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	<title>CARTA &#187; Kulturflatrate</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Die Linke l&#228;dt ein zur Konferenz „Kreatives Schaffen in der digitalen Welt“</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 12:45:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Die Linke]]></category>
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		<category><![CDATA[Kulturflatrate]]></category>
		<category><![CDATA[Vergütungsmodelle]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 7. Mai veranstalten die Bundestagsfraktion der Linken sowie die Europ&#228;ischen Linken in Kooperation mit dem Chaos Computer Club, der Digitalen Gesellschaft und der AG Dokumentarfilm eine Fachkonferenz zu pauschalen Verg&#252;tungsmodellen f&#252;r kreatives Schaffen im Internet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vier Pauschal-Modelle sollen in Berlin vorgestellt, diskutiert und kritisch bewertet werden:</p>
<ol>
<li>Die <em>Tauschlizenz</em> des Mediensoziologen Volker Grassmuck</li>
<li>Die <em>Kulturwertmark</em> des Chaos Computer Clubs</li>
<li>Die <em>Haushaltsabgabe</em> der AG Dokumentarfilm</li>
<li>Die <em>Europ&#228;ische Content-Flatrate</em>, die der Ausschuss f&#252;r Kultur und Bildung des EU-Parlaments durch ein Gutachten erarbeiten lie&#223;</li>
</ol>
<p>Alle vier Verg&#252;tungsmodelle setzen auf Teilhabe und nicht auf Ausschluss, auf faire Verg&#252;tung, nicht auf Kontrolle und Strafma&#223;nahmen. Aber wie realistisch sind diese Flatrates, was ist unausgegoren an ihnen, welche Risiken bergen sie? Das sollen Nutzer- und Urheber-Vertreter in einer kritischen Begutachtung ermitteln.</p>
<p>Wer die vier Pauschal-Verg&#252;tungsmodelle schon mal pr&#252;fen m&#246;chte, kann sich die entsprechenden <a href="http://www.linksfraktion.de/termine/save-the-date-kreatives-schaffen-digitalen-welt/">pdf-Dokumente</a> von der Seite der <em>Linken</em> herunterladen.</p>
<p>Veranstaltungsort: Pfefferberg, Haus 13, Sch&#246;nhauser Allee 176, 10119 Berlin; Zeit: 7. Mai 2012, 10:30 Uhr – 18:00 Uhr.</p>
<p>&nbsp;
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<p><small>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43169&amp;md5=174c9311e97d26e5bd1f10b2f59476f8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>J&#252;rgen Trittin, die SZ und die Kulturflatrate</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Apr 2012 16:12:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
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		<category><![CDATA[Kulturflatrate]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Privatkopie]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[An der Kulturflatrate reiben sich vor allem jene, die nicht so genau wissen, was das ist. Manche k&#228;mpfen auch einen Kulturkampf gegen Windm&#252;hlenfl&#252;gel – wie j&#252;ngst das Feuilleton der SZ. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>J&#252;rgen Trittin, der Fraktionsvorsitzende der Gr&#252;nen, ist unl&#228;ngst mit seiner Forderung nach einer Kulturflatrate f&#252;rs Internet ins Kampfget&#252;mmel um Piraten, Urheberrechte und Kostenlos-Kultur geraten. In einem <a href="http://www.wiwo.de/politik/deutschland/juergen-trittin-kulturflatrate-fuers-internet/6455848-4.html">Interview</a> mit der <em>Wirtschaftswoche</em> sagte er:</p>
<blockquote><p>„Es ist ein Skandal, dass Konzerne &#252;ber Abmahnanw&#228;lte Sch&#252;ler kaputtklagen, weil sie eine Musikdatei runtergeladen haben. Das ist ein schamloses Missverh&#228;ltnis. Das hat mit dem Schutz von Urheberrechten nichts zu tun, das ist Gesch&#228;ftemacherei. Einen Unterschied gibt es allerdings: Wir sagen, dass der Kreative – nicht der Rechteinhaber – ein Recht auf anst&#228;ndige Entlohnung hat. Man muss es zu einem vern&#252;nftigen Ausgleich bringen: die Rechte von Kreativen, die Musik, Texte und dergleichen produzieren und davon leben, und den Nutzern, die m&#246;glicherweise nicht viel Geld haben.“</p></blockquote>
<p><strong> </strong></p>
<p>Die <em>Wirtschaftswoche </em>fragte noch einmal nach: Sie pl&#228;dieren also f&#252;r eine Kultur-Flatrate? „Was verstehen Sie konkret darunter?“ Trittins (leider falsche) Antwort:</p>
<blockquote><p>„Das kennt man von ARD und ZDF. Jeder zahlt einmal eine Geb&#252;hr und darf so viel runterladen, wie er will. Das wird schon im Kleinen bei Internet-Plattformen praktiziert. Da brauchen wir dringend gesetzliche Regelungen. Ich m&#246;chte, dass Menschen, die gute Songs schreiben oder dichten und B&#252;cher schreiben, von ihrer Arbeit leben k&#246;nnen. Die Flatrate w&#228;re ein Weg zum gerechten Lohn.“</p></blockquote>
<p>Trittins irref&#252;hrende Aussage (denn die Kulturflatrate ersetzt keineswegs den Lohn!) erboste den Kulturchef der <em>S&#252;ddeutschen Zeitung</em>, Andrian Kreye, so sehr, dass er Trittin in einem <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/diskussion-um-kulturflatrate-wie-opportunismus-die-urheberrechtsdebatte-behindert-1.1324659">Leitartikel</a> durchsichtige Man&#246;ver und populistische Kulturkampfrhetorik unterstellte:</p>
<blockquote><p>„Wenn sich Gr&#252;nen-Fraktionschef J&#252;rgen Trittin pl&#246;tzlich f&#252;r eine Kulturflatrate ausspricht, mag er damit gegen die Piraten punkten wollen &#8211; die Debatte um das Urheberrecht bringt sein Opportunismus nicht voran.“</p></blockquote>
<p>Gleich drei Aussagen sind in diesem erregten kleinen Satz falsch: 1. Die Gr&#252;nen sprechen sich keineswegs „pl&#246;tzlich“ f&#252;r die Kulturflatrate aus, sie tun dies bereits seit vielen Jahren (allerdings anders als Trittin glaubt), 2. Die Gr&#252;nen haben es – zumindest in diesem Punkt – nicht n&#246;tig, gegen die Piraten zu „punkten“, weil sie bereits Anfang 2009, noch vor dem ersten gro&#223;en Piratenerfolg, f&#252;r die Kulturflatrate waren, w&#228;hrend sich die Piraten eindeutig <em><a href="http://carta.info/12283/piraten-wollen-die-freiheit-die-piratenpartei-ist-gegen-die-kulturflatrate/">gegen</a></em> eine Kulturflatrate aussprechen. Und 3. ist der Vorwurf des Opportunismus aufgrund der beiden vorgenannten Punkte absurd.</p>
<p>Auch sonst zeigte der Leitartikel der <em>SZ</em>, dass sich der Verfasser nicht die M&#252;he gemacht hatte, die Grundlagen der Gr&#252;nen-Forderung zur Kenntnis zu nehmen. Er polemisierte lieber &#8211; wie andere vor ihm &#8211; gegen die angeblich drohende b&#252;rokratische &#220;berregulierung, die in Gestalt von Verwertungsgesellschaften g&#228;ngige Praxis und gar nicht so bedrohlich ist.</p>
<p>Andrian Kreye glaubt &#8211; wie viele andere vor ihm &#8211; dass aus den Kulturflatrate-Einnahmen die Honorare der Kreativen bezahlt werden sollen. Doch genau darum geht es der Kulturflatrate gerade <em>nicht</em>. Es geht ihr allein um die (bislang ausgebliebene) Abgeltung f&#252;r die massenhafte <em>nicht-kommerzielle Nutzung </em>urheberrechtlich gesch&#252;tzter Werke. Es geht also lediglich darum, die im Urheberrecht bereits verankerte Verg&#252;tung f&#252;r Privatkopien in die Praxis umzusetzen. Das geschieht n&#228;mlich nicht.</p>
<p>Und damit sind wir bei den Gr&#252;nen, denen Kreye zu Unrecht Opportunismus vorwirft. In punkto Kulturflatrate sind die Gr&#252;nen ausgesprochene Pioniere. Das h&#228;tte man im hauseigenen Archiv auch nachlesen k&#246;nnen. Man h&#228;tte dort Folgendes gefunden:</p>
<p>Im M&#228;rz 2009 legte das <em>Institut f&#252;r Europ&#228;isches Medienrecht</em> in Zusammenarbeit mit der <em>Projektgruppe verfassungsvertr&#228;gliche Technikgestaltung </em>an der Universit&#228;t Kassel ein <a href="http://www.jurablogs.com/de/eine-kulturflatrate-rechtlich-machbar">Kurzgutachten</a> zur Kulturflatrate vor. Das Gutachten hatten die Bundestagsfraktion von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen und die Fraktion der Gr&#252;nen bzw. der Freien Europ&#228;ischen Allianz im Europ&#228;ischen Parlament gemeinsam in Auftrag gegeben. Als Verfasser des Gutachtens zeichneten Prof.Dr. Alexander Ro&#223;nagel, Dr. Silke Jandt, Dr. Christoph Schnabel und Anne Yliniva-Hoffmann.<em> </em>Gepr&#252;ft wurde von der Wissenschaftlergruppe „die Zul&#228;ssigkeit einer Kulturflatrate nach nationalem und europ&#228;ischem Recht“. Dieses Rechts-Gutachten war eine wesentliche <a href="http://www.gruene-bundestag.de/cms/netzpolitik/dok/278/278135.eine_kulturflatrate_ist_machbar.html">Grundlage</a> f&#252;r die Forderung der Gr&#252;nen nach Einf&#252;hrung einer Kulturflatrate zur pauschalen Abgeltung nicht-kommerzieller Nutzung. Die Kernaussagen des Papiers will ich hier noch einmal vorstellen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die vermaledeite Kulturflatrate</strong></p>
<blockquote><p>„Unter einer Kulturflatrate ist die Legalisierung der <em>nichtkommerziellen</em> Weitergabe und Vervielf&#228;ltigung von digitalen, urheberrechtlich gesch&#252;tzten Werken &#252;ber das Internet zu verstehen, f&#252;r welche zum Ausgleich eine pauschale Geb&#252;hr zur Entsch&#228;digung der Rechteinhaber zu erheben und an diese abzuf&#252;hren ist.“</p></blockquote>
<p>Es geht also &#8211; man kann es nicht oft genug wiederholen &#8211; um <em>nicht-kommerzielle Zweitverwertungen, und </em>nicht um kommerzielle Verwertungen.</p>
<blockquote><p>„Wurden die urheberrechtlich gesch&#252;tzten Werke auf k&#246;rperlichen Datentr&#228;gern ver&#246;ffentlicht (etwa auf CD oder DVD), so handelt es sich bei ihrer Verbreitung im Internet um so genannte <em>Zweitverwertungen</em>.“</p></blockquote>
<p>Eine gesetzliche Kulturflatrate w&#252;rde nach Auffassung der genannten Gutachter festlegen, unter welchen Voraussetzungen der Tausch eines Werks &#252;ber das Internet <em>ohne</em> Zustimmung des Urhebers zul&#228;ssig ist. Da mit einer solchen Regelung ein gravierender Eingriff in die Verwertungsrechte der Urheber verbunden ist, w&#228;re die Kulturflatrate nach Meinung der Experten nur legitimierbar, wenn sie als <em>Inhalts- und Schrankenbestimmung</em> nach Art. 14 Abs. 1 Satz 2 Grundgesetz akzeptabel w&#228;re.</p>
<p>Bei der Kulturflatrate handelt es sich deshalb um eine Generallizenz f&#252;r Privatkopien. Man k&#246;nnte sie durchaus mit der bereits existierenden Leermedienabgabe nach §54 Urhebergesetz vergleichen. Allerdings w&#252;rde die Kulturflatrate nicht (was nahe l&#228;ge) von den Tauschb&#246;rsenbetreibern bezahlt, sondern von den Access-Providern bzw. den Internet-Nutzern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das vermaledeite Problem</strong></p>
<p>Mit der Verbreitung des Internets ist die Zahl der (nach jetzigem Recht) illegal vervielf&#228;ltigten und weitergegebenen Werke stark gestiegen. Den Rechteinhabern ist es bislang nicht m&#246;glich gewesen, diese Praxis zu unterbinden <em>oder</em> eine angemessene Verg&#252;tung daf&#252;r zu erlangen. Die zur Durchsetzung des einen wie des anderen notwendige fl&#228;chendeckende &#220;berwachung w&#228;re mit einem unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igen Eingriff in die Grundrechte der informationellen Selbstbestimmung und des Fernmeldegeheimnisses verbunden.</p>
<p>Da der Gesetzgeber also einerseits auf den faktischen Wandel des Nutzerverhaltens R&#252;cksicht nehmen muss, andererseits aber auch die gesetzlich garantierte (!) Verg&#252;tung der Urheber sicherzustellen hat,</p>
<blockquote><p>„w&#228;re eine Kulturflatrate die einzige geeignete Ma&#223;nahme und zugleich das mildeste Mittel“.</p></blockquote>
<p>Mit einer Kulturflatrate best&#252;nde kein Grund mehr f&#252;r strafrechtliche Ermittlungen und zivilrechtliche Abmahn-Verfahren gegen Tauschb&#246;rsenbenutzer.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die vermaledeite Privatkopie</strong></p>
<p>Um nichts anderes geht es. § 53 Absatz 1 Urhebergesetz erlaubt die Herstellung von Vervielf&#228;ltigungsst&#252;cken eines Werks <em>zum privaten Gebrauch</em>. Dazu hei&#223;t es im Gutachten:</p>
<blockquote><p>„Diese Vorschrift tr&#228;gt dem Interesse der Allgemeinheit Rechnung, nicht &#252;ber Geb&#252;hr mit dem Erfordernis der Einholung der Zustimmung der Rechteinhaber belastet zu werden, da dies im privaten Bereich unangemessen und unpraktikabel w&#228;re. Die Vervielf&#228;ltigung ist aber ausschlie&#223;lich zum privaten Gebrauch gestattet. Die Vervielf&#228;ltigungsst&#252;cke d&#252;rfen daher nur zur Befriedigung rein pers&#246;nlicher Bed&#252;rfnisse durch die eigene Person oder die mit ihm durch ein pers&#246;nliches Band verbundenen Personen erzeugt werden.“</p></blockquote>
<p>Diese generelle Erlaubnis wurde mit dem Inkrafttreten des 2. Korbs der Urheberrechtsnovelle am 1.1.2008 stark eingeschr&#228;nkt. Der Grund: Die Tauschb&#246;rsen im Internet haben rein quantitativ nichts mehr gemein mit dem privaten Ausleihen einer LP oder dem privaten Mitschnitt eines Rundfunkbeitrags. Seit Januar 2008 d&#252;rfen deshalb&#8230;</p>
<blockquote><p>„&#8230;zum privaten Gebrauch hergestellte Vervielf&#228;ltigungsst&#252;cke weder verbreitet noch zur &#246;ffentlichen Zug&#228;nglichmachung genutzt werden&#8230; Die Vervielf&#228;ltigung ist auch dann nicht zul&#228;ssig, wenn sie auf einer offensichtlich rechtwidrig zug&#228;nglich gemachten Vorlage basiert.“</p></blockquote>
<p>Das bedeutet: Wenn f&#252;r einen Tauschb&#246;rsenbenutzer klar erkennbar ist, dass es sich um rechtswidrige Angebote handelt, gilt das urspr&#252;ngliche Recht auf „Privatkopie“ nicht mehr.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Die vermaledeite Verg&#252;tungspflicht</strong></p>
<p>Durch die Einf&#252;hrung der Kulturflatrate w&#252;rden die Urheber erstmals (!) eine ausreichende finanzielle Kompensation f&#252;r diese Privatkopien erhalten. Diese Kompensation steht ihnen zwar laut Gesetz schon jetzt zu, lie&#223; sich aber in der Praxis nie durchsetzen.</p>
<p>Kritiker der Kulturflatrate lehnen es allerdings ab, die Zahlung einer Lizenzgeb&#252;hr (&#8220;Zwangslizenz&#8221;) bereits <em>von der M&#246;glichkeit</em> eines Downloads abh&#228;ngig zu machen. Auf diese Weise m&#252;ssten auch Personen zahlen, die vom Downloaden gar keinen Gebrauch machen. Das gleiche Problem, so die Gutachter, bestehe allerdings auch bei den seit Jahren erhobenen Ger&#228;teabgaben nach §54 Urhebergesetz:</p>
<blockquote><p>„Auch hier muss derjenige zahlen, der mit seinem erworbenen Drucker oder Scanner gar keine Privatkopien anfertigt. Gr&#252;nde, warum dies bei Abgaben f&#252;r Vervielf&#228;ltigungsger&#228;te und Leermedien zul&#228;ssig sein soll, aber bei der Kulturflatrate einen Grundrechtsversto&#223; darstellt, sind nicht ersichtlich. &#196;hnliches gilt f&#252;r die Rundfunkgeb&#252;hrenpflicht&#8230;</p>
<p>Folglich ist die Zahlungsverpflichtung, die f&#252;r die Einf&#252;hrung einer Kulturflatrate unabdingbar ist, auch dann verfassungsgem&#228;&#223;, wenn sie Internet-Nutzer mit einbezieht, die von den M&#246;glichkeiten des Downloads von Kulturg&#252;tern keinen Gebrauch machen.“</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das vermaledeite Gesch&#228;ftsmodell</strong></p>
<p>Die Legalisierung nichtkommerzieller Tauschb&#246;rsen w&#252;rde sich – nach Ansicht der Gutachter – zweifellos auf die Ums&#228;tze der kommerziellen Anbieter auswirken. Nutzungslizenzanbieter wie iTunes oder Maxdome m&#252;ssten deshalb gegen&#252;ber kostenlosen Angeboten aus P2P-Tauschb&#246;rsen einen signifikanten Mehrwert anbieten. Dieser Mehrwert k&#246;nnte sich etwa in besserer Qualit&#228;t, h&#246;herer Download-Geschwindigkeit, st&#228;ndiger Verf&#252;gbarkeit oder besserer Daten-Sicherheit zeigen. Ob der angepriesene Mehrwert die Kostenlos-Kultur der Tauschb&#246;rsen einzud&#228;mmen vermag, l&#228;sst das Gutachten wohlweislich offen.</p>
<p>Grunds&#228;tzlich sind kommerzielle Verwertungsformen neben der Kulturflatrate denkbar. Bezahlte Abonnements, bezahlte Apps, Bezahlschranken aller Art etc. w&#252;rden von einer Kulturflatrate zur Abgeltung nicht-kommerzieller Privatkopien nicht tangiert. Gesch&#228;ftsmodelle und Kulturflatrate w&#228;ren also miteinander vereinbar.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das vermaledeite Verteilungsproblem</strong></p>
<p>Heftige Kritik l&#246;st auch stets die Verteilung der &#252;ber eine Kulturflatrate eingenommenen Gelder aus. Denn die Aussch&#252;ttung an die Urheber und Rechteinhaber (also die &#8220;Wahrnehmungsberechtigten&#8221;) soll &#252;ber Verwertungsgesellschaften erfolgen, die es seit vielen Jahrzehnten gibt, und deren Effizienz und Verteilungsgerechtigkeit immer wieder von au&#223;en in Zweifel gezogen wird. Diese Kritik will das Gutachten nicht nachvollziehen:</p>
<blockquote><p>„Es wird h&#228;ufig kritisiert, dass die Verwertungsgesellschaften einen nicht unerheblichen Teil der Einnahmen f&#252;r den eigenen b&#252;rokratischen Aufwand verbrauchen. Bei der GEMA lag der Kostensatz in den letzten Jahren bei rund 14% der Einnahmen. Obwohl dies Aufwendungen von rund 120 Millionen € pro Jahr entspricht, wird auch in diesem Zusammenhang nicht die grunds&#228;tzliche Notwendigkeit der Existenz der GEMA aus rechtlichen Gr&#252;nden bezweifelt. Die Verwertungsgesellschaften haben auf jeden Fall den Vorteil, dass sie aufgrund des fehlenden wirtschaftlichen Eigeninteresses Garant f&#252;r das Bem&#252;hen um ein gerechte und Kultur f&#246;rdernde Verteilung der Geb&#252;hren sind.“</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>So weit die Kernaussagen des Gutachtens, das von den Gr&#252;nen im M&#228;rz 2009 der &#214;ffentlichkeit pr&#228;sentiert wurde. Dieses Gutachten hat sicherlich Schw&#228;chen und weicht manchem Problem (elegant) aus. Doch die Behauptung, die Gr&#252;nen w&#252;rden sich – aus opportunistischen Gr&#252;nden – den Piraten an den Hals werfen, ist eine Desinformation. Wer so argumentiert, kennt weder die Beschlusslage der Piraten noch die der Gr&#252;nen. Von Kenntnissen auf dem Gebiet des Urheberrechts ganz zu schweigen.</p>
<p>&nbsp;
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<a href="http://carta.info/42650/jurgen-trittin-die-sz-und-die-kulturflatrate/">J&#252;rgen Trittin, die SZ und die Kulturflatrate</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/42650/jurgen-trittin-die-sz-und-die-kulturflatrate/#comments">17 comments</a>
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		<title>Christoph Keeses &#252;berzogene Erwartungen</title>
		<link>http://carta.info/41386/christoph-keeses-uberzogene-erwartungen/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 23:19:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Engeln</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Springer]]></category>

