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	<title>CARTA &#187; Link-Journalismus</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Die innere Logik der Link-&#214;konomie</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 10:47:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn nicht mehr die Inhalte, sondern die Links die Grundlage der Medien&#246;konomie bilden (wie Jeff Jarvis behauptet), dann werden die Verlage in Zukunft Geld f&#252;r Links verlangen. Und am Ende schickt jeder, der mit uns kommuniziert, eine Rechnung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/63cfdc57585c44f2bbed8fcbb48faedc" alt="" width="1" height="1" />T&#228;glich tauchen neue Vermutungen auf, was die Verlage mit ihrem Leistungsschutzrecht wohl bezwecken. Und die Verlagsvertreter bekennen zuckers&#252;&#223;, sie w&#252;ssten leider auch nicht, was ihnen die Politiker <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Verlage-rechnen-mit-Gesetzentwurf-fuer-Leistungsschutzrecht-noch-in-diesem-Jahr-861101.html">demn&#228;chst</a> in den Gesetzentwurf schreiben.</p>
<p>Dabei liegen die Stellungnahmen der Verlage l&#228;ngst im Justizministerium. Und sie werden – auf Anregung der zust&#228;ndigen Abteilung &#8211; von den Verlagsjuristen so formuliert, dass sie problemlos in Gesetzesparagrafen umzugie&#223;en sind. (Auch der Berufsverband der freien Journalisten, dem ich angeh&#246;re, wurde im M&#228;rz ersucht, m&#246;glichst pr&#228;zise Vorschl&#228;ge zur Novellierung des Urheberrechts aufzuschreiben). Die Verlage wissen also sehr wohl, was sie mit einem Leistungsschutzrecht erreichen wollen.</p>
<p>Sie wollen „die kurzen, mit hohem professionellem Aufwand erstellten Texte der Verlage vor der unverg&#252;teten Zweitauswertung durch andere sch&#252;tzen.”</p>
<p>Zu diesen hochprofessionell erstellten kurzen Texten z&#228;hlen Titelzeilen („Wir sind Papst!“), Unterzeilen, Vorsp&#228;nne und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Snippet">Snippets</a>. Zitate z&#228;hlen nat&#252;rlich nicht dazu. Denn <strong>Zitate sind</strong> <strong>Belegstellen in einer eigenen Werksch&#246;pfung</strong>. Das hei&#223;t, wenn ich einen Essay &#252;ber Spongebob und Patrick schreibe, muss ich zur Verdeutlichung meiner Thesen auch Aussagen von Spongebob und Patrick zitieren. Dieses Recht wird von <a href="http://carta.info/18429/mathias-schwarz-blogs-rippen-qualitaetspresse-leistungsschutzrecht/">keiner Seite</a> <a href="http://carta.info/18559/fair-share-verlage-leistungsschutzrecht-robert-schweizer/">ernsthaft</a> bestritten. <strong>Ziehe ich dagegen Teile des Originals einfach per Copy &amp; Paste auf meine Seite, handelt es sich eindeutig um Snippets.</strong> Snippets k&#246;nnen nicht nur manuell, sondern ebenso gut vollautomatisch von Aggregatoren aus fremden Texten kopiert werden.</p>
<p>Bei Google News und vielen anderen Text-Sammlern tauchen dann Titel, Unterzeilen, Vorsp&#228;nne und wild aus dem Zusammenhang gerissene Textfetzen (= Snippets) auf, die ein vorher in die Suchmaske eingegebenes Wort enthalten. <strong>Solche „Textausrisse“ sind durch das bestehende Zitatrecht <em>nicht</em></strong><strong> gedeckt. </strong>Hier haben die Verlage gute Chancen, ihr Anliegen durchzusetzen.</p>
<p>Etwas komplizierter wird die Sache bei den Links. Sollten die Verlage versuchen, bereits das Setzen von Links kostenpflichtig zu machen, st&#252;nden wir vor einem ernsten Problem:</p>
<p>Zwar kann kein Verlag <em>das blo&#223;e</em> <em>Angebot</em>, einen Link zu nutzen, schon als Nutzung ausgeben. Niemand zahlt Nutzungsentgelt daf&#252;r, dass er eine Zeitschrift am Kiosk sieht und deren hochprofessionelle Schlagzeile („Vollschlank in 14 Tagen!“) liest. Auch das Betrachten einer Stra&#223;e kostet noch keine Mautgeb&#252;hren. Die Nutzer des Internets sind also – zun&#228;chst &#8211; fein raus.</p>
