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	<title>CARTA &#187; Parteien</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>ZDF-Mitarbeiter fordern: „Freiheit f&#252;r das Zweite!“</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 17:03:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie unl&#228;ngst beim &#214;sterreichischen Rundfunk (ORF) scheint sich nun auch im ZDF eine sender-interne Protestbewegung zu formieren. Noch anonym, noch sehr klein, aber immerhin. Carta dokumentiert den Aufruf der Emp&#246;rten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das <em>ZDF</em> hat Sorgen. Es f&#252;hlt sich ein wenig wie das Aschenputtel unter den &#214;ffentlich-Rechtlichen. Es wird von den B&#252;rgern zu wenig beachtet und von den Medienjournalisten gern herumgeschubst. Nun soll es auch noch „massive Einschnitte im Personalbereich“ geben.</p>
<p>Zum Jahreswechsel versuchte deshalb der stellvertretende Chefredakteur des <em>ZDF</em>, Elmar Theve&#223;en, sein Team in einem fast verzweifelt klingenden Aufmunterungsbrief aus der drohenden Depression zu holen. Mit ausgiebigem Schulterklopfen f&#252;r die tollen Leistungen der Kollegen und einem wohlgef&#228;lligen Blick auf das neue „revolution&#228;re Nachrichtenstudio“ hoffte er, den „zerm&#252;rbenden Def&#228;tismus“, der sich im Sender breitgemacht habe, eind&#228;mmen zu k&#246;nnen. Auch ein passendes Kafka-Zitat wird bem&#252;ht. Ob diese Seelenmassage hilft?</p>
<p>Schon meldet sich eine senderinterne Opposition zu Wort, die dem „Landratsamt vom Lerchenberg“ neues Leben einhauchen will. Zwar k&#246;nnen die jungen <em>ZDF</em>-Mitarbeiter (aus R&#252;cksicht auf ihre Vertr&#228;ge) dem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=o6SzZmMNfNg">mutigen Beispiel</a> der offen auftretenden <em>ORF</em>-Kollegen (noch) nicht folgen, doch sammeln sie schon mal ihre Truppen. &#220;ber einen anonymisierten Mail-Account ging der Kassiber „Freiheit f&#252;r das Zweite“ an potentielle Mitstreiter. Der erste R&#252;cklauf, so ein Sprecher der Gruppe gegen&#252;ber <em>Carta</em>, sei ermutigend.</p>
<p>Hier der Wortlaut des Briefs:</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p><em>Liebe Kollegen,</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Schade, das ein <a href="http://www.youtube.com/watch?v=o6SzZmMNfNg">solcher Protest</a> beim ZDF nicht m&#246;glich ist. Wie sagte doch Nikolaus Brender im <a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,679247,00.html">SPIEGEL</a>: &#8220;Parteipolitische Methodik droht gerade den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk zu okkupieren&#8221; und &#8220;(es gibt ein) Spitzelsystem, das davon lebt, dass Redakteure den Parteien Senderinterna zutragen&#8221;.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Die Verh&#228;ltnisse, die beim ORF den Protest ausl&#246;sten, lassen sich &#8220;eins zu </em><em>eins&#8221; auf das ZDF &#252;bertragen. Auch hier gibt es politische Einflussnahme und eine &#252;bergro&#223;e N&#228;he mancher Journalisten zur Politik (allein zwei ZDFler wurden als Kandidaten f&#252;r Sprecher-Posten in der Bundesregierung genannt – einer ist es ja dann geworden).</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Auch der Wechsel eines ehemaligen Staatskanzlei-Chefs auf einen Direktorenposten sowie die Spekulationen um einen erneuten Wechsel eines noch amtierenden Staatskanzlei-Chefs auf eine Verwaltungs-Position bleiben unkommentiert. </em><em>Dies alles hat, wenn &#252;berhaupt, nur leisen Protest ausgel&#246;st.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Wir paar jungen Nachwuchs-ZDFler m&#252;ssen leider anonym bleiben, um unsere (meist befristeten/wackligen) Vertr&#228;ge nicht zu gef&#228;hrden. WIR m&#246;chten auch noch in ein paar Jahren in einem (nahezu) unabh&#228;ngigen ZDF arbeiten. </em><em>Wobei WIR niemals mehr so hohe Pensionsanspr&#252;che werden verjubeln k&#246;nnen, wie es den Hierarchen, die ein Filz-System im Haus aufgebaut haben, m&#246;glich ist.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</em></p>
<p><em>Das &#8220;Freiheit-f&#252;r-das-Zweite&#8221;-Team</em></p></blockquote>
<p>&nbsp;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=40965&amp;md5=f1679d0454f2bc61a84143bbaafb8a85" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die SPD und die Vorratsdatenspeicherung. Ein Lehrst&#252;ck</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 10:28:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[innerparteiliche Demokratie]]></category>
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		<category><![CDATA[SPD]]></category>
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		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie kann man einen Parteitag so hinbiegen, dass er richtig entscheidet? Warum sind sich innerparteiliche Demokratie und Antragskommissionen oft spinnefeind? Der schwelende Konflikt um die Vorratsdatenspeicherung ist ein Lehrst&#252;ck dar&#252;ber, wie Parteien gelenkt werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>F&#252;r den Bundesparteitag der SPD, der vom 4. bis 6. Dezember in Berlin stattfindet, haben die Jungsozialisten einen Antrag eingereicht – den Antrag Nummer 29. Er lautet kurz und knapp: „Vorratsdatenspeicherung ablehnen!“</p>
<p>Dieser Antrag wird von zahlreichen anderen Parteigliederungen unterst&#252;tzt. Doch auf dem Weg durch die Antragskommission &#228;ndert sich der Antrag auf wunderliche Weise in sein Gegenteil. Dank eines kleinen Ortsvereins aus Hamburg&#8230;</p>
<p><em><a href="http://www.wolfgangmichal.de/?p=1277">Und hier geht’s zum ganzen Beitrag </a></em></p>
<p>&nbsp;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=40825&amp;md5=d77ac66a8065ed8bd1c14f625067d784" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hamburg-Wahl: Die Benachteiligten haben resigniert</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Feb 2011 10:42:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bürgerschaftswahl]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Olaf Scholz]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlanalyse]]></category>

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		<description><![CDATA[Olaf Scholz war am Wahlabend ungew&#246;hnlich ernst und hanseatisch unterk&#252;hlt. Das hat seinen Grund. Die Stadtgesellschaft zerf&#228;llt. Eine Kurz-Analyse der Hamburg-Wahl in 10 Schritten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1. Gemessen an der Zahl der 1.254.638 Hamburger Wahlberechtigten erzielten die Parteien in Hamburg folgende Ergebnisse: <strong>Nichtw&#228;hler: 43,0 %,</strong> SPD 27,5 %, CDU 12,5 %, Gr&#252;ne 6,4 %, FDP 3,8 %, Linke 3,6 %, Piraten 1,2 %, NPD 0,5 %. Das hei&#223;t, es haben mehr Menschen nicht gew&#228;hlt, als SPD und CDU zusammen an W&#228;hlern auf sich vereinigen konnten.</p>
<p>2. Die <strong>Wahlbeteiligung</strong> schwankte zwischen mageren 44,9 Prozent im s&#252;dlichen Wahlkreis Wilhelmsburg und sehr beachtlichen 70,5 Prozent im gutb&#252;rgerlichen und n&#246;rdlichsten Wahlkreis Alstertal/Waldd&#246;rfer (wo Hamburg nicht nur die niedrigste Arbeitslosenrate und die niedrigste Quote an Hartz-IV-Empf&#228;ngern aufweist, sondern auch die niedrigste Kriminalit&#228;tsrate hat). Wie schon bei der Volksabstimmung zur umstrittenen Schulreform gingen die gutbetuchten Hamburger B&#252;rger eher zur Wahl als die &#228;rmeren im S&#252;den der Stadt. Man k&#246;nnte dies auch als Misstrauensvotum gegen den so genannten <a href="http://www.sprung-ueber-die-elbe.de/">„Sprung &#252;ber die Elbe“</a> deuten: <strong>Die Anbindung der s&#252;dlichen Stadtteile an die Hansestadt ist dem schwarz-gr&#252;nen Senat gr&#252;ndlich misslungen.</strong></p>
<p>3. Ihr schlechtestes Ergebnis erzielten die <strong>Gr&#252;nen</strong> (und zwar nicht nur wegen des Kohlekraftwerks Moorburg und der geplanten <a href="http://www.magda.de/76/back/26/artikel/die-neue-reichsautobahn/">Stadtautobahn</a>) im s&#252;dlichen Wahlkreis Wilhelmsburg (6,7 Prozent) und in Rahlstedt (6,8 Prozent), ihre besten Ergebnisse erreichten sie in den b&#252;rgerlichen oder studentisch-alternativen Milieus in Rotherbaum, Harvestehude, Eimsb&#252;ttel (18,5 Prozent) und Altona (17,6 Prozent).</p>
<p>4. Die <strong>CDU</strong> erreichte nur noch in den Wahlkreisen der „Reichen“,  Alstertal/Waldd&#246;rfer (29,6 Prozent), Blankenese (26,6 Prozent) und S&#252;derelbe (26,9 Prozent) ein halbwegs anst&#228;ndiges Ergebnis. In Mitte (15,8 Prozent) und Altona (13,7 Prozent) hat sie den Status der Volkspartei eingeb&#252;&#223;t. Ole von Beust ist der eigentliche Verlierer der Wahl.</p>
<p>5. Auch die Hochburgen der <strong>FDP</strong> liegen &#8211; wenig &#252;berraschend – in den „besseren“ Wahlkreisen Blankenese (10,6 Prozent), Alstertal/Waldd&#246;rfer (10,3 Prozent) und Eppendorf/Winterhude (8,5 Prozent). In Wilhelmsburg (4 Prozent), Harburg (4 Prozent) und Mitte (4,4 Prozent) kriegt sie dagegen keine Schnitte.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="500" height="500" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/02/DSC01071.jpg" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="500" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/02/DSC01071.jpg"></embed></object></p>
<p><em>Das Tor zum S&#252;den (hier die Alte Elbbr&#252;cke) muss die Regierung erst noch finden.</em></p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>6. Die <strong>SPD</strong>, die &#252;berall enorm zulegte, erreichte ihre besten Ergebnisse in den kleinb&#252;rgerlich gepr&#228;gten Stadtgebieten Bramfeld/Farmsen (54,2 Prozent), Fuhlsb&#252;ttel-Alsterdorf (51,2 Prozent) und Rahlstedt (51 Prozent), wo man bei fr&#252;heren Wahlen eher der CDU zuneigte, aber auch im angenehm weitl&#228;ufigen Bergedorf (50,2 Prozent). &#220;berdurchschnittliche Ergebnisse erzielte die Scholz-SPD des weiteren in den s&#252;dlichen Stadtvierteln Harburg (51,2 Prozent) und Wilhelmsburg (54,3 Prozent), wo man sich von der Politik seit langem vernachl&#228;ssigt f&#252;hlt. Die gro&#223;sprecherische „Leuchtturmpolitik“ der CDU (Elbphilharmonie) ist in diesen bodenst&#228;ndigen (und zum Teil von sozialem Abstieg bedrohten) Bezirken wohl als Veralberung empfunden worden.</p>
<p>7. Die <strong>Linken</strong> erreichten ihre besten Ergebnisse in Altona (11,2 Prozent) sowie in den von Hafenbetrieben gepr&#228;gten Vierteln des Wahlkreises Mitte (10,3 Prozent). Eine Ausdehnung ihrer Milieus nach Norden ist den Linken nicht gelungen.</p>
<p>8. Die <strong>Piraten</strong> erzielten &#8211; genau wie die Linken – vor allem in dem von Migranten und Subkulturen gepr&#228;gten Wahlkreis Altona (3,1 Prozent) und im Wahlkreis Mitte (3,8 Prozent) ihre Rekord-Ergebnisse. Insgesamt konnten die Piraten ihren Stimmenanteil gegen&#252;ber der letzten Wahl fast verzehnfachen, in absoluten Zahlen nimmt sich ihr Erfolg aber noch immer bescheiden aus.</p>
<p>9. Die Rechte ist offenbar nicht zur Wahl gegangen. Die sehr flachen „Hochburgen“ der <strong>NPD</strong> finden sich traditionell in den s&#252;dlichen Wahlkreisen Wilhelmsburg (1,8 Prozent) und Harburg (1,6 Prozent).</p>
<p>10. Fazit: Die Stadtgesellschaft f&#228;llt immer st&#228;rker auseinander. Das Ziel des wortkargen Wahlsiegers Olaf Scholz wird es sein m&#252;ssen, die Einwohner der s&#252;dlichen Bezirke in die Gesamtpolitik der k&#252;nftigen „Metropolregion Hamburg“ zu integrieren. <strong>Die Rathaus-Politik muss transparenter werden, und die B&#252;rger m&#252;ssen k&#252;nftig mehr mitentscheiden k&#246;nnen, ansonsten wird die Reorganisation des gesellschaftlichen Zusammenhalts nicht gelingen</strong>.</p>
<p>(Quelle f&#252;r die Wahlergebnisse: <a href="http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&amp;wahl=77&amp;frame=true">Statistikamt Nord</a>, Landesliste Gesamtstimmen, Wahlkreise)</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em><a href="http://www.magda.de/76/back/26/artikel/die-resignation-der-benachteiligten/">Crosspost</a> vom Magazin der Autoren </em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38492&amp;md5=3dccd93f9e787f3d023e503d0b57446a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Politik und Internet seit 2008: &#8220;politik digital. Online zum W&#228;hler&#8221; als Buch</title>
		<link>http://carta.info/34511/politik-und-internet-seit-2008-politik-digital-online-zum-waehler-als-buch/</link>
