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	<title>CARTA &#187; Medienkritik</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Schubladen · Nachklapp zur re:publica</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 13:24:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei kaum einem Ereignis wird die mangelnde Sachkunde in den Medien so deutlich wie bei der re:publica. W&#228;hrend zu anderen Gro&#223;veranstaltungen ausgewiesene Fachleute geschickt werden, hat man hier den Eindruck, es berichtet, wer gerade verf&#252;gbar ist - obwohl es vor Spezialisten nur so wimmelt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gut, Institutionen wie Presse und Fernsehen sind mit der Zeit ein wenig schwerf&#228;llig geworden, wir alle werden ja &#228;lter. Kommentatoren, die in dasselbe Horn getutet haben wie im letzten Jahr (2010, 2009, &#8230;), seien hiermit entschuldigt. Denen mit der Vorliebe f&#252;r den Griff in die unergr&#252;ndlichen Stereotypenkiste sei das j&#228;hrliche Treffen des Taubenkaninchenteckelz&#252;chtervereins empfohlen: Die Mitglieder bleiben &#252;ber Jahrzehnte dieselben, Ereignisse sind weitgehend vorhersehbar und Wechselwirkungen mit einer gr&#246;&#223;eren &#214;ffentlichkeit eher unwahrscheinlich. Dann sind da noch die Jungs, denen zwar dieses Netzged&#246;ns am Allerwertesten vorbeigeht, die aber ganz gerne drei Tage in Berlin unter Menschen mit einem gewissen Hipnessgrad abrei&#223;en: Es w&#228;re ein Dienst an der Gemeinschaft, wenn sie alle bei der n&#228;chsten re:publica zu Hause blieben.</p>
<p>Eben jetzt verzahnen sich Internet und das sogenannte richtige Leben immer schneller immer mehr. Jeder Smartphonebenutzer m&#246;ge sich selbst die Frage beantworten, wie viele Stunden er t&#228;glich online ist. F&#252;r diesen Wandel braucht es neugierige Journalisten, die unvoreingenommen nach Berlin kommen und sich mit dem Strom treiben lassen, ihre Nase in den Wind halten, ehe sie packende Berichte f&#252;r ihre Zuschauer oder Leser machen. Die, statt aus Kilometern Footage die kryptischsten Statements f&#252;r ihre Sendungen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=YyGgy4nhMmw&amp;feature=youtu.be" target="_blank">herauszufiltern</a>, um Vorurteile zu best&#228;tigen, eine ihnen vielleicht unbekannte Welt zu erforschen und zu erkl&#228;ren bereit sind.</p>
<p>Menschen passen per se nicht in Schubladen, Ereignisse entwickeln sich. Die Teilnehmer der re:publica sind gerne bereit, ihr Wissen mit anderen zu teilen und Dinge geduldig zu erkl&#228;ren, bis ihr Gegen&#252;ber versteht. Verstehen bedeutet begreifen, etwas geistig anfassen zu k&#246;nnen, setzt jedoch keineswegs voraus, dass man einen Standpunkt teilt. Respekt, der die Grundlage allen menschlichen Miteinanders ist, erlaubt durchaus Kritik. Sein Fehlen wird uns gerade durch Politik und Medien vor Augen gef&#252;hrt.</p>
<p>Weil gro&#223;e Konferenzen seit Jahrzehnten nur noch B&#252;hnenvordergrund f&#252;r Hinterzimmergemauschel sind, f&#228;llt dem Berichterstatter die Einordnung nicht leicht: Ist das alles hier, seid ihr alle hier echt? Fr&#252;her war Interpretation Sache der Kirche, der Parteiorgane oder der Presse demokratischer Staaten. Letztere kr&#228;nkelt, leider, die <a href="http://wissen.dradio.de/prawda-das-kommunistische-korrektiv-wird-100.36.de.html?dram:article_id=16348" target="_blank">Prawda</a> hat immerhin ein paar Revolutionen &#252;berstanden, in Rom sitzt ein erzkonservativer alter Mann, der schon vor Amtsamtritt seine Unlust hat verlauten lassen. Die Politik reagiert mit Angst, Panikmache und Restriktionen auf Neuerungen. Ausgewogene, sachliche Berichterstattung ist daher wichtiger denn je, und sie sollte den Lesern und Zuschauern, die nicht mit dem Computer auf du und du sind, anschauliche Beschreibungen der vielgestaltigen Diskussionen geben, die auf der re:publica gef&#252;hrt und angesto&#223;en werden.</p>
<p>Wo wir gerade dabei sind: Einer der d&#228;mlichsten Spr&#252;che des gepriesenen Exkanzlers Schmidt war <a href="http://de.wikiquote.org/wiki/Helmut_Schmidt#Zitate_mit_Quellenangabe" target="_blank">der</a> mit den Visionen. Wir sollten stolz sein auf die Menschen, die welche haben, sie pflegen und f&#246;rdern und daf&#252;r sorgen, dass sie ihre Ideen umsetzen k&#246;nnen. Es waren immer die Vision&#228;re, die Entwicklungssch&#252;be in Gang gesetzt haben. Wir k&#246;nnen sie dringend brauchen. Ebenso wie eine Presse, die wichtige Tendenzen und Entwicklungsprozesse erl&#228;uternd begleitet.</p>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/bd8d4b558c694d6a8929690ee4525f13" width="1" height="1" alt="" />
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43513&amp;md5=0b2ce20d25d979ddd9fc16e4171c756d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Piraten in der Fernseh-Berichterstattung</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 13:14:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die TV-Berichterstattung &#252;ber die Piraten ist eine Zumutung. Ganz gleich, ob ein Interview gef&#252;hrt oder ein Ereignis kommentiert wird: Sie ist schwer zu ertragen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den Reportagen von den Wahlerfolgen in Berlin und Saarbr&#252;cken waren Party, Stimmung, Jubel und Internet die meistgebrauchten Worte. Berichte von Parteitagen bestehen &#252;berwiegend aus der Beschreibung der vielen Kabel und Laptops, des verbreiteten Genusses eines stark koffeinhaltigen Getr&#228;nks, der Versammlungsform, die nicht so durchorganisiert ist, wie es die Betrachter gewohnt sind. Dem Stimmungsbild folgt die &#252;bervorsichtige Ann&#228;herung an Aliens mit Welpenschutz. Es mag gestandene Journalisten verbl&#252;ffen, in eine Halle voller Leitungen und Computer zu geraten, dahinter sitzen jedoch ganz normale Menschen. Junge, engagierte Menschen allerdings, das ist in der deutschen Politik in den letzten 30 Jahren nicht mehr vorgekommen. Es ist kein Grund, auf Zehenspitzen zu gehen.<br />
<a href="http://www.flickr.com/photos/arbyter_org/4983466648/in/set-72157624940326506"><img class="alignright size-medium wp-image-42318" title="fsa_10_msuemnick" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/03/fsa_10_msuemnick-300x200.jpg" border="3" alt="" width="300" height="200" /></a><span id="more-42306"></span></p>
<p>Die Reporter haben mit etwas Neuartigem zu tun, ja, aber es bei&#223;t nicht. Man kann ihm mit journalistischer Neugier, guter Vorbereitung und interessanten Fragen begegnen. Die Interviews wirken stattdessen bem&#252;ht bis peinlich, der Ton klingt nach will und kann nicht. Der Zuschauer ist danach nicht schlauer. Was er &#252;ber die Piraten erfahren hat, hat kaum Informationswert: Jung, chaotisch, was mit Internet, kein Plan. Wusste man schon, nicht so wichtig.</p>
<p>Die ziemlich hilflosen Fragen und die augenscheinlich schlechte Vorbereitung der Reportagen decken sich erstaunlich weitgehend mit der Herangehensweise der politisch Alteingesessenen. Auch das Personal der traditionellen Parteien findet keine Erkl&#228;rungen. Die Einordnungsversuche sind zum Teil so haarstr&#228;ubend, weil die Piraten partout nicht in ein bekanntes Schema passen wollen. Was nicht in eine Schublade geht, ist per se unheimlich und fl&#246;&#223;t Angst ein. Als k&#246;nnte man den Neuen nicht mit ganz herk&#246;mmlichen Mitteln auf die Spur kommen: Lesen, mit ihnen sprechen, Fragen stellen, neugierig sein, die Bereitschaft, sich schlau zu machen. Zuzugeben, dass man etwas nicht kennt, bedeutet einen ertr&#228;glichen Kontrollverlust. Es gibt gen&#252;gend Piraten, die gerne bereit und in der Lage w&#228;ren, ausf&#252;hrlich Auskunft zu geben.</p>
<p>Sp&#228;testens jetzt, nach der Saarland-Wahl, ist unstreitig, dass man die junge Partei ernst nehmen muss. Sie bringt m&#228;chtig Bewegung in scheinbar feststehende Gegebenheiten. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin wurde noch erkl&#228;rt, das Ergebnis sei der gro&#223;st&#228;dtischen Umgebung und der urbanen, internetaffinen Jugend zuzuschreiben. F&#252;r das kleine Saarland kann das nicht stimmen, dennoch wird weiterhin das Mantra von der Internetpartei bem&#252;ht. An die Wurzeln geht niemand.</p>
<p>Die einzige Tatsache, die von allen richtig beurteilt wird: Die Piraten sprechen ein junges Publikum an. Die Beweggr&#252;nde, sie zu w&#228;hlen, haben jedoch nur nachrangig mit dem Netz zu tun. Vielmehr findet hier die gro&#223;e Unzufriedenheit mit dem &#252;blichen Politikbetrieb Ausdruck, in dem mehr vertuscht als Tacheles geredet wird und die Menschen l&#228;ngst nicht mehr wichtig sind. Nein, die Piraten haben noch nicht auf alles eine Antwort. Aber wie wohltuend, wenn zwischen all dem genormten Blabla mal jemand sagt, &#8220;darauf kann ich Ihnen noch keine Antwort geben&#8221;. Es stellt sich niemand vorne hin und behauptet, alle L&#246;sungen zu kennen.<br />
