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	<title>CARTA &#187; Online-Journalimus</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 23:19:38 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Universalcode</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Mar 2011 09:52:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Leser der Zukunft ist ein Allesk&#246;nner: Ideengeber, Mitautor, Korrektor, Verleger und Werber. Davon sind die Autoren des neuen Journalismus-Lehrbuchs „Universalcode“ &#252;berzeugt. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Christian <a href="http://www.blog-cj.de/blog/">Jakubetz</a>, Ulrike <a href="http://medialdigital.de/">Langer</a> und Ralf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_Hohlfeld">Hohlfeld</a> planen ein Buch „&#252;ber den Journalismus im digitalen Zeitalter“. Ein <a href="http://www.blog-cj.de/blog/2010/09/19/ein-buch-eine-idee-und-ihre-hilfe/">Lehrbuch</a>, das auch Eingang finden soll in die Lehrpl&#228;ne von Akademien und Journalistenschulen. Ein Handbuch, das die ewigen Stil-Ikonen <a href="http://www.amazon.de/Einf&#252;hrung-praktischen-Journalismus-Walther-Roche/dp/3430176816">Walther von La Roche</a> und <a href="http://www.amazon.de/Deutsch-f&#252;r-Profis-Illustriert-Murschetz/dp/3442161754">Wolf Schneider</a> (zumindest ein bisschen) alt aussehen l&#228;sst. Sein Arbeitstitel hei&#223;t „Universalcode“, und das klingt schon mal schwer nach Zukunft, Kompetenz und Grundlagenwissen f&#252;r Netzjournalisten und solche, die es werden wollen.</p>
<p>Die ersten Leseproben stehen bereits <a href="http://www.blog-cj.de/blog/2011/01/16/ein-buch-das-update-31-die-ersten-leseproben/">online</a>, und die Leser dieser Leseproben werden freundlich gebeten, ihren Senf dazu zu geben. Prozess-Journalismus ist ja nie fertig. Und weil der Prozessjournalismus der Zukunft nicht nur von dem einen vorl&#228;ufigen Ende her gedacht wird (n&#228;mlich vom Journalisten her), sondern auch vom anderen vorl&#228;ufigen Ende (dem Leser), muss man sich das Projekt wie ein <em>Wiki</em> vorstellen: <strong>Dieses Lehrbuch ist ein Lehrbeispiel f&#252;r das, was es lehren wird. </strong></p>
<p>Zum Beispiel wird die Neugierde auf das Buch schon seit Monaten angeheizt, etwa dadurch, dass man in einer fortlaufenden <a href="http://www.blog-cj.de/blog/category/das-buchprojekt/">Serie</a> von Blogeintr&#228;gen minuti&#246;s verfolgen kann, wie es Gestalt annimmt. Wir erfahren, wer so alles mitschreibt, wie toll sich das neue Leser-Verlagsprojekt <em><a href="http://www.euryclia.de/">Euryclia</a></em> um alles <a href="http://www.blog-cj.de/blog/2011/02/20/ein-buch-das-update-37-hier-spricht-marion-schwehr/">k&#252;mmert</a>, und welche gro&#223;artigen Reaktionen es bereits gibt. Wir erfahren sogar, welche Medien auf das Buchprojekt bereits aufmerksam machen und wer den Kaffee bei den Arbeitstreffen der Autoren ausgeschenkt hat. <a href="http://www.book2look.de/vBook.aspx?id=cgsLIlErZ5&amp;euid=4180544&amp;ruid=0&amp;referURL=http://www.book2look.de">Transparenz</a> ist die Mutter der modernen <span style="text-decoration: line-through;">Eigenwerbung</span> Glaubw&#252;rdigkeit, und nach diesem Motto k&#246;nnen wir den Autoren beim Verfertigen ihrer Gedanken zusehen.</p>
<p>Das ist eine gro&#223;artige Sache. Und ein Reflex auf die zugekn&#246;pfte, in der Vergangenheit oft hochn&#228;sige Arbeitsweise etablierter Medien. Ein Pendelausschlag in die andere Richtung. Und wohl auch eine Kinderkrankheit, die Mediensoziologen eines Tages als „<strong>Transparenzfetischismus</strong> <strong>der fr&#252;hen Jahre des digitalen Zeitalters“</strong> bezeichnen werden. Dieser Fetischismus ist &#8211; entwicklungsbedingt &#8211; unbedingt notwendig. Und m&#246;glicherweise wird das Buch sogar live lektoriert werden, und die ersten 100 Besteller k&#246;nnen per Livestream auf <em>YouTube</em> verfolgen, wie ihre pers&#246;nlichen 16er-B&#246;gen von der Druckerei zusammengefaltet und gebunden werden.</p>
<p>Auch die Vorbestellungen f&#252;r das Buch laufen bereits parallel zu den Kapiteln, die gerade noch in die Tastaturen geh&#228;mmert werden. Ein Werbe-Widget zum Einbauen in Webseiten gibt es ebenfalls. Und <em>PayPal</em>, <em>flattr</em> &amp; Co. geh&#246;ren sowieso dazu.</p>
<p>Das Buch soll im Handel 27,90 € kosten, was auf den ersten Blick eine kleine Hemmschwelle f&#252;r die Zielgruppe bilden k&#246;nnte, aber selbst die Autoren des Buches arbeiten (zun&#228;chst) &#8211; aus Begeisterung &#8211; f&#252;r lau. Die Herausgeber vergessen deshalb nie den freundlich gemeinten Hinweis, dass die Zahl der Vorbestellungen dar&#252;ber entscheiden wird, ob das Buch &#252;berhaupt das Licht einer Druckerei erblicken kann. So viel Hoffen und Bangen um das eigene „Baby“ darf dem potentiellen Leser heute abverlangt werden. Daf&#252;r gibt es &#8211; im Gegenzug &#8211; keinerlei Schwellen zwischen Autor und Leser. Keine Statusschwellen, keine arrogante Besserwisser-Haltung. <strong>Der Eintritt in die Zukunft ist ebenerdig und flach. </strong>Wir erleben die Wiedergeburt des Journalismus von unten.</p>
<p>Fr&#252;her h&#228;tte man ein Buch vermutlich erst gekauft, wenn es auf dem Markt ist. Heute tr&#228;gt man als potentieller Leser Mitverantwortung f&#252;r das, was man vielleicht gelesen haben m&#246;chte, aber leider durch eigene Schusseligkeit oder mangelnde Anteilnahme versemmelt hat. Der Leser spendiert einen gro&#223;en Vertrauensvorschuss, und der Autor spendiert seinen (vermutlich eher kleinen) Honorarvorschuss &#8211; und wenn beides in idealer Weise zusammenf&#228;llt, l&#228;uten vor dem Druckaltar die Hochzeitsglocken.</p>
<p>Jeder Vorbesteller erh&#228;lt das Buch &#252;brigens einen Tacken billiger, und wer sein edles Engagement au&#223;erdem dokumentiert haben m&#246;chte, wird als <strong>Risikokapitalgeber</strong> in der Danksagung der Herausgeber namentlich erw&#228;hnt.</p>
<p>Wo die Leser alter Schule noch ehrf&#252;rchtig um Autogramme betteln mussten, d&#252;rfen moderne Leser ihren Verfassern den eigenen Namen k&#252;nftig ins Stammbuch schreiben. <strong>Denn der Leser („Du entscheidest, was zum Buch wird!“), ist heute Mit-Verleger.</strong></p>
<p>Also wenn Sie mich fragen: Dieses Buch ist &#252;berf&#228;llig. Ich werde es vorbestellen. ICH WERDE ES VERLEGEN.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>Lesen Sie zum Thema Online-Journalismus auch den Beitrag: <a href="http://carta.info/31892/das-pantelouris-experiment/">„Das Pantelouris-Experiment“ </a></em>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/38926/universalcode/">Universalcode</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/38926/universalcode/#comments">30 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38926&amp;md5=8e650028dc2483a87e6ba8d1873fab58" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>PR, Selbstausbeutung, Manipulation</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Feb 2011 12:58:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Hyperlokal]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalimus]]></category>
		<category><![CDATA[placeblogs]]></category>

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		<description><![CDATA[Sven Oelsner setzt sich anl&#228;sslich des f&#252;nfj&#228;hrigen Bestehens der Th&#252;ringer Blogzentrale kritisch (und drastisch) mit den Bedingungen des hyperlokalen Onlinejournalismus auseinander. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#220;berall, so Oelsner, werde der k&#252;nftige Lokaljournalismus gehypt (auch bei <em><a href="http://carta.info/11329/neues-von-der-heimatfront/">Carta</a></em>), doch wenn man genauer hinschaue, sehe man nur&#8230; Aber <a href="http://www.thueringerblogzentrale.de/2011/02/10/lokaljournalismus-2-0-mein-anzeiger-und-deutschland-today/">lesen Sie selbst</a>:</p>
<blockquote><p>„Sie alle faseln etwas von ‚Der Lokaljournalismus erlebt seine Auferstehung’ oder ‚das n&#228;chste gro&#223;e Ding’ oder ‚Regionale Nachrichtenportale boomen’ usw. Das ist nat&#252;rlich alles Quatsch. Versuche, regionale ‚Nachrichtenportale’ zu etablieren, gibt es zuhauf. Es ist eine traurige Geschichte zwischen PR, Selbstausbeutung und skrupelloser politischer Manipulation. Mit Journalismus hat das alles nicht mehr viel zu tun.“</p></blockquote>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/38101/pr-selbstausbeutung-manipulation/">PR, Selbstausbeutung, Manipulation</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/38101/pr-selbstausbeutung-manipulation/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38101&amp;md5=13e50f173f9748f1e9821bf65226356e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Offener Brief an die Bundesjustizministerin: 6 Fragen zum Leistungsschutzrecht</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 14:34:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timo Ehmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
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		<category><![CDATA[Sabine Leutheusser-Schnarrenberger]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat sich in ihrer "Berliner Rede zum Urheberrecht" f&#252;r ein Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverleger ausgesprochen. Dies wirft viele Fragen auf: Wie passt das Leistungsschutzrecht zur in der Rede dargestellten zentralen Rolle des Urhebers in der kommenden Urheberrechtsnovelle? Welche Konsequenz wird aus dem BGH-Urteil zur Bildersuche gezogen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/a69a46513c60437889174dc7202d77af" width="1" height="1" alt=""/>Sehr geehrte Frau Ministerin,</p>
<p>ich muss zugeben, Sie haben mich verwirrt: Im Laufe Ihrer ausgewogen erscheinenden <a href="http://carta.info/28713/carta-streamt-die-berliner-rede-zum-urheberrecht-der-bundesjustizministerin/">Rede</a> haben Sie so oft betont, dass der Urheber im Zentrum unserer Aufmerksamkeit stehen muss, dass ich schon fest mit einer Absage an das Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverleger gerechnet habe. In einer &#252;berraschenden Wendung hie&#223; es dann pl&#246;tzlich, auch die <a href="http://carta.info/28973/justizministerin-daempft-verlegerhoffnungen-auf-finanzielle-wunder-durchs-leistungsschutzrecht/">Leistung der Vermittler</a> m&#252;sse <a href="http://carta.info/27393/leistungsschutzrecht-presseverlage-wollen-zwangsabgaben-statt-marktloesung/">gesch&#252;tzt</a> werden und es bestehe insoweit eine Schutzl&#252;cke. In diesem Zusammenhang erlauben Sie mir einige Fragen:</p>
<p><em>1. Welche L&#252;cke schlie&#223;en Sie als n&#228;chstes?</em></p>
<p>Schlie&#223;en wollen Sie eine vermeintliche L&#252;cke durch einen Schutz f&#252;r Presseverleger. Anders als anderen Werkvermittlern, wie z.B. Sendeunternehmen und Tontr&#228;gerherstellern stehe Ihnen derzeit kein Schutzrecht zu. Hierzu ist anzumerken, dass gleiches f&#252;r den Buchverleger (auch wenn sie selbst kein Schutzrecht f&#252;r sich beanspruchen), den Suchmaschinenbetreiber, Aggregatoren und f&#252;r viele andere Branchen rund um die Themen immaterielle Leistung und Vermittlung immaterieller Leistungen gilt. M&#252;ssen nun (nach dem Gleichheitsprinzip) alle gesch&#252;tzt werden, weil einige bereits gesch&#252;tzt sind oder ist es nicht eher so, dass <strong>jedes Schutzrecht aus sich selbst heraus gerechtfertigt</strong> werden muss?</p>
<p><em>2. Was wird &#252;berhaupt gesch&#252;tzt?</em></p>
<p>Auch ein immaterieller Schutz braucht sichtbare Grenzen. Allein aus diesem Grund sch&#252;tzt auch das Urheberrecht nicht den Werkgenuss, der sich regelm&#228;&#223;ig im Privaten vollzieht, sondern kn&#252;pft an das (bis vor kurzem) sichtbare Vervielf&#228;ltigen und Verbreiten an. Aus dem gleichem Grund wurde die Privatkopie durch eine verg&#252;tungspflichtige Schranke erlaubt. So wird ein Schutzgegenstand definiert, der die Grenzen zwischen Verbotenem und Erlaubtem erkennbar macht. </p>
<p>Die verlegerische Leistung erf&#228;hrt dagegen keinerlei Verk&#246;rperung. Allenfalls das Layout bietet eine Ankn&#252;pfung, doch dieser Schutz ist wirkungslos, wie man in Gro&#223;britannien sieht. <strong>Ohne Verk&#246;rperung wird das Recht diffus bleiben. Niemand wird wissen, was genau erlaubt und verboten ist.</strong> Die entstehende Grauzone werden diejenigen nutzen, die f&#252;r die Rechtsunklarheit eintreten und die sich Gerichtsverfahren leisten k&#246;nnen. Die fehlende Verk&#246;rperung unterscheidet im &#220;brigen die verlegerische Leistung ganz erheblich von der Leistung des Tontr&#228;gerherstellers, der ein Masterband hervorbringt, dessen Herkunft durch die Qualit&#228;t der Aufnahme feststellbar ist. Diese Aufnahme ist das, was teuer ist. Sie ist zurecht gesch&#252;tzt.</p>
