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	<title>CARTA &#187; Medienkrise</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Warum die Verleger zum Internet einfach schweigen sollten</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 16:17:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Beckedahl</dc:creator>
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		<description><![CDATA[1. Verglichen mit den meisten Wirtschaftszweigen geht es den Medienh&#228;usern in der sog. Wirtschaftskrise gut – nicht zuletzt Springer, die besonders laut t&#246;nen – 13 Prozent Rendite laut 3. Quartalsbericht sind kein Grund zum Weinen. Auf diesem Niveau zu jammern, ist eher unversch&#228;mt.

2. Es gibt f&#252;r Internetnutzer keinen Grund, eine Zeitung zu kaufen, die zu zwei Dritteln ungelesen im M&#252;ll landet. Das Internet bef&#246;rdert Selektion, wie auch schon die Musikindustrie erfahren musste. Das muss man als Gesamtwerkproduzent nicht h&#252;bsch finden, aber akzeptieren – und sich &#252;berlegen, wie man die Leser f&#252;r weitere Inhalte bei sich begeistern kann.

3. Die Entwicklung kommt nicht &#252;berraschend. Dass die Verleger bis heute kein Modell gefunden haben, wie sich ihre Ver&#246;ffentlichungen (ich spreche bewusst nicht von Journalismus, das ist ein Gro&#223;teil ihrer Erzeugnisse nicht) online rentieren k&#246;nnen, haben sie sich zum Gro&#223;teil selbst zuzuschreiben, denn:

4. Die Gesamtreichweiten der in IVW und AGOF]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/f064994cd3ea4e87a8028aa90b17fb41" width="1" height="1" alt=""/>1. Verglichen mit den meisten Wirtschaftszweigen geht es den Medienh&#228;usern in der sog. Wirtschaftskrise gut – nicht zuletzt Springer, die besonders laut t&#246;nen – 13 Prozent Rendite laut 3. Quartalsbericht sind kein Grund zum Weinen. Auf diesem Niveau zu jammern, ist eher unversch&#228;mt.</p>
<p>2. Es gibt f&#252;r Internetnutzer keinen Grund, eine Zeitung zu kaufen, die zu zwei Dritteln ungelesen im M&#252;ll landet. Das Internet bef&#246;rdert Selektion, wie auch schon die Musikindustrie erfahren musste. Das muss man als Gesamtwerkproduzent nicht h&#252;bsch finden, aber akzeptieren – und sich &#252;berlegen, wie man die Leser f&#252;r weitere Inhalte bei sich begeistern kann.</p>
<p>3. Die Entwicklung kommt nicht &#252;berraschend. Dass die Verleger bis heute kein Modell gefunden haben, wie sich ihre Ver&#246;ffentlichungen (ich spreche bewusst nicht von Journalismus, das ist ein Gro&#223;teil ihrer Erzeugnisse nicht) online rentieren k&#246;nnen, haben sie sich zum Gro&#223;teil selbst zuzuschreiben, denn:</p>
<p>4. Die Gesamtreichweiten der in IVW und AGOF verb&#252;ndeten Medienangebote sind irrational gro&#223;. Dass bis heute mit Onlinewerbung wenig Geld verdient werden kann, wenn man nicht selbst der Dienstleister ist, liegt auch an selbstverschuldeten, schlechten Kriterien. So wie die Radiosender sich und ihren Werbekunden mit der Media-Analyse regelm&#228;&#223;ig fr&#246;hliche Zahlen melden (79,8 Prozent der Deutschen h&#246;ren angeblich t&#228;glich Radio, und das im Schnitt um die drei Stunden lang&#8230;), so vermiesen es sich die Onlineh&#228;user selbst.</p>
<p>Wer hat das sinnfreie Format der Page-Impression-produzierenden Klickstrecken zu verantworten? Nicht die Nutzer, sondern die beharrlichen und koordinationsunwilligen Medienh&#228;user und ihre angeschlossenen Vermarkter, die IVW und AGOF betreiben.</p>
<p>5. Die Verleger beweisen ihre Internetkompetenz regelm&#228;&#223;ig neu: immer wieder jammerten sie &#252;ber Google News (nicht &#252;ber Google). In diesem Jahr ebbte das Gejaule pl&#246;tzlich ab: Vielleicht hatten sie mal ihre Mitarbeiter gefragt, woher die Nutzer tats&#228;chlich kommen. Google News ist als Trafficverteiler fast bedeutungslos.</p>
<p>6. Im klassischen Printjournalismus wurden 2008 28,6 Prozent f&#252;r Herstellung, 24,3 Prozent f&#252;r Redaktion, 24,7 Prozent f&#252;r Vertrieb, 15,7 Prozent f&#252;r Anzeigen und 7,8 Prozent f&#252;r Verwaltung aufgewendet (Quelle: BDZV). Einnahmeseitig standen dem 45,2 Prozent aus Anzeigen, 8,6 Prozent aus Fremdbeilagen und 46,2 Prozent aus dem Vertrieb gegen&#252;ber. Entfallen also die 46 Prozent Einnahmen aus dem Vertrieb, stehen dem Einsparungen in H&#246;he von 28,6 Prozent Herstellung und 24,7 im Vertrieb (abz&#252;glich einer Summe x f&#252;r Onlinevertrieb) gegen&#252;ber. Das klingt nicht unm&#246;glich zu wuppen, werte Herren!</p>
<p>7. Wenn dem Onlinejournalismus etwas fehlt, ist es guter, anst&#228;ndig bezahlter Journalismus. Die Verleger jammern &#252;ber zuwenig Beachtung ihrer Angebote und zuviele Rip-Offs; sie bezahlen zugleich ihren Onlineangestellten vergleichsweise Peanuts. Das ist scheinheilig.
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		<title>Die Entsorgung der Qualit&#228;t: Die Medienkrise und die Ausbeutung der freien Journalisten</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 18:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Leisegang</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Medienkrise versch&#228;rft die Arbeitsbedingungen der freien Journalisten und l&#228;sst den Unterschied zwischen unabh&#228;ngiger Information und PR weiter schwinden. Damit verliert der Journalismus weiter an Glaubw&#252;rdigkeit und begibt sich in den freien Fall.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/110fc6865d0047638040387d48cb43bb" alt="" width="1" height="1" />Die Printmedien befinden sich in einer schweren Krise. Eine Strategie, die ihr &#246;konomisches &#220;berleben sichert, haben die meisten Verlage noch nicht gefunden. Stattdessen herrscht in den meisten Redaktionsh&#228;usern strikter Sparzwang. Unter dem steigenden Marktdruck werden tiefgehende interne Umstrukturierungen vorgenommen: ganze Ressorts werden eingestellt, Redaktionen zu sogenannten News-Rooms zusammengelegt und Zeilenhonorare &#252;ber die Schmerzgrenze hinaus gek&#252;rzt.</p>
<p>Diese Entwicklung spitzt sich in der derzeitigen Wirtschaftskrise zus&#228;tzlich zu. Im Fr&#252;hjahr hat zum Beispiel die WAZ-Gruppe bei ihren vier NRW-Titeln 300 der knapp 900 Redaktionsstellen gestrichen. Im Gegenzug erhielt deren Online-Portal „Der Westen“ gerade einmal 20 neue Mitarbeiter.</p>
<p>Auch die S&#252;ddeutsche Zeitung, auflagenst&#228;rkste &#252;berregionale Tageszeitung dieser Republik, plant bis Ende kommenden Jahres 60 Stellen in Verlag und Redaktion streichen, um so 10 Millionen Euro einzusparen. Es wird gemunkelt, diese Summe werde f&#252;r die Bankverbindlichkeiten der S&#252;dwestdeutschen Medienholding (SWMH) ben&#246;tigt, die vor zwei Jahren die Mehrheit am Verlag der SZ f&#252;r insgesamt 700 Millionen Euro aufkaufte.</p>
<p>Selbst die verhei&#223;ungsvolle Online-Welt muss gegenw&#228;rtig Federn lassen. Am Freitag entschied der Verlag M. DuMont Schauberg, die Netzeitung <a href="http://carta.info/17791/netzeitung/">einzustellen</a> und s&#228;mtlichen Mitarbeitern betriebsbedingt zu k&#252;ndigen. Das Schicksal ihres Automagazins „Autogazette.de“ war da bereits besiegelt – drei Redakteuren ist vor wenigen Tagen gek&#252;ndigt worden. Die Erstellung der Autobeilage der Berliner Zeitung, bislang Aufgabe der „Netzeitung“, liegt fortan in den H&#228;nden der Full-Service-Agentur „Raufeld Medien“. Sie verf&#252;gt <a href="http://www.raufeld.de/cms/index.php?id=9">nach eigenen Angaben</a> „&#252;ber ein Netzwerk von mehr als 100 freien Autoren“.</p>
<p>Einsparungen, Entlassungen und Outsourcing: Die tiefen Einschnitte in den Verlagsh&#228;usern versch&#228;rfen vor allem die Arbeitsbedingungen einer zugleich wachsenden Berufsgruppe, die der freien Journalisten. Allein in den vergangenen zehn Jahren d&#252;rfte sich ihre Zahl, so sch&#228;tzt der Deutsche Journalistenverband (DJV), auf etwa 25.000 verdoppelt haben.</p>
<p>Freie Journalisten verf&#252;gen &#252;ber kein geregeltes Einkommen und erhalten ihre Honorare bemessen an den gedruckten Zeilen. Der Zeitaufwand, um f&#252;r eine gute Story zu recherchieren, wird nicht ber&#252;cksichtigt. Laut einer Studie (<a href="http://www.dfjv.de/fileadmin/user_upload/pdf/DFJV_Studie_Freie_Journalisten.pdf">PDF</a>) des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes verdient ein freier Zeitungsjournalist, zumeist m&#228;nnlich und im Mittel 47 Jahre alt, monatlich im Durchschnitt knapp 2500 Euro brutto. Aufgrund der erdr&#252;ckenden Marktkonkurrenz sind die Freien h&#228;ufig gezwungen, Knebelvertr&#228;ge anzunehmen, mit denen sie s&#228;mtliche Rechte an ihren Texten an die Verlage abtreten. Eine zus&#228;tzliche Verwertung ihrer eigenen Beitr&#228;ge ist ihnen damit nicht mehr m&#246;glich.</p>
<p>Das Gehaltsgef&#228;lle ist gro&#223; und knapp ein Drittel der freien Journalisten verdient gerade einmal bis zu 1000 Euro. Viele suchen daher ein zweites Standbein: So &#252;bt einer Studie der LMU M&#252;nchen (<a href="http://www.dfjv.de/fileadmin/user_upload/pdf/DFJV_Studie_Arbeitsmarkt_fuer_Journalisten.pdf">PDF</a>) zufolge jeder zweite freie Journalist neben seiner T&#228;tigkeit als Autor eine Nebent&#228;tigkeit &#8211; zumeist im Bereich &#8220;PR/Werbung&#8221; &#8211; aus.</p>
<p>Schlie&#223;lich wird sich ein „Freier“ gut &#252;berlegen, ob er f&#252;r wenige hundert Euro wochenlang einer aufw&#228;ndig recherchierten Story nachgeht, wenn Unternehmen und Lobbyorganisationen PR-Texte in Auftrag geben und diese Leistungen auch noch besser bezahlen.</p>
<p>So hat die neoliberale Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft k&#252;rzlich drei Journalisten f&#252;r das Projekt „Deutschland 24/30“ <a href="http://carta.info/12327/insm-deutschlandreise/">angeheuert</a>, die „die „der sozialen Marktwirtschaft gegen&#252;ber positiv eingestellt und einem unternehmernahen Auftraggeber gegen&#252;ber aufgeschlossen sind.“ Sie sollten der Frage nachgehen, was aus der „guten alten Sozialen Marktwirtschaft“ geworden sei. Die Reportage d&#252;rfte am Ende im Sinne der Auftraggeber gewesen sein: Schlie&#223;lich bei&#223;t niemand die Hand, die einen f&#252;ttert.</p>
<p>Wenn die Meinungen von Journalisten, und damit die „vierte Gewalt“ als solche, infolge der Ausbeutung an den Meistbietenden verschleudert werden kann, nehmen fraglos nicht nur die unmoralischen Angebote der Lobbyorganisationen weiter zu – der Unterschied zwischen unabh&#228;ngigen Informationen und interessengeleiteter PR droht am Ende g&#228;nzlich zu verschwinden.</p>
<p>Der Wettlauf nach unten verwandelt sich zudem in den freien Fall: Wenn billiges Infotainment und PR zunehmend kritischen Journalismus aus den Spalten verdr&#228;ngen, ist die Glaubw&#252;rdigkeit der redaktionellen Berichterstattung selbst in Gefahr. Die Leser werden weiter abwandern und im Internet Alternativen suchen, die Anzeigenkunden werden ihnen folgen.</p>
<p>Der Ausweg aus dieser mehrdimensionalen Medienkrise indes ist denkbar einfach: Es ist ein Irrtum anzunehmen, journalistische Qualit&#228;t gebe es zum Nulltarif. L&#228;ngst hat die Diskussion &#252;ber die Zukunft des Journalismus sowie unterschiedliche Erl&#246;smodelle, von Micro-Payments bis hin zur Kulturflatrate, an Fahrt gewonnen. Allein auf diese Weise k&#246;nnen Verlage aus dem Teufelskreis ausbrechen, investigative Recherchen gef&#246;rdert und nicht zuletzt auch die Ausbeutung der freien Journalisten gestoppt werden.
