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	<title>CARTA &#187; Medienkritik</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 17:55:45 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Unverzichtbare Lichtgestalten</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 09:15:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Marina Weisband]]></category>
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		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[politische Berichterstattung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die deutschen Medien verhalten sich wie Amphibien: Wechselwarm, von der Temperatur ihrer Umgebung abh&#228;ngig. Allerdings passen sie sich nicht ausschlie&#223;lich nat&#252;rlichen Gegebenheiten an, sondern suchen stets nach zus&#228;tzlichen k&#252;nstlichen W&#228;rmequellen. Etwa nach der "sch&#246;nen Piratin" Marina Weisband.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen lieben Schubladen. Sie erleichtern den &#220;berblick durch Einordnung. Fr&#252;her konnte der Leser durch die Entscheidung f&#252;r eine bestimmte Zeitung oder ein Magazin die gew&#252;nschte Schublade aufziehen und fand in ihr alles, was sein Weltbild bekr&#228;ftigte. Es gab Schnittmengen, beispielsweise zwischen <em>Spiegel</em> und <em>Stern</em>, dagegen kaum welche bei <em>Spiegel</em> und <em>S&#252;ddeutscher</em>. Wo <em>FAZ</em> draufstand, war auch <em>FAZ</em> drin.</p>
<p>Die Schubladen sind verschwunden, bestenfalls gibt es noch offene F&#228;cher in einem gro&#223;en Schrank. Da fliegen Socken und Hemden schon mal durcheinander, oder es findet sich ein Spitzenh&#246;schen zwischen den Winterpullovern. Dabei gibt es nicht weniger einzuordnen, im Gegenteil: Die Masse der Informationen ist enorm gewachsen. Vielleicht f&#252;hrt gerade das &#220;berangebot dazu, Berichte nicht mehr an der Sache, sondern an Personen festzumachen. Der Schubladenersatz wird im politischen Journalismus gern benutzt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Warum Liquid Feedback erkl&#228;ren, wenn es doch Marina gibt?</em></strong></p>
<p>Die Beziehung der Medien zur Politik war immer eine besondere und von wechselseitiger Abh&#228;ngigkeit bestimmt. Wer mehr oder die &#8220;richtigen&#8221; Leute kannte, hatte oft einen Informationsvorsprung, der seinem Blatt zugute kam. Mit der einigerma&#223;en kritiklosen &#220;bernahme des US-amerikanischen Infotainments wurde es auch bei uns &#252;blich, Personen stellvertretend f&#252;r eine Idee, ein Gesetzesvorhaben, eine Partei zu pr&#228;sentieren. Schnell begriffen die Protagonisten die Vorteile, zur Freude des beratenden Gewerbes. Schnell entstand ein gro&#223;es Repertoire an Handlungsempfehlungen, um die betreffende Pers&#246;nlichkeit ins rechte Licht zu r&#252;cken. Dabei kam es nicht auf substantiierte Aussagen an: Die Beliebtheit der Person sollte das Vorhaben mit hochziehen. Auf diese Weise wurde etwa Ursula von der Leyen, v&#246;llig unabh&#228;ngig von absurden Gesetzesvorlagen, eine der beliebtesten Politikerinnen Deutschlands. Karl-Theodor zu Guttenberg stand beinahe schon als k&#252;nftiger Kanzler fest, seine Qualifikation: jung, gut aussehend, ein toller Showtyp. Selbst den Betrug verziehen ihm die W&#228;hler &#8211; es w&#228;re einfach so sch&#246;n gewesen.</p>
<p>Dann hat sich etwas ge&#228;ndert: Mit den Piraten ist eine auf der ganzen Linie ungew&#246;hnliche Partei in die &#214;ffentlichkeit getreten. Jung, frisch, mit Klartext und einer bis dato unbekannten Art der demokratischen Entscheidungsfindung. Obwohl einige ihrer eigenwilligen Vorhaben f&#252;r Diskussionen sorgen, &#252;berwiegt der Eindruck: Die machen das anders. Ausreichend anders, um im Vergleich mit den alten Parteien besser dazustehen und ins Berliner Abgeordnetenhaus einzuziehen.</p>
<p>Es w&#228;re f&#252;r die Medien eine Riesenchance gewesen. Da kommt eine junge Partei, benimmt sich ganz normal, ist ber&#252;hrbar, zeigt, dass es ihr Ernst ist mit der Umsetzung ihrer Projekte. Macht eine ganz andere Politik, als wir sie sonst vorgef&#252;hrt bekommen. Es wird gearbeitet, es geht um <a href="http://www.youtube.com/watch?v=6U82ig37TaE" target="_blank">Standpunkte</a> und die st&#228;ndige Auseinandersetzung mit der Basis. Konflikte werden sachbezogen und coram publico ausgetragen. Eine junge Partei will ihre Ansichten darlegen, sie ist f&#252;r Transparenz und freut sich &#252;ber Fragen.</p>
<p>Die Wahl hat den Willen zur Ver&#228;nderung deutlich gemacht. Nicht nur die Berliner Medien h&#228;tten ergiebigen Stoff f&#252;r die journalistische Aufgabe der fachlichen Einordnung und solide Hintergrundberichte gehabt. Es ist einfach, die Forderung nach der Freigabe bestimmter Drogen rei&#223;erisch zu kommentieren. Sinnvoll w&#228;re die Nachfrage gewesen, was die Piraten sich dabei denken &#8211; wom&#246;glich w&#228;ren &#252;berzeugende Begr&#252;ndungen dabei herausgekommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Die Schattenseite der Transparenz: Einladung zum Gaffen</em></strong></p>
<p>F&#252;r einen Moment bestand die Option, politische Berichterstattung neu oder wenigstens erneut zu erfinden. Journalisten h&#228;tten auf die Neulinge mit neugierigen und interessanten Fragen reagieren k&#246;nnen. Die W&#228;hler informieren, ihnen Hintergrund anbieten, Sachthemen in den Vordergrund stellen und nach Fakten fragen, die Probleme beleuchten, wegen derer die Piraten &#252;berhaupt gew&#228;hlt wurden.</p>
<p>Stattdessen gab es aufgeregtes Geschnatter &#252;ber <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Ci_MxOqkXjY" target="_blank">Latzhosen</a> und Palit&#252;cher, die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=q-cDewZk7wo" target="_blank">Unkenntnis</a> der H&#246;he der Verschuldung des Landes Berlin und die Tatsache, dass dank der lustigen Rampensau Christopher Lauer tats&#228;chlich in einer <a href="http://www.youtube.com/watch?v=0g7lpJACamk" target="_blank">Talkshow</a> gelacht wurde. Welch ein Erkenntnisgewinn!</p>
<p>Nein, die neuen Akteure sollen, bittesch&#246;n, in die alten Schemata, Modell von der Leyen, passen. Das ist der Leser so gewohnt. Der Versuch, ihm etwas Neues vorzusetzen, an dem er vielleicht Geschmack finden k&#246;nnte, wird nicht gemacht. Die Medien st&#252;rzen sich lieber auf Marina Weisband. Nicht etwa als junge Politikerin, die etwas zu sagen hat, sondern mit dem Etikett &#8220;die sch&#246;ne Piratin&#8221; versehen und herumgereicht. Das hat sie gef&#228;lligst zu erf&#252;llen; Vorschl&#228;ge Weisbands, jemand anders in eine Talkshow einzuladen, werden abgelehnt:</p>
<blockquote><p>„Es war anscheinend unm&#246;glich, einen anderen Parteivertreter in die Talkshows zu schicken. Darauf haben sich die Medien nicht eingelassen, obwohl das bei anderen Parteien gang und gebe ist.“ (<em>Sebastian Nerz im <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/ober-piratin-zieht-sich-zurueck-marina-weisband-bleibt-sich-treu_aid_707102.html" target="_blank">Focus</a></em>)</p></blockquote>
<p>Entweder Weisband oder gar kein Piratenmitglied: Ein pr&#228;gnanter Beleg f&#252;r die reine Unterhaltungsfunktion der Quasselrunden. In der besten Sendezeit ein neues Konzept ausprobieren, in dem es wirklich um Politik geht? I bewahre.</p>
