<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>CARTA &#187; Neil Postman</title>
	<atom:link href="http://carta.info/tag/neil-postman/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://carta.info</link>
	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 17:55:45 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Andrew Keen im zweiten Telekom-Fr&#252;hling</title>
		<link>http://carta.info/1085/andrew-keen-im-zweiten-telekom-fruehling/</link>
		<comments>http://carta.info/1085/andrew-keen-im-zweiten-telekom-fruehling/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 06 Nov 2008 23:02:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Andrew Keen]]></category>
		<category><![CDATA[Blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Telekom]]></category>
		<category><![CDATA[Neil Postman]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=1085</guid>
		<description><![CDATA[Vor gut einem Jahr hat Andrew Keen sein Buch „The Cult of The Amateur“ in den Vereinigten Staaten ver&#246;ffentlicht. Mit der Ausschlachtung seiner Polemik ist er nun in der deutschen Provinz angekommen – dem Telekomshop „4010“. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/2df268923e3a61ca5c53dd78c50f64" width="1" height="1" alt=""/>
<p style="margin-bottom: 0cm;">M&#246;chte man gerne zu einer Veranstaltung von jemandem gehen, den Markus Beckedahl dr&#252;ben bei netzpolitik.org mit folgenden Worten <a href="http://netzpolitik.org/2008/andrew-keen-und-die-stunde-der-stuemper/" target="_blank">einf&#252;hrt</a>:</p>
<blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Das Gesch&#228;ftsmodell von Andrew Keen  ist, kulturelle Entwicklungen durch das Internet einfach planlos zu kritisieren, dar&#252;ber Pamphlete zu verfassen und als Kritiker auf Konferenzen eingeladen zu werden. Daf&#252;r gibt es einen Markt …</p>
</blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Sicher nicht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Will man zu einer Veranstaltung  mit einem humorlosen Eiferer gehen, der im nationalen US-Fernsehen <a href="http://www.colbertnation.com/the-colbert-report-videos/91639/august-16-2007/andrew-keen" target="_blank">erkl&#228;rt</a>, <strong>Web 2.0 sei schlimmer als die Nazis</strong>?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Schon gar nicht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Man h&#228;tte sich Andrew Keens Vortrag „Die Stunde der St&#252;mper“ am Donnerstagabend eigentlich komplett schenken k&#246;nnen – w&#228;re nicht ausgerechnet die Deutsche Telekom Ausrichterin dieser Inszenierung gewesen. Sie hatte Keen eingeladen, um mal ein bisschen Leben in ihren neuen, auf Jugendhippness getrimmten Flagshipstore in Berlin Mitte zu bringen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Vor gut einem Jahr hat Keen sein Buch „The Cult of The Amateur“ in den Vereinigten Staaten ver&#246;ffentlicht. Mit der Ausschlachtung dieses Werkes ist er nun in der deutschen Provinz angekommen – dem Telekomshop „4010“. Keen durfte dort noch einmal polemisieren, „der <strong>radiakale Individualismus</strong>“ des Internets zerst&#246;re „alle Formen der <strong>kulturellen Autorit&#228;t</strong>“. Das Internet zersetze das bew&#228;hrte &#214;kosystem der Massenmediengesellschaft. Das Web 2.0 sei eine Trag&#246;die, free content eine Katastrophe. Google habe menschliche Informationsarbeit obsolet gemacht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/11/keen5.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1088" title="keen5" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/11/keen5.jpg" alt="" width="400" height="264" /></a></p>
<p style="margin-bottom: 0cm; text-align: left;"><em>Keen: &#8220;Google has disintermediated the human being.&#8221;</em></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Keen gefiel sich in der Rolle eines Hasspredigers. Er redete sich derart in Rage, dass er auf jede Zuschauerfrage gef&#252;hlt 20 Minuten antworten musste. Seine Thesen m&#246;gen 2006 eine gewisse Berechtigung gehabt haben. 2008 haben sie angesichts ihrer Pauschalit&#228;t nahezu jede Relevanz verloren.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Zurecht monierte sein Publikum, die derzeitige Entwicklung m&#252;sse als <strong>&#220;bergangsphase</strong> gesehen werden – vom Rausch des M&#246;glichen hin zu einer <strong>Kultur der neuen Institutionen</strong>: Das von Keen geforderte Web 3.0 der Experten sei  l&#228;ngst im Entstehen begriffen. Doch neben seinen wenigen konstruktiven Momenten gefiel sich Keen vor allem als Fundamentalkritiker.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Keen ist im Grunde der Neil Postman des Web 2.0</strong>. Als sich in den 80er Jahren kein deutscher Intellektueller fand, der mit einfachen Thesen die Fernsehkritik der 60er Jahre aktualisierte, lud der Buchhandel kurzerhand Neil Postman ein – und machte ihn zu einem hierzulande tonangebenden Exponenten einer popul&#228;ren, aber  unreflektiert normativen Medienkritik.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Deutsche Telekom &#8211; genauer gesagt, einer ihrer vielen PR-Agenturen &#8211; hat versucht, Keen hier &#228;hnlich einzusetzen. Statt sich mit einer differenzierten Online-Kritik auseinanderzusetzen und ihr eine Plattform zu geben, flog sie lieber den Phrasendrescher aus Amerika ein. <strong>So f&#228;llt der Keen-Auftritt letztlich auf die Deutsche Telekom selbst zur&#252;ck. </strong>Sie leistet sich eine zweifelhaft geschmackvoll ausgestattete „Event-Location“ in Mitte – und bespielt diesen Ort mit einem eifernden Polemiker mit gestrigen Thesen. Im Ergebnis f&#252;gen sich so  die etwas bem&#252;hte Hip-Einrichtung des Ladens und der etwas zu banale Vortrag zu einem Gesamteindruck zusammen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Schade, so  gelingt die Imagewende nicht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F1085%2Fandrew-keen-im-zweiten-telekom-fruehling%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F1085%2Fandrew-keen-im-zweiten-telekom-fruehling%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/1085/andrew-keen-im-zweiten-telekom-fruehling/">Andrew Keen im zweiten Telekom-Fr&#252;hling</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/1085/andrew-keen-im-zweiten-telekom-fruehling/#comments">6 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=1085&amp;md5=699fd026394a0f021929f78e15e2c3c2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/1085/andrew-keen-im-zweiten-telekom-fruehling/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