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		<title>Der R&#246;hrenblick: Warum im Journalismus nicht alles auf die private Karte gesetzt werden sollte</title>
		<link>http://carta.info/17288/roehrenblick-journalismus/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Oct 2009 12:12:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manuel Puppis</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im September diskutierten Forscherinnen und Forscher in Cardiff die Zukunft des Journalismus. Die Botschaft war deutlich: Der Markt alleine richtet es nich, Stiftungen und &#246;ffentliche Mittel f&#252;r journalistische Arbeit sind erforderlich. Was andernorts l&#228;ngst angekommen ist, l&#246;st in der Journalismusforschung heftigen Widerspruch aus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/1979a0e4555e41f8abfaf253b5d2f064" width="1" height="1" alt=""/><em>von Manuel Puppis und Colin Porlezza</em></p>
<p>„Big Daddy Has Gone and Left Journalism“, <a href="http://journalism.nyu.edu/pubzone/weblogs/pressthink/2008/07/08/big_daddy_left.html ">konstatierte</a> der New Yorker Journalistik-Professor Jay Rosen unl&#228;ngst in seinem Blog. Die fetten Jahre, als Medienunternehmen noch satte Gewinne einstrichen, sind vorbei. In der Zwischenzeit hat der Wind gedreht: Die Wirtschaftskrise s&#228;gt unerbittlich am Standbein der Werbeeinnahmen, die in den USA mittlerweile gar auf den Stand von 1970 zur&#252;ckgefallen sind. Obendrein hat auch der Siegeszug des Internets im Mediensektor seine Spuren hinterlassen. Immer mehr Menschen informieren sich im Netz und beziehen die t&#228;gliche Portion News kostenlos, sodass den Medienh&#228;usern auch noch ihre Publika wegbrechen. Und Onlinewerbung kann die ausbleibenden Print-Werbeums&#228;tze bei Weitem nicht ausgleichen. Die Medienkrise trifft vor allem die Printmedien mit voller Wucht: &#220;brig bleiben dezimierte Redaktionen, hilflose Manager, frustrierte Rezipienten – und nicht zuletzt perplexe Journalismusforscher.</p>
<p><strong>Folgen der Medienkrise<br />
</strong></p>
<p>Austrocknende Finanzierungsquellen, schrumpfende Publika und die anschwellende Konkurrenz aus dem Internet, bedingt durch die „News-aus-dem-Netz-d&#252;rfen-nichts-kosten-Mentalit&#228;t“, bringen die Massenmedien in immer st&#228;rkere finanzielle Bedr&#228;ngnis. Darunter leidet auch die journalistische Qualit&#228;t, zumal sich die publizistische Leistung immer h&#228;ufiger am Interesse der Werbekunden orientiert, indem seichte Unterhaltung statt harter Fakten die Zeitungsseiten f&#252;llen. Allen voran Tageszeitungen erweisen durch die kontinuierliche Boulevardisierung der Inhalte nicht nur ihrer Glaubw&#252;rdigkeit einen B&#228;rendienst, sondern b&#252;&#223;en je l&#228;nger je mehr auch ihre Orientierungsfunktion ein.</p>
<p>Damit hat die gegenw&#228;rtige Krise der Medien weitreichende Konsequenzen. Denn, wie der Schweizer Bundesrat und Medienminister Moritz Leuenberger in Zusammenhang mit dem Relaunch der NZZ <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/nzz_2010/leuchttuerme_statt_barometer_1.3634059.html ">festhielt</a>:</p>
<blockquote><p>„Die demokratische Auseinandersetzung spielt sich vor allem in den Medien ab, nicht mehr nur am Stammtisch oder in der Landsgemeinde. Radio, Fernsehen und Zeitungen sind nicht nur Vermittler, sondern mischen sich als Akteure ein, setzen Themen und hinterfragen politische &#196;usserungen und Entwicklungen kritisch. Das ist anspruchsvoll und verlangt professionellen Journalismus.“</p></blockquote>
<p>Wenn aber diejenigen Medien, welche sich &#252;berhaupt noch um ein derart ambiti&#246;ses Vorhaben bem&#252;hen, nicht mehr imstande sind, diese Leistung zu finanzieren und qualitativ hochwertige Informationen zu publizieren, w&#228;chst die Gefahr, dass aus meritorischen G&#252;tern nunmehr simple Konsumg&#252;ter werden. Die Medienkrise ist damit gleichzeitig eine Krise der Demokratie.</p>
<p><strong>Alles wird gut</strong></p>
<p>Die zahlreichen Probleme der Medien und des Journalismus waren das Thema der Konferenz &#8220;<a href="http://www.cf.ac.uk/jomec/conference/futureofjournalism/index.html ">Future of Journalism</a>&#8220;, die diesen September in Cardiff stattfand. Er&#246;ffnet wurde die Tagung mit einer Rede von James Curran, Professor am Goldsmiths College der Universit&#228;t London. Der Tenor seiner Aussagen war deutlich: Der Markt hat versagt – und mit ihm auch zahlreiche Akteure, die den Ernst der Lage verkennen oder weiterhin einfach ignorieren. Die Sichtweise, dass auch in diesen krisengesch&#252;ttelten Zeiten immer noch nichts getan werden muss, ist in der Medienbranche weiterhin dominant. Derweil die Verleger zwar zugeben, dass sich die Medienindustrie in einem strukturellen Wandel befindet, die Talsohle aber l&#228;ngst durchschritten sei, verk&#252;nden Medienmanager im Business-Lingo, dass das richtige und allesamt erl&#246;sende Gesch&#228;ftsmodell schon noch gefunden w&#252;rde. Laut Curran eine Illusion.</p>
<p>Auch an den Journalismusforschern – und das ist neu – l&#228;sst Curran kein gutes Haar. Denn oftmals scheint es so, als w&#252;rden diese den medialen Umbruch einem R&#246;hrenblick gleich ausschlie&#223;lich positiv wahrnehmen, zumal sich dem Journalismus etliche neue Chancen bieten w&#252;rden: Die Neugestaltung der Medienordnung beschere alternative Publikationsm&#246;glichkeiten, erm&#246;gliche eine weitere Demokratisierung im Sinne einer medialen Partizipation und sorge f&#252;r eine lebhaftere Medienvielfalt dank internetbasierten Konkurrenten. Mit anderen Worten: Die nun vonstattengehenden Ver&#228;nderungen deuten auf eine vielversprechende Zukunft hin.</p>
<p><strong>Journalismus im freien Fall</strong></p>
<p>Legt man indes die rosa Brille ab und beobachtet die Sachlage etwas n&#252;chterner, zeigt sich die aktuelle Situation weit vertrackter: Noch ist kein Gesch&#228;ftsmodell in Sicht, das alle traditionellen Medien, allen voran die Tageszeitungen, zufriedenstellen k&#246;nnte. Auch Pay-Walls und Online-Geb&#252;hren sind in diesem Zusammenhang nicht der Weisheit letzter Schluss, denn sie w&#252;rden die Zahl der Leser nur noch weiter reduzieren und auf gewisse Eliten beschr&#228;nken – wodurch eine Spirale nach unten entsteht.</p>
<p>Die Medien haben sich &#252;berdies nicht demokratisiert, denn neue Online-Zeitungen oder Blogs sind bis auf ein paar wenige Ausnahmen immer noch Nischenprodukte – dementsprechend sind die am h&#228;ufigsten angeklickten Seiten im Netz immer noch diejenigen der etablierten Offline-Medien. Daran &#228;ndert auch eine Romantisierung des <em>Grassroot</em>- oder B&#252;rgerjournalismus‘ nichts. Laut James Curran sei die „alte Ordnung” im Journalismus denn auch weder tot, noch liege sie im Sterben – sie bef&#228;nde sich lediglich im Niedergang. Die bestehenden Mainstream-Medien bleiben uns also erhalten, doch aufgrund fehlender finanzieller Mittel d&#252;rften ihre Leistungen immer schlechter werden.</p>
<p><strong>Alternative Institutionalisierungsformen</strong></p>
<p>Doch w&#228;hrend die meisten Journalismusforscher eine „Vogel-Strau&#223;-Politik“ betreiben, statt sich der Medienkrise zu stellen, propagieren kritische Kommunikationswissenschaftler schon l&#228;nger eine Vielfalt von Finanzierungs- und Institutionalisierungsmodellen. Unl&#228;ngst hat Pascal Zwicky &#252;ber die <a href="http://www.thenation.com/doc/20090406/nichols_mcchesney/single?rel=nofollow ">Position</a> von John Nichols und Robert W. McChesney <a href="http://carta.info/7003/staatliche-intervention-journalismus/ ">berichtet</a> &#8211; und stie&#223; damit auf heftige Kritik. Dabei sind deren Aussagen bei genauer Betrachtung harmlos: W&#252;nscht die Gesellschaft weiterhin qualitativ hochwertigen Journalismus, so reichen gewinnorientierte Medien alleine nicht (mehr) aus. Denn diese, von l&#246;blichen Ausnahmen abgesehen, verabschieden sich zunehmend von publizistischen Idealen und schielen einseitig auf wirtschaftlichen Erfolg. Das ist legitim, aber nicht Qualit&#228;tsjournalismus.</p>
<p>Deshalb braucht es ein pluralistisches System mit unterschiedlichsten Eigentumsformen und Gesch&#228;ftsmodellen. Stiftung sind ebenso denkbar wie &#246;ffentliche Mittel. Genau dieser McChesney, Professor an der Universit&#228;t Illinois, war an der diesj&#228;hrigen Jahrestagung der „International Communication Association“ (ICA) in Chicago omnipr&#228;sent. An der Er&#246;ffnungsveranstaltung hielt er einen Vortrag &#252;ber alternative Medien und L&#246;sungen f&#252;r die Medienkrise – und forderte diesbez&#252;glich auch einen etwas pragmatischeren Umgang mit dem Thema. Diese Botschaft ist im Mainstream der kommunikationswissenschaftlichen Forschung unterdessen angekommen.</p>
<p>Fast k&#246;nnte man also glauben, Medienpolitik w&#252;rde in der Kommunikationswissenschaft wieder salonf&#228;hig. Aber nein, ein Forschungszweig leistet, einem kleinen gallischen Dorf gleich, nach wie vor heftigen Widerstand. Grund genug f&#252;r James Curran, auch den Journalismusforschern an der „Future of Journalism“-Konferenz endlich ins Gewissen zu reden. Er betonte, dass es einen aktiven Staat brauche, und schlug zwei konkrete Ma&#223;nahmen vor: Zum einen d&#252;rfe dem &#246;ffentlichen Rundfunk die Entwicklung neuer Internetangebote nicht verwehrt werden. Zum anderen sei die Institutionalisierung eines neuen, nicht-profitorientierten Online-Mediensektors n&#246;tig, und zwar zus&#228;tzlich zum bestehenden &#246;ffentlichen Rundfunk. Um dies zu verwirklichen, so Curran, brauche es eine &#246;ffentliche Stiftung, welche nicht-gewinnorientierten Onlinejournalismus unterst&#252;tzt.</p>
<p><strong>Hybride Zukunft<br />
</strong></p>
<p>Die Zukunft des Journalismus, so Currans Fazit, m&#252;sse im &#246;ffentlichen Interesse aktiv gestaltet werden. R&#252;ckendeckung erhielt er von Bettina Peters, der zweiten Key-Note-Speakerin in Cardiff und Direktorin des „Global Forum for Media Development“. Sie stellte unzweideutig klar, dass niemand f&#252;r eine Abschaffung kommerzieller Medien pl&#228;diere. Doch m&#252;sse man endlich damit aufh&#246;ren, den Staat als Gefahr f&#252;r die Medien darzustellen. Es brauche ein hybrides Modell, d. h. eine Vielfalt unterschiedlich institutionalisierter Medien. Medienpolitik kann dabei helfen, eine Alternative zu privatwirtschaftlich institutionalisierten Medien aufzubauen.</p>
<p>Vielleicht kommt diese Botschaft auch bei Journalismusforschern, welche den Staat – einem roten Tuch gleich – immer noch als gr&#246;&#223;te Gefahr f&#252;r die Medienfreiheit erachten, langsam an. Curran ist sich sehr wohl bewusst, dass die Mehrheit der Journalismusforscher anderer Meinung ist. Doch notwendig sei eine unideologische Debatte. In Currans Worten:</p>
<blockquote><p>„Es gibt verschiedene Arten, die Medien zu organisieren und es gibt verschiedene Arten von Journalismus, die unterschiedliche Beitr&#228;ge zur Demokratie leisten. Wir sollten nach einem pluralistischen Modell suchen, statt alles auf eine Karte zu setzen.“</p></blockquote>
<p>Eine aktive Medienpolitik ist also n&#246;tig, denn neue, &#246;ffentlich finanzierte Anbieter auf dem Internet k&#246;nnen die Medienlandschaft neben privaten Medien und &#246;ffentlichem Rundfunk bereichern. Hoffentlich hat Currans Pl&#228;doyer Erfolg – sonst stellt sich vielleicht schon bald die Frage, ob die Journalismusforschung nicht die Zukunft ihres eigenen Gegenstandes auf dem Gewissen hat.</p>
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<p style="margin-bottom: 0cm;" lang="de-DE">
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<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Manuel Puppis ist Oberassistent am Institut f&#252;r Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universit&#228;t Z&#252;rich, </em><em><span lang="de-DE">Colin Porlezza</span><span lang="de-DE"> ist Assistent am Institut f&#252;r Medien und Journalismus der Universit&#228;t Lugano.</span></em></p>