<p><em>3. Wie trennen Sie die verlegerische Leistung von der des Urhebers?</em></p>
<p>In ihrer Rede haben Sie den Urheber als zentrale Person des Urheberrechts dargestellt. Was bleibt davon, wenn Sie das Urheberrecht durch ein Leistungsschutzrecht entwerten? Das Nebeneinander verschiedener Leistungen ist das eine, doch die <strong>Verk&#246;rperung erfolgt regelm&#228;&#223;ig in <em>einem</em> Produkt</strong>. Wer dieses verwerten will, wird nun zwei Lizenzen ben&#246;tigen. Wird der Urheber ein nach § 38 oder § 41 oder § 42 UrhG an ihn zur&#252;ckgefallenes Recht nicht mehr nutzen k&#246;nnen, ohne Zustimmung des Verlegers?</p>
<p><em>4. Ist das Leistungsschutzrecht nicht eine Subvention?</em></p>
<p>Sie gei&#223;eln die Kulturflatrate mit guten Argumenten als „Zwangskollektivierung“. Auch weisen Sie zurecht darauf hin, dass der Wettbewerb die Antwort darauf geben muss, welche Produktions- und Vertriebsmethoden sich k&#252;nftig durchsetzen. Wie passt das zum Leistungsschutzrecht? Was ist das Leistungsschutzrecht anderes als eine Subvention &#8211; eine Kulturflatrate f&#252;r einen Teilmarkt? </p>
<p>Das Leistungsschutzrecht soll, soviel ist gekl&#228;rt, zu zus&#228;tzlichen Einnahmen &#252;ber eine neu zu gr&#252;ndende Verwertungsgesellschaft VG Presse online f&#252;hren. Die Zeche zahlt der Nutzer und er hat dabei keine Wahl. Er kann sich nicht f&#252;r oder gegen einen entgeltlichen Vertrag entscheiden, weil Sie ihm die Entscheidungskompetenz absprechen. Das ist nicht liberal. F&#252;r den Nutzer ist es egal, ob er mehr Steuern zahlt oder ob eine Subvention f&#252;r Presseverleger in seinem Internetanschluss eingepreist ist. Stand die FDP nicht einmal f&#252;r Steuersenkungen?</p>
<p><em>5. Warum mehr Geld f&#252;r die Aktion&#228;re der Axel-Springer AG und warum nicht mehr Geld f&#252;r Autoren?</em></p>
<p>Da es beim Leistungsschutzrecht unstreitig darum geht, mehr Geld in den Markt f&#252;r Tagesinformationen zu pumpen, stellt sich auch hier die Frage nach der Verteilungsgerechtigkeit, die Sie an anderer Stelle, nicht aber beim Leistungsschutzrecht bem&#252;ht haben. Wollen Sie „Snippets“ verg&#252;tungspflichtig machen, so w&#228;re dies einfacher &#252;ber das Urheberrecht darstellbar. Dann w&#252;rde die Verteilung &#252;ber die VG Wort zu einer Quote 70:30 f&#252;r die Autoren erfolgen. Mehr Geld f&#252;r Autoren w&#228;re immerhin ein legitimes Ziel, denn Journalisten verdienen zu wenig. Die f&#252;r das Leistungsschutzrecht an vorderster Front k&#228;mpfende Axel-Springer AG liefert dagegen ein Rekordquartal nach dem anderen. Wem hilft es, wenn wir &#252;ber die Geb&#252;hren von Internetanschl&#252;ssen die Aktion&#228;re der Axel-Springer AG reicher machen?</p>
<p><em>6. Was ist mit der Einwilligung?</em></p>
<p>Es wurde bereits unz&#228;hlige Male geschrieben: Verleger k&#246;nnen Google ausschlie&#223;en. Und es ist rechtlich relevant, wenn sie das nicht tun, wie der BGH in seiner <a href="http://carta.info/28112/eine-hohle-nuss-das-leistungsschutzrecht-nach-dem-bgh-urteil-zur-google-bildersuche/">Entscheidung</a> vom 28.4.2010 zweifelsfrei entschieden hat. <strong>Niemand kann gleichzeitig etwas erlauben und f&#252;r einen vermeintlichen Eingriff kassieren</strong>. Denn das w&#228;re widerspr&#252;chliches Verhalten, dessen gesetzgeberische Anordnung seinerseits widerspr&#252;chlich w&#228;re. Hier krankt das Konzept an seinen Wurzeln. Das ist nicht l&#246;sbar, ohne das Recht als solches zu verbiegen.</p>
<p><strong> </strong><br />
Frau Ministerin, diesen Knoten l&#246;sen Sie nur, indem Sie ihn durchschlagen. Wir brauchen ein reformiertes Urheberrecht f&#252;r unsere Zukunft im internationalen Wettbewerb. Wir brauchen kein Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverleger. Wir brauchen unser aller Wissen im Netz, f&#252;r die bestm&#246;gliche Nutzung dessen, was Sie als Schwarmintelligenz bezeichnen, und gleicherma&#223;en f&#252;r individuelle Sch&#246;pfungen. Die Wege sind gezeichnet, an Experten mangelt es nicht. Die Wittem-Group hat einen <a href="http://www.copyrightcode.eu">Vorschlag</a> gemacht – warum folgen wir Lobbyisten statt unseren besten K&#246;pfen?</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en,<br />
Timo Ehmann</p>
<p><strong> </strong><br />
<em>Gastbeitrag von Timo Ehmann. Er ist Rechtsanwalt in M&#252;nchen, promovierte am Max-Planck-Institut f&#252;r Geistiges Eigentum zum Schutz von Datenbanken und gr&#252;ndete 2009 das juristische Internetportal <a href="http://www.jusmeum.de">JUSMEUM</a>.</em></p>
<p>Erg&#228;nzung: Ein ausf&#252;hrlicher Beitrag zur &#8220;<a href="http://www.kommunikationundrecht.de/archiv/pages/show.php?timer=1260795904&#038;deph=0&#038;id=68501&#038;currPage=1">Erforderlichkeit eines Leistungsschutzrechts f&#252;r Presseverleger</a>&#8221; von Timo Ehmann und Emese Szilagyi ist in Ausgabe 2/2009 der Zeitschrift <em>Kommunikation und Recht</em> erschienen. (<a href="http://twitter.com/iljabraun/status/16312332405">via</a>)
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<a href="http://carta.info/29093/offener-brief-an-die-bundesjustizministerin-6-fragen-zum-leistungsschutzrecht/">Offener Brief an die Bundesjustizministerin: 6 Fragen zum Leistungsschutzrecht</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/29093/offener-brief-an-die-bundesjustizministerin-6-fragen-zum-leistungsschutzrecht/#comments">17 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=29093&amp;md5=391038b2fc015c16e1eabf75f89984ee" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wein und Wasser: Warum es in einer offenen Medienlandschaft mehr Qualit&#228;t gibt</title>
		<link>http://carta.info/16420/internet-offenes-mediensystem-wein-wasser-umair-haque/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 18:53:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Umair Haque</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Medienlandschaft des Internets &#246;ffnet den Qualit&#228;tswettbewerb f&#252;r Alle. Der Netz-Effekt: Mehr gute Inhalte. Genau das ist das Problem der Medienunternehmen, die zuviel Durchschnitt produzieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/5cb9471cd77644c3aba040730182b2d8" width="1" height="1" alt=""/>Es nicht weniger und nicht mehr als ein Kulturkampf: Die Bezahlw&#228;nde sollen wieder hochgezogen werden. Rupert Murdoch <a href="http://www.vanityfair.com/business/features/2009/11/michael-wolff-200911?printable=true">l&#228;uft Amok gegen das Netz</a>. Und im Subtext dr&#246;hnt die Frage: K&#246;nnen die klassischen Medien das Internet &#252;berleben?</p>
<p>Doch so ist die Frage falsch gestellt. Die richtige w&#228;re: Wie konnten die Medien bisher ohne das Netz &#252;berleben?</p>
<p>Man stelle sich die Medienlandschaft probehalber einmal so vor: Wir haben eine Wirtschaft, die sich um zwei G&#252;ter dreht, sagen wir Wein und Wasser. Wasser steht dabei f&#252;r kaum brauchbare oder nutzlose Information, auch f&#252;r Propaganda. Wein steht f&#252;r Analyse, Auseinandersetzung, Erkenntnis.</p>
<p>Schauen wir als erstes auf die Medienlandschaft, wie sie bisher aussah:</p>
<ul>
<li>Totformatierte Radioprogramme, vollgem&#252;llt mit Werbung</li>
<li>Krawalltalk à la <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/medien/2008538_US-Moderator-Glenn-Beck-Der-oberste-Einpeitscher.html">Glenn Beck</a> und <a href="http://debatte.welt.de/kommentare/137283/der+koenig+des+konservativen+talkradios">Rush Limbaugh</a></li>
<li>Eine st&#228;ndige Verstrickung von PR und Inhalten</li>
<li>Networks, die nahezu vollst&#228;ndig ohne Qualit&#228;t 	auskommen (Fox News, CNBC)</li>
</ul>
<p>Okay, es gab bislang auch gute Sachen. Kluge Analysen, wie etwa die von <a href="http://www.fareedzakaria.com/">Fareed Zakaria</a>. Aber eben: <strong>Wein gab es selten und man musste immer einen Kasten Wasser dazukaufen</strong> – der Wein war im Grunde nur eine Beigabe.</p>
<p>Und nun schauen wir uns eine offene Medienlandschaft an, in der jeder senden, verlinken und empfangen kann: Es gibt abertausende Blogs, die vorhersagbar, langweilig oder voreingenommen sind. Wasser. Aber die Qualit&#228;t der Inhalte war eigentlich ohnehin schon am Tiefpunkt angelangt. Vorher gab es Krawallradio-Wasser, jetzt gibt es Blogwasser. Jeder kann jetzt Wasser anbieten – und so viel schlechter als das von den Gro&#223;produzenten ist es dann auch nicht.</p>
<p>Jetzt kommt der Unterschied: Der Wein ist besser. Das bringt eine offene Medienlandschaft mit sich. Nicht das Wasser ist besser, aber der Wein. Es mag auch viele langweilige, belanglose Inhalte im Netz geben. Aber es gibt auch viel mehr gute Anlaufstellen, wie <a href="http://www.marginalrevolution.com/">Alex Tabarrok und Tyler Cowen</a>, <a href="http://robertreich.blogspot.com/">Robert Reich</a> und  <a href="http://www.chartercities.org/blog">Paul Romer</a>. Es gibt <a href="http://www.ritholtz.com/blog/">Barry Ritholz</a>, es gibt <a href="http://www.avc.com/">Fred Wilson</a> und <a href="http://rick.bookstaber.com/">Rick Bookstaber</a>.</p>
<p>In einer offenen Medienlandschaft gibt es  ungenie&#223;bares Wasser in rauhen Mengen, aber in Sachen Wein kann ich einen ganzen Kosmos entdecken. In einer geschlossenen Medienlandschaft dagegen bleibt einem meist nur das Wasser.</p>
<p>In Netz sind die neuen schlechten Angebote nicht dramatisch  schlechter als die in den klassischen Medien, aber die guten sind um Einiges besser. <strong>In einer offenen Medienlandschaft gibt es daher im Endeffekt – mehr Qualit&#228;t.</strong></p>
<p>Die Medienlandschaft heute ist nat&#252;rlich nicht perfekt. Die Schlacht um Gesch&#228;ftsmodelle geht gerade erst los. &#214;konomisch winken hier eigentlich enorme Zuw&#228;chse in punkto Produktivit&#228;t und Effizienz. Hier liegt auch das Problem, das die Monopolisten von gestern heute haben: Echten Wert zu generieren, das war ihr geringstes Anliegen. Stattdessen haben sie schlechte Inhalte angeboten und ihre schiere Marktkraft ausgespielt; mit der Qualit&#228;t ging es bergab.</p>
<p>Die Medienunternehmen haben genau deshalb jetzt Probleme damit, Geld im Internet zu verdienen, weil sie fast alle dasselbe Wasser anbieten – statt wirklich herausragendem Wein. Daf&#252;r will kaum einer viel bezahlen.</p>
<p>In den n&#228;chsten Jahren wird es wohl jeder Branche so gehen: man wird sich umstellen und geschlossene Systeme &#246;ffnen m&#252;ssen. Die Kernfrage, egal in welchen Bereich, lautet deshalb: Stocherst Du im Wasser oder baust du Wein an?</p>
<p><em>Dieser Beitrag erschien im englischen Original als &#8220;<a href="http://blogs.harvardbusiness.org/haque/2009/10/the_new_new_mediaconomy.html">The New (New) Mediaconomy</a>&#8221; in Umair Haques Blog <a href="http://blogs.harvardbusiness.org/haque/">Edge Economy</a> // Translated and reprinted with permission. </em>©<em> 2009 by Harvard Business Publishing; all rights reserved. &#220;bersetzung: David Pachali/ RML.<br />
</em></p>
<p><em>Ebenfalls lesenswert zum Thema ist auch der Text von Steven Johnson: &#8220;<a href="http://www.stevenberlinjohnson.com/2009/03/the-following-is-a-speech-i-gave-yesterday-at-the-south-by-southwest-interactive-festival-in-austiniif-you-happened-to-being.html">Old Growth Media And The Future Of News</a>&#8221;<br />
</em>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/16420/internet-offenes-mediensystem-wein-wasser-umair-haque/">Wein und Wasser: Warum es in einer offenen Medienlandschaft mehr Qualit&#228;t gibt</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/16420/internet-offenes-mediensystem-wein-wasser-umair-haque/#comments">16 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=16420&amp;md5=8508216aeff56fe8fd2907f41ea7ffb9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Surfbarriere Paid Content: Bezahlschranken und Netzstreifz&#252;ge passen nicht zusammen</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Oct 2009 16:12:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Online-Journalimus]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Gro&#223;versuch der traditionellen Medien, aus einer &#214;konomie der Aufmerksamkeit wieder eine &#214;konomie der direkten Zahlungen zu machen, wird scheitern. Paid Content ist viel zu unflexibel f&#252;r offenen Pfade des Internets. Eine Geschichte aus dem Jahr 2012.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/174f750bd51d4c67bf7fa3509dce3af0" alt="" width="1" height="1" />Peter M&#252;ller hatte ein Abo bei wsj.com, bezog einen kostenpflichtigen Newsletter von handelsblatt.com, verf&#252;gte &#252;ber Bezahlzug&#228;nge von seinem Lokalblatt und seiner &#252;berregionalen Lieblingstageszeitung. Desweiteren gab er Geld f&#252;r den Webzugang zu einem Nachrichten- und einem Sportmagazin aus. Er hatte sich nach reiflicher &#220;berlegung auch f&#252;r einen Vertrag f&#252;r das Entertainmentpaket der Telekom entschieden – des Fu&#223;balls wegen &#8211; und er nutzte zus&#228;tzlich die &#8220;HD+&#8221;-Angebote von Pro7 und RTL. Daneben gab er immer mehr Geld f&#252;r Informationen aus, die er sich hier und da im Web kaufte. Die paar Euro, die er f&#252;r seine iPhone-Applikationen monatlich bezahlte, fielen da kaum noch ins Gewicht.</p>
