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	<title>CARTA &#187; Opel</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Im Wendekreis des Opels</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 11:33:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Justus Haucap</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die staatlichen Rettungsma&#223;nahmen f&#252;r Opel waren von Anfang an ein Fehler. Staatsb&#252;rgschaften k&#246;nnen keine Arbeitspl&#228;tze dauerhaft retten und verschieben das Problem nur. Jetzt ist die Gelegenheit f&#252;r die neue Bundesregierung, die Fehler der alten Bundesregierung zu korrigieren. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hat sich die vorl&#228;ufige Rettung von Opel angesichts der j&#252;ngsten Entwicklungen als Fehler erwiesen? Aus meiner Sicht waren die staatlichen Rettungsma&#223;nahmen von Anfang an ein Fehler. Richtig war die Position des ehemaligen Bundeswirtschaftsministers, dass eine &#8220;geordnete&#8221; Insolvenz die beste L&#246;sung gewesen w&#228;re. Damit h&#228;tte man einen sauberen Schnitt gemacht.</p>
<p>Es ist eine Illusion zu glauben, man k&#246;nne durch B&#252;rgschaften dauerhaft Arbeitspl&#228;tze sichern. Die &#220;berkapazit&#228;ten am Markt werden aufrecht erhalten, das Problem nur verschoben, nicht aber gel&#246;st. Ob die Verbraucher in Zukunft wieder verst&#228;rkt Opel kaufen w&#252;rden, steht v&#246;llig in den Sternen und l&#228;sst sich nicht verl&#228;sslich prognostizieren. Daher sollte in Sachen Opel jetzt die Kehrtwende vollzogen werden.</p>
<p>Die Bundesregierung hatte zwar urspr&#252;nglich angek&#252;ndigt, dass prinzipiell auch anderen Eignern B&#252;rgschaften zur Verf&#252;gung stehen w&#252;rden, doch sollte diese Position &#8211; so sie denn &#252;berhaupt ernst gemeint war &#8211; noch einmal gr&#252;ndlich &#252;berdacht werden. Die Bundesregierung selbst hat bereits mehrfach &#246;ffentlich kund getan, dass sie nicht an Opel als Teil des GM-Konzerns glaubt. Die Arbeitnehmer sehen das anscheinend genauso. Ob das richtig oder falsch ist, kann eigentlich nur der Markt beurteilen. Wenn aber die Politik selbst nicht an ein &#220;berleben von Opel als Teil von GM glaubt, w&#252;rde sie vollends unglaubw&#252;rdig, wenn auch GM jetzt B&#252;rgschaften erhalten w&#252;rde.</p>
<p>Jetzt ist die Gelegenheit f&#252;r die neue Bundesregierung, die Fehler der alten Bundesregierung zu korrigieren. Der Wahlkampf ist vorbei, jetzt sollte die Vernunft wieder Einzug erhalten und sachlichen Erw&#228;gungen mehr Raum gegeben werden als Emotionen. Der Kopf ist meist ein besserer Ratgeber als der Bauch. Das Opel-Fiasko sollte jetzt beendet werden und die Politik ihre Finger aus der weiteren Unternehmenspolitik heraushalten.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=17720&amp;md5=6737184fbaf4560c004f54e564ae7d02" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Opel wird doch nicht verkauft: Ein Desaster f&#252;r die Politik – und gut f&#252;r die Freiheit</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 10:18:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Weidenfeld</dc:creator>
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		<description><![CDATA[General Motors beh&#228;lt Opel. Die vermeintliche Alternativlosigkeit des politischen Krisenmanagements wurde dementiert – die deutsche Politik ist zum Opfer ihres eigenen Ehrgeizes geworden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/74c58b6a58f54e418337fc6bde3b67c0" alt="" width="1" height="1" />Erst ja, dann nein, dann wieder ja, nun nein: Die inszenierte Abspaltung, geplante Sanierung und erhoffte Rettung des europ&#228;ischen Autokonzernteils Opel zeigt, was passiert, wenn die Politik betriebswirtschaftliche &#220;berlegungen au&#223;er Kraft setzen will: Es geht schief. Angela Merkel hielt am Dienstag in Washington vor beiden H&#228;usern des Parlaments ihre vielleicht beste Rede. Sie dankte den USA f&#252;r die deutsche Einheit. Kurze Zeit sp&#228;ter kassierte sie genau dort die erste dicke Niederlage ihrer neuen Kanzlerschaft. General Motors, ein Unternehmen, an dem die US-Regierung beteiligt ist, beh&#228;lt Opel nun doch. Gegen den erkl&#228;rten Willen der vereinten deutschen Politik.</p>
<p>Opel sollte auf Teufel komm raus aus dem Niedergang des amerikanischen Mutterunternehmens General Motors herausgehalten werden. Deshalb gab es staatliche B&#252;rgschaften, Kreditlinien und die Zusage, den Umbau zu finanzieren – und die Entscheidung, Opel an das &#246;sterreichisch-kanadisch-russische Konsortium um Magna weiterzugeben. So wollte es die hessische Landesregierung, in deren Gebiet R&#252;sselsheim liegt. So wollte es Nordrhein-Westfalen. Opel ist einer der gr&#246;&#223;ten Arbeitgeber im Ruhrgebiet. Und so wollte es auch die Bundesregierung. Sie wollte vor den Bundestagswahlen keine schlechten Nachrichten. Nur die USA, die wollten etwas anderes.</p>
<p>Der Preis ist immens: Die Deutschen mussten sich von den USA den Takt diktieren lassen, die Geldsummen, die bezahlt werden mussten, das Management, das sanieren sollte. Ein Jahr lang lie&#223;en sich Deutschlands Krisenpolitiker immer wieder vorf&#252;hren. Und das alles nur, weil Deutschland Opel retten und an Magna vergeben wollte? Nein. Das alles, weil die deutsche Politik zu Beginn dieses Jahres im „Unser-Handeln-ist-alternativlos&#8221;-Modus war. Das politische Denken in der akuten Phase der Weltwirtschaftskrise lie&#223; kein alternatives Szenario zu. Weder f&#252;r Opel eine ordentliche Insolvenz, noch ein anderes Szenario als die fortgesetzte Rettung der <em>Hypo Real Estate</em>, noch etwas anderes als die St&#252;tzung der anderen Banken.</p>
<p>Wer sich aber das Denken in Alternativen verbietet, wird schnell zum Opfer. Wer glaubt, alles steuern zu k&#246;nnen und zu m&#252;ssen, verliert den freien Blick. Genau das ist jetzt passiert. Die Bundes- und die Landesregierungen wurden das Opfer ihres Ehrgeizes, ihrer Heilsversprechen und ihres Eifers, auch da zu l&#246;schen, wo es nicht zwingend war. Recht so.<br />
Und Opel? Es ist l&#228;ngst nicht ausgemacht, dass die Firma mit Magna gl&#252;cklich geworden w&#228;re. Genau so wenig, wie feststeht, dass sie bei GM ungl&#252;cklich bleibt.