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		<description><![CDATA[Springers Cheflobbyist m&#246;chte eine kollektive Bezahll&#246;sung f&#252;r Presseinhalte im Netz. Gleichzeitig fordert er, dass die Verlage dabei genau so viel verdienen wie bisher. Das aber funktioniert nicht. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In seinem Blog <a href="http://presseschauder.de/">Presseschauder</a> hat Christoph Keese einen <a href="http://www.presseschauder.de/offenes-netz-und-schutz-des-urhebers-sind-gleichzeitig-moglich/">sachlichen Beitrag</a> zu neuen Verg&#252;tungsmodellen f&#252;r digitale Inhalte verfasst. Die Quintessenz seines Beitrags lautet:</p>
<blockquote><p><em>„Warum treten die meisten Produzenten heute f&#252;r harte Kontrollen </em><em>der Weiterverbreitung ein? (…) Weil rigide Verbreitungskontrolle heute </em><em>die beste und nahezu einzige Methode ist, mit Kreativg&#252;tern Geld zu </em><em>verdienen. Das bedeutet aber nicht, dass alternative Verg&#252;tungssysteme </em><em>prinzipiell ausgeschlossen sind. In den Tantiemeformeln der Verlags-, </em><em>Musik- oder Filmmanager steht, dass sie die Gewinne ihrer Unternehmen </em><em>steigern sollen. Wenn sich ihnen Wege b&#246;ten, dieses Ziel ohne strenge </em><em>Verbreitungskontrollen zu erreichen, w&#228;ren sie vermutlich schnell mit </em><em>von der Partie.“</em></p></blockquote>
<p>Die Argumentation lautet also im Kern: Strenge Verbreitungskontrolle und die damit verbundenen Folgewirkungen, z.B. das Abmahnunwesen, w&#228;ren &#252;berfl&#252;ssig, wenn durch anderweitige Verg&#252;tungssysteme sichergestellt ist, dass die Verwerter ihre Gewinne beibehalten oder steigern k&#246;nnen. Und so findet Keese zu seinem Thema eines Leistungsschutzrechts f&#252;r Verlage zur&#252;ck.</p>
<blockquote><p><em>„Wenn eine deutschlandweite Flatrate f&#252;r alle Verlagsinhalte mehr </em><em>Geld in die Kasse br&#228;chte als die heutigen Gesch&#228;ftsmodelle, w&#252;rden die </em><em>Verlage (…) wenig dagegen einzuwenden haben.“</em></p></blockquote>
<p>Ich halte diese Argumentation f&#252;r fehlgeleitet. Zun&#228;chst einmal vermag Keese nat&#252;rlich nicht zu erkl&#228;ren, warum es diese Leistungsschutzabgabe ausschlie&#223;lich zu Gunsten der Zeitungsverleger geben sollte. Es w&#228;re dann naheliegender, &#252;ber eine <a href="http://www.engeln.de/2011/06/25/friendly-fire-kulturflatrate/">Kulturflatrate</a> f&#252;r alle urheberrechtlich gesch&#252;tzten Inhalte zu sprechen. Die Argumentation hat aber m.E. vor allem einen &#246;konomischen Haken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wertsch&#246;pfungsketten im digitalen Zeitalter</strong></p>
<p>Vergleicht man die Wertsch&#246;pfungskette eines gedruckten Verlagsproduktes &#8211; von der Produktion &#252;ber die Distribution bis zum Konsum &#8211; mit der Wertsch&#246;pfungskette eines digitalen Verlagsproduktes, dann l&#228;sst sich unschwer feststellen, dass sich die analoge Wertsch&#246;pfungskette disintegriert.</p>
<p>Ein digitales (Verlags-)Produkt muss nicht mehr auf teuren Druckmaschinen produziert werden. Der Datentr&#228;ger (also das Buch, die Zeitung, die CD oder DVD) muss nicht mehr in k&#246;rperlicher Form zum Kunden gelangen. Zeitungsaustr&#228;ger sind obsolet geworden. Die Distribution &#252;bernimmt das Netz und die Kosten daf&#252;r tr&#228;gt sogar der Kunde, indem er seinen Internetanschluss bezahlt. Marketing und Vertrieb &#252;bernehmen z.T. die Nutzer selbst, indem sie Inhalte &#252;ber soziale Netzwerke verteilen. Nicht zuletzt leisten auch Google und andere Plattformen hier einen wichtigen Beitrag. Und der Konsum erfolgt auf Endger&#228;ten (PCs, Tablets, Smartphones), die der Nutzer sich (auch zu diesem Zweck) angeschafft hat.</p>
<p>Durch die Verk&#252;rzung und Desintegration der Wertsch&#246;pfungskette bei digitalen Inhalten verringert sich zwangsl&#228;ufig der Wert der durch die Verwertungsindustrie bisher erbrachten Leistungen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wertsch&#228;tzung</strong></p>
<p>Was der Kunde f&#252;r ein Produkt zu zahlen bereits ist, d&#252;rfte auch durch subjektive Faktoren bestimmt sein. Die subjektive Wertsch&#228;tzung des nachfragenden Kunden wird bei der Preisbildung eines Produkts eine nicht unma&#223;gebliche Rolle spielen. Unabh&#228;ngig von der oben genannten Verk&#252;rzung der Wertsch&#246;pfungskette ist die subjektive Wertsch&#228;tzung f&#252;r digitale Produkte tendenziell geringer als f&#252;r das physikalische, analoge Pendant. Warum? Nun, weil die Verwertungsindustrie selbst bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Vorteile ihrer analogen Produkte anpreist und bewirbt. Da wird die schmeichelnde Haptik eines sch&#246;nen Buchr&#252;ckens beschworen, der Sonntagvormittag mit Fr&#252;hst&#252;cksei und Sonntagszeitung weichgezeichnet und allgemein alles, was digital und unk&#246;rperlich ist, dem Schattenreich des Minderwertigen und nur Semi-realen zugewiesen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Dead End</strong></p>
<p>Was daraus folgt? Es ist schlicht nicht ohne weiteres m&#246;glich, bei einer Umstellung auf ein digitales Gesch&#228;ftsmodell Umsatz und Gewinn stabil zu halten, weil die Verwerter ganz simpel weniger Wertsch&#246;pfung erbringen und zudem das eigene Marketing preisd&#228;mpfend auf digitale Produkte einwirkt. Und deshalb ist Keeses Argumentation meines Erachtens nicht zu halten.</p>
<p>Verwerter widersetzen sich digitalen Gesch&#228;ftsmodellen, weil sie - kurzfristig auch v&#246;llig zu Recht &#8211; Umsatz- und Gewinneinbu&#223;en bef&#252;rchten m&#252;ssen (dies jedenfalls so lange, wie die digitalen Inhalte gegen&#252;ber „Totholzprodukten“ keinen zus&#228;tzlichen Mehrwert aufweisen, f&#252;r die der Kunde einen Aufpreis zu zahlen bereit w&#228;re).</p>
<p>Wer verlangt, dass Verg&#252;tungsmodelle entwickelt w&#252;rden, die bei einer Umstellung auf digitale Gesch&#228;ftsmodelle gleichbleibenden Umsatz und Gewinn versprechen, argumentiert gegen die &#246;konomische Logik und m&#246;chte im Grunde auch dort bezahlt werden, wo keine Wertsch&#246;pfung mehr erbracht wird. Besonders evident ist dies etwa im E-Book-Markt in Deutschland, wo die Verleger f&#252;r ein E-Book ann&#228;hernd den gleichen Preis verlangen wollen wie f&#252;r ein gedrucktes Buch.</p>
<p>Mit dem Leistungsschutzrecht verbinden sich – das muss man dem Beitrag von Keese entnehmen – v&#246;llig &#252;berzogene Vorstellungen, welche Einnahmen hierdurch erzielt werden sollen. Da kann einem nur angst und bange werden, was demn&#228;chst die <a href="http://www.engeln.de/2011/06/05/was-das-leistungsschutzrecht-vom-jmstv-lernen-kann/">Verlinkung im Netz</a> kosten wird.</p>
<p>So erfrischend es zun&#228;chst klingen mag, nicht erneut mit l&#228;ngst entkr&#228;fteten Argumenten zum Leistungsschutzrecht konfrontiert zu werden, so muss man gleichwohl mit Bedauern konstatieren, dass Keese mit seinem Beitrag weiter auf einsamem Pfad in den argumentativen und &#246;konomischen Schwarzwald wandert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Stefan Engeln arbeitet als Justitiar bei der 1&amp;1 Internet AG. Der Text gibt die Meinung des Autors wieder. Dieser Beitrag erscheint auch in seinem <a href="http://www.engeln.de/">Blog</a>.</em>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/41386/christoph-keeses-uberzogene-erwartungen/">Christoph Keeses &#252;berzogene Erwartungen</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/41386/christoph-keeses-uberzogene-erwartungen/#comments">29 comments</a>
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		<title>Haste ma ne Kulturwertmark?</title>
		<link>http://carta.info/40027/haste-ma-ne-kulturwertmark/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 May 2011 11:20:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Chaos Computer Club m&#246;chte die Debatte zwischen Urhebern, Verwertern und Internet-Nutzern neu beleben. Mit einem revolution&#228;ren Konzept in Gestalt einer Verwaltungsreform. Das Echo ist bislang eher verhalten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich das Wort „Kulturwertmark“ das erste Mal h&#246;rte, musste ich sofort an das Foto denken, das der Sprecher des <em>Chaos Computer Clubs</em>, Frank Rieger, gern beim Twittern verwendet. Es wirkt sehr deutsch und ungeheuer markig. Aber mit <a href="http://digitalegesellschaft.de/">Namensgebungen</a> hatte das Netz zuletzt ja sowieso Probleme.</p>
<p>Deutsch wirkt auf mich auch <a href="http://ccc.de/system/uploads/65/original/kulturwertmark-neu.pdf">das Konzept</a>, das der <em>Chaos Computer Club</em> (der sich selbst wahrscheinlich nie freiwillig in „Rechenmaschine Reichs Ordnung“ umbenennen w&#252;rde) zur Neubelebung einer alten Debatte vorgelegt hat: Wie k&#246;nnen die berechtigten (&#220;berlebens-)Interessen der Kreativen und die kulturellen Interessen der Netznutzer so aufeinander abgestimmt werden, dass beide Seiten gut damit leben k&#246;nnen? Wie k&#246;nnte eine Kooperation in der digitalen Praxis aussehen?</p>
<p>Da die Idee der Kulturflatrate seit einiger Zeit im Sch&#252;tzengraben  feststeckt, weil die Gegner a) gut organisiert und b) hochgradig  abwehrbereit sind, wollte der CCC die verh&#228;rteten Fronten etwas lockern.  Denn schlie&#223;lich geht es…</p>
<blockquote><p><em>„…um den Erhalt einer breiten, bunten, sch&#246;pferischen  Kulturlandschaft mit m&#246;glichst gro&#223;er Vielfalt. Und es geht um den  m&#246;glichst niederschwelligen, f&#252;r alle erschwinglichen Zugang zu den  Werken, die in dieser Landschaft erbl&#252;hen (sic!).“</em></p></blockquote>
<p>Aus diesem Grund wurde im CCC „seit Sommer 2009 ein Vorschlag  debattiert, wie ein vollst&#228;ndig neuer Ansatz aussehen k&#246;nnte.“ Ein  Ansatz, der die Lage aus einem anderen Blickwinkel betrachtet als das  gew&#246;hnlich die Verwerter und Urheber tun. Dem CCC ging es ganz klar um  die Nutzerperspektive.</p>
<p>Neu am CCC-Konzept ist deshalb vor allem das Ziel. Der Club m&#246;chte  den Anteil des Gemeineigentums an der Kultur (die Allmende) stark  ausweiten. Denn f&#252;r viele Netz-Nutzer ist es eine &#228;rgerliche  Hemmschwelle, st&#228;ndig auf irgendwelche urheberrechtlichen  Verbotsschilder zu sto&#223;en. Gut aufbereitetes Wissen und kulturelle  Leistungen sollten deshalb so rasch wie m&#246;glich in den Besitz der  Gemeinschaft &#252;bergehen. Ein veralteter (geistiger) Eigentumsbegriff  verhindere die Entfaltung der postindustriellen Gesellschaft.</p>
<div id="attachment_40079" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/05/kulturwertmark.jpg"><img class="size-medium wp-image-40079" title="kulturwertmark" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/05/kulturwertmark-300x195.jpg" alt="" width="300" height="195" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Dass der CCC wegen seines (sozialistischen) Vorschlags nicht sofort in der Luft zerrissen wurde, liegt wohl allein daran, dass man dieser altehrw&#252;rdigen Institution im Netz wie in der FAZ geh&#246;rigen Respekt entgegenbringt.&quot;</p></div>
<p>Um das Ziel einer Vergr&#246;&#223;erung der Allmende zu erreichen, sind  beachtliche finanzielle und organisatorische Mittel n&#246;tig. Der CCC  st&#252;tzt sich dabei im Gro&#223;en und Ganzen auf &#220;berlegungen, die schon vor  vielen Jahren diskutiert worden sind oder – unter anderen Namen – l&#228;ngst  existieren. Der CCC hat sie lediglich neu abgemischt (Remix).</p>
<p>Sein „Kulturwertmark“-Modell basiert – grob gesagt – auf der  Verzahnung der Kulturflatrate (einer der Rundfunkgeb&#252;hr &#228;hnlichen  Abgabe) mit dem Micropayment-Bezahlmodell flattr, das die Verteilung der  eingezahlten Summen den Nutzern &#252;berl&#228;sst.</p>
<p>Internetnutzer sollen k&#252;nftig also eine Abgabe von (zun&#228;chst) 5 Euro im Monat bezahlen. Daf&#252;r erhalten sie in gleicher H&#246;he <em>Wertmarken</em>,  die sie – nach Belieben – auf die Netzinhalte „kleben“ k&#246;nnen, die  ihnen gefallen. Nach Ablauf eines Monats/eines Quartals erhalten die  Sch&#246;pfer der genutzten und „geflatterten“ Werke die ihnen durch  Wertmarken zugewiesenen „Honorare“.</p>
<p>So weit nichts Neues. Eine Abgabe auf Breitbandanschl&#252;sse habe ich schon 2008 <a href="../../3260/flatrate-journalismus/">vorgeschlagen</a> (und andere vermutlich noch fr&#252;her). Aber auch das flattr-Modell wurde  nicht vom CCC erdacht – obwohl der Club in seinem Konzeptpapier diesen  Anschein mit einem Verweis auf fr&#252;here “Trinkgeld-Ideen” erwecken  m&#246;chte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Die allm&#228;hliche Einf&#252;hrung der Gemeinwirtschaft per Ratenzahlung</strong></em></p>
<p>Nun zum eigentlich Revolution&#228;ren: Das Grundst&#252;rzende am CCC-Konzept  ist, dass die durch die Wertmarkenvergabe erzielten „Honorare“ nach oben  gedeckelt werden sollen. Ist eine festgelegte Summe erreicht, steht das  Werk ab sofort allen Nutzern frei zur Verf&#252;gung.</p>
<blockquote><p><em>„Wird ein zuvor festgelegter Schwellwert erreicht,  fallen die Verwertungsrechte f&#252;r das Werk automatisch in den Besitz der  &#214;ffentlichkeit und stehen fortan unter einer freien Lizenz.“</em></p></blockquote>
<p>Das ist ein faszinierender (genossenschaftlicher) Gedanke: Die  allm&#228;hliche Einf&#252;hrung der Gemeinwirtschaft per Ratenzahlung. Doch  leider verliert der Gedanke ein wenig von seinem anf&#228;nglichen Zauber,  wenn man die beigef&#252;gten Durchf&#252;hrungsbestimmungen liest. Denn aus der  Idee ergeben sich zwangsl&#228;ufig praktische Fragen: Wer sammelt die  Geb&#252;hren ein? Wer gibt die Wertmarken aus? Wer wickelt die  Aussch&#252;ttungen an die K&#252;nstler ab? Wer legt die Obergrenzen f&#252;r die  Honorare fest? Wer beschlie&#223;t die Quoten? Wer sitzt in welchen Gremien?  Und: Wann ist ein K&#252;nstler &#252;berhaupt wahrnehmungsberechtigt?</p>
<p>Zwar lehnt der CCC das existierende Konzept der Tantiemen-Aussch&#252;ttung durch so genannte <em>Verwertungsgesellschaften</em> ab und bezeichnet diese als „gescheitert und verharzt“, aber seine  eigene Alternative sieht nicht viel anders aus. Nur hei&#223;t die  Institution, die k&#252;nftig alles regeln soll, nicht  Verwertungsgesellschaft, sondern Stiftung! In ihr sollen nicht nur die  Urheber, sondern auch die Nutzer vertreten sein. Der CCC setzt dabei auf  eine <em>&#246;ffentlich-rechtliche</em>, parit&#228;tisch von Nutzern und Kreativen besetzte Stiftung, deren Gremien gew&#228;hlt werden:</p>
<blockquote><p><em>„Wir schlagen vor, das System als eine vom Staat  initial finanzierte, aber vollst&#228;ndig unabh&#228;ngige Stiftung zu  realisieren, die von den L&#228;ndern Hilfe beim Erheben der Beitr&#228;ge  erh&#228;lt…“</em></p>
<p><em>„Die Stiftung muss finanziell so ausgestattet werden, dass sie  den fortlaufenden Betrieb inklusive aller notwendigen Organe (wie  Schiedsgerichte, Softwareentwicklung, technischer Betrieb etc.) aus den  Stiftungsertr&#228;gen bestreiten kann.“</em></p></blockquote>
<p>2008 hatte ich die Errichtung einer „Internet-Anstalt &#246;ffentlichen Rechts“ in die Debatte <a href="../../3260/flatrate-journalismus/">geworfen</a>,  mir aber damals prompt die Finger bei den vielen neoliberalen  Anarchisten im Netz verbrannt. Denn alles, was auch nur entfernt an ARD,  ZDF oder GEZ erinnert, gilt in gewissen Kreisen als Achse des B&#246;sen.  Deshalb wirkt der Vorschlag einer neutralen Stiftung viel besser. Aber  eine Stiftung, deren Betrieb vom Staat gew&#228;hrleistet wird, kommt – Hand  aufs Herz – einer „Anstalt des &#246;ffentlichen Rechts“ doch wieder recht  nahe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Vielleicht w&#228;re die Reform der Verwertungsgesellschaften ein erster Schritt</strong></em></p>
<p>Dass der CCC wegen seines (sozialistischen) Vorschlags <a href="http://www.schockwellenreiter.de/blog/2011/04/26/kultur-geflattrt/">nicht</a> sofort in der Luft zerrissen wurde, liegt wohl allein daran, dass man dieser altehrw&#252;rdigen Institution (im <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/CCC-Kulturwertmark-zur-Entlohnung-Kreativer-1232545.html">Netz</a> wie in der <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc%7EE2063D438A336434FBE8D48129A3F4D3E%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">FAZ</a>) geh&#246;rigen Respekt entgegenbringt.</p>
<p>Je mehr man aber ins Detail geht, desto schwieriger wird es. Denn  hier zeigt sich eine rein quantitative Kultur-Auffassung. Wer in den  vergangenen Jahren miterlebt hat, wie schwer es schon Zeitungsverlegern  und Journalisten-Gewerkschaften fiel, bei der Aushandlung „angemessener“  Verg&#252;tungsregeln sinnvolle Text- und Bewertungs-Kategorien f&#252;r alle  erdenklichen Inhalte festzulegen, kann sich vorstellen, wie unermesslich  die Aufgabe ist, die auf eine „Kulturwertmark-Stiftung“ hereinbr&#228;che.</p>
<p>Die K&#252;nstler sollen, laut CCC, ihre Werke zun&#228;chst in einem  Online-Verfahren bei der Stiftung registrieren lassen, nat&#252;rlich mit  Hilfe eines „niederschwelligen Meldesystems“. Als freier Journalist wei&#223;  ich allerdings, wie „niederschwellig“ schon das Online-Meldesystem der  „Verwertungsgesellschaft Wort“ ist: der reinste Horror. Aber lesen wir  weiter im CCC-Konzept:</p>
<blockquote><p><em>„Von jedem Werk ist bei Einreichung eine digitale  Kopie bei der Stiftung in einem unverschl&#252;sselten, DRM-freien Format  entsprechend den Vorgaben der Satzung zu hinterlegen…“</em></p></blockquote>
<p>Problematisch (um nicht zu sagen nordkoreanisch) wird das CCC-Modell  vor allem dann, wenn es um die Festlegung von Honorar-Obergrenzen f&#252;r  unterschiedliche Kunstwerke, die Quotierung bestimmter Inhalte oder den  abrupten &#220;bergang in die Gemeinfreiheit geht. Bei der Festlegung z.B.  von Obergrenzen bietet das CCC-Modell zwei M&#246;glichkeiten:</p>
<blockquote><p><em>„Die erste ist eine generelle Festlegung etwa je nach  Umfang des Werks, seiner Sch&#246;pfungsh&#246;he und dem zur Erstellung n&#246;tigen  Aufwand. Die zweite ist, den K&#252;nstler die H&#246;he selbst festlegen zu  lassen.“ </em></p></blockquote>
<p>Allerdings w&#252;rde die Stiftung eingreifen, wenn abzusehen ist, dass  der K&#252;nstler durch „unrealistisch hohe Schwellwerte“ den &#220;bergang seiner  Werke in die Allmende verhindern will. Eine Kommission k&#246;nnte dann  festlegen, wie teuer das Kunstwerk maximal sein darf. Und nach f&#252;nf  Jahren ist sowieso Zapfenstreich. Dann geht…</p>
