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	<title>CARTA &#187; Öffentliche Güter</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Nicht die Immaterialg&#252;ter sind knapp, sondern die professionellen Ressourcen.</title>
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		<pubDate>Thu, 27 May 2010 12:36:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt nicht nur ein gesellschaftliches Interesse am freien Zugang zu Inhalten, sondern auch ein gesellschaftliches Interesse an kommerzieller Produktion von Inhalten – eine Replik auf Felix Neumann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/8da78de0396f46e9ae1863c9bd8081f0" alt="" width="1" height="1" />Felix Neumann hat am Dienstag unter dem Titel „<a href="http://carta.info/27873/der-oeffentlichkeit-nicht-den-boden-entziehen-anforderungen-an-ein-neues-urheberrecht/">Der &#214;ffentlichkeit nicht den Boden entziehen</a>“ seine Vorstellungen f&#252;r ein neues Urheberrecht vorgestellt. Meine Antwort auf seine Thesen.</p>
<p><strong>Aus dem Text von Felix Neumann</strong> (jeweils einger&#252;ckt):</p>
<blockquote><p>Die vulg&#228;rliberale Parole »Leistung muss sich lohnen« verschleiert, was ein Markt leistet: Ein Markt bringt Angebot und Nachfrage zusammen, Preise sind Indikatoren f&#252;r Knappheit, Bedarf und Verf&#252;gbarkeit. Es gibt kein Recht darauf, dass aus M&#252;he Bezahlung folgt, auch wenn die marxsche Arbeitswerttheorie sympathisch klingt. Arbeitswert ist aber tats&#228;chlich kein Wert; man kann noch so sch&#246;ne Postkutschen bauen: Im Zeitalter von Flugzeug und Bahn wird man Postkutschen nicht mit dem Argument verkaufen k&#246;nnen, man h&#228;tte ja einiges an Leistung zur Herstellung erbracht. Leistung kann sich nur lohnen, wenn es Abnehmer daf&#252;r gibt.Und es ist kein Marktversagen, wenn niemand mehr Content kauft. Der Markt ist ein Instrument, mit Knappheit umzugehen.</p></blockquote>
<p><strong>Replik:</strong> Richtig ist, dass man Marktversagen nicht daran messen kann, ob auf M&#252;he Bezahlung erfolgt. Das Fehlen eines aus Anbietersicht angemessenen Preises ist kein Kriterium f&#252;r Marktversagen.</p>
<p>Marktversagen liegt aber in der Tat vor, wenn das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ausschlie%C3%9Fbarkeit">Ausschlussprinzip</a> nicht mehr durchgesetzt werden kann. Wenn ich als Produzent nicht mehr verhindern kann, dass Dritte mein Produkt uneingeschr&#228;nkt nutzen, dann kann ich es nicht mehr verkaufen. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber das Urheberrecht geschaffen. Es schafft – innerhalb der bekannten Schranken, wie etwa dem Zitatrecht – ein Ausschlussprinzip, auf das sich der Urheber berufen kann. Erst durch das Urheberrecht werden Werke handelbar und damit kommerzialisierbar.</p>
<blockquote><p>Wenn man ein nicht-knappes Gut nicht verkaufen kann, dann liegt das daran, dass der Markt schlicht das falsche Werkzeug ist. Immaterialg&#252;ter verkaufen zu wollen ist aus einer naturrechtlichen Perspektive so sinnvoll wie Luft verkaufen zu wollen.</p></blockquote>
<p>Mit Naturrecht kenne ich mich nicht aus. Ich wei&#223; auch nicht, ob ich es zur Maxime meines Handelns machen m&#246;chte. Aber mal vorsichtig gefragt: Ist es naturrechtlich eigentlich in Ordnung, dass der Fisch, den die Fischer aus dem Meer holen, den Fischern und nicht der Allgemeinheit geh&#246;rt?</p>
<p>Letztlich muss ich aber jeden Versuch, einen nat&#252;rlichen Zustand der Verwertung zu behaupten als schlichte Konstruktion ablehnen. Die Frage ist allein: Welchen Zustand wollen wir haben?</p>
