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	<title>CARTA &#187; Martin Stadelmaier</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Das Elend der deutschen Medienpolitik</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Apr 2011 01:06:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz Hachmeister</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Martin Stadelmaier]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Ende der bisherigen Staatskanzlei-Medienpolitik d&#228;mmert heran - zu gro&#223; ist die Inkompetenz der Medienpolitiker in den L&#228;ndern, zu gro&#223; sind die netzpolitischen Herausforderungen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>von Lutz Hachmeister und Thomas Vesting</p>
<p>I.</p>
<p>F&#252;r Ende April 2011 hat die nordrhein-westf&#228;lische Landesanstalt f&#252;r Medien (LfM) zum „<a href="http://carta.info/39767/wedding-sause-auf-kosten-des-gebuhrenzahlers/">Wedding Event</a>“ eingeladen, in ihre R&#228;ume im D&#252;sseldorfer Medienhafen. Die „Hochzeit des britischen Thronfolgers Prinz William von Wales mit Kate Middleton“, so die LfM, werde „ohne Zweifel das gesellschaftliche Ereignis des Jahres sein“.</p>
<p>Die LfM m&#246;chte da nicht zur&#252;ckstehen und gemeinsam mit BBC World News und dem britischen Generalkonsulat „bei typischem englischen Cream Tea“ die M&#246;glichkeit bieten, „in einem angemessenen Ambiente die Zeremonie in London mitzuerleben und neue<br />
Kontakte zu kn&#252;pfen“.</p>
<p>Dieser „Event“ verweist, wie viele eher skurrile Projekte der Landesmedienanstalten, symbolhaft auf den Zusammenhang zwischen <strong>realer Bedeutungslosigkeit</strong> und <strong>verzweifelter Selbstbesch&#228;ftigung</strong>, der wiederum f&#252;r den Zustand der deutschen Medienpolitik insgesamt kennzeichnend ist.</p>
<p>Die Landesmedienanstalten haben eine Zeitlang versucht, ihr altes (und ja weitgehend folgenloses) Regulierungsregime auf das Internet zu &#252;bertragen, damit sie in der Netzwelt zumindest „vorkommen“ k&#246;nnen; ihre Pl&#228;ne sind aber sogar von den f&#246;deralen Medienpolitikern kassiert worden, von denen die Aufsichtsbeh&#246;rden einst erfunden worden waren. So sind ihnen, abgesehen von Mikro-Regulierungen auf der lokalen und regionalen Rundfunkebene, eben nur noch Sitzungen, Tagungen und „Events“ geblieben, deren reales Publikum inzwischen im unteren dreistelligen Bereich liegen d&#252;rfte. Immerhin bilden die Landesmedienanstalten noch einen angenehm dotierten Park f&#252;r Parteipolitiker und ihre Gefolgsleute.</p>
<p>&#220;berlebensstrategisch haben die Landesmedienanstalten seit geraumer Zeit die ebenso weiten wie weichen Felder von „Jugendmedienschutz“ und „Medienkompetenz“ als ihr genuines Terrain entdeckt. Zumindest die „Medienkompetenz“ ist ohne schwierigen politischen Diskurs zu haben und als Begriff gegnerfrei. Niemand hat etwas gegen „Medienkompetenz“.</p>
<p>Ebenso trostlos erscheint die Debatte um den sogenannten „Jugendmedienschutz“. Schon der Begriff ist dunkel – einem Nichtspezialisten w&#228;re zun&#228;chst einmal schwer zu vermitteln, worum es dabei eigentlich gehen soll.  Das bisherige Konzept des deutschen „Jugendmedienschutzes“ jedenfalls ist <strong>realit&#228;tsblind</strong> und <strong>hyperb&#252;rokratisch</strong> zugleich. Betrieben wird ein System (wenn man &#252;berhaupt davon sprechen mag) der Problemvernebelung durch Institutionenvervielfachung.</p>
<p>H&#228;ufig wird b&#252;rgerliche Gesittung eher vorgezeigt denn in der harten Medienrealit&#228;t bewiesen. In einem Anfall von Realsatire hat Martin Stadelmaier, „der wichtigste Medienpolitiker der SPD“ („FAZ“), in seinen „zehn medienpolitischen Geboten f&#252;r das digitale Zeitalter“, vorgetragen bei Symposium der Landesmedienanstalten im M&#228;rz 2009 in Berlin, markig gefordert:</p>
