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	<title>CARTA &#187; Online-Wahlkampf</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Politik und Internet seit 2008: &#8220;politik digital. Online zum W&#228;hler&#8221; als Buch</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Sep 2010 13:48:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Carta pr&#228;sentiert drei Ausz&#252;ge aus dem Buch "politik digital. Online zum W&#228;hler" - mit so verhei&#223;ungsvollen Titeln wie "Im Maschinenraum der Zensursula-Kampagne" oder "Die neue politische Klasse". Den Anfang macht: "Parteien reloaded" mit einem Blick auf die au&#223;erparteilichen Unterst&#252;tzerorganisationen in den USA, die gerade vor den anstehenden Midterm-Wahlen an Bedeutung gewinnen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/27b45b8faf074544b742fabf2a6f5195" alt="" width="1" height="1" />In meinem Buch &#8220;<a href="http://www.katrin-blumenkamp.de/home/propoldi.html">politik digital. Online zum W&#228;hler</a>&#8221; nehme ich eine Bestandsaufnahme der Entwicklungen im politischen Teil des Internet seit der US-Pr&#228;sidentschaftswahl 2008 vor: Auf den &#8220;Obama-Effekt&#8221; folgten das deutsche Superwahljahr mit der Zensursula-Kampagne und dem Aufstieg der Piratenpartei.</p>
<p>Soziale Netzwerke und Echtzeitkommunikation geh&#246;ren seitdem zum festen Bestandteil politischer Kommunikation &#8211; doch formiert sich dadurch wirklich eine neue politische Klasse? Sicher ist, dass die Auswirkungen nicht nur online sp&#252;rbar sind: angesichts sinkender Mitgliederzahlen und einer zunehmenden Wahlm&#252;digkeit geraten zuk&#252;nftige Entwicklungspfade der Parteien ebenso in den Blick wie Fragen nach einer mediengest&#252;tzten Modernisierung des W&#228;hlens.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/poldi-cover.jpg"><img class="size-full wp-image-34559 alignright" title="poldi-cover" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/poldi-cover.jpg" alt="" width="150" height="238" /></a>Auf <em>Carta</em> ver&#246;ffentliche ich in den n&#228;chsten Tagen drei kurze Ausz&#252;ge daraus: im Abschnitt &#8220;<strong>Parteien reloaded? Die Entwicklung in den USA</strong>&#8221; geht es um den sich vor den Midterm-Elections gerade voll entfaltenden Kampf zwischen &#8220;Online-Linken&#8221; und &#8220;Online-Rechten&#8221;. Im Mittelpunkt stehen dabei &#8220;Organizing for America&#8221;, die aus der Obama-Kampagne entstandene demokratische Vorfeldorganisation und die &#8220;Tea Party Patriots&#8221; als deren Gegenst&#252;ck im konservativen Spektrum.</p>
<p>Der zweite Abschnitt ist der Einstieg in das Kapitel &#8220;<strong>Die neue politische Klasse</strong>&#8220;: Hier stelle ich mit Markus Beckedahl, Sascha Lobo und Constanze Kurz drei Vertreter der &#8220;digitalen Intelligenz&#8221; vor, die mittlerweile wichtige Akteure einer neuen politischen &#214;ffentlichkeit geworden sind. Dieses Trio steht dabei f&#252;r die m&#246;glichen Folgen der &#8220;Architektur der Partizipation&#8221;, die Tim O´Reilly in seinem Grundlagentext zum Web 2.0 skizziert hat.</p>
<p>Der dritte Auszug nimmt eine &#8220;historische Perspektive&#8221; ein. Die Passage &#8220;<strong>Im Maschinenraum der Zensursula-Kampagne</strong>&#8221; beschreibt die Entstehung des Hashtags &#8220;#zensursula&#8221; und damit den Beginn der gleichnamigen Kampagne. Profitieren konnte davon zun&#228;chst die Piratenpiratei, inzwischen ist auch deutlich geworden, dass an dieser Stelle das Politikfeld der &#8220;Netzpolitik&#8221; seine Wurzeln hat.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Hier nun der erste Auszug:</p>
<p><strong>Parteien reloaded? Die Entwicklung in den USA</strong></p>
<p>Dass die hierzulande in die Jahre gekommene Organisationsform vielleicht doch noch eine Zukunft hat, zeigt sich in den USA, wo Parteiorganisationen jahrhundertelang nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben. In einer &#252;berraschenden Wendung scheint gerade dort die Zersplitterung politischer &#214;ffentlichkeit im Verbund mit den M&#246;glichkeiten individuali­sierbarer politischer Kommunikation und Beteiligung neue politische Vergemeinschaftungsformen hervorzubringen.</p>
<p>So ist aus den &#252;ber die Website <a href="http://my.barackobama.com">My.BarackObama.com</a> registrierten Wahlkampf-­Unterst&#252;tzern die Vereinigung »Organizing for America« (OFA) hervorgegangen: eine Art B&#252;rgerverband, der sich seitdem als eine zweite Parteibasis neben der klassischen Partei­b&#252;rokratie der Demokraten im eher linken, progressiven politischen Spektrum etabliert hat. Oberstes Ziel der OFA ist die Begleitung der pr&#228;sidentiellen Agenda, sichtbar zum Beispiel bei der Durch­setzung der Gesundheitsreform.</p>
<p>Immer wieder hatte sich Obama &#252;ber das OFA-Netzwerk an die Unterst&#252;tzer gewandt und um R&#252;ckhalt f&#252;r seine Ideen geworben. Direkt aus dem Wei&#223;en Haus h&#228;tte der Pr&#228;sident dies nicht tun d&#252;rfen – »Organizing For America« als im Wortsinn »virtuelle Partei­b&#252;rokratie« fungiert hier im Sinne einer Hilfskonstruktion, die den Zugriff auf einen E-Mail-Verteiler mit einer Gr&#246;&#223;en­ordnung im zwei­stelligen Millionenbereich m&#246;glich macht. Charles ­Homans, Autor f&#252;r das Fachjournal Washington Monthly, h&#228;lt die netzbasierte Unterst&#252;tzerstruktur f&#252;r so etwas wie die »Obama-­Partei«.</p>
<p>Falsch ist diese Einsch&#228;tzung sicher nicht. Im ganzen Land haben sich auch nach der Wahl Freiwillige gefunden, die in ihrem pers&#246;nlichen Umfeld die Werbetrommel f&#252;r den Pr&#228;sidenten und seine Politik r&#252;hren. Es wird noch immer zu Nachbarschaftsabenden geladen, an T&#252;ren geklopft und zur Kontaktaufnahme mit Kongressmitgliedern aufgerufen. »Wir haben eine leistungsf&#228;hige und nachhaltige Infrastruktur aufgebaut, in jedem Bundesstaat, sogar in jedem Wahlbezirk des Kongresses gibt es Unterst&#252;tzer«, betont Jeremy Bird, stellvertretender OFA-Direktor.</p>
<p>Die Unterorganisationen auf regionaler Ebene f&#252;hren eigene B&#252;ros, pflegen ihre Facebook-Seiten oder versenden Nachrichten via Twitter. Gerade aus europ&#228;ischer Perspektive scheint hier tats&#228;chlich so etwas wie eine Pr&#228;sidenten­partei zu entstehen, die sich der Begleitung und Durchsetzung der Politik des Wei&#223;en Hauses auf lokaler Ebene verschrieben hat.</p>
<p>Dass es sich dabei um ein zeitgem&#228;&#223;es US-amerikanisches Erfolgs­modell handelt, zeigen die Erfolge der rechtskonser­vativen »Tea-Party«-Aktivisten auf der anderen Seite des ideologischen Grabens im Vorfeld der Zwischenwahlen im November 2010. Nach einem &#228;hnlichen Muster haben sich auch weit jenseits des progressiv-demokratischen Lagers lose miteinander verkoppelte Unterst&#252;tzergruppen formiert, die ebenfalls massiv auf die Mittel der Online-Kommunikation setzen.</p>
<p>Anders als bei OFA fehlen bei der »Tea Party« allerdings die Fokussierung auf einen personellen Fixpunkt und ein zentrales Register als R&#252;ckgrat der Organisation. Zwar wird mit Sarah Palin immer wieder eine republikanische Hoffnungstr&#228;gerin als m&#246;gliche Integrations­figur der Aktivisten genannt, doch ist der tats&#228;ch­liche Stellenwert der ehemaligen Gouverneurin von Alaska im konservativen Ausrichtungsprozess nach der Wahlniederlage von 2008 noch unklar.</p>
<p>Bislang funktioniert die Unterst&#252;tzung im Zeichen des Teebeutels vor allem auf lokaler und regionaler Ebene, oftmals in klarer Abgrenzung zu Themen und Personen aus dem Umfeld von Pr&#228;sident Obama. Bisher das beste Beispiel lieferte die Wahl des Republikaners Scott Brown zum Senator in Massachusetts gegen die vom Pr&#228;sidenten gest&#252;tzte Demokratin Martha Coakley im Fr&#252;hjahr 2010.</p>
<p>Die Zukunft der »Tea Party«-Bewegung ist vor allem an einen Dialog mit der republikanischen Partei gekn&#252;pft. Inhaltliche Standpunkte (Steuersenkungen, B&#252;rokratieabbau, Markt­radika­lismus) werden bislang unabh&#228;ngig von Parteiplattformen platziert, &#252;ben aber durchaus einen Einfluss auf die innerparteiliche Willensbildung und Programmentwicklung aus.</p>
<p>Noch ist aus der grunds&#228;tzlichen Ablehnung der Obama-Administration aber l&#228;ngst keine eindeutig pro-republikanische Str&#246;mung entstanden, sondern im Gegenteil haben die »Tea Party«-Anh&#228;nger in mehreren F&#228;llen das konservative Lager gespalten und so zu Vorwahl-Erfolgen demokratischer Kandidaten gef&#252;hrt. Inwiefern es zu einer Homogenisierung der inner- und au&#223;erparteilichen Str&#246;mungen im konservativen Spektrum kommt, wird erst die zweite H&#228;lfte der Amtszeit von Pr&#228;sident Obama zeigen.</p>
<p>Schon jetzt aber wird deutlich, dass sich in den USA politische Beteiligung und Organisation nicht mehr allein auf die Zeit der gro&#223;en Wahlkampagnen konzentriert, sondern dass gerade durch die produktive Nutzung digitaler, interaktiver Medienangebote eine neue, auf Dauer angelegte Beteiligungskultur m&#246;glich geworden ist.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>&#8220;politik digital. Online zum Wähler&#8221; erscheint am 01.10.2010 im <a href="http://www.katrin-blumenkamp.de/">blumenkamp verlag</a> und kann dort f&#252;r 15 € <a href="http://www.shop-016.de/blumenkamp-p9h1s2-Christoph-Bieber-pol.html">bestellt</a> werden.</em>
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		<title>Online-Kampagnen nach Gauck: The Party has just begun</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 15:59:23 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der gr&#252;ne Campaigner Robert Heinrich mit einer Bilanz &#252;ber den Stand des Online-Wahlkampfs: &#252;ber soziale Netzwerke als Seismograph, die Macht der vernetzten Unterst&#252;tzer, wachsende Wechselstimmung und charismatische Mobilisierung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/51325d716da54b708f5a77d6bd9343a7" alt="" width="1" height="1" /><em>Auf der Konferenz &#8220;<a href="http://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/we08/termine/20100701_konferenz_neue_naehe.html">Die neue N&#228;he</a></em><em>&#8221; sprach Robert Heinrich, Leiter der &#214;ffentlichkeitsarbeit von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen, &#252;ber den Zustand des Online-Campaignings und die Lehren aus der Bundestagswahl. Carta dokumentiert hier &#8211; leicht zusammengefasst &#8211; seinen Vortrag.</em></p>
<p>Parteien waren eigentlich immer schon dezentrale Kommunikationsnetzwerke. Ein Parteivorsitzender wusste nie, was sein Mitglied am Wahlkampfstand wirklich erz&#228;hlt. Den immer wieder genannten &#8220;Kontrollverlust&#8221; gibt es also schon immer, im Netz setzt er sich jetzt fort. Der Unterschied ist, dass er im Netz besser kontrollierbar, also sichtbarer ist, als im &#8220;Offline-Leben&#8221;.</p>
<p>Die Parteien waren fr&#252;her stark in in <strong>Netzwerken</strong> verwurzelt, in Vereinen, Verb&#228;nden, in sozialen Millieus. Weil die Kommunikation &#252;ber diese alten Netzwerke aber nicht mehr so einfach war, haben die Parteien in den letzten Jahren zunehmend auf die Einbahnstra&#223;enkommunikation gesetzt: Also auf massenkompatible Botschaften, die m&#246;glichst nicht wehtun und keine Zielgruppe verschrecken, letztendlich also m&#246;glichst wenig sagen aber trotzdem gut klingen. Sie setzten auf gro&#223;e Plakatkampagnen und auf <strong>sehr kontrollierte, sehr zentralistische Kommunikation</strong>.</p>
<p>Jetzt merken alle Parteizentralen, dass diese zentralistische Kommunikation nicht mehr richtig funktioniert und ich glaube, dass der letzte Wahlkampf 2009 eindrucksvoll bewiesen hat, dass die alten Instrumente da nicht mehr weiterbringen. Die massenkompatiblen Claims der Parteien (FDP: &#8220;Deutschland kann es besser&#8221;, SPD: &#8220;Unser Land kann mehr&#8221;) sind keine profilierten Botschaften und funktionieren nicht mehr.</p>
<p>Web 2.0 hei&#223;t daher f&#252;r Parteien wieder st&#228;rker auf Dezentralit&#228;t, auf Netzwerkkommunikation, auf Loslassen, auf die Macht des einzelnen Unterst&#252;tzers bzw. Multiplikators zu setzen – und zwar mit den Mitteln der modernen Kommunikation. F&#252;r die Parteien hat das Riesenchancen.</p>
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<p>Wir Parteien sind in den letzten Monaten h&#228;ufig daf&#252;r angegriffen worden, dass keine von uns zur Bundestagswahl in der Lage war, eine Obama-Kampagne zu initiieren. Wir konnten <strong>drei Grundbedingungen einer Obama-Kampagne</strong> nicht erf&#252;llen:</p>
<ul>
<li>es gab keinen Obama, also eine charismatische Pers&#246;nlichkeit</li>
<li>es gab keine echte Polarisierung</li>
<li>es gab keine Wechselstimmung</li>
</ul>
<p>Die letzten drei Wochen vor der Bundespr&#228;sidentenwahl haben jedoch bewiesen, wie das funktionieren kann: Wir hatten einen charismatischen Kandidaten, wir haben mittlerweile eine Wechselstimmung und wir hatten eine echte Wahl zwischen zwei verschiedenen Modellen bzw. Charakteren, die eine Polarisierung erm&#246;glichten. Und da hat dann auch die Mobilisierung im Netz – f&#252;r uns &#252;berraschend – sehr gut funktioniert.</p>
<p>Die Parteien k&#246;nnen von Web 2.0 wirklich profitieren, weil sie das Netz nutzen k&#246;nnen um</p>
<ul>
<li>wieder besser zuzuh&#246;ren, also eine neue N&#228;he zu den B&#252;rgern zu bekommen,</li>
<li>Dialog einfacher zu machen,</li>
<li>besser zu mobilisieren.</li>
</ul>
<p>Das Netz hat auch einen gro&#223;en Zusatznutzen: Man kann hier politische Prozesse besser transparent machen und damit gr&#246;&#223;ere <strong>Glaubw&#252;rdigkeit </strong>erreichen. Und da Glaubw&#252;rdigkeit das ist, was die Parteien zur Zeit am meisten brauche, hat das Netz f&#252;r die Parteien gro&#223;e Potenziale, die mit der Bundestagswahl 2009 h&#246;chstens angekratzt, aber noch nicht ausgesch&#246;pft wurden.</p>
<p>&#8220;The Party has just begun&#8221; ist daher f&#252;r mich die Lehre aus dem letzten Bundestagswahlkampf.</p>
<p><strong>Zuh&#246;ren: Soziale Netzwerke als Seismograph<br />
</strong></p>
<p>Wenn fr&#252;her der Parteivorsitzende wissen wollte, was im Land los ist, musste er die Kreisverb&#228;nde abtelefonieren, und musste fragen, wie die Stimmung ist und wie die Leute &#252;ber das denken, was in der Hauptstadt getan wird. Das muss er heute immer noch. Aber er hat auch die sozialen Netzwerke.</p>
<p>Wir nutzen insbesondere Twitter und Facebook sehr intensiv, um die Resonanz auf politische Entscheidungen und Diskussionen abzutesten. Dies sind f&#252;r uns zus&#228;tzliche Seismographen f&#252;r Stimmungen. Wir sind heute schneller als in der Vergangenheit in der Lage zu merken, welche Konsequenzen politische Entscheidungen in unserer Anh&#228;ngerschaft haben, weil wir Web 2.0-Instrumente daf&#252;r nutzen k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Dialog: Die W&#228;hler wollen ehrliche Antworten<br />
</strong></p>
