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	<title>CARTA &#187; New York Times</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 23:19:38 +0000</lastBuildDate>
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		<title>(Alp-)Traum WikiLeaks: Was ist eigentlich aus den vielen Geheimdokumenten geworden?</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Feb 2011 12:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<description><![CDATA[F&#252;r die neueste Ausgabe der ver.di-Zeitschrift „M – Menschen machen Medien“ analysiert Christiane Schulzki-Haddouti die bisherige Nutzung der Geheimdokumente durch die beteiligten Medien und stellt die Frage, ob der Informationsschatz durch Exklusivvertr&#228;ge nicht in unzul&#228;ssiger Weise privatisiert wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>24 Tage lang protokollierte die britische Tageszeitung <em>The Guardian</em> auf ihrer Website, was die <em>New York Times</em>, <em>Der Spiegel</em>, <em>Le Monde</em>, <em>El País</em> und sie selbst &#252;ber die 251.000 Depeschen des US-Au&#223;enministeriums ver&#246;ffentlichten. Am 22. Dezember schlie&#223;lich der letzte Eintrag, der unter anderem auf ein Interview des <em>Spiegel</em> mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière hinwies, der <em>WikiLeaks</em> als „&#228;rgerlich, aber keine Bedrohung“ bezeichnete. Einen Tag zuvor hatte US-Vize-Pr&#228;sident Joe Biden <em>WikiLeaks</em>-Chef Julian Assange noch als „Hightech-Terrorist“ bezeichnet.</p>
<p>Eine Auswertung dieser Chronologie zeigt, dass der <em>Guardian</em> mit Abstand das Meiste aus den Depeschen machte: Er ver&#246;ffentlichte in den ersten 24 Tagen 158 Artikel, das sind 7 Artikel t&#228;glich. Etwa auf einer Augenh&#246;he befinden sich der <em>Spiegel</em> mit 30 Beitr&#228;gen, die <em>New York Times</em> mit 32 Beitr&#228;gen und <em>El País</em> mit 33 Beitr&#228;gen und etwa 1,4 Artikeln pro Tag im Schnitt. Deutliches Schlusslicht ist <em>Le Monde</em> mit 23 Beitr&#228;gen – mit gerundet etwa einem Beitrag t&#228;glich. Allerdings sind etliche Artikel des <em>Spiegel</em> dabei nicht ber&#252;cksichtigt. Nach Auskunft des <em>Spiegel</em>-Sprechers Hans Ulrich Stoldt ver&#246;ffentlichte der <em>Spiegel</em> im Heft, <em>online</em> sowie in einer <em>Spiegel-Special-</em>Ausgabe insgesamt 143 Beitr&#228;ge in diesem Zeitraum. Damit ist der <em>Guardian</em> aber immer noch unangefochtener Spitzenreiter.</p>
<p>Die meisten Beitr&#228;ge wurden in der ersten Woche ver&#246;ffentlicht, in der zweiten Woche ging die Frequenz zur&#252;ck, in der Woche vor Weihnachten stellten einige Redaktionen die Berichterstattung ganz ein. Der <em>Spiegel</em> ver&#246;ffentlichte laut der Z&#228;hlung des <em>Guardian</em> nur noch eine einzige Geschichte. Von Weihnachten bis zum 18.1. ver&#246;ffentlichte er nach Angaben von Stoldt nur noch weitere f&#252;nf Beitr&#228;ge. Eine Planung, in welchem Tempo weiterhin ver&#246;ffentlicht werden soll, gebe es nicht.</p>
<p>Keine Auswertung gibt es dar&#252;ber, in welchem Ausma&#223; diese Berichte von anderen Medien aufgegriffen und weiter recherchiert wurden. Vielleicht eine Aufgabe f&#252;r k&#252;nftige Journalistik-Studien. Unz&#228;hlig hingegen sind die Berichte &#252;ber den Fall des <em>WikiLeaks</em>-Gr&#252;nders Julian Assange.</p>
<p>Deutlich wird jedenfalls die F&#252;hrungsrolle des <em>Guardian</em> bei der redaktionellen Auswertung der US-Depeschen. Dies zeigt sich nicht nur an der Menge der bearbeiteten Informationen, sondern auch an der Art, wie diese pr&#228;sentiert werden: N&#228;mlich m&#246;glichst &#252;bersichtlich f&#252;r die Leser – und im Sinne der vom <em>Guardian</em> seit Jahren offensiv propagierten „Open Data“-Philosophie, die bereits zahlreiche aufsehenerregende Datenjournalismus-Projekte inspirierte.</p>
<p>In diesem Zusammenhang ist es auch erw&#228;hnenswert, dass der <em>Guardian</em> die Metadaten der <em>WikiLeaks</em>-Cables in einer offenen Datenbank zur Auswertung frei gegeben hat – w&#228;hrend etwa der <em>Spiegel</em> die Depeschen lediglich in einer von au&#223;en unzug&#228;nglichen Flash-Grafik aufbereitet hat. Auf diese Weise entstanden auf Grundlage der Guardian-Daten einige interessante Auswertungen. Unter anderem visualisierte eine Grafik Themenstr&#228;nge f&#252;r die Jahre 2001 bis 2003 und zeigt damit den <a href="http://www.closr.it/show/LIkJxaoZVbl">Impact</a> des 11. September auf Amerikas Diplomatie. Gef&#228;hrdet wird durch die Freigabe der Metadaten niemand, doch nicht nur f&#252;r Journalisten, sondern auch f&#252;r Politikwissenschaftler und Historiker k&#246;nnen solche Auswertungsm&#246;glichkeiten wertvoll sein.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Exklusive Themenauswahl</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Wie gingen die von <em>WikiLeaks</em> bedachten Redaktionen bislang mit den Depeschen um? Auffallend ist, dass sie darauf achteten, eigene Themen zu setzen. Eine Geschichte des <em>Guardian</em> mit Deutschlandbezug, die kurz vor Weihnachten erschien, wurde beispielsweise vom <em>Spiegel</em> nicht aufgegriffen. Darin ging es um das zeitweise Engagement des Energiekonzerns <em>RWE</em> in einem Kernkraftwerkprojekt in Bulgarien, das laut der Depeschen von st&#228;ndigen Sicherheitsproblemen begleitet war. F&#252;r die Briten war es offenbar deshalb eine Geschichte, weil <em>RWE</em> Besitzerin von Gro&#223;britanniens gr&#246;&#223;tem Energieversorger <em>npower</em> ist, der das Projekt durchf&#252;hrte.</p>
<p>Es scheint, als w&#228;re die gro&#223;e Enth&#252;llungswelle erst einmal zum Erliegen gekommen. Seit Weihnachten werden die Depeschen auf der <em>WikiLeaks</em>-Website nur noch tr&#246;pfchenweise ver&#246;ffentlicht. Woran dies liegt, dar&#252;ber l&#228;sst sich spekulieren. Da den Redaktionen alle Depeschen vorliegen, k&#246;nnte es daran liegen, dass der Sprengstoff der Depeschen schlicht verbraucht ist.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><strong>Aftenposten sprengt Kreis der Auserw&#228;hlten</strong></p>
<p>Dass dies nicht der Fall ist, zeigen die j&#252;ngsten Ver&#246;ffentlichungen der norwegischen Tageszeitung <em>Aftenposten</em>. Sie hat seit Ende Dezember laut eigenen Angaben Zugriff auf alle Dokumente – durch ein Leck innerhalb von <em>WikiLeaks</em>. Offenbar gibt es innerhalb von <em>WikiLeaks</em> Personen, die die bisherige Ver&#246;ffentlichungspolitik torpedieren. Von diesem Leck profitierte inzwischen auch <em>Die Welt</em>, die dank einer Kooperation mit <em>Aftenposten</em> seit Mitte Januar ebenfalls „ohne jede Beschr&#228;nkung“ Zugriff auf alle Depeschen hat.</p>
<p>Die ersten Ver&#246;ffentlichungen von <em>Aftenposten</em> l&#246;sten internationale Resonanz aus. So erl&#228;uterten Dokumente der US-Botschaft in Oslo die Verhandlungen zwischen Norwegen und Russland &#252;ber die gemeinsame Grenze in der Barents-See. Eine <em>AFP</em>-Meldung griff einen weiteren <em>Aftenposten</em>-Bericht auf, wonach Deutschland und die USA f&#252;r rund 205 Millionen Euro gemeinsam ein hochaufl&#246;sendes Satellitensystem unter dem Projektnamen HiROS gegen Widerst&#228;nde aus Frankreich entwickeln wollten. Dieser Satellit soll unter der Kontrolle des Bundesnachrichtendienstes und des Deutschen Zentrums f&#252;r Luft- und Raumfahrt (DLR) stehen. Etliche Tage sp&#228;ter berichtete auch <em>Spiegel Online</em> &#252;ber das Projekt – und dass die Bundesregierung es nicht unterst&#252;tzen wolle. Dabei wurde die entsprechende Depesche weder verlinkt, noch wurde der Bericht von <em>Aftenposten</em> erw&#228;hnt.</p>
