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	<title>CARTA &#187; Paid Content</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Googles &#8220;One Pass&#8221;: Mehr als ein Appeasement-Tool f&#252;r Verlage?</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 20:37:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA["One Pass" ist ein sch&#246;nes Beispiel f&#252;r politische Software: Das Tool soll zeigen, dass Google in Sachen Qualit&#228;tsjournalismus Teil der L&#246;sung ist - nicht Teil des Problems. Doch kann "One Pass" wirklich auch relevante Ums&#228;tze generieren?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Es war nat&#252;rlich kein Zufall, dass Google sein Verleger-Schmeichel-Tool &#8220;<a href="http://www.google.com/intl/de_ALL/landing/onepass/">One Pass</a>&#8221; ausgerechnet in der deutschen Hauptstadt <a href="http://www.focus.de/digital/internet/google/google-one-pass-bezahlsystem-fuer-zeitungen-im-netz_aid_600638.html ">vorgestellt</a> hat. Es war nat&#252;rlich kein Zufall, dass dies durch den Chef Eric Schmidt pers&#246;nlich geschah. Und es war nat&#252;rlich kein Zufall, dass Axel Springer-Au&#223;enminister Christoph Keese dabei in der ersten Reihe sa&#223;.</p>
<p>3</p>
<p>&#8220;One Pass&#8221; ist ein echtes St&#252;ck politischer Software im besten Sinne des Wortes. &#8220;One Pass&#8221; ist Googles Appeasement-Tool f&#252;r Presseverleger: Seht her, Google tut etwas f&#252;r Verlage! &#8211; Google saugt Inhalte nicht ab, sondern kooperiert mit Verlagen &#8211; Google ist besorgt um die Zukunft des Qualit&#228;tsjournalismus &#8211; kurz: Google ist nicht evil zu den Presseverlagen.</p>
<p>Mit &#8220;One Pass&#8221; stellt Google den Verlegern eine Infrastruktur f&#252;r Bezahlinhalte zum Selbstkostenpreis zur Verf&#252;gung &#8211; mit lediglich zehn Prozent Systemgeb&#252;hr und vollem Nutzerprofilzugriff f&#252;r die Verlage. Netter kann man kaum zu Verlagen sein.</p>
<p>Was nun aussieht, wie eine <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,745971,00.html">Retourkutsche gegen Apples</a> restriktive Abomodelle ist tats&#228;chlich eine in anderthalb Jahren Projektarbeit entstandende Replik auf die Begehrlichkeiten in Sachen Snippet-Verwertung und Leistungsschutzrecht. &#8220;One Pass&#8221; sollte Google urspr&#252;nglich vor allem von dem Verdacht freistellen, der Konzern sei in Sachen &#8216;Qualit&#228;tsjournalismus&#8217; Teil des Problems &#8211; und nicht Teil der L&#246;sung.</p>
<p>Eine derartige politische Rendite erscheint nun &#8211; kombiniert mit der Ank&#252;ndigung der F&#246;rderung eines gro&#223;en Instituts in Berlin &#8211; nicht unwahrscheinlich. Die Diskussion um den anstehenden Entwurf zu einem Leistungsschutzrecht wird &#8220;One Pass&#8221; ma&#223;geblich beeinflussen.</p>
<p>Ob &#8220;One Pass&#8221; dabei tats&#228;chlich relevante Ums&#228;tze generiert oder den Verlagen tats&#228;chlich aus der Misere hilft, erscheint dabei zum&#228;chst sekund&#228;r. Es bleibt unklar, ob Google hier tats&#228;chlich gro&#223;e Ums&#228;tze w&#228;hnt. &#8220;One Pass&#8221; ist so gesehen eher ein Diskussionbeitrag von Google zum Thema Finanzierungsmodelle von Qualit&#228;tsjournalismus &#8211; aus der reich ausgestatteten Versuchsballonfabrik in <a href="http://www.weltkarte-online.com/karte,hauptsitz-von-google,104,2.html">Mountain View</a>.</p>
<p>Vielleicht wird sich  &#8220;One Pass&#8221; zu einer echten Content-Verkaufs-Alternative zu Apple entwickeln und sogar zu einem relevanten Gesch&#228;ftsfeld f&#252;r Google. Weitgehend aber unabh&#228;ngig davon, wie sich &#8220;One Pass&#8221; entwickelt &#8211; die politische Rendite ist Google sicher.</p>
<p>Die Presseverlage stehen nun hingegen vor der Herausforderung, mit &#8220;One Pass&#8221; tats&#228;chlich auch relevante Ums&#228;tze zu genieren. Mit dem neuen Tool gibt es in Sachen Paid Content eine Ausrede weniger.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38221&amp;md5=ea30debeeb98b493eceb2616ecd1bbe3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Apple in der Abofalle?</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 05:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Apple hat seine Regeln f&#252;r Abonnements im App Store vorgestellt und zeigt damit Mut zur Konfrontation. Denn der Konzern m&#246;chte nicht nur bei Zeitungen und Zeitschriften mitverdienen, sondern auch bei Musik und Videos.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p>Da haben wir es also, das <a href="http://www.apple.com/pr/library/2011/02/15appstore.html" target="_blank">Abo-Modell von Apple</a> f&#252;r den App-Store. Steve Jobs pers&#246;nlich hat wohl Hand angelegt an den Pressetext, kenntlich gemacht durch die Anf&#252;hrungszeichen um einen Absatz. Damit wird eine wichtige L&#252;cke f&#252;r den Vertrieb von Content in der Welt der iPhones und iPads geschlossen, allerdings zu einem hohen Preis. Denn Apple h&#228;lt die Hand auf und m&#246;chte von allen In-App-Abo-Verk&#228;ufen 30 % Umsatzbeteiligung.</p>
<p>Wie bisher schon &#252;blich, d&#252;rfen Inhalte auch k&#252;nftig au&#223;erhalb der Apps verkauft werden, indem die User &#252;ber einen Link aus der App heraus auf eine Website des App-Anbieters geschickt werden und dann dort einkaufen. Allerdings: Wer dieses Modell weiterhin praktizieren will, muss ab jetzt auch die M&#246;glichkeit offerieren, den Kauf in der App abzuwickeln. Davon nimmt sich Apple dann 30% vom Umsatz. Vorsorglich enth&#228;lt die neue Regelung den expliziten Hinweis, dass In-App-Verk&#228;ufe nur zum gleichen oder einem niedrigeren Preis als au&#223;erhalb angeboten werden d&#252;rfen.</p>
<p>In erster Linie davon betroffen sind Medienh&#228;user, die Abos f&#252;r Zeitungen und Zeitschriften im Wege von Apps f&#252;r Apples iOS-Ger&#228;te anbieten m&#246;chten. Dar&#252;ber hinaus nennt der Pressetext von Apple auch Videos und Musik, w&#228;hrend B&#252;cher unerw&#228;hnt bleiben. In guter <a href="http://carta.info/37662/apple-und-seine-richtlinien-der-ewige-stachel-im-fleisch-des-mobilen-internet/" target="_blank">Erinnerung</a> ist aber, dass Apple unl&#228;ngst eine App von Sony zur&#252;ckgewiesen hatte, bei der es um B&#252;cher ging.</p>
<p>Die bittere Pille vers&#252;&#223;en darf der Hinweis am Ende des Textes, dass mit &#252;ber 160 Millionen iOS-Ger&#228;ten ein beachtlich gro&#223;er Markt zur Verf&#252;gung steht. Die Worte &#8220;magisch&#8221; und &#8220;revolution&#228;r&#8221; zur Beschreibung der Endger&#228;te mit dem Apfel-Logo runden das Bild ab.</p>
<p>Damit wird klar, dass Apple sich als eine Art Mautstelle f&#252;r mehr oder weniger alle Content-Verk&#228;ufe &#252;ber Applikationen inthronisieren will. Man vertraut dabei in erster Linie auf die Bequemlichkeit der Ger&#228;tebesitzer, die f&#252;r ihre Eink&#228;ufe &#252;berwiegend den einfacheren und schnelleren Weg &#252;ber den App Store nehmen d&#252;rften und die M&#246;glichkeit, beim Anbieter selbst zu kaufen, vermutlich links liegen lassen werden.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus baut Apple sicher auch darauf, dass mit iTunes eine ger&#228;te&#252;bergreifende Synchronisation m&#246;glich ist, die erlaubt, dass Eink&#228;ufe auf einem iPhone etwa auch am Mac-Rechner und eines Tages vielleicht auch auf einem Apple-Fernsehger&#228;t genutzt werden k&#246;nnen, weil alle diese Ger&#228;te kompatibel f&#252;r Apps gemacht werden &#8211; den App Store f&#252;r Mac-Rechner gibt es bereits. Die Losung lautet dann: Auf einem Endger&#228;t kaufen und auf allen nutzen, was freilich voraussetzt, dass man sich als Kunde bei der Hardware absolut markentreu verh&#228;lt. Es w&#228;re ein nobles Gef&#228;ngnis in Aluminium und Glas.</p>
<p>Am Ende mag hinter der harten Haltung Apples der Versuch stehen, endlich die Ums&#228;tze mit dem Verkauf von Inhalten sowie der Umsatzbeteiligung an den Verk&#228;ufen Dritter in den n&#228;chsten Jahren signifikant zu steigern und so die hohe Abh&#228;ngigkeit vom Gesch&#228;ft mit Hardware zu reduzieren.</p>
<p>Ob die Rechnung so aufgeht? Gut vorstellbar ist, dass Apple nicht nur von <a href="http://carta.info/37315/fauler-apfel-apple-unterbindet-den-zugang-zu-ipad-apps-fuer-print-abos/" target="_blank">erbosten Zeitungsverlegern</a> Gegenwind bekommt, weil diese meinen, von 70 % Umsatzanteil nicht leben zu k&#246;nnen, sondern auch von den Wettbewerbsh&#252;tern in Europa und Amerika. Auch die Applikations-Entwickler k&#246;nnten Protest anmelden und damit drohen, zu Android oder gar Windows Phone 7 &#252;berzulaufen. Am Ende k&#246;nnte sich die neue Richtlinie so als eine Art Abofalle entpuppen, ein Falle die sich Apple selbst gestellt hat.</p>
</div>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38193&amp;md5=5801ccda1dae3a5b343a29a299155546" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;The Daily&#8221;: Der Boulevard hat absolut kein Recht, die Welt f&#252;r uns zu sortieren</title>
		<link>http://carta.info/37751/the-daily-der-boulevard-hat-absolut-kein-recht-die-welt-fuer-uns-zu-sortieren/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 Feb 2011 22:07:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rupert Murdoch hat im New Yorker Guggenheim-Museum (!) die erste digitale Tageszeitung vorgestellt, die exklusiv f&#252;r das iPad entwickelt worden ist. Der Ort der Pr&#228;sentation wurde offenbar mit Bedacht gew&#228;hlt. Welche St&#228;rken und Schw&#228;chen zeichnen das Vorzeige-Projekt aus?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Neue Zeiten verlangen nach einem neuen Journalismus“, erkl&#228;rte Rupert Murdoch gestern Mittag vor seinen z&#228;hesten Anh&#228;ngern. Aber ist der 79-j&#228;hrige US-australische Medientycoon wirklich der richtige Mann f&#252;r den behaupteten „new journalism“?</p>
<p>Das in New York <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~EB1CC9783758E483A86EBB144973B93B0~ATpl~Ecommon~Scontent.html">vorgestellte</a> (von Beginn an museumsreife!) <a href="http://www.thedaily.com/">Projekt</a> krankt an inneren Widerspr&#252;chen. Denn die f&#252;r 30 Millionen Dollar entwickelte Abo-App ist fortschrittlich und r&#252;ckw&#228;rtsgewandt zugleich. Die St&#228;rken des Versuchs sind dabei wesentlich leichter auszumachen als seine Schw&#228;chen. Deshalb zun&#228;chst die Pluspunkte:</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em>1. Die Kosten der Herstellung sind „gering“</em></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em></em></span>Unsentimental, ohne Wenn und Aber verabschiedet sich Murdoch von der guten alten Zeit: „Kein Papier mehr, keine Druckmaschinen, keine Lastwagen.“ Die verbleibenden Kosten f&#252;r die 120 Redakteure, den Einkauf von Inhalten, die Technik, die Programmierung, das Webdesign usw. betragen (angeblich) nur 26 Millionen Dollar im Jahr. <strong>Gut gemachte Zeitungs-Apps k&#246;nnen sich k&#252;nftig sogar Nicht-Milliard&#228;re leisten.</strong></p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em>2. Der Abo-Preis ist unschlagbar</em></span></p>
<p>Im Gegensatz zu den bisher meist unversch&#228;mt teuren Online-Angeboten verlangt Murdoch nur 40 Dollar f&#252;r ein Jahres-Abo von <em>The Daily</em>. Das ist ein unschlagbarer (und angemessener) Preis, den auch geizige Netz-Nutzer akzeptieren k&#246;nnten. Mit ‚nur’ 1 Million Abos w&#228;re das laufende Gesch&#228;ft (inklusive der saftigen Apple-Provision) bezahlt &#8211; ohne eine einzige Anzeige schalten zu m&#252;ssen. <strong>Deutsche Verleger sollten sich an Murdochs Abo-Preis ein Beispiel nehmen.</strong></p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em>3. Die Vernetzung ist (wenn auch bedingt) gegeben</em></span></p>