<p>Dialog ist etwas, was alle Partei nicht wirklich gut beherrschen, in keiner gibt es die echte Dialogkompetenz, die eigentlich gebraucht w&#252;rde. Die Gr&#252;nen haben im Wahlkampf 2009 ein Projekt gestartet, das zeigt, wie wertvoll und effizient und wie unglaublich wichtig Dialog sein kann, wenn man ihn gut macht.</p>
<p>Bei der Aktion <strong>&#8220;<a href="http://dreitagewach.gruene.de/">Drei-Tage-wach</a>&#8220;</strong> haben die Gr&#252;nen drei Tage vor der Bundestagswahl angefangen 24 Stunden am Tag im Netz alle Fragen der W&#228;hler &#252;bertragen und dies per Livestream zu &#252;bertragen. Es gab ein bisschen Rahmenprogramm, aber eigentlich war es eine relativ banale Sache: Der W&#228;hler hat Fragen, die Parteien beantworten sie. Eigentlich keine gro&#223;e Innovation. Trotzdem war das, glaube ich, mit Abstand <strong>das erfolgreichste Online-Instrument aller Parteien in diesem Wahlkampf</strong>, weil es ein tiefes Bed&#252;rfnis der Bev&#246;lkerung, Politik Fragen zu stellen und darauf eine redliche Antwort zu bekommen, zugleich angeboten und in Form eines sportlichen Events inszeniert hat. Man hat sehr ungeschminkt dargestellt, wie Parteien im Wahlkampf arbeiten. Das hat zu einer erheblichen Schluss-Mobilisierung des gr&#252;nen Wahlkampfes beigetragen und es gab in allen relevanten Medien Berichterstattung &#252;ber das Projekt.</p>
<p>Dialog und Transparenz wurden also verkn&#252;pft und erzeugten viel positive Resonanz.</p>
<p><strong>Mobilisierung: Die Parteien m&#252;ssen ihre Unterst&#252;tzer in die Netzwerke bekommen<br />
</strong></p>
<p>Die Mobilisierung der eigenen Anh&#228;nger ist nach wie vor die wichtigste Funktion des Web 2.0 f&#252;r Parteien. Und da muss man sich das Netz als neuen sozialen Raum vorstellen, in dem Multiplikatoren ihre Netzwerke pflegen, in dem sie kommunizieren, in dem sie Meinungsbildung betreiben. Und deswegen ist es auch nicht so wichtig, ob Angela Merkel 40.000 oder 100.000 Freunde auf Facebook hat, sondern es ist vor allem wichtig, ob die Parteien ihre Unterst&#252;tzer in die Netzwerke bekommen und diese dann dort Meinungsbildung betreiben. &#196;hnlich, wie sie das fr&#252;her im Verein getan haben. Und wenn das gelingt, schaffen es die Parteien am Meinungsbildungsprozess im Netz teilzuhaben – auch wenn sie ihn niemals dominieren werden, aber das ist ja auch nicht der Sinn der Sache.</p>
<p>Was m&#252;ssen Parteien tun, um erfolgreich zu sein?</p>
<ul>
<li>Zuh&#246;ren wollen,</li>
<li>Zuh&#246;ren k&#246;nnen, also auch keine Angst vor Kritik haben,</li>
<li>einen langen Atem haben</li>
</ul>
<p>Nur wenn die Parteien auch zwischen den Wahlen systematisch ihre Netzwerke weiter pflegen und weiter in Dialog treten, werden sie im Wahlkampf eine schlagkr&#228;ftige Truppe zusammen haben. Sie k&#246;nnen also nicht einfach nach der Wahl aufh&#246;ren. Das ist nat&#252;rlich schwierig, weil dann daf&#252;r weniger Ressourcen zur Verf&#252;gung stehen. Das hei&#223;t, Parteien m&#252;ssen hier Schwerpunkte setzen, Ressourcen daf&#252;r freistellen und im Zweifelsfall auch andere Dinge lassen.</p>
<ul>
<li>Parteien m&#252;ssen loslassen k&#246;nnen</li>
</ul>
<p>Die Kontrolle war, wie anfangs erw&#228;hnt, schon immer eine Illusion. Aber <strong>im Web 2.0 wird der Kontrollverlust noch manifester</strong>.</p>
<p>Wir, also Gr&#252;ne und SPD, haben beispielsweise schon 24 Stunden nach der Nominierung von Gauck als Bundespr&#228;sidentschaftskandidat gesehen, wie komische Websites auftauchten, mit denen wir &#252;berhaupt nichts zu tun hatten. Ich glaube, es war f&#252;r alle Parteien ein Lernprozess – den auch die Obama-Kampagne gemacht hat – diese Dinge auch laufen zu lassen und nicht zu versuchen zu intervenieren, sondern bestenfalls Support anzubieten und darauf hinzuweisen. Das haben wir nat&#252;rlich auch gemacht. Wir haben beispielsweise daf&#252;r mobilisiert, als die Online-Organisation <a href="https://secure.avaaz.org/de/wahl_freigeben/?fp">Avaaz</a> ein Instrument anbot, den Wahlm&#228;nnern und und Wahlfrauen eine Email zu schreiben, aber wir hatten eben keinen Einfluss darauf, was in diesen Emails stand.</p>
<p>Gerade wenn man jetzt die Kontrolle &#252;ber die eigenen Botschaften aus der Hand gibt und Kommunikation pl&#246;tzlich wieder dezentral wird, braucht es einen <strong>kommunikativen Rahmen</strong>. Ich glaube, dass die Obama-Kampagne das sehr gut geschafft hat: Das <strong>Leitmotiv des <em>change</em></strong> hat den Rahmen vorgegeben, hat aber den vielen dezentralen Unterst&#252;tzern die Ausf&#252;llung des Rahmens selber &#252;berlassen. Das hei&#223;t, dass jeder seine eigene Geschichte von <em>change</em> erz&#228;hlen konnte.</p>
<p>Das ist nat&#252;rlich eine Jahrhundert-Situation, die man in keinster Weise &#252;bertragen kann. Aber zu wissen, dass man auch in Web 2.0, auch in einer letztendlich anarchischerem Kommunikationsumgebung eine Geschichte erz&#228;hlen muss, einen Rahmen vorgeben muss, ohne autorit&#228;r sein zu wollen, das ist glaube ich eine Kunst, die die Parteien hinkriegen m&#252;ssen und die sie auch mit Blick auf den Wahlkampf 2013 noch zu &#252;ben haben.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Zur Einsch&#228;tzung des Online-Campaigning der Parteien in Gro&#223;britannien, siehe auch eine <a href="http://www.hansard-society.org.uk/blogs/publications/archive/2010/04/09/political-parties-are-digital-followers-not-leaders.aspx">Studie</a> der Hansard Society mit dem Titel &#8220;Political parties are digital followers not leaders&#8221;.</em>
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		<title>#UKvote: Der Wahltag im britischen Social Web</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 09:39:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Werbefl&#228;chen auf Youtube, Plattformen zum Stimmentausch und die Aufforderung, das Parlament "zu h&#228;ngen": Gro&#223;britannien erlebt die erste "Social Media Wahl" – und die k&#246;nnte sein politisches System fundamental ver&#228;ndern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/aecef7edf2ae4942a334b68fff6e1399" alt="" width="1" height="1" />Eine Woche, zwei Wahlen. Im Umfeld der Unterhauswahlen in Gro&#223;britannien entfaltet sich ein facettenreicher Online-Wahlkampf, der andeutet, dass auf der britischen Insel die Grenzen zwischen den Medienumgebungen allm&#228;hlich durchl&#228;ssiger werden. TV-Ereignisse ziehen eine starke Online-Resonanz nach sich und f&#252;r den Wahltag sind Gemeinschaftsprojekte zwischen Print-Anbietern und Online-Dienstleistern angek&#252;ndigt. Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen scheint dagegen von einem anderen, eher analogen Kaliber.</p>
<p>Allerdings verbietet sich ein n&#228;herer Vergleich aus systematischen Gr&#252;nden, denn nat&#252;rlich ist die Tragweite der Abstimmungen v&#246;llig verschieden: die Prognosen zur <em>general election</em> deuten auf einen Umbruch im britischen Zwei-Parteien-System hin und der Wahlgang k&#246;nnte ex post als <em>critical election</em> verstanden werden. In Nordrhein-Westfalen handelt es es sich dagegen „nur“ um eine <em>second order election</em>, die unterhalb der nationalen Ebene angesiedelt ist und bei den W&#228;hlern generell auf geringeres Interesse st&#246;&#223;t. Allerdings ist diese Landtagswahl im bev&#246;lkerungsreichsten Bundesland die hierzulande wohl wichtigste Abstimmung &#8220;zweiter Ordnung&#8221; – und noch dazu die erste seit der Bundestagswahl im Herbst 2009.</p>
<p>&#220;ber beide Wahlen (und die zugeh&#246;rigen Online-Wahlk&#228;mpfe) erf&#228;hrt man hierzulande nicht allzuviel, die jeweiligen &#8220;Themenseiten&#8221; sind bei den gro&#223;en Nachrichtenportalen oft ein paar Klicks von der Startseite entfernt. Und so entgeht dem deutschen Publikum eine durchaus spannende Wahl im britischen Sektor des Social Web, die einige Innovationen hervorgebracht und auch ein Echo aus alten Online-Zeiten parat h&#228;lt.</p>
<p>Im Schatten <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,689099,00.html">drei Fernsehdebatten</a> hat sich ein <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/2010/04/16/uk-erste-twitteranalysen/">aktives Online-Publikum</a> entwickelt, das w&#228;hrend dieser medialen Gro&#223;ereignisse eifrig Kommentare auf Facebook gepostet oder getwittert hat. Einige Online-Medien haben es verstanden, diese Aktivit&#228;ten aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Ein Resultat davon wird eine „Twitter-Landkarte“ sein, die das Abstimmungsverhalten am heutigen Wahltag abbilden soll: die Angabe eines Teils der Postanschrift in einem entsprechend markierten Tweet (der relevante Hashtag lautet <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23ukvote">#ukvote</a>) will der Dienstleister <a href="http://www.tweetminster.co.uk/">Tweetminster</a> zur Visualisierung der Wahlbeteiligung nutzen. &#196;hnlichkeiten mit den Aktivit&#228;ten zur US-Pr&#228;sidentschaftswahl 2008 sind sicher kein Zufall, eher handelt es sich um Fortschreibungen des damaligen Leuchtturmprojektes <a href="http://www.twittervotereport.com/">Twitter Vote Report</a>.</p>
<p>Es ist also davon auszugehen, dass das Internet auch in Gro&#223;britannien einen erheblichen Beitrag zur Medialisierung des Wahltags leisten wird &#8211; darunter zu verstehen ist die Nutzung des digitalen, interaktiven Kommunikationsraums im unmittelbaren zeitlichen Umfeld der Stimmabgabe, sowohl durch die Politiker wie auch durch die B&#252;rger. Dass die Wahlk&#228;mpfer ihre Bem&#252;hungen zur W&#228;hlermobilisierung in den Stunden bis zur Schlie&#223;ung der Wahllokale intensivieren werden, ist l&#228;ngst ein Gemeinplatz und war im Bundestagswahlkampf durch Aktionen wie <a href="http://www.gruene.de/einzelansicht/artikel/gruener-wahlkampf-72-stunden-non-stop.html">„3 Tage wach“</a> der Gr&#252;nen sichtbar. Dass sich aber auch einige B&#252;rger bis zuletzt &#252;ber den Gang der Stimmabgabe, erste Prognosen oder einfach nur die H&#246;he der Wahlbeteiligung im eigenen Wahlkreis informieren werden und so ihre eigene Stimmabgabe hinausz&#246;gern, ist ein noch relativ neues Ph&#228;nomen.</p>
<p>Zwar ist in der Wahlforschung die Figur des <em>late deciders</em> durchaus bekannt &#8211; hiermit wird ein unentschlossener W&#228;hler beschrieben, der erst kurz vor der Wahl seine Partei- oder Kandidatenpr&#228;ferenz festlegt. Doch war mit „kurz“ meist ein Zeitraum von wenigen Tagen vor der Wahl gemeint und nicht unbedingt der Wahltag selbst. Durch die Verf&#252;gbarkeit von Echtzeit-Informationen werden die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/United_Kingdom_general_election,_2010#Marginal_seats_for_main_parties"><em>marginals</em></a>, besonders hart umk&#228;mpfte Wahlkreise, zum digitalen Ausflugsziel von Kampagnentreibenden, Wahlberichterstattern und interessierten Netzb&#252;rgern.</p>
<p>Gerade an dieser Stelle ist in Gro&#223;britannien ein Sonderfall zu beachten: durch das starke Aufkommen der Liberaldemokraten als „dritte Kraft“ ist das bisher starre Zwei-Parteien-System in Bewegung geraten. Ein Effekt ist die Auseinandersetzung mit der Bildung einer Koalitionsregierung, angesichts stets stabiler Regierungsmehrheiten f&#252;r <em>Labour Party</em> oder <em>Conservative Party </em> ist dies durchaus ein markanter Einschnitt f&#252;r die politische Kultur auf der Insel (und treibt bisweilen groteske Bl&#252;ten, wie diese <a href="http://ymlp.com/zlC1qL">„Informationsseite“</a> zur Effektivit&#228;t von Koalitionsregierungen zeigt).</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die neuartige Dreier-Konstellation zwischen Noch-Premier Gordon Brown, dem konservativen Favoriten David Cameron und <em>LibDem</em>-Aufsteiger Nick Clegg sowie den jeweiligen Parteiorganisationen ist denn auch Ansatzpunkt f&#252;r die Vorschl&#228;ge zum <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32578/1.html"><em>tactical voting</em></a>: mit diesem Begriff versuchen insbesondere Labour-Politiker die eigene Anh&#228;ngerschaft von der Stimmabgabe f&#252;r die Liberaldemokraten zu &#252;berzeugen &#8211; sofern der eigene Vertreter im Wahlkreis keine Chance hat und ein Sieg des konservativen Konkurrenten droht.</p>
<p>Als Folge dieser &#8220;Ann&#228;herungsversuche&#8221; sind einige spezialisierte Online-Plattformen entstanden, die sich an der Vernetzung und Vermittlung &#8220;tauschbereiter&#8221; W&#228;hler versuchen (ausf&#252;hrlicher vorgestellt wird dieses Echo auf den Vorgang des Vote-Swapping anl&#228;sslich der US-Pr&#228;sidentschaftswahl des Jahres 2000 <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32578/1.html">hier</a>).</p>
<p>Spannend sind dabei weniger Sichtbarkeit und Reichweite der Websites, denn selbst in der Kombination der Plattformen erreichen die Online-Angebote zur taktischen, koordinierten Stimmabgabe nur ein sehr begrenztes Publikum. Allerdings generieren sie Effekte in den alten Medien, so ver&#246;ffentlichten gleich mehrere Zeitungen Tactical Voting Guide (<a href="http://www.guardian.co.uk/politics/2010/may/05/election-2010-tactical-voting-guide">Guardian</a>, <a href="http://www.independent.co.uk/news/uk/politics/the-independent-guide-to-tactical-voting-1963012.html">Independent</a>, <a href="http://www.mirror.co.uk/news/top-stories/2010/05/04/general-election-tactical-voting-guide-how-you-can-save-britain-from-a-tory-nightmare-115875-22231573/">Mirror</a>). Die politischen Kuppelservices quer zu den Wahlkreisen wie in der Facebook-Gruppe <a href="http://www.facebook.com/group.php?gid=113063712048609&amp;amp;v=info">Voting Buddies</a> sind jedoch eher <em>politics for the long tail</em>, also die Ansprache extrem kleiner, spezialisierter Zielgruppen. Gerade dies ist jedoch ein interessanter Aspekt beim Blick in die Zukunft, auf die Zeit der fortschreitenden Zersplitterung der &#214;ffentlichkeit.</p>
<p>Zugleich &#228;u&#223;ert sich im Umfeld der w&#228;hlerseitig koordinierten Stimmabgabe auch eine fundamentale Unzufriedenheit mit dem aktuellen Wahlsystem, die sich am deutlichsten anhand der Website <a href="http://hang-em.com/">Hang´em</a> illustrieren l&#228;sst. Unter dem Logo des am Galgen h&#228;ngenden britischen Parlaments k&#246;nnen sich tauschbereite W&#228;hler &#252;ber die Wahlkreisgrenzen hinweg mit „Gleichgesinnten“ vernetzen, um eine Patt-Situation (<em>hung parliament</em>) zu erreichen. Wesentliche Motivation ist dabei nichts weniger als die Modernisierung des gesamten Wahlsystems. Gezielt sollen <em>marginals</em>-Kandidaten aus den „dritten Parteien“ unterst&#252;tzt werden, die eine Mehrheitsbildung nach klassischem Muster verhindern k&#246;nnten.</p>
<p>Der Voraussetzungen f&#252;r einen spannenden Wahltag in Gro&#223;britannien sind also geschaffen &#8211; ein weiteres Anzeichen daf&#252;r, dass heute die erste <em><a href="http://www.guardian.co.uk/media/2010/apr/30/social-media-election-2010">social media election</a></em> (The Guardian) stattfindet, deutet sich auch in der Verteilung der Kampagnen-Etats an: Camerons Konservative haben jedenfalls schon mal <a href="http://twitter.com/tweetminster/statuses/13434928991">Werbefl&#228;chen an ungew&#246;hnlicher Stelle</a> reserviert.