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		<title>Opel: Rettungskonstruktion mit Risiko</title>
		<link>http://carta.info/14712/opel-magna-finanzkonstruktion/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Sep 2009 12:58:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans F. Bellstedt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bilanztechnisch k&#246;nnte der Magna/Sberbank-Deal dem Autobauer den Todessto&#223; versetzen. Magna h&#228;lt sich mit Staatshilfe &#252;ber Wasser, vor der Wahl aber werden die Finanzierungsfragen wohl weiter offen bleiben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/bf63a8694000db5ed47dfd53e2f88d" alt="" width="1" height="1" />Das Delikate an dem Opel-Deal, der am 10. September verk&#252;ndet wurde, ist die Finanzkonstruktion, auf dem er basiert: Das Gesch&#228;ft kann nur zustande kommen (unterzeichnet ist es ja noch nicht), weil der Staat Kreditzusagen im Gesamtumfang von 4,5 Mrd Euro gibt. Die Bundesregierung steht bereit, einen Teil dieser Summe zu garantieren. Aber auch die &#252;brigen EU-L&#228;nder mit Opel-Standorten sollen b&#252;rgen. Ob sie das tun werden, ist v&#246;llig offen. Die R&#252;ckzahlungsdauer f&#252;r die Staatskredite soll f&#252;nf Jahre betragen. Damit der Staat sein Geld auch tats&#228;chlich bekommt, sollen mindestens 30 Prozent des Nettogewinns, den Opel erwirtschaftet, f&#252;r Zins und Tilgung der Kredite verwendet werden.</p>
<p>Nettogewinn? Allein diese Klausel kann man angesichts eines Opel-Vorsteuerverlusts von voraussichtlich 2,4 Milliarden Euro im laufenden Jahr nur als k&#252;hn bezeichnen. Verbessert sich die Einnahme- und damit die Ertragssituation von Opel nicht signifikant, dann m&#252;ssen bald weitere Bankkredite aufgenommen werden, um &#252;berhaupt nur die Zinsen auf die Milliardenschuld zahlen zu k&#246;nnen.</p>
<p>Bilanztechnisch betrachtet, stellt sich Opel mit der jetzt angestrebten L&#246;sung also keinen Deut besser, als wenn der Finanzinvestor Ripplewood das Rennen gemacht h&#228;tte. Ripplewood h&#228;tte, wie jeder Finanzinvestor, Opel mit Schulden &#252;berh&#228;uft, unter deren Last das Unternehmen jahrelang gest&#246;hnt h&#228;tte. Die Magna/Sberbank/GAZ-L&#246;sung l&#228;uft letztlich auf dasselbe hinaus: Durch den Milliarden-Kredit der &#246;ffentlichen Hand geht „New Opel“ mit einer Schuldenlast an den Start, die aus dem Cash-Flow des hochdefizit&#228;ren Unternehmens auf Jahre nicht zu bedienen sein wird – ein leider allzu vertrautes Ph&#228;nomen, welches wir von ProSieben-SAT1/SBS ebenso „gut“ kennen wie von vielen anderen Transaktionen. Fremdfinanzierte &#220;bernahmen, bei denen die Verbindlichkeiten sogleich auf die Bilanz des Kaufobjekts abgew&#228;lzt werden, waren bislang – zumal in Niedrigzinsjahren &#8211; das Wesensmerkmal des Private-Equity-Gesch&#228;fts. Nun erleben wir etwas &#196;hnliches – diesmal mit Public Equity. Holzmann l&#228;sst – hoffentlich nicht – gr&#252;&#223;en.</p>
<p>Heiligt wenigstens der Zweck die Mittel? Geht es hier nicht um die Rettung von 50 000 Arbeitspl&#228;tzen und vielen weiteren tausend in der Zulieferindustrie? Nat&#252;rlich geht es das – &#252;brigens nicht zuletzt beim scheinbaren Sieger Magna, dessen eigentliches Motiv doch darin besteht, einen seiner wichtigsten Abnehmer (und damit sich selbst) mit staatlicher, also Steuerzahlers Hilfe &#252;ber Wasser zu halten. Davon abgesehen, weiss jedoch niemand, ob durch die jetzt getroffene Vorvereinbarung auch nur ein einziger Arbeitsplatz nachhaltig gerettet wurde. Das Beispiel Philipp Holzmann lehrt, dass der faktische Einstieg des Staates in ein marodes Unternehmen nur noch die letzte Etappe auf dem Weg in die Totalliquidation bedeuten kann. Dann aber werden auch der letzte Job, die letzte Werkbank und das letzte rote Backsteintor in den Schlund gerissen. Bis zum Wahlabend mag der Vorhang vor dem Opel-St&#252;ck jetzt erst einmal geschlossen bleiben. Dahinter aber sind fast alle Fragen offen. Vor allem Finanzierungsfragen.</p>
<p><em>Ebenfalls zum Thema auf Carta: <a href="http://carta.info/14641/opel-entscheidung/">Opel: das deutsche Wahlspektakel</a>, von Ursula Weidenfeld.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=14712&amp;md5=9302ae36ec0c0eff21aa37a9dc6285f7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Opel: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende</title>
