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	<title>CARTA &#187; Konjunktur</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Der Westen 2010: Am Vorabend der tats&#228;chlichen Krise</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 13:54:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ronnie Grob</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Keynesianismus, Enteignungen, radikaler Staatsabbau, Schulden anh&#228;ufen im Schneeballsystem – westliche Regierungen erscheinen wie zitternde Spieler um 5 Uhr morgens am Pokertisch. Wann trifft uns die alles in den Schatten stellende Krise?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/879c032e3f7e4e16a1569f197b900c61" alt="" width="1" height="1" />Es meinen ja viele, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Finanzkrise_ab_2007">Finanzkrise ab 2007</a> sei das Tal der Tr&#228;nen gewesen, aus dem wir jetzt dann bald, wenn nur alle gemeinsam anpacken und mithelfen, wieder rausfinden. So jedenfalls wird es von Politikern aller Lager heruntergebetet, von Verbandspr&#228;sidenten, von CEOs, von NGOs, von allen m&#246;glichen Leuten, die in der Verantwortung stehen. Die F&#252;hrungsschicht, die sogenannte Elite, gibt sich tapfer und ruft Durchhalteparolen aus. Nichts neues, das war im Krieg nicht anders. Wenn nur die Manager nicht so gierig w&#228;ren und die Deutschen nicht so geizig mit den Griechen, wenn man nur die Steuern heben oder senken k&#246;nnte, wenn nur alle endlich vern&#252;nftig werden, dann, ja dann k&#246;nnte es bald wieder aufw&#228;rts gehen.</p>
<p>Von mindestens einer Branche, den <strong>Printverlagen</strong>, wei&#223; man, dass solche verbalen Beruhigungspillen, angeblich vertrauensbildende Ma&#223;nahmen, Quatsch sind. Nicht wenige der Aussagen von Aush&#228;ngeschildern der Branche, die den Einfluss des Internets auf das eigene Gesch&#228;ft verharmlost haben, sind l&#228;ngst wie ein Kartenhaus zusammengebrochen. Und es ist abzusehen, dass es bald noch viel schlimmer kommen wird f&#252;r viele Journalisten und Verlagsmitarbeiter. Man wei&#223; das, weil man mit der Sachlage ganz gut vertraut ist und nun schon <strong>seit Jahren den Bedeutungsverlust, den Schrumpfungsprozess, die Aufgabe von Werten</strong> mitverfolgt.</p>
<p>Mit Deutschland, mit Europa, mit dem Westen wird es genauso kommen. Nicht alle, aber viele Einwohner des Westens sind tr&#228;ge und bequem geworden. Sie leben in aufgebl&#228;hten, ineffizienten, teilweise sinn- und nutzlosen Strukturen. Obwohl die B&#252;rger mit hohen Steuern belastet werden und dem Staat so ein regelm&#228;&#223;iges Einkommen garantieren, reichen diese (zusammengez&#228;hlt gigantischen) Betr&#228;ge den gew&#228;hlten Politikern nicht aus, um vern&#252;nftige staatliche Strukturen zu schaffen. Sie verbrauchen nicht nur jedes Jahr alle zugesprochenen Betr&#228;ge, sondern viel mehr dazu.</p>
<div id="attachment_30360" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/schulden.jpg"><img class="size-medium wp-image-30360" title="schulden" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/schulden-300x165.jpg" alt="" width="300" height="165" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: Screenshot aus dem PDF Schulden des &#246;ffentlichen Gesamthaushaltes 2008 des Statistischen Bundesamts Deutschland (f&#252;r eine gr&#246;&#223;ere Version bitte auf das Bild klicken, Link s.u.)</p></div>