<p>Die Redaktionen scheinen mit den Depeschen mit einer nahe liegenden Methode umzugehen: Sie recherchieren die Themen, die sie kennen. Werden sie f&#252;ndig und erscheint das Material interessant genug, berichten sie dar&#252;ber. Es ist offensichtlich, dass auf diese Weise noch l&#228;ngst nicht alles publiziert wurde, was Nachrichtenwert besitzt. Die bislang ver&#246;ffentlichten Geschichten reflektieren damit vermutlich vor allem die aktuelle Interessenlage und Themenkompetenz der jeweiligen Redaktion.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><strong>Exklusivvertrag mit WikiLeaks?</strong></p>
<p><em>Aftenposten</em> geh&#246;rt nicht zu dem erlauchten Kreis der vier gro&#223;en Publikationen (<em>Guardian</em>, <em>Le Monde</em>, <em>El País</em> und <em>Spiegel</em>), die mit <em>WikiLeaks</em> die Ver&#246;ffentlichung vereinbart hatten. Die <em>New York Times</em> selbst hat die Dokumente vom <em>Guardian</em> bekommen. <em>Aftenposten</em>-Redaktionsleiter Ole Erik Almlid sagte laut der Nachrichtenagentur<em> dapd</em>: „Wir haben diese Dokumente ohne Auflagen und ohne etwas daf&#252;r zu bezahlen bekommen“. Die Zeitung werde die ihr wichtig erscheinenden Depeschen ver&#246;ffentlichen und unter Umst&#228;nden heikle Informationen wie Namen unkenntlich machen.</p>
<p>Die &#196;u&#223;erung von Almlid wirft aber auch ein interessantes Licht auf die mutma&#223;liche Vereinbarung zwischen <em>WikiLeaks</em> und den vier Redaktionen. <em>Spiegel</em>-Sprecher-Stoldt jedenfalls sagt: „Es gibt keinerlei Vereinbarungen mit <em>WikiLeaks</em>. Ausnahme: Der Termin zur ersten Ver&#246;ffentlichung der Depeschen war mit <em>WikiLeaks</em> und den anderen Medienpartnern abgesprochen.“ Der US-Fernsehsender <em>CNN</em> und das <em>Wallstreet-Journal</em> hatten nach eigenen Angaben eine Zusammenarbeit jedoch abgelehnt, da sie nicht bereit waren, die von <em>WikiLeaks</em> geforderten Vertragsklauseln zu unterzeichnen. Diese sollen unter anderem eine nicht mit <em>WikiLeaks</em> abgestimmte Publikation verbieten. Au&#223;erdem ist die Rede von einer Vertragsstrafe von 100.000 Dollar bei Zuwiderhandlung.</p>
<p>Ob eine mindestens m&#252;ndlich getroffene Vereinbarung zwischen den Verlagen und der Enth&#252;llungsplattform presserechtlich ebenfalls als Exklusivvertrag zu werten ist, dar&#252;ber wird der Presserat im M&#228;rz entscheiden m&#252;ssen. Im Falle des <em>Spiegel </em>geht es immerhin um einen exklusiven Zugang innerhalb des deutschsprachigen Raums. Nach Ansicht der Beschwerdef&#252;hrerin verst&#246;&#223;t der <em>Spiegel</em> gegen die Richtlinie 1.1. des Pressekodex. Sie untersagt Exklusivvertr&#228;ge mit Informanten &#252;ber „Vorg&#228;nge oder Ereignisse, die f&#252;r die Meinungs- und Willensbildung wesentlich sind“. Weiter hei&#223;t es: „Wer ein Informationsmonopol anstrebt, schlie&#223;t die &#252;brige Presse von der Beschaffung von Nachrichten dieser Bedeutung aus und behindert damit die Informationsfreiheit.“</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><strong>Eine Frage der Masse</strong></p>
<p>Das Besondere an den <em>WikiLeaks</em>-Depeschen ist ganz offensichtlich die schiere Masse: Um sie auswerten zu k&#246;nnen, muss eine Redaktion nicht nur &#252;ber gen&#252;gend Manpower und Know-How verf&#252;gen. Sie sollte auch in der Lage sein, mit anderen journalistischen Organisationen vertrauensvoll zu kooperieren. Trotz des angeblich fehlenden Vertrags ist der<em> Spiegel</em> dazu aber anders als die <em>Aftenposten</em> nicht bereit. Stoldt zu dieser Frage: „Es sind keine Kooperationen mit anderen Redaktionen vorgesehen.“ Aus Sicht der Journalisten als Protagonisten der Meinungs- und Pressefreiheit muss das Hauptinteresse darin bestehen, die Informationen einzuordnen, zu bewerten – und dann erst &#214;ffentlichkeit bei einem Optimum an Transparenz herzustellen. Aus Sicht der Whistleblower muss der Informantenschutz gewahrt – und eine gr&#246;&#223;tm&#246;gliche &#214;ffentlichkeitswirkung erzielt werden.</p>
<p>Weil in den Datennetzen von Beh&#246;rden und Unternehmen immer mehr Dokumente gespeichert werden, werden k&#252;nftig immer wieder Whistleblower massenhaft Daten an die &#214;ffentlichkeit bringen wollen. F&#252;r Journalisten ist das sowohl Anlass zur Freude als auch zur Sorge. Einerseits erh&#228;lt man brisantes Material f&#252;r aufsehenerregende Geschichten. Andererseits m&#252;ssen die Dokumente wie andere auch auf Authentizit&#228;t und Echtheit &#252;berpr&#252;ft werden. Au&#223;erdem m&#252;ssen Sicherheitsma&#223;nahmen ergriffen werden, um die Informanten samt Material zu sch&#252;tzen. Eine Aufgabe, der sicherlich nicht jeder Journalist und auch nicht jede Redaktion gewachsen ist.</p>
<p>Auch muss eine Redaktion sich mit der Frage auseinandersetzen, wie weit das eigene Ver&#246;ffentlichungsinteresse tats&#228;chlich geht. Die Masse der Dokumente reicht aus, um die Berichterstattung auf Jahre hinaus zu versorgen. Doch darauf wird sich kein Verlag einlassen, da es immer auch konkurrierende Themen gibt, die m&#246;glicherweise von gr&#246;&#223;erer Relevanz sind. Im Ergebnis sind die Archive der jeweiligen Redaktionen um eine wertvolle zus&#228;tzliche Quelle erweitert. <strong>Im Sinne einer informierten &#214;ffentlichkeit stellt sich jedoch die Frage, ob eine</strong> <strong>Privatisierung dieses Informationsschatzes richtig ist</strong>. Auf dies w&#252;rde es n&#228;mlich hinauslaufen, wenn <em>WikiLeaks</em> das aktuelle Ver&#246;ffentlichungstempo beibeh&#228;lt – und dies st&#252;nde der urspr&#252;nglichen Intention der Whistleblower-Plattform entgegen.</p>
<p>Ganz offenbar m&#252;ssen Journalisten und Whistleblower neue Prozeduren entwickeln, um verantwortlich mit dem Material umzugehen. Einerseits m&#252;ssen sie Informanten sch&#252;tzen, andererseits m&#252;ssen sie so viele Informationen wie m&#246;glich strukturiert ver&#246;ffentlichen. Dabei m&#252;ssen sie viele, sich widerstreitende Interessen austarieren.</p>
<p>N&#252;chtern betrachtet besteht das Neue an <em>WikiLeaks</em> vor allem in der Masse der Ver&#246;ffentlichungen, ihrem weltweiten Erfolg und darin, der Welt&#246;ffentlichkeit einen tragischen Helden zu liefern. Seit Jahrzehnten gibt es n&#228;mlich schon die Website <em>Cryptome.org</em> des New Yorker Architekten John Young, die ebenfalls vertrauliche Dokumente aus aller Welt im Internet ver&#246;ffentlicht. Er musste ebenfalls bereits mehrere Gerichtsprozesse durchstehen – erfolgreich. Denn die Presse- und Meinungsfreiheit werden in den USA von den Gerichten so hoch bewertet, dass John Young bislang immer durchkam.</p>
<p>Ob ein Prozess gegen <em>WikiLeaks</em> in den USA erfolgreich sein wird, ist zweifelhaft. Man m&#252;sste Assange schon nachweisen, dass er den verhafteten Whistleblower Bradley Manning zum „Verrat“ von Staatsgeheimnissen anstiftete. Dies w&#252;rde dann in die Kategorie „Spionage“ fallen, was zu ahnden w&#228;re. Daf&#252;r k&#246;nnte es gen&#252;gen, Manning zu einer entsprechenden Aussage zu bringen. Assange &#228;u&#223;erte selbst diese Vermutung gegen&#252;ber dem britischen Nachrichtenmagazin <em>New Statesman</em>: „Bradley Manning zu knacken, ist nur der erste Schritt. Ganz offensichtlich ist es das Ziel, ihn zu brechen und ein Gest&#228;ndnis zu erzwingen, dass er sich in irgendeiner Weise mit mir verschworen hat, um die nationale Sicherheit der USA zu verletzen.“</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><strong>N&#228;chste Schritte</strong></p>
<p>Immer wieder betonten die Macher von <em>WikiLeaks</em>, dass ihre Technik so ausgestaltet ist, dass die Identit&#228;ten der Whistleblower gegen&#252;ber der Plattform unbekannt bleiben. Anonymit&#228;t ist damit nicht nur ein Schutz der Quelle, sondern auch automatisch ein rechtlicher Schutz f&#252;r die Empf&#228;nger.</p>