<p>Falls den Nutzern von <em>The Daily</em> ein Inhalt besonders gut gef&#228;llt, k&#246;nnen sie ihn per E-Mail, Twitter oder Facebook Freunden und Followern empfehlen. Na prima!</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>Aber nun zu den Schw&#228;chen des Projekts:</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em>1. Die Nutzer von Ger&#228;t und Inhalt passen nicht zusammen</em></span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em></em></span>Ein App-Abo suggeriert, dass der Nutzer ein komplettes Medien-Produkt auf Dauer erwerben will – wie fr&#252;her die gedruckte Tageszeitung. Er kauft also nicht nur die Nachrichten-Auswahl einer bestimmten Redaktion, sondern auch die &#252;brigen Ressort-Inhalte, die ihn m&#246;glicherweise nur peripher interessieren. Dieses Ganzheits-Konzept basiert auf dem treuen, letztlich unm&#252;ndigen Leser, der viel Zeit mit einem einzigen Produkt verbringt, und Medienangebote nur selten mit anderen Medienangeboten vergleicht. Diese Leser der alten Schule wollen orientiert werden, hei&#223;t es, weil sie nicht in der Lage (oder nicht willens) sind, das f&#252;r sie Interessante selbstst&#228;ndig aus dem Nachrichtenstrom zu fischen. Solche Medienkonsumenten gibt es zweifellos, aber sie werden in der Wissensgesellschaft weniger. Eine App wie <em>The Daily </em>richtet sich inhaltlich an netz-konservative Zielgruppen, und kollidiert dabei mit den agilen, bindungs- aber keineswegs bildungsschwachen Nutzern moderner High-Tech-Ger&#228;te. <strong>Zu vermuten ist, dass ein iPhone- oder iPad-K&#228;ufer eher nicht von einer geschlossenen Zeitungs-App „gef&#252;hrt“ oder „entm&#252;ndigt“ werden will.</strong></p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em>2. Das Tageszeitungs-Konzept passt nicht zu Online</em></span></p>
<p>Die bizarre Annahme, der unaufh&#246;rliche Nachrichtenstrom w&#252;rde nur einmal am Tag in Form eines Neuigkeiten-Pakets ausgeliefert, widerspricht jedem modernen Mediennutzungsverhalten. Auch die Willk&#252;r, mit der Redaktionen in den Nachrichtenstrom greifen, um ihn einen Augenblick lang anzuhalten und verstehbar zu machen, ist ehrenhaft, aber paternalistisch und unzeitgem&#228;&#223;. Gerade <strong>der Boulevard hat absolut kein Recht mehr, die Welt f&#252;r uns zu sortieren, denn er repr&#228;sentiert selbst nur das blanke Chaos.</strong> Man betrachte zum Beweis die extrem unterschiedlichen Titelseiten der Tageszeitungen, die auf dem Portal <em><a href="http://meedia.de/">Meedia</a></em> im schnellen Wechsel gezeigt werden (in der Rubrik &#8220;Die Zeitungen von heute&#8221;). Dort sehen wir nicht etwa Orientierung oder Einordnung, sondern Beliebigkeit nach Lust und Laune.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><em>3. Der Boulevardjournalismus passt nicht zur App</em></span></p>
<p>Im Grunde handelt es sich bei <em>The Daily</em> nicht um eine klassische Abo-Zeitung, sondern um eine <strong>blinkende Multimediawundert&#252;te</strong>, die der reinen Unterhaltung schon aus technischen Gr&#252;nden sehr viel mehr Raum geben wird als der vertiefenden Information. Das hei&#223;t, <strong>der Weg zum Boulevard, zur Klickstrecke, zur Spielh&#246;lle ist vorgezeichnet</strong>. Aus <em>The Daily</em> wird aller Wahrscheinlichkeit nach ein <em><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Newsweek-fusioniert-mit-Website-The-Daily-Beast-1135533.html">The Daily Beast</a></em> f&#252;r Arme, eine gehobene Mischung aus <em>Fox News</em> und <em>Sun</em>. (Die meisten Redakteure stammen von Murdochs Boulevardblatt <em>New York Post</em>). Doch der Boulevard braucht die Exklusivit&#228;t einer Abo-App nicht. Er kommt ganz gut ohne Abonnenten aus. Er braucht auch keine Einordnung des Zeitgeschehens. Denn der Boulevard lebt von der institutionalisierten Desorientierung. Und die gibt’s im Netz im &#220;berfluss und dazu noch kostenlos.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">. </span></p>
<p>Das Vorzeige-Projekt <em>The Daily</em> steht und f&#228;llt also damit, ob es der Redaktion in relativ kurzer Zeit gelingt, eine zuverl&#228;ssige Marke im App-Store zu schaffen, eine Marke, die so viel Kompetenz und Autorit&#228;t ausstrahlt und sich mit exklusiven Recherchen und Geschichten so viel Renommee erarbeitet, dass man die App unbedingt abonnieren will. Das kann der <em>New Yorker </em>leisten oder <em>Die Zeit</em>, ein Boulevard-„Bl&#228;ttchen“ wie <em>The Daily</em> nie und nimmer.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37751&amp;md5=cdfbcc351d062e1dbf765e6bcaff8c9b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Paid Content: Warum man das Thema Bezahlinhalte noch einmal anpacken sollte</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Oct 2010 20:22:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit Katja Riefler habe ich eine Studie zu Paid Content-Strategien geschrieben. Im Kern geht es mir um Differenzierung, Bundling und Preispunkte. Ein paar Folien zu dem Thema.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den n&#228;chsten Tagen erscheint eine Studie zu <a href="http://www.zv-online.de/inhalt/bookshop_paid_content.htm">Bezahlinhalten</a>, die <a href="http://www.risolutions.de/katja_riefler_kontakt_impressum.php">Katja Riefler</a> und ich f&#252;r den <a href="http://www.bdzv.de/">Bundesverband der Zeitungsverleger</a> geschrieben haben. In der vergangenen Woche habe ich dazu einen kurzen Vortrag gehalten:</p>
<p>Im Kern sollten Verlage aus meiner Sicht ihr Angebot st&#228;rker differenzieren und ihren Stammnutzern &#252;berzeugende Mehrwertb&#252;ndel (&#8220;Upgrades&#8221;) anbieten, f&#252;r die diese dann auch bereit w&#228;ren zu zahlen (oder sich zumindest zu registrieren, etwa auch &#252;ber Facebook).</p>
<p>Die heutigen Verlagsprodukte (Nachrichtensites) sprechen hingegen die unterschiedlichen Nutzersegmente aus Rand-, Gelegenheits- und Stammnutzern nicht hinreichend spezifisch an. Viele haben erheblichen Nachholbedarf bei der Nutzerbindung &#8211; auch hier k&#246;nnten abgestufte Produkte Anreitze schaffen, damit sich Fans und treue Nutzer enger mit den Angeboten verbinden.</p>
<p>Apps allein erscheinen mir zumindest nicht als hinreichende Bezahlstrategie &#8211; w&#228;hrend Tablets gleichzeitig den Umstieg vom analogen zum digitalen Medientr&#228;ger beschleunigen.</p>
<p>Hier die Pr&#228;sentation:</p>
<div id="__ss_5332244" style="width: 425px;"><object id="__sse5332244" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=vdzpaidfinal-101001071507-phpapp01&amp;stripped_title=paid-content-prsentation&amp;userName=simio12" /><param name="name" value="__sse5332244" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="__sse5332244" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=vdzpaidfinal-101001071507-phpapp01&amp;stripped_title=paid-content-prsentation&amp;userName=simio12" name="__sse5332244" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		<title>DB Research: Digitalisierung mischt die Karten im Verlagswesen neu</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Oct 2010 10:56:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Paid Content]]></category>
		<category><![CDATA[Verlagswesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Deutsche Bank Studie rechnet mit zweistelligen Zuwachsraten bei journalistischem Paid Content und einem "st&#228;ndigen und unaufhaltsamen" Umbruch des Verlagswesens.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Deutsche Bank Research ver&#246;ffentlicht p&#252;nktlich zur Frankfurter Buchmesse eine Studie mit dem Titel &#8220;Verlage im Umbruch: Digitalisierung mischt Karten neu&#8221;. Wie der Titel schon andeutet, prognostiziert die Bank darin den Akteuren des Zeitungs-, Zeitschriften- und Buchgewerbes erhebliche Ver&#228;nderungen innerhalb der Branche.</p>
<p>Es werde &#8220;v&#246;llig neue Gesch&#228;ftsmodelle und Marktakteure&#8221; geben, neue Konkurrenz und neue Kooperationen. Die Bank prognostiziert <strong>zweistellige Zuw&#228;chse bei journalistischem Paid Content </strong>und<strong> bei E-Book-Ums&#228;tzen </strong><strong>lediglich </strong>einen Buchmarktanteil von knapp 10 Prozent f&#252;r 2020.</p>
<p>Das Fazit der Autoren Stefan Heng, Eric Heymann und Marion M&#252;ller:</p>
<blockquote><p>Der Umbruch des Verlagswesens vollzieht sich st&#228;ndig und unaufhaltsam. Gleichwohl geht der immer wieder angestimmte Abgesang auf traditionelle Druckerzeugnisse, wie Buch, Zeitung und Zeit-schrift, tats&#228;chlich weit an der Realit&#228;t vorbei.</p></blockquote>
<div id="attachment_34700" class="wp-caption aligncenter" style="width: 288px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/10/Bildschirmfoto-2010-10-01-um-12.41.30.png"><img class="size-full wp-image-34700" title="Bildschirmfoto 2010-10-01 um 12.41.30" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/10/Bildschirmfoto-2010-10-01-um-12.41.30.png" alt="" width="278" height="279" /></a><p class="wp-caption-text">E-Books in den USA im Aufwind: Dennoch wird der E-Book-Anteil am Buchumsatz hierzulande laut Studie auch 2020 den hohen einstelligen Bereich nicht &#252;berschreiten. (Quelle: DB Research Studie)</p></div>
<p style="text-align: left;">Einige weitere Ergebnisse der Studie:</p>
<ul>
<li>Die Rezession des Jahres 2009 hat das deutsche Verlagsgewerbe getroffen. Der reale Umsatz in der Branche sank um knapp 5%. Vor allem Zeitungs- und Zeitschriftenverlage mussten wegen der stark gesunkenen Werbeeinnahmen hohe Umsatzr&#252;ckg&#228;nge hinnehmen. Die Buchverlage konnten dagegen ihren Umsatz leicht ausweiten. Sowohl die Vertriebserl&#246;se als auch die Werbeeinahmen d&#252;rften 2010 und 2011 vom besseren konjunkturellen Umfeld profitieren. Somit k&#246;nnten in beiden Jahren die Ums&#228;tze in der gesamten Verlagsbranche leicht zulegen.</li>
<li>Die Digitalisierung und die Verbreitung des Internets betreffen die Branche in besonderem Ma&#223;e. Der Umbruch vollzieht sich nicht von heute auf morgen, ist aber unaufhaltsam. Die neuen Angebote (insbesondere aus dem weitl&#228;ufigen Social Media-Segment) bieten nicht nur attraktive Alternativen zu traditionellen Druckerzeugnissen, sondern er&#246;ffnen zudem auch die Chance f&#252;r v&#246;llig neuartige Gesch&#228;ftsmodelle. Immer mehr Nutzer finden derzeit Gefallen daran, publizistisch hochwertige Inhalte auf ihrem Computer oder auch ihrem modernen Handy (Smartphone) zu lesen. Gleichwohl hat diese Entwicklung auch ihre Grenzen, so dass der immer wieder angestimmte Abgesang auf traditionelle Druckerzeugnisse, wie Buch, Zeitung und Zeitschrift, letztlich weit an der Realit&#228;t vorbei geht.</li>
<li>Lediglich eine verschwindend kleine Minderheit der Leser ist derzeit bereit, f&#252;r journalistische Inhalte im Internet zu zahlen.<strong> Der Anteil von Bezahlinhalten an den gesamten Einnahmen der Verlage liegt aktuell zumeist unter 1%</strong>. <strong>Zwar erwarten wir hier zweistellige Wachstumsraten in den n&#228;chsten Jahren, der Anteil der Bezahlinhalte wird jedoch absehbar im einstelligen Prozentbereich bleiben</strong>; Online-Anbieter sollten damit nicht allein auf Bezahlinhalte setzen. Erfolgversprechender sind dagegen Gesch&#228;ftsmodelle, die sich auf eine Kombination aus frei verf&#252;gbaren, hochwertigen journalistischen Beitr&#228;gen, Bezahlinhalten, kontextsensitiver Werbung mit hybriden Zusatzfunktionen (z.B. aus dem besonders innovativen Bereich <strong>Augmented Print</strong>) und integrierten E-Commerce-Plattformen st&#252;tzen.</li>
<li>Im Buchmarkt ist der Online-Vertrieb schon seit mehr als einem Jahrzehnt &#252;blich. Der Online-Anteil am Gesamtmarkt lag 2009 bei gut 12% und wird auch k&#252;nftig zu Lasten des station&#228;ren Buchhandels wachsen. Hinzu kommt, dass mit dem technischen Fortschritt bei der Hardware das E-Book immer mehr Freunde gewinnt<strong>. Bis 2020 d&#252;rften E-Books in Deutschland einen Marktanteil im hohen einstelligen Prozentbereich erreicht haben</strong>. Autoren erm&#246;glicht dies, B&#252;cher direkt ohne den Umweg &#252;ber Buchhandel oder auch Verlagshaus zu verkaufen. Dies setzt vor allem den klassischen Buchhandel unter Druck.</li>
</ul>
<p>Die Studie kann hier <a href="http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000262885.pdf ">kostenlos heruntergeladen</a> werden.