<blockquote><p><em>„…automatisch jedes Werk in die Allmende &#252;ber, unabh&#228;ngig von den bis dahin aufgelaufenen Zahlungen.“</em></p></blockquote>
<p>Die Verwaltung des neuen Gemeineigentums soll im &#220;brigen die  „Deutsche Zentralbibliothek“ &#252;bernehmen (wer immer das sein mag). Doch  selbst an die analoge Welt ist schon gedacht:</p>
<blockquote><p><em>„Physische Werke (Plastiken, Bilder etc.) kommen in  einen Kunstwerke-Pool, aus dem sich die deutschen Museen f&#252;r  Ausstellungen bedienen k&#246;nnen.“ </em></p></blockquote>
<p>An dieser Stelle hatte ich kurzfristig Zweifel: Ist es vielleicht  doch eine Satire!? Nein, der CCC meint es ernst. Der Club pl&#228;diert sogar  f&#252;r eine Wertmarken-Quotierung nach bestimmten Sparten…</p>
<blockquote><p><em>„…so dass etwa nur 20 Prozent der Punkte in der Sparte Popmusik vergeben werden k&#246;nnen.“</em></p></blockquote>
<p>Vieles, was ich im Konzept lese, existiert so oder so &#228;hnlich bereits  bei den Verwertungsgesellschaften (und wird im Netz entsprechend  verh&#246;hnt). Vielleicht sollte man sich also die Praxis in den  Verwertungsgesellschaften erst einmal genauer anschauen. Vielleicht  w&#252;rde es ausreichen, diese Gesellschaften entsprechend zu reformieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>So viel Regelungswut h&#228;tte man dem CCC gar nicht zugetraut</strong></em></p>
<p>Das Konzept des Clubs ist gut gemeint und reinen Herzens geschrieben.  Aber ich kann mir das Gerangel und Gefeilsche in der geplanten  Superstiftung schon jetzt lebhaft vorstellen. Ein Abspecken der  Allzust&#228;ndigkeit w&#252;rde dem Konzept vielleicht gut tun. Auch eine  Dezentralisierung. Sonst ist die Superstiftung am Ende noch  intransparenter als das Gros der Verwertungsgesellschaften.</p>
<p>Als „Gegenleistung“ (f&#252;r was eigentlich?) m&#246;chte der <em>Chaos Computer Club </em>das  Urheberrecht im Sinne der Nutzer novelliert sehen. Das hei&#223;t, er m&#246;chte  eine „deutliche Verk&#252;rzung der Schutzfristen“ f&#252;r die Werke von  K&#252;nstlern und eine Beschr&#228;nkung der straf- und zivilrechtlichen  Verfolgung von Filesharing auf jene Verst&#246;&#223;e, „die zum Zwecke der  profitorientierten Gewinnerzielung erfolgen.“</p>
<p>Diesen beiden letztgenannten Punkten kann ich voll zustimmen. Aber  vieles, was zwischen dem hehren Ziel der Allmende und der Reform des  Urheberrechts an b&#252;rokratischer Regelungswut aufblitzt, muss noch  genauer durchdacht werden. Und ein Letztes: Wer kulturelle Leistungen  derart umfassend bewerten, katalogisieren und zuordnen m&#246;chte, soll  bitte kein b&#246;ses Wort mehr &#252;ber die GEMA verlieren.</p>
<p><em> </em></p>
<p><em>P.S. Sollten Sie diesen Beitrag informativ finden, dann dr&#252;cken Sie doch bitte den gr&#252;nen Bezahlwertknopf.</em></p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>Crosspost von <a href="http://www.wolfgangmichal.de/?p=293">Wolfgang Michals Blog</a>.<br />
</em></p>
<p>&nbsp;
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		<title>WAZ-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Nienhaus: &#8220;Etwas von der Rundfunkabgabe an Verlage abgeben&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 16:58:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[WAZ]]></category>

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		<description><![CDATA[Neuer Finanzierungsansatz f&#252;r die Online-Presse: Christian Nienhaus fordert Mittel aus der Rundfunkabgabe f&#252;r Verlagssites. Entweder sollten alle hochwertigen Online-Angebote gef&#246;rdert werden - oder keines.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/b5c5690a60844d338f9ad0652c0cfd5f" alt="" width="1" height="1" />Der WAZ-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer und <a href="http://www.zvnrw.de/">ZVNRW</a>-Vorsitzende Christian Nienhaus fordert einen Anteil aus der zuk&#252;nftigen <a href="http://carta.info/tag/haushaltsabgabe/">Rundfunkabgabe</a> f&#252;r die Online-Angebote von Verlagen. Im  Interview mit dem medienpolitischen Fachmagazin <em><a href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a></em> sagte Nienhaus: &#8220;Wenn das Internet die dritte S&#228;ule der zuk&#252;nftigen Mediengeb&#252;hr sein soll, muss man den privatwirtschaftlichen Verlagen f&#252;r ihre Leistung davon etwas abgeben.&#8221;</p>
<div id="attachment_31541" class="wp-caption alignleft" style="width: 110px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/nienhaus.jpg"><img class="size-full wp-image-31541" title="nienhaus" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/nienhaus.jpg" alt="" width="100" height="128" /></a><p class="wp-caption-text">Nienhaus: Rundfunkabgabe f&#252;r alle</p></div>
<p>Es w&#252;rde zu einer &#8220;v&#246;lligen Verzerrung des Wettbewerbs&#8221; f&#252;hren, wenn allein die &#246;ffentlich-rechtlichen Online-Angebote Geld aus der Abgabe erhielten &#8211; die privatwirtschaftlichen Angebote aber nicht. Entweder sollten alle, die im Internet journalistisch hochwertige Angebote machen, etwas aus der Rundfunkabgabe bekommen &#8211; oder niemand.</p>
<p><em>Carta</em> pr&#228;sentiert hier den Auszug aus dem Nienhaus-Interview der Ausgabe 8/2010 von <em>promedia</em>:</p>
<blockquote><p><em>promedia: Bietet das iPad nicht Chancen der Vermarktung Ihrer Inhalte?</em></p>
<p>Christian Nienhaus: Das iPad ist eine faszinierende Technologie. Es ist aber auch ein klares Zeichen daf&#252;r, dass unsere Dom&#228;ne Presse und der Rundfunk nicht mehr klar zu trennen sind. Das muss auch Konsequenzen f&#252;r die Politik und die Verwendung der Rundfunkabgabe haben. Wenn das Internet die dritte S&#228;ule der zuk&#252;nftigen Mediengeb&#252;hr sein soll, muss man den privatwirtschaftlichen Verlagen f&#252;r ihre Leistung davon etwas abgeben. Es w&#252;rde zu einer v&#246;lligen Verzerrung des Wettbewerbs f&#252;hren, wenn von diesen Mitteln nur dem einen etwas gegeben w&#252;rde, dem anderen aber nicht.</p>
<p><em>promedia: Weil Sie einen „Public Value“ produzieren?</em></p>
<p>Nienhaus: Ja, unter der Voraussetzung, dass Rundfunkgeb&#252;hren erhoben werden, um Internetangebote damit zu finanzieren. Dann muss man in der Tat allen davon etwas abgeben, die im Internet journalistisch hochwertige Angebote unterbreiten. Wenn man das nicht m&#246;chte, muss man sich daf&#252;r entscheiden, nicht mit Rundfunkgeb&#252;hren Internetangebote zu finanzieren. Dann d&#252;rfen aber auch die Rundfunkanstalten keine Rundfunkgeb&#252;hren f&#252;r Internetangebote einsetzen.</p></blockquote>
<p>In dem Interview bekr&#228;ftigt Nienhaus noch einmal die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverlage. Die Verlage m&#252;ssten die &#8220;mit gro&#223;em Aufwand hergestellten Inhalte vor dem gewerblichen Zugriff Dritter sch&#252;tzen.&#8221;</p>
<p>Nienhaus fordert zugleich ein offensiveres Eintreten f&#252;r die Belange der Verlage: &#8221;Die Zeitungsverleger m&#252;ssen aufpassen, dass man uns ordnungspolitisch das Leben nicht immer schwerer macht, indem man mit staatsnahen subventionierten Betrieben unser Internetgesch&#228;ft zerst&#246;rt oder indem uns marktm&#228;chtige Multis das Wasser abgraben. St&#228;rker als bisher m&#252;ssen wir deshalb die Politik darauf aufmerksam machen, dass es bald zu einer Verarmung der Demokratie besonders auf kommunaler und regionaler Ebene kommen wird, wenn man bei den Interessen der Zeitungen immer nur den Kopf in den Sand steckt.&#8221;</p>
<p><em><br />
</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=31524&amp;md5=15d1d20250ca2ed45af83c7474d6aca8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Berliner Senatskanzleichefin fordert Ende der &#8220;freien Wildbahn im Internet&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 30 May 2010 18:37:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Standortpolitik meets Digital Economy Bill: Die Berliner Senatskanzleichefin Barbara Kisseler dr&#228;ngt auf Provider-Sanktionen zum Schutz der Kultur- und Medienindustrie. Die Provider sollten endlich Warnhinweise an ihre Nutzer verschicken - und auch eine "Gegenleistung" f&#252;r die Inhalte erbringen. Die "freie Wildbahn im Internet" liege nicht im Interesse der Gesellschaft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/c2a21bb3b328487887b2fb34c6017bad" alt="" width="1" height="1" />Als <a href="Barbara Kisseler">Chefin der Berliner Senatskanzlei</a> und &#8220;<a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/im-bund-mit-steinmeier/1595850.html">heimliche Kultursenatorin</a>&#8221; (<em>Tagesspiegel</em>) ist Barbara Kisseler zugleich Kultur-, Medien- und Standortpolitikern. Bundespolitisch ist sie bislang vor allem als kulturpolitisches Mitglied im Kompetenzteam von Frank-Walter Steinmeier aufgetreten.</p>
<p>Nun fordert sie im Interview mit der medienpolitischen Fachzeitschrift <em>promedia</em> ein deutlich h&#228;rteres Vorgehen gegen Urheberrechtsverletzungen im Netz. Mit der Eind&#228;mmung von Raubkopien im Netz habe sich der Staat viel zu lange Zeit gelassen. Die Gesch&#228;ftsmodelle der Kultur- und Medienindustrie m&#252;ssten besser gesch&#252;tzt werden. Insbesondere die Provider will Kisseler in die Pflicht nehmen. Das britische &#8220;Three Strikes&#8221;-Modell geht f&#252;r Kisseler in die richtige Richtung.</p>
<p><em>Carta</em> dokumentiert das <em>promedia</em>-Interview in Ausz&#252;gen:</p>
<p><em>Helmut Hartung / promedia: Neben der materiellen Unterst&#252;tzung w&#252;nscht sich die Kreativwirtschaft auch eine st&#228;rkere Unterst&#252;tzung beim Schutz ihrer Urheberrechte in der digitalen Welt. Es werden in Europa gegenw&#228;rtig verschiedene Wege beschritten, um Internetpiraterie zu unterbinden. Welchen Weg w&#252;rden Sie sich f&#252;r Deutschland w&#252;nschen?</em></p>
<p>Barbara Kisseler: Wir befinden uns in einem etwas anderen verfassungsrechtlichen Rahmen als etwa die Engl&#228;nder oder die Franzosen und m&#252;ssen deshalb einen eigenen Weg finden, der auch die Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit der Mittel nicht aus dem Auge verliert. Sowohl f&#252;r die Anbieter als auch die Nutzer m&#252;ssen die aus einer L&#246;sung resultierenden Anforderungen zu bew&#228;ltigen sein. Wir werden in der Diskussion schnell auf eine Ebene kommen, auf der wir von Fundamentalpositionen eingekreist werden: Auf der einen Seite „The world is free“ und auf der anderen Seite „Schluss mit lustig“.</p>
<p>Wir haben eine Abw&#228;gung zu treffen: Allgemeine Pers&#246;nlichkeitsrechte, Schutzbereich der Informations- und Kommunikationsfreiheit sowie Selbstbestimmungsrecht &#252;ber eigene Inhalte. Ich sehe hier pers&#246;nlich noch keine L&#246;sung, wobei mir das <strong>britische „Three Strikes“-Modell</strong> eher entgegen kommt als das franz&#246;sische. Ich finde es vom Grundsatz her die angemessenere Variante, dass dem Betroffenen die M&#246;glichkeit einger&#228;umt wird, sich darauf einzustellen.</p>
<p>Es scheint mir in die richtige Richtung zu gehen, wenn erst nach <strong>mehreren Warnhinweisen</strong> und bei wiederholten Rechtsverst&#246;&#223;en <strong>technische Sanktionen</strong> ergriffen werden k&#246;nnen.</p>
<p><em>Reichen also die bisherigen Ma&#223;nahmen nicht aus?</em></p>
<div id="attachment_28128" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/05/barbara_kisseler.jpg"><img class="size-medium wp-image-28128" title="barbara_kisseler" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/05/barbara_kisseler-300x199.jpg" alt="barbara_kisseler" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Kisseler:  Provider ziehen einen nicht zu untersch&#228;tzenden wirtschaftlichen Nutzen aus den kreativen Inhalten Dritter.</p></div>
<p>Nein. Aus unserer Sicht mehren sich die Klagen &#252;ber eine Ausweitung der Piraterie insgesamt, auch wenn es in der einen oder anderen Branche zu partiellen R&#252;ckg&#228;ngen kommt. Ich glaube nicht mehr, dass wir noch l&#228;nger auf eine Selbstregulation hoffen d&#252;rfen, weil wir sonst irgendwann den Schutz jedes Rechteinhabers und kleiner Anbieter aufgegeben haben. <strong>Die freie Wildbahn im Internet kann nicht in unserem gesellschaftspolitischen Interesse sein.</strong></p>
<p><em>M&#252;ssen die Provider hier einen gr&#246;&#223;eren Beitrag leisten?</em></p>
<p>Da die Provider einen nicht zu untersch&#228;tzenden wirtschaftlichen Nutzen aus den kreativen Inhalten Dritter ziehen, w&#252;rde ich ihnen das dringend raten. Die Provider sollten zuerst selbst dar&#252;ber nachdenken, wie dieser Beitrag aussehen sollte, wenn hier aber keine substantiellen Vorschl&#228;ge kommen, werden wir uns in absehbarer Zeit &#252;berlegen m&#252;ssen, wie wir mit dieser Frage umgehen.</p>
<p><em>Wollen Sie diese Diskussion parallel zur Debatte um den Korb Drei der Novellierung des Urheberrechts f&#252;hren?</em></p>
<p>Wir w&#252;rden zumindest f&#252;r Berlin &#252;berlegen – und ich hoffe, dass Brandenburg mitzieht – in welcher Form wir uns zum Beispiel f&#252;r die gesetzliche Formulierung eines Formatschutzes einsetzen k&#246;nnten. Darin hat uns auch ein aktuelles Urteil des Landgerichts M&#252;nchen zu einem Fall des Plagiatvorwurfs f&#252;r ein Format best&#228;rkt. Das Gericht hat eine Klage abgewiesen, deren Ursprung bereits aus dem Jahr 2003 stammte, als der Kl&#228;ger ein von ihm entworfenes Konzept f&#252;r ein TV-Format an den beklagten Sender schickte, der einige Jahre sp&#228;ter eine nahezu identische TV-Sendung – ohne Beteiligung des Kl&#228;gers – zur Ausstrahlung brachte.</p>
<p>Das zeigt, wie schwer es der Schutz kreativer Ideen hat. Ich kann mir daher vorstellen, dass wir dazu eine Bundesratsinitiative einbringen. Parallel dazu kann man sicherlich mit der Bundestagsfraktion Gespr&#228;che f&#252;hren, mehr M&#246;glichkeiten haben wir aber als Land zur Einflussnahme auf ein Bundesgesetz nicht.</p>
<p><em>Ein solches Vorgehen ist doch &#252;berf&#228;llig&#8230;</em></p>
<p>Absolut. <strong>I</strong><strong>nsbesondere bei der Eind&#228;mmung von Raubkopien im Netz haben wir uns zu viel Zeit gelassen</strong>. Das wirtschaftliche Ausma&#223; dieser Problematik war nicht allen klar. Weltweit reden wir hier von Milliardenbetr&#228;gen. Aber auch bei den nicht gesch&#252;tzten Formaten entgehen den Entwicklern Lizenzeinnahmen in &#228;hnlicher H&#246;he. Nun d&#228;mmert es aber auch einigen, dass wir handeln m&#252;ssen. Aber wir werden dennoch keine schnelle L&#246;sung finden, die das Problem komplett abstellt. Es w&#228;re aber ein erster deutlicher Schritt in die richtige Richtung.</p>
<p><em>Pl&#228;dieren Sie damit generell f&#252;r eine st&#228;rkere Regulierung der Internetwelt?</em></p>
<p>Man muss sorgf&#228;ltig das F&#252;r und Wider aus der Sicht des Nutzens oder Schadens f&#252;r die Gesellschaft abw&#228;gen. Aber grunds&#228;tzlich muss man auch im Internet f&#252;r Content bezahlen, aus dem ein kommerzieller Nutzen gezogen wird. Wenn man als <strong>Provider</strong> journalistische Inhalte benutzt, hat man davon einen direkten Vorteil und muss eine <strong>Gegenleistung</strong> erbringen. Auf diese Ausgewogenheit wird man achten m&#252;ssen. Es wird f&#252;r unsere Gesellschaft immer wichtiger, dass in der Online-Welt neue Gesch&#228;ftsmodelle entstehen und deshalb wird man nicht umhinkommen, bei den Rahmenbedingungen regulierend eingreifen zu m&#252;ssen.</p>
<p>Kreative m&#252;ssen auch im Digitalzeitalter von ihren Leistungen leben k&#246;nnen.</p>
<p><em>Ist die Kultur-Flatrate eine hilfreiche Idee?</em></p>
<p><strong>Ich glaube nicht, dass uns hier die Kultur-Flatrate weiterbringt</strong>, auch wenn ich dazu noch zu keinem abschlie&#223;enden Urteil gekommen bin. Die Senatskanzlei wird nach der Sommerpause eine Veranstaltung organisieren, die sich mit Paid Content und der Kultur-Flatrate auseinandersetzt. Dar&#252;ber hinaus m&#252;ssen wir in der &#214;ffentlichkeit noch mehr dar&#252;ber informieren und diskutieren, dass die Schaffung geistigen Eigentums einen gro&#223;en Wert f&#252;r unsere Gesellschaft darstellt und unsere kulturelle, wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung davon abh&#228;ngt.</p>
<p>Im Augenblick ist bei vielen Internetnutzern, die diese Leistung nicht selbst erbringen, sondern sie abrufen, kein Bewusstsein daf&#252;r vorhanden.</p>
<p><em>Wie dringend sehen Sie die Forderung der Verleger nach einem Leistungsschutzrecht? Man hat den Eindruck, es geht nicht so richtig voran&#8230;</em></p>
<p>Vielleicht haben die Verleger inzwischen dar&#252;ber nachgedacht, was sie mit diesem Leistungsschutzrecht eigentlich erreichen wollen. Es ist sicherlich ein wichtiges Anliegen ihre Inhalte zu sch&#252;tzen, aber letztlich liegen die Rechte an den journalistischen Inhalten immer noch bei den Autoren. Man m&#252;sste sich daher genau &#252;berlegen, welche Leistung – &#252;ber die der Zusammenstellung von Autorenwerken hinaus – der Verlage schutzf&#228;hig und -w&#252;rdig sind und auf welcher rechtlichen Grundlage diese Leistungsschutzrechte basieren sollen und das ist nicht in einer Hauruckaktion zu leisten.</p>
<p><em>Um auch im Online-Bereich Geld verdienen zu k&#246;nnen, ben&#246;tigen die Verleger, nach eigenen Aussagen, ein solches Recht.</em></p>
<p>Das ist ihr gutes Recht, aber dabei m&#252;ssen auch die Interessen aller Beteiligten gewahrt bleiben. Wir sollten abwarten, welche &#196;nderungen im Urheberrecht durch die Bundesregierung vorgenommen werden und inwieweit der dritte Korb zum Urheberrechtsgesetz diese Frage ber&#252;cksichtigt. Um es deutlich zu sagen: Ich sehe diese Frage nicht ganz vorn auf der Agenda.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/05/Bildschirmfoto-2010-05-30-um-15.08.21.png"><img class="alignmiddle size-full wp-image-28131" title="Bildschirmfoto 2010-05-30 um 15.08.21" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/05/Bildschirmfoto-2010-05-30-um-15.08.21.png" alt="Bildschirmfoto 2010-05-30 um 15.08.21" width="142" height="199" /></a><br />
Das vollst&#228;ndige Interview und weitere medienpolitische Interviews finden Sie in der Fachzeitschrift <em><a href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a></em>, Kooperationspartnerin von <em>Carta</em>.</p>
<p>Update: Die Staatskanzlei in Berlin hei&#223;t Senatskanzlei. In einer vorherigen Fassung des Textes stand &#8220;Staatskanzleichefin&#8221; statt &#8220;Senatskanzleichefin&#8221;. Wir haben dies nachtr&#228;glich korrigiert und entschuldigen uns f&#252;r die Ungenauigkeit.