<p>Als er dann an einem Sonntagmorgen im Oktober des Jahres 2012 seine monatlichen Geb&#252;hren f&#252;r elektronische Medien aller Art aufsummierte, verbrannte er sich erst einmal an seinem hei&#223;en Kaffee die Zunge. Er rechnetet noch einmal alles nach und kam auf einen Betrag von 270 Euro. Da beschloss er, alles zu k&#252;ndigen und fortan nur noch Blogs zu lesen. Seine Nachrichten w&#252;rde er schon bei den &#214;ffentlich-Rechtlichen bekommen, f&#252;r die er ja schlie&#223;lich auch zahlte und ein paar gute Filme und Serien w&#252;rden sich sicher auch irgendwo im Web finden lassen.</p>
<p>Dabei hatte er selbst an das Modell Paid-Content geglaubt und als ab dem Jahr 2009 immer mehr Inhalte im Web kostenpflichtig wurden, zun&#228;chst auch gerne bezahlt. Gute Inhalte und Qualit&#228;t kosten schlie&#223;lich auch im realen Leben Geld &#8211; die Argumente der Verleger und Fernsehmacher konnte er gut nachvollziehen.</p>
<p>Doch dann begann er zu zweifeln. Irgendwas funktionierte nicht mehr in der Mechanik der Medienm&#228;rkte. Er f&#252;hlte: Aus dem Kampf um die Aufmerksamkeit des Lesers oder Zuschauers war ein Kampf um seinen Geldbeutel geworden. &#220;berall im Web wurde pl&#246;tzlich die Hand aufgehalten, standen Mautschilder herum, drohten Abofallen. Allein die Anzahl der verschiedenen Bezahlsysteme war f&#252;r ihn verwirrend und un&#252;berschaubar geworden.</p>
<p>Die Medien selbst lieferten sich einen gnadenlosen Verdr&#228;ngungswettbewerb, der h&#228;rter und unerbittlicher gef&#252;hrt wurde als zu den Zeiten als der Erfolg noch in Quoten und Reichweite gemessen wurde. Nun wurden die Manager in den Medienh&#228;usern regelm&#228;&#223;ig nach den Quartalszahlen gefeuert, wenn es ihnen wieder nicht gelungen war, die Aboerl&#246;se zu steigern.</p>
<p>Denn eines hatten die Verlags- und TV-Bosse nicht bedacht: Das Interesse der Nutzer an Inhalten ist nahezu unendlich, ihr Budget stark limitiert. In der Medienwelt des Jahres 2012 gab es nur noch einen Gesamtkuchen der Medienausgaben aller Nutzer und um die St&#252;cke und Kr&#252;mel aus diesem Kuchen pr&#252;gelten sich nun alle.</p>
<p>Mit seiner Aufmerksamkeit war Peter immer sehr gro&#223;z&#252;gig, ja verschwenderisch umgegangen. Surfte bald hierhin, bald dorthin – oft blieb er l&#228;nger im Web als er eigentlich wollte. Ja, er hatte seine festen Bookmarks, die er t&#228;glich aufsuchte. Er lie&#223; aber auch gerne treiben von einem spannenden Thema, dessen Spuren er &#252;ber viele Seiten im Web verfolgte oder st&#246;berte stundenlang in seinen mehr als 100 RSS-Feeds, die er in seinem Reader abonniert hatte. Er sch&#228;tze es, die Angebote von vielen Redaktionen und Autoren zu einem Thema zu vergleichen.</p>
<p>Doch mit jedem Tag, an dem die Anzahl kostenpflichtiger Angebot im Web zunahm, nahm seine Lust auf diese Streifz&#252;ge ab. Manchmal, da lie&#223; man ihn noch &#252;ber den Zaun gucken. Dann durfte er Teaser lesen, sollte aber bezahlen, wenn es spannend wurde. Nur sehr selten lie&#223; er sich &#252;berzeugen, den Geldbeutel f&#252;r einzelne Texte oder Tagesabos zu z&#252;cken.</p>
<p><strong>Komplizierte Aufmerksamkeitsgleichung</strong></p>
<p>Fr&#252;her mu&#223;te er sich um den Wert seiner Aufmerksamkeit keine Gedanken machen. Nun aber sollte er selbst eine Kostenrechnung aufstellen und eine komplizierten Gleichung aus Interesse und Geld l&#246;sen. Das war ihm zu m&#252;hselig, schlie&#223;lich konnte er den Wert eines Inhaltes h&#228;ufig erst  nachtr&#228;glich beurteilen.</p>
<p>Deshalb erwischte er sich immer h&#228;ufiger wie er seinen Lieblingsmarken untreu wurde und stattdessen auf den kleinen, kostenfreien Blogs landete und sich von dort zu neuen Themen und Autoren weiterleiten lie&#223;.</p>
<p>Immer mehr Micromedien nutzen ihre Chance, seine von den klassischen Medien verschm&#228;hte Aufmerksamkeit f&#252;r sich zu gewinnen. Denn das Web war nach wie vor voll von guten Inhalten und neue Suchhilfen und Aggregatoren wiesen ihm den Weg dorthin. Peter M&#252;ller f&#252;hlte sich pl&#246;tzlich wieder verstanden, auch weil aus dem Schlagwort Semantic Web tats&#228;chlich brauchbare Anwendungen entstanden waren. Er konnte das Netz befragen und bekam immer h&#228;ufiger Antworten, mit denen er was anfangen konnte. Seine einstigen Standardseiten vermisste er von Tag zu Tag weniger.</p>
<p>Er sp&#252;rte, wie er seine alte Unabh&#228;ngigkeit wieder erlangte und er begann zu begreifen: Der Gro&#223;versuch der traditionellen Medien, aus einer &#214;konomie der Aufmerksamkeit wieder eine &#214;konomie des Geldes zu machen, war, was ihn betraf, gescheitert.
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		<title>Rivva: Die verfehlte Schadenfreude der F.A.Z.</title>
		<link>http://carta.info/8986/faz-rivva/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 May 2009 10:18:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Rivva]]></category>
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		<description><![CDATA[Die FAZ kann ihre Schadenfreue &#252;ber Rivvas Probleme kaum verhehlen. Dabei ist Rivva vor allem auch eine Br&#252;cke zwischen alten und neuen Medien -- und die FAZ steht dabei gar nicht schlecht da.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/71d64c8400ebacb3feec5c02e7a7bb" alt="" width="1" height="1" /><br />
&#8220;Der Fluss wird trockengelegt&#8221; formuliert die <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E2EF6447714BE474CAC0683297FA91603~ATpl~Ecommon~Scontent.html">FAZ</a> und man kann f&#246;rmlich h&#246;ren, wie eine Welle der Erleichterung &#252;ber diese Trockenlegung durch die Redaktion der Zeitung zieht. Die Metapher &#8220;Fluss&#8221; bezieht sich dabei auf <a href="http://www.rivva.de">Rivva</a>, den Memetracker von Frank Westphal, dessen weitere Entwicklung er in diesen Tagen leider <a href="http://blog.rivva.de/archives/2009/5/4/in_a_silent_way/">eingestellt</a> hat.</p>
<p>Schade nur, dass man bei der FAZ nicht so recht zu wissen scheint, was ein <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Memetracker">Memetracker</a> eigentlich ist. Denn J&#246;rg Thomann, der Autor des Artikels, vergleicht Rivva mit Google News und liegt damit gr&#252;ndlich daneben (Google News geh&#246;rt zu den <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Aggregator">Aggregatoren</a>).</p>
<p>&#220;berhaupt verwundert die kaum verhohlene Polemik und Schadenfreude dar&#252;ber, dass auch im Web das eine oder andere Projekt nicht weitergef&#252;hrt wird. Das ist nur nat&#252;rlich und muss nicht zwingend eine &#8220;Sinnkrise&#8221; in der Blogosph&#228;re zur Folge haben.</p>
<p>Die merkw&#252;rdige Sicht der FAZ verwundert aber umso mehr, wenn man wei&#223;, dass Rivva eine Art <a href="http://carta.info/8002/alte-und-neue-medien-kennen-sich-gegenseitig-nicht/">Br&#252;cke zwischen neuen und alten Medien</a> ist. Denn Rivva registriert nicht nur die Verlinkungen der Blogs untereinander, sondern nat&#252;rlich auch Links von Blogs auf klassische Medien (und umgekehrt). Besonders gut sichtbar wird das in der Liste der <a href="http://rivva.de/leitmedien">Leitmedien</a>, die zeigt, welche Quellen besonders h&#228;ufig verlinkt werden.</p>
<p>Die FAZ steht in diesen Leitmedien sehr gut da: Mit 5 Platzierungen unter den ersten 100 (die Zeitung selbst auf Rang 7, der Netz&#246;konom auf 11, das Fernsehblog auf 63, Chaos as usual auf 65 und die St&#252;tzen der Gesellschaft auf 95; Stand: 05. Mai 2009) liegt sie weit vor allen anderen Zeitungen.</p>
<p>Die Leitmedien machen zudem deutlich, dass Rivva gerade nicht ein <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2008/08/19/wege-aus-dem-informationsuberfluss/">subjektives Medium</a> ist, mit dem Frank Westphal &#8220;Themen der unter Bloggern gern geschm&#228;hten traditionellen Medien pr&#228;sentierte&#8221;. Denn pr&#228;sentiert hat er gar nichts: Der Algorithmus von Rivva wertet die Verlinkungen autonom aus und zeigt in der Folge die Ergebnisse auf der Hauptseite automatisch an. Ganz oben steht, was besonders h&#228;ufig verlinkt wird, egal ob Blog oder traditionelles Medium. Rivva funktioniert also ganz ohne (menschliche) Redaktion.</p>
<p>Die werten Leser und klugen K&#246;pfe hinter der FAZ werden J&#246;rg Thomann die verfehlte Schadenfreude schon nachsehen. In der Redaktion aber k&#246;nnte man k&#252;nftig etwas genauer hinschauen, denn schlie&#223;lich f&#252;hlt man sich doch dem Qualit&#228;tsjournalismus verpflichtet &#8212; auch wenn es um das Internet geht.<br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=8986&amp;md5=606a88e6a18b2e0359ea250e5e248da2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Digitale Ahnungslosigkeit: Alte und neue Medien kennen sich gegenseitig nicht</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Apr 2009 20:25:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=8002</guid>
		<description><![CDATA[Dass die Macher der alten Medien oft wenig vom Internet verstehen, ist bekannt. Vertretern der neuen Medien geht es umgekehrt aber kaum besser. Die Netz-Evangelisten prahlen mit Reichweite und Netzwerkmacht, w&#228;hrend die Skeptiker zurecht die Frage nach den Ums&#228;tzen stellen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/60b5eb00f39861243529bad84af150" alt="" width="1" height="1" /><br />
<a href="http://turi-2.blog.de/2009/04/09/interview2-johnny-haeusler-spreeblick-com-5915092/">Johnny Haeusler</a> hat gut reden: Er empfiehlt Journalisten, die Themen bei ihren Zeitungen nicht unterbringen, diese doch einfach (unter eigenem Namen) zu <strong>bloggen</strong>. Ein sch&#246;ner Vorschlag, zumindest auf den ersten Blick. Die Realit&#228;t in vielen Redaktionen d&#252;rfte so etwas aber gar nicht zulassen, es sei denn, man arbeitet frei.</p>
<p>Damit zeigt sich einmal mehr, dass Blogger zwar viel &#252;ber das Internet und die neuen Medien wissen, aber eher wenig von den <strong>Mechanismen der alten Medien</strong> verstehen. Sehr deutlich wird das auch an einem <a href="http://www.techcrunch.com/2009/04/11/can-the-statusphere-save-journalism/">Artikel von Brian Solis</a> f&#252;r das Blog TechCrunch. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Brian_Solis">Brian Solis</a> ist nicht irgendwer in den USA, ebenso wenig wie das Blog TechCruch.</p>
<p>Dass aber in eben diesem Blog so ein Artikel erscheinen kann, offenbart sehr deutlich, dass nicht wenige der <strong>Experten des Web 2.0 mit einer leichten Hybris den Medienwandel thematisieren</strong>. Bei der Lekt&#252;re kann n&#228;mlich leicht der Eindruck entstehen, es m&#252;ssten nur alle Medienmacher und Journalisten anfangen zu twittern, mit <a href="http://leanderwattig.de/index.php/2009/04/15/facebook-warum-ein-offentliches-profil-fur-ihr-unternehmen-sinnvoll-sein-konnte/">Public Profiles</a> auf Facebook vertreten sein und Beziehungen zu ihren Lesern aufbauen, um im <strong>neuen Zeitalter der digitalen Medien</strong> aufbl&#252;hen zu k&#246;nnen.</p>
<p>Unterschlagen wird dabei, dass nicht wenige der von ihm genannten Medienkan&#228;le selbst noch gar <strong>kein tragf&#228;higes Gesch&#228;ftsmodell</strong> haben und derzeit auch f&#252;r gute Blogs die Luft (in Sachen Monetarisierung) reichlich d&#252;nn ist. Brian Solis sieht praktisch nur die <strong>Reichweite</strong>, <strong>nicht aber die Umsatzperspektive</strong>. Immerhin: Wie man mit Social Media heute Reichweite erzielt, hat er gut herausgearbeitet. Doch: 350.000 Twitter-Follower f&#252;r Techcrunch bedeuten nicht, dass der klassische Qualit&#228;tsjournalismus kein Umsatzproblem h&#228;tte.</p>