<blockquote><p>„Wir brauchen eine gr&#246;&#223;ere Einheitlichkeit, wir m&#252;ssen Doppelstrukturen abbauen. Wir brauchen nach meiner festen &#220;berzeugung eine gegenseitige Akzeptanz von Freigabeentscheidungen der Selbstkontrolleinrichtungen, also FSK, USK, FSM und FSF – und das m&#246;glichst in einer guten und engen Verbindung mit den Jugendschutzbeh&#246;rden und der KJM“.</p></blockquote>
<p>Schon angesichts dieser Abk&#252;rzungskaskade wird klar, dass sich in der Realit&#228;t der Mediennutzung paradoxer- oder konsequenterweise libert&#228;re Formen und Strukturen durchsetzen konnten. &#220;ber die reale oder vermeintliche „Generation Porno“ lassen sich sozialpsychologisch interessante Debatten f&#252;hren; sicher ist, dass ihr der f&#246;derale „Jugendmedienschutz“ nichts entgegenzusetzen hat.</p>
<p>II.</p>
<p>Der Einschnitt, den das Internet in der Geschichte der Medien markiert, ist nicht das Resultat einer „totalen &#214;konomisierung“ und sollte auch keineswegs als R&#252;ckkehr eines freien Spiels der Marktkr&#228;fte missverstanden werden. Die Internet-Kommunikation wird &#252;ber ein neues Medium prozessiert; Meinungs&#228;u&#223;erungen im Netz sind nicht einfach eine andere Form von marktf&#246;rmiger Individualkommunikation.</p>
<p>Daraus ergibt sich durchaus die Notwendigkeit einer genauen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Beobachtung der Entwicklung des Internets. Dazu geh&#246;rt auch die Entwicklung dessen, was man ein „<strong>netzwerkgerechtes Medienrecht</strong>“ nennen kann. Entscheidend ist, ein Konzept zu entwickeln, das  auf die Erhaltung der Vielfalt und Durchl&#228;ssigkeit der fragmentierten Teil&#246;ffentlichkeiten der neuen Internet-Kultur eingestellt werden kann. Dazu gibt es erst Ans&#228;tze und Vorschl&#228;ge, aber es ist klar, dass die Medienpolitik diese nicht in Karlsruhe finden wird.</p>
<div id="attachment_39751" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/04/aufmacherxw1.jpg"><img class="size-medium wp-image-39751" title="aufmacherxw" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/04/aufmacherxw1-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Staatskanzlei Rheinland-Pfalz: Koordinierungszentrum der bisherigen Staatskanzlei-Rundfunkpolitik</p></div>
<p>F&#252;r die Medienpolitik stellt sich angesichts der neuen Medienrealit&#228;ten die Frage nach der Restrukturierung ihrer Kontrollregime. Die Zergliederung und Isolierung der Regulierungsmaterien in verschiedenen Arenen – Rundfunkregulierung, Telekommunikationsregulierung, regionale und nationale Filmf&#246;rderung, Jugendmedienschutz etc. – sowie die Zerstreuung der Kompetenzen auf die unterschiedlichsten Tr&#228;ger – &#246;ffentlich-rechtliche Anstalten, Landesmedienanstalten, Filmf&#246;rderungsanstalt, Bundeskartellamt etc. – kann schwerlich als effiziente L&#246;sung bezeichnet werden.</p>
<p>Eine neue Generation von Medienpolitikern, die in und mit der kommunikativen Umwelt des Internets, also mit Google und Amazon, Facebook und Twitter sozialisiert worden sind, wird ohnehin mit einer anderen Perspektive auf &#214;ffentlichkeit, Partizipation und den politisch-publizistischen Komplex blicken als diejenigen, die nur mit ARD, ZDF und wenigen dominierenden Presseverlagen aufgewachsen sind.</p>
<p>Dieser Perspektivwechsel soll einstweilen gar nicht normativ bewertet werden, etwa im Sinne einer „progressiveren“ Netzpolitik. Die „medienkulturelle Differenz“ zwischen einer eher beharrenden Rundfunkpolitik und einer fluideren „Netzpolitik“ ist bereits in der Auseinandersetzung um den einstweilen gescheiterten „Jugendmedienschutz-Staatsvertrag“ deutlich geworden.</p>