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<a href="http://carta.info/17288/roehrenblick-journalismus/">Der R&#246;hrenblick: Warum im Journalismus nicht alles auf die private Karte gesetzt werden sollte</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/17288/roehrenblick-journalismus/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=17288&amp;md5=7eb40ce0c305b847a84c7f7b337a8c9e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Boston Globe: Wertlos, aber systemrelevant?</title>
		<link>http://carta.info/10902/aasgeier/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 11:50:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Boston Globe]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Printmedien]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Boston Globe ringt um die Zukunft, die Aasgeier lauern bereits im Geb&#252;sch. Medienforscher sind neugierig, was passieren wird, wenn es im ersten gro&#223;en Agglomerationsraum der USA keine gro&#223;e Tageszeitung mehr gibt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/91433aa3b86f28179d9b856de141ca" alt="" width="1" height="1" />Seitdem unsere Politiker mit Rettungspaketen und dreistelligen Milliardenbetr&#228;gen jonglieren, ist ihnen vermutlich &#8211; &#228;hnlich wie zuvor den Investment-Bankern &#8211; jedweder Realit&#228;tssinn abhanden gekommen. Wir, das staunende Publikum, haben als „Normalmenschen“ jedenfalls weiterhin alle M&#252;he, uns Betr&#228;ge &#252;berhaupt vorzustellen, die jenseits der Aussch&#252;ttungs-Summen eines Lotto-Jackpots liegen.</p>
<p>Dass es auch Medienexperten nicht viel anders geht, lehrt uns einmal mehr das Internet. <strong>Dort kursieren seit Tagen</strong> <strong>Sch&#228;tzungen, welcher Preis sich denn mutma&#223;lich noch f&#252;r eine gro&#223;e Tageszeitung erzielen l&#228;sst</strong>, die im Land eine tragende Rolle spielt: der <a href="http://www.boston.com/bostonglobe/">Boston Globe</a>, f&#252;r den die New York Times Company vor wenigen Jahren noch stolze 1,1 Milliarden Dollar  hingebl&#228;ttert hat, steht zum Verkauf – und die Finanzanalysten streiten sich, ob  das Zeitungs-Flaggschiff des amerikanischen Nordostens noch zumindest <strong>100 Millionen Dollar</strong> wert sein k&#246;nnte, oder ob es gar zu einem symbolischen Betrag von nur <strong>einem Dollar</strong> &#252;ber den Tisch gehen k&#246;nnte. Das 137 Jahre alte Blatt betreibt eine der meistgenutzten Nachrichtenwebsites, und es versorgt eine reiche, vom Bildungsb&#252;rgertum gepr&#228;gte Region, zu deren Leuchtt&#252;rmen die Harvard University ebenso wie das MIT geh&#246;ren, mit Nachrichten. Trotzdem geht es der Zeitung so schlecht, dass das Management mit den Gewerkschaften z&#228;h um Gehaltsk&#252;rzungen von 25 Prozent ringt. <strong>Ein Ende der Krise ist nicht absehbar</strong>: Die Beratungsfirma <em>PricewaterhouseCoopers</em> hat soeben <a href="http://www.pwc.com/outlook">prognostiziert</a>, die amerikanischen Zeitungen m&#252;ssten sich darauf einrichten, dass sie in den n&#228;chsten drei Jahren noch einmal ein knappes Drittel ihrer Werbeeink&#252;nfte verlieren w&#252;rden.</p>
<p>Derweil lauern bereits die Aasgeier im Geb&#252;sch. Zu ihnen z&#228;hlen auch manche <strong>Medienforscher</strong>. Sie <strong>sind neugierig,</strong> <strong>was passieren wird, wenn es im ersten gro&#223;en Agglomerationsraum der USA keine gro&#223;e Tageszeitung mehr gibt</strong>. Es wird dann jedenfalls eine wichtige Instanz fehlen, die den spendierfreudigen und – wie wir in England gerade mit ansehen m&#252;ssen – oftmals auch leicht korrumpierbaren M&#228;chtigen auf die Finger sieht. Vermutlich ist das, was sich in Boston abspielt, auch f&#252;r Europas Zukunft genauso „systemrelevant“ wie die Sanierung des Bankensektors.</p>
<p><em>Stephan Russ-Mohl schreibt diese Kolumne f&#252;r die &#246;sterreichische Wochenzeitung “<a onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.furche.at/');" href="http://www.furche.at/" target="_blank">Die Furche</a>” und f&#252;r Carta.</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=10902&amp;md5=c090c05368289d829096b140ae54c7de" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Ist der Journalismus am Ende?</title>
		<link>http://carta.info/11781/ist-der-journalismus-am-ende/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Jun 2009 17:42:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert G. Picard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Journalismus ist kein Gesch&#228;ftsmodell, keine Arbeitsstelle, kein Unternehmen, keine Branche, keine Medienart und kein Distributionssystem. Im Kern ist Journalismus eine Aktivit&#228;t. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wo immer dieser Tage Journalisten zusammenkommen, da geht es letztlich immer wieder um die Frage: Ist der Journalismus am Ende? Vorahnungsvoll und in ged&#228;mpftem Ton begann die Diskussion vor einigen Jahren. Die Frage ist immer noch ungel&#246;st, jetzt aber wird die Diskussion regiert von Angst und schrillenden Alarmglocken.</p>
<p>Am Grundprinzip des Journalismus gehen die meisten dieser Einsch&#228;tzungen allerdings vorbei: Journalismus ist kein Gesch&#228;ftsmodell, keine Arbeitsstelle, kein Unternehmen, keine Branche, keine Medienart und kein Distributionssystem.</p>
<p><strong>Im Kern ist Journalismus eine Aktivit&#228;t. </strong>Es geht um eine Gesamtheit der Praktiken, mit deren Hilfe Informationen und Wissen gesammelt, aufbereitet und dargeboten werden. Diese Praktiken werden freilich beeinflusst vom Medium, von den Publikationskan&#228;len und von den Finanzierungsmodellen, die den Journalismus st&#252;tzen. Dies sollte man allerdings nicht gleichsetzen.</p>
<p>Dem pessimistischen Blick auf die journalistische Zukunft liegt eine<strong> statische Vorstellung</strong> von Journalismus zugrunde: gleichbeibende Arbeitsg&#228;nge, unver&#228;nderliche Praktiken, Dauergesch&#228;fte und unwandelbare Verbreitungswege. Tats&#228;chlich aber hat sich journalistische Arbeit schon immer weiterentwickelt, um den Parametern und Randbedingungen zu gen&#252;gen, die das Medium und die Publikationskan&#228;le, wie auch die Verlagsh&#228;user und Medienunternehmen gesetzt hatten.</p>
<p><strong>In seinen Anfangsjahren war Journalismus eine Sache von Druckereibesitzern, von Teilzeitschreibern, von Politikern und von Gelehrten</strong>, die sich als Korrespondenten bet&#228;tigten &#8212; nicht von Berufsjournalisten, wie wir sie heute kennen. Im neunzehnten Jahrhundert entstand die Nachrichtenpyramide, sodass die Artikel angesichts der technischen Beschr&#228;nkungen der Telegraphen von unten ab gek&#252;rzt werden konnten. Auch die Besch&#228;ftigten in der Herstellung konnten sie jetzt k&#252;rzen, wenn die Chefredakteure und Reporter schon aus dem Haus waren.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/06/citizen-kane.jpg"><img class="size-medium wp-image-10613 alignleft" title="Citizen Kane" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/06/citizen-kane-300x224.jpg" alt="citizen-kane" width="300" height="224" /></a>Dem pessimistischen Blick auf die journalistische Zukunft liegt eine statische Vorstellung zugrunde: gleichbeibende Arbeitsg&#228;nge, unver&#228;nderliche Praktiken, Dauergesch&#228;fte und unwandelbare Verbreitungswege.</p>
<p>Der professionelle Journalismus des zwanzigsten Jahrhunderts entstand in dem Ma&#223;e, wie journalistische Anstellungen verrechtlicht und &#252;blich wurden und sich journalistische Standardtechniken etablierten. Mit den Radionachrichten entstanden neue Arbeitsg&#228;nge und Praktiken: das &#8220;Rip and Read&#8221;, also das direkte Einf&#252;gen der Tickermeldungen in die laufende Sendung, oder auch die pers&#246;nlichen Kommentare. Mit dem Fernsehen schlie&#223;lich kamen schnelle Nachrichten f&#252;rs Auge hinzu. Die Nachrichtensender im Kabel wiederum entwickelten Techniken, die den unaufh&#246;rlichen Strom der Ereignisse f&#252;hlbar machten und setzten auf repetetive Muster.</p>
<p><strong>Journalistische Praktiken und Arbeitsweisen waren folglich nie unver&#228;nderlich.</strong> Der Journalismus blieb bestehen, indem er sich ver&#228;nderte; indem er den Anforderungen der jeweiligen Verbreitungswege nachkam und<strong> indem er sich an den Finanzierungsm&#246;glichkeiten in seiner Umwelt</strong> ausrichtete.</p>
<p><strong>Der Journalismus wird vielleicht nicht mehr das sein, was er vor zehn Jahren war </strong>(oder in irgendeinem anderen vermeintlich Goldenen Zeitalter), aber seinen Untergang bedeutet das nicht. Verlagsh&#228;user, Medienunternehmen und -angebote m&#246;gen verschwinden, andere m&#246;gen an ihre Stelle treten &#8212; der Journalismus jedoch wird sich wandeln und bestehen bleiben.</p>
<p>Der Journalismus wird sich also wandeln &#8212; nicht, weil er mit einem bestimmten Medium verbandelt w&#228;re; nicht, weil er Arbeitspl&#228;tze bietet oder Rendite einf&#228;hrt, sondern <strong>weil seine gesellschaftliche Funktion wichtig ist</strong>. Wir stehen also nicht vor der Frage, ob der Journalismus untergeht, sondern welche Gestalt er als n&#228;chstes annehmen wird. Unsere Aufgabe besteht darin, dass wir Instrumente finden m&#252;ssen, mit denen wir journalistische Aktivit&#228;ten finanzieren und effektive Verbreitungswege f&#252;r sie f&#246;rdern k&#246;nnen.<br />
<em><br />
Dieser <a href="http://themediabusiness.blogspot.com/2009/06/end-of-journalism.html">Text</a> wurde von Robert G. Picard zuerst in seinem Blog <a href="http://themediabusiness.blogspot.com/">The Media Business</a> ver&#246;ffentlicht. Die &#220;bernahme und &#220;bersetzung erfolgt hier mit freundlicher Genehmigung des Autors. &#220;bersetzung: David Pachali/rml.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=11781&amp;md5=b298a78357c1c84f9bb0d9c96d2cb4f4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Qualit&#228;tsjournalismus: Hungerstreiks gegen die Marktgewalt</title>
		<link>http://carta.info/10083/qualitaetsjournalismus-hungerstreiks-gegen-die-marktgewalt/</link>
		<comments>http://carta.info/10083/qualitaetsjournalismus-hungerstreiks-gegen-die-marktgewalt/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 31 May 2009 18:39:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistische Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum f&#252;hrt die Krise des hochwertigen Journalismus eigentlich nicht zu Solidarit&#228;tsprotesten? Weil sich dieser Protest wohl zuallerst gegen uns selbst richten m&#252;sste. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/845889bcef89101ee57a6dec11ec6d" alt="" width="1" height="1" /><br />
In seinem <a href="http://www.amazon.de/gp/product/1583671617?ie=UTF8&amp;tag=berliinsti-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=1583671617">j&#252;ngsten Buch</a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=berliinsti-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=1583671617" border="0" alt="" width="1" height="1" /> entwirft der amerikanische Medienaktivist <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Robert_W._McChesney">Robert McChesney</a> ein k&#252;hnes Szenario: Er malt sich aus, die US-Regierung fordere in einem Edikt, „die internationale Berichterstattung drastisch zu reduzieren oder Lokalredaktionen zu schlie&#223;en bzw. deren Mitarbeiterzahl und Budgets zusammenzustreichen“. Weiter ordne der Pr&#228;sident an, „die Medien sollten sich mit Celebrities und Trivialit&#228;ten befassen, statt rigoros Skandale und Gesetzesbr&#252;che im Weissen Haus zu recherchieren.“</p>