<p>Wie sieht es aber f&#252;r die Anbieter aus? Wenn z.B. ein Blogger Links in eigene Texte einbettet, um damit auf andere Texte hinzuweisen, dann unterliegt das ja wohl nicht dem Leistungsschutzrecht. Links sind schlie&#223;lich keine „kurzen, mit hohem professionellem Aufwand erstellte Textausschnitte“, sondern W&#246;rter-Zahlen-Zeichen-Schnipsel (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Uniform_Resource_Locator">URLs</a>), die vollautomatisch generiert werden. Ist die Sorge von <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1632090/">Christiane Schulzki-Haddouti</a>, das bestehende Urheberrecht k&#246;nnte m&#246;glicherweise so umformuliert werden, „dass Links auf Verlagserzeugnisse nicht mehr ohne Einwilligung der Verleger gesetzt werden d&#252;rfen“, damit schon gegenstandslos?</p>
<p>Nicht unbedingt. Denn das Einbinden eines Links erfordert den vorausgehenden Besuch der fremden Seite, weil nur auf diese Weise die f&#252;r den Link ben&#246;tigte URL kopiert werden kann. <strong>Das hei&#223;t, eine Nutzung verlinkter Seiten durch den Anbieter liegt in jedem Fall vor.</strong> Au&#223;erdem k&#246;nnten die Verlage behaupten, dass diese Nutzung nur durch ihre verlegerische „Leistung“ m&#246;glich wird – dass also die Erstellung und Bereithaltung von Internet-Adressen zu jenen „Leistungen“ z&#228;hlt, die k&#252;nftig Investitionsschutz genie&#223;en sollen. Verlage m&#252;ssten die daf&#252;r erforderliche Technik ja ebenso vorhalten und bezahlen wie den redaktionellen Apparat. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass die Verlagslobbyisten mit einer Kombination aus beiden Argumenten die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht begr&#252;nden.</p>
<p>Allerdings w&#252;rden sie sich auch selbst ein Bein stellen. Denn mit der gleichen Argumentation k&#246;nnten dann auch Software-Hersteller oder Suchmaschinen-Betreiber Investitionsschutz f&#252;r Programme und Algorithmen verlangen und bei den Verlagen nutzungsabh&#228;ngige Geb&#252;hren erheben. <strong>Ergebnis w&#228;re eine w&#252;ste Verrechnungsschlacht zwischen den Verwertungsgesellschaften aller Beteiligten.</strong></p>
<p>Nicht nur das. Nach den Verlegern k&#246;nnten sich weitere Gruppen aufgerufen f&#252;hlen, ihre sch&#246;pferischen Leistungen sch&#252;tzen zu lassen. H&#228;uslebauer z.B. k&#246;nnten von <a href="http://maps.google.de/intl/de/help/maps/streetview/faq.html">Google Street View</a> Nutzungsgeb&#252;hren verlangen. Schlie&#223;lich m&#252;ssen sie eine Menge Geld und Grips investieren, w&#228;hrend Google durch Anzeigen neben den abfotografierten H&#228;usern (= Haus-Ripoff) das dicke Geld scheffelt. Autofahrer k&#246;nnten von Mautstation-Betreibern und Polizeidirektionen ebenfalls Nutzungsgeb&#252;hren verlangen, denn das Vorhalten und Betreiben eines Automobils, das andere lediglich blitzen oder abfotografieren, um damit Geld zu verdienen (= Auto-Snippet), kostet enorme Investitionen! Berufsfotografen m&#252;ssten f&#252;r jedes geschossene Bild Nutzungsgeb&#252;hren an jene zahlen, die f&#252;r das Vorhalten und Betreiben der abgelichteten Motive (Denkm&#228;ler, Fu&#223;ballspiele) Millionen ausgeben. Das glauben Sie nicht? Das gibt es bereits. In den <a href="http://www.spsg.de/index.php?id=55#richtlinienI">Richtlinien</a> der „Preu&#223;ischen Schl&#246;sser und G&#228;rten Berlin-Brandenburg“, Abschnitt 4.1.1., ist das so festgelegt.</p>
<p>Befinden wir uns also auf dem direkten Weg in eine allgemeine Leistungsschutzrechts-Gesellschaft? <strong>Wollen wir k&#252;nftig jedem, der mit uns kommuniziert, eine Rechnung schicken?</strong></p>
<p><a href="http://www.homofaber.com/2009/04/26/das-google-elixier-jeff-jarvis-uber-die-linkokonomie/">Link-Wirtschaft</a> sollte ja eigentlich nur hei&#223;en, dass Verlage lernen m&#252;ssen, im Internet in ganz anderen Kategorien zu denken. Aber vielleicht meinte <a href="http://carta.info/17734/jarvis-keynote-medientage/">Jeff Jarvis</a> in Wahrheit, dass in der k&#252;nftigen Link-&#214;konomie alle <em>gelinkt</em> werden d&#252;rfen.