<p>Angesichts des unbestreitbaren Erfolgs der Plattform ist es erstaunlich, dass es im Zeitalter innovativer Zeitungsausgaben f&#252;r das mobile Internet nicht schon l&#228;ngst auf allen Verlagswebsites anonyme digitale Briefk&#228;sten f&#252;r Informanten gibt. Die Technik daf&#252;r gibt es nicht erst seit heute. Schon seit etwa zehn Jahren unterst&#252;tzen etwa das Kryptoprogramm „Pretty Good Privacy“ und das Anonymisierungstool JAP kostenlos die sichere und anonyme Kommunikation. Dass ehemalige <em>WikiLeaks</em>-Mitarbeiter nun mit <em>OpenLeaks</em> ein handliches Tool f&#252;r Whistleblower anbieten wollen, das dies aus einer Hand bietet, ist &#252;berf&#228;llig. Diese Initiative h&#228;tte aber auch von professionell-journalistischer Seite kommen k&#246;nnen.</p>
<p>Ein weiterer n&#228;chster Schritt k&#246;nnte darin bestehen, sich in Deutschland f&#252;r die rechtliche Absicherung von Informanten einzusetzen. Einen gesetzlichen Whistleblower-Schutz gibt es n&#228;mlich bis heute nicht.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em><a href="http://mmm.verdi.de/archiv/2011/01-02/titelthema-dokumentenpoker/alp-traum-wikileaks">Crosspost</a> mit freundlicher Genehmigung von Christiane Schultzki-Haddouti und der <a href="http://mmm.verdi.de/">Redaktion M</a></em><em> in ver.di</em>
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		<title>Assange oder Die Zurichtung einer Kanaille</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 18:28:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist v&#246;llig klar, dass nach Facebook-Gr&#252;nder Mark Zuckerberg nun Julian Assange der n&#228;chste Antiheld im Kino werden muss. BILD schreibt vermutlich schon am Drehbuch f&#252;r RTL.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Ehe zwischen den Leitmedien und <em>WikiLeaks</em> war heftig, aber kurz. Am Ende ist sie geplatzt wie ein fehlerhaftes Kondom. Es war eine amour fou, eine verr&#252;ckte Liebe. Oder vielleicht doch eine Zweckheirat? (Bleibt die Frage: Wer benutzte hier wen?)</p>
<p>Jetzt, nach der Trennung, folgt der schmutzige Rosenkrieg. <em><a href="http://www.nytimes.com/2011/01/30/magazine/30Wikileaks-t.html?_r=1&amp;pagewanted=all">New York Times</a> </em>und <em>Guardian</em> haben sich bereits &#246;ffentlich distanziert, der <em>Spiegel</em> schwankt noch, aber die <a href="http://www.zeit.de/2011/06/Buecher-machen-Politik-WikiLeaks">Bestseller</a> werden bereits um die Wette <a href="http://www.zeit.de/2011/06/Buecher-machen-Politik-WikiLeaks">geschrieben</a>. Mancher Journalist m&#246;chte noch ein wenig teilhaben an der Weltfigur Assange. Dessen schillernder Charakter ist der ideale Transmissionsriemen f&#252;r Abrechnung &amp; Auflage.</p>
<p>Nehmen wir nur die BILD-Zeitung als oberste &#8216;feministische&#8217; Kronzeugin im Fall Assange: Igitt, der Mann duscht nicht, er tr&#228;gt Frauenkleider &#8211; und er dr&#252;ckt nicht mal die Klosp&#252;lung!! Ein Monster!!!! Vielleicht sogar ein Wiederg&#228;nger des M&#228;dchenm&#246;rders Jean-Baptiste Grenouille?</p>
<p><span style="color: #ffffff;">. </span></p>
<p>BILD am <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2011/01/27/wikileaks-julian-assange/new-york-times-rechnet-ab-arrogant-und-ungepflegt.html">27. Januar</a>:</p>
<blockquote><p><strong>WikiLeaks-Chef Assange: ‚Arrogant und ungepflegt’</strong></p>
<p>„Ein Reporter der Zeitung (NYT) habe etwa nach einem Treffen mit Assange berichtet: ‚Er war zerzaust, sah aus wie ein Obdachloser, trug ein verknittertes Sportsakko, ein verschmutztes Hemd, abgewetzte Turnschuhe, dreckige Socken – und roch, als h&#228;tte er sich seit Tagen nicht mehr geduscht.’“</p></blockquote>
<p>BILD am <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2011/01/31/wikileaks-julian-assange-als-alte-dame/angst-vor-cia-in-neuer-biografie.html">31. Januar</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Julian Assange verkleidet sich als alte Dame</strong></p>
<p>„Vorsichtig huscht die Figur an einem schummrigen Abend in London von einer Haust&#252;r in ein zerbeultes rotes Auto. Die Figur kann als Frau durchgehen. Bei ihr ein grimmig guckender Mann mit nordischen Gesichtsz&#252;gen und ein paar junge Nerds. Einer scheint der alten Dame ihre Jacke zu reichen.“</p></blockquote>
<p>BILD am <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2011/02/03/wikileaks-julian-assange-ermittlungsakte/im-internet-aufgetaucht.html">3. Februar</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Assanges Ermittlungsakte im Internet aufgetaucht</strong></p>
<p>„Die Ermittlungsakte zu den Vergewaltigungsvorw&#252;rfen gegen den Wikileaks-Gr&#252;nder tauchten im Internet auf! <em>Und die sind schonungslos:</em> Ein Assange, der kaltschn&#228;uzig ungesch&#252;tzten Sex verteidigt und weder die Toilette sp&#252;lt noch duscht!“</p></blockquote>
<p>BILD am <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2011/02/07/wikileaks-chef-assange-vor-gericht/wird-er-nach-schweden-ausgeliefert.html">7. Februar</a>:</p>
<blockquote><p><strong>Die Schlinge zieht sich zu</strong></p>
<p>„Assange, im dunklen Anzug mit violettfarbener Krawatte, hat demnach gut grinsen. Zudem hat er wieder prominente Unterst&#252;tzer dabei: <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2010/12/08/wikileaks-chef-julian-assange-jetzt/kaempft-die-milliardaerin-jemima-khan-fuer-ihn.html">die sch&#246;ne Milliard&#228;rs-Tochter Jemima Khan (36)</a>, Menschrechtsaktivistin und Supermodel der 1970er, Bianca Jagger, sowie der britische Labour-Politiker Tony Benn.“</p></blockquote>
<p>Und dazu der scheinheilige BILD-Kommentar:</p>
<blockquote><p><em>„Egal, wie das Urteil gegen Assange ausf&#228;llt – f&#252;r Wikileaks ist das Verfahren schon jetzt eine Niederlage: Statt der Inhalte der Enth&#252;llungsplattform steht immer mehr Assanges schwierige Pers&#246;nlichkeit im Vordergrund.“</em></p></blockquote>
<p>Allerdings kann auch die BILD-Zeitung in ihrer hochmoralischen Ernsthaftigkeit noch &#252;bertroffen werden. Etwa durch den todesmutigen <em>Blick</em> auf ‚Das Kondom des Grauens’. <a href="http://www.blick.ch/news/ausland/polizei-fotos-des-kondoms-aufgetaucht-165929">Schlagzeile</a> am 3. Februar: „Polizei-Fotos des Vergewaltigungs-Kondoms aufgetaucht“!</p>
<p>Was f&#252;r ein grauenhafter Anblick!!
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		<title>Apple und seine Richtlinien: Der ewige Stachel im Fleisch des mobilen Internet</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Feb 2011 14:08:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Exegese ist nicht nur ein T&#228;tigkeitsfeld f&#252;r Bibelforscher, sondern betrifft auch Apples Richtlinien f&#252;r iOS-Ger&#228;te. Gerade gibt es hier wieder eine kleine, aber vermutlich weitreichende Neuinterpretation, die Drittanbietern digitaler Inhalte das Leben in der Welt der iPhones und iPads schwer machen k&#246;nnte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man glaubt es kaum, aber auch die New York Times produziert hin und wieder einen Fehler. Als solcher entpuppte sich ein <a href="http://www.nytimes.com/2011/02/01/technology/01apple.html?_r=1&amp;nl=todaysheadlines&amp;emc=tha26" target="_blank">Artikel vom 01. Februar</a> &#252;ber Apples App-Store und die Gr&#252;nde daf&#252;r, warum eine App, die Sony eingereicht hatte, zur&#252;ckgewiesen worden war. Die NYT machte daraus eine gro&#223;e Sache, weil ihrem Verst&#228;ndnis nach Apple k&#252;nftig alle Arten des Erwerbs von Content (&#8220;In-App-Verk&#228;ufe&#8221;) unterbinden wolle, sofern diese nicht &#252;ber Apples eigenen Shop, iTunes, abgewickelt w&#252;rden.</p>