Die Piraten laden zum Mitmachen ein, wo die sogenannten Volksparteien selbstherrlich Hinterzimmerpolitik betreiben. Das Versprechen, mit gestalten zu k&#246;nnen, selbst etwas zu bewegen und die oft nicht verst&#228;ndlichen Entscheidungen derer &#8216;da oben&#8217; beeinflussen zu k&#246;nnen, ist das wichtigste Wahlmotiv. Es ist wesentlich kraftvoller als die Themen Internet und Netzpolitik, die von den Medien so gern in den Vordergrund geschoben werden. Diese Reduzierung wie auch die stete Betonung des vorgeblichen Interesses an freien Downloads oder der Abschaffung des <a href="http://wiki.piratenpartei.de/Bundesparteitag_2011.2/Antragsportal/PA149" target="_blank">Urheberrecht</a>s ist eine Folge mangelhafter oder fehlender Nachfrage, kurz: von medialem Desinteresse.</p>
<p>Die erschreckende netzpolitische Unbedarftheit der alten Parteien ist nat&#252;rlich Teil des Problems, durch die schlecht vorbereitete, einseitige Berichterstattung wird sie noch sichtbarer. Auch &#252;ber das alte Parteienspektrum wird ja immer noch berichtet, als habe sich seit den 80er-Jahren nichts ge&#228;ndert: &#220;ber die CDU als christlich gepr&#228;gte Wirtschaftspartei, &#252;ber die SPD, als vertrete sie immer noch sozialdemokratische Ziele, &#252;ber die FDP, als sei sie auch heute noch das Z&#252;nglein an der Waage, das sie jahrzehntelang war. Eher selten sind Kommentare, die den Sozialabbau durch den unheilvollen neoliberalen Einfluss und die l&#228;ngst erfolgte Angleichung unter den gro&#223;en Parteien beim Namen nennen. Als sensationell wird hingegen herausgestellt, wenn konservative Politiker etwa twittern oder gar bloggen, als sei das bereits ein Kompetenzbeweis und belege die ernsthafte Besch&#228;ftigung mit digitalen B&#252;rgerrechten.</p>
<p>In der Wirklichkeit enthalten netzbezogene Verlautbarungen aus den gro&#223;en Parteien selten anderes als besch&#228;mende Fehleinsch&#228;tzungen oder die Ank&#252;ndigung von Restriktionen. Auf ihrem ureigenen Spielfeld lassen sich die Piraten aber nicht von uninformierten Lautsprechern dreinreden, und sie sind zu Recht sauer, dass deren Dialogbereitschaft gegen Null geht. Dialogf&#228;higkeit und Lernbereitschaft sind wichtige Schl&#252;ssel zum Verst&#228;ndnis der Partei; Bildung, die Verbreitung von Wissen und die Vermittlung von F&#228;higkeiten ein Grundanliegen. Sie versteht nicht, dass man nicht einfach auf das in ihren Reihen vorhandene Wissen zugreift. Einer Partei, die Probleme l&#246;sen und den &#252;blichen Politikstil &#228;ndern will, ist Ignoranz unverst&#228;ndlich.</p>
<p>Allerdings hat sie auch einige Steilvorlagen vergeben. Die Pressearbeit hinkt noch gewaltig. In den letzten Monaten wurde auf einige netzpolitische Herausforderungen nicht schnell und effektiv reagiert. Das spielt denen in die H&#228;nde, die auf professionelle Pressestellen zur&#252;ckgreifen und in zwei S&#228;tzen anschauliche Schreckensszenarien entwerfen k&#246;nnen. Sie k&#246;nnen sich entspannt zur&#252;cklehnen, statt unter Zugzwang reagieren zu m&#252;ssen. Es ist allerdings ein Trugschluss, deshalb anzunehmen, die Piratenw&#228;hler n&#228;hmen das besonders &#252;bel. Auch das irritiert die Medien; es ist einfach nichts wie gewohnt. Bekannte Mechanismen funktionieren nicht. Handlungsmuster, die bei den herk&#246;mmlichen Parteien bestimmte Folgehandlungen triggern, kommen kaum vor. Selbst Intrigen finden coram publico statt, nachzulesen in den Foren, sozialen Netzwerken und auf Twitter.</p>
<p>Von den Sendern werden diese Mittel kaum zur Information genutzt. Sie sind zwar in den Netzwerken unterwegs, bewerben dort allerdings haupts&#228;chlich die eigenen Programme. Es gibt einige Redakteure, die dem Fernsehzuschauer &#8220;das Internet&#8221; &#252;bersetzen. Diese wenig informativen Inhalte beschr&#228;nken sich auf einfache Stimmungsbilder und Interpretationen, die der Sachkenntnis von Einzelpersonen &#252;berlassen bleiben und nur in sehr kurzen Einstellungen zu sehen sind. Sie erkl&#228;ren nichts.</p>
<p>Vielleicht beginnen die Fernsehanstalten jetzt endlich, Journalisten mit Berichten &#252;ber die Piratenpartei zu beauftragen, die dem Thema gewachsen sind. Die Piraten haben eine schwierige Zeit vor sich, in denen sie nicht nur Antworten finden, sondern auch an Professionalit&#228;t gewinnen m&#252;ssen: Eine wirklich spannende Zeit f&#252;r die Medien, f&#252;r guten, informativen Journalismus. Die &#214;ffentlich-rechtlichen haben den geb&#252;hrenfinanzierten Auftrag, die B&#252;rger umfassend zu informieren. Bei den Sendern gibt es gen&#252;gend geeignete Mitarbeiter, die diese Herausforderung annehmen k&#246;nnen. Die Piraten werden f&#252;r die n&#228;chsten Jahre ein ergiebiges Thema sein, auch abseits der Stereotype Internet, Protestpartei und Anderssein. Macht was draus.</p>
<p style="margin-bottom: 2em;">&nbsp;</p>
<p><em>Crosspost von <a href="http://opalkatze.wordpress.com/" target="_blank">&#8230; Kaffee bei mir?</a><br />
Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/arbyter_org/4983466648/in/set-72157624940326506">Marcus S&#252;mnick</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en">CC BY-SA</a></em></p>
<ul>
<li>Analyse und Einordnung von <a href="http://blog.koehntopp.de/archives/3222-Piratenversteher.html" target="_blank">Kris K&#246;hntopp</a></li>
<li>FX Neumann: <a href="http://fxneumann.de/2012/03/25/spass-und-protest/" target="_blank">Spa&#223; und Protest</a></li>
<li>Heribert Prantl: <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/landtagswahl-im-saarland-das-piratennest-1.1317962" target="_blank">Das Piratennest</a>: &#8220;Die Piratenpartei befriedigt offenbar eine gutgl&#228;ubig-unbefangene, herzhaft basisdemokratische Lust auf Politik.&#8221;</li>
<li>Christoph Bieber: <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/2012/03/25/unwahrscheinlichkeitsdrive/" target="_blank">Der Unwahrscheinlichkeitsdrive der Piraten</a></li>
<p style="margin-bottom: 0,5em;">&nbsp;</p>
<p>Weitere Links werden gegebenenfalls <a href="http://opalkatze.wordpress.com/2012/03/26/die-piraten-in-der-fernseh-berichterstattung/?preview=true&amp;preview_id=20817&amp;preview_nonce=bb1f1b8557#piraten_tv_erg" target="_blank">hier</a> erg&#228;nzt.</ul>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/8e71fc2b0a044efcb31f63d8cb577d9e" alt="" width="1" height="1" />
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=42306&amp;md5=3d38b144724997ce675462c663f1cd8b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Wer wirbt f&#252;r BILD?</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Mar 2012 14:19:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Arne Nordmann]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Wer wirbt für BILD]]></category>

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		<description><![CDATA[Arne Nordmann hat sich an die Arbeit gemacht und eine alphabetisch geordnete &#220;bersicht mit den Namen der Werber und deren mehr oder weniger sinnvollen Aussagen zusammengestellt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom:0,5em">
<p><a href="http://wer.wirbt-fuer-bild.de/wer.html#M"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/03/wer_wirbt_fuer_bild-300x175.png" alt="" title="wer_wirbt_fuer_bild" width="300" height="175" class="alignleft size-medium wp-image-42270" /></a><br />
<blockquote>
<p>Nun trug es sich zu, dass ich eines Tages be­quem auf dem Sofa lag und mich von einer Koch­show be­du­deln lie&#223;, die mich hin­rei­chend un­ter­hielt: <em>Topf­geld­j&#228;ger</em> im ZDF mit Steffen Henssler als Koch und Mo­de­ra­tor. Eine recht sym­pa­thi­sche Sen­dung mit sym­pa­thi­schem Mo­de­ra­tor. Dachte ich bis … ich wenig sp&#228;ter einen „Bild“-Zei­tungs-Werbe­spot sah mit … <a href="http://wirbt-fuer-bild.de/steffen-henssler.html">Steffen Henssler</a>.</p>
<p>F&#252;r mich ein merk­w&#252;r­di­ger Mo­ment, f&#252;hl­te ich mich doch pl&#246;tzlich illoyal mir sel­bst ge­gen­&#252;ber, hatte ich doch tat­s&#228;ch­lich die ganze Sen­dung ver­gn&#252;gt mit Steffen Henssler sym­pa­thi­siert, der aber offenbar f&#252;r etwas wirbt, gegen das sich jede Faser meines K&#246;rpers streubt: die men­schen­ver­ach­ten­den Me­tho­den und In­hal­te der „Bild“-Zei­tung.</p>
</blockquote>
<p style="margin-bottom:2em">
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<p><small>
<a href="http://carta.info/42268/wer-wirbt-fur-bild/">Wer wirbt f&#252;r BILD?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/42268/wer-wirbt-fur-bild/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=42268&amp;md5=3157849ce7c9f3d973d91947528b5204" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Quote als Grundlage von Lob oder Verriss</title>
		<link>http://carta.info/42261/die-quote-als-grundlage-von-lob-oder-verriss/</link>
		<comments>http://carta.info/42261/die-quote-als-grundlage-von-lob-oder-verriss/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Mar 2012 12:17:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[WDR]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=42261</guid>