		<link>http://carta.info/13991/opel-lieber-ein-ende-mit-schrecken-als-ein-schrecken-ohne-ende/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 11:27:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen Rutter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei den Rettungsbem&#252;hungen um Opel ignoriert die Bundesregierung die Entscheidung der Verbraucher. Opel erweist sich als Verbrennungsmotor f&#252;r Steuergelder.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/bb8c08a9ef57a8644bda24e10179de" alt="" width="1" height="1" />„Ein unpers&#246;nlicher Markt trennt wirtschaftliche Aktivit&#228;ten von politischen Ansichten und sch&#252;tzt zugleich den Einzelnen vor Diskriminierung infolge von Gr&#252;nden, die mit seiner individuellen Produktivit&#228;t nichts zu tun haben.“ Dieser These Milton Friedmans folgend, lassen sich die t&#228;glichen Kaufentscheidungen unz&#228;hliger deutscher Verbraucher als eine basisdemokratische, von politischen Sonderinteressen befreite Aussage auffassen, was in unserem Lande gebraucht wird und gew&#252;nscht ist. Der kalte anonyme Markt gibt der Politik somit ein wichtiges Orientierungssignal.</p>
<p><strong>F&#252;r die Rettungsbem&#252;hungen um die Adam Opel GmbH wird dieses Orientierungssignal nunmehr zu einem roten Stoppschild</strong>. Seit zehn Jahren f&#228;llt das Unternehmen kontinuierlich in der Gunst der Menschen in Deutschland zur&#252;ck. Der relative Marktanteil derartiger Automobile in Europa liegt nach Angaben der Bundesregierung mit 7,9 Prozent sogar noch unter den 8,4 Prozent in der Bundesrepublik. Die Anzahl verkaufter Fahrzeuge hat sich binnen zehn Jahren von rund 522.000 St&#252;ck auf etwa 258.000 St&#252;ck mehr als halbiert. Es ist nicht sinnvoll, mit Steuerzahlergeld Brieftauben zu z&#252;chten, wenn die Steuerzahler Mobiltelefone kaufen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-14008" title="opel_marktanteile" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/opel_marktanteile.png" alt="opel_marktanteile" width="494" height="267" /></p>
<p>Nach Angaben der Bundesregierung hat die Adam Opel GmbH seit dem Jahr 2003 kontinuierlich Verluste von insgesamt etwa zwei Milliarden Euro eingefahren (2003: -646; 2004: -69; 2005: -68; 2006: -716; 2007: -362; 2008: Verlust noch verdunkelt; Angaben in Millionen Euro). In diesem Zeitraum wurden also pro Tag mehr als eine Millionen Euro sprichw&#246;rtlich durch den Auspuff gejagt. So etwas kannte man sonst vor allem bei Volkseigenen Betrieben der DDR.</p>
<p>Das Wort &#8220;Verbrennungsmotor&#8221; bekommt am Beispiel Opel also eine ganz neue Bedeutung. Mit der Abwrackpr&#228;mie hat die Bundesregierung bei dieser Wertverbrennung noch einen Scheit nachgelegt. Die bislang rund 52.000 Abwrackpr&#228;mien-Antr&#228;ge f&#252;r Automobile der Marke Opel entsprechen etwa 30 Prozent aller Neuzulassungen dieses Herstellers im Jahr 2009. Fast jeder dritte neue Opel rollt also mit Subventionen von insgesamt rund 130 Millionen Euro.</p>
<p>Damit nicht genug. Im Rahmen der Rettungsbem&#252;hungen hat die Adam Opel GmbH quasi in letzter Sekunde einen staatlichen &#220;berbr&#252;ckungskredit in H&#246;he von insgesamt 1.5 Milliarden Euro erhalten. Kein Kreditinstitut und kein privater Investor waren zum gegebenen Zeitpunkt bereit, sich an einer derart risikoreichen Zwischenfinanzierung zu beteiligen. <strong>Die m&#252;ssen ja schlie&#223;lich mit ihrem eigenen Geld haushalten.</strong></p>
<p>Wieder einmal hat die Bundesregierung eine inkonsistente und durch Aktionismus gezeichnete Wirtschaftspolitik fortgesetzt. Dies verdeutlicht nicht zuletzt ein Blick auf die &#246;ffentliche Beschaffung von Institutionen des Bundes in der laufenden Legislaturperiode:</p>
<table border="1" frame="box">
<caption><strong>Beschaffungsvolumen Automobile Marke &#8216;Opel&#8217; &#8211; Institutionen des Bundes</strong></caption>
<tbody></tbody>
<tbody>
<tr>
<td>in TEuro; exkl. MwSt.</td>
<th>2005</th>
<th>2006</th>
<th>2007</th>
<th>2008</th>
<th>’06 zu ’08</th>
</tr>
<tr>
<td>GB BMWi</td>
<td>0</td>
<td>12</td>
<td>0</td>
<td>15</td>
</tr>
<tr>
<td>GB BMF</td>
<td>3.754</td>
<td>8.947</td>
<td>6.165</td>
<td>4.873</td>
</tr>
<tr>
<td>BMBF</td>
<td>0</td>
<td>0</td>
<td>15</td>
<td>0</td>
</tr>
<tr>
<td>BMI</td>
<td>0</td>
<td>0</td>
<td>25</td>
<td>0</td>
</tr>
<tr>
<td>GB BMI</td>
<td>30</td>
<td>129</td>
<td>499</td>
<td>83</td>
</tr>
<tr>
<td>GB BMFSFJ</td>
<td>15</td>
<td>13</td>
<td>14</td>
<td>168</td>
</tr>
<tr>
<td>GB BMELV</td>
<td>0</td>
<td>22</td>
<td>15</td>
<td>14</td>
</tr>
<tr>
<td>GB BMVBS</td>
<td>462</td>
<td>1.095</td>
<td>706</td>
<td>953</td>
</tr>
<tr>
<td>GB BMVg</td>
<td>31.683</td>
<td>46.412</td>
<td>24.104</td>
<td>8.594</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td><strong>35.944</strong></td>
<td><strong>56.630</strong></td>
<td><strong>31.543</strong></td>
<td><strong>14.700</strong></td>
<td><strong><span style="color: #ff0000;">-74,04 %</span></strong></td>
</tr>
<tr>