<p>Das w&#228;re in der Tat ein extrem weitreichender Schritt gewesen, der einer ganzen Reihe von Anbietern, die mit Apps auf den iOS-Ger&#228;ten von Apple vertreten sind, unmittelbar die Gesch&#228;ftsgrundlage entzogen h&#228;tte. Tats&#228;chlich beruhte die <strong>Zur&#252;ckweisung der Sony-App</strong> darauf, dass man bei Sony die Richtlinien f&#252;r den App Store wohl in einem entscheidenden Punkt missachtet hatte: Apple erlaubt Drittanbietern den Verkauf digitaler Inhalte auf seinen iOS-Ger&#228;ten, allerdings nicht direkt in der jeweiligen App, sondern nur &#252;ber den Umweg eines Browsers. Sony hatte offenbar vor, den Verkauf <a href="http://www.zdnet.com/blog/hardware/dont-believe-the-sensationalist-headlines-kindle-unlikely-to-be-kicked-out-of-itunes/11175" target="_blank">direkt in der App</a> zu realisieren, was Apple nicht erlaubt.</p>
<p>Ein demgegen&#252;ber korrektes Beispiel lieferte <strong>Amazon</strong> mit seiner <a href="http://itunes.apple.com/us/app/kindle/id302584613?mt=8" target="_blank">Kindle-App</a>. Sie entsprach (zumindest bis Anfang Februar) den Richtlinien von Apple, weil die Kunden hier ihre E-Books nicht direkt in der App, sondern auf einer Website von Amazon kaufen, die in ihrer Optik und Benutzerf&#252;hrung so gut an das App-Design angepasst ist, dass viele User diese Art der Umleitung gar nicht bewusst wahrnehmen.</p>
<p>W&#228;hrend einige Medien, darunter ausgerechnet <a href="http://techcrunch.com/2011/02/01/i-quit-quitting-the-ipad/" target="_blank">MG Siegler von TechCrunch</a>, sich schnell auf die leicht falsche F&#228;hrte der NYT locken lie&#223;en,  warnten andere vor einem m&#246;glichen Missverst&#228;ndnis, bis von Apple die <a href="http://digitaldaily.allthingsd.com/20110201/apple-on-sony-reader-we-have-not-changed-our-guidelines/" target="_blank">Klarstellung</a> kam: Demnach d&#252;rfen Drittanbieter k&#252;nftig weiterhin Inhalte <strong>au&#223;erhalb</strong> der App verkaufen, allerdings nur, wenn sie k&#252;nftig auch einen Erwerb <strong>innerhalb</strong> der App erm&#246;glichen, der zwingend &#252;ber iTunes laufen muss.</p>
<p>Folglich m&#252;sste Amazon sich k&#252;nftig als Anbieter bei Apples iTunes registrieren und jedes E-Book, das man auf der Kindle-App verkaufen m&#246;chte, auch in iBooks anbieten. Dort aber wird Apple unerbittlich seine 30%-Marge als H&#228;ndler einfordern und damit die Kalkulation empfindlich beeinflussen. Davon betroffen ist nicht nur Amazon, sondern aus Deutschland beispielsweise Anbieter wie <a href="http://itunes.apple.com/au/app/hugendubel/id373577602?mt=8" target="_blank">Hugendubel</a> und <a href="http://itunes.apple.com/de/app/textunes-ebooks/id350742971?mt=8" target="_blank">textunes</a>. Offen ist dabei auch, ob man als User k&#252;nftig ein und dasselbe Objekt in iTunes von unterschiedlichen Anbietern wird kaufen k&#246;nnen und ob es dabei unterschiedliche Preise geben wird. Apple selbst w&#228;re dann wohl teils selbst H&#228;ndler, teils Anbieter einer Handelsplattform, was den Charakter von iTunes stark ver&#228;ndern k&#246;nnte.</p>
<p>Die Folgen der neuen &#8220;Auslegung&#8221; der Apple Richtlinien sind also noch gar nicht absehbar. Auf der Ebene der User k&#246;nnte dieser Schritt jedoch bedeuten, dass man auf l&#228;ngere Sicht<strong> einheitliche Bibliotheken</strong> haben wird. Denn bislang ist es so, dass man seine E-Books in den jeweiligen Applikationen sammelt und mit der Zeit den &#220;berblick dar&#252;ber verliert, was man wo gekauft und abgelegt hat. Wirklich praktisch ist das nicht.</p>
<p>Auf der Ebene des Handels jedoch st&#246;rt Apple das Gesch&#228;ft seiner Wettbewerber mit diesem Schritt empfindlich, so weit hat die NYT vollkommen recht. Am Ende ist dieses Hin und Her nur Wasser auf die M&#252;hlen der Fortschrittsskeptiker, die mit Recht einwenden werden, dass fr&#252;her alles besser war, weil man seine Schallplatten egal wo kaufen und sie auf einem beliebigen Plattenspieler laufen lassen konnte, w&#228;hrend man heute von einem Walled-Garden in den anderen stolpert und die Z&#228;une zwischen ihnen oft erst im Nachhinein als solche erkennt. Erst recht bei den E-Books, wo man vor lauter unterschiedlichen Readern, Betriebssystemen und Stores den Blick auf das Wesentliche v&#246;llig verliert: Die B&#252;cher.</p>
<p>Gewiss, Apples harte Linie zielt aktuell in Richtung der <a href="http://carta.info/37315/fauler-apfel-apple-unterbindet-den-zugang-zu-ipad-apps-fuer-print-abos/" target="_blank">Medienh&#228;user</a>, die ihre digitalen Ausgaben von <strong>Zeitungen und Zeitschriften</strong> auf das iPad bringen m&#246;chten und dabei Apples Umsatzbeteiligung von 30 % liebend gern umgehen w&#252;rden. Mit Rupert Murdochs &#8220;The Daily&#8221; wird in K&#252;rze die erste digitale Zeitung an den Start gehen, die vollkommen konform mit der aktuell verbindlichen Exegese von Apples Richtlinien sein wird. Der Rest der Branche darf danach dann gerne diesem Beispiel folgen, so jedenfalls stellt sich Steve Jobs das wohl vor.</p>
<p>Wer das gut heisst und eher ver&#228;chtlich auf die Verlage blickt, wie das aktuell <a href="http://gigaom.com/2011/02/01/steve-jobs-to-media-cos-its-my-way-or-the-highway/" target="_blank">Matthew Ingram</a> tut, macht es sich zu einfach: Denn die sch&#246;nen Ger&#228;te von Apple sind letztlich eben auch nur <strong>Computer, die ihren Eigent&#252;mern geh&#246;ren</strong> und diesen nach freiem Ermessen den Erwerb digitaler G&#252;ter bzw. Rechte &#252;ber das Internet erm&#246;glichen sollten. Aber wie schon bei der blossen Darstellung von Content Apple erfolgreich ein Veto gegen&#252;ber Adobes Flash-Software praktiziert, so versucht man es jetzt auch beim Handel mit Inhalten, wohl wissend, dass dieser Markt im Prinzip noch in seinen Anf&#228;ngen steckt und es daher f&#252;r iTunes viel zu gewinnen oder zu verlieren gibt.</p>
<p>Zu hoffen bleibt, dass der aktuelle Schritt von Apple die Kartell- und Wettbewerbsh&#252;ter auf den Plan rufen wird, um die Monopolisierung der iOS-Welt zu verhindern. Denn zu Ende gedacht, w&#252;rde die neue Logik beispielsweise auch bedeuteten, dass die (vielgeliebte) <a href="http://itunes.apple.com/au/app/db-navigator/id343555245?mt=8#" target="_blank">Deutsche Bahn</a>, die in und um ihre Apps gerne auch Tickets verkauft, diese k&#252;nftig auch in iTunes anbieten m&#252;sste. Ein absurder Gedanke? Keineswegs. Denn aus welchem Grund sollten sich <a href="http://www.nytimes.com/2011/02/02/technology/02apple.html?nl=todaysheadlines&amp;emc=tha26" target="_blank">nur B&#252;cher</a> einer Regel unterwerfen, die f&#252;r Fahrkarten nicht gilt, obwohl das zugrunde liegende Procedere im Kern exakt das Gleiche ist?</p>
<p>Am Ende bleiben viele Fragen offen und dazu das ungute Gef&#252;hl, dass Apple hier in Zukunft noch sehr viel weiter gehen k&#246;nnte. Denn den App Store gibt es mittlerweile auch auf jedem Mac-Rechner, so dass sich auch hier, in Verbindung mit iTunes, ungeahnte Gesch&#228;ftsm&#246;glichkeiten auftun, wenn man nur dreist genug ist und die Kunden sich an der Nase herumf&#252;hren lassen. Aber noch ist es nicht soweit. Denn dieser Tage wurde <strong>Google Android</strong> zum Betriebssystem f&#252;r mobile Ger&#228;te mit dem inzwischen <a href="http://t3n.de/news/android-erobert-spitze-smartphone-os-295027/" target="_blank">gr&#246;&#223;ten Marktanteil</a> erkl&#228;rt. Was bei den Smartphones gelang, k&#246;nnte sich bei den Tablets wiederholen. Diesem <a href="http://carta.info/35366/wo-sind-die-android-apps-deutscher-verlage/" target="_blank">Wettbewerb</a> muss sich Apple stellen, da helfen weder Richtlinien noch ihre Interpretation.