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		<pubDate>Wed, 29 Sep 2010 13:48:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Carta pr&#228;sentiert drei Ausz&#252;ge aus dem Buch "politik digital. Online zum W&#228;hler" - mit so verhei&#223;ungsvollen Titeln wie "Im Maschinenraum der Zensursula-Kampagne" oder "Die neue politische Klasse". Den Anfang macht: "Parteien reloaded" mit einem Blick auf die au&#223;erparteilichen Unterst&#252;tzerorganisationen in den USA, die gerade vor den anstehenden Midterm-Wahlen an Bedeutung gewinnen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/27b45b8faf074544b742fabf2a6f5195" alt="" width="1" height="1" />In meinem Buch &#8220;<a href="http://www.katrin-blumenkamp.de/home/propoldi.html">politik digital. Online zum W&#228;hler</a>&#8221; nehme ich eine Bestandsaufnahme der Entwicklungen im politischen Teil des Internet seit der US-Pr&#228;sidentschaftswahl 2008 vor: Auf den &#8220;Obama-Effekt&#8221; folgten das deutsche Superwahljahr mit der Zensursula-Kampagne und dem Aufstieg der Piratenpartei.</p>
<p>Soziale Netzwerke und Echtzeitkommunikation geh&#246;ren seitdem zum festen Bestandteil politischer Kommunikation &#8211; doch formiert sich dadurch wirklich eine neue politische Klasse? Sicher ist, dass die Auswirkungen nicht nur online sp&#252;rbar sind: angesichts sinkender Mitgliederzahlen und einer zunehmenden Wahlm&#252;digkeit geraten zuk&#252;nftige Entwicklungspfade der Parteien ebenso in den Blick wie Fragen nach einer mediengest&#252;tzten Modernisierung des W&#228;hlens.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/poldi-cover.jpg"><img class="size-full wp-image-34559 alignright" title="poldi-cover" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/poldi-cover.jpg" alt="" width="150" height="238" /></a>Auf <em>Carta</em> ver&#246;ffentliche ich in den n&#228;chsten Tagen drei kurze Ausz&#252;ge daraus: im Abschnitt &#8220;<strong>Parteien reloaded? Die Entwicklung in den USA</strong>&#8221; geht es um den sich vor den Midterm-Elections gerade voll entfaltenden Kampf zwischen &#8220;Online-Linken&#8221; und &#8220;Online-Rechten&#8221;. Im Mittelpunkt stehen dabei &#8220;Organizing for America&#8221;, die aus der Obama-Kampagne entstandene demokratische Vorfeldorganisation und die &#8220;Tea Party Patriots&#8221; als deren Gegenst&#252;ck im konservativen Spektrum.</p>
<p>Der zweite Abschnitt ist der Einstieg in das Kapitel &#8220;<strong>Die neue politische Klasse</strong>&#8220;: Hier stelle ich mit Markus Beckedahl, Sascha Lobo und Constanze Kurz drei Vertreter der &#8220;digitalen Intelligenz&#8221; vor, die mittlerweile wichtige Akteure einer neuen politischen &#214;ffentlichkeit geworden sind. Dieses Trio steht dabei f&#252;r die m&#246;glichen Folgen der &#8220;Architektur der Partizipation&#8221;, die Tim O´Reilly in seinem Grundlagentext zum Web 2.0 skizziert hat.</p>
<p>Der dritte Auszug nimmt eine &#8220;historische Perspektive&#8221; ein. Die Passage &#8220;<strong>Im Maschinenraum der Zensursula-Kampagne</strong>&#8221; beschreibt die Entstehung des Hashtags &#8220;#zensursula&#8221; und damit den Beginn der gleichnamigen Kampagne. Profitieren konnte davon zun&#228;chst die Piratenpiratei, inzwischen ist auch deutlich geworden, dass an dieser Stelle das Politikfeld der &#8220;Netzpolitik&#8221; seine Wurzeln hat.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Hier nun der erste Auszug:</p>
<p><strong>Parteien reloaded? Die Entwicklung in den USA</strong></p>
<p>Dass die hierzulande in die Jahre gekommene Organisationsform vielleicht doch noch eine Zukunft hat, zeigt sich in den USA, wo Parteiorganisationen jahrhundertelang nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben. In einer &#252;berraschenden Wendung scheint gerade dort die Zersplitterung politischer &#214;ffentlichkeit im Verbund mit den M&#246;glichkeiten individuali­sierbarer politischer Kommunikation und Beteiligung neue politische Vergemeinschaftungsformen hervorzubringen.</p>
<p>So ist aus den &#252;ber die Website <a href="http://my.barackobama.com">My.BarackObama.com</a> registrierten Wahlkampf-­Unterst&#252;tzern die Vereinigung »Organizing for America« (OFA) hervorgegangen: eine Art B&#252;rgerverband, der sich seitdem als eine zweite Parteibasis neben der klassischen Partei­b&#252;rokratie der Demokraten im eher linken, progressiven politischen Spektrum etabliert hat. Oberstes Ziel der OFA ist die Begleitung der pr&#228;sidentiellen Agenda, sichtbar zum Beispiel bei der Durch­setzung der Gesundheitsreform.</p>
<p>Immer wieder hatte sich Obama &#252;ber das OFA-Netzwerk an die Unterst&#252;tzer gewandt und um R&#252;ckhalt f&#252;r seine Ideen geworben. Direkt aus dem Wei&#223;en Haus h&#228;tte der Pr&#228;sident dies nicht tun d&#252;rfen – »Organizing For America« als im Wortsinn »virtuelle Partei­b&#252;rokratie« fungiert hier im Sinne einer Hilfskonstruktion, die den Zugriff auf einen E-Mail-Verteiler mit einer Gr&#246;&#223;en­ordnung im zwei­stelligen Millionenbereich m&#246;glich macht. Charles ­Homans, Autor f&#252;r das Fachjournal Washington Monthly, h&#228;lt die netzbasierte Unterst&#252;tzerstruktur f&#252;r so etwas wie die »Obama-­Partei«.</p>
<p>Falsch ist diese Einsch&#228;tzung sicher nicht. Im ganzen Land haben sich auch nach der Wahl Freiwillige gefunden, die in ihrem pers&#246;nlichen Umfeld die Werbetrommel f&#252;r den Pr&#228;sidenten und seine Politik r&#252;hren. Es wird noch immer zu Nachbarschaftsabenden geladen, an T&#252;ren geklopft und zur Kontaktaufnahme mit Kongressmitgliedern aufgerufen. »Wir haben eine leistungsf&#228;hige und nachhaltige Infrastruktur aufgebaut, in jedem Bundesstaat, sogar in jedem Wahlbezirk des Kongresses gibt es Unterst&#252;tzer«, betont Jeremy Bird, stellvertretender OFA-Direktor.</p>
<p>Die Unterorganisationen auf regionaler Ebene f&#252;hren eigene B&#252;ros, pflegen ihre Facebook-Seiten oder versenden Nachrichten via Twitter. Gerade aus europ&#228;ischer Perspektive scheint hier tats&#228;chlich so etwas wie eine Pr&#228;sidenten­partei zu entstehen, die sich der Begleitung und Durchsetzung der Politik des Wei&#223;en Hauses auf lokaler Ebene verschrieben hat.</p>
<p>Dass es sich dabei um ein zeitgem&#228;&#223;es US-amerikanisches Erfolgs­modell handelt, zeigen die Erfolge der rechtskonser­vativen »Tea-Party«-Aktivisten auf der anderen Seite des ideologischen Grabens im Vorfeld der Zwischenwahlen im November 2010. Nach einem &#228;hnlichen Muster haben sich auch weit jenseits des progressiv-demokratischen Lagers lose miteinander verkoppelte Unterst&#252;tzergruppen formiert, die ebenfalls massiv auf die Mittel der Online-Kommunikation setzen.</p>
<p>Anders als bei OFA fehlen bei der »Tea Party« allerdings die Fokussierung auf einen personellen Fixpunkt und ein zentrales Register als R&#252;ckgrat der Organisation. Zwar wird mit Sarah Palin immer wieder eine republikanische Hoffnungstr&#228;gerin als m&#246;gliche Integrations­figur der Aktivisten genannt, doch ist der tats&#228;ch­liche Stellenwert der ehemaligen Gouverneurin von Alaska im konservativen Ausrichtungsprozess nach der Wahlniederlage von 2008 noch unklar.</p>
<p>Bislang funktioniert die Unterst&#252;tzung im Zeichen des Teebeutels vor allem auf lokaler und regionaler Ebene, oftmals in klarer Abgrenzung zu Themen und Personen aus dem Umfeld von Pr&#228;sident Obama. Bisher das beste Beispiel lieferte die Wahl des Republikaners Scott Brown zum Senator in Massachusetts gegen die vom Pr&#228;sidenten gest&#252;tzte Demokratin Martha Coakley im Fr&#252;hjahr 2010.</p>
<p>Die Zukunft der »Tea Party«-Bewegung ist vor allem an einen Dialog mit der republikanischen Partei gekn&#252;pft. Inhaltliche Standpunkte (Steuersenkungen, B&#252;rokratieabbau, Markt­radika­lismus) werden bislang unabh&#228;ngig von Parteiplattformen platziert, &#252;ben aber durchaus einen Einfluss auf die innerparteiliche Willensbildung und Programmentwicklung aus.</p>
<p>Noch ist aus der grunds&#228;tzlichen Ablehnung der Obama-Administration aber l&#228;ngst keine eindeutig pro-republikanische Str&#246;mung entstanden, sondern im Gegenteil haben die »Tea Party«-Anh&#228;nger in mehreren F&#228;llen das konservative Lager gespalten und so zu Vorwahl-Erfolgen demokratischer Kandidaten gef&#252;hrt. Inwiefern es zu einer Homogenisierung der inner- und au&#223;erparteilichen Str&#246;mungen im konservativen Spektrum kommt, wird erst die zweite H&#228;lfte der Amtszeit von Pr&#228;sident Obama zeigen.</p>
<p>Schon jetzt aber wird deutlich, dass sich in den USA politische Beteiligung und Organisation nicht mehr allein auf die Zeit der gro&#223;en Wahlkampagnen konzentriert, sondern dass gerade durch die produktive Nutzung digitaler, interaktiver Medienangebote eine neue, auf Dauer angelegte Beteiligungskultur m&#246;glich geworden ist.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>&#8220;politik digital. Online zum Wähler&#8221; erscheint am 01.10.2010 im <a href="http://www.katrin-blumenkamp.de/">blumenkamp verlag</a> und kann dort f&#252;r 15 € <a href="http://www.shop-016.de/blumenkamp-p9h1s2-Christoph-Bieber-pol.html">bestellt</a> werden.</em>
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		<title>Europa unter Druck &#8211; von rechts</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Sep 2010 10:36:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Regierungen haben sich entschieden: Sie „konsolidieren“ die Haushalte anstatt die Finanzm&#228;rkte zu regulieren. Und das hei&#223;t: Die B&#252;rger m&#252;ssen die Suppe ausl&#246;ffeln, die ihnen die Hasardeure der Finanzbranche eingebrockt haben. Das k&#246;nnte die Neue Rechte salonf&#228;hig machen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/495bd336792a43999f85131b35fea34b" alt="" width="1" height="1" />Wann <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/international/john-monks-beaengstigende-parallelen-zu-den-30er-jahren;2595494">beginnt</a> „die Br&#252;ning-Phase“ der Weltfinanzkrise? Also jene <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deflationspolitik">&#196;ra</a> der Lohn- und Rentenk&#252;rzungen, der Einschnitte bei den Sozialleistungen, der Preis- und Steuererh&#246;hungen und des massiven Abbaus von Arbeitspl&#228;tzen im &#214;ffentlichen Dienst, die vor 80 Jahren die Weimarer Demokratie zerr&#252;ttete?</p>
<p>Okay, okay, das ist zu <a href="http://www.heise.de/tp/blogs/8/147792">alarmistisch</a>. Und mit historischen <a href="http://www.amazon.de/Deutschland-n&#228;chste-Krieg-Wolfgang-Michal/dp/3871342335">Vergleichen</a> sollte man ja vorsichtig sein.</p>
<p>Fangen wir also noch mal an:</p>
<p>In fast allen L&#228;ndern Europas werden <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,702574,00.html">Sparpakete</a> geschn&#252;rt, um „die Kapital-M&#228;rkte“ zu beruhigen. In Deutschland, so hei&#223;t es, l&#228;uft diese Operation bestens, denn die Deutschen sind so vern&#252;nftig, dass sie die f&#228;llige Bu&#223;e f&#252;r die Kapital-Verbrechen der anderen ohne gro&#223;es Murren auf sich nehmen („Wir zahlen gern f&#252;r eure Krise!“). Aber wie sieht es um Deutschland herum aus?</p>
<p>Im Zuge der europaweiten <a href="http://www.tagesschau.de/wirtschaft/sparplaene104.html">Sparpolitik</a> k&#246;nnten die letzten „linken“ Regierungen der EU (<a href="http://www.faz.net/s/RubC9401175958F4DE28E143E68888825F6/Doc~ECA9C3C942A3248E6BE4B696925DCF827~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Griechenland</a>, <a href="http://www.ftd.de/politik/europa/:konsolidierungsprogramm-spanien-spart-sich-in-die-rezession/50114957.html">Spanien</a> &amp; <a href="http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?AngID=1&amp;StID=560773&amp;DstID=0&amp;titel=Portugal,erh&#246;ht,Steuern,ab,1.7.2010">Portugal</a>) von ihrer aufgebrachten W&#228;hlerschaft gest&#252;rzt werden. Papandreou, Zapatero und Sócrates wurden ja nicht gew&#228;hlt, um die Sparvorgaben von IWF, EZB, EU-Kommission und deutscher Bundesregierung zu erf&#252;llen. Es ist deshalb anzunehmen, dass die B&#252;rger dieser widerspenstigen L&#228;nder die „Sanierung der Staatshaushalte“ auf ihre Kosten nicht so einfach als TINA-Diktat („there is no alternative“) akzeptieren werden. Sie werden protestieren und &#8211; da die „Linken“ bei ihnen regieren &#8211; nach rechts r&#252;cken.</p>
<p>Es k&#246;nnte dann &#8211; nach dem Sturz der letzten „linken“ Regierungen &#8211; der einmalige Fall eintreten, <strong>dass <em>ganz Europa</em> – von Portugal bis Polen und von Schweden bis Griechenland &#8211; von liberal-konservativen Koalitionen regiert wird</strong>.* Von Koalitionen, die allerdings so schwach sind, dass sie von autorit&#228;ren, populistischen, europa- und fremdenfeindlichen Parteien und Bewegungen unter Druck gesetzt werden k&#246;nnen. (Rechts von der CDU macht sich ja auch eine gewisse <a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/die-politische-rechte-steht-fuer-buergerlichkeit/1902294.html">Hoffnung</a> breit).</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">Die rechte Alternative</span></em></p>