		<description><![CDATA[Der Journalist Gert Monheim hat in 38 Jahren beim WDR f&#252;r viele seiner Dokumentationen Auszeichnungen bekommen, darunter drei Grimme- und zwei Civis-Preise. Hier beschreibt er den Weg zur Quotenh&#246;rigkeit und die Verdr&#228;ngung qualit&#228;tvoller Fernsehsendungen, die zu Recht von vielen Zuschauern moniert wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In seinem Text f&#252;r die Funk-Korrespondenz, <a href="http://funkkorrespondenz.kim-info.de/artikel.php?pos=Leitartikel&#038;nr=9555">Die Guillotine-Wirkung · Quote und &#246;ffentlich-rechtlicher Programmauftrag</a>, entwickelt <a href="http://www.presseportal.de/pm/7899/1430123/renommierter-fernsehautor-und-langjaehriger-wdr-redakteur-gert-monheim-geht-in-den-ruhestand">Monheim</a> anschaulich die Ver&#228;nderungen des &#246;ffentlich-rechtlichen Fernsehens nach dem Aufkommen der Privatsender, die er f&#252;r die weiter anhaltende Verflachung des Programmangebots verantwortlich macht. </p>
<p style="margin-bottom:0,5em">
<blockquote><p>Sowohl die Auswahl der Themen als auch ihr Stellenwert, sprich: Sendeplatz im Programm, wurde urspr&#252;nglich nach qualitativen Gesichtspunkten und gesellschaftlichen Bed&#252;rfnissen getroffen. Die Redakteure und auch Intendanten und Programmdirektoren hatten so etwas wie den innewohnenden Programmauftrag eines „Rundfunks der Gesellschaft“, der die Geb&#252;hrenzahler mit den f&#252;r sie wichtigen Informationen in der gebotenen Nachhaltigkeit zu versorgen, die Grundversorgung sicherzustellen hatte. </p>
<p>[..]</p>
<p>Die Dokumentationen verloren ihren festen Sendeplatz, weil – so hie&#223; es – die Zusammenh&#228;nge f&#252;r ein breites Publikum zu komplex seien. Sie wurden hin und her im Programmschema geschoben und es wurde ausprobiert, wo sie am wenigsten Zuschauer kosteten. Und wo kosten sie am wenigsten Zuschauer? Wo ohnehin wenige sind, also au&#223;erhalb der Primetime, und schlie&#223;lich wurden sie fast nur noch im Nachtprogramm gesendet. So kam es zu der bizarren Argumentation, dass – weil die komplexen Inhalte den wachen Zuschauer am fr&#252;hen Abend angeblich &#252;berfordern – sie dem m&#252;den Geb&#252;hrenzahler nach 23.00 Uhr zugemutet werden.</p></blockquote>
<p style="margin-bottom:2em">
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		<title>ZDF-Interview mit dem &#8220;wohl gef&#228;hrlichsten Mann der Welt&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/42171/zdf-interview-mit-dem-wohl-gefahrlichsten-mann-der-welt/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Mar 2012 09:36:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Claus Kleber]]></category>
		<category><![CDATA[Mahmud Ahmadinedschad]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[Ahmadinedschad kann man nicht wie Kurt Beck interviewen. Das klassische Frage-Antwort-Frage-Spiel von Claus Kleber brachte keine neuen Einsichten. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Claus Kleber hat f&#252;r das <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1598064/Ahmadinedschad-Atomwaffen-unmoralisch#/beitrag/video/1598064/Ahmadinedschad-Atomwaffen-unmoralisch" target="_blank">ZDF heute journal mit Irans Pr&#228;sidenten Mahmud Ahmadinedschad gesprochen</a>. Von welchen Voraussetzungen gehen wir aus und was w&#228;re das Ziel bei einem solchen Gespr&#228;ch? Geht es darum, ihn seine Holocaustleugnung auch vor deutschen TV-Kameras wiederholen zu lassen? Die Tatsache an sich ist keine neue Erkenntnis.</p>
<p>Das Gespr&#228;ch m&#252;&#223;te der weiteren Informationsgewinnung dienen. So geht Claus Kleber seinen Auftrag auch an. Er wird im Flugzeug gezeigt, wie er sich vorbereitet. Was belegen diese Bilder? Dass er sich vorbereitet?</p>
<p>Nein, sie setzen das Interview in eine Rahmenhandlung: Der Journalist ist wichtig und der Sender, der dieses Interview bekommt, auch. In meinen Augen, der erste Fehler. In dieser derart aufgeladenen Situation wird Kleber aber unsicher, gar fahrig. Und: Er nimmt nicht die Rolle des unvoreingenommenen Journalisten ein, sondern fragt, wie ein Politiker oder ein Emiss&#228;r der IAEO. Der zweite Fehler. Der Journalist ist nicht dazu da, seinem Gegen&#252;ber Verhandlungszugest&#228;ndnisse abzuringen, wie ein Egon Bahr im kalten Krieg.</p>
<p><strong>Interview-Schach</strong></p>
<p>Ein Interview dieser Art ist wie ein Schachspiel, in dem man vermutlich sehr viele Z&#252;ge vorausberechnen kann. Kleber er&#246;ffnet, er entwickelt aber sein Spiel nicht und ger&#228;t in die Defensive. Er fragt: Warum auf einmal jetzt das Gespr&#228;ch? Hatte man in der<br />
heute-journal-Redaktion im Ernst auf die Antwort gehofft: Weil mich neulich mein Parlament gegrillt hat und ich jetzt mal was tun muss? Weil ich Angst vor einem Angriff habe und vorher noch einmal sagen m&#246;chte, dass wir nur den Frieden wollen?</p>
<p>Und dann stellt der Iranische Pr&#228;sident pl&#246;tzlich die Fragen und bringt nach wenigen Minuten Kleber in Bedr&#228;ngnis: Wer hat Irak besetzt? Wer hat Afghanistan besetzt? Wir sind gegen die Atombombe! Wir haben keine Feldz&#252;ge gemacht! Am Ende, nach knapp 45 Minuten, wird der iranische Machthaber den gr&#246;&#223;eren Frageanteil haben.</p>
<p>Was Ahmadinedschad aber sagen w&#252;rde, war doch klar – sp&#228;testens nach der erneuten Holocaust-Leugnung w&#228;re ein anderer Zug zwingend gewesen als der diagonale Springerzug auf ein anderes Fragefeld. Bei diesem Thema h&#228;tte er ihn stellen m&#252;ssen. Es h&#228;tte vermutlich eines Philosophen bedurft, geschult in der sokratischen Gespr&#228;chsf&#252;hrung, der diesen absurden Gespr&#228;chsrhythmus h&#228;tte durchbrechen k&#246;nnen. Ob es gelungen w&#228;re?</p>
<p><strong>Ahmadinedschad diktiert das Spiel</strong></p>
<p>So aber hat der berechnende Ahmadinedschad dem ehrlichen Journalisten sein Spiel diktiert und kam dabei sogar optisch noch besser weg. Der Pr&#228;sident, in der K&#246;rpersprache offen und die wenigen Spitzen wegl&#228;chelnd gegen Claus Kleber, den verunsicherten und durch die Sprachbarriere eingeschr&#228;nkten Angreifer.</p>
<p>Ein in moralischen Kategorien denkender Journalist wie Claus Kleber wird mit den klassischen Methaphern f&#252;r ein Politiker-Interview dieser Person nicht Herr werden. So war das Interview mehr eine Art Regierungserkl&#228;rung Ahmadinedschads f&#252;r die eigenen Leute und das westliche Publikum – beide wurden in ihren Haltungen best&#228;tigt. Und Claus Kleber war nur der einbestellte Stichwortgeber. Erkenntnisgewinn? Man h&#228;tte es wohl besser gelassen.</p>
<p><em>Der Text ist ein Crosspost von <a href="http://navigarenecesseest.wordpress.com/" target="_blank">JBlog</a>.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=42171&amp;md5=48089c2d230410246c969d2b11209f2b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Im WDR geht die Post ab</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Feb 2012 07:43:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsbedingungen]]></category>
		<category><![CDATA[Debattenkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Content Allianz]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Monika Piel]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlich-Rechtliche]]></category>
		<category><![CDATA[Stellenabbau]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmenskultur]]></category>
		<category><![CDATA[WDR]]></category>

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		<description><![CDATA[Debattenkultur: Die Konflikte, die Intendantin Monika Piel mit ihren Content Allianz-Ambitionen heraufbeschworen hat, werden statt im WDR im Internet ausgetragen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.freienseiten.de/index.php/Die-Wende/Underground-Kritiker-nehmen-Quotenglaubigkeit-aufs-Korn.html"><img class="alignleft size-medium wp-image-41787" title="piel_ postkarte" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/02/piel_-postkarte-300x212.jpg" alt="" width="300" height="212" /></a>Auf den Nachdenkseiten schlug  Erika Fuchs am 21. vor &#8220;<a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=12301">Occupy WDR</a>&#8220;:</p>
<p style="margin-bottom: 1em;">&nbsp;</p>
<blockquote><p>Im WDR g&#228;rt es, und zwar seit langem. Ob es um die schleichende Boulevardisierung des Fernseh-Nachrichtenmagazins Aktuelle Stunde geht oder den Abbau von lokaler Berichterstattung im H&#246;rfunk: vor allem die Mitarbeiter des Senders, die ihre Aufgabe als kritische W&#228;chter in Nordrhein-Westfalen noch ernst nehmen wollen, fragen sich, ob sie den richtigen Beruf gew&#228;hlt haben. Die gr&#246;&#223;te ARD-Anstalt verliert unter der &#196;gide ihrer Intendantin Monika Piel (Jahresgehalt 2009: 308.000 Euro) immer mehr an Anspruch und journalistischem Profil. Gleichzeitig scheint es, als r&#228;ume Monika Piel als derzeitige ARD-Vorsitzende auch noch bundesweit wichtige Bastionen des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks zugunsten der privaten Verleger.</p></blockquote>
<p style="margin-bottom: 1em;">&nbsp;</p>
<p>Gestern hat ihr Wolfgang Schmitz, WDR-H&#246;rfunkdirektor, geantwortet: <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=12363">Occupy WDR? Nein danke!</a> Der Umgangston darf als rauh bezeichnet werden:</p>