<p>Journalistik-Professoren und Kommunikationswissenschaftler w&#228;ren im Hungerstreik, ganze Universit&#228;ten w&#252;rden im Protest geschlossen, so fabuliert McChesney. „Tun dagegen monopolistisch-kommerzielle Interessen in etwa dasselbe und lassen unsere Gesellschaft kulturell verarmen, dann erregt das alles nur geringf&#252;gigen Protest&#8230;“</p>
<p>Die Polemik verdient es, geh&#246;rt zu werden.</p>
<p>Aber sie richtet sich an den falschen Adressaten – und sie verr&#228;t letztlich, wie wenig McChesney von &#214;konomie versteht. Unstrittig hat es in den „guten Zeiten“ dem Journalismus geschadet, dass viele Medienunternehmen r&#252;cksichtslos kommerzielle Interessen verfolgt haben. Mit dem Siegeszug des Internets haben diese „alten“ Medienh&#228;user indes ihre eintr&#228;glichen Monopole am Werbemarkt verloren. <strong>Gerade weil mehr Wettbewerb herrscht, l&#228;sst sich Journalismus pl&#246;tzlich immer schlechter finanzieren.</strong></p>
<p>Der Hungerstreik findet wohl auch deshalb nicht statt, weil er sich gegen uns selbst richten m&#252;sste: Gegen jeden, der erstklassige journalistische Information „umsonst“ erwartet, ohne dar&#252;ber nachzudenken, wer letztlich die Rechnung daf&#252;r bezahlen soll. Und nat&#252;rlich auch gegen alle, die sich mit Fernbedienung oder Maus vom Anspruchsvollen zum Seichten klicken und dabei von ihrem staatsb&#252;rgerlichen „<strong>Recht auf rationale Ignoranz</strong>“ Gebrauch machen.</p>
<p>Immerhin: In der Schweiz sind k&#252;rzlich die ersten beiden Gratiszeitungen vom Markt verschwunden. Und im angels&#228;chsischen Sprachraum hat ausgerechnet Rupert Murdoch, der m&#228;chtigste Medienmogul der Welt, avisiert, seine Online-Angebote k&#252;nftig kostenpflichtig zu machen. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis sich auch unter den Internet-Gurus herumspricht, dass unabh&#228;ngiger, wert-voller Journalismus auf Dauer nicht umsonst zu haben ist.</p>
<p><em>Stephan Russ-Mohl schreibt diese Kolumne f&#252;r die &#246;sterreichische Wochenzeitung “<a onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.furche.at/');" href="http://www.furche.at/" target="_blank">Die Furche</a>” und f&#252;r Carta.</em><br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=10083&amp;md5=25526297708ad91c24da72fbeaf221a2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Medienkonjunktur oder Medienkrise? It’s the Nutzerbindung, stupid!</title>
		<link>http://carta.info/9636/medienkonjunktur-oder-medienkrise-its-the-nutzerbindung-stupid/</link>
		<comments>http://carta.info/9636/medienkonjunktur-oder-medienkrise-its-the-nutzerbindung-stupid/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 May 2009 09:51:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Allerorten brechen Werbeeinnahmen der Medienunternehmen ein und sorgen f&#252;r Krisenstimmung. Doch handelt es sich dabei wirklich um eine Medienkrise? Nein! Vielmehr ist eine Medienkonjunktur zu beobachten: Die Nachfrage nach publizistischen Produkten auf den Nutzerm&#228;rkten steigt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/7f8035380129c4cfde2d8abb740935" alt="" width="1" height="1" /><br />
Nachdem die Medienunternehmen nahezu vollst&#228;ndig ihre <strong>Ums&#228;tze aus dem ersten Quartal 2009</strong> ver&#246;ffentlicht oder zumindest umrissen haben, wird eines besonders deutlich: <strong>allerorten brechen Werbeeinnahmen ein und sorgen f&#252;r Krisenstimmung</strong>, nicht nur in <a href="http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E13F469EAB2C0442A961C871E919AE496~ATpl~Ecommon~Scontent.html">G&#252;tersloh</a>. Im Verh&#228;ltnis zum Vorjahr 2008 m&#252;ssen Einbu&#223;en im niedrigen zweistelligen Bereich hingenommen und aufgearbeitet werden.</p>
<p>Handelt es sich bei diesem Schlaglicht wirklich um eine <strong>Medienkrise</strong>? Nein!</p>
<p>Legt man erstens die Werbeeinnahmen der ersten Quartale 2006 und 2007 zugrunde, wirken die R&#252;ckg&#228;nge bereits deutlich kommoder. Dennoch bleiben die Zahlen schlecht, verlieren aber an Dramatik.</p>
<p>Wenn man dagegen, zweitens, die angenommene Medienkrise in eine andere Perspektive der Betrachtung wendet f&#228;llt auf, dass es sich um eine <strong>Medienkonjunktur</strong> handelt. Die Nachfrage nach publizistischen Produkten steigt auf den Nutzerm&#228;rkten. In Phasen breiter Verunsicherung in Gesellschaften steigt das Informationsbed&#252;rfnis der Menschen exponentiell im Verh&#228;ltnis zu &#246;konomisch prosperierenden Phasen. Das <strong>Bed&#252;rfnis nach Eskapismus</strong> w&#228;chst wie das Informationsbed&#252;rfnis. Medien werden h&#228;ufiger und l&#228;nger genutzt.</p>
<p>Also keine Medienkrise, sondern vielmehr eine <a href="http://30jahre.taz.de/2009/04/hoffentlich-geht-die-krise-weiter/">Krise des Gesch&#228;ftsmodells Werbefinanzierung</a>.</p>
<p>Dumm nur, m&#246;chte man sagen, dass das Gros der Medienunternehmen exakt und &#252;berwiegend auf diese Erl&#246;squelle angewiesen sind und nun in Engp&#228;sse geraten. Ad&#228;quates <strong>Kompensationspotential</strong> bieten in dem Sachverhalt die Modelle einer ann&#228;hernd parit&#228;tischen Mischkalkulation zwischen Vertriebs- und Werbeerl&#246;sen, also die der Printmedien.</p>
<p>Nur sind es aber gerade die Printmedien, die seit dem sich sichtbar bewegenden <strong>Medienwandel</strong> Nutzer an die elektronische Oberfl&#228;che World Wide Web abtreten m&#252;ssen und dadurch in eigene, nicht neue, Kalkulationsprobleme gleiten: Die Internetnutzer lehnen es bis heute best&#228;ndig ab, &#252;ber aufw&#228;ndige Micro-Payment-L&#246;sungen f&#252;r publizistische Produkte, <strong>Journalismus</strong>, Entgelte zu entrichten.</p>
<p>Wie l&#228;sst es sich nun in einer Zeit der Medienkonjunktur gegen eine Krise des Gesch&#228;ftsmodells Werbung arbeiten?</p>
<p>Die Antwort kann zweierlei sein: Einerseits hei&#223;t es, die Luft anzuhalten und auf die volkswirtschaftlichen Weisheiten der <strong>Unsicherheit in Zeiten des Zyklenwechsels</strong> zu bauen (ist zeitlich leider nicht spezifiziert, &#8220;nur&#8221; Theorie). Nach den Schockstarren der M&#228;rkte angesichts von Liquidit&#228;tsengp&#228;ssen werden aber auch die Kaninchen, die Wirtschaft, angesichts der Schlange, der Krise, ihren Bewegungs- und Selbsterhaltungsdrang zur&#252;ckgewinnen (wenngleich die Schlange nat&#252;rlich nur durch den eigenen S&#228;ttigungsgrad den Appetit verliert).</p>
<p>Nicht jede Marke oder Titel oder Programm wird diese Zeit unbeschadet &#252;berstehen k&#246;nnen, andere daf&#252;r umso besser. Sie werden gest&#228;rkt und profitabler aus der Krise des Gesch&#228;ftsmodells &#8220;Werbefinanzierung&#8221; hervorgehen. Die Zahlen der Medienunternehmen nach dem Platzen der Internetblase zur Jahrtausendwende belegen dies eindr&#252;cklich. <strong>Reduzierung des Umfangs bei Printmedien</strong> mit der Folge von Einsparungen in Druck, Personal &amp; Vertrieb, Konsolidierung von netzbasierten Unternehmen, Abschmelzungen anspruchsvoller und teurer Produktionen oder Eink&#228;ufe im TV-Sektor etc.</p>
<p>Die vermittelte Notwendigkeit von Kosteneinsparungen und deren Exekution unter den eigenen Belegschaften und externen Produktionshelfern f&#252;hren in einer anziehenden Wirtschaftskonjunktur nicht gleichm&#228;&#223;ig zur R&#252;ckkehr in alte Strukturen. Medienunternehmen arbeiten folglich unter schlankeren Voraussetzungen.</p>
<p>Inwieweit diese Strukturen jedoch heute, rund sechs Jahre nach der letzten Ersch&#252;tterung, Kompensationspotential leisten k&#246;nnen, ist ungewiss. Die <strong>Devise 2009</strong> muss lauten: <strong>Nutzerbindung!</strong></p>
<p>Nachfrager nach publizistischen Angeboten gewinnen Unternehmen aber nur mittels eines wohl&#252;berlegten publizistischen Wettbewerbs dazu oder zur&#252;ck. Eine kurzsichtige, keine strategische, Entscheidung also, Redaktionen auf ein gerade noch notwendiges Ma&#223; einzudampfen und/oder neue Distributionswege zu vernachl&#228;ssigen.</p>
<p>Am Ende wird den Medienunternehmen schlicht die &#220;berzeugung, das Vertrauen in die eigene Produktqualit&#228;t helfen. Dazu geh&#246;rt ebenso das intelligente <strong>Absichern von Werbepreisniveaus</strong>.</p>
<p>Fehlt das Vertrauen in eigenes Selbstverst&#228;ndnis oder gar das Wissen um die eigene Produktqualit&#228;t, wird der Atem sicher schnell knapp – ohne einen Schaden f&#252;r die <strong>Triebkr&#228;fte der Medienkonjunktur</strong> zu verursachen. Konkurrierende Informationsanbieter stehen ohnehin parat. Denn ein Wettbewerb, ob publizistisch oder &#246;konomisch, kann ganz <strong>ohne den Nutzer</strong> von Information oder Unterhaltung nicht (mehr) betrieben werden. Schon gar nicht in Zeiten der Krise des Gesch&#228;ftsmodells Werbefinanzierung.</p>
<p>Wie geht es eigentlich dem Radio?!<br />
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		<title>Paid Content bei der New York Times: Der Times Reader 2.0</title>
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		<pubDate>Tue, 12 May 2009 08:24:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die New York Times bringt einen neuen Reader heraus und mit ihm ein Abo-Modell f&#252;r das Internet. Ist der "Times Reader 2.0" die L&#246;sung aller Probleme f&#252;r das strauchelnde Traditionsblatt?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/7668c064f60afd398154195e4e2ebd" alt="" width="1" height="1" /><br />
Auf den ersten Blick ist das ein sehr elegantes Produkt: Auf der Basis von Adobe Air bildet der jetzt von der <strong>New York Times</strong> vorgestellte &#8220;<strong>Times Reader 2.0</strong>&#8221; eine eigenst&#228;ndige Anwendung, die ohne Browser auskommt. Nie zuvor konnte man sch&#246;ner digital Zeitung lesen.</p>
<p><strong>Allerdings kostet diese Zeitung Geld</strong>. Den erforderlichen Reader kann sich jeder noch (<a href="http://timesreader.nytimes.com/timesreader/">hier</a>) kostenlos herunterladen, der Zugang zu den Artikeln erfordert aber ein Abonnement. 14,95 $ pro Monat sind veranschlagt, was deutlich unter den Preisen der Printausgabe liegt. Daf&#252;r bekommt man die vollst&#228;ndige Zeitung, die zudem (vergleichbar einer Pdf-Datei) komplett t&#228;glich heruntergeladen wird, sodass man sie auch offline lesen kann. Dazu werden jeweils die Ausgaben der letzten 7 Tage vorgehalten, so dass man nichts verpasst, wenn man mal einen oder mehrere Tage nicht zum Lesen kommt.</p>
<p>Diese Form der Zeitung ist das optimale Produkt f&#252;r Menschen, die auf eine Druckausgabe verzichten wollen (oder m&#252;ssen, weil es diese vielleicht <a href="http://carta.info/5850/rocky-mountain-picture-show/">nicht mehr gibt</a>), daf&#252;r aber ein digitales Produkt m&#246;chten, das <strong>dem gedruckten Vorbild so nahe wie m&#246;glich kommt</strong>. Der Times Reaeder 2.0 kann ohne Zweifel jenes Gef&#252;hl vermitteln, dass man hier nicht auf einer beliebigen Website unterwegs ist, sondern seine Lieblingszeitung liest, Leitmedium und Ankerpunkt der pers&#246;nlichen Informationsinteressen.</p>
<p>Damit k&#246;nnte der New York Times ein gro&#223;er Wurf gelungen sein, der hilft, <strong>die digitale Kluft zu &#252;berwinden</strong> und Menschen an das Internet heranzuf&#252;hren, die bisher eher Vorbehalte gegen&#252;ber neuen Medien hatten. Das werden in erster Linie Leser im mittleren und h&#246;heren Alter sein.</p>
<p>Bei den <strong>Digital Natives</strong> bzw. <strong>Digital Immigrants</strong> dagegen st&#246;sst das Produkt eher auf Unverst&#228;ndnis und Ablehnung. Menschen, die mit Begeisterung im Web surfen, Blogs lesen, auf Social Networks Kontakte pflegen und vielleicht auch noch <a href="http://www.twitter.com">twittern</a>, haben nichts &#252;brig f&#252;r so einen <strong>goldenen K&#228;fig</strong>.</p>