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		<title>Schraven (Ruhrbarone): Man kann sich Blogs als die kleinen R&#228;der vorstellen, die die Gro&#223;en bewegen</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 14:01:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Journalist David Schraven sorgte mit Beitr&#228;gen im Blog „Ruhrbarone“ schon h&#228;ufiger f&#252;r Diskussionen. Mit Andreas Grie&#223; sprach er &#252;ber die Rolle von Blogs im Wahlkampf.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/f2ec3f91548e4835898a80536ef717bb" alt="" width="1" height="1" />Im vergangenen Jahr zogen unter anderem Texte &#252;ber die <a href="http://www.ruhrbarone.de/hat-fpd-europaspitzenkdandidatin-koch-mehrin-falschen-eid-geleistet/">EU-Parlaments-Anwesenheit von Silvana Koch-Mehrin (FDP)</a> und einem <a href="http://www.ruhrbarone.de/wie-eine-spd-spitze-ihre-geschichte-verandert/">ge&#228;nderten Lebenslauf von Hannelore Kraft (SPD)</a> ihre Kreise. Auch den aktuellen Landtags-Wahlkampf in NRW <a href="http://www.ruhrbarone.de/cdu-nrw-reagiert-panisch/">begleitet</a> <a href="http://www.ruhrbarone.de/emails-aus-der-staatskanzlei-folge-ix-%E2%80%93-beleidigendes-uber-die-oppositionsfuhrerin/">und</a> <a href="http://www.ruhrbarone.de/das-problem-von-spd-kraft-heist-ex-spd-clement/">kommentiert</a> David Schraven. <a href="http://www.ruhrbarone.de/">Ruhrbarone</a> und <a href="http://www.wir-in-nrw-blog.de/">Wir-in-NRW</a> sind im Netz als wichtige Informationsquellen (nicht nur) im aktuellen Wahlkampf etabliert.<br />
&#8212;</p>
<p><em>David Schraven, die Ruhrbarone sind sp&#228;testens durch die Aussagen an Andreas Krautscheid (CDU) zu einem Element des NRW-Wahlkampf geworden. Dabei ging es auch um die Herkunft der Informationen. Gibt es eigentlich Informanten, die bewusst an Blogs herantreten und nicht an konventionelle Medien?</em></p>
<p>Schraven: In der Regel ist es so, dass man sich Informanten erarbeitet. Als Autor muss man &#252;ber lange Zeitr&#228;ume Kontakt halten und wechselseitiges Vertrauen schaffen durch gemeinsame Erfahrungen. Erst dann, nach und nach, sind Informanten bereit, Daten und Fakten weiterzureichen, die ihnen selbst den Job kosten k&#246;nnten, wenn mit ihnen falsch umgegangen wird.</p>
<p>Bei diesen Verh&#228;ltnissen spielt es keine Rolle, ob jemand f&#252;r einen Blog schreibt oder f&#252;r eine gro&#223;e Zeitung. Deswegen glaube ich auch nicht, dass jemand bewusst Informationen an einen Blog herantr&#228;gt. Eher ist es so, dass ein Autor die Geschichten eines Informanten eben da bringt, wo er es f&#252;r richtig h&#228;lt. Sei es im Blog oder in einer Zeitung. So schreiben im Blog <em>Wir-in-NRW</em> Journalisten anonym, die aus welchem Grund auch immer keine Chance haben, ihre Geschichten unter ihrem Klarnamen in Zeitungen zu platzieren.</p>
<p>Anders gesagt: Nicht Informanten bringen Infos an Blogs, sondern Journalisten bringen die Geschichten ihrer Informanten in Blogs, die sie selbst betreiben.</p>
<p><em> Kommt es denn auch vor, dass Parteien oder Wahlk&#228;mpfer bewusst versuchen, Blogs Informationen &#252;ber den politischen Gegner zuzuspielen?</em></p>
<p>Schraven: Das habe ich noch nicht erlebt. Das liegt wohl auch daran, dass wir bei den Ruhrbaronen gegen alle schie&#223;en. Bei anderen Blogs k&#246;nnte ich es mir schon eher vorstellen, da erkennt man teilweise eine politische Pr&#228;ferenz. Trotzdem w&#228;re den Parteien die direkte Manipulation wohl zu gef&#228;hrlich, da sie Gefahr liefen, dass ein Blog dann genau &#252;ber die versuchte Manipulation berichtet.</p>
<p><em>Welche Rolle spielen Blogs wie Ruhrbarone oder Wir-in-NRW in der politischen Meinungsbildung?</em></p>
<p>Schraven: Blogs sind in der breiten Bev&#246;lkerung noch sehr unbekannt. In der Massenwirkung spielen sie sicher keine Rolle. Man kann sich Blogs eher als kleine R&#228;der vorstellen, die in der Lage sind, gro&#223;e R&#228;der zu bewegen. Auf diese Weise k&#246;nnen sie mittelbar Einfluss auf die Meinungsbildung gewinnen. Dann n&#228;mlich, wenn gro&#223;e Medien die Geschichten der Blogs aufnehmen. Alleine aus eigener Kraft k&#246;nnen Blogs noch keine Massengeschichten produzieren.</p>
<p><em>Einige Geschichten m&#252;ssen demnach erst auf Blogs laufen?</em></p>
<div id="attachment_24067" class="wp-caption alignleft" style="width: 168px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/ruhrbarone.jpg"><img class="size-full wp-image-24067" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/ruhrbarone.jpg" alt="David Schraven (Ruhrbarone): &quot;Ich glaube nicht, dass Blogs Wahlen direkt beeinflussen.&quot;" width="158" height="233" /></a><p class="wp-caption-text">David Schraven (Ruhrbarone): &quot;Ich glaube nicht, dass Blogs Wahlen direkt beeinflussen.&quot;</p></div>
<p>Schraven: Ich w&#252;rde sagen, es gibt nur einen Grund, warum einige Geschichten nur in Blogs funktionieren: Wenn sie zu lang und detailliert sind. Zum Beispiel schreibe ich seit geraumer Zeit &#252;ber das <a href="http://www.ruhrbarone.de/weitere-dubiose-vorgange-im-hause-von-cdu-uhlenberg/">Umweltministerium in NRW</a>. Das Gebaren dieses Hauses wird in einem Untersuchungsausschuss des Landtages untersucht. Die Beitr&#228;ge dazu sind oft umfangreich und ich verlinke darin Originaldokumente. So etwas kann ich mir eigentlich nur in Blogs vorstellen. F&#252;r Zeitungen ist diese Art der Berichterstattung zu umfangreich.</p>
<p>Wenn wir von Skandalen reden, glaube ich immer noch, dass es die klassischen Medien braucht, um Enth&#252;llungen nach vorne zu bringen. Nehmen wir die so genannte E-Mail-Aff&#228;re der CDU in NRW. Zun&#228;chst hatte der Blog <em>Wir-in-NRW</em> einige Dokumente zur Aff&#228;re geliefert. Die knallten aber nicht richtig. Die Geschichte nahm erst an Fahrt auf, nachdem der <em>Spiegel</em> &#252;ber den „Miet-mich-R&#252;ttgers“ berichtet hatte.</p>
<p><em>Sind Texte in Blogs wie Ruhrbarone und Wir-in-NRW aggressiver als der klassische Zeitungsjournalismus?</em></p>
<p>Schraven: Ja und nein. Ich pers&#246;nlich versuche bewusst eine direktere Sprache zum Leser zu pflegen. Auch beziehe ich kontroverse Positionen. Ansonsten versuche ich aber die gleichen Standards f&#252;r mich anzuwenden, als w&#252;rde ich f&#252;r Zeitungen schreiben. Bei anderen Blogs sehe ich &#228;hnliche Entwicklungen.</p>
<p><em>Ist es nicht so, dass teilweise bewusst Einfluss auf Debatten genommen wird?</em></p>
<p>Schraven: Geschichten sollen nat&#252;rlich knallen und nicht untergehen. Daher werden sie so platziert, dass sie wahrgenommen werden. Etwa im Umfeld von Parteitagen. Da achte ich schon auf den passenden Moment. Einschr&#228;nkend bei Blogs w&#252;rde ich aber sagen: Dort verarbeite ich Sachen oft schneller. Normal kann eine Geschichte schon mal vier bis f&#252;nf Wochen liegen und ich recherchiere immer mal wieder dran rum. Bei einem Blog bringe ich eine Story oft sofort.</p>
<p><em>Die CDU kritisierte, dass die SPD kritische Blogbeitr&#228;ge zur CDU verlinkt habe…</em></p>
<p>Schraven: Na gut, irgendwas mussten die ja sagen. Eigentlich ist es aber nicht schlimm. Alle verlinken, das ist ein g&#228;ngiges Gesch&#228;ft und man kann sich auch nicht dagegen wehren. Ich sehe das eher vergleichbar zu Pressespiegeln, die per pdf &#252;ber Emails verbreitet werden.</p>
<p><em>Mal in Zahlen gesprochen: Wie viel Prozentpunkte im Wahlergebnis machen Blogs bei der Landtagswahl aus?</em></p>
<p>Schraven: Kein einziges Prozent. Ich glaube nicht, dass Blogs Wahlen direkt beeinflussen. Dazu sind sie zu klein und unbedeutend. Davon abgesehen glaube ich auch nicht, dass Skandale Wahlen nennenswert beeinflussen. Das tun sie nur, wenn sie wirklich gro&#223; sind, wie der CDU-Parteispendenskandal damals, oder wenn sie das Lebensumfeld der W&#228;hler direkt ber&#252;hren. Ich glaube eher daran, dass Blogs die Reflektion &#252;ber das Geschehen erh&#246;hen k&#246;nnen.</p>
<p><em>Das hei&#223;t?</em></p>
<p>Schraven: Blogs sind gut um Stimmungen zu sp&#252;ren. Wenn zum Beispiel eine Wechselstimmung in der Bev&#246;lkerung w&#228;chst, sind die Blogs und Kommentare voll politischer Einsch&#228;tzungen, Meinungen und Diskussionen. Wenn niemand mit einem Wechsel rechnet, l&#228;uft auch keine Debatte. Diese Stimmung l&#228;sst sich aber nicht k&#252;nstlich erzeugen. Bei der vergangenen Bundestagswahl etwa hatten die Jusos wie verr&#252;ckt getwittert – v&#246;llig ohne Erfolg. Die Leser sind nicht doof. In so einem Fall von Wahlwerbung tolerieren sie das einfach weg. Dass ein Thema nicht in der Bev&#246;lkerung aufgenommen wird, sieht man daran, dass es keine Eintr&#228;ge dazu gibt, so einfach ist das. Die Blogs stehen hier als ein Teil f&#252;r das Ganze.</p>
<p><em>Wie haben sich eigentlich die j&#252;ngsten Hartz-IV-Vorschl&#228;ge von Hannelore Kraft auf die Stimmung unter den Netz-Aktivisten ausgewirkt?</em></p>
<p>Schraven: Bis zum Hartz IV-Angriff der Spitzenkandidatin der NRW-SPD, Hannelore Kraft, war die SPD im Aufwind. Bundesweit. Es gab jede Menge Diskussionen &#252;ber die Politik in Nordrhein-Westfalen und auch im Bund. &#220;ber die soziale Frage, &#252;ber moralische Verantwortung und &#246;konomische Zw&#228;nge. Dann tr&#246;tete die SPD-Kandidatin die alte SPD-Tuba und damit zog auch wieder schlagartig die alte Verdrossenheit in die alten Sch&#252;tzengr&#228;ben. Jeder wurde daran erinnert, warum noch mal die SPD im Bund nur noch f&#252;r 23 Prozent steht. Die Diskussionen schlafen wieder ein. Das bedeutet: der Trend der Bundestagswahl setzt sich fort.
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		<title>Peter Kruse: Die Politik sollte Partizipation wagen.</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 12:55:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Reinhard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Prof. Peter Kruse im Interview: Warum Parteien beim Agenda-Setting durch das Netz an Macht verlieren, welcher Politikertypus davon profitiert und &#252;ber die Schwierigkeiten beim Ein&#252;ben der Partizipation &#252;ber Netzwerke.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/24a31403a9274d0885dbd101489f5e6a" alt="" width="1" height="1" /><strong>Betrachtet man im R&#252;ckblick den Online-Wahlkampf, so muss man quer durch alle Parteien feststellen, dass sie &#252;ber das „Senden” von Informationen nicht hinaus gekommen sind. Sie haben nur hin und wieder etwas von Obama geklaut oder besser gesagt, blind &#252;bernommen &#8230;</strong></p>
<p>Richtig. Die Politik ist mehr oder weniger bei der Frage nach dem „Wie?“, also auf der Stufe der Faszination der technischen Machbarkeit stehen geblieben. Mit Ausnahme der Piraten-Partei, f&#252;r die es ein Heimspiel war, ist es so gut wie keiner Partei gelungen, nennenswerte Mobilisierungseffekte &#252;ber das Internet zu erreichen. Man denke nur an die j&#228;mmerliche Imitation des Obama-Nichtw&#228;hler-Videos bei n-tv. Im Obama-Video wurde man als der Nichtw&#228;hler geoutet, der es zu verantworten hat, dass die ungeliebte &#196;ra von George W. Bush noch um einige Jahre verl&#228;ngert wird. Da kommt schon mal emotionale Betroffenheit auf. Entsprechend wurde die personalisierte Flash-Animation in wenigen Tagen viele Millionen Mal versandt und hatte sicherlich einen echten Beitrag zur Erh&#246;hung der Wahlbeteiligung. Im Remake von n-tv wird man dagegen als einzelner W&#228;hler daf&#252;r verantwortlich gemacht, das Guido Westerwelle Kanzler geworden ist. Wie lahm ist das denn? Wie soll eine v&#246;llig unrealistische und daher resonanzfreie Aussage &#252;berhaupt irgendeinen Mobilisierungseffekt erzeugen. Thema verfehlt! Es geht nicht um eine gut gemachte Form, sondern um einen resonanzf&#228;higen Inhalt. Im Netz definiert sich die Wirkung eben &#252;ber den Nachfrager.</p>
<p><strong>Bedeutet dass nicht, dass die Parteien eigentlich die Themenhoheit an den W&#228;hler abtreten m&#252;ssten? Das wird ihnen aber gar nicht gefallen, sie m&#252;ssten dann in der Tat „rebooten“ &#8230;</strong></p>
<p>Aus der Perspektive der Netzwerke betrachtet verlagert sich das gesellschaftliche Agenda-Setting tats&#228;chlich tendenziell mehr von den Parteien weg. Ob das von den Parteien positiv oder negativ gesehen wird, h&#228;ngt von der jeweiligen Aufgaben- und Rollendefinition ab. Halten sich die Politiker f&#252;r die Experten, die bestimmen, was wichtig ist und was nicht, dann werden sie versuchen, die Themenhoheit zu behalten. Legen Sie den Schwerpunkt ihrer Definition von Professionalit&#228;t dagegen auf den Bereich der operativen Gestaltung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, dann sind die Netze eher eine Entlastung als ein Angriff. Im Zusammenhang mit politischer Partizipation kann das Internet einen hervorragenden Beitrag liefern, wenn es darum geht, zu bestimmen, was zum Gegenstand politischen Handelns gemacht wird.</p>
<p>&#220;ber das Internet eine direkte Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen zu organisieren erscheint dagegen auf dem jetzigen Stand eher gewagt. Partizipation ist immer verbunden mit dem Erzeugen von Erwartungshaltungen. Richtet sich die Erwartungshaltung auf das reine Agenda-Setting, dann entspricht das heute schon den realen M&#246;glichkeiten der Netzwerke. Richtet sich die Erwartungshaltung auf die ernsthafte Beteiligung an Entscheidungsprozessen, ist die Entt&#228;uschung vorprogrammiert.</p>
<p>Die Parteien sollten – genau wie auch Unternehmen – lernen, klar zwischen den Vorteilen vertikal hierarchischer F&#252;hrungsmodelle und den Vorteilen horizontaler Netzwerkstrukturen zu unterscheiden. Die kollektive Intelligenz der Netze ist besser, wenn es um kreative Suchprozesse geht. Hierarchie ist dagegen eindeutig st&#228;rker, wenn es um die &#220;bernahme von Verantwortung und die Umsetzung von Entscheidungen geht. Netzwerke sind gut in der Phase der Invention. Hierarchien sind gut in der Phase der Innovation. Sobald eine Idee in die Umsetzung geht, braucht man einen stabil funktionierenden Apparat, der in der Lage ist, die Effizienz von Prozessen zu garantieren.</p>
<p>Das Parteiensystem und die Institutionen der repr&#228;sentativen Demokratie sind in einer komplexen Gesellschaft sicherlich unverzichtbar. Erg&#228;nzt durch eine intensivierte Partizipation der B&#252;rger an der Ideenfindung und der Auswahl der Themenpriorit&#228;ten d&#252;rfte die Leistungsf&#228;higkeit noch deutlich zu steigern sein. Partizipation ist nicht gleich Basisdemokratie. Aber Partizipation bedeutet immer Abgabe von Macht, besonders dann, wenn die Partizipation &#252;ber das Internet organisiert wird. Da muss sich auch noch der letzte Parteifunktion&#228;r klar machen, dass nicht mehr der Anbieter sondern der Nachfrager bestimmt, was auf der Tagesordnung steht.</p>
<p><strong>Brauchen wir dann aber nicht auch einen neuen Typus von Politiker?</strong></p>