<p>Eine sachgerechte Betrachtung m&#252;sste allerdings auch st&#228;rker hinterfragen, f&#252;r wie viele Menschen ein Medium wie <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/03/19/twitterperspektiven-twitter/">Twitter</a> <strong>langfristig und nachhaltig Relevanz</strong> erlangt. So zeigt eine <a href="http://www.thestrategyweb.com/studie-twitter-bei-deutschen-jugendlichen-unpopulaer">aktuelle Studie</a>, dass Twitter speziell bei Jugendlichen in Deutschland noch kaum bekannt ist.</p>
<p>So weit aber kommen die Bef&#252;rworter der klassischen Medien mit ihrer Kritik an den Ausf&#252;hrungen von Brian Solis gar nicht, weil sie (immer noch) zu wenig von Social Media verstehen. <strong>Die beiden Lager reden also weiterhin sch&#246;n aneinander vorbei, weil sie von der jeweils anderen Seite zu wenig wissen</strong>.</p>
<p>W&#228;hrend aber Blogger und Social Software Geeks dabei wenig bis nichts zu verlieren haben, steht den klassischen Medien ihr <a href="http://carta.info/7325/internet-zdf-peter-frey-steffi-lemke-massenmedien-journalismus/">&#8220;Unbehagen am Internet&#8221;</a> allm&#228;hlich immer schlechter zu Gesicht. Denn bei ihnen geht es um sehr viel <strong>Umsatz, Arbeitspl&#228;tze und Reputation</strong>.</p>
<p>Vielleicht sollten deshalb gar nicht so sehr die Journalisten anfangen zu bloggen, wie Johnny Haeusler meint. Eher sollten deren Manager und Herausgeber mehr praktische Erfahrungen mit dem Internet sammeln und zudem den <strong>Dialog mit Bloggern</strong> suchen. Der Antagonismus zwischen alten und neuen Medien sollte schleunigst &#252;berwunden werden. Denn nur so werden sich f&#252;r die Institutionen der alten Medien tragf&#228;hige Gesch&#228;ftsmodelle im neuen Medium finden lassen &#8212; und einige von ihnen brauchen wir noch.</p>
<p><!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
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		<title>Die Macht des Establishments</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Apr 2009 15:28:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Lange</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Internet stellt die Meinungsmacht etablierter Medien in Frage. Doch die Meinungsmacher im Wahljahr sind zun&#228;chst einmal die altbekannten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/57b93d10fa4d9908012b4a76fe9242" alt="" width="1" height="1" /><br />
Berlin, im November 2013: Ein Minister der neuen Bundesregierung steht der Bundespressekonferenz Rede und Antwort. Hat noch jemand eine Frage? Ja, der Kollege da vorn. Der Journalist stellt sich vor und fragt nach den Pl&#228;nen des Ressortchefs – ach nein, das ist ja gar kein Journalist. Es ist ein Blogger, der neuerdings zwischen den Korrespondenten von Zeitungen und Onlineportalen sitzt und am alten Frage-Antwort-Spiel teilnimmt.</p>
<p>Eine Zukunftsvision? Danach sieht es aus. Denn wenn heute auch so mancher deutsche Journalist nebenher bloggt und viele Blogger inzwischen auf hohem Niveau schreiben, ist der <strong>Einfluss von unabh&#228;ngigen B&#252;rgerjournalisten noch gering</strong>. Kein Blogger ist bislang Mitglied der Bundespressekonferenz – zumindest kein reiner Blogger ohne etablierten Verlag oder Sender im R&#252;cken. Anders in den USA: Im Pressekorps des Wei&#223;en Hauses sitzt inzwischen auch Sam Stein, ein Reporter der „Huffington Post“, des derzeit einflussreichsten Blogs des Landes. Der amerikanische Comedian Jon Stewart machte sich neulich in seiner Sendung dar&#252;ber lustig – aber nur vordergr&#252;ndig, denn tats&#228;chlich nahm er die etablierten Medien aufs Korn. Stewart zeigte die Bilder einer Pressekonferenz von US-Pr&#228;sident Barack Obama vor dem Pressekorps und bemerkte ironisch, so ein Sam Stein w&#252;rde doch vermutlich nur einen Link zur Frage des „New-York-Times“-Reporters setzen. Weit gefehlt: Stein ging den Pr&#228;sidenten offensiv an und fragte, ob er daf&#252;r sorgen w&#252;rde, dass die Missetaten der Bush-Regierung untersucht w&#252;rden. Der Reporter der etablierten „Washington Post“ bat Obama hingegen um einen Kommentar zum Fall eines beim Doping erwischten Baseball-Stars. Der Fairness halber muss jedoch erw&#228;hnt werden: Auch Stein ist gelernter Journalist und schrieb vorher f&#252;r das „Newsweek-Magazine“. Und die „Huffington Post“ ist auch nicht irgendeine Online-Klitsche: Ihre Gr&#252;nderin Arianna Huffington ist Million&#228;rin und hat kr&#228;ftig ins Personal investiert – der gr&#246;&#223;te Kostenfaktor eines Online-Mediums.</p>
<p>In Deutschland ist „online“ im Wahlkampf zwar auch das gro&#223;e Zauberwort: Die Parteien suchen die <strong>sozialen Netzwerke</strong> im Internet zu durchdringen und lassen auf Youtube die Puppen tanzen – doch fragt man nach den Meinungsmachern unter den Medien, so sind es immer noch die altbekannten: „Auch heute gilt noch die Schr&#246;dersche Weisheit, nach der es auf ,Bild, Bams und Glotze‘ ankommt“, sagt dpa-Chefredakteur Wilm Herlyn. Zu erg&#228;nzen, so Herlyn, seien heute allerdings die <strong>Onlinemedien</strong>. Doch sind Internet-Portale meist nur da starke Spieler geworden, wo Verlage ihr Engagement offensiv ins Internet ausgedehnt haben. Davon zeugt der Erfolg von „Spiegel Online“: Das Portal kann sich &#252;ber die meisten „Unique User” bei den Nachrichtenseiten freuen, das hei&#223;t &#252;ber die h&#246;chste Zahl der Seitenaufrufe: Mehr als f&#252;nf Millionen sind es monatlich. Allerdings arbeiten auch 80 Redakteure bei dem Marktf&#252;hrer.</p>
<p>Doch ohne Quersubventionierung aus dem Printsegment w&#228;re es mit der Meinungsmacht der meisten gro&#223;en Onlineportale noch nicht weit her. Auch „Spiegel Online“ profitiert stark von der Verl&#228;ngerung der Marke „Spiegel“ ins Netz. K&#246;nnen unabh&#228;ngige Blogger da mithalten? „<strong>Die Online-Auftritte der klassischen Leitmedien sind noch die dominanten Akteure der Netzkommunikation</strong>“, sagt Robin Meyer-Lucht, der mit seinem „Berlin Institute“ Medienh&#228;user ber&#228;t und den Blog „<a href="www.carta.info">Carta</a>“ ins Leben gerufen hat. „Der Journalismus hat aber die alleinige Definitionsmacht dar&#252;ber verloren, wer mitreden darf und &#252;ber was. Blogger k&#246;nnen daher durchaus <strong>entscheidende Impulse</strong> geben“, sagt Meyer-Lucht. „Eine deutsche Mayhill Fowler halte ich im Wahljahr f&#252;r nicht unwahrscheinlich.“ Mayhill Fowler, ebenfalls „Huffington“-Bloggerin, hatte w&#228;hrend des US-Vorwahlkampfs einen „Scoop“ gelandet: die Exklusivmeldung, dass der damalige Kandidat Obama bei einem Dinner gesagt habe, einige Amerikaner w&#252;rden sich „an die Religion und an ihre Waffen klammern“.</p>
<div id="attachment_7754" class="wp-caption alignnone" style="width: 483px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/04/spiegel2.jpg"><img class="size-full wp-image-7754" title="spiegel2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/04/spiegel2.jpg" alt="&quot;Ohne Quersubventionierung aus dem Printsegment w&#228;re es mit der Meinungsmacht der meisten gro&#223;en Onlineportale noch nicht weit her.&quot;" width="473" height="303" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Ohne Quersubventionierung aus dem Printsegment w&#228;re es mit der Meinungsmacht der meisten gro&#223;en Onlineportale noch nicht weit her.&quot;</p></div>
<p><strong>Professionalit&#228;t als Plus</strong></p>
<p>Letztlich ist die konstante Qualit&#228;t aber das gro&#223;e Plus der journalistischen Internet-Medien. „Bei Quellen wie Blogs und Wikipedia kann man nach wie vor nicht sicher sein, dass Profis am Werk sind“, sagt die N&#252;rnberger Kommunikationswissenschaftlerin Christina Holtz-Bacha. Dass ein Spa&#223;vogel im frei editierbaren Online-Lexikon Wikipedia Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zus&#228;tzlich zu seinen zehn Vornamen noch den elften Vornamen „Wilhelm“ angedichtet hatte, was zahlreiche Medien prompt &#252;bernahmen, sei „symptomatisch“, meint Holtz-Bacha. Ein Ruhmesblatt f&#252;r die etablierten Schreiber, die an dem „Wilhelm“ nicht zweifelten, ist es allerdings auch nicht.</p>
<p><strong>Fernsehen dominiert</strong></p>
<p>Doch dominieren im Wahljahr letztlich wohl ganz andere Medienmacher: „Wir werden im Sommer wieder einen Wahlkampf haben, der sich vor allem im Fernsehen abspielt“, sagt Christoph Bieber, Politikwissenschaftler und Betreiber des Blogs „Internet und Politik“. „Die<strong> TV-Duelle</strong> werden als <strong>zentrales Ereignis</strong> im Fokus stehen“, sagt Bieber. So sieht es auch Medienberater Michael Spreng, der im Wahlkampf 2002 Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber beraten hat: „Man darf nicht vergessen, dass einem Fernseh-Duell 20 Millionen Menschen zusehen. Auf eine solche Reichweite kommt nicht einmal die ,Bild-Zeitung‘.“ Schlie&#223;lich sei es f&#252;r Politiker &#228;u&#223;erst wichtig, im Wahlkampf Bilder zu produzieren, die von einem gro&#223;en Publikum wahrgenommen werden – und da macht es durchaus noch einen Unterschied, ob der Mediennutzer Texte und Bilder im Internet gezielt suchen muss oder ob er sie vorgesetzt bekommt, sobald er den Fernseher einschaltet. Das Wort von ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender oder ARD-Chefredakteur Ulrich Deppendorf hat somit auch weiterhin erhebliches Gewicht im Wahljahl.</p>
<p>Der politische Streit um Brender hat eindrucksvoll belegt, welchen Einfluss die Parteien Meinungsmachern wie ihm zuschreiben. Aber auch der Einfluss anderer klassischer Medienmacher sollte nicht untersch&#228;tzt werden: So haben zum Beispiel die Nachrichtenagenturen wegen ihrer enormen Reichweite noch immer gro&#223;e Bedeutung f&#252;r Wahlk&#228;mpfer. Gelingt es diesen, ihre Forderungen, Meinungen und Statements &#252;ber die Agenturen zu verbreiten, k&#246;nnen sie sicher sein, dass sie in s&#228;mtlichen Medien pr&#228;sent sind. Nach wie vor k&#246;nnen Nachrichtenagenturen die Agenda bestimmen, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: &#252;ber die Tages- und Wochenvorschauen zum Beispiel, in denen die wichtigsten politischen Termine angek&#252;ndigt werden. „Die Nervosit&#228;t der anderen Seite ist im Wahljahr durchaus zu sp&#252;ren“, sagt dpa-Chefredakteur Herlyn. „Anrufe aus den Parteizentralen bei unseren Redakteuren und Korrespondenten h&#228;ufen sich dann.“ An die dpa w&#252;rden zu Wahlkampfzeiten verst&#228;rkt auch Intervieww&#252;nsche herangetragen. „Die Medienstrategen der Parteien wissen sehr genau, wen man wann ansprechen muss“, sagt Herlyn. Die Agenturen sind dabei das, was Experten „<strong>Gatekeeper</strong>“ nennen: T&#252;rsteher, welche die eine Nachricht durchlassen und die andere nicht. Und hier entscheidet am Ende die journalistische Relevanz.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 170px"><img title="Politik &amp; Kommunikation" src="http://www.politik-kommunikation.de/_img/puk_aktuell.jpg?1238514163" alt="" width="160" height="226" /><p class="wp-caption-text">Dieser Text stammt aus der Fachzeitschrift &quot;politik &amp; kommunikation&quot;</p></div>
<p>Nicht zu untersch&#228;tzen ist &#252;berdies die Macht der Nachrichtenagenturen, den Sprachgebrauch zumindest der Journalisten zu beeinflussen. Zugunsten der Medienh&#228;user, die mehrere Nachrichtenagenturen abonniert haben, stimmen diese sich untereinander ab, und zwar &#252;ber Fragen der Rechtschreibung, aber eben auch &#252;ber die Verwendung von Begriffen: So verst&#228;ndigten sie sich nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2006 darauf, die Koalition zwischen Union und SPD nicht „Gro&#223;e Koalition“ zu nennen, wie es bei dieser Konstellation bis dato &#252;blich war. Die SPD war n&#228;mlich nur drittst&#228;rkste Kraft hinter der Linken geworden. Der Vorschlag stammte vom stellvertretenden ddp-Chefredakteur Rainer H&#246;hling, der fr&#252;her f&#252;r die DDR-Nachrichtenagentur ADN gearbeitet hat. Im Zusammenspiel mit den Agenturen k&#246;nnen <strong>auch die Regionalzeitungen wichtige Ansprechpartner f&#252;r Wahlk&#228;mpfer</strong> werden – in der hei&#223;en Phase des Wahlkampfs sogar die wichtigsten. Michael Spreng: „Edmund Stoiber hat 2002 in den letzten 14 Tagen vor der Wahl noch 30 Interviews mit Regionalzeitungen gef&#252;hrt.“ Interviews oder B&#252;rgersprechstunden vor Ort seien das beste Mittel, N&#228;he zu den W&#228;hlern herzustellen. Darauf, dass die Redaktionen Vorab-Meldungen mit den pr&#228;gnantesten Zitaten an die Agenturen geben, k&#246;nnen die Politstrategen sich verlassen, ist es doch auch f&#252;r die Zeitung wichtig zu demonstrieren, dass sie &#252;ber <strong>exklusive Informationen</strong> verf&#252;gt.</p>