<p>Sobald die Sparpakete in den europ&#228;ischen L&#228;ndern ihre <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/grossspekulant-soros-deutschland-gefaehrdet-den-euro/1866322.html;jsessionid=14A8B757515490FCF2BECCFEE5C970F1">volle Wirkung</a> entfalten, wird die deutsche (Export-)Wirtschaft gezwungen sein, nach Kompensationen f&#252;r die <a href="http://epp.eurostat.ec.europa.eu/tgm/mapToolClosed.do?tab=map&amp;init=1&amp;plugin=1&amp;language=de&amp;pcode=tet00037&amp;toolbox=types">r&#252;ckl&#228;ufigen Ausfuhren</a> in die EU-L&#228;nder zu suchen. In Asien, im Nahen Osten, in den GUS-Staaten, in Afrika, in Lateinamerika liegen die M&#228;rkte der Zukunft (wof&#252;r unsere Bundeswehr &#8211; wie Horst K&#246;hler in seiner letzten ‚Amtshandlung’ als Bundespr&#228;sident richtig <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/ruecktritt-von-koehler-das-umstrittene-interview-im-wortlaut-1.952332">bemerkte</a> &#8211; zur Schutz-Armada umgebaut wird). <strong>Das hei&#223;t, das deutsche B&#252;rgertum wird sich k&#252;nftig sehr viel aggressiver nach au&#223;en positionieren (und entsprechend nach innen polemisieren), um sein gef&#252;hltes Abrutschen zu verhindern.</strong> Sarrazin ist ein Vorbote dieser Geisteshaltung.</p>
<p>Und dann &#8211; in einigen Jahren &#8211; wird das B&#252;rgertum Europas zornig feststellen, dass auch die liberal-konservativen Regierungen &#8211; trotz der fl&#228;chendeckenden Abwahl der gem&#228;&#223;igten Linken &#8211; kein &#252;berzeugendes L&#246;sungskonzept anbieten k&#246;nnen. Das ist der Zeitpunkt, an dem sich die B&#252;rger von den „Altparteien“ ab- und einer neuen Rechten zuwenden werden.</p>
<p>In vielen L&#228;ndern der EU haben <a href="http://library.fes.de/pdf-files/id/ipa/07293.pdf">diese Kr&#228;fte</a> bereits (marginalen) <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32656/1.html">Einfluss</a>, in manchen Staaten sind ihre Wahlergebnisse aber auch schon zweistellig. Es fehlt noch der z&#252;ndende Funke. Das ist die reale Gefahr, die Europa nach der Finanzkrise droht.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>*Einzige Ausnahmen: die kleinen L&#228;nder &#214;sterreich, Slowenien, Zypern, Estland und Luxemburg, die von gro&#223;en bzw. sozialliberalen Koalitionen regiert werden.</em></p>
<p><em><a href="http://www.magda.de/76/back/26/artikel/europa-unter-druck-von-rechts/">Crosspost.</a></em>
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		<title>Die &#214;ffentlichkeit des Internets: Gef&#228;hrlicher als Kernenergie?</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 18:02:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mathias Greffrath findet in der taz, dass die neuen &#214;ffentlichkeiten des Internets die Gesellschaft wie ein Urknall zersplittern, eine "gemeinsame Erfahrungswelt" und "Zwangskultivierung" jedoch das eigentlich Erstrebenswerte sei. Vom merkw&#252;rdigen Verst&#228;ndnis der "b&#252;rgerlichen &#214;ffentlichkeit".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/cc475ca54972479b8e30a4c4cfc0762a" alt="" width="1" height="1" />Bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mathias_Greffrath">Mathias Greffrath</a> (Jahrgang &#8217;45, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Attac) kann man heute in der <em>taz</em> noch einmal <a href="http://taz.de/1/debatte/kolumnen/artikel/1/wozu-rundfunkgebuehren/">nachlesen</a>, wieso ein strukturkonservativer Teil der Linken ein so gro&#223;es Problem mit dem Internet hat: Sie w&#252;nscht sich ihre alte &#214;ffentlichkeit zur&#252;ck.</p>
<p>Das <strong>alte Mediensystem</strong>, in dem es nur wenige (TV-)Sender gegeben habe, sei n&#228;mlich, so Greffrath, &#8220;<strong>demokratietheoretisch ein Segen</strong>&#8221; gewesen:</p>
<blockquote><p>Da alle  dasselbe h&#246;rten, wenn sie am  Radioknopf drehten, synchronisierten sie  sich ihre Erfahrungswelten.  Jeder, der sich zuschaltete, nahm, ob er  wollte oder nicht, an der  pluralen Kultur dieses Landes teil: Bertolt  Brecht und Willy  Millowitsch, Heinz Erhardt und Hans Magnus  Enzensberger, die &#8220;Welt der  Arbeit&#8221; und der Operettenzauber. Die  Nachrichten waren f&#252;r alle  dieselben, und in den ersten Fernsehjahren  konnte man noch Hamlet zur  Primetime im Ersten sehen.</p></blockquote>
<p>Wenn also alle &#8211; ob sie wollen oder nicht &#8211; dasselbe schauen m&#252;ssen, dann ist das laut Greffrath gut f&#252;r die Demokratie. Wo Helmut Schmidt das Privatfernsehen schon f&#252;r &#8221;gef&#228;hrlicher als Kernenergie&#8221; hielt, hat sich nach Greffrath durch das Internet alles noch weiter verschlimmert:</p>
<blockquote><p>Seit wir  die mediale Vielfalt  haben, sind die Erfahrungswelten getrennter &#8211; und  einf&#228;ltiger &#8211;  geworden. [...] Bedenklicher  noch als der &#8220;Kulturverfall&#8221; ist die Zersplitterung der  Diskurse in  einer Gesellschaft</p></blockquote>
<p>Greffrath m&#246;chte also am liebsten zur&#252;ck zur 68er &#214;ffentlichkeit von <em>Bild</em>, <em>FAZ</em> und &#8211; sp&#228;ter &#8211; <em>taz</em>.</p>
<p>Das Ideal der &#8220;b&#252;rgerlichen &#214;ffentlichkeit&#8221; entlarvt sich in Greffraths Kolumnen-Traktat grandios selbst als Sprechmechanismus f&#252;r b&#252;rgerliche Eliten. &#8220;Gute &#214;ffentlichkeit&#8221; herrscht demnach vor, wenn wohlgeordnete Institutionen daf&#252;r sorgen, dass wenige K&#246;pfe und Leitmedien den Diskurs bestimmen. <strong>Der Diskurs soll damit gerade nicht offen f&#252;r jeden, jedes Argument und jedes Ergebnis sein, sodern hierarchisch, hermetisch, vorhersehbar</strong>.</p>
<p>Auf diese Weise soll &#8220;die F&#228;higkeit  zu  intelligentem Streit und Konsens&#8221; hergestellt werden. B&#252;rgerliche &#214;ffentlichkeit besteht demnach folglich auf einer Diskurs&#246;konomie der Verknappung und der elit&#228;r festgelegten Regeln.</p>
<p>Von Greffrath wird eine &#214;ffentlichkeit herbeigesehnt, die von Gro&#223;journalisten und anderen Philosophenk&#246;nigen dominiert wird. Eine Sprechakthygiene f&#252;r den &#246;ffentlichen Raum zugunsten eines medialen Adels. Ein von paternalistischen Institutionen durchsetztes Diskurshegemoniesystem.</p>
<p>Die Souver&#228;nit&#228;t des Publikums bei der Auswahl seiner Inhalte sowie ein zu gro&#223;er Wettbewerb der Inhalte wird als &#246;ffentlichkeits- und diskurszersetzend wahrgenommen.</p>
<p>Die merkw&#252;rdige neue Debatte um <a href="http://carta.info/30999/10-argumente-fuer-und-gegen-direkte-demokratie-und-verbindliche-volksentscheide/">Parteiendemokratie vs. Volksabstimmung</a> findet hier ihr mediales Spiegelbild: Greffrath fordert strukturierende, einschr&#228;nkende Institutionen statt breit gestreuter, nichthierarchischer &#214;ffentlichkeiten. Sei es bei Volksabstimmungen oder im medialen Raum &#8211; dem souver&#228;nen Subjek wird erheblich misstraut.</p>
<p>Statt sich zu &#252;berlegen, wie linksliberale Positionen in einer neuen &#214;ffentlichkeit Legitimit&#228;t erwerben k&#246;nnen, fordert Greffrath die alte &#214;ffentlichkeit zur&#252;ck, in der sich seine Positionen in einem sicheren Kokon (&#8220;Gef&#228;&#223; des  gemeinsamen Denkens&#8221;) durch die Aufmerksamkeits&#246;konomie bewegen.</p>
<p>Derartige Positionen sind antiaufkl&#228;rerisch, antimodernistisch und antidemokratisch. Yochai Benkler ist in &#8220;<a href="http://cyber.law.harvard.edu/wealth_of_networks/Main_Page">The Wealth of Networks</a>&#8221; l&#228;ngst weiter, indem er erkl&#228;rt, dass das Internet mit seiner dezentralen Publizit&#228;t das viel bessere Medium f&#252;r den politischen Diskurs ist &#8211; und hier letztlich neue, sehr wertvolle Institutionen entstehen.</p>
<p>So, jetzt bin ich aber mal auf die Diskussion gespannt:
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		<title>Noch eine Chance f&#252;r die Liberalen? Ja, wie viele denn noch?</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 11:17:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die in Ungnade gefallene FDP m&#246;chte endlich wieder geliebt werden. Am Wochenende will sie eine zarte Richtungs&#228;nderung andeuten. Kleine Kurskorrekturen werden aber nicht reichen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/cd984dce3b684f09b2fb3e643ce55dc6" alt="" width="1" height="1" />„Der Liberalismus er&#246;ffnet die politische Entwicklung des modernen Zeitalters. Er ist die erste politische Bewegung, die in allen Erdteilen Fu&#223; fasste&#8230;.</p>
<p>So pathetisch beginnt Fritz Valjavecs vor 59 Jahren erschienenes Standardwerk „Die Entstehung der politischen Str&#246;mungen in Deutschland, 1770 bis 1815“. Und Guido Westerwelle k&#246;nnte bei der Klausurtagung seiner Partei am kommenden Wochenende in einer mitrei&#223;enden Rede ebenso pathetisch fortfahren: Ihr Gr&#252;nen und Sozialdemokraten, ihr Konservativen und Christsozialen, ihr seid aus unserem Holz geschnitzt. Ihr habt <em>eure</em> Existenz den Vorl&#228;ufern <em>meiner</em> FDP zu verdanken, und das hei&#223;t: <em>Ihr</em> kauft <em>mir</em> den Schneid nicht ab!</p>
<p>Anschlie&#223;end w&#252;rden die Freidemokraten, begl&#252;ckt und gest&#228;rkt an Leib und Seele, in ihre Wahlkreise pilgern, um das Wort Westerwelles („Wir erh&#246;hen den Spitzensteuersatz!“) allen M&#252;hseligen und Beladenen &#8220;drau&#223;en im Lande&#8221; zu verk&#252;nden. Ja, selbst diejenigen w&#252;rden Westerwelles Wende verk&#252;nden, die sich eigentlich vorgenommen hatten, ihrer Partei mit einem neuen Vorsitzenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Linksliberalismus">eine neue soziale Richtung</a> zu geben, um 2013 mit Hilfe einer Ampel-Koalition die drohende Mitsprache der Linken zu verhindern.</p>
<p><strong>In der FDP rumort es. Die Partei ist in einer Wende-Krise wie zwischen 1977 und 1982.</strong> Was dem Idealzustand der FDP ziemlich nahe kommt, denn Krisen- und Wendemanagement ist noch immer die beste Voraussetzung, um als Kleinpartei in den Medien gro&#223; rauszukommen.</p>
<p>Wenn sich also am kommenden Sonntag und Montag (kurz vor der Wahl <span style="text-decoration: line-through;">Joachim Gaucks</span> Christian Wulffs zum Bundespr&#228;sidenten) der Partei- und Fraktionsvorstand der FDP in Berlin zusammen setzt, um „grunds&#228;tzliche Fragen zur Lage der FDP“ zu diskutieren, werden die Kameras und Mikrophone wieder mal auf ihn gerichtet sein: auf Guido Westerwelle.</p>
<p>Schlie&#223;lich hatte ein Kreisverband (!) der hessischen FDP vor einigen Tagen &#246;ffentlichkeitswirksam die Einberufung eines Sonderparteitags verlangt, um den gl&#252;cklosen Vorsitzenden abzul&#246;sen. Schlie&#223;lich hatte der ewige St&#228;nkerer Wolfgang Kubicki s&#252;ffisant bemerkt, Westerwelle finde in der deutschen Politik praktisch nicht mehr statt. Und kurz vor dem Berliner Treffen hatte sich in Hamburg eine Gruppierung um den ehemaligen Wissenschaftssenator Dieter Biallas und den Europabeauftragten Najib Karim zu Wort gemeldet, die der kalten Kaufmanns-Partei mit einem <strong>Hamburger Manifest f&#252;r einen sozialen Liberalismus </strong>wieder ein soziales Gewissen einfl&#246;ssen will.</p>
<p>Letzteres ist bitter n&#246;tig. Die CDU zerf&#228;llt in ihre konservativen Bestandteile, und die <a href="http://carta.info/29247/dafuer-brauchts-die-fdp-nicht/">einseitige Ausrichtung</a> der FDP auf Schwarz-Gelb garantiert &#8211; nach der Finanz- und Schuldenkrise &#8211; kaum noch Mehrheiten f&#252;r den B&#252;rgerblock. Vor allem die Gr&#252;nen laufen der FDP seit einiger Zeit den Rang als rechtm&#228;&#223;ige Erben des Liberalismus ab. Viele Anh&#228;nger der Liberalen haben die trotzige Regierungsverweigerung in Nordrhein-Westfalen deshalb als unpolitische Torheit empfunden.</p>
<p>Noch ist freilich nicht erkennbar, dass die vielbesungene „Neuausrichtung der FDP“ mehr ist als eine PR-Taktik zur Wiedererlangung verlorener Volkssympathien. Die Erneuerung des Grundsatzprogramms mag beschlossene Sache sein, aber <em>die von oben kontrollierte Kurs&#228;nderung</em> <em>der FDP</em> muss wesentlich schneller erfolgen als bisher vorgesehen. Die Aussage der Fraktionsvorsitzenden Birgit Homburger, „die FDP in den Themen breiter aufzustellen“ gen&#252;gt jedenfalls nicht. Ein dickerer Katalog ist noch kein schl&#252;ssiges Konzept. Und das Manifest der sozialliberalen Reformer aus Hamburg arbeitet sich zu sehr an der aktuellen Tagespolitik ab, als dass es mehr ausl&#246;sen k&#246;nnte als den ber&#252;hmten Sturm im Wasserglas.</p>