<p>Ein Staatsvertrag, der nur in Deutschland beheimatete Webseiten reglementiert, ist in Zeiten digitaler Globalit&#228;t ein stumpfes Schwert. J&#252;ngere Politiker quer durch alle Bundestagsparteien hatten sich gegen die paternalististischen Vorstellungen der „Rundfunkpolitiker“ artikuliert. Der durch den Ablehnungsbeschluss des NRW-Landtags auch pers&#246;nlich gekr&#228;nkte Mainzer Staatskanzleichef Stadelmaier griff die CDU als „medienpolitisch verlotterten Haufen“ an, weil er nicht zu Unrecht ein <strong>Ende der bisherigen Staatskanzlei-Rundfunkpolitik</strong> herand&#228;mmern sah, mit Konsequenzen bis hin zur Frage des von allen L&#228;nderparlamenten zu genehmigenden „Rundfunkbeitrags“ der B&#252;rger.</p>
<p>„Das Modell des f&#246;deral ausgehandelten Staatsvertrags“, so <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,734844,00.html">kommentierte</a> <em>Spiegel Online</em>, „der hinter den Kulissen angefertigt und von den L&#228;nderparlamenten dann nur noch abgenickt“ werde, stehe m&#246;glicherweise vor schweren Zeiten.</p>
<p>„Die L&#228;nder haben sich fr&#252;hzeitig und gut aufgestellt“, so hatte Stadelmaier noch 2009 beim DLM-Symposium in g&#228;ngiger Politikerdiktion behauptet:</p>
<blockquote><p>„Die Medienpolitik entspricht den Anforderungen der digitalen Welt, wir haben uns den Herausforderungen gestellt.“</p></blockquote>
<p>Nun wird niemand leugnen, dass Deutschland medienpolitisch zivilisierter und befriedeter ist als Frankreich oder Italien. Dies hat allerdings viel mit den alliierten Vorgaben nach 1945 zu tun und weniger mit dem Geschick der politischen Parteien oder f&#246;deralen Rundfunkregulierer.</p>
<p><em>Dieser Text ist eine sehr stark gek&#252;rzte Fassung des Essays &#8220;Rundfunkpolitik und Netzpolitik&#8221;, der am 8. April in der Zeitschrift &#8220;<a href="http://funkkorrespondenz.kim-info.de/">Funk-Korrespondenz</a>&#8221; erschien.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=39748&amp;md5=356785e92b79dd3d7cc7b0f601dc58e1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Stadelmeier lehnt Abgeordnetenbeteiligung an einer Anh&#246;rung zum Rundfunkbeitrag ab</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Oct 2010 13:08:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der SPD-Staatskanzleichef „entt&#228;uscht“ die Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktionen: An der Anh&#246;rung zum Rundfunkbeitrag sollen Abgeordnete nicht teilnehmen, auch die Presse ist nicht zugelassen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/64b817013adf42da8826026df3e97a05" alt="" width="1" height="1" /><em>Am  Montag findet in Berlin eine Anh&#246;rung zum Rundfunkbeitrag statt.  Dazu  haben die Rundfunkreferenten der L&#228;nder eingeladen. Journalisten sind  nicht  zugelassen. Am 24. September forderten die Vorsitzenden der   CDU-Landtagsfraktionen von der federf&#252;hrenden Staatskanzlei  Rheinland-Pfalz  (SPD), Landtagsabgeordnete an der Anh&#246;rung zu  beteiligen. Dies wurde abgelehnt. </em></p>
<p>„Angesichts  der  grunds&#228;tzlichen Bedeutung des 15. Rundfunk&#228;nderungsstaatsvertrages, mit   welchem die Finanzierung des &#214;ffentlich-rechtlichen Rundfunks auf eine  ganz neue  Grundlage gestellt wird, erwartet die CDU-Fraktion eine  Beteiligung von  Vertretern der L&#228;nderparlamente an der Anh&#246;rung zum  neuen Staatsvertrag am 11.  Oktober 2010 in Berlin.“</p>
<p>Dies hat  laut <a href="http://www.epd.de/medien/medien_index_80089.html">epdmedien</a> der Vorsitzende der AG Medien der  CDU/CSU-Fraktionsvorsitzendenkonferenz, Dr.  Christian von Boetticher,  gegen&#252;ber der federf&#252;hrenden Staatskanzlei von  Rheinland-Pfalz  eingefordert. Dabei bezog er ich auf einen <a href="http://www.cdu-fraktion.de/Presse-Singleansicht.pressesingle.0.html?&amp;cHash=22250bafd7&amp;tx_ttnews%5Btt_news%5D=3599">Grundsatzbeschluss</a>,  der am 24. September in Frankfurt gefasst wurde.</p>