<p>Unterstellt man das skizzierte Szenario eines intensivierten politischen Diskurses im Internet, dann ist das wohl der Fall. Der volksnahe Bierzeltpolitiker b&#252;&#223;t im Internet ebenso an Wirkung ein, wie der mit allen Wassern gewaschene Medienprofi. Im Internet z&#228;hlen – wie erw&#228;hnt – in erster Linie Glaubw&#252;rdigkeit und das Ersp&#252;ren resonanzf&#228;higer Themen. In einem solchen Umfeld ist ein Kurt Beck ebenso seiner Mittel beraubt wie ein Karl-Theodor zu Guttenberg. Mit dem Eindringen der Netzwerke in die Hoheitsgew&#228;sser der traditionellen Massenmedien &#252;ber B&#252;rgerjournalismus und Blogging &#228;ndert sich die Definition von Medienkompetenz grundlegend. Ein ehrlicher und gradlinig auftretender Peer Steinbr&#252;ck kann da durchaus mehr Mobilisierungskraft entfalten als ein smarter Talkshowstar.</p>
<p><strong>Von Seiten der </strong><strong>Parteimitglieder und W&#228;hler wird Partizipation heute immer mehr eingeklagt&#8230;</strong></p>
<p>Ja, man kann heute niemand glaubhaft klar machen, dass ein m&#252;hsamer Weg durch die Instanzen, eine jahrelange parteipolitische Basisarbeit oder etwa der pers&#246;nliche Aufstieg zum Medienmogul notwendig ist, um die individuelle Wirkung zu potenzieren. Mit den interaktiven Vernetzungstechnologien ist ein Instrument entstanden, das wie ein immer w&#228;hrendes Versprechen auf wirksame Beteiligung wirkt.</p>
<p>Versuchen Sie in Zeiten des Internets einmal glaubw&#252;rdig zu vertreten, das Partizipation eine schwierige &#220;bung ist. Wenn ein Wunsch auf Partizipation vorgetragen wird, k&#246;nnen Sie zwar auf mangelnde Kompetenz verweisen, aber Sie k&#246;nnen den Wunsch nicht mehr mit der Drohung eines m&#252;hseligen „Wie?“ zum Schweigen bringen. Mit der Erwartung an das Internet, dass jeder Schmetterling einen Sturm entfachen kann, ist Partizipation zum fast selbstverst&#228;ndlichen Anspruch und tiefen Bed&#252;rfnis geworden. Ein Politiksystem, dass sich dieser &#196;nderung langfristig verweigert, frustriert die Menschen. Ist das Politiksystem eine Diktatur, dann steigt die Wahrscheinlichkeit f&#252;r aggressiven Widerstand, ist es eine Demokratie, die das Versprechen auf Beteiligung als genetischen Kern in sich tr&#228;gt, dann steigt das Risiko einer schleichenden inneren Abkehr.</p>
<p>Denken wir an die Zeit vor der Einf&#252;hrung der neuen Kommunikationstechnologien zur&#252;ck. Da hatten wir die Situation, dass jeder Mensch, den ein starkes Handlungsmotiv antrieb, immer erst nach Netzwerken suchen musste, die es ihm gestatteten, seinen pers&#246;nlichen Wirkungsraum zu potenzieren. Wenn man etwas ver&#228;ndern, wenn man gesellschaftlich Einfluss nehmen wollte, musste man viel Energie und Intelligenz in die Wahl geeigneter Mittel und Wege stecken: Man ging auf die Stra&#223;e oder versuchte sonst irgendwie die Aufmerksamkeit der Massenmedien und damit der &#214;ffentlichkeit auf sein Anliegen zu lenken. Man hat Hungerstreiks gemacht, Lichterketten gebildet, Plakate an gewagten Pl&#228;tzen entrollt usw. Immer ging es darum, f&#252;r die eigene Sache zu mobilisieren. Wer sich die Medien als Werbetr&#228;ger nicht kaufen konnte, musste irgendwie interessant oder aufregend genug sein, um f&#252;r die Medienmacher Attraktivit&#228;t zu besitzen. Die Massenmedien hatten gewisserma&#223;en das Skalierungsmonopol.</p>
<p>Heute haben wir eine grundlegend andere Ausgangslage: Das fr&#252;her herbeigesehnte oder m&#252;hsam realisierte Netzwerk ist einfach da, jederzeit verf&#252;gbar und prinzipiell immer aufnahmebereit. Fr&#252;her suchten sich Handlungsmotive m&#252;hsam ein Netzwerk, heute ist es fast so, als ob das Netzwerk gierig nach geeigneten Handlungsmotiven sucht.</p>
<p><strong>Wie kann ich Resonanz im Netzwerk erzeugen? Einen Hype zu generieren, ist doch relativ „easy“ …</strong></p>
<p>Das ist gar nicht „easy“ – oder nur, wenn man in die unterste Schublade menschlicher Bed&#252;rfnislagen greift. Bei Sex, Bl&#246;deln und Gewalt ist es eher einfach, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Bei ernsteren Anliegen oder komplexeren Motivlagen wird es deutlich schwieriger, die Menschen dazu zu bewegen, sich aktiv zu beteiligen.</p>
<p>In den Netzen verlagert sich die Macht radikal vom Anbieter auf den Nachfrager. Der eigentlich interessante Zauberstab im Netzwerk ist nicht Werbedruck oder hohe Pr&#228;senz wie in den alten Medien. Das Internet erzeugt seine Stars und seine Moden weit weniger &#252;ber Werbeetats oder trickreiche Manipulation als die PR-Berater und Werbeprofis einen glauben machen wollen. Was nachhaltig bedeutungsvoll wird und was nicht, entscheidet immer mehr die Resonanzbereitschaft der Nachfrager und immer weniger die Absicht der Anbieter. Im Internet gilt radikal, dass man nachhaltige Attraktivit&#228;t weder kaufen noch erzwingen kann.</p>
<p>Ich glaube, die Parteien in Deutschland haben das im letzten Bundestagswahlkampf schmerzlich lernen m&#252;ssen. Nat&#252;rlich kann man sich als Partei einen „Digital Native“ in den Beirat holen oder „ganz professionelle virale Videos“ produzieren lassen. Wenn es aber nicht gelingt, reale Resonanzpunkte zu treffen, ist alles umsonst und die Wirkung im Netz eher „tote Hose“.</p>
<p>Ebenso wie die Politik brauchen allerdings auch die B&#252;rger Zeit und Gelegenheit, den Umgang mit den neuen M&#246;glichkeiten der Partizipation &#252;ber die Netzwerke zu lernen. Die hitzige Gesundheitsdebatte in den USA hat wohl selbst den experimentierfreudigen Barack Obama &#252;berrascht und d&#252;rfte die Politiker hierzulande nicht gerade mutiger gemacht haben. Unsinnige Ger&#252;chte demagogisch &#252;ber die Netzwerke zu stimulieren oder heikle Informationen, wie die Ergebnisse einer Wahl, eines Abkommens oder die Kenntnisse von Terrorbek&#228;mpfung naiv in die Welt zu twittern, sind sich real bietende M&#246;glichkeiten. Ohne einen reifen Umgang der Netzgemeinde mit dem Missbrauchspotential ist Politik im Netz ein Spiel mit dem Feuer. Beteiligung bedeutet immer &#220;bernahme von Verantwortung. Den Versuch einer Intensivierung von Partizipation &#252;ber die Netze aber deshalb erst gar nicht zu wagen, w&#228;re unverantwortlich</p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p><em>Prof. Dr. Peter Kruse lehrt Allgemeine und Organisationspsychologie an der Universit&#228;t Bremen. Dies ist die gek&#252;rzte und rearrangierte Version eines Interviews, das Ulrike Reinhard f&#252;r den Band &#8220;<a href="http://www.reboot-d.de/doku.php">REBOOT_D: Digitale Demokratie – Alles auf Anfang</a>&#8221; gef&#252;hrt hat.<br />
</em></p>
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<p><strong>Was zur Folge hat, dass </strong><strong>Partizipation beispielsweise seitens der Kunden, Parteimitglieder, W&#228;hler eigentlich ganz zwangsl&#228;ufig immer mehr eingeklagt wird &#8230;</strong></p>
<p>Ja, man kann heute niemand glaubhaft klar machen, dass ein m&#252;hsamer Weg durch die Instanzen, eine jahrelange parteipolitische Basisarbeit oder etwa der pers&#246;nliche Aufstieg zum Medienmogul notwendig ist, um die individuelle Wirkung zu potenzieren. Mit den interaktiven Vernetzungstechnologien ist ein Instrument entstanden, das wie ein immer w&#228;hrendes Versprechen auf wirksame Beteiligung wirkt. Versuchen Sie in Zeiten des Internets einmal glaubw&#252;rdig zu vertreten, das Partizipation eine schwierige &#220;bung ist. Wenn ein Wunsch auf Partizipation vorgetragen wird, k&#246;nnen Sie zwar auf mangelnde Kompetenz verweisen, aber Sie k&#246;nnen den Wunsch nicht mehr mit der Drohung eines m&#252;hseligen „Wie?“ zum Schweigen bringen. Mit der Erwartung an das Internet, dass jeder Schmetterling einen Sturm entfachen kann, ist Partizipation zum fast selbstverst&#228;ndlichen Anspruch und tiefen Bed&#252;rfnis geworden. Ein Politiksystem, dass sich dieser &#196;nderung langfristig verweigert, frustriert die Menschen. Ist das Politiksystem eine Diktatur, dann steigt die Wahrscheinlichkeit f&#252;r aggressiven Widerstand, ist es eine Demokratie, die das Versprechen auf Beteiligung als genetischen Kern in sich tr&#228;gt, dann steigt das Risiko einer schleichenden inneren Abkehr.</p></div>
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		<title>Vergesst Obama!</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 16:18:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Moorstedt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Elite der Techno-Politik trifft sich zum ersten Mal auf europ&#228;ischen Boden und kennt auch 2009 nur ein Thema. Die Debatte um die Chancen und Risiken der digitalen Medien ist am 4.11.2008 stehen geblieben. Time to move on!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/1b55b01a9d5e42d6b52a987a99ca48a7" alt="" width="1" height="1" />Pr&#228;sident Barack Obama ist in diesen Tagen in Asien unterwegs, er hat mit chinesischen Studenten &#252;ber das Internet gesprochen (&#8220;<a href="http://www.readwriteweb.com/archives/obama_i_have_never_used_twitter.php">I have never used Twitter</a>&#8220;), und sich nach Meinung konservativer Landsleute ein wenig zu tief vor dem japanischen Kaiser <a href="www.foxnews.com/politics/2009/11/16/obama-draws-bow-japanese-emperor/">verbeugt</a>. Obama ist also viele Tausend Kilometer entfernt, und steht beim <a href="http://personaldemocracy.com/">Personal Democracy Forum</a>, das am 20. und 21. November in Barcelona stattfindet, trotzdem im Mittelpunkt. Joe Rospars, der New Media Director seiner Kampagne, darf mal wieder erkl&#228;ren &#8220;Why Obama won&#8221;, und nennt die bekannten Buzz-W&#246;rter: Transparenz, Authentizit&#228;t und Partizipation.</p>
<p>Danach sprechen der franz&#246;sische Technik-Consultant <a href="http://www.atelier-us.com/">Dominique Piotet</a> und <a href="http://www.lanetscouade.com">Beniot Thieulin</a>, der Madame Royale w&#228;hrend der franz&#246;sischen Pr&#228;sidentschaftswahlen in Internet-Fragen beriet, mit Rospars dar&#252;ber, was Europa aus dem Obama-Wahlkampf lernen kann. Falls es jemand vergessen haben sollte: Transparenz, Authentizit&#228;t und Partizipation.</p>
<p>&#8220;Das Internet ist ein h&#246;chst effektives Werkzeug, um die Truppen zu organisieren&#8221;, sagt Thieulin, und nimmt so Bezug auf das einleitende Statement des PDF-Producers Andrew Rasej aus New York: In der interaktiven Multimediademokratie &#8220;schlagen organisierte Minderheiten die unorganisierte Mehrheit&#8221;.</p>
<p>Das Personal Democracy Forum, das in den USA seit einigen Jahren die<em> early adopters</em>, Aktivisten und Dienstleister versammelt, wirkt fast wie eine Form der digitalen Entwicklungshilfe. Die Stars und auch die Sponsoren kommen aus der neuen Welt. Und es bleibt Amerikanern und Obama-Veteranen wie Joe Rospars vorbehalten, die gro&#223;en Worte zu schwingen &#8211; &#8220;lower the barriers of participation&#8221;, &#8220;build real, meaningful relationships with the people&#8221;, und als Botschafter der reinen Lehre und Missionare aufzutreten.</p>
<p>Vertreter der europ&#228;ischen Parteien und Firmen wirken, nach einem langen, harten Jahr voller Wahlen mit negativen Rekorden, beinahe ein wenig desillusioniert. Gr&#252;nde, warum es einen europ&#228;ischen Obama in n&#228;chster Zeit nicht geben wird, finden die franz&#246;sischen Internet-Experten jedenfalls genug. Obama hatte den Vorteil des First Movers. Piotet: &#8220;Die erste Kampagne des 21. Jahrhunderts wurde durchgef&#252;hrt. Jetzt beginnt das Tagesgesch&#228;ft.&#8221;</p>
<p>Europ&#228;ische Parteien und Interessensverb&#228;nde sind, anders als ihre Pendants in den USA, keine Bewegungen, sondern b&#252;rokratische Institutionen. Die Kompatibilit&#228;t mit sozialen Netzwerken ist gering. Europa ist nicht wirklich interessiert an Transparenz, so Piotet. &#8220;Schauen sie sich an wie wir Fu&#223;ball spielen.&#8221; (er spielte auf das skandal&#246;se Handspiel von Henry im Playoff-Match gegen Irland an). Und Benoit meinte: &#8220;Die Franzosen wollen dem Pr&#228;sidenten nicht zu nahe kommen. Sie wollen einen Vater.&#8221;</p>
<p>Das ist alles nicht neu. Und bei den letzten Beispielen handelt es sich wohl eher um franz&#246;sische Folklore als um tats&#228;chliche politische Analyse. Piotet besteht darauf, dass Obama f&#252;r Europa kein Rollenvorbild, kein Modell sei, sondern &#8220;ein Monument, das uns inspiriert und mit Energie versorgt&#8221;. Vielleicht aber ist genau das der falsche Ansatz. Vielleicht hat der Blogger Jon Worth von Euroblog recht, der mitten in die Flashback-Analyse <a href="http://twitter.com/jonworth/statuses/5886971586">twitterte</a>: &#8220;I&#8217;m tired of talking of Obama&#8217;s campaign (&#8230;) we need a kick from something else.&#8221;</p>
<p>Interessanter als die bunten Powerpoint-Pr&#228;sentationen der Obama-Dienstleister, wichtiger als unsere eigenen, warmen Erinnerungen an diesen amerikanischen Herbst, in dem das Licht einer neuen Zeit am Horizont aufzublitzen schien, sind all die kleinen, banalen Beispiel der angewandten digital-direkten Demokratie, die auf dem Personal Democracy Forum ausgetauscht werden: Die Internet-Proteste gegen Sarkozy jr. in Frankreich oder bislang unbekannte, aktivistische Blogs aus Irland. Der Glamour-Faktor ist niedrig, aber es sind immerhin Neuigkeiten, da ist Bewegung.</p>
<p>Die Debatte &#252;ber die Chancen der neuen Medien ist genau in dem Moment, in dem sie zum ersten Mal genutzt wurden, am 4.11.2008, stehen geblieben. So sehr uns Obama mit seinem l&#228;ssigen Charisma und innovativen Kommunikationspolitik auch fasziniert. It is time to move on.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=18645&amp;md5=ae52a7cb0815836aadf699800d2c9ae5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Mehr Mut zum Dialog</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Nov 2009 13:33:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Miriam Meckel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch deutsche Politiker setzen in Sachen Onlinewahlkampf verst&#228;rkt auf Twitter, doch den meisten mangelt es an einer konkreten Kommunikationsstrategie. Zuh&#246;ren und Dialog sind gerade hier gefragt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/9aea4c0c397c4162b2be6c49e60814b1" width="1" height="1" alt=""/>Mit einer <strong>Ein-Wort-Mitteilung</strong> kommentierte US-Pr&#228;sident Barack Obama am 9. Oktober seine Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis: „Humbled“ (dem&#252;tig), so lautete der <a href="http://twitter.com/barackobama/status/4736968403">Tweet</a>, der um 11:31 Washingtoner Zeit &#252;ber Twitter in die Welt gesendet wurde. In ihm ist die Twitterstrategie Obamas kondensiert, die ihm auch im Pr&#228;sidentschaftswahlkampf 2008 zum Erfolg verholfen hat. (1) Obama twittert mit klaren kurzen Aussagen, (2) er &#252;berschwemmt seine knapp 2.4 Millionen Follower nicht mit sinnlosen Nachrichten und (3) er verweist fast immer auf weitergehende Hintergrund- oder Mobilisierungsinformationen, die &#252;ber andere Webkan&#228;le (Youtube, Whitehouse Website, Facebook etc.) zur Verf&#252;gung stehen. Unter anderem durch diese Nutzung von Twitter ist es dem Obama- Kampagnenmanagement gelungen, den ersten echten Web-Wahlkampf zu f&#252;hren, insbesondere die j&#252;ngere Generation der W&#228;hlerinnen und W&#228;hler wieder f&#252;r Politik zu interessieren und dabei mit etwa zwei Millionen US-Dollar Spendeneink&#252;nften pro Tag zum erfolgreichsten Fundraiser der US-Wahlkampfgeschichte zu werden.</p>