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<a href="http://carta.info/28127/berliner-staatskanzleichefin-fordert-ende-der-freien-wildbahn-im-internet/">Berliner Senatskanzleichefin fordert Ende der &#8220;freien Wildbahn im Internet&#8221;</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/28127/berliner-staatskanzleichefin-fordert-ende-der-freien-wildbahn-im-internet/#comments">58 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=28127&amp;md5=b5c08ce28b42e7b28312a5c8d314ed56" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Abgabenrepublik Deutschland: iPad 15 Euro teurer durch Urheberrechtsabgabe</title>
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		<pubDate>Sat, 08 May 2010 08:53:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das iPad wird in Deutschland 15 Euro teurer sein als in anderen EU-L&#228;ndern - wegen einer neuen Urheberrechtsabgabe. Steve Jobs sagt: "Blame your government". Deutschland wird zur Abgabenrepublik.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/2d043d6569e74d0e99b436be3c3ec984" alt="" width="1" height="1" />Apple-Gr&#252;nder Steve Jobs greift pers&#246;nlich in die Diskussionen um Urheberrechtsabgaben hierzulande ein:  Ein Leser von <a href="http://www.fscklog.com/2010/05/steve-jobs-%25C3%25BCber-den-preis-f%25C3%25BCr-das-ipad-in-deutschland-blame-your-government.html">fscklog.com</a> fragte Jobs per E-Mail, warum denn die iPad-Preise in Deutschland europaweit am h&#246;chsten seien?</p>
<p><a href="http://www.fscklog.com/2010/05/steve-jobs-%25C3%25BCber-den-preis-f%25C3%25BCr-das-ipad-in-deutschland-blame-your-government.html">Jobs Antwort</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;Blame your government. Germany just added a new copyright levy for computers&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Mail ist offenbar authentisch. Tats&#228;chlich gibt es seit Mai eine Urheberrechtsabgabe in H&#246;he von 15 Euro 19 auf  &#8221;<a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bitkom-zieht-die-Hoehe-der-festgelegten-PC-Urheberrechtsabgabe-in-Zweifel-994765.html">PC ohne Brenner</a>&#8220;. Erhoben wird sie von den Verwertungsgesellschaften Gema, VG Wort und VG Bild-Kunst.</p>
<p>Die Abgabe ist eine Pauschalverg&#252;tung f&#252;r die Nutzung etwa von privat kopierten urheberrechtlich gesch&#252;tzten Werken auf dem iPad.  Abgegolten wird damit das Recht, private Kopien von Musik oder Filmen zu machen, die Freunde schon gekauft haben.</p>
<p>Dies zeigt noch einmal sehr deutlich: Die Privatkopie ist in Deutschland zwar erlaubt &#8211; aber sie ist abgabenpflichtig (man k&#246;nnte die Abgabe auch &#8220;Privatkopieflatrate&#8221; f&#252;r das iPad nennen). Und diese Urheberrechtsabgabe ist lediglich Teil einer immer l&#228;nger werdenden Abgabenphalanx:</p>
<p>Demn&#228;chst k&#246;nnte im Rahmen des Leistungsschutzrechts auch eine<strong><a href="http://carta.info/27077/geraeteabgabe-fuer-die-online-presse-nutzung/"> Pressemedienabgabe </a></strong><strong>auf gewerblich genutzte iPads</strong> anstehen. Hinzu kommt, dass man demn&#228;chst eine <strong><a href="http://carta.info/26944/das-kirchhof-gutachten-neue-plausibilitaet-durch-rundfunkbeitraege-von-allen/">Haushaltsabgabe</a> </strong>zahlen soll, um &#252;berhaupt Medien nutzen zu d&#252;rfen.</p>
<p>Deutschland ist nur nur <a href="http://carta.info/26015/abmahnrepublik-deutschland-i/">Abmahnrepublik </a>- sondern wird langsam auch zur <strong>Abgabenrepublik</strong>.</p>
<p>Die Medienindustrie spielt: Wer hat noch keine Abgabe &#8211; wer will noch eine?</p>
<p>Das System von Abgaben, Geb&#252;hren, Verwertungsgesellschaften wurde einst geschaffen, um Schranken im Urheberrecht zu verg&#252;ten und andere Verg&#252;tungsprobleme zu l&#246;sen. Es wird von der Ausnahme aber immer mehr zur Regel. Es r&#252;ckt vom Rand des Mediensystems ins Zentrum. Es erscheint dabei zunehmend unzeitgem&#228;&#223; und ungerecht.</p>
<p>Ein System wie <a href="http://flattr.com/">Flattr</a> zeigt, dass man als Nutzer im Netz Urheber auch individuell und direkt honorieren kann. Es gibt direkte Feedbackschleifen zwischen Urhebern und Nutzern, deren positive Lenkungsfunktion sofort einsichtig ist. Das Netz hat die Kapazit&#228;t derart komplexe Verg&#252;tungssysteme zu erfinden. Die Pauschalabgabensysteme hingegen stammen letztlich aus der analogen Welt, als Medien noch nicht rechnen konnten.</p>
<p>In der Abgabenrepublik Deutschland aber wird zunehmend mehr mit Abgaben belegt, pauschal verg&#252;tet, Geld hin- und hergepumpt &#8211; ohne  dass am Ende eine wirklich bessere Lage f&#252;r Urheber und Nutzer entstehen w&#252;rde. Die Urheber werden schlecht, versp&#228;tet und blackboxartig verg&#252;tet. Die Nutzer haben mit ihren Abgaben keinerlei lenkenden Einfluss auf die Kulturproduktion.</p>
<p>Die Abgabenrepublik Deutschland hat ihre Ziele aus den Augen verloren.
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		<title>Die Vogel-Strau&#223;-Debatte um die Kulturflatrate</title>
		<link>http://carta.info/24713/kulturflatrate-vogel-strauss-debatte/</link>
		<comments>http://carta.info/24713/kulturflatrate-vogel-strauss-debatte/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 28 Mar 2010 18:09:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Diskussion um die Kulturflatrate kommt nicht voran - weil die Kulturflatrate keine realpolitische Ma&#223;nahme ist, sondern eine politische Inszenierung. Sie ist ein St&#252;ck netzpolitischer Populismus, der nur durch die Ausblendung der Kollateralsch&#228;den seinen Glanz beh&#228;lt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/e64d03fe6bbb4c5e88a9bd1462b58487" alt="" width="1" height="1" />An der Debatte um das Phantom &#8220;Kulturflatrate&#8221; ist vor allem bemerkenswert, wie wenig sie sich von der Stelle zu bewegen scheint. Die Sache bleibt &#8220;diffus&#8221; &#8211; aber die Positionen daf&#252;r umso unnachgiebiger. Nun haben gr&#252;ne Netzpolitiker erneut eine <a href="http://www.gruene.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/StellungnahmeKulturflatrate.pdf">Stellungnahme</a> zum Urheberrechts-Smashhit Kulturflatrate ver&#246;ffentlicht, in der sie der Musikindustrie ein &#8220;diffuses Gef&#252;hl des &#8216;Dagegen&#8217;&#8221; attestieren. Zugleich gibt es &#8211; daran l&#228;sst das Papier keinen Zweifel &#8211; bei den Gr&#252;nen ein diffuses Gef&#252;hl des &#8220;Daf&#252;r&#8221; bei der Flatrate.</p>
<p>Als eine &#8220;konsequente Weiterf&#252;hrung&#8221; der heutigen urheberrechtlichen Praxis, sei die Flatrate, wie unter anderem Malte Spitz und Konstantin von Notz ihrer Stellungnahme schreiben: &#8220;lediglich ein Mittel der regulativen Anpassung an die technischen Gegebenheiten des 21. Jahrhunderts&#8221;. Es g&#228;be zwar &#8220;noch kein fertiges Modell&#8221;, aber das neue Pauschalverg&#252;tungssystem sei ganz sicher &#8220;angemessen&#8221;. Die Einlassungen der Musikindustrieverbandes seien hingegen &#8220;recht unausgegoren&#8221;, &#8220;unsachlich und haltlos&#8221;.</p>
<p>Die Stellungnahme ist eine Frontal-Zur&#252;ckweisung der <a href="http://www.musikindustrie.de/politik_einzelansicht/back/56/news/positionspapier-zur-kulturflatrate/">Einw&#228;nde</a> der Musikindustrie. Zehn Thesen hatte die Musikindustrie. Zehn Erwiderungen haben die Autoren &#8211; in keinem Punkt teilen sie die Gegenargumente auch nur teilweise. Hier wiederholt sich das <a href="http://www.gruene-bundestag.de/cms/netzpolitik/dok/301/301781.16_fragen_und_16_antworten.html">Spiel</a>, das bereits bei den 16 Fragen der <a href="http://www.boersenblatt.net/331190/">Buchbranche</a> zu beobachten war &#8211; 100 Prozent Zur&#252;ckweisung: Es steht jetzt 10:0 &#8211; nach zuvor 16:0.</p>
<p>Bemerkenswert ist dabei nicht so sehr, dass die gr&#252;ne Entgegnung auf die Einzelargumente nicht in jedem Detail &#252;berzeugt. Bemerkenswert ist vor allem das Gesamtph&#228;nomen eines Kulturflatrate-Fundamentalismus, das sich hier abzeichnet. Eine politische Idee soll augenscheinlich rein gehalten werden von allen Zweifeln an den Details. Die Kulturflatrate erscheint wie ein mythisches Fernziel, wie ein entr&#252;cktes Paradies immer sprudelnder Musikquellen. Der G&#246;tze Kulturflatrate soll gar nicht beschmutzt werden. Er soll als <a href="http://carta.info/23126/kulturflatre-musikindustrie-positionspapier/">Phantom</a> m&#246;glichst lange weiterexistieren.</p>
<p>Warum ist das so? Meine Theorie: Die Kulturflatrate ist gar keine realpolitische Ma&#223;nahme, sondern eine politische Waffe.</p>
<div id="attachment_24891" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/aufmacher3.jpg"><img class="size-medium wp-image-24891" style="margin: 2px;" title="aufmacher3" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/aufmacher3-300x201.jpg" alt="aufmacher3" width="300" height="201" /></a><p class="wp-caption-text">Die Kulturflatrate erscheint wie ein mythisches Fernziel, wie ein entr&#252;cktes  Paradies immer sprudelnder Musikquellen.</p></div>
<p>Die Kulturflatrate wurde demnach gar nicht erfunden, um jemals Realit&#228;t zu werden. Sie wurde erfunden, um m&#246;glichst lange an dem nutzerfreundlichen Mythos festzuhalten, dass sich eine Kulturindustrie auf Basis von Tauschb&#246;rsen organisieren lie&#223;e. Die Nutzung von Tauschb&#246;rsen erscheint vor diesem Hintergrund als soziale Praxis, die gerade noch nicht legalisiert wurde, weil sich die Industrie noch sperrt. Mit der Kulturflatrate l&#228;sst sich ein Schwarzwei&#223;-Schema inszenieren, bei dem die Nutzer zukunftsgewandt und technologiefreundlich erscheinen, die Kulturindustrie hingegen unflexibel und kundenfeindlich. Der Ansatz stellt nichts weniger dar, als ein politisch flankiertes <a href="http://www.vimentis.ch/d/lexikon/81/Rent+Seeking.html">Rent-seeking</a> von Filesharing-Freunden.</p>
<p>Die Kulturflatrate ist so gesehen ein St&#252;ck Klientelpolitik f&#252;r Tauschb&#246;rsennutzer, ein St&#252;ck netzpolitischer Populismus.</p>
<p>Genau hierin liegt die Inflexibilit&#228;t der Diskurses um die Kulturflatrate begr&#252;ndet. Eine differenzierte Debatte w&#252;rde der Kulturflatrate ihren populistischen Glanz nehmen. Es w&#252;rde sich zeigen: Das Ziel einer Legalisierung der Tauschb&#246;rsennutzung w&#228;re zwar zu erreichen &#8211; aber nur mit dem Kollateralschaden eines Verg&#252;tungssytems von zweifelhafter Qualit&#228;t.</p>
<p>Doch die Bef&#252;rworter wollen sich ihre radikal filesharerfreundliche Vision nicht kaputtmachen lassen &#8211; und betreiben eine Vogel-Strau&#223;-Debatte, die die Kollateralsch&#228;den kurzerhand negiert.</p>
<p>Der Hauptunterschied zwischen Flatrate-F&#252;rsprechern und -Skeptikern liegt h&#246;chwahrscheinlich in der Gewichtung der Pole Legalisierung der Tauschb&#246;rsen auf der einen und Schaffung eines glaubhaft zielf&#252;hrenden Verg&#252;tungssystems auf der anderen Seite.</p>
<p>Bei dem erneuten Schlagabtausch wird deutlich, dass die Autoren der gr&#252;nen Stellungnahme nicht nur eher auf der Seite des Nutzerpols sind &#8211; sondern sich vor allem auch bei den Auswirkungen und der Tragweite der Kulturflatrate ganz erheblich versch&#228;tzen:</p>
<p><strong>1. Sie untersch&#228;tzen die Tragweite der Umstellung.</strong></p>
<p>Sie verweisen darauf, dass es bei der Kulturflatrate lediglich um die &#8220;nicht-kommerzielle&#8221; Nutzung von Musik gehe. Daneben k&#246;nnte es weiter eine kommerzielle Musikindustrie geben, die Mehrwertangebote mache. Doch wer will ernsthaft glauben, dass &#8211; wenn alle alles tauschen d&#252;rfen &#8211;  daneben noch ein relevanter kommerzieller Online-Vertriebsmarkt bestehen wird? Die  Kulturindustrie vertreibt ihre Inhalte nun einmal zum Gro&#223;teil an  Endkonsumenten. Der Verweis auf &#8220;nicht-kommerzielle Nutzung&#8221; wird der  Tragweite nicht gerecht und verniedlicht die Angelegenheit. H&#246;chstwahrscheinlich w&#252;rde in Zukunft ein L&#246;wenanteil der Verg&#252;tungen von Urhebern &#252;ber die Flatrate-Verwertungsgesellschaft verteilt.</p>
<p><strong>2. Sie untersch&#228;tzen die Schwierigkeit, die Koordinierungseffekte eines Kulturmarktes auch nur halbwegs in einer Verwertungsgesellschaft abzubilden.</strong></p>
<p>Die bestehenden Kulturm&#228;rkte haben ihre Macken &#8211; aber sie organisieren ein bestimmtes Wissen: Mit welchen Preisen und welchen Produktauspr&#228;gungen entsteht ein nutzerad&#228;quates, effizientes und innovatives Angebot? Mit der Kulturflatrate w&#252;rde diese Koordinierungsfunktion vornehmlich Verwertungsgesellschaften zufallen. Nach den bisherigen Erfahrungen, kann man skeptisch sein, ob ihnen dies ann&#228;hernd befriedigend gelingt.</p>
<p><strong>3. Sie &#252;bersch&#228;tzen die Legalisierungseffekte einer Kulturflatrate.</strong></p>
<p>Die Kulturflatrate verspricht lediglich, das Urheberrechtsproblem im Zusammenhang mit unkommerziellen Tauschb&#246;rsen zu l&#246;sen. Doch was ist mit kommerziell betriebenen Tauschb&#246;rsen? Was ist mit kommerziellen Filehostern? Was ist den kommerziellen Film-Streamingsites, die illegale Inhalte anbieten? Die Kulturflatrate w&#252;rde nur Teile der bislang illegalen Nutzung urheberrechtlich gesch&#252;tzter Werke im Internet legalisieren.</p>
<p><strong>4. Sie untersch&#228;tzen, wie weitgehend in die Freiheitsrechte der Urheber eingegriffen w&#252;rde.</strong></p>
<p>Die Kulturflatrate sei keine &#8220;Verstaatlichung der Kreativwirtschaft&#8221;. Das ist nur teilweise richtig. Den Gr&#252;nen schwebt bei der Kulturflatrate eine &#8220;<a href="http://www.gruene-bundestag.de/cms/netzpolitik/dokbin/278/278059.kurzgutachten_zur_kulturflatrate.pdf">gesetzliche Lizenz</a>&#8221; vor. Den Urhebern w&#252;rden zentrale Verg&#252;tungsanspr&#252;che im Online-Vertrieb ohne  Widerspruchsrecht abgenommen werden &#8211; im Tausch gegen einen staatlich garantierten  Verg&#252;tungsanspruch. Erhebliche Teile der Ums&#228;tze der Kulturindustrie w&#252;rden so zwar nicht verstaatlicht, aber zentralisiert und zwangsvergesellschaftet &#8211; in Verwertungsgesellschaften. Dies stellt einen erheblichen Eingriff etwa in die Grundrechte nach Artikel 5 (Meinungs- und Kunstfreiheit) und Artikel 12 (Berufsfreiheit) des Grundgesetzes dar. Dies w&#252;rde zu einer massiven Gegenwehr und zahlreichen Klagen f&#252;hren.</p>
<p><strong>5. Sie &#252;bersch&#228;tzen, wie verbreitet die Tauschb&#246;rsennutzung eigentlich ist.</strong></p>
<p>In der Stellungnahme wird f&#228;lschlicherweise zitiert, es g&#228;be laut <a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;ct=res&amp;cd=1&amp;ved=0CAgQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.musikindustrie.de%2Fuploads%2Fmedia%2FBrenner_Studie_2009_01.pdf&amp;rct=j&amp;q=brenner+studie+2009&amp;ei=MIyqS8OdJ4L-mQODqNCLAg&amp;usg=AFQjCNFngl0SFLsGiaulCXlPnB_nPeYT0g&amp;sig2=lz2GrgNB7RKbHTIplCb0yg">Brenner-Studie</a> mehr als 10 Millionen Nutzer. Tats&#228;chlich sind es 3,8 Millionen und damit lediglich rund 10 Prozent der  Internetnutzer. Die Annahme, fast alle Onliner w&#252;rden Tauschb&#246;rsen  nutzen, erweist sich m&#246;glicherweise als Fiktion. So w&#228;re  die Kulturflatrate auch eine Abgabe, die alle zahlen, obwohl nur ein kleiner Teil die Angebote auch tats&#228;chlich nutzt.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>Die Debatte um eine Kulturflatrate fordert folglich mehr Realismus, mehr Ehrlichkeit und weniger Populismus. In ihrer jetzigen Form erstarrt sie in einer identit&#228;tsstiftenden Fiktion, die blind ist f&#252;r die Kollateralsch&#228;den.</p>
<p>Im Zuge einer differenzierten Debatte k&#246;nnte sich zeigen, dass branchenspezifische und freiwillige Flatrates ein sehr spannendes Modell darstellen. Denn Flatrate-Ans&#228;tze sind in der Tat sehr internetad&#228;quat und setzen sehr gut auf die Informations&#246;konomie des Netzes auf. Die Online-Kulturindustrie bewegt sich bekannterma&#223;en viel zu langsam und viel zu protektionistisch in Richtung solcher Modelle, die eine echte Alternative zu illegalen Download-Angeboten w&#228;ren.</p>
<p>Bevor man also den Urhebern weite Teile ihrer Online-Rechte mittels staatlich verordneter Pflichtlizenz abnimmt, sollte man vielleicht noch zwei, drei Versuche starten, die Kulturindustrie hierzulande davon zu &#252;berzeugen, dass sie selbst die L&#246;sung finden muss und kann.</p>
<p><em>Carta</em>-Texte in diesem Zusammenhang:</p>
<ul>
<li>Robin Meyer-Lucht: <a href="http://carta.info/10584/markt-oder-allmendewirtschaft-worum-es-bei-der-kulturflatrate-eigentlich-geht/">Markt- oder Allmendewirtschaft: Worum es bei der  Kulturflatrate eigentlich geht</a></li>
<li>Wolfgang Michal: <a href="../../23890/warum-wir-die-kulturflatrate-vielleicht-doch-noch-brauchen/">Warum  wir die Kulturflatrate vielleicht doch noch  brauchen</a></li>
<li>Robin Meyer-Lucht: <a href="http://carta.info/23192/kulturflatrate/">Tr&#252;pel: ‘Digital rights fair trade’ ist vielleicht  die bessere Kulturflatrate</a></li>
</ul>
<p>Lesetipp:</p>
<ul>
<li>Marcel Weiss: <a href="http://netzwertig.com/2009/06/29/kulturflatrate-pro-und-contra/">Kulturflatrate &#8211; Pro und Contra</a></li>
</ul>
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<a href="http://carta.info/24713/kulturflatrate-vogel-strauss-debatte/">Die Vogel-Strau&#223;-Debatte um die Kulturflatrate</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/24713/kulturflatrate-vogel-strauss-debatte/#comments">31 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=24713&amp;md5=fe31dca4e8090ea149329747dc8198b3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Warum wir die Kulturflatrate vielleicht doch noch brauchen</title>