<p>Und:  welche Antwort hat er darauf von <a href="http://www.rlp.de/ministerpraesident/staatskanzlei/chef-der-staatskanzlei/">Martin  Stadelmeier</a> erhalten? Vielleicht diese?</p>
<p><em>„Ich  m&#246;chte um Ihr Verst&#228;ndnis werben, dass ich Bedenken habe und Ihnen   meine Gr&#252;nde erl&#228;utern. Die Anh&#246;rung wird auf Fachebene (Beamtenebene)   durchgef&#252;hrt. Vertreter der politischen Ebene der Landesregierungen  nehmen nicht  teil. Eine Meinungsbildung auf politischer Ebene wird erst  sp&#228;ter in der  Rundfunkkommission der L&#228;nder erfolgen. Die Einbeziehung  der Landtage und die  politische Er&#246;rterung im parlamentarischen Raum  wird im Wege der  Vorunterrichtung durch die Landesregierungen ebenfalls  erst sp&#228;ter stattfinden.  Dieses gestufte Verfahren dient dazu, auch  bei komplexen Materien zu einer  geordneten Willensbildung und damit zu  sachgerechten Ergebnissen zu  gelangen.“</em></p>
<p>Doch ist  es wirklich so, dass die Beamten rein fachlich wichten und werten werden? Haben  sie nicht klare politische Vorgaben?</p>
<p>Ob  sich  die CDU-Medienpolitiker und Fraktionsvorsitzenden damit zufrieden  geben?  Schlie&#223;lich stellt die CDU die Mehrheit der  Ministerpr&#228;sidenten. Oder ging es  ihnen nur darum, die SPD mit Kurt  Beck vorzuf&#252;hren? War den  CDU-Fraktionsvorsitzenden klar, dass die  Ministerpr&#228;sidenten gegen ihre  Teilnahme sind – die Antwort aber aus  der federf&#252;hrenden SPD-Staatskanzlei  Rheinland-Pfalz kommt? Den  Abgeordneten eines Landtages, die ebenfalls um  Teilnahme gebeten  hatten, teilte man zudem mit:</p>
<p><em>„Schlie&#223;lich bitte ich  auch zu bedenken, dass bei einer Teilnahme von  Abgeordneten eines  Landes auch den Abgeordneten aus den Parlamenten der anderen  L&#228;nder  eine Teilnahmem&#246;glichkeit er&#246;ffnet werden m&#252;sste. Aus diesen Gr&#252;nden  w&#228;re  ich Ihnen dankbar, wenn Sie von einer Teilnahme Abstand nehmen   w&#252;rden.“</em></p>
<p>Doch  was, wenn die Abgeordneten nicht von einer Teilnahme Abstand nehmen  <strong>wollen</strong>?  Soll man auf etwas verzichten, nur weil es dann andere auch  nutzen  w&#252;rden? Geht es hier nicht um eine politische Entscheidung, die die  ganze  Bev&#246;lkerung betreffen wird? Schlie&#223;lich sollen ja in Zukunft alle  den  Rundfunkbeitrag bezahlen. Muss man da nicht jede M&#246;glichkeit  nutzen, sich eine  Meinung zu bilden, um dann verantwortungsbewusst eine  politische Entscheidung  treffen zu k&#246;nnen?
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34947&amp;md5=7089108558d9a46697dcb1b9a19f792c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Martin Stadelmaier und die anonymen Internet-Inhalte</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Mar 2009 20:45:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Kurt Becks Staatskanzlei-Chef Martin Stadelmaier forderte heute, es solle "keine anonymen Einstellungen im Internet" mehr geben. Soll das hei&#223;en, dass auf Blogs nur noch mit voller Namensnennung kommentiert werden darf? Zum Gl&#252;ck nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/af78bcff2bbfafed1d6b33e41aa915" alt="" width="1" height="1" /><br />
Es wird nicht mehr &#252;ber die Zukunft des Privatfernsehens gesprochen &#8212; es geht nur noch ums &#8220;&#220;berleben&#8221;. Das Motto des diesj&#228;hrigen <a href="http://www.dlm-symposium.de/">Gipfeltreffens der Landesmedienanstalten</a> lautete: &#8220;Lost in Transition &#8212; <strong>&#220;berlebensstrategien</strong> f&#252;r das private Fernsehen&#8221;.</p>