<p>Das zeigt schon der erste Kommentar zur <a href="http://www.crunchgear.com/2009/05/11/timesreader-20-is-it-time-to-stop-killing-trees/">Besprechung auf CrunchGear</a>, der die sehr naheliegende Frage stellt, warum man denn die Zeitung nicht einfach im <strong>Browser</strong> liest. Nicht nur, dass sie dort kostenlos gelesen werden kann, ihre Artikel k&#246;nnen auch verlinkt und im Wege des Social Bookmarking gespeichert werden. Dar&#252;ber hinaus erlaubt das weborientierte Layout eine Kommentarfunktion (auch wenn sie von der New York Times l&#228;ngst nicht &#252;berall eingesetzt wird).</p>
<p>Das Problem liegt also darin, dass mit dem Times Reader 2.0 der Versuch unternommen wird, eine <strong>vordigitale Informationskultur mitsamt ihrem Gesch&#228;ftsmodell</strong> ins Internet zu &#252;bertragen, w&#228;hrend man dort an anderer Stelle sich Schritt f&#252;r Schritt schon dem neuen Modell hingibt, in dem <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/03/11/guardian-api/">Offenheit</a> und das Prinzip des Sharings zu den Wesenselementen geh&#246;ren. Beide Modelle sind f&#252;r sich genommen legitim und gut. Ob sie aber auch f&#252;r eine Marke wie die New York Times nach dem Prinzip des &#8220;sowohl als auch&#8221; funktionieren k&#246;nnen, darf hinterfragt werden.</p>
<p><strong>Die gr&#246;&#223;te Unbekannte</strong> in dieser Gleichung freilich <strong>sind die Kunden</strong> f&#252;r den neuen Reader: Werden sie seinem Modell auf lange Sicht treu bleiben, oder werden sich im Lauf der Zeit bei ihnen <strong>Lerneffekte</strong> einstellen, mittels derer sie sich vom eher klassisch passiven Medienkonsumenten zu aktiv partizipierenden Netzwerkern entwickeln?</p>
<p>Klar ist jedenfalls, dass die New York Times rasch ein besseres Gesch&#228;ftsmodell ben&#246;tigt, denn ihre <a href="http://www.businessinsider.com/henry-blodget-new-york-times-bankruptcy-update-2009-5">finanzielle Situation ist nicht einfach</a>. Der Times Reader 2.0 k&#246;nnte daf&#252;r <strong>eine sehr gute &#220;bergangsl&#246;sung</strong> sein, sofern er den n&#246;tigen Zuspruch findet. Denn selbst wenn seine Kunden Lerneffekte erzielen und von ihm wieder abkommen, k&#246;nnte er dem Verlag doch helfen, <strong>Zeit zu gewinnen</strong>. Und das w&#228;re schon viel, im gr&#246;&#223;ten medialen Umbruch seit der Erfindung des Buchdrucks.</p>
<div class="box">Lesen Sie hierzu auch den Text von Wolfgang Michal: <a href="http://carta.info/9121/das-kindle-als-kuckucksei/">&#8220;Das Kindle als Kuckucksei&#8221;</a></div>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=9123&amp;md5=61119d6b71c08d1728799601cc791767" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Richard Collins: ARD &amp; ZDF Geb&#252;hrengelder abnehmen und an Blogger verteilen?</title>
		<link>http://carta.info/8105/richard-collins-ard-zdf-rundfunkgebuehr-zeitungen-blogger/</link>
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		<pubDate>Sat, 18 Apr 2009 18:50:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der britische Wissenschaftler Richard Collins schl&#228;gt vor, Geb&#252;hrengelder von ARD und ZDF abzuziehen, um Zeitungen, Online-Angebote und Blogger zu f&#246;rdern. Das Internet stelle die herausragende Position der Rundfunkanstalten in Frage. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/e5b00ffd2a35046ef226c902aea043" alt="" width="1" height="1" /><br />
<a href="http://www.open.ac.uk/socialsciences/staff/people-profile.php?name=Richard%20Edward_Collins">Richard Collins</a> ist hierzulande eine Art Papst in Sachen&#8221;<a href="http://www.m-und-k.info/MuK/hefte/Aufsatz_07_02.pdf">public value</a>&#8221; des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks. Der britische Medienwissenschaftler ist damit zugleich erster &#220;bermittler der Diskussionen um die Zukunft der BBC. In <a href="http://www.bpb.de/publikationen/5GYK9M,5,0,Die_BBC_das_Internet_und_Public_Value.html#art5">einem Essay</a> f&#252;r die Bundeszentrale f&#252;r politische Bildung schrieb er k&#252;rzlich: Das Internet stelle die Gr&#246;&#223;e der <strong>BBC</strong> und ihre herausragende Stellung in Frage. Mit ihrer &#252;ppigen, abgesichterten Finanzierung st&#252;nde die Anstalt zunehmend &#8220;<strong>im Missverh&#228;ltnis zu ihren schwindenden Rival</strong><strong>en</strong>&#8220;. Collins h&#228;tte auch schreiben k&#246;nnen: In einem offenen Mediensystem ist es zunehmend zweckfremd, dass eine Organisation Geb&#252;hrengelder erh&#228;lt und alle anderen nicht.</p>
<p>In einem Interview mit der Fachzeitschrift &#8220;<a href="http://www.epd.de/medien/medien_index.html">epd medien</a>&#8221; (gef&#252;hrt von <a href="http://www.daniel-bouhs.de/">Daniel Bouhs</a>), das am Samstag erschien,  hat sich Collins nun konkret daf&#252;r ausgesprochen, Geb&#252;hrengelder von ARD und ZDF abzuziehen, um Zeitungen, Online-Angebote und Blogger zu f&#246;rdern:</p>
<blockquote><p>Wir m&#252;ssen dar&#252;ber nachdenken, ob es mit der wachsenden Bedeutung des Internets nicht an der Zeit ist, dem geb&#252;hrenfinanzierten Rundfunk etwas Geld abzunehmen, um es denen zu geben, die andere Qualit&#228;tsinhalte liefern, die aber mindestens genauso, wenn nicht sogar deutlich st&#228;rker bedroht sind als die Sender. Und ich sehe keinen Grund, Zeitungen und Internetredaktionen von &#246;ffentlichen Geldern auszuschie&#223;en.</p></blockquote>
<p>Auf die Nachfrage, wer die Entscheidung &#252;ber diese Gelder treffen solle, sagt Collins:</p>
<blockquote><p>Daf&#252;r br&#228;uchten wir eine unabh&#228;ngige Kommission, die Bewerbungen sichtet und guten Projekten f&#252;r eine  gewisse Laufzeit Geld zuspricht. Zu kl&#228;ren w&#228;re etwa, welche Inhalte der Gesellschaft zu welcher Zeit dienen und welches Medium dabei das effektivste ist. Das Prinzip der Ausschreibung w&#252;rde nicht zuletzt auch der Qualit&#228;tssicherung dienen: Dann k&#246;nnte sich keiner auf den Geb&#252;hren ausruhen. Er m&#252;sste n&#228;mlich bef&#252;rchten, sie bald wieder zu verlieren. Wir k&#228;men zu einem Wettbewerb der besten Inhalte. Die finden sich ja manchmal auch in Weblogs.</p></blockquote>
<div class="mceTemp" style="text-align: left;">
<div id="attachment_8117" class="wp-caption alignleft" style="width: 184px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/04/collins.jpeg"><img class="size-full wp-image-8117" title="collins" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/04/collins.jpeg" alt="asdf" width="174" height="238" /></a><p class="wp-caption-text">Collins: &quot;Dem geb&#252;hrenfinanzierten Rundfunk etwas Geld abnehmen&quot;</p></div>
</div>
<p>Collins will die Rundfunkgeb&#252;hr folglich zu einer Art Kulturf&#246;rderung f&#252;r guten Journalismus umbauen. Eine Kommission soll Gelder auf Zeit vergeben &#8212; etwa nach Art der Bundeskulturstiftung.</p>
<p>Sein Vorschlag besteht aus zwei Teilen: Erstens spricht Collins sich daf&#252;r aus, angesichts der Verschiebungen im Mediensystem ARD und ZDF &#8220;Geld abzunehmen&#8221;. Zweitens m&#246;chte er die Mittel dann in eine medien&#252;bergreifende F&#246;rderung von Qualit&#228;tsjournalismus stecken.</p>
<p>Beim ersten Punkt kann man Collins nur voll beipflichten. Wenn die Bedeutung des Fernsehens sinkt, m&#252;ssen auch die gesellschaftlichen Ausgaben f&#252;r die Produktion von Fernsehinhalten sinken. Mit der steigenden Bedeutung des Internets wird das Mediensystem multipolar und zugangsoffen. In einem solchen Umfeld ist es anachronistisch und unausgewogen, wenn zwei Anbieter gef&#246;rdert werden und alle anderen nicht. Die Privilegierung von ARD und ZDF und die H&#246;he ihrer Mittel stehen im Missverh&#228;ltnis zu den qualit&#228;tsjournalistischen und meinungsbildenden Leistungen, die im Netz auch an vielen anderen Orten gemacht werden. Deshalb geh&#246;rt die Alimentierung von ARD und ZDF reformiert und insgesamt gesenkt.</p>
<p>So deutlich hat das in diesem Land noch niemand &#246;ffentlich gesagt. Schon gar nicht ein ehemaliger Keynote-Speaker einer <a href="http://www.uni-leipzig.de/journalistik2/fileadmin/user_upload/dateien/TV3.0_Flyer.pdf">Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung</a>.</p>
<p>Punkt zwei des Vorschlags ist hingegen zwiesp&#228;ltiger zu sehen. Collins m&#246;chte einen geb&#252;hrenfinanzierten Fonds f&#252;r Qualit&#228;tsjournalismus aufsetzen, dessen Mittel von einer Kommission verteilt werden.</p>
<p>Hieran kn&#252;pft sich an ganzes B&#252;ndel von Fragen: Ist es wirklich erstrebenswert, Journalismus langfristig durch eine Mediensteuer und Kommissionsentscheidungen zu finanzieren? Ist die Begr&#252;ndung, mit der das zunehmend entgrenzte Ph&#228;nomen Journalismus um gesellschaftliche Finanzierung wirbt, wirklich stichhaltig? Wer entscheidet, was f&#246;rdergerecht ist, und auf welcher Grundlage? Und wie wird verhindert, dass die Mittel der Kommission den Wettbewerb nicht unfair verzerren?</p>
<p>Hier sind erhebliche Zweifel angebracht, auch wenn man als Journalist und Blogger aus Eigeninteresse sofort daf&#252;r sein m&#252;sste. Ich bin der Meinung, dass es eine Nachfrage nach gutem Journalismus gibt und dass es marktwirtschaftliche L&#246;sungen geben wird, diesen auch im Internet zu finanzieren.</p>
<p>Es ist kein Grund ersichtlich, warum Journalismus und hochwertige Meinungsbildung im Netz nicht florieren sollten. Die derzeitige Umstruktierungskrise sollte dar&#252;ber nicht hinwegt&#228;uschen. M&#246;glicherweise verliert der Journalismus einige Funktionen andere Institutionen. Das aber w&#228;re nicht in jedem Fall <a href="http://themediabusiness.blogspot.com/2009/04/technology-restores-collective.html">schlecht</a>.</p>
<p>Der autorit&#228;re Kommissions-Elitismus aber, der bestimmt, was genutzt und gef&#246;rdert werden soll, bekommt mit dem Internet ein gro&#223;es Legitmationsproblem. Es erscheint daher eher zeitgem&#228;&#223;, die Mediengeb&#252;hr zu senken, und eine Infrastruktur zu pflegen, die f&#252;r einen offenen, fairen und transparenten Wettbewerb sorgt.</p>
<p>Die <a href="http://carta.info/7325/internet-zdf-peter-frey-steffi-lemke-massenmedien-journalismus/">Beunruhigung</a> der Rundfunkanstalten aber angesichts des Internets d&#252;rfte durch die &#196;u&#223;erungen von Richard Collins eher noch gestiegen sein. Nicht ohne Grund. Auch von ihnen ist nun Wandlungsf&#228;higkeit gefragt.</p>
<div class="box">Hier das komplette Interview mit Richard Collins:</p>
<p>&#8220;<a href="http://www.epd.de/medien/medien_index_64362.html">Wettbewerb der besten Inhalte</a>&#8221; (epd Medien)</div>
<p><!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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			</a>
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<a href="http://carta.info/8105/richard-collins-ard-zdf-rundfunkgebuehr-zeitungen-blogger/">Richard Collins: ARD &#038; ZDF Geb&#252;hrengelder abnehmen und an Blogger verteilen?</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/8105/richard-collins-ard-zdf-rundfunkgebuehr-zeitungen-blogger/#comments">13 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=8105&amp;md5=153c1e221008395b1d71231fe9966598" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Digitale Kulturindustrie: Marek Lieberbergs planloser Kreuzzug gegen das Internet</title>
		<link>http://carta.info/7145/digitale-kulturindustrie-lieberberg-kreuzug-internet-urheberrecht/</link>
		<comments>http://carta.info/7145/digitale-kulturindustrie-lieberberg-kreuzug-internet-urheberrecht/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2009 18:46:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Konzertveranstalter Marek Lieberberg hat einen Text geschrieben, der vor Generalisierungen und Vereinfachungen nur so strotzt. Kernthese: Das Internet enteigne die gesamte Kreativbranche. Lieberberg versucht so unter dem Banner "Entrechtung"  eine kulturpolitische Allianz gegen das Internet zu bilden. Das Ergebnis sind plumpe Netz-Ressentiments.

