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	<title>CARTA &#187; Medienpolitik</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Fri, 25 May 2012 10:09:46 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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		<title>Die fabelhaften Springer-Boys</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Jun 2011 20:22:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Springer]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[In meinem Blog gibt es ein Portr&#228;t der „fabelhaften Springer-Boys“ - mitten in der Sommerpause!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Zeitungshaus <em>Springer</em> ist heute das Medienunternehmen, das die beste politische Performance bietet. Gef&#252;hrt von f&#252;nf produktiven Pers&#246;nlichkeiten, beherrscht der Verlag die Mediendebatten der Republik bis in die hinterletzte <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/springer-chef-doepfner-ueber-die-tagesschau-app-hier-ist-eine-rote-linie-ueberschritten-worden-1.1112357">App-Diskussion</a>. Warum das so ist, erfahren Sie <a href="http://www.wolfgangmichal.de/?p=317">hier</a>.</p>
<p>&nbsp;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=40583&amp;md5=be5a9d2f0585796cb89e25d1409d234e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Elend der deutschen Medienpolitik</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 01:06:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz Hachmeister</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Stadelmaier]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Ende der bisherigen Staatskanzlei-Medienpolitik d&#228;mmert heran - zu gro&#223; ist die Inkompetenz der Medienpolitiker in den L&#228;ndern, zu gro&#223; sind die netzpolitischen Herausforderungen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>von Lutz Hachmeister und Thomas Vesting</p>
<p>I.</p>
<p>F&#252;r Ende April 2011 hat die nordrhein-westf&#228;lische Landesanstalt f&#252;r Medien (LfM) zum „<a href="http://carta.info/39767/wedding-sause-auf-kosten-des-gebuhrenzahlers/">Wedding Event</a>“ eingeladen, in ihre R&#228;ume im D&#252;sseldorfer Medienhafen. Die „Hochzeit des britischen Thronfolgers Prinz William von Wales mit Kate Middleton“, so die LfM, werde „ohne Zweifel das gesellschaftliche Ereignis des Jahres sein“.</p>
<p>Die LfM m&#246;chte da nicht zur&#252;ckstehen und gemeinsam mit BBC World News und dem britischen Generalkonsulat „bei typischem englischen Cream Tea“ die M&#246;glichkeit bieten, „in einem angemessenen Ambiente die Zeremonie in London mitzuerleben und neue<br />
Kontakte zu kn&#252;pfen“.</p>
<p>Dieser „Event“ verweist, wie viele eher skurrile Projekte der Landesmedienanstalten, symbolhaft auf den Zusammenhang zwischen <strong>realer Bedeutungslosigkeit</strong> und <strong>verzweifelter Selbstbesch&#228;ftigung</strong>, der wiederum f&#252;r den Zustand der deutschen Medienpolitik insgesamt kennzeichnend ist.</p>
<p>Die Landesmedienanstalten haben eine Zeitlang versucht, ihr altes (und ja weitgehend folgenloses) Regulierungsregime auf das Internet zu &#252;bertragen, damit sie in der Netzwelt zumindest „vorkommen“ k&#246;nnen; ihre Pl&#228;ne sind aber sogar von den f&#246;deralen Medienpolitikern kassiert worden, von denen die Aufsichtsbeh&#246;rden einst erfunden worden waren. So sind ihnen, abgesehen von Mikro-Regulierungen auf der lokalen und regionalen Rundfunkebene, eben nur noch Sitzungen, Tagungen und „Events“ geblieben, deren reales Publikum inzwischen im unteren dreistelligen Bereich liegen d&#252;rfte. Immerhin bilden die Landesmedienanstalten noch einen angenehm dotierten Park f&#252;r Parteipolitiker und ihre Gefolgsleute.</p>
<p>&#220;berlebensstrategisch haben die Landesmedienanstalten seit geraumer Zeit die ebenso weiten wie weichen Felder von „Jugendmedienschutz“ und „Medienkompetenz“ als ihr genuines Terrain entdeckt. Zumindest die „Medienkompetenz“ ist ohne schwierigen politischen Diskurs zu haben und als Begriff gegnerfrei. Niemand hat etwas gegen „Medienkompetenz“.</p>
<p>Ebenso trostlos erscheint die Debatte um den sogenannten „Jugendmedienschutz“. Schon der Begriff ist dunkel – einem Nichtspezialisten w&#228;re zun&#228;chst einmal schwer zu vermitteln, worum es dabei eigentlich gehen soll.  Das bisherige Konzept des deutschen „Jugendmedienschutzes“ jedenfalls ist <strong>realit&#228;tsblind</strong> und <strong>hyperb&#252;rokratisch</strong> zugleich. Betrieben wird ein System (wenn man &#252;berhaupt davon sprechen mag) der Problemvernebelung durch Institutionenvervielfachung.</p>
<p>H&#228;ufig wird b&#252;rgerliche Gesittung eher vorgezeigt denn in der harten Medienrealit&#228;t bewiesen. In einem Anfall von Realsatire hat Martin Stadelmaier, „der wichtigste Medienpolitiker der SPD“ („FAZ“), in seinen „zehn medienpolitischen Geboten f&#252;r das digitale Zeitalter“, vorgetragen bei Symposium der Landesmedienanstalten im M&#228;rz 2009 in Berlin, markig gefordert:</p>
<blockquote><p>„Wir brauchen eine gr&#246;&#223;ere Einheitlichkeit, wir m&#252;ssen Doppelstrukturen abbauen. Wir brauchen nach meiner festen &#220;berzeugung eine gegenseitige Akzeptanz von Freigabeentscheidungen der Selbstkontrolleinrichtungen, also FSK, USK, FSM und FSF – und das m&#246;glichst in einer guten und engen Verbindung mit den Jugendschutzbeh&#246;rden und der KJM“.</p></blockquote>
<p>Schon angesichts dieser Abk&#252;rzungskaskade wird klar, dass sich in der Realit&#228;t der Mediennutzung paradoxer- oder konsequenterweise libert&#228;re Formen und Strukturen durchsetzen konnten. &#220;ber die reale oder vermeintliche „Generation Porno“ lassen sich sozialpsychologisch interessante Debatten f&#252;hren; sicher ist, dass ihr der f&#246;derale „Jugendmedienschutz“ nichts entgegenzusetzen hat.</p>
<p>II.</p>
<p>Der Einschnitt, den das Internet in der Geschichte der Medien markiert, ist nicht das Resultat einer „totalen &#214;konomisierung“ und sollte auch keineswegs als R&#252;ckkehr eines freien Spiels der Marktkr&#228;fte missverstanden werden. Die Internet-Kommunikation wird &#252;ber ein neues Medium prozessiert; Meinungs&#228;u&#223;erungen im Netz sind nicht einfach eine andere Form von marktf&#246;rmiger Individualkommunikation.</p>
<p>Daraus ergibt sich durchaus die Notwendigkeit einer genauen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Beobachtung der Entwicklung des Internets. Dazu geh&#246;rt auch die Entwicklung dessen, was man ein „<strong>netzwerkgerechtes Medienrecht</strong>“ nennen kann. Entscheidend ist, ein Konzept zu entwickeln, das  auf die Erhaltung der Vielfalt und Durchl&#228;ssigkeit der fragmentierten Teil&#246;ffentlichkeiten der neuen Internet-Kultur eingestellt werden kann. Dazu gibt es erst Ans&#228;tze und Vorschl&#228;ge, aber es ist klar, dass die Medienpolitik diese nicht in Karlsruhe finden wird.</p>
<div id="attachment_39751" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/04/aufmacherxw1.jpg"><img class="size-medium wp-image-39751" title="aufmacherxw" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/04/aufmacherxw1-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Staatskanzlei Rheinland-Pfalz: Koordinierungszentrum der bisherigen Staatskanzlei-Rundfunkpolitik</p></div>
<p>F&#252;r die Medienpolitik stellt sich angesichts der neuen Medienrealit&#228;ten die Frage nach der Restrukturierung ihrer Kontrollregime. Die Zergliederung und Isolierung der Regulierungsmaterien in verschiedenen Arenen – Rundfunkregulierung, Telekommunikationsregulierung, regionale und nationale Filmf&#246;rderung, Jugendmedienschutz etc. – sowie die Zerstreuung der Kompetenzen auf die unterschiedlichsten Tr&#228;ger – &#246;ffentlich-rechtliche Anstalten, Landesmedienanstalten, Filmf&#246;rderungsanstalt, Bundeskartellamt etc. – kann schwerlich als effiziente L&#246;sung bezeichnet werden.</p>
<p>Eine neue Generation von Medienpolitikern, die in und mit der kommunikativen Umwelt des Internets, also mit Google und Amazon, Facebook und Twitter sozialisiert worden sind, wird ohnehin mit einer anderen Perspektive auf &#214;ffentlichkeit, Partizipation und den politisch-publizistischen Komplex blicken als diejenigen, die nur mit ARD, ZDF und wenigen dominierenden Presseverlagen aufgewachsen sind.</p>
<p>Dieser Perspektivwechsel soll einstweilen gar nicht normativ bewertet werden, etwa im Sinne einer „progressiveren“ Netzpolitik. Die „medienkulturelle Differenz“ zwischen einer eher beharrenden Rundfunkpolitik und einer fluideren „Netzpolitik“ ist bereits in der Auseinandersetzung um den einstweilen gescheiterten „Jugendmedienschutz-Staatsvertrag“ deutlich geworden.</p>
<p>Ein Staatsvertrag, der nur in Deutschland beheimatete Webseiten reglementiert, ist in Zeiten digitaler Globalit&#228;t ein stumpfes Schwert. J&#252;ngere Politiker quer durch alle Bundestagsparteien hatten sich gegen die paternalististischen Vorstellungen der „Rundfunkpolitiker“ artikuliert. Der durch den Ablehnungsbeschluss des NRW-Landtags auch pers&#246;nlich gekr&#228;nkte Mainzer Staatskanzleichef Stadelmaier griff die CDU als „medienpolitisch verlotterten Haufen“ an, weil er nicht zu Unrecht ein <strong>Ende der bisherigen Staatskanzlei-Rundfunkpolitik</strong> herand&#228;mmern sah, mit Konsequenzen bis hin zur Frage des von allen L&#228;nderparlamenten zu genehmigenden „Rundfunkbeitrags“ der B&#252;rger.</p>
<p>„Das Modell des f&#246;deral ausgehandelten Staatsvertrags“, so <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,734844,00.html">kommentierte</a> <em>Spiegel Online</em>, „der hinter den Kulissen angefertigt und von den L&#228;nderparlamenten dann nur noch abgenickt“ werde, stehe m&#246;glicherweise vor schweren Zeiten.</p>
<p>„Die L&#228;nder haben sich fr&#252;hzeitig und gut aufgestellt“, so hatte Stadelmaier noch 2009 beim DLM-Symposium in g&#228;ngiger Politikerdiktion behauptet:</p>
<blockquote><p>„Die Medienpolitik entspricht den Anforderungen der digitalen Welt, wir haben uns den Herausforderungen gestellt.“</p></blockquote>
<p>Nun wird niemand leugnen, dass Deutschland medienpolitisch zivilisierter und befriedeter ist als Frankreich oder Italien. Dies hat allerdings viel mit den alliierten Vorgaben nach 1945 zu tun und weniger mit dem Geschick der politischen Parteien oder f&#246;deralen Rundfunkregulierer.</p>
<p><em>Dieser Text ist eine sehr stark gek&#252;rzte Fassung des Essays &#8220;Rundfunkpolitik und Netzpolitik&#8221;, der am 8. April in der Zeitschrift &#8220;<a href="http://funkkorrespondenz.kim-info.de/">Funk-Korrespondenz</a>&#8221; erschien.</em>
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<a href="http://carta.info/39748/das-elend-der-deutschen-medienpolitik/">Das Elend der deutschen Medienpolitik</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/39748/das-elend-der-deutschen-medienpolitik/#comments">14 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=39748&amp;md5=356785e92b79dd3d7cc7b0f601dc58e1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Das ZDF w&#228;re gut beraten, auf die Champions League zu verzichten&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/39371/das-zdf-waere-gut-beraten-auf-die-champions-league-zu-verzichten/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Mar 2011 13:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolf-Dieter Ring</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die &#220;bertragung der Champions League hat mit Grundversorgung wenig zu tun, meint Wolf-Dieter Ring, Chef der Bayrischen Landesmedienanstalt. Er legt dem das ZDF nahe, auf den Kauf der Champions League-Rechte zu verzichten. Es drohe ein &#246;ffentlich-rechtliches "Monopol" auf die Ausstrahlung quotentr&#228;chtiger Sportarten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland nicht zu ersetzen ist, belegt derzeit eindringlich die ebenso vielf&#228;ltige wie kompetente Berichterstattung sowohl zur Katastrophe in Japan als auch zum gerade begonnenen Krieg in Libyen. Weder die Qualit&#228;tspresse hierzulande noch das Internet k&#246;nnen die gesellschaftlich wichtige Berichterstattung von ARD und ZDF in diesen und &#228;hnlichen F&#228;llen ersetzen.</p>
<div id="attachment_39375" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/ring_wolf_dieter_gross.jpg"><img class="size-medium wp-image-39375" title="ring_wolf_dieter_gross" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/ring_wolf_dieter_gross-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Medienw&#228;chter Ring: &quot;Dass es h&#228;ufig mehr um Quote als um Grundversorgung geht, erleben wir in der derzeitigen Diskussion um den beabsichtigten Kauf der Champions League-Senderechte.&quot;</p></div>
<p>Schon gar nicht w&#228;re der private Rundfunk dazu in der Lage, &#252;ber dessen gesellschaftlichen Auftrag erst in der vergangenen Woche auf einer Tagung der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten intensiv diskutiert wurde. Was der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk im Angesicht der aktuellen Krisen leistet, ist Grundversorgung im besten Sinne.</p>