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<a href="http://carta.info/18610/die-innere-logik-der-link-oekonomie/">Die innere Logik der Link-&#214;konomie</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/18610/die-innere-logik-der-link-oekonomie/#comments">23 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=18610&amp;md5=5ca4ad5b1ded32b8e392076ddfa997e6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Netz besteht aus Verbindungen, nicht aus abgeschotteten Inseln</title>
		<link>http://carta.info/10534/das-netz-besteht-aus-verbindungen-nicht-aus-abgeschotteten-inseln/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 19:52:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Verlage sollten begreifen, dass ein Internet ohne Verlinkungen kein Netz ist, sondern eine Anh&#228;ufung von abgeschotteten Inhalten, die keiner findet und keiner beachtet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/d925a73f70a64c9983d40157510eb377" alt="" width="1" height="1" />Wenn Tim Berners-Lee das World Wide Web mit typischem Verlagsdenken ersonnen h&#228;tte, dann g&#228;be es heute kein weltumspannendes Netz, das Webseiten und ihre Inhalte miteinander verkn&#252;pft und Weltwissen auf unendlich vielen Pfaden verf&#252;gbar macht. Es g&#228;be blo&#223; Anh&#228;ufungen von gro&#223;en und kleinen und mehr oder weniger autarken Inseln mit Inhalten. Aber keine M&#246;glichkeit, von einer Insel auf die andere zu gelangen und dabei Neues zu entdecken.</p>
<p>Den Kerngedanken des Web &#8211; die Verbindung fremder Webseiten per Link &#8211; haben die meisten deutschen Verlage bis heute nicht begriffen. Ihre Webportale sind voll von Beitr&#228;gen, die au&#223;er Hinweisen auf andere eigene Beitr&#228;ge keinen einzigen hinausf&#252;hrenden Link zu Originalquellen, anderen Perspektiven oder vertiefenden Informationen enthalten. Dahinter steckt die unausgesprochene Pr&#228;misse, die Verlage seit ihren ersten Schritten im Internet als gegeben voraussetzen: Man schickt niemals seine Leser auf andere Websites. Sie k&#246;nnten dort etwas Interessanteres finden, und dar&#252;ber k&#246;nnten sie doch glatt vergessen zur&#252;ck zu kommen.</p>
<p>Weil Verlage ihre Portale nicht als attraktive Knotenpunkte im Web, sondern als autarke Inseln begreifen, tun sie alles (und zwar fast alle das Gleiche), um die Nutzer zum Bleiben zu bewegen und viel zu wenig, um Nutzer dazu zu bewegen, freiwillig wieder zu kommen. Auf diese Weise vergeben sie zahlreiche Chancen:</p>
<ul>
<li>Agenturberichte, Kinokritiken oder Kochrezepte geh&#246;ren nach Verlagsauffassung zu einem vollwertigen Portal dazu. Schlie&#223;lich sind solche Bausteine, auch wenn sie jeder hat, ja auch Bestandteile der gedruckten Zeitung. Doch das ist Printdenken im Web. Anders als am Fr&#252;hst&#252;ckstisch, wo die meisten Menschen nur ein einziges Blatt lesen, sind im Netz die identischen Allerweltsinformationen immer nur einen Mausklick entfernt. So f&#252;hrt das Portaldenken dazu, dass einzigartige Inhalte gegen&#252;ber Versatzst&#252;cken, die jeder hat, nicht gen&#252;gend im Vordergrund stehen. Das kleinteilige Design der meisten Zeitungswebsites verst&#228;rkt die falsche Priorit&#228;tensetzung noch obendrein.</li>
</ul>
<ul>
<li>Verlage reichern ihre Websites nicht mit dem Mehrwert an, den sie durch Verlinkung gewinnen k&#246;nnten. Das zu beherzigen, fordert <a href="http://www.buzzmachine.com/2008/06/02/the-ethic-of-the-link-layer-on-news/ ">Jeff Jarvis</a>: ”Tue, was Du am besten kannst und verlinke zum Rest.&#8221; In der Link&#246;konomie muss nicht jeder das Rad neu erfinden und nochmals niederschreiben, was viele andere vielleicht schon treffender gesagt haben. Viel sinnvoller ist, zu den besten dieser Quellen zu verlinken.</li>