<td>GB = Gesch&#228;ftsbereich</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>Das staatliche Beschaffungsvolumen von Automobilen der Markte Opel wurde zun&#228;chst im allgemeinen Boomjahr 2006 massiv erh&#246;ht, um dann zeitgleich mit der Umsatzsteuererh&#246;hung im Jahr 2007 pro-zyklisch und krisenversch&#228;rfend zusammengek&#252;rzt zu werden. Letztlich ist diese R&#252;ckf&#252;hrung der Beschaffung genau in dem Zeitraum passiert, wo der Automobilabsatz in Deutschland schon unter Druck geraten war. Nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) sind die Neuzulassungen zwischen 2006 und 2008 von 3.467.961 auf 3.090.040 St&#252;ck zur&#252;ckgegangen. Das sind etwa elf Prozent. Wo staatliche Institutionen durch stetige Beschaffungsvorhaben eine Sockelauslastung h&#228;tten sichern k&#246;nnen, wurde Politik nach Kassenlage gemacht.</p>
<p>Es w&#228;re an der Zeit, den Opel-Irrsinn zu stoppen. Wie hei&#223;t es so sch&#246;n: Irren ist menschlich &#8211; aber wenn du den Radiergummi vor dem Bleistift aufbrauchst, &#252;bertreibst du.
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		<title>Regierungskoalition im „totalen Krieg“ mit Altautos!</title>
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		<pubDate>Fri, 29 May 2009 15:00:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen Rutter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern abend gegen 20.00 Uhr hat der Deutsche Bundestag die Abwrackpr&#228;mie auf 5,7 Milliarden Euro erh&#246;ht. Statt dringend ben&#246;tigter, nachhaltiger Strukturreformen zur L&#246;sung von Entwicklungsbremsen setzt die Gro&#223;e Koalition ihre inkonsistente und durch Aktionismus gekennzeichnete Wirtschaftspolitik fort. Denn gegen die Abwrackpr&#228;mie lassen sich zahlreiche Argumente vorbringen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/837f2a26b429aab5e4bd3c31f1c56b" alt="" width="1" height="1" /><br />
Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen f&#252;r den Industriestandort Deutschland haben sich seit 2005 sp&#252;rbar verschlechtert. Insbesondere der deutsche Automobilsektor ist von der seit Anfang 2007 geltenden, um drei Prozentpunkte erh&#246;hten Umsatzsteuer erheblich betroffen. Dies verteuert nicht nur die Anschaffung von privaten Neu- und Gebrauchtwagen, sondern ebenso Reparaturen, Fahrzeugaufwertungen und Betriebsmittel wie Benzin und Diesel. Der <strong>Besitz und Betrieb eines privaten Kraftfahrzeugs</strong> ist dadurch erheblich <strong>unattraktiver geworden</strong>. Mit der aktionistischen Biokraftstoffpolitik der Bundesregierung wurden Verbraucher zus&#228;tzlich verunsichert. Das Teilsegment &#8220;Lastkraftwagen&#8221; ist in Deutschland nicht zu letzt durch die Erh&#246;hung der Maut negativ betroffen. Der Absatz von Bussen ist ohnehin in erheblichem Umfang durch die &#246;ffentliche Beschaffungsnachfrage gepr&#228;gt, die scheinbar ausbauf&#228;hig ist. Die Politik der Gro&#223;en Koalition hat somit, wenn nicht bei der Entstehung, so doch bei der Auspr&#228;gung der gegenw&#228;rtigen Branchenkrise erheblich beigetragen.</p>
<p>Statt dringend ben&#246;tigter, nachhaltiger <strong>Strukturreformen zur L&#246;sung von Entwicklungsbremsen</strong>, setzt die Bundesregierung einseitig auf kurzfristigen Aktionismus. Mit der diesbez&#252;glich eingef&#252;hrten und am 28. Mai des Jahres ausgeweiteten Abwrackpr&#228;mie werden die Ursachen der gegenw&#228;rtigen Krise nicht angegangen. Durch die Abwrackpr&#228;mie wird vielmehr ein <strong>staatlicher Anreiz zur Vernichtung volkswirtschaftlichen Verm&#246;gens</strong> gesetzt. Die hierf&#252;r bereitgestellten Mittel sind von bislang 1,5 Milliarden Euro auf nun 5,7 Milliarden Euro einschlie&#223;lich Zinsausgaben aufgestockt worden. Bis zu zwei Millionen funktionst&#252;chtige Automobile lassen sich durch diese staatliche Ma&#223;nahme vernichten. Bislang sind etwa 1,4 Millionen Antr&#228;ge gestellt worden.</p>
<p>&#214;konomisch unsinnig und &#246;kologisch fragw&#252;rdig setzt die Gro&#223;e Koalition ihre <strong>inkonsistente und durch Aktionismus gekennzeichnete Wirtschaftspolitik</strong> fort. Denn gegen die Abwrackpr&#228;mie lassen sich zahlreiche Argumente vorbringen:</p>
<ul>
<li>Sie begr&#252;ndet erhebliche <strong>Wettbewerbsverzerrungen</strong> innerhalb des Automobilsektors und zwischen verschiedenen Wirtschaftssektoren. Die bislang verf&#252;gbaren Antragsstatistiken verdeutlichen erhebliche Marktanteilsverschiebungen zu Gunsten wertsch&#246;pfungsflacher Kleinwagenhersteller und zu Lasten wertsch&#246;pfungstiefer Premiumhersteller. Auch zwischen verschiedenen Sektoren kommt es zu sp&#252;rbaren Verzerrungen. Die Anschaffung hochwertiger, langlebiger Konsumg&#252;ter wird oftmals zur&#252;ckgestellt, um staatlich subventionierte Automobilanschaffungen vorzuziehen. Durch diese Substitutionseffekte wird die Wirtschaftskrise f&#252;r andere Wirtschaftssektoren noch versch&#228;rft. Die Bundesregierung spielt somit verschiedene Berufsgruppen gegeneinander aus.</li>
</ul>
<ul>
