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	<title>CARTA &#187; Netzeitung</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>10 Jahre Medienkolumne „Altpapier“: Leuchtturm der selbstbez&#252;glichen S&#252;ffisanz</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Oct 2010 20:51:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Netzeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Internethype-Jahr 2000 erschien zum ersten Mal die Medienkolumne "Altpapier" – seitdem bietet das Autorenkollektiv anspruchsvollen Meta-Medienjournalismus mit charmanter Distanz zum t&#228;glichen Marktplatz der (pathologischen) Eitelkeiten der Branche.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/5b2be78eff974a62b8948dfb55a1064c" alt="" width="1" height="1" />Im Jahr 2000, das Jahr des aufkochenden Hypes um das kommerzielle Internet als auch Beginn der institutionalisierten Arbeit des Autors im Hochschulwesen, erscheint zum ersten Mal am 6. November auf den Medienseiten der j&#252;ngst in ein automatisiertes Nachrichtenportal umformatierten <a href="http://www.netzeitung.de/">Netzeitung.de</a> die Medienkolumne „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Altpapier_%28Medienkolumne%29">Altpapier</a>“.</p>
<p>Angetreten als ein Subressort auf der rein online-basierten, tagesaktuellen „<a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/4728.html">Zeitung</a>“ im Netz, ist das Konzept nicht auf analoge Oberfl&#228;chen &#252;bertragbar – mittels Deeplinking kann sich das Publikum die originalen Quellen einfangen und vertiefen.</p>
<p>Das „Altpapier“ gilt als die erste deutsche Online-Medienkolumne und kommentiert heute &#252;ber die Seiten von <a href="http://www.evangelisch.de/themen/blogs/altpapier">evangelisch.de</a> &#8211; von Anfang an als Autorenkollektiv &#8211; aktuelle Medienthemen und hat es zu einem eigenst&#228;ndigen Label f&#252;r anspruchsvollen Metajournalismus im Themenfeld Medien geschafft, das unter Dachmarken zu gl&#228;nzen wei&#223;.</p>
<p><strong>Autorenkollektiv statt Alphatierchen</strong></p>
<p>Das Autorenkollektiv tritt angenehm hinter seine Marke „Altpapier“ zur&#252;ck und bedeutet so eine charmante Distanz zum t&#228;glichen Marktplatz der (pathologischen) Eitelkeiten einer Branche inklusive deren Lieblingspersonen und -institutionen, die ihr Publikum – im Verh&#228;ltnis zu Theaterschauspielern oder <a href="http://www.gilde-der-marktschreier.de/">Marktschreiern</a> – nur selten zu Gesicht bekommt oder gar bekommen m&#246;chte.</p>
<p>Auch aus diesem Grund scheint es an der Zeit, die Protagonisten des „Altpapier“ namentlich vor die Marke zu heben. Aus der Taufe (sic!) gehoben wurde es von <strong>Christoph Schultheis</strong> und <strong>Peer Schader</strong>. Bis zum heute t&#228;tigen Autorenkollektiv <strong>Christian Bartels</strong>, <strong>Matthias Dell</strong>, <strong>Klaus Raab</strong> und <strong>Henrik Schmitz</strong> schrieben zwischenzeitlich <strong>Heiko Dilk</strong>, <strong>Michael Angele</strong> und <strong>Karin Schuster</strong> f&#252;r diesen Leuchtturm der selbstbez&#252;glichen S&#252;ffisanz, ohne jedoch in den Verdacht zu geraten es handele sich um Satire, wie beispielsweise die der „taz-kriegsreporterin“ <strong><a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=fl&amp;dig=2010%2F10%2F13%2Fa0106&amp;cHash=a4c7b6a032">Silke Burmester</a></strong>, mittwochs ein fester Bestandteil der redaktioneller Auswahl.</p>
<p><strong>Ged&#228;chtnis und Relevanz</strong></p>
<p>Die Medienkolumne liefert den interessierten Lesern &#252;ber eine hintersinnige Auswahl von Medienthemen mitsamt narrativer Orchestrierung ein im schnell verderblichen Gesch&#228;ft der Medienbranche veredeltes Surrogat aus Medieninhalten, Medienpersonen, strukturellen Umw&#228;lzungen innerhalb der Branche und medien&#246;konomischen HardFacts zuz&#252;glich Programmhinweise.</p>