</ul>
<ul>
<li>Verlagsportale, die nicht verlinken, denken nicht vom Nutzerinteresse her und bieten ihren Lesern dehalb nicht den gr&#246;&#223;tm&#246;glichen Service. Sie verkennen, dass es f&#252;r die Leser einen gro&#223;en Wert hat, von einer Website regelm&#228;&#223;ig auf gute externe Websites verwiesen zu werden. Weitere Argumente dazu gibt es bei <a href="http://beatblogging.org/2009/06/11/why-we-link-a-brief-rundown-of-the-reasons-your-news-organization-needs-to-tie-the-web-together/">Beatblogging.org</a>.</li>
</ul>
<ul>
<li>Verlagsportale handeln aber auch nicht in ihrem eigenen Interesse, wenn sie nicht verlinken. Zum Zum Beispiel im Lokaljournalismus. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass aus Lesern von Spielberichten im Kreisligafu&#223;ball Community-Mitglieder eines von der Zeitung geleiteten lokalen Sportportals werden k&#246;nnen, wenn Verlage sich angew&#246;hnen w&#252;rden, auf die Websites der Vereine zu verlinken und sie aktiv mit einzubeziehen. Das l&#228;sst sich f&#252;r die gesamte deutsche Vereinslandschaft durchdeklinieren.</li>
</ul>
<p>Der New Yorker Medienprofessor Jay Rosen spricht in diesem sehenswerten Vier-Minuten-Video von der &#8220;Ethik des Verlinkens&#8221;. Die meisten Zeitungsportale missachten diese Ethik. Sie profitieren von der Aufmerksamkeit, die andere ihnen durch Links bescheren, geben aber nichts von der Aufmerksamkeit zur&#252;ck, die sie bekommen.</p>
<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/RIMB9Kx18hw&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/RIMB9Kx18hw&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>Auf die Idee, schon das blo&#223;e Verlinken und Zitieren (nicht zu verwechseln mit dem widerrechtlichem Kopieren) mit einer Strafgeb&#252;hr, genannt &#8220;Leistungsschutzabgabe&#8221;, zu  belegen, kommt nur jemand, der die Ethik des Verlinkens weder versteht noch beherzigt. &#220;ber die praktischen und rechtlichen Probleme der ”Verleger-GEMA&#8221; haben auch <a href="http://carta.info/10421/verleger-gema-fuer-onlinetexte-wer-zahlt-wofuer-und-wer-ist-verleger/">Robin  Meyer-Lucht</a> und <a href="http://carta.info/10424/internet-paid-content/ ">Matthias Schwenk</a> hier bei Carta schon geschrieben. Die Verlage verwandeln ihre Portale mit einer solchen Abgabe endg&#252;ltig in abgeschottete Inseln, denn wer will schon daf&#252;r bezahlen, verlinken zu d&#252;rfen? Der Gedanke ist ebenso absurd wie von Fans eine Abgabe daf&#252;r zu verlangen, dass sie kostenlose Mundpropaganda f&#252;r ein Produkt oder f&#252;r eine Musikband machen.</p>
<p>Die Kosten f&#252;r ein optimiertes Suchmaschinenranking (SEO) k&#246;nnen Verlage bei einer GEMA-Geb&#252;hr f&#252;r das Verlinken konsequenterweise dann auch gleich einsparen, bzw. in Etats f&#252;r gekaufte Suchwortplatzierung umwandeln, denn Suchmaschinen stufen Websites, auf die nur wenige Links f&#252;hren, als vergleichsweise unbedeutend ein. Inhalte hinter der Schranke einer Leistungsschutzabgabe f&#252;r das Verlinken werden so letztlich der &#246;ffentlichen Diskussion ebenso entzogen wie Inhalte hinter einer Bezahlschranke f&#252;r das blo&#223;e Anschauen (Paid Content). Und das ist so ziemlich das Gegenteil eines freien Internet, das Menschen und Informationen verbindet, welches Berners-Lee im Sinn hatte, als er das World Wide Web erfand.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=10534&amp;md5=6e7352b729b92235c2c10eb4a8430835" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Linkrevolution</title>