<div id="attachment_17939" class="wp-caption alignright" style="width: 323px"><a href="http://twitter.com/barackobama/status/4736968403"><img class="size-full wp-image-17939   " title="Humbled." src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/11/humbled.png" alt="Humled." width="313" height="118" /></a><p class="wp-caption-text">Klare kurze Ansage. (Screenshot: twitter)</p></div>
<p>Obamas Webkommunikationsstrategie gilt seitdem als Benchmark, an der sich auch viele Politiker und Parteien in Europa orientieren wollen. Im Zentrum der <strong>politischen Kommunikationsrevolution </strong>steht derzeit Twitter, der Microbloggingdienst, &#252;ber den Kurznachrichten von maximal 140 Zeichen in die Welt gesendet werden k&#246;nnen. Mit einem Zuwachs von knapp 1.400 Prozent von Anfang 2008 bis Anfang 2009 hat <a href="http://blog.nielsen.com/nielsenwire/online_mobile/twitters-tweet-smell-of-success/">Nielsen Research</a> Twitter zur am schnellsten wachsenden Web 2.0-Plattform ausgerufen.</p>
<p>Erfolg und Reichweite, diese beiden Kriterien haben auch die deutschen Politiker veranlasst, im zur&#252;ckliegenden Bundestagswahlkampf das Experiment Twitter zu wagen. Das Potenzial von Twitter wurde von vielen deutschen Politikern allerdings erst auf den letzten Metern entdeckt. Mehr als Dreiviertel aller identifizierten politischen Accounts wurden erst im Jahr 2009 er&#246;ffnet, der letzte im Endspurt des Wahlkampfes knapp zwei Wochen vor der Abstimmung. Barack Obama hingegen startete seine Onlinekampagne auf Twitter bereits im April 2007 und somit mehr als 18 Monate vor der Wahl. Gerade Onlinemedien leben vom <strong>Vertrauen</strong> der Nutzer in die Botschaften des Absenders und dieses Vertrauen l&#228;sst sich nicht &#252;ber Nacht schaffen, sondern muss langfristig aufgebaut werden.</p>
<p>Das ist nicht der einzige Grund daf&#252;r, dass es den deutschen Politikern schwergefallen ist, die W&#228;hler &#252;ber das Netz zu mobilisieren. Erste Ergebnisse einer Analyse von 577 politischen Twitteraccounts im Zeitraum der deutschen Bundestagswahl durchgef&#252;hrt vom Institut f&#252;r Medien- und Kommunikationsmanagement der Universit&#228;t St. Gallen verdeutlichen, dass der Wahlkampf &#252;ber soziale Medien aus der Experimentierphase noch nicht heraus ist. Die wenigsten Politiker hatten eine konkrete <strong>Informations- oder Mobilisierungsstrategie</strong> und es fehlte oft an spannenden Inhalten sowie an M&#246;glichkeiten der <strong>dialogischen Kommunikation</strong>.</p>
<ol>
<li><em>Kein klares Kommunikationsziel</em>: Die Mehrzahl der Politiker ist auf Twitter weder regelm&#228;&#223;ig aktiv, noch werden deren Inhalte abonniert. Hier wird deutlich, dass sich Konventionen in der politischen Kommunikation &#252;ber Twitter noch nicht etabliert haben und den Politikern die Kommunikationsideen fehlen. Die Inhalte der Tweets schwanken zwischen Werbung f&#252;r die eigene Webseite, Hinweisen auf aktuelle Veranstaltungen, beinhalten aber auch Verweise auf das Wetter und andere Banalit&#228;ten. So sind die Politiker dann auch eher untereinander im eigenen Lager vernetzt anstatt Anh&#228;nger in anderen politischen Lagern zu finden oder mit ihren W&#228;hlern zu kommunizieren. Ohne Botschaft und Kommunikationsziel f&#252;hren die Parteien auf Twitter also vornehmlich Selbstgespr&#228;che.</li>
<li><em>Quantit&#228;t ist nicht Qualit&#228;t</em>: Von den flei&#223;igsten Politik-Twitterern geh&#246;rt niemand zu den popul&#228;rsten gemessen an der Zahl der Follower. Trotz Flei&#223; also kein Preis. Lediglich die neugegr&#252;ndete Piratenpartei trifft auf erhebliche digitale Akzeptanz. Der Account der Partei hat fast 20.000 Follower, der des Spitzenkandidaten immerhin noch &#252;ber 11.000. Bei den etablierten Parteien k&#246;nnen nur die Gr&#252;nen ansatzweise mithalten. Das mag in Deutschland derzeit zur Spitze reichen, ist jedoch &#228;u&#223;erst wenig im Vergleich zu den zweieinhalb Millionen Followern Barack Obamas oder den 150.000 Followern Sarah Palins.</li>
<li><em>F&#228;lschungen begeistern Follower</em>: Unter den Top 10 der Accounts mit den meisten Followern sind mehrere F&#228;lschungen zu finden. Unter dem Namen der deutschen Kanzlerin wird gleich mehrfach falsch getwittert. Sowohl der Account „<a href="http://twitter.com/Merkel_CDU">Merkel_CDU</a>“ als auch „<a href="http://twitter.com/Angie_Merkel">Angie_Merkel</a>“ werden nicht aus dem Bundeskanzleramt, sondern von Privatpersonen betrieben, die Spekulationen &#252;ber das Privatleben von FDP-Chef Westerwelle und anderen Unsinn in die Welt schicken. Beide Accounts z&#228;hlen mit etwa 5.000 Followern zur Top-Ten-Liste der erfolgreichsten „Politiker“-Tweets. Auch SPD-Chef <a href="http://twitter.com/muentefering">Franz M&#252;ntefering</a> und SPD-Kanzlerkandidat <a href="http://twitter.com/F_W_Steinmeier">Frank Walter Steinmeier</a> sind bei Twitter aktiv und geh&#246;ren mit jeweils um die 5.000 Followern zu den Top Ten, unabh&#228;ngig von der Tatsache, dass es sich um gef&#228;lschte Twitteridentit&#228;ten handelt.</li>
</ol>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>Wenn ein Gro&#223;teil der deutsche Spitzenpolitik Twitter ignoriert, wird das von Dritten eben zur Profilierung oder f&#252;r zweifelhafte Sp&#228;&#223;e genutzt. Es gibt aber auch das Gegenbeispiel: Hier nutzen Parteien bewusst falsche Accounts, um die politische Gegnerschaft blo&#223;zustellen. Die CDU in Nordrhein Westfalen lies beispielsweise die SPD-Politikerin Hannelore Kraft unter dem Namen „<a href="http://twitter.com/Kraftilanti">Kraftilanti</a>“ mit falscher Stimme zwitschern. Insgesamt handelt es sich bei zwanzig Prozent der Accounts um F&#228;lschungen. Ein F&#252;nftel der Polittweets hat also mit Politik rein gar nichts zu tun. Hier zeigt sich ein Bedarf f&#252;r verifizierbare Accounts f&#252;r politische Pers&#246;nlichkeiten, wie Twitter dies in den USA bereits erprobt.</p>
<p>Als <strong>Lektion</strong> aus dem deutschen Bundestagswahlkampf lassen sich drei Schl&#252;sse ziehen:</p>
<ol>
<li>Politiker sollten sich ihre <em>Accounts sichern und die Kommunikationsform des Microblogging erproben</em>, bevor der n&#228;chste Wahltermin ansteht, um Erfahrungen zu sammeln und eine kontinuierliche Kommunikationsstrategie zu erarbeiten. In der Regel sind Follower auf Twitter sehr treu, dennoch verloren einige twitternde deutsche Politiker in den letzten zwei Wochen vor der Wahl bis zu einem Drittel ihrer Anh&#228;ngerschaft. Im gleichen Zeitraum konnten die erfolgreichsten Werber ihre Followeranzahl gerade einmal um zehn Prozent steigern. Wenn deutsche Politiker die Massen auf Twitter mobilisiert haben, dann so dass sie ihnen teilweise in Scharen davonliefen.</li>
<li>Es geht nicht darum, die W&#228;hler mit Botschaften zu bombardieren, sondern <em>gezielte Informationen mit Vertiefungshinweisen</em> oder Mobilisierungscharakter zu senden, die einen Nutzwert f&#252;r die B&#252;rger haben. Barack Obama hat z. B. gerade einmal 374 Tweets in zweieinhalb Jahren ver&#246;ffentlicht, dabei aber immer wieder konkrete Apelle an seine Anh&#228;nger gerichtet. Aus den Fehlern seiner Anfangszeit, als auch er &#252;ber Belangloses twitterte, hat er schnell gelernt.</li>
<li><em>Auch Twitter ist keine Einbahnstra&#223;e</em>. Wer bei Twitter erfolgreich und akzeptiert sein will, muss  die Kommunikations- und Beziehungsw&#252;nsche der Nutzer erwidern. Das Beispiel Obama zeigt, dass er neben Millionen Lesern auch selber knapp 750.000 anderen Twitterern folgt. Hierbei geht es nicht um eine aktive Kommunikation mit jedem einzelnen, sondern das Gef&#252;hl der Reziprozit&#228;t als Basis f&#252;r den Dialog. Gezielte pers&#246;nliche Ansprache, gepaart mit konkreten Aufrufen, ist erfolgversprechender als auf das Fernsehprogramm von gestern oder das Wetter von morgen hinzuweisen.</li>
</ol>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>Das Erfolgrezept f&#252;r Twitter liegt in der richtigen Mischung zwischen drei wesentlichen <strong>Kommunikationstypologien</strong>, die die Analyse der Bundestagswahltweets erbracht hat: Es reicht nicht, „Statusstar“ zu sein, also kaum jemandem zu folgen, aber eine gro&#223;e Zahl von Followern an sich zu binden. Es gen&#252;gt auch nicht, „Broadcaster“ zu sein, indem jeden Tag unz&#228;hlige Botschaften ins Web gesendet werden. Man muss auch „Informationseeker“ sein, also ins Netz hineinh&#246;ren und Freunde auf Twitter sammeln. Das wechselseitige <strong>Zuh&#246;ren</strong> ist ein wesentliches Erfolgskriterium auch bei Twitter. Insofern unterscheidet sich die digitale Welt nicht sehr von der analogen.</p>
<p><em>Dieser Artikel erscheint als <a href="http://www.miriammeckel.de/2009/11/10/mehr-mut-zum-dialog">Crossposting</a> mit freundlicher Genehmigung.</em>
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		<title>Koalitionsverhandlungen: Wo bleibt die digitale Anreicherung? Wo bleibt Twitter? Wo bleiben die Blogs?</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 15:01:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Koalitionsverhandlungen w&#228;ren ein ideales Testfeld, um politische Alltagsroutinen auch nach dem Wahlkampf digital anzureichern: Kontinuierliche Tweets zum Verhandlungsgeschehen und allabendliche Blogeintr&#228;ge von den Verhandlungsf&#252;hrern k&#246;nnten die Spekulationswut der Hauptstadtmedien angenehm konterkarieren. Obama hat das alles vorgemacht. Hierzulande k&#228;mpft nur noch @westerwave gegen einen typisch deutschen Offline-Herbst.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/f710e97efc9648af98a427999a487698" width="1" height="1" alt=""/>Der (Online-)Wahlkampf ist vorbei &#8211; und damit auch die Vergleiche mit der &#220;ber-Referenz Obama. Aber warum eigentlich? Denn auch bei der Regierungsbildung setzte der US-Pr&#228;sident Ma&#223;st&#228;be in Sachen digitaler Mediennutzung.</p>
<p>W&#228;hrend der &#220;bergangsphase zwischen dem Wahltag im November und der formellen Amts&#252;bernahme im Januar lagen arbeitsreiche Monate der so genannten Presidential Transition &#8211; in dieser von langer Hand geplanter &#220;bergangsphase vollzieht sich der eigentliche Regierungswechsel und das Regierungsteam nimmt Gestalt an. Auch das inhaltliche Profil wird gesch&#228;rft, und obwohl in den USA ein pr&#228;sidentielles System vorherrscht, so hatten einige Verhandlungen durchaus &#196;hnlichkeiten mit den gerade gestarteten Koalitionsverhandlungen.</p>
<p>Auch in Deutschland hat gerade eine Transitionsphase begonnen, in politikwissenschaftlicher Perspektive d&#252;rfte man die Amtsperioden wohl &#8220;<strong>Merkel I</strong>&#8221; und &#8220;<strong>Merkel II</strong>&#8221; nennen. Der Auftakt der Koalitionsverhandlungen hat medial ein breites Echo gefunden, auch die organisatorische Dimension bis hin zur personellen Besetzung einzelner Arbeitsgruppen wurde verschiedentlich beleuchtet.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/10/wester2.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-16000" style="margin: 4px;" title="wester2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/10/wester2-300x190.jpg" alt="wester2" width="300" height="190" /></a>Doch gibt es auch einen Anteil digitalen Medieneinsatzes auf Seiten der Verhandelnden? Sieht man mal von den t&#228;glichen Tweets eines gewissen <a href="http://twitter.com/westerwave">@westerwave</a> ab &#8211; wohl eher nicht. Zwar hat es sich im Laufe des vergangenen Jahres zwar herum gesprochen, dass die Werkzeuge des Web 2.0 gut f&#252;r den Online-Wahlkampf seien. Doch dass man auch &#252;ber den Wahltag hinaus <strong>politische Arbeitsroutinen digital anreichern</strong> kann, das ist wohl das n&#228;chste Neuland f&#252;r die deutsche Politik. Eine fl&#252;chtige Twitter-Umfrage hat erste Kommentare und Anregungen hervorgebracht, weitere k&#246;nnen folgen &#8211; gerne auch hier in den Kommentaren.</p>
<p>Es muss ja nicht gleich das hyperkomplexe Google Wave sein (danke <a href="http://twitter.com/cle50000">@cle50000</a> f&#252;r den Hinweis  ;-) , doch einige basale Tools aus der auf Kollaboration angelegten Web 2.0-Kommunikation k&#246;nnten auch im Rahmen von Koalitionsverhandlungen sinnvoll eingesetzt werden. <a href="http://twitter.com/kre8tiv">@kre8tiv</a> hat mit deutlich weniger als 140 Zeichen einen ersten vorschlag f&#252;r die begleitung der aushandlungen <a href="http://twitter.com/kre8tiv/status/4679896859">vorgelegt</a>:</p>
<blockquote><p>Arbeitsgruppen: Wikis | Kurze Zwst&#228;nde: Microblogging | B&#252;ndelung des Tages: Vorsitzenden Blogs.</p></blockquote>
<p>Damit w&#228;re schon mal eine minimale Begleitung des komplexen Procedere aus der Innenperspektive m&#246;glich &#8211; selbstverst&#228;ndlich k&#246;nnen relevante Details zur&#252;ckgehalten werden. Generell herrscht aber eher Skepsis, was den Verhandlungsstil der k&#252;nftigen Regierungspartner angeht, zudem wird Koalitionsverhandlungen ein Status als legitimer &#8220;R&#252;ckzugsraum&#8221; f&#252;r Face-to-Face-Kommunikation zugestanden (besten Dank f&#252;r die Facebook-Kommentare!).</p>
<p>Allerdings w&#228;re mit einem kontinuierlichen Informationsfluss direkt aus dem Verhandlungsgeschehen heraus <strong>der Spekulationswut der Hauptstadtmedien ein Kontrapunkt</strong> gesetzt &#8211; und eine aktive Beeinflussung der &#246;ffentlichen Debatte ist sicherlich imInteresse der verhandelnden Akteure.</p>
<p>Ein Blick auf die Aktivit&#228;ten im Umfeld der Obama-Transition im vergangenen Herbst kann weitere Impulse liefern. Unter dem Motto &#8220;<a href="http://change.gov/open_government/yourseatatthetable">Your Seat at the Table</a>&#8221; waren vormals interne Besprechungen von Arbeitsgruppen in verschiedenen Politikfeldern per Online-Video zug&#228;nglich gemacht worden. Parallel dazu hatten die Leiter dieser<br />
Meetings knapp die Diskussionsgegenst&#228;nde geschildert und interessierte B&#252;rger zur Kommentierung in einem &#8220;Citizen Briefing Book&#8221; aufgerufen. Aus dieser, letztlich zwar nur <strong>symbolischen, &#214;ffnung </strong>resultierten mehrere Zehntausend Eintr&#228;ge auf der Website zum administrativen Wandel, change.gov.</p>
<p>Eine derartige Digitalisierung werden wir hierzulande wohl nicht erleben &#8211; obwohl die Domain <a href="http://www.koalitionsverhandlungen.de/">koalitionsverhandlungen.de</a> bereits registriert ist. Allerdings liegen die Rechte bei der Autonat GmbH in Landshut, und es ist nicht davon auszugehen, dass der Domaininhaber Ralf Zm&#246;lnig in den n&#228;chsten Tagen offizielle Anfragen daf&#252;r erhalten<br />
wird.</p>