<p>Erinnert sich jemand an den Skandal mit dem Namen <a href="http://blog.ronniegrob.com/2009/07/21/skandal-cross-border-leasing/">&#8220;Cross-Border-Leasing&#8221;</a>? Lokalpolitiker in Bremen, Halle, Ludwigshafen, Rostock, K&#246;ln, Berlin, D&#252;sseldorf, Jena, Bielefeld, Essen, Dresden, Bonn, Kassel, Darmstadt, Herford, Wittenberg, N&#252;rnberg, Konstanz, Zwickau, Duisburg, Kaiserslautern, Heidenheim, Magdeburg, Ulm, Mannheim und anderen St&#228;dten machten Stra&#223;enbahnen, Kl&#228;ranlagen, Messehallen, Krankenh&#228;user oder Schulen zu Geld, in dem sie diese f&#252;r zum Teil 99 Jahre an US-amerikanische Investoren &#252;berschrieben.</p>
<p>Dieses Verhalten resultiert in einer Aufh&#228;ufung von kaum noch fassbaren finanziellen Verpflichtungen, die teils anderen westlichen Staaten, teils den aufstrebenden Staaten und Industrien des nahen und fernen Ostens geschuldet werden. <strong>Es stellt sich die Frage, gegen was B&#252;rger noch demonstrieren wollen, wenn alles verh&#246;kert wurde.</strong> Die <a href="http://www.steuerzahler.de/">Schuldenuhr</a> (<a href="http://twitter.com/schuldenuhr">@schuldenuhr</a>) z&#228;hlt derzeit &#252;ber 21&#8217;000 Euro Schulden pro Kopf. Pro Sekunde wachsen sie um 4&#8217;481 Euro.</p>
<p>Alarmiert schn&#252;rten verschiedene europ&#228;ische Regierungen in den letzten Wochen &#8220;Sparpakete&#8221;. Wie Gerhard Schwarz in der NZZ vom 13. Juni 2010 feststellte, hat keines von ihnen auch nur den Namen verdient. Denn <strong>ein Sparpaket</strong>, das eine solche Bezeichnung verdient, <strong>schafft R&#252;cklagen f&#252;r schwierige Zeiten, und das bei einer positiven Bilanz.</strong> Tats&#228;chlich aber pr&#228;sentieren alle Sparvorschl&#228;ge nur Rechnungen, bei denen sich die Regierung vornimmt, in Zukunft weniger neue Schulden zu machen als bisher. Der NZZ gem&#228;&#223; f&#252;hrt nicht eines dieser &#8220;Sparpakete&#8221; zu einer ausgeglichenen oder gar positiven Rechnung. Und wie wir alle wissen, werden beschlossene Einsparungen durch unvorgesehene Ausgaben schnell wieder gegenstandslos. Grade problematische Zeiten bescheren uns viele angeblich &#8220;unvorhersehbare Ausgaben&#8221;.</p>
<p>Auch die schwarz-gelbe Regierung in Deutschland stellte ein halbherziges Sparpaket vor, das tats&#228;chlich die Frechheit hatte, Abstriche am (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bundeshaushaltsplan_2008.png">rund die H&#228;lfte aller Ausgaben ausmachenden</a>) Sozialstaat vorzunehmen. Und was ist die Reaktion? Unzufriedene B&#252;rger demonstrieren in Berlin. Und mindestens einer von ihnen f&#252;gt dabei zwei Polizeibeamten &#8220;schwere Brand- und Fleischverletzungen&#8221; zu (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=g11JHTTSCjM">Video</a>).</p>
<p>Die Zeitungen und Zeitschriften, zuletzt der &#8220;Spiegel&#8221;, machen Druck gegen die Regierungskoalition aus CDU, CSU und FDP und wollen sie zum <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,ausg-4712,00.html">&#8220;Aufh&#246;ren&#8221;</a> bringen. Aber was dann? Wird eine Linkskoalition den <strong>dringend ben&#246;tigten Staatsabbau</strong> durchsetzen? Nat&#252;rlich nicht.</p>
<p>Gibt es denn keine Alternative zum sparen? <a href="https://twitter.com/mediumflow/status/16133152024">Offenbar doch</a>:</p>
<p><img class="size-full wp-image-30359" title="tweet-sparpaket" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/tweet-sparpaket.jpg" alt="Tweet von mediumflow am 14. Juni 2010" width="553" height="255" /></p>