		<link>http://carta.info/23890/warum-wir-die-kulturflatrate-vielleicht-doch-noch-brauchen/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 18:19:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich wei&#223;, das Thema ist nicht sexy. Aber die Lage der Urheber im Internet ist es auch nicht. Wir brauchen eine L&#246;sung. Der nachfolgende Beitrag ist ein Appell an alle, &#252;ber eine Flatrate f&#252;r Zweitverwertungen noch einmal nachzudenken! ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/b5c09736c95a452888d110d03a32d384" alt="" width="1" height="1" />Die Ausbeutung der Kreativen „durch den digitalen Mob“ muss aufh&#246;ren. So t&#246;nte der „Internetpionier“ <a href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EF3D66AAB23104807987FC43BF07E5FCE~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Jaron Lanier</a> vor kurzem in <em>FAZ</em> und <em>SZ</em>. Seine hysterische Wortwahl <a href="http://netzwertig.com/2010/01/20/jaron-lanier-in-der-faz-ideologien-wo-keine-sind/">verdeutlicht</a>: Der „War on Internet-Terror“ geht in die entscheidende Phase.</p>
<p>Truppenaufstockung hei&#223;t das Gebot der Stunde.</p>
<p>Wer k&#252;nftig ohne Erlaubnis (und das hei&#223;t: ohne Bezahlung) urheberrechtlich gesch&#252;tzte Werke nutzt, wird einer <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31610/1.html">Armada von Anw&#228;lten</a> gegen&#252;berstehen. Die Inkassobetriebe des Internets (Detekteien, Kanzleien, Mautstellen, Verwertungsgesellschaften) werden die n&#246;tigen Mittel an die Hand bekommen, um Nutzungsgeb&#252;hren auch eintreiben zu k&#246;nnen. Horrende Schadenersatzforderungen k&#246;nnten das kulturelle Klima vergiften.</p>
<p><strong>Das ist der Preis daf&#252;r, dass die Idee einer <span style="text-decoration: line-through">Mediennutzungspauschale</span> Kulturflatrate nicht ernsthaft genug diskutiert worden ist.</strong></p>
<p>Betrachten wir die verfahrene Situation aus dem Blickwinkel der Beteiligten:</p>
<p><strong>I.Kapitel:</strong></p>
<p><strong>Die Verwerter haben ein Problem.</strong></p>
<p>Egal, wie teuer und exklusiv ein Verlag das Nutzungsrecht an einer Story, einem Buch, einem Song oder einem Film erwirbt: Die technische M&#246;glichkeit, dass „unbefugte Dritte“ fast zeitgleich und praktisch kostenlos, oft unbehelligt und tendenziell unbegrenzt Kopien davon ziehen k&#246;nnen, zerst&#246;rt das herk&#246;mmliche Gesch&#228;ftsmodell der Verwerter im Kern. Anders als viele Kritiker meinen, haben die Verwerter jedoch erkannt, „dass der Copypreis der Zukunft das Copyright ist.“ Die M&#246;glichkeit, Werknutzungen per Internet weltweit zu verkaufen (d.h. Lizenzhandel zu betreiben), er&#246;ffnet globalen Verwertern riesige Gesch&#228;ftsfelder (so k&#246;nnte es neben Film-, Buch- und Musikmessen k&#252;nftig auch Zeitungs- und Zeitschriftenmessen geben). Verwerter richten ihr Augenmerk deshalb verst&#228;rkt auf die Zweitverwertungsm&#246;glichkeiten der Werke, die sie bei den Urhebern einkaufen.</p>
<p><strong>Um aber Gewinne im Lizenzhandel erzielen zu k&#246;nnen, sind nach Auffassung der Verwerter flankierende Gesetze und Vereinbarungen wie ein weltweit g&#252;ltiges Anti-Piraterieabkommen (<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,679439,00.html">ACTA</a>) oder nationale Leistungsschutzrechte notwendig. Polizei und Inkassobetriebe sollen gew&#228;hrleisten, dass die schwarzen Schafe (die Raubkopierer &amp; &#8220;Raubverlinker&#8221;) nicht ungeschoren davon kommen.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>II.Kapitel:</strong></p>
<p><strong>Die Urheber haben ein noch gr&#246;&#223;eres Problem.</strong></p>
<p>Die Sch&#246;pfer der Werke sind seit einigen Jahren in einer prek&#228;ren Lage. Einmal, weil die Verwerter &#8211; aufgrund der oben beschriebenen Probleme &#8211; die Honorare einfrieren oder k&#252;rzen. Zum anderen, weil die Urheber durch so genannte Buy-Out-Vertr&#228;ge kaum noch von Zweitverwertungen profitieren. Damit sitzen die Urheber in der Falle. <strong>Einerseits sinken ihre Honorare, andererseits k&#246;nnen sie ihre Einkommensverluste nicht durch Erl&#246;se aus Zweitverwertungen kompensieren.</strong> Die Verwerter zahlen den Urhebern f&#252;r Zweitverwertungen nichts (oder nur sehr wenig), weil sie selber <em>zur Zeit nichts</em> (oder nur sehr wenig) aus Zweitverwertungen im Netz erl&#246;sen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>III: Kapitel:</strong></p>
<p><strong>Die Nutzer sehen &#252;berhaupt kein Problem.</strong></p>
<p>Die <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/498411">Nutzer</a> (die der durchaus nachvollziehbaren Meinung sind, mit der Bezahlung des Internetzugangs auch die Netz-Inhalte bezahlt zu haben) weigern sich, das Dilemma der Urheber zur Kenntnis zu nehmen. Sie sagen, sie w&#252;rden die Werke der Urheber nicht oder nur selten nutzen. Oder sie verweisen (wie die Piratenpartei) kaltschn&#228;uzig darauf, dass das kostenlose Nutzen von Inhalten ja nicht die Urheber, sondern nur deren steinreiche Verwerter treffe. Was k&#246;nnen wir daf&#252;r, sagen die Nutzer, dass sich die Urheber bei ihren Honorarverhandlungen mit den Verwertern &#252;ber den Tisch ziehen lassen? (Diese, die gesellschaftlichen Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse ausblendende Argumentation werden die Kreativen den Nutzern <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/hest/fair-trade-content--jetzt">nicht so schnell</a> vergessen!).</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>IV. Kapitel:</strong></p>
<p><strong>Die Urheber sind gezwungen, als Verwerter aufzutreten. </strong></p>
<p>Das Internet &#228;ndert die bisherige Rollenverteilung. Zugangsprovider, Ger&#228;tehersteller, Suchmaschinen und soziale Netzwerke treten in die Fu&#223;stapfen der traditionellen Verleger. Verleger und Urheber entwickeln sich <em>zu konkurrierenden Anbietern</em> auf dem Inhalte-Markt. Verleger f&#252;hlen sich als Urheber (siehe Leistungsschutzrecht) und Urheber werden immer &#246;fter zu ihren eigenen Verlegern: Sie m&#252;ssen &#8211; schon aufgrund der sinkenden Honorare &#8211; ihre Werke k&#252;nftig selbst vermarkten.</p>
<p>Wie sieht nun aber der Verwerterstatus von Urhebern im Netz tats&#228;chlich aus? Die meisten krebsen so vor sich hin. Ihre T&#228;tigkeit wird „mangels erkennbarer Gewinnerzielungsabsicht“ von den Finanz&#228;mtern als Liebhaberei eingestuft. Ihr Gesch&#228;ftsmodell ist die Hoffnung. <strong>Im Grunde verschenken sie ihre Arbeit an sich selbst &#8211; in der vagen Hoffnung, ihren Lebensunterhalt eines Tages mit Lizenzhonorareinnahmen (=Tantiemen) bestreiten zu k&#246;nnen.</strong> Diese Tantiemen erbetteln sie &#8211; in m&#252;hsamer Kleinarbeit &#8211; von konkurrierenden Internet-Anbietern (Online-Magazine, Portale, Blogs) oder von almosenbereiten Nutzern (PayPal, Kachingle, Kaffeekasse, spot.us etc.). Die Wahrscheinlichkeit, damit auf einen gr&#252;nen Zweig zu kommen, ist gering. Bislang wird jede kleinteilige Bezahlung von der &#252;bergro&#223;en Mehrheit der Nutzer als unangemessen, ja als l&#228;stig empfunden. Also verschenken die Urheber nicht nur die Nutzungsrechte, sie verschenken ihre komplette Arbeitsleistung.</p>
<p><strong>Die Nutzer verhindern auf diese Weise (ganz nebenbei) die Emanzipation der Kreativen von den herk&#246;mmlichen Gesch&#228;ftsmodellen.</strong> Sie treiben die Kreativen in den Ruin. Die Nutzer ignorieren, dass sich der Aufwand f&#252;r die <em>Erstellung</em> von Inhalten &#8211; im Gegensatz zum Aufwand f&#252;r die <em>Verbreitung</em> von Inhalten &#8211; durch das Internet nicht ver&#228;ndert. Die Sch&#246;pfung der immateriell (also digital) verbreiteten Werke erfordert genauso viel Arbeitszeit und K&#246;nnen wie die Sch&#246;pfung der materiell (also analog) verbreiteten Werke. Das ist der Grund, warum Kreative, Nutzer und Verwerter eine L&#246;sung finden m&#252;ssen, die einen <em>fairen Interessenausgleich</em> zustande bringt. Das hei&#223;t:<strong> Das Gesamteinkommen der Urheber (wie das der Verwerter) muss sich schrittweise von den Honoraren (und den Produkterl&#246;sen) zu den Tantiemen hin verlagern.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>V. Kapitel:</strong></p>
<p><strong>Der heutige Tantiemen-Topf ist viel zu klein.</strong></p>
<p>In Deutschland existieren etwa ein Dutzend so genannter Verwertungsgesellschaften (VG). Das sind Unternehmen, die Urheber- und Leistungsschutzrechte treuh&#228;nderisch f&#252;r ihre Mitglieder wahrnehmen. Die Verwertungsgesellschaften ziehen Nutzungsgeb&#252;hren (Ger&#228;teabgaben, Bibliothekstantiemen etc.) f&#252;r ihre Mitglieder ein und verteilen sie nach einem <em>&#252;berpr&#252;fbaren</em> Schl&#252;ssel auf alle Wahrnehmungsberechtigten. Die Verwertungsgesellschaften verteilen also keine klassischen Honorare (wie f&#228;lschlicherweise oft angenommen wird), sie verteilen Lizenzhonorare: meist im Cent-Bereich liegende „Geb&#252;hren“, die f&#252;r die Weiternutzung <em>von bereits ver&#246;ffentlichten Werken</em> erhoben werden.</p>
<p>So resultiert etwa bei den in der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) organisierten Autoren der gr&#246;&#223;te Teil des Einkommens bis heute aus traditionellen Honoraren, die von den Verwertern (= den Verlagen) an die Autoren bezahlt werden (mehr als 95 Prozent). Und bei den Verwertern stammt der gr&#246;&#223;te Teil der Einnahmen noch immer aus den Verk&#228;ufen von materiell vervielf&#228;ltigten Werken: B&#252;chern, CDs, DVDs, Zeitungen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>In der vor uns liegenden &#220;bergangszeit zum volldigitalen Zeitalter muss sich das Verh&#228;ltnis zwischen Honoraren und Tantiemen grundlegend &#228;ndern.<strong> Die entscheidende Frage wird sein: Wie kann der Tantiemen-Anteil in Zukunft so erh&#246;ht werden, dass die tendenziell sinkenden Honorar- und Produktverkaufs-Einnahmen ausgeglichen werden?</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>VI. Kapitel:</strong></p>
<p><strong>Die Kulturflatrate w&#228;re eine hilfreiche &#220;bergangsl&#246;sung.</strong></p>
<p>Das Leistungsschutzrecht, das die Zeitungsverlage fordern, geht in diese Richtung. Doch das Leistungsschutzrecht ist eine unbefriedigende Teil-L&#246;sung im Interesse einiger weniger Gro&#223;verlage und w&#252;rde das Web &#8211; durch die <a href="http://carta.info/18610/die-innere-logik-der-link-oekonomie/">Beschr&#228;nkung des kostenfreien Verlinkens</a> &#8211; zerrei&#223;en. Die Entwicklung der Wissensgesellschaft w&#252;rde behindert, nur um die Partikularinteressen einiger Aktion&#228;re zu befriedigen.</p>
<p>Die von den Presseverlagen geforderte „Verwertungsgesellschaft Online“ w&#228;re in ihrer Ausgestaltung ganz auf die Interessen der Presseverlage zugeschnitten. Die Lage der Urheber w&#252;rde sich – wie <a href="http://www.kommunikationundrecht.de/archiv/pages/show.php?timer=1260795904&amp;deph=0&amp;id=68501&amp;currPage=1">ein Rechtsgutachten</a> im Auftrag des Bayerischen Journalistenverbandes k&#252;rzlich darlegen konnte – verschlechtern.</p>
<p>Ein Leistungsschutzrecht f&#252;r Zeitungsverlage (eine „Lex D&#246;pfner“) w&#252;rde nur dazu f&#252;hren, dass auch andere Verwerter massiv versuchen m&#252;ssten, ihre <em>Sonderinteressen</em> zu Lasten der Allgemeinheit durchzusetzen. <strong>Wir bek&#228;men einen Wildwuchs aus sich &#252;berschneidenden Verwertungsgesellschaften mit Dutzenden von Abgaben, Nutzungsgeb&#252;hren und Abo-Flatrates inklusive der daf&#252;r notwendigen B&#252;rokratien und Aufsichtsorgane.</strong> Und wir bek&#228;men eine <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31444/1.html">h&#228;ssliche</a> <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/spezialisiert-auf-textdieb-jagd/">Abmahnrepublik</a>, in der jedes noch so kleine Partikularinteresse brutal gegen „Content-Diebe“ und „Webkommunisten“ durchgesetzt werden m&#252;sste. Die sich aufaddierenden Kosten f&#252;r die Nutzer des Internets kann sich jeder leicht ausrechnen.</p>
<p><strong>Weder die Kreativen noch die Nutzer haben erkannt, was da von Seiten der Gro&#223;verwerter auf sie zukommt – und wie wichtig eine Ann&#228;herung zwischen Nutzern und Kreativen w&#228;re.</strong> Doch noch immer geraten Nutzer und Urheber bei Debatten &#252;ber <em>eine Kulturflatrate</em> in unfruchtbaren Streit (weil sie annehmen, eine Flatrate k&#228;me einer Voll-Bezahlung aller Kreativen gleich) oder sie versuchen, die Debatte mit ideologischen Phrasen („Zwangsgeb&#252;hren“!) im Keim zu ersticken.</p>
<p><strong>Dabei h&#228;tte eine pauschale Nutzungsgeb&#252;hr f&#252;r die &#220;bergangszeit ins digitale Zeitalter (etwa in Form einer breitband-abh&#228;ngigen Haushaltsabgabe oder als fl&#228;chendeckendes social micropayment nach dem <a href="http://www.gulli.com/news/flattr-sozialer-micropayment-dienst-in-der-betaphase-2010-02-13">flattr-Modell</a>) unbestreitbare</strong> <strong>Vorteile. </strong></p>
<p><strong>Eine Flatrate</strong></p>
<ul>
<li><strong>w&#228;re &#8211; wie die Rundfunkgeb&#252;hr &#8211; f&#252;r alle Nutzer erschwinglich</strong>;</li>
<li>ihre B&#252;rokratie hielte sich in Grenzen;</li>
<li>man k&#246;nnte auf Abmahnungen verzichten;</li>
<li>das Verlinkungs-Netz w&#252;rde nicht durch Mautstellen zerst&#246;rt;</li>
<li>ein breites Spektrum von unabh&#228;ngigen Kreativen bliebe erhalten (da es nicht &#8211; wie bei den Leistungsschutzrechten, siehe GEMA &#8211; zu einer Verarmung der k&#252;nstlerischen Produktion auf wenige Stars und viele abh&#228;ngige Armutskreative k&#228;me).</li>
</ul>
<p>Die Nutzer des Internets und die wahrnehmungsberechtigten Kreativen w&#252;rden mit <strong>einer gro&#223;en, nicht-staatlichen, drittelparit&#228;tisch besetzten, transparenten Verwertungsgesellschaft </strong>besser fahren als mit vielen, allein von Verwerterinteressen dominierten, letztlich undurchschaubaren Instanzen.</p>
<p><strong>Auch die individuelle Leistungsbereitschaft w&#252;rde durch eine Kulturflatrate keineswegs geschm&#228;lert.</strong> Jeder Kreative k&#246;nnte den Honoraranteil an seinen Einnahmen durch geschicktes Verhandeln mit den Verwertern (also jenen, die ganz auf Paid Content setzen) erh&#246;hen. <strong>Paid Content und Kulturflatrate schlie&#223;en sich ebenso wenig aus wie Bezahlfernsehen und &#246;ffentlich-rechtlicher Rundfunk.</strong></p>
<p>Es w&#228;re auch denkbar, die Kulturflatrate in zehn oder zwanzig Jahren durch eine pr&#228;zisere, „gerechtere“ L&#246;sung zu ersetzen &#8211; wenn so genannte „Smart Meters“ nicht nur den Stromverbrauch, sondern auch den Internetverbrauch eines Haushalts individuell erfassen k&#246;nnen. Oder wenn „Individual-Flatrates“ wie <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2010/02/11/flattr-pirate-bay-gruender-peter-sunde-will-paid-content-revolutionieren/">flattr</a> hinreichend akzeptiert w&#252;rden. Allerdings ergibt sich aus all dem die nicht minder problematische Frage, ob eine kundenbezogene Internet-Abrechnung nicht mit einer ebenso pr&#228;zisen Datenerfassung und -&#252;berwachung erkauft werden m&#252;sste.</p>
<p><strong>Die Flatrate-Idee nun aus Mangel an politischer Phantasie (oder gar im App-Delirium) ad acta zu legen, w&#228;re kulturpolitisches Harakiri.</strong></p>
<p><em>Lesen Sie zum Thema auch:</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Volker Grassmucks <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/erwiderung-auf-das-musikindustrie-positionspapier-zur-kulturflatrate/">Antwort</a></em><em> an die Musikindustrie, die Carta-Beitr&#228;ge „<a href="http://carta.info/10288/abo-oder-flatrate-auf-welches-bezahl-modell-laeuft-es-hinaus/">Abo oder Flatrate</a>. Auf welches Bezahlmodell l&#228;uft es hinaus?“ und <a href="http://carta.info/3260/flatrate-journalismus/">„Flatrate f&#252;r Journalismus“</a> sowie zwei Beitr&#228;ge (<a href="http://www.basicthinking.de/blog/2010/03/07/basic-flashback-danke-fuer-das-arschloch-lieber-leser/">Basic Thinking</a> &amp; <a href="http://jensweinreich.de/2010/02/22/online-gebuhren-uber-den-wert-von-qualitatsjournalismus/">Jens Weinreich</a>), die zeigen, dass auch die Nerven vieler <a href="http://yuccatree.de/2010/03/wer-sich-noch-wundert-warum-vielen-bloggern-der-spas-an-der-sache-vergeht/">Blogger</a> allm&#228;hlich blank liegen. </em>
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<a href="http://carta.info/23890/warum-wir-die-kulturflatrate-vielleicht-doch-noch-brauchen/">Warum wir die Kulturflatrate vielleicht doch noch brauchen</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/23890/warum-wir-die-kulturflatrate-vielleicht-doch-noch-brauchen/#comments">48 comments</a>
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		</item>
		<item>
		<title>Leutheusser-Schnarrenberger: Das Leistungsschutzrecht nicht &#252;bers Knie brechen</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 07:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helmut Hartung</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Justizministerin im Interview: &#220;ber die Zukunft der Privatkopie, M&#246;glichkeiten der Piraterie-Bek&#228;mpfung, die "Zwangskollektivierung" durch die Kulturflatrate, das Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverleger und die Bedeutung des Selbstdatenschutzes.