		<link>http://carta.info/1410/die-linkrevolution/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 Nov 2008 16:37:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Jeff Jarvis]]></category>
		<category><![CDATA[Link-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie k&#246;nnen Links die Medien revolutionieren? US-Medienblogger denken dar&#252;ber bereits seit Monaten nach. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dabei geht es ihnen nicht darum, kommentierte Linklisten als eine Art Presse- oder Medienschau zu erstellen, sondern der Nachricht oder der Geschichte selbst mehr Gewicht zu verleihen, in dem sie &#252;ber die <a href="http://blog.kooptech.de/2008/07/erst-publizieren-dann-filtern/">Links </a>in einen diskursiven Kontext eingebettet wird. Der Journalist zeigt damit</p>
<p>&#8211;<a href="http://www.ojr.org/ojr/stories/080215niles/"> Recherchekompetenz, n&#228;mlich inwieweit er dar&#252;ber informiert ist, was andere schreiben</a>, und die Entwicklung einer Geschichte darstellen kann sowie<br />
&#8211; Analysekompetenz, in dem er <a href="http://www.burks.de/burksblog/2008/07/08/project-xanadu-reloaded-2/">Zusammenh&#228;nge, die in den einzelnen Geschichten so nicht klar genug erkennbar waren, aufzeigt</a> und damit zeigt, welche Relevanz die Geschichte in anderen Medien hat.<br />
&#8211; Medienkompetenz, denn er bietet seinen Online-Lesern schlicht und einfach einen n&#252;tzlichen Dienst.</p>
<p>Mit Jeff Jarvis etwas einfacher formuliert, sollte es in Redaktionen darum gehen: <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview ('/outbound/www.google.com');" href="http://www.google.com/search?q=%22Do+what+you+do+best%2C+and+link+to+the+rest%22&amp;sourceid=navclient-ff&amp;ie=UTF-8&amp;rlz=1B3GGGL_enUS228US230">“Do what you do best, and link to the rest”</a>. Das bedeutet, dass sich ein Newsroom in seinem Selbstverst&#228;ndnis fundamental wandelt: Er hat nicht mehr das Monopol &#252;ber eine ganze Anzahl von Nachrichtenressourcen, sondern ist Teil eines Netzwerks, in dem es darum geht, sich auf das zu konzentrieren, was an einer Geschichte zu einem bestimmten Zeitpunkt f&#252;r die eigenen Leser am Relevantesten ist, um dann auf weitere Original-Geschichten von anderen Redaktionen, Blogs oder Lesern (!) zu verweisen.</p>
<p><strong>Links auf Leser</strong></p>
<p>Die &#196;u&#223;erungen der Leser in Diskussionsr&#228;umen und Kommentarleisten k&#246;nnten nicht nur Anlass f&#252;r Arbeit und &#196;rger, sondern auch Ausgangspunkt f&#252;r weitere Recherchen oder Beitr&#228;ge sein. Die Kommentare k&#246;nnten auch direkt in die entsprechenden Beitr&#228;ge eingebunden werden. W&#252;rden die Leser aber nicht entsprechend gew&#252;rdigt, w&#252;rden sie sich ausgenutzt f&#252;hlen. Ihnen k&#228;me eine solche Verwertung unter Umst&#228;nden sogar parasit&#228;r vor.</p>
<p>Die schreibenden Leser k&#246;nnen beispielsweise in einem Beitrag genannt und m&#246;glichst verlinkt werden. Ein solcher leserbezogener „Backlink“ w&#228;re im Sinne der Aufmerksamkeits&#246;konomie die richtige W&#228;hrung und sollte nicht nur in einem Beikasten, sondern in den Haupttext integriert werden. Konsequent angewandt und weiterentwickelt k&#246;nnte hier ein neues journalistisches Format entstehen.</p>
<p><strong>Links auf Kollegen und Konkurrenten</strong><br />
Auch Journalisten nutzen Social-Bookmark-Dienste f&#252;r ihre Internetrecherchen. Das ist jedoch in der Regel keine Vorgabe der Redaktionsleitung, sondern erfolgt auf private Initiative. Daher wissen oftmals sogar die n&#228;chsten Kollegen nichts davon. Auf diese Weise entsteht zu bestimmten Themenbereichen ein redaktioneller Wissensschatz, der das redaktionelle Angebot direkt bereichern k&#246;nnte: <a href="http://publishing2.com/2008/02/20/reinventing-journalism-on-the-web-links-as-news-links-as-reporting/">US-Medienblogger Scott Karp hat deshalb speziell f&#252;r Redaktionen einen Social-Bookmarking-Dienst entwickelt</a>.</p>