<p>Dass die Parteien sich diesmal besonders intensiv um eine totale Durchdringung des Internets bem&#252;hen, ist vor allem dem Wunsch geschuldet, umfassende Pr&#228;senz zu zeigen und nach US-Vorbild Mitglieder zu mobilisieren. Beim Bem&#252;hen um mediale Pr&#228;senz werden sie allerdings auch selbst zu <strong>Lieferanten von Inhalten</strong> wie viral verbreiteten Videospots – etwa dem Film, in dem die CDU sich dar&#252;ber lustig machte, dass SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier von seinen Genossen jetzt nur noch Frank Steinmeier genannt werde. Solche Inhalte produzieren die Parteien selbst; sie setzen darauf, dass die Medien sie aufgreifen. Im Falle des Steinmeier-Clips ging die Rechnung auf: Er war bald auf den Webseiten von „Welt“, „Financial Times Deutschland“ und anderen zu sehen. „Wir reden viel von B&#252;rgerjournalismus“, kommentiert Christoph Bieber solche Aktionen, „doch vergessen wir dar&#252;ber den Politikerjournalismus.“ In den Parteizentralen s&#228;&#223;en nicht mehr blo&#223; Funktion&#228;re, die Pressemitteilungen tippen w&#252;rden, nein: „Die Parteien binden verst&#228;rkt gelernte Journalisten ein.“ Der etablierte Journalismus werde inzwischen von zwei Seiten in die Zange genommen, von B&#252;rgerjournalisten auf der einen und Politikern auf der anderen, meint Bieber. „Schauen Sie sich die wirklich guten Fotos von Obamas Siegesrede bei ,flickr.com‘ an – die hat nicht etwa ein Pressefotograf gemacht, das war jemand aus der Kampagne.“ So w&#252;rden die <strong>Grenzen zwischen Politwerbung und Publizistik verschwimmen</strong>.</p>
<p><strong>Vorget&#228;uschte Modernit&#228;t</strong></p>
<p>Dass Parteistrategen wie SPD-Bundesgesch&#228;ftsf&#252;hrer Kajo Wasserh&#246;vel oder sein Pendant bei der FDP, Hans-J&#252;rgen Beerfeltz, nicht m&#252;de werden, die Bedeutung des Internets zu betonen, erweckt allerdings den Eindruck, dass da keine reinen Online-&#220;berzeugungst&#228;ter am Werk sind, sondern dass die Wahlk&#228;mpfer sich vor allem heftig um ein frisches Image bem&#252;hen. „Die Parteien t&#228;uschen Modernit&#228;t vor, um als ,en vogue‘ zu erscheinen“, sagt Michael Spreng. „Was die SPD derzeit im Internet alles macht, ist aber nicht schlecht“, findet der Medienberater. Und auch Robin Meyer-Lucht verweist darauf, dass der Auftritt von Politikern im Internet per se schon Stoff f&#252;r die Medien sei, was man im Fall des hessischen SPD-Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl, Thorsten Sch&#228;fer-G&#252;mbel, gesehen habe. Dieser hatte gebloggt, den Blogging-Dienst „Twitter“ f&#252;r Kurznachrichten genutzt und Videos bei Youtube eingestellt. „Wenn die Wahl vorbei und damit die Aufmerksamkeit wieder weg ist, l&#228;sst das schnell nach“, sagt Meyer-Lucht. Ein Teil der <strong>Inszenierung</strong> also, den die Medien dankbar annehmen.</p>
<p>Michael Spreng, der elf Jahre lang Chefredakteur der „Bild am Sonntag“ war, ist inzwischen selbst unter die Blogger gegangen: Sprengs Blog namens „<a href="http://www.sprengsatz.de/">sprengsatz.de</a>“ erfreut sich einer gewissen Beliebtheit und erhielt sozusagen den Ritterschlag einer Empfehlung von „Bildblog“-Macher Stefan Niggemeier. &#220;ber die Bedeutung der Blogosph&#228;re hierzulande macht Spreng sich allerdings keine Illusionen: „In Deutschland sind wir bei den politischen Blogs entweder weit hinterher – oder sie sind langweilig. Ich glaube, dass die <strong>Bedeutung im Wahlkampf zunehmen</strong> wird, doch zur vollen Bl&#252;te wird es erst 2013 kommen.“</p>
<div class="box">Sebastian Lange ist Chefredakteur des Fachmagazin <a href="http://www.politik-kommunikation.de/">&#8220;Politik &amp; Kommunikation&#8221;</a>, wo auch <a href="http://www.politik-kommunikation.de/_files/aktuell/Die-Macht-des-Establishments.pdf">dieser Text</a> erschienen ist. Abo-Infos <a href="http://shop.helios-repository.com/index.php?site=showProducts&amp;webID=22&amp;productID=14">hier</a>.</div>
<p><!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
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<p><small>
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		<title>That&#8217;s shift, baby!</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Apr 2009 14:42:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Leisegang</dc:creator>
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		<description><![CDATA["Jede Konferenz badet in sich selbst", meinte Johnny H&#228;usler noch 2007, anl&#228;sslich der ersten re:publica. Und der Organisator f&#252;gte hinzu: "Warum sollten sich die Blogger nicht einmal selbst zelebrieren?" Das Zitat lie&#223;e sich auch auf die dritte Re:publica anwenden. Denn die „digitale Avantgarde“ dreht sich weiterhin um sich selbst und wei&#223; mit der neu gewonnen medialen Macht wenig anzufangen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/54ce2fe1421ee4adf1efabcf1b70ce" alt="" width="1" height="1" /><br />
Mehr als 100 Veranstaltungen mit 180 Rednern und 1500 Besuchern – da sollte f&#252;r jeden etwas dabei sein. Im Vordergrund stehen der <strong>rasante Wandel der Medien und die digitale Gesellschaft</strong>. Konkret geht es u.a. um Datenschutz, Urheberrechte, Social Media und Open Source.</p>
<p>Die Fragestellungen des diesj&#228;hrigen Blogger- und Internetkongresses gleichen allerdings den vorangegangenen. Nicht ohne Grund wirken die Diskussionen auf den B&#252;hnen schnell kraftlos. Es finden sich kaum noch Reizthemen, die <strong>Argumente sind l&#228;ngst bekannt und ausgetauscht</strong>.</p>
<p>Thomas Kn&#252;wer kam aus dem &#8220;<a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2088">negativen Staunen</a>&#8221; kaum wieder heraus. Das Medienwandel-Panel zum Beispiel: &#8220;Alte Klischees &#8211; wersolldasalleslesennurjournalistenliefernqualit&#228;tund&#252;berhaupt &#8211; wurden wiedergek&#228;ut.&#8221; Sein Fazit nach dem ersten Tag: &#8220;Die re:publica tollt nicht mehr verr&#252;ckt und unbeschwert durch die Gegend.&#8221; Auch Don Dahlmann <a href="http://www.dondahlmann.de/?p=177">fand</a> mehr Ratlosigkeit als Aufbruch vor: &#8220;Tats&#228;chlich ist diese gewisse Ratlosigkeit, bei Bloggern wie bei den Vertretern der &#8216;alten&#8217; Medien, omnipr&#228;sent.&#8221; Tagesschau.de wollte dagegen immerhin noch die &#8220;<a href="http://www.tagesschau.de/kultur/republica100.html">digitale Avantgarde</a>&#8221; auf der Konferenz vorgefunden haben.</p>
<p>Auch in diesem Jahr wird vor allem diskutiert, welchen Stellenwert die neuen Medien haben. Im Zentrum steht das Kompetenzgerangel zwischen voranpreschender Notebook-Elite und defensiven Printp&#228;psten. Die Kluft zwischen den Schreiberz&#252;nften wird seit Jahren gepflegt, zugleich Vers&#246;hnung gepredigt. <strong>Die Digital Natives definieren sich &#252;ber Abgrenzung</strong> und der Kongress droht zu der wohlbekannten Bauchnabelschau zu verkommen.</p>
<p>Das erstaunt, schlie&#223;lich sind die Vorz&#252;ge der digitalen Medien hinreichend diskutiert. Matthias Schwenk hat zudem darauf <a href="http://carta.info/7336/shift-happens-nur-wo/">hingewiesen</a>, dass die Zeiten f&#252;r Internet und Social Media gegenw&#228;rtig nicht rosig aussehen. Die entscheidenden Fragen auf dem Kongress m&#252;ssten daher lauten: <strong>Was machen wir mit diesen neuen, m&#228;chtigen Werkzeugen in unseren H&#228;nden?</strong> Wozu nutzen wir sie?</p>
<p><strong>Vor allem &#252;berrascht, dass die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise im Programm des Kongresses nicht vorkommen.</strong> Zwar f&#246;rdert die Bundeszentrale f&#252;r politische Bildung die Subkonferenz &#8220;Politik 2.0 &#8211; die neuen politischen &#214;ffentlichkeiten im Netz&#8221;. Jedoch dreht sich die Diskussion auch hier vor allem um Netzneutralit&#228;t, Obamas Wahlkampagne und die Blogosph&#228;re in anderen L&#228;ndern.</p>
<p>Somit scheint es, als ersch&#246;pfe sich das Engagement der digitalen Avantgarde in <strong>selbstreferentiellen Meta-Diskussionen und medialen Randthemen</strong>, w&#228;hrend die Uhren weltweit auf f&#252;nf vor zw&#246;lf stehen. Ist das nun der Shift?</p>
<p>Das w&#228;re bedauerlich. Denn gegenw&#228;rtig bietet sich der Blogger-Community eine einmalige Chance. Kapitalismuskrise, Umweltverschmutzung, Krieg und globale Ungerechtigkeit bedrohen die Menschheit weltweit. &#220;berzeugende <strong>nachhaltige L&#246;sungsans&#228;tze sind jedoch rar</strong>.</p>
<p>Derzeit mangelt es allerorten an <strong>politischer und &#246;konomischer Kompetenz</strong>. Die Printjournalisten waren auf die derzeitige Wirtschaftskrise nicht vorbereitet. Es f&#228;llt ihnen schwer, verst&#228;ndlich zu beschreiben, wie es &#252;berhaupt soweit kommen konnte. Niemand vermag zudem darzulegen, wie man die Rezession effektiv bek&#228;mpft oder Alternativen im postneoliberalen Zeitalter aussehen k&#246;nnten. Die Berufsjournalisten der alten Medien m&#252;ssen – beh&#228;big, wie sie sein k&#246;nnen – selbst erst einmal verstehen lernen, was momentan vor sich geht.</p>
<p>Blogger, Micro-Blogger und Social-Media-Experten hingegen k&#246;nnten die vielbeschworene &#8220;Weisheit der Massen&#8221; wirksam einsetzen, um Antworten auf die dr&#228;ngenden Herausforderungen zu finden.  Auf diese Weise lie&#223;e sich eindrucksvoll belegen, dass sie das <strong>Potential der vernetzten Kommunikation</strong> zielgerichtet und <strong>tats&#228;chlich emanzipatorisch</strong> zu nutzen verstehen. Damit w&#252;rden sich auch die Grabenk&#228;mpfe mit den klassischen Medien er&#252;brigen. Die Legitimation der neuen Dialogmedien resultiert dann schlicht aus den &#252;berzeugenden Ergebnissen der digitalen Deliberation.</p>
<p>That&#8217;s shift, baby.<br />
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		<title>&#8220;State of the News Media&#8221;: Situation des US-Journalismus verschlimmert sich weiter</title>
		<link>http://carta.info/6510/state-of-the-newsmedia-09/</link>
		<comments>http://carta.info/6510/state-of-the-newsmedia-09/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 17 Mar 2009 00:06:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistische Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalimus]]></category>

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		<description><![CDATA[Der US-Journalismus befindet sich in einer existenziellen Krise. Es gibt zunehmend Zweifel, ob die derzeitige Managergeneration der Zeitungsh&#228;user &#252;berhaupt die Visionen und die Durchsetzungskraft hat, die Nachrichtenindustrie neu zu erfinden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/b5275c96b3954eeaf8c7c70086fc25" alt="" width="1" height="1" /><br />
Das Project for Excellence in Journalism ver&#246;ffentlicht jedes Jahr einen herausragend konsistenten Bericht zum Zustand des US-Journalismus. Der <a href="http://www.stateofthenewsmedia.org/2009/index.htm">2009er Bericht</a> &#8220;State of the News Media&#8221;ist gestern erschienen. Die Ergebnisse sind niederschmetternd. Es ist der sechste Jahresband und zugleich der trostloseste:</p>
<p>- Die Ums&#228;tze von US-Tageszeitungen sind im letzten Jahr um 14 Prozent gefallen. Die Aktien der Tageszeitungsh&#228;user um 83 Prozent.<br />
- <strong>Fast jeder f&#252;nfte Zeitungsjournalist hat seit 2001 bereits seinen Job verloren</strong> &#8211; bis Ende 2009 k&#246;nnte es jeder vierte sein.<br />
- Das Internet gewinnt als Nachrichtenmedium weiter hinzu: Die Zahl der Amerikaner, die regelm&#228;&#223;ig Nachrichten im Internet liest, stieg um 19 Prozent in den letzten beiden Jahren. Die Nutzung der Top 50 Nachrichtensites stieg allein im letzten Jahr um 50 Prozent.<br />
- Angesichts konjunkturbedingt sinkender Werbeums&#228;tze auch von Nachrichtensites schwindet (mal wieder) die Hoffnung, Online-Journalismus k&#246;nne sich weitgehend auf Basis von Werbung finanzieren.<br />
- Die Macht von Journalisten und journalistischen Institutionen schwindet. Sie hinterlassen eine L&#252;cke, die neue alternative Angebote nicht zu schlie&#223;en verm&#246;gen.</p>
<p>Das Problem des Journalismus in Amerika sei im Kern kein Problem der Leserschaft oder der Glaubw&#252;rdigkeit, so der Bericht. Es sei ein Umsatzproblem &#8211;<strong> ausgel&#246;st durch die Entkopplung von Anzeigen und Journalismus</strong>. Dem Journalismus gingen daher wichtige Ressourcen verloren. Die Ums&#228;tze mit Rubrikenanzeigen (Job, Auto, Immobilien) h&#228;tten sich bei Zeitungen bereits halbiert und k&#246;nnten in f&#252;nf Jahren bei null angelangt sein.</p>