<li>Sie verursacht erhebliche <strong>Vorzieheffekte</strong>, wodurch perspektivisch Nachfrageausf&#228;lle im Binnenmarkt nach der Bundestagswahl erwartbar sind. Die dann notwendigen Anpassungsma&#223;nahmen bei Herstellern, H&#228;ndlern und Werkst&#228;tten werden die Unternehmen langfristig belasten. Von einer &#8220;Br&#252;ckenfunktion&#8221; der Abwrackpr&#228;mie kann schon deshalb nicht ausgegangen werden, weil wichtige Exportl&#228;nder bereits eigene konjunkturelle Programme zum Abverkauf von Automobilen aufgelegt haben. So beispielsweise: England (seit April 2.000 Pfund Abwrackpr&#228;mie f&#252;r ein &#252;ber 10 Jahre altes Auto), Frankreich (seit Ende 2008 1.000 Euro Abwrackpr&#228;mie), Japan (1.900 Euro Abwrackpr&#228;mie f&#252;r ein &#252;ber 13 Jahre altes Auto), Indien (Senkung der Mehrwertsteuer), Russland (staatliche Kredite f&#252;r den Fahrzeugkauf bis 8.000 Euro).</li>
</ul>
<div id="attachment_10040" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/05/3386538183_5a42d22ac81.jpg"><img class="size-medium wp-image-10040" title="3386538183_5a42d22ac81" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/05/3386538183_5a42d22ac81-300x193.jpg" alt="xxxxx" width="300" height="193" /></a><p class="wp-caption-text">Die Kosten der Abwrackpr&#228;mie tragen nicht nur die Steuerzahler.</p></div>
<p>Der dringend notwendige <strong>Strukturwandel wird gebremst</strong> und dadurch die <strong>nachhaltige Sicherung wettbewerbsf&#228;higer Arbeitspl&#228;tze verhindert</strong>. Vor allem f&#252;r freie, mittelst&#228;ndische KfZ-Werkst&#228;tten sind massive Auftragsr&#252;ckg&#228;nge in den kommenden Jahren prognostiziert.</p>
<ul>
<li>Sie verursacht erhebliche Mitnahmeeffekte, welche die Wirkung des Instruments einschr&#228;nken und den Haushalt mit bis zu 2,6 Milliarden Euro netto belasten. Dies geht aus Berechnungen des renommierten Instituts f&#252;r Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hervor, wonach bei etwa 75 Prozent aller abwrackpr&#228;miengest&#252;tzten Fahrzeugk&#228;ufen derartige <strong>Steuergeldverschwendungen</strong> eintreten. Konjunkturwirksame Multiplikator- und Acceleratoreffekte w&#252;rden sich durch nachhaltige Investitionen in Infrastrukturen sowie eine St&#228;rkung des Wissenschaftsstandorts ergeben.</li>
</ul>
<ul>
<li> Sie sch&#228;digt den Sekund&#228;rmarkt f&#252;r Fahrzeuge mit Betriebszeiten zwischen zwei und acht Jahren. Die <strong>Binnennachfrage nach Gebrauchtwagen</strong> wird durch die Abwrackpr&#228;mie <strong>k&#252;nstlich gesenkt</strong>, was in Teilbereichen zu sinkenden Verkehrswerten f&#252;hrt. Dieser Verfall der Restwerte kann kurzfristig die Finanz- und Ertragslage von Leasing-Gesellschaften erheblich eintr&#252;ben und mittelfristig zu insgesamt h&#246;heren Leasingraten bei Neuwagen f&#252;hren.</li>
</ul>
<p>Letztlich geht mit diesem Verkehrswertverfall ein <strong>Verm&#246;gensschaden f&#252;r den &#252;berwiegenden Teil von Fahrzeughaltern</strong> einher. Die Kosten der Abwrackpr&#228;mie tragen nicht nur die Steuerzahler.</p>
<ul>
<li>Sie weist auch weiterhin ein erhebliches <strong>Missbrauchspotential zur Erschleichung dieser staatlichen Subventionen</strong> auf. Dies ist etwa dann der Fall, wenn ein Antragsteller einen Neuwagen erwirbt, ihn zul&#228;sst und die Abwrackpr&#228;mie beantragt, ihn anschlie&#223;end dem H&#228;ndler wieder ver&#228;u&#223;ert und letztlich als Gebrauchtwagen erneut kauft.</li>
</ul>
<ul>
<li> Sie birgt Gefahren f&#252;r Geringverdiener, denn sie kann zu unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igen Erwerbungen verf&#252;hren. Die staatlichen Subventionen k&#246;nnen die Verbrauchersouver&#228;nit&#228;t dadurch eintr&#252;ben, dass rationale Abw&#228;gungen unterminiert werden. Die gegebenenfalls &#252;ber Ratenzahlungen erfolgte Anschaffung zieht erhebliche Folgekosten beim Betrieb von Fahrzeugen nach sich. Die <strong>Gefahr steigender Privatinsolvenzen</strong> kann nicht ausgeschlossen werden.</li>
</ul>
<ul>
<li> <strong>Sie steht den umweltpolitischen Zielsetzungen der Bundesrepublik entgegen</strong>. Der technische Fortschritt im Automobilsektor hat sich in den letzten Jahren tendenziell weniger in reduziertem Treibstoffverbrauch niedergeschlagen, als vielmehr in besserer Ausstattung und entsprechend h&#246;herem Gewicht. Zudem wird die Umwelt auch durch die Produktion der neu verkauften Fahrzeuge belastet. F&#252;r die Umwelt kommt daher nichts dabei heraus.</li>
</ul>
<ul>
<li> <strong>Sie steht der entwicklungspolitisch gebotenen Intensivierung des internationalen Handels zwischen Industrie- und Schwellenl&#228;ndern entgegen</strong>. Nach Berechnungen des renommierten Wirtschaftsforschungsinstituts CESifo wurden 2006 mehr als 500.000 funktionst&#252;chtige Gebrauchtwagen nach Afrika, Osteuropa und Zentralasien ausgef&#252;hrt und dadurch rund sechs Milliarden Euro Handelserl&#246;se erwirtschaftet. Mit der Abwrackpr&#228;mie sollen nun 5,7 Milliarden Euro daf&#252;r ausgeben, einen Teil dieser Exporterl&#246;se zu vernichten und die Automobile stattdessen zu verschrotten.</li>