<p>Dass die Zeitung mit den vier persilwei&#223;en Buchstaben es liebt, Sachverhalte maximal zu vereinfachen – geschenkt. Der <a href="http://www.marinaslied.de/" target="_blank">bloggenden</a> und <a href="https://twitter.com/#!/afelia" target="_blank">twitternden</a> Marina Weisband wird vorgeworfen, sie gehe mit ihrem Privatleben allzu offen um; es scheint eine &#220;bereinkunft zu geben, wonach Politiker ihr Naturell geheim zu halten haben. Die Erschaffung einer weiblichen Idealfigur ist jedenfalls gelungen. Sie hat gut auszusehen, intelligent zu antworten und ansonsten ungew&#246;hnlich zu sein; ein wenig Ablenkung von der Piraten-Herrenriege mag auch mitgespielt haben. Alle ziehen mit, weil sich das nautische Vokabular im Zusammenhang mit einer h&#252;bschen Frau noch besser macht, die Ungew&#246;hnlichkeit noch st&#228;rker betont.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Ersatz muss her &#8211; The Show Must Go On</em></strong></p>
<p>Weisbands Bem&#252;hungen, ihre politischen Anliegen zu vermitteln, werden mit <a href="https://www.taz.de/Geschaeftsfuehrende-Piratin-Marina-Weisband/!82142/" target="_blank">Homestories</a> und <a href="http://www.faz.net/polopoly_fs/1.1600998.1327594819!/image/2283588264.jpg_gen/derivatives/article_aufmacher_gross/2283588264.jpg" target="_blank">Fotoshootings</a> honoriert, die in die Yellow Press passen, aber nicht in die <a href="http://meisnotyoublog.wordpress.com/2011/11/19/was-ist-eigentlich-mit-der-taz-los-die-fortsetzung/" target="_blank"><em>taz</em></a> oder <em>FAZ</em>. Was spricht eigentlich dagegen, statt des Herzeigens bunter Bildchen dem gemeinen W&#228;hler <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liquid_Feedback" target="_blank">Liquid Feedback</a> zu erkl&#228;ren?</p>
<p>Das Pensum eines Bundespolitikers ist immens. Es ist eine Art Dauer-Circle-Training unter Beobachtung. Es m&#246;gen noch so viele Referenten zuarbeiten: Die eigentliche, politische Arbeit ist von den Protagonisten der Mediendemokratie nicht mehr zu leisten. Zu gro&#223; ist die Nachfrage nach Bildern und Statements, um dem Publikum kompetente Politiker zu pr&#228;sentieren, die auf alles eine Antwort haben. Alles im Griff: Ein Trugbild, von Journalisten und Magazinen entworfen, das mit der fachlichen Arbeit nicht das Geringste zu tun hat. Zur&#252;ckfahren will das Medienrauschen niemand mehr, es ist gut f&#252;r Auflage und Einschaltquote.</p>
<p>Weil die Piraten im Umgang mit den Medien unerfahren waren, schien ihre Vermarktung als einer Art Alien-Stars beinahe zwingend. Marina Weisband hat festgestellt, dass sie diese Rolle nicht spielen will. Sie nimmt sich ein Jahr Pause, <a href="http://www.fr-online.de/politik/piratin-marina-weisband--das-ist-kein-rueckzug---ich-nehme-anlauf-,1472596,11521314.html" target="_blank">Anlauf</a>, wie sie sagt, und beendet ihr Psychologiestudium. Politisch wird das die Piraten kaum beeinflussen, denn sie arbeitet als einfaches Parteimitglied weiter. Medial ist es ein kleines Erdbeben: Es muss ein Ersatz gefunden werden, der fotogen und publikumstauglich und vor allem, im Gegensatz zu Weisband, willig ist, den Piraten ein Gesicht zu geben. Schlie&#223;lich sollen die Gesetze der perfekt gestylten Medienwelt nicht auf den Kopf gestellt werden.</p>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/6eed7e10045f46f68a64641fab0dab70" alt="" width="1" height="1" />
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		<title>Warum Twitter ein sicherer Ort ist</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Mar 2011 13:27:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Twitter ist "ein Raum, welcher kaum geeignet ist, Bezeichnetes auszuschliessen, aber vielmehr Ausgeschlossenes zu integrieren vermag." Deshalb sei Twitter ein sicherer, beruhigender Ort. Eine kulturtheoretische Ann&#228;herung vom rebell.tv-Team.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tina Piazzi und Stefan M. Seydel (<a title="Opens external link in new window" href="http://rebell.tv/" target="_blank">http://rebell.tv</a> und <a title="Opens external link in new window" href="http://dfdu.org/" target="_blank">http://dfdu.org</a>) haben eigene Feldforschungen zu  Suchbewegungen im Umfeld des Internets  betrieben und dazu auch ein mehrb&#228;ndiges Buchwerk ver&#246;ffentlichen &#8211; &#8220;Formen der Unruhe&#8221;.</p>
<p>Auf medienheft.ch fassen sie einige ihrer Thesen in einem <a href="http://www.medienheft.ch/de/nc/14/date/0000/00/00/warum-twitter-ein-sicherer-ort-ist/article/6.html">sehr dicht gewebten kulturtheoretischen Text</a> zu sammen.</p>
<p>Hier einige Ausz&#252;ge aus dem Text:</p>
<p><strong>1. Die Problemanalyse</strong></p>
<blockquote><p>Es ist leicht zu beobachten, wie in der Bew&#228;ltigung der aktuellen Herausforderungen einer computervermittelten Kommunikation die Probleml&#246;sungsversuche selbst zum Problem werden:</p>
<p>(1) Wer meint, Informations&#252;berfluss durch h&#228;rtere, pr&#228;zisere, konsistentere Analyse in beruhigende &#220;bersicht zu verwandeln, irrt. (Gr&#252;ndlich. Grunds&#228;tzlich. Prinzipiell.)</p>
<p>(2) Wer meint, Informationen seien kontrollierbar, disziplinierbar, normierbar, der muss sich sagen lassen, dass jeder Totalitarismus genau diese Ziele verfolgt hat. (Autsch!)</p>
<p>(3) Wer meint, weiterhin Informationen beschr&#228;nken, b&#252;ndeln, sortieren, kanalisieren zu k&#246;nnen, darf den Einsatz von gewaltiger Macht nicht scheuen. (Just do it. Yes we can.)</p>
<p>(4) Wer meint, eine Information m&#252;sse bloss «kurz, knackig, knackiger» vermittelt werden, es gewinne einfach jener, welcher l&#228;nger, lauter, penetranter penetriere, hat vermutlich Recht. (Und jetzt? Wir haben verstanden.)</p></blockquote>
<p><strong>2. Twitter: Was ein Jemand da f&#252;r einen macht &#8211; und warum es beruhigend ist</strong></p>
<blockquote><p>Um praktischer zu werden: Ein Jemand w&#228;hlt das  «Richtige» f&#252;r jemand anders aus (1) und entfernt in der Aufarbeitung  (2) alles St&#246;rende, &#220;berfl&#252;ssige, Unn&#246;tige und Ablenkende, fixiert  diesen «Content» in gekonnt strategisch gestalteten, konservierenden  Kan&#228;len (3) und &#252;bermittelt diese ruckelfrei zur unterhaltenden  Konsumation (4).<br />
Um deutlicher zu werden: Die im ersten Moment  durchaus als entlastend empfundene Dienstleistung wirkt tats&#228;chlich  h&#246;chst beunruhigend. Denn selbstverst&#228;ndlich ist jede Information stets  von einer blitzartigen Unterlaufung durch eine ganz andere Information  bedroht. Wir leiden ja nicht bloss unter einem Informations&#252;berfluss.  Das Problem ist wesentlich dramatischer: Alles was gewusst werden kann,  wird tats&#228;chlich gleichzeitig auch ganz anders gewusst.</p></blockquote>
<p><strong>3. Warum Twitter-Kommunikation Sicherheit ausstrahlt<br />
</strong></p>
<blockquote><p>Wir behaupten, dass ein guter Twitter-Tweet zum Beispiel so aussehen  k&#246;nnte:</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>«@hidogawa @socialbits #social #bits <a href="http://trunc.it/9gx3a" target="_blank">trunc.it/9gx3a</a> RT @hrheingold: RT @jyri: «ideas» as social objects: <a href="http://bit.ly/bA2Azy%C2%BB" target="_blank">bit.ly/bA2Azy»</a>.</strong></p></blockquote>
