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	<title>CARTA &#187; Österreich</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Studentenproteste in &#214;sterreich: Mit allen Registern des Netzes</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 16:10:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In &#214;sterreich protestieren die Studenten gegen schlechte Studienbedingungen – und bringen die gesamte Klaviatur des Social Web zum Einsatz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/4f3b0c1c14c2496d90ed53c217a226fc" width="1" height="1" alt=""/>Diese Proteste haben eine neue Qualit&#228;t. Denn die Studenten in &#214;sterreich, die sich gegen <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,657699,00.html">schlechte Studienbedingungen</a> wenden, ziehen dabei alle Register, die ihnen das <strong>Internet als Medienkanal</strong> bietet. Einer von ihnen ist <a href="http://www.2-blog.net/">Luca Hammer</a>, der u. a. die Livestreams aus dem Audimax mitorganisiert hat. Er hat uns seine Eindr&#252;cke geschildert, die im Folgenden als Zitate in diesen Text einflie&#223;en.</p>
<div id="attachment_17191" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.flickr.com/photos/unibrennt/4050932285/"><img class="size-medium wp-image-17191 " src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/10/unibrennt-300x199.jpg" alt="unibrennt" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Das Web nicht nur als Spielwiese: Studentenproteste in &#214;sterreich (Foto: #unibrennt, cc-by-nc)</p></div>
<p>Den Auftakt der Proteste bildeten eine Demonstration und die Besetzung des Audimax der Wiener Universit&#228;t am Donnerstag letzter Woche (22.10.09). Bereits an diesem Tag wurden Neuigkeiten &#252;ber<strong> </strong>Twitter verbreitet. Man machte sich den Umstand zunutze, dass sich Informationen per <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Twitter#Hashtag">Hashtag</a> (<a href="http://search.twitter.com/search?q=%23unibrennt">#unibrennt</a>, <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23unsereuni">#unsereuni</a>, <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23audimax">#audimax</a>) schnell weiterverbreiten lassen, selbst wenn sich deren Benutzer unbekannt sind. <a href="http://twitter.com/LUCA">Luca</a> schreibt &#252;ber den Einfluss und die Einschr&#228;nkungen bei Twitter:</p>
<blockquote><p>&#8220;Mit der steigenden Vernetzung der Studierenden &#252;ber Twitter wurde es st&#228;rker zur Organisation genutzt. So wurde getwittert, wenn noch etwas ben&#246;tigt wurde und innerhalb von k&#252;rzester Zeit wurden diese Dinge zur Verf&#252;gung gestellt. Man muss jedoch dazu sagen, dass noch immer nur ein Teil der Studierenden Twitter nutzt, was vor allem an der Nutzung von Smartphones zusammenh&#228;ngt. Nur wenige haben einen Laptop bei der Besetzung dabei und ohne Smartphone ist Twitter daher nur begrenzt nutzbar. Es gibt jedoch einige, die ihre SMS-Flatrate nutzen, um Updates nach au&#223;en zu schicken.&#8221;</p></blockquote>
<p>Am selben Tag entstanden auch <strong>Fanpages</strong> auf <a href="http://www.facebook.com/unsereuni?ref=nf">Facebo0k</a> und <a href="http://www.studivz.net/dieunibrennt">StudiVZ</a>. Das <strong>Video-Streaming</strong> aus dem Audimax kam ab Freitag hinzu:</p>