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<a href="http://carta.info/34687/db-research-digitalisierung-mischt-die-karten-im-verlagswesen-neu/">DB Research: Digitalisierung mischt die Karten im Verlagswesen neu</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/34687/db-research-digitalisierung-mischt-die-karten-im-verlagswesen-neu/#comments">7 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34687&amp;md5=1b31e4e5323c7c131070c743c603754d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Burda-Vorstand zum Leistungsschutzrecht: Die “gesetzliche Einf&#252;hrung von Paid Content”</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Aug 2010 11:43:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helmut Hartung</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Robert Schweizer]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Robert Schweizer, Rechtsvorstand bei Burda, erkl&#228;rt noch einmal das Leistungsschutzrecht: &#220;ber die gesetzliche Einf&#252;hrung eines neues Gesch&#228;ftsmodells, ausschlie&#223;liche Verwertungsrechte, das nicht vorhandene Zitatrecht von Suchmaschinen und die unternehmerische Leistung der Presseverlage.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/6a69492b71a64837af23fc9aec1755d5" alt="" width="1" height="1" /><em>Helmut Hartung: Herr Schweizer, was ist der Sinn und Zweck des von den Verlagern angestrebten Leistungsschutzrechts?</em></p>
<p>Robert Schweizer: Kurz formuliert: Das Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverleger soll die von den Verlagen oftmals unter hohem finanziellen Risiko erbrachten unternehmerischen Leistungen f&#252;r Print- und elektronische Werke anerkennen.</p>
<p>Also unternehmerische Leistungen wie insbesondere:</p>
<ul>
<li>„oberste geistige F&#252;hrung“, wie es in Rechsprechung und Literatur hei&#223;t,</li>
<li>Aufbau und Erhaltung von Redaktion und Marke,</li>
<li>technische Herstellung,</li>
<li>Werbung und Vertrieb,</li>
<li>Verwaltung.</li>
</ul>
<div id="attachment_23885" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/schweizer.jpg"><img class="size-full wp-image-23885" title="robert schweizer" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/schweizer.jpg" alt="robert schweizer" width="300" height="269" /></a><p class="wp-caption-text">Robert Schweizer: Letztlich wird gesetzlich ein Paid Content eingef&#252;hrt. (Foto: Burda)</p></div>
<p>Die Verleger formulieren mit anderen Worten auch, dass Schutzgegenstand die wirtschaftliche und organisatorische Leistung ist, die der Presseverleger f&#252;r die Herstellung des Presseerzeugnisses erbringt. Dieses Verst&#228;ndnis wirft &#8211; wie nahezu jede Definition &#8211; durchaus noch Einzelfragen auf. So sind Begriffe wie „Presseverleger“ und „Presseerzeugnis“ zu konkretisieren. Die Verleger haben &#8211; weitgehend gemeinsam mit den Journalistengewerkschaften &#8211; auch insoweit bereits vorgearbeitet.</p>
<p><em>Wie soll das Leistungsschutzrecht im Kern gesetzlich definiert sein?</em></p>
<p>Die Verleger schlagen im Kern eine Gesetzesformulierung vor, die zur Vereinfachung weitgehend die Formulierung bereits bestehender Leistungsschutzrechte &#252;bernimmt: „Der Presseverleger hat das ausschlie&#223;liche Recht, das Presseerzeugnis oder Teile daraus zu vervielf&#228;ltigen, zu verbreiten und &#246;ffentlich wiederzugeben.“</p>
<p><em>Hei&#223;t „ausschlie&#223;lich“, dass au&#223;er dem Verleger niemand mehr Rechte hat?</em></p>
<p>Nein. Das Adjektiv „ausschlie&#223;lich“ haben die Verleger in ihrem Vorschlag aus den eingef&#252;hrten Definitionen bereits anerkannter Leistungsschutzrechte &#252;bernommen. Aus einer ganzen Reihe von Gr&#252;nden war und ist es notwendig, bei dem vom Gesetzgeber schon immer verwendeten Ausdruck zu bleiben.</p>
<p>Allerdings, der Ausdruck wird zur Zeit &#246;fters missverstanden. So wird zu Unrecht angenommen, Autoren d&#252;rften ihre Texte nach dem Entwurf der Verleger selbst dann nicht mehrfach verwerten, wenn sie dem Verlag kein Exklusivrecht einger&#228;umt haben; und es wird aus dem Adjektiv „ausschlie&#223;lich“ beispielsweise eine &#8211; von den Verlegern nicht gewollte &#8211; Monopolisierung der Sprache abgeleitet. Beides stimmt nicht.</p>
<p>Das Leistungsschutzrecht betrifft nur die konkrete redaktionell gestaltete Festlegung. Die Passage ist vielleicht besser verst&#228;ndlich, wenn diese so gelesen wird: „Der Presseverleger und nur er hat das Recht, sein Presseerzeugnis oder Teile aus seinem Presseerzeugnis &#8230;“.</p>
<p><em>K&#246;nnen Sie in wenigen S&#228;tzen den Unterschied zwischen Leistungsschutzrecht und Urheberrecht klarstellen?</em></p>
<p>Das Urheberrecht der Journalistinnen und Journalisten sch&#252;tzt die geistige Sch&#246;pfung. Das Leistungsschutzrecht ist dagegen kein Urheberrecht, sondern dem Urheberrecht nur verwandt. Es sch&#252;tzt die verlegerische Leistung und besteht unabh&#228;ngig von der Sch&#246;pfungsh&#246;he.</p>
<p>Die Rechte erg&#228;nzen sich. Das Urheberrecht sch&#252;tzt die geistige Leistung der Journalisten bis zu einem gewissen Grade. Das Leistungsschutzrecht der Presseverlage sch&#252;tzt dagegen die unternehmerischen Leistungen der Verlage, die das Urheberrecht der Journalisten nicht im Sinn hat.</p>
<p>Oder aus anderer Sicht: <strong>Der Journalist ben&#246;tigt grunds&#228;tzlich den Verlag, um seine Leistung zur Geltung zu bringen</strong> und der Verlag kommt, wie noch zu zeigen sein wird, ohne den Schutz seiner Leistung nicht aus.</p>
<p><em>Besteht der Sinn und Zweck des Leistungsschutzrechts f&#252;r Presseverlage im Klartext nicht lediglich darin, an Geld zu kommen?</em></p>
<p>Nein. Die Einnahmen bilden eine Konsequenz aus der sachlich gebotenen, aber noch fehlenden Anerkennung des Leistungsschutzrechts.</p>
<p>Es ist richtig, dass st&#228;ndig (und mit Recht) beklagt wird, die Verlage k&#246;nnten ihre gro&#223;en Erfolge im Internet nicht refinanzieren. Vertriebserl&#246;se fehlen weitgehend und mit Werbung verdienen die Verlage im Internet f&#252;r sich zusammen nur 200 Millionen Euro, <strong>obwohl sie fr&#252;hzeitig und innovativ ins Netz gingen, neue Zielgruppen erreichen</strong> und die gro&#223;en Angebote wie Chip-, Bild-, Spiegel-, Focus- und Welt-Online durchschnittlich jeweils Reichweiten von 10 Millionen Unique Usern pro Monat erzielen. Chip Online hatte schon bei der ersten AGOF-Z&#228;hlung in diesem Jahr 12,17 Unique User.</p>
<p>Dennoch arbeiten die allermeisten journalistischen Webseiten finanziell mit Verlusten. Von diesen Leistungen der Verlage profitieren andere, insbesondere die Suchmaschinen um ein Vielfaches mehr als die Verlage; und dies alles entwicklungsbedingt bei st&#228;ndig zur&#252;ckgehenden Vertriebserl&#246;sen und Werbeeinnahmen im Printbereich.</p>
<p>Aber <strong>die missliche finanzielle Situation darf nicht zu der irrigen Annahme f&#252;hren, es gehe nur ums Geld.</strong> Die finanzielle Situation veranschaulicht „lediglich“, dass die technikbedingte Entwicklung verlangt, sich mit dem Leistungsschutzrecht zu befassen.</p>
<p><em>Aber es werden von Verlagen doch immer wieder Rekordergebnisse gemeldet?</em></p>
<p>Die elektronischen Presse wird noch quersubventioniert. Quersubventioniert wird vor allem mit nichtjournalistischen Digitalgesch&#228;ften wie E-Commerce, Bewertungsportalen, Vermarktungen und Portalen f&#252;r Werberubriken. Der Journalismus<strong> l&#228;uft Gefahr, dass die Subventionierung aus wirtschaftlichen Gr&#252;nden und mangels Anerkennung journalistischer Leistungen nach und nach eingeschr&#228;nkt wird.</strong></p>
<p>Den privaten Fernsehsendern hat das Bundeskartellamt schon entgegengehalten, ihre Sendungen seien ein „Werbebegleitprogramm“. Es kann nicht Ziel des Journalismus sein, dies versteht sich von selbst, in einem abwertenden Sinne teilweise Begleitprogramm f&#252;r die subventionierenden Digitalgesch&#228;fte der Verlage zu sein.</p>
<p><em>Wieso verbessert das Leistungsschutzrecht die Situation der Presseverleger?</em></p>
<p>Wer ein Leistungsschutzrecht verletzt, muss in Form einer angemessenen Verg&#252;tung Schadensersatz leisten; das hei&#223;t im Ergebnis eine Lizenzgeb&#252;hr entrichten.</p>
<p>Das hei&#223;t &#8211; <strong>letztlich wird recht einfach gesetzlich ein Paid Content eingef&#252;hrt:</strong> Ist erst ein Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage gesetzlich verankert, tut derjenige, der Presseerzeugnisse gewerblich nutzen will, gut daran, mit der Presse eine angemessene Verg&#252;tung zu vereinbaren. Der Verlag kann, verf&#252;gt er erst &#252;ber ein Leistungsschutzrecht, gegen die Nutznie&#223;er seiner Leistung grunds&#228;tzlich ohne gr&#246;&#223;ere Hindernisse vorgehen. Folglich empfiehlt sich f&#252;r die Nutzer, sich mit den Verlagen im vorhinein zu einigen.</p>
<p><em>Bei der Anh&#246;rung des Bundesjustizministeriums am 28. Juni in Berlin haben Sie &#8211; wohl als erster &#8211; das Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverlage in einen gesamthistorischen Zusammenhang gestellt. Wie sieht dieser Ansatz aus, und welche Erkenntnisse ergeben sich aus ihm?</em></p>
<p>Am besten verst&#228;ndlich wird die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverleger, wenn diese Forderung zun&#228;chst im historischen Zusammenhang gesehen wird. Seit wann gibt es &#252;berhaupt Leistungsschutzrechte? Leistungsschutzrechte wurden erst nach und nach eingef&#252;hrt, je nachdem, wann sich durch eine &#8211; meist technische &#8211; Entwicklung eine L&#252;cke zur Wahrung berechtigter Interessen von Werkmittlern aufgetan hat. Es begann im Wesentlichen mit Leistungsschutzrechten f&#252;r Tontr&#228;ger.</p>
<p>Solange Dirigenten, Musiker und S&#228;nger nur original zu h&#246;ren waren, bestand kein Bedarf f&#252;r ein Tontr&#228;ger-Leistungsschutzrecht. Erst als die Leistungen der aus&#252;benden K&#252;nstler mit Tontr&#228;gern einer Vielzahl von Personen vermittelt werden konnten, entstand ein berechtigtes Interesse, neben den Urhebern die Tontr&#228;gerhersteller zu sch&#252;tzen.</p>
<p>Historisch kann es nicht &#252;berraschen, wenn der neue Verbreitungsweg Internet in diesem Sinne ein Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverlage nach sich ziehen muss.</p>
<p>Leistungsschutzrechte f&#252;r die Presse sollen insbesondere eingreifen, weil die technische Entwicklung &#252;ber die rein analoge Welt hinweggegangen ist und eine Anpassung verlangt, um die &#246;ffentlichen Aufgaben der Presse weiterhin erf&#252;llen zu k&#246;nnen. So etwa die &#246;ffentliche Aufgabe, mit einem Qualit&#228;tsjournalismus die f&#252;r einen demokratischen Rechtsstaat schlechthin konstituierende Pressefreiheit zu realisieren.</p>
<p><em>Wird der von Ihnen genannte Sinn und Zweck des  Leistungsschutzrechts dadurch konterkariert, dass mit dem  Leistungsschutzrecht das Netz als freier</em><em> Diskussionsraum endet?</em></p>
<p>Sicher nicht. Es reicht bereits aus zu bedenken: Zum einen soll die  private Nutzung nicht durch das Leistungsschutzrecht behindert werden,  und zum anderen wird gegen&#252;ber gewerblichen Nutzern mit der angemessenen  Verg&#252;tung nur ein fair share angestrebt. <strong>Insbesondere wird die wirtschaftliche Grundlage der Suchmaschinen sicher nicht in Frage gestellt.</strong></p>
<p>Selbst Blogger k&#246;nnen unter bestimmten Voraussetzungen das  Leistungsschutzrecht f&#252;r sich beanspruchen. Das Leistungsschutzrecht f&#252;r  Verlage umfasst Presseerzeugnisse und Presseerzeugnis ist auch, was  allein digital verbreitet wird. Einem Blogger soll nach den bislang  vorgesehenen Definitionen ein Leistungsschutzrecht f&#252;r journalistische  Beitr&#228;ge zustehen, die redaktionell gestaltet sind und periodisch unter  einem Titel erscheinen.</p>
<p><em>Wird jedoch das Zitatrecht eingeschr&#228;nkt?</em></p>
<p>So oft dieser Einwand immer und immer wiederkehrt, so unzutreffend  ist er. Noch nie haben die Verlage ge&#228;u&#223;ert, das Zitatrecht solle  eingeschr&#228;nkt werden. Eine Einschr&#228;nkung w&#252;rde gar nicht dem verfolgten  Zweck entsprechen.</p>
<p>Da nur ein gesetzgeberischer R&#252;ckstand aufgeholt werden soll,  versteht es sich von selbst, dass presserechtliche Institute wie das  Zitatrecht fortbestehen.</p>
<p>Das Thema „Zitatrecht“ geh&#246;rt zu der Frage, ob das  Leistungsschutzrecht die Schrankensystematik des Urhebergesetzes  aufheben oder erweitern will. Die Schrankenregelungen des  Urheberrechtsgesetzes sollen grunds&#228;tzlich bestehen bleiben; eben auch  das Zitatrecht.</p>
<p><strong>Wer einwendet, das Zitatrecht solle  abgeschafft werden, missversteht vielleicht das Zitatrecht. Er denkt  vermutlich, News-Aggregatoren und Suchmaschinen w&#252;rden doch generell nur  zitieren.</strong> Wer so denkt, irrt. Zitiert wird im Rahmen  urheberrechtlich gesch&#252;tzter Werke. News-Aggregatoren und Suchmaschinen  stellen jedoch keine urheberrechtlich gesch&#252;tzten Werke her.</p>
<p><em>Die Hauptkritik ist, die Verleger seien einfallslos und verf&#252;gten nicht &#252;ber die Phantasie, neue Gesch&#228;ftsmodelle zu finden.</em></p>
<p>Der  Vorschlag, ein Leistungsschutzrecht einzuf&#252;hren, ist kein Zeichen der  Einfallslosigkeit und des Fehlens eines Gesch&#228;ftsmodells. Nein, ganz im  Gegenteil: <strong>Das Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverlage stellt das Gesch&#228;ftsmodell dar</strong>, welches das Gesetz bereits vorgegeben hat.</p>
<p>So, wie f&#252;r die Vermittlung von Leistungen durch Tontr&#228;ger ein  Leistungsschutzrecht ein angemessenes Gesch&#228;ftsmodell war und ist,  bildet nun ein Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverlage ein Gesch&#228;ftsmodell. Historisch und methodisch ist es das Beste, dieses Gesch&#228;ftsmodell zu w&#228;hlen.</p>
<p>Die Einheit der Geschichte, die Einheit der Rechtsordnung und die  Klarheit der Systeme verlangen, das Gesch&#228;ftsmodell des  Leistungsschutzrechts zu &#252;bernehmen. Etwas Anderes w&#228;re erst  gerechtfertigt, wenn insgesamt das System der Ordnung mit  Leistungsschutzrechten abgeschafft und durch ein neues System ersetzt  werden k&#246;nnte und m&#252;sste. Daran wird jedoch nirgends gedacht. Warum  sollte es auch anders sein.</p>