<div id="attachment_6295" class="wp-caption alignleft" style="width: 130px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/03/bild-12.png"><img class="size-thumbnail wp-image-6295" title="bild-12" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/03/bild-12-120x101.png" alt="ProSiebenSat1: Von 3200 auf 104 Mio. in zwei Jahren" width="120" height="101" /></a><p class="wp-caption-text">ProSiebenSat.1: Von 3300 auf 104 Mio. € in zwei Jahren</p></div>
<p>Es steht tats&#228;chlich atemberaubend, wie schlecht es um das Privatfernsehen in diesem Land bestellt ist. Nicht nur das Programm ist weitgehend belanglos. Auch erhebliche Teile seines F&#252;hrungspersonals geben auf Podien nur noch eine besch&#228;mende Figur ab. Die ganze Not der Branche manifestiert sich im Aktienkurs der <a href="http://www.prosiebensat1.de/investor_relations/aktie_kursinformationen/">ProSiebenSat.1-Aktie</a>: Das Unternehmen ist heute bei einem Aktienkurs von 95 Eurocent gerade noch 104 Millionen Euro wert. Im Juli 2007 waren es noch 3,3 Milliarden Euro. ProSiebenStat.1 hat damit in weniger als zwei Jahren fast 97 Prozent seines Unternehmenswertes verloren. Die Branche ist am Anschlag &#8212; auch hier w&#228;chst die <strong>Angst vor dem Internet</strong> <strong>t&#228;glich</strong>.</p>
<p>Symposien von Landesmedienanstalten sind eine ganz spezielle Gattung von Veranstaltung f&#252;r eine ganz spezielle Gattung Mensch: die Schar der Medienpolitik-Diplomaten. Diese Menschen besuchen gef&#252;hlt jede Woche eine Veranstaltung, auf der es scheinbar um exakt dieselben Themen geht und auf denen scheinbar die exakt gleichen Sachen gesagt werden. Doch die Medienpolitik-Diplomaten k&#246;nnen dieses <strong>Symposien-Sprech</strong> f&#252;r sich entschl&#252;sseln &#8212; und nehmen selbst kleinste Nuancen-Verschiebungen war.</p>
<p>Dabei k&#246;nnte man zu dem Schluss kommen: Auf derartigen Symposien treffen sich Hundertschaften gut bezahlter Menschen, um nahezu nichts zu erreichen, w&#228;hrend Google zugleich munter <a href="http://googleblog.blogspot.com/2009/03/making-ads-more-interesting.html">Fakten schafft</a>. Das w&#252;rden Medienpolitik-Diplomaten aber so nie akzeptieren. Und wir wollen dem hier auch mal folgen.</p>
<div id="attachment_6294" class="wp-caption aligncenter" style="width: 621px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/03/bild-111.png"><img class="size-full wp-image-6294" title="bild-111" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/03/bild-111.png" alt="bild-111" width="611" height="39" /></a><p class="wp-caption-text">DLM-Symposium: F&#252;r das Privatfernsehen geht es nur noch ums &#220;berleben</p></div>
<p>So ist zu berichten, dass Kurt Becks Staatskanzlei-Chef &#8212; und damit zentrale Schaltperson der Medienpolitik &#8212; Martin Stadelmaier verk&#252;ndete, <strong>dass Sponsoring im &#246;ffentlich-rechtlichen Fernsehen nach 20 Uhr ab dem Jahr 2013 untersagt sein wird</strong>. In dreieinhalb Jahren wird es den Tatort also wieder ohne Krombacher &amp; Co geben: Ein kleiner Schritt f&#252;r den Zuschauer und eine kleine St&#228;rkung des &#246;ffentlich-rechtlichen Profils &#8212; aber ein <strong>gro&#223;er Schritt</strong> f&#252;r die h&#228;ufig zaudernde Medienpolitik.</p>
<p>Bemerkenswert ist auch, dass auf der gesamten Veranstaltung immer wieder vom &#8220;<strong>Dualen System</strong>&#8221; gesprochen wurde &#8212; dabei ist die duale Medienordnung mit dem Internet tot. Im Netz gibt es nicht mehr nur &#246;ffentlich-rechtliche und private Anbieter, sondern ein ganzes Biotop von Anbietertypen. Aber dessen mag sich die Medienpolitik noch nicht vergegenw&#228;rtigen. Sie klammert sich an die klaren Ansprechpartner.</p>