<p>M&#246;glich ist das nur, weil ARD und ZDF j&#228;hrlich &#252;ber acht Mrd. Euro Geb&#252;hrengelder erhalten. Das ist in diesem Zusammenhang nicht zu kritisieren, denn es besteht in der Gesellschaft eine hohe Nachfrage an seri&#246;ser Berichterstattung. Hier sind die Geb&#252;hren sinnvoll investiert. Hier wird f&#252;r jeden Zuschauer sichtbar, warum wir einen &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk brauchen.</p>
<p>Dass das nicht immer so ist, dass es h&#228;ufig mehr um Quote als um Grundversorgung geht, erleben wir in der derzeitigen Diskussion um den beabsichtigten Kauf der Senderechte an der Champions League durch das ZDF. Die UEFA ver&#228;u&#223;ert &#252;ber die Schweizer Sport¬rechteagentur T.E.A.M. die deutschen Fernsehrechte f&#252;r die Champions League zwischen 2012 und 2015.</p>
<p>Heute (22.03.2011) l&#228;uft die Angebotsfrist ab. Experten rechnen dabei mit j&#228;hrlichen Kosten zwischen 45 und 50 Mio. Euro. Nach aktuellem Stand haben das ZDF und Sat.1 Gebote abgegeben. Noch wird die Champions League im Free-TV von Sat.1 &#252;bertragen. Der geplante Kauf der Senderechte an der Champions League durch das ZDF wirft sowohl eine Reihe grunds&#228;tzlicher Fragen im Zusammenhang mit unserer dualen Medienordnung auf als auch spezifische rechtliche Fragen.</p>
<p>Bereits jetzt liegen fast alle Fu&#223;ballrechte im Free-TV beim &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk: Die ARD besitzt die Erstrechte an der Bundesliga, ARD und ZDF halten gemeinsam die Rechte am DFB-Pokal, den Spielen der Nationalmannschaft sowie an Europa- und Weltmeisterschaften. Einzig die Champions League und die Europa League werden von Sat.1 und damit von einem Privatsender &#252;bertragen.</p>
<p>Was f&#252;r den Fu&#223;ball gilt, trifft auf ann&#228;hernd alle quotentr&#228;chtigen Sportarten zu: Bis auf die Free TV-Rechte an der Formel 1 liegen die &#220;bertragungsrechte beim &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dabei sind Finanzgebaren und Argumentation der &#246;ffentlich-rechtlichen Anstalten &#228;u&#223;erst widerspr&#252;chlich: Die ARD hat beispielsweise kein Problem, f&#252;r die Rechte an Boxveranstaltungen des Sauerland-Boxstalles zwischen 2013 und 2015 54 Mio. Euro auszugeben. Gleichzeitig sehen sich ARD und ZDF aber nicht in der Lage, f&#252;r die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in S&#252;dkorea (2011) und Russland (2013) zw&#246;lf Mio. Euro zu bezahlen, mit dem Argument, Geb&#252;hrengelder seien nicht dazu da, Sportrechteagenturen die Kassen zu f&#252;llen. Au&#223;erdem sei man aufgefordert, generell im Sportsegment zu sparen.</p>
<p>Interessant wird diese Argumentation, wenn man auf die Rechte an der Champions League zur&#252;ckkommt: Die Fernsehrechte sind n&#228;mlich an die Ausstrahlung von Hinweisen auf die Hauptsponsoren der Champions League gebunden. Derzeit sind dies vor allem Mastercard, Unicredit und Ford. Bez&#252;glich ihrer Ausstrahlung gibt es von der UEFA genaue Vorgaben.</p>
<div id="attachment_39379" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/aufmacher_zdf.jpg"><img class="size-medium wp-image-39379" title="aufmacher_zdf" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/aufmacher_zdf-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">ZDF: 10 bis 15 Mio. Euro mehr, um sich von den Sponsorhinweisen freizukaufen?</p></div>
<p>Das Problem f&#252;r das ZDF ist nun, dass der ab 2013 g&#252;ltige 15. Rundfunk&#228;nderungsstaatsvertrag die Sponsorm&#246;glichkeiten f&#252;r den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk stark beschr&#228;nkt. In § 16 Abs. 6 hei&#223;t es dazu „Sponsoring findet nach 20:00 Uhr (…) nicht statt; dies gilt nicht f&#252;r das Sponsoring der &#220;bertragung von Gro&#223;ereignissen nach § 4 Abs. 2“. Darin werden aber lediglich „Endspiele (…) bei deutscher Beteiligung“ genannt.</p>
<p>Qualifikationsspiele, Gruppenspiele und Endspiele ohne deutsche Beteiligung fallen also nicht darunter. Verbaut ist dem ZDF auch das Schlupfloch, dass es sich beim besagten Sponsoring um ein Ereignissponsoring handelt, das vom Sponsorverbot ausgenommen ist. Denn hier geht es eindeutig um ein Sponsoring der Sendung, durch das die Rechte preisg&#252;nstiger werden. Auch eine m&#246;gliche Argumentation, dass die Sponsorhinweise so mit dem Sendesignal verbunden w&#228;ren, dass sie nicht entfernt werden k&#246;nnten, greift nicht, da die Hinweise vom Lizenznehmer selbst eingef&#252;gt werden.</p>
<p>Angesichts dieser rechtlich sehr eindeutigen Bewertung scheint man beim ZDF dar&#252;ber nachzudenken, sich von der Verpflichtung zur Sendung der Sponsorhinweise freizukaufen. Allerdings sind auch hier die Aussichten &#228;u&#223;erst fragw&#252;rdig. So verlangt der Rundfunkstaatsvertrag in § 8 Abs. 1 ausdr&#252;cklich, dass Sponsorhinweise verpflichtend ausgestrahlt werden m&#252;ssen.</p>
<p>Die Zuschauer sollen so dar&#252;ber informiert werden, dass Dritte an der Finanzierung einer Sendung beteiligt waren. Mindestens ebenso schwer wiegt das Argument, dass ein in diesem Fall deutlich h&#246;herer Preis – Experten sprechen von 10 bis 15 Mio. Euro pro Jahr – dem zwingenden Gebot von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks grob zuwiderl&#228;uft.</p>
<p>Ein privater Anbieter, der keinerlei Problem hat, die Sponsorhinweise zu &#252;bertragen, kann die gleiche Leistung zu einem deutlich g&#252;nstigeren Preis erbringen. Ganz abgesehen davon, dass die Sponsoren ein berechtigtes Interesse daran haben werden, auch in den &#220;bertragungen im deutschen Free-TV zu erscheinen.</p>
<p>Die &#220;bertragung der Champions League hat mit Grundversorgung ebenso wenig zu tun wie die &#220;bertragung von Boxen. Und es ist wohl kaum im Sinne des dualen Mediensystems, wenn der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk auf ein Monopol bei der Ausstrahlung quotentr&#228;chtiger Sportarten zusteuert und dabei Randsportarten immer mehr in seiner Berichterstattung ignoriert. So gesehen w&#228;re das ZDF auch jenseits der rechtlichen Problematik gut beraten, auf den Kauf der Senderechte f&#252;r die Champions League zu verzichten und stattdessen wieder Sportarten zu &#252;bertragen, die auf eine Berichterstattung im &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk angewiesen sind.</p>
<p><em>Der Autor Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring ist Pr&#228;sident der Bayerischen Landeszentrale f&#252;r neue Medien und sachverst&#228;ndiges Mitglied der Enquete-Kommission des Bundestages &#8220;Internet und digitale Gesellschaft&#8221;. </em>
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<a href="http://carta.info/39371/das-zdf-waere-gut-beraten-auf-die-champions-league-zu-verzichten/">&#8220;Das ZDF w&#228;re gut beraten, auf die Champions League zu verzichten&#8221;</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/39371/das-zdf-waere-gut-beraten-auf-die-champions-league-zu-verzichten/#comments">50 comments</a>
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		<title>Verena Wiedemann: Die ARD mobbt ihre Generalsekret&#228;rin</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Mar 2011 00:40:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die ARD hat ihre Generalsekret&#228;rin Verena Wiedemann in eine psychische Krise gest&#252;rzt - ein Beleg f&#252;r die mangelnde Diskussions- und Innovationsf&#228;higkeit der Anstalten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor f&#252;nf Jahren machte die ARD die Juristin Dr. Verena Wiedemann zu ihrer ersten <a href="http://www.ard.de/intern/presseservice/-/id=8058/nid=8058/did=408902/1o8c2e4/index.html">Generalsekret&#228;rin</a>. Sie sollte den Senderverbund auf der politischen B&#252;hne Berlins vertreten und ihn strategisch ausrichten. Dass dies eine schwierige Aufgabe sei, wenn man als Generalin &#252;ber kaum Soldaten und kaum Hausmacht in der ARD verf&#252;ge, raunte schon damals das <em><a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/koepfe/verena-wiedemann-generalin-ohne-soldaten/2673816.html">Handelsblatt</a></em>.</p>
<div id="attachment_39349" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/Wiedemann.jpg"><img class="size-full wp-image-39349" title="Wiedemann" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/Wiedemann.jpg" alt="" width="300" height="189" /></a><p class="wp-caption-text">ARD-Lobbyistin Wiedemann: „Ausgrenzung, Diskriminierung und Missachtung“</p></div>
<p>Heute nun hat Wiedemann ihren Job und das Mobbing innerhalb der ARD derart satt, dass sie gegen ihren Arbeitgeber, den sie selbst in leuchtenden Farben darstellen sollte, <a href="http://www.fr-online.de/kultur/medien/intendanten-vor-gericht/-/1473342/8252420/-/index.html">klagt</a>: Sie sei von den Intendanten derart ausgegrenzt, diskriminiert und missachtet worden, dass sie psychisch krank geworden sei, erkl&#228;rte sie einem Berliner Arbeitsgericht.</p>
<p>Das Verh&#228;ltnis von ARD und Wiedemann ist offenbar v&#246;llig zerr&#252;ttet. Dabei ist Verena Wiedemann an der ARD gescheitert und die ARD an Verena Wiedemann. Neben der verst&#246;renden und schlimmen menschlichen Komponente hat die Personalie Wiedemann auch eine medienpolitische Seite.</p>
<p>Verena Wiedemann gilt nicht ohne Grund als „<a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/koepfe/verena-wiedemann-generalin-ohne-soldaten/2673816.html">Stalinistin des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks</a>“. Sie ist eine Fundamentalistin des Systems. Sie kennt nur den Modus &#8220;Totalverteidigung&#8221; f&#252;r ihre Sendeanstalten. Sie zitiert gern das Verfassungsgericht und ist der Ansicht, dass das ARD-Wohl und das Allgemeinwohl identisch seien.</p>
<p>Wiedemann wollte mit ihren Positionen viel in der ARD bewegen &#8211; und letztlich ist auch sie von den verkrusteten und vermachteten Strukturen der Anstalten gestoppt worden. Wiedemann dachte selbst hermetisch &#8211; und wurde von den noch hermetischeren Strukturen der ARD lahm gelegt. Am Ende zerschellten ihre Ans&#228;tze an jener fehlenden Kultur des offenen Dialogs in der ARD, f&#252;r die auch sie selbst ein wenig stand.</p>
<p>F&#252;nf Jahre lang residierte Wiedemann in den opulenten und von den Geb&#252;hrenzahlern teuer bezahlten B&#252;ros der Bundespressekonferenz. In dieser Zeit organisierte sie keine einzige Veranstaltung zu ihrem Metier, der Zukunft der ARD. Entsprechende Debatten waren offenbar nicht gew&#252;nscht &#8211; oder von Wiedemann nicht durchsetzbar.</p>
<p>Das Zerw&#252;rfnis mit Wiedemann bedeutet ein bedenkliches Testat f&#252;r die ARD. M&#246;glicherweise passte ihre neu geschaffene Position einfach nur nicht in die Arithmetik der ARD. Viel spricht aber auch f&#252;r die Analyse, dass die Anstalten zu vitalen Diskussion &#252;ber ihre Zukunft &#8211; die Abseits der Machtmeridiane der Intendantinnen und Intendanten &#8211; kaum in der Lage sind.</p>
<p>Weder orthodoxe Typen wie Wiedemann noch progressive Kr&#228;fte scheinen eine echte Chance in dem Anstalts-Umfeld zu haben, obwohl genau hier Pluralit&#228;t und Offenheit gefragt w&#228;ren. Das Zerw&#252;rfnis mit Verena Wiedemann wirft so ein fragw&#252;rdiges Licht auf  die Diskussions- und Innovationsf&#228;higkeit der ARD.</p>
<p>Besonders interessant wird zu beobachten sein, wie die ARD selbst &#252;ber die Personalie berichten wird &#8211; zu ihrem Programm- und Informationsauftrag geh&#246;rt dies zweifellos.</p>
<p>Erg&#228;nzung: Hier noch zwei Auftritte von Wiedemann in Netz dokumentiert:</p>
<p>1. Interview auf Netzpolitik.org</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/802896?color=FF7700" width="300" height="225" frameborder="0"></iframe></p>
<p>2. Bei der Republica 2008</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/21319429?color=FF7700" width="300" height="225" frameborder="0"></iframe></p>
<p><em>P.S. Sollte dieser Text zu pers&#246;nlich geraten sein, so bitte ich dies zu entschuldigen. Ich sch&#228;tze und achte Verena Wiedemann und bedauere die schwerige Situation sehr.</em>
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		<title>Leistungsschutzrecht: Publizistische Vielfaltsf&#246;rderung geht anders</title>
		<link>http://carta.info/39189/leistungsschutzrecht-publizistische-vielfaltsfoerderung-geht-anders/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Mar 2011 13:33:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tabea Roeßner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Leistungsschutzrecht gef&#228;hrdet die publizistische Vielfalt. Eine differenzierte Analyse der Krise des Journalismus zeigt, dass wir andere medienpolitische Instrumente brauchen. Ein Pl&#228;doyer.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Ruf der Verleger nach einem Leistungsschutzrecht war laut. Wie erfolgreich er war, werden wir  im Gesetzesentwurf zum dritten Korb in den n&#228;chsten Wochen zu sehen bekommen.</p>
<p><strong>Ich behaupte: ein Leistungsschutzrecht w&#228;re medienpolitisch gesehen eine Fehlentscheidung</strong>. Ich pl&#228;diere daher f&#252;r  eine Verschiebung des Fokus auf die tats&#228;chlichen Probleme von Verlegern und JournalistInnen und f&#252;r eine ergebnisoffene Debatte &#252;ber m&#246;gliche wirksamere Ma&#223;nahmen.</p>