<blockquote><p>Es wird damit argumentiert, dass die knappe Ressource nicht das Immaterialgut selbst sei, sondern die Kreativit&#228;t und die Leistung der Urheber. Als ob Kreativit&#228;t und der Wille, Kultur zu schaffen, jemals knapp gewesen w&#228;ren!</p></blockquote>
<p>Die Ressourcen sind tats&#228;chlich prinzipiell knapp. Es gibt nur eine gewisse Anzahl von beispielsweise Journalisten und eine gewisse Menge von Geld zum Lebensunterhalt f&#252;r diese, damit sie dann der &#214;ffentlichkeit unter anderem erkl&#228;ren, was die Wirtschaftskrise bedeutet. Man mag hier normativ der einen oder anderen Einsch&#228;tzung sein, aber vom Prinzip her sind diese Ressourcen begrenzt (vgl. auch <a href="http://carta.info/19560/online-journalismus-gratisfalle/">Kooth: Gratisfalle</a>).</p>
<p>Und hier kommen wir schon zu einem ganz entscheidenen Punkt: <strong>Gibt es ein gesellschaftliches Interesse, dass Immaterialg&#252;ter nicht nur aus intrinsischen Motiven als Abendhobby entstehen, sondern auch nach dem Prinzip einer verg&#252;teten Vollerwerbst&#228;tigkeit?</strong></p>
<p>Ich meine: ja. Es w&#228;re falsch anzunehmen, es l&#228;ge allein im gesellschaftlichen Interesse, dass m&#246;glichst alle Immaterialg&#252;ter kostenfrei genutzt werden k&#246;nnen. Das gesellschaftliche Interesse liegt meiner Meinung nach darin, dass es einerseits einen ausreichend freien Zugang zu Informationen gibt und andererseits auch ein ausreichendes Ma&#223; an verg&#252;teten Ressourcen, damit die gesellschaftlich nachgefragten Inhalte auch durch die Nutzer gesteuert entstehen k&#246;nnen.</p>
<p>Die Leistung von Kulturm&#228;rkten besteht darin, die nachgefragten Werke in nutzerorientierter, effizienter und innovativer Weise zur Verf&#252;gung zu stellen – durch verg&#252;tete und teilweise sehr unabh&#228;ngige Produzenten.</p>
<p>Zudem gilt es zu bedenken, dass das Urheberrecht die Autoren auch davor sch&#252;tzt, dass Dritte mit ihren Inhalten ungefragt Geld verdienen.</p>
<blockquote><p>So sehr sich das Pl&#228;doyer f&#252;r Urheberrechte auch liberal gibt: Tats&#228;chlich ist es nur ein Einfordern von hoheitlich gew&#228;hrten Privilegien, von k&#252;nstlich geschaffenen Monopolen, einer politisch durchgesetzten Marktverzerrung.</p></blockquote>
<p>Mit etwas weniger Entlarvungsrhetorik ausgedr&#252;ckt: Der Staat hat mit dem Urheberrecht ein exklusives Verwertungsrecht f&#252;r Urheber geschaffen und so einen Markt streng genommen erst geschaffen. Denn ohne Urheberrecht gibt es keinen Markt f&#252;r Immaterialg&#252;ter. Selbstverst&#228;ndlich ist dieses Recht „k&#252;nstlich geschaffen.“</p>
<blockquote><p>Die Argumente der Urheberrechtslobby sind strukturell dieselben wie die der Kohleindustrie, die der Autobranche: Ein Wirtschaftszweig soll k&#252;nstlich am Leben gehalten werden.</p></blockquote>
<p>In der Tat hat man bei einigen Vertretern der Content-Industrie das Gef&#252;hl, sie w&#252;rden eher eine politische Rente anstreben, als sich wirklich neue Gesch&#228;ftsmodelle auszudenken. Hieraus kann aber nicht geschlossen werden, dass dieser Wirtschaftszweig nicht erhaltenswert sei oder es kein Urheberrecht mehr brauche.</p>
<blockquote><p>Daher ist es auch nicht sinnvoll, mit der Content-Lobby &#252;ber Urheberrechte zu sprechen: Ihr Interesse ist es, ihren Wirtschaftszweig zu erhalten.</p></blockquote>
<p>Wie gesagt: Das Urheberrecht schafft erst diesen Wirtschaftszweig.</p>