<p>Verwendet wird der Dienst von mehreren Redakteuren und Autoren, die gemeinsam an einem Thema bzw. Dossier arbeiten. Ein Mausklick gen&#252;gt, um etwa zu einem lokalen Ereignis gezielt relevante Quellen aus dem Netz abzuspeichern. Im Sinne eines Pressespiegels k&#246;nnen sie aber auch Links zu einschl&#228;gigen Artikeln ablegen, die in anderen Tageszeitungen zu dem Thema innerhalb eines bestimmten Zeitraums erschienen sind. Einbinden lassen sich die so gesammelten Links &#252;ber RSS direkt in das redaktionelle Angebot.</p>
<p>Diese Praxis muss jedoch gleich zwei Vorbehalte &#252;berwinden: Zum einen betrachten Journalisten Internet-Recherchequellen oftmals als private Ressource, obwohl sie &#246;ffentlich zug&#228;nglich sind. Sie haben Angst, dass andere Journalisten herausfinden k&#246;nnten, an welchen Themen sie gerade arbeiten. Zum anderen ist es g&#228;ngige Praxis, die Inhalte von Konkurrenzangeboten nicht zu referieren. Warum den Leser zum Mitbewerber schicken, wenn doch auch ein Link auf einen Beitrag auf der eigenen Website gen&#252;gen k&#246;nnte?</p>
<p><strong>Relevanz gewinnen</strong></p>
<p>Noch schlimmer aber: Warum den Leser zur Konkurrenz schicken, wenn die auch nur dasselbe Material bearbeitet hat? Denn w<a href="http://blog.kooptech.de/2008/07/erst-publizieren-dann-filtern/">ie Robin Meyer-Lucht</a> beobachtet hat, bieten ja vor allem &#252;berregionale News-Portale “<span class="fliesstext">alle mehr oder weniger dasselbe an”. Gleichwohl w&#252;rde genau diese kritische Verlinkung die Verbreitung von Inhalten im Netz wesentlich beeinflussen. Die Inhalte, die am meisten verlinkt werden, werden als die Relevantesten, Wichtigsten gelten. Und genau das w&#228;re das Ergebnis eines <a href="http://blog.kooptech.de/2008/06/oeffentliche-diskussion-ueber-online-journalismus-findet-doch-statt/">Netzwerk-Journalismus</a>, der jetzt sich aus den Nischen des progressiven Online-Journalismus entwickeln m&#252;sste. </span></p>
<p><span class="fliesstext">Dann w&#228;re auch wieder ein akuter Bedarf nach Geschichten, </span>die “sonst keiner anbietet”, <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/marktundmedien/811537/">wie Tony Ortega von der “Village Voice” sagt</a>: “Was niemand hat, ist das origin&#228;re Berichten. Der Schwerpunkt liegt wieder auf den aktuellen Artikeln, auf den Geschichten, die sonst keiner hat.” Und dann geht es auch nicht mehr nur darum, sich der <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/812706/">“Schnelligkeit des Internets, mit den M&#246;glichkeiten des Internets sich anzupassen”</a>. Was im Moment in deutschen Verlagen so verstanden wird, dass die <a href="http://www.onlinejournalismus.de/2008/06/12/journalistische-wettbewerbsverzerrung-durch-seo/">News-Websites mit SEO-Methoden optimiert</a> werden m&#252;ssen. Es ist einfach so, <a href="http://www.buzzmachine.com/2008/07/07/the-end-of-seo/">wie Jeff Jarvis sagt</a>:</p>
<blockquote><p>“It also means that the more relationships you have with people — the more they talk about you and link to you and click on you — the better off you will be.”</p></blockquote>
<p>Ganz einfach. Linken.</p>
<p>Dieser Text ist eine <a href="http://blog.kooptech.de/2008/07/die-linkrevolution/" target="_blank">&#220;bernahme</a> aus Christiane Schulzki-Haddoutis Blog KoopTech. Mit der &#220;bernahme dieses Klassikers begr&#252;ssen wir sie als gelegentliche Autorin auf CARTA.
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