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/955aac7b3e8147cbb9386e3a5c98681c" width="1" height="1" alt=""/> <em>Frau Ministerin, der Schutz des Urheberrechts spielt im Koalitionsvertrag eine gro&#223;e Rolle. Welche Probleme m&#252;ssten Ihrer Meinung nach in dieser Legislaturperiode gel&#246;st werden?</em></p>
<div id="attachment_23779" class="wp-caption alignleft" style="width: 182px"><em><a href="http://www.flickr.com/photos/sls09/3816488560/"><img class="size-full wp-image-23779 " title="Sabine Leutheusser-Schnarrenberger" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/sls.jpg" alt="Foto: sls2009 (cc by-nc-sa)" width="172" height="228" /></a></em><p class="wp-caption-text">Foto: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (cc by-nc-sa)</p></div>
<p>Leutheusser-Schnarrenberger: Dem Urheberrecht kommt in unserer Medien- und Informationsgesellschaft eine Schl&#252;sselfunktion zu – das haben wir auch im Koalitionsvertrag ganz deutlich gemacht. Deshalb werden wir den Schutz kreativer Leistungen mit einem „Dritten Korb“ zur Reform des Urheberrechts weiter modernisieren.</p>
<p>Wir wollen die Bek&#228;mpfung von Urheberrechtsverletzungen im Internet verbessern und uns f&#252;r einen europ&#228;ischen Rechtsrahmen f&#252;r die Verwertungsgesellschaften einsetzen. Ganz wichtig ist jedoch, dass wir den Respekt vor fremdem geistigen Eigentum weiterhin f&#246;rdern.</p>
<p><em>Wie sehen Sie dabei das Verh&#228;ltnis von Schutz der kreativen Leistungen und dem Internet als Quelle der Information und der Wissensvermittlung?</em></p>
<p>Leutheusser-Schnarrenberger: Das Urheberrecht muss einen angemessenen Ausgleich aller betroffenen Interessen gew&#228;hrleisten, auch in einem digitalen Umfeld. Wir ber&#252;cksichtigen deshalb bei unseren &#220;berlegungen zum Dritten Korb sowohl die Interessen der Sch&#246;pfer wie auch der Nutzer kreativer Leistungen. Und auch die Anliegen der Verlage und Internetprovider m&#252;ssen angemessene Beachtung finden.</p>
<p><em>Zu den umstrittenen Entscheidungen des Ersten Korbes des Urheberrechtsgesetzes geh&#246;rte die Privatkopie. Sollte die Privatkopie weiter zul&#228;ssig sein?</em></p>
<p>Ja, ganz eindeutig! Im Dritten Korb pr&#252;fen wir nur zwei spezielle Fragen, n&#228;mlich erstens, ob man die Privatkopien auf Originale beschr&#228;nken sollte, und zweitens, ob weiterhin auch Dritten ein Vervielf&#228;ltigungsrecht zustehen muss.</p>
<p><em>Sie haben unl&#228;ngst bei einer Veranstaltung des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien gesagt, „dass der Schutz des geistigen Eigentums im Wandel begriffen“ sei. Worin zeigt sich dieser Wandel vor allem?</em></p>
<p>Leutheusser-Schnarrenberger: Ich wei&#223; nicht, ob es ein besonders symboltr&#228;chtiges Ph&#228;nomen dieses Wandels gibt. Jedenfalls kennen wir die Ursache f&#252;r die neuen Herausforderungen an den Schutz des geistigen Eigentums. <strong>Die Digitalisierung hat eine Reform des Urheberrechts unumg&#228;nglich gemacht.</strong> Schon immer haben neue technische Entwicklungen eine Anpassung des Rechts an die neue Lebenswirklichkeit erzwungen. Mit dem Internet erleben wir derzeit einen solchen Prozess besonders drastisch.</p>
<p><em>Sie haben erkl&#228;rt, dass Sie gegen Netzsperren zur Sanktionierung von Urheberrechtsverst&#246;&#223;en sind und dem franz&#246;sischen Modell der Internetsperren ablehnend gegen&#252;berstehen. Warum?</em></p>
<p>Leutheusser-Schnarrenberger: Ich habe immer wieder deutlich gemacht, dass ich grunds&#228;tzlich gegen Netzsperren bin. Wer den Zugang zum Internet kappt, wie das franz&#246;sische Modell es vorsieht, greift tief in die Kommunikationsfreiheit ein, denn der Betroffene ist dann auch von einer ganz legalen Nutzung des Internets ausgeschlossen – ich halte das f&#252;r verfassungsrechtlich &#228;u&#223;erst bedenklich. Ohnehin d&#252;rfte das franz&#246;sische Modell schon nach den geltenden deutschen Datenschutzbestimmungen unzul&#228;ssig sein. Meine ablehnende Haltung hat aber auch ganz praktische Gr&#252;nde: Wie soll denn beispielsweise bei mehreren Nutzern eines gemeinsamen Internetanschlusses sichergestellt werden, dass unbeteiligte Dritte nicht ebenfalls von den Sanktionen betroffen werden?</p>
<p><em>Wie l&#228;sst sich dann Piraterie wirksam bek&#228;mpfen?</em></p>
<p>Leutheusser-Schnarrenberger: Wir werden unter Wahrung des Datenschutzes bessere Instrumente zur konsequenten Bek&#228;mpfung von Urheberrechtsverletzungen im Internet schaffen. Dabei wollen wir M&#246;glichkeiten der Selbstregulierung unter Beteiligung von Rechtsinhabern und Internetservice-Providern f&#246;rdern. Ich begr&#252;&#223;e daher die Gespr&#228;che, die gegenw&#228;rtig Vertreter der Content-Industrie mit Vertretern der Internet-Service Provider im Rahmen des Wirtschaftsdialogs f&#252;r mehr Kooperation zur Bek&#228;mpfung der Internetpiraterie f&#252;hren.</p>
<p><em>Wie sollten die Leistungen der Kreativen verg&#252;tet werden?</em></p>
<p>Leutheusser-Schnarrenberger: <strong>Kreativit&#228;t muss sich auch lohnen</strong>. Das geltende Recht garantiert dem Urheber einen Anspruch auf angemessene Verg&#252;tung, wenn seine gesch&#252;tzten Werke genutzt werden.</p>
<p><em>Ist f&#252;r Sie auch eine Kulturflatrate eine sinnvolle L&#246;sung?</em></p>
<p>Leutheusser-Schnarrenberger: Nein. Mal abgesehen von den praktischen Schwierigkeiten f&#252;hrt die Kulturflatrate letztlich zu einer „Zwangskollektivierung“ von Rechten. Die Folge ist, dass der Rechtsinhaber nicht mehr frei &#252;ber seine Rechte bestimmen darf &#8211; das kann nicht der richtige Weg sein.</p>
<p><em>Sollte das Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage au&#223;erhalb des Dritten Korbes des Urheberrechtsgesetzes geregelt werde?</em></p>
<p>Leutheusser-Schnarrenberger: Einen &#252;berzeugenden inhaltlichen Grund f&#252;r zwei getrennte Gesetzgebungsverfahren sehe ich nicht. Wir werden den Zeitplan pragmatisch handhaben. Insbesondere zum Thema „Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage“ werden wir mit allen Beteiligten eine intensive Diskussion f&#252;hren, um eine vern&#252;nftige und tragf&#228;hige L&#246;sung zu finden. Wenn sich herausstellen sollte, dass wir daf&#252;r mehr Zeit brauchen, will ich eine gesonderte Regelung aber auch nicht ausschlie&#223;en.</p>
<p><em>Wie dringend ist eine solche Regelung?</em></p>
<p>Leutheusser-Schnarrenberger: Dass die Frage des neuen Leistungsschutzrechts einen hohen Stellenwert hat, k&#246;nnen Sie schon daran erkennen, dass dieses Ziel im Koalitionsvertrag ausdr&#252;cklich vereinbart ist. Es besteht aber keine Notwendigkeit, die Sache &#252;bers Knie zu brechen. Wir m&#252;ssen die Interessen aller Beteiligten angemessen ber&#252;cksichtigen und deswegen sehr sorgf&#228;ltig arbeiten. Mit einem un&#252;berlegten Schnellschuss w&#228;re niemandem geholfen.</p>
<p><em>Welche Fragen sollte ein solches Leistungsschutzrecht unbedingt regeln?</em></p>
<p>Leutheusser-Schnarrenberger: Das Urheberrechtsgesetz kennt ja bereits verschiedene Leistungsschutzrechte, wie etwa das Leistungsschutzrecht der Tontr&#228;gerhersteller<br />
oder der Filmhersteller. Wir m&#252;ssen also das Rad nicht neu erfinden. Die wichtigste Frage ist nat&#252;rlich, wie weit der neue Schutz der Verlage eigentlich gehen soll.</p>
<p><em>Sie halten eine Beteiligung der privaten Sender an der Ger&#228;tepauschale f&#252;r m&#246;glich. F&#252;hrt das nicht zwangsl&#228;ufig dazu, dass die Pauschale und damit u.a. die entsprechenden Ger&#228;te teurer werden und der B&#252;rger wieder st&#228;rker belastet wird?</em></p>
<p>Leutheusser-Schnarrenberger: Nein, diese Entwicklung halte ich &#252;berhaupt nicht f&#252;r zwangsl&#228;ufig. Zun&#228;chst ist es doch so, dass die Verwertungsgesellschaften die H&#246;he der pauschalen Verg&#252;tung mit den Verb&#228;nden der Hersteller und Importeure der Ger&#228;te und Speichermedien aushandeln. Ob und wie eine m&#246;gliche Beteiligung der Sender die H&#246;he der Verg&#252;tung beeinflussen w&#252;rde, h&#228;ngt also vom Ergebnis dieser Verhandlungen ab. Zudem ist im Urheberrechtsgesetz klar geregelt, dass die Verg&#252;tung in einem wirtschaftlich angemessenen Verh&#228;ltnis zum Preisniveau des Ger&#228;ts oder Speichermediums stehen muss. Damit ist eine unangemessene Belastung der B&#252;rger ausgeschlossen.</p>
<p><em>Sie planen eine Stiftung Datenschutz. Was ist das Ziel und ab wann k&#246;nnte sie die Arbeit aufnehmen?</em></p>
<p>Leutheusser-Schnarrenberger: Wir haben im Koalitionsvertrag die Einrichtung einer Stiftung Datenschutz vorgesehen, die Produkte und Dienstleistungen auf  Datenschutzfreundlichkeit pr&#252;fen und entsprechende G&#252;tesiegel vergeben wird. Sie soll aber auch Aufkl&#228;rungsarbeit leisten. Ich halte es f&#252;r ungeheuer wichtig, den B&#252;rgerinnen und B&#252;rgern die Bedeutung von <strong>„Selbstdatenschutz“</strong> vor Augen zu f&#252;hren. Ein achtsamer Umgang mit den eigenen Daten setzt aber voraus, dass man wei&#223;, wer die Daten verwendet und an wen sie weitergegeben werden. Wir m&#252;ssen deshalb verbesserte Regelungen schaffen, um informierte und freie Entscheidungen &#252;ber die Nutzung der eigenen Daten zu erm&#246;glichen. Die neue Stiftung Datenschutz soll ihre Arbeit so schnell wie m&#246;glich aufnehmen, daher arbeitet die Bundesregierung derzeit intensiv an den genauen Rahmenbedingungen.</p>
<p><span style="color: #ffffff;"><em>.</em></span></p>
<p><a href="http://www.promedia-berlin.de/"><img class="size-full wp-image-23754 alignleft" title="promediacover_3_2010" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/promediacover_3_2010.jpg" alt="promediacover_3_2010" width="120" height="168" /></a><em>Dieses Interview hat Helmut Hartung f&#252;r das medienpolitische Fachmagazin </em><em><a href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a> gef&#252;hrt, das mit </em><em>Carta kooperiert.</em></p>
<p><span style="color: #ffffff;"><em>.</em></span></p>
<p><span style="color: #ffffff;"><em>.</em></span></p>
<p><span style="color: #ffffff;"><em>.</em></span></p>
<p><em><span style="color: #ffffff;">.</span><br />
</em>
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		<title>Die Musikindustrie zur Kulturflatrate: Positionspapier gegen ein Phantom</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 17:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Renner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Musikindustrie f&#252;rchtet die Kulturflatrate. Alternativen zu schaffen, hat sie bislang vers&#228;umt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/ec8f593ca9a84d8abdd52c17d6ead82a" alt="" width="1" height="1" />Seit Ende Januar sind wir schlauer: Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) hat in einem <a href="http://www.musikindustrie.de/politik_einzelansicht/back/56/news/positionspapier-zur-kulturflatrate/">Thesenpapier</a> seinen Mitgliedern und der Welt mitgeteilt, weshalb er die Idee einer Kulturflatrate ablehnt. Viele wissen nicht so genau was eine Kulturflatrate ist, die meisten nicht, woher das kommt, doch trotzdem f&#252;rchtet man sie in vielen Chefetagen der gro&#223;en Plattenfirmen bereits.</p>
<p>Dabei handelt es sich bei dem Phantom Kulturflatrate lediglich um die naheliegende Idee, reales Tun zu legalem Tun werden zu lassen. &#196;hnlich wie die Privatkopie – gebrannte CDs oder kopierte Kassetten – schon seit den 60er Jahren verbrieftes Recht eines jeden Bundesb&#252;rgers ist, soll im Rahmen der Kulturflatrate auch Filesharing vom Gesetzgeber legalisiert werden.</p>
<p>Eine pauschale Geb&#252;hr f&#252;r die Urheber ist bereits heute bei CD-Rohlingen oder Brennern eingepreist. Leermedienabgabe nennt sich das und die damit generierten Millionen flie&#223;en &#252;ber die GEMA in Richtung Autoren und mittels der GVL an die Produzenten und somit auch zu den Plattenfirmen. Analog dazu w&#252;rde durch eine Kulturflatrate jeder Internetanschluss mit einer Pauschalabgabe f&#252;r die genutzten Rechte belastet und die Einnahmen an die Rechteinhaber verteilt. Die Gr&#252;nen sind gr&#246;&#223;tenteils daf&#252;r, die Sozialdemokraten wollen das laut Parteiprogramm zumindest pr&#252;fen.</p>
<p>Die Verb&#228;nde der Musikwirtschaft – egal ob gro&#223; oder klein, ob Indie oder Major – setzen bislang auf Verbote. Frankreich, wo Filesharer vom Internet abgeklemmt werden, sobald sie zum dritten Mal beim Download erwischt wurden, gilt als Vorbild. Verfassungsrechtlich ist das in Deutschland nicht durchsetzbar. Artikel 5 des Grundgesetzes, der jedem B&#252;rger freien Zugang zu Informationen gew&#228;hrleistet, steht dem entgegen.</p>
<p>Die schlauen Funktion&#228;re des BMVI wissen das. Und das ist wahrscheinlich die eigentliche Botschaft dahinter, gerade jetzt aus heiterem Himmel einen Zehn-Punkte-Kanon gegen die Kulturflatrate zu ver&#246;ffentlichen. Sie beklagen darin (Punkt 1), dass die Kulturflatrate auch von B&#252;rgern bezahlt werden m&#252;sse, die sie vielleicht gar nicht nutzen w&#252;rden. Sie st&#246;rt (Punkt 3) zudem, dass eine solche Geb&#252;hr nicht sozial differenziere und somit die Schwachen verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig st&#228;rker belasten w&#252;rde. Ihr ist es ein Graus, dass mit der Kulturflatrate Beethovens Neunte und ein Pornofilm bez&#252;glich ihres Marktwertes auf derselben Stufe st&#252;nden (so w&#246;rtlich Punkt 5) – und in der Konsequenz die Kultur verflachen w&#252;rde.</p>
