macht den Obama</a> (Meedia)</p>
<p>Michael Spreng bloggt unter <a href="http://www.sprengsatz.de/">Sprengsatz</a>, wo auch der hier mit freundlicher Genehmigung des Autors zweitver&#246;ffentlichte <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=874">Beitrag</a> erschien.</div>
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<a href="http://carta.info/6579/politiker-in-der-medienfalle-guttenberg/">Politiker in der Medienfalle</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/6579/politiker-in-der-medienfalle-guttenberg/#comments">6 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=6579&amp;md5=cc6b904a21fa2a7e21a43cc72bd94b09" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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