<blockquote><p>Dabei f&#228;llt zun&#228;chst auf, dass eine solch kryptische Zeichenkette auf  Papier gedruckt selbst f&#252;r gewandte Twitterer weitgehend sinnlos ist.  Weiter kann beobachtet werden, dass offenbar der Gehalt dieser  Mitteilung &#252;ber Entschl&#252;sselung der Beziehungen von Personen, Worten und  Verbindungen erschlossen werden muss.<br />
<strong>Nicht Inhalte bilden den Anlass  der Kommunikation, sondern Relationen. </strong>Nicht einmal ein Ansatz zu einem  Versuch einer eindeutigen Information ist ersichtlich. Vielmehr &#246;ffnen  sich Bez&#252;ge und Hinweise in unterschiedlichste Richtungen. Ein  inhaltliches Verstehen einer solchen Mitteilung ist so g&#228;nzlich  unm&#246;glich gemacht, dass sogar das Missverst&#228;ndnis ausgeschlossen werden  kann. Oder einfacher: Das Missverst&#228;ndnis wird zum Normalfall der  Kommunikation gemacht.<br />
Listen sind offene Ordnungen. F&#252;r alles, was pl&#246;tzlich noch auftauchen  k&#246;nnte, hat es gen&#252;gend Platz. Allenfalls beginnen wir eine n&#228;chste  Liste. Und so kann schliesslich dieser «Ort» – die Kommunikation  innerhalb von Twitter – gerade darum als «sicher» empfunden werden: <strong>Es  ist ein Raum, welcher kaum geeignet ist, Bezeichnetes auszuschliessen,  aber vielmehr Ausgeschlossenes zu integrieren vermag. </strong></p></blockquote>
<p>Mehr <a href="http://www.medienheft.ch/de/nc/14/date/0000/00/00/warum-twitter-ein-sicherer-ort-ist/article/6.html">hier</a>.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=39535&amp;md5=afc3952389f385d4333d2166c27f8e85" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>GAU</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Mar 2011 04:05:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Japan]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Qualitätsjournalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Die merkw&#252;rdigen Krisenreaktionsmuster: "Facebook-Freunde, die sich mit Nachrichtenagenturen verwechseln", "Schockstarre durch st&#228;ndige Alarmmeldungen" und "Entm&#252;ndigung durch Expertenkultur".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist wohl zu fr&#252;h, um das mediale Echo auf den GAU in Japan genauer zu analysieren, aber ein paar Anmerkungen g&#228;be es da doch. Wobei ich mich diesmal nicht aufs Fernsehen oder auf die grossen Tageszeitungen beziehen m&#246;chte, sondern auf meinen „Freundeskreis“ bei Facebook, unter dem sich ein sehr hoher Anteil an Journalisten befindet – wohl auch, weil ich selbst dieses Medium vor allem zum professionellen Austausch nutze.</p>
<p>Was mich frappiert hat: Der hohe Anteil an Zeitgenossen, die einfach weiter gemacht haben wie bisher – als g&#228;be es die Z&#228;sur durch das Erdbeben und den Strahlenalarm in Japan  einfach nicht. Dann, nat&#252;rlich, ein paar Profis, die sich selbst mit einer Nachrichtenagentur verwechseln und meinen, jede neueste Tickermeldung auch &#252;ber Facebook weiterverbreiten zu m&#252;ssen. Und schliesslich so etwas wie eine schweigende Mehrheit, die wie ich selbst nahezu von Schockstarre befallen sind, sich also entweder gar nicht oder nur mit kargen Vier- oder F&#252;nfwort-S&#228;tzen melden: “Ich fasse es nicht”, “Finde es einfach nur schrecklich”.</p>
<p>Was k&#246;nnten diese ganz unterschiedlichen Reaktionsweisen wiederum mit den Medien zu tun haben? Viele von uns – offenbar nicht zuletzt Journalisten und andere Medienprofis &#8211; sind von den st&#228;ndigen Alarmmeldungen, mit denen uns Fernsehen und Boulevardpresse und in deren Schlepptau stets auch die „seri&#246;sen“ Medien &#252;bersch&#252;tten, so abgestumpft, dass sie sich durch nichts mehr aus ihrer Ruhe und Routine bringen lassen wollen. Andere werden wieder und wieder Opfer des medialen Herdentriebs und lassen sich von Vogel- und Schweinegrippe fast genauso in Angst und Schrecken versetzen wie vom radioaktiven Fallout.</p>
<p>Wie viel medialen Katastrophenalarm k&#246;nnen wir verarbeiten, ohne unsere Sensibilit&#228;t, unser Differenzierungsverm&#246;gen zu verlieren? Gibt es f&#252;r Aufkl&#228;rung noch eine Chance, wenn die Medien (auch die &#246;ffentlich-rechtlichen !) letztlich um Auflagen, Clicks und Einschaltquoten konkurrieren? Und hat nicht der Jesuit und Philosoph Ivan Illich, &#252;brigens ein &#214;sterreicher, auch wenn man ihn hierzulande kaum kennt, recht behalten, selbst wenn er nur ungl&#228;ubiges Kopfsch&#252;tteln erntete, als er schon vor Jahrzehnten unsere „Entm&#252;ndigung durch die Expertenkultur“ konstatierte und uns kurz nach der ersten Energiekrise das Fahrrad als einzig menschenfreundliches Verkehrsmittel andiente?</p>
<p><em>Stefan Ru&#223;-Mohl schreibt diese Kolumne f&#252;r &#246;sterreichische Wochenzeitung <a href="http://www.furche.at/">Die Furche</a>. Carta &#252;bernimmt Sie mit freundlicher Genehmigung.</em>
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<a href="http://carta.info/39164/gau/">GAU</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/39164/gau/#comments">4 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=39164&amp;md5=eb22eb329b87f55ebb4dcf97e5578081" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Atom-Katastrophenberichte mit den Mitteln des Sportjournalismus &#8230;.</title>
		<link>http://carta.info/39123/krisenberichte-nicht-im-den-mitteln-des-sportjournalismus-aufputschen/</link>
		<comments>http://carta.info/39123/krisenberichte-nicht-im-den-mitteln-des-sportjournalismus-aufputschen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 17:13:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Tod im Ticker: Der Journalist Alexander Kissler nennt es zynisch, wenn Journalisten die Reizintensit&#228;t der Japan-Nachrichten durch Sport-Metaphern weiter steigern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So langsam erscheinen auch sinnvolle medienkritische Texte zur aktuellen Japan-Berichterstattung. Der Journalist Alexander Kissler warnt in <em><a href="http://www.theeuropean.de/alexander-kissler/6024-der-tod-im-ticker">The European</a></em> die Kollegen aus den Nachrichtenredaktionen davor, Krise, Tod und Untergang &#8220;nach Art eines  Sportberichts zu pr&#228;sentieren&#8221;. Viele Journalisten w&#252;rden aus den Japan-Nachrichten &#8220;<a href="http://www.bild.de/">ein Aufputschmittel f&#252;r die Seele</a>&#8221; machen. Sie sei angesichts des Leids der Menschen zynisch:</p>
<blockquote><p>Der <a href="http://meedia.de/details-topstory/article/japan-news--der-boom-der-live-ticker_100033759.html">Sieg  der Sportberichterstattung</a> &#252;ber den Nachrichtenjournalismus treibt  an vielen St&#228;tten sein Unwesen. Auch wer &#252;ber Tarifverhandlungen oder  Friedensgespr&#228;che berichten muss, sucht gerne sein Heil in der  Sportmetapher, in der Fu&#223;balldramaturgie. Der Krisenticker treibt dieses  Ph&#228;nomen auf die Spitze. Er zeigt, dass wir gerne im Minutentakt uns reizen lassen und eher  ungern &#252;ber die Minute hinaus denken.</p></blockquote>
<p>Mehr <a href="http://www.theeuropean.de/alexander-kissler/6024-der-tod-im-ticker">hier</a>.