<p style="margin-bottom: 1em;">&nbsp;</p>
<blockquote><p>Das ist schon ein Kunstst&#252;ck, das Ihrer Autorin gelungen ist: &#220;ber zweitausend W&#246;rter formte sie zu einem Artikel, in dem keine einzige Behauptung stimmt, kein lustvoll ausgebreitetes Ger&#252;cht einer &#220;berpr&#252;fung auf seinen Wahrheitsgehalt standhielte. Das mag damit zusammenh&#228;ngen, dass man Erika Fuchs eher in Entenhausen kennt als im seri&#246;sen Medienjournalismus, der beispielsweise seine Quellen benennt, aber sei’s drum.</p></blockquote>
<p style="margin-bottom: 1em;">&nbsp;</p>
<p>Freundlichere Worte findet Schmitz f&#252;r seine Intendantin:</p>
<p style="margin-bottom: 1em;">&nbsp;</p>
<blockquote><p>Der Reihe nach: Der WDR wird erfreulicherweise von einer leidenschaftlichen Journalistin geleitet, die mit Entschiedenheit daf&#252;r eintritt, dass im WDR, aber auch in der ARD, die Angebote von H&#246;rfunk, Fernsehen und Internet deutliches &#246;ffentlich-rechtliches Profil zeigen, dass sie – wie es dem Programmauftrag entspricht – mit Information, Bildung und Unterhaltung alle Gruppen unserer Gesellschaft erreichen. Eine Intendantin, die, was der Autorin Ihres Beitrags offenbar ein Gr&#228;uel ist, sogar mit Verlegern spricht, statt mit ihnen zu prozessieren, weil sie eine Verst&#228;ndigung f&#252;r die journalistische Landschaft der Zukunft sinnvoller findet als einen Dauerkonflikt, den niemand gewinnen kann.</p></blockquote>
<p style="margin-bottom: 1em;">&nbsp;</p>
<p>Erika Fuchs wundert sich &#252;ber das Schreiben und ver&#246;ffentlicht eine E-Mail aus dem Freien-Forum des WDR:</p>
<p style="margin-bottom: 1em;">&nbsp;</p>
<blockquote><p>Letzter Coup: die vorweihnachtliche Mitteilung an die journalistischen Zuarbeiter der Sendereihe Resonanzen, ihre Dienste seien ab M&#228;rz 2012 nicht mehr gefragt.</p>
<p>Was sich selbst ein fr&#252;hkapitalistischer Patriarch kaum trauen w&#252;rde, ist den Tomatenpfl&#252;ckern und Spargelstechern des WDR offensichtlich zuzumuten: die K&#252;ndigung unter dem Weihnachtsbaum.</p></blockquote>
<p style="margin-bottom: 1em;">&nbsp;</p>
<p>Ob sich als N&#228;chste wohl Frau Piel zu Wort meldet?</p>
<p style="margin-bottom: 1em;">&nbsp;</p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41747&amp;md5=8922ba9ca8bd9f28660dd1c262f07c5e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Unverzichtbare Lichtgestalten</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 09:15:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Marina Weisband]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Personenkult]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[politische Berichterstattung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die deutschen Medien verhalten sich wie Amphibien: Wechselwarm, von der Temperatur ihrer Umgebung abh&#228;ngig. Allerdings passen sie sich nicht ausschlie&#223;lich nat&#252;rlichen Gegebenheiten an, sondern suchen stets nach zus&#228;tzlichen k&#252;nstlichen W&#228;rmequellen. Etwa nach der "sch&#246;nen Piratin" Marina Weisband.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen lieben Schubladen. Sie erleichtern den &#220;berblick durch Einordnung. Fr&#252;her konnte der Leser durch die Entscheidung f&#252;r eine bestimmte Zeitung oder ein Magazin die gew&#252;nschte Schublade aufziehen und fand in ihr alles, was sein Weltbild bekr&#228;ftigte. Es gab Schnittmengen, beispielsweise zwischen <em>Spiegel</em> und <em>Stern</em>, dagegen kaum welche bei <em>Spiegel</em> und <em>S&#252;ddeutscher</em>. Wo <em>FAZ</em> draufstand, war auch <em>FAZ</em> drin.</p>
<p>Die Schubladen sind verschwunden, bestenfalls gibt es noch offene F&#228;cher in einem gro&#223;en Schrank. Da fliegen Socken und Hemden schon mal durcheinander, oder es findet sich ein Spitzenh&#246;schen zwischen den Winterpullovern. Dabei gibt es nicht weniger einzuordnen, im Gegenteil: Die Masse der Informationen ist enorm gewachsen. Vielleicht f&#252;hrt gerade das &#220;berangebot dazu, Berichte nicht mehr an der Sache, sondern an Personen festzumachen. Der Schubladenersatz wird im politischen Journalismus gern benutzt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Warum Liquid Feedback erkl&#228;ren, wenn es doch Marina gibt?</em></strong></p>
<p>Die Beziehung der Medien zur Politik war immer eine besondere und von wechselseitiger Abh&#228;ngigkeit bestimmt. Wer mehr oder die &#8220;richtigen&#8221; Leute kannte, hatte oft einen Informationsvorsprung, der seinem Blatt zugute kam. Mit der einigerma&#223;en kritiklosen &#220;bernahme des US-amerikanischen Infotainments wurde es auch bei uns &#252;blich, Personen stellvertretend f&#252;r eine Idee, ein Gesetzesvorhaben, eine Partei zu pr&#228;sentieren. Schnell begriffen die Protagonisten die Vorteile, zur Freude des beratenden Gewerbes. Schnell entstand ein gro&#223;es Repertoire an Handlungsempfehlungen, um die betreffende Pers&#246;nlichkeit ins rechte Licht zu r&#252;cken. Dabei kam es nicht auf substantiierte Aussagen an: Die Beliebtheit der Person sollte das Vorhaben mit hochziehen. Auf diese Weise wurde etwa Ursula von der Leyen, v&#246;llig unabh&#228;ngig von absurden Gesetzesvorlagen, eine der beliebtesten Politikerinnen Deutschlands. Karl-Theodor zu Guttenberg stand beinahe schon als k&#252;nftiger Kanzler fest, seine Qualifikation: jung, gut aussehend, ein toller Showtyp. Selbst den Betrug verziehen ihm die W&#228;hler &#8211; es w&#228;re einfach so sch&#246;n gewesen.</p>
<p>Dann hat sich etwas ge&#228;ndert: Mit den Piraten ist eine auf der ganzen Linie ungew&#246;hnliche Partei in die &#214;ffentlichkeit getreten. Jung, frisch, mit Klartext und einer bis dato unbekannten Art der demokratischen Entscheidungsfindung. Obwohl einige ihrer eigenwilligen Vorhaben f&#252;r Diskussionen sorgen, &#252;berwiegt der Eindruck: Die machen das anders. Ausreichend anders, um im Vergleich mit den alten Parteien besser dazustehen und ins Berliner Abgeordnetenhaus einzuziehen.</p>
<p>Es w&#228;re f&#252;r die Medien eine Riesenchance gewesen. Da kommt eine junge Partei, benimmt sich ganz normal, ist ber&#252;hrbar, zeigt, dass es ihr Ernst ist mit der Umsetzung ihrer Projekte. Macht eine ganz andere Politik, als wir sie sonst vorgef&#252;hrt bekommen. Es wird gearbeitet, es geht um <a href="http://www.youtube.com/watch?v=6U82ig37TaE" target="_blank">Standpunkte</a> und die st&#228;ndige Auseinandersetzung mit der Basis. Konflikte werden sachbezogen und coram publico ausgetragen. Eine junge Partei will ihre Ansichten darlegen, sie ist f&#252;r Transparenz und freut sich &#252;ber Fragen.</p>
<p>Die Wahl hat den Willen zur Ver&#228;nderung deutlich gemacht. Nicht nur die Berliner Medien h&#228;tten ergiebigen Stoff f&#252;r die journalistische Aufgabe der fachlichen Einordnung und solide Hintergrundberichte gehabt. Es ist einfach, die Forderung nach der Freigabe bestimmter Drogen rei&#223;erisch zu kommentieren. Sinnvoll w&#228;re die Nachfrage gewesen, was die Piraten sich dabei denken &#8211; wom&#246;glich w&#228;ren &#252;berzeugende Begr&#252;ndungen dabei herausgekommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Die Schattenseite der Transparenz: Einladung zum Gaffen</em></strong></p>
<p>F&#252;r einen Moment bestand die Option, politische Berichterstattung neu oder wenigstens erneut zu erfinden. Journalisten h&#228;tten auf die Neulinge mit neugierigen und interessanten Fragen reagieren k&#246;nnen. Die W&#228;hler informieren, ihnen Hintergrund anbieten, Sachthemen in den Vordergrund stellen und nach Fakten fragen, die Probleme beleuchten, wegen derer die Piraten &#252;berhaupt gew&#228;hlt wurden.</p>
<p>Stattdessen gab es aufgeregtes Geschnatter &#252;ber <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Ci_MxOqkXjY" target="_blank">Latzhosen</a> und Palit&#252;cher, die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=q-cDewZk7wo" target="_blank">Unkenntnis</a> der H&#246;he der Verschuldung des Landes Berlin und die Tatsache, dass dank der lustigen Rampensau Christopher Lauer tats&#228;chlich in einer <a href="http://www.youtube.com/watch?v=0g7lpJACamk" target="_blank">Talkshow</a> gelacht wurde. Welch ein Erkenntnisgewinn!</p>
<p>Nein, die neuen Akteure sollen, bittesch&#246;n, in die alten Schemata, Modell von der Leyen, passen. Das ist der Leser so gewohnt. Der Versuch, ihm etwas Neues vorzusetzen, an dem er vielleicht Geschmack finden k&#246;nnte, wird nicht gemacht. Die Medien st&#252;rzen sich lieber auf Marina Weisband. Nicht etwa als junge Politikerin, die etwas zu sagen hat, sondern mit dem Etikett &#8220;die sch&#246;ne Piratin&#8221; versehen und herumgereicht. Das hat sie gef&#228;lligst zu erf&#252;llen; Vorschl&#228;ge Weisbands, jemand anders in eine Talkshow einzuladen, werden abgelehnt:</p>
<blockquote><p>„Es war anscheinend unm&#246;glich, einen anderen Parteivertreter in die Talkshows zu schicken. Darauf haben sich die Medien nicht eingelassen, obwohl das bei anderen Parteien gang und gebe ist.“ (<em>Sebastian Nerz im <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/ober-piratin-zieht-sich-zurueck-marina-weisband-bleibt-sich-treu_aid_707102.html" target="_blank">Focus</a></em>)</p></blockquote>