<div id="attachment_39205" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/Tabea-R&#246;&#223;ner-klein.jpg"><img class="size-full wp-image-39205" title="Tabea R&#246;&#223;ner-klein" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/Tabea-R&#246;&#223;ner-klein.jpg" alt="" width="300" height="191" /></a><p class="wp-caption-text">Medienpolitikerin R&#246;&#223;ner: &quot;in der Summe schwindet die publizistische Vielfalt&quot;</p></div>
<p>Warum? Die Presse hat seit gut zehn Jahren mit massiv sinkenden Abozahlen, Werbeeinbu&#223;en und Auflagenr&#252;ckgang zu k&#228;mpfen. Von 1995 bis 2010 haben die Kaufzeitungen gut ein Drittel ihrer Auflage eingeb&#252;&#223;t und die Abonnementzeitungen ein F&#252;nftel, die Werbeeinnahmen sind ebenfalls um 30 Prozent gesunken.</p>
<p>Die Folge sind Zeitungs- und Redaktionseinstellungen, Lohnkostensenkungen, Entlassungen und vor allem deutlich sp&#252;rbare Reorganisationen in Form von Zusammenlegungen, Kooperationen und Fusionen.  Davon ist die gesamte Branche betroffen, die Verluste sind aber im Lokalen am gr&#246;&#223;ten.</p>
<p>Dort werden Titel eingestellt, erfolgreiche Alternativangebote wie beispielsweise der <em><a href="http://heddesheimblog.de/">Heddesheimblog</a></em> bleiben die Ausnahme. Viele – vor allem kleine Verlage, f&#252;rchten um ihre Existenz, Journalistinnen und Journalisten um ihr Auskommen. Einstellungen und Zusammenlegungen m&#246;gen im Einzelfall marginal und wenig sp&#252;rbar sein, <strong>in der Summe jedoch schwindet die publizistische Vielfalt</strong>.</p>
<p>Ich stelle mir die Frage, wie wir damit medienpolitisch und gesellschaftlich umgehen wollen. Die Vielfalt unserer Medienlandschaft – und dazu z&#228;hlten bislang vielf&#228;ltige Presseangebote &#8211; war immer ein Gut, dessen wir uns in Deutschland ger&#252;hmt haben.</p>
<p>Ich will nicht leugnen, dass es im Netz eine schier un&#252;berschaubare Vielfalt an Angeboten gibt. Die Frage ist allerdings: Ersetzen diese die bisherigen Angebote? Und vor allem: Rechnen sie sich? K&#246;nnen Journalistinnen und Journalisten davon leben?</p>
<p><strong>Bislang ist mir kaum ein Online-Journalismus-Gesch&#228;ftsmodell bekannt, dass schwarze Zahlen schreibt. </strong>Ein Leistungsschutzrecht als Antwort und M&#246;glichkeit, Online-Gesch&#228;ftsmodelle gegenzufinanzieren, &#252;berzeugt mich nicht.</p>
<p>Ich denke nicht, dass wir uns mit einer solchen Ma&#223;nahme dem ann&#228;hern, was medienpolitisch unser eigentliches Ziel sein sollte und muss: n&#228;mlich dem Erhalt und der F&#246;rderung publizistischer Vielfalt.</p>
<p>Im Gegenteil: Es ist zu bef&#252;rchten, dass ein Leistungsschutzrecht in der Hauptsache nur den gro&#223;en Verlagen zugute k&#228;me und die Konzentrationstendenzen damit eher noch bef&#246;rdert w&#252;rde. Abgesehen von den Unklarheiten (sind schon „Snippets“ gesch&#252;tzt und wie soll das gehen?) und m&#246;glichen Kollateralsch&#228;den im digitalen Raum (u. a. tausendfache Verfolgung unerlaubter Nutzung), ist auch die Frage offen, ob bzw. wie viel bei Journalistinnen und Journalisten von den geplanten Lizenz-Einnahmen ank&#228;me.</p>
<div id="attachment_39204" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/aufmacher_leistungsschutzrecht2.jpg"><img class="size-medium wp-image-39204" title="aufmacher_leistungsschutzrecht2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/aufmacher_leistungsschutzrecht2-300x196.jpg" alt="" width="300" height="196" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Ich behaupte: ein Leistungsschutzrecht w&#228;re medienpolitisch gesehen eine Fehlentscheidung. &quot;</p></div>
<p><strong>Meiner Meinung nach verschleiert das Leistungsschutzrecht die eigentlichen Probleme nur</strong> und lenkt von einer differenzierten Auseinandersetzung und manch unangenehmer Frage ab. Ziehen wir diesen Schleier beiseite, m&#252;ssen wir zun&#228;chst die Frage beantworten: Wie viel publizistische Vielfalt wollen wir? Und die unangenehme Frage stellen: Garantiert uns diese weiterhin alleine der Markt?</p>
<p>Wenn wir der Meinung sind: ja, dann ist die Diskussion an dieser Stelle beendet. Dann darf aber auch nicht nach einem Leistungsschutzrecht gerufen werden. Wenn wir die Frage mit einem: „vielleicht doch nicht“ beantworten, gilt es zun&#228;chst den aufsteigenden Flucht-Reflex vor einem Eingriff in die wirtschaftliche Unabh&#228;ngigkeit der Presse und dem Ekel vor dem Geruch nach Subvention zu unterdr&#252;cken.</p>
<p>Bislang wurde noch jeder Vorschlag, der von wissenschaftlicher wie politischer Seite auf dem Tisch lag, als Eingriff in die Unabh&#228;ngigkeit der Presse und regulatorische Keule vehement abgelehnt. Hilfe durch Staat oder Politik? Nein danke. Subventionen und alles, was dem nahe kommt: ohnehin unerw&#252;nscht. Andere EU-L&#228;nder wie die Niederlande, Frankreich oder auch &#214;sterreich gehen anders damit um.</p>
<p>Anstatt nun aber nach einem Leistungsschutzrecht zu rufen, halte ich es f&#252;r ehrlicher und sinnvoller, noch einmal &#246;ffentlich den Diskurs zu beginnen, welche Alternativen es gibt, die Vielfalt publizistischer  Angebote in Presse off- wie online zu st&#228;rken. Dabei m&#252;ssen jene Ma&#223;nahmen  hinten angestellt werden, die eine F&#246;rderung nach dem Gie&#223;kannenprinzip bedeuten w&#252;rden.</p>
<p>Damit fallen einige der uns aus den europ&#228;ischen Nachbarl&#228;ndern bekannten Instrumente weg. Offen zu diskutieren w&#228;re aber zum Beispiel, ob</p>
<ul>
<li><strong>Stiftungen</strong>, die zum Teil &#252;ber &#246;ffentliche Gelder oder Spenden finanziert w&#252;rden und einzelne journalistische Projekte f&#246;rdern (so sie der Vielfalt zugute kommen) eine L&#246;sung sein k&#246;nnten;</li>
<li>eine staatlich unabh&#228;ngige Stelle geschaffen werden sollte (im Medienbereich bekannte Modelle sind KEK, KEF und FFA), die <strong>Gelder f&#252;r Online-Gesch&#228;ftsideen</strong> vergibt, einzelne journalistische Projekte f&#246;rdert oder notleidenden Verlagen mit Krediten aushilft;</li>
<li>Verlage bei der Aus- und Weiterbildung von Journalistinnen und Journalisten unterst&#252;tzt werden sollen;</li>
<li>es noch andere M&#246;glichkeiten gibt, die publizistische Vielfalt zu st&#228;rken und zu erhalten und die Finanzierbarkeit von Journalismus auch im Online-Zeitalter zu gew&#228;hrleisten.</li>
</ul>
<p>Ich habe mir vorgenommen, verschiedene Ma&#223;nahmen zu pr&#252;fen und mit den Betroffenen offen zu diskutieren. M&#246;glicherweise kommt man am Ende dieses Diskurses zu dem Ergebnis, dass die regulativen Keulen zu gro&#223; w&#228;ren und der freie Markt immer noch die bessere Alternative ist. Dann haben wir uns zumindest umfassend damit auseinandergesetzt.</p>
<p><strong>Aber einfach nur blind einem Leistungsschutzrecht hinterherzulaufen, das Konzentrationstendenzen eher beschleunigt, halte ich f&#252;r falsch</strong>. Ich freue mich auf eine anregende und ergebnisoffene Debatte!</p>
<p><em>Tabea R&#246;&#223;ner ist medienpolitische Sprecherin von B&#220;NDNIS 90/DIE GR&#220;NEN im Bundestag. Sie ist au&#223;erdem Mitglied im Ausschuss f&#252;r Kultur &amp; Medien, der Enquete-Kommission „Internet &amp; digitale Gesellschaft“ sowie Obfrau im Unterausschuss „Neue Medien“ des Deutschen Bundestages. Bis 2009 arbeitete sie als freie Journalistin und Autorin, zuletzt als Schluss &#8211; &amp; Planungsredakteurin (CvD) beim ZDF.</em>
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		<title>Es ist ein Buch geworden: Medienwandel kompakt 2008-2010</title>
		<link>http://carta.info/37398/buch-medienwandel-kompakt-2008-2010/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Jan 2011 11:43:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Texte zum Medienwandel aus ihrer digitalen Form in einen analogen Kontext bringen? Warum nicht, sagte sich Jan Krone, sammelte Artikel aus Blogs und machte daraus ein Buch, das jetzt erschienen ist. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer h&#228;tte das gedacht: Der <strong>Medienwandel</strong> kommt  - in Gestalt eines Buches. <a href="http://www.fhstp.ac.at/studienangebot/bachelor/mm/studiengangsteam/krone-jan">Jan Krone</a>, der Herausgeber, hat dazu Beitr&#228;ge von 28 Autorinnen und Autoren zusammen gestellt, die in den letzen 3 Jahren im Netz publiziert worden sind und sich mit der Digitalisierung der Medien befassen. Nun liegen sie erstmals in gedruckter Form vor, thematisch gegliedert in 5 Bereiche: Technologie, Kommunikationsoptionen, Journalismus, Medienwirtschaft und Regulierung.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-37399" title="Buchcover Medienwandel kompakt" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/01/CoverMedienwandel-207x300.jpg" alt="" width="207" height="300" />Etliche sind urspr&#252;nglich hier auf Carta erschienen, andere u. a. auf <a href="http://www.netzwertig.com" target="_blank">netzwertig</a> oder <a href="http://www.neunetz.com" target="_blank">neunetz</a>. Zusammen ergeben sie einen guten &#220;berblick dar&#252;ber, wie die Debatte um den Medienwandel aus dem Netz heraus gesehen und gedeutet wurde. Den gedruckten Beitr&#228;gen fehlen nur die Kommentare, die online dazu kamen und sich des &#246;fteren zu ausgesprochen lebhaften Diskussionen entwickelten. Jedoch sind zu allen Texten im Buch Quellenangaben gemacht, so dass man diese aufrufen kann.</p>
<p>Im Februar wird es in Berlin eine <strong>Pressekonferenz</strong> zu dieser Buchver&#246;ffentlichung geben, organisiert von Jan Krone und  Robin Meyer-Lucht. Weitere Teilnehmer werden Christoph Kappes, Marcel Wei&#223; sowie von Seiten des Nomos-Verlags, Andreas Beierwaltes, sein. Ort und Zeit: BASE_camp, Unter den Linden 10, Montag, 21. Februar 2011, 19:00 Uhr.</p>
<p>Das Buch kostet 29,- Euro ist ab jetzt im Handel oder <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3832962638?ie=UTF8&amp;tag=carta-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=383296263">hier</a> bei Amazon erh&#228;ltlich.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37398&amp;md5=248ab9faa6308cd1c04b5b9d2b37ec99" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bundesverwaltungsgericht erkl&#228;rt Computer zum Rundfunkempfangsger&#228;t</title>
		<link>http://carta.info/35500/bundesverwaltungsgericht-definiert-computer-zum-rundfunkempfangsgeraet/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Oct 2010 13:07:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
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		<category><![CDATA[PC-Gebühr]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig hat sein Urteil zur PC-Geb&#252;hr um eine Woche sp&#228;ter gesprochen, um dann die Sender in ihrer Auffassung sowie die Ministerpr&#228;sidenten nach ihrer Jahreskonferenz in ihrem neuen Rundfunkbeitragsmodell zu best&#228;tigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e6bd987b47764cc0b3c1c7c3bc60256d" alt="" width="1" height="1" />Das  Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wolle am 20. Oktober dar&#252;ber  entscheiden, ob f&#252;r die Nutzung eines Internet-PCs Rundfunkgeb&#252;hren zu  bezahlen sind, meldet die <em><a href="http://funkkorrespondenz.kim-info.de/artikel.php?pos=Politik&amp;nr=8058">Funkkorrespondenz</a></em> vor 11 Wochen. F&#252;r den 20. Oktober sei die m&#252;ndliche Verhandlung angesetzt, ein Urteil solle im Anschluss gesprochen werden.</p>
<p>Am  21. Oktober trafen sich jedoch die Ministerpr&#228;sidenten in Magdeburg, um  das neue Geb&#252;hrenmodell zu diskutieren und zu entscheiden. Und so zog  das Gericht es vor, die Urteilsverk&#252;ndung um eine Woche <a href="http://www.digitalfernsehen.de/Entscheidung-zu-TV-Gebuehren-fuer-Internet-PCs-vertagt.41001.0.html">zu verschieben</a>.</p>
<p>„Computer sind weiterhin rundfunkgeb&#252;hrenpflichtig, unabh&#228;ngig von Verwendungs- und Nutzungsabsicht ihrer Besitzer“, schreibt<em> <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article10575177/Richter-bestaetigen-Rundfunkgebuehr-fuer-Computer.html">DIE WELT</a></em>.  Der 6. Senat des Bundesverwaltungsgerichts zu Leipzig „hat die  Revisionen von drei Kl&#228;gern, einem Anwalt und zwei Studenten gegen  abschl&#228;gige Urteile der Vorinstanzen zur&#252;ckgewiesen“, schildert <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,725554,00.html">Spiegel Online</a></em>.</p>
<p>„Die  Rundfunkanstalten halten die Besitzer von internetf&#228;higen PCs f&#252;r  geb&#252;hrenpflichtig, weil sich mit diesen Ger&#228;ten Sendungen empfangen  lassen, die mit sog. Livestream in das Internet eingespeist werden“, <a href="http://www.bverwg.de/enid/4c9288c0918e00449c4142265195f396,8d6f537365617263685f646973706c6179436f6e7461696e6572092d093133333630093a095f7472636964092d09353737/Pressemitteilungen/Pressemitteilungen_9d.html">stellt</a> der Senat fest. Allerdings wird dieser Livestream von den Sendern  eingestellt und unverschl&#252;sselt angeboten, so dass ein Zugriff f&#252;r jeden  Besitzer eines internettauglichen PC erst dadurch m&#246;glich ist.</p>