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		<title>&#8220;Diesen Medien sind ihre Follower v&#246;llig egal&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Nov 2010 08:03:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<category><![CDATA[andré vatter]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Printmedien]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Der freie Journalist André Vatter hat die Twitter-Accounts verschiedener Printmedien mit launigen Kurzkommentaren bewertet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In seiner <a href="http://www.avatter.de/wordpress/2010/11/news-geblase-twitter-diesen-medien-sind-ihre-follower-vollig-egal/">Twitterkritik</a> teilt Vatter in eine A- und eine B-Gruppe ein und zeigt, welche Followings sich lohnen und wo man nur den Twitterfeed bekommt:
<p style="margin-bottom:1em"></p>
<blockquote><p>Also, im folgenden eine schonungslose Liste jener Medien-Accounts, die Twitter nur nutzen, um kostenlosen Traffic auf ihre Seiten zu lotsen. Und eine Liste der Konten, die sich mit viel M&#252;he, Geduld und Empathie ihren Lesern zuwenden.</p></blockquote>
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		<title>&#8220;monitor&#8221;-Beitrag: Zwischen M&#228;rchenstunde und Motzki-P&#246;belei</title>
		<link>http://carta.info/25097/monitor-beitrag-zwischen-maerchenstunde-und-motzki-poebelei/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 16:52:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen Rutter</dc:creator>
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		<category><![CDATA[WDR]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspresse]]></category>

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		<description><![CDATA[Die WDR-Sendung "monitor" lieferte k&#252;rzlich ein Beispiel, wie Wirtschaftsjournalismus nicht funktionieren sollte: unpassende Vergleiche, vermeintliche Experten, stereotype Darstellung. Das Ergebnis ist so faktenbasiert wie eine M&#228;rchensendung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Qualit&#228;t und Integrit&#228;t von Wirtschaftsjournalismus steht angesichts der Krise ganz erheblich infrage: „<a href="../../23945/wirtschaftsjournalismus-in-der-krise-ahnungslos-und-meinungsschwach/">Wirtschaftsjournalismus in der Krise: Ahnungslos, orientierungslos, &#252;berfordert</a>“, hei&#223;t es mittlerweile nicht mehr nur bei F&#252;hrungskr&#228;ften, Wissenschaftlern und Spitzenpolitikern.</p>
<p>Mit ihrem Beitrag „<a href="http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2010/0225/fdp.php5">Klientelpolitik  – Wie die FDP die Profiteure der Finanzkrise sch&#252;tzen will</a>“ hat auch die WDR-Sendung <em>monitor</em> r&#252;ckblickend die Wirtschaftsberichterstattung weiter Richtung M&#228;rchenstunde samt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Motzki">Motzki</a>-P&#246;belei verschoben. An dem Beitrag von Achim Pollmeier, Markus Schmidt und Kim Otto stimmt nicht einmal der Titel. Schlie&#223;lich geht es in dem 6-Minuten-Film, der Ende Februar ausgestrahlt wurde, nicht um einen dunklen Plan der FDP, sondern vielmehr um Werbung f&#252;r eine Idee der Redaktion. Man k&#246;nnte den Beitrag auch Reklame nennen.</p>
<div id="attachment_25110" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2010/0225/fdp.php5"><img class="size-medium wp-image-25110" title="Bildschirmfoto 2010-03-31 um 18.05.22" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/Bildschirmfoto-2010-03-31-um-18.05.22-300x184.png" alt="Bildschirmfoto 2010-03-31 um 18.05.22" width="300" height="184" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Vollkasko bei Bankengeld&quot; - der monitor-Bericht hier zum Anschauen</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p><strong>monitor-Regel 1: Phrasen dreschen</strong></p>
<p>Wer sind eigentlich die Profiteure der Finanzkrise, die laut Programmtitel von der FDP gesch&#252;tzt werden sollen? Laut Duden solche, die einen Profit aus etwas ziehen.</p>
<p>Intuitiv w&#252;rde man beispielsweise an den Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG (VW) Dr. Martin Winterkorn denken. Schlie&#223;lich haben die Finanzmarktturbulenzen das Wettringen zwischen der Porsche SE und VW um die zuk&#252;nftigen Eigentumsstrukturen entschieden. Statt fristloser K&#252;ndigung gab es dank dieser externen Umst&#228;nde eine <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,683062,00.html">Extrapr&#228;mie von 800.000 Euro</a>. Der Rest des Einkommens wurde ja bereits durch die staatliche Abwrackpr&#228;mie gesichert &#8211; sonst w&#228;re VW wohl mit Verlust aus dem Jahr 2009 gegangen.</p>
<p>F&#252;r die Redakteure sind die Profiteure auch nicht die f&#252;rstlich entlohnten Staatsangestellter des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin), nicht die staatliche Deutsche Bundesbank mit ihren Milliarden-Finanzkrisen-Ertr&#228;gen, und nicht die B&#252;rgermeister in den Kommunen, die ihre Wahlversprechen dank der Konjunkturmittel erf&#252;llen k&#246;nnen. Nein, f&#252;r das Autorenteam sind die Profiteure der Finanzkrise die Gl&#228;ubiger von Instituten, die auf vertragskonforme Bedienung ihrer Kredite hoffen d&#252;rfen. Wenn &#252;berhaupt, haben diese von den <strong>Stabilisierungsma&#223;nahmen</strong> profitiert, aber das ist doch wohl ein fundamentaler Unterschied.</p>
<p>Anekdotisch sollte darauf hingewiesen sein, dass der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk selbst unbesichert rund 216 Millionen Euro an GEZ-Geb&#252;hren und Altersvorsorgegelder bei der HRE investiert hatte. Damit ist der WDR laut <em>monitor</em> ein Profiteur der Finanzkrise.</p>
<p><strong>monitor-Regel 2: Die Unwahrheit verbreiten<br />
</strong></p>
<p>Schon die Ansage von Sonia Seymour Mikich „Die Banken und Versicherungen, die diese Krise angerichtet haben, wurden nicht nach Abgaben, nicht nach Gegenleistungen gefragt“ erinnert doch stark an den „Rattenf&#228;nger von Hameln“. Denn ein Blick in die Finanzmarktgesetzgebung verdeutlicht selbst dem Laien das genaue Gegenteil. „<a href="http://www.soffin.de/leistungen_gebuehren.php?sub=3">Stabilisierungsleistungen gibt es nicht umsonst &#8211; sie haben einen Preis, der ihrem Wert entspricht.</a>“ Daher hat der staatliche SoFFin bereits in den ersten 15 Monaten seines Bestehens rund 650 Millionen Euro aus Zinsen und Geb&#252;hren eingenommen.</p>
<p>Doch die M&#228;rchenstunde geht auch im Beitrag munter weiter. So behaupten die Autoren: „Und die FDP? [..] Mehrfach haben wir gefragt, wie man Gl&#228;ubiger k&#252;nftig in die Haftung nehmen will? &#8211; Keine Antwort.“ Falsch! Neben zahlreichen Telefongespr&#228;chen hat der Fachreferent der Bundestagsfraktion in zwei schriftlichen Stellungnahmen ausf&#252;hrlich Antwort zu dem angesprochenen Sachverhalt gegeben und auf offene Fragen hingewiesen. Diese lie&#223;en sich hier auch dokumentieren.</p>
<p>Wer einmal l&#252;gt, dem glaubt man nicht. Doch was macht man mit Leuten, die damit gar nicht mehr aufh&#246;ren? Ich bin f&#252;r eine Pinocchio-L&#246;sung.</p>
<p><strong>monitor-Regel 3: &#196;pfel mit Birnen vergleichen</strong></p>
<p>Nah dran an der Unwahrheit sind auch <strong>unpassende Vergleiche</strong> &#8211; ein besonders beliebtes Stilelement von Achim Pollmeier, Markus Schmidt und Kim Otto. Im besagten M&#228;rchenbeitrag wird eine Restrukturierung eines Kleinstunternehmens aus dem produzierenden Gewerbes mit einer Rettung einer Gro&#223;bank verglichen.</p>
<p>Das scheint an sich schon ein gewagter „Ritt auf der Kanonenkugel“ zu sein. Schlie&#223;lich sollte das Wort <em>systemrelevant</em> gerade f&#252;r Wirtschaftsjournalisten kein Fremdwort mehr sein. Besonders fantastisch wird das M&#252;nchhausen-gleiche Redaktionsteam aber, wenn man einen reinen Forderungsverzicht von Gl&#228;ubigern eines Kleinstunternehmens als Aufh&#228;nger f&#252;r einen so genannten Fremd-zu-Eigenkapital-Tausch f&#252;r Gro&#223;banken macht. Das erste ist freiwillig und gesetzlich klar geregelt. Letzteres soll aus Sicht der Autoren verbindlich geregelt werden – wohl samt notwendiger Aufhebung der Verfassung.</p>