<p>Entweder Weisband oder gar kein Piratenmitglied: Ein pr&#228;gnanter Beleg f&#252;r die reine Unterhaltungsfunktion der Quasselrunden. In der besten Sendezeit ein neues Konzept ausprobieren, in dem es wirklich um Politik geht? I bewahre.</p>
<p>Dass die Zeitung mit den vier persilwei&#223;en Buchstaben es liebt, Sachverhalte maximal zu vereinfachen – geschenkt. Der <a href="http://www.marinaslied.de/" target="_blank">bloggenden</a> und <a href="https://twitter.com/#!/afelia" target="_blank">twitternden</a> Marina Weisband wird vorgeworfen, sie gehe mit ihrem Privatleben allzu offen um; es scheint eine &#220;bereinkunft zu geben, wonach Politiker ihr Naturell geheim zu halten haben. Die Erschaffung einer weiblichen Idealfigur ist jedenfalls gelungen. Sie hat gut auszusehen, intelligent zu antworten und ansonsten ungew&#246;hnlich zu sein; ein wenig Ablenkung von der Piraten-Herrenriege mag auch mitgespielt haben. Alle ziehen mit, weil sich das nautische Vokabular im Zusammenhang mit einer h&#252;bschen Frau noch besser macht, die Ungew&#246;hnlichkeit noch st&#228;rker betont.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Ersatz muss her &#8211; The Show Must Go On</em></strong></p>
<p>Weisbands Bem&#252;hungen, ihre politischen Anliegen zu vermitteln, werden mit <a href="https://www.taz.de/Geschaeftsfuehrende-Piratin-Marina-Weisband/!82142/" target="_blank">Homestories</a> und <a href="http://www.faz.net/polopoly_fs/1.1600998.1327594819!/image/2283588264.jpg_gen/derivatives/article_aufmacher_gross/2283588264.jpg" target="_blank">Fotoshootings</a> honoriert, die in die Yellow Press passen, aber nicht in die <a href="http://meisnotyoublog.wordpress.com/2011/11/19/was-ist-eigentlich-mit-der-taz-los-die-fortsetzung/" target="_blank"><em>taz</em></a> oder <em>FAZ</em>. Was spricht eigentlich dagegen, statt des Herzeigens bunter Bildchen dem gemeinen W&#228;hler <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liquid_Feedback" target="_blank">Liquid Feedback</a> zu erkl&#228;ren?</p>
<p>Das Pensum eines Bundespolitikers ist immens. Es ist eine Art Dauer-Circle-Training unter Beobachtung. Es m&#246;gen noch so viele Referenten zuarbeiten: Die eigentliche, politische Arbeit ist von den Protagonisten der Mediendemokratie nicht mehr zu leisten. Zu gro&#223; ist die Nachfrage nach Bildern und Statements, um dem Publikum kompetente Politiker zu pr&#228;sentieren, die auf alles eine Antwort haben. Alles im Griff: Ein Trugbild, von Journalisten und Magazinen entworfen, das mit der fachlichen Arbeit nicht das Geringste zu tun hat. Zur&#252;ckfahren will das Medienrauschen niemand mehr, es ist gut f&#252;r Auflage und Einschaltquote.</p>
<p>Weil die Piraten im Umgang mit den Medien unerfahren waren, schien ihre Vermarktung als einer Art Alien-Stars beinahe zwingend. Marina Weisband hat festgestellt, dass sie diese Rolle nicht spielen will. Sie nimmt sich ein Jahr Pause, <a href="http://www.fr-online.de/politik/piratin-marina-weisband--das-ist-kein-rueckzug---ich-nehme-anlauf-,1472596,11521314.html" target="_blank">Anlauf</a>, wie sie sagt, und beendet ihr Psychologiestudium. Politisch wird das die Piraten kaum beeinflussen, denn sie arbeitet als einfaches Parteimitglied weiter. Medial ist es ein kleines Erdbeben: Es muss ein Ersatz gefunden werden, der fotogen und publikumstauglich und vor allem, im Gegensatz zu Weisband, willig ist, den Piraten ein Gesicht zu geben. Schlie&#223;lich sollen die Gesetze der perfekt gestylten Medienwelt nicht auf den Kopf gestellt werden.</p>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/6eed7e10045f46f68a64641fab0dab70" alt="" width="1" height="1" />
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		<title>Warum Twitter ein sicherer Ort ist</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Mar 2011 13:27:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Twitter ist "ein Raum, welcher kaum geeignet ist, Bezeichnetes auszuschliessen, aber vielmehr Ausgeschlossenes zu integrieren vermag." Deshalb sei Twitter ein sicherer, beruhigender Ort. Eine kulturtheoretische Ann&#228;herung vom rebell.tv-Team.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tina Piazzi und Stefan M. Seydel (<a title="Opens external link in new window" href="http://rebell.tv/" target="_blank">http://rebell.tv</a> und <a title="Opens external link in new window" href="http://dfdu.org/" target="_blank">http://dfdu.org</a>) haben eigene Feldforschungen zu  Suchbewegungen im Umfeld des Internets  betrieben und dazu auch ein mehrb&#228;ndiges Buchwerk ver&#246;ffentlichen &#8211; &#8220;Formen der Unruhe&#8221;.</p>
<p>Auf medienheft.ch fassen sie einige ihrer Thesen in einem <a href="http://www.medienheft.ch/de/nc/14/date/0000/00/00/warum-twitter-ein-sicherer-ort-ist/article/6.html">sehr dicht gewebten kulturtheoretischen Text</a> zu sammen.</p>
<p>Hier einige Ausz&#252;ge aus dem Text:</p>
<p><strong>1. Die Problemanalyse</strong></p>
<blockquote><p>Es ist leicht zu beobachten, wie in der Bew&#228;ltigung der aktuellen Herausforderungen einer computervermittelten Kommunikation die Probleml&#246;sungsversuche selbst zum Problem werden:</p>
<p>(1) Wer meint, Informations&#252;berfluss durch h&#228;rtere, pr&#228;zisere, konsistentere Analyse in beruhigende &#220;bersicht zu verwandeln, irrt. (Gr&#252;ndlich. Grunds&#228;tzlich. Prinzipiell.)</p>
<p>(2) Wer meint, Informationen seien kontrollierbar, disziplinierbar, normierbar, der muss sich sagen lassen, dass jeder Totalitarismus genau diese Ziele verfolgt hat. (Autsch!)</p>
<p>(3) Wer meint, weiterhin Informationen beschr&#228;nken, b&#252;ndeln, sortieren, kanalisieren zu k&#246;nnen, darf den Einsatz von gewaltiger Macht nicht scheuen. (Just do it. Yes we can.)</p>
<p>(4) Wer meint, eine Information m&#252;sse bloss «kurz, knackig, knackiger» vermittelt werden, es gewinne einfach jener, welcher l&#228;nger, lauter, penetranter penetriere, hat vermutlich Recht. (Und jetzt? Wir haben verstanden.)</p></blockquote>
<p><strong>2. Twitter: Was ein Jemand da f&#252;r einen macht &#8211; und warum es beruhigend ist</strong></p>
<blockquote><p>Um praktischer zu werden: Ein Jemand w&#228;hlt das  «Richtige» f&#252;r jemand anders aus (1) und entfernt in der Aufarbeitung  (2) alles St&#246;rende, &#220;berfl&#252;ssige, Unn&#246;tige und Ablenkende, fixiert  diesen «Content» in gekonnt strategisch gestalteten, konservierenden  Kan&#228;len (3) und &#252;bermittelt diese ruckelfrei zur unterhaltenden  Konsumation (4).<br />
Um deutlicher zu werden: Die im ersten Moment  durchaus als entlastend empfundene Dienstleistung wirkt tats&#228;chlich  h&#246;chst beunruhigend. Denn selbstverst&#228;ndlich ist jede Information stets  von einer blitzartigen Unterlaufung durch eine ganz andere Information  bedroht. Wir leiden ja nicht bloss unter einem Informations&#252;berfluss.  Das Problem ist wesentlich dramatischer: Alles was gewusst werden kann,  wird tats&#228;chlich gleichzeitig auch ganz anders gewusst.</p></blockquote>
<p><strong>3. Warum Twitter-Kommunikation Sicherheit ausstrahlt<br />
</strong></p>
<blockquote><p>Wir behaupten, dass ein guter Twitter-Tweet zum Beispiel so aussehen  k&#246;nnte:</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>«@hidogawa @socialbits #social #bits <a href="http://trunc.it/9gx3a" target="_blank">trunc.it/9gx3a</a> RT @hrheingold: RT @jyri: «ideas» as social objects: <a href="http://bit.ly/bA2Azy%C2%BB" target="_blank">bit.ly/bA2Azy»</a>.</strong></p></blockquote>
<blockquote><p>Dabei f&#228;llt zun&#228;chst auf, dass eine solch kryptische Zeichenkette auf  Papier gedruckt selbst f&#252;r gewandte Twitterer weitgehend sinnlos ist.  Weiter kann beobachtet werden, dass offenbar der Gehalt dieser  Mitteilung &#252;ber Entschl&#252;sselung der Beziehungen von Personen, Worten und  Verbindungen erschlossen werden muss.<br />
<strong>Nicht Inhalte bilden den Anlass  der Kommunikation, sondern Relationen. </strong>Nicht einmal ein Ansatz zu einem  Versuch einer eindeutigen Information ist ersichtlich. Vielmehr &#246;ffnen  sich Bez&#252;ge und Hinweise in unterschiedlichste Richtungen. Ein  inhaltliches Verstehen einer solchen Mitteilung ist so g&#228;nzlich  unm&#246;glich gemacht, dass sogar das Missverst&#228;ndnis ausgeschlossen werden  kann. Oder einfacher: Das Missverst&#228;ndnis wird zum Normalfall der  Kommunikation gemacht.<br />
Listen sind offene Ordnungen. F&#252;r alles, was pl&#246;tzlich noch auftauchen  k&#246;nnte, hat es gen&#252;gend Platz. Allenfalls beginnen wir eine n&#228;chste  Liste. Und so kann schliesslich dieser «Ort» – die Kommunikation  innerhalb von Twitter – gerade darum als «sicher» empfunden werden: <strong>Es  ist ein Raum, welcher kaum geeignet ist, Bezeichnetes auszuschliessen,  aber vielmehr Ausgeschlossenes zu integrieren vermag. </strong></p></blockquote>
<p>Mehr <a href="http://www.medienheft.ch/de/nc/14/date/0000/00/00/warum-twitter-ein-sicherer-ort-ist/article/6.html">hier</a>.