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/c8bd9909c905705f51fa499e4485c4" alt="" width="1" height="1" /><br />
Es geh&#246;rt zu den miesen Tricks der Politik, Ursache-Wirkungs-Prinzipien weitr&#228;umig zu generalisieren, um leicht vermittelbare Feindbilder zu schaffen. So m&#252;ssen derzeit einige tausend Boni-B&#228;nker herhalten, um den gesamten Manager-Berufsstand f&#252;r gierig, minderbegabt und ohnehin schuld an der Krise zu erkl&#228;ren.</p>
<p>Wenn solche Muster als Kern aller populistischen Politik gelten k&#246;nnen, dann ist Marek Lieberberg (<a href="http://www.parkavenue.de/asset/Image/persoenlichkeiten/08_07/juedische_society/fotogalerie/marek_lieberberg.jpg">Foto</a>) ein populistischer Kulturpolitiker. Er hat f&#252;r die Wochenend-Beilage der S&#252;ddeutschen Zeitung einen Text mit dem Titel &#8220;<a href="http://www.sueddeutsche.de/351385/637/2820647/Das-wollt-ihr-ni-cht-wirkli-ch.html">Das wollt ihr nicht wirklich</a>&#8221; geschrieben, der vor Generalisierungen und <strong>unterkomplexen Feindbildern</strong> nur so strotzt.</p>
<p>Lieberbergs Kernthese: <strong>Das Internet enteigne die gesamte Kulturindustrie</strong>. Es zersetze das einst so bl&#252;hende &#8220;Eco-System von Autoren, Journalisten, Musikern und Schauspielern, Dichtern und Denkern&#8221;. Schuld sei der &#8220;z&#252;gellose Raubbau&#8221; durch den &#8220;willk&#252;rlichen, ungehinderten und kostenlosen Zugriff auf alle geistigen Inhalte&#8221;. Es drohe die Machtergreifung der narzistischen &#8220;Web-Zombies&#8221;.</p>
<p>Unverkennbar: Der &#8220;K&#252;nstlervater&#8221; (SZ &#252;ber Lieberberg) r&#252;hrt in seiner Exegese die Urheberrechtsprobleme der Musikindustrie, die Refinanzierungskrise des Journalismus, die Debatte um Open Access und Google Book Search (mehr <a href="http://www.perlentaucher.de/artikel/5347.html">hier</a> und <a href="http://immateriblog.de/?p=431">hier</a>) reichlich oberfl&#228;chlich zusammen, um unter dem Banner &#8220;Enteignung&#8221; eine <strong>kulturpolitische Allianz gegen das Internet </strong>zu bilden.</p>
<div id="attachment_7161" class="wp-caption alignleft" style="width: 223px"><a href="http://www.sueddeutsche.de/351385/637/2820647/Das-wollt-ihr-ni-cht-wirkli-ch.html"><img class="size-medium wp-image-7161" title="bild-22" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/03/bild-22-213x300.png" alt="asdfasdfasdf" width="213" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Lieberberg in der S&#252;ddeutschen Zeitung: &quot;frech, wie man Zeitungen &#252;ber den Tisch ziehen kann.&quot;</p></div>
<p>Dabei haben gerade etwa Musikindustrie und Zeitungsverlage <strong>v&#246;llig unterschiedliche Probleme</strong> mit dem Internet. Lieberberg macht daraus dennoch eins.</p>
<p>Die Musikindustrie hat tats&#228;chlich ein riesiges Urheberrechtsproblem, mit dem sie von der Politik bislang erstaunlich allein gelassen wurde. Zugleich aber zeigte sich die Branche bislang extrem unflexibel darin, ihr technologisch veraltetes Gesch&#228;ftsmodell im neuen Medienumfeld neu zu erfinden, wie Tim Renner <a href="http://carta.info/5738/tim-renner-journalismus-internet-musikindustrie/">sehr pointiert ausgef&#252;hrt hat</a>.</p>
<p>Auch Lieberberg sah das vor vier Jahren in einem <a href="http://www.sueddeutsche.de/panorama/271/374081/text/">Interview </a>mit der S&#252;ddeutschen Zeitung noch &#228;hnlich: &#8220;Die Musikindustrie geht heute nicht nur an mangelnder Kreativit&#228;t zugrunde, sondern vor allem an ihren autorit&#228;ren Strukturen und ihrem <strong>planwirtschaftlichen Kontrollwahn</strong>&#8220;.</p>
<p>Inzwischen hat Lieberberg es sich augenscheinlich anders &#252;berlegt und macht im Vorfeld eines <a href="http://www.bundesregierung.de/nn_23394/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2009/01/2009-01-21-bkm-branchenhearing.html">Hearings des Bundeswirtschaftsministeriums zur Musikwirtschaft</a> Anfang Mai, auf dem er selbst sprechen wird, Entrechtung und Enteignung zum Kernproblem der Musik- und kurzerhand der gesamten Kreativwirtschaft. Einer Branche, der es zuletzt auch an unternehmerischer Fantasie mangelte, soll folglich nun die Regierung verst&#228;rkt helfen.</p>
<p>Dabei ist sich Lieberberg nicht zu schade, mit weitr&#228;umiger Geste auch die Verlage zu Opferl&#228;mmern des Internets zu erkl&#228;ren. Dabei vermengt er problemlos werbefinanzierte Nachrichtensites mit file sharing, frei zug&#228;ngliche Inhalte mit Urheberrechtsverletzungen. Die <strong>Zeitungsverlage</strong> w&#252;rden, so Lieberberg mit ihren &#8220;Gratis-Internetangeboten <strong>Selbstmord</strong> begehen&#8221;. Sie sollten stattdessen endlich einen Obulus f&#252;r jeden redaktionellen Beitrag verlangen.</p>
<p>Doch wie Lieberberg selbst schreibt, hat sich die Zeitungsindustrie selbst f&#252;r diesen Ansatz entschieden. Sie hat im Kern kein Urheberrechtsproblem, sondern ein Problem mit der verst&#228;rkten Wettbewerbsdynamik des Internets (mehr <a href="http://netzwertig.com/2009/03/26/die-maer-von-der-generation-kostenlos/">hier</a>).</p>
<p>Doch Lieberberg ereifert sich weiter und ist sich nicht zu schade, in seiner verkleisterten Argumentation nun auch noch den Perlentaucher frontal anzugreifen:</p>
<blockquote><p>Die Website perlentaucher wirft die gesamte feuilletonistische Print-Tagesausbeute<strong> </strong>auf den Markt, nat&#252;rlich kostenlos; und nicht nur, dass der<strong> </strong>Staat<strong> </strong>hier nicht eingreift, er f&#246;rderte die &#220;bersetzung dieser &#8220;Auswertungen&#8221; ins Englische auch noch jahrelang durch die bundeseigene Kulturstiftung: frech, wie man Zeitungen, die eigentlich Anspruch auf Urheberrechte haben, &#252;ber den Tisch ziehen kann.</p></blockquote>
<p>Lieberberg hat leicht erkennbar weder die Funktion des Perlentauchers noch die des Rechtsstaats verstanden: Denn niemand behauptet, dass der Perlentaucher mit seiner Feuilleton-Rundschau Urheberrechte verletzen w&#252;rde, nicht einmal die betroffenen Zeitungen selbst. Und wenn dies so w&#228;re, dann w&#228;re dies eine Aufgabe der Gerichte nicht des Staates. Sp&#228;testens an dieser Stelle fragt man sich, ob nicht eine gr&#252;ndlichere Pr&#252;fung des Textes durch die Redaktion der S&#252;ddeutschen Zeitung w&#252;nschenswert gewesen w&#228;re.</p>
<p>Um gleich noch alle im Netz zu beleidigen, die nicht eindeutig zur klassischen Kulturindustrie geh&#246;ren, bezeichnet Lieberberg anschlie&#223;end Blogger als &#8220;Heerscharen von Narzissen&#8221; (er meint nat&#252;rlich Narzissten) und &#8220;Web-Zombies&#8221;, die &#8220;mit Intoleranz, Borniertheit und Vorurteilen eine Hausmeistershow mit ganz schneller Meinung&#8221; verbreiten.</p>
<p>Die Vorteile des Internets? Lieberberg kennt offenbar keine. Der Musik-Multimillion&#228;r hat im Netz augenscheinlich die Orientierung verloren. Und macht jetzt alle au&#223;er sich selbst f&#252;r seine Orientierungslosigkeit verantwortlich.</p>
<p>Nicht die Politik macht sich gerade schuldig, wie Lieberberg in seinem Furor meint, sondern er sich selbst: Indem er strukturkonservative Blindheit und plumpe Netz-Ressentiments zur Norm erhebt.</p>
<p>Disclosure: Robin Meyer-Lucht hat &#252;ber Jahre f&#252;r den Perlentaucher geschrieben.<br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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		<title>Das neue Verst&#228;ndnis von &#8220;gut informiert&#8221; sein: Lesen, was Freunde lesen</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Mar 2009 15:59:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf die un&#252;bersehbare Vielfalt der medialen Angebote im Internet hat eine neue Generation l&#228;ngst ihre Antwort gefunden: Sie folgt nicht mehr einzelnen Leitmedien, sondern den Meinungsf&#252;hrern im pers&#246;nlichen Freundeskreis.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/4056abfdd08eff9ae644c1630fe117" alt="" width="1" height="1" /><br />
Junge Menschen lesen bekanntlich keine Zeitung mehr. Aber was tun sie dann? Sie halten sich lang und gern im Internet auf, insbesondere auf Social Networks wie <a href="http://www.facebook.com">Facebook</a>. Dort k&#246;nnen sie anhand des <a href="http://blog.facebook.com/blog.php?post=2207967130">Newsfeeds</a> sehen, was ihre Freunde gerade tun oder interessant finden. Dar&#252;ber sollte man nicht vorschnell hinwegsehen, auch wenn so ein Newsfeed auf alle &#252;ber 30-J&#228;hrigen eher banal wirkt. Denn in ihm steckt m&#246;glicherweise einer der Schl&#252;ssel zum <strong>Medienverst&#228;ndnis der Zukunft</strong>.</p>
<p><strong>Nachrichten und Kommunikationsmuster<br />
</strong></p>
<p>&#196;ltere Menschen f&#252;hlen sich gut informiert, wenn sie ihre (gedruckte) Tageszeitung durchsehen konnten. Die etwas J&#252;ngeren suchen sich ihre Nachrichten im Internet, sei es auf Nachrichtenportalen oder in Blogs. Dazu haben viele von ihnen jede Menge Newsletter abonniert. <strong>Die j&#252;ngste, schon ganz mit dem Internet aufgewachsene Generation, versteht unter &#8220;gut informiert sein&#8221;, dass sie dar&#252;ber im Bilde ist, was ihre Freunde im Netz gut finden</strong>: Das k&#246;nnen Videos auf YouTube sein, aber auch einzelne Artikel oder Diskussionen in einem Chatroom.</p>
<p>Auf die un&#252;bersehbare Vielfalt und Menge der medialen Angebote im Internet hat diese Generation l&#228;ngst ihre Antwort gefunden: Sie folgt nicht mehr einzelnen <strong>Leitmedien</strong>, sondern den <strong>Meinungsf&#252;hrern im pers&#246;nlichen Freundeskreis</strong>. Instrumente wie der 2006 auf Facebook erstmalig eingef&#252;hrte Newsfeed helfen dabei, das daf&#252;r erforderliche Kommunikationsmuster zu pflegen.</p>
<p>Aktuell ist das von Jugendlichen noch kaum genutzte <a href="http://www.twitter.com">Twitter</a> dabei, exakt dieses Muster bei den etwas &#228;lteren Internetnutzern zu verbreiten: Wer n&#228;mlich den ganzen Tag &#252;ber den getwitterten Linkempfehlungen seiner Twitterfreunde folgt, kommt schon aus Zeitgr&#252;nden nicht mehr dazu, <strong>ein einzelnes Medium systematisch zu lesen</strong>.</p>
<p>Ob dieser Wandel im Medienkonsum gut oder schlecht ist, soll hier nicht diskutiert werden. Vielmehr geht es um die Frage, ob Zeitungen, die gerade beginnen sich mit dem Internet n&#228;her anzufreunden, dort nicht schon wieder den Anschluss verlieren, weil sie von einem <strong>&#252;berholten Kommunikationsmuster</strong> ausgehen.</p>
<div id="attachment_6367" class="wp-caption aligncenter" style="width: 483px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/03/menchen.jpg"><img class="size-full wp-image-6367" title="menchen" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/03/menchen.jpg" alt="menchen" width="473" height="311" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;If the news is important, it will find me.&quot;</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p><strong>Facebook und Google<br />
</strong></p>
<p>Denn das Internet entwickelte sich zun&#228;chst in <strong>Analogie zu den gedruckten Medien</strong>, wo man als Leser von einer Internetseite zur n&#228;chsten ging. Medien wie Facebook r&#252;tteln aber an diesem Konzept und bieten sich als Alternative an, bei der man nicht mehr zu den Nachrichten hingeht, sondern diese zum Nutzer selbst kommen.</p>
<p>Diese Sicht auf die Dinge mag ungew&#246;hnlich wirken, wenn man den Gebrauch von Medien vor dem Internetzeitalter erlernte oder von dessen Anf&#228;ngen in den 1990er Jahren stark gepr&#228;gt wurde. Wer aber wie die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Millennials">Millennials</a> eine Zeit ohne Internet kaum mehr kennt, findet das Konzept von Facebook offenbar sehr &#252;berzeugend.</p>