</ul>
<p>Nicht nur Importeure und Logistiker sind durch diesen <strong>staatlich verursachten Angebotsr&#252;ckgang</strong> negativ betroffen. Der Zugang zu sicheren und leistungsf&#228;higen Gebrauchtwagen als Grundlage f&#252;r die private und gewerbliche Lebensf&#252;hrung in Entwicklungs- und Transformationsl&#228;ndern wird k&#252;nstlich erschwert. Dies sch&#228;digt die langfristige wirtschaftliche Entwicklung dieser L&#228;nder.</p>
<p>Da au&#223;erdem bei der Ausfuhr die Eigentumsverh&#228;ltnisse an einem Fahrzeug durch die Zollverwaltung entsprechend dem europ&#228;ischen Zollrecht nicht kontrolliert werden, wird durch die Politik der Bundesregierung ein Anreiz geschaffen, vorgeblich abgewrackte Fahrzeuge ohne das geringste Risiko illegal zu exportieren. Dadurch wird der Wettbewerb im Gebrauchtfahrzeugmarkt weiter verzerrt. Rechtstreue Exporteure haben im Preiswettbewerb mit ihren Konkurrenten das Nachsehen.</p>
<ul>
<li>Sie f&#252;hrt daher zur <strong>Verschwendung von Steuermitteln oder staatlichem Verm&#246;gen</strong>, gef&#228;hrdet dadurch die sozialpolitisch gebotene R&#252;ckf&#252;hrung der Steuer- und Abgabenlast, erschwert eine generationengerechte Haushaltskonsolidierung, engt den Spielraum f&#252;r Zukunftsinvestitionen ein und erodiert letztlich das Vertrauen der B&#252;rger in die freiheitlich-soziale Wirtschaftsverfassung der Bundesrepublik.</li>
</ul>
<p>Mit der Abwrackpr&#228;mie f&#252;hrt die Bundesregierung einen „totalen Krieg“ gegen Altfahrzeuge. Anders l&#228;sst sich dieses staatliche Vernichtungsinstrument jedenfalls kaum mehr erkl&#228;ren. Der einzige Trost, der f&#252;r den Steuerzahler noch bleibt ist, dass mehr Autos von Opel verschrottet als neu gekauft werden. Bislang entfallen etwa 20 Prozent aller abgewrackten Automobile auf Opel, w&#228;hrend der Anteil bei den Erwerbungen nur bei rund elf Prozent liegt. Mein Votum w&#228;re daher, die Abwrackpr&#228;mie einfach so lange auszuweiten, bis kein Opel mehr auf deutschen Stra&#223;en unterwegs ist. Dies w&#228;re wahrlich eine „aktive Sterbehilfe“ f&#252;r ein wohl langfristig nicht rettbares Unternehmen.</p>
<div class="box">Lesen Sie zu diesem Thema auch den Text <a href="http://carta.info/6010/adam-opel-gmbh-sterbehilfe-statt-palliativmedizin/">&#8220;Adam Opel: Lieber Sterbehilfe statt Palliativmedizin&#8221;</a> von Steffen Rutter.</div>
<p><em>Disclaimer: Die hier angegebenen Ausf&#252;hrungen stellen die private Meinung von Steffen Rutter dar und stehen in keinem Bezug zu seiner beruflichen T&#228;tigkeit.</em></p>
<p><!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Adam Opel: Lieber Sterbehilfe statt Palliativmedizin</title>
		<link>http://carta.info/6010/adam-opel-gmbh-sterbehilfe-statt-palliativmedizin/</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Mar 2009 12:44:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen Rutter</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Adam Opel GmbH liegt zum wiederholten Male in der politischen Notaufnahme. Das betriebswirtschaftliche Immunsystem des Unternehmens scheint schon seit Jahren chronisch geschw&#228;cht. Die Erkrankung des Mutterkonzerns – General Motors Corporation – vermag dem heimischen Patienten nun letal zu sch&#228;digen. Braucht Opel jetzt Sterbehilfe oder weitere Palliativmedizin?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/3b0e78a37acc73d5f2e29e83aac475" alt="" width="1" height="1" /><br />
Die industriepolitische Diagnose f&#252;r Opel ist eine ambivalente: <strong>der Patient scheint seit Jahren unheilbar erkrankt</strong> – man wei&#223; nur nicht genau woran und warum. Seit mehr als einem Jahrzehnt wurden deshalb bereits zahlreiche Behandlungen mit staatlichen Medikamenten ausprobiert. Aus der Patientenakte hei&#223;t es unter „Nummer 192 Schriftliche Frage an die Bundesregierung im Monat Februar 2009“, dass Opel seit etwa zehn Jahren regelm&#228;&#223;ig den Wirkstoff „Subventionen“ erhalten hat. Insgesamt mehr als 6,5 Millionen Euro hat diese Behandlung angabegem&#228;&#223; gekostet. Die Kostenbelege f&#252;r den zus&#228;tzlichen Kuraufenthalt aus der ‚Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur’ sind vorsorglich nicht in der Akte enthalten. <strong>Zu viel Transparenz kann ja auch sch&#228;dlich sein</strong>.</p>