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		<title>GAU</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Mar 2011 04:05:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Japan]]></category>
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		<description><![CDATA[Die merkw&#252;rdigen Krisenreaktionsmuster: "Facebook-Freunde, die sich mit Nachrichtenagenturen verwechseln", "Schockstarre durch st&#228;ndige Alarmmeldungen" und "Entm&#252;ndigung durch Expertenkultur".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist wohl zu fr&#252;h, um das mediale Echo auf den GAU in Japan genauer zu analysieren, aber ein paar Anmerkungen g&#228;be es da doch. Wobei ich mich diesmal nicht aufs Fernsehen oder auf die grossen Tageszeitungen beziehen m&#246;chte, sondern auf meinen „Freundeskreis“ bei Facebook, unter dem sich ein sehr hoher Anteil an Journalisten befindet – wohl auch, weil ich selbst dieses Medium vor allem zum professionellen Austausch nutze.</p>
<p>Was mich frappiert hat: Der hohe Anteil an Zeitgenossen, die einfach weiter gemacht haben wie bisher – als g&#228;be es die Z&#228;sur durch das Erdbeben und den Strahlenalarm in Japan  einfach nicht. Dann, nat&#252;rlich, ein paar Profis, die sich selbst mit einer Nachrichtenagentur verwechseln und meinen, jede neueste Tickermeldung auch &#252;ber Facebook weiterverbreiten zu m&#252;ssen. Und schliesslich so etwas wie eine schweigende Mehrheit, die wie ich selbst nahezu von Schockstarre befallen sind, sich also entweder gar nicht oder nur mit kargen Vier- oder F&#252;nfwort-S&#228;tzen melden: “Ich fasse es nicht”, “Finde es einfach nur schrecklich”.</p>
<p>Was k&#246;nnten diese ganz unterschiedlichen Reaktionsweisen wiederum mit den Medien zu tun haben? Viele von uns – offenbar nicht zuletzt Journalisten und andere Medienprofis &#8211; sind von den st&#228;ndigen Alarmmeldungen, mit denen uns Fernsehen und Boulevardpresse und in deren Schlepptau stets auch die „seri&#246;sen“ Medien &#252;bersch&#252;tten, so abgestumpft, dass sie sich durch nichts mehr aus ihrer Ruhe und Routine bringen lassen wollen. Andere werden wieder und wieder Opfer des medialen Herdentriebs und lassen sich von Vogel- und Schweinegrippe fast genauso in Angst und Schrecken versetzen wie vom radioaktiven Fallout.</p>
<p>Wie viel medialen Katastrophenalarm k&#246;nnen wir verarbeiten, ohne unsere Sensibilit&#228;t, unser Differenzierungsverm&#246;gen zu verlieren? Gibt es f&#252;r Aufkl&#228;rung noch eine Chance, wenn die Medien (auch die &#246;ffentlich-rechtlichen !) letztlich um Auflagen, Clicks und Einschaltquoten konkurrieren? Und hat nicht der Jesuit und Philosoph Ivan Illich, &#252;brigens ein &#214;sterreicher, auch wenn man ihn hierzulande kaum kennt, recht behalten, selbst wenn er nur ungl&#228;ubiges Kopfsch&#252;tteln erntete, als er schon vor Jahrzehnten unsere „Entm&#252;ndigung durch die Expertenkultur“ konstatierte und uns kurz nach der ersten Energiekrise das Fahrrad als einzig menschenfreundliches Verkehrsmittel andiente?</p>
<p><em>Stefan Ru&#223;-Mohl schreibt diese Kolumne f&#252;r &#246;sterreichische Wochenzeitung <a href="http://www.furche.at/">Die Furche</a>. Carta &#252;bernimmt Sie mit freundlicher Genehmigung.</em>
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		<title>Atom-Katastrophenberichte mit den Mitteln des Sportjournalismus &#8230;.</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 17:13:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Tod im Ticker: Der Journalist Alexander Kissler nennt es zynisch, wenn Journalisten die Reizintensit&#228;t der Japan-Nachrichten durch Sport-Metaphern weiter steigern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So langsam erscheinen auch sinnvolle medienkritische Texte zur aktuellen Japan-Berichterstattung. Der Journalist Alexander Kissler warnt in <em><a href="http://www.theeuropean.de/alexander-kissler/6024-der-tod-im-ticker">The European</a></em> die Kollegen aus den Nachrichtenredaktionen davor, Krise, Tod und Untergang &#8220;nach Art eines  Sportberichts zu pr&#228;sentieren&#8221;. Viele Journalisten w&#252;rden aus den Japan-Nachrichten &#8220;<a href="http://www.bild.de/">ein Aufputschmittel f&#252;r die Seele</a>&#8221; machen. Sie sei angesichts des Leids der Menschen zynisch:</p>
<blockquote><p>Der <a href="http://meedia.de/details-topstory/article/japan-news--der-boom-der-live-ticker_100033759.html">Sieg  der Sportberichterstattung</a> &#252;ber den Nachrichtenjournalismus treibt  an vielen St&#228;tten sein Unwesen. Auch wer &#252;ber Tarifverhandlungen oder  Friedensgespr&#228;che berichten muss, sucht gerne sein Heil in der  Sportmetapher, in der Fu&#223;balldramaturgie. Der Krisenticker treibt dieses  Ph&#228;nomen auf die Spitze. Er zeigt, dass wir gerne im Minutentakt uns reizen lassen und eher  ungern &#252;ber die Minute hinaus denken.</p></blockquote>
<p>Mehr <a href="http://www.theeuropean.de/alexander-kissler/6024-der-tod-im-ticker">hier</a>.
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Diesen Medien sind ihre Follower v&#246;llig egal&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Nov 2010 08:03:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<category><![CDATA[andré vatter]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Printmedien]]></category>
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		<description><![CDATA[Der freie Journalist André Vatter hat die Twitter-Accounts verschiedener Printmedien mit launigen Kurzkommentaren bewertet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In seiner <a href="http://www.avatter.de/wordpress/2010/11/news-geblase-twitter-diesen-medien-sind-ihre-follower-vollig-egal/">Twitterkritik</a> teilt Vatter in eine A- und eine B-Gruppe ein und zeigt, welche Followings sich lohnen und wo man nur den Twitterfeed bekommt:
<p style="margin-bottom:1em"></p>
<blockquote><p>Also, im folgenden eine schonungslose Liste jener Medien-Accounts, die Twitter nur nutzen, um kostenlosen Traffic auf ihre Seiten zu lotsen. Und eine Liste der Konten, die sich mit viel M&#252;he, Geduld und Empathie ihren Lesern zuwenden.</p></blockquote>
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		<title>&#8220;monitor&#8221;-Beitrag: Zwischen M&#228;rchenstunde und Motzki-P&#246;belei</title>
		<link>http://carta.info/25097/monitor-beitrag-zwischen-maerchenstunde-und-motzki-poebelei/</link>
		<comments>http://carta.info/25097/monitor-beitrag-zwischen-maerchenstunde-und-motzki-poebelei/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 16:52:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen Rutter</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wirtschaftspresse]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=25097</guid>
		<description><![CDATA[Die WDR-Sendung "monitor" lieferte k&#252;rzlich ein Beispiel, wie Wirtschaftsjournalismus nicht funktionieren sollte: unpassende Vergleiche, vermeintliche Experten, stereotype Darstellung. Das Ergebnis ist so faktenbasiert wie eine M&#228;rchensendung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Qualit&#228;t und Integrit&#228;t von Wirtschaftsjournalismus steht angesichts der Krise ganz erheblich infrage: „<a href="../../23945/wirtschaftsjournalismus-in-der-krise-ahnungslos-und-meinungsschwach/">Wirtschaftsjournalismus in der Krise: Ahnungslos, orientierungslos, &#252;berfordert</a>“, hei&#223;t es mittlerweile nicht mehr nur bei F&#252;hrungskr&#228;ften, Wissenschaftlern und Spitzenpolitikern.</p>
<p>Mit ihrem Beitrag „<a href="http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2010/0225/fdp.php5">Klientelpolitik  – Wie die FDP die Profiteure der Finanzkrise sch&#252;tzen will</a>“ hat auch die WDR-Sendung <em>monitor</em> r&#252;ckblickend die Wirtschaftsberichterstattung weiter Richtung M&#228;rchenstunde samt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Motzki">Motzki</a>-P&#246;belei verschoben. An dem Beitrag von Achim Pollmeier, Markus Schmidt und Kim Otto stimmt nicht einmal der Titel. Schlie&#223;lich geht es in dem 6-Minuten-Film, der Ende Februar ausgestrahlt wurde, nicht um einen dunklen Plan der FDP, sondern vielmehr um Werbung f&#252;r eine Idee der Redaktion. Man k&#246;nnte den Beitrag auch Reklame nennen.</p>
<div id="attachment_25110" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2010/0225/fdp.php5"><img class="size-medium wp-image-25110" title="Bildschirmfoto 2010-03-31 um 18.05.22" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/Bildschirmfoto-2010-03-31-um-18.05.22-300x184.png" alt="Bildschirmfoto 2010-03-31 um 18.05.22" width="300" height="184" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Vollkasko bei Bankengeld&quot; - der monitor-Bericht hier zum Anschauen</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p><strong>monitor-Regel 1: Phrasen dreschen</strong></p>
<p>Wer sind eigentlich die Profiteure der Finanzkrise, die laut Programmtitel von der FDP gesch&#252;tzt werden sollen? Laut Duden solche, die einen Profit aus etwas ziehen.</p>
<p>Intuitiv w&#252;rde man beispielsweise an den Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG (VW) Dr. Martin Winterkorn denken. Schlie&#223;lich haben die Finanzmarktturbulenzen das Wettringen zwischen der Porsche SE und VW um die zuk&#252;nftigen Eigentumsstrukturen entschieden. Statt fristloser K&#252;ndigung gab es dank dieser externen Umst&#228;nde eine <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,683062,00.html">Extrapr&#228;mie von 800.000 Euro</a>. Der Rest des Einkommens wurde ja bereits durch die staatliche Abwrackpr&#228;mie gesichert &#8211; sonst w&#228;re VW wohl mit Verlust aus dem Jahr 2009 gegangen.</p>
<p>F&#252;r die Redakteure sind die Profiteure auch nicht die f&#252;rstlich entlohnten Staatsangestellter des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin), nicht die staatliche Deutsche Bundesbank mit ihren Milliarden-Finanzkrisen-Ertr&#228;gen, und nicht die B&#252;rgermeister in den Kommunen, die ihre Wahlversprechen dank der Konjunkturmittel erf&#252;llen k&#246;nnen. Nein, f&#252;r das Autorenteam sind die Profiteure der Finanzkrise die Gl&#228;ubiger von Instituten, die auf vertragskonforme Bedienung ihrer Kredite hoffen d&#252;rfen. Wenn &#252;berhaupt, haben diese von den <strong>Stabilisierungsma&#223;nahmen</strong> profitiert, aber das ist doch wohl ein fundamentaler Unterschied.</p>
<p>Anekdotisch sollte darauf hingewiesen sein, dass der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk selbst unbesichert rund 216 Millionen Euro an GEZ-Geb&#252;hren und Altersvorsorgegelder bei der HRE investiert hatte. Damit ist der WDR laut <em>monitor</em> ein Profiteur der Finanzkrise.</p>
<p><strong>monitor-Regel 2: Die Unwahrheit verbreiten<br />
</strong></p>