<blockquote><p>So wie aus Leistung kein Anspruch auf »sich lohnen« folgt, hat aber auch keine Branche eine Bestandsgarantie; im Gegenteil ist es gerade ein Vorteil einer Marktwirtschaft gegen&#252;ber einer Planwirtschaft, dass knappe Mittel nicht unn&#246;tig einer nicht ben&#246;tigten Industrie zugeteilt werden. Mit der Content-Industrie &#252;ber die Zukunft des Urheberrechts zu sprechen ist, als h&#228;tte man vor hundertf&#252;nfzig Jahren die Postkutschen-Industrie zum Zukunftsgespr&#228;ch Transport eingeladen.</p></blockquote>
<p>Das ist jetzt polemisch: Nur weil erhebliche Teile der Content-Industrie nicht von ihren w&#228;rmenden Pl&#228;tzen aufstehen m&#246;chten, hat sie damit noch nicht jegliches Schutzrecht verwirkt.</p>
<blockquote><p>Es geht also nicht um das Partikularinteresse (und sei es auch noch so sehr mit Appellen an die eigene Gemeinwohlnotwendigkeit gekoppelt) der Musikindustrie. Die Frage der Monetarisierung und Verrechtlichung von Kultur ist (um wieder einmal Habermas zu bem&#252;hen) eine Kolonialisierung der Lebenswelt: Die wirtschaftliche Sph&#228;re wird verabsolutiert. Nat&#252;rlich ist es v&#246;llig legitim, auch Kultur unter wirtschaftlichem Paradigma zu behandeln: Skulpturen k&#246;nnen verkauft, Symphonien in Auftrag gegeben und bezahlt, Filme gegen Geld im Kino aufgef&#252;hrt werden. Daraus aber abzuleiten, dass alle Kultur marktf&#246;rmig zu sein habe, ist &#228;hnlich absurd wie aus der Existenz von Prostitution zu fordern, dass alle Z&#228;rtlichkeit monetarisiert werden soll.</p></blockquote>
<p>Ins andere Extrem gedacht: Es w&#228;re ebenso absurd aus der Nicht-Privatheit von Kultur zu fordern, dass die Kulturproduktion zuk&#252;nftig vollst&#228;ndig der unkommerziellen Sph&#228;re unterworfen sein m&#252;sste. Die Forderung, dass alle Kultur nichtmarktf&#246;rmig zu sein habe, w&#252;rde die Forderung nach der Totalabschaffung der Kulturindustrie und des vom Konsumenten verg&#252;teten K&#252;nstlers bedeuten. Nur weil einige Menschen gerne kostenlos bloggen, kann man Journalisten nicht verbieten wollen, Geld zu verdienen.</p>
<blockquote><p>Kultur und Kunst geh&#246;ren in die &#246;ffentliche Sph&#228;re und konstituieren sie mit. Was bei einer Erneuerung des Urheberrechts daher an erster Stelle stehen muss, ist die Frage nach der &#214;ffentlichkeit: Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sichern &#214;ffentlichkeit?</p></blockquote>
<p>Vollkommen richtig: Deswegen gibt es die Schrankenregelungen im Urheberrecht. Und deswegen muss sichergestellt werden, dass es gro&#223;e Mengen frei verf&#252;gbarer Kultur gibt – und dass es Urhebern auch m&#246;glich ist, ihre Werke zu verschenken.</p>
<blockquote><p>&#214;ffentlichkeit ist nicht nur der nicht-private Raum: Die &#214;ffentlichkeit ist der Raum, in dem Menschen als gleiche aufeinandertreffen. In der &#214;ffentlichkeit handeln und interagieren Menschen; &#214;ffentlichkeit ist also die Voraussetzung von demokratischer und freiheitlicher Politik, ist die Bedingung der M&#246;glichkeit, dass nicht nur die Gedanken frei sind, sondern auch ihre &#196;u&#223;erung – &#214;ffentlichkeit ist der Resonanzraum, ohne den es keine demokratische Kontrolle von Macht, keine Diskussion, keine Argumente und damit keinen rationalen Diskurs und keinen gesellschaftlichen Fortschritt gibt.</p></blockquote>