<p><strong>monitor-Regel 4: Experten, die keine sind</strong></p>
<p>Experten&#228;u&#223;erungen k&#246;nnen ein &#252;berzeugendes Stilelement f&#252;r die Vermittlung medialer Botschaften sein. Sie sollen f&#252;r die notwendige Autorit&#228;t, Integrit&#228;t sowie Unabh&#228;ngigkeit sorgen, um dadurch eine Position besonders wirksam zu untermauern.</p>
<p>Doch wenn sich keine Experten f&#252;r die Untermauerung der eigenen Position finden lassen, greift das Redaktionsteam gerne auch auf Pippi Langstrumpf zur&#252;ck: ich mach mir die Welt widdewidde wie sie mir gef&#228;llt. Deshalb darf der ausgewiesene Arbeitsmarkt&#246;konom <a href="http://www.uni-kiel.de/snower/">Prof. Dr. Dennis J. Snower</a> auch sinnfreie Finanzmarktideen des Redaktionsteams kommentieren. Dem gemeinen Zuschauer mag dies nicht besonders auffallen, f&#252;r jeden &#214;konomen ist das aber wie ein Auftritt von „Rotk&#228;ppchen“ im M&#228;rchen „Frau Holle“.</p>
<p>Wer w&#252;rde zur Behandlung von Magenkrebs zum Zahnarzt gehen? Wer k&#228;me auf die Idee, einen Heilpraktiker bei der Behandlung eines offenen Armbruchs aufzusuchen? Eben. Deshalb l&#228;sst man Prof. Snower auch keine Finanzmarktreformen kommentieren.</p>
<p><strong>monitor-Regel 5: Stereotypen bedienen</strong></p>
<p>Was bei Motzki so erfolgreich war, dass darf bei <em>monitor</em> nat&#252;rlich nicht fehlen. Dauerndes N&#246;rgeln hat schlie&#223;lich auch schon fr&#252;her die Zuschauer angezogen. Und so wie Motzki auf die Ossis geschimpft hat, so macht es hier eben auf die FDP.</p>
<p>Man verkauft dann eine Einzelmeinung eines Abgeordneten als „die FDP“. Grundsatz: Es gibt sicher einen faulen Ossi, also sind die Ossis faul. Die Ironie in diesem Motzki-esken Beitrag ist nun aber, dass die Autoren s&#228;mtliche Gl&#228;ubiger von Banken als Klientel der FDP beschreiben. Und da jeder kleine Sparer eben ein Gl&#228;ubiger eines Instituts ist, ist quasi das gesamte Volk Klientel. So wird man also Volkspartei!</p>
<p><strong>Fazit: Programmstruktur &#228;ndern</strong></p>
<p>Nat&#252;rlich kann es nun nicht darum gehen, &#246;ffentlich-rechtliche Redaktionen wie <em>monitor</em> zu zensieren. &#196;hnlich faktenbasierte Sendungen wie „Wicky und die starken M&#228;nner“, „Raumschiff Enterprise“ und „Der 6-Millionen-Dollar-Mann“ werden ja auch nicht verboten, nur weil der Zuschauer das f&#252;r wahr halten k&#246;nnte, was dort gezeigt wird.</p>
<p>Vielleicht sollte man aber beim WDR dar&#252;ber nachdenken, die Sendung <em>monitor</em> zuk&#252;nftig auf dem Kinderkanal KI.KA auszustrahlen. Dort kann man auch andere M&#228;rchen sehen.</p>
<p><em>[Disclaimer: Steffen Rutter ist Mitarbeiter der  FDP-Bundestagsfraktion. Dieser Beitrag ist seine pers&#246;nliche Meinung. Die Redaktion von Carta begr&#252;&#223;t seinen Text ausdr&#252;cklich als Meinungsbeitrag &#252;ber die Qualit&#228;t von Wirtschaftsjournalismus. In der Qualit&#228;tsdebatte werden gerade auch die Stimmen von Betroffenen gebraucht.</em><em>]</em></p>
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<li>Steffen Rutter: <a rel="bookmark" href="../../14989/endstation-medien-wo-die-hre-aufklaerung-stecken-blieb/">Endstation Medien: Wo die HRE-Aufkl&#228;rung stecken blieb</a></li>
</ul>
<p><em><br />
</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=25097&amp;md5=1efc7d01c3f68f0393579e4eb76b49e4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die gr&#246;&#223;ten Kritiker der Elche sind k&#252;nftig selber welche</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jan 2010 15:41:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich ist alles so einfach: Wenn man unzufrieden mit dem Bestehenden ist, macht man halt was Neues. Oder nicht?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/70e3cd8c7d154f9eb37741bf86e7fda1" alt="" width="1" height="1" />Den Kritikern der Verlage (und den kritischen Medienblogs) wird oft vorgeworfen, sie w&#252;rden <a href="http://carta.info/21384/software-engineering-schon-bald-eine-kernkompetenz-fuer-medienunternehmen/">immer nur kritisieren</a>. Besser machen k&#246;nnten sie es nicht!</p>
<p>Das h&#246;rt sich zun&#228;chst so an wie ein selten doofes Argument. Denn niemand verlangt von einem Filmkritiker, dass er bessere Filme dreht, niemand fordert von einem Architekturkritiker, dass er bessere H&#228;user baut. Warum sollte ein Medienkritiker also bessere Medien machen?</p>
<p>In manchen F&#228;llen aber trifft ein selten doofes Argument auch mal zu. Und zwar dann, wenn die Kritiker in Glash&#228;usern sitzen und dort mit Steinen werfen. Ist das Glas n&#228;mlich kaputt (= <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sch&#246;pferische_Zerst&#246;rung">sch&#246;pferische Zerst&#246;rung</a>), sind die Bewohner gezwungen, &#252;ber stabilere H&#228;user nachzudenken und diese, wenn m&#246;glich, auch noch selber zu bauen.</p>
<p>Medienkritiker, die in Glash&#228;usern sitzen (und dort ihr Geld verdienen), m&#252;ssen sich also Kritik an ihrer Kritik gefallen lassen. Allerdings gibt es da einige nicht ganz unbedeutende Randbedingungen, die wiederum die Kritiker der Medienkritiker nicht au&#223;er Acht lassen d&#252;rfen.</p>
<p><strong>Wer von Journalisten verlangt, sie sollten nicht herumjammern, sondern eigene, bessere Medien gr&#252;nden, der ignoriert, dass es ungleich schwerer ist, bei Null anzufangen, als bereits vorhandenes Kapital, eingespielte Strukturen und wertvolle Produktionsmittel etwas geschickter einzusetzen. </strong></p>
<p>Nicht die, die ohne Kapital und Einfluss beginnen m&#252;ssen, sitzen auf dem hohen Ross, sondern jene, die auf die Mittellosen herabschauen, obwohl sie selber &#8211; trotz guter Bedingungen &#8211; nicht mehr reiten k&#246;nnen. Das sollte man nicht durcheinander bringen.</p>
<p><strong>Wer Medien gr&#252;nden will, braucht (leider) Geld.</strong></p>
<p>Zwar kostet die Verbreitung ‚immaterieller’ Inhalte im Netz viel weniger als die Offline-Verteilung, und auch das Tr&#228;germedium hat sich drastisch verbilligt, aber die Herstellungskosten f&#252;r Inhalte und die Lebenshaltungskosten der Inhalte-Produzenten sind au&#223;erhalb wie innerhalb des Netzes die gleichen.</p>
<p>In dieser ungem&#252;tlichen Situation sagen uns <a href="http://carta.info/18043/kommunikationswandel-die-vier-subsysteme-des-medienapparats/">die kalten Propheten der Medienrevolution</a>, es werde uns gar nichts anderes &#252;brig bleiben, als eben 1001 Experimente zu wagen – eins davon werde schon klappen. Das ist wie Lotterie spielen. Aber was w&#228;re die Alternative? Die H&#228;nde in den Scho&#223; legen? Abwarten? Hoffen?</p>
<p>Wir vom Netzwerk Autoren+Reporter haben einfach mal angefangen und ein Webmagazin <a href="http://www.zeit.de/newsticker/2010/1/12/iptc-bdt-20100112-337-23520614xml">gegr&#252;ndet</a>. Und weil wir nebenher Geld verdienen m&#252;ssen, und weil wir alle sehr unterschiedlich sind und &#252;ber keine Zentralredaktion verf&#252;gen, hat <a href="http://www.magda.de/making_of_magda/">die Umsetzung</a> ein wenig gedauert, genauer gesagt: 3 Jahre und 103 Tage. Aber seit dem 11. Januar 2010 sind wir online &#8211; mit <a href="http://www.magda.de/">MAGDA</a>, dem Magazin der Autoren.</p>
<p>In der Pressemitteilung zum Start hei&#223;t es: „Das ‚Magazin der Autoren’ ist ein journalistisches Experiment in einer Welt ohne Gesch&#228;ftsmodelle. In dieser Welt m&#252;ssen auch wir Journalisten uns erst noch zurechtfinden. Aber genau das haben wir ja gelernt: Uns immer wieder auf unbekanntes Terrain zu begeben, neugierig zu bleiben und Antworten auf dr&#228;ngende, nie gestellte oder angeblich unsinnige Fragen zu suchen.“</p>
<p>Mal sehen, was draus wird.