<p>Erst Anfang des Jahres wurde Opel mit einem neuen, schnell wirkenden, aber leider ebenso schnell wieder nachlassenden Behandlungsansatz kurzfristig aufgepeppelt. Die so genannte „Abwrackpr&#228;mie“ sollte dem einschl&#228;gigen Patienten neue Erkenntnisse aus der Palliativmedizin zug&#228;nglich machen. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft f&#252;r Palliativmedizin bedeutet dies eine „aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer voranschreitenden, weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung zu der Zeit, in der die Erkrankung nicht mehr auf eine kurative Behandlung anspricht und die Beherrschung von Schmerzen [und] anderen Krankheitsbeschwerden [..] h&#246;chste Priorit&#228;t besitzt.“ <strong>Allem Anschein nach konnte die staatliche Abwrackpr&#228;mie in der Tat die Tr&#246;pfchenbehandlung mit dem Schmerz stillenden, staatlichen Kurzarbeitergeld zeitweise aussetzen.</strong></p>
<p>Die ganzheitliche Betreuung des Patienten ergibt sich zudem aus den diversen Besuchen vermeintlich politischer Chef- und Ober&#228;rzte. Manch ein freundlicher Quacksalber aus D&#252;sseldorf, Wiesbaden oder Berlin schl&#228;gt dann auch gerne teuere Placebomedizin wie staatliche Beteiligungen, Subventionen, Kredite und B&#252;rgschaften vor. F&#252;r den psychologischen Beistand kamen Steinmeier und Lafontaine vorbei. Man kennt solche unterhaltenden Auftritte ja aus der Clown-Therapie bei der Behandlung von chronisch erkrankten Kindern.<br />
Eine solche Behandlung mit Zuspruch und Seelsorge ist sicher dringend notwendig. Vielleicht l&#228;sst sich so auch wieder etwas davon heilen, dass Opel im Ausland jahrelang unter Decknamen wie Vauxhaull (Gro&#223;britannien) oder Holden (Australien) arbeiten musste. Man h&#228;tte den Patienten vielleicht schon vor Jahren umbenennen sollen. <strong>Vielleicht war ja der Name „Opel“ die Krankheitsursache?</strong></p>
<p>Vielleicht aber auch die durch den Wettbewerb verursachte &#220;beranstrengung. <strong>Wie alle Konkurrenten war Opel in den letzten Jahren immer bereit, etwas mehr zu machen, als eigentlich ben&#246;tigt wurde.</strong> Seit Jahren scheinen sich die Spezialisten in den unterschiedlichen wirtschaftsmedizinischen Laboren dar&#252;ber einig zu sein, dass in Europa einschl&#228;gige &#220;berkapazit&#228;ten von mindestens 20 Prozent bestehen. Dies hat zuletzt der Gesundheitsbeauftragte f&#252;r industriepolitische Fragen der Europ&#228;ischen Kommission G&#252;nter Verheugen best&#228;tigt. Es ist daher dringend <strong>an der Zeit, grundlegende Entscheidungen zu treffen.</strong> Das Krankenbett des Palliativpatienten Opel k&#246;nnte schon bald ein anderer, vielleicht wirklich heilbarer Patient ben&#246;tigen.</p>
<p>Im Grunde bestehen f&#252;r die behandelnden &#196;rzte <strong>wenig Handlungsalternativen</strong>. Die Hinterbliebenen von Nokia (2.300 Besch&#228;ftigte, Bochum) und BenQ (1.800 Besch&#228;ftigte, Kamp-Lintfort) werden genau darauf achten, welche Ma&#223;nahmen der Patient Opel (5.000 Besch&#228;ftigte, Bochum) noch erhalten wird. Allein um Klagen &#252;ber m&#246;gliche Behandlungsfehler bei Nokia und BenQ zu vermeiden, bietet sich nach all den Jahren die Einstellung der laufenden Palliativmedizin an. <strong>Vielleicht sollte man die unvermeidlichen Geschehnisse nicht l&#228;nger verz&#246;gern.</strong> Die Gesundheitsbeauftragten aus den Wirtschaftsministerien in Bund und L&#228;nder k&#246;nnten vielmehr staatliche Nullzins-Kredite an solche Interessenten geben, welche die bestehenden Werke in ihre Verantwortung &#252;bernehmen wollen. Es geht um die Sicherung von Arbeitspl&#228;tzen, nicht um die von Unternehmen. Aber Deutschland ist (noch) kein Land der Sterbehilfe.</p>
<p>Disclaimer: Die hier angegebenen Ausf&#252;hrungen stellen die private Meinung von Steffen Rutter dar und stehen in keinem Bezug zu seiner beruflichen T&#228;tigkeit.</p>
<p>Zur Opel-Thematik siehe auch <a href="http://carta.info/5421/hinter-dem-rubikon-liegt-ruesselsheim/">dieser Carta-Beitrag</a> von Hans Bellstedt.</p>
<p><!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=6010&amp;md5=cd15264368877064a9df01cadaaac68b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hinter dem Rubikon liegt R&#252;sselsheim</title>
		<link>http://carta.info/5421/hinter-dem-rubikon-liegt-ruesselsheim/</link>
		<comments>http://carta.info/5421/hinter-dem-rubikon-liegt-ruesselsheim/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 18 Feb 2009 17:11:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans F. Bellstedt</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Opel]]></category>
		<category><![CDATA[Wahljahr]]></category>

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		<description><![CDATA[Rubikon – so heisst der Fluss im n&#246;rdlichen Italien, den Caesar am 10. Januar des Jahres 49 v. Chr. &#252;berschritt, um gegen Pompeius zu ziehen. Die W&#252;rfel waren sprichw&#246;rtlich gefallen: Ohne auf nennenswerten Widerstand zu sto&#223;en, brachte Caesar kurz darauf die wichtigsten St&#228;dte Norditaliens, dann Rom und schlie&#223;lich das gesamte R&#246;mische Reich unter seine Kontrolle.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/2ff377a86a56b7779e31601ffb9408" alt="" width="1" height="1" /><br />