<p>Die Transitionsphase des President-elect Barack Obama kann im Nachhinein als Vorbote f&#252;r eine <strong>allm&#228;hliche Modernisierung der Regierungskommunikation</strong> auf ganz unterschiedlichen Feldern betrachtet werden. Personelle Umstruktierungen und die Etablierung neuer Positionen im Bereich Online-Medien und E-Government nahmen bereits vor der offiziellen Amts&#252;bernahme ihren Anfang, und ganz allm&#228;hlich<br />
gewinnen Konzepte wie &#8220;Government 2.0&#8243; an Kontur.</p>
<p>Trotz aller Systemunterschiede zwischen Washington und Berlin k&#246;nnte man nun auch die Performance der Koalitionsverhandlungen <strong>als ersten Ma&#223;stab f&#252;r den Willen zur Weiterf&#252;hrung der Online-Aktivit&#228;ten aus dem Wahlkampf</strong> ansehen – nicht nur das E-Campaigning selbst war in den Tagen vor dem 27 . September ein gr&#246;&#223;eres Thema. Wir werden sehen, ob das Web 2.0nur einen Sommer lang politisch aufbl&#252;hen durfte &#8211; und nun wieder ein <strong>typisch deutscher Offline-Herbst</strong> folgt.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=15951&amp;md5=a5a37c36843a45f1945b3cbcacf852db" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sag mir wie h&#228;ufig Du surfst &#8211; und ich sage Dir, ob Du eine Volkspartei w&#228;hlst</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 17:01:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit den Daten aus der j&#252;ngsten Wahl l&#228;sst sich zeigen: Je mehr die Leute im Netz surfen, desto weniger w&#228;hlen sie eine Volkspartei. Okay, der Zusammenhang ist in Wahrheit wohl etwas komplizierter.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/00c2bf51f0c64e19b947116dc3e54b5e" width="1" height="1" alt=""/>Union oder SPD zu w&#228;hlen wird bekanntlich so langsam zum Altersph&#228;nomen: Nur noch 43 Prozent der 18- bis 29-j&#228;hrigen W&#228;hler gaben den &#8220;Volksparteien&#8221; bei dieser Bundestagswahl ihre Stimme. In der Altergruppe 60+ kamen Union und SPD hingegen auf satte 70 Prozent.</p>
<p>Das Wahlverhalten h&#228;ngt aber nicht nur am Alter, man kann die Angelegenheit auch anders aufschl&#252;sseln: Je mehr die Leute im Netz surfen, desto weniger w&#228;hlen sie eine Volkspartei:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/wahlverhalten_internet.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-15638" title="wahlverhalten_internet" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/wahlverhalten_internet.png" alt="wahlverhalten_internet" width="550" height="427" /></a></p>
<p>Diese lineare Beziehung &#8220;Wenn Du t&#228;glich im Netz surfst, w&#228;hltst Du seltener eine Volkspartei&#8221; weist eine fast schon absurd hohe Korrelation von 0,978 auf. Damit ist die lineare Beziehung zwischen diesen beiden Variablen nachgewiesen &#8211; aber nat&#252;rlich nicht ein kausaler Einfluss: Es w&#228;re wohl auch absurd zu behaupten, dass das Surfen im Netz allein und <em>per se</em> das Wahlverhalten beeinflusst. Richtig ist wohl, dass wer viel im Netz surft eben eher j&#252;nger und eher offen f&#252;r Wechsel ist.</p>
<p>Der Zusammenhang von Wahlverhalten und Mediennutzung sieht zumindest sehr sch&#246;n aus &#8211; und hat eine gewisse Logik: Massenparteien und Massenmedien passten eben sehr gut zusammen, wie Franz Walter k&#252;rzlich schon bei Cicero <a href="http://www.cicero.de/97.php?item=4101">anmerkte</a>. Aber man muss auch einr&#228;umen: Auch zwischen dem Alter eines W&#228;hlers und der Wahl einer Volkspartei l&#228;sst sich ebenfalls eine sehr hohe Korrelation von 0,970 bestimmen.</p>
<p>Wahrscheinlich ist die Sache so: Die Jungen wenden sich –  ausger&#252;stet mit dem Internet – von den Massenparteien ab. Ja, so k&#246;nnte man das vielleicht ausdr&#252;cken. Um zu wissen, dass das stimmt, braucht man auch keine Grafik und keine Statistik.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=15637&amp;md5=a8342b8df574fe6ed04f80467814f066" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kampagne als &#8220;Augmented Reality Game&#8221;: Der Mitmachwahlkampf der Piratenpartei</title>
		<link>http://carta.info/15450/kampagne-als-augmented-reality-game-der-mitmachwahlkampf-der-piratenpartei/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 17:43:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Piratenpartei hat bei dieser Bundestagswahl den einzig echten Mitmachwahlkampf gef&#252;hrt. Dabei tr&#228;gt die "Mission Bundestagswahl" die Z&#252;ge eines Rollenspiels, das sich in eine Folge von "Quests" zerlegen l&#228;&#223;t: Gel&#246;st wurden bisher die Aufgaben Europawahl, Zulassung zur Bundestagswahl, &#220;bernahme der Mehrheiten in den Sozialen Netzwerken. Und nun steht das vorerst letzte Level mit dem Endgegner Wahlurne an.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/b4c254e0e259481ea171df57dccfae50" width="1" height="1" alt=""/>Am Sonntag um 18 Uhr beendet die Schlie&#223;ung der Wahllokale auch die „3-Tage-Wach-Aktionen“ der finalen Mobilisierungsrunde im angeblich so langweiligen Bundestagswahlkampf 2009. Die nach 1998, 2002 und 2005 nunmehr vierte digitale Kampagne um den Einzug in den Deutschen Bundestag hat vermutlich den gr&#246;&#223;ten Gegenwind durch Vertreter der „etablierten Massenmedien“ aushalten m&#252;ssen – <strong>die Kritik an der Belang- und Bedeutungslosigkeit des Online-Wahlkampfs lief in Print, H&#246;rfunk und TV auf „heavy rotation“</strong>. An einigen Stellen zeigte sich aber, dass man durch geschicktes Man&#246;vrieren auch auf st&#252;rmischer See erfolgreich navigieren kann. Die H&#228;ufung von <strong>Seefahrtsmetaphern</strong> deutet an, worum es geht: den „anderen“ Online-Wahlkampf der Piratenpartei.</p>
<div id="attachment_15460" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-15460" title="piratenaufmacher2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/piratenaufmacher2-300x196.jpg" alt="piratenaufmacher2" width="300" height="196" /><p class="wp-caption-text">Die Piraten schreiben mit ihrer Online-Pr&#228;senz lediglich die „Normalit&#228;t“ des digitalen Alltages ihrer Mitglieder und Unterst&#252;tzer fort</p></div>
<p>Schon vor der Sommerpause fiel die <strong>Textlastigkeit und scheinbare „R&#252;ckst&#228;ndigkeit“ der Piratenwebsites ins Auge</strong> – ganz anders als die bereits im Fr&#252;hjahr multimedial aufger&#252;steten Hochglanz-Plattformen der Bundestagsparteien pflegt die Piratenpartei ein Erscheinungsbild, das eher an die Auftritte in den fr&#252;hen Online-Jahrg&#228;ngen 1998 und 2002 erinnert. Dieser „Return-to-HTML“ ist keineswegs als genialer Coup der Enthaltsamkeit zu verstehen und hat auch nur wenig mit fehlenden Ressourcen zu tun. Eher das Gegenteil ist der Fall – die Piraten schreiben mit ihrer Online-Pr&#228;senz lediglich die „Normalit&#228;t“ des digitalen Alltages ihrer Mitglieder und Unterst&#252;tzer fort: Blogs sind nun mal vornehmlich textorientierte Gebilde, ebenso wie Wikis oder die 140 Zeichen bei Twitter. Plakative, audiovisuelle Elemente finden sich nat&#252;rlich auch im Piratenwahlkampf, aber eben nicht an so vorderer Front wie bei den „alten“ Parteien. Deren inzwischen arbeitsteilig die Aufgaben des Online-Wahlkampfes &#252;bernehmende Partei-Homepages, Kampagnen-, Kandidaten- und Unterst&#252;tzerseiten setzen viel st&#228;rker auf die Mechanismen aus der alten Medienwelt und imitieren zu Hauf journalistische Formate – m&#246;glicherweise hat gerade hier die Missgunst der professionellen Wahlkampf-Beobachter ihren Ursprung.</p>
<p><strong>Die Pr&#228;senz von Parteien und Kandidaten in den Sozialen Netzwerken ist sicherlich die wesentliche Innovation der Kampagnen-Klasse von 2009</strong>. Doch inwiefern sich hierdurch die Wahlkampff&#252;hrung erneuern und Erfolge haben realisieren lassen, wird sich erst weit nach dem Wahltermin zeigen. Die Erfahrungen in den Netzwerken haben sich nicht zur erhofften Erfolgsgeschichte entwickelt – wenn man die Reichweite der Profilseiten als Ma&#223;einheit verwendet. Dass sich nur schleppend Freunde oder Unterst&#252;tzer f&#252;r deutsche Spitzenpolitiker gefunden haben, d&#252;rfte vor allem mit der Rolle der m&#228;chtigen Parteiorganisation „hinter“ den pers&#246;nlichen Profilen zu tun haben. Die W&#228;hler wissen zu genau, dass ihre unmittelbare Unterst&#252;tzung f&#252;r einen Kandidaten durch den „Partei-Filter“ abged&#228;mpft wird – die Struktur des parlamentarischen Systems beg&#252;nstigt die Netzwerk-Werbung von Einzelkandidaten nicht. Dies gilt im besonderen f&#252;r einen solch un&#252;bersichtlichen Wahlkampf wie in diesem Jahr, dessen Endresultat erst nach einer Art „Koalitions-Lotterie“ (Karl-Rudolf Korte) feststehen wird.</p>
<p>Doch zur&#252;ck zum Piratenwahlkampf. Die technologische Einfachheit der Plattformen unter schwarzer Flagge mag durch die knappe Zeit zwischen #zensursula-Debatte und der damit verbundenen netzpolitischen Z&#228;sur bis zum formellen Einstieg in den Bundestagswahlkampf nach der Wahlzulassung am 31. Juli resultieren – dass sie sehr funktional f&#252;r einen beteiligungsorientierten Wahlkampf mit niedrigen Einstiegsh&#252;rden ist, kann inzwischen als unbestreitbar gelten. M&#246;glicherweise hat die in den etablierten Parteien allein schon f&#252;r eine interne Sichtbarkeit der Online-Kampagne zwingend erforderliche Vergr&#246;&#223;erung der Internet-Teams potenzielle Untest&#252;tzer „von au&#223;en“ eher abgeschreckt als zum Mitmachen angeregt. Auch der zwischen den Lagern gerne gepflegte Seitenhieb auf die neuesten Aktivit&#228;ten des Gegners muss f&#252;r „einfache W&#228;hler“ nicht unbedingt mitrei&#223;end wirken – bisweilen verselbstst&#228;ndigte sich so die Berliner Kampagnen-Blase.</p>
<p>Der umstandslose Zugriff auf Informationsmaterialien und ein reduziertes inhaltliches Angebot bei gleichzeitiger permanenter Mitgestaltungsm&#246;glichkeit im <strong>Piraten-Wiki stellt einen kontr&#228;ren Ansatz dar – vielleicht den einzig „echten“ Mitmach-Wahlkampf im Web 2.0</strong>. Eine wichtige Rolle spielt hier auch die Abwesenheit von Partei-Eliten – trotz der formalen Differenzierung innerhalb der Piraten-Organisation ist noch keine Kluft zwischen Landes- oder Bundesvorstand und der „einfachen Mitgliedschaft“ zu erkennen. Auch f&#252;r externe Unterst&#252;tzer und Sympathisanten ist es einfach, sich an der Arbeit der Piraten zu beteiligen – doch das muss nicht so bleiben, wenn die Piratenpartei erst einmal einen „richtigen“ Parteiapparat ausgebildet hat. <strong>Und den wird sie durchaus brauchen, wenn sie auch k&#252;nftig eine Rolle im Parteienwettbewerb spielen m&#246;chte.</strong></p>
<p>Dabei ist „Spielen“ das zweite Schl&#252;sselelement f&#252;r den Erfolg der Piraten-Kampagne – denn die kollektive Anstrengung der „Nerds“ in schwarz-orange tr&#228;gt Z&#252;ge eines Rollenspiels. <strong>Die „Mission Bundestagswahl“ l&#228;sst sich in eine Folge einzelner „Quests“ zerlegen, an denen die &#252;ber das ganze Bundesgebiet verteilten Mitspieler relativ koordiniert arbeiten</strong>. Gel&#246;st wurden bisher die Aufgaben „Europawahl“, „Zulassung zur Bundestagswahl“, &#8220;&#220;bernahme der Mehrheiten in den Sozialen Netzwerken“, das Extra-Level „Gewinnung von &#246;ffentlicher Aufmerksamkeit“ wurde etwas holprig erreicht, vielleicht auch unter Zuhilfenahme von „Cheats“. Und nun steht das vorerst letzte Level mit dem Endgegner „Wahlurne“ an.</p>
<p>Und auch wenn das nach maximaler Unwahrscheinlichkeit klingt – an dieser Stelle gibt es sogar &#196;hnlichkeiten des Piraten-Wahlkampfs mit einem amerikanischen Vorbild, dem doch vor allem die Bundestagsparteien nacheifern wollten. In einem wenig beachteten Text hat Gene Koo die Performance von <strong>my.barackobama.com als „Augmented Reality Game“</strong> beschrieben. Auch hier finden sich klar definierte Teilaufgaben, die Unterst&#252;tzer erledigen m&#252;ssen, um zum Gelingen der Kampagne beizutragen – Telefonieren, Nachbarn &#252;berreden, Veranstaltungen vorbereiten, Geld spenden. Auch wenn das Setting des Spiels mangelhaft war („minimal graphics, no sound effects, and deeply flawed gameplay“), so ist der Gedanke erkennbar – eine m&#246;glichst gro&#223;e Gruppe von Menschen versucht sich an der L&#246;sung verschiedener kampagnenbezogener „Quests“, um die zentrale Spielfigur „Barack Obama“ durch das Szenario zu leiten. Der Ausgang des „Spiels“ ist bekannt.</p>
<p><strong>In puncto Nutzerf&#252;hrung war Obama den Piraten allerdings noch um einiges voraus</strong> – mittels eines Punktesystems wurden die Wahlhelfer f&#252;r ihre Aktivit&#228;ten belohnt und konnten sich so innerhalb des Schwarms der Kampagnen-Mitarbeiter verorten. Einerseits l&#246;ste diese Form des kompetetiven Wahlhelfens enorme Motivationssch&#252;be aus, sorgte aber auch f&#252;r gro&#223;e Frustration – wenn die eigene Kampagnenarbeit nicht im Sinne des Systems „abgerechnet“ werden konnte oder andere Unterst&#252;tzer gezielt auf Punktejagd gingen. Selbst wenn die Kampagne der Piratenpartei am Sonntag bei einer mageren Prozentausbeute endet – die Impulse f&#252;r die Wahlkampf-Kommunikation und die Organisation des innerparteilichen Austauschs sind erheblich und werden k&#252;nftig mit Sicherheit auch von den etablierten Parteien aufgegriffen werden.
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		<title>Und die Tagesthemen so: Yeaahh</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 11:12:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David Pachali</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jetzt auch in den Tagesthemen: Angela Merkel und das Yeaahh-Mem.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Angela Merkels &#8220;Freunde aus dem Internet&#8221; haben es jetzt auch in die Tagesthemen geschafft. Wir sehen Bilder vom letzten Yeaahh-Flashmob in Wuppertal – von Tom Buhrow mit der sch&#246;nen Wortsch&#246;pfung <strong>Blitzauflauf</strong> eingedeutscht. Dann ein Interview mit René Walter (<a href="http://www.nerdcore.de/">nerdcore</a>), und als Experte Christoph Bautz von <a href="http://www.campact.de/campact/home">Campact</a> (in der Bauchbinde falsch: &#8220;Compact&#8221;). Der anschlie&#223;ende <strong>Kommentar</strong> von Thomas Hinrichs weckt zun&#228;chst Erinnerungen an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Yeah">Walter Ulbricht</a> und versucht es im folgenden dann allen halbwegs Recht zu machen.<br />
<object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/JMacqr0RvcQ&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/JMacqr0RvcQ&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>Video: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=JMacqr0RvcQ&amp;">Tagesthemen-Bericht und Kommentar zum Yeaahh-Flashmob</a>. [<a href="http://yeaahh.tumblr.com/post/195574960">via</a>]</p>
<p>Egal, was man von Bericht und Kommentar halten mag: Das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mem"><strong>Mem</strong></a> &#8220;<a href="http://www.flickr.com/photos/spanier/3910411907/">Yeaahh</a>&#8220;, wie man es mit Richard Dawkins nennen kann, hat sich <strong>repliziert</strong> und seine &#220;berlebenswahrscheinlichkeit erh&#246;ht (Mehr dazu <a href="http://chaosradio.ccc.de/cre121.html">hier</a>).