<p>Die inhaltliche Zaghaftigkeit der bisherigen FDP-Reformer zeigt, wie sehr sich die Partei in den letzten 30 Jahren politisch verengt hat. <strong>Den Liberalen fr&#252;herer Zeiten (1840, 1912, 1919, 1930, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Freiburger_Thesen">1971</a>) ist es deutlich leichter gefallen, eine Antwort auf <em>die soziale Frage</em> zu finden.</strong> Sie verf&#252;gten auch &#252;ber eine <em>pazifistische</em> Tradition. Und sie forderten nicht nur abstrakt mehr Bildung, sondern ganz konkrete <em>Gemeinschaftsschulen</em>.</p>
<p>Wo aber findet man in der heutigen FDP einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Quidde">Ludwig Quidde</a>, der sich gegen absurde Kriegseins&#228;tze im Ausland stemmt? Wo ist ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_L&#252;th">Erich L&#252;th</a>, der aktiv f&#252;r die Meinungsfreiheit k&#228;mpft? Und wo finden wir einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl-Hermann_Flach">Karl-Hermann Flach</a>, der die alte „B&#252;rgerblock-Mentalit&#228;t“ durch die moderne Forderung nach betrieblicher Mitbestimmung ersetzt?</p>
<p>Wer solche inhaltlichen Konflikte nicht wagt, sondern nur auf bessere Kommunikationsstrategien setzt, wird den Niedergang der FDP nicht aufhalten.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>P.S. „Noch eine Chance f&#252;r die Liberalen“ lautete der Titel des Buches, das Karl-Hermann Flach, der ehemalige Generalsekret&#228;r der FDP, 1971 ver&#246;ffentlichte. </em></p>
<p><em>Siehe auch: “<a href="http://carta.info/29792/hamburger-manifest-fur-einen-sozialen-liberalismus/">Hamburger Manifest f&#252;r einen sozialen Liberalismus</a>” einer Gruppe aus der Hamburger FDP.<br />
</em>
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		<title>Rot-rot-gr&#252;ne Perspektiven</title>
		<link>http://carta.info/22637/rot-rot-gruen/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 22:41:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es tut sich was auf dem linken Fl&#252;gel. Nach 30 Jahren Neoliberalismus scheint die Opposition - erstmals vereint - &#252;ber politische Alternativen nachzudenken. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/fcf96575e38c464bb3e72b8738863e8c" alt="" width="1" height="1" />Das Agenda-Jahr 2010 soll den Startpunkt des politischen Neuanfangs markieren. Gleich zwei rot-rot-gr&#252;ne Zirkel stellten im Januar ihre partei&#252;bergreifenden Projekte vor: Zum einen will das<strong> <a href="http://www.solidarische-moderne.de/">Institut Solidarische Moderne</a> </strong>um Andrea Ypsilanti (SPD), Katja Kipping (Die Linke) und Sven Giegold (Die Gr&#252;nen) ein wissenschaftlich fundiertes „Gegenmodell zum Neoliberalismus“ vorlegen; zum anderen k&#246;nnte die Gruppe<strong> <a href="http://www.stefan-liebich.de/article/1707.das-leben-ist-bunter.html">Das Leben ist bunter</a></strong> um die Abgeordneten Stefan Liebich (Die Linke), Marco B&#252;low (SPD) und Anton Hofreiter (Die Gr&#252;nen) eine Art linke <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pizza_Connection_%28Politik%29">Pizza-Connection</a> sein. Im Idealfall w&#252;rden sich Theorie- und Praxis-Gruppe gut erg&#228;nzen.</p>
<p>Die Frage ist: Wird der Idealfall eintreten?</p>
<p>Das „Institut Solidarische Moderne“ (ISM) sieht sich als „politische Denkwerkstatt“. In ihr sollen Wissenschaftler, Politiker und zivilgesellschaftlich Engagierte <strong>nach dem Scheitern sowohl des real existierenden Sozialismus als auch des real existierenden Neoliberalismus</strong> ein politisches Programm erarbeiten, das von ganz links bis weit in die Mitte hinein auf Zustimmung trifft. Leitlinie f&#252;r ein solches Programm ist der schon bekannte „sozial-&#246;kologisch gerechte Umbau der Moderne“.</p>
<p>Da alle beteiligten Parteien diese Leitlinie vertreten, geht es im Grunde um ein Austarieren der Gewichte: die einen wollen das Soziale etwas st&#228;rker betonen als das &#214;kologische, die anderen die Selbstbestimmung des Einzelnen mehr als das Soziale.</p>
<p>Thematisch d&#252;rfte eine Ann&#228;herung also leicht fallen. Aber auch personell sind wenig Hindernisse zu erwarten: die humanistische Mischung aus Attac, Transparency International, Frankfurter Interventionismus und Eurosolar ist perfekt. Kaum einer der Beteiligten lebt nur f&#252;r oder durch eine bestimmte Partei. Alle sind vielfach vernetzt, plural, lebensfroh und tolerant. Sie haben beeindruckende Lebensl&#228;ufe (die politisch oft in den siebziger Jahren beginnen). <strong>Als Pressure Group f&#252;r den politisch-ideologischen Klimawandel k&#246;nnte dieses linksb&#252;rgerliche Institut also durchaus wirksam werden.</strong> Ob es sich gesellschaftlich (und nicht nur in Memoranden) verankern kann, ist die gro&#223;e Frage. Schon Rot-Gr&#252;n hatte ja ein deutliches Verankerungs-Defizit.</p>
<p>Die zweite Gruppierung nennt sich lakonisch „Oslo-Gruppe“ &#8211; in Anspielung auf die rot-rot-gr&#252;ne Regierungskoalition in Norwegen. „Das Leben ist bunter“ (so der offizielle Titel ihres Programms) kommt sehr viel bescheidener und lebensn&#228;her daher als das etwas m&#252;hsame „Institut Soziale Moderne“. Kein Wunder: Die Oslo-Gruppe ist bedeutend j&#252;nger (es k&#246;nnten die Kinder der Instituts-Denker sein) und ihre Vorstellungen sind ganz auf Pragmatisches gerichtet: politische Absprachen, Initiativen, Koalitionen. In der Oslo-Gruppe dominieren Abgeordnete, die aus der Enge ihrer Fraktionen ausbrechen wollen. Wissenschaft und Gesellschaftsanalyse spielen nur eine untergeordnete Rolle (denn der wissenschaftliche Ansatz ist in den Ausbildungs-Biographien dieser Abgeordneten bereits verankert).</p>
<p>W&#228;hrend sich die Institutsgruppe vor allem in Frankfurt und Berlin verortet, liegen die Schwerpunkte der Oslo-Gruppe in Berlin und Nordrhein-Westfalen. Beide sind stark von gro&#223;st&#228;dtischem und westeurop&#228;ischem Gedankengut gepr&#228;gt, die Institutsgruppe etwas st&#228;rker als die Oslo-Gruppe. Der Osten und die Provinz spielen in beiden Gruppen nur Nebenrollen.</p>
<ul>
<li>Am interessantesten ist vielleicht die Strategie der Linken in beiden „B&#252;ndnissen“. Anders als bei Gr&#252;nen und SPD haben sich bei der Linken nicht prim&#228;r Entt&#228;uschte und innerparteiliche Oppositionelle eingefunden, sondern zentrale Figuren. <strong>Die Linke ist die einzige Partei, die ihr Mitwirken in diesen Gruppierungen mit dem eigenen Parteivorstand abgestimmt hat.</strong> Hier wirken vielleicht noch alte, romantische <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Front_populaire">Volksfrontstrategien</a> nach &#8211; mit dem kleinen Unterschied, dass solche Strategien nur in Situationen existentieller Bedrohung funktionieren.</li>
<li>Die SPD hat nun Gelegenheit, sich in Mehrparteien-Laboren verhaltenstechnisch zu regenerieren. Sie muss ihre <a href="http://carta.info/15739/ist-die-spd-jetzt-voellig-matschie/">Phobien</a> loswerden, und das hei&#223;t, sie muss vor allem vermeiden, parteitaktische Spielchen mit den Linken zu spielen. Die Gefahr, in alte Rollenmuster zu fallen (und die kleineren Parteien als Kellner und sich selbst als Koch zu begreifen) besteht. Doch die beteiligten Sozialdemokraten sind erfahren und (ber&#252;hrungs-)angstfrei genug, um Sticheleien von Parteifreunden, etwa aus dem Seeheimer Kreis, ignorieren zu k&#246;nnen.</li>
<li><strong>Die Gr&#252;nen machen den Eindruck, als seien sie in diesen B&#252;ndnissen das Reserverad am Wagen.</strong> Zwar dabei, aber nicht unbedingt n&#246;tig. Vielleicht wollen die Restlinken bei den Gr&#252;nen ihre Mitarbeit dazu nutzen, den innerparteilichen Machtkampf zwischen Schwarz-Gr&#252;n-Anh&#228;ngern und Linksgr&#252;nen zu beeinflussen. Die etablierte Garde der Mittf&#252;nfziger sieht jedenfalls keinen Grund, bei einem rot-rot-gr&#252;nen <a href="http://crossover-debatte.de/">Crossover</a> das Aush&#228;ngeschild zu spielen. Andererseits: Der gr&#252;ne Nachwuchs hat die erschlafften Vorst&#228;nde satt und will zur&#252;ck zu den Wurzeln.</li>
</ul>
<p>Die Personen der beiden rot-rot-gr&#252;nen Experimente werden also zweifellos gut miteinander k&#246;nnen &#8211; wenn da nicht die Parteien hinter ihnen st&#252;nden!</p>
<p><strong>Und so werden wir noch im Agenda-Jahr erfahren, ob die beiden „Vorfeldorganisationen“ zu echten <a href="http://www.freitag.de/wochenthema/1005-rot-rot-gruen-crossover-solidarische-moderne-ypsilanti-kipping">Cross-Over-Projekten</a> werden; ob sie einer bislang harmlosen Opposition politisches Selbst-Bewusstsein vermitteln k&#246;nnen oder lediglich als Partei&#252;bertrittsvorh&#246;llen fungieren.</strong>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=22637&amp;md5=68a41a3b2b8070198eed3da2dad18f7e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>2010: Das Ende des politischen „Du-darfst-so-bleiben-wie-Du-bist“</title>
		<link>http://carta.info/21009/2010-erwartungen-politik/</link>
		<comments>http://carta.info/21009/2010-erwartungen-politik/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 10:39:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus-Peter Schöppner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die B&#252;rger glauben nicht, dass Deutschland gest&#228;rkt aus der Krise hervorgeht. Die Parteien w&#228;ren 2010 gut beraten, sich vom Prinzip "Mitte f&#252;r alle" zu verabschieden. Fairness wird als politische Kategorie immer wichtiger.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e094f64d194f4df9a95df3fe2231f2b2" width="1" height="1" alt=""/>Wir sind im Jahr 2010, im Agenda-Jahr, im Jahr, in dem wir eigentlich auf ein Deutschland, das fit f&#252;r die Zukunft ist, schauen sollten. Doch die Deutschen rechnen mit einem Jahr ziemlicher Schwierigkeiten: Der positive Teil ihres Ausblicks f&#252;r dieses Jahr: „Ich komme schon durch, vielleicht sogar etwas besser als derzeit“ glauben immerhin 37 Prozent von Ihnen, vor einem Jahr waren es nur 29 Prozent.</p>
<p>Das Vertrauen in die eigene St&#228;rke nimmt also zu, trotz weiterhin mauer Wirtschaftserwartungen: Gerade mal jeder Zehnte rechnet mit einer Erholung, 50 Prozent hingegen, dass die deutschen Unternehmen weiterhin gro&#223;e Schwierigkeiten haben, im internationalen Wettbewerb zu bestehen – und die B&#252;rger weiterhin den Konsum verweigern.</p>
<p>Zugleich sp&#252;ren die W&#228;hler zunehmend, dass diese Krise auch eine Z&#228;sur darstellt: Vieles werde wohl nach der Krise nicht mehr so sein, wie es mal war. Das Jahr 2010 werde auch ein Jahr des Abschieds vom so manch’ Liebgewonnenem werden: 85 Prozent halten die Politiker-Parolen vom gest&#228;rkten Hervorgehen aus der Krise, vom „Du-darfst-so-bleiben-wie-Du-bist“ f&#252;r unglaubw&#252;rdig.</p>
<p>In der Folge verd&#252;stern sich in keinem Bereich die Erwartungen der B&#252;rger so stark, wie beim inneren Zusammenhalt hierzulande. Mehr als jeder Zweite erwartet beispielsweise dieses Jahr mehr Streiks und Verteilungsk&#228;mpfe. Nur f&#252;nf Prozent rechnen mit einem R&#252;ckgang.</p>
<p>Die Reihe alarmierender Signale und Umfragedaten ist beliebig fortsetzbar: F&#252;r nur neun Prozent wird es unseren Kindern in 10 Jahren besser gehen als heute. An bessere Lebensumst&#228;nde f&#252;r die Alten glaubt jeder Drei&#223;igste. Dass die Unternehmer von der Krise profitieren hingegen 55 Prozent. 2010 droht das Ende friedlichen Miteinanders.</p>
<p>Die zentrale Politikfrage 2010: Wie will Deutschland den inneren Zusammenhalt trotz Globalisierung, Demografie und Staatsverschuldung meistern? Wie kann man die Kluft zwischen Notwendigem und W&#252;nschbarem noch befrieden und erkl&#228;ren? Das geht an die Substanz der Identit&#228;t: Wof&#252;r steht Deutschland eigentlich: F&#252;r Wirtschaft oder Wirtschaftskritik? Wut oder Neuanfang? Starke Wirtschaft oder Staatsf&#252;rsorge?</p>
<p>Vieles spricht daf&#252;r, dass dieser Konflikt nicht &#252;ber gemeinsame Antworten, sondern &#252;ber das Prinzip „Jeder hat seine Welt!“ aufgel&#246;st wird. Ein solcher Zeitgeist fehlender gemeinsamer Werte, die Gefahr der „Atomisierung“, also des Zerfalls der Gesellschaft in unterschiedlichste Kleinstinteressen, wird zur gr&#246;&#223;ten Herausforderung der Parteien in 2010.</p>
<p>Um diese zu bestehen, werden sie Abschied nehmen von ihrer Lieblingsrolle als „Partei der Mitte“, weil die W&#228;hler ihre Eigeninteressen gerade in Zeiten des Wandels sch&#252;tzen wollen: Profil statt Verw&#228;sserung, St&#228;rken st&#228;rken, statt St&#228;rken dem Mittelma&#223; preiszugeben. Auf unterschiedliche Bed&#252;rfnisse eingehen, statt sie gleichzuschalten. Nicht „Mitte f&#252;r alle“, sondern „Auch Deine Interessen z&#228;hlen“ wird zur Erfolgsbotschaft: Nicht der kleinste gemeinsame Nenner, sondern die dicke Klammer um begr&#252;ndbare Anliegen wird das politische Ziel f&#252;r 2010.</p>