<p>Darauf gehen die  Richter jedoch nicht ein. Stattdessen definieren sie den  internetf&#228;higen PC zum Rundfunkempfangsger&#228;t im Sinne des  Rundfunkgeb&#252;hrenstaatsvertrages. Damit gilt f&#252;r den PC das, was auch f&#252;r  einen Fernseher oder Radio gilt.</p>
<blockquote><p>„Bei internetf&#228;higen PC handelt es sich um  Rundfunkempfangsger&#228;te i.S.d. Rundfunkgeb&#252;hrenstaatsvertrags. F&#252;r die  Geb&#252;hrenpflicht kommt es nach dessen Regelungen lediglich darauf an, ob  die Ger&#228;te zum Empfang bereit gehalten werden, nicht aber darauf, ob der  Inhaber tats&#228;chlich Radio- bzw. Fernsehsendungen mit dem Rechner  empf&#228;ngt. Ebenso wenig ist es erheblich, ob der PC mit dem Internet  verbunden ist, wenn er technisch nur &#252;berhaupt dazu in der Lage ist.“</p></blockquote>
<p><strong>Auch  wenn damit in die Grundrechte der Kl&#228;ger eingegriffen wird, die den PC  nur aus beruflichen bzw. informatorischen Gr&#252;nden nutzen, sei dies  gerechtfertigt</strong>. „Dieser Eingriff ist jedoch gerechtfertigt durch die &#8211;  ebenfalls verfassungsrechtlich begr&#252;ndete &#8211; Finanzierungsfunktion der  Rundfunkgeb&#252;hren f&#252;r die &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.“</p>
<p>Allerdings ist die Finanzierung von ARD, ZDF und Deutschlandradio bereits garantiert. W&#228;hrend im privaten Bereich ca. 150.000 „PC-Zahler“  angemeldet sind, kommt man auf fast 33 Mio. Rundfunkgeb&#252;hrenzahler, die  die volle Geb&#252;hr von 17,98 Euro im Monat zahlen. Aus finanzieller Sicht  macht es also keinen Sinn, die wenigen PC-Nutzer, die keinen Rundfunk  empfangen wollen, zur Geb&#252;hrenkasse zu bitten. Bisher war auch kein  Trend zu erkennen, dass Geb&#252;hrenzahler &#252;ber den Verweis auf ihren PC  versucht haben, ihre Geb&#252;hrenzahlungen zu reduzieren. Denn schlie&#223;lich  h&#228;tte man in den letzten Jahren so seine monatlichen Zahlungen von 17,98  Euro auf 5,76 Euro reduzieren k&#246;nnen. Dies ist anscheinend nicht  massenhaft geschehen.</p>
<p>Sicher  kann man auf die Geb&#252;hrengerechtigkeit verweisen:</p>
<blockquote><p>„Der Gleichheitssatz  des Art. 3 Abs. 1 GG verlangt f&#252;r das Abgabenrecht, dass die  Geb&#252;hrenpflichtigen durch ein Geb&#252;hrengesetz rechtlich und tats&#228;chlich  gleich belastet werden. Wird die Gleichheit im Belastungserfolg durch  die rechtliche Gestaltung des Erhebungsverfahrens prinzipiell verfehlt,  kann dies die Verfassungswidrigkeit der gesetzlichen Geb&#252;hrengrundlage  nach sich ziehen.“</p></blockquote>
<p><strong>Allerdings ist es im Internet ein leichtes, seine  Angebote nur denjenigen zur Verf&#252;gung zu stellen, die daf&#252;r auch  bezahlen bzw. bezahlt haben</strong>. Doch diesen Weg wollen ARD und ZDF nicht  gehen. Sie wollen so wie auch auf anderen Verbreitungswegen frei  empfangbar sein. Schlie&#223;lich garantiert ihnen dies, dass in Zukunft alle  bezahlen m&#252;ssen. Damit k&#246;nnen sie letztmalig den Geb&#252;hrenzahlerkreis  erweitern. Die entscheidenden Schritte daf&#252;r sind sie in der  Vergangenheit gegangen. Zum einen bieten sie &#252;ber viele der neuen  Verbreitungswege ihre Programme an, wodurch zum anderen viele Ger&#228;te –  unabh&#228;ngig von deren Nutzung &#8211; zu Rundfunkempfangsger&#228;ten definiert  werden k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Sie bieten sich frei an  und pr&#228;sentieren die Rechnung im Nachhinein</strong>. Schlie&#223;lich konnten sie  davon ausgehen, dass ihnen die obersten deutsche Gerichte im Nachhinein  beispringen. Das liest sich dann so:</p>
<blockquote><p>„Der Gleichbehandlungsgrundsatz  wird vom Rundfunkgeb&#252;hrenstaatsvertrag ebenfalls nicht verletzt. Zwar  werden insofern ungleiche Sachverhalte gleich behandelt, als die  herk&#246;mmlichen monofunktionalen Rundfunkempfangsger&#228;te mit den  multifunktionalen internetf&#228;higen PCs geb&#252;hrenrechtlich gleich behandelt  werden. Entscheidend f&#252;r die Geb&#252;hrenerhebung ist jedoch nicht die  technische Unterschiedlichkeit der Empfangsger&#228;te, sondern die gleiche  M&#246;glichkeit zum Empfang von Rundfunksendungen durch diese  verschiedenartigen Ger&#228;te.“</p></blockquote>
<p>Wer so argumentiert, wer also auf die  M&#246;glichkeit des Empfangs abstellt, braucht sich mit den realen Problemen  und Grenzen nicht zu besch&#228;ftigen. Schlie&#223;lich halten die Sender weder  genug Kapazit&#228;ten vor, noch ist das „deutsche“ Internet „breit“ genug,  um allen Geb&#252;hrenzahlern gleichzeitig den Empfang eines Livestreams zu  erm&#246;glichen. Dies <a href="http://www.heiko-hilker.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=634:keine-internet-versorgungssicherheit-deutschlandspiel-beim-zdf-bester-beweis&amp;catid=5:blog&amp;Itemid=4">zeigte sich</a> nicht zuletzt zur Fu&#223;ball-WM. Im Internet gibt es eben noch keine  Versorgungssicherheit. Um so mehr Leute die Angebote nutzen, um so  unsicherer wird die Versorgung.</p>
<p>Das  Gericht verweist zudem auf den Gleichheitssatz aus dem Grundgesetz, aus  dessen Art. 3 Abs. 1 f&#252;r das Abgabenrecht abgeleitet werden kann, „dass  die Geb&#252;hrenpflichtigen durch ein Geb&#252;hrengesetz rechtlich und  tats&#228;chlich gleich belastet werden. Wird die Gleichheit im  Belastungserfolg durch die rechtliche Gestaltung des Erhebungsverfahrens  prinzipiell verfehlt, kann dies die Verfassungswidrigkeit der  gesetzlichen Geb&#252;hrengrundlage nach sich ziehen.“</p>
<p>Allerdings ist es  nicht allein vom Erhebungsverfahren abh&#228;ngig, ob die Gerechtigkeit  durchgesetzt werden kann. Es ist auch eine Frage des Angebots.  Schlie&#223;lich w&#228;re im Falle einer Verschl&#252;sselung weitestgehend  garantiert, dass nur Geb&#252;hrenzahler die Angebote im Netz sowie auf  mobilen Endger&#228;ten auch nutzen k&#246;nnen. (Dass es anders geht, zeigen  andere Sender wie der ORF oder die SRG, die ihre Angebote auch  verschl&#252;sseln.) Der freie terrestrische Empfang sowie &#252;ber Kabel w&#252;rde  dadurch nicht eingeschr&#228;nkt.</p>
<p>Das  Gericht stellt fest: „Die Rundfunkanstalten k&#246;nnen an der  Geb&#252;hrenpflichtigkeit von internetf&#228;higen PC daher auf Dauer nur  festhalten, wenn diese sich auch tats&#228;chlich durchsetzen l&#228;sst. Insoweit  wird der Gesetzgeber die Entwicklung zu beobachten haben.“ Nun, der  Gesetzgeber hat nicht nur beobachtet, er hat auch schon die  Schlussfolgerungen gezogen. In Zukunft m&#252;ssen alle bezahlen.</p>
<p>Zugespitzt:  Bisher musste man zahlen, wenn man ein Ger&#228;t hatte, das Rundfunk  empfangen konnte. <strong>Ab dem 1. Januar 2013 muss man zahlen, weil man  existiert.</strong></p>
<p>Ulrich Clau&#223; schreibt in der <em><a href="http://www.welt.de/debatte/kommentare/article10568709/GEZ-Urteil-hebelt-die-deutsche-Medienordnung-aus.html">WELT</a></em>:  „Dieses Urteil war allgemein erwartet worden, die Leipziger Richter  konnten gar nicht anders. Alles andere h&#228;tte das deutsche  Rundfunkgeb&#252;hrenmodell in den Grundfesten ersch&#252;ttert.“ Und Michael  Hanfeld konstatiert in der <em><a href="http://www.faz.net/s/Rub510A2EDA82CA4A8482E6C38BC79C4911/Doc%7EE07DFA420502E4D94BEB744E6F762591F%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">FAZ</a></em>:  „Niemals werden ARD und ZDF weniger haben denn jetzt, weil sie ihren  „Finanzbedarf“ nur anmelden m&#252;ssen, um an mehr Geld zu kommen. Diesen  Bedarf pr&#252;ft eine unabh&#228;ngige Kommission (Kef) zwar, doch ist in diesem  System schlicht nicht vorgesehen, dass es Stagnation oder sogar einmal  weniger geben k&#246;nnte. Die Bev&#246;lkerung mag schrumpfen, der Anteil der  Erwerbst&#228;tigen nicht weiter wachsen, der Beitrag f&#252;r den  &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk aber steigt und steigt.“</p>
<p>Und wie reagieren ARD und ZDF: Der Vorsitzende der ARD, SWR-Intendant Peter Boudgoust, <a href="http://www.ard.de/intern/presseservice/-/id=8058/nid=8058/did=1653370/12zcfma/index.html">erkl&#228;rte</a>:  „Die Rundfunkanstalten sehen sich in ihrer Rechtsauffassung best&#228;tigt,  dass die derzeit bestehende gesetzliche Regelung rechtm&#228;&#223;ig ist.“  ZDF-Intendant Markus Sch&#228;chter <a href="http://www.unternehmen.zdf.de/uploads/media/ARD_ZDF_Rundfunkgebuehrenpflicht_Urteil_-_2710.pdf">fordert</a> mit Blick auf die Zukunft: „Um Streitigkeiten dieser Art k&#252;nftig aber  ganz zu vermeiden, ist es wichtig, dass die von den  Ministerpr&#228;sidentinnen und Ministerpr&#228;sidenten geplante Reform der  Rundfunkfinanzierung ab Januar 2013 umgesetzt wird.“</p>
<p><strong>Das  neue Modell wird rechtm&#228;&#223;ig sein. Es wird daf&#252;r sorgen, dass  Streitigkeiten dieser Art weiterhin zu Gunsten von ARD und ZDF gel&#246;st  werden</strong>. Es wird aber auch die Legitimation von ARD und ZDF in Frage  stellen: Wieso muss man f&#252;r Rundfunk bezahlen, auch wenn man ihn nicht  nutzt? Wieso sollen die Einnahmen von ARD und ZDF weiter steigen, obwohl  immer weniger diese Programme nutzen? Insoweit sollten die Sender das  Urteil nicht nur als Freibrief sehen und nehmen. Wenn sie von allen Geld  wollen, m&#252;ssen sie auch allen etwas bieten. Doch wieso spielen der  lange Dokumentarfilm, der Animationsfilm (f&#252;r Erwachsene) sowie der  Kurzfilm – um nur drei Beispiele zu nennen &#8211; in ihren Leitlinien keine  Rolle?</p>
<p>Das  Bundesverwaltungsgericht hat drei F&#228;lle entschieden. Es konnte sich  auch nur zu den vorliegenden &#228;u&#223;ern. Doch was wird im Falle eines  Optikunternehmens, dass vor dem Gie&#223;ener Verwaltungsgericht <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/weiteres-gez-urteil-keine-rundfunkgebuehren-fuer-computer-1.62676">gegen die </a><a href="http://www.sueddeutsche.de/thema/Geb%C3%BChr">Geb&#252;hr</a> geklagt hatte? Das Unternehmen sollte daf&#252;r, dass es, wie die <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/rundfunkgebuehren-urteil-zur-pc-abgabe-computernutzer-muessen-weiter-blechen-1.1016651">S&#252;ddeutsche Zeitung</a></em> schilderte, in bundesweit 650 Filialen Computer gesch&#228;ftlich nutzt,  j&#228;hrlich fast 45.000 Euro bezahlen. Und dies f&#252;r eine Leistung, die nach  Angaben des Anwalts nicht in Anspruch genommen wurde. Das Gie&#223;ener  Verwaltungsgericht gab dem Unternehmen damals Recht.
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<p><small>
<a href="http://carta.info/35500/bundesverwaltungsgericht-definiert-computer-zum-rundfunkempfangsgeraet/">Bundesverwaltungsgericht erkl&#228;rt Computer zum Rundfunkempfangsger&#228;t</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/35500/bundesverwaltungsgericht-definiert-computer-zum-rundfunkempfangsgeraet/#comments">19 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35500&amp;md5=35611de56477dcdf7794b3e0893575ed" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der &#8216;Fehdehandschuh&#8217; der Apparate</title>
		<link>http://carta.info/34122/oeffentlich-rechtlich-privat-internet-disput-medienpolitik-rundfunkstaatsvertrag/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Sep 2010 23:17:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Frank Schirrmacher]]></category>
		<category><![CDATA[Mathias Döpfner]]></category>
		<category><![CDATA[Mercedes Bunz]]></category>
		<category><![CDATA[öffentlich-rechtlicher Rundfunk]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Boudgoust]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Disput um &#246;ffentlich-rechtliche vs. privatwirtschaftliche Angebote im Netz wurde durch 12. Staatsvertrag und Drei-Stufen-Tests nicht befriedet. Im Gegenteil. Szenen einer Diskussion mit Peter Boudgoust, Mercedes Bunz, Mathias D&#246;pfner und Frank Schirrmacher.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Der Preis des Internets?&#8221; &#8211; Unter diesem Motto sollte das Auftaktpanel des <a href="http://www.bdzv.de/pressemitteilungen+M55c2a5ba36a.html">BDZV-Zeitungskongresses</a> eigentlich einen bunten Strau&#223; von Themen durcharbeiten. Doch weil sich beim Leistungsschutzrecht derzeit wenig tut, r&#252;ckte der bekannte Longseller der Medienpolitik wieder in den Vordergrund: Die Rolle der &#214;ffentlich-Rechtlichen im Internet. Seit dem Gutachten von Hans-J&#252;rgen Papier  (&#8220;<a href="http://www.ard.de/intern/gremienvorsitzendenkonferenz-der-ard/aus-der-arbeit/pressemitteilungen/-/id=1026814/nid=1026814/did=1525850/lh35f/index.html">Presse macht Rundfunk</a>&#8220;) ist der Konflikt wieder voll aufgebrochen. Einige der Protagonisten scheinen sich erst jetzt so richtig warm gelaufen zu haben.</p>
<p><em>Carta</em> dokumentiert einige Ausschnitte aus der Diskussion zwischen Peter Boudgoust (ARD), Mercedes Bunz (herself/Guardian), Mathias D&#246;pfner (ASV) und Frank Schirrmacher (F.A.Z.) (Diskussionleitung: Frank Plasberg):</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/15128453?color=FF7700" width="560" height="315" frameborder="0"></iframe></p>
<p>(Den suboptimalen Ton bitten wir vielmals zu entschuldigen.)