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=15310&amp;md5=91d59804c215a902e5c9ee8f2a69de14" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>CDU-Spot: Angela Merkel hat auch von Ronald Reagan gelernt</title>
		<link>http://carta.info/14345/cdu-werbespot-angela-merkel-ronald-reagan-wahlkampf/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Sep 2009 21:47:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der j&#252;ngste CDU-Werbespot ist der bislang professionellste in diesem Wahlkampf. Er &#252;bersetzt  Botschaften in Metaphern - und spiegelt dabei durchaus auch falsche Tatsachen vor. Angela Merkel hat nicht nur von Barack Obama gelernt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/de2524879e5e25f89528e5bcf5a0f6" width="1" height="1" alt=""/>Dieser Wahlkampf mag manchem wie eine &#8220;Endlosschleife der unbeantworteten Fragen&#8221; (<em>Spiegel</em>) vorkommen, wie ein Weichsp&#252;lprogramm – aber ohne strategische Finesse ist er nicht. Der j&#252;ngste Wahlwerbespot der CDU ist: <strong>Einlullen auf allerh&#246;chstem Niveau</strong>.</p>
<p>Der &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=OWPKNOSduIU">TV-Spot II Angela Merkel</a>&#8220;, wie ihn die CDU nennt, ist der bislang professionellste Werbespot in diesem Wahlkampf. Er ist ein Bravourst&#252;ck der politischen &#220;berredungskommunikation. Intellektuell mag solch ein Film als Beleidigung erscheinen, sein kommunikatives Ziel aber erreicht dieser Spot sehr effizient.<object width="560" height="340" data="http://www.youtube.com/v/OWPKNOSduIU&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/OWPKNOSduIU&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p><strong>Mehrere hundert Mal</strong> wird die CDU diesen Spot im Fernsehen zeigen. Zu seiner Vorstellung lud Generalsekret&#228;r Ronald Pofalla am vergangenen Mittwoch die Presse eigens in ein Berliner Gro&#223;kino ein. Merkel habe den Spot „bis in jede Formulierung mitgestaltet“, versicherte er<a href="http://www.faz.net/s/Rub4D6E6242947140018FC1DA8D5E0008C5/Doc~E1C5FA47D6B594167B783F04FFFA09888~ATpl~Ecommon~Scontent.html"></a>. Das kann man ihm getrost glauben.</p>
<p>Der Spot zeigt, mit welchem Image Angela Merkel die Wahl gewinnen m&#246;chte, wie Wulf Schmiese in der F.A.Z. <a href="http://www.faz.net/s/Rub4D6E6242947140018FC1DA8D5E0008C5/Doc~E1C5FA47D6B594167B783F04FFFA09888~ATpl~Ecommon~Scontent.html">notierte</a>: &#8220;als Ostdeutsche, die Deutschland dient; als Klimasch&#252;tzerin und Christin; als Familien- und Forschungspolitikerin; als lernf&#228;hig und selbstironisch uneitel, weil sie &#252;ber ihre Frisur spricht; als jubelnder Fu&#223;ballfan, aber auch als Arbeits- und Wirtschaftsfachfrau, die sich um Schwache k&#252;mmert.&#8221;</p>
<p>Seine Wirkung entfaltet der Spot, weil es im gelingt, nicht einfach nur diese Aussagen zu machen, sondern diese in Bilder zu &#252;bersetzen.</p>
<p>Die CDU-Agentur  <a href="http://www.kolle-rebbe.de/">Kolle Rebbe</a> hat auch einmal einen Spot f&#252;r Nachhilfe-Unterricht produziert. Darin stehen die schlechten Zensuren als reale gro&#223;e schwarze Ziffern im Kinderzimmer herum. Nicht ganz so, aber so &#228;hnlich funktioniert auch der Merkel-Spot. <strong>Er &#252;bersetzt Aussagen in Bilder.</strong></p>
<p>Die zentrale Figur des Werbespots ist die and&#228;chtig aus den halbreflektierenden Fenstern des Kanzleramts blickende Angela Merkel. Sie ist damit gleichzeitig drinnen (m&#228;chtig, erfolgreiche Amtstr&#228;gerin) und drau&#223;en (verstehend, was die Menschen bewegt). Der Werbespot hat damit eine Metapher gefunden – eine <strong>Metapher f&#252;r den politischen Stils Merkels</strong>, wie sie ihn gesehen haben m&#246;chte.</p>
<p>Mit der Metapher verh&#228;lt es sich im Werbefilm wie in der politischen Rede: Richtig eingesetzt ist sie eines der effektivsten, eing&#228;ngigsten und suggestivsten Mittel &#252;berhaupt. Und hier kann Merkel mehr. Sie hat nicht nur <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/484865">von Barack Obama gelernt</a>, sondern auch von <strong>Ronald Reagan</strong>.</p>
<p>Als Reagan 1984 zur Wiederwahl antrat, warb er unter anderem mit dem Slogan &#8220;Amerika: Standing tall in the World again&#8221;. Reagan warb so f&#252;r seine Erfolge bei der &#220;berwindung der vorherigen Rezession. Zu dem Slogan zeigte seine Kampagne die <strong>einger&#252;stete Freiheitsstatue</strong>. Das Bild blieb in den K&#246;pfen und verhalf Reagan zur Wiederwahl: So wie dieses Ger&#252;st die Freiheitsstatue gest&#252;tzt und erneuert hatte, so w&#252;rde Reagans Pr&#228;sidentschaft Amerikas F&#252;hrungsanspruch st&#252;tzen und erneuern (Dank an <a href="http://carta.info/autor/peter_loesche/">Peter L&#246;sche</a> f&#252;r diesen Hinweis).</p>
<div id="attachment_14374" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://www.livingroomcandidate.org/commercials/1984/statue-of-liberty"><img class="size-full wp-image-14374" title="reagan1" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/reagan1.jpg" alt="reagan1" width="450" height="337" /></a><p class="wp-caption-text">Ronald Reagan Spot 1984: &quot;Standing tall in the World again&quot; (zum Anschauen des Videos auf das Bild klicken)</p></div>
<p style="text-align: left;">Reagans Kampagne hatte damit eine Metapher f&#252;r seine Pr&#228;sidentschaft geschaffen. Diese Lehre der politischen Kommunikation wei&#223; nun auch Angela Merkel im Wahlkampf 2009 f&#252;r sich zu nutzen. Ihre Metapher sind die Reflexionen am Kanzleramts.</p>
<p style="text-align: left;">Ihren Slogan &#8220;Wir haben die Kraft&#8221; hat Merkel &#252;brigens keinesfalls von <strong>Obama &#8220;kopiert&#8221;</strong>, wie Nico Fried in der S&#252;ddeutschen <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/484865">meint</a>. <span class="fliesstext">Merkel hat Obamas &#8220;We&#8221; f&#252;r ihre</span> Zwecke adaptiert. Bei Obama ist das &#8220;Wir&#8221; die Gemeinschaft derer, die Ver&#228;nderung wollen. Bei Merkel ist das &#8220;Wir&#8221; die nationale Gemeinschaft derer, die das stabile Weiter-so wollen. Genau an dieses &#8220;Wir&#8221; appelliert Merkel am Ende des Spots.</p>
<p style="text-align: left;">Wie sehr das Video auf Merkel zugeschnitten ist, zeigt auch die Ausstattung des Kanzleramtes. Merkel ist dort augenscheinlich nur von anonymen Models umgeben. Nicht einmal die Mitarbeiter, die ihr die Unterlagen ins Arbeitszimmer bringen, sind echt. Merkel bewegt sich in einem von allen Referenzen au&#223;er den ihren <strong>klinisch gereinigten Kanzleramt</strong>. Im Abspann kommt der Spot ohne Nennung ihres Namens aus. Auch dies ist Teil eines kalkuliert dezenten Auftritts aus der Position der Macht heraus.</p>
<p style="text-align: left;">Ohne <strong>optische Tricks</strong> aber kommt so ein sorgsam austariertes Werbewerk wie der &#8220;TV Spot II&#8221; naturgem&#228;&#223; nicht aus. Die Bilder sind gr&#252;ndlich durch die digitale Waschanlage gelaufen, um den n&#246;tigen Glanz zu erzeugen. An zwei Stellen zeigen sich die Eingriffe auch nachtr&#228;glich noch sehr deutlich. Damit die Reflexionsbilder den gew&#252;nschten Eindruck vermitteln, wurden sie im Film horizontal gespiegelt:</p>
<div id="attachment_14376" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/29.jpg"><img class="size-medium wp-image-14376" title="29" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/09/29_klein.jpg" alt="29" width="450" height="405" /></a><p class="wp-caption-text">Merkel im Fenster: Jeweils horizontal gespiegelt f&#252;r den besseren Eindruck (Anklicken f&#252;r gr&#246;&#223;ere Ansicht)</p></div>
<p style="text-align: left;">In der oberen Szene schaut die Kanzlerin in Richtung S&#252;dosten &#252;ber den Reichstag zu den Hochh&#228;usern an der Leipziger Stra&#223;e. In der Originalsituation befindet sich ihr Kopf in der rechten Bildh&#228;lfte. Da hierzulande Bilder wie Schrift von links nach rechts gelesen werden, entst&#252;nde der Eindruck: Nach Merkel kommt wenig, sie hat wenig Zukunft. Es ist <strong>grunds&#228;tzlich unvorteilhaft</strong>, auf der rechten Bildh&#228;lfte gezeigt zu werden. Bei den CDU-Werbern kennt man sich mit solch unterschwelligen Botschaften aus und hat das Video kurzerhand horizontal gespiegelt.</p>
<p style="text-align: left;">Gleiches gilt f&#252;r die untere Szene: Merkel schaut aus nach Nordosten &#252;ber die Botschaft der Schweiz zur Charité. Merkel blickt dabei links. Eine solche Blickrichtung wirkt r&#252;ckw&#228;rtsgewandt, da sie gegen die Lesrichtung des Bildes verl&#228;uft. Die Einstellung ist daher im Schnitt ebenfalls horizontal gespiegelt worden. Auch visuell dreht Merkel die Realit&#228;t im Werbespot so, wie sie sie braucht.</p>
<p style="text-align: left;">
<p><strong>Fazit:</strong> Ein Video, das Merkels Einlullungs-Wahlkampf perfekt umsetzt. Es schafft ein Bild von der Kanzlerin, exakt wie Angela Merkel es sich w&#252;nscht. Es schafft eine Metapher der souver&#228;nen, menschlichen Machtaus&#252;bung, ohne verbindlich etwas &#252;ber Merkels Politikziele zu sagen.</p>
<p>Glaubt man dem Merkel-Biographen Gerd Langguth, dass ist Merkel erpicht darauf, die Beste zu sein. Bei dieser Bundestagswahl erscheint dieses Ziel in Sachen Videowahlkampf f&#252;r sie durchaus in Reichweite.</p>
<p><strong>Outro:</strong> Die Gr&#252;nen haben sich daran versucht, das Video durch Neuvertonung zu entzaubern. Hier das Ergebnis:</p>
<p><object width="560" height="340" data="http://www.youtube.com/v/Sft4vdGn2x8&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Sft4vdGn2x8&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object><br />
<a href="http://www.werbeblogger.de/2009/09/02/steinmeier-und-merkel-die-aktuellen-tv-spots-umfrage/"></a>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F14345%2Fcdu-werbespot-angela-merkel-ronald-reagan-wahlkampf%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F14345%2Fcdu-werbespot-angela-merkel-ronald-reagan-wahlkampf%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/14345/cdu-werbespot-angela-merkel-ronald-reagan-wahlkampf/">CDU-Spot: Angela Merkel hat auch von Ronald Reagan gelernt</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/14345/cdu-werbespot-angela-merkel-ronald-reagan-wahlkampf/#comments">13 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=14345&amp;md5=e814aa2a984f965fee2b4ee3ff6ecba2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Wir holen die Kanzlerschaft&#8221;: Do-it-yourself-Wahlkampfvideos (II)</title>
		<link>http://carta.info/14237/wir-holen-die-kanzlerschaft-do-it-yourself-wahlkampfvideos-ii/</link>
		<comments>http://carta.info/14237/wir-holen-die-kanzlerschaft-do-it-yourself-wahlkampfvideos-ii/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 18:13:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit DIY-Wahlkampfvideos wird der geneigte Sympathisant zum Mitgestalter. Zum Gl&#252;ck: Der  durchkalkulierte Wahlkampf kann mehr Leidenschaft bestens gebrauchen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/dda387ecb0d410044bbbdd2491197d" width="1" height="1" alt=""/>Sind Do-it-yourself-Wahlkampfvideos im Internet das neue Plakate-Kleben? Zumindest haben sich die M&#246;glichkeiten der Mitgestaltung f&#252;r Unterst&#252;tzer drastisch vermehrt: Online-Wahlkampf wird zunehmend als vernetzter Wettbewerb der Unterst&#252;tzungsideen gef&#252;hrt, die nicht mehr notwendigerweise vollst&#228;ndig aus der Wahlkampfzentrale kommen. Der geneigte Sympathisant wird mit Collagen, Videos und Retweets zum Mitgestalter auf der medial vermittelten B&#252;hne. Das lockert die durchkalkulierten und damit h&#228;ufig auch k&#252;hlen Parteikampagnen etwas auf &#8211; wie etwa auch das <a href="http://carta.info/14069/siehabendiewahl09-spd-wahlkamp/">&#8220;Sie haben die Wahl&#8221;-Video</a>.</p>
<p>DIY-Wahlkampf zeigt h&#228;ufig Leidenschaft f&#252;r Personen und Themen, wo klassische Kampagnen nur Stimmenmaximierung betreiben. Man sollte die DIY-Wahlvideos daher im Auge behalten, wie zum Beispiel dieses hier:</p>
<p><object width="560" height="340" data="http://www.youtube.com/v/SiMTfr1Xifo&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/SiMTfr1Xifo&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>[Dank an einen anonymen Carta-Leser]</p>
<p>Oder auch dieses hier (schon etwas &#228;lter):<br />
<object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/FTcRZlGpvSY&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/FTcRZlGpvSY&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>[via <a href="http://netzpolitik.org/2009/video-guttenberg-gegen-die-dunkle-seite/">Netzpolitik</a>]</p>
<p>Weitere Vorschl&#228;ge und Hinweise sehr gerne.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F14237%2Fwir-holen-die-kanzlerschaft-do-it-yourself-wahlkampfvideos-ii%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F14237%2Fwir-holen-die-kanzlerschaft-do-it-yourself-wahlkampfvideos-ii%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/14237/wir-holen-die-kanzlerschaft-do-it-yourself-wahlkampfvideos-ii/">&#8220;Wir holen die Kanzlerschaft&#8221;: Do-it-yourself-Wahlkampfvideos (II)</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/14237/wir-holen-die-kanzlerschaft-do-it-yourself-wahlkampfvideos-ii/#comments">7 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=14237&amp;md5=5cae925f5c1fdf9730e31434f926c57c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Online-Wahlkampf nach der &#8220;Digitalen Blase&#8221;: Wichtig, aber nicht entscheidend</title>
		<link>http://carta.info/13809/online-wahlkampf-nach-der-digitalen-blase-8-punkte/</link>
		<comments>http://carta.info/13809/online-wahlkampf-nach-der-digitalen-blase-8-punkte/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 Aug 2009 11:38:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wahlkampf]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Online-Wahlkampf ringt mit dem bescheidenen Mobilisierungsgrad der W&#228;hler - und stetzt daher auf soziale Netzwerke und Kaffeetassen. Eine kurze Zwischenbilanz in neun Punkten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/dce02926eab8bb4a3d747186fbb1a2" width="1" height="1" alt=""/>Lezte Woche bekam ich eine E-Mail von der FDP &#8211; mit &#8220;kleinen Wahlkampfideen zum Nachmachen&#8221;:&#8221;Bringen Sie eine <a href="http://www.bjr-werbung.de/fdp/fdp-shop/product_info.php?info=p65_Kaffeebecher.html">FDP-Kaffeetasse</a> zur Arbeit mit&#8221;, wurde mir vorgeschlagen. Oder: &#8220;Verteilen Sie <a href="http://liberalverlag.de/webcom/show_libvshop.php/_c-25/_lkm-/_cat-5/i.html">Solms-Bierdeckel</a>.&#8221; Oder auch: &#8220;Einfach mal mit <a href="http://www.wahlkampfblog09.de/?p=218">FDP-Badesachen ins Freibad</a>&#8220;.</p>
<p>Mittlerweile habe ich gelernt, dass das Phase drei der diesj&#228;hrigen Variante des Online-Bundestagswahlkampfs ist: 1. Informieren, 2. Mail-Adressen einsammeln, 3. Mobilisieren in kleinen Schritten.</p>
<p>Am Mittwoch fand ein kleiner Zwischenschau-Workshop in Sachen Online-Wahlkampf statt, organisiert von <a href="http://www.wahl.de/">Wahl.de</a> und einem Telekommunikationsunternehmen. Die Online-Wahlkampfverantwortlichen der gr&#246;&#223;en f&#252;nf Parteien waren dabei (Piraten also nicht). W&#246;rtliches Zitieren und die Nennung einzelner Parteien in der nachtr&#228;glichen Berichterstattung war durch die Regeln des Workshops erst einmal ausgeschlossen.</p>
<p>Hier ist, was ich dabei grunds&#228;tzlich gelernt habe:<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>1. Auf die sozialen Netzwerke kommt es an</strong></p>
<p>Im Online-Bundestagswahlkampf 2009 haben sich die sozialen Netzwerke (Facebook, StudiVZ) f&#252;r viele Parteien zu den zentralen Plattform f&#252;r die Akquise und Vernetzung mit Unterst&#252;tzern herausgebildet. Die Unterst&#252;tzer verbinden sich hier in deutlich gr&#246;&#223;erer Zahl mit den Parteien, als in parteieigenen Netzwerken. Der Online-Unterst&#252;tzer l&#228;sst sich zur Ein-Klick-Befreundung auf Facebook &#252;berreden, mag aber nicht zu den Parteien selbst gehen. Hier zeigt sich offenbar das <em>ingesamt eher distanzierte Verh&#228;ltnis</em> zu Parteien, mit dem viele Online-Campaigner zu k&#228;mpfen haben.</p>
<p><strong>2. Bescheidener Mobilisierungsgrad</strong></p>