<p>Sowohl-als-auch-Politik wird also zum Weg aus der Politfrustfalle. Beispiel Bildungspolitik, eines der zentralen Politfelder 2010: Nicht nur Elitef&#246;rderung oder nur Integration bildungsferner Schichten, beides zusammen dient dem langfristigen Wohl des Staates. In der Wirtschaftspolitik ist es nur vern&#252;ftig, wenn die Wachstumsbedingungen der Unternehmen an die Sicherheitsinteressen der Arbeitnehmer gekoppelt werden. In der Ausl&#228;nderpolitik sind Integrationsbed&#252;rfnisse und -anforderungen gleichrangige Ziele f&#252;r Deutsche und Ausl&#228;nder. Und in der Sozialpolitik haben Steuerzahler und Sozialempf&#228;nger Rechte und Pflichten. Wer nimmt, muss sich Bedingungen unterwerfen, wer gibt, hat das Recht auf Einhaltung dieser Regeln.</p>
<p>2010 werden die Parteien Abschied nehmen von der „It’s-the-economy, stupid!“-Mentalit&#228;t der letzten Jahrzehnte: „Allein die Wirtschaft z&#228;hlt“ hat ausgedient, die Deutschen fordern die „gute“ Wirtschaft. Nicht mehr nur gute Bedingungen f&#252;r Unternehmen, sondern gleichzeitig soziale Mitverantwortung. Der „Rheinische Kapitalismus“, der beide Teile der Sozialen Marktwirtschaft gleich bewertet, erlebt eine Renaissance.</p>
<p>2010 wird Politik zum ersten Mal nach „Fairness“, also dem fairen Interessenausgleich bei sich verringerndem Wohlstand bewertet. Wenn schon nie wieder „Wohlstand f&#252;r alle“, dann bitte eine sozial faire Verteilung des Mangels. Inwieweit es den Parteien gelingen wird, die Gesellschaft wieder zu vers&#246;hnen statt zu spalten, davon wird ihr Erfolg im ber&#252;hmten Agenda-Jahr und die Sonntagsfrage 2010 entscheidend abh&#228;ngen. Gesucht wird nicht weniger als ein neuer „Gesellschaftsfairtrag“ unter den Bedingungen abnehmender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ressourcen.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=21009&amp;md5=e60491f19db654586d5689dfa2f233f8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Peter Kruse: Die Politik sollte Partizipation wagen.</title>
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		<comments>http://carta.info/17863/peter-kruse-interview-partizipation-netz/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 12:55:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Reinhard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Prof. Peter Kruse im Interview: Warum Parteien beim Agenda-Setting durch das Netz an Macht verlieren, welcher Politikertypus davon profitiert und &#252;ber die Schwierigkeiten beim Ein&#252;ben der Partizipation &#252;ber Netzwerke.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/24a31403a9274d0885dbd101489f5e6a" alt="" width="1" height="1" /><strong>Betrachtet man im R&#252;ckblick den Online-Wahlkampf, so muss man quer durch alle Parteien feststellen, dass sie &#252;ber das „Senden” von Informationen nicht hinaus gekommen sind. Sie haben nur hin und wieder etwas von Obama geklaut oder besser gesagt, blind &#252;bernommen &#8230;</strong></p>
<p>Richtig. Die Politik ist mehr oder weniger bei der Frage nach dem „Wie?“, also auf der Stufe der Faszination der technischen Machbarkeit stehen geblieben. Mit Ausnahme der Piraten-Partei, f&#252;r die es ein Heimspiel war, ist es so gut wie keiner Partei gelungen, nennenswerte Mobilisierungseffekte &#252;ber das Internet zu erreichen. Man denke nur an die j&#228;mmerliche Imitation des Obama-Nichtw&#228;hler-Videos bei n-tv. Im Obama-Video wurde man als der Nichtw&#228;hler geoutet, der es zu verantworten hat, dass die ungeliebte &#196;ra von George W. Bush noch um einige Jahre verl&#228;ngert wird. Da kommt schon mal emotionale Betroffenheit auf. Entsprechend wurde die personalisierte Flash-Animation in wenigen Tagen viele Millionen Mal versandt und hatte sicherlich einen echten Beitrag zur Erh&#246;hung der Wahlbeteiligung. Im Remake von n-tv wird man dagegen als einzelner W&#228;hler daf&#252;r verantwortlich gemacht, das Guido Westerwelle Kanzler geworden ist. Wie lahm ist das denn? Wie soll eine v&#246;llig unrealistische und daher resonanzfreie Aussage &#252;berhaupt irgendeinen Mobilisierungseffekt erzeugen. Thema verfehlt! Es geht nicht um eine gut gemachte Form, sondern um einen resonanzf&#228;higen Inhalt. Im Netz definiert sich die Wirkung eben &#252;ber den Nachfrager.</p>
<p><strong>Bedeutet dass nicht, dass die Parteien eigentlich die Themenhoheit an den W&#228;hler abtreten m&#252;ssten? Das wird ihnen aber gar nicht gefallen, sie m&#252;ssten dann in der Tat „rebooten“ &#8230;</strong></p>
<p>Aus der Perspektive der Netzwerke betrachtet verlagert sich das gesellschaftliche Agenda-Setting tats&#228;chlich tendenziell mehr von den Parteien weg. Ob das von den Parteien positiv oder negativ gesehen wird, h&#228;ngt von der jeweiligen Aufgaben- und Rollendefinition ab. Halten sich die Politiker f&#252;r die Experten, die bestimmen, was wichtig ist und was nicht, dann werden sie versuchen, die Themenhoheit zu behalten. Legen Sie den Schwerpunkt ihrer Definition von Professionalit&#228;t dagegen auf den Bereich der operativen Gestaltung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, dann sind die Netze eher eine Entlastung als ein Angriff. Im Zusammenhang mit politischer Partizipation kann das Internet einen hervorragenden Beitrag liefern, wenn es darum geht, zu bestimmen, was zum Gegenstand politischen Handelns gemacht wird.</p>
<p>&#220;ber das Internet eine direkte Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen zu organisieren erscheint dagegen auf dem jetzigen Stand eher gewagt. Partizipation ist immer verbunden mit dem Erzeugen von Erwartungshaltungen. Richtet sich die Erwartungshaltung auf das reine Agenda-Setting, dann entspricht das heute schon den realen M&#246;glichkeiten der Netzwerke. Richtet sich die Erwartungshaltung auf die ernsthafte Beteiligung an Entscheidungsprozessen, ist die Entt&#228;uschung vorprogrammiert.</p>
<p>Die Parteien sollten – genau wie auch Unternehmen – lernen, klar zwischen den Vorteilen vertikal hierarchischer F&#252;hrungsmodelle und den Vorteilen horizontaler Netzwerkstrukturen zu unterscheiden. Die kollektive Intelligenz der Netze ist besser, wenn es um kreative Suchprozesse geht. Hierarchie ist dagegen eindeutig st&#228;rker, wenn es um die &#220;bernahme von Verantwortung und die Umsetzung von Entscheidungen geht. Netzwerke sind gut in der Phase der Invention. Hierarchien sind gut in der Phase der Innovation. Sobald eine Idee in die Umsetzung geht, braucht man einen stabil funktionierenden Apparat, der in der Lage ist, die Effizienz von Prozessen zu garantieren.</p>
<p>Das Parteiensystem und die Institutionen der repr&#228;sentativen Demokratie sind in einer komplexen Gesellschaft sicherlich unverzichtbar. Erg&#228;nzt durch eine intensivierte Partizipation der B&#252;rger an der Ideenfindung und der Auswahl der Themenpriorit&#228;ten d&#252;rfte die Leistungsf&#228;higkeit noch deutlich zu steigern sein. Partizipation ist nicht gleich Basisdemokratie. Aber Partizipation bedeutet immer Abgabe von Macht, besonders dann, wenn die Partizipation &#252;ber das Internet organisiert wird. Da muss sich auch noch der letzte Parteifunktion&#228;r klar machen, dass nicht mehr der Anbieter sondern der Nachfrager bestimmt, was auf der Tagesordnung steht.</p>
<p><strong>Brauchen wir dann aber nicht auch einen neuen Typus von Politiker?</strong></p>
<p>Unterstellt man das skizzierte Szenario eines intensivierten politischen Diskurses im Internet, dann ist das wohl der Fall. Der volksnahe Bierzeltpolitiker b&#252;&#223;t im Internet ebenso an Wirkung ein, wie der mit allen Wassern gewaschene Medienprofi. Im Internet z&#228;hlen – wie erw&#228;hnt – in erster Linie Glaubw&#252;rdigkeit und das Ersp&#252;ren resonanzf&#228;higer Themen. In einem solchen Umfeld ist ein Kurt Beck ebenso seiner Mittel beraubt wie ein Karl-Theodor zu Guttenberg. Mit dem Eindringen der Netzwerke in die Hoheitsgew&#228;sser der traditionellen Massenmedien &#252;ber B&#252;rgerjournalismus und Blogging &#228;ndert sich die Definition von Medienkompetenz grundlegend. Ein ehrlicher und gradlinig auftretender Peer Steinbr&#252;ck kann da durchaus mehr Mobilisierungskraft entfalten als ein smarter Talkshowstar.</p>
<p><strong>Von Seiten der </strong><strong>Parteimitglieder und W&#228;hler wird Partizipation heute immer mehr eingeklagt&#8230;</strong></p>
<p>Ja, man kann heute niemand glaubhaft klar machen, dass ein m&#252;hsamer Weg durch die Instanzen, eine jahrelange parteipolitische Basisarbeit oder etwa der pers&#246;nliche Aufstieg zum Medienmogul notwendig ist, um die individuelle Wirkung zu potenzieren. Mit den interaktiven Vernetzungstechnologien ist ein Instrument entstanden, das wie ein immer w&#228;hrendes Versprechen auf wirksame Beteiligung wirkt.</p>
<p>Versuchen Sie in Zeiten des Internets einmal glaubw&#252;rdig zu vertreten, das Partizipation eine schwierige &#220;bung ist. Wenn ein Wunsch auf Partizipation vorgetragen wird, k&#246;nnen Sie zwar auf mangelnde Kompetenz verweisen, aber Sie k&#246;nnen den Wunsch nicht mehr mit der Drohung eines m&#252;hseligen „Wie?“ zum Schweigen bringen. Mit der Erwartung an das Internet, dass jeder Schmetterling einen Sturm entfachen kann, ist Partizipation zum fast selbstverst&#228;ndlichen Anspruch und tiefen Bed&#252;rfnis geworden. Ein Politiksystem, dass sich dieser &#196;nderung langfristig verweigert, frustriert die Menschen. Ist das Politiksystem eine Diktatur, dann steigt die Wahrscheinlichkeit f&#252;r aggressiven Widerstand, ist es eine Demokratie, die das Versprechen auf Beteiligung als genetischen Kern in sich tr&#228;gt, dann steigt das Risiko einer schleichenden inneren Abkehr.</p>
<p>Denken wir an die Zeit vor der Einf&#252;hrung der neuen Kommunikationstechnologien zur&#252;ck. Da hatten wir die Situation, dass jeder Mensch, den ein starkes Handlungsmotiv antrieb, immer erst nach Netzwerken suchen musste, die es ihm gestatteten, seinen pers&#246;nlichen Wirkungsraum zu potenzieren. Wenn man etwas ver&#228;ndern, wenn man gesellschaftlich Einfluss nehmen wollte, musste man viel Energie und Intelligenz in die Wahl geeigneter Mittel und Wege stecken: Man ging auf die Stra&#223;e oder versuchte sonst irgendwie die Aufmerksamkeit der Massenmedien und damit der &#214;ffentlichkeit auf sein Anliegen zu lenken. Man hat Hungerstreiks gemacht, Lichterketten gebildet, Plakate an gewagten Pl&#228;tzen entrollt usw. Immer ging es darum, f&#252;r die eigene Sache zu mobilisieren. Wer sich die Medien als Werbetr&#228;ger nicht kaufen konnte, musste irgendwie interessant oder aufregend genug sein, um f&#252;r die Medienmacher Attraktivit&#228;t zu besitzen. Die Massenmedien hatten gewisserma&#223;en das Skalierungsmonopol.</p>
<p>Heute haben wir eine grundlegend andere Ausgangslage: Das fr&#252;her herbeigesehnte oder m&#252;hsam realisierte Netzwerk ist einfach da, jederzeit verf&#252;gbar und prinzipiell immer aufnahmebereit. Fr&#252;her suchten sich Handlungsmotive m&#252;hsam ein Netzwerk, heute ist es fast so, als ob das Netzwerk gierig nach geeigneten Handlungsmotiven sucht.</p>
<p><strong>Wie kann ich Resonanz im Netzwerk erzeugen? Einen Hype zu generieren, ist doch relativ „easy“ …</strong></p>
<p>Das ist gar nicht „easy“ – oder nur, wenn man in die unterste Schublade menschlicher Bed&#252;rfnislagen greift. Bei Sex, Bl&#246;deln und Gewalt ist es eher einfach, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Bei ernsteren Anliegen oder komplexeren Motivlagen wird es deutlich schwieriger, die Menschen dazu zu bewegen, sich aktiv zu beteiligen.</p>
<p>In den Netzen verlagert sich die Macht radikal vom Anbieter auf den Nachfrager. Der eigentlich interessante Zauberstab im Netzwerk ist nicht Werbedruck oder hohe Pr&#228;senz wie in den alten Medien. Das Internet erzeugt seine Stars und seine Moden weit weniger &#252;ber Werbeetats oder trickreiche Manipulation als die PR-Berater und Werbeprofis einen glauben machen wollen. Was nachhaltig bedeutungsvoll wird und was nicht, entscheidet immer mehr die Resonanzbereitschaft der Nachfrager und immer weniger die Absicht der Anbieter. Im Internet gilt radikal, dass man nachhaltige Attraktivit&#228;t weder kaufen noch erzwingen kann.</p>