<p>Wer will denn die Meinung vertreten,  die Leistungen der Werkmittler seien erw&#252;nscht, ja sogar erforderlich,  aber die Werkmittler h&#228;tten kostenlos zu leisten &#8211; und das insbesondere  bei Leistungen, welche f&#252;r den demokratischen Rechtsstaat schlechthin  konstituierend sind.</p>
<p><a href="http://www.promedia-berlin.de/"><img class="alignleft size-full wp-image-31563" title="promedia08" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/promedia08.jpg" alt="" width="120" height="170" /></a></p>
<p style="margin-bottom: 1em;">
<p><em>Dies ist eine gek&#252;rzte Fassung des Interviews von Helmut Hartung mit Prof. Dr. Robert Schweizer, Vorstand Recht (Assoziiertes Mitglied) bei Hubert Burda Media. Es erschien unter dem Titel „Letztlich wird gesetzlich ein Paid Content eingef&#252;hrt“ im medienpolitischen Fachmagazin <a href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a>, Ausgabe 08/2010, das mit Carta kooperiert.</em></p>
<p style="margin-bottom: 1em;">
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<p><small>
<a href="http://carta.info/31685/burda-vorstand-leistungsschutzrecht-ist-letztlich-gesetzlich-eingefuehrter-paid-content/">Burda-Vorstand zum Leistungsschutzrecht: Die “gesetzliche Einf&#252;hrung von Paid Content”</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/31685/burda-vorstand-leistungsschutzrecht-ist-letztlich-gesetzlich-eingefuehrter-paid-content/#comments">54 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=31685&amp;md5=7d5e1906e22149cd59907b337ab0e0e7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>After the paywall: On the state of online journalism today</title>
		<link>http://carta.info/30954/after-the-paywall-on-the-state-of-online-journalism-today/</link>
		<comments>http://carta.info/30954/after-the-paywall-on-the-state-of-online-journalism-today/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 11:06:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mercedes Bunz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Paywall]]></category>

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		<description><![CDATA[Paywalls, advertising or apps, Demand Media assembly lines or long tail, reading situations and target groups. – The re-invention of journalism in a digital environment is indeed confusing, challenging and exciting. But one thing is certain, it is our future.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/15877473577845fa99cc96f29c28d67e" alt="" width="1" height="1" />When I opened my obligatory RSS reader yesterday morning, I found  several articles focussing on the state of online journalism today.  Well, that’s what you expect, isn’t it? The interesting thing: They all  focussed on different aspects.</p>
<p>At the <a href="http://www.beehivecity.com/newspapers/times-paywall-the-numbers-on-the-street-should-we-charge-for-this180712/">media  blog <em>Beehivecity</em> former <em>Times</em> media correspondent Dan Sabbagh</a> reported a rather low number of 15,000 paying after paywall subscribers.  The iPad customers that bought the <em>Times </em>separate app, on the contrary,  is rather impressive with 12.500 customers. This is causing Sabbagh to  ask an interesting question: Will the future of newspapers like the  future of the music industry: an Apple dominated digital paid-for  business and an internet-free-for-all in which nobody pays?</p>
<p>If you look at the tremendous success of the <em>Daily Mail</em> you see quite  a different picture. Last year still head to head with its competitors  the <em>Guardian </em>and the <em>Telegraph</em>, it has a commanding lead by now. With 16  million unique browsers in the UK, 26.3 million in the rest of the  world it begins to hint at a different league, reports <a href="http://www.guardian.co.uk/media/2010/jul/18/peter-preston-mail-online-paywall">Peter  Preston for the <em>Guardian</em></a>, calculating roughly that advertising can  bring in a round £20m to turn <em>Mail </em>red ink into deep black.</p>
<p>Interesting that the <em>Mail </em>not only runs newsroom operations totally  separately, but also is a “different beast” not playing print’s little  brother:</p>
<blockquote><p>“The online market, like the print market, is beginning  to set different rules for itself, to insist that quality and redtop and  celeb can define different pitches (and appeals to advertisers) just as  they do in the land of dead forests.”</p></blockquote>
<p>Meanwhile,<a href="http://www.nytimes.com/2010/07/19/business/media/19press.html?pagewanted=1&amp;_r=1&amp;partner=rss&amp;emc=rss"> the <em>NYTimes</em> takes the working conditions of online journalists into  account</a> asking if online-journalism became <a href="http://carta.info/30488/die-industrielle-revolution-teil-2-das-digitale-fliessband/">the new assembly line</a>.  Instead of scoops these journalists are hunting down to enter the charts  of the most-viewed articles with Bloomberg News andGawker Media paying  writers based in part on how many readers click on their articles,  editors checking upon how many articles journalists are writing a day.</p>
<p>Online journalism is a genre that is still making its way by walking  it. Each brand has to re-invent itself anew in a digital environment.  This is confusing, as well as challenging and exciting. One thing is  certain, it is our future.</p>
<p>By now we know that producing online first was just the beginning as  publishers also have to take a journalism into account that focusses on  the long tail. Here, new forms have to be found quickly at least if we  don’t want to give our traditional definatory power over contemporary  history away to the likes of Demand Media.</p>
<p>Furthermore, the recent success of the iPad also showed that we have  to understand our readership not anymore only in terms of target group,  but also alongside reading situations.</p>
<p>Confusing, challenging and exciting, indeed. But well. We didn’t  became journalists to sit back and relax, didn’t we?</p>
<p><em><a href="http://www.mercedes-bunz.de/2010/07/on-the-state-of-online-journalism-today/">Crosspost</a>.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=30954&amp;md5=d66e65e0c76842f66daef309a9c054d2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Warum so ein Wind um die &#8220;Tagesschau-App&#8221;?</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 12:29:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans-Joachim Otto</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zeitungskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Morgen wird die NDR-Rundfunkratsvorsitzende verk&#252;nden, dass die Tagesschau-App ohne gesonderte Pr&#252;fung eingef&#252;hrt werden kann. Hans-Joachim Otto, Staatssekret&#228;r im Wirtschaftsministerium, erkl&#228;rt, dass es hier nicht um eine "kleine App", sondern ums Prinzip geht. Eine Tagesschau-App auf dem iPad sei fast schon eine elektronische Zeitung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/9b8730b9a94f48cca8e7bd6495a51ae2" alt="" width="1" height="1" />Eine kostenlose Anwendung f&#252;r kostenlose aktuelle Nachrichten auf Smartphones &#8211; das klingt zun&#228;chst einmal ganz prima &#8211; und vor allem unverd&#228;chtig. Wenn dann noch ein seri&#246;ser Anbieter dahinter steht, der f&#252;r die Qualit&#228;t der Nachrichten b&#252;rgt, dann m&#252;sste man sich doch eigentlich freuen k&#246;nnen. Warum dann also so ein <a href="http://www.bild.de/BILD/digital/handy-und-telefon/2009/12/24/parteien-kritik/politiker-kritisieren-tagesschau-apps.html">publizistischer Wind</a> um die &#8220;Tagesschau-App&#8221;?</p>
<p>Verlage appellieren an die Politik, Print- und Mediendiensteanbieter sehen den Wettbewerb verzerrt, und auch einige Politiker &#8211; nicht zuletzt der Beauftragte der Bundesregierung f&#252;r Kultur und Medien &#8211; ermahnen den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk zur M&#228;&#223;igung. Wiederum andere interessierte Beobachter kritisieren die Kritiker &#8211; &#8220;viel L&#228;rm um nichts&#8221;, hei&#223;t es. Lasst doch der ARD ihre kleine &#8220;App&#8221;.</p>
<p>Nun, so einfach und &#8220;klein&#8221;, wie es auf den ersten Blick scheint, ist es dann leider doch nicht. Denn was so unbedenklich erscheint, k&#246;nnte Gesch&#228;ftsmodelle bedrohen. Der Wind bl&#228;st also nicht ganz unberechtigt.</p>
<p>Denn hinter der Anwendung, um die es hier geht, steht eine &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt, die sich &#252;ber Rundfunk- (also Zwangs-) geb&#252;hren finanziert. Eine kostenlose &#8220;App&#8221; eines solchen Anbieters ist damit also letztlich von den geb&#252;hrenzahlenden B&#252;rgern finanziert &#8211; mitnichten also &#8220;kostenlos&#8221;. Sie tritt damit in Konkurrenz zu Angeboten privater Medienanbieter, die sich ausschlie&#223;lich durch den Verkauf ihrer Produkte und Werbeeinnahmen finanzieren m&#252;ssen. Nur: Wer zahlt schon f&#252;r etwas, wenn er es auch &#8211; scheinbar &#8211; unentgeltlich bekommt?</p>
<p>Kurzum: &#246;ffentlich-rechtlich finanzierte und f&#252;r den Nutzer kostenlose Applikationen f&#252;hren zu Wettbewerbsverzerrungen gegen&#252;ber privaten Anbietern. Und sie k&#246;nnen dadurch die deutsche Medienlandschaft, vor allem aber die f&#252;r unsere Demokratie unverzichtbare Medienvielfalt, insgesamt beeintr&#228;chtigen. <strong>Es geht hier &#8211; und auch vielen der oben genannten Kritiker &#8211; nicht um diese &#8220;kleine App&#8221; an sich, sondern ums Prinzip.</strong></p>
<p>Man stelle sich einmal vor, ein &#246;ffentlich-rechtliches Rundfunkunternehmen h&#228;tte vor 20 Jahren angefangen, eine &#8220;kostenlose&#8221; qualitativ hochwertige Tageszeitung anzubieten. Ob wir dann noch &#252;ber einen so vielf&#228;ltigen Zeitungsmarkt wie heute verf&#252;gen w&#252;rden, darf man sicherlich bezweifeln. Denn Zeitungs- und Zeitschriftenverlage  verdienten zumindest fr&#252;her ihr Geld ausschlie&#223;lich mit dem Verkauf ihrer Druckerzeugnisse und mit Werbung &#8211; und wenn es eine kostenlose Zeitung gegeben h&#228;tte, w&#228;ren viele kostenpflichtige Zeitungen schlicht in den Regalen liegen geblieben. Das h&#228;tte das Aus f&#252;r nicht wenige Anbieter bedeutet.</p>
<p>F&#252;r die Tagesschau-App gilt, &#252;bertragen auf die heutige Zeit, fast das gleiche. Denn im Zeitalter des Internet mit der jederzeitigen Verf&#252;gbarkeit hochaktueller Informationen hat sich das Verhalten der Medienkonsumenten erheblich ver&#228;ndert.</p>
<p>Wir befinden uns in einem massiven Umbruch &#8211; zunehmend weg von Druckerzeugnissen und hin zu elektronisch verf&#252;gbaren und vor allem gegen&#252;ber Printmedien viel aktuelleren Informationsdiensten.</p>
<p>Dieser Umbruch erfordert auch von den Medienunternehmen neue Gesch&#228;ftsmodelle, damit sie sich am Markt behaupten k&#246;nnen. W&#228;hrend vor ein paar Jahren die Online-Angebote von Verlegern eher &#8211; wenn &#252;berhaupt &#8211; ein Nebengesch&#228;ft waren, entwickelt sich das elektronische Angebot immer st&#228;rker in Richtung Hauptgesch&#228;ft. Die Verf&#252;gbarkeit dieser Angebote nicht nur zu Hause am PC, sondern &#252;berall auf mobilen Ger&#228;ten, verst&#228;rkt diese Entwicklung.</p>
<p><strong>Wenn zu den Smartphones nun auch noch elektronische Pads wie etwa das &#8220;iPad&#8221; oder das &#8220;WePad&#8221; kommen, wird sich dieser Trend und damit der Umbruch auf dem Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt weiter beschleunigen.</strong></p>
<p>Die Medienunternehmen haben die Zeichen der Zeit l&#228;ngst erkannt und stellen sich auf die neuen Rahmenbedingungen ein. Sie bieten ihre Dienste immer h&#228;ufiger auch gegen Entgelt an, und das zunehmend mit Erfolg. Nur &#252;ber diese neuen Gesch&#228;ftsfelder werden sie sich weiterhin erfolgreich am Markt behaupten k&#246;nnen.</p>
<p>Dass diese Gesch&#228;ftsmodelle zukunftstr&#228;chtig sind, belegt auch eine aktuelle Studie, die der Branchenverband BITKOM im Fr&#252;hjahr 2010 ver&#246;ffentlicht hat. Danach sind immer mehr Internetnutzer bereit, f&#252;r kulturelle Inhalte im Internet Geld zu <a href="http://fachmedien.net/2010/04/wachsende-zahlungsbereitschaft-fuer-qualitaetsjournalismus-im-web/">zahlen</a>. Insbesondere f&#252;r Qualit&#228;tsjournalismus w&#252;rden fast 40 Prozent der Online-Nutzer Geld ausgeben, wenn hochwertige Artikel nicht mehr gratis verf&#252;gbar w&#228;ren.</p>
<p>Web-Inhalte, das zeigt diese Studie und das zeigen auch die zunehmenden entgeltlichen Angebote im Netz, d&#252;rfen also durchaus etwas kosten. Es gibt hierf&#252;r einen Markt, der gerade erst entsteht.</p>
<p>Ein Markt, der zu neuen innovativen Inhalten und neuen Gesch&#228;ftsmodellen f&#252;hrt; ein Markt, der Arbeitspl&#228;tze sichert und schafft und der f&#252;r den Erhalt der erforderlichen Medienpluralit&#228;t unabdingbar ist; aber er befindet sich noch in den Kinderschuhen und darf deshalb nicht unn&#246;tig gest&#246;rt werden. Marktverzerrungen m&#252;ssen deshalb vermieden werden. Und genau eine solche Marktverzerrung bewirken vermeintlich kostenlose Angebote geb&#252;hrenfinanzierter &#246;ffentlich-rechtlicher Anstalten. Deshalb ist der Wind um die Tagesschau-App mehr als verst&#228;ndlich &#8211; und gerechtfertigt.</p>
<p>Niemand will dem &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk die Verbreitung ihrer Rundfunkangebote &#252;ber das Internet verbieten. Doch der Blick auf eine freiheitliche und qualitativ wie quantitativ vielf&#228;ltige Medienlandschaft einerseits und einen <strong>auftragsgem&#228;&#223;en und zur&#252;ckhaltenden Umgang mit unseren Geb&#252;hrenmilliarden</strong> andererseits gebietet, dass die &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ihren Kernauftrag erf&#252;llen: hochwertige Rundfunkprogramme anzubieten; nicht mehr, aber auch nicht weniger.</p>