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<p><small>
<a href="http://carta.info/34122/oeffentlich-rechtlich-privat-internet-disput-medienpolitik-rundfunkstaatsvertrag/">Der &#8216;Fehdehandschuh&#8217; der Apparate</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/34122/oeffentlich-rechtlich-privat-internet-disput-medienpolitik-rundfunkstaatsvertrag/#comments">9 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34122&amp;md5=54becfd91e3949413a6990eb004a2b9a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>GEZ-Reform: Neuer Gesetzentwurf best&#228;tigt ungez&#252;gelten Datenzugriff durch Haushaltsabgabe [Update]</title>
		<link>http://carta.info/33410/gez-reform-neue-dokumente-bestaetigen-ungezuegelten-datenzugriff-durch-haushaltsgebuehr/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 14:56:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[Haushaltsabgabe]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunkstaatsvertrag]]></category>

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		<description><![CDATA[Carta ver&#246;ffentlicht neuen Gesetzentwurf zur Haushaltsabgabe: Gro&#223;unternehmen und Besitzer von Ferienwohnung werden gegen&#252;ber ersten Planungen entlastet, Behinderte st&#228;rker belastet. Entgegen dem Versprechen der Politik ist die neue Abgabe nicht einfacher - ihre datenschutzrechtlichen Kollateralsch&#228;den sind hingegen abenteuerlich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/b7829f3b59774852bad11c2a8e146ddd" alt="" width="1" height="1" /><em>von Heiko Hilker und J&#252;rgen Scheele</em></p>
<p>Mitte Mai <a href="http://carta.info/27372/gez-reform-carta-veroeffentlicht-entwurf-zum-rundfunkgebuehren-staatsvertrag/">ver&#246;ffentlichte</a> <em>Carta </em>einen von der Rundfunkkommission der L&#228;nder insgeheim vorbereiteten Staatsvertragsentwurf f&#252;r einen ger&#228;teunabh&#228;ngigen Rundfunkbeitrag. Daraus lie&#223; sich ableiten, dass die seinerzeit zumindest nach au&#223;en hin offengehaltene Frage, ob es zu einer allgemeinen Haushalts- und Betriebsst&#228;ttenabgabe komme, hinter den Kulissen – und unabh&#228;ngig von dem im nachhinein die verfassungsrechtliche Legitimation erteilenden <a href="http://www.ard.de/intern/standpunkte/-/id=1453944/property=download/nid=8236/g73vou/Gutachten+zur+Rundfunkfinanzierung.pdf">Kirchhof-Gutachten</a> – l&#228;ngst entschieden war.</p>
<p>Anfang Juni vollzogen die Ministerpr&#228;sidenten unter Federf&#252;hrung Kurt Becks (SPD) das l&#228;ngst Gewollte dann lediglich f&#252;r die mediale &#214;ffentlichkeit nach. Entgegen der in Presse und Rundfunk oft kolportierten Meinung, die Geb&#252;hrenreform f&#252;hre zu einer Reduzierung oder gar Abschaffung der Aufgaben der GEZ, war damals schon klar, dass das Gegenteil der Fall sein w&#252;rde, vielmehr die <strong>Datensammelwut infolge des &#220;bergangs zur Haushaltsgeb&#252;hr enorm ausgeweitet</strong> w&#252;rde.</p>
<p>Nun liegt ein &#252;berarbeiteter <a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/15RAeStV1708.pdf">Entwurf zur &#196;nderung des Rundfunkgeb&#252;hrenstaatsvertrags</a> (Stand: 17.08.2010) vor, der nach unserem Kenntnisstand bereits auf der n&#228;chsten Ministerpr&#228;sidentenkonferenz der L&#228;nder am 29. September verabschiedet werden soll.</p>
<p>Gegen&#252;ber der von <em>Carta </em>im Mai ver&#246;ffentlichten Version (Stand: 31.03.2010) sind die &#196;nderungen bis auf wenige Punkte rein redaktioneller Art. Neu ist lediglich, dass Zweit- und Ferienwohnungen – sofern nicht entgeltlich durch Dritte genutzt – nicht mehr der vollen Abgabenh&#246;he unterworfen sind, sondern nun als sogenannte <strong>Nebenwohnungen </strong>mit einem <strong>Drittel der Geb&#252;hr</strong> in Rechnung gestellt werden. Neu ist auch die Streichung des Nachteilsausgleichs f&#252;r mehr als 580.000 bislang von Rundfunkbeitr&#228;gen befreite Personen mit Behinderungen. <strong>Blinde, sehbehinderte, h&#246;rgesch&#228;digte und behinderte Menschen m&#252;ssen k&#252;nftig einen Betrag in H&#246;he eines Drittels der Geb&#252;hr zahlen.</strong></p>
<p>Die Staffelung nach Unternehmensgr&#246;&#223;e bei Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern ist weiter enthalten. Dies bedeutet eine Verbesserung gegen&#252;ber der ersten Entwurfsfassung, nicht jedoch gegen&#252;ber dem grundlegenden Konstruktionsfehler in der Bemessung der Betriebsst&#228;ttenabgabe. Das hei&#223;t, Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern und einer gro&#223;en Anzahl von Filialen bezahlen mehr als Unternehmen mit 1.000 und mehr Mitarbeitern. Oder, wie einem Bericht des <a href="http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,715543,00.html"><em>Manager Magazins</em></a> zu entnehmen: &#8220;Die Belastung pro Mitarbeiter sinkt, je gr&#246;&#223;er ein Unternehmen ist.&#8221;</p>
<p>Zudem haben schon mittelst&#228;ndische Unternehmen (B&#228;ckereien) darauf hingewiesen, dass vor allem Unternehmen mit einem Filialnetz &#252;berdurchschnittlich belastet werden. Nach ersten Berechnungen im B&#228;ckerhandwerks k&#246;nne sich etwa f&#252;r eine B&#228;ckerei mit sechzig Mitarbeitern, zw&#246;lf Filialen und acht Betriebsfahrzeugen die Jahresgeb&#252;hr von 423 Euro auf fast 2.030 Euro <a href="http://www.heiko-hilker.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=681:fuer-baeckerei-verfuenffacht-sich-rundfunkgebuehr-&amp;catid=5:blog&amp;Itemid=4">erh&#246;hen</a>. Auch die Autovermieter haben auf ihre exorbitante zus&#228;tzliche finanzielle Belastung <a href="http://www.bav.de/images/aktuelles/pdf/positionspapier%20eckpunkte.pdf">aufmerksam gemacht</a>.</p>
<p><strong> Gegen&#252;ber der urspr&#252;nglichen Version wurden somit gro&#223;e Unternehmen und die Besitzer von Zweit- und Ferienwohnungen entlastet</strong>. Personen mit Behinderungen hingegen sind die Verlierer der Revision – ein, wenngleich es sich abgezeichnet hatte, immer noch erstaunliches Ergebnis!</p>
<p>Schlie&#223;lich ist als weitere Neuheit die Streichung der urspr&#252;nglich vorgesehenen Umbenennung von GEZ in „Rundfunkservicezentrale“ zu verzeichnen. Statt von einer Rundfunkservicezentrale spricht der Staatsvertragsentwurf wieder ausschlie&#223;lich von einer &#8220;nichtrechtsf&#228;higen &#246;ffentlich-rechtlichen Verwaltungsgemeinschaft betriebenen Stelle der &#246;ffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten&#8221;.</p>
<p>Das aber ist nichts anderes als der eigent&#252;mliche Status, den die GEZ immer schon inne hatte und der sie im &#252;brigen gerade dann vor Anspr&#252;chen immunisiert, wenn B&#252;rgerinnen und B&#252;rger mit ihr in Konflikt geraten. <strong>Offenbar war es den Ministerpr&#228;sidenten letztendlich doch zu hei&#223;, der &#214;ffentlichkeit ein X f&#252;r ein U vorzumachen und die GEZ lediglich umzubenennen.</strong></p>
<p>Ohne Kontrolleinrichtung – hie&#223;e sie nun GEZ oder Rundfunkservicezentrale – geht es eben auch bei der Haushalts- und Betriebsst&#228;ttenabgabe nicht. Doch sind die <strong>datenschutzrechtlichen Kollateralsch&#228;den</strong> gegen&#252;ber dem bestehenden ger&#228;tebezogenen Modell abenteuerlich.</p>
<p>Denn k&#252;nftig wird es gro&#223;er Kontrollanstrengungen bed&#252;rfen, gerichtsfest festzustellen, wo ein Haushalt oder eine Betriebsst&#228;tte beginnt und wo ein Haushalt oder eine Betriebsst&#228;tte aufh&#246;rt. Ist eine Wohngemeinschaft ein Haushalt oder mehrere Haushalte? Sind Untermieter oder vollj&#228;hrige Kinder mit eigenem Raum in der elterlichen Wohnung geb&#252;hrenpflichtig? Und generell: Wer alles geh&#246;rt zu einem Haushalt?</p>
<p>Bereits der Umstand, dass zuk&#252;nftig s&#228;mtliche Personen Wohnungen zugeordnet werden m&#252;ssen, weist auf eine erhebliche Ausweitung in der Erhebung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten hin. Zudem wird das Innehaben einer Wohnung, einer Betriebsst&#228;tte oder eines geb&#252;hrenpflichtigen Kraftfahrzeugs anzeigepflichtig, so dass alle vollj&#228;hrigen Personen potentiell geb&#252;hrenpflichtig sind und deren bei den Landesrundfunkanstalten <strong>&#8220;unverz&#252;glich schriftlich</strong>&#8221; zu machenden Angaben <strong>bei Ein- und Umzug</strong>, bei An- und Abvermietung, bei An- und Abmeldung zu verifizieren sind.</p>
<p>Ferner werden auch k&#252;nftig Wohnungen in einem erheblichen Ausma&#223;e zu kontrollieren sein, weil sich Unstimmigkeiten und Kontrollnotwendigkeiten schon allein aus divergierenden Datens&#228;tzen ergeben. Denn die von der GEZ weiterhin zu beziehenden Daten der Einwohnermelde&#228;mter sind teils inhaltlich nicht ausreichend, teils auch falsch, teils f&#252;r die Zuordnung von Personen zu Wohnungen nicht brauchbar. Hinzu kommen Datenerhebung und Kontrolle bei Gewerbetreibenden, Selbst&#228;ndigen und Unternehmern, die neben den eigentlichen Verbrauchern ebenfalls belastet werden sollen.</p>
<p>Die Datenverarbeitung wird also beim &#220;bergang zur Haushaltsgeb&#252;hr keineswegs weniger, das Geb&#252;hrenerhebungsverfahren nicht vereinfacht. <strong>Weder w&#252;rde die Legitimationsschw&#228;che des jetzigen Systems behoben, noch mehr Akzeptanz f&#252;r die Geb&#252;hr in der Bev&#246;lkerung geschaffen.</strong></p>
<p>Stattdessen verwandelte sich die GEZ faktisch – so die Einsch&#228;tzung des S&#228;chsischen Datenschutzbeauftragten Andreas Schurig – in eine <strong>&#8220;Supermeldebeh&#246;rde</strong>&#8221; (<a href="http://www.saechsdsb.de/oeffentlichkeitsarbeit/391-presseerklaerung-des-saechsischen-datenschutzbeauftragten-zu-einer-vorgesehenen-haushaltsabgabe-fuer-rundfunkgebuehren">Presseerkl&#228;rung vom 02.02.2010</a>). In einer eingehenden <a href="http://carta.info/27441/ueber-gebuehr-buerokratisch-und-buergerunfreundlich-der-staatsvertrags-entwurf-hinter-den-haushaltsgebuehren/">Analyse</a> f&#252;r <em>Carta </em>hatten wir selbst von einem &#8220;Dokument eines obrigkeitsstaatlichen Rundfunkgeb&#252;hrenstaats&#8221; und vom Entstehen eines kaum verfassungskonformen „bundesweiten Zentralmelderegisters“ gesprochen. Diese Befunde bleiben nach Vorlage der aktuellen Version des Staatsvertragsentwurfs weiterhin aktuell. In ihm wurden keinerlei &#196;nderungen an den unakzeptablen Kontroll-, Melde- und Auskunftspflichten vorgenommen.</p>
<p>Ein Schreiben der f&#252;r den RBB zust&#228;ndigen Brandenburgischen Landesdatenschutzbeauftragten Dagmar Hartge vom 23. April 2010 an die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz – das uns vorliegt und nachstehend in Ausz&#252;gen wiedergegeben wird –, belegt vielmehr, dass der f&#252;r die Erarbeitung des Staatsvertrags zust&#228;ndigen Rundfunkkommission der L&#228;nder sehr wohl erhebliche datenschutzrechtliche Bedenken vorlagen, jene aber bewusst &#252;bergangen wurden. In dem Schreiben hei&#223;t es:</p>
<blockquote><p>[…] Auf Grund der Komplexit&#228;t der Thematik und des engen Zeithorizonts, der uns f&#252;r eine Befassung mit der Materie zur Verf&#252;gung stand, k&#246;nnen wir zun&#228;chst nur eine erste, kurze Stellungnahme abgeben. Insofern erheben unsere Anmerkungen keinen Anspruch auf Vollst&#228;ndigkeit. Allerdings sehen wir bereits heute <strong>erheblichen Nachbesserungsbedarf bei der Formulierung normenklarer Regelungen</strong>. Wie bereits eingangs erw&#228;hnt, konnten wir keine Verbesserung zu Gunsten der Rechte der B&#252;rgerinnen und B&#252;rger auf informationelle Selbstbestimmung feststellen. Im Gegenteil: Unklare Verfahrensregelungen lassen einen starken Anstieg der Beschwerden bef&#252;rchten. Der Entwurf tr&#228;gt weder dem verfassungsrechtlichen Grundsatz der Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit, dem Grundsatz der Normenklarheit noch dem Grundsatz der Datensparsamkeit Rechnung.</p>
<p><strong>Wir bedauern, dass der Systemwechsel nicht zu weniger, sondern zu mehr B&#252;rokratie f&#252;hren wird und wenig b&#252;rgerfreundlich erscheint.</strong> [...]</p>
<p>Eine riesige Datenbank w&#252;rde geschaffen, die weit &#252;ber die Inhalte der Melderegister hinausgeht. Zudem ist eine differenzierte Zugriffsberechtigung, beispielsweise nach den einzelnen Rundfunkanstalten, nicht vorgesehen. Obwohl seit Jahren von Seiten der zust&#228;ndigen Landesdatenschutzbeauftragten kritisiert, h&#228;tte <strong>jeder Sachbearbeiter einen bundesweiten Zugriff auf diese Datenbank</strong>. Gleiches gilt f&#252;r die Rundfunkgeb&#252;hrenabteilungen der Rundfunkanstalten sowie (teilweise) die Rundfunkgeb&#252;hrenbeauftragten. [...]</p>
<p>Im Absatz 2 [aus § 2] wird die Vermutungsregel aufgestellt, dass Inhaber einer Wohnung derjenige ist, der dort nach dem Melderecht gemeldet ist oder im Mietvertrag als Mieter genannt wird. Mit dieser problematischen Definition des Wohnungsinhabers sowie der Definition der Wohnung im Sinne des § 3 StV-E unternimmt der StV-E ersichtlich den Versuch einer vom Melderecht unabh&#228;ngigen Definition dieser Begriffe. [...]</p>
<p>Gleichzeitig halten wir die <strong>Pflicht</strong> der Betroffenen, <strong>bei Ab- und Ummeldung</strong> (§ 7 Abs. 4 Nr. 1 und Nr. 3 [in der Version vom 17.08.2010: § 8 Abs. 3 und Abs. 5 Nr. 1 und 3] a.E. StV-E) <strong>die Daten der verbleibenden Bewohner zu &#252;bermitteln</strong>, f&#252;r unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ig. In vielen F&#228;llen w&#252;rde eine unzul&#228;ssige, weil doppelte Datenerhebung bei den Rundfunkanstalten die Folge sein. Durch regelm&#228;&#223;ige Daten&#252;bermittlungen von den Melderegistern werden die in Rede stehenden Angaben bereits vorhanden sein. [...]</p>
<p>Auch bez&#252;glich der Beachtung des &#220;berma&#223;verbotes und dem Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeitsgrundsatz haben wir Bedenken. So meldet zun&#228;chst der Betroffene selbst seine Daten. Dann erfolgt eine Meldung &#252;ber die Melde&#228;mter. [...]</p>
<p>[...] hinreichend sicherstellen d&#252;rfte, dass die Landesrundfunkanstalten bzw. die Rundfunkservicezentrale &#252;ber die f&#252;r ihre Aufgabenerf&#252;llung notwendigen Daten verf&#252;gen. Hinzu kommt die vorgesehene regelm&#228;&#223;ige Daten&#252;bermittlung seitens der Meldebeh&#246;rden. Damit besteht nach derzeitiger Einsch&#228;tzung kein Anlass, eine zus&#228;tzliche Datenerhebung bei Dritten zuzulassen. [...]</p>
<p>Mit Inkrafttreten des Staatsvertrages ist die Daten&#252;bermittlung der gesamten Datenbest&#228;nde aller Meldebeh&#246;rden an die jeweiligen Rundfunkanstalten vorgesehen. Diese wiederum k&#246;nnen Dritte bzw. die Rundfunkservicezentrale mit der Datenverarbeitung beauftragen. Dadurch entst&#252;nde ein <strong>bundesweites Melderegister</strong>. Inwieweit eine solche Datenbank verfassungskonform, d. h. verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig w&#228;re, ist fraglich. Das Bundesverfassungsgericht (BVerfGE 90, 60) hat in seiner Entscheidung festgestellt, dass bei der Finanzierung des &#246;ffentlichen Rundfunks lediglich sichergestellt werden muss, dass dieser die ihm zukommende Funktion im dualen System erf&#252;llen kann und er zugleich wirksam davor gesch&#252;tzt ist, dass die Entscheidung &#252;ber die Finanzausstattung zu politischen Einflussnahmen auf das Programm genutzt wird. [...] (Hervorhebung <em>Carta</em>)</p></blockquote>
<p>Es muss als bemerkenswert bezeichnet werden, dass diese Einw&#228;nde bei der &#220;berarbeitung des Staatsvertragsentwurfs nicht nur nicht ber&#252;cksichtigt wurden, sondern dar&#252;ber hinaus auch im weiteren keine Mitwirkung der Landesdatenschutzbeauftragten stattfand.</p>
<p>Die Behauptung des f&#252;r den Rundfunk zust&#228;ndigen S&#228;chsischen Staatsministers Johannes Beermann (CDU): &#8220;Das haben wir mit den Datenschutzbeauftragten der anderen Bundesl&#228;nder er&#246;rtert, und die haben daran nichts zu beanstanden&#8221; (<a href="http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2513147">Interview</a> mit der <em>S&#228;chsischen Zeitung</em>, 17.07.2010), ist unzutreffend. Eine Zustimmung bzw. Unbedenklichkeitserkl&#228;rung zur Haushaltsgeb&#252;hr durch die Landesdatenschutzbeauftragten liegt ausdr&#252;cklich nicht vor.</p>
<p>Beermanns Aussage belegt allenfalls eines: <strong>Die Ministerpr&#228;sidenten der L&#228;nder wollen im Falle der Haushaltsgeb&#252;hr weiterhin mit dem Kopf durch die Wand</strong>. Es wird Zeit, dass dem undemokratischen Treiben in den Hinterzimmern der Rundfunkkommission ein Ende gesetzt wird.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Update:</strong> Der urspr&#252;ngliche Absatz zur Betriebsst&#228;ttenabgabe enthielt einen Fehler und wurde nach Hinweis von hape in den Kommentaren ersetzt (5. und 6. Absatz von oben). Hier zur Dokumentation der ersetzte Absatz:</p>
<blockquote><p>Ebenfalls einer &#196;nderung unterworfen wurde die Bemessungsgrundlage f&#252;r  die Betriebsst&#228;ttenabgabe. Bestanden zuvor noch Staffelungen f&#252;r  Unternehmen ab 5.000 (60 Rundfunkbeitr&#228;ge), 10.000 (100  Rundfunkbeitr&#228;ge) und 20.000 (150 Rundfunkbeitr&#228;ge) Besch&#228;ftigten, so  sollen nun alle Firmen ab 1.000 Besch&#228;ftigten einheitlich 20  Rundfunkbeitr&#228;ge entrichten.</p></blockquote>
<p><em>Disclaimer</em>: Dr. J&#252;rgen Scheele ist Referent f&#252;r Medienpolitik bei der Fraktion &#8220;Die Linke&#8221; im Bundestag.