<p>Angesichts von 62 Mio. Wahlberechtigten und 22 Mio. Bundesb&#252;rgern, die t&#228;glich online sind, ist der Mobilisierungrad der Online-Kampagnen bislang noch eher bescheiden. &#8220;Es gibt eine hohe Schwelle f&#252;r Commitment und Beteiligung&#8221;, sagt einer der Wahlkampfmanager. &#220;ber Abrufzahlen sprechen die Parteien ungerne bis gar nicht (siehe auch P.S. unten). Mit dem Online-Wahlkampf erreichen die Parteien die W&#228;hler in diesem Wahlkampf offenbar besser, umfassender und intensiver als noch vor vier oder acht Jahren. Doch der erhoffte Reichweitenmoment, das r&#228;umt auch der eine oder andere Kampagnen-Verantwortliche ein, konnte bislang h&#228;ufig noch nicht realisiert werden.</p>
<p><strong>3. Die Sofa-Aktivisten mobilisieren</strong></p>
<p>Die meisten potenziellen W&#228;hler wollen sich auf den Parteiwebsites vor allem informieren. Nur wenige hinterlassen auch E-Mail-Adressen und wollen sich beteiligen. F&#252;r die Online-Kampagnen geht es in der Schlussphase des Wahlkampfs nun darum, diese Sofa- und Klick-Aktivisten in der realen Welt zu mobilisieren &#8211; und zu Multiplikatoren in realen Gespr&#228;chen zu machen. Genau deshalb versucht nun etwa die FDP, ihre Online-Unterst&#252;tzer mit FDP-Kaffeetassen ins B&#252;ro zu schicken.</p>
<p><strong>4. Eine Parallelstruktur f&#252;r die Dauer des Wahlkampfs</strong></p>
<p>F&#252;r die deutschen Mitgliederparteien stellt der Online-Kampfkampf, bei dem sich pl&#246;tzlich eine Sph&#228;re von losen Online-Unterst&#252;tzern neben der klassischen Parteistruktur bildet, ein bislang nur bedingt gel&#246;stes Strukturproblem dar. F&#252;r diesen Wahlkampf haben sich die Parteien zun&#228;chst einmal darauf eingerichtet, dass es f&#252;r die Dauer des Wahlkampfs eine Parallelstruktur neben den klassischen Mitgliedern gibt. Der Online-Wahlkampf kann die Struktur von Ortsvereinen derzeit nicht ersezten. Zugleich ist das Netz vor allem auch eine Infrastruktur, um an die eingeschworenden Parteimitglieder Informationsmaterial und Argumente zu verteilen.</p>
<p><strong>5. Online-Wahlkampf ist viel dezentraler als es die professionellen Beobachter wahrhaben wollen</strong></p>
<p>Der Bundestagswahlkampf wird ma&#223;geblich von den (Direkt-)Kandidaten selbst bestritten. Diesen ganz ma&#223;geblichen Teil des regionalenOnline-Wahlkampfs bekommt die Berlin-Mitte-Bande gar nicht mit &#8211; und &#252;bersieht damit weite Teile. Zugleich werden bestimmte Teile des Online-Wahlkampfs eher auch symbolisch f&#252;r die professionellen Beobachter gef&#252;hrt &#8211; damit die Medien dr&#252;ber berichten.</p>
<p><strong>6.  Online-Wahlk&#228;mpfer sind coole Pragmatiker<br />
</strong></p>
<p>Auch wenn der Online-Wahlkampf noch nicht das Momentum entwickelt hat, das sich der eine oder andere Kampagnen-Manager gew&#252;nscht h&#228;tte, so wissen doch alle: Der Wahlkampf kommt in ihre Richtung. Jetzt schon – und zuk&#252;nftig noch viel mehr. Angesichts steigender Zahlen braucht sich niemand verstecken. Dass man machmal Politik bis an die Grenze des Klamauks zuspitzen muss, das ist halt so. Dass man noch nicht einen klaren Impuls in diesem impulsarmen Wahlkampf geleistet hat, das ist halt so.</p>
<p><strong>7. Fundrasing kann durchaus funktionieren<br />
</strong></p>
<p>Zumindest eine Partei zeigte sich freudig &#252;berrascht, wie gut inzwischen der Ansatz der Gro&#223;plakatspenden funktioniere. Durch die Auswahl von Plakatstandort und Motiv seien sich die Unterst&#252;tzer aktiv eingebunden. Sie w&#252;rden diesen – auch inhaltlichen – Einfluss auf die Kampagne sehr sch&#228;tzen.</p>
<p><strong>8. </strong><strong> Online-Wahlkampf nach der “digitalen Blase”: Wichtig, aber nicht entscheidend<br />
</strong></p>
<p>Sind die Erwartungen auf Obama-Niveau (die &#8220;digiatale Blase&#8221;) erst einmal eingeholt, stellt man fest, dass Online-Wahlkampf inzwischen ein wichtiges, aber noch kein entscheidenes Instrument der Parteipolitikwerbung f&#252;r die klassischen Parteien geworden ist. Das Netz dient der Information der potenziellen W&#228;hler, der Aktivierung von losen Sympathisanten und der Kampagnensteuerung der Mitglieder. Es ist f&#252;r die Parteien unverzichtbar geworden.</p>
<p><strong>9. Online-Wahlkampf ver&#228;ndert das grunds&#228;tzliche Verh&#228;ltnis von Parteien und W&#228;hlern vorerst nicht</strong></p>
<p>Doch auch im Jahre 2009 wird im Internet vor allem klassischer Wahlkampf mit Mitteln des Internets gemacht. Man muss nicht von &#8220;<a href="http://www.golem.de/0907/68272.html">Online-Plaktierung</a>&#8221; sprechen, aber es bleibt der Nachgeschmack, dass h&#228;ufig die klassischen Mechanismen  auf neue Medium lediglich &#252;bertragen werden: Um es mit den Worten von Peter M&#252;ller aus dem <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/handelsblatt-kommentar/warum-politik-zur-clownerie-verkommt;2449957">Handelsblatt</a> zu sagen: &#8220;Ein bloggender Au&#223;enminister ist auch nichts anderes als ein Politiker, der einem Wahlwerbung in die Hand dr&#252;ckt.&#8221; Beitr&#228;ge, wie sich angesichts neuer Medientechniken das Verh&#228;ltnis von Parteien und Wahlb&#252;rgern grunds&#228;tzlich ver&#228;ndern k&#246;nnte, liefert dieser Online-Bundestagswahlkampf bislang nur bedingt. Er scheint auf dem Weg zu sich selbst erst noch am Anfang zu stehen. Aber warten wir mal ab: Die Wahl ist erst Ende September &#8211; und da gibt es ja noch die Piratenpartei.</p>
<p><strong>P.S.:</strong> Ich habe nach der Diskussion um die <a href="http://carta.info/13545/parteienwebsites-das-volk-surft-woanders/">Meedia-Zahlen</a> noch einmal bei <a href="http://www.nielsen-online.com/intl.jsp?country=de">Nielsen Netratings</a> nachgefragt, welche Zahlen zur Nutzung der Parteiwebsites dort vorliegen: Demnach erreichten die Parteiwebsites im Juli folgende Besucher (<strong>Unique User</strong>): CDU.de: 235.00, SPD: 231.000, Pirartenpartei: 93.000, FDP: 76.000, Gr&#252;ne: 57.000 und Die Linke: 45.000. Die Zahlen basieren auf einem Nutzerpanel mit 25.000 Teilnehmern. Die beiden Volksparteien h&#228;tten demnach im Juli jeweils 5 Promille der 43,7 Mio. Internetnutzer mit ihren Zentralwebsites erreicht. Damit ist selbstverst&#228;ndlich nur ein ganz kleiner Teil der Aktivit&#228;ten der Parteien dokumentiert. Der Wert der Piratenpartei ist mit hoher Wahrscheinlichkeit zu niedrig. Er weicht ganz erheblich von Alexa- und Google-Adplanerwerten ab, wo die Piraten vor den klassischen Parteien liegen.</p>
<p><a href="http://blogbar.de/archiv/2009/08/19/prolpheten-des-medienwandels/"><br />
</a>
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			</a>
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<a href="http://carta.info/13809/online-wahlkampf-nach-der-digitalen-blase-8-punkte/">Online-Wahlkampf nach der &#8220;Digitalen Blase&#8221;: Wichtig, aber nicht entscheidend</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/13809/online-wahlkampf-nach-der-digitalen-blase-8-punkte/#comments">12 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=13809&amp;md5=e74fdbca2ca113e88acf551d36f70a52" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Online-Wahlkampf in der Offline-Zone</title>
		<link>http://carta.info/13751/online-wahlkampf-in-der-offline-zone/</link>
		<comments>http://carta.info/13751/online-wahlkampf-in-der-offline-zone/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 26 Aug 2009 10:03:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Thüringen]]></category>

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		<description><![CDATA[Online-Aktivit&#228;ten spielen vor den Landtagswahlen in Sachsen, Th&#252;ringen und im Saarland kaum eine gro&#223;e Rolle – in allen L&#228;ndern sind die "Offliner" stark vertreten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Sonntag wird im Saarland, in Sachsen und in Th&#252;ringen gew&#228;hlt. Vier Wochen vor der Bundestagswahl ist dies nat&#252;rlich eine letzte Standortbestimmung und der Startschuss f&#252;r die hei&#223;e Phase im Bundestagswahlkampf, aber vor allem sind es – Landtagswahlen. Mit Blick auf das Geschehen im Netz wirken die drei Wahlk&#228;mpfe bisher eher zur&#252;ckhaltend und wenig spektakul&#228;r. Doch genau daf&#252;r gibt es einige gute Gr&#252;nde.</p>
<p>Die Wahlgebiete haben sich bisher nicht als Klassenbeste in Sachen Internet hervorgetan, der aktuelle <a href="http://www.nonliner-atlas.de/">(N)onliner-Atlas</a> f&#252;hrt die drei L&#228;nder auf den Pl&#228;tzen 1 (Saarland), 2 (Th&#252;ringen) und 5 (Sachsen) im <strong>Offliner-Ranking</strong>. Nach der Methodik der Studie sind „Offliner” jene Menschen, die das Internet zum Zeitpunkt der Befragung nicht nutzen und auch in den n&#228;chsten 12 Monaten keine Online-Nutzung planen. Im Saarland geh&#246;ren 34,4 % der Befragten in diese Kategorie, in Th&#252;ringen sind es 33,6 %, in Sachsen 30,3 %. Am anderen Ende der Skala rangiert Berlin – in der Hauptstadt verweigern sich nur noch 23,6 % langfristig dem neuen Medium. M&#246;glicherweise herrschen also nicht die besten Bedingungen f&#252;r das F&#252;hren interaktiver Online-Wahlk&#228;mpfe auf den beteiligungsorientierten Plattformen des Web 2.0.</p>
<p>Und es gibt noch weitere &#220;berlegungen, die in diese Richtung weisen: in „#sst” erzielt <em>Die Linke</em> zumindest in den Umfragen recht solide Werte – im Saarland 16 %, in Sachsen 20 % und in Th&#252;ringen zuletzt 23% (vgl. die <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,623633,00.html">SpOn-Wahlzentrale</a>). Folgt man der <a href="http://www.bpb.de/publikationen/2Z8WJN,3,0,Die_Linkspartei_und_ihre_W%E4hler.html">Analyse der Kollegen Schoen und Falter</a> zur Bundestagswahl 2005, dann darf man davon ausgehen, dass <em>Die Linke</em> nicht in erster Linie auf Internet-affine W&#228;hler abzielt:</p>
<blockquote><p>&#220;ber mehrere Wahlen hinweg war die PDS von Menschen mit hoher formaler Bildung, Beamten, Angestellten und Arbeitslosen bevorzugt gew&#228;hlt worden, wobei es sich h&#228;ufig um ehemals Privilegierte des DDR-Systems gehandelt hatte. Arbeiter und Personen mit niedriger formaler Bildung, die als gleichsam nat&#252;rliche W&#228;hler einer traditionellen Linkspartei erscheinen k&#246;nnten, zeigten sich dagegen der PDS gegen&#252;ber relativ reserviert. Das &#228;nderte sich 2005. Nun stimmten Menschen mit formal niedriger Bildung, Arbeitslose und Arbeiter &#252;berdurchschnittlich h&#228;ufig f&#252;r die Linkspartei. Der Linkspartei.PDS ist es also 2005 gelungen, verst&#228;rkt in soziale Gruppen vorzudringen, die ihr vorher eher fern gestanden hatten. Gemessen an ihrer Attraktivit&#228;t in verschiedenen sozialen Gruppen, hat sie sich – &#252;berspitzt formuliert – von einer Elitenpartei in Richtung einer Unterschichtpartei entwickelt.</p></blockquote>
<p>Zu verbinden ist diese Darstellung mit den Resultaten der <a href="http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/fileadmin/Online09/Gerhards_7_09.pdf">ARD/ZDF-Offlinestudie 2009</a> – neben dem Alter wird dort auf den Bildungsgrad als wesentlicher Grund f&#252;r die Internet-Abstinenz verwiesen:</p>
<blockquote><p>Nicht nur durch das h&#246;here Alter, sondern auch durch die Nicht-Berufst&#228;tigkeit lassen sich die Offliner charakterisieren. Auch wenn der Anteil unter  den Nicht-Berufst&#228;tigen seit Jahren sinkt, so sind es 2009 immer noch knapp zwei Drittel in dieser  Gruppe, die kein Internet nutzen – vor f&#252;nf Jahren aren es noch &#252;ber drei Viertel. Damit zeigt sich erneut der starke Zusammenhang zwischen Internetnutzung und Beruf.</p></blockquote>
<p>Unmittelbar gekoppelt mit den Zahlen der <em>Linken</em> sind aber die Werte f&#252;r die <strong>SPD</strong> – bisher stets eine tragende S&#228;ule mit Blick auf den Online-Wahlkampf. W&#228;hrend sich im Saarland der „neue Mann” Heiko Maas noch halbwegs stabil (26 %) als Haupt-Herausforderer von Ministerpr&#228;sident Peter M&#252;ller pr&#228;sentiert und vor allem mit einigen <a href="http://www.youtube.com/wirmachenstv">formal auff&#228;lligen YouTube-Videos</a> punktet, sind die Sozialdemokraten in Sachsen (20 %) und Th&#252;ringen (14 %) nur noch dritte Kraft. Weitaus st&#228;rker als die d&#252;rftigen Prognosen wirkt sich aber die d&#252;nne Personaldecke auf die Online-Performance aus – die einfache Formel lautet hier: weniger Parteimitglieder, weniger Online-Wahlkampf. Der th&#252;ringische Landesverband notiert im Juli 2009 nur 4.374 Mitglieder, in Sachsen sind es mit 4.230 potenziellen Bloggern, Twitterern oder Facebook-Freunden mit Parteibuch sogar noch etwas weniger. Geradezu opulent mutet dagegen das Reservoir im Saarland an, dort sind zum 31.7.2009 immerhin noch 21.593 Genossen <a href="http://www.etracker.de/lnkcnt.php?et=TysP23&amp;url=http://www.spd.de/de/pdf/mitglieder/090731_Mitgliederbestand.pdf&amp;title=&amp;lnkname=material--/de/pdf/mitglieder/090731_Mitgliederbestand.pdf">registriert</a>.</p>
<p>Doch auch die anderen Parteien machen nicht unbedingt durch forcierte Digitalisierung auf sich aufmerksam – und warum auch? Gleich mehrere Kontextbedingungen beg&#252;nstigen einen klassischen Medienwahlkampf und auch der <strong>Obama-Effekt</strong> scheint allm&#228;hlich nachzulassen. Nicht mehr jede Online-Aktivit&#228;t deutscher Politiker – zumal auf Landesebene – wird in eine Reihe mit der spektakul&#228;r erfolgreichen Internet-Kampagne des US-Pr&#228;sidenten gestellt. Ein Grund daf&#252;r ist sicher der gr&#246;&#223;ere zeitliche Abstand zur <em>Obamania</em> zu Jahresbeginn, ein anderer Grund tr&#228;gt den Doppelnamen <strong>Sch&#228;fer-G&#252;mbel</strong>. Gerade Landespolitiker m&#252;ssen seit dem hessischen Landtagswahlkampf im Januar mit der gewagten, aber letztlich erfolgreichen Internet-Strategie von <a href="http://www.twitter.com/tsghessen">@tsghessen</a> konkurrieren – das #sst-Spitzenpersonal aber unternimmt erst gar nicht den Versuch, die Online-Aktivit&#228;ten in &#228;hnlicher Weise ins Zentrum der Kampagne zu stellen wie der an der Urne zwar unterlegene, in der eigenen Partei aber gefestigte Mittelhesse.</p>
<p>Angesichts solcher Rahmenbedingungen f&#252;hrt die Recherche fast automatisch in Richtung der <strong>Piratenpartei</strong> – doch ach: die netzaffine Bande f&#252;hrt einzig in Sachsen ihre Armada in die Schlacht – diese Seefahrts-Metaphern schreiben sich fast von alleine. In den beiden anderen Bundesl&#228;ndern f&#252;hrt dies zu einer Ann&#228;herung an die <strong>Gr&#252;nen</strong> – w&#228;hrend man sich in Th&#252;ringen zu einer <a href="http://www.heise.de/newsticker/Thueringen-Piratenpartei-kooperiert-mit-Gruenen--/meldung/144030">durchaus formalen Kooperation</a> durchringen konnte, sieht das im Saarland noch <a href="https://twitter.com/Gruene_Saar/status/3532769938">etwas anders</a> aus. In Sachsen dagegen steht die Piratenpartei am 30. August sehr wohl auf dem Stimmzettel, allerdings nicht am 27. September. Die <a href="http://www.piratenpartei.de/node/832/21270">Begr&#252;ndung</a> daf&#252;r lautet:</p>
<blockquote><p>Der Landesverband Sachsen, erst am 08.08.2008 gegr&#252;ndet und deswegen noch in der Aufbauphase, sah sich, konfrontiert mit der am 30. August und damit fast zeitgleich mit der Bundestagswahl stattfindenden Landtagswahl, au&#223;erstande, beide Ereignisse ihrer Wichtigkeit gem&#228;&#223; zu bearbeiten und entschloss sich deshalb auf eine Teilnahme an der Bundestagswahl zu verzichten.</p></blockquote>
<p>Wie clever diese Entscheidung gewesen ist, wird sich zeigen – die Debatte um das „Zugangserschwerungsgesetz” jedenfalls hat in Ursula von der Leyen (aka <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23zensursula">#Zensursula</a>) ihre Personifizierung gefunden, gilt aber vor allem als bundespolitisches Thema.</p>
<p>All diese Faktoren deuten darauf hin, dass der dreifache Wahlsonntag einen Schlusspunkt unter einen Online-Wahlkampf in der Offline-Zone setzen wird. Und auch das ist ein weiterer Beitrag f&#252;r die Digitalisierung der Politik in Deutschland.</p>
<p><em>Dieser <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/2009/08/25/in-eigener-sache-erfurt/">Beitrag</a> erschien zuerst bei <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/">Internet und Politik</a> und wurde f&#252;r Carta &#252;berarbeitet.</em>
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