<p><em>Hans-Joachim Otto ist Bundestagsabgeordneter, Vorsitzender der FDP-Kommission f&#252;r Internet und Medien und Parlamentarischer Staatssekret&#228;r beim Bundesminister f&#252;r Wirtschaft und Technologie. </em></p>
<p><em>Dieser Text erschien zuerst in der in der Zeitschrift &#8220;Print&#8221; des LOBBYVERBANDS Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ).</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=30886&amp;md5=d0c7ce3e78933ea48eeb7a0a5bce61d4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Spenden bei Flattr statt Paywall: Einfachheit als Motiv</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 11:01:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ob Flattr auf Dauer ein Erfolg wird, h&#228;ngt ma&#223;geblich von zahlenden Nutzern ab, die nicht nur auf eigene Einnahmen schielen. Warum bezahlen sie f&#252;r etwas, das "kostenlos" ist?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/5e8408004c3a4df9b309bd205183a4c3" alt="" width="1" height="1" />In den j&#252;ngsten Zahlen hat sich wieder gezeigt: Es gibt bei Flattr einige gro&#223;e Player wie die <em>taz</em>, die einen L&#246;wenanteil der Einnahmen erzielen. Das sicher nicht zu Unrecht, ihnen ist das Geld zu g&#246;nnen. Aber werden die Einnahmen weiter flie&#223;en?</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/06/flattr.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-30027" title="flattr" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/06/flattr.jpg" alt="" width="227" height="57" /></a>Oder werden sich bald diejenigen Flattr-User zur&#252;ckziehen, die auf eigene Einnahmen hofften, diese jedoch nicht erzielen, wie es Sascha Lobo bef&#252;rchtet? In seinem Beitrag „<a href="http://saschalobo.com/2010/07/05/warum-ich-nicht-flattre/">Warum  ich nicht flattre</a>“ bem&#228;ngelt er, dass die Betreiber von kleinen Blogs draufzahlen und nur eine Hand voll gr&#246;&#223;erer wirklich Gewinne erwirtschaftet. Sascha Lobo bedenkt jedoch nicht, dass Flattr zwar Spenden-Empf&#228;nger und Spender gleich behandelt, aber nie dazu gedacht war, nur „Gewinner“ hervorzubringen, sondern eher dazu dienen soll, Spenden zu vereinfachen. Sch&#246;ner w&#228;re daher ein Text „Warum ich nur als Leser flattre“.</p>
<p>Denn: <strong>Ob Flattr auf Dauer ein Erfolg wird, wird ma&#223;geblich davon abh&#228;ngen, ob es genug User gibt, die Flattr ausschlie&#223;lich oder in erster Linie dazu nutzen, Inhalte zu honorieren und nicht nur auf eigene Einnahmen schielen.</strong> Doch gibt es diese Leute? Auch ich war skeptisch, doch ich habe welche gefunden und sie haben mir erz&#228;hlt, warum sie Flattr nutzen.</p>
<p><strong><a href="http://www.strothjohann.net/" target="_blank">Thomas</a></strong><strong> </strong>ist einer von ihnen. Er studiert mit mir Online-Journalismus und ist freier (Medien-)Journalist. Daher wei&#223; er nat&#252;rlich um die Probleme, Qualit&#228;tsjournalismus zu finanzieren, vor allem im Internet. Diese sind f&#252;r ihn ein wichtiger Beweggrund:</p>
<blockquote><p>Journalismus ist eine Ware, genauso wie Br&#246;tchen. Ich bin &#252;berzeugt, dass wir irgendeine Form von Paid-Content brauchen werden, wenn wir Qualit&#228;tsjournalismus im Internet lesen wollen. Ich zahle lieber direkt f&#252;r Medien als indirekt &#252;ber Werbung. Auch weil Anzeigenkunden Druck auf Medien aus&#252;ben.</p></blockquote>
<p>Von Flattr erfahren hat Thomas &#252;brigens zuerst im <em><a href="http://www.mediummagazin.de/" target="_blank">Medium Magazin</a></em>. Doch erst als mit der <em><a href="http://www.taz.de" target="_blank">taz</a></em> auch die erste klassische Nachrichtenseite einstieg, legte Thomas sich seinen Account an.</p>
<p>Auf <em><a href="http://www.golem.de" target="_blank">golem.de</a></em> erfuhr <strong><a href="http://www.tratschtante.de/author/moses/" target="_blank">Achim</a> </strong>von Flattr. Er betreibt zwar selbst <a href="http://www.tratschtante.de/" target="_blank">ein kleines Blog</a>, hat sonst aber eine deutlich st&#228;rkere Distanz zum Journalismus als Thomas. Achim sieht sich nicht als Journalist und will auf diese Weise auch nicht sein Geld verdienen. Als „Konsument“ sei f&#252;r ihn das Internet das wichtigste Medium. Er schrieb mir:</p>
<blockquote><p>Zeitungen auf Papier mochte ich noch nie, Nachrichten in Fernsehen und Radio sind mir meist zu oberfl&#228;chlich, wenn sie mich interessieren und gleichzeitig zu langweilig, wenn sie mich nicht interessieren. Gerade diese gezielte Suche nach weiteren Informationen macht f&#252;r mich Newsangebote im Internet so wertvoll.</p></blockquote>
<p>Um danke zu sagen, sei Flattr da ein willkommenes Werkzeug:</p>
<blockquote><p>Ich nutze oft und gern die freien Angebote von Menschen/Unternehmen, die mit dem Journalismus Geld verdienen wollen. Flattr ist einfach eine sch&#246;ne einfache Art und Weise etwas zur&#252;ck zu geben. Und ich gebe auf diese freiwillige Art auch gerne mehr, als ich f&#252;r ein erzwungenes Abo bereit w&#228;re zu zahlen.</p></blockquote>
<p>Achim meint, dass Nachrichten nicht hinter <strong>Bezahlschranken </strong>geh&#246;ren und er sich das Modell von Flattr auch f&#252;r andere Medien vorstellen k&#246;nne.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/flattr-passiv.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-30213" title="flattr-passiv" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/flattr-passiv.jpg" alt="" width="279" height="341" /></a>Ich h&#246;rte in einem Gespr&#228;ch &#252;ber Flattr einmal das Argument, dass sich wohl kaum jemand einen Account macht, nur um „spenden“ zu k&#246;nnen. Zudem sei dies vielen zu umst&#228;ndig und es sei l&#228;stig, einen weiteren Account, neben E-Mail und wohlm&#246;glich verschiedenen „Social Networks“ zu haben. Auch <a href="http://carta.info/29144/taz-de-flattr-hat-das-tool-angeboten-was-wir-uns-immer-gewuenscht-haben/" target="_blank">bei der </a><em><a href="http://carta.info/29144/taz-de-flattr-hat-das-tool-angeboten-was-wir-uns-immer-gewuenscht-haben/" target="_blank">taz</a></em><a href="http://carta.info/29144/taz-de-flattr-hat-das-tool-angeboten-was-wir-uns-immer-gewuenscht-haben/" target="_blank"> wurde von einigen Lesern angefragt, warum Flattr als Mittler dazwischen sein m&#252;sse</a> und ob es nicht m&#246;glich sei, das Geld direkt zu &#252;berweisen, ohne dass eine dritte Partei ihren Anteil abstreicht – die <em>taz</em> erm&#246;glichte dies dann durch die Angabe ihrer Kontonummer.</p>
<p>Durchaus nachvollziehbare Gedanken. Daher habe ich Thomas und Achim auch dazu befragt. Ihr Beweggrund, Flattr zu nutzen, statt direkt zu spenden, l&#228;sst sich dabei vor allem mit folgendem Punkt zusammen fassen: <strong>Man muss nur einmal &#252;berweisen</strong>. Flattr sei nur eine einzige &#220;berweisung, die Belohnung per &#220;berweisung w&#228;re viel umst&#228;ndlicher, meint Thomas, der sich zudem vom Prepaid-Charakter angetan zeigt. Und Achim dazu:</p>
<blockquote><p>Habe ich einen Flattr-Account, kann ich bei allen mit einem Klick spenden, die einen flattr-Knopf anbieten. Bei einer direkten &#220;berweisung m&#252;sste ich ja f&#252;r jedes Angebot, das ich nutze, die entsprechenden Kontodaten haben usw. Je nachdem, wie viele verschiedene Angebote man nutzt ist das ja viel aufwendiger.</p></blockquote>
<p>Achim erg&#228;nzt, dass man mit Flattr auch Angebote belohnen kann, mit denen man sich sonst in der G&#228;nze nicht detailliert besch&#228;ftigt, etwa weil man auf einen Artikel durch eine Suche gesto&#223;en ist. Ohne Flattr w&#252;rde man sich hier wohl kaum erkenntlich zeigen. Thomas hebt zudem noch den Symbolcharakter hervor, den er als „<em>sehr wertvoll f&#252;r den Journalismus</em>“ einsch&#228;tzt:</p>
<blockquote><p>Likes bei Facebook sind schon sch&#246;n, aber ein Klick bei Flattr kostet etwas (ein bisschen zumindest) und ist damit auch dem Flatterer mehr wert.</p></blockquote>
<p>Die Dienste, die Flattr eingebunden haben, sollten jedoch offener angeben, was sie mit den Zusatzeinnahmen machen: „<em>Ich w&#252;rde aber wirklich gerne wissen, an wen das Geld genau geht</em>“, sagt Thomas. Erste Ans&#228;tze f&#252;r die gew&#252;nschte Transparenz gibt es bereits: Viele ver&#246;ffentlichen zumindest <a href="http://carta.info/30061/flattr-einnahmen-im-juni-danke/" target="_blank">ihre Einnahmen</a>.</p>
<p>Dabei wurde auch ersichtlich, dass im vergangenen Monat der Wert pro Flattr-Klick in vielen F&#228;llen gestiegen ist. Vielleicht ein Indiz daf&#252;r, dass die User nach erfolgreichem Test mehr Geld verflattrn? Thomas und Achim zumindest wollen im Juli zwischen 10 und 20 Euro f&#252;r „kostenlose“ Internetangebote ausgeben und dabei den „Umweg“ Flattr nutzen.</p>
<p>Zwar sind die beiden nicht zwangsl&#228;ufig repr&#228;sentativ, aber sie zeigen, dass es durchaus Menschen gibt, die freiwillig Geld f&#252;r Online-Inhalte geben wollen. Flattr k&#246;nnte also durchaus auf Dauer zu einer festen Gr&#246;&#223;e werden. Entscheidend wird jedoch sein, ob diese <strong>Mentalit&#228;t der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schenk%C3%B6konomie">Thank-You-Economy</a></strong> sich weiter verbreitet.</p>
<p>Meiner Meinung nach sind hier auch die Journalisten selbst gefragt. Statt wie die gro&#223;en Verlage st&#228;ndig zu jammern, und &#252;ber fragw&#252;rdige neue Gesetze zu versuchen, an Geld zu kommen, sollten sie ihre Kosten transparenter machen und ihr Hauptaugenmerk darauf legen, gute Arbeit zu leisten. Arbeit, die der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht wird und f&#252;r die man gerne etwas bezahlt. Aber freiwillig und nicht hinter Bezahlschranken.</p>
<p><script src="http://twtpoll.com/js/badge.js" type="text/javascript"></script><br />
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<strong> </strong>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=30152&amp;md5=845a91660e37eef93311a61531b2c1b4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>London Times: Vorsichtiger Paid-Content-Versuch</title>
		<link>http://carta.info/30136/london-times-vorsichtiger-paid-content-versuch/</link>
		<comments>http://carta.info/30136/london-times-vorsichtiger-paid-content-versuch/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 13:30:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Mamitzsch</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Ökonomie]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Paid Content]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute beginnt ein Experiment, das wohl viele Zeitungsverlage genau beobachten: Rupert Murdochs Times versucht Paid-Content f&#252;r allgemeine Nachrichteninhalte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit heute steckt <em>The Times</em> hinter einer Paywall:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/times-paywall.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-30137" title="times-paywall" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/times-paywall.jpg" alt="" width="472" height="309" /></a></p>
<p>Schon seit 1. Juni gibt es dort eine Registrierungspflicht um Beitr&#228;ge lesen zu k&#246;nnen, jetzt sollen die Nutzer auch bezahlen: 1 £ pro Tag oder 2 £ pro Woche im Abo, wobei der erste Monat als Lockangebot nur 1 £ kosten soll.</p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,704234,00.html">Frank Patalong</a> kommentiert dieses vorsichtige Bezahlmodell auf <em>Spiegel Online</em>:</p>
<blockquote><p>Das kann man als Versuch deuten, den registrierungs- und eventuell zahlungswilligen Teil der Leserschaft mit einem niederschwelligen Angebot sanft ans Bezahlen zu gew&#246;hnen. Man k&#246;nnte es aber auch als Reaktion auf den Schock &#252;ber die schon jetzt sichtbare Schmelze der Leserzahlen sehen: Die Web-Statistiker von Alexa konstatieren der &#8220;Times&#8221; einen R&#252;ckgang der Leserschaft um 31 Prozent in den letzten vier Wochen (siehe <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/bild-704234-106193.html">Grafik</a>). Ein Drittel der bisherigen Leserschaft war also noch nicht einmal bereit zu einer kostenlosen Registrierung.</p>
<p>M&#246;glicherweise aber sieht es sogar noch schlimmer aus: Laut Hitwise, einem anderen renommierten Web-Traffic-Beobachtungsunternehmen, ist die Reichweite der Times Online innerhalb des britischen Marktes in nur einem Monat als Registrierungsseite um 60 Prozent gefallen.</p></blockquote>
<p><em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,704234,00.html">weiterlesen&#8230;</a></em></p>
<p><strong> </strong><br />
Die <a href="http://www.thetimes.co.uk/tto/news/">Startseite</a> k&#246;nnen &#252;brigens alle, die sich mit ein paar Schlagzeilen zufrieden geben, weiterhin unregistriert anschauen – sogar ohne Werbung.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=30136&amp;md5=0191ba4f752f7e62a1540a17dc134f26" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>taz.de: „Flattr hat das Tool angeboten, was wir uns immer gew&#252;nscht haben“</title>
		<link>http://carta.info/29144/taz-de-flattr-hat-das-tool-angeboten-was-wir-uns-immer-gewuenscht-haben/</link>
		<comments>http://carta.info/29144/taz-de-flattr-hat-das-tool-angeboten-was-wir-uns-immer-gewuenscht-haben/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 16:43:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
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		<category><![CDATA[Matthias Urbach]]></category>
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		<category><![CDATA[Online-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Paid Content]]></category>
		<category><![CDATA[Taz]]></category>