<blockquote><p>&#8220;Als ich am Freitag selbst vor Ort war, habe ich, schon beinahe aus Gewohnheit, einige Reden &#252;ber <a href="http://qik.com/">Qik</a> gestreamt. Als ich &#252;ber Twitter bemerkte, wie gro&#223; die Nachfrage daf&#252;r war, aber die Tonqualit&#228;t nicht wirklich zufriedenstellend war, habe ich am Samstag meinen Laptop und eine Kamera mitgenommen, um <a href="http://www.ustream.tv/channel/unsereuni">einen besseren Stream</a> zu bieten. (&#8230;) Der Stream hat sich &#252;ber Twitter in kurzer Zeit stark verbreitet und so waren nach einigen Minuten mehrere hundert Zuschauer online. (&#8230;) Der bisherige Rekord wurde am Dienstag mit fast 3000 parallelen Zuschauern erreicht. In den vier Tagen hatte der Stream &#252;ber 140.000 Views und &#252;ber 2,5 Millionen gesehenen Minuten. F&#252;r mich war es wichtig, dass man nach au&#223;en tr&#228;gt was im Audimax vor sich geht. Dass es eben nicht nur Party ist, was von einigen gro&#223;en Medienstationen behauptet wurde.&#8221;</p></blockquote>
<p>F&#252;r die eher intern orientierte Kommunikation wurde eine <a href="http://wiki.unsereuni.at/wiki/index.php/Main_Page"><strong>Wiki</strong></a> eingerichtet, mehr f&#252;r die Au&#223;endarstellung gedacht ist die Website <a href="http://unibrennt.at/"><strong>unibrennt.at</strong></a>. Dazu wieder Luca:</p>
<blockquote><p>&#8220;Der Beweggrund [f&#252;r die Website] war der gleiche, wie beim Livestream. Ich habe gesehen, dass wahnsinnig viel passiert, es aber nur schlecht nach au&#223;en kommuniziert wird. Mit der Website wurde eine Plattform geschaffen, &#252;ber die man unabh&#228;ngig von Medienunternehmen mit Interessierten in Kontakt treten kann.&#8221;</p></blockquote>
<p>Somit entstand innerhalb nur weniger Tage eine sehr <strong>professionelle Medien- und Kommunikationsstruktur</strong>, die sicherlich deutlich dazu beigetragen hat, die Proteste auch an andere &#246;sterreichische Hochschulstandorte zu tragen. Vernetzung wirkt.</p>
<p>Die Studenten bestimmen damit auch wesentlich mit, welches Bild von ihnen in der <strong>&#214;ffentlichkeit</strong> entsteht. Insbesondere mit den Livestreams l&#228;sst sich der Vorwurf entkr&#228;ften, hier werde nur Party gemacht. Zugleich m&#252;ssen die klassischen Medien zusehen, dass sie nicht zu reinen Statisten degradiert werden, weil das interessantere und authentischere Programm von den Studenten selbst gemacht wird.</p>
<p>Und schlie&#223;lich d&#252;rften viele Studenten dort erstmals praktisch erleben, wie verschiedene Tools aus dem Baukasten des Social Web eingesetzt werden k&#246;nnen und wie diese wirken. Das &#8220;<a href="http://digiom.wordpress.com/2009/10/25/vom-flashmob-zu-unibrennt-kollektive-organisation-in-realtime/">Real Time Web</a>&#8221; ist hier nicht einfach nur Spielwiese f&#252;r die Freizeit und das &#8220;Abh&#228;ngen mit Freunden&#8221;, sondern eine <strong>m&#228;chtige Waffe im Kampf </strong> um bessere Bedingungen an den Hochschulen.</p>
<p>Eines freilich kann ihnen das Internet nicht abnehmen: Ein Programm zu formulieren und mit der Politik zu verhandeln.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=17167&amp;md5=c22fa53ad3747ae48dfec16a6c2173df" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#214;sterreichs Journalisten: Sie ticken anders</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Mar 2009 17:11:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#214;sterreichische Journalisten nehmen besonders gerne Einfluss auf die politische Agenda und neigen zu einer spezifisch &#246;sterreichischen Form des Kampagnenjournalismus. Sie halten sich deshalb trotzdem f&#252;r besonders kritische Aufkl&#228;rer.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/39f9981a7b044b4ca8076bc3aa2755" alt="" width="1" height="1" /><br />