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<a href="http://carta.info/21484/die-groessten-kritiker-der-elche-sind-kuenftig-selber-welche/">Die gr&#246;&#223;ten Kritiker der Elche sind k&#252;nftig selber welche</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/21484/die-groessten-kritiker-der-elche-sind-kuenftig-selber-welche/#comments">11 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=21484&amp;md5=3d74b77ea64aa4b7bcc6dad3b0fc7197" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wie Nachrichten auch entstehen: Ein Erfahrungsbericht</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 16:16:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Justus Haucap</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Vorsitzender der Monopolkommission ist man auch ab und an in den Medien – das ist auch gut so, da der Wettbewerb an sich ja keine Lobby hat und Bundeskartellamt und Monopolkommission die einzigen Institutionen sind, die sich systematisch f&#252;r den Wettbewerb auf den M&#228;rkten stark machen.

Doch zum Thema: Am 22.12.2009 berichtete Spiegel Online von einem angeblichen Frontalangriff der Monopolkommission auf Wirtschaftsminister Br&#252;derle (hier). Das ist allerdings doch eine ziemliche journalistische Zuspitzung, man k&#246;nnte auch Quatsch sagen. Was war passiert?

Hintergrund war ein Gespr&#228;ch mit dem Handelsblatt Anfang Dezember f&#252;r eine Jahresr&#252;ckschau &#252;ber die Ma&#223;nahmen des Konjunkturpaketes, insbesondere den sog. Wirtschaftsfonds Deutschland. Der Beitrag erschien am 22.12.2009 im Handelsblatt im Rahmen der R&#252;ckschau „Das war 2009“ (hier). Schon im Januar 2009 hatte sich die Monopolkommission sehr kritisch mit den Hilfen f&#252;r die Realwirtschaft im Rahmen des Konjunkturpaketes II auseinander ge]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/8eb29d41af704b7a80ffe366cd425c83" width="1" height="1" alt=""/>Als Vorsitzender der Monopolkommission ist man auch ab und an in den Medien – das ist auch gut so, da der Wettbewerb an sich ja keine Lobby hat und Bundeskartellamt und Monopolkommission die einzigen Institutionen sind, die sich systematisch f&#252;r den Wettbewerb auf den M&#228;rkten stark machen.</p>
<p>Doch zum Thema: Am 22.12.2009 berichtete <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,668746,00.html">Spiegel Online</a> von einem angeblichen Frontalangriff der Monopolkommission auf Wirtschaftsminister Br&#252;derle (<a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/staatshilfen-monopolkommission-will-deutschlandfonds-abschaffen;2503460;0">hier</a>). Das ist allerdings doch eine ziemliche journalistische Zuspitzung, man k&#246;nnte auch Quatsch sagen. Was war passiert?</p>
<p>Hintergrund war ein Gespr&#228;ch mit dem Handelsblatt Anfang Dezember f&#252;r eine Jahresr&#252;ckschau &#252;ber die Ma&#223;nahmen des Konjunkturpaketes, insbesondere den sog. Wirtschaftsfonds Deutschland. Der Beitrag erschien am 22.12.2009 im <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/staatshilfen-monopolkommission-will-deutschlandfonds-abschaffen;2503460;0">Handelsblatt</a> im Rahmen der R&#252;ckschau „Das war 2009“ (<a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/staatshilfen-monopolkommission-will-deutschlandfonds-abschaffen;2503460;0">hier</a>). Schon im Januar 2009 hatte sich die Monopolkommission sehr kritisch mit den Hilfen f&#252;r die Realwirtschaft im Rahmen des Konjunkturpaketes II auseinander gesetzt und einen m&#246;glichst zeitnahen Ausstieg gefordert (<a href="http://www.monopolkommission.de/presse/pressemitteilung090122.pdf">hier</a>)</p>
<p>Diese Forderung habe ich nun wiederholt und konkret angeregt, den Fonds Mitte 2010 zu schlie&#223;en. Da Herr Br&#252;derle nicht Wirtschaftsminister war, als der Fonds urspr&#252;nglich aufgelegt wurde, l&#228;sst sich aus der heutigen Wiederholung der Forderung der Monopolkommissionsforderung vom Januar 2009 eigentlich schwerlich ein Frontalangriff auf den heutigen Wirtschaftsminister konstruieren. Aber anders w&#228;re es vermutlich eher langweilig, wenn auch eher richtig.</p>
<p>Gew&#252;rzt wurde das Ganze im Spiegel Online noch mit dem Hinweise, dies sei meine zweite Attacke in zwei Tagen auf den Wirtschaftsminister (<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,668746,00.html">hier nochmal</a>). Die zweite Attacke war noch viel konstruierter als die erste. Was war los? Im Gespr&#228;ch mit der S&#252;ddeutschen Zeitung &#252;ber die geplante M&#246;glichkeit, marktbeherrschende Unternehmen zu entflechten, hatte ich neben einer Reihe anderen Dinge auch zu bedenken gegeben, dass aufzupassen sein wird, dass man nicht auch „unschuldige“ Unternehmen trifft. Konkret war in der S&#252;ddeutschen Zeitung vom 21.12.2009 zu lesen (leider nicht online):</p>
<blockquote><p>„Das Kartellamt darf k&#252;nftig auch dann eingreifen, wenn ein Unternehmen seine Marktmacht nicht missbraucht hat. Dies soll m&#246;glich sein, wenn es um hochkonzentrierte, gesamtwirtschaftlich bedeutsame M&#228;rkte geht, „auf denen zwar noch kein konkreter Missbrauch festgestellt wurde, auf denen aber kein oder kaum Wettbewerb herrscht, obwohl Wettbewerb technisch m&#246;glich ist“, hei&#223;t es in dem Papier. Bei diesem Punkt hat Haucap allerdings Bedenken. ‚Es gibt Unternehmen, die auf Grund ihrer guten Gesch&#228;ftsstrategie sehr gro&#223; und m&#228;chtig geworden sind, ohne ihre Stellung missbraucht zu haben‘, sagt der Experte. Zerschl&#252;ge der Staat solche Konzerne, w&#252;rde er ja ‚Firmen f&#252;r ihren Erfolg bestrafen‘. <strong>Grunds&#228;tzlich h&#228;lt der Chef der Monopolkommission die Pl&#228;ne der Regierung jedoch f&#252;r richtig</strong>.“</p></blockquote>
<p>In Spiegel Online wird daraus dann: „Mit seiner Kritik am Deutschlandsfonds macht Monopolkommission-Chef Haucap bereits zum zweiten Mal diese Woche gegen Wirtschaftsminister die wirtschaftspolitischen Pl&#228;ne der Regierung Front. Am Montag hatte er bereits das geplante Entflechtungsgesetz bekrittelt.“ Abgesehen vom ungew&#246;hnlichen Satzbau (gegen den Wirtschaftsminister oder doch die Pl&#228;ne?) ist aus dem obigen Satz aus meiner Sicht kaum eine Frontenbildung zu erkennen. Aber es ist doch interessant, wie solche Nachrichten entstehen, wenn auch vielleicht nicht ein Zeichen f&#252;r Qualit&#228;tsjournalismus.</p>
<p>Auch die <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/2156551_Zerschlagung-von-Konzernen-Kritik-an-Bruederle.html">Frankfurter Rundschau</a> hat meine &#196;u&#223;erungen &#252;brigens unter dem Titel „Kritik an Br&#252;derle“ laufen lassen, was sicherlich nicht den wesentlichen Kern meines Statements trifft – denn prinzipiell begr&#252;&#223;e ich eine Entflechtungsm&#246;glichkeit ja – aber immerhin sind dort im Text die Aussagen dann richtig.</p>
<p>Mal sehen, was 2010 jetzt bringt&#8230;.