<p>Ich glaube, die Parteien in Deutschland haben das im letzten Bundestagswahlkampf schmerzlich lernen m&#252;ssen. Nat&#252;rlich kann man sich als Partei einen „Digital Native“ in den Beirat holen oder „ganz professionelle virale Videos“ produzieren lassen. Wenn es aber nicht gelingt, reale Resonanzpunkte zu treffen, ist alles umsonst und die Wirkung im Netz eher „tote Hose“.</p>
<p>Ebenso wie die Politik brauchen allerdings auch die B&#252;rger Zeit und Gelegenheit, den Umgang mit den neuen M&#246;glichkeiten der Partizipation &#252;ber die Netzwerke zu lernen. Die hitzige Gesundheitsdebatte in den USA hat wohl selbst den experimentierfreudigen Barack Obama &#252;berrascht und d&#252;rfte die Politiker hierzulande nicht gerade mutiger gemacht haben. Unsinnige Ger&#252;chte demagogisch &#252;ber die Netzwerke zu stimulieren oder heikle Informationen, wie die Ergebnisse einer Wahl, eines Abkommens oder die Kenntnisse von Terrorbek&#228;mpfung naiv in die Welt zu twittern, sind sich real bietende M&#246;glichkeiten. Ohne einen reifen Umgang der Netzgemeinde mit dem Missbrauchspotential ist Politik im Netz ein Spiel mit dem Feuer. Beteiligung bedeutet immer &#220;bernahme von Verantwortung. Den Versuch einer Intensivierung von Partizipation &#252;ber die Netze aber deshalb erst gar nicht zu wagen, w&#228;re unverantwortlich</p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p><em>Prof. Dr. Peter Kruse lehrt Allgemeine und Organisationspsychologie an der Universit&#228;t Bremen. Dies ist die gek&#252;rzte und rearrangierte Version eines Interviews, das Ulrike Reinhard f&#252;r den Band &#8220;<a href="http://www.reboot-d.de/doku.php">REBOOT_D: Digitale Demokratie – Alles auf Anfang</a>&#8221; gef&#252;hrt hat.<br />
</em></p>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 627px; width: 1px; height: 1px;">
<p><strong>Was zur Folge hat, dass </strong><strong>Partizipation beispielsweise seitens der Kunden, Parteimitglieder, W&#228;hler eigentlich ganz zwangsl&#228;ufig immer mehr eingeklagt wird &#8230;</strong></p>
<p>Ja, man kann heute niemand glaubhaft klar machen, dass ein m&#252;hsamer Weg durch die Instanzen, eine jahrelange parteipolitische Basisarbeit oder etwa der pers&#246;nliche Aufstieg zum Medienmogul notwendig ist, um die individuelle Wirkung zu potenzieren. Mit den interaktiven Vernetzungstechnologien ist ein Instrument entstanden, das wie ein immer w&#228;hrendes Versprechen auf wirksame Beteiligung wirkt. Versuchen Sie in Zeiten des Internets einmal glaubw&#252;rdig zu vertreten, das Partizipation eine schwierige &#220;bung ist. Wenn ein Wunsch auf Partizipation vorgetragen wird, k&#246;nnen Sie zwar auf mangelnde Kompetenz verweisen, aber Sie k&#246;nnen den Wunsch nicht mehr mit der Drohung eines m&#252;hseligen „Wie?“ zum Schweigen bringen. Mit der Erwartung an das Internet, dass jeder Schmetterling einen Sturm entfachen kann, ist Partizipation zum fast selbstverst&#228;ndlichen Anspruch und tiefen Bed&#252;rfnis geworden. Ein Politiksystem, dass sich dieser &#196;nderung langfristig verweigert, frustriert die Menschen. Ist das Politiksystem eine Diktatur, dann steigt die Wahrscheinlichkeit f&#252;r aggressiven Widerstand, ist es eine Demokratie, die das Versprechen auf Beteiligung als genetischen Kern in sich tr&#228;gt, dann steigt das Risiko einer schleichenden inneren Abkehr.</p></div>
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		<title>Sieben unbequeme Wahrheiten</title>
		<link>http://carta.info/15549/sieben-unbequeme-wahrheiten/</link>
		<comments>http://carta.info/15549/sieben-unbequeme-wahrheiten/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 11:45:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Je niedriger die Wahlbeteiligung, desto aufschlussreicher die absoluten Zahlen: Schwarz-Gelb hat nicht gewonnen. Und das Desaster der SPD ist eine Katastrophe.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/67a42ee46e3542cdb8d962368713b149" width="1" height="1" alt=""/>
<p class="MsoNormal"><span>1. Schwarz-Gelb hat die Wahl nicht gewonnen, die Gro&#223;e Koalition hat die Wahl </span><a href="http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_09/ergebnisse/bundesergebnisse/index.html">verloren</a><span>. <strong>Die Parteien der Gro&#223;en Koalition b&#252;&#223;ten gegen&#252;ber 2005 ein Viertel ihrer W&#228;hler ein (=25 Prozent)</strong></span><span>. Wurden CDU, CSU und SPD </span><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundestagswahl_2005">2005</a><span> von 32,8 Millionen B&#252;rgern gew&#228;hlt, so sank diese Unterst&#252;tzung 2009 auf 24,6 Millionen W&#228;hler. Derart abgestraft wurde selten eine Regierung!</span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>2. <strong>Schwarz-Gelb ist nur eine Minderheitenregierung</strong></span><span>. W&#228;hrend die Parteien der Gro&#223;en Koalition 2005 noch 53 Prozent der Wahlberechtigten auf sich vereinten (=32,8 Millionen), unterst&#252;tzen lediglich 33,7 Prozent (= 20,9 Millionen) die schwarz-gelbe Koalition.</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>3. <strong>Schwarz-Gelb hat Stimmen verloren</strong></span><span>. W&#228;hrend die FDP gegen&#252;ber der letzten Wahl 1,66 Millionen W&#228;hler dazu gewann, verloren CDU und CSU zusammen fast 2 Millionen. Macht unterm Strich f&#252;r Schwarz-Gelb ein Minus von 311.166 Stimmen.</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>4. <strong>Der Abw&#228;rtstrend der Union ist stabil</strong></span><span>. Zweitgr&#246;&#223;ter Verlierer hinter der SPD ist die CSU. Sie verlor 664.099 Stimmen. Das ist ein Minus von 19 Prozent (!) gegen&#252;ber 2005. Auch die CDU hat nicht 0,5 Prozent verloren, wie es die Balken-Diagramme ausweisen. Die CDU hat gegen&#252;ber der letzten Bundestagswahl mehr als 1,3 Millionen Stimmen verloren. Das sind 10 Prozent ihrer W&#228;hler. <strong>CDU und CSU verzeichnen zusammen ein Minus von 11,9 Prozent.</strong></span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>5. <strong>Gewonnen haben in erster Linie FDP und Linke</strong></span><span>. Beide Parteien konnten jeweils mehr als eine Million W&#228;hler dazu gewinnen.</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>6. <strong>Die Gr&#252;nen haben weniger Stimmen hinzugewonnen als die Piraten</strong></span><span>. Das Plus der Gr&#252;nen: 802.871 Stimmen. Das Plus der Piraten: 845.904. Die Piraten konnten ihren Stimmenanteil seit der Europawahl (229.000 Stimmen) fast vervierfachen.</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>7. Und nun zum dicksten Hammer: der SPD. Die SPD hat nicht etwa dramatische 11,2 Prozent verloren, wie es am Wahlabend verk&#252;ndet wurde. <strong>Die SPD hat gegen&#252;ber der letzten Bundestagswahl granatenhafte 38,3 Prozent (!) ihrer W&#228;hler verloren. Das ist kein Desaster, das ist eine Katastrophe. </strong></span><span>Und so war es wohl der gr&#246;&#223;te Witz des Wahlabends, dass Steinmeier und M&#252;ntefering erkl&#228;rten, sie wollten so weiter machen. Weil sie sich nicht aus der Verantwortung stehlen wollen. Nach diesem Ergebnis gibt es nur eine m&#246;gliche Form von Verantwortung: R&#252;cktritt. </span></span></p>
<p class="MsoNormal">
<p class="MsoNormal"><span><span> <!--StartFragment--><span>Siehe dazu auch den Beitrag von Robin Meyer-Lucht: </span><span><a href="http://carta.info/15499/buendnis-ohne-emphase-auf-schwarz-gelb-waren-wir-nicht-vorbereitet/">B&#252;ndnis ohne Emphase</a></span></span></span></p>
<p><!--EndFragment-->
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=15549&amp;md5=4e5c9e285770a0251a2cad5531680418" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wir sind extrem sozialliberal</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 09:22:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In Deutschland gibt es keine konservative Mehrheit. Dass Angela Merkel trotzdem regiert, liegt nur daran, dass sie die anderen Parteien so gut auseinander dividieren kann. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/ceca7abfe54d7ba5d6c3343741723e" width="1" height="1" alt=""/>
<p class="MsoNormal"><span>Fr&#252;her, in den siebziger Jahren, hatten wir in West-Deutschland genau 1 liberale Partei – die FDP. Und dazu 1 linke Partei – die SPD. Das war &#252;bersichtlich. 1969 gingen diese Parteien eine Koalition ein: die Regierung Brandt/Scheel.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>Heute haben wir drei liberale Parteien – die FDP, die Gr&#252;nen und die Piraten. Und wir haben zwei linke Parteien – die SPD und die LINKEN. Die deutsche Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten immer weiter ausdifferenziert. Sie ist viel st&#228;rker fraktioniert als vor 35 oder 40 Jahren. <strong>Aber der grundlegende Trend in Richtung </strong><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Linksliberalismus">sozialliberal</a></strong><strong> ist intakt</strong></span><span>.</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Man muss nur den Mut (</span><em>die Chuzpe?</em><span>) haben, die eigenen Scheuklappen zu entfernen &#8211; schon sieht man, wie stabil dieser Trend &#252;ber die Jahre geblieben ist. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Der deutsche Liberalismus ist kr&#228;ftiger und nuancierter geworden. FDP, Gr&#252;ne und Piraten repr&#228;sentieren drei unterschiedliche Str&#246;mungen des Liberalismus: den wirtschaftsliberalen, den &#246;koliberalen und den radikalliberalen. Zusammen erreichen sie 25 Prozent.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Auch die Linke ist (trotz der rasanten Entwicklung zur Dienstleistungsgesellschaft) nur unwesentlich schw&#228;cher geworden. Die beiden linken Parteien kommen zusammen auf etwa 35 Prozent.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span><strong>Linke und Liberale bilden in Deutschland also eine satte Mehrheit von 60 Prozent</strong></span><span>. Das hei&#223;t: Strukturell sind CDU und CSU seit langem in der Defensive.</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Regieren k&#246;nnen die Konservativen nur dann, wenn es ihnen gelingt, die sozialliberale Mehrheit in viele, untereinander zerstrittene kleine Einheiten zu </span><a href="http://carta.info/15156/der-tag-an-dem-die-spd-die-wahlen-verlor/">zerlegen</a><span>.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Das ist auch die Strategie der „unklaren“, „ungreifbaren“, „sanften“ Angela Merkel. F&#252;r diese Meisterleistung muss man sie wirklich bewundern.<span> </span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal">
<p><!--EndFragment-->
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		<item>
		<title>Online-Wahlkampf nach der &#8220;Digitalen Blase&#8221;: Wichtig, aber nicht entscheidend</title>
		<link>http://carta.info/13809/online-wahlkampf-nach-der-digitalen-blase-8-punkte/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Aug 2009 11:38:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Online-Wahlkampf ringt mit dem bescheidenen Mobilisierungsgrad der W&#228;hler - und stetzt daher auf soziale Netzwerke und Kaffeetassen. Eine kurze Zwischenbilanz in neun Punkten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/dce02926eab8bb4a3d747186fbb1a2" width="1" height="1" alt=""/>Lezte Woche bekam ich eine E-Mail von der FDP &#8211; mit &#8220;kleinen Wahlkampfideen zum Nachmachen&#8221;:&#8221;Bringen Sie eine <a href="http://www.bjr-werbung.de/fdp/fdp-shop/product_info.php?info=p65_Kaffeebecher.html">FDP-Kaffeetasse</a> zur Arbeit mit&#8221;, wurde mir vorgeschlagen. Oder: &#8220;Verteilen Sie <a href="http://liberalverlag.de/webcom/show_libvshop.php/_c-25/_lkm-/_cat-5/i.html">Solms-Bierdeckel</a>.&#8221; Oder auch: &#8220;Einfach mal mit <a href="http://www.wahlkampfblog09.de/?p=218">FDP-Badesachen ins Freibad</a>&#8220;.</p>
<p>Mittlerweile habe ich gelernt, dass das Phase drei der diesj&#228;hrigen Variante des Online-Bundestagswahlkampfs ist: 1. Informieren, 2. Mail-Adressen einsammeln, 3. Mobilisieren in kleinen Schritten.</p>
<p>Am Mittwoch fand ein kleiner Zwischenschau-Workshop in Sachen Online-Wahlkampf statt, organisiert von <a href="http://www.wahl.de/">Wahl.de</a> und einem Telekommunikationsunternehmen. Die Online-Wahlkampfverantwortlichen der gr&#246;&#223;en f&#252;nf Parteien waren dabei (Piraten also nicht). W&#246;rtliches Zitieren und die Nennung einzelner Parteien in der nachtr&#228;glichen Berichterstattung war durch die Regeln des Workshops erst einmal ausgeschlossen.</p>
<p>Hier ist, was ich dabei grunds&#228;tzlich gelernt habe:<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>1. Auf die sozialen Netzwerke kommt es an</strong></p>