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		<description><![CDATA[Die taz hat als erstes gro&#223;es klassisches Medium aus Deutschland Flattr in ihrem Online-Angebot integriert. Matthias Urbach, Leiter von taz.de, erz&#228;hlt im Interview, warum die taz auf Flattr setzt und gern von ihren Lesern abh&#228;ngig ist, warum andere Online-Angebote eher nicht nachziehen werden und warum er bei Flattr kein Datenschutzproblem sieht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/eaee4e1959b7480e813aad26af10040d" alt="" width="1" height="1" /><em>In den ersten zwei Wochen hat die taz <a href="http://blogs.taz.de/hausblog/2010/06/01/erstes_geld_von_flattr/">143,55 €</a> „erflattrt“, bekannte Blogs wie CARTA (4 Wochen, <a href="http://carta.info/28399/flattr-die-erste-abrechnung/">122,56 €</a>) oder Spreeblick (2 Wochen, <a href="http://www.spreeblick.com/2010/06/02/flattr-nach-den-ersten-14-tagen/">110,94 €</a>) haben nicht viel weniger erzielt. Wie bewerten Sie das Ergebnis? Glauben Sie, dass die User bei Bloggern eher bereit sind, etwas zu geben?</em></p>
<p>Matthias Urbach: Man muss sehen, dass die Kollegen der genannten Blogs teilweise schon etwas l&#228;nger bei Flattr dabei sind. Was uns aufgefallen ist, ist dass zu Beginn haupts&#228;chlich Texte hoch gewertet wurden, die sich um Flattr drehten. Es wird noch eine Weile dauern, bis Flattr allgemein angenommen wird und das Publikum breiter wird. Aber es ist noch unklar, wann das so weit sein wird.</p>
<p>Ob Blogger mehr bekommen werden, muss man abwarten. Dass die <em>taz</em> anders als einiger Blogger noch andere Einnahmequellen hat, ist ein naheliegender Gedanke. Ob das sich aber auf das Verhalten der Flattr-Nutzer auswirkt, ist derzeit schwer zu sagen.</p>
<p><em>Wie viel ist denn ein „Flattr-Klick“ im Durchschnitt wert?</em></p>
<p>Im Ergebnis sind es im Mai 11 Cent gewesen. Ich kann mir gut vorstellen, dass wenn mehr Angebote Flattr nutzen, auch mehr geklickt wird und der Wert sinkt. Ohnehin ist der Wert eines Klicks sehr individuell: Im Revenue-Report, denn wir nun bekommen haben, kann man sehen, dass es anscheinend Klicks gibt, die nur Bruchteile eines Cents bedeuten. Die stehen dort mit 0,00 €. Auf der anderen Seite geht es auch bis hin zu 1 € f&#252;r einen Klick.</p>
<p><em>Wie wird das &#252;ber Flattr eingenommene Geld bei der taz aufgeteilt oder genutzt? Bekommt jeder Autor seinen Teil vom Kuchen?</em></p>
<div id="attachment_29222" class="wp-caption alignleft" style="width: 142px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/06/matthias_urbach_144.jpg"><img class="size-full wp-image-29222" title="matthias_urbach_144" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/06/matthias_urbach_144.jpg" alt="Matthias Urbach: &quot;Wir sind gerne von unseren Lesern abh&#228;ngig, lieber als von Werbung.&quot; (Foto: taz)" width="132" height="132" /></a><p class="wp-caption-text">Matthias Urbach: &quot;Wir sind gerne von unseren Lesern abh&#228;ngig, lieber als von Werbung.&quot; (Foto: taz)</p></div>
<p>Es gibt bei uns keine Autorenumverteilung. Das ist auch nicht geplant und ich halte es auch nicht f&#252;r w&#252;nschenswert. Was wir wohl haben, ist eine Unterscheidung zwischen den Blogs und der normalen Nachrichtenseite. Da die <em>taz</em>-Blogger von uns nicht bezahlt werden, k&#246;nnen sie eigene Flattr-Accounts nutzen, also auf eigene Rechnung wirtschaften. Das machen andere Unternehmen zum Teil anders. Vom klassischen redaktionellen Inhalt wird nur ein Account gespeist. Die Autoren sind ja festangestellt oder bekommen ihr entsprechendes Honorar.</p>
<p><em>Warum nutzt die taz Flattr? Wie sieht es zum Beispiel mit Kachingle aus?</em></p>
<p>Den Ansatz von Flattr finden wir gut. Dort unterst&#252;tzt man bewusst sogenannte „Things“. Kachingle hat einen anderen Zugang: Dort werden die Besuche einer Seite gez&#228;hlt und diese wird als Ganzes unterst&#252;tzt. Wir &#252;berlegen, unseren Usern auch Kachingle anzubieten, aber Flattr gef&#228;llt uns inhaltlich besser. <strong>Wir haben auch gro&#223;es Vertrauen in die Macher.</strong></p>
<p>Entscheidend an den Ans&#228;tzen ist, dass beide ohne Bezahlschranke auskommen. Die Texte sind also weiter frei, man kauft keine Katze im Sack. Bei anderen Systemen kann man manchmal nur einige Zeilen lesen, bevor man bezahlen soll. Nur, um sp&#228;ter gegebenenfalls festzustellen, dass der Artikel doch nicht den Erwartungen entspricht.</p>
<p>Bei Flattr wollen wir zudem dabei sein, um das Projekt zu unterst&#252;tzen. Das war ein weiterer Beweggrund f&#252;r uns. Wenn man unter jeden <em>taz.de</em>-Artikel den Flattr-Button sieht, ist das auch eine Werbung f&#252;r Flattr. Wir w&#252;nschen uns, dass es ein Erfolg wird.</p>
<p><em>Glauben Sie, dass auch andere klassische Medien Flattr nutzen werden?</em></p>
<p>Das wird man abwarten m&#252;ssen. Ich wei&#223;, dass einige interessiert sind. Aber ich erwarte, dass die meisten Medienh&#228;user nicht nachziehen werden. Die Verlage gehen in der Regel noch von Printmodellen aus. Sie sind der Meinung, dass ihr Produkt einen gewissen Wert an sich hat von dem man nicht abr&#252;cken will. Das sieht man beim <em>SPIEGEL</em> zum Beispiel an der App-Preispolitik. Die Preise f&#252;r die Ausgaben f&#252;r iPhone oder iPad sind etwa so hoch wie im Print. Das zeigt, dass man denkt, <strong>das Produkt habe einen Wert und den will man auch eintreiben.</strong></p>
<p>Die <em>taz</em> geht da anders ran. Wir haben ja auch im Print ein geschichtetes Preissystem, wo jeder entscheiden kann, ob er mehr Geld zur Verf&#252;gung hat und den politischen Preis zahlt, oder ob er weniger Geld zur Verf&#252;gung hat und den erm&#228;&#223;igten Preis bezahlt. Ich bezweifele im &#220;brigen, dass bei anderen Zeitungen das System in dem Ma&#223;e funktionieren w&#252;rde, weil die Leser-Blatt-Bindung zumeist nicht so hoch ist.</p>
<p><em>Nun gibt es ja nicht nur Lob f&#252;r Flattr, einige Blogger &#228;u&#223;ern auch Kritik, zum Beispiel was den Datenschutz angeht. Ein anderer Vorwurf: An Flattr verdienen in erster Linie Paypal und Flattr selbst…</em></p>
<p>Was das Einzahlen von Geld angeht: Klar, da verdient zum Beispiel Paypal. Aber man muss es auch so sehen: Paypal hat dann eine Dienstleistung erbracht und die ist Geld wert. Die Geb&#252;hren sind nat&#252;rlich nicht niedrig, aber sie bieten den Dienst an, wor&#252;ber man froh sein kann. Die Frage ist, ob Flattr mehr M&#246;glichkeiten bieten sollte, Geld einzuzahlen. Doch da muss man ihnen noch Zeit lassen, schlie&#223;lich sind sie noch in der Beta-Phase.</p>
<p><em>Und was den Datenschutz angeht?</em></p>
<p>Wir haben wie bereits erw&#228;hnt gro&#223;es Vertrauen in die Flattr-Macher. Den Datenschutz-Aspekt haben wir im Hinterkopf. Gerade als <em>taz</em> sind wir da sensibel. Wir widmen diesem Thema ja auch einen gro&#223;en Teil unserer Berichterstattung.</p>
<p><strong>Solange Flattr keine Nebengesch&#228;fte oder Werbung macht, ist die Sache unproblematisch.</strong> Es ist ja nicht wie beim Google-Konzern, der davon lebt, unsere Daten zu sammeln, um damit gezieltere Werbung anbieten zu k&#246;nnen. Flattr sammelt eher „Datenm&#252;ll“. Es gibt dort kein Gesch&#228;ft, bei dem man diese Daten nutzt. Wir achten aber weiter darauf, ob Flattr gut mit unseren Daten umgeht. Derzeit haben wir keine Bedenken.</p>
<p><em>Glauben Sie, dass freiwillige Zahlungen f&#252;r Online-Inhalte in Zukunft eine wichtige Rolle im Online-Journalismus spielen werden?</em></p>
<p>Ich gehe nicht davon aus, dass wir mit Flattr unsere Kosten einspielen k&#246;nnen. Ich bin mir nicht einmal sicher, ob auf lange Sicht ein nennenswerter Beitrag dabei heraus kommt. Auf der anderen Seite gibt es bei der <em>taz</em> es schon lange freiwillige Bezahlmodelle. Bis 2006 gab es auf <em>taz.de</em> unter den Artikeln die Frage, was dem Leser der Artikel wert war. Dazu ein Hinweis auf unser Bankkonto, auf das freiwillig etwas &#252;berwiesen werden konnte. Und das haben Leute auch gemacht.</p>
<p>2006 haben wir das ge&#228;ndert, weil wir versucht haben, auf Werbung zu setzen. Mittlerweile sind wir da schlauer und gehen mehrere Wege, auch wenn die meisten Einnahmen im Online-Bereich weiter mit Werbung erzielt werden. Lieber w&#228;re uns nat&#252;rlich, dass der Anteil durch die Leser h&#246;her ist, wie es bei uns auch im Print ist. <strong>Wir sind gerne von unseren Lesern abh&#228;ngig</strong>, lieber als von Werbung, woher bei den meisten anderen Zeitungen und Magazinen noch der L&#246;wenanteil der Einnahmen herr&#252;hrt. Und Flattr hat nun das Tool angeboten, was wir uns immer gew&#252;nscht haben.</p>
<p><em>Aber die Angabe der Bankverbindung gibt es doch trotzdem wieder…</em></p>
<p>Vor einigen Wochen hatten wir noch einmal einen kleinen Versuch unternommen, unsere Leser um freiwillige Bank&#252;berweisungen zu bitten. Das wurde sehr gut angenommen. Nachdem wir Flattr integriert hatten, kam sehr schnell das Feedback, warum denn Flattr als Mittler dazwischen sei. Manche Leser wollen, dass das Geld direkt bei uns ankommt, ohne dass irgendwer Geb&#252;hren erhebt. Daher ist die Kontonummer wieder unter den Texten zu finden.
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<a href="http://carta.info/29144/taz-de-flattr-hat-das-tool-angeboten-was-wir-uns-immer-gewuenscht-haben/">taz.de: „Flattr hat das Tool angeboten, was wir uns immer gew&#252;nscht haben“</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/29144/taz-de-flattr-hat-das-tool-angeboten-was-wir-uns-immer-gewuenscht-haben/#comments">21 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=29144&amp;md5=a4c681e78575334c89038c2e12052deb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Besser als ein Leistungsschutzrecht ist eine einfache, standardisierte Bezahlplattform</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 10:45:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Verlage in Deutschland brauchen kein Leistungsschutzrecht f&#252;r das Internet. Ihnen fehlt es an Phantasie und einer einheitlichen Bezahlplattform, mit der Paid Content so einfach wie in Apples iTunes wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/b35a4c2774ed4e95a12c73eeefd1255b" alt="" width="1" height="1" />Der Lobbyismus deutscher Verleger um ein <a href="http://carta.info/28724/die-verleger-fordern-eher-zu-wenig-das-leistungsschutzrecht-und-der-versuch-mit-informationen-geld-zu-verdienen/">Leistungsschutzrecht</a> f&#252;r ihre Branche ist eine unw&#252;rdige und unn&#246;tige Veranstaltung. Ein solches Gesetz wird &#252;berhaupt nicht gebraucht, da der Markt die Dinge sehr wohl zugunsten der Verlage w&#252;rde richten k&#246;nnen.</p>
<p>Das Wesentliche, was dazu fehlt, ist eine branchen&#252;bergreifende, standardisierte Plattform f&#252;r das Bezahlen im Internet, die so einfach funktioniert wie Apples <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/ITunes">iTunes</a>. W&#252;rden sich alle Verlage und Medienh&#228;user verbindlich mit ihren Medien daran beteiligen, k&#246;nnten die Leser im Web <strong>mit einem einzigen Account &#252;berall einkaufen</strong>: Hier einen einzelnen Artikel, dort ein Abonnement und wieder woanders eine Sonderedition.</p>
<p>Eine Medienbezahlplattform mit Akzeptanz bei den Usern m&#252;sste dabei nicht auf Zeitungen oder Zeitschriften beschr&#228;nkt bleiben: Sie k&#246;nnte (nach und nach) auf verwandte Gattungen ausgedehnt werden, etwa auf die Buchverlage oder Anbieter von Musik oder Filmen. Zu Ende gedacht k&#246;nnte schlie&#223;lich auch der Handel mit Waren partizipieren, so dass damit insgesamt ein bedeutendes deutsches Gegengewicht zu Apple und Amazon, den beiden auch hierzulande f&#252;hrenden Plattformen, entst&#252;nde. W&#228;re das nicht eine Vision?</p>
<p>Bei dieser L&#246;sung k&#246;nnte jeder beteiligte Verlag seine Preise autonom setzen und h&#228;tte bei jeder Buchung nur einen geringen Abzug, der f&#252;r die Betriebskosten der Bezahlplattform aufkommt. Nicht aber Abz&#252;ge im Bereich von 30 bis 40 Prozent, wie dies andernorts heute der Fall ist. Zudem entfiele hier das Problem der Zensur, so dass Bildzeitung oder Playboy sich mit ihren Inhalten am Geschmack der Leser orientieren k&#246;nnten und sich nicht den seltsamen und willk&#252;rlich anmutenden Standards eines einzelnen Firmenchefs in Amerika unterordnen m&#252;ssten.</p>
<p>Ganz nebenbei k&#246;nnte eine solche Plattform auch noch etwas f&#252;r den <a href="http://carta.info/28524/jmstv-erste-umsetzungsschritte-wurden-bereits-unternommen/">Jugendschutz</a> tun: Wer einen Account anlegen will, muss sein Alter &#252;berpr&#252;fen lassen, so dass sich in der Folge Minderj&#228;hrige vom Kauf ungeeigneter Inhalte abhalten lassen.</p>
<p>Nat&#252;rlich werden die Verleger argumentieren, dass das alles keinen Zweck habe, weil das Publikum f&#252;r Inhalte im Internet nicht bezahlen wolle. Aber stimmt das auch? Wer heute ein iPhone oder auch ein iPad nutzt, erkennt sofort, wie bequem hier eingekauft werden kann. Der Vorgang ist immer gleich, &#252;ber alle Inhalte oder Gattungen hinweg. Die <strong>Standardisierung und intuitive Einfachheit des Bezahlvorgangs</strong> macht es wohl aus, dass Apple damit in den USA zum <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2010/05/26/wegen-itunes-und-amazon-apple-im-visir-der-us-justiz/">gr&#246;&#223;ten Online-Musikh&#228;ndler</a> aufsteigen konnte und sein Angebot nun in alle anderen Richtungen digitaler Medieninhalte ausweitet. Das Gesch&#228;ft ist offensichtlich lukrativ, allem Filesharing &#252;ber andere Kan&#228;le zum Trotz.</p>
<p>Den deutschen Medienanbietern muss zudem auch entgegengehalten werden, dass sie in der Vergangenheit mit dem Internet nicht wirklich viel anfangen konnten und ihre Ans&#228;tze zu Paid Content daher auch eher phantasielos und lustlos gerieten. Tageszeitungen etwa in Form von Pdf-Dateien im Original-Layout der Printversion im Netz zu verkaufen war keine gute Idee: F&#252;r den Leser am Bildschirm war das nur eine Qu&#228;lerei und sicher nicht geeignet, das Publikum an Paid Content zu gew&#246;hnen. In Zukunft wird man sich mehr einfallen lassen m&#252;ssen und seine Inhalte so formen, dass sie so begehrenswert wie die Hardware von Apple wird.</p>