<p>Zugleich k&#228;men aus der Zeitungsindustrie <strong>zu wenig Impulse</strong>, wie mit der neuen <strong>&#8220;J&#228;ger&amp;Sammler&#8221;-Mentalit&#228;t</strong> der Nutzer produktiv umgegangen werden k&#246;nnte. Die Branche verstehe nicht, wie mit aktiveren Nutzern auch mehr Ums&#228;tze generiert werden k&#246;nnten. Hart geht der Bericht mit den Zeitungsmanagern ins Gericht: &#8220;Es gibt zunehmend Zweifel, ob <strong>die derzeitige F&#252;hrungsgeneration &#252;berhaupt die Visionen und die Durchsetzungskraft hat, die Nachrichtenindustrie neu zu erfinden</strong>.&#8221;</p>
<p>Die Debatte um Online-Bezahlinhalte finden die Autoren der Studie fehlgeleitet. Einzelbezahlmodelle, wie von Walter Isaacson <a href="http://carta.info/5378/walter-bezahlinhalte-isaacson-in-der-daily-show/">vorgeschlagen</a>, seien schon h&#228;ufig genug gescheitert. Stattdessen sollte man &#252;ber <strong>B&#252;ndelabonnements</strong> nachdenken (&#228;hnlich Kabel-TV, gekoppelt an die DSL-Geb&#252;hr) und &#252;ber spezifische Informationsprodukte f&#252;r elit&#228;re Zielgruppen.</p>
<p>Doch derartige Modelle k&#246;nnten den Abw&#228;rtstrend derzeit nicht stoppen. Im weiteren Verlauf des Jahres 2009 sei mit weiteren &#8220;Schlie&#223;ungen, Bankrotten und Online-Only-Experimenten&#8221; von Tageszeitungen zu rechnen.</p>
<p>Quellen:</p>
<p>&#8211; <a href="http://www.stateofthenewsmedia.org/2009/index.htm">Studie &#8220;State of the News Media&#8221;</a></p>
<p>&#8211; <a href="http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5hSCKzU0Cqf7bVuRj96A6EKBQ5pJA">AFP-Bericht &#252;ber die Studie</a></p>
<p>&#8211; <a href="http://blogs.reuters.com/mediafile/2009/03/16/the-state-of-the-news-media-not-so-hot/">Reuters Blog: The state of the news media? Not so hot<br />
</a></p>
<p>&#8211; <a href="http://www.editorsweblog.org/newspaper/2009/03/state_of_the_news_media_2009_bleakest_ev.php">Editorsweblog</a><br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=6510&amp;md5=df3cd8ace02178721c6d76cb7c952030" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Rocky Mountain Picture Show</title>
		<link>http://carta.info/5850/rocky-mountain-picture-show/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 Mar 2009 11:25:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Aufmacher-Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Digital Natives]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalimus]]></category>

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		<description><![CDATA[In Denver hat die Rocky Mountain News ihren Betrieb eingestellt, eine Zeitung, die fast 150 Jahre lang erschienen ist. Wie aber verbreiten sich k&#252;nftig Nachrichten in einer Stadt ohne Zeitung?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/395953c29b4535fc80294c4cce8f15" alt="" width="1" height="1" /><br />
Sie haben einen sehr eindrucksvollen Schlussakkord gesetzt: Die <a href="http://www.rockymountainnews.com/">Rocky Mountain News</a>, eine Tageszeitung in Denver, musste aus wirtschaftlichen Gr&#252;nden ihren Betrieb einstellen. Die Mitarbeiter haben davon ein Video gemacht.</p>
<p><object width="400" height="225" data="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=3390739&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=3390739&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=ffffff&amp;fullscreen=1" /></object></p>
<p>Dieses Video geht derzeit buchst&#228;blich um die ganze Welt und bietet wieder einmal Anlass zu fragen, ob und welche Zukunft <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2008/11/10/das-ende-der-zeitungen-change-happens/">Zeitungen im Internet</a> haben. In Denver stellt sich diese Frage nicht mehr: Die Stadt hat zwar noch ein <a href="http://www.denverpost.com/">zweites Blatt</a>, das aber deutlich st&#228;rker auf den Boulevard zugeschnitten ist.</p>
<p>Wie kommen ab jetzt in dieser Stadt (seri&#246;se) Nachrichten und Kommentare an den Mann? Und wo platzieren lokale Unternehmen ihre Werbung und ihre PR? Den eben entlassenen Journalisten und Redakteuren der Rocky Mountain News sollte nicht bange sein, denn sie werden schon sehr bald wieder gebraucht &#8211; nur in einer ganz anderen Art und Weise.</p>
<p>In einer <a href="http://www.wortfeld.de/2009/02/eine-geht-eine-bleibt/">Stadt ohne Zeitung</a>, aber mit funktionierender Internetinfrastruktur, d&#252;rfte sich ein Netz aus Medien der neuen, digitalen Art herausbilden. Denn jeder, der etwas bekannt zu geben hat, tut dies am besten auf seiner Website, oder besser noch, in seinem Blog.</p>
<p>Nat&#252;rlich wird es diesen Medien zun&#228;chst an Reichweite fehlen. Un&#252;bersichtlich wird es auch, wenn jede Institution ihr eigenes Nachrichtenorgan ist. Das aber wird nicht lange so bleiben, denn wenn erst einmal genug &#8220;Sender&#8221; arbeiten, entsteht ein N&#228;hrboden f&#252;r Blogs, die sich einzelne Bereiche herausgreifen und diese beobachten (&#8220;Watchblogs&#8221;). So filtern und verst&#228;rken sie Nachrichten und kommentieren zugleich. Ein Medium wie <a href="http://www.twitter.com">Twitter</a> kann diesen Prozess unterst&#252;tzen.</p>
<p>Dazu k&#246;nnen dann aggregierende Medien treten (<a href="http://www.rivva.de">Rivva</a> w&#228;re ein Beispiel aus Deutschland). Diese arbeiten derzeit noch &#252;berwiegend themenzentriert, k&#246;nnen aber problemlos auch in regionaler Hinsicht fungieren.</p>
<p>Was auf den ersten Blick kompliziert wirkt und eher eine Verschlechterung zu sein scheint, ist in Wirklichkeit eine substanzielle Verbesserung. Denn die klassische Zeitung bietet zwar einen bequemen &#220;berblick &#252;ber Nachrichten, schert aber zwangsl&#228;ufig alle Leser &#252;ber einen Kamm. &#196;ltere Zeitgenossen m&#246;gen das gut finden, die &#8220;Digital Natives&#8221; jedoch nicht: Sie sind es heute schon gewohnt, sich Interessantes und Unterhaltsames selbst im Netz zu suchen und sich auf Plattformen wie <a href="http://www.facebook.com">Facebook</a> gegenseitig Empfehlungen zu geben.</p>
<p>Die Zukunft geh&#246;rt daher eindeutig Kommunikationsmustern wie auf Facebook oder Twitter: Jeder folgt hier seinem individuell zusammengestellten Strom von Mitteilungen und bestimmt dabei gleichzeitig &#252;ber Art und Menge der Inhalte. Die Verbreitung von Nachrichten wird in Zukunft damit wesentlich granularer sein.</p>
<p>Wo aber finden da die Journalisten der Rocky Mountain News ihren Platz?</p>
<p>Journalisten werden k&#252;nftig an vielen Stellen gebraucht, nur eben nicht mehr zentral in gro&#223;en Redaktionen. Sie werden f&#252;r Unternehmen aller Art schreiben, sei es fest angestellt, sei es freiberuflich. Einige werden sich als <a href="http://www.micropersuasion.com/2009/02/the-newspaper-reporter-of-the-future-is-here-today.html">Blogger</a> selbst&#228;ndig machen. Ihre Aufgabe wird es aber nicht nur sein, Artikel zu schreiben, sondern auch als <a href="http://www.chrisbrogan.com/on-managing-a-community/">Social Community Manager</a> daf&#252;r zu sorgen, dass ihre Botschaften in den richten Kan&#228;len landen und dass Dialoge dazu in Gang kommen und moderiert werden.</p>
<p>So gesehen muss der Abschied von der Zeitung in Denver gar nicht negativ gesehen werden. In jedem Ende liegt bekanntlich schon der Anfang von etwas Neuem. Allerdings sieht es in Denver derzeit eher danach aus, dass man diesen Neuanfang noch hinausschiebt: Die Denver Post hat n&#228;mlich <a href="http://www.denverpost.com/news/ci_11792235?source=pop_section_news">angek&#252;ndigt</a>, eine Reihe von Mitarbeitern der Rocky Mountain News zu &#252;bernehmen. Zudem erhalten deren Abonnenten ab jetzt automatisch das (bisherige) Konkurrenzblatt.</p>
<p>Der Denver Post mag das noch einige Zeit helfen. Am grunds&#228;tzlichen Medienwandel &#228;ndert es aber nichts, ebenso wenig wie die derzeit verst&#228;rkt wieder aufkommende <a href="http://www.welt.de/wams_print/article3295351/Zur-Kasse-Leser.html">Debatte um Paid Content</a>. Hier sollte sich niemand in falschen Hoffnungen wiegen, denn der entscheidende Punkt ist, dass die Medien mit dem Internet ihre monopolartige Vermittlerrolle und damit auch ihr <a href="http://carta.info/5738/tim-renner-journalismus-internet-musikindustrie/">altes Gesch&#228;ftsmodell</a> verloren haben.</p>
<p>So gesehen sollten die jetzt auf der Stra&#223;e stehenden Journalisten und Redakteure der Rocky Mountain News konsequent nach vorne schauen. Mit ihrem Video haben sie schlie&#223;lich eindrucksvoll gezeigt, dass sie die neue Medienwelt verstehen.<br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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<a href="http://carta.info/5850/rocky-mountain-picture-show/">Rocky Mountain Picture Show</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/5850/rocky-mountain-picture-show/#comments">5 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=5850&amp;md5=d76a543bb97cfc87ac34aa0d10876381" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die verkannten Vorteile der klassischen Massenmedien</title>
		<link>http://carta.info/3690/vorteile-klassische-massenmedien/</link>
		<comments>http://carta.info/3690/vorteile-klassische-massenmedien/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 12 Jan 2009 18:09:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Otfried Jarren</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Online-Journalimus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=3690</guid>
		<description><![CDATA[Es wird gerne behauptet, neue Online-Anbieter k&#246;nnten die klassischen Massenmedien bald verdr&#228;ngen. Dabei spielen Blogger, Laienjournalisten oder Unternehmenskommunikatoren auf einer ganz anderen &#214;ffentlichkeitsebene. Selbst beim kurz getakteten Online-Journalismus stellt sich die Frage, inwieweit dieser an die Bereitstellungsleistung der klassischen Push-Medien heranzureichen vermag.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/156bc6c9f474a04a8449eebf42789b" alt="" width="1" height="1" />Das Aufkommen „Neuer Medien“ f&#252;hrt jeweils zu Irritationen und Debatten &#252;ber die Bedeutung und die Zukunft der traditionellen Medien. So auch aktuell wieder: Durch Blogs und Onlineangebote werde, so wird vielfach postuliert, die bestehende &#214;ffentlichkeits- und Medienstruktur massiv ver&#228;ndert. Es wird vom Ende der Massenmedien gesprochen und das demokratisierende Potenzial der Onlinemedien hervorgehoben: Jeder Einzelne k&#246;nne mittels Blog Themen setzen, der Journalismus erhalte durch „B&#252;rgerjournalismus“ und „Laienjournalismus“ Konkurrenz, durch die Netzmedien w&#252;rden die Massenmedien ihre Schleusenw&#228;rterfunktion und ihr zentrale Stellung in der Gesellschaft einb&#252;&#223;en.</p>
<p><strong>Die Argumentation scheint dadurch an Plausibilit&#228;t zu gewinnen, dass sich ein Teil der Massenmedien, vor allem die nationale Tagespresse (vor allem die Qualit&#228;tspresse) in den westeurop&#228;ischen L&#228;ndern, derzeit in einer schwierigen &#246;konomische Situation befindet</strong>. Das vermeintliche Sterben dieser traditionellen publizistischen Riesen wird allerdings nicht im Kontext mit dem erheblichen Ausdifferenzierungsprozess im Bereich der gesamten medial vermittelten Kommunikation und den sich daraus ergebenden &#246;konomischen Folgen gesehen, sondern generell als Niedergang der Massenmedien allgemein gedeutet.</p>
<p>Diese Sichtweise aber ist verk&#252;rzt. Es l&#228;sst sich theoretisch begr&#252;nden und auch empirisch zeigen, dass moderne Gesellschaften auf die Institutionen der Massenmedien zur Realisierung ihrer &#246;ffentlichen Kommunikation angewiesen sind.</p>
<p>Medial vermittelte Kommunikation ist immer eine organisierte Form der Kommunikation – und das setzt Organisationen, Rollentr&#228;ger und auf Seiten des Publikums die Kenntnis eben dieser sozialen Strukturen voraus. Es bedarf also vor allem einer Organisation, und mehr noch: <strong>Es bedarf sogar spezifischer Organisationen f&#252;r die gesellschaftlich anerkannte publizistische Leistungserbringung</strong>. Denn: Eine von den Gesellschaftsmitgliedern als relevant bewertete und anerkannte publizistische Leistung ist – wie gezeigt werden soll – vor allem auch an bestimmte Organisationen und die Form der Leistungserbringung gekn&#252;pft. Themen und Deutungen erlangen erst dann Relevanz, wenn sie von allgemein zug&#228;nglichen, bekannten und <strong>gesellschaftlich mitkontrollierten Organisationen</strong> zu bestimmten – vor allem zu allgemein be- und anerkannten – sozialen Bedingungen bereitgestellt werden.</p>