<p>Dabei hat das noch junge Startup bereits einige H&#246;hen und Tiefen hinter sich. Noch immer fehlt ihm ein <strong>nachhaltiges Gesch&#228;ftsmodell</strong> und nicht zuletzt an der <a href="http://www.businessweek.com/technology/content/mar2009/tc2009031_743025.htm">absurd hohen Bewertung</a> scheiterte sein Versuch, Twitter zu &#252;bernehmen.</p>
<p>Auf der Habenseite sind Innovationen wie der oben erw&#228;hnte Newsfeed, aber auch die <a href="http://developers.facebook.com/videos.php">im Mai 2007</a> eingef&#252;hrte Schnittstelle f&#252;r (externe) Entwickler zu nennen, die damit erstmals <strong>eigene Applikationen auf Facebook</strong> laufen lassen konnten. So etwas gab es vorher nirgendwo sonst. Wer heute &#252;ber die Schnittstellen der <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/03/11/guardian-api/">New York Times oder des Guardian</a> spricht, muss den konzeptionellen Ursprung bei Facebook sehen.</p>
<p>So ist es auch kein Wunder, dass man Facebook immer wieder nachsagt, <a href="http://seo.de/835/die-heimliche-geburt-des-wahren-google-killers/">gr&#246;&#223;er und wichtiger als Google</a> werden zu k&#246;nnen (<strong>&#8220;Google Killer&#8221;</strong>). Dazu passend gibt es Ger&#252;chte, Facebook wolle einen <a href="http://www.allfacebook.com/2008/09/wheres-the-facebook-browser/">eigenen Browser</a> auf den Markt bringen.</p>
<p>Diese Aspekte m&#252;ssen Zeitungsverlage bedenken, wenn sie sich von Google bedroht f&#252;hlen und den Eindruck haben, diese Suchmaschine habe <a href="http://www.axel-springer-akademie.de/blog/2009/03/10/gastblog-google-wird-zur-informationsmaschine/">zu viel Einfluss</a>. Google ist ein Kind aus der Zeit der Seiten und Dokumente im Internet und damit gepr&#228;gt von den 1990er Jahren. Facebook hingegen ist etwas Neues. Es steht f&#252;r Begriffe wie &#8220;<a href="http://bradfitz.com/social-graph-problem/">Social Graph</a>&#8221; und &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Social_search">Social Search</a>&#8220;. Sein Gr&#252;nder, Mark Zuckerberg, ist selbst ein <strong>Millennial</strong> und pr&#228;gt zusammen mit seinen Entwicklern das Internet aus dieser <a href="http://www.mathewingram.com/work/2008/03/27/if-the-news-is-important-it-will-find-me/">spezifischen Sicht</a>, nach der alles Wichtige schon seinen Weg zum richtigen Empf&#228;nger finden wird.</p>
<p>Wundert es da noch jemanden, dass Facebook aktuell das gr&#246;&#223;te Social Network weltweit ist und pro Tag mehr als <a href="http://www.insidefacebook.com/2009/02/14/facebook-surpasses-175-million-users-continuing-to-grow-by-600k-usersday/">600.000</a> neue Mitglieder gewinnt? Auch in <a href="http://meedia.de/nc/details/article/vzs-verlieren-deutlich--facebook-holt-auf_100016852.html">Deutschland</a> sieht es jetzt so aus, als w&#252;rde Facebook an Fahrt gewinnen und das Feld der Wettbewerber von hinten aufrollen.</p>
<p><strong>Zeitungen und Leser</strong><strong><br />
</strong></p>
<p>Zeitungsverlage befinden sich also in einer misslichen Lage: Ihren &#228;lteren Stammlesern sollen sie weiterhin die gedruckte Zeitung ins Haus liefern, einer mittleren Generation d&#252;rfen sie m&#246;glichst attraktive Portale im Internet bieten und den j&#252;ngsten Lesern gilt es, die Nachrichten einzeln hinterher zu tragen und irgendwie bei Facebook oder Twitter einzuschleusen. Kann so etwas gut gehen?</p>
<p>Eigentlich nicht. Da aber bekanntlich den jungen Leuten die Zukunft geh&#246;rt, wird Verlagen, die selbst auch eine <strong>Zukunft</strong> haben m&#246;chten, gar nichts anderes &#252;brig bleiben, als hier den Anschluss zu suchen.</p>
<p>Der Schl&#252;&#223;el zum Erfolg liegt im <strong>Verst&#228;ndnis der Mediennutzung</strong> verschiedener <a href="http://carta.info/5934/die-droge-der-musikwirtschaft/">Alters- und Zielgruppen</a>. Nur wer sein Angebot entsprechend anpassen kann, wird auf Dauer &#252;berleben k&#246;nnen. Den Mitgliedern auf Facebook ist es egal, ob irgendwo ein Medium sein Erscheinen einstellt, ihr Newsfeed ist dennoch stets gut gef&#252;llt. Das Internet ist schlie&#223;lich eine unersch&#246;pfliche Fundgrube f&#252;r Neues, Kurioses und Unterhaltsames.</p>
<p>Anmerkung: Foto von <a href="http://www.flickr.com/photos/digitaltool/2989270440/">DigitalTool</a>. Mehr zum Zitat unter dem Foto auch <a href="http://www.mathewingram.com/work/2008/03/27/if-the-news-is-important-it-will-find-me/">hier</a>.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=6340&amp;md5=fcf818c5f2f6e8686f8408a75535e05e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Aus der Zeitungskrise mit Heuschrecken oder Patriarchen? Wie w&#228;r`s mit Volksaktien?</title>
		<link>http://carta.info/4803/zeitungskrise-volksaktien/</link>
		<comments>http://carta.info/4803/zeitungskrise-volksaktien/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 Feb 2009 09:53:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn Zeitungen jetzt an Milliard&#228;re und Oligarchen fallen, w&#252;nscht sich so mancher „kulturell eingebundenes“ Kapital zur&#252;ck. Doch statt auf einen neuen Axel Springer zu hoffen, sollte man lieber &#252;ber "Volksaktien" nachdenken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/256649dd698ebc545c70a5b3f86135" alt="" width="1" height="1" />In Deutschland hat soeben David Montgomery das Handtuch geworfen. Der „Heuschrecken“-Investor hat einen Teil seines Presse-Imperiums, zu dem als Flaggschiff die <em>Berliner Zeitung</em> geh&#246;rte, verkaufen m&#252;ssen. In den USA sind <em>Chicago Tribune</em> und <em>Los Angeles Times </em>dank des Hasardeurs Sam Zell bis &#252;ber die Halskrause verschuldet, mussten Insolvenz beantragen und werden wohl demn&#228;chst einen neuen Eigent&#252;mer finden. Die Hedgefonds, die sich erst k&#252;rzlich bei der <em>New York Times</em> eingenistet hatten, sind inzwischen mit dramatischen Verlusten wieder ausgestiegen. Daf&#252;r hilft jetzt ein mexikanischer Multimilliard&#228;r, Carlos Slim, dem hochverschuldeten Zeitungshaus aus der Klemme. Und in England hat soeben ein russischer Oligarch und fr&#252;herer KGB-Mann, Alexander Lebedev, den <em>Evening Standard</em> gekauft.<br />
Man stelle sich einmal vor, in Deutschland w&#252;rden<em> S&#252;ddeutsche Zeitung</em> oder die <em>Bild</em> von einem Geheimdienst-Mann aus der Ukraine &#252;bernommen, oder ein bulgarischer Milliard&#228;r kaufte sich in der Schweiz bei der <em>Neuen Z&#252;rcher Zeitung</em> ein. W&#252;rde das bei uns einen Aufschrei provozieren?</p>
<p>Weil h&#228;ufige Eigent&#252;mer-Wechsel so hochsensiblen Produkten wie Zeitungen eher schaden als n&#252;tzen, <strong>hat sich der Z&#252;rcher Kommunikationswissenschaftler Otfried Jarren j&#252;ngst „kulturell eingebundenes“ Kapital zur&#252;ckgew&#252;nscht, </strong>zu gut Deutsch: Familieneigent&#252;mer, die behutsam mit dem Kulturgut Zeitung umgehen, weil sie langfristig denken und investieren. Das klingt gut, hat aber drei Haken: Auch umsichtige Investoren brauchen ein Gesch&#228;ftsmodell – und ebendies ist den Printmedien dank Internet, versch&#228;rftem Wettbewerb und Alles-gratis-Mentalit&#228;t der nachwachsenden Generation soeben abhanden gekommen. Ausserdem sind Familien-Eigent&#252;mer nicht per se die besseren Unternehmer – im Gegenteil lehrt die Erfahrung, dass dynamischen und erfolgreichen Gr&#252;nder-Unternehmern oftmals in zweiter oder dritter Generation weniger t&#252;chtige und zerstrittene Erben folgen. Nicht zuletzt scheint mir „kulturell eingebundenes Kapital“ die vornehm-wissenschaftliche Umschreibung f&#252;r einen Patriarchen, der das Sagen hat – und sp&#228;testens an diesem Punkt stellt sich die Frage, <strong>ob wir wirklich Axel Springer und Hans Dichand zur&#252;ck haben m&#246;chten?</strong> Als Demokraten tr&#228;umen wir ja – trotz Krise &#8211; auch nicht von der Monarchie.</p>
<p>Aussichtsreicher scheint mir da doch das Modell der links-alternativen <em>taz</em> in Berlin. Seit Jahren macht das Blatt vor, wie sich in einer treuen Lesergemeinde Geld einsammeln l&#228;sst. Vielleicht sollten notleidende Bl&#228;tter, ehe sie sich Investoren wie Slim und Lebedev ausliefern, es lieber einmal mit „Volksaktien“ probieren. Die Dividende f&#252;r die Anteilseigner best&#252;nde dann allerdings nicht in Barem, sondern in der Gewissheit, dass das eigene Leib- und Magenblatt unabh&#228;ngig bleibt und weiterhin t&#228;glich Freude bereitet – <strong>sei es gedruckt, sei es online</strong>.</p>
<p><em>Stephan Russ-Mohl ist Kolumnist der &#246;sterreichischen Wochenzeitung <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.furche.at/');" href="http://www.furche.at/" target="_blank">Die Furche</a>. Sein Text erscheint hier in leicht redigierter Fassung mit freundlicher Genehmigung des Autors. </em><em></em></p>
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		<title>Peichl bef&#252;rchtet Dauerkrise des Qualit&#228;tsjournalismus im Netz</title>
		<link>http://carta.info/4611/markus-peichl-journalismus-internet/</link>
		<comments>http://carta.info/4611/markus-peichl-journalismus-internet/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Jan 2009 22:38:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Interview mit Carta zeigt sich Markus Peichl atemberaubend skeptisch in Sachen Qualit&#228;tsjournalismus und Internet: "Es wird nur ganz wenige Online-Angebote geben, die Journalismus nach den bisher gewohnten Standards auch refinanzieren k&#246;nnen."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/80040088a1c86fa10bcd7ddc19d03d" alt="" width="1" height="1" />Markus Peichl. Tja, wer ist eigentlich Markus Peichl? Ich w&#252;rde sagen: Markus Peichl ist der Mann, der mit dem Mainstream geflirtet hat und doch nie ganz mit ihm warm geworden ist. Peichl ist der Kisch-Preistr&#228;ger, der sich mit der Beh&#228;bigkeit der gro&#223;en Verlagsh&#228;user nie ganz abgefunden hat. Peichl ist der &#214;sterreicher, der sich die letzte Distanz zu den Dingen hierzulande nie hat nehmen lassen. Peichl ist folgerichtig heute der Herausgeber von <a href="http://www.liebling-zeitung.com/main.php">Liebling</a> und der Vorsitzende der <a href="http://www.leadacademy.de">LeadAcademy</a>.</p>
<p>Zum Abschluss der diesj&#228;hrigen LeadAcademy-Juryrunden gab er Carta ein launiges, offenes Interview &#8211; und zeigte sich dabei sehr skeptisch, was die Perspektiven des Qualit&#228;tsjournalismus im Netz angeht.</p>
<p><object width="400" height="300" data="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=3007593&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=3007593&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" /></object><br />
<a href="http://vimeo.com/3007593">Markus Peichl: &#8220;Ich bin skeptisch, was Modelle f&#252;r den Qualit&#228;tsjournalismus im Netz angeht.&#8221;</a></p>
<p>Hier auch die <a href="http://de.youtube.com/watch?v=TsnvrlL0zjk">YouTube-Version</a>.</p>
<p>Aus dem Interview:</p>
<blockquote><p>Wir sind durch Print und durch Fernsehen gewisse journalistische Standards gew&#246;hnt. Es wird aber nur ganz wenige Online-Angebote geben, die auch in der Lage sind, so viele Einnahmen zu generieren, dass sie den Journalismus, wie wir ihn bisher gewohnt waren, auch finanzieren k&#246;nnen. Das wird eine der ganz wesentlichen Aufgaben f&#252;r alle Menschen sein, die sich so etwas wie Qualit&#228;tsjournalismus verpflichtet f&#252;hlen. Und da haben wir noch nicht sehr viel Bahnbrechendes und Zukunftsweisendes gesehen.</p></blockquote>
<blockquote><p>Ich bin durchaus skeptisch, ob es wirklich vern&#252;nftige Modelle gibt f&#252;r Websites, die rein und ausschlie&#223;lich Content bieten, und damit so viel Geld verdienen k&#246;nnen, dass sie diesen Content auf eine vern&#252;nftige, unseren bisherigen Standards entsprechende Weise auch bezahlen k&#246;nnen.</p></blockquote>