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		<item>
		<title>B&#246;se Post f&#252;r Kachingle von der NYTimes</title>
		<link>http://carta.info/35205/boese-post-fuer-kachingle-von-der-nytimes/</link>
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		<pubDate>Fri, 15 Oct 2010 15:13:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Kachingle]]></category>
		<category><![CDATA[New York Times]]></category>

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		<description><![CDATA[Kachingles Rettungsaktion f&#252;r die NYTimes-Blogs und gegen eine Bezahlschranke erweist sich als geschickter Marketing-Streich. Kachingle hat mit der Times gar keine Vereinbarung - sondern nutzt einfach ein Browser-PlugIn.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern &#252;berraschte Kachingle, der ein wenig vor sich hin d&#252;mpelnde Crowdfunding-Dienst, mit einem feschen Aufruf: Rettet die Blogs der <em>New York Times</em> vor der Paywall (<a href="http://carta.info/35109/kachingle-will-die-times-blogs-vor-der-paywall-retten/"><em>Carta</em> berichtete</a>)! Wie sich nun herausstellt, haben die Kachingle-Leute daf&#252;r vorab gar nicht mit der <em>Times</em> gesprochen. Sie empfehlen ihren Nutzern einfach das Browser-PlugIn &#8220;<a href="http://www.kachingle.com/kachinglex/2010/10/kachingle-vs-paywall/#more-60">KachingleX</a>&#8220;, mit dessen Hilfe ein Kachingle-Button auch auf den <em>Times</em>-Blogs eingeblendet wird.</p>
<p style="text-align: left;">Die Kachingler um Gr&#252;nderin Cynthia Typaldos haben sogar ein Leaderbord erstellt, das in Echtzeit anzeigt, wie h&#228;ufig die <em>Times</em>-Blogs kachingelt werden (nicht sehr h&#228;ufig: David Pogue erreicht zum Beispiel gerade mal 16 Kachingler).</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.kachingle.com/kachinglex/leaderboard/"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35208" style="border: 1px solid black;" title="Bildschirmfoto 2010-10-15 um 16.48.00" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/10/Bildschirmfoto-2010-10-15-um-16.48.00-253x300.png" alt="" width="253" height="300" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Die Aktion ist nat&#252;rlich ein sehr geschickter Marketing-Streich der resoluten Gr&#252;nderin Typaldos: Da Kachingle beim Henne-Ei-Problem zwischen unterst&#252;tzungssuchenden Sites und unterst&#252;tzenden Nutzern nicht so recht weiterkommt, schafft sie ein Werkzeug, mit dem sie die Zahl der partizipierenden Sites einfach vergr&#246;&#223;ert.</p>
<p style="text-align: left;">Die <em>New York Times</em> hat in zwischen Wind von der Aktion bekommen &#8211; und schreibt Kachingle b&#246;se Abmahn-Briefe. Noch gibt sich Typaldos in ihrem <a href="http://www.kachingle.com/kachinglex/2010/10/but-we-love-you-the-new-york-times-my-conversation-with-mr-digital-mr-legal-and-mr-paywall/">Blog</a> sehr resolut:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">I told the three NYTimes executives that we have the same goal — saving  the NYTimes Blogs from obscurity.  Finding a new business model for  news.  At Kachingle we passionately believe that paywalls are truly  bad…they cut off information from the open web, they dampen social  discourse, they exclude people all over the world who cannot afford to  be nickel-and-dimed-and-quartered-and-dollared for quality content.  We  believe paywalls are the enemy of democracy.  We believe in our mission,  and we will not back down.</p>
</blockquote>
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<a href="http://carta.info/35205/boese-post-fuer-kachingle-von-der-nytimes/">B&#246;se Post f&#252;r Kachingle von der NYTimes</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/35205/boese-post-fuer-kachingle-von-der-nytimes/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35205&amp;md5=2dab8078b07b1df1335500252e0c86fe" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Future Face of Media&#8221;: Carta streamt Rede von &#8220;New York Times&#8221;-Chef Sulzberger</title>
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		<comments>http://carta.info/26077/future-face-of-media-carta-streamt-rede-von-new-york-times-chef-sulzberger/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 17:31:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[New York Times]]></category>

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		<description><![CDATA[Die New York Times (NYT) ist die Mutter aller Prestige-Zeitungen. An ihrem Beispiel k&#246;nnte sich entscheiden, wie sich das Gesch&#228;ft mit diesem Journalismus entwickelt. NYT-Chef Arthur Sulzberger Jr. kommt am 18. Mai nach Frankfurt, um seine Zukunfts-(Paid-Content)-Strategien zu erl&#228;utern. Carta streamt den Auftritt - und hat 10 Konferenzkarten f&#252;r seine Leser.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Noch eine Medienkonferenz? Ja, aber eine sehr internationale. Der renommierte Konferenzveranstalter <a href="http://www.malekigroup.com/de/event/thefuturefaceofmediabusinessmodelsforthedigitalera-Info.html">Maleki  Group</a> hat sich vorgenommen, mit einer Konferenz in Frankfurt einen ma&#223;geblichen Beitrag zur Medien-/Journalismus-Debatte zu leisten. Am 18. Mai wird daher der New York Times-Besitzer Arthur Sulzberger unter anderem mit Managern von FT, Libération und Wall Street Journal Europe &#252;ber die zuk&#252;nftigen Online-Gesch&#228;ftsmodelle des Qualit&#228;tsjournalismus diskutieren.</p>
<p>Auszug aus dem <a href="http://www.malekigroup.com/de/event/thefuturefaceofmediabusinessmodelsforthedigitalera-Info.html">Programm</a>:</p>
<p>11.30 Uhr: Keynote Arthur Sulzberger Jr. : &#8220;The Future Face of News and News Publishing: Business Models for the Digital Era&#8221;</p>
<p>Anschlie&#223;endes Panel</p>
<ul>
<li>Rona Fairhead, Chief Executive, Financial Times Group, London</li>
<li> Laurent Joffrin, Chairman, Libération, Paris</li>
<li> Christoph Keese, President Public Affairs, Axel Springer Verlag, Berlin</li>
<li> Andrew Langhoff, Managing Director, EMEA, Dow Jones and publisher, The Wall Street Journal Europe, London</li>
<li> Arthur Sulzberger Jr., Chairman and Publisher, The New York Times Company, New York</li>
</ul>
<p>Moderation</p>
<ul>
<li> Dr. Robin Meyer-Lucht, Carta</li>
<li> Dr. R&#252;diger Wischenbart, Perlentaucher</li>
</ul>
<p>Das vollst&#228;ndige Programm hier als <a href="http://www.malekigroup.com/web/media/event/de/The-Future-Face-of-Media_Programme_2010_11764.pdf">PDF</a>.</p>
<p><em>Carta</em> ist Sponsor der Konferenz und wird Keynote und Diskussion live streamen.</p>
<p>Wir haben auch 10 Tickets (Preis: 400 Euro) f&#252;r unsere Leser. Wer also am 18. Mai (ein Dienstag) in Frankfurt mit uns an der Konferenz teilnehmen m&#246;chte, schreibe dies &#8211; gerne mit kleiner Begr&#252;ndung des Interesses &#8211; unten in die Kommentare. Die ersten 10 Kommentare erhalten jeweils ein <strong>Gratis-Ticket</strong>.</p>
<p><strong>Erg&#228;nzung</strong>: Journalisten k&#246;nnen sich &#252;brigens kostenlos beim Veranstalter akkreditieren.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<ul>
<li>Robin Meyer-Lucht: <a href="http://carta.info/21661/new-york-times-bezahlmodell-paid-content/">New York Times: Vor dem wichtigsten  Gesch&#228;ftsmodell-Experiment ihrer Geschichte</a></li>
</ul>
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			</a>
		</div>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/26077/future-face-of-media-carta-streamt-rede-von-new-york-times-chef-sulzberger/">&#8220;Future Face of Media&#8221;: Carta streamt Rede von &#8220;New York Times&#8221;-Chef Sulzberger</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/26077/future-face-of-media-carta-streamt-rede-von-new-york-times-chef-sulzberger/#comments">34 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=26077&amp;md5=744b6944bf71f077d29a5bf89d654e4a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>New York Times: Vor dem wichtigsten Gesch&#228;ftsmodell-Experiment ihrer Geschichte</title>
		<link>http://carta.info/21661/new-york-times-bezahlmodell-paid-content/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 17:46:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[New York Times]]></category>
		<category><![CDATA[Paid Content]]></category>

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		<description><![CDATA[Die New York Times will eine Bezahlschranke auf ihrer Website einf&#252;hren. Der Vorsto&#223; ist der ultimative Test, ob es eine Online-Zukunft f&#252;r diese Zeitung und ihren Journalismus gibt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/10c78e7f71f64e62a828fefbe8e1a8f7" alt="" width="1" height="1" />Die <em>New York Times</em> steht offenbar kurz davor, ihre Website zahlungspflichtig zu machen. Dies geht aus einem <a href="http://nymag.com/daily/intel/2010/01/new_york_times_set_to_mimic_ws.html">Bericht</a> des <em>New York Magazine</em>-Autors <a href="http://twitter.com/gabrielsherman/status/7866236937">Gabriel Sherman</a> hervor. Demnach soll in Zukunft die Zahl der monatlich pro Nutzer frei abrufbaren Seiten auf Nytimes.com begrenzt werden. H&#228;ufige Nutzer sollen zahlende Online-<span id="Abonnent_.28Deutsch.29">Abonnenten werden.</span></p>
<p>Ein vergleichbares Modell mit &#8220;Seitenabrufz&#228;hler&#8221; <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,640653,00.html">benutzt</a> die <a href="http://www.ft.com/home/europe">Financial Times</a> seit einigen Jahren auf ihrer Websites. Es wird im englischen Sprachraum als &#8220;<strong>metered system</strong>&#8221; bezeichnet (&#8220;<a href="http://dict.leo.org/ende?lp=ende&amp;p=5tY9AA&amp;search=meter">meter</a>&#8220;= Seitenz&#228;hler). Erreicht der Seitenz&#228;hler ein bestimmtes Niveau, steht der Nutzer pl&#246;tzlich vor einer <a href="http://www.ft.com/cms/275bc334-3063-11dc-9a81-0000779fd2ac.html?segid=70000&amp;location=http%3A%2F%2Fwww.ft.com%2Fcms%2Fs%2F0%2Fc0eb89e4-0207-11df-8b56-00144feabdc0.html">Bezahlschranke</a>. Mit dem &#8220;metered&#8221;-Modell wird allein die h&#228;ufige Nutzung einer Website kostenpflichtig gestellt. Genau dies hat die New York Times nun offenbar vor.</p>