<p>All das w&#228;re nachvollziehbar: Wenn dieselbe Industrie die Einnahmen aus der Leermittelabgabe ablehnen w&#252;rde, sobald sie &#252;ber Brenner generiert wird, mit denen keine Musik kopiert wird. Wenn sie CDs und Downloads f&#252;r Hartz-IV-Empf&#228;nger zum halben Preis anbieten w&#252;rde. Wenn sie f&#252;r die Platten ihrer DSDS-Eintagsfliegen nicht zumeist mehr verlangen w&#252;rde als f&#252;r ihre Sch&#228;tze aus dem Rock- und Klassikkatalog.</p>
<p>Das wirklich stechende Argument des Verbandes ist die Sorge vor der Abschaffung der Marktwirtschaft in der Musikkultur. Die Sorge scheint berechtigt, denn so absurd es klingen mag: Rock und Pop brauchen die Marktwirtschaft, um sich &#252;berhaupt weiter entwickeln zu k&#246;nnen. Verteilt man die in einer Kulturflatrate erhobenen Geb&#252;hrengelder wie eine Kulturf&#246;rderung, kann das im Sinne der Erneuerung kaum klappen. Welche offizielle Stelle h&#228;tte in den 70er-Jahren Punk gef&#246;rdert, der damals als Krach angesehen wurde? Welche Regierungspartei h&#228;tte sich in den 80ern f&#252;r Techno stark gemacht, das man als monotone Spa&#223;welle ansah?</p>
<p>Selbst die Verteilung &#252;ber die Ergebnisse einer freiwillig von den Nutzern aktivierten Screening-Software, wie sie manche Bef&#252;rworter der Kulturflatrate als L&#246;sungsmodel propagieren, klingt wenig hoffnungsvoll f&#252;r Nischen und ungew&#246;hnliche Ideen. Sie soll das wirkliche Nutzungsverhalten beim Surfen und beim Download &#252;ber diverse Portale dokumentieren, die Logik erinnert aber gef&#228;hrlich an eine Onlineversion des GfK-o-Meters, mit dem in einigen ausgew&#228;hlten Haushalten von Freiwilligen die TV-Nutzung gemessen wird. Was bei dieser Art von Meinungsumfrage heraus kommt, ist bekannt und mit dem t&#228;glichen TV-Horror von Gerichts- und Castingsshows, die sich nach dem in Quoten gemessenen Erfolg orientieren, einschl&#228;gig dokumentiert. Will man als Verfechter einer Kulturflatrate eine Verengung der Musikkultur auf dem Niveau von Privatfernsehen?</p>
<p>Neu an dem Papier des Verbandes ist, dass erstmals Fragen gestellt (Punkt 10) und nicht lediglich Standpunkte verteidigt werden. Vieles ist in der Diskussion &#252;ber die Kulturflatrate tats&#228;chlich noch &#252;berhaupt nicht definiert. Wie verh&#228;lt es sich mit anderen digital vertriebenen G&#252;tern jenseits von Musik? Wer oder was entscheidet &#252;ber H&#246;he und Verteilung einer solchen Abgabe? Wie wird zwischen den unterschiedlichen Bezugsberechtigten differenziert? Wer Fragen stellt, ist neugierig und signalisiert eine generelle Gespr&#228;chsbereitschaft.</p>
<p>Viele m&#246;gliche Antworten w&#252;rden sich allerdings er&#252;brigen, wenn die Rechteinhaber selbst die Marktwirtschaft nutzen und einer Kulturflatrate zuvor kommen w&#252;rden. W&#252;rden sie eine Flatrate anbieten, die mindestens so gut ist wie das, was man sich als Konsument m&#252;hsam und illegal &#252;ber Torrent-Tracker besorgen muss, w&#228;re die ganze Diskussion n&#228;mlich obsolet. Es w&#228;re ein freiwilliges Flatrate-Angebot, das alle Musik in bester Qualit&#228;t anbieten w&#252;rde, sobald sie das erste Mal im Radio lief oder an die Medien ging. Verbunden mit einer guten Aufbereitung und Beratung w&#228;re das eine hoch attraktive Dienstleistung, die der illegalen Konkurrenz klar &#252;berlegen w&#228;re. F&#252;r all die, die wenig Zeit, aber ein bisschen Geld haben, w&#228;re es ein Traum. Auf der Suche nach dessen Erf&#252;llung begehen sie heute einen Rechtsbruch und nehmen allerlei Widrigkeiten in Kauf. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie zahlen, ist sehr hoch – w&#252;rde man es ihnen nur einfach machen.</p>
<p>Auch f&#252;r die K&#252;nstler w&#228;re eine solche Flatrate eine faire Form der Distribution und Entlohnung, denn sie w&#228;re servergest&#252;tzt und daher nutzungsgerecht abzulesen und abzurechnen. F&#252;r den Verband w&#228;re sie der beste Weg, zu beweisen, wie eine Alternative zur Kuturflatrate aussehen k&#246;nnte. Lediglich die Kids – traditionell mit viel Zeit, aber wenig Geld versehen – kann man damit wahrscheinlich noch nicht f&#252;r sich gewinnen. Muss man aber auch nicht zwingend, schlie&#223;lich ist der durchschnittliche Plattenk&#228;ufer bereits 37 Jahre alt. Geklaut haben die Teenager Musik schon immer. Fr&#252;her hat das nur der Plattenh&#228;ndler und nicht die Plattenfirma zu sp&#252;ren bekommen.</p>
<p><em>Dieser Text von Tim Renner erscheint auch im <a href="http://www.motor.de/motorblog">Motorblog</a>.</em>
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		<title>Tr&#252;pel: &#8216;Digital rights fair trade&#8217; ist vielleicht die bessere Kulturflatrate</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 15:27:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die gr&#252;ne Europabgeordnete Helga Tr&#252;pel sieht bei der Kulturflatrate inzwischen mehr Fragen als Antworten. Das Konzept sei unausgereift. Im Rahmen von "digital rights fair trade" m&#252;sse auch &#252;ber andere Gesch&#228;ftsmodelle, Pauschalabgaben und einen Kontrahierungszwang nachgedacht werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/33ed6b18955649f48f5747862ffb821f" alt="" width="1" height="1" /><strong>Frau Tr&#252;pel, Sie haben sich am Montag auf einer eigenen kulturpolitischen <a href="http://www.helgatruepel.de/wp-content/uploads/2010/02/Einladung-KPS-Berlin-Urheberrecht-in-der-digitalen-Welt-150210.pdf">Veranstaltung</a> von der Idee einer Kulturflatrate distanziert. Die Idee habe &#8220;konzeptionelle Schw&#228;chen&#8221; und sei  &#8220;unausgereift&#8221;. Im letzten Jahr hatten Sie sich selbst einmal in einem <a href="http://carta.info/11308/europaeische-kulturflatrate-don-quichotte-in-der-digitalen-welt/">Carta-Beitrag</a> f&#252;r ein solches Modell ausgesprochen. Wie kommt`s?</strong></p>
<p>Ja, es ist richtig. Ich habe im letzten Jahr mit gr&#252;nen Kollegen aus EP und Bundestag eine Studie zur rechtlichen Machbarkeit einer Kulturflatrate in Auftrag gegeben, die zu dem Schluss kam, dass durch eine Schrankenausweitung des Urheberrechts eine solche Flatrate juristisch machbar w&#228;re. Was die Studie nicht geleistet hat, war festzustellen, wie hoch diese Flatrate sein m&#252;sste, um das Runterladen von Kulturinhalten aus dem Netz angemessen zu bezahlen. Wir haben die Flatrate Kulturflatrate genannt, aber bis jetzt ist unklar, welche digitalen Inhalte von ihr betroffen sein sollen. Nur Musik, oder auch Film, B&#252;cher, und andere digitalisierbare kulturelle Inhalte.</p>
<p>Wir haben die <a href="http://www.gruene-bundestag.de/cms/medien/dokbin/278/278059.kurzgutachten_zur_kulturflatrate.pdf">Studie</a> zur juristischen Machbarkeit einer Kulturflatrate mit dem Ziel in Auftrag gegeben, einen fairen Ausgleich zwischen den Verbraucherinteressen auf leichten Zugang zum Netz, auf faire Bezahlung der Produzenten von kreativen Inhalten im Netz und auf Informationsfreiheit zu finden.</p>
<p>Zwangsenteignung durch illegales Up- und Downloaden kann aus meiner Sicht nicht der richtige Weg in einer Wissensgesellschaft sein und in einer Gesellschaft, die kulturelle Vielfalt aufrechterhalten und f&#246;rdern will. Also suche ich nach Wegen, wie datenschutzrechtlich unbedenklich neue Modelle f&#252;r das Runterladen von legalen Inhalten zu fairen Preisen f&#252;r Nutzer und faire Bezahlung f&#252;r Kreative und Verwerter gefunden werden k&#246;nnen. Das bedeutet aber auch, nicht den Weg in den &#220;berwachungsstaat zu beschreiten. Ich lehne das franz&#246;sische <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Frankreich-Internetsperre-fuer-Urheberrechtsverletzer-gebilligt-837138.html">Hadopi-Gesetz</a> ab, da ich es als viel zu weitgehend und als Eingriff in das Grundrecht auf Informationsfreiheit ansehe, denn der Three-Strikes-Ansatz sieht in dritter Instanz ein Kappen des Internet-Zugangs im Schnellverfahren vor.</p>
<p>Mein politisches Interesse zielt darauf, ein politisch unzensiertes Netz zu haben, f&#252;r den Download von Kulturinhalten angemessen zu bezahlen und falsche &#220;berwachungsma&#223;nahmen zu verhindern.</p>
<div id="attachment_23202" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/02/truepel.jpg"><img class="size-medium wp-image-23202" style="border: 2px solid black;" title="truepel" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/02/truepel-300x199.jpg" alt="truepel" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Gr&#252;ne EU-Abgeordnete Tr&#252;pel: Daten kann man nat&#252;rlich klauen</p></div>
<p>Die Flatrate weist aus meiner Sicht viele offene Fragen auf: Wir haben nicht eindeutig gekl&#228;rt, ob sie nur f&#252;r Musikdownloads gelten soll, oder auch f&#252;r andere Branchen. Nach allen Umsatzzahlen der Musik- und Filmindustrie sowie des Buchmarkts habe ich nicht den Eindruck, dass man mit einer geringen Geb&#252;hr von 5 oder 10 Euro f&#252;r bisher illegale Downloads die entstehenden Kosten angemessen bezahlen k&#246;nnte. Offensichtlich w&#252;rde &#8211; auch wenn noch keine Zahlen vorliegen &#8211; die Summe, die man f&#252;r alle Breitband-Besitzer festlegen w&#252;rde, viel h&#246;her sein, so dass ich die politische Akzeptanz von einer gesetzlich geregelten Kulturflatrate nicht sehe. Deswegen muss aus meiner Sicht auch gepr&#252;ft werden, welche anderen Modelle f&#252;r &#8220;<a href="http://www.helgatruepel.de/wp-content/uploads/2010/02/Digital-rights-fair-trade-12Thesen.pdf">digital rights fair trade</a>&#8221; sich anbieten. Im Moment tut sich einiges auf dem digitalen Markt, es gibt neue Gesch&#228;ftsmodelle der verschiedenen Kulturbranchen &#8211; insbesondere bei Musik, Film und B&#252;chern &#8211; die neue, legale Download-Angebote schaffen. Da sind freiwillige Flatrates durchaus denkbar.</p>
<p>Politisch muss aus meiner Sicht geregelt werden, dass es im Musikmarkt wirklich wieder einen funktionierenden Wettbewerb gibt und nicht nur Monopole mit Mainstream-Repertoire. Man muss &#252;berlegen, ob nicht auch Internet Service Provider, die sehr stark verdient, aber die K&#252;nstler nicht angemessen beteiligt haben, zu einer Abgabe an kreative Produzenten gezwungen werden sollen, um K&#252;nstler angemessen an Downloads zu beteiligen. Auf europ&#228;ischer Ebene steht an, sich &#252;ber eine Neuregelung des Vertragsrechts zu verst&#228;ndigen, um K&#252;nstler besser zu bezahlen und Buy-Out-Vertr&#228;ge zu beenden.</p>
<p>Aus meiner Sicht ist zentral, dass es neue, faire Angebote f&#252;r Verbraucher und K&#252;nstler geben soll. Dazu m&#252;ssen neue Gesch&#228;ftsmodelle her und eine gute Regulierung des Marktes durch die Politik.</p>
<p>Die gr&#252;ne Debatte wird sich weiter sowohl um die Machbarkeit und H&#246;he einer gesetzlich geregelten Pauschalabgabe k&#252;mmern, als auch um Alternativen zu diesem Ansatz.<br />
<span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;</span></p>
<p><strong>Im Rahmen von &#8220;digital rights fair trade&#8221; sollen Internetprovider &#8220;K&#252;nstler&#8221; &#8220;angemessen&#8221; verg&#252;ten. Damit stellt sich doch auch hier das Abgrenzungsproblemen: Wer ist K&#252;nstler? Was ist angemessen?</strong></p>
<p>Eine Idee im Rahmen von „digital rights fair trade“ ist, &#252;ber einen gesetzlich geregelten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kontrahierungszwang">Kontrahierungszwang</a> dazu zu kommen, dass auch Internet Service Provider zur Finanzierung kultureller Inhalte beitragen. Die H&#246;he der Abgabe auf urheberrechtlich gesch&#252;tzte Inhalte m&#252;sste eine Instanz aus Inhalteindustrie und Verwertungsgesellschaften aushandeln. Die Idee ist noch nicht ausgereift, muss aber im Kontext der Aufgabe, wie man kreative Inhalte in der digitalen Welt bezahlt, weiter gepr&#252;ft werden.<br />
<span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;</span></p>
<p><strong>Ist &#8220;digital rights fair trade&#8221; eine freiwillige Ma&#223;nahme, ein Label oder ein Ansatz, die Preise f&#252;r digitale Kreativg&#252;ter staaatlich/institutionell festzulegen? Wie k&#246;nnte man sich &#252;berhaupt dar&#252;ber einigen, was fair ist?</strong></p>
<p>„Digital rights fair trade“ beschreibt den politischen Ansatz, mit neuen Business-Modellen, Marktregulierung und politischen Regulierungen wie der Reform des Urheberrechts und des Vertragsrechts zu einem fairen Ausgleich der Interessen zwischen Verbrauchern, Inhalteindustrie und Kreativen zu kommen. Es ist gerade nicht nur ein staatliches Modell, sondern eines der Marktregulierung.<br />
<span style="color: #ffffff;font-size:10%;align=center">&#8230;</span><br />
<strong>Illegale Downloads nennen Sie eine &#8220;Zwangsenteignung&#8221;. Sollte man Urheberrechtsfragen nicht lieber ohne Eigentumsmetaphern diskutieren? Daten kann man schlie&#223;lich nicht klauen, wie wir sp&#228;tenstens seit der Steuer-CD wissen.</strong></p>
<p>Wenn Kreative nicht mehr f&#252;r ihre kreativen Produkte angemessen entlohnt werden, weil gegen ihren Willen ihre Werke hoch- und runtergeladen werden, ist das nicht im Interesse der Kreativen. In diesem Sinne kann man Daten &#8211; digitale Kulturinhalte &#8211; nat&#252;rlich klauen. Der Begriff der Piraterie meint ja gerade, dass man sich Dinge/Daten aneignet, die einem nicht geh&#246;ren. Der politische Streit zwischen Piraten und Anti-Piraten geht nur darum, ob man das gut hei&#223;t oder nicht.