<p>Schon die Ansage von Sonia Seymour Mikich „Die Banken und Versicherungen, die diese Krise angerichtet haben, wurden nicht nach Abgaben, nicht nach Gegenleistungen gefragt“ erinnert doch stark an den „Rattenf&#228;nger von Hameln“. Denn ein Blick in die Finanzmarktgesetzgebung verdeutlicht selbst dem Laien das genaue Gegenteil. „<a href="http://www.soffin.de/leistungen_gebuehren.php?sub=3">Stabilisierungsleistungen gibt es nicht umsonst &#8211; sie haben einen Preis, der ihrem Wert entspricht.</a>“ Daher hat der staatliche SoFFin bereits in den ersten 15 Monaten seines Bestehens rund 650 Millionen Euro aus Zinsen und Geb&#252;hren eingenommen.</p>
<p>Doch die M&#228;rchenstunde geht auch im Beitrag munter weiter. So behaupten die Autoren: „Und die FDP? [..] Mehrfach haben wir gefragt, wie man Gl&#228;ubiger k&#252;nftig in die Haftung nehmen will? &#8211; Keine Antwort.“ Falsch! Neben zahlreichen Telefongespr&#228;chen hat der Fachreferent der Bundestagsfraktion in zwei schriftlichen Stellungnahmen ausf&#252;hrlich Antwort zu dem angesprochenen Sachverhalt gegeben und auf offene Fragen hingewiesen. Diese lie&#223;en sich hier auch dokumentieren.</p>
<p>Wer einmal l&#252;gt, dem glaubt man nicht. Doch was macht man mit Leuten, die damit gar nicht mehr aufh&#246;ren? Ich bin f&#252;r eine Pinocchio-L&#246;sung.</p>
<p><strong>monitor-Regel 3: &#196;pfel mit Birnen vergleichen</strong></p>
<p>Nah dran an der Unwahrheit sind auch <strong>unpassende Vergleiche</strong> &#8211; ein besonders beliebtes Stilelement von Achim Pollmeier, Markus Schmidt und Kim Otto. Im besagten M&#228;rchenbeitrag wird eine Restrukturierung eines Kleinstunternehmens aus dem produzierenden Gewerbes mit einer Rettung einer Gro&#223;bank verglichen.</p>
<p>Das scheint an sich schon ein gewagter „Ritt auf der Kanonenkugel“ zu sein. Schlie&#223;lich sollte das Wort <em>systemrelevant</em> gerade f&#252;r Wirtschaftsjournalisten kein Fremdwort mehr sein. Besonders fantastisch wird das M&#252;nchhausen-gleiche Redaktionsteam aber, wenn man einen reinen Forderungsverzicht von Gl&#228;ubigern eines Kleinstunternehmens als Aufh&#228;nger f&#252;r einen so genannten Fremd-zu-Eigenkapital-Tausch f&#252;r Gro&#223;banken macht. Das erste ist freiwillig und gesetzlich klar geregelt. Letzteres soll aus Sicht der Autoren verbindlich geregelt werden – wohl samt notwendiger Aufhebung der Verfassung.</p>
<p><strong>monitor-Regel 4: Experten, die keine sind</strong></p>
<p>Experten&#228;u&#223;erungen k&#246;nnen ein &#252;berzeugendes Stilelement f&#252;r die Vermittlung medialer Botschaften sein. Sie sollen f&#252;r die notwendige Autorit&#228;t, Integrit&#228;t sowie Unabh&#228;ngigkeit sorgen, um dadurch eine Position besonders wirksam zu untermauern.</p>
<p>Doch wenn sich keine Experten f&#252;r die Untermauerung der eigenen Position finden lassen, greift das Redaktionsteam gerne auch auf Pippi Langstrumpf zur&#252;ck: ich mach mir die Welt widdewidde wie sie mir gef&#228;llt. Deshalb darf der ausgewiesene Arbeitsmarkt&#246;konom <a href="http://www.uni-kiel.de/snower/">Prof. Dr. Dennis J. Snower</a> auch sinnfreie Finanzmarktideen des Redaktionsteams kommentieren. Dem gemeinen Zuschauer mag dies nicht besonders auffallen, f&#252;r jeden &#214;konomen ist das aber wie ein Auftritt von „Rotk&#228;ppchen“ im M&#228;rchen „Frau Holle“.</p>
<p>Wer w&#252;rde zur Behandlung von Magenkrebs zum Zahnarzt gehen? Wer k&#228;me auf die Idee, einen Heilpraktiker bei der Behandlung eines offenen Armbruchs aufzusuchen? Eben. Deshalb l&#228;sst man Prof. Snower auch keine Finanzmarktreformen kommentieren.</p>
<p><strong>monitor-Regel 5: Stereotypen bedienen</strong></p>
<p>Was bei Motzki so erfolgreich war, dass darf bei <em>monitor</em> nat&#252;rlich nicht fehlen. Dauerndes N&#246;rgeln hat schlie&#223;lich auch schon fr&#252;her die Zuschauer angezogen. Und so wie Motzki auf die Ossis geschimpft hat, so macht es hier eben auf die FDP.</p>
<p>Man verkauft dann eine Einzelmeinung eines Abgeordneten als „die FDP“. Grundsatz: Es gibt sicher einen faulen Ossi, also sind die Ossis faul. Die Ironie in diesem Motzki-esken Beitrag ist nun aber, dass die Autoren s&#228;mtliche Gl&#228;ubiger von Banken als Klientel der FDP beschreiben. Und da jeder kleine Sparer eben ein Gl&#228;ubiger eines Instituts ist, ist quasi das gesamte Volk Klientel. So wird man also Volkspartei!</p>
<p><strong>Fazit: Programmstruktur &#228;ndern</strong></p>
<p>Nat&#252;rlich kann es nun nicht darum gehen, &#246;ffentlich-rechtliche Redaktionen wie <em>monitor</em> zu zensieren. &#196;hnlich faktenbasierte Sendungen wie „Wicky und die starken M&#228;nner“, „Raumschiff Enterprise“ und „Der 6-Millionen-Dollar-Mann“ werden ja auch nicht verboten, nur weil der Zuschauer das f&#252;r wahr halten k&#246;nnte, was dort gezeigt wird.</p>
<p>Vielleicht sollte man aber beim WDR dar&#252;ber nachdenken, die Sendung <em>monitor</em> zuk&#252;nftig auf dem Kinderkanal KI.KA auszustrahlen. Dort kann man auch andere M&#228;rchen sehen.</p>
<p><em>[Disclaimer: Steffen Rutter ist Mitarbeiter der  FDP-Bundestagsfraktion. Dieser Beitrag ist seine pers&#246;nliche Meinung. Die Redaktion von Carta begr&#252;&#223;t seinen Text ausdr&#252;cklich als Meinungsbeitrag &#252;ber die Qualit&#228;t von Wirtschaftsjournalismus. In der Qualit&#228;tsdebatte werden gerade auch die Stimmen von Betroffenen gebraucht.</em><em>]</em></p>
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</ul>
<p><em><br />
</em>
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<a href="http://carta.info/25097/monitor-beitrag-zwischen-maerchenstunde-und-motzki-poebelei/">&#8220;monitor&#8221;-Beitrag: Zwischen M&#228;rchenstunde und Motzki-P&#246;belei</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/25097/monitor-beitrag-zwischen-maerchenstunde-und-motzki-poebelei/#comments">43 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=25097&amp;md5=1efc7d01c3f68f0393579e4eb76b49e4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die gr&#246;&#223;ten Kritiker der Elche sind k&#252;nftig selber welche</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jan 2010 15:41:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich ist alles so einfach: Wenn man unzufrieden mit dem Bestehenden ist, macht man halt was Neues. Oder nicht?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/70e3cd8c7d154f9eb37741bf86e7fda1" alt="" width="1" height="1" />Den Kritikern der Verlage (und den kritischen Medienblogs) wird oft vorgeworfen, sie w&#252;rden <a href="http://carta.info/21384/software-engineering-schon-bald-eine-kernkompetenz-fuer-medienunternehmen/">immer nur kritisieren</a>. Besser machen k&#246;nnten sie es nicht!</p>
<p>Das h&#246;rt sich zun&#228;chst so an wie ein selten doofes Argument. Denn niemand verlangt von einem Filmkritiker, dass er bessere Filme dreht, niemand fordert von einem Architekturkritiker, dass er bessere H&#228;user baut. Warum sollte ein Medienkritiker also bessere Medien machen?</p>
<p>In manchen F&#228;llen aber trifft ein selten doofes Argument auch mal zu. Und zwar dann, wenn die Kritiker in Glash&#228;usern sitzen und dort mit Steinen werfen. Ist das Glas n&#228;mlich kaputt (= <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sch&#246;pferische_Zerst&#246;rung">sch&#246;pferische Zerst&#246;rung</a>), sind die Bewohner gezwungen, &#252;ber stabilere H&#228;user nachzudenken und diese, wenn m&#246;glich, auch noch selber zu bauen.</p>
<p>Medienkritiker, die in Glash&#228;usern sitzen (und dort ihr Geld verdienen), m&#252;ssen sich also Kritik an ihrer Kritik gefallen lassen. Allerdings gibt es da einige nicht ganz unbedeutende Randbedingungen, die wiederum die Kritiker der Medienkritiker nicht au&#223;er Acht lassen d&#252;rfen.</p>
<p><strong>Wer von Journalisten verlangt, sie sollten nicht herumjammern, sondern eigene, bessere Medien gr&#252;nden, der ignoriert, dass es ungleich schwerer ist, bei Null anzufangen, als bereits vorhandenes Kapital, eingespielte Strukturen und wertvolle Produktionsmittel etwas geschickter einzusetzen. </strong></p>
<p>Nicht die, die ohne Kapital und Einfluss beginnen m&#252;ssen, sitzen auf dem hohen Ross, sondern jene, die auf die Mittellosen herabschauen, obwohl sie selber &#8211; trotz guter Bedingungen &#8211; nicht mehr reiten k&#246;nnen. Das sollte man nicht durcheinander bringen.</p>
<p><strong>Wer Medien gr&#252;nden will, braucht (leider) Geld.</strong></p>
<p>Zwar kostet die Verbreitung ‚immaterieller’ Inhalte im Netz viel weniger als die Offline-Verteilung, und auch das Tr&#228;germedium hat sich drastisch verbilligt, aber die Herstellungskosten f&#252;r Inhalte und die Lebenshaltungskosten der Inhalte-Produzenten sind au&#223;erhalb wie innerhalb des Netzes die gleichen.</p>
<p>In dieser ungem&#252;tlichen Situation sagen uns <a href="http://carta.info/18043/kommunikationswandel-die-vier-subsysteme-des-medienapparats/">die kalten Propheten der Medienrevolution</a>, es werde uns gar nichts anderes &#252;brig bleiben, als eben 1001 Experimente zu wagen – eins davon werde schon klappen. Das ist wie Lotterie spielen. Aber was w&#228;re die Alternative? Die H&#228;nde in den Scho&#223; legen? Abwarten? Hoffen?</p>
<p>Wir vom Netzwerk Autoren+Reporter haben einfach mal angefangen und ein Webmagazin <a href="http://www.zeit.de/newsticker/2010/1/12/iptc-bdt-20100112-337-23520614xml">gegr&#252;ndet</a>. Und weil wir nebenher Geld verdienen m&#252;ssen, und weil wir alle sehr unterschiedlich sind und &#252;ber keine Zentralredaktion verf&#252;gen, hat <a href="http://www.magda.de/making_of_magda/">die Umsetzung</a> ein wenig gedauert, genauer gesagt: 3 Jahre und 103 Tage. Aber seit dem 11. Januar 2010 sind wir online &#8211; mit <a href="http://www.magda.de/">MAGDA</a>, dem Magazin der Autoren.</p>
<p>In der Pressemitteilung zum Start hei&#223;t es: „Das ‚Magazin der Autoren’ ist ein journalistisches Experiment in einer Welt ohne Gesch&#228;ftsmodelle. In dieser Welt m&#252;ssen auch wir Journalisten uns erst noch zurechtfinden. Aber genau das haben wir ja gelernt: Uns immer wieder auf unbekanntes Terrain zu begeben, neugierig zu bleiben und Antworten auf dr&#228;ngende, nie gestellte oder angeblich unsinnige Fragen zu suchen.“</p>
<p>Mal sehen, was draus wird.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=21484&amp;md5=3d74b77ea64aa4b7bcc6dad3b0fc7197" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Wie Nachrichten auch entstehen: Ein Erfahrungsbericht</title>
		<link>http://carta.info/20937/wie-nachrichten-auch-entstehen-ein-erfahrungsbericht/</link>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 16:16:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Justus Haucap</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Monopolkommission]]></category>
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		<description><![CDATA[Als Vorsitzender der Monopolkommission ist man auch ab und an in den Medien – das ist auch gut so, da der Wettbewerb an sich ja keine Lobby hat und Bundeskartellamt und Monopolkommission die einzigen Institutionen sind, die sich systematisch f&#252;r den Wettbewerb auf den M&#228;rkten stark machen.