<p>Zum <strong>Internet</strong> erkl&#228;rte Stadelmaier: &#8220;Es soll zuk&#252;nftig <strong>keine anonymen Einstellungen im Internet</strong> mehr geben.&#8221; Was genau er damit meinte, blieb zun&#228;chst unklar. Eine <strong>Impressumspflicht</strong> f&#252;r Websites gibt es bekanntlich hierzulande schon. Will Stadelmaier etwa jeden Kommentar auf einer Website mit vollem Namen gekennzeichnet sehen? Ist das der Beitrag der sozialdemokratischen Medienpolitik zur F&#246;rderung von Online-Meinungsvielfalt und Verhinderung von dominanter Meinungsmacht? Der Fachdienst <em>epd medien</em> zumindest schickte das Zitat gleich einmal in die Zeitungsredaktionen der Republik.</p>
<div id="attachment_6291" class="wp-caption alignleft" style="width: 202px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/03/stadelmaier.jpg"><img class="size-full wp-image-6291" title="stadelmaier" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/03/stadelmaier.jpg" alt="Medienpolitiker Stadelmaier: Keine &#196;u&#223;erung im Netz ohne Verantwortlichen" width="192" height="257" /></a><p class="wp-caption-text">Medienpolitiker Stadelmaier: Keine &#196;u&#223;erung im Netz ohne Verantwortlichen</p></div>
<p>Auf Nachfrage erkl&#228;rte Stadelmaier diesem Blog: Es solle in Zukunft nicht mehr m&#246;glich sein, sich im Internet zu &#228;u&#223;ern, ohne dass daf&#252;r jemand die <strong>Verantwortung</strong> &#252;bernehme. Es sei durchaus denkbar, dass Kommentare weiterhin anonym etwa auf Blogs abgegeben werden, wenn der Betreiber der Seite daf&#252;r die Verantwortung &#252;bernehme. Ihm seien vor allem Angebote nach dem Muster von &#8220;<a href="http://www.basicthinking.de/blog/2008/08/26/rotten-neighbor/">Rotten Neighbor</a>&#8221; ein Dorn im Auge. Er sei zudem optimistisch, dass sich ein solches Verbot anonymer Online-&#196;u&#223;erungen auch international durchsetzen lasse.</p>
<p>Im Gegenzug zeigte sich Stadelmaier offen f&#252;r die Idee, bei Streitigkeiten &#252;ber Online-Inhalte und Kommentare zun&#228;chst eine Mitteilung der Betroffenen an die Betreiber der Site vorzuschreiben und erst im zweiten Schritt eine Abmahnung zu erm&#246;glichen.</p>
<p>Dennoch bleibt ein zwiesp&#228;ltiger Eindruck: Warum macht sich die Medienpolitik ausgerechnet dar&#252;ber Gedanken, wie sie anonyme Meinungs&#228;u&#223;erungen im Internet verhindern kann? Die Angelegenheit scheint eher kein Kernproblem der digitalen &#214;ffentlichkeit zu sein. Im Gegenteil geh&#246;rt es zu den Vorteilen des Internets, dass sich jeder &#228;u&#223;ern kann, auch ohne gleich per Suchmaschinen-Abfrage auf alle Ewigkeit f&#252;r sein Zitat einstehen zu m&#252;ssen. W&#228;re eine solche Pflicht &#252;berhaupt mit dem Datenschutz vereinbar?</p>
<p>An solchen Stellen verfestigt sich der Eindruck, dass der Kern aller Medienpolitik nicht die Sicherung von Vielfalt, sondern die Sicherung der Kontrolle &#252;ber die Kommunikation ist. Die Politik m&#246;chte Kommunikation und Meinungsbildung in Arml&#228;nge erreichen k&#246;nnen. Und genau deshalb hat sie <a href="http://carta.info/5833/brender-zdf-bundestag/">Dinge wie das ZDF</a> erfunden. Dass es nun mit dem Internet zu einem Kontrollverlust dar&#252;ber kommt, wer und was kommuniziert, kann die Politik augenscheinlich nur schwer ertragen. Deswegen erscheint der klassischen Medienpolitik das Internet vor allem immer noch als Verlust, nicht als Gewinn.</p>
<p>Das Internet kann selbstredend kein rechtsfreier Raum sein, aber im Sinne einer abgestuften Regulierung sollte sich Politik &#252;berlegen, wo ein Eingreifen sinnvoll &#8211; und wo es mehr Flurschaden als Segen ist.<br />
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		<title>Stadelmaier und die Digitale Dividende: Rundfunk first!</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Nov 2008 13:04:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die neuen Verteilungskonflikte der Medienpolitik spielen sich nicht mehr zwischen &#246;ffentlich-rechtlichem und privatwirtschaftlichem Ordnungsprinzip ab - sondern zwischen Internet und Rundfunk. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/5b16dc46c14986c96c9e97c678a78f" alt="" width="1" height="1" />In der rheinland-pf&#228;lzischen Landesvertretung zu Berlin ist Wein sehr wichtig. Er wird hier offenbar zu fast jedem Anlass und zu fast jeder Tageszeit ausgeschenkt. Wenn sich der Rheinland-Pf&#228;lzer auf der trockenen Berliner Kruste an die Behaglichkeit und W&#228;rme der Heimat erinnern will, so trinkt er: Wein.</p>