<p>&#214;ffentlichkeit ist eine Voraussetzung f&#252;r demokratische und freiheitliche Politik. Eine andere Bedingung ist die M&#246;glichkeit, dass Nutzer ihre Wertsch&#228;tzung f&#252;r professionell erstellte Informationen ausdr&#252;cken und so zum Beispiel die knappen journalistischen Berichterstattungsressourcen auf jene Themen zu steuern verm&#246;gen, die ihnen wichtig sind. Daher ist es f&#252;r die Demokratie auch konstituierend, dass Urheber Informationen verkaufen k&#246;nnen.</p>
<blockquote><p>Die Natur von Immaterialg&#252;tern passt hervorragend zur &#214;ffentlichkeit: Sie sind nicht knapp, und alle k&#246;nnen sich ihrer bedienen.</p></blockquote>
<p>Das ist ein Fehlschluss: Die G&#252;ter sind im digitalen Raum in der Tat nicht mehr knapp. Knapp sind aber die Ressourcen, um sie zu erstellen.</p>
<blockquote><p>Sobald ein Werk in die &#214;ffentlichkeit gegeben wird, kann es keine absolute Werkherrschaft mehr dar&#252;ber geben. Egal, was das positive Recht sagt: Die Melodien werden gesummt, die Gedichte zitiert.</p></blockquote>
<p>Genau deshalb ist das Urheberrecht auch nicht total, sondern mit Schranken versehen.</p>
<blockquote><p>Auf dieser Basis muss nun ein zeitgem&#228;&#223;es Urheberrecht agieren: Es muss ernstnehmen, dass &#214;ffentlichkeit nicht mehr nur die r&#228;umlich begrenzte griechische Polis ist. &#214;ffentlichkeit ist faktisch nicht mehr r&#228;umlich begrenzt. Youtube, Facebook, Twitter, Blogs: All das geh&#246;rt zu einer neuen &#214;ffentlichkeit.</p></blockquote>
<p>Stimmt.</p>
<blockquote><p>Diese neuen Formen von &#214;ffentlichkeit d&#252;rfen nicht ihrer Funktion beraubt werden, indem man sie reduziert und unter das Paradigma der wirtschaftlichen Sph&#228;re stellt: Singen am Lagerfeuer und Remixes und Fanvideos auf Youtube sind strukturell, in ihrer Funktion f&#252;r die &#214;ffentlichkeit, gleich zu bewerten.</p></blockquote>
<p>Im Urheberrecht m&#252;ssen wir in der Tat viel mehr M&#246;glichkeiten zum Remix und zur Weiterbearbeitung von Kultur einbauen. Dazu hat Gerd Hansen auf <em>Carta</em> wegweisende Ans&#228;tze vorgestellt: &#8220;<a href="http://carta.info/26073/das-urheberrecht-in-der-legitimationskrise-ansaetze-fur-eine-neuorientierung/">Das Urheberrecht in der Legitimationskrise. Ans&#228;tze f&#252;r eine Neuorientierung</a>&#8220;.</p>
<blockquote><p>Ein Leistungsschutzrecht, das Blogs (oder Zeitungen) verbieten w&#252;rde, kostenlos zu zitieren und die Zitate zu diskutieren, w&#228;re ebenso totalit&#228;r wie das Verbot, auf dem Marktplatz &#252;ber die Schlagzeile der Zeitung zu diskutieren.</p></blockquote>
<p>Stimmt, und deswegen wird ein Leistungsschutzrecht, das dies verbieten w&#252;rde, auch nie kommen.</p>
<blockquote><p>Der &#214;ffentlichkeit nicht den Boden zu entziehen: Das muss ein neues Urheberrecht leisten.</p></blockquote>
<p>Stimmt. Oben wird jedoch streckenweise ein Urheberrecht gefordert, das wenig Interesse an einem Boden f&#252;r die kommerzielle Produktion von Immaterialg&#252;tern hat. Doch letztlich liegt nicht nur ein freier Zugang zu Informationen, sondern auch eine in Teilen kommerzielle (und damit verg&#252;tete, innovative, effiziente und von den Nutzern gesteuerte) Produktion von kulturellen Inhalten im gesellschaftlichen Interesse.</p>
<blockquote><p>Welche Gesch&#228;ftsmodelle sich innerhalb dieses Ordnungsrahmens etablieren lassen, ist kein Problem des Urheberrechts. Das ist der Kreativit&#228;t der Gesch&#228;ftsleute &#252;berlassen.</p></blockquote>
<p>Zum Kernproblem des Urheberrechts geh&#246;rt es, einen angemessenen Ordnungsrahmen zu schaffen, damit sich Gesch&#228;ftsmodelle etablieren k&#246;nnen, ohne dass Kultur damit &#252;berm&#228;&#223;ig privatisiert wird.