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		<title>Keine Rente f&#252;r Wallraff!</title>
		<link>http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/</link>
		<comments>http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 Mar 2009 10:13:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das ZEITmagazin hat G&#252;nter Wallraff ausgegraben. Spricht das f&#252;r die Zeit oder gegen sie?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/405a1049427ddbb49b6eeb4c24531c" alt="" width="1" height="1" /><br />
<a href="http://www.guenter-wallraff.com/">G&#252;nter Wallraff</a>, 66, k&#246;nnte sich zufrieden zur Ruhe setzen. Auf seine alten Tage m&#252;sste er keine <a href="http://www.zeit.de/2008/19/Wallraff-19?page=1">kleinen Br&#246;tchen</a> mehr backen und nicht in <a href="http://www.zeit.de/online/2009/10/wallraff-obdachlosigkeit-vorab">kalten N&#228;chten</a> unter Br&#252;cken schlafen. Aber <strong>Wallraff findet keine Nachfahren, die ihn ersetzen k&#246;nnten. Obwohl die Kluft zwischen denen da oben und denen da unten w&#228;chst.</strong><span> Also muss Wallraff bis zum Sankt Nimmerleinstag weiter machen. Muss Rennrad fahren und Marathon laufen und sich 20 Jahre j&#252;nger schminken, um all die Jobs zu kriegen, die eigentlich f&#252;r J&#252;ngere gedacht sind. Wo, bitte, sind unsere 30-j&#228;hrigen Reporter?*</span></p>
<p>Ist ihnen die Welt da unten egal?</p>
<p>Sie kleistern ihre Lifestyle-Bl&#228;ttchen mit Mode, Geschenktipps und Fotogalerien zu. Sie interviewen Stars und portr&#228;tieren „Erfolgstypen“. Sie erfinden <a href="http://meedia.de/nc/details/article/XXX_100016783.html">Zeitschriften</a> f&#252;r verw&#246;hnte Hunde (dogs) oder m&#228;nnliche Gourmets (beef). Sie richten sich ein in ihren immer gleichen Mittelstandsmedien und schreiben ihre Mittelstandsgeschichten &#252;ber ihre <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article1961607/Die_deutsche_Mittelschicht_droht_wegzubrechen.html">Mittelstandsprobleme</a>, w&#228;hrend die Sozialreportage („Oh Gott, blo&#223; das nicht!“) aus den Medien fast verschwunden ist.</p>
<p class="MsoNormal"><span>Arme &amp; Arbeiter kommen in den Medien nur vor, wenn man sie denunzieren kann (Hartz-IV-Schlampen, Kinderverwahrloser, Bildungsdeppen). F&#252;r etwas stehen, etwas riskieren, ein Thema durchsetzen, das ist nicht das Ding der jungen Reporter. ** Sie wollen blo&#223; unterhalten.</span></p>
<p>Opa Wallraff wird’s schon richten.</p>
<p>*Das Durchschnittsalter der f&#252;r den Egon Erwin Kisch-Preis nominierten Journalisten lag im vergangenen Jahr bei 53,5 Jahren.</p>
<p class="MsoNormal">**Zur Verteidigung der jungen Journalisten muss nat&#252;rlich erw&#228;hnt werden, dass nicht sie dar&#252;ber entscheiden, ob Sozialreportagen gedruckt werden. (Bleibt andererseits die Frage, ob die Jungen jemals welche vorschlagen).</p>
<p><!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=6476&amp;md5=e2245ea476fd7919dcbbfc517911b8b5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Beste aus den 90ern und von heute? Die FAZ und ihr neues Finanzportal</title>
		<link>http://carta.info/5490/faz-neues-finanzportal/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Feb 2009 08:48:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Noch ist das neue Finanzportal der FAZ im Beta-Betrieb, aber Carta durfte schon mal einen Blick hinter die Kulissen werfen. Einige gute Ans&#228;tze, aber auch viel Internet im Stil der 90er Jahre gibt es zu sehen. Kann daraus Deutschlands gr&#246;&#223;tes Finanzportal werden?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/3170a95bb6a12f5d35a34ebadd6414" alt="" width="1" height="1" /><br />
Geld ist ein ernstes Thema. Dieser Eindruck jedenfalls entsteht sofort, wenn man das neue <a href="http://www.fazfinance.net/home">Finanzportal der FAZ</a> betritt. Denn auf den ersten Blick dominieren Blau- und Graut&#246;ne, dazu signalisieren animierte Newsticker im Stil des Internets der 90er Jahre die Aktualit&#228;t von Nachrichten und Indizes. Damit will man Deutschland <a href="http://bernetblog.ch/2009/01/20/blogsofa-faz_1-deutschlands-grosstes-finanzportal/">gr&#246;&#223;tes Finanzportal </a>werden?</p>
<p>Was auf den ersten Blick wenig spektakul&#228;r anmutet, t&#228;uscht. Denn die <strong>Plattform hat durchaus ihre Besonderheiten</strong>. Dazu muss der User allerdings erst einmal die &#8220;Tools&#8221; entdecken. Das sind kleine Rechenprogramme, anhand derer man sich zu praktisch jeder nur denkbaren Produktkategorie Renditen, Laufzeiten oder eine Ratenh&#246;he ermitteln lassen kann. In einigen Bereichen sind auch reale Angebotsdaten hinterlegt, so dass man einen &#220;berblick &#252;ber das Marktangebot erh&#228;lt und sich Rankings anzeigen lassen kann.</p>
<p>Dass es im Beta-Betrieb hier und da noch etwas klemmt, ist nicht weiter schlimm: So wird unter den Alternativen zu Bundesschatzbriefen etwa ein Produkt der Sparda-Bank M&#252;nster beschrieben, das angeblich &#8220;in voller H&#246;he durch die deutsche Sparkassenorganisation&#8221; gesichert ist. Dar&#252;ber kann man schmunzeln. &#196;rgerlicherer ist schon, dass die Sparda-Bank hier nicht aktiv verlinkt ist.</p>
<p>Dem hoch gesteckten <strong>Anspruch, Information mit Beratung zu verkn&#252;pfen</strong>, kommt man bei der <a href="http://www.faz.net">FAZ</a> also schon recht nahe, wenn auch eine entscheidende Komponente noch fehlt: Ein Produktvergleich &#252;ber verschiedene Gattungen hinweg. Denn wer etwa Geld anlegen m&#246;chte, k&#246;nnte Aktien kaufen oder auch festzverzinsliche Wertpapiere. Das Portal l&#228;sst es aber weder zu, dass der User sich ein individuelles Risikoprofil gibt, noch kann es Risikovergleiche zwischen den Produktgattungen erstellen.</p>
<p>Auch an anderer Stelle klafft noch eine L&#252;cke: Vom Web 2.0 hat dieses Portal n&#228;mlich noch nichts geh&#246;rt. Es gibt keine Kontakt- oder Dialogm&#246;glichkeiten mit anderen Usern und es gibt auch nichts zu bewerten, kommentieren oder bookmarken. Das halte ich f&#252;r einen gro&#223;en Fehler.</p>
<p>Denn dabei geht es nicht um eine oberfl&#228;chliche Adaption von Applikationen, die gerade en vogue sind. Vielmehr m&#252;sste das Portal der FAZ seinen Usern die M&#246;glichkeit er&#246;ffnen, von Effekten wie der &#8220;Wisdom of Crowds&#8221; bzw. dem &#8220;Crowdsourcing&#8221; zu profitieren. Die <strong>User sollten also selbst etwas beitragen k&#246;nnen</strong>, so dass das Portal dadurch f&#252;r alle Beteiligten n&#252;tzlicher wird.</p>
<p>Zudem sollte man nicht untersch&#228;tzen, dass j&#252;ngere Menschen das Internet nicht so sehr als Medium (zur Information) begreifen, sondern als <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/02/03/internet-als-treffpunkt/">Raum der Begegnung</a> sehen. Dieser Aspekt kommt hier noch entschieden zu kurz.</p>