<p>Im Online-Bundestagswahlkampf 2009 haben sich die sozialen Netzwerke (Facebook, StudiVZ) f&#252;r viele Parteien zu den zentralen Plattform f&#252;r die Akquise und Vernetzung mit Unterst&#252;tzern herausgebildet. Die Unterst&#252;tzer verbinden sich hier in deutlich gr&#246;&#223;erer Zahl mit den Parteien, als in parteieigenen Netzwerken. Der Online-Unterst&#252;tzer l&#228;sst sich zur Ein-Klick-Befreundung auf Facebook &#252;berreden, mag aber nicht zu den Parteien selbst gehen. Hier zeigt sich offenbar das <em>ingesamt eher distanzierte Verh&#228;ltnis</em> zu Parteien, mit dem viele Online-Campaigner zu k&#228;mpfen haben.</p>
<p><strong>2. Bescheidener Mobilisierungsgrad</strong></p>
<p>Angesichts von 62 Mio. Wahlberechtigten und 22 Mio. Bundesb&#252;rgern, die t&#228;glich online sind, ist der Mobilisierungrad der Online-Kampagnen bislang noch eher bescheiden. &#8220;Es gibt eine hohe Schwelle f&#252;r Commitment und Beteiligung&#8221;, sagt einer der Wahlkampfmanager. &#220;ber Abrufzahlen sprechen die Parteien ungerne bis gar nicht (siehe auch P.S. unten). Mit dem Online-Wahlkampf erreichen die Parteien die W&#228;hler in diesem Wahlkampf offenbar besser, umfassender und intensiver als noch vor vier oder acht Jahren. Doch der erhoffte Reichweitenmoment, das r&#228;umt auch der eine oder andere Kampagnen-Verantwortliche ein, konnte bislang h&#228;ufig noch nicht realisiert werden.</p>
<p><strong>3. Die Sofa-Aktivisten mobilisieren</strong></p>
<p>Die meisten potenziellen W&#228;hler wollen sich auf den Parteiwebsites vor allem informieren. Nur wenige hinterlassen auch E-Mail-Adressen und wollen sich beteiligen. F&#252;r die Online-Kampagnen geht es in der Schlussphase des Wahlkampfs nun darum, diese Sofa- und Klick-Aktivisten in der realen Welt zu mobilisieren &#8211; und zu Multiplikatoren in realen Gespr&#228;chen zu machen. Genau deshalb versucht nun etwa die FDP, ihre Online-Unterst&#252;tzer mit FDP-Kaffeetassen ins B&#252;ro zu schicken.</p>
<p><strong>4. Eine Parallelstruktur f&#252;r die Dauer des Wahlkampfs</strong></p>
<p>F&#252;r die deutschen Mitgliederparteien stellt der Online-Kampfkampf, bei dem sich pl&#246;tzlich eine Sph&#228;re von losen Online-Unterst&#252;tzern neben der klassischen Parteistruktur bildet, ein bislang nur bedingt gel&#246;stes Strukturproblem dar. F&#252;r diesen Wahlkampf haben sich die Parteien zun&#228;chst einmal darauf eingerichtet, dass es f&#252;r die Dauer des Wahlkampfs eine Parallelstruktur neben den klassischen Mitgliedern gibt. Der Online-Wahlkampf kann die Struktur von Ortsvereinen derzeit nicht ersezten. Zugleich ist das Netz vor allem auch eine Infrastruktur, um an die eingeschworenden Parteimitglieder Informationsmaterial und Argumente zu verteilen.</p>
<p><strong>5. Online-Wahlkampf ist viel dezentraler als es die professionellen Beobachter wahrhaben wollen</strong></p>
<p>Der Bundestagswahlkampf wird ma&#223;geblich von den (Direkt-)Kandidaten selbst bestritten. Diesen ganz ma&#223;geblichen Teil des regionalenOnline-Wahlkampfs bekommt die Berlin-Mitte-Bande gar nicht mit &#8211; und &#252;bersieht damit weite Teile. Zugleich werden bestimmte Teile des Online-Wahlkampfs eher auch symbolisch f&#252;r die professionellen Beobachter gef&#252;hrt &#8211; damit die Medien dr&#252;ber berichten.</p>
<p><strong>6.  Online-Wahlk&#228;mpfer sind coole Pragmatiker<br />
</strong></p>
<p>Auch wenn der Online-Wahlkampf noch nicht das Momentum entwickelt hat, das sich der eine oder andere Kampagnen-Manager gew&#252;nscht h&#228;tte, so wissen doch alle: Der Wahlkampf kommt in ihre Richtung. Jetzt schon – und zuk&#252;nftig noch viel mehr. Angesichts steigender Zahlen braucht sich niemand verstecken. Dass man machmal Politik bis an die Grenze des Klamauks zuspitzen muss, das ist halt so. Dass man noch nicht einen klaren Impuls in diesem impulsarmen Wahlkampf geleistet hat, das ist halt so.</p>
<p><strong>7. Fundrasing kann durchaus funktionieren<br />
</strong></p>
<p>Zumindest eine Partei zeigte sich freudig &#252;berrascht, wie gut inzwischen der Ansatz der Gro&#223;plakatspenden funktioniere. Durch die Auswahl von Plakatstandort und Motiv seien sich die Unterst&#252;tzer aktiv eingebunden. Sie w&#252;rden diesen – auch inhaltlichen – Einfluss auf die Kampagne sehr sch&#228;tzen.</p>
<p><strong>8. </strong><strong> Online-Wahlkampf nach der “digitalen Blase”: Wichtig, aber nicht entscheidend<br />
</strong></p>
<p>Sind die Erwartungen auf Obama-Niveau (die &#8220;digiatale Blase&#8221;) erst einmal eingeholt, stellt man fest, dass Online-Wahlkampf inzwischen ein wichtiges, aber noch kein entscheidenes Instrument der Parteipolitikwerbung f&#252;r die klassischen Parteien geworden ist. Das Netz dient der Information der potenziellen W&#228;hler, der Aktivierung von losen Sympathisanten und der Kampagnensteuerung der Mitglieder. Es ist f&#252;r die Parteien unverzichtbar geworden.</p>
<p><strong>9. Online-Wahlkampf ver&#228;ndert das grunds&#228;tzliche Verh&#228;ltnis von Parteien und W&#228;hlern vorerst nicht</strong></p>
<p>Doch auch im Jahre 2009 wird im Internet vor allem klassischer Wahlkampf mit Mitteln des Internets gemacht. Man muss nicht von &#8220;<a href="http://www.golem.de/0907/68272.html">Online-Plaktierung</a>&#8221; sprechen, aber es bleibt der Nachgeschmack, dass h&#228;ufig die klassischen Mechanismen  auf neue Medium lediglich &#252;bertragen werden: Um es mit den Worten von Peter M&#252;ller aus dem <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/handelsblatt-kommentar/warum-politik-zur-clownerie-verkommt;2449957">Handelsblatt</a> zu sagen: &#8220;Ein bloggender Au&#223;enminister ist auch nichts anderes als ein Politiker, der einem Wahlwerbung in die Hand dr&#252;ckt.&#8221; Beitr&#228;ge, wie sich angesichts neuer Medientechniken das Verh&#228;ltnis von Parteien und Wahlb&#252;rgern grunds&#228;tzlich ver&#228;ndern k&#246;nnte, liefert dieser Online-Bundestagswahlkampf bislang nur bedingt. Er scheint auf dem Weg zu sich selbst erst noch am Anfang zu stehen. Aber warten wir mal ab: Die Wahl ist erst Ende September &#8211; und da gibt es ja noch die Piratenpartei.</p>
<p><strong>P.S.:</strong> Ich habe nach der Diskussion um die <a href="http://carta.info/13545/parteienwebsites-das-volk-surft-woanders/">Meedia-Zahlen</a> noch einmal bei <a href="http://www.nielsen-online.com/intl.jsp?country=de">Nielsen Netratings</a> nachgefragt, welche Zahlen zur Nutzung der Parteiwebsites dort vorliegen: Demnach erreichten die Parteiwebsites im Juli folgende Besucher (<strong>Unique User</strong>): CDU.de: 235.00, SPD: 231.000, Pirartenpartei: 93.000, FDP: 76.000, Gr&#252;ne: 57.000 und Die Linke: 45.000. Die Zahlen basieren auf einem Nutzerpanel mit 25.000 Teilnehmern. Die beiden Volksparteien h&#228;tten demnach im Juli jeweils 5 Promille der 43,7 Mio. Internetnutzer mit ihren Zentralwebsites erreicht. Damit ist selbstverst&#228;ndlich nur ein ganz kleiner Teil der Aktivit&#228;ten der Parteien dokumentiert. Der Wert der Piratenpartei ist mit hoher Wahrscheinlichkeit zu niedrig. Er weicht ganz erheblich von Alexa- und Google-Adplanerwerten ab, wo die Piraten vor den klassischen Parteien liegen.</p>
<p><a href="http://blogbar.de/archiv/2009/08/19/prolpheten-des-medienwandels/"><br />
</a>
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		<title>Die Piraten – Aufstand der technischen Intelligenz?</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 13:40:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit ihrem Sensationserfolg bei den Europawahlen ist die „Piratenpartei“ in aller Munde. Und viele fragen sich: Was sind das blo&#223; f&#252;r Leute? Sind die rechts oder links? Oder erleben wir den Beginn einer neuen sozialen Bewegung? Vier Anmerkungen zu einem politischen Ph&#228;nomen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/8c7d834c2970ecf846df5601bb843c" width="1" height="1" alt=""/><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal"><span><strong>Was wollen die Piraten?</strong></span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Es begann im Januar 2006. Damals wurde in Schweden die allererste Piratenpartei gegr&#252;ndet. Sie verstand sich als politische Antwort auf die digitale Revolution. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Piratpartiet">Rickard Falkvinge</a> (37), der Gr&#252;nder der Partei, sagte im Juni 2006: „Um die heutige Situation im Lichte der Geschichte zu verstehen, m&#252;ssen wir 400 Jahre zur&#252;ck gehen, in die Zeit, als die Kirche das Kultur- und Wissensmonopol innehatte. Was die Kirche sagte, hatte zu geschehen. Es war eine Pyramiden-Kommunikation. An der Spitze gab es eine dominierende Person, die zu denen, die weiter unten in der Pyramide waren, sprach&#8230; Damals war es den B&#252;rgern unter keinen Umst&#228;nden erlaubt, selbst Informationen zu verbreiten&#8230;</span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>Dann kam der Buchdruck. Pl&#246;tzlich gab es nicht mehr <em>eine</em></span><span> Wissensquelle, es gab mehrere. Die B&#252;rger &#8211; die angefangen hatten lesen zu lernen &#8211; konnten pl&#246;tzlich von nicht sanktioniertem Wissen profitieren. Die Kirche war w&#252;tend. Die k&#246;niglichen Familien waren w&#252;tend. Die britische K&#246;nigsfamilie ging sogar so weit, dass sie ein Gesetz erlie&#223;, das besagte, dass nur solche Drucker, die die Erlaubnis der K&#246;nigsfamilie besa&#223;en, das Wissen der B&#252;rger mehren durften. Dieses Gesetz wurde &#8220;Copyright&#8221; genannt&#8230; Es ging also bereits damals um die Kontrolle von Kultur und Wissen, denn wer diese Dinge beherrschte, beherrschte die Welt.</span></span>
</p>
<p class="MsoNormal"><span>&#8230;Das Internet gehorcht diesem Modell nicht mehr. Heute laden wir nicht mehr einfach Kultur und Wissen von einer zentralen Stelle herunter. Wir laden gleichzeitig hoch, zu anderen. Wir verteilen Dateien. Wissen und Kultur haben ihren zentralen Kontrollpunkt verloren. &#8230; File-Sharing begr&#252;ndet das gleichzeitige Hoch- und Herunterladen von jeder verbundenen Person ohne jede zentrale Kontrolle. Die Kultur flie&#223;t zwischen Millionen verschiedener Menschen &#8211; zur selben Zeit. Das ist etwas komplett Neues in der Geschichte der menschlichen Kommunikation.“</span>
</p>
<p class="MsoNormal"><span><span>So weit der Gr&#252;nder der schwedischen Piratenpartei. Heute ist es das Ziel der Bewegung, <strong>die durch das Internet erreichten Freiheiten zu bewahren</strong></span><span> und gegen jede Art von (staatlicher oder kommerzieller) Zensur bzw. Kontrolle zu verteidigen. Denn nach Auffassung der (deutschen) Piratenpartei ist durch die digitale Revolutionierung aller Lebensbereiche „die W&#252;rde und die Freiheit des Menschen in bisher ungeahnter Art und Weise gef&#228;hrdet.“</span></span></p>
<div id="attachment_10499" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/06/piratenpartei.jpg"><img class="size-medium wp-image-10499" title="piratenpartei" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/06/piratenpartei-300x182.jpg" alt="piratenpartei" width="300" height="182" /></a><p class="wp-caption-text">Der Wahlerfolg, sagen manche, w&#228;re weit h&#246;her ausgefallen, h&#228;tte die Partei nicht diesen „bescheuerten“ Namen</p></div>