Wenn es darum geht, die politische Tagesordnung zu beeinflussen, sich f&#252;r Benachteiligte in der Bev&#246;lkerung einzusetzen oder Kritik an Missst&#228;nden zu &#252;ben, <strong>ticken &#214;sterreichs Journalistinnen und Journalisten ganz anders als ihre deutschen Kollegen</strong>. Das jedenfalls hat eine repr&#228;sentative Umfrage unter 500 &#246;sterreichischen Journalisten ergeben, die der Medienwissenschaftler Andy Kaltenbrunner und sein Forscherteam durchgef&#252;hrt haben. Ihrem „Journalisten-Report II“ zufolge m&#246;chten 31 Prozent der &#246;sterreichischen Journalisten Einfluss auf die Politik-Agenda nehmen, 60 Prozent halten es f&#252;r wichtig, Unterprivilegierten zu helfen – das sind jeweils <strong>mehr als doppelt so viele wie in der Studie aus Deutschland</strong> von 2006, die zum Vergleich herangezogen wird. Nicht ganz so gro&#223; ist der Abstand, wenn es um die Kritik an Missst&#228;nden geht: 75 Prozent der &#246;sterreichischen Kollegen m&#246;chten sich hier engagieren, dagegen nur 58 Prozent aus Deutschland.</p>
<p>Diese Zahlen zu bewerten, ist gar nicht so einfach. Unstrittig d&#252;rften sie belegen, dass das <strong>angels&#228;chsische Verst&#228;ndnis der Berufsrolle</strong> in Deutschland deutlich st&#228;rker verbreitet ist als in &#214;sterreich. Aber dann beginnt der Eiertanz der Autoren: Einerseits scheine „diese Zustimmung zu kritisch-analytischem Journalismus auf den ersten Blick erfreulich und demokratiepolitisch w&#252;nschenswert“. Andererseits g&#228;lte es, Missverst&#228;ndnisse aufzukl&#228;ren: „Auch die spezifisch &#246;sterreichische Form des populistischen Meinungs- und Kampagnenjournalismus“ pr&#228;sentiere sich gerne „im Gewand der kritischen Aufkl&#228;rung“.</p>
<p>Immerhin, hohe &#220;bereinstimmung zwischen den &#246;sterreichischen und den deutschen Journalisten gibt es beim Ziel, das <strong>Publikum m&#246;glichst neutral und pr&#228;zise zu informieren</strong>. In &#214;sterreich wollen das 92 Prozent, in Deutschland 89 Prozent der Befragten. Wie diese hohen Prozentwerte mit den anderen Befragungsdaten in Einklang zu bringen sind, das allerdings bleibt die ungekl&#228;rte Gretchenfrage, die an &#214;sterreichs Journalisten zu richten w&#228;re. Von au&#223;en betrachtet, zeigen solche Befragungsergebnisse immerhin, wie <strong>vielf&#228;ltig Europas Journalismus-Kulturen selbst innerhalb eines Sprachraums</strong> sind. Und diese Vielfalt sollten wir wohl auch in ihrer Widerspr&#252;chlichkeit als etwas Kostbares begreifen &#8211;  eine Bereicherung, die Europa st&#228;rkt.</p>
<p>Quelle: Andy Kaltenbrunner/Matthias Karmasin/Daniela Kraus/Astrid Zimmermann: Der Journalisten-Report  II. &#214;sterreichs Medienmacher und ihre Motive. Eine repr&#228;sentative Befragung. Wien: Facultas Verlag, 2008</p>
<p>Stefan Russ-Mohl ist Kolumnist der &#246;sterreichischen Wochenzeitung &#8220;Die Furche&#8221;, in der in &#228;hnlicher Form auch dieser Text erschien.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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			</a>
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<a href="http://carta.info/5931/sie-ticken-anders/">&#214;sterreichs Journalisten: Sie ticken anders</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/5931/sie-ticken-anders/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=5931&amp;md5=30392d7baa709d837251933ba5c931e7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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