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		</item>
		<item>
		<title>JMStV: Erste Umsetzungsschritte wurden bereits unternommen</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 14:09:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Gesetzgebungsverfahren der Parlamente wird ad absurdum gef&#252;hrt: Die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz begr&#252;ndet, dass man dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag zustimmen m&#252;sse, da schon die erste Umsetzungsschritte unternommen wurden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/4b575ff43950444f95a71d7674e00ec3" alt="" width="1" height="1" />Das Medienreferat von Kurt Becks Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz macht noch einmal Druck und hat eine Handreichung erarbeitet, warum der JMStV in der n&#228;chsten Wochen unterzeichnet werden muss. Dabei scheut man nicht davor zur&#252;ck, darauf zu verweisen, dass schon erste Umsetzungsschritte vorgenommen wurden – und dies, obwohl es von allen Parteien Kritik gab und &#196;nderungsbedarf angemeldet wurde.</p>
<p>Zum Verfahren hei&#223;t es in der Begr&#252;ndung des <a href="http://www.rlp.de/fileadmin/staatskanzlei/rlp.de/downloads/pdf/Medienreferat/Debatte_um_JMStV.pdf">Medienreferats</a> (PDF, 26. Mai 2010):</p>
<blockquote><p>„Die Novellierung wurde sorgsam vorgenommen. Dem diente eine Vorbereitung durch ein wissenschaftliches Institut. In die Beratungen wurden s&#228;mtliche betroffene Institutionen im Bereich Jugendschutz und Wirtschaft einbezogen. In intensiven Verhandlungen wurde ein breiter Konsens gefunden, der durch einzelne &#196;nderungen wieder zur Disposition gestellt werden w&#252;rde.</p>
<p>Der Staatsvertragsentwurf st&#246;&#223;t bei beteiligten Institutionen und in der Medienwirtschaft auf breite Akzeptanz. Das Hans-Bredow-Institut f&#252;r Medienforschung, das bereits die Evaluierung vorgenommen hat, beurteilt die Novellierung ebenfalls positiv. Auch die technische Umsetzbarkeit wird best&#228;tigt. Erste praktische Umsetzungsschritte wurden mit entsprechendem Aufwand bereits unternommen, um die neuen Instrumente auch zeitnah nutzbar zu machen.“</p></blockquote>
<p>Dazu l&#228;sst sich feststellen bzw. fragen:</p>
<ol>
<li> Sorgsamkeit b&#252;rgt nicht f&#252;r Qualit&#228;t und auch nicht daf&#252;r, dass der Realit&#228;t ad&#228;quate Regelungen geschaffen werden, mit denen das Regelungsziel auch erreicht wird.</li>
<li> Wer war denn an den Verhandlungen beteiligt und ist nicht bereit, bestimmte &#196;nderungen mitzutragen? Sind damit Vertreter der L&#228;nder gemeint oder Institutionen, die bei einer Ver&#228;nderungen einzelner Regelungen einen Bedeutungsverlust ihrerseits bef&#252;rchten, wie z.B. die KJM?</li>
<li> In der Medienwirtschaft gibt es keine breite Akzeptanz. Unternehmensverb&#228;nde haben sich gegen die Regelungen ausgesprochen, selbst die ARD sieht mit dem Staatsvertrag gro&#223;e Probleme auf sich zukommen.</li>
<li> Was n&#252;tzt eine breite Akzeptanz der beteiligten Institutionen, wenn es keine Akzeptanz in der medienpolitischen &#214;ffentlichkeit gibt. Die Medienpolitiker der Parlamentsparteien sehen – &#252;ber die Parteigrenzen hinweg &#8211; grunds&#228;tzlichen &#196;nderungsbedarf. Sie wollen die Beschlussfassung verschoben sehen.</li>
<li> Dass ein Institut, das die Evaluierung durchgef&#252;hrt hat, die Novellierung positiv beurteilt, wenn diese die wesentlichen Hinweise des Instituts aufgreift, ist klar.</li>
<li> Die technische Machbarkeit sagt nichts &#252;ber die Nachhaltigkeit, also die Effektivit&#228;t, die M&#246;glichkeiten, die Ma&#223;nahmen zu umgehen sowie die Kosten, also das Aufwand-Nutzen-Verh&#228;ltnis aus.</li>
<li> Wieso kann man erste Umsetzungsschritte mit entsprechendem Aufwand, also finanziellem Aufwand, schon veranlassen, obwohl es doch Kritik aus der Politik und der &#214;ffentlichkeit gibt? Warum kann man nicht wenigstens die Unterzeichnung durch die Ministerpr&#228;sidenten abwarten, da dann bis zur Ratifizierung noch einmal vier bis sechs Monate vergehen? Woraus also ergab sich der Zeitdruck, schon jetzt Auftr&#228;ge auszul&#246;sen? H&#228;tte man nicht entsprechend der Dauer der Vorarbeiten das Inkrafttreten des Staatsvertrages nach hinten schieben k&#246;nnen? So wird das Gesetzgebungsverfahren in den Parlamenten ad absurdum gef&#252;hrt. <strong>Hier werden Tatsachen am Gesetzgeber vorbei ohne staatsvertragliche Grundlage geschaffen, um dann diese Tatsachen als Druckmittel zu nutzen, den Staatsvertrag zu verabschieden. Besser kann man nicht offen legen, dass die Parlamente in Medienfragen nichts zu sagen haben.</strong></li>
</ol>
<p>Eine Folge des Scheiterns der Novellierung sei, so wird behauptet:</p>
<blockquote><p>„Beibehaltung des Status quo f&#252;r mindestens drei weitere Jahre ohne die durch die Evaluierung erreichbaren Verbesserungen“.</p></blockquote>
<p>Daraus folgt im Umkehrschluss, die Novellierung m&#252;sse jetzt durchgezogen werden, da dies sonst erst wieder in drei Jahren m&#246;glich w&#228;re. Warum das so ist, wird nicht n&#228;her ausgef&#252;hrt. Aus der Geltungsdauer sowie den K&#252;ndigungsmodalit&#228;ten (<a href="http://www.landesrecht-bw.de/jportal/;jsessionid=008BFBD90B6FBAB5BC8DBB55A5EB08BD.jpa5?quelle=jlink&amp;query=JMedienSchStVtrG+BW&amp;psml=bsbawueprod.psml&amp;max=true&amp;aiz=true#jlr-JMedienSchStVtrGBWV5StVtr-P26%20jlr-JMedienSchStVtrGBWV4StVtr-P26">§ 26 des aktuellen Staatsvertrages</a>) ergibt sich dies jedenfalls nicht.</p>
<p>Hinzu kommt au&#223;erdem: Wenn sich alle einig sind, was an dem Entwurf noch zu &#228;ndern ist, dann sind die K&#252;ndigungsfristen egal. Es gibt keinen Zeitdruck, den Vertrag jetzt zu verabschieden. Warum sollte also nicht in sechs Monaten eine neue unterschriftsreife Variante vorliegen? Oder haben die Medienreferate kein Zeitfenster f&#252;r eine &#220;berarbeitung? Diktiert also der Arbeitsplan der Regierungsb&#252;rokratie das Verabschieden auch schlechter Gesetze? Oder haben sie einfach keine Lust mehr, sich mit dem Thema zu besch&#228;ftigen?</p>
<p>P.S.: Obwohl schon das eine oder andere Kabinett dem aktuellem Entwurf des Jugendmedienschutzstaatsvertrages zugestimmt hat, soll es doch noch kleine &#196;nderungen geben. Laut <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Nur-noch-kleine-Korrekturen-bei-Reform-des-Jugendmedienschutzes-1014188.html"><em>heise online</em></a> habe dies eine Berliner Regierungsvertreterin am letzten Mittwoch (2. Juni) in einer Sitzung des zust&#228;ndiges Ausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus best&#228;tigt.</p>
<p>Die Alterskennzeichnung werde auf Online-Spiele und Videos begrenzt. Das System der Altersfreigabe solle vereinfacht und vereinheitlicht werden. Die Evaluierungsfrist solle von vier auf drei Jahre verk&#252;rzt werden. Mal sehen, in welche Worte dies gefasst wird.
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		<title>Zugang zu iPad und iPhone: Medienpolitik m&#246;chte Apple das Diskriminieren verbieten</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Jun 2010 12:23:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Regulierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Rundfunkpolitik pr&#252;ft, ob sie Apple zur &#214;ffnung von iPad und iPhone zwingen kann. Dabei gibt es entsprechende Regeln l&#228;ngst &#252;ber das allgemeine Wettbewerbsrecht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/0f46cef718774aa5af180c676c9bb004" alt="" width="1" height="1" />Apples Gesch&#228;ftspraktiken werden zum Thema f&#252;r die deutsche Medienpolitik. Nach Informationen des <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,698894,00.html"><em>Spiegel</em></a> sondiert die Rundfunkkommission der L&#228;nder, ob Regeln f&#252;r einen offenen Plattformzugang – wie sie f&#252;r den Rundfunk gelten – auch auf Apples iPad und iPhone angewendet werden k&#246;nnen. Apple m&#252;sste dann einen diskriminierungsfreien Zugang zu diesen Ger&#228;ten gew&#228;hrleisten.</p>
<p>Apple hat in der Vergangenheit bekanntlich nicht nur erotische Inhalte aus dem App-Store verbannt, sondern auch <a href="http://www.niemanlab.org/2010/04/mark-fiore-can-win-a-pulitzer-prize-but-he-cant-get-his-iphone-cartoon-app-past-apples-satire-police/">politische Karikaturen</a>. &#8220;Die inhaltliche Einflussnahme von Apple ist ein Versto&#223; gegen die Presse- und Meinungsfreiheit, den wir so nicht hinnehmen k&#246;nnen&#8221;, sagte Nikolas Hill, Hamburgs Staatsrat f&#252;r Medien, dem <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,698914,00.html">Spiegel</a></em>.</p>
<p><a href="http://www.artikel5.de/gesetze/rstv.html#para52a">§ 53</a> des Rundfunkstaatsvertrags fordert etwa von Kabelbetreibern die Bereitstellung eines diskriminierungsfreien Zugangs f&#252;r die Inhalteanbieter (Hervorhebungen <em>Carta</em>):</p>
<blockquote><p>Anbieter von Diensten mit Zugangsberechtigung, die Zugangsdienste zu Fernsehdiensten herstellen oder vermarkten, m&#252;ssen allen Veranstaltern zu <strong>chancengleichen, angemessenen und nichtdiskriminierenden Bedingungen</strong> technische Dienste anbieten, die es gestatten, dass deren Fernsehdienst von zugangsberechtigten Zuschauern mit Hilfe von Dekodern, die von den Anbietern von Diensten verwaltet werden, empfangen werden k&#246;nnen.</p></blockquote>
<p>Nach Angaben des <em>Spiegel</em> pr&#252;ft die Rundfunkkommission, ob diese f&#252;r Kabel- und Set-Top-Boxen-Betreiber geschaffenen Regeln auch auf Apples iTunes-Store anwendbar sind.</p>
<p>Dabei kommt allerdings erschwerend hinzu, dass der Gesch&#228;ftssitz von iTunes gar nicht Deutschland ist, sondern <a href="http://carta.info/27316/itunes-die-bild-app-ist-eine-luxemburgerin/">Luxemburg</a>. Apple &#8220;sendet&#8221; also von Luxemburg aus nach Deutschland &#8211; so wie einst RTL.</p>
<p>Auch in den Staatskanzleien werden die Chancen auf eine Regulierung des iTunes-Stores durch Rundfunk(!)-Gesetze offenbar als m&#228;&#223;ig eingesch&#228;tzt. Zu Recht: Denn iTunes ist weder Rundfunk, noch ein Angebot mit Sitz in Deutschland.</p>
<p>Doch die Pl&#228;ne zeigen: Plattformregulierung im Internet &#8211; also der diskriminierungsfreie Zugang zu iPad, iPhone oder Google-Ranking &#8211; wird sicher in der n&#228;chsten Zeit ein gro&#223;es Thema werden.</p>
<p>Die Interessen von deutschen Medienunternehmen und der Regierung sind hier n&#228;mlich nahezu identisch &#8211; alle wollen mehr Regulierung der internationalen Internetsuperm&#228;chte AppleGoogleFacebook. Die Medienindustrie fordert von der Politik eine Absicherung ihrer Marktzug&#228;nge und die Politik greift populistisch gerne den US-Online-Imperialismus an. Die regulierungsfreudige Rundfunkpolitik ist aufgewacht. Ein politisches Traumpaar.</p>
<p>Immerhin: Apple verlangt nach Angaben eines Axel-Springer-Sprechers bereits seit einigen Tagen nicht mehr, dass nackte Busen im Bild-PDF abgedeckt werden &#8211; ein Sieg f&#252;r die Meinungsfreiheit, wenn auch eher von prinzipieller Natur.</p>
<p>Dabei k&#246;nnte am Ende nicht die Rundfunkregulierung, sondern das <strong><a href="http://www.gesetze-im-internet.de/uwg_2004/">allgemeine Wettbewerbsrecht</a></strong> Apple zu einer &#214;ffnung der iPad-Plattformen zwingen. Apple ist n&#228;mlich unstrittig auf dem Weg zu einem marktbeherrschenden Unternehmen im Tablet-Markt &#8211; und als ein derart starkes Unternehmen darf es den <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/uwg_2004/__1.html">Wettbewerb nicht verf&#228;lschen</a>.</p>
<p>Entsprechende Gesetze gegen Diskriminierung gibt es also l&#228;ngst. Die Rundfunkpolitik versucht trotzdem sich zu profilieren &#8211; und der <em>Spiegel</em> dreht diesen kleinen Vorgang als Nachricht.</p>
<p>Zu auch zum Thema Regulierung / iPad auf <em>Carta</em>:</p>
<ul>
<li>Robin Meyer-Lucht: <a href="http://carta.info/27095/abgabenrepublik-deutschland-ipad-15-euro-teurer-durch-urheberrechtsabgabe/">Abgabenrepublik Deutschland: iPad 15 Euro teurer durch Urheberrechtsabgabe</a></li>
</ul>
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/28553/zugang-zu-ipad-und-iphone-die-medienpolitik-moechte-apple-zaehmen/">Zugang zu iPad und iPhone: Medienpolitik m&#246;chte Apple das Diskriminieren verbieten</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/28553/zugang-zu-ipad-und-iphone-die-medienpolitik-moechte-apple-zaehmen/#comments">9 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=28553&amp;md5=833a8a10795220397ad5e2827dcaeafd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>JMStV: Der Arbeitsentwurf vom 18. Februar zum Download</title>
		<link>http://carta.info/23450/jmstv-der-arbeitsentwurf-vom-18-februar-zum-download/</link>
		<comments>http://carta.info/23450/jmstv-der-arbeitsentwurf-vom-18-februar-zum-download/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 11:47:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Aufgrund zahlreicher Nachfragen: Hier ist die aktuelle Version des Entwurfs zum Jugendmedienschutz-Staatsvertrag.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den Entwurf zum neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag kann man auf  den <a href="http://www.rlp.de/ministerpraesident/staatskanzlei/medien/">Seiten</a> der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz problemlos <a href="http://www.rlp.de/fileadmin/staatskanzlei/rlp.de/downloads/medien/Arbeitsentwurf_zur_%C3%84nderung_des_Jugendmedienschutz-Staatsvertrages.pdf">herunterladen</a>. Das Problem: Die derzeit dort abrufbare Version stammt vom 7. Dezember 2009. In der Zwischenzeit hat eine Anh&#246;rung zum Gesetzesvorhaben stattgefunden. Es gibt zahlreiche &#196;nderungen im Entwurf. Doch die j&#252;ngste Fassung steht der &#214;ffentlichkeit nicht zur Verf&#252;gung, sondern nur einem eingeweihten Kreis von Politikern und Interessenvertretern.</p>