<p>Abschlie&#223;end w&#228;re vielleicht noch die Frage zu stellen, ob so ein Finanzportal angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise nicht etwas zu sp&#228;t kommt. Immerhin aber hat die FAZ die dazu passende Debatte schon im eigenen Haus: <a href="http://faz-community.faz.net/blogs/stuetzen/archive/2009/02/13/herrschaftswissen-des-fr-252-hen-21-und-14-jahrhunderts.aspx">Don Alphonso </a>(&#8220;St&#252;tzen der Gesellschaft&#8221;) diskutiert in seinem Blog frank und frei &#252;ber Goldm&#252;nzen und Silberkannen als Anlagew&#228;hrung und l&#228;sst dabei auch das Thema Selbstverteidung (Schiessscharten am eigenen Haus) nicht aus. <strong>Alles in allem ist die FAZ also schon auf dem richtigen Weg</strong>&#8230;</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://carta.info/post_notification_header/"><img class="aligncenter" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/02/banner_newsletter_geloopt.gif" alt="RSS Feed" width="468" height="60" /></a></p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=5490&amp;md5=cdece3ef8b5de303438357fbf2b51af0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Heiteres Berufe zertreten oder: Der Blog als Beichtstuhl und Pranger</title>
		<link>http://carta.info/4895/heiteres-berufe-zertreten-oder-der-blog-als-beichtstuhl-und-pranger/</link>
		<comments>http://carta.info/4895/heiteres-berufe-zertreten-oder-der-blog-als-beichtstuhl-und-pranger/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 Feb 2009 11:55:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Blog Medienlese hat eine neue Boulevardform f&#252;r sich entdeckt: den „anonymen Brief“ zur Denunzierung eines Berufsstandes, den Print-Redakteur. Das Eindreschen auf Holzmedien und ihre Protagonisten funktioniert im Netz todsicher. Doch schon Brecht wusste: Jedes Verbrechen hat Name, Anschrift und Gestalt. Das Gleiche gilt f&#252;r Zivilcourage.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/27bb8141e3340ef1557e8728b8e660" alt="" width="1" height="1" /><br />
Die „Medienlese“ scheint eine neue Boulevardform entdeckt zu haben: den „anonymen Brief“ zur Denunzierung eines Berufsstandes. Alle mal herh&#246;ren: Solche Deppen und Faulpelze arbeiten in der Medienbranche. <em><a href="http://medienlese.com/2009/02/05/wie-ich-mich-als-hochbezahlter-redakteur-durch-den-alltag-mogel/">Redakteure</a></em><span><a href="http://medienlese.com/2009/02/05/wie-ich-mich-als-hochbezahlter-redakteur-durch-den-alltag-mogel/">!</a> Arrogant, schleimen nach oben, treten nach unten. <em><a href="http://medienlese.com/2009/02/01/offener-brief-vom-neid-auf-die-festangestellten/">Freie Journalisten</a></em></span><span>: weltfremde Jammerlappen, arm wie Kirchenm&#228;use. Das heitere Berufezertreten ist eine grandiose Idee f&#252;rs Netz und steht den Trashkunstwerken „Dschungelcamp“ und „Deutschland sucht den Superstar“ in nichts nach. Missgunst, Schadenfreude &amp; Ekel als Programmversprechen. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Doch halt!</span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span>Es k&#246;nnte sein, dass hier etwas nicht stimmt. Dass hier ein begabter <em>„Reporter des Satans</em></span><span><em>“</em> seine Ereignisse selber schafft, um sich anschlie&#223;end an den L&#246;scharbeiten, pardon, den Klickzahlen zu erfreuen. Denn der Schreiber der Briefe wei&#223;: <strong>Auf die Holzmedien und ihre Protagonisten einzudreschen, das funktioniert im Netz so todsicher wie eine Breitseite im Spiegel gegen „faule Lehrer“</strong>. Vermutlich lesen wir bald schon den n&#228;chsten „anonymen Brief“: Den Brief eines anonymen Studienrats, der aus der Schl&#252;ssellochperspektive &#252;ber die Vorkommnisse im Lehrerzimmer herzieht. Oder den Brief eines anonymen Verlagsangestellten, der den B&#252;roalltag im Vorzimmer des Chefs aussp&#228;ht.</span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Was ist der Sinn <a href="http://medienlese.com/2009/02/01/offener-brief-vom-neid-auf-die-festangestellten/">solcher anonymen Aufreger-Briefe</a>? Ein Ventil zu schaffen f&#252;r die Unzufriedenen? Eine Anklagebank zu zimmern f&#252;r all die Stammtischgesch&#228;digten, die seit 100 Jahren belogen und betrogen werden? Einen neuen Pranger zu errichten f&#252;r moderne Hexen und S&#252;ndenb&#246;cke? In Wirtschaftskrisen wie diesen kann jeder <span><em><a href="http://www.arschtrompete.de/internet/rottenneighbor/">rotten neighbor</a></em><em>, </em></span><span>der mal faul in der H&#228;ngematte liegt,</span> &#252;ber Nacht zum Schuldigen werden.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Es ist ja so einfach, aus der Anonymit&#228;t heraus zu denunzieren. Kein Fakt muss belegt, kein Name genannt werden. Und wenn man die Texte studiert, so f&#228;llt schnell auf, dass in diesen vermeintlichen „Insider“-Geschichten Namen und Orte fehlen. Es sind Flurfunk-Geschichten vom H&#246;ren-Sagen. Und deshalb sind anonym ver&#246;ffentlichte Briefe gezielte Verleumdungsaktionen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Schon Brecht wusste: Jedes Verbrechen hat Name, Anschrift und Gestalt. Das Gleiche gilt f&#252;r Zivilcourage. </span></p>
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		<title>Drei Stufen bzw. drei Fragen zu Jahresbeginn</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 17:57:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ist Journalismus?
Journalismus ist, wenn ein Journalist beschreibt, wie sich die Verh&#228;ltnisse, Vorlieben und Interessen &#228;ndern.

Was ist kritischer Journalismus?
Kritischer Journalismus ist, wenn ein Journalist beschreibt, warum sich die Verh&#228;ltnisse, Vorlieben und Interessen &#228;ndern.

Was ist medienkritischer Journalismus?
Medienkritischer Journalismus ist, wenn ein Journalist beschreibt, wie und warum sich die Beschreibungen von Verh&#228;ltnissen, Vorlieben und Interessen &#228;ndern.

Und hier kann man sehen, warum Angela Merkel bei den Deutschen, pardon, bei den deutschen Umfrageinstituten, pardon, bei den Auftraggebern der deutschen Umfrageinstitute so beliebt ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/1939c37e4ff617df50e5cde1de1542" width="1" height="1" alt=""/>Was ist Journalismus?<br />
Journalismus ist, wenn ein Journalist beschreibt, wie sich die Verh&#228;ltnisse, Vorlieben und Interessen &#228;ndern.</p>
<p>Was ist kritischer Journalismus?<br />
Kritischer Journalismus ist, wenn ein Journalist beschreibt, warum sich die Verh&#228;ltnisse, Vorlieben und Interessen &#228;ndern.</p>
<p>Was ist medienkritischer Journalismus?<br />
Medienkritischer Journalismus ist, wenn ein Journalist beschreibt, wie und warum sich die Beschreibungen von Verh&#228;ltnissen, Vorlieben und Interessen &#228;ndern.</p>
<p>Und hier kann man sehen, warum Angela Merkel <span style="text-decoration: line-through;">bei den Deutschen</span>, pardon, <span style="text-decoration: line-through;">bei den deutschen Umfrageinstituten</span>, pardon, bei den Auftraggebern der deutschen Umfrageinstitute <a href="http://www.spreeblick.com/2008/09/24/angela-merkel-bekommt-eine-extreme-photoshop-behandlung/#more-10333">so beliebt ist</a>.
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