<p>Das „Altpapier“ erscheint mit kurzen – wie in der Wissenschaft zur Qualit&#228;tssteigerung geschuldeten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hausberufung">Umz&#252;gen</a> – Unterbrechungen jeweils werktags vormittags sprachlich gewandt, mit spitzen Fingern getippt.</p>
<p>Die Autoren sind distanziert, abk&#252;hlend, bohrend und, im Gegensatz zum Massenmedien-Medienjournalismus-Mainstream, mit einem vorz&#252;glichen Ged&#228;chtnis &#252;ber die Historie des eigenen Themenfeldes ausgestattet. Die Kommentierungen der Autoren sind durch hohen Sachverstand gekennzeichnet und weisen eine sichere Konnotation auf. Dabei entsteht in der Reflektion der Grundannahmen originaler Arbeitsimpulse nicht selten eine erstaunliche Analyse &#252;ber Motivation und Relevanz.</p>
<p><strong>Lesegenuss kontra Informationsarbeiten</strong></p>
<p>Im Vergleich zu Link-Newslettern erlaubt das „Altpapier“ entschleunigte Minuten Lesegenuss ohne das zehrende Informationsarbeiten mit vielen branchenspezifischen Fachinformationsdiensten.</p>
<p>Auf diese Weise ist die Kolumne eine behagliche Erg&#228;nzung und Filter der lauten Bilder und Worte des Medienalltags und letztlich dazu geeignet, die wirklich wichtigen Medienthemen zu identifizieren. Das „Altpapier“ ist ein Fach(dienst)vergn&#252;gen und gleicherma&#223;en Beleg daf&#252;r, aus spezifischer Qualit&#228;t publikumsbindende Marken entstehen zu lassen. Das „Altpapier“ ist als Nischenangebot heute ein Luxus f&#252;r den das Dach gew&#228;hrenden Wirt. Ein spezialisierter thematischer Fokus ohne ausreichend renditentr&#228;chtiges Reichweitenkapital oder Attraktivit&#228;t f&#252;r Bannerklicks und gl&#252;cklicherweise nicht unter dem Dach eines gro&#223;en oder kleinen Medienkonzerns.</p>
<p><strong>Heikles Ressort Medienjournalismus</strong></p>
<p>Denn der Medienjournalismus ist kompliziert und nicht selten heikel, da die eigenen Auftraggeber und Sozialversicherungsbeitr&#228;ger best&#228;ndig und kritisch beobachtet werden (m&#252;ssen). Medienseiten und -journale sind h&#228;ufig die ersten Einheiten nicht nur privat-kommerzieller Anbieter, die <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2003/0804/media/0124/index.html">&#252;ber Bord gesto&#223;en</a> oder <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/das-gallische-dorf-ist-gefallen/">geg&#228;ngelt</a> werden.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Sein 10-j&#228;hriges Jubil&#228;um feiert das Altpapier mit 10 Gastbeitr&#228;gen bekannter Medienbeobachter, so zum Beispiel von <a href="http://www.evangelisch.de/themen/blogs/altpapier/2010/10/27/geschenkpapier-iii-altpapier-des-jahres">Sascha Lobo</a> und <a href="http://www.evangelisch.de/themen/blogs/altpapier/2010/10/28/geschenkpapier-iv-reden-wir-%C3%BCber-rundfunkgeb%C3%BChren">Stefan Niggemeier</a>.</em>
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		<title>Nach Netzeitung-Aus: Zeitungssterben vs. Online-Medien-Tod. Wer stirbt schneller?!</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 08:31:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Netzeitung geht offline. Derzeit spielt sich ein trauriges Wettrennen ab: Print- oder Onlinepublikationen, wer stirbt zuerst?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/a5412bd3939744c2be16bcba05896f5f" alt="" width="1" height="1" />Nach etwa zehn Jahren geht die Netzeitung offline. Mit einer ganz kurzen Meldung unter der &#220;berschrift „<a href="http://www.netzeitung.de/medien/1511499.html">Aus f&#252;r die Netzeitung</a>“ informiert die Publikation ihre Leser. So kurz, so drastisch, dass man zun&#228;chst eher an eine Aktion von Hackern oder einen Aprilscherz denkt, als daran, dass die Internetpublikation tats&#228;chlich vor dem Aus steht. Die Netzeitung zitiert mit minimalem Vorwort n&#228;mlich lediglich eine Pressemitteilung des Besitzers, der Mediengruppe M. DuMont Schauberg.</p>