<p class="MsoNormal"><span><span>Nach ihrem ersten Auftauchen in Schweden wurden die Piraten schnell zu einer <em><a href="http://piraten-partei.de/navigation/partei/piratenparteien-weltweit">weltweiten Bewegung</a></em></span><span>, die sich generell f&#252;r b&#252;rgerliche Freiheitsrechte und gegen den Zugriff des &#220;berwachungsstaates engagiert. Damit stehen die Piraten durchaus in der Tradition der modernen sozialen Bewegungen seit den 1970er Jahren: der Umwelt-, der Frauen- und der Friedensbewegung. Es w&#228;re deshalb fatal, sie (aufgrund ihres abseitigen Namens) zu ignorieren. Die von den Piraten diskutierten Themenbereiche z&#228;hlen heute zu den <strong>Schl&#252;sselthemen der hoch entwickelten Gesellschaften.</strong></span><span><span> </span></span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span><strong>Wer sind die Piraten?</strong></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>Rickard Falkvinge, der Gr&#252;nder der Bewegung, studierte Technische Physik, war eine Zeit lang IT-Unternehmer und Projektleiter bei Microsoft. Als Student engagierte er sich in der Jugendorganisation der „Moderata Samlingspartiet“. Das ist eine im Schwedischen Reichstag vertretene <em>b&#252;rgerlich-konservative Partei</em></span><span> (!) mit <em>neoliberalem</em></span><span> Wirtschaftsprogramm.</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>Falkvinges Werdegang ist typisch f&#252;r die Piraten. Unter den zehn <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,629533,00.html">Spitzenkandidaten</a> der deutschen Piratenpartei zur Europawahl finden sich: 1 Diplom-Wirtschaftsmathematiker, 1 Diplom-Physiker, 3 Informatiker, 1 Software-Entwickler, 1 Web-Entwickler, 1 Physik-Student, 1 Gesch&#228;ftsf&#252;hrer im Logistik-Gewerbe (Ex-Berufssoldat) sowie 1 IT-Consultant. Es sind ausschlie&#223;lich M&#228;nner im Alter zwischen 23 und 47 Jahren. Damit repr&#228;sentiert die deutsche Piratenpartei in besonderem Ma&#223;e die computerbegeisterte, aufstiegsorientierte, m&#228;nnliche (aber in den feminisierten sozialen Dienstleistungsgesellschaften unter Druck geratene) <strong>technische &amp; naturwissenschaftliche Intelligenz</strong></span><span>. Bei zahlreichen Kandidaten handelt es sich um Mitarbeiter kleinerer Universit&#228;ten (Eichst&#228;tt, M&#252;nster) oder um selbstst&#228;ndige kleine IT-Unternehmer. Vor ein paar Jahren h&#228;tte man diese Leute wohl zum „neuen Mittelstand“ gez&#228;hlt.</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span><strong>Wer w&#228;hlt die Piraten?</strong></span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Bei ihrer ersten Kandidatur zum Reichstag am 17. September 2006 erzielte die schwedische Piraten-Partei 0,63 Prozent der Stimmen (in absoluten Zahlen waren das 34.918 W&#228;hler). Am 27. Januar 2008 – dem ersten Auftreten bei einer Wahl in Deutschland &#8211; konnte die Hessische Piratenpartei mit 0,3 Prozent einen Achtungserfolg erringen. Einen Monat sp&#228;ter schafften die Hamburger Parteifreunde bei den Senatswahlen 0,2 Prozent. Im Januar 2009 konnte die Hessische Piratenpartei dann 0,5 Prozent erringen, das waren mehr als 13.000 W&#228;hler. Bei den <a href="http://www.bundeswahlleiter.de/de/europawahlen/EU_BUND_09/downloads/">Europawahlen</a> schlie&#223;lich w&#228;hlten bundesweit 229.117 Personen die Piratenpartei (= 0,9 Prozent). Auch die Gr&#252;nen, hei&#223;t es, haben klein angefangen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>Ihr bestes Ergebnis erzielte die Piraten-Partei in Flensburg mit 2,1 Prozent. Vor allem in kleinen und mittleren <em><a href="http://www.wortfeld.de/2009/06/auf-piratensuche/">Universit&#228;tsst&#228;dten</a></em></span><span> konnte sie punkten: etwa in Jena, Oldenburg, Karlsruhe, Kiel, Aachen, Potsdam, Dresden, Leipzig, Mainz, Darmstadt, Erlangen oder Greifswald.</span><span> In Berlin, Hamburg und Bremen lag sie ebenfalls &#252;ber 1%. F&#252;r die Partei ist das nur logisch<span>: &#8220;Freiheitsliebende, technisch versierte junge Menschen, die gegen eine restriktive Symbolpolitik sind, f&#252;hlen sich durch uns vertreten.&#8221;</span></span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>Das einzig wirklich sensationelle Ergebnis holten die Piraten in ihrem Ursprungsland Schweden. Dort erreichten sie satte 7,1 Prozent. Bei den 18- bis 30-J&#228;hrigen waren es sogar 19 Prozent. Und bei den Jungm&#228;nnern 30 Prozent! Auch in Deutschland wurde die Piratenpartei vor allem<strong> </strong></span><span>von <strong>18- bis 35-j&#228;hrigen, gut ausgebildeten st&#228;dtischen M&#228;nnern </strong></span><span>gew&#228;hlt. Erleben wir &#8211; nach den stark weiblich gepr&#228;gten Gr&#252;nen &#8211; das Entstehen einer „M&#228;nnerpartei“?</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span><strong>Was f&#252;r eine politische Gruppierung sind die Piraten?</strong></span></p>
<p><span>Der Wahlerfolg, sagen manche, w&#228;re weit h&#246;her ausgefallen, h&#228;tte die Partei nicht diesen „bescheuerten“ Namen. Denn es handelt sich bei den Piraten ja keineswegs um Freibeuter oder Chaoten, sondern um normale Vereinsmeier mit superordentlichen Bundesparteitagen. Zwar zogen sie mit einem leicht abgewandelten Piraten-Schlachtruf „Klarmachen zum &#196;ndern!“ (Entern!) in den Wahlkampf, aber gleichzeitig sagten sie: „Wir sind keine Piraten. Das Recht macht uns dazu.“ Sie tragen ihren Namen quasi aus Protest gegen eine veraltete Einsch&#228;tzung „ganz normaler“ Handlungsweisen.</span></p>
<p><span>Ein Piratenw&#228;hler gab bei einem <a href="http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Kritische-Anmerkungen-zur-Piratenpartei-eines-PP-Waehlers/forum-160218/msg-16853802/read/">Diskussionsforum</a> deshalb zu bedenken: „Mit ‚Partei Freiheit’ oder ‚Die Freiheitlichen’ (o.k., ist in &#214;sterreich negativ besetzt) oder so &#228;hnlich k&#246;nnte man das Gleiche aussagen und jedem w&#228;re sofort klar, dass man <a href="http://wirres.net/article/articleview/5208/1/6/">zwischen FDP und Gr&#252;nen</a> positioniert ist, und der Parteiname w&#228;re positiv besetzt. Auch w&#228;re   das Sch&#252;tzenswerte sofort klar, im Grundgesetz und in der Nationalhymne  geht es zentral um das Thema ‚Freiheit’, das inzwischen &#252;berall zu kurz kommt&#8230;“</span></p>
<p><span>Zwar ist das nur die Aussage eines einzelnen W&#228;hlers, aber einer der deutschen Kandidaten der Piratenpartei nannte sich stolz einen „Feuerwehrmann der b&#252;rgerlichen Freiheiten“. Diese grundanst&#228;ndige Verkn&#252;pfung von Feuerwehr &amp; B&#252;rgerlichkeit deckt sich nicht ganz mit dem romantischen Freibeuterimage (und &#252;brigens auch nicht mit der euphorischen <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/555/anker-hoch-und-leinen-los-%25E2%2580%2593-die-piraten-sind-da">Einsch&#228;tzung</a> Jens Bergers beim „Spiegelfechter“).<span> </span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>Trotzdem w&#228;re es falsch, den <a href="http://www.focus.de/digital/internet/tid-14460/piratenpartei-viele-gruene-schuetzen-lieber-irgendeinen-hamster-teil-2_aid_405317.html">„Aufstand der technischen Intelligenz“</a> gegen G&#228;ngelung und Kontrolle nun als Unmut von „Anarcho-Spie&#223;b&#252;rgern“ abzutun. Es handelt sich um einen <strong>Teil der radikalisierten Mitte</strong></span><span>, f&#252;r den die alten Schubladen (vielleicht) nicht mehr passen. Aber <a href="http://netzpolitik.org/2009/sind-die-piraten-die-neuen-gruenen/">neue Gr&#252;ne</a> sind es nicht.</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>Mit der Piratenpartei w&#252;rde sich <strong>eine dritte liberale Kraft – neben FDP und Gr&#252;nen</strong></span><span> &#8211; im deutschen Parteienspektrum etablieren. Ob es eine Partei f&#252;r die n&#228;chste Generation wird (oder eine breit aufgestellte <a href="http://www.ruhrbarone.de/ist-die-piratenpartei-die-spd-von-heute/">B&#252;rgerrechtsbewegung</a>) muss sich erst noch zeigen.</span></span></p>
<p><!--EndFragment-->
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		<title>Rotrot oder Tod? Die Hessenwahl als Vorzeichen</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jan 2009 22:34:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Superwahljahr]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach dem 27. September wird die SPD (vorerst) nicht mehr ben&#246;tigt: Die neue Superkoalition aus CDU, FDP, Nichtw&#228;hlern und Leitmedien wird das „Superwahljahr“ f&#252;r sich entscheiden. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/1b3136a02eeb2019602e1ff37934a2" alt="" width="1" height="1" /><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal"><span>Und das sind die Fakten: 31,6 Prozent der <a href="http://www.statistik-hessen.de/S12.htm">Wahlberechtigten</a> reichten der Formation Schwarz-Gelb in Hessen f&#252;r eine komfortable absolute Mehrheit (die CDU erzielte 22 Prozent, die FDP 9,6 Prozent). In manchen st&#228;dtischen Wahlkreisen rangiert die SPD bereits hinter Nichtw&#228;hlern, CDU, FDP und Gr&#252;nen auf Platz 5. Resignierter kann eine Linke in einer Weltwirtschaftskrise kaum sein.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Aber selbst das staatliche „Krisenmanagement“ der tapferen SPD-Minister in Berlin bringt keine Stimmen. In den f&#252;nf wichtigsten Bundesl&#228;ndern – in Bayern, Baden-W&#252;rttemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachen und Hessen regiert nun der schwarz-gelbe Block. Und die Lautsprecher in den Leitmedien fordern schon ein Konjunkturpaket III: eine Abwrackpr&#228;mie f&#252;r die gro&#223;e Koalition: Die SPD soll endlich gehen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Aber wohin?</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Nach dem Aufstieg der Linkspartei (die in Hessen erstmals nicht mehr von den Verlusten der SPD profitieren konnte) und der H&#246;llenfahrt der SPD (dem Abgang von f&#252;nf SPD-Vorsitzenden binnen f&#252;nf Jahren, der Halbierung der Mitgliederzahl, dem drohenden Verlust des Volkspartei-Status und einer massenmedial erzeugten Rot-Rot-Hysterie) stellt sich die Frage nach der Zukunft der beiden Sozialdemokratien neu.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>SPD &amp; Linke &#8211; die ungleichen Zwillinge &#8211; m&#252;ssen sich mit der Existenz des jeweils anderen leidenschaftlicher und kenntnisreicher auseinandersetzen als bisher. Sie m&#252;ssen sich zueinander verhalten. Ohne Ber&#252;hrungsangst. Und ohne Angst vor Medienschelte.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Aber wie soll dieser Umgang aussehen? Werden sich die beiden Parteien nun bis aufs Messer bek&#228;mpfen? Werden sie in irgendeiner Form kooperieren? Oder werden sie am Ende gar fusionieren?</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Drei Szenarien sind denkbar:<span> </span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span><strong>Szenario 1:</strong></span><span> SPD und Linke versuchen, sich gegenseitig zu spalten mit dem Ziel, dass entweder ein ma&#223;geblicher Teil der Linken reum&#252;tig zur SPD zur&#252;ckkehrt oder ein gewichtiger Teil der SPD frustriert ins Nichtengagement oder zur Linken abwandert (Modell feindliche &#220;bernahme).</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><strong><span style="font-weight: normal;"><span><strong>Szenario 2:</strong></span><span> Beide Parteien stecken ihr Terrain und ihr W&#228;hlerpotential neu ab und kooperieren nach pragmatischen Gesichtspunkten. Das kann in ein Koalitionsmodell m&#252;nden wie in Berlin oder in ein Tolerierungsmodell wie in Sachsen-Anhalt. Auch ein br&#252;derlich-schwesterliches Kooperationsmodell nach dem Vorbild von CDU und CSU w&#228;re denkbar &#8211; mit der Linken in der Paraderolle einer Ost-CSU.</span></span></strong></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><strong><span style="font-weight: normal;"><span><strong>Szenario 3:</strong></span><span> Beide Parteien re-formieren sich, arbeiten schonungslos ihre gemeinsame &amp; getrennte Geschichte auf und beenden die hundertj&#228;hrige Spaltung der „Arbeiterbewegung“ mit einem feierlichen Wiedervereinigungsparteitag im Jahr 2017.</span></span></strong></span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Die Macht der Gewohnheit spricht f&#252;r einen emotional gepr&#228;gten, historisch begr&#252;ndeten Konkurrenzkampf mit harten Bandagen. Jede Seite wird „die wahre Linke“ f&#252;r sich reklamieren und das Erbe beanspruchen (Option 1). Die strategische Vernunft und der Selbsterhaltungstrieb gebieten ein pragmatisches Kooperationsmodell nach dem Vorbild der Union (Option 2). Das Herz aber, das bekanntlich links schl&#228;gt, verlangt nach einem nationalen Konvent, auf dem alle Delegierten gemeinsam singen: „Wann wir schreiten Seit’ an Seit’“ (Option 3).</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Jede der drei Optionen hat Anh&#228;nger in beiden Parteien. Die linken Antikapitalisten und der Seeheimer Kreis stehen f&#252;r Option 1, die mittlere Funktion&#228;rsschicht der SPD und die Reform-Linken pl&#228;dieren f&#252;r Option 2, die Gef&#252;hlssozialisten und die Langzeitstrategen favorisieren Option 3.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Aber kann aus den Zerfallsprozessen zweier alter &amp; altmodischer Parteien (SED &amp; SPD) wirklich etwas Neues entstehen? Verweist die Rotation der immer gleichen alten M&#228;nner an der Spitze der beiden „Arbeiterparteien“ (bei der SPD von M&#252;ntefering zu M&#252;ntefering, bei den Linken von Bisky zu Bisky) nicht auf das Ende einer Epoche? Erleben wir den gemeinsamen Untergang zweier Altparteien, die sich im Todeskampf aneinander klammern, um nicht zu ertrinken?</span></p>
<p class="MsoNormal">
<p>Erg&#228;nzung 25. 01. 09: <a href="http://www.bildungsforum21.de/start/referenten/cv_roitsch.html">Jutta Roitsch</a> hat eine sehr lesenswerte Analyse zu den machtpolitischen Hintergr&#252;nden des Falls Ypsilanti ver&#246;ffentlicht: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=3719">Furcht vor einem Politikwechsel</a>.<br />
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