<p>Dass Paid Content funktionieren kann, zeigt aktuell das Magazin <em>Wired</em>, das von seiner <a href="http://twitter.com/chr1sa/status/15584396888">ersten Ausgabe auf dem iPad</a> vermutlich mehr Exemplare verkaufen wird als von der gedruckten Version. Verabsolutieren darf man dieses Beispiel nat&#252;rlich nicht. Es zeigt aber, dass Paid Content, immer in Kombination mit <a href="http://carta.info/24218/mehr-werbung-wagen-medien-internet/">Werbung</a> und auch einer teilweise frei zug&#228;nglichen <a href="http://www.wired.com">Version</a>, offenbar doch eine Zukunft hat.</p>
<p>Eine eigene Bezahlplattform h&#228;tte einen weiteren Vorteil: Sie w&#228;re vollkommen neutral in Sachen Werbung und Marktforschung. Apple n&#228;mlich k&#246;nnte das Ziel haben, f&#252;r seine <a href="http://mobile.venturebeat.com/2010/06/09/admob-ceo-on-apples-revised-advertising-rules-it-will-hurt-users-and-developers/">Applikationen im App Store</a> die Werbem&#246;glichkeiten auf das neue, hauseigene Programm iAds zu beschr&#228;nken und ist bereits dabei bestimmte Fremdanbieter bei der Datenerhebung auszuschlie&#223;en. Dies richtet sich nat&#252;rlich in erster Linie gegen <a href="http://tech.fortune.cnn.com/2010/06/10/feds-eye-apple-google-ad-war/">Google</a>, ist aber auch ein Affront gegen&#252;ber den Applikationsentwicklern und Inhalteanbietern, die sich in immer st&#228;rkerem Ma&#223; nach Vorgaben von Apple richten m&#252;ssen.</p>
<p>Wie gut w&#228;re es doch demgegen&#252;ber, man k&#246;nnte sich voll und ganz auf seine Seiten im Netz konzentrieren: Ein Medienanbieter muss hier nur auf die Darstellbarkeit seiner Inhalte in unterschiedlichen Browsern R&#252;cksicht nehmen und kann ansonsten Werbung einblenden wo und wie er will. Er muss keine Zensur f&#252;rchten und kann seinen Content teils frei, teils hinter die Bezahlschranke stellen, ja wenn es sie nur g&#228;be, die einheitliche, &#252;berall akzeptierte und vom Publikum gern genutzte Bezahll&#246;sung.</p>
<p>Da wir diese aber nicht haben und die Verleger lieber die Rechtsanw&#228;lte an Stelle der Programmierer bem&#252;hen, werden wir in Deutschland bald schon ein sch&#246;nes Leistungsrecht bekommen! Paid Content dagegen wird es in endlos fragmentierter Form geben, teils in Apples App Store (mit Zensur), teils bei Google Android (ohne Zensur) und sicher auch bald bei Microsoft, Nokia und anderen. Nat&#252;rlich wird die Hardware all dieser Anbieter untereinander immer weniger kompatibel sein, denn die einzelnen Bezahlplattformen wollen ja gesch&#252;tzt sein und was f&#252;r die Hardware gilt, wird f&#252;r die Medieninhalte erst recht gelten: <strong>Was auf einer Plattform gekauft wird, wird sich nur schwer oder gar nicht auf konkurrierende Plattformen migrieren lassen.</strong></p>
<p>Wollen wir das? Ist diese Perspektive wirklich im Sinne von Medienanbietern und ihren Kunden? Ganz sicher nicht. Aber vermutlich werden wir dieses Tal der Tr&#228;nen durchschreiten m&#252;ssen, weil Verlage und Verleger weithin immer noch kein Gesp&#252;r f&#252;r das Internet haben und sich mit einer Wagenburgmentalit&#228;t unter den Schutz von Gesetzen fl&#252;chten anstatt die Zukunft zu gestalten.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=28800&amp;md5=c85fa3f33693155069bf8904f252339e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Berliner Senatskanzleichefin fordert Ende der &#8220;freien Wildbahn im Internet&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 30 May 2010 18:37:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Standortpolitik meets Digital Economy Bill: Die Berliner Senatskanzleichefin Barbara Kisseler dr&#228;ngt auf Provider-Sanktionen zum Schutz der Kultur- und Medienindustrie. Die Provider sollten endlich Warnhinweise an ihre Nutzer verschicken - und auch eine "Gegenleistung" f&#252;r die Inhalte erbringen. Die "freie Wildbahn im Internet" liege nicht im Interesse der Gesellschaft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/c2a21bb3b328487887b2fb34c6017bad" alt="" width="1" height="1" />Als <a href="Barbara Kisseler">Chefin der Berliner Senatskanzlei</a> und &#8220;<a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/im-bund-mit-steinmeier/1595850.html">heimliche Kultursenatorin</a>&#8221; (<em>Tagesspiegel</em>) ist Barbara Kisseler zugleich Kultur-, Medien- und Standortpolitikern. Bundespolitisch ist sie bislang vor allem als kulturpolitisches Mitglied im Kompetenzteam von Frank-Walter Steinmeier aufgetreten.</p>
<p>Nun fordert sie im Interview mit der medienpolitischen Fachzeitschrift <em>promedia</em> ein deutlich h&#228;rteres Vorgehen gegen Urheberrechtsverletzungen im Netz. Mit der Eind&#228;mmung von Raubkopien im Netz habe sich der Staat viel zu lange Zeit gelassen. Die Gesch&#228;ftsmodelle der Kultur- und Medienindustrie m&#252;ssten besser gesch&#252;tzt werden. Insbesondere die Provider will Kisseler in die Pflicht nehmen. Das britische &#8220;Three Strikes&#8221;-Modell geht f&#252;r Kisseler in die richtige Richtung.</p>
<p><em>Carta</em> dokumentiert das <em>promedia</em>-Interview in Ausz&#252;gen:</p>
<p><em>Helmut Hartung / promedia: Neben der materiellen Unterst&#252;tzung w&#252;nscht sich die Kreativwirtschaft auch eine st&#228;rkere Unterst&#252;tzung beim Schutz ihrer Urheberrechte in der digitalen Welt. Es werden in Europa gegenw&#228;rtig verschiedene Wege beschritten, um Internetpiraterie zu unterbinden. Welchen Weg w&#252;rden Sie sich f&#252;r Deutschland w&#252;nschen?</em></p>
<p>Barbara Kisseler: Wir befinden uns in einem etwas anderen verfassungsrechtlichen Rahmen als etwa die Engl&#228;nder oder die Franzosen und m&#252;ssen deshalb einen eigenen Weg finden, der auch die Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit der Mittel nicht aus dem Auge verliert. Sowohl f&#252;r die Anbieter als auch die Nutzer m&#252;ssen die aus einer L&#246;sung resultierenden Anforderungen zu bew&#228;ltigen sein. Wir werden in der Diskussion schnell auf eine Ebene kommen, auf der wir von Fundamentalpositionen eingekreist werden: Auf der einen Seite „The world is free“ und auf der anderen Seite „Schluss mit lustig“.</p>
<p>Wir haben eine Abw&#228;gung zu treffen: Allgemeine Pers&#246;nlichkeitsrechte, Schutzbereich der Informations- und Kommunikationsfreiheit sowie Selbstbestimmungsrecht &#252;ber eigene Inhalte. Ich sehe hier pers&#246;nlich noch keine L&#246;sung, wobei mir das <strong>britische „Three Strikes“-Modell</strong> eher entgegen kommt als das franz&#246;sische. Ich finde es vom Grundsatz her die angemessenere Variante, dass dem Betroffenen die M&#246;glichkeit einger&#228;umt wird, sich darauf einzustellen.</p>
<p>Es scheint mir in die richtige Richtung zu gehen, wenn erst nach <strong>mehreren Warnhinweisen</strong> und bei wiederholten Rechtsverst&#246;&#223;en <strong>technische Sanktionen</strong> ergriffen werden k&#246;nnen.</p>
<p><em>Reichen also die bisherigen Ma&#223;nahmen nicht aus?</em></p>
<div id="attachment_28128" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/05/barbara_kisseler.jpg"><img class="size-medium wp-image-28128" title="barbara_kisseler" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/05/barbara_kisseler-300x199.jpg" alt="barbara_kisseler" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Kisseler:  Provider ziehen einen nicht zu untersch&#228;tzenden wirtschaftlichen Nutzen aus den kreativen Inhalten Dritter.</p></div>
<p>Nein. Aus unserer Sicht mehren sich die Klagen &#252;ber eine Ausweitung der Piraterie insgesamt, auch wenn es in der einen oder anderen Branche zu partiellen R&#252;ckg&#228;ngen kommt. Ich glaube nicht mehr, dass wir noch l&#228;nger auf eine Selbstregulation hoffen d&#252;rfen, weil wir sonst irgendwann den Schutz jedes Rechteinhabers und kleiner Anbieter aufgegeben haben. <strong>Die freie Wildbahn im Internet kann nicht in unserem gesellschaftspolitischen Interesse sein.</strong></p>
<p><em>M&#252;ssen die Provider hier einen gr&#246;&#223;eren Beitrag leisten?</em></p>
<p>Da die Provider einen nicht zu untersch&#228;tzenden wirtschaftlichen Nutzen aus den kreativen Inhalten Dritter ziehen, w&#252;rde ich ihnen das dringend raten. Die Provider sollten zuerst selbst dar&#252;ber nachdenken, wie dieser Beitrag aussehen sollte, wenn hier aber keine substantiellen Vorschl&#228;ge kommen, werden wir uns in absehbarer Zeit &#252;berlegen m&#252;ssen, wie wir mit dieser Frage umgehen.</p>
<p><em>Wollen Sie diese Diskussion parallel zur Debatte um den Korb Drei der Novellierung des Urheberrechts f&#252;hren?</em></p>
<p>Wir w&#252;rden zumindest f&#252;r Berlin &#252;berlegen – und ich hoffe, dass Brandenburg mitzieht – in welcher Form wir uns zum Beispiel f&#252;r die gesetzliche Formulierung eines Formatschutzes einsetzen k&#246;nnten. Darin hat uns auch ein aktuelles Urteil des Landgerichts M&#252;nchen zu einem Fall des Plagiatvorwurfs f&#252;r ein Format best&#228;rkt. Das Gericht hat eine Klage abgewiesen, deren Ursprung bereits aus dem Jahr 2003 stammte, als der Kl&#228;ger ein von ihm entworfenes Konzept f&#252;r ein TV-Format an den beklagten Sender schickte, der einige Jahre sp&#228;ter eine nahezu identische TV-Sendung – ohne Beteiligung des Kl&#228;gers – zur Ausstrahlung brachte.</p>
<p>Das zeigt, wie schwer es der Schutz kreativer Ideen hat. Ich kann mir daher vorstellen, dass wir dazu eine Bundesratsinitiative einbringen. Parallel dazu kann man sicherlich mit der Bundestagsfraktion Gespr&#228;che f&#252;hren, mehr M&#246;glichkeiten haben wir aber als Land zur Einflussnahme auf ein Bundesgesetz nicht.</p>
<p><em>Ein solches Vorgehen ist doch &#252;berf&#228;llig&#8230;</em></p>
<p>Absolut. <strong>I</strong><strong>nsbesondere bei der Eind&#228;mmung von Raubkopien im Netz haben wir uns zu viel Zeit gelassen</strong>. Das wirtschaftliche Ausma&#223; dieser Problematik war nicht allen klar. Weltweit reden wir hier von Milliardenbetr&#228;gen. Aber auch bei den nicht gesch&#252;tzten Formaten entgehen den Entwicklern Lizenzeinnahmen in &#228;hnlicher H&#246;he. Nun d&#228;mmert es aber auch einigen, dass wir handeln m&#252;ssen. Aber wir werden dennoch keine schnelle L&#246;sung finden, die das Problem komplett abstellt. Es w&#228;re aber ein erster deutlicher Schritt in die richtige Richtung.</p>
<p><em>Pl&#228;dieren Sie damit generell f&#252;r eine st&#228;rkere Regulierung der Internetwelt?</em></p>
<p>Man muss sorgf&#228;ltig das F&#252;r und Wider aus der Sicht des Nutzens oder Schadens f&#252;r die Gesellschaft abw&#228;gen. Aber grunds&#228;tzlich muss man auch im Internet f&#252;r Content bezahlen, aus dem ein kommerzieller Nutzen gezogen wird. Wenn man als <strong>Provider</strong> journalistische Inhalte benutzt, hat man davon einen direkten Vorteil und muss eine <strong>Gegenleistung</strong> erbringen. Auf diese Ausgewogenheit wird man achten m&#252;ssen. Es wird f&#252;r unsere Gesellschaft immer wichtiger, dass in der Online-Welt neue Gesch&#228;ftsmodelle entstehen und deshalb wird man nicht umhinkommen, bei den Rahmenbedingungen regulierend eingreifen zu m&#252;ssen.</p>
<p>Kreative m&#252;ssen auch im Digitalzeitalter von ihren Leistungen leben k&#246;nnen.</p>
<p><em>Ist die Kultur-Flatrate eine hilfreiche Idee?</em></p>
<p><strong>Ich glaube nicht, dass uns hier die Kultur-Flatrate weiterbringt</strong>, auch wenn ich dazu noch zu keinem abschlie&#223;enden Urteil gekommen bin. Die Senatskanzlei wird nach der Sommerpause eine Veranstaltung organisieren, die sich mit Paid Content und der Kultur-Flatrate auseinandersetzt. Dar&#252;ber hinaus m&#252;ssen wir in der &#214;ffentlichkeit noch mehr dar&#252;ber informieren und diskutieren, dass die Schaffung geistigen Eigentums einen gro&#223;en Wert f&#252;r unsere Gesellschaft darstellt und unsere kulturelle, wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung davon abh&#228;ngt.</p>
<p>Im Augenblick ist bei vielen Internetnutzern, die diese Leistung nicht selbst erbringen, sondern sie abrufen, kein Bewusstsein daf&#252;r vorhanden.</p>
<p><em>Wie dringend sehen Sie die Forderung der Verleger nach einem Leistungsschutzrecht? Man hat den Eindruck, es geht nicht so richtig voran&#8230;</em></p>
<p>Vielleicht haben die Verleger inzwischen dar&#252;ber nachgedacht, was sie mit diesem Leistungsschutzrecht eigentlich erreichen wollen. Es ist sicherlich ein wichtiges Anliegen ihre Inhalte zu sch&#252;tzen, aber letztlich liegen die Rechte an den journalistischen Inhalten immer noch bei den Autoren. Man m&#252;sste sich daher genau &#252;berlegen, welche Leistung – &#252;ber die der Zusammenstellung von Autorenwerken hinaus – der Verlage schutzf&#228;hig und -w&#252;rdig sind und auf welcher rechtlichen Grundlage diese Leistungsschutzrechte basieren sollen und das ist nicht in einer Hauruckaktion zu leisten.</p>
<p><em>Um auch im Online-Bereich Geld verdienen zu k&#246;nnen, ben&#246;tigen die Verleger, nach eigenen Aussagen, ein solches Recht.</em></p>
<p>Das ist ihr gutes Recht, aber dabei m&#252;ssen auch die Interessen aller Beteiligten gewahrt bleiben. Wir sollten abwarten, welche &#196;nderungen im Urheberrecht durch die Bundesregierung vorgenommen werden und inwieweit der dritte Korb zum Urheberrechtsgesetz diese Frage ber&#252;cksichtigt. Um es deutlich zu sagen: Ich sehe diese Frage nicht ganz vorn auf der Agenda.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/05/Bildschirmfoto-2010-05-30-um-15.08.21.png"><img class="alignmiddle size-full wp-image-28131" title="Bildschirmfoto 2010-05-30 um 15.08.21" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/05/Bildschirmfoto-2010-05-30-um-15.08.21.png" alt="Bildschirmfoto 2010-05-30 um 15.08.21" width="142" height="199" /></a><br />
Das vollst&#228;ndige Interview und weitere medienpolitische Interviews finden Sie in der Fachzeitschrift <em><a href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a></em>, Kooperationspartnerin von <em>Carta</em>.</p>
<p>Update: Die Staatskanzlei in Berlin hei&#223;t Senatskanzlei. In einer vorherigen Fassung des Textes stand &#8220;Staatskanzleichefin&#8221; statt &#8220;Senatskanzleichefin&#8221;. Wir haben dies nachtr&#228;glich korrigiert und entschuldigen uns f&#252;r die Ungenauigkeit.