<p>Laut Sherman wird <em>New York Times</em>-Verleger Arthur Sulzberger Jr. die neue Bezahlstrategie innerhalb der n&#228;chsten Wochen vorstellen. Die neue Bezahlschranke im Web passe sehr gut zu geplanten Bezahlangeboten der <em>Times</em> auf dem <a href="http://www.appleinsider.com/articles/10/01/15/the_inside_track_on_apples_tablet_a_history_of_tablet_computing.html">Apple tablet computer</a>, der am 27. Januar vorgestellt werden soll. Das Web-Bezahlmodell solle das Tablet-Bezahlmodell flankieren. Es werde aber noch Monate dauern, bis die Online-Bezahlschranke steht.</p>
<p>Sherman geht sehr detailliert auf die strategischen Erw&#228;gungen und auch den Streit innerhalb der Verlagsspitze ein. Auf der einen Seite <a href="http://www.nytco.com/company/executives/Martin_A_Nisenholtz.html">Martin Nisenholtz</a>, der Online-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer, der hoffte, die Site mittelfristig &#252;ber Werbung und Reichweite finanzieren zu k&#246;nnen. Auf der anderen Seite <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bill_Keller">Bill Keller</a>, Chefredakteur der Printausgabe, der einwendete, dass Online-Werbung niemals ausreichen werde, den aufwendigen <em>Times</em>-Apparat und seinen ambitionierten Journalismus zu bezahlen. In der Wirtschaftskrise haben sich Kellers Ansichten letztlich durchgesetzt: Ohne Bezahlinhalte sei die <em>Times</em> nicht mehr zu finanzieren.</p>
<blockquote><p>But with the painful declines in advertising brought on by last year&#8217;s financial crisis, the argument pushed by Keller and others — that online advertising might never grow big enough to sustain the paper&#8217;s high-cost, ambitious journalism — gained more weight. The view was that the <em>Times</em> needed to make the leap to some form of paid content and it needed to do it now. The trick would be to build a source of real revenue through online subscriptions while still being able to sell significant online advertising. <strong>The appeal of the metered model is that it charges high-volume readers while allowing casual browsers to sample articles for free, thus preserving some of the <em>Times</em>&#8216; online reach.</strong></p></blockquote>
<p>Mit dem &#8220;metered system&#8221; versucht der Verlag nun, seine Online-Stammleser zu zahlenden Online-Lesern zu machen, ohne zugleich das erhebliche Abrufvolumen der Rand- und Gelegenheitsnutzer zu verlieren. Das Ziel ist ein Hybridmodell aus Werbefinanzierung f&#252;r die Gelegenheitsnutzung und direkter Einnahmen von den Stammnutzern.</p>
<p>Ein extrem anspruchsvoller und gef&#228;hrlicher Balanceakt. Der Schritt, den die Times in den n&#228;chsten Tagen bekannt geben wird, ist der ultimative Praxistest dieser Zeitung, ob es eine Online-Zukunft f&#252;r sie gibt &#8211; f&#252;r ihren Journalismus, ihre Ambitionen und ihre Produktionsweisen.</p>
<p>Misslingt dieses Paid-Content-Experiment wie zuvor <em><a href="http://paidcontent.org/article/419-new-york-times-to-close-timesselect-effective-wednesday/">Times Select</a> </em>(2005-2007), dann wird die <em>Times</em> nicht kurzerhand zur&#252;ckrudern k&#246;nnen: Es w&#228;re die endg&#252;ltige Best&#228;tigung, dass ihr Journalismus nicht mehr auf gen&#252;gend (zahlungswillige) Nachfrage trifft. Es geht daher bei diesem Paid-Content-Experiment um nichts weniger, als um die Frage, ob die Online-Welt diese <em>Times</em> noch braucht und bezahlen will. <em>Times</em>-Verleger Sulzberger Jr. hat zurecht lange gez&#246;gert, diese Frage zu stellen. Sein Online-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Martin Nisenholtz sagte vor einigen Monaten zu den strategischen Abw&#228;gungen: &#8220;At the end of the day, if we don&#8217;t get this right, a lot of money falls out of the system.&#8221;</p>
<p>Tats&#228;chlich hat die <em>New York Times</em> wohl keine Alternative. Gelingt der Bezahlansatz, dann kann Bill Keller sein Journalismusmodell auf das Internet &#252;bertragen. Gelingt er nicht, ist die <em>Times</em> nicht am Ende. Aber es ist klar, wie sehr sie sich &#228;ndern muss, um in der Online-Welt bestehen zu k&#246;nnen. Dann m&#252;sste Martin Nisenholz &#252;bernehmen, um die <em>Times</em> f&#252;r das Netz neu zu erfinden. So gesehen kann die <em>Times</em> bei diesem Experiment viel verlieren, aber auch einiges gewinnen.</p>
<p>Die Auswirkungen dieses Schl&#252;sselmoments in der Geschichte des US-Journalismus auf die deutschen Verlage werden wohl erheblich sein. Gelingt der <em>Times</em>-Versuch auch nur leidlich, so werden die Websites der &#252;berregionalen Tageszeitungen hierzulande umgehend &#252;ber &#228;hnliche Modelle nachdenken.</p>
<p>Bemerkenswert ist auch, wogegen sich die <em>Times</em> mit ihrem Modell bis auf weiteres entschieden hat. Sie wird nicht mit <a href="http://www.journalismonline.com/home.php">Journalism Online</a> zusammenarbeiten, einem Start-up, das an einem publikationen&#252;bergreifenden Online-Abonnementmodell arbeitet. Die Zeitung hat sich auch gegen eine Zusammenarbeit mit Rupert Murdochs <em>News Corporation</em> entschieden. Auch der Ansatz von F&#246;rderabonnements, bei der zahlende Nutzer einen privilegierten Status gehabt h&#228;tten, ist verworfen worden. Gar nicht in der Diskussion war – wenig &#252;berraschend – der von Walter Isaacson per <em>Time</em>-Titelgeschichte aufgew&#228;rmte <a href="http://www.time.com/time/business/article/0,8599,1877191,00.html">Mikro-Paymentansatz</a>.</p>
<p>Das &#8220;metered system&#8221; kann von der <em>New York Times</em> potenziell sehr flexibel gehandhabt werden. Es kann mehrere &#8220;Vorwarnstufen&#8221; f&#252;r die Nutzer geben, wenn sich ihr Abrufkontingent dem Ende zuneigt. Es ist eine Zwischenstufe f&#252;r registrierte Nutzer denkbar. Es sind unterschiedliche Quoren und unterschiedliche Preise f&#252;r verschiedene Site- und Nutzersegmente denkbar. Die Einf&#252;hrung von Bezahlinhalten wird f&#252;r die <em>Times</em> zu einem &#8220;Tanz mit dem Nutzer&#8221; &#8211; mit ungewissem Ausgang und m&#246;glicherweise verst&#246;renden Erkenntnissen.</p>
<p>Ich bin gespannt auf die Debatte in den Kommentaren.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<ul>
<li><a href="http://carta.info/16744/new-york-times-strategic-limbo-bei-pay-vs-free/">New York Times: “strategic limbo” bei pay vs. free</a></li>
<li>Michael Naumann: <a href="http://www.zeit.de/2009/26/DOS-Times?page=all">New York Times &#8211; der angez&#228;hlte Champion</a> (ZEIT)</li>
</ul>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/21661/new-york-times-bezahlmodell-paid-content/">New York Times: Vor dem wichtigsten Gesch&#228;ftsmodell-Experiment ihrer Geschichte</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/21661/new-york-times-bezahlmodell-paid-content/#comments">21 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=21661&amp;md5=3d7c6ba734f021714aad48a2e8b0908d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>New York Times: &#8220;strategic limbo&#8221; bei pay vs. free</title>
		<link>http://carta.info/16744/new-york-times-strategic-limbo-bei-pay-vs-free/</link>
		<comments>http://carta.info/16744/new-york-times-strategic-limbo-bei-pay-vs-free/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 11:27:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Bezahlinhalte]]></category>
		<category><![CDATA[New York Times]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf einer Veranstaltung gesteht New York Times-Chefredakteur Bill Keller: Wir wissen noch immer nicht, wie wir Bezahlinhalte einf&#252;hren sollen. Aber: Zuerst sollte man mal die Zeitung weglegen, um zu verstehen, worum es eigentlich geht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/8e349b4d55a54fed89065eafe967e799" width="1" height="1" alt=""/><em>New-York-Times</em>-Chefredakteur Bill Keller hat eingestanden, wie unsicher und frustriert er in Sachen Online-Bezahlinhalte ist: Keller sagte k&#252;rzlich auf einer Veranstaltung vor Mitarbeitern:</p>
<blockquote><p>…everyone feels a little paralyzed by the unresolved question of pay versus free. I let Denise edit my remarks and she edited out expressions like “quagmire” and “time suck.” But we all feel a little sense of frustration about how long that’s taking, even though I think we understand that if it were a theological decision, it would be made by now. But, unfortunately, it’s a business decision.</p></blockquote>
<p>Mit &#8220;Denise&#8221; bezieht sich Keller auf Denise Warren, Gesch&#228;ftsf&#252;hrerin von NYTimes.com. W&#228;hrend Keller also in seiner Funktion als Chefredakteur (der gerade noch einmal 100 Leute entlassen musste) sofort f&#252;r Bezahlinhalte ist, ahnt er, dass die <em>Times</em> auf dem glitischigen Terrain der Bezahlinhalte fast nur ausrutschen kann. Zumindest gibt es offenbar keinen Masterplan, der Keller und Warren &#252;berzeugt.</p>
<p>Keller gesteht bemerkenswert offen ein, dass man als Verantwortlicher die Printwelt vollst&#228;ndig verlassen muss, um die neue Konstellation zu begreifen:</p>