<p>Zur Finanzierungskrise des Journalismus siehe auch <a href="http://carta.info/4641/wie-realistisch-ist-eine-kulturflatrate-fuer-journalisten/">diesen Text</a> von Christiane Schulzki-Haddouti.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=4611&amp;md5=36a4b0f42e63efd7256842b151ff2798" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Teil 2: Verlage zwischen Web 2.0, Vermarktung und „Krise“</title>
		<link>http://carta.info/3222/meso-medien-ii/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Dec 2008 13:49:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medienkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Medienmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Meso-Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Im ausklingenden Jahr 2008 nehmen fr&#252;here Prophezeiungen eines in sich verschmelzenden Mediensystems merklich Gestalt an. Was sich Ende des vergangenen Jahrhunderts prim&#228;r aus technischer aber auch aus wissenschaftlicher Perspektive als Mesomedien – solche, die weder zur reinen Individualkommunikation (Mikromedien) noch zu den Massenmedien (Megamedien) – formte, ist heute &#252;berwiegend durch das Internet aus Nutzer-, wie auch aus Unternehmensperspektive Alltagsrealit&#228;t (eine regulierungspolitische Perspektive soll hier unterschlagen werden). Diese gilt es ad&#228;quat zu bew&#228;ltigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/19dadd73269aaae939366bee6bc3fd" alt="" width="1" height="1" />Die folgenden Teile werfen Licht wie Schatten auf deutsche Verlagskonzerne. Es ist zu beobachten, dass sich eine in <strong>400 Jahren aufgebaute Professionalit&#228;t</strong> in einem sich zunehmend dezentralisierenden Kommunikationsraum schwertut. Es gelingt ihr bisher kaum, ihre Angebote Nutzern als auch Werbe- und Anzeigenkunden folgenreich zu vermitteln.</p>
<p><em><strong>Artikel-Serie von Jan Krone: <a href="http://carta.info/3001/verlage-zwischen-web-20-vermarktung-und-krise/">Teil 1</a>, <a href="http://carta.info/3222/meso-medien-ii/">Teil 2</a>, <a href="http://carta.info/3339/teil-3-telekommunikatives-selbstverstaendnis-als-loesungsansatz/">Teil 3</a></strong></em></p>
<p><strong>Teil 2: Was tun mit sozialen Gemeinschaften im Internet</strong>?</p>
<p>Anders als das Sammeln und Auswerten von Reichweiten von kommerziellen Massenmedien l&#228;sst sich die Professionalit&#228;t in der Telekommunikationsbranche verorten. Seit dem sp&#228;ten 19. Jahrhundert zeichnet sich das Gesch&#228;ftsmodell dadurch aus, dass Kunden ein <strong>Zugang zu Kan&#228;len</strong> bereitgestellt wird, die interpersonale Kommunikation erm&#246;glichen. Dieser „Access“ bildet die Grundlage der Erl&#246;se.</p>
<p>Die <strong>&#246;konomische Logik</strong>, die sich aus der Untergliederung in Mikro-, Meso und Megamedien ergibt, ist, dass weder die Gesch&#228;ftsmodelle der Telekommunikation noch die der Massenmedien analog auf die hier thematisierten social communties &#252;bertragen werden k&#246;nnen. Sie m&#252;ssen einem <strong>intelligenten Anpassungsprozess</strong> unterworfen werden, der die spezifischen Eigenschaften <strong>mesomedialer Oberfl&#228;chen</strong> antizipiert und in der Folge anwendet.</p>
<p>Das Ph&#228;nomen ist so langsam begriffen. Das Problem nur: Wie sieht das Gesch&#228;ftsmodell f&#252;r diesen neuen Mittelbau des Mediensystems aus?</p>
<p>Diese <strong>Antzipationsleistung der Verlagskonzerne</strong> ist mit Stand 2008 unterschiedlich zu bewerten.</p>
<p>Befasst man sich mit der &#246;konomischen Logik der Mesomedien, so ist zun&#228;chst bemerkenswert wie wenig Erfolgsgeschichten gro&#223;er Verlage es in diesem Segment gibt. Bei denjenigen, die heute besonders laut <strong>„Krise, KRISE“</strong> schreien, handelt es sich augenscheinlich um die Branchenvertreter, welche die ersten Jahre des 21. Jahrhunderts arrogant versucht haben, nach der einge&#252;bten massenmedialen Ordnung auch im „neuen“ Segment Internet klassische Medien errichten zu k&#246;nnen. Sie hoffen, auch hier auf Basis der gelernten  Mechanismen, ihre Dominanz entfalten zu k&#246;nnen. Einige waren sich ihrer Sache so sicher, dass sie annahmen, im Falle eines mittleren <strong>Scheiterns</strong> k&#246;nnte man das das l&#228;stige<strong> Internet</strong> notfalls wieder <strong>„abschalten“</strong>.</p>
<p>Immerhin gelang es einigen Verlagen, beispielsweise der <strong>SPIEGEL-Gruppe </strong>oder – sp&#228;ter – dem <strong>Axel Springer Verlag</strong> als solche Branchenvertreter aufzutreten, die sich durch ihre Entscheidungen so positioniert haben, als dass sie in der Lage sind, zumindest im klassischen Online-Bereich (sic!) nicht nur publizistische Angebote bereitzustellen (weitestgehend ohne Entgelt), sondern diese auch ad&#228;quat vermarkten k&#246;nnen. Von Krise keine &#246;ffentliche Rede, von internem Druck dagegen umso mehr.</p>
<p>Hingegen bequemen sich andere gro&#223;e Branchenvertreter offenbar Jahre zu sp&#228;t von ihren <strong>Sonnendecks</strong>. Mit der Erkenntnis, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten <strong>keine Argumente zur Vermarktung ihrer Werbefl&#228;chen</strong> parat zu haben, werden reflexartig die gleichen Worth&#252;lsen von 2001 bis 2003 hervorgeholt, werden <strong>Kosteneinsparungsprogramme </strong>vor allem zu Lasten der „Freak-Abteilungen“, den Redaktionen, angestrengt um damit gleicherma&#223;en – bewusst oder unbewusst, das sei dahingestellt – Qualit&#228;tsma&#223;st&#228;be zu senken, „Synergien zu heben“ und als Folge davon potentiellen Werbekunden noch weniger Anreiz zur Buchung zu geben. <strong>Eine bizarre Logik!</strong></p>
<p>Der Berliner Medien&#246;konom <strong>Axel Zerdick</strong> gab auf die Frage der FAS vom 19. Juli 2003, welche <strong>Auswirkungen das Internet auf die Zeitungen (Zeitschriften)</strong> haben w&#252;rde, die Antwort, dass viele eingehen werden – und dass dies auch nicht schlimm sei!<br />
Behutsamer, aber nicht weniger deutlich, formulierte es <strong>Douglas C. Adams</strong> (bekannt durch die Reihe „Per Anhalter durch die Galaxis“) in der ersten Ausgabe von Wired, 1995 f&#252;r die gesamte Medienbranche: Wie solle man den Str&#246;men Nil, Kongo, Amazonas und Missisippi erkl&#228;ren, was auf sie zukommt, wenn sie in den Ozean m&#252;nden? Nur so viel, als dass <strong>Flussgesetze an Bedeutung verlieren</strong>.</p>
<p>Diese Parabel erscheint symptomatisch f&#252;r viele Verlage, die durch <strong>fehlorientiertes Management</strong> noch heute auf eine Vermarktung bauen, die mit Preislisten im Stil der 1980er Jahre operiert.</p>
<p>Die Bereitschaft und das Verm&#246;gen, in Zeiten des Medienwandels Werbekunden (individuell) kombinierte Produkte in all ihrer Komplexit&#228;t anzubieten und erkl&#228;ren zu k&#246;nnen, stellt das gr&#246;&#223;te Problem dar. Dabei ist insgesamt in deutschen Medienh&#228;usern eine <strong>gro&#223;e Tr&#228;gheit</strong> sp&#252;rbar, sich auf eine Ordnung nach den klassischen Massenmedien einzulassen.</p>
<p>Das p<strong>ublizistische Angebot der Massenmedien</strong> ist dieser Herausforderung engagiert gegen&#252;bergetreten und z&#228;hlt heute in Deutschland zu den in der Summe stark nachgefragten Informationsangeboten – trotz eigener personell-struktureller Probleme in der Vermittlung der <strong>Bedeutung crossmedialen Publizierens </strong>oder Anpassung von Druckinhalten auf Online-Inhalte.</p>
<p>Die <strong>Werbevermarktung</strong> ist heute dagegen in weiten Bereichen <strong>&#252;berholt und r&#252;ckst&#228;ndig</strong> – durch den Grad der Professionalit&#228;t ihrer Akteure. Ob dies nun aus Dummheit oder Arroganz geschah und geschieht, spielt genauso wenig eine Rolle wie vielleicht aus Mitleid oder Commitments (Zerdick, 2003) erfolgte Buchungen. Nachhaltigkeit definiert sich anders. Squeeze-Out scheint die Devise.</p>
<p>Also ergibt diese Analyse das ern&#252;chternde Ergebnis, dass es in <strong>sechs Jahren Netzpraxis </strong>offenbar noch nicht einmal dazu gereicht haben scheint, mehrheitlich die Online-Auftritte auch in der Werbevermarktung ad&#228;quat ankommen zu lassen. Wie soll es erst gelingen, sich erfolgreich social communities zu widmen, die sich durch noch einmal g&#228;nzlich unterschiedliche Gesetzm&#228;&#223;igkeiten auszeichnen?</p>
<p><em>Teil 3: Selbstverst&#228;ndnis der Telekommunikationsbranche als L&#246;sungsansatz</em></p>
<p><em> </em>
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		<title>Journalismus: &#220;bersch&#228;tztes Fr&#252;hwarnsystem mit Gier nach &#8220;bad news&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Dec 2008 16:41:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medienkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Qualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man sich berieseln und berauschen l&#228;sst von all dem, was im Bl&#228;tterwald und in den Talkshows derzeit mit aller Medienmacht &#252;ber uns hereinprasselt, so k&#246;nnte man meinen: Der Untergang des Abendlandes sei nah, gar der j&#252;ngste Tag des Kapitalismus angebrochen. Und dieses j&#252;ngste Gericht wird effektvoll inszeniert – angesichts der Selbstgerechtigkeit, mit der viele Journalisten nicht nur schwadronieren, sondern auch moralisieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/0acf6f70fe92f60846d742ae7df9a8" width="1" height="1" alt=""/>Der Journalismus, von manchem Forscher <strong>vorschnell zum Fr&#252;hwarnsystem der Gesellschaft ausgerufen</strong>, hat jahrelang zugeguckt. Gewiss, es gab Kassandrarufe – aber sie sind untergegangen im Schwall der PR-Botschaften, die heute in vielen Redaktionen <strong>mit einem Mouseclick in „Journalismus“ verwandelt werden </strong>und die uns verk&#252;ndet haben, all die Investmentbanker und Finanzjongleure h&#228;tten ihre Traumrenditen und Boni durch Leistung und Produktivit&#228;tssteigerungen verdient statt durch hochriskante Wetten.</p>
<p>Aber haben Journalisten und Medienmanager inzwischen irgendetwas gelernt? Zu bef&#252;rchten ist, dass sie sich neuerlich prozyklisch verhalten und jetzt mit ihrer (kaum minder ma&#223;losen) <strong>Gier nach „bad news“</strong> die wirklich gro&#223;e Krise (und damit auch ihren eigenen Untergang) herbei schreiben. Spannend auch, wer die Krise sch&#252;rt: Bei Deutschlands Intelligenzblatt Nr. 1, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, ist es nicht etwa der f&#252;r Wirtschaft und Finanzen zust&#228;ndige Herausgeber, sondern der Feuilleton-Chef<strong> Frank Schirrmacher</strong>, der uns – <strong>offenbar als </strong>Krisenexperte und<strong> letzter Universalgelehrter</strong> – die Weltl&#228;ufte „erkl&#228;rt“.</p>
<p>Dieselbe Erfahrung, die jetzt der Wirtschafts- und Finanzjournalismus machen muss, haben fr&#252;her schon die Kollegen vom Wissenschaftsressort gesammelt: Wenn ein Thema – sei es BSE, SARS oder jetzt eben die Subprime- und Bankenkrise – wirklich hoch kocht, verlieren die journalistischen Experten ihre <strong>Deutungsmacht an die Hierarchien in Politik- und Kulturredaktion</strong>. Es kann indes noch schlimmer kommen, wie sich bei Deutschlands feinster Adresse f&#252;r Qualit&#228;tsjournalismus, dem Verlag Gruner + Jahr sehen l&#228;sst: Da werden die Wirtschafts- und Finanzjournalisten gleich ganz wegrationalisiert, indem man k&#252;nftig vier Wirtschaftstitel von einer Redaktion machen l&#228;sst. Verkehrte Welt! Das l&#228;sst genau den Abbau an Sachkompetenz erwarten, den wir zur Krisenbew&#228;ltigung dringend brauchen…</p>
<p><em>Stephan Russ-Mohl ist Kolumnist der &#246;sterreichischen Wochenzeitung <a href="http://www.furche.at/">Die Furche</a>. Sein Text erscheint hier in leicht anders redigierter Fassung mit freundlicher Genehmigung des Autors. </em>
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