Doch zum Thema: Am 22.12.2009 berichtete Spiegel Online von einem angeblichen Frontalangriff der Monopolkommission auf Wirtschaftsminister Br&#252;derle (hier). Das ist allerdings doch eine ziemliche journalistische Zuspitzung, man k&#246;nnte auch Quatsch sagen. Was war passiert?

Hintergrund war ein Gespr&#228;ch mit dem Handelsblatt Anfang Dezember f&#252;r eine Jahresr&#252;ckschau &#252;ber die Ma&#223;nahmen des Konjunkturpaketes, insbesondere den sog. Wirtschaftsfonds Deutschland. Der Beitrag erschien am 22.12.2009 im Handelsblatt im Rahmen der R&#252;ckschau „Das war 2009“ (hier). Schon im Januar 2009 hatte sich die Monopolkommission sehr kritisch mit den Hilfen f&#252;r die Realwirtschaft im Rahmen des Konjunkturpaketes II auseinander ge]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/8eb29d41af704b7a80ffe366cd425c83" width="1" height="1" alt=""/>Als Vorsitzender der Monopolkommission ist man auch ab und an in den Medien – das ist auch gut so, da der Wettbewerb an sich ja keine Lobby hat und Bundeskartellamt und Monopolkommission die einzigen Institutionen sind, die sich systematisch f&#252;r den Wettbewerb auf den M&#228;rkten stark machen.</p>
<p>Doch zum Thema: Am 22.12.2009 berichtete <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,668746,00.html">Spiegel Online</a> von einem angeblichen Frontalangriff der Monopolkommission auf Wirtschaftsminister Br&#252;derle (<a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/staatshilfen-monopolkommission-will-deutschlandfonds-abschaffen;2503460;0">hier</a>). Das ist allerdings doch eine ziemliche journalistische Zuspitzung, man k&#246;nnte auch Quatsch sagen. Was war passiert?</p>
<p>Hintergrund war ein Gespr&#228;ch mit dem Handelsblatt Anfang Dezember f&#252;r eine Jahresr&#252;ckschau &#252;ber die Ma&#223;nahmen des Konjunkturpaketes, insbesondere den sog. Wirtschaftsfonds Deutschland. Der Beitrag erschien am 22.12.2009 im <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/staatshilfen-monopolkommission-will-deutschlandfonds-abschaffen;2503460;0">Handelsblatt</a> im Rahmen der R&#252;ckschau „Das war 2009“ (<a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/staatshilfen-monopolkommission-will-deutschlandfonds-abschaffen;2503460;0">hier</a>). Schon im Januar 2009 hatte sich die Monopolkommission sehr kritisch mit den Hilfen f&#252;r die Realwirtschaft im Rahmen des Konjunkturpaketes II auseinander gesetzt und einen m&#246;glichst zeitnahen Ausstieg gefordert (<a href="http://www.monopolkommission.de/presse/pressemitteilung090122.pdf">hier</a>)</p>
<p>Diese Forderung habe ich nun wiederholt und konkret angeregt, den Fonds Mitte 2010 zu schlie&#223;en. Da Herr Br&#252;derle nicht Wirtschaftsminister war, als der Fonds urspr&#252;nglich aufgelegt wurde, l&#228;sst sich aus der heutigen Wiederholung der Forderung der Monopolkommissionsforderung vom Januar 2009 eigentlich schwerlich ein Frontalangriff auf den heutigen Wirtschaftsminister konstruieren. Aber anders w&#228;re es vermutlich eher langweilig, wenn auch eher richtig.</p>
<p>Gew&#252;rzt wurde das Ganze im Spiegel Online noch mit dem Hinweise, dies sei meine zweite Attacke in zwei Tagen auf den Wirtschaftsminister (<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,668746,00.html">hier nochmal</a>). Die zweite Attacke war noch viel konstruierter als die erste. Was war los? Im Gespr&#228;ch mit der S&#252;ddeutschen Zeitung &#252;ber die geplante M&#246;glichkeit, marktbeherrschende Unternehmen zu entflechten, hatte ich neben einer Reihe anderen Dinge auch zu bedenken gegeben, dass aufzupassen sein wird, dass man nicht auch „unschuldige“ Unternehmen trifft. Konkret war in der S&#252;ddeutschen Zeitung vom 21.12.2009 zu lesen (leider nicht online):</p>
<blockquote><p>„Das Kartellamt darf k&#252;nftig auch dann eingreifen, wenn ein Unternehmen seine Marktmacht nicht missbraucht hat. Dies soll m&#246;glich sein, wenn es um hochkonzentrierte, gesamtwirtschaftlich bedeutsame M&#228;rkte geht, „auf denen zwar noch kein konkreter Missbrauch festgestellt wurde, auf denen aber kein oder kaum Wettbewerb herrscht, obwohl Wettbewerb technisch m&#246;glich ist“, hei&#223;t es in dem Papier. Bei diesem Punkt hat Haucap allerdings Bedenken. ‚Es gibt Unternehmen, die auf Grund ihrer guten Gesch&#228;ftsstrategie sehr gro&#223; und m&#228;chtig geworden sind, ohne ihre Stellung missbraucht zu haben‘, sagt der Experte. Zerschl&#252;ge der Staat solche Konzerne, w&#252;rde er ja ‚Firmen f&#252;r ihren Erfolg bestrafen‘. <strong>Grunds&#228;tzlich h&#228;lt der Chef der Monopolkommission die Pl&#228;ne der Regierung jedoch f&#252;r richtig</strong>.“</p></blockquote>
<p>In Spiegel Online wird daraus dann: „Mit seiner Kritik am Deutschlandsfonds macht Monopolkommission-Chef Haucap bereits zum zweiten Mal diese Woche gegen Wirtschaftsminister die wirtschaftspolitischen Pl&#228;ne der Regierung Front. Am Montag hatte er bereits das geplante Entflechtungsgesetz bekrittelt.“ Abgesehen vom ungew&#246;hnlichen Satzbau (gegen den Wirtschaftsminister oder doch die Pl&#228;ne?) ist aus dem obigen Satz aus meiner Sicht kaum eine Frontenbildung zu erkennen. Aber es ist doch interessant, wie solche Nachrichten entstehen, wenn auch vielleicht nicht ein Zeichen f&#252;r Qualit&#228;tsjournalismus.</p>
<p>Auch die <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/2156551_Zerschlagung-von-Konzernen-Kritik-an-Bruederle.html">Frankfurter Rundschau</a> hat meine &#196;u&#223;erungen &#252;brigens unter dem Titel „Kritik an Br&#252;derle“ laufen lassen, was sicherlich nicht den wesentlichen Kern meines Statements trifft – denn prinzipiell begr&#252;&#223;e ich eine Entflechtungsm&#246;glichkeit ja – aber immerhin sind dort im Text die Aussagen dann richtig.</p>
<p>Mal sehen, was 2010 jetzt bringt&#8230;.
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		<title>Keine Rente f&#252;r Wallraff!</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Mar 2009 10:13:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zeitgeist]]></category>

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		<description><![CDATA[Das ZEITmagazin hat G&#252;nter Wallraff ausgegraben. Spricht das f&#252;r die Zeit oder gegen sie?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/405a1049427ddbb49b6eeb4c24531c" alt="" width="1" height="1" /><br />
<a href="http://www.guenter-wallraff.com/">G&#252;nter Wallraff</a>, 66, k&#246;nnte sich zufrieden zur Ruhe setzen. Auf seine alten Tage m&#252;sste er keine <a href="http://www.zeit.de/2008/19/Wallraff-19?page=1">kleinen Br&#246;tchen</a> mehr backen und nicht in <a href="http://www.zeit.de/online/2009/10/wallraff-obdachlosigkeit-vorab">kalten N&#228;chten</a> unter Br&#252;cken schlafen. Aber <strong>Wallraff findet keine Nachfahren, die ihn ersetzen k&#246;nnten. Obwohl die Kluft zwischen denen da oben und denen da unten w&#228;chst.</strong><span> Also muss Wallraff bis zum Sankt Nimmerleinstag weiter machen. Muss Rennrad fahren und Marathon laufen und sich 20 Jahre j&#252;nger schminken, um all die Jobs zu kriegen, die eigentlich f&#252;r J&#252;ngere gedacht sind. Wo, bitte, sind unsere 30-j&#228;hrigen Reporter?*</span></p>
<p>Ist ihnen die Welt da unten egal?</p>
<p>Sie kleistern ihre Lifestyle-Bl&#228;ttchen mit Mode, Geschenktipps und Fotogalerien zu. Sie interviewen Stars und portr&#228;tieren „Erfolgstypen“. Sie erfinden <a href="http://meedia.de/nc/details/article/XXX_100016783.html">Zeitschriften</a> f&#252;r verw&#246;hnte Hunde (dogs) oder m&#228;nnliche Gourmets (beef). Sie richten sich ein in ihren immer gleichen Mittelstandsmedien und schreiben ihre Mittelstandsgeschichten &#252;ber ihre <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article1961607/Die_deutsche_Mittelschicht_droht_wegzubrechen.html">Mittelstandsprobleme</a>, w&#228;hrend die Sozialreportage („Oh Gott, blo&#223; das nicht!“) aus den Medien fast verschwunden ist.</p>
<p class="MsoNormal"><span>Arme &amp; Arbeiter kommen in den Medien nur vor, wenn man sie denunzieren kann (Hartz-IV-Schlampen, Kinderverwahrloser, Bildungsdeppen). F&#252;r etwas stehen, etwas riskieren, ein Thema durchsetzen, das ist nicht das Ding der jungen Reporter. ** Sie wollen blo&#223; unterhalten.</span></p>
<p>Opa Wallraff wird’s schon richten.</p>
<p>*Das Durchschnittsalter der f&#252;r den Egon Erwin Kisch-Preis nominierten Journalisten lag im vergangenen Jahr bei 53,5 Jahren.</p>
<p class="MsoNormal">**Zur Verteidigung der jungen Journalisten muss nat&#252;rlich erw&#228;hnt werden, dass nicht sie dar&#252;ber entscheiden, ob Sozialreportagen gedruckt werden. (Bleibt andererseits die Frage, ob die Jungen jemals welche vorschlagen).</p>
<p><!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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<a href="http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/">Keine Rente f&#252;r Wallraff!</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/6476/keine-rente-fuer-wallraff/#comments">21 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=6476&amp;md5=e2245ea476fd7919dcbbfc517911b8b5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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