<blockquote><p>The single best advice we’ve gotten, I think, is to spend some time living without print. And we’ve both been trying to do that, trying to experience The New York Times and our competition mostly on screens — iPhone, laptop, Kindle, Times Reader –- trying to better understand the joys and frustrations of our journalism delivered online.</p></blockquote>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="500" height="362" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7166514&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="500" height="362" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=7166514&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>[via <a href="http://www.niemanlab.org/2009/10/new-york-times-still-uncertain-on-charging-sets-seven-digital-priorities/">niemanlab</a>]</p>
<p>Keller machte auch klar, dass es bei den Zukunftsfragen der Site nicht vorrangig nur um Bezahlinhalte gehe. Die wichtigsten Entscheidungs- und Entwicklungsfelder der <em>Times</em>-Website seien:</p>
<ol>
<li> the future role of Times Topics and other “living articles”</li>
<li> openness of Times content, integration of non-Times content, and social media</li>
<li> integration of print and digital operations, particularly for department heads</li>
<li> improved collaboration between technologists and the newsroom</li>
<li> thinking “web first”</li>
<li> a stronger strategy for cell phones and other mobile devices</li>
<li> redesigning Times article pages to create “an engine of engagement”</li>
</ol>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>[Dank an Matthias Schwenk und H. E. Martin f&#252;r den Hinweis]</p>
<p>Update: Die New York Times Company hat im letzten Quartal 17 Prozent Umsatz im Vergleich zum Vorjahr verloren, im Netz b&#252;&#223;ten ihre Nachrichtenangebote in dem Zeitraum 18 Prozent an Anzeigenumsatz ein. Die New York Times hat ihre Belegschaft im Jahresvergleich bereits um 20 Prozent verkleinert. [<a href="http://www.reuters.com/article/industryNews/idUSTRE59L2T820091022">reuters</a>]
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<p><small>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=16744&amp;md5=96a675732bccbdd2335ae8a5719422c2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Lieber Hubert Burda, gegen Google helfen keine Gesetze &#8230;</title>
		<link>http://carta.info/11105/burda-leistungsschutzrecht/</link>
		<comments>http://carta.info/11105/burda-leistungsschutzrecht/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 09:58:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Werden Verlage im Internet schleichend enteignet? Hubert Burda vertritt diese Auffassung aktuell in der FAZ und macht sich f&#252;r ein Leistungsschutzrecht stark. Statt aber nach dem Staat zu rufen, sollten die Verlage Google mit seinen eigenen Waffen schlagen und auch selbst Angebote à la Google News machen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/9564315f967ba7e4e94c4b6c0e3c09" width="1" height="1" alt=""/>
<div>
<p>Das <strong>Internet</strong> muss transparenter werden, fordert <strong>Hubert Burda</strong> in der <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E5A9CAF508685453EB782013BE79E9C91~ATpl~Ecommon~Scontent.html">FAZ </a> und verlangt zugleich nach einem <a href="http://carta.info/7832/schutzlos-ausgeliefert-hegemanns-fabel-zum-leistungsschutzrecht/"><strong>Leistungschutzrecht</strong></a><strong> f&#252;r Verlage</strong>. Rhetorisch macht er das geschickt, denn wenn der Gesetzgeber im Sinne von Hubert Burda aktiv w&#252;rde, h&#228;tten alle etwas davon: Die Allgemeinheit bek&#228;me mehr Transparenz im Internet und die Verlage Geld von Suchmaschinen wie Google oder Bing. Wer wollte da dagegen sein?</p>
<p>In einem Land, in dem Politiker dem scheinbar ahnungslosen Volk verk&#252;nden, dass das Internet <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,632277,00.html">kein rechtsfreier Raum</a> sein d&#252;rfe, wollen offenbar die Verlage nicht zur&#252;ckstehen. Deshalb setzt sich Hubert Burda f&#252;r eine <strong>Transparenz</strong> ein, die au&#223;er ihm selbst kaum jemand am Internet vermisst. Im Gegenteil: Erst vor kurzem beschloss die Regierung in Berlin das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zugangserschwerungsgesetz">Zugangserschwerungsgesetz</a> (in Sachen Kinderpornografie). Diese &#8220;Erschwerung des Zugangs&#8221; war ja gerade deswegen notwendig geworden, weil das Internet im Lauf der Zeit offenbar mehr Transparenz zeigte, als dies politisch und gesellschaftlich erw&#252;nscht war.</p>
<p>So differenziert aber betrachtet Hubert Burda das Thema Transparenz im Internet nun wieder nicht. Ihn st&#246;rt viel eher, dass im Laufe der Jahre <strong>Suchmaschinen</strong> wie Google eine dominierende Stellung bekommen haben und damit inzwischen sehr viel Geld verdienen. Sein Argument: Online-Werbung funktioniere zwar, bleibe aber vor allem bei den Suchmaschinen h&#228;ngen.</p>
<p>Diese Behauptung unterschl&#228;gt, dass viele Menschen in Suchmaschinen nicht nur nach Zeitungsartikeln suchen. Ein Blick auf <a href="http://www.google.com/intl/en/press/zeitgeist2008/#top">Google Zeitgeist</a> macht dies deutlich. Zudem k&#246;nnte die herausragende Stellung der Suchmaschinen auch damit zu tun haben, dass die Online-Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften &#252;ber Jahre ihre seiteneigene Suche str&#228;flich vernachl&#228;ssigt haben.</p>
<p>Noch vor weniger als einem Jahr empfahl <a href="http://pogue.blogs.nytimes.com/2008/09/25/the-mother-of-all-search-functions/">David Pogue</a> in seinem Blog bei der New York Times, man m&#246;ge doch die <strong>Suchfunktion</strong> der meisten Webseiten (einschlie&#223;lich der New York Times!) ignorieren und gleich bei Google suchen. Man k&#228;me so viel schneller zum gew&#252;nschten Ziel. Wohlgemerkt: <strong>David Pogue</strong> ist ein bei der renommierten Zeitung angestellter Journalist und dort Experte f&#252;r den Bereich &#8220;Technology&#8221;.</p>
<p>Die Argumentation von Hubert Burda sieht in diesem Licht denn auch eher danach aus, als wolle man von den <strong>eigenen Vers&#228;umnissen</strong> ablenken. Auch seine Behauptung, dass &#8220;andere kommerzielle Anbieter&#8221; heute aus dem Qualit&#228;tsjournalismus einen gr&#246;&#223;eren <strong>wirtschaftlichen Nutzen</strong> ziehen w&#252;rden, als die Verlage selbst, ist schon einigerma&#223;en k&#252;hn. Denn woher will Hubert Burda das wissen? Stellt er einfach den Bilanzgewinn von Google neben den seiner Verlagseinheiten? Oder rechnet er alles zusammen: Kabelnetzbetreiber, Hardware-Hersteller und Software-Anbieter?</p>
<p>Fast sieht das bei ihm so aus, als w&#252;rden all diese Unternehmen nur deshalb Geld verdienen k&#246;nnen, weil Verlage Inhalte ins Internet stellen. <a href="http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/">Studien</a> belegen aber, dass &#8220;Information&#8221; nur eine von mehreren Kategorien ist, die bei der Nutzung des Internets angegeben wird. Das wissen &#252;brigens auch die <strong>Suchmaschinen-Optimierer</strong>, die mit <a href="http://www.suchmaschinentricks.de/aktuelles/news/788.php">eigenen Analysen</a> zeigen k&#246;nnen, welches Ergebnisse bei Google am h&#228;ufigsten auf den vorderen Pl&#228;tzen landen: Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind dies die Wikipedia und Amazon. Immerhin finden sich unter den ersten 10 auch der Spiegel sowie Focus.</p>
<p>So schlecht sieht es also f&#252;r Verlage im Internet gar nicht aus. Aber Hubert Burda reicht das nicht: Er unterstellt den Suchmaschinen, sie w&#252;rden Verlagsangebote &#8220;umgehen&#8221;. Deshalb m&#252;sse der <strong>Gesetzgeber</strong> durchsetzen, dass Verlage in Suchmaschinen nach &#8220;objektiven und nachvollziehbaren Kriterien&#8221; gefunden werden k&#246;nnen. Zudem m&#252;ssten sie an den Erl&#246;sen (also am Umsatz, nicht am Gewinn!) der Suchmaschinen partizipieren.</p>
<p>Dass ein Mann wie Hubert Burda sich dazu hergibt, einen solchen <strong>Unsinn</strong> zu fordern, ist schon erstaunlich. Diese Forderungen zeigen aber auch, dass unsere Verlage praktisch immer noch nichts von der Funktionsweise einer Suchmaschine verstehen. Bekanntlich geht die Sortierung der Suchtreffer bei Google auf einen Mechanismus zur&#252;ck, den <strong>Larry Page</strong> entwickelt hat. Es ist der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/PageRank"><strong>PageRank</strong></a>. Dieser misst die Bedeutung einer Seite im Internet daran, wie oft auf sie verlinkt wird. Je mehr eingehende Links eine Seite z&#228;hlt, desto h&#246;her wird sie in den Ergebnissen bei Google angezeigt.</p>
<p>Nun haben aber speziell unsere <strong>Zeitungen</strong> seit Jahren ein eher <a href="http://carta.info/10534/das-netz-besteht-aus-verbindungen-nicht-aus-abgeschotteten-inseln/">negatives Verh&#228;ltnis zu genau diesen Links</a>. Zeitungen wollen nicht verlinkt werden und setzen auch selbst kaum Deep-Links (also Links auf eigene Seiten). Ist es da ein Wunder, dass ihre Artikel bei Google nur auf den hinteren Pl&#228;tzen auftauchen?</p>
<p>Der PageRank war <strong>der</strong> Mechanismus, der Google zur erfolgreichsten Suchmaschine bis heute gemacht hat. Etwas peinlich mutet es da schon an, wenn Verlage diese Tatsache seit bald 10 Jahren mehr oder weniger ignorieren und heute von der Politik verlangen, sie m&#246;ge per Gesetz daf&#252;r sorgen, dass ihre Medien in Suchmaschinen angemessen repr&#228;sentiert werden.</p>
<p>Zudem ignorieren die Verlage damit auch, dass Google sich nicht selbst zur Nummer 1 gemacht hat, sondern von den <strong>Nutzern des Internets</strong>. Diese k&#246;nnen bei jeder Suche neu entscheiden, ob sie etwas bei Google, Yahoo, Bing oder einer anderen der zahllosen Suchmaschinen finden wollen. Warum sollten in diesem Kontext ausgerechnet f&#252;r deutsche Verlage k&#252;nftig andere (einfachere) Regeln gelten?</p>