<p>Erst die Massenmedien verm&#246;gen als Intermedi&#228;re durch ihr redaktionelles Auswahl- und Entscheidungsprogramm den <strong>gesellschaftlichen Entscheidungshaushalt</strong> fokussiert darzustellen und allgemein zug&#228;nglich abzubilden. Sie erm&#246;glichen durch ihre Bereitstellungsleistungen eine gesamtgesellschaftliche Koordinierung. Das ist zwar nicht ihr Ziel, wohl aber das nicht intendierte Ergebniss der Medienleistungen – und darauf sind die einzelnen Gesellschaftsmitglieder angewiesen.<br />
<em><strong><br />
Die Beobachtung der gesamtgesellschaftlichen Entscheidungsagenda</strong></em></p>
<p>Die Massenmedien lassen sich als unerl&#228;ssliche, soziale so robust wie stabile Strukturebene in der &#214;ffentlichkeit moderner Gesellschaften begreifen. Daran sei erinnert, wenn derzeit wieder einmal in normativer Hinsicht &#252;berschie&#223;end beispielsweise vom &#246;ffentlichkeits- oder gar gesellschaftspr&#228;genden Einfluss eines Web 2.0 gesprochen wird. &#196;hnliche Debatten wurden gef&#252;hrt im Kontext der Entstehung sog. „Alternativmedien“ oder im Rahmen von Konzepten von „Laien-„ oder „B&#252;rgerjournalismus“ bei Lokalmedien. De facto haben diese Medien zu einer Erweiterung der &#214;ffentlichkeit gef&#252;hrt. Sie haben das Themen- und Deutungsspektrum der &#246;ffentlichen Kommunikation fallweise wie dauerhaft zweifellos erweitert, ihre Themen werden durch die Journalisten der Massenmedien durchaus wahrgenommen und verarbeitet, doch erhalten sie erst durch diese Selektion, durch die Anerkennung von Journalisten in Massenmedienorganisationen, eine Chance auf gesamtgesellschaftliche Wahrnehmung und somit Relevanz.</p>
<p>Es sind die Massenmedien der Gesellschaft, die</p>
<p>&#8211; in Themen von potenziell gesellschaftsweiter Entscheidungsrelevanz durch spezifische Selektionsprogramme ausw&#228;hlen und institutionalisieren und die zugleich</p>
<p>&#8211; in durch ihre spezifische Bereitstellungsqualit&#228;t zur gesellschaftlichen Synchronisation beitragen und dadurch</p>
<p>&#8211; in sozialer Perspektive als Intermedi&#228;re Erwartungssicherheit durch andauernde Leistungen erzeugen und damit gesellschaftliche Koorientierung erm&#246;glichen.</p>
<p>Die Rezipienten nutzen die Massenmedien, um sich &#252;ber Themen zu orientieren. Und da sie wissen, dass auch andere Rezipienten so handeln, k&#246;nnen sie sich &#252;ber deren Beobachtungen zugleich orientieren – nicht im Detail, wohl aber in einem allgemeinen Sinne, denn das reicht f&#252;r das eigene Entscheidungsverhalten bereits aus, zumal f&#252;r eine Entscheidung &#252;ber allgemeine soziale Vorg&#228;nge. <strong>Die Beobachtung der gesamtgesellschaftlichen Entscheidungsagenda &#252;ber Massenmedien</strong> ist aufgrund des einfachen, raschen wie kosteng&#252;nstigen Zugangs zu ihnen f&#252;r alle Gesellschaftsmitglieder effizient.</p>
<p><em><strong>Die institutionelle Konstitution der Push-Massenmedien</strong></em></p>
<p>Massenmedien sind, was die dominante Form der Bereitstellung angeht, Push- und nicht – wie im Falle des Internets – Pull-Medien. Massenmedien stellen in spezifischer Weise, zum Teil zu vorab bekannten Zeitpunkten, Themen bereit. Nur Angebote der Push-Medien sind potenziell in zeitlicher und sozialer Hinsicht f&#252;r alle Rezipienten gleich verf&#252;gbar. Push-Medien strukturieren damit das Informationsverhalten der Mehrzahl der Rezipienten an jedem Tag in einer spezifischen Weise. Und auch die an der Verbreitung von Themen interessierten gesellschaftlichen Akteure wissen um diese strukturierende und vereinheitlichende Bedeutung der Push-Medien, und sie versuchen deshalb Einfluss auf die Angebots- und Themenstruktur zu nehmen – mittels PR. Beide Seiten wissen um die Publikationsrhythmen und –bedingungen. Vor allem: Nur Push-Medien k&#246;nnen uneingeschr&#228;nkt dem Bed&#252;rfnis nach gr&#246;&#223;tm&#246;glicher Sichtbarkeit von Akteuren bzw. Organisationen, Prozessen und Themen wie auch dem Bedarf an organisationaler Repr&#228;sentation zu einheitlichen Zeitpunkten entsprechen. Das trifft auch f&#252;r die Akteure der Werbung zu.</p>
<p><strong>Die Rezipienten wissen um die Medien, sie k&#246;nnen den Medien bestimmte Leistungen zuordnen und sie schreiben ihnen dementsprechend Glaubw&#252;rdigkeits-, Objektivit&#228;ts- oder Vertrauenswerte zu</strong>. Was immer die Rezipienten auch tun, was immer sie auch mal nutzen: Sie wissen im Grundsatz um diese soziale Ordnung der Medien. Entsprechend diesem Wissen ist die Bindung der Rezipienten an die Massenmedien allgemein wie auch bezogen auf einzelnen Gattungen recht stabil. Nat&#252;rlich variieren die konkreten Kenntnisse im Einzelfall &#252;ber Medien bezogen auf Angebotsprofile wie -qualit&#228;ten, aber das &#228;ndert nichts daran, dass die im historisch-gesellschaftlichen Prozess entstandene soziale Ordnung der Medien, so in Form einer mehr oder minder allgemein bekannten Hierarchie der Medien, bekannt ist, handlungsleitend sein kann und bei einer konkreten Informationsbeschaffung handlungsleitend ist. Die Massenmedien selbst reproduzieren die soziale Ordnung best&#228;ndig durch entsprechende publizistische Leistungen, aber auch – und das verst&#228;rkt – durch Marketingsma&#223;nahmen.</p>
<p><strong>In der Debatte um die „Neuen Medien“ dominiert – wieder einmal – ein naives „Medien“-Verst&#228;ndnis, weil die soziale Seite der Medien nicht gesehen wird</strong>. Medien aber sind nicht nur technische Vermittlungskan&#228;le, sondern</p>
<p>&#8211; Organisationen mit eigenen Zielen und Interessen,</p>
<p>&#8211; institutionalisiert im Sinne kollektiver Regelsysteme, und sie sind eben auch</p>
<p>&#8211; komplexe Sozialsystem.</p>
<p>Die Massenmedien sind damit soziale Institutionen unserer Gesellschaft. Sie pr&#228;gen als auf Dauer gestellte soziale Einrichtungen Erwartungen bez&#252;glich der gesellschaftlichen Kommunikation, und zwar sowohl auf Seiten der gesellschaftlichen Akteure, die sich der Medien bedienen, um ihre Themen zu verbreiten, wie auch auf Seiten der Rezipienten. Beide Seiten, an der Vermittlung von Informationen interessierte Akteure wie Rezipienten, sind also gleicherma&#223;en f&#252;r die Institution Massenmedien konstitutiv: Es etablieren sich komplexe, regelgeleitete und insoweit auch stabile Interaktionsbeziehungen und es bilden sich entsprechende Erwartungen heraus. Diese soziale Stabilit&#228;t nutzen die Werbe- und PR-treibenden Akteure. Sie sind es, die sogar ein grosses Interesse an dieser vorhersagbaren sozialen Stabilit&#228;t haben – sie wenden Geld f&#252;r diese anhaltenden Medienleistungen auf.</p>
<p><strong>Massenmedien als intersystemische Organisation</strong></p>
<p>Massenmedien erf&#252;llen zugleich die Funktion, die widerspr&#252;chlichen Momente der gesellschaftlichen Entwicklung miteinander zu verbinden, also getrennten Sektoren zu vernetzen und so zwischen diesen Lebensbereichen zu vermitteln. Sie k&#246;nnen ohne Einbezug anderer gesellschaftlicher Vermittlungsinstanzen – von Parteien, &#252;ber Verb&#228;nde bis hin zu NGOs – nicht gedacht werden, weil auch diesen Organisationen eine vermittelnde Funktion zukommt. Je differenzierter, je komplexer, je mobiler die Gesellschaft ist oder wird: die Gesellschaftsmitglieder bed&#252;rfen der intermedi&#228;ren Instanzen, und deshalb gr&#252;nden sie laufend neue und setzen f&#252;r diese Ressourcen ein. Die Massenmedien geh&#246;ren damit zweifellos zum intermedi&#228;ren System der Gesellschaft. Sie sind selbst als intersystemische Organisationen charakterisiert durch eine Verquickung von Gruppeninteressen, &#246;ffentlichen Aufgaben und Formen der b&#252;rokratischen oder auch &#246;konomischen Programmimplementation. Vor allem die Organisationstheoretiker Bode &amp; Brose haben auf diesen Sachverhalt hingewiesen, und auf deren &#220;berlegungen wird hier Bezug genommen.</p>
<p><strong>Die Massenmedien behaupten – wie alle intersystemischen Organisationen – die Wahrnehmung &#246;ffentlicher Aufgaben, und sie unterliegen gleichzeitig &#246;konomischen wie politischen und kulturellen Handlungsanforderungen</strong>. Die Rezipienten erwarten von den Massenmedien folglich nicht nur eine hohe publizistische Leistung an sich, sondern ein Funktionieren der Massenmedien in ihrem intersystemischen Aufgabenfeld – als vermittelnde Institutionen und Organisationen.</p>
<p>Massenmedien sind Institutionen und sie sind in Form intersystemischer Organisationen in der modernen Gesellschaft auf Dauer etabliert. Sie fungieren als Intermedi&#228;re, sie wollen diesen sozialen Status auch innehaben und sie positionieren sich entsprechend, sie bieten sich als Organisationen f&#252;r das Zeitgespr&#228;ch an, sie organisieren und moderieren Foren und sie laden zum Dialog ein. Aufgrund ihres publizistischen wie auch allgemein-gesellschaftlichen Leistungsprogramms sind sie gesamtgesellschaftlich bekannt und sie k&#246;nnen entsprechend ihrer Qualit&#228;ten von den Rezipienten auch unterschieden werden.</p>
<p>Damit unterscheiden sich die Medien der &#246;ffentlichen Kommunikation elementar von anderen Organisationen, die Themen f&#252;r die &#246;ffentliche Kommunikation bereitstellen, also beispielsweise von politischen Akteuren, Kulturorganisationen oder Unternehmen. Diese Anbieter m&#246;gen die Wahrnehmung &#246;ffentlicher Interessen oder Aufgaben postulieren, sie k&#246;nnen sich aber nicht glaubw&#252;rdig als Intermedi&#228;re ausflaggen. Sie k&#246;nnen dies auch deshalb nicht, weil sie keine entsprechende Organisation, die eine gesellschaftlich vermittelnde Funktion wahrnehmen kann, ausbilden k&#246;nnen – oder wollen.</p>
<p>Von der Mediengesamtorganisation wird eine &#246;ffentliche Aufgabe wahrgenommen und diese wird ihnen zudem auch zugeschrieben. Der Grad an Wahrnehmung dieser &#246;ffentlichen Aufgabe ist, was Quantit&#228;t wie Qualit&#228;t der publizistischen Leistung angeht, in einer sich st&#228;ndig weiter ausdifferenzierenden Medienlandschaft bei den einzelnen Medien nat&#252;rlich variationsreicher geworden. Aber nur dieser Organisationstyp, also Medien in Form einer intersystemischen Organisation, vermag dauerhaft publizistische Leistungen zu erbringen. Ist keine intersystemische Organisation gegeben, wie dies beispielsweise bei Produkten des Corporate Publishing, Business-TV, Kundenzeitschriften und Anbietern und Angeboten im Internet, wie etwa auch Blogs der Fall ist, so k&#246;nnen keine anerkannten publizistischen Leistungen erbracht werden. Und wenn intermedi&#228;re Medien herausgeben, also Parteien oder Kirchen, so ist das publizistische Spektrum beschr&#228;nkt und die Herausgeber k&#246;nnen (und wollen) auch keine allgemeine intermedi&#228;re Leistung erbringen. Die historischen Beispiele lehren, dass entsprechende Versuche zu keiner Dauerhaftigkeit gef&#252;hrt haben. <strong>Die Rezipienten erkennen eben solche, letztlich persuasiven, Kommunikationsabsichten</strong>.</p>
<p><strong>Spiegel Online: Zweifel an der Bereitstellungsqualit&#228;t </strong></p>
<p>Interessante Spezialf&#228;lle stellen nun bestimmte Angebote im Internet dar, beispielsweise „Spiegel Online“. Als Ableger der bekannten Medienorganisation „Der Spiegel“ ist dieses Portal eingef&#252;hrt worden und es hat – wie auch andere Portale von Medienunternehmen – eine beachtliche Nutzerfrequenz aufzuweisen. Es stellt sich zum einen die Frage, ob dieser Nutzungserfolg auf die Tatsache zur&#252;ckzuf&#252;hren ist, dass es sich beim „Spiegel“ um eine bekannte intersystemische Organisation handelt, die auch ihre organisatorische Legitimit&#228;t auf den Netzableger &#252;bertragen konnte. Offenbar ist dem so.</p>
<p><strong>Zum anderen stellt sich die Frage, ob die mit dem Netzmedium verbundenen spezifischen Bereitstellungsqualit&#228;ten ausreichend sind, um auch hier von einer publizistischen Leistungserbringung – im Sinne meiner Definition – sprechen zu k&#246;nnen</strong>. Zweifel daran bestehen vor allem dann, wenn dort von den Redaktionen Themen nur f&#252;r eine kurze Dauer bereitgestellt werden. Vieles spricht daf&#252;r, dass eben nur als Massenmedien etablierte Medienorganisationen zu einer publizistischen Leistungserf&#252;llung – hier bei „Spiegel Online“ w&#228;re das im Sinne einer Verbundleistung zu sehen – f&#228;hig sind.</p>