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<a href="http://carta.info/23192/kulturflatrate/">Tr&#252;pel: &#8216;Digital rights fair trade&#8217; ist vielleicht die bessere Kulturflatrate</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/23192/kulturflatrate/#comments">11 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=23192&amp;md5=bd44e81abf725aec6b7938f25f274238" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>An der Fl&#252;chtigkeitsfront</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 16:44:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Glaser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir leben in merkw&#252;rdigen Zeiten: Zeitungen werden durch zu viel Liebe zerst&#246;rt, die Kulturflatrate ist l&#228;ngst da und der Kommunismus k&#246;nnte mit digitaler Hilfe doch noch siegen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/fec521042c954fe7a362b73ae0ac90de" alt="" width="1" height="1" />Vor 30 Jahren war die Softwareindustrie als neuer Player auf den Plan getreten – heute sind es Google, Wikipedia, Facebook &amp; Co.  Und mit der Virtualisierung der Kulturdinge verlieren auch die damit verbundenen Begriffe ihre Festigkeit. F&#252;r Vertreter der Piratenpartei beispielsweise ist geistiges Eigentum “das falsche Konzept”.</p>
<p>In seinem Essay “<a href="http://www.shirky.com/weblog/2009/03/newspapers-and-thinking-the-unthinkable/">Zeitungen – Nachdenken &#252;ber das Undenkbare</a>” beschreibt <strong>Clay Shirky</strong>, wie bei dem Zeitungsverlag Knight-Ridder 1993 Nachforschungen angestellt wurden, als die popul&#228;re Kolumne des Humoristen und Pulitzer-Preistr&#228;gers <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Dave_Barry">Dave Barry</a> unlizensiert verbreitet wurde. Im Netz fanden sich unter anderem eine eigene Dave Barry-Newsgroup und eine Mailingliste, die ein paar tausend Leute lasen. Und es fand sich <strong>ein Teenager</strong> aus dem mittleren Westen, der die Kolumnen von Hand im Internet verbreitete. Er liebte die Sachen von Barry so sehr, dass er daf&#252;r zu sorgen versuchte, dass m&#246;glichst jeder sie lesen konnte. Shirky erinnert sich an eine Bemerkung des damaligen Online-Chefs der New York Times, <strong>Gordy Thompson</strong>, zu diesem Ph&#228;nomen: “Wenn ein 14-j&#228;hriger Junge dein Business in seiner Freizeit hochgehen lassen kann – und zwar nicht, weil er dich ha&#223;t, sondern weil er dich liebt –, dann hast du ein Problem.”</p>
<p>Aus dem digitalen Schlachtenget&#252;mmel, mit dem das 21. Jahrhundert seinen Anfang nimmt, ragt das Urheberrecht auf wie Schloss Camelot und soll den Chancen und F&#228;hrnissen der digitalen Welt angepasst werden. Ende 2003 wurde der “<strong>erste Korb</strong>” zur Reform des aus dem Jahr 1965 stammenden deutschen Urheberrechts verabschiedet. Er beinhaltet unter anderem das Verbot, den Kopierschutz digitaler Datentr&#228;ger zu knacken – auch dann, wenn die Vervielf&#228;ltigung eigentlich erlaubt w&#228;re. Eines der umstrittensten Themen des im Juli 2007 verabschiedeten “<strong>zweiten Korbs</strong>” war die Regelung zu Privatkopien, die erlaubt bleiben; ein vorhandener Kopierschutz darf dazu aber nicht umgangen werden. Ebenso ist es nun unzul&#228;ssig, eine Privatkopie anzufertigen, wenn eine Datei “offensichtlich rechtswidrig” online gestellt wurde. Damit sollen Downloads aus Tauschb&#246;rsen verboten werden.</p>
<p>Wie solches Recht durchgesetzt werden soll, ohne eine ganze Generation von Tauschb&#246;rsennutzern zu kriminalisieren, kann der zweite Korb nicht beantworten. Auch die Frage, wie man sicherstellen kann, dass K&#252;nstler auch k&#252;nftig f&#252;r Ihre Kunst angemessen entlohnt werden, bleibt mit Hinweisen auf neue Gesch&#228;ftsmodelle vorerst abstrakt – wiewohl es mit Apples <em>iTunes Music Store</em> bereits eine erfolgreiche Methode gibt, online Musik zu verkaufen (<em>iTunes</em> wurde zu einem Zeitpunkt gestartet, als Tauschb&#246;rsen bereits ein Massenph&#228;nomen waren).</p>
<p>Eine gro&#223;e L&#246;sung w&#228;re die Einf&#252;hrung einer <strong>Kultur-Flatrate</strong> in Form einer Pauschalabgabe auf Internet-Anschl&#252;sse; im Gegenzug k&#246;nnte die Verbreitung digitaler Kopien legalisiert werden. In einem Gutachten im Auftrag von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen kommt das <a href="http://www.emr-sb.de/">Institut f&#252;r Europ&#228;isches Medienrecht</a> zu dem Schlu&#223;, dass “die gesetzliche Einf&#252;hrung der Kulturflatrate … nicht weniger [sei] als die logische Konsequenz der technologischen Revolution, die durch das Internet erfolgt ist.“ Die Industrie hat l&#228;ngst ihre eigene Art von Pauschalmodellen in Betrieb genommen. Provider in verschiedenen europ&#228;ischen L&#228;ndern bieten ihren Kunden f&#252;r 5 bis 10 Euro im Monat Zugriff auf mehrere Millionen DRM-gesicherte Musiktitel, die sich in Luft aufl&#246;sen, wenn das Abo erlischt. “Es geht”, so der Mediensoziologe Volker Grassmuck, “gar nicht mehr um das Ob einer Flatrate, sondern nur noch um die Frage, wie und zu wessen Gunsten.”</p>
<p>Von Werbekrise und Kostenloskultur im Netz attackierte Zeitungsverleger versuchen, f&#252;r ihre T&#228;tigkeit ein dem Urheberrecht verwandtes <strong>Leistungsschutzrecht</strong> zu erstreiten. Peter M&#252;hlbauer <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31149/1.html">weist darauf hin</a>, dass das fatale Folgen haben kann. Wenn etwa Google f&#252;r die gemeinfreien B&#252;cher, die das Unternehmen massenhaft einscannt, Geld nehmen w&#252;rde, k&#246;nnte man ein solches Werk herunterladen und einfach anderswo kostenlos anbieten. Verhindern k&#246;nnte Google das, wenn ein Leistungsschutzrecht auf die Scans geltend gemacht werden kann – womit genau das erreicht w&#228;re, was verhindert werden sollte, n&#228;mlich ein Google-Monopol des Weltwissens.</p>
<p>Im Widerspruch zu einem marktwirtschaftlich frei flie&#223;enden Datenstrom stehen die Einkapselungen der Inhalte in die Datenk&#228;fige des <em>Digital Rights Management</em> (DRM). “<a href="http://sciencev1.orf.at/science/news/154080">Eigentum ist Diebstahl</a>” erh&#228;lt auf diese Weise eine ganz neue Bedeutung, denn ginge es nach dem Willen von DRM-Falken, w&#252;rde es ein Eigentum der Nutzer an digitalem Gut nicht mehr geben. B&#252;cher, Musik, Filme oder Software, die diesen neuen  Beschr&#228;nkungen unterliegen, kann man quasi nur noch ausleihen, wie ein Kolchoseger&#228;t. Bei einer solchen Neubewertung des Urheberrechts scheint es im Kern darum zu gehen, das Privateigentum abzuschaffen. Der Kommunismus ist an dem Versuch gescheitert. Soll der Idee nun mit den Mitteln des digitalen Kapitalismus doch noch zum Sieg verholfen werden?</p>
<p><em>Peter Glaser bloggt auf <a href="http://blog.stuttgarter-zeitung.de/">Glaserei</a>, wo auch <a href="http://blog.stuttgarter-zeitung.de/?p=17901">dieser</a> Beitrag erschien.</em>
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<a href="http://carta.info/15907/an-der-fluechtigkeitsfront/">An der Fl&#252;chtigkeitsfront</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/15907/an-der-fluechtigkeitsfront/#comments">11 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=15907&amp;md5=4f317d3492a5a2180541c06ee7eb4493" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Piratenvorsitzender Seipenbusch: &#8220;Das Internet gef&#228;hrdet nicht die Kultur, sondern ein bestimmtes Verst&#228;ndnis von Kultur&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/14945/piratenpartei-jens-seipenbusch-interview/</link>
		<comments>http://carta.info/14945/piratenpartei-jens-seipenbusch-interview/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 17 Sep 2009 12:45:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>

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		<description><![CDATA[Jens Seipenbusch, der Bundesvorsitzende der Piratenpartei, erkl&#228;rt im Carta-Interview, warum der Status Quo der Medienindustrie mit verh&#228;ltnism&#228;&#223;igen Mitteln nicht mehr zu verteidigen ist. Einen Sprung der Piraten am 27. September in den Bundestag h&#228;lt er f&#252;r "nicht wahrscheinlich, aber m&#246;glich".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/c5e54356d479b1e7376df9bf4f62b4" width="1" height="1" alt=""/>Das zw&#246;lfmin&#252;tige Interview mit Jens Seipenbusch:</p>
<p><object width="533" height="300" data="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=6620889&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=6620889&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" /></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/6620889">Video: Jens Seipenbusch im Interview</a> (<a href="http://vimeo.com/6620889">Vimeo</a>/<a href="http://www.youtube.com/watch?v=XIPxQHMu-CI&amp;feature=PlayList&amp;p=EFAC38C6583B2601&amp;index=0&amp;playnext=1">YouTube</a>)</p>
<p>Seipenbuschs zentrale Aussagen:</p>
<ul>
<li>Der Status Quo der Medienindustrie ist nur noch mit rechtlich unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igen Mitteln zu verteidigen.</li>
<li>Das Internet n&#252;tzt allen. Das Urheberrecht muss so angepasst werden, dass es diesen gesellschaftlichen Nutzen unterst&#252;tzt statt einschr&#228;nkt.</li>
<li>Das Internet bedroht nicht die Kultur insgesamt, sondern eine bestimmte Kultur. Wir brauchen eine Debatte, ob wir User-Generated-Content f&#246;rdern wollen oder eine ausgesuchte Kultur von wenigen Produzenten. Technikabgaben f&#246;rdern eine Deutungshoheit der Wenigen. Deshalb sind wir gegen weitere Technikabgaben.</li>
<li>Jeder gesellschaftliche Wandel ist ein Kampf zwischen fortschrittlichen Kr&#228;ften und den Bewahrern, die vom alten Zustand profitieren. Wir stehen auf der Seite derer, die den Fortschritt wollen.</li>
<li>Wir sind nicht freiheitsradikal. Wir sind daf&#252;r, dass bestehende B&#252;rgerrechte und Freiheiten nicht weiter durch Technik und wirtschaftliche Interessen eingeschr&#228;nkt werden.</li>
<li>Dass es die Piratenpartei am 27. September in den Bundestag schafft, ist nicht wahrscheinlich – aber m&#246;glich. Aber wir m&#252;ssen unsere erste Wahl nicht im Bund gewinnen, sondern k&#246;nnen es – wie damals die Gr&#252;nen – &#252;ber die  Kommunal- und L&#228;nderparlamente machen.</li>
<li>Viele Dinge in unserem Wahlkampf nicht so entstanden, dass sie von einer  Zentrale vorgegeben wurden. Mitglieder oder sogar Nicht-Mitglieder haben gesagt: Wir wollen das machen. Und dann haben die das gemacht.</li>
</ul>
<p>[Anmerkung: Wir entschuldigen uns f&#252;r die technische Qualit&#228;t des Videos. Wird n&#228;chstes Mal besser. Und ja, RML wirkt im Interview leicht derangiert-thomasleifesk. Wird auch beim n&#228;chsten Mal besser.]
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=14945&amp;md5=adb376b239a3581ec796768634141b0b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Zypries: Olivenne-Sperren w&#228;ren Vorratsdatenspeicherung im gro&#223;en Stil</title>
		<link>http://carta.info/13358/zypries-interview/</link>
		<comments>http://carta.info/13358/zypries-interview/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 18 Aug 2009 17:07:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helmut Hartung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Brigitte Zypries]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturflatrate]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Olivenne-Sperren]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Justizministerin Brigitte Zypries im Interview: Das Internet sei kein urheberrechtsfreier Raum, aber mit Repressionen allein werde man die Probleme der Verwertungsindustrie nicht l&#246;sen. Bei einem Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage m&#252;sse auf einen Interessenausgleich mit den Journalisten geachtet werden, bei der Kulturflatrate seien noch sehr viele Fragen offen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/b41491f8f343270b574b49be8ac730" alt="" width="1" height="1" /><strong>Sie haben k&#252;rzlich erkl&#228;rt, dass Sie daf&#252;r sind, dass Verlagen ein Leistungsschutzrecht im Internet einger&#228;umt wird. Warum teilen Sie die Forderung der Verleger?</strong></p>
<p>Ich habe mich daf&#252;r ausgesprochen, ein solches Leistungsschutzrecht zu pr&#252;fen, entschieden ist noch nichts. Ich kann gut verstehen, warum die Presseverleger und auch die Schulbuchverleger ein Leistungsschutzrecht fordern. Die Digitalisierung trifft zunehmend auch den Zeitungsmarkt. Wir sehen in den USA, wie Online-Angebote die klassischen Zeitungen verdr&#228;ngen.</p>
<p>Ich verstehe daher die Sorgen der Verleger. Wir m&#252;ssen aber – und darauf habe ich bereits hingewiesen &#8211; bei der Entscheidung &#252;ber die Einf&#252;hrung eines Leistungsschutzrechtes f&#252;r Presse- und Schulbuchverlage das gesamte Umfeld in den Blick nehmen. Auch die Rechte und Interessen der Kreativen, also der Journalisten und anderen Urheber m&#252;ssen gewahrt bleiben. Ich halte nichts von populistischen Schnellsch&#252;ssen. Auch hier m&#252;ssen wir sehr sorgf&#228;ltig vorgehen, um gegebenenfalls einen gerechten Interessenausgleich zu erreichen.<br />
<strong><br />
Sollte diese Frage im 3. Korb der Urheberrechtsnovelle gel&#246;st werden?</strong></p>
<p>Das w&#228;re sicherlich m&#246;glich, ist aber keinesfalls zwingend. Genauso gut k&#246;nnten neue Leistungsschutzrechte in einem separaten Urheberrechts&#228;nderungsgesetz umgesetzt werden. Aber bevor wir &#252;ber das Verfahren entscheiden, m&#252;ssen wir erst einmal die inhaltlichen Fragen kl&#228;ren.</p>
<p><strong>Auch andere Berufsgruppen wie die Film- oder die Musikwirtschaft sehen ihre Urheberrechte im Internet nach wie vor nicht ausreichend gesch&#252;tzt. Teilen Sie diese Auffassung?</strong></p>
<p>Die sogenannte Internetpiraterie stellt f&#252;r die Film- und Musikwirtschaft, aber auch f&#252;r die Buchindustrie ein gro&#223;es Problem dar. Mein Haus besch&#228;ftigt sich intensiv mit Ma&#223;nahmen zur Bek&#228;mpfung von Internetpiraterie. Einen wichtigen Schritt haben wir mit dem Gesetz zur Durchsetzung von Rechten des geistigen Eigentums getan, das am 1. September 2008 in Kraft getreten ist.</p>
<p>Inhaber von Urheberrechten haben nun bei Urheberrechtsverletzungen im Internet einen Auskunftsanspruch gegen Internetprovider. Damit k&#246;nnen sie Verletzer von Urheberrechten im Internet ermitteln und gegen diese zivilrechtliche Schritte einleiten. Aber damit sind wir sicherlich noch nicht am Ende der rechtspolitischen Diskussion angekommen. Das Internet ist kein rechtsfreier Raum – auch hier m&#252;ssen wir den Schutz des geistigen Eigentums durchsetzen.</p>
<p><strong>Welche M&#246;glichkeiten sehen Sie hier, die Sanktionen zu versch&#228;rfen?</strong></p>
<p>Wir sollten dem Problem nicht nur durch repressive Ma&#223;nahmen begegnen. Wichtig ist mir der Dialog mit der Content-Industrie dar&#252;ber, wie legale Angebote so attraktiv gestaltet werden k&#246;nnen, dass Nutzer diese Angebote annehmen. Die neusten Zahlen der Musikindustrie lassen bereits erkennen, dass Internetpiraterie auch mit attraktiven legalen Angeboten effektiv bek&#228;mpft werden kann. Nach dem Digital Music Report 2009 der IFPI sind die legalen Downloads in Deutschland im Jahr 2008 um 22 Prozent (Einzeltracks) bzw 57 Prozent (Longplay Segment) angestiegen. Im Gegensatz hierzu nehmen die illegalen Downloads stetig ab. Im Jahr 2004 hat die IFPI noch 614 Mio. illegale Downloads verzeichnet, im Jahr 2008 waren es nur noch 316 Mio.</p>
<p><strong>W&#228;re das franz&#246;sische Modell gegen Piraterie f&#252;r Sie eine L&#246;sung dieses Problems?</strong></p>
<div id="attachment_13395" class="wp-caption alignright" style="width: 167px"><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zypries_brigitte_cropped.jpg"><img class="size-full wp-image-13395" title="zypries_brigitte_cropped1" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/08/zypries_brigitte_cropped1.jpg" alt="zypries_brigitte_cropped1" width="157" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Justizministerin Zypries: &quot;Olivenne-Sperren w&#228;ren Vorratsdatenspeicherung im gro&#223;en Stil&quot; (Foto: Commons/ M. Lindner, P. Schl&#246;mer, CC-BY-SA)</p></div>
<p>Ich halte das franz&#246;sische Olivennes-Modell f&#252;r keine gute L&#246;sung, jedenfalls nicht f&#252;r Deutschland. Danach wird eine Beh&#246;rde geschaffen, die bei Urheberrechtsverletzungen im Internet Warnhinweise an die Verletzer versendet und bei wiederholten Rechtsverletzungen den Richter anruft, damit dieser eine zeitweilige Sperrung des Internetzugangs beschlie&#223;t. Dagegen gibt es in Deutschland erhebliche verfassungs- und datenschutzrechtliche Bedenken. So sollen Daten &#252;ber den Telekommunikationsverkehr zum Versenden von Warnhinweisen genutzt und zur Feststellung eines Wiederholungsfalles gespeichert werden. Das w&#228;re eine Vorratsdatenspeicherung in gro&#223;em Stil, &#252;ber deren verfassungsrechtlich zul&#228;ssigen Umfang das Bundesverfassungsgericht noch nicht entschieden hat.</p>
<p>Man darf ja nicht vergessen, dass wir hier &#252;ber einen erheblichen Eingriff in das informationelle Selbstbestimmungsrecht spr&#228;chen. Und f&#252;r die verfassungsrechtliche Bewertung ist es ein gravierender Unterschied, ob ich Vorratsdaten zum Zwecke der staatlichen Strafverfolgung speichere, wie es das in Karlsruhe beklagte Gesetz vorsieht, oder zur Durchsetzung privater Interessen der Urheber.<br />
<strong><br />
Ist f&#252;r Sie eine „Kulturflatrate“ eine Alternative, um die Probleme des Urheberrechts im Internet zu l&#246;sen und die Kreativen fair zu verg&#252;ten?</strong></p>
<p>Das Stichwort „Kulturflatrate“ ist sicherlich ein interessanter Ansatz, unter dem in j&#252;ngster Zeit eine Diskussion um m&#246;gliche Alternativen f&#252;r eine angemessene Verg&#252;tung der Kreativen im Internet gef&#252;hrt wird, gerade gegen&#252;ber dem prim&#228;r repressiven Ansatz des franz&#246;sischen Modells. Ich kenne die in dieser Diskussion aufkommende Forderung, die technischen Nutzungsm&#246;glichkeiten zur Vervielf&#228;ltigung und zum Datenaustausch im „Content-Bereich“ in gewisser Weise als gegeben zu akzeptieren, alle Nutzungen von urheberrechtlich gesch&#252;tzten Inhalten im Internet zu legalisieren und im Gegenzug f&#252;r eine angemessene Verg&#252;tung zu sorgen.</p>
<p>Nun kann der Sammelbegriff „Kulturflatrate“ mit ganz unterschiedlichen Ausgestaltungen und Rahmenbedingungen gef&#252;llt werden. Aus meiner Sicht bedarf es noch einer umfassenden Diskussion der aufgeworfenen europarechtlichen, wirtschaftlichen und kulturpolitischen Fragen. Ich begr&#252;&#223;e es, dass der j&#252;ngst von namhaften Kulturschaffenden und Kreativen geforderte „Kreativpakt“ mit der Politik auch das Thema Kulturflatrate aufgegriffen hat.<br />
<strong><br />
Das Urheberrecht wurde in den letzten Jahren durch mehrere Richtlinien auf europ&#228;ischer Ebene geregelt. Ist inzwischen ein umfassendes europ&#228;isches Urheberrecht erforderlich?</strong></p>
<p>Die Digitalisierung und die damit verbundene stetig fortschreitende technische Entwicklung – und hier wiederhole ich mich – zwingt uns dazu, das Urheberrecht in immer k&#252;rzeren Abst&#228;nden auf den Pr&#252;fstand zu stellen. Dazu geh&#246;rt auch die Frage, wie das nationale Urheberrecht in einer digitalen Welt, die eigentlich keine nationalen Grenzen mehr kennt, auch im europ&#228;ischen Kontext angepasst werden muss. Allen, die ein umfassendes europ&#228;isches Urheberrecht fordern, rate ich zu aber einem differenzierten Blick auf die Folgen einer Harmonisierung. Es gibt sicherlich Bereiche, f&#252;r die sich eine europ&#228;ische L&#246;sung eher anbietet. Hierzu geh&#246;rt beispielsweise die Online-Nutzung von Werken. Es gibt derzeit aber keinen Grund, vollst&#228;ndig auf ein nationales Urheberrecht und dessen Gestaltungsspielr&#228;ume zu verzichten. Bei einer vollst&#228;ndigen Harmonisierung br&#228;uchten wir z.B. alleine in Deutschland auch gar nicht dar&#252;ber nachzudenken, ein neues Leistungsschutzrecht f&#252;r Verleger einzuf&#252;hren.</p>
<p><em>Dieses Interview ist eine gek&#252;rzte Fassung aus <a href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a> 8/2009 (<a href="http://www.promedia-berlin.de/fileadmin/Archiv/2009/08/promedia200908-online01.pdf">PDF</a>), die wir im Rahmen einer Kooperation &#252;bernehmen.<br />
</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=13358&amp;md5=f3b1f321ec526ee2ab9b18d18884af22" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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