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		<title>Das Internet, die Musik und das liebe Geld</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Jan 2009 17:16:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
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		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentliche Güter]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist Musik im Internet ein "freies Gut" oder "Allgemeingut"? F&#252;hrt die digitale Distribution automatisch zu &#220;berangebot und Preisen von Null? Die Berliner Philharmoniker meinen: nein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/1d537fde355b4ed26dbe5b6fcb090c" alt="" width="1" height="1" />Mit “Gef&#252;hl” will <a href="http://netzwertig.com/2009/01/21/wie-musiker-in-zeiten-des-internets-geld-verdienen-koennen/">Marcel Wei&#223;</a> (netzwertig.com) die &#246;konomische Situation der Musikindustrie im digitalen Zeitalter erkl&#228;ren und erntet trotzdem reichlich Widerspruch in den Kommentaren.</p>
<p>Die Konfliktlinie ist dabei schnell ausgemacht: Marcel argumentiert &#246;konomisch absolut korrekt f&#252;r Musik, die im Internet verf&#252;gbar ist. Er stuft diese Musik unter die Rubrik <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gut_%28Wirtschaftswissenschaft%29#Freie_G.C3.BCter">freie G&#252;ter</a> ein. Allerdings blendet er bei dieser Betrachtung konsequent alle Umst&#228;nde aus, die zur Erzeugung und Digitalisierung dieser Musik gef&#252;hrt haben.</p>
<p>Seine “Gegner” hingegen sehen die Dinge ganzheitlicher und f&#252;hren eher urheberrechtliche Argumente an. Sie k&#246;nnen, vielleicht auch mangels volkswirtschaftlicher Kenntnisse, nicht auf derselben Ebene wie Marcel argumentieren und somit auch nicht ausdr&#252;cken, dass Musik im Internet eher als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeingut">Gemeingut</a> und nicht als freies Gut angesehen werden muss.</p>
<p>Den Unterschied sehe ich so: Gemeing&#252;ter sind in ihrer Verwendung genauso frei wie freie G&#252;ter, ihre Bereitstellung ist jedoch mit Kosten verbunden. Ein freies Gut ist etwa die Luft (zum Atmen). Niemand stellt sie her, sie ist einfach da und verursacht keine Kosten. Dagegen ist ein kostenloser Parkplatz ein Gemeingut, da seine Nutzung zwar nichts kostet, er aber erst angelegt werden muss und dabei Kosten verursacht (auch der laufende Unterhalt kann Kosten verursachen, die aber nicht der Nutzer zu tragen hat).</p>
<p>Damit will ich der Argumentation von Marcel nicht widersprechen! Ich m&#246;chte nur das Augenmerk darauf lenken, dass Musik im Internet zwar grunds&#228;tzlich frei ist (und auch sein soll!), aber ihre Erstellung und Digitalisierung weiterhin Geld kosten.</p>
<p>Wer das im Hinblick auf kleinere Bands f&#252;r vernachl&#228;ssigbar h&#228;lt, denke zum Beispiel mal an die <a href="http://www.berliner-philharmoniker.de/">Berliner Philharmoniker</a>: Um hier eine qualitativ gute digitale Aufnahme herzustellen, sind fast Hundert Musiker und ein paar Toningenieure unterwegs. Werden die das auch weiterhin tun, selbst wenn sich die Kosten der Produktion nicht mehr direkt amortisieren lassen? K&#246;nnte das Orchester nicht auch einfach nur ein paar kurze St&#252;cke auf <a href="http://www.youtube.com/results?search_query=berlin+philharmonic">YouTube</a> stellen und das Publikum ansonsten auffordern, doch einfach in die Konzerte zu kommen?</p>
<p>Der Folgerung von Marcel, dass Musik als freies Gut im Internet zu einem “unendlichen Angebot” f&#252;hren muss, kann ich deshalb nicht folgen. Die Berliner Philharmoniker &#252;brigens auch nicht: Sie f&#252;hren seit Dezember 2008 eine <a href="http://dch.berliner-philharmoniker.de/">Digital Concert Hall</a>. Wer hier Musik miterleben m&#246;chte, muss daf&#252;r bezahlen.</p>
<p>Noch ist das ein Experiment. Es zeigt aber, dass im Internet Musik nicht kostenlos sein muss. Vor diesem Hintergrund sollten sich die Freunde <a href="http://blog.jan-filter.de/2009/01/21/digitale-zeiten/">digitaler Zeiten</a> einmal fragen, warum Musiker auch k&#252;nftig ganze Alben produzieren und kostenlos ins Netz stellen sollen: Doch nicht nur f&#252;r die Bequemlichkeit derjenigen, die gern kostenlos konsumieren?</p>
<p>Passend zum Thema sind auch die Ausf&#252;hrungen von <a href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2009/01/12/die-sache-mit-dem-content/">Christian Henner-Fehr</a> (Kulturmanagement Blog) mit dem Blick auf Kultureinrichtungen und <a href="http://leanderwattig.de/index.php/2009/01/18/sind-fallende-buch-preise-unvermeidbar/">Leander Wattig</a> in Bezug auf die Buchbranche.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">d</span></p>
<p>Matthias Schwenk bloggt unter <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/01/23/internet-musik-geld/">bwl zwei null</a>.
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<a href="http://carta.info/4487/das-internet-die-musik-und-das-liebe-geld/">Das Internet, die Musik und das liebe Geld</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/4487/das-internet-die-musik-und-das-liebe-geld/#comments">12 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=4487&amp;md5=abd91614765e5f47bfafc1e1d6468450" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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