<p>Die gesamtgesellschaftliche Anerkennung einer publizistischen Leistung ist grunds&#228;tzlich also als ein h&#246;chst voraussetzungsvoller Vorgang anzusehen und kann nur in einem l&#228;ngeren Prozess erreicht werden. Ein als publizistisch relevant einzustufendes Angebot muss kontinuierlich erstellt und zugleich von einem spezifisch institutionalisierten Leistungserbringer, einer intersystemische Organisation, erbracht werden. Mit dieser Aussage ist keineswegs eine Geringsch&#228;tzung von Bloggern, Laienjournalisten oder Unternehmenskommunikatoren verbunden, denn sie alle tragen zu einem vielf&#228;ltigen Themen-, Deutungs- und Meinungsspektrum bei. <strong>Sie agieren aber auf anderen &#214;ffentlichkeitsebenen</strong>, und sie weisen – ganz unabh&#228;ngig von ihrem Angebotsprofil, von ihrer thematischen Breite oder Enge – bestimmte organisationale Merkmale nicht auf. Sie erbringen kommunikative Leistungen, aber eben andere als jene, die die Medien der &#246;ffentlichen Kommunikation erbringen. Und der Unterschied, den wir hier konstatieren, ist nicht normativ oder gar geschm&#228;cklerisch begr&#252;ndet, sondern basiert auf &#246;ffentlichkeits-, institutions- und organisationstheoretischen &#220;berlegungen.</p>
<p><span style="color: #ffffff;"><br />
</span></p>
<p><em>Der vorliegende Text ist eine Kurzfassung des Essays „Massenmedien als Intermedi&#228;re“, der in der Zeitschrift „Medien &amp; Kommunikationswissenschaft“, Heft 3 / 4, 2008, des Hans-Bredow-Instituts im NOMOS Verlag, Baden-Baden, erschienen ist. Der gesamte Text mit allen Quellenangaben kann <a href="http://www.m-und-k.info/MuK/hefte/Aufsatz_Muk_08_3_4.pdf">hier</a> als PDF heruntergeladen werden.</em>
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		<item>
		<title>Bundesregierung: Die 16 Tendenzen der Digitalisierung</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Dec 2008 19:11:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jeder wichtige Gesellschaftsbereich hat seinen eigenen Bericht der Bundesregierung. Und so wurde am Mittwoch passend zur galoppierenden Konvergenz - und dem damit stark gestiegenen Politikinteresse - erneut ein Medienbericht der Bundesregierung ver&#246;ffentlicht. Der vorherige Band stammt aus dem Jahr 1998. Der nun ver&#246;ffenttliche Bericht sollte eigentlich schon 2005 erscheinen - verz&#246;gerte sich aber durch den vorzeitigen Regierungswechsel um volle drei Jahre.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/68fc7a58e5720dede78ee10eb10731" alt="" width="1" height="1" />Der <a href=" http://www.bundesregierung.de/nn_1264/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2008/12/2008-12-17-bkm-medienbericht.html">Medienbericht</a> soll Kernpunkte des politischen Handlungsbedarfs identifizieren. Er ist sozusagen Vorfeldforschung f&#252;r konkrete Medienpolitik und Thematisierungsapparat f&#252;r die Ministerien. Er soll verstanden werden als die explizit politische Bewertung der Bundesregierung des Medienwandels. Der Bericht bilanziert die wichtigsten Tendenzen der Digitalisierung in 16 Punkten &#8211; eine in ihrer Gewichtung und Tonalit&#228;t lesenswerte Sammlung, die Carta hier in gek&#252;rzter Form dokumentiert (vollst&#228;ndiger Bericht <a href="http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2008/12/Anlagen/2008-12-17-medienbericht-teil1,property=publicationFile.pdf">hier</a>; Hervorhebungen: Carta):</p>
<p><strong>Die 16 Tendenzen der Digitalisierung</strong><br />
<strong></strong></p>
<ul>
<li> Neue Kommunikationsm&#246;glichkeiten und Freiheitsr&#228;ume</li>
</ul>
<p>Die Digitalisierung hat die Menge der zur Verf&#252;gung stehenden Informationen und Quellen in einem bislang unvorstellbaren Ausma&#223; vervielf&#228;ltigt und diese zugleich leicht zug&#228;nglich gemacht. Dies er&#246;ffnet f&#252;r Individuen und Gesellschaft Dimensionen der Kommunikation, die im analogen Zeitalter unvorstellbar waren.</p>
<ul>
<li> Neue Kommunikationsformen und Verwischung der Grenze zwischen Individual- und Massenkommunikation</li>
</ul>
<p>Die Digitalisierung hebt das f&#252;r das analoge Zeitalter typische „Sender-Empf&#228;nger-Schema&#8221; aus den Angeln. Die Mediennutzer sind nicht mehr auf die blo&#223;e Rolle als Rezipienten bzw. Konsumenten vorgefertigter Angebote festgelegt. <em>Es ist fortan nicht mehr das Privileg von Verlagsunternehmen und Sendern, allein Themen zu setzen und mit Angeboten zu unterlegen.<br />
</em><br />
<strong>3. Verspartung der Medienangebote, Ausdifferenzierung der Publika, Nutzergruppen, Nutzerinteressen und Tendenz zur Entfremdung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen</strong><br />
Der Nutzer stellt sich in vielen Bereichen „sein&#8221; Programm selbst zusammen und kann sich so tendenziell von vorgegebenen Inhalten und Rezeptionsroutinen emanzipieren. Dies f&#246;rdert die Informationsfreiheit, weil Angebotsf&#252;lle und -breite wachsen k&#246;nnen. Allerdings geht damit auch eine zunehmende Zersplitterung und Spezialisierung der Nutzerinteressen und Publika einher. <em>Dies hat</em> <em>die Wahrnehmung und Bedeutung massenkommunikativ ausgerichteter Informations- und Kulturangebote geschw&#228;cht</em>.</p>
<p><strong>4. Von Nutzern selbst produzierte Inhalte („user generated content&#8221;) konkurrieren mit professionell gestalteten Angeboten</strong><br />
Laien treten bewusst in Konkurrenz zu professionellen Journalisten bzw. unternehmensabh&#228;ngigen Redaktionen und Medienmachern.</p>
<p><strong>5. Entwertung von Inhalten, sinkende Aufmerksamkeit und Gratismentalit&#228;t der Mediennutzer</strong><br />
<em>Quantitatives Wachstum, bei allerdings zunehmender Gleichf&#246;rmigkeit der Medieninhalte</em>, uneingeschr&#228;nkter Zugriff auf beliebige Inhalte, steigende Konkurrenz von Medienangeboten und Endger&#228;ten um die begrenzten Medienbudgets der Nutzer und &#8211; in weitem Umfang auch illegale &#8211; digitale Kopierm&#246;glichkeiten der Nutzer sowie der per saldo steigende Medienkonsum haben Wert und Aufmerksamkeit f&#252;r einzelne Inhalte bei den Nutzern gesenkt. Auch ist weiterhin nur eine geringe Bereitschaft der Nutzer festzustellen, f&#252;r Medieninhalte zu bezahlen.</p>
<p><strong>6. Herausbildung neuer „Meta-Medien&#8221; und „Gatekeeper&#8221;</strong><br />
Das onlinegest&#252;tzte Medienangebot ist angesichts seiner F&#252;lle und Un&#252;bersichtlichkeit de facto nur mit Hilfe spezieller Suchmaschinen erschlie&#223;bar. Diese werden damit nicht nur zu neuen, <em>im analogen Zeitalter unbekannten Verwaltern von Nutzungsprozessen</em> und -gewohnheiten, sondern spielen auch eine ganz entscheidende inhaltliche Rolle, indem sie nach vorgegebenen Algorithmen Suchergebnisse auswerfen und damit das Rezeptionsverhalten der Nutzer tief greifend beeinflussen.</p>
<p><strong>7. Anonymisierung der Kommunikation</strong><br />
Die onlinegest&#252;tzte Individual- und Massenkommunikation vollzieht sich &#8211; anders als in der analogen Welt &#8211; weitgehend anonym. Der Umstand, dass die Menschen im Dialog damit nicht mehr „ihr Gesicht zeigen&#8221; m&#252;ssen, um wahrgenommen zu werden, f&#252;hrt zwar einerseits zu einer erfreulich freien und offenen Kommunikation. Andererseits ver&#228;ndern sich Inhalte und Form der Kommunikation aber auch negativ. Denn in Weblogs, Chatrooms und sonstigen Internetforen <em>werden zunehmend Beitr&#228;ge ver&#246;ffentlicht, die verleumderisch sind oder in ihrer Form Respekt gegen&#252;ber anderen Menschen vermissen lassen</em>.</p>
<p><strong> 8. Enormer Zuwachs des Medieneinflusses auf Individuum, Gesellschaft und Politik</strong><br />
Aufgrund eines &#8211; letztlich technisch bedingten &#8211; hohen quantitativen Wachstums der Medienangebote und eines per saldo steigenden Medienkonsums <em>haben die Medien ihren Einfluss auf das Denken und Handeln der Menschen in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen signifikant gesteigert</em>. Die Anforderungen an das Individuum sind im Hinblick auf die F&#228;higkeit zur Selektion von Informationen und zur Meinungsbildung enorm gestiegen.</p>
<p><strong>9. Extreme Beschleunigung des Medienbetriebs</strong><br />
Durch den technischen Fortschritt der &#220;bertragungstechnik ist der Abstand zwischen Echt- und Berichtszeit kaum mehr bemerkbar. <em>Fundierte, abw&#228;gende und distanzierte Berichterstattung ist schwieriger im Markt zu platzieren als bisher. Das gilt besonders im Onlinebereich.</em></p>
<p><strong>10. Herausbildung neuer Leitmedien</strong><br />
Printmedien und Fernsehen werden zumindest bei jungen Menschen mehr und mehr aus ihrer traditionellen Rolle als Leitmedien verdr&#228;ngt. Netzgest&#252;tzte, interaktive und individuell abrufbare Angebote werden besonders für junge Nutzer zunehmend attraktiver und werden mitunter bereits intensiver genutzt als traditionelle Medienangebote. <em>Computerspiele übernehmen bei Kindern und Jugendlichen immer st&#228;rker eine identit&#228;tsstiftende Funktion und treten damit zur Musik und zum Film in Konkurrenz.</em></p>
<p><strong>11. Neue Wertsch&#246;pfungsketten und Unternehmensallianzen; Globalisierung und Konzentration in der Medienwirtschaft</strong><br />
Insbesondere die zunehmende Internationalisierung der Beteiligungsverh&#228;ltnisse hat die fr&#252;her stark national und regional gepr&#228;gte Medienwirtschaft strukturell grundlegend ver&#228;ndert. Die Neustrukturierung der Wertsch&#246;pfungsketten bringt „integrierte&#8221; Medienunternehmen hervor. Sie ist auch ein <em>wesentlicher Treibsatz f&#252;r die zunehmende Medienkonzentration</em>. Dennoch sind die M&#228;rkte f&#252;r die Inhalte kultur- und sprachbedingt im Schwerpunkt national und regional geblieben. Dies gilt f&#252;r klassische Medien ebenso wie für Onlineangebote.</p>
<p><strong>12. &#214;konomisierung der Medien</strong><br />
<em>Im Vordergrund der T&#228;tigkeit vieler Medienunternehmen stehen zunehmend nicht mehr bestimmte Inhalte und deren Qualit&#228;t, sondern der &#246;konomische Erfolg</em>. Hier spielen in erster Linie die besonders hohen Wachstumspotentiale und Gewinnerwartungen eine Rolle, die Investoren in der Digitalisierung der Medien und der Integration der Wertsch&#246;pfungsketten sehen. Zudem führt der durch die Digitalisierung bedingte gestiegene Kapitalbedarf der Medienunternehmen zunehmend zu Beteiligungen branchenfremder und rein &#246;konomisch orientierter Investoren <em>Dies wirkt dem klassischen Modell des eine bestimmte politische Haltung oder Weltanschauung verfolgenden „Tendenzmediums&#8221; entgegen.</em></p>
<p><strong>13. Von der Vielfalt zur Vervielf&#228;ltigung des Gleichen</strong><br />
Quantitatives Wachstum und &#214;konomisierung der Medien gehen im Bereich der Massenkommunikation mit einer zunehmenden Uniformierung und Verflachung der Inhalte in Richtung Unterhaltung und „Mainstream&#8221; einher. Die inhaltliche Vielfalt des Medienangebots ist damit latent gef&#228;hrdet.</p>
<p><strong>14. Entpersonalisierung und Anonymisierung der Medien</strong><br />
Standen bislang exponierte Verleger-, Journalisten- oder Intendantenpers&#246;nlichkeiten für die Identit&#228;t einzelner Medienangebote und -unternehmen, werden diese zunehmend durch Erbengemeinschaften, Holdings, Manager oder Finanzinvestoren ersetzt.</p>
<p><strong>15. Beeintr&#228;chtigung der Transparenz von Medienangeboten</strong></p>
<p>Insbesondere bei Online-Angeboten gehen redaktionell gestaltete Inhalte, private Meinungs&#228;u&#223;erungen und Werbung h&#228;ufig flie&#223;end ineinander &#252;ber (z.B. &#252;ber Verlinkungen oder als redaktionelle Beitr&#228;ge ausgegebene Public Relations), sodass die<em> Verantwortlichkeiten f&#252;r die Beitr&#228;ge f&#252;r den Nutzer nicht mehr durchschaubar </em>sind. Dies gilt insbesondere f&#252;r „user generated content&#8221; (z.B. Chats, Blogs oder Wikis), der zum Teil verdeckte Werbeplattformen darstellt oder indirekte bzw. <em>unterschwellige kommerzielle Kommunikation</em> enth&#228;lt.</p>
<p><strong>16. Neue Sicherheitsfragen durch elektronische Individual- und Massenkommunikation</strong><br />
Der Bedarf an Sicherheit und Vertrauen sowie Transparenz insbesondere der Onlinenutzer ist proportional zu den Gefahren in diesem Bereich (strafbare und jugendgef&#228;hrdende Inhalte, technische Risiken, z. B. durch Hacker oder Phishing, Vertrauensw&#252;rdigkeit von „Metamedien&#8221; wie Suchmaschinen etc.) gestiegen.<em> Der Schutz der Privatsph&#228;re wird im digitalen Zeitalter vor v&#246;llig neuartige Herausforderungen gestellt.</em>
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