<p>&#196;hnlich wie beim Zugangserschwerungsgesetz wird nun auch beim Jugendmedienschutz-Staatsvertrag versucht, hinter verschlossenen T&#252;ren hastig ein Gesetz abzustimmen. Die 16 L&#228;nder bevorzugen es, unter sich zu sein, wenn sie &#8211; wie beispielsweise heute auf der Sitzung der Rundfunkkommission &#8211; m&#252;hsam versuchen, eine gemeinsame Linie zu finden.</p>
<p>Im Ergebnis wird politisch &#252;ber das Internet entschieden, ohne dass der Vertragsentwurf im Internet zu lesen w&#228;re. Derartige Praktiken erscheinen nicht nur anachronistisch &#8211; sie f&#252;hren am Ende sicher auch nicht zu guten Gesetzen. Die Medienregulierung ist hierzulande von Open-Government-Ans&#228;tzen noch sehr weit entfernt.</p>
<p>Bis sich das ge&#228;ndert hat: Hier ist die aktuelle Arbeitsversion des JMStV vom 18. Februar als <strong><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/02/Arbeitsentwurf_JMStV_18_02_2010.pdf">PDF</a></strong>.</p>
<p>Auch zum Thema auf Carta:</p>
<ul>
<li>Robin Meyer-Lucht: JMStV: <a href="http://carta.info/23107/jmstv-keine-netzsperren-keine-entwarnung/">Keine Netzsperren, keine Entwarnung</a></li>
</ul>
<p><em>Nachtrag: Wenn jemand aus dem PDF eine konsolidierte Fassung des neuen JMStV erstellt haben sollte, bitte kurz bei uns melden. Auch sonstige Hinweise und Anregungen gerne in den Kommentaren. </em>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/23450/jmstv-der-arbeitsentwurf-vom-18-februar-zum-download/">JMStV: Der Arbeitsentwurf vom 18. Februar zum Download</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/23450/jmstv-der-arbeitsentwurf-vom-18-februar-zum-download/#comments">3 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=23450&amp;md5=2103ed14013762e313783e4230d23783" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Schweizer Zeitungsmarkt im Umbruch: Der Tettamanti-Deal gegen Tamedia</title>
		<link>http://carta.info/23373/schweizer-zeitungsmarkt-im-umbruch-der-tettamanti-deal-gegen-tamedia/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 11:52:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Tamedia]]></category>
		<category><![CDATA[Tito Tettamanti]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit dem Kauf der Basler Zeitung durch Tito Tettamanti wird die Aufl&#246;sung des kleinteiligen Schweizer Printsektors beschleunigt. Der Medienumbruch ist hier radikaler als in Deutschland, Gratiszeitungen haben ein gr&#246;&#223;eres Gewicht und die Meinungsmacht wird weniger reguliert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/035940ef9eff47fc820a1a1e33218165" alt="" width="1" height="1" /> So viel &#246;ffentliche Aufmerksamkeit, wie ihr in j&#252;ngster Zeit zuteil wird, ist f&#252;r die eher beh&#228;bige Schweiz ungewohnt. Aber nicht nur wegen Datenklau und Bankgeheimnis, wegen Ghaddafi und Minarett-Verbot steht sie im internationalen Rampenlicht. Sogar ihre Medien selbst geraten immer &#246;fter in die Schlagzeilen – zuletzt die <em>Basler Zeitung</em>, die &#252;berraschend vom Tessiner Finanzier <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tito_Tettamanti">Tito Tettamanti</a> mehrheitlich &#252;bernommen wurde.</p>
<p>Der Deal erregte aus mindestens zwei Gr&#252;nden Aufsehen: Erstens steigt ein branchenfremder Investor in gro&#223;em Stil in die Schweizer Medienindustrie ein, der freilich schon einmal zuvor die Jean Frey AG und damit die renommierte <em>Weltwoche</em> als Miteigent&#252;mer zeitweilig &#252;bernommen hatte. Zweitens kann man in Tettamantis Engagement auch die Absicht erkennen, der Ausbreitungsstrategie des gr&#246;&#223;ten Zeitungskonzerns in der Schweiz, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tamedia">Tamedia</a>, ein Bollwerk entgegenzusetzen.</p>
<p>Da der 80-j&#228;hrige Tettamanti – &#228;hnlich wie auf internationalem Parkett George Soros – auch durch hohen intellektuellen Anspruch aus dem Einerlei geldgieriger Banker und Private-Equity-Investoren herausragt, r&#228;tselt man &#252;ber die Motive seines <a href="http://blog.rebell.tv/was-investor-tito-tettamanti-von-seinen-medien-erwartet-echt-liberal-und-nicht-politisch-korrekt.html">Engagements</a>: Hofft er nur, in einer notleidenden Branche noch mehr Geld zu verdienen, als er ohnehin schon hat? M&#246;chte er politisch Einfluss gewinnen, und ist ihm daf&#252;r das Forum des Regionalblatts <em>Corriere del Ticino</em>, in dem er &#246;fter mal als Gastkolumnist schreibt, zu eng geworden? Oder ist seine Beteiligung auch als ein patriotischer Akt zu werten, mit dem er die Pressevielfalt bewahren m&#246;chte und sich gegen zwei Wettbewerber stemmt, die &#252;berm&#228;chtig zu werden drohen?</p>
<p>Der eine dieser Wettbewerber ist jedenfalls die Tamedia. Seitdem sie im Vorjahr das gr&#246;&#223;te Verlagshaus der Westschweiz, Edipresse, gekauft hat, erstreckt sich ihr Imperium vom Thurgau im Osten des Landes bis nach Genf. Sie kontrolliert neben vielen Regionalbl&#228;ttern mit <em>20 Minuten</em> die gr&#246;&#223;te (und wohl auch die einzig wirklich profitable) Gratiszeitung, mit dem <em>Tages-Anzeiger</em> und <em>Le Temps</em> die beiden gr&#246;&#223;ten Qualit&#228;tszeitungen in Z&#252;rich und Genf und mit <em>Bund</em> und <em>Berner Zeitung</em> die Schweizer Hauptstadtpresse.</p>
<p>Der andere Riese, gegen den Tettamanti furchtlos antritt, ist nicht etwa Ringier oder die NZZ-Gruppe, die bis zuletzt als Kaufinteressent der <em>Basler Zeitung</em> ebenfalls im Spiel gewesen sein soll, sondern das &#246;ffentlich-rechtliche Radio und Fernsehen. &#196;hnlich wie ARD und ZDF in Deutschland wird es mit seinem exzessiven Internetangebot zusehends zum direkten Konkurrenten der Zeitungsh&#228;user. Nicht nur ob seines Geb&#252;hrenpolsters, sondern auch dank seines t&#228;glich ohnehin produzierten Fundus an Film-, Video- und Podcastmaterial, das sich im Netz zweitverwerten l&#228;sst, haben es die Verlage zusehends schwer, sich in der neuen Medienwelt als Wettbewerber gegen den &#246;ffentlich-rechtlichen Giganten zu behaupten.</p>
<p>In der Schweiz ist die Medienlandschaft, die zumindest im Printsektor bislang sehr kleinteilig war, in einem viel radikaleren Umbruch begriffen als im benachbarten Deutschland. Der Konzentrationsschub konnte sich auch deshalb ungehemmt entfalten, weil die Medienpolitik es verschlafen hat, sich rechtzeitig um die Pressekonzentration zu k&#252;mmern; es gibt nur die kartellrechtlichen Bestimmungen, die auch f&#252;r alle anderen Branchen G&#252;ltigkeit haben.</p>
<p>Aber selbst Riesen wie die Tamedia haben ihre Sorgen. Zum einen d&#252;rfte sie sich Edipresse zu fr&#252;h und damit auch zu teuer einverleibt haben. Zum anderen hat die Tamedia zwar ihre Verfolger auf dem Markt der Gratiszeitungen abgesch&#252;ttelt: Zwei Konkurrenzbl&#228;tter (<em>.ch</em> und <em>cashdaily</em>) wurden inzwischen eingestellt, eine weitere Gratiszeitung aus dem eigenen Haus dicht gemacht (<em>News</em>), und in der Westschweiz hat die Tamedia ihre beiden franz&#246;sischsprachigen Titel <em>Matin bleu</em> und <em>20 Minutes</em> fusioniert. Bleibt als Wettbewerber in der Deutschschweiz noch der <em>Blick am Abend</em> aus dem Ringier-Verlag, der nachmittags erscheint und aus dem Gratistitel <em>heute</em> hervorgegangen ist.</p>
<p>Ob indes die Tamedia mit ihrer Gratiszeitungs-Cashcow so richtig froh wird, steht auf einem anderen Blatt. Kurt W. Zimmermann, einst selbst einer der Top-Manager bei diesem Medienkonzern und heutiger Kolumnist der <em>Weltwoche</em>, hat seinem fr&#252;heren Arbeitgeber k&#252;rzlich vorgerechnet, wie viel Geld <em>20 Minuten</em> bereits verbrannt habe. Das Blatt verdiene zwar satte 20 Millionen Franken (rund 18,5 Millionen Euro), aber die Gratiszeitung habe eben auch den Zeitungsmarkt verw&#252;stet.</p>
<p>F&#252;r die gesamte Presse liege der Kollateralschaden bei j&#228;hrlich 250 Millionen Franken &#8211; Verluste, die durch reduzierte Abo-, Einzelverkaufs- und Werbeerl&#246;se den herk&#246;mmlichen Zeitungen in den letzten zehn Jahren entstanden seien, seit <em>20 Minuten</em> auf dem Markt ist. Allein bei den beiden zur Tamedia geh&#246;renden Qualit&#228;tsbl&#228;ttern <em>Tages-Anzeiger</em> und <em>Berner Zeitung</em> sch&#228;tzt der Branchenkenner die Mindereinnahmen auf 50 Millionen Franken per anno. Der Spa&#223;vogel Zimmermann forderte daher den Verwaltungsratspr&#228;sidenten der Tamedia, Piero Supino, in einem „offenen Brief“ ultimativ auf, das Gratisblatt „sofort“ einzustellen. <em>20 Minuten</em> sei „volks- wie betriebswirtschaftlich ein Desaster“.</p>
<p>Zimmermann lastet die Erl&#246;sminderung allerdings wohl allzu einseitig der Gratispresse an, als h&#228;tte nicht auch das Internet seinen Anteil am Wegbrechen der Zeitungsauflagen und Werbegelder. Der Sprecher der Tamedia, Christian Zimmer, h&#228;lt entgegen, die zehn gr&#246;&#223;ten deutschen Tageszeitungen h&#228;tten in den letzten zehn Jahren ohne Gratiskonkurrenz gr&#246;&#223;ere Auflagenverluste und Erl&#246;seinbr&#252;che zu verkraften gehabt als die Schweizer Titel.</p>
<p>Wie immer man die Sache dreht und wendet, ist Tito Tettamantis Investment in die <em>Basler Zeitung</em> jedenfalls ein hoher Spieleinsatz, auch dann, wenn er &#8211; was zu vermuten ist &#8211; g&#252;nstig eingekauft haben sollte. Denn absehbar ist derzeit eigentlich nur, dass <em>20 Minuten</em> weiterhin profitabel bleibt, und dass die Schweizer Zeitungen auch in naher Zukunft Schlagzeilen produzieren werden – nicht zuletzt &#252;ber die eigene Branche.</p>
<p><em>Dieser Text erschien zuerst im <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien-news/Schweizer-Pressemarkt-Basler-Zeitung-Tino-Tettamanti-Tages-Anzeiger-Ringier;art15532,3036632">Tagesspiegel</a> &#8211; Crossposting mit freundlicher Genehmigung des Autors.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=23373&amp;md5=bbc4592e597001ef9075f23aad7e1795" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>JMStV: Keine Netzsperren, keine Entwarnung</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 17:13:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Rundfunkstaatsvertrag]]></category>

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		<description><![CDATA[Im j&#252;ngsten Entwurf des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags fehlt tats&#228;chlich die versch&#228;rfte Providerhaftung. Doch es bleibt ein disfunktionaler, verstolperter Gesetzentwurf, der krampfhaft versucht, die Jugendschutzprinzipien des Rundfunks auf das Internet zu &#252;bertragen. Eine Peinlichkeit f&#252;r die deutsche Medien- und Netzpolitik.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/ce490666700c4781ad9fe0f3ac583647" alt="" width="1" height="1" /> Am vergangenen Donnerstag erschien auf <em>Golem</em> eine Art <a href="http://www.golem.de/1002/73237.html">Entwarnungsartikel</a> zum Thema Jugendmedienschutz-Staatsvertag (JMStV): Es seien keine Netzsperren geplant, es solle keine Zwangskennzeichnung geben, der Anbieterbegriff sei ungl&#252;cklich formuliert gewesen, habe man aus der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz erfahren. Die Referentenebene habe einger&#228;umt, dass der Gesetzentwurf nicht gut gemacht &#8211; und auf jeden Fall anders gemeint &#8211; gewesen sei.</p>
<p>J&#246;rg Olaf Sch&#228;fers <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/in-mehr-oder-weniger-eigener-sache-jmstv-alles-gut/">zweifelte</a> daraufhin auf <em>Netzpolitik</em>, ob dies denn alles so stimmen k&#246;nnte: &#8220;Die Meldung bei Golem.de passte einfach nicht zur Nachrichtenlage der letzten Tage.&#8221; Sch&#228;fers bohrte noch einmal bei Golem nach, ob die Redaktion denn wirklich neue Quellen habe. Dort bezog man sich auf eine Pressemitteilung und ein Hintergrundgespr&#228;ch. Sch&#228;fers wiederum schloss daraus: &#8220;Bei der Darstellung von Golem handelt es sich um die (alt-)bekannte und gestern noch einmal best&#228;tigte Position der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz.&#8221;</p>
<p>Auch Alvar Freude wollte der <strong>&#8220;Alles nicht so gemeint&#8221;-Rhetorik</strong> aus Mainz nicht recht glauben und verwies noch einmal auf die <a href="http://blog.odem.org/2010/02/horrorkabinett.html">sperrversessene Stellungnahme</a> der Kommission f&#252;r Jugendschutz, die einen erheblichen Einfluss auf den Gesetzgeber haben d&#252;rfte.</p>
<div id="attachment_23279" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/02/jmstv_2.jpg"><img class="size-medium wp-image-23279 " style="margin: 2px;" title="jmstv_2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/02/jmstv_2-300x197.jpg" alt="jmstv_2" width="300" height="197" /></a><p class="wp-caption-text">Jugendmedienschutz-Staatsvertrag: Kein Kindernetz, aber auch kein gutes Gesetz</p></div>
<p>Was ist nun der echte Stand? Doch kein <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/kindernet-jmstv-entwurf-muss-vom-tisch/">Kindernet</a>? Kein Grund zur <a href="http://wiki.piratenpartei.de/Jugendmedienschutz-Staatsvertrag/Mahnwachen_gegen_den_neuen_JMStV-Entwurf_am_23._und_24._Februar_2010">Mahnwache</a>? Gibt es wirklich Anlass zu einer Entwarnung in Sachen JMStV? <em> </em></p>