<p>Doch <a href="http://www.dumont.de/dumont/de/101863/presse">die Pressemitteilung</a> existiert tats&#228;chlich. Und die ist so kaltschn&#228;uzig, dass man sie mehrfach lesen muss. Trocken und gef&#252;hlslos hei&#223;t es schon im zweiten Satz „Aus diesem Grund wird s&#228;mtlichen Mitarbeitern in K&#252;rze betriebsbedingt gek&#252;ndigt werden.“ Der Grund, das sind die omin&#246;sen „wirtschaftlichen Gr&#252;nde“, die uns nicht erst seit der Wirtschaftskrise &#252;berall da begegnen, wo man sich nicht traut zu sagen „Ihr werft keinen oder zu wenig Gewinn ab!“.</p>
<p>Dass man die <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,659882,00.html">laut Spiegel Online</a> grade einmal zw&#246;lf fest Besch&#228;ftigten nicht innerhalb des Verlags an anderer Stelle einsetzt, muss einen ebenso wundern, wie die wortkarge Meldung der Netzeitung selbst. Man gewinnt nahezu den Eindruck, die Redaktion w&#228;re selbst vor den Kopf gesto&#223;en worden. Dass die Meldung <a href="http://landbote.wordpress.com/2009/11/06/ende-der-netzeitung/">zun&#228;chst nur vom Verlag</a> und nicht auch von der Netzeitung selbst ver&#246;ffentlich wurde, mag diesen Verdacht bekr&#228;ftigen, ungeschickt war es jedoch auf alle F&#228;lle.</p>
<p>Wirklich gl&#252;cklich wurde kein Eigner mit der Netzeitung, h&#228;ufig wechselte sie den Besitzer. Aktuell geh&#246;rt sie der bereits erw&#228;hnten Mediengruppe M. DuMont Schauberg, die bundesweit dadurch in Erscheinung tritt, angeschlagene Zeitungen aufzukaufen. In Zukunft soll die Netzeitung als automatisiertes Nachrichtenportal weiter leben. Ob das jedoch jemand braucht, neben Rivva und Google News, darf bezweifelt werden.</p>
<p>Der Niedergang deutete sich in der letzten Zeit an. <a href="../../17334/scoyo-mit-20-mio-euro-kam-bertelsmann-ueber-blog-reichweiten-nicht-hinaus/">&#196;hnlich wie Scoyo</a> lockte die Netzeitung zuletzt nur vergleichbar viele User an, wie ein erfolgreicher Blog. Laut <a href="http://www.alexa.com/siteinfo/netzeitung.de">alexa.com</a> n&#228;herten sich die Pageviews in den vergangenen Wochen spreeblick.com an, waren teilweise sogar geringer.</p>
<p>Mit dem Aus f&#252;r die Netzeitung forderte das Jahr 2009 gleich zwei prominente Opfer unter den &#252;berregionalen, reinen Internetpublikationen in Deutschland. Im Februar starb bereits zoomer.de. Den gleichen Stellenwert wie den „Tod“ einer Printzeitung nehmen die F&#228;lle in der &#214;ffentlichkeit jedoch nicht ein, auch wenn die Netzeitung aufgrund ihres Alters vielleicht etwas mehr Beachtung finden wird.</p>
<p>Die Berichte &#252;ber das Zeitungssterben k&#246;nnten derweil ganze B&#252;cher f&#252;llen. Die Schuld wird h&#228;ufig beim Internet- mal zu Recht, mal zu Unrecht- gesucht. Doch auch hier sterben Medien aus, besonders wenn sie nicht durch welche der wenigen (noch) lukrativen Printmedien refinanziert werden. Es erinnert an ein trauriges Wettrennen, oder noch eher an das Kinderspiel „Reise nach Jerusalem“: Print- oder Onlinemedien, wer stirbt zuerst?</p>
<p>Die Leser, die Journalisten, ja eigentlich alle Beteiligten k&#246;nnen nur hoffen, dass es zu keinem solchen „Endspiel“ kommt. Daf&#252;r jedoch wird es n&#246;tig sein, endlich erfolgreiche Finanzierungsmodelle zu finden. F&#252;r alle Mediengattungen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;" lang="de-DE" align="JUSTIFY"><span style="font-size: x-small;">D</span></p>
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<a href="http://carta.info/17791/netzeitung/">Nach Netzeitung-Aus: Zeitungssterben vs. Online-Medien-Tod. Wer stirbt schneller?!</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/17791/netzeitung/#comments">32 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=17791&amp;md5=ef4eb1e5b400e6aa0ae2cfcca76cd96d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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