<p>So ist es wenig verwunderlich, dass es in der rheinland-pf&#228;lzischen Landesvertretung einen schmucken Weinkeller gibt. Hier kann man sich im Untergeschoss vergraben und in pf&#228;lzischer Besonnenheit &#252;ber die Welt sinnieren. Die K&#252;che ist ohnehin: ausgezeichnet.</p>
<p>F&#252;r Freitagmorgen hatte Martin Stadelmaier in genau diesen Weinkeller geladen. Stadelmaier ist nicht nur als Leiter der Mainzer Staatskanzlei einer der wirklich engen politischen Freunde Kurt Becks. Er ist vor allem als  Koordinator der Rundfunkkommission der L&#228;nder der wichtigste Medienpolitiker dieses Landes. Als solcher bat er zum Hintergrundgespr&#228;ch in Sachen Rundfunkstaatsvertrag und Digitaler Dividende.</p>
<p>Die <strong>neuen Verteilungskonflikte der Medienpolitik</strong>, so wurde rasch klar, spielen sich nicht mehr zwischen &#246;ffentlich-rechtlichem und privatwirtschaftlichem Ordnungsprinzip ab &#8211; sondern zwischen Internet und Rundfunk. Das Thema der &#8220;Digitalen Dividende&#8221; gewinnt an Fahrt &#8211; und Stadelmaier sparte hier nicht mit sehr eindeutigen Aussagen.</p>
<div id="attachment_2298" class="wp-caption alignleft" style="width: 346px"><a title="Titel 3" href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/11/stadlmaier11.jpg"><img class="size-full wp-image-2298" title="stadlmaier11" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/11/stadlmaier11.jpg" alt="testbeschreibung" width="336" height="252" /></a><p class="wp-caption-text">Stadelmaier: Digitale Dividende in Rundfunkhand</p></div>
<p>Die <em>Digitale Dividende</em> bedeutet kurz gesagt, dass es mit Hilfe digitaler Komprimierung in Zukunft m&#246;glich sein wird, 100 Prozent des bisherigen Rundfunkangebots auf rund 30 Prozent des bisherigen Frequenzspektrums zu senden. Damit k&#246;nnen 70 Prozent der Frequenzen mehr oder weniger neu vergeben werden &#8211; und um diese &#8220;Dividende&#8221; streiten nun Branchen und Akteure.</p>
<p>Dabei gibt es zwei Dinge, die man mit den frei werdenden Frequenzen anfangen kann: Mehr Kapazit&#228;ten f&#252;r mobiles Internet aufbauen oder mehr Rundfunkprogramme (oder diese in besserer Qualit&#228;t) verbreiten.</p>
<p>Der Rundfunkpolitiker Stadelmaier lie&#223; keinen Zweifel, wo seine Pr&#228;ferenzen liegen: &#8220;Vorrang f&#252;r Rundfunk&#8221;. Der Rundfunk m&#252;sse sich auch in den n&#228;chsten zwanzig Jahren entwickeln k&#246;nnen. Deshalb sollen entsprechend Frequenzen freigehalten werden. Von den 48 frei werdenden Kan&#228;len sollen nach Stadelmaiers Vorstellung 39 f&#252;r den Rundfunk reserviert bleiben und nur 8 an die Mobilfunkindustrie abgetreten werden<strong>. Somit sollen 73 Prozent der Digitalen Dividende an den Rundfunk gehen. </strong></p>
<p>Die Entscheidung ist von erheblicher Tragweite &#8211; denn letztlich geht es hier um den <strong>Preis zu dem zuk&#252;nftig mobiles Internet in Deutschland</strong> zur Verf&#252;gung gestellt werden kann. Je mehr Frequenzen daf&#252;r bereit stehen, desto eher kann man auf sinkende Geb&#252;hren f&#252;r das mobile Internet hoffen. Die Preiserosion beim Mobilfunk wurde auch dadurch ausgelost, dass durch UMTS die Kapazit&#228;t der Netze erheblich stieg &#8211; zur Freude aller, die heute mit Discount-Karten in den Mobilnetzen unterwegs sind.</p>