<p>Auf diese Frage hat Hubert Burda nat&#252;rlich eine Antwort. Er f&#252;hrt als st&#228;rkstes Argument an, dass es hier um nichts weniger als die &#8220;<strong>Bewahrung eines Kulturgutes</strong>&#8221; geht und der Qualit&#228;tsjournalismus nat&#252;rlich eine wichtige Funktion f&#252;r die <strong>Demokratie</strong> hat. Das ist sch&#246;n formuliert, aber zu kurz gedacht. Denn im Internet k&#246;nnen auch andere Angebote f&#252;r sich beanspruchen, eine wichtige Funktion f&#252;r die Demokratie zu erf&#252;llen: Eine lebendige Szene von Politikblogs etwa, oder die Parteien selbst mit ihren Internetauftritten. Nat&#252;rlich auch Radiosender und Fernsehprogramme.</p>
<p>Aufgabe der Politik wird es deshalb vorrangig sein, <strong>gleiche Wettbewerbsbedingungen f&#252;r alle</strong> zu schaffen und nicht etwa einzelne Medien zu bevorzugen. Heikel wird dies beim &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk, demgegen&#252;ber die Zeitungen wahrlich keinen leichten Stand haben. Das rechtfertigt aber noch lange nicht, neue Subventionen einzuf&#252;hren und noch mehr gem&#252;tliche Nischen fernab des rauhen Wettbewerbs zu schaffen.</p>
<p>Verlage sollten sich lieber auf ihre <strong>St&#228;rken</strong> besinnen und endlich <strong>innovativ</strong> werden! Sie sollten ihre Leser darauf vorbereiten, dass die Zukunft im Internet liegt und dass sie sie dort viel besser und umfassender informieren k&#246;nnen.</p>
<p>Jede Zeitung, die es schafft ihren <strong>Leserstamm</strong> zu halten, kann sehr gut &#252;berleben, wenn sie ihre Printausgabe aufgibt und die Abogeb&#252;hr auf die H&#228;lfte reduziert. Freilich bedarf es dazu erheblicher Kreativit&#228;t und auch <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2008/12/08/die-zukunft-der-zeitungen-im-internet-decision-enabling-als-geschaft/">innovativen Mutes</a> f&#252;r einen Journalismus, der nicht mehr in den Kategorien von Print denkt, sondern konsequent alle M&#246;glichkeiten des Internets nutzt. Hochwertige und originelle Inhalte schaffen die Basis f&#252;r <strong>Paid Content</strong>, in dem ein Teil der Inhalte (nicht alles) den zahlenden Lesern vorgehalten wird.</p>
<p>Dazu geh&#246;rt auch die <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/05/22/joi-ito/">Offenheit f&#252;r Diskussion und Partizipation</a>. Der moderne Kunde will nicht mehr nur passiv konsumieren, sondern intensiv <a href="http://carta.info/6340/facebook-gut-informiert-zeitung/">beteiligt werden</a>. Insbesondere die <strong>junge Generation</strong> nutzt Medien heute ganz anders als noch ihre Eltern. Dem m&#252;ssen sich Verlage und Medienh&#228;user stellen.</p>
<p>Im &#220;brigen gilt: Gegen Google helfen keine Gesetze. <strong>Google</strong> muss man mit seinen eigenen Waffen schlagen. Warum also nicht dort ein paar gute Leute abwerben? Heute noch sind viele Verlage voll von Redakteuren und Managern, die das Internet nicht verstehen und es auch nicht verstehen wollen. Diesen <strong>Augias-Stall</strong> sollten sie ausmisten, Herr Burda! Schaffen Sie rigoros Platz f&#252;r neue Leute und holen Sie sich diese anfangs von Google, Facebook, Amazon und Twitter.</p>
<p>Dann ist auch zu schaffen, was Sie selbst schreiben: &#8220;Erfolgreiche Verlage wird es auch in Zukunft geben&#8221;.</p></div>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/11105/burda-leistungsschutzrecht/">Lieber Hubert Burda, gegen Google helfen keine Gesetze &#8230;</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/11105/burda-leistungsschutzrecht/#comments">34 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=11105&amp;md5=b502ef2667d486b9895bfbe95a3ffb10" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Paid Content bei der New York Times: Der Times Reader 2.0</title>
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		<pubDate>Tue, 12 May 2009 08:24:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die New York Times bringt einen neuen Reader heraus und mit ihm ein Abo-Modell f&#252;r das Internet. Ist der "Times Reader 2.0" die L&#246;sung aller Probleme f&#252;r das strauchelnde Traditionsblatt?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/7668c064f60afd398154195e4e2ebd" alt="" width="1" height="1" /><br />
Auf den ersten Blick ist das ein sehr elegantes Produkt: Auf der Basis von Adobe Air bildet der jetzt von der <strong>New York Times</strong> vorgestellte &#8220;<strong>Times Reader 2.0</strong>&#8221; eine eigenst&#228;ndige Anwendung, die ohne Browser auskommt. Nie zuvor konnte man sch&#246;ner digital Zeitung lesen.</p>
<p><strong>Allerdings kostet diese Zeitung Geld</strong>. Den erforderlichen Reader kann sich jeder noch (<a href="http://timesreader.nytimes.com/timesreader/">hier</a>) kostenlos herunterladen, der Zugang zu den Artikeln erfordert aber ein Abonnement. 14,95 $ pro Monat sind veranschlagt, was deutlich unter den Preisen der Printausgabe liegt. Daf&#252;r bekommt man die vollst&#228;ndige Zeitung, die zudem (vergleichbar einer Pdf-Datei) komplett t&#228;glich heruntergeladen wird, sodass man sie auch offline lesen kann. Dazu werden jeweils die Ausgaben der letzten 7 Tage vorgehalten, so dass man nichts verpasst, wenn man mal einen oder mehrere Tage nicht zum Lesen kommt.</p>
<p>Diese Form der Zeitung ist das optimale Produkt f&#252;r Menschen, die auf eine Druckausgabe verzichten wollen (oder m&#252;ssen, weil es diese vielleicht <a href="http://carta.info/5850/rocky-mountain-picture-show/">nicht mehr gibt</a>), daf&#252;r aber ein digitales Produkt m&#246;chten, das <strong>dem gedruckten Vorbild so nahe wie m&#246;glich kommt</strong>. Der Times Reaeder 2.0 kann ohne Zweifel jenes Gef&#252;hl vermitteln, dass man hier nicht auf einer beliebigen Website unterwegs ist, sondern seine Lieblingszeitung liest, Leitmedium und Ankerpunkt der pers&#246;nlichen Informationsinteressen.</p>
<p>Damit k&#246;nnte der New York Times ein gro&#223;er Wurf gelungen sein, der hilft, <strong>die digitale Kluft zu &#252;berwinden</strong> und Menschen an das Internet heranzuf&#252;hren, die bisher eher Vorbehalte gegen&#252;ber neuen Medien hatten. Das werden in erster Linie Leser im mittleren und h&#246;heren Alter sein.</p>
<p>Bei den <strong>Digital Natives</strong> bzw. <strong>Digital Immigrants</strong> dagegen st&#246;sst das Produkt eher auf Unverst&#228;ndnis und Ablehnung. Menschen, die mit Begeisterung im Web surfen, Blogs lesen, auf Social Networks Kontakte pflegen und vielleicht auch noch <a href="http://www.twitter.com">twittern</a>, haben nichts &#252;brig f&#252;r so einen <strong>goldenen K&#228;fig</strong>.</p>
<p>Das zeigt schon der erste Kommentar zur <a href="http://www.crunchgear.com/2009/05/11/timesreader-20-is-it-time-to-stop-killing-trees/">Besprechung auf CrunchGear</a>, der die sehr naheliegende Frage stellt, warum man denn die Zeitung nicht einfach im <strong>Browser</strong> liest. Nicht nur, dass sie dort kostenlos gelesen werden kann, ihre Artikel k&#246;nnen auch verlinkt und im Wege des Social Bookmarking gespeichert werden. Dar&#252;ber hinaus erlaubt das weborientierte Layout eine Kommentarfunktion (auch wenn sie von der New York Times l&#228;ngst nicht &#252;berall eingesetzt wird).</p>
<p>Das Problem liegt also darin, dass mit dem Times Reader 2.0 der Versuch unternommen wird, eine <strong>vordigitale Informationskultur mitsamt ihrem Gesch&#228;ftsmodell</strong> ins Internet zu &#252;bertragen, w&#228;hrend man dort an anderer Stelle sich Schritt f&#252;r Schritt schon dem neuen Modell hingibt, in dem <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/03/11/guardian-api/">Offenheit</a> und das Prinzip des Sharings zu den Wesenselementen geh&#246;ren. Beide Modelle sind f&#252;r sich genommen legitim und gut. Ob sie aber auch f&#252;r eine Marke wie die New York Times nach dem Prinzip des &#8220;sowohl als auch&#8221; funktionieren k&#246;nnen, darf hinterfragt werden.</p>
<p><strong>Die gr&#246;&#223;te Unbekannte</strong> in dieser Gleichung freilich <strong>sind die Kunden</strong> f&#252;r den neuen Reader: Werden sie seinem Modell auf lange Sicht treu bleiben, oder werden sich im Lauf der Zeit bei ihnen <strong>Lerneffekte</strong> einstellen, mittels derer sie sich vom eher klassisch passiven Medienkonsumenten zu aktiv partizipierenden Netzwerkern entwickeln?</p>
<p>Klar ist jedenfalls, dass die New York Times rasch ein besseres Gesch&#228;ftsmodell ben&#246;tigt, denn ihre <a href="http://www.businessinsider.com/henry-blodget-new-york-times-bankruptcy-update-2009-5">finanzielle Situation ist nicht einfach</a>. Der Times Reader 2.0 k&#246;nnte daf&#252;r <strong>eine sehr gute &#220;bergangsl&#246;sung</strong> sein, sofern er den n&#246;tigen Zuspruch findet. Denn selbst wenn seine Kunden Lerneffekte erzielen und von ihm wieder abkommen, k&#246;nnte er dem Verlag doch helfen, <strong>Zeit zu gewinnen</strong>. Und das w&#228;re schon viel, im gr&#246;&#223;ten medialen Umbruch seit der Erfindung des Buchdrucks.</p>
<div class="box">Lesen Sie hierzu auch den Text von Wolfgang Michal: <a href="http://carta.info/9121/das-kindle-als-kuckucksei/">&#8220;Das Kindle als Kuckucksei&#8221;</a></div>
<p><!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/9123/new-york-times-paid-content/">Paid Content bei der New York Times: Der Times Reader 2.0</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/9123/new-york-times-paid-content/#comments">10 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=9123&amp;md5=61119d6b71c08d1728799601cc791767" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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