<p><em>Carta</em> liegt eine Fassung des JMStV-Entwurfs vom 12. Februar vor. Diese Version entstand also nach der <a href="http://ak-zensur.de/2010/01/jmstv-anhoerung.html">Anh&#246;rung</a> vom 27. Januar. Mittlerweile wurden weitere kleinere &#196;nderungen in den Entwurf eingef&#252;gt. Die aktuelle Version steht am Mittwoch in der Rundfunkkommission zur Abstimmung. Bereits am Donnerstag kommt es zu einer ersten Befassung der politischen Ebene. Eine weitere Anh&#246;rung und Einbeziehung der &#214;ffentlichkeit vor Beschluss ist jedoch nach bisherigen Informationen nicht vorgesehen.<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Keine Netzsperren: Internetprovider</strong> <strong>werden tats&#228;chlich weitgehend aus der Pflicht genommen</strong></p>
<p>Die neueste Fassung des JMStV sieht tats&#228;chlich eine erhebliche Verbesserung f&#252;r die Internetzugangsanbieter vor. Urspr&#252;nglich konnte man das Gesetz so lesen, dass Internetprovider als Anbieter im Sinne des Jugendschutzgesetzes f&#252;r die <a href="http://blog.1und1.de/2010/01/22/das_ende_der_freien_kommunikation_im_internet/">altersgerechte Sperrung von Inhalten</a> zust&#228;ndig sein k&#246;nnten. Dies wird nun tats&#228;chlich klargestellt. Internetprovider sind keine Anbieter.</p>
<p>In § 3 des JMStV soll es nun hei&#223;en: Angebote seien &#8220;Inhalte im Rundfunk oder Inhalte von Telemedien im Sinne des Rundfunkstaatsvertrages&#8221;. Anbieter seien &#8220;Rundfunkveranstalter und Anbieter von Telemedien&#8221;. Dies bedeutet konkret: Internetprovider haften im Jugendschutz nicht als Anbieter. Sie k&#246;nnen aber weiterhin nach § 59 <a href="http://www.alm.de/fileadmin/Download/Gesetze/RStV_aktuell.pdf">Rundfunkstaatsvertrag</a> zur Sperrung von Angeboten im Inland gezwungen werden, sofern sich andere Ma&#223;nahmen gegen die Anbieter als wirkungslos erwiesen haben. Diese Regelung wird von den Gerichten jedoch so gut wie nie angewendet und in h&#246;heren Instanzen meist wieder verworfen, da sie strengsten Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeitskriterien gen&#252;gen muss (<a href="http://www.ffh.de/downloads/Sperrungsverfuegung_im_Internet.pdf">Gutachten  des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags</a>).</p>
<p>Zus&#228;tzlich steht nun in § 11 JMStV, dass Internetprovider Jugendschutzprogramme lediglich &#8220;leicht auffindbar anbieten&#8221; m&#252;ssen. Zuvor stand an dieser Stelle, die Provider m&#252;ssten ein Jugendschutzprogramm &#8220;bereithalten&#8221;. Dadurch konnte der Gesetzestext so interpretiert werden, dass die Internetprovider selbst Jugendschutzfilter obligatorisch angeschaltet haben sollten.</p>
<p>Die Haftung der Internetanbieter wurde also ganz erheblich zur&#252;ckgenommen, so wie es sich nach der Anh&#246;rung <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Zugangsprovider-Haftung-soll-nicht-erweitert-werden-916325.html">angedeutet</a> hatte. In diesem zentralen und paradigmatischen Aspekt ist der neue JMStV-Entwurf tats&#228;chlich besser als seine Vorversionen.</p>
<p>Doch dies bedeutet keine Entwarnung: Dieser JMStV-Entwurf ist ein disfunktionales, schlecht gearbeitetes Gesetz, das kaum etwas f&#252;r den konkreten Online-Jugendschutz nutzt, aber daf&#252;r sonst viele Kollateralsch&#228;den bringt. Es ist ein Gesetz, dass in der alten Medienordnung verhaftet ist. Es droht in der Hand von 16 Staatskanzleien in Unverst&#228;ndlichkeit und Symbolpolitik zu zerbr&#246;seln. Netzpolitik wird hier von Rundfunkpolitikern betrieben.</p>
<p>Im Kern ergeben sich weiterhin folgende zentralen Kritikpunkte an dem Entwurf:</p>
<p><strong>1. Missverstandene Konvergenz: Ein Jugendschutzgesetz f&#252;r Rundfunk und Internet</strong></p>
<p>Rundfunk und Internet sind zwei grundverschiedene Medien: Jugendschutz im Internet muss, wenn er funktionieren soll, v&#246;llig anders aufgebaut sein. Hier wird aber versucht, die Jugendschutzparadigmen der Rundfunkordnung auf das Internet zu &#252;bertragen. Das Ergebnis sind so phantasievolle Absurdit&#228;ten wie Sendezeiten im Internet.</p>
<p>Der erste Schritt f&#252;r einen sinnvollen und wirksamen Jugendschutz im Internet w&#228;re es zu fragen: Wie k&#246;nnte er funktionieren? Doch diese Frage stellt der Gesetzentwurf nicht. Dies erkennt man beispielsweise daran, dass er sich f&#252;r Angebote aus dem Ausland kaum interessiert &#8211; sollen Jugendliche etwa nicht &#8220;im Ausland&#8221; surfen? Stattdessen wird hier versucht, beim Jugendschutz &#8220;nicht zu kapitulieren&#8221; und das Bew&#228;hrte irgendwie dem Netz &#252;berzust&#252;lpen.</p>
<p><strong>2. Neue Anbieterpflichten f&#252;r Altersstufen und User-Generated-Content<br />
</strong></p>
<p>Im neuen Jugendschutzrecht soll es vier Altersstufen geben: ab 6 Jahre, ab 12 Jahre, ab 16 Jahre und ab 18 Jahre. Die Anbieter von Websites sollen freiwillig kennzeichnen, f&#252;r welche Altersgruppen ihre Inhalte geeignet sind. Zus&#228;tzlich m&#252;ssen sich die Anbieter verpflichten, nutzergenerierte Inhalte auf jeden Fall altersstufenkennzeichnungsgerecht zu filtern. In der Granularit&#228;t von vier Alterstufen verbunden mit f&#252;r Laien kaum verst&#228;ndlichen Gummibegriffen wie &#8220;Beintr&#228;chtigung der gemeinschaftsf&#228;higen Pers&#246;nlichkeitsentwicklung&#8221; kann man dies als Anbieter nur noch leisten, wenn man sich bzw. den Redakteuren einen JMStV-Berater zur Seite stellt.</p>
<p>Weist der Inhalteanbieter die &#8220;freiwillig&#8221; gekennzeichneten Inhalte zudem mit der falschen Altersfreigabe aus, so k&#246;nnen ihm hohe Geldstrafen drohen.</p>
<p>Dieser Jugendmedienschutz-Entwurf ist ein gravierender Eingriff in die Kommunikations- und Meinungsfreiheit der Inhalteanbieter, wozu im Netz bekanntlich potenziell jeder geh&#246;rt. Den Inhalteanbietern werden mit den Altersstufen und bei der Einbindung von Nutzerinhalten erhebliche neue Auflagen gemacht. Wer sie nicht &#8220;freiwillig&#8221; einhalten will, muss damit rechnen, dass er f&#252;r Nutzer unter 18 Jahren m&#246;glicherweise nicht mehr erreichbar ist.</p>
<p>Ein Hauptproblem des Gesetzentwurfs ist damit folgendes: Die neuen faktischen Anbieterpflichten stehen v&#246;llig unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ig zu der erwartbaren geringen Verbesserung des Jugendschutzes. Das Gesetz sorgt f&#252;r neuen  Regulierungsstress bei Websitebetreibern, ohne dass der Schutz vor  jugendgef&#228;hrdenen Inhalten wirklich verbessert w&#252;rde.</p>
<p><strong>3. Es gilt die Schuldvermutung: Latentes Whitelist-Prinzip und Staats-API</strong></p>
<p>Ein Grundansatz dieses Gesetzentwurfes ist es, eine Art gesetzlich protegierte Staats-API f&#252;r Jugendschutzprogramme zu schaffen. Den Jugendschutzprogrammen soll durch anbieterseitige Kennzeichnung das Filtern vereinfacht werden. Dabei gilt hier implizit die Schuldvermutung und das Whitelist-Prinzip: Wer sich nicht selbst als unbedenklich deklariert, ist bedenklich. Wer als Anbieter nicht mitmacht, ist verd&#228;chtig &#8211; und k&#246;nnte in den Filterprogrammen vorsichtshalber ausgefiltert werden.</p>
<p>W&#228;hrend den Inhalteanbietern sehr viel vorgeschrieben wird, steht im Gesetz erstaunlich wenig &#252;ber die Funktionalit&#228;ten der Jugendschutzprogramme. Der Gesetzgeber h&#228;lt es nicht f&#252;r erforderlich, die Umschaltbarkeit von Whitelist- auf Blacklist-Verfahren bzw. die Standard-Einstellungen in den Filtern vorzuschreiben. Dies spricht B&#228;nde &#252;ber das Denken hinter diesem Gesetz.</p>
<p><strong>4. Weitere Einschr&#228;nkung der neutralen Internetprovider-Position</strong></p>
<p>Auch wenn die Internetprovider jetzt nicht direkt in Jugendschutzfragen haften &#8211; ihre neutrale Position wird weiter ausgeh&#246;hlt. Sie werden nun gezwungen, Jugendschutzfiltergramme f&#252;r ihre Nutzer &#8220;leicht auffindbar&#8221; anzubieten. Eine solche Vorschrift verkennt die leichte Auffindbarkeit entsprechender Programme im offenen Internet. Sie nimmt die Interprovider symbolisch und durch die Hintert&#252;r doch wieder in die Pflicht. Das Gesetz stellt so eine weitere Einschr&#228;nkung der neutralen Position der Internetprovider in der digitalen Kommunikationsordnung dar. Von dieser Aush&#246;hlung bis zum Provider als Hilfssheriff ist es ein kurzer Weg.</p>
<p><strong>5. Falsch verstandene Eigeninitiative und Freiwilligkeit</strong></p>
<p>Das Jugendmedienschutzgesetz soll nach Vorstellung der Staatskanzleien die Eigeninitiative der Eltern und die Freiwilligkeit auf Seiten der Inhalteanbieter bef&#246;rdern. Den Eltern sollen &#8211; wenn von ihnen gew&#252;nscht &#8211; wirksame Jugendschutzfilter zur Verf&#252;gung stehen. Die Inhalteanbieter sollen irgendwie freiwillig mitmachen. Doch hinter der Rhetorik von Eigeninitaitive und Freiwilligkeit steht in Wirklichkeit vor allem die erhebliche indirekte F&#246;rderung von Jugendschutz-Zertifizierern. Statt die Bildung offener Jugendschutzstrukturen und einen Wettbewerb der L&#246;sungsmodelle zu unterst&#252;tzen, scheint das Gesetz eher die staatsnahen Institutionen &#8211; wie die Kommission f&#252;r Jugendmedienschutz (<a href="http://www.jugendschutz.net/jugendschutz_net/KJM/index.html">KJM</a>) und <a href="http://www.jugendschutz.net/">jugendschutz.net</a> &#8211; zu f&#246;rdern.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Mit dem neuen Arbeitsentwurf hat der JMStV die Provider ma&#223;geblich von der Verantwortung f&#252;r den Jugendschutz entlastet. Es bleibt aber ein disfunktionales, verstolpertes Gesetz, das viel &#196;rger f&#252;r die Anbieter und kaum etwas f&#252;r den Jugendschutz bringt. Es ist ein St&#252;ck hilflose Symbolpolitik, mit der die 16 Bundesl&#228;nder versuchen, ihre mangelnde Internetkompetenz zu &#252;berdecken.</p>
<p>Wir konnten hier nur einige aus unserer Sicht  zentrale Kritikpunkte  nennen. Die Liste ist keinesfalls vollst&#228;ndig.  Daher sind wir auf  Kommentare und Hinweise gespannt.</p>
<p><em>Nachtrag: </em><em>Carta wird versuchen, den Entwurf des JMStV so schnell wie m&#246;glich zu ver&#246;ffentlichen. </em></p>
<p><em><span style="color: #ffffff;"> </span></em><em>Update: Der <a href="http://carta.info/23450/jmstv-der-arbeitsentwurf-vom-18-februar-zum-download/">Arbeitsentwurf des JMStV</a> vom 18.2.2010 steht nun auf Carta zum Download bereit.</em></p>
<p><em><br />
</em>
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		<title>Christian St&#246;cker: &#8220;Die Vorteile eines freien Netzes &#252;berwiegen seine Nachteile&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 11:44:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Christian St&#246;cker (SpOn) mit einem Pl&#228;doyer f&#252;r das freie und neutrale Netz: &#252;ber die segensreiche Dummheit des Netzes, &#252;ber Etikette statt Exhibitionismus-Klagen und &#252;ber Urheber- und B&#252;rgerrechte. Ein 13-Minuten-Video.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Christian <a href="http://twitter.com/chrisstoecker">St&#246;cker</a>, stellvertretender Ressortleiter der <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/">Netzwelt</a> bei <em>Spiegel Online</em>, hat in sieben Thesen auf einem <a href="http://www.bitkom.org/de/veranstaltungen/102_61430.aspx">Forum</a> des Branchenverbands Bitkom eing&#228;ngig und stringent erkl&#228;rt, warum ein Menschenfeind sein muss, wer das Internet f&#252;r &#252;berwiegend sch&#228;dlich h&#228;lt. Eine wichtige und kompakte Rede. Sollte Markus Beckedahl einmal Minister im <a href="http://bedeutungswirbel.wordpress.com/2009/06/03/das-schattenkabinett-der-generation-c64/">Kabinett der &#8220;Generation C64&#8243;</a> werden – St&#246;cker empfiehlt sich als Staatssekret&#228;r, mindestens.</p>
<p>Die sieben Thesen:</p>
<ol>
<li>Das Internet ist dumm und das ist auch gut so.</li>
<li>An vielem, was das Netz gef&#228;hrlich macht, sind die Nutzer selbst schuld.</li>
<li>Die Staaten dieser Welt werden sich nicht dar&#252;ber einigen, wie das Netz sein sollte. Aber ein Minimalkonsens in Sachen Verbrechensbek&#228;mpfung l&#228;sst sich herstellen.</li>
<li>Wir sollten aufh&#246;ren, vermeintlichen Exhibitionismus anzuprangern, solange wir den Menschen ins Wohnzimmer starren. Wir brauchen eine neue Definition von &#214;ffentlichkeit.</li>
<li>Jugendschutz ist wichtig, aber nicht wichtiger als alles andere. Mit Providern als Zensor w&#228;re das Ende des freien Netzes gekommen.</li>
<li>Urheberrechte sind wichtig, aber nicht wichtiger als B&#252;rgerrechte.</li>
<li>Die Vorteile des freien Internets &#252;berwiegen seine Nachteile. Wer das Internet f&#252;r &#252;berwiegend sch&#228;dlich h&#228;lt, muss ein Menschenfeind sein.</li>
</ol>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="600" height="320" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=9301206&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="320" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=9301206&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><span style="font-size:70%"><a href="http://vimeo.com/9301206">Vimeo</a>, YouTube: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=5GidA4KeWX0">Teil 1</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=3Qiybc10eL0">Teil 2</a></span>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=22720&amp;md5=d931e418da9ffac6e8e2e5d09f047784" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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