Rubikon – so heisst der Fluss im n&#246;rdlichen Italien, den Caesar am 10. Januar des Jahres 49 v. Chr. &#252;berschritt, um gegen Pompeius zu ziehen. Die W&#252;rfel waren sprichw&#246;rtlich gefallen: Ohne auf nennenswerten Widerstand zu sto&#223;en, brachte Caesar kurz darauf die wichtigsten St&#228;dte Norditaliens, dann Rom und schlie&#223;lich das gesamte R&#246;mische Reich unter seine Kontrolle.</p>
<p>Eine historische Analogie als Warnhinweis zu bem&#252;hen, geht fast immer schief. Aber dass <strong>die Bundesregierung heute, am 18. Februar 2009, den Rubikon &#252;berschritten hat, ist schwer zu bestreiten</strong>. Das Bundeskabinett hat soeben beschlossen, dass, wenn andere gesellschaftsrechtliche Ma&#223;nahmen nicht ausreichen, die Enteignung angeschlagener Finanzunternehmen m&#246;glich sein soll. Dadurch soll verhindert werden, dass der marode Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) endg&#252;ltig in die Knie geht und das ganze Finanzsystem mit in den Orkus reisst. Nur durch ein Einschreiten des Staates, so die Begr&#252;ndung der Regierenden in Berlin, k&#246;nnen die Interessen des Steuerzahlers (die HRE hat bereits &#252;ber 90 Mrd EUR B&#252;rgschaften aus dem SoFFin erhalten) gewahrt bleiben. Oder, wie dieser Tage auch oft zu h&#246;ren ist: „Lehman zu retten, w&#228;re billiger gewesen, als Lehman pleite gehen zu lassen“.</p>
<p>Inwieweit es nicht doch andere Rettungsm&#246;glichkeiten f&#252;r HRE unterhalb der Verstaatlichungsschwelle gibt – beispielsweise durch Ausgabe zus&#228;tzlicher Aktien, die der SoFFin erwirbt -, dies k&#246;nnen Wirtschaftsjuristen (hoffentlich) besser beurteilen. Uns geht es um die politische, ja die psychologische Dimension der heutigen Entscheidung. <strong>Die akute Gefahr des HRE-Gesetzes besteht darin, dass wir uns allm&#228;hlich daran gew&#246;hnen, den Staat &#252;berall auf dem Vormarsch zu sehen</strong>. Dass wir eigentlich ganz froh sind, wenn Kanzlerin und Finanzminister ihr Konzept von Schutz und Stabilisierung immer weiter fassen. Und dass wir am Ende jeglichen intellektuellen Widerstand gegen das Abr&#228;umen marktwirtschaftlicher Grunds&#228;tze an der Garderobe des gro&#223;en Theaterst&#252;cks „Finanzkrise und ihre Folgen“ abgeben.</p>
<p><strong>Der Pr&#252;fstein</strong> in all diesen Fragen <strong>ist Opel</strong>. Was dort passiert, wird endg&#252;ltig und kristallklar Aufschluss dar&#252;ber geben, wie ernst wir es noch meinen mit dem Markt. Keine Frage: Eine Schlie&#223;ung der Fabriken in Bochum oder Eisenach k&#228;me einer Katastrophe gleich. Trotzdem muss gefragt werden: <strong>Was hat der Absatzschwund bei Opel mit der Finanzkrise zu tun?</strong> Seit wann ist es (Niedersachsen, einfach mal wegh&#246;ren…) Aufgabe deutscher Bundesl&#228;nder, sich an Automobilfabriken zu beteiligen? Und wann stehen, nach einem etwaigen Rettungsman&#246;ver des Staates zugunsten der Marke mit dem Blitz, als n&#228;chstes auch die Herren Zetzsche und Reithofer vor der T&#252;r?</p>
<p><strong>Der Fall Opel wird zeigen, wer unter den Regierenden in Bund und L&#228;ndern auch in einem Wahljahr und trotz massivster Krise noch zu seinen Grunds&#228;tzen steht</strong>. Keine Frage: Den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in den Fabriken muss geholfen werden. Das heisst aber nicht, dass die &#246;ffentliche Hand Anteilseigner eines weiteren Unternehmens werden muss &#8211; der Staat ist nicht der bessere Autobauer, so wie er nachweislich auch nicht der bessere Banker ist. J&#252;rgen R&#252;ttgers und seine Kollegen im Saarland, in Hessen und in Th&#252;ringen sollten besser &#252;berlegen, ob Opel beispielsweise in eine neue strategische Allianz eingebracht werden kann – mit dem Ziel, gemeinsam mit Partnern das energieschonende Auto von &#252;bermorgen zu konzipieren. Der Staat kann dabei helfen, indem er Umschulungen oder Forschung und Entwicklung ko-finanziert. Auch die Hereinnahme eines strategischen Investors sollte keinen Denkverboten unterworfen werden, sofern dieser vertraglich zusagt, das Unternehmen nicht mit Schulden zu &#252;berh&#228;ufen. Vermieden werden muss hingegen die Wiederholung von „Philipp Holzmann“: Dort wurde viel Geld versenkt, aber am Ende kein Arbeitsplatz gerettet.</p>
<p>Caesar hielt sich nach &#220;berschreiten des Rubikon noch f&#252;nf Jahre an der Macht. Das war viel Zeit, um Rom nach seinem Gusto zu gestalten &#8211; aber zugleich die Vorgeschichte seines furchtbaren Endes. Die Koalition&#228;re in Berlin haben heute ebenfalls eine Grenze durchsto&#223;en. <strong>Ein Weiterziehen nach R&#252;sselsheim muss vermieden werden</strong>.</p>
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