<p>Konkret: Die deutsche Rundfunkpolitik r&#252;stet sich gerade daf&#252;r, <strong>sinkende Kosten f&#252;r mobiles Breitband-Internet auf dem Altar der Rundfunkprivilegierung zu opfern</strong>. Zwar w&#252;rde Stadelmaier nie sagen, dass ihm Rundfunk wichtiger als Internet sei &#8211; seine Politik l&#228;uft aber genau auf eine solche Bevorzugung hinaus.</p>
<p>Dabei steht die digitale terrestrische Rundfunktechnik vor sehr vielen Fragezeichen: Bei DVB-T soll bald der MP4-Standard eingef&#252;hrt werden, weshalb wir alle neue Empf&#228;nger kaufen sollen. Auch HDTV soll irgendwann eingef&#252;hrt werden. F&#252;r genau diese Halde von Problemen sollen nun 73 Prozent des Frequenzspektrums freigehalten werden. Demgegen&#252;ber gibt es all diese Schwierigkeiten bei der Offenheit des Internet nicht: Es erlaubt eine Parallelit&#228;t der Standards und erm&#246;glicht so Wettbewerb um Formatinnovationen.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/11/weinstube.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2300" title="weinstube" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/11/weinstube.jpg" alt="" width="191" height="254" /></a></p>
<p><em>Die Medienpolitik ist eine Rheinland-Pf&#228;lzerin</em></p>
<p>Viel wichtiger aber ist die Grundsatzfrage, die die deutsche Medienpolitik nun gerne verdr&#228;ngt: <strong>Rundfunkfrequenzen sind ein &#246;ffentliches Gut</strong>. Sie geh&#246;ren allen und sie sollten so verwendet werden, dass der gesellschaftliche Nutzen am gr&#246;&#223;ten ist. Das Internet bietet als universale, zugangsoffene Plattform die Infrastruktur f&#252;r eine plurale Mediengesellschaft &#8211; w&#228;hrend der klassische terrestrische Rundfunk mit seiner Frequenzknappheit immer nur ein Anbieteroligopol abzubilden vermag.</p>
<p>Das Internet steht folglich dem medienpolitischen Ziel einer vielf&#228;ltigen, innovationsfreudigen Mediengesellschaft viel n&#228;her als der klassische Rundfunk. Doch die Politik gluckt hier mit ihren alten Freunden aus den Rundfunkh&#228;usern zusammen &#8211; und beschenkt sie mit einer Verl&#228;ngerung ihrer Oligopole. Eine solche Medienpolitik ist fatal r&#252;ckw&#228;rtsgewandt und verkennt die grunds&#228;tzliche Bedeutung der Entscheidung. Die &#214;ffentlichkeit wird an diesen Richtungsentscheidungen zudem nur marginal beteiligt.</p>
<p>Statt dessen vermeidet Stadelmaier nicht, das Internet im Lichte der Kommerzialit&#228;t und Desorganisation zu sehen. Die Mobilfunkbetreiber h&#228;tten vor allem kommerzielle Interessen, w&#228;hrend Rundfunk ein &#8220;Kulturgut&#8221; sei. Das Netz sei als Medium nicht mit dem zu vergleichen, was die klassischen elektronischen Medien leisten.</p>
<p>Die Argumentation der Mobilfunkbetreiber, mit den Frequenzen aus der Digitalen Dividende vor allem den l&#228;ndlichen Raum versorgen zu wollen, bezeichnet Stadelmaier als &#8220;<strong>Trojanisches Pferd</strong>&#8220;. In Wahrheit gehe es um die Versorgung von Ballungsr&#228;umen. Hier kann man ihm nur zustimmen. Und genau deshalb ist die Digitale Dividende so wichtig.</p>
<p>Zum Rundfunkstaatsvertrag verk&#252;ndet Stadelmaier  eine Kleinigkeit, die aber erhebliche konkrete Bedeutung bekommen k&#246;nnte: Die Anforderungen, die &#246;ffentlich-rechtliche Online-Angebote erf&#252;llen m&#252;ssen, um als &#8220;sendungsbezogen&#8221; zu gelten, sind noch einmal versch&#228;rft worden. Als sendungsbezogen soll demnach nur gelten, was inhaltlich und zeitlich auf eine konkrete Sendung verweist und auch Quellen aus der entsprechenden Sendung verwendet. <strong>Damit wurde der Sendungsbezug als Umwegsargument f&#252;r den anstehenden Drei-Stufen-Test noch einmal etwas erschwert</strong>.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=2274&amp;md5=4e5f5d68cf26967270c1398ddfa7d5a9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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