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<p><small>
<a href="http://carta.info/28127/berliner-staatskanzleichefin-fordert-ende-der-freien-wildbahn-im-internet/">Berliner Senatskanzleichefin fordert Ende der &#8220;freien Wildbahn im Internet&#8221;</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/28127/berliner-staatskanzleichefin-fordert-ende-der-freien-wildbahn-im-internet/#comments">58 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=28127&amp;md5=b5c08ce28b42e7b28312a5c8d314ed56" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Future Face of Media&#8221;: Arthur Sulzberger &amp; die Zukunft der Bezahlinhalte &#8211; Stream #ffm10</title>
		<link>http://carta.info/27409/future-face-of-media-arthur-sulzberger-die-zukunft-der-bezahlinhalte-stream-ffm10/</link>
		<comments>http://carta.info/27409/future-face-of-media-arthur-sulzberger-die-zukunft-der-bezahlinhalte-stream-ffm10/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 17 May 2010 16:35:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Carta streamt Dienstag, ab ca. 11 Uhr, die Diskussion “The Future Face of News and News Publishing: Business Models for the Digital Era” - unter anderem mit Arthur Sulzberger Jr., Verleger der New York Times.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Teilnehmer auf dem Panel:</p>
<ul>
<li>Arthur Sulzberger Jr., Chairman and Publisher, The New York Times Company, New York</li>
<li>Rona Fairhead, Chief Executive, Financial Times Group, London</li>
<li>Laurent Joffrin, Chairman, Libération, Paris</li>
<li>Christoph Keese, President Public Affairs, Axel Springer Verlag, Berlin</li>
<li>Andrew Langhoff, Managing Director, EMEA, Dow Jones and publisher, The Wall Street Journal Europe, London</li>
</ul>
<p>Moderation:</p>
<ul>
<li>R&#252;diger Wischenbart, Perlentaucher</li>
<li>Robin Meyer-Lucht, Carta</li>
</ul>
<p>Das Panel beginnt mit einer kurzen Keynote von Sulzberger. Vollst&#228;ndiges Programm <a href="http://www.malekigroup.com/web/media/event/de/The-Future-Face-of-Media_Programme_2010_11764.pdf">hier</a> (PDF).</p>
<p>Twitter: #ffm10 | <a href="http://twitterwallr.com/w/ffm10">Twitterwall</a></p>
<p><span style="text-decoration: line-through;">Der Stream:</span><br />
<span style="color: #ffffff;"> .<br />
.</span><br />
<strong>Update</strong></p>
<p>Das Video:</p>
<p><object id="lsplayer" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://cdn.livestream.com/grid/LSPlayer.swf?channel=cartalive&amp;clip=flv_615c44ce-a774-4b6b-9f5e-22444fe4c171&amp;autoPlay=false&amp;mute=false" /><param name="name" value="lsplayer" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="lsplayer" type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="340" src="http://cdn.livestream.com/grid/LSPlayer.swf?channel=cartalive&amp;clip=flv_615c44ce-a774-4b6b-9f5e-22444fe4c171&amp;autoPlay=false&amp;mute=false" wmode="transparent" name="lsplayer" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always"></embed></object></p>
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		<title>Bezahlinhalte: Auf einem Bein l&#228;sst es sich nur schwer stehen</title>
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		<pubDate>Wed, 12 May 2010 13:58:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Antje Stobbe</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Paid Content]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele Verlage hoffen, mit Bezahlinhalten ihre Umsatzeinbr&#252;che im klassischen Print-Gesch&#228;ft zu kompensieren. Doch das Potenzial von Paid Content ist "sp&#252;rbar" eingeengt. Es empfiehlt sich daher eher eine Kombination aus frei verf&#252;gbaren Beitr&#228;gen, Bezahlinhalten, kontextsensitiver Werbung und angeschlossenen E-Commerce-Plattformen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/75e9bd46e3b64c7494f7c4a9500730c4" alt="" width="1" height="1" />von Antje Stobbe und <a href="http://www.dbresearch.de/servlet/reweb2.ReWEB?rwdspl=0&amp;rwnode=DBR_INTERNET_DE-PROD$DBR_TEAMS_DE&amp;rwobj=ERESEARCHTEAM_CONT.calias&amp;rwsite=DBR_INTERNET_DE-PROD%22">Stefan Heng</a>:</p>
<p>F&#252;r deutsche Jugendliche ist das Internet  inzwischen das wichtigste Informationsmedium – noch vor dem Fernsehen.  Auch wenn sich das Pr&#228;ferenzsystem eines typischen Jugendlichen  sicherlich von dem des Durchschnittsb&#252;rgers unterscheidet: unweigerlich  gewinnt das Internet in der gesamten Bev&#246;lkerung als Mediengattung  schnell an Bedeutung.</p>
<p>So wenden sich immer mehr Leser journalistischen Inhalten im Internet zu  und kehren den klassischen Druckerzeugnissen der Verlagsh&#228;user den  R&#252;cken. Daher m&#252;ssen sich rein traditionell ausgerichtete Zeitungs- und  Zeitschriftenverlage auf weiterhin fallende Druckauflagen und somit auf  fallende Vertriebs- und Anzeigenerl&#246;se (Stellenmarkt, Wohnungsmarkt,  Kleinanzeigen, Werbung) einstellen. Zuletzt wanderten gut 8% der  Werbeeinnahmen der traditionellen Print-Medien ins Internet ab.</p>
<p><img id="INLINEPROD_PROD0000000000257526.GIF" class="alignleft" src="http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000257526.GIF" alt="a" width="292" height="289" />Doch die Verlagsh&#228;user haben  mittlerweile erkannt, dass die zumeist aufgebauschte Kontroverse „Print  gegen Online“ f&#252;r sie letztlich nur in die Sackgasse f&#252;hrt. Vielmehr  geht es ihnen nur darum, die Einbr&#252;che bei Vertriebs- und  Anzeigenerl&#246;sen im traditionellen Print-Bereich &#252;ber ein neues  Internet-basiertes Gesch&#228;ftsmodell zu kompensieren.</p>
<p>Zu dieser neuen Strategie passend, haben etliche namhafte Verleger nun auch  &#246;ffentlichkeitswirksam zum <strong>Kreuzzug gegen die Gratis-Kultur </strong>des  station&#228;ren Internets aufgerufen. Bald sollen bislang frei verf&#252;gbare  journalistische Inhalte dem Online-Leser nur noch gegen Bezahlung zur  Verf&#252;gung stehen.</p>
<p>Bei all dem &#246;ffentlich bekundeten Reformdrang  der Verleger bleibt allerdings offen, wie sich das angek&#252;ndigte  Gesch&#228;ftsmodell der journalistischen Bezahlinhalte im Online-Markt  tats&#228;chlich durchsetzen soll.</p>
<p>Dabei liegt die entscheidende  Herausforderung weniger auf der technischen Seite: Mittels &#8220;Digital  Rights Management&#8221;-Systeme (DRM) l&#228;sst sich der Zugang zu digitalen  Inhalten durchaus regulieren. Wesentlich kritischer f&#252;r den Erfolg des  neuen Gesch&#228;ftsmodells sieht es hinsichtlich der Akzeptanz des neuen  Modells durch die Nutzer aus.</p>
<p>In der eingeschliffenen Kostenlos-Kultur  des station&#228;ren Internets kam es bislang nicht dazu, dass die Leser<strong> den  nicht-haptischen Online-Angeboten eine hinreichende Wertsch&#228;tzung  entgegen brachten</strong>, die sich auch in bare M&#252;nze umsetzen lie&#223;e. So ergab  eine Erhebung der GfK, dass mehr als 90% der Befragten &#252;berhaupt nicht  einsehen, f&#252;r Nachrichten im station&#228;ren Internet zu zahlen – und sei es  auch einen noch so winzigen Betrag.</p>
<p>Knapp die H&#228;lfte der Befragten  forderte sogar, dass professionelle journalistische Meldungen nicht nur  kostenlos, sondern auch werbefrei im Internet offeriert werden sollten –  was in der Konsequenz bedeutet, dass Verlagsh&#228;user mit professionellem  Journalismus im station&#228;ren Internet &#252;berhaupt keine Ertr&#228;ge generieren  k&#246;nnten (siehe Grafik). Dies zeugt von einer erstaunlichen Unkenntnis der  Nutzer &#252;ber die Arbeit von Redaktionen und Verlagen.</p>
<p>Angesichts  dieser Ergebnisse m&#252;ssen sich die Verlagsh&#228;user, die als erste eine  Geb&#252;hr f&#252;r Standardnachrichten der Standard-Ressorts erheben, darauf  einstellen, dass ein Gro&#223;teil ihrer Online-Leserschaft sofort zu den  Mitbewerbern abwandert und sie damit nachhaltig Relevanz verlieren.</p>
<p>Insbesondere  in der Online-Medienwelt gilt: Bezahlt wird nur, was auch tats&#228;chlich  als deutlicher Mehrwert wahrgenommen wird! Ein erfolgversprechendes  Online-Angebot der Verlagsh&#228;user darf somit nicht als simple digitale  Kopie der traditionellen Print-Version daherkommen. Entscheidend ist  stattdessen, dass f&#252;r den Leser in der vernetzen digitalen Welt ein  Nutzen entsteht, f&#252;r den er zu zahlen bereit ist.</p>
<p>Die Praxis zeigt, dass  sich bei bepreisten Online-Medienangeboten die Erfolgsaussichten  nachhaltig verbessern, wenn das Gesch&#228;ftsmodell auf der inhaltlichen  Seite zum Beispiel auf hochspezialisierte Fachinformationen,  zeitkritische Meldungen oder hochwertige Hintergrundanalysen mit  aufbereitetem Archiv abstellt. Dar&#252;ber hinaus setzt die Branche gro&#223;e  Hoffnungen auf mobile Nutzungssituationen.</p>
<p>So ist der Mobilfunkbereich  f&#252;r gewinnorientierte Medienangebote einerseits deshalb attraktiv, weil die Mobilfunknutzer seit je her daran gew&#246;hnt sind, f&#252;r gelieferte  Dienste auch Geb&#252;hren zu zahlen. Andererseits sprechen die Verlagsh&#228;user  mit den Nutzern von Smartphones und &#8220;Apps&#8221; speziell die zahlungskr&#228;ftigeren Kunden in einer f&#252;r die  Informationsaufnahme besonders passenden Nutzungssituation (z.B. beim  Warten auf dem Bahnsteig oder im Zug) an. Dies erh&#246;ht die  Erfolgsaussichten f&#252;r Bezahlinhalte wesentlich.</p>
<p>&#220;ber ein  attraktives Preissystem und den unkomplizierten Zugriff auf das Angebot –  das auch ein sicheres Bezahlsystem beinhalten muss – k&#246;nnte es den  Verlagsh&#228;usern tats&#228;chlich gl&#252;cken, Bezahlinhalte in den beschriebenen inhaltlich und technisch eng beschr&#228;nkten Nischen zu platzieren.</p>
<p>Allerdings d&#252;rften die Bezahlinhalte allein <strong>das strukturelle Ertragsproblem der Verlagsh&#228;user</strong> nicht auf alle Zeiten hin l&#246;sen. Auf  dem einen Bein der Bezahlinhalte l&#228;sst es sich als Verlagshaus wohl nur  sehr schwer stehen. Stattdessen sind Gesch&#228;ftsmodelle wesentlich  erfolgversprechender, die sich auf eine Kombination aus frei verf&#252;gbaren hochwertigen journalistischen Beitr&#228;gen, Bezahlinhalten,  kontextsensitiver Werbung und angeschlossenen E-Commerce-Plattformen  st&#252;tzen und dabei die Vorteile des Online-Kanals f&#252;r den Nutzer  mehrwertstiftend einsetzen.</p>
<p><em>Hier finden sich auch Folien von eResearch zum Thema Paid Content:</em></p>
<div id="attachment_27250" class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><a href="http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000256592.pdf;jsessionid=3943A7ABC843B6BCBEC4454835D3FA7C.srv12-dbr-com"><img class="size-medium wp-image-27250" title="Anje Stobbe: Zwischen Werbung und Paid Content - Zur Pr&#228;sentation auf den das Bild klicken" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/05/Bildschirmfoto-2010-05-12-um-15.55.01-300x226.png" alt="Bildschirmfoto 2010-05-12 um 15.55.01" width="400" /></a><p class="wp-caption-text">Anje Stobbe: Zwischen Werbung und Paid Content - Zur Pr&#228;sentation auf das Bild klicken</p></div>
<p><strong> </strong><br />
<em>Dr. Antje Stobbe und Dr. Stefan Heng sind Mitglieder des </em><a href="http://www.dbresearch.de/servlet/reweb2.ReWEB?rwdspl=0&amp;rwnode=DBR_INTERNET_DE-PROD$ERESEARCH&amp;rwobj=ERESEARCHTEAM_CONT.calias&amp;rwsite=DBR_INTERNET_DE-PROD"><em>eResearch Teams</em></a><em> von Deutsche Bank Research. Dieser Beitrag ist eine von Carta leicht editierte Fassung eines </em><a href="http://www.dbresearch.de/servlet/reweb2.ReWEB?addmenu=false&amp;document=PROD0000000000257529&amp;rdLeftMargin=10&amp;rdShowArchivedDocus=true&amp;rwdspl=0&amp;rwnode=DBR_INTERNET_DE-PROD$ERESEARCH&amp;rwobj=ReDisplay.Start.class&amp;rwsite=DBR_INTERNET_DE-PROD"><em>eResearch-Beitrags</em></a>.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=27249&amp;md5=376be8cea736d17a8d4388e41ad80af4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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