<p>Klar gibt es diese Alternative. Enteignungen entziehen aber dem Modell der Marktwirtschaft die Grundlage und &#246;ffnen somit der vor zwanzig Jahren gescheiterten sozialistischen Staatsform weit die T&#252;r. Mit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Finanzmarktstabilisierungserg%C3%A4nzungsgesetz">Finanzmarktstabilisierungserg&#228;nzungsgesetz</a> hat Deutschland Enteignungen bereits gesetzlich verankert. Das vereinte Deutschland geht also einen Weg, der schon die DDR in die Aufl&#246;sung trieb. Heraus kommt ein <strong>Staat als aufgebl&#228;hter Riesenapparat</strong>, der seine B&#252;rger in m&#246;glichst jedem Lebensbereich kontrollieren m&#246;chte. Mit Galeeren von Funktion&#228;ren, die ein Grundmisstrauen den eigenen B&#252;rgern gegen&#252;ber hegen.</p>
<p>Das wird immer wieder scheitern, und zwar an zwei Punkten:</p>
<ol>
<li>An der Freiheitsliebe der B&#252;rger, die irgendwann durchbricht.</li>
<li>An der den Staat finanzierenden Wirtschaft, die unter einer massiven Steuerbelastung und Staatskontrolle schrumpft und fl&#252;chtet.</li>
</ol>
<p>Ein weiteres Rezept hei&#223;t <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Keynesianismus">Keynesianismus</a>, wie ihn der Journalist Robert Misik in seiner Videokolumne mit dem zynischen Titel <a href="http://derstandard.at/1276412953156/Jupie-wir-sparen-uns-kaputt">&#8220;Jupie, wir sparen uns kaputt!&#8221;</a> oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heiner_Flassbeck">Heiner Flassbeck</a>, ein Ex-Staatssekret&#228;r des Finanzministeriums, <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1208260/">in einem Interview</a> propagieren. Also auch dann staatliche Investitionen zu t&#228;tigen, wenn gar keine Mittel dazu vorhanden sind. Also das zu tun, was zum Schuldenberg gef&#252;hrt hat (und ihn weiter erh&#246;hen wird). Und einfach darauf zu hoffen, dass die Gl&#228;ubiger weitere Gelder zur Verf&#252;gung stellen, vielleicht irgendwann ganz auf ihre Forderungen verzichten werden. Die Gl&#228;ubiger haben das Geld ja freiwillig verliehen, warum also zur&#252;ckzahlen? Auch diese L&#246;sung setzt irgendwann das Recht, Eigentum zu besitzen, zu behalten, zu verleihen und auch wieder zur&#252;ckzuerhalten, also den Grundpfeiler der Marktwirtschaft, in Frage.</p>
<p>&#214;konom <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Schiff_%28%C3%96konom%29">Peter Schiff</a> <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/finanzexperte-peter-schiff-keynes-ist-nonsens;2607131">sagte dem &#8220;Handelsblatt&#8221;</a>, dass er Keynes f&#252;r Nonsens halte und begr&#252;ndete das so:</p>
<blockquote><p>Je mehr Schulden wir aufh&#228;ufen, umso gr&#246;&#223;er wird das Problem. Im Grunde l&#228;uft es wie in einem riesigen Schneeballsystem, wie bei Madoff: So lange man uns immer wieder Geld leiht, passiert nichts. Sobald die Unterst&#252;tzung aber ausbleibt, wird der n&#228;chste Abschwung noch heftiger als der j&#252;ngste. Die Rekordpreise beim Gold zeigen eine Stagflation an. Wenn wir nicht aufh&#246;ren, einen schuldenfinanzierten Staatsapparat zu vergr&#246;&#223;ern, werden Investoren bald auf den Kollaps der Dollar-Zone wetten.</p>
<p>(&#8230;) Die US-Wirtschaft wird sich niemals erholen, so lange wir nur k&#252;nstlich stimulieren. Sonst m&#252;sste Simbabwe heute ein reiches Land mit hohem Lebensstandard sein, weil sie wie verr&#252;ckt stimuliert haben. Wir brauchen nicht noch mehr Schulden, um in den USA noch mehr zu konsumieren. Wir m&#252;ssten statt dessen mehr produzieren und unsere Ersparnisse zur&#252;ckbauen.</p></blockquote>
<p>Ich wei&#223; nicht, wie es anderen geht, aber <strong>auf mich machen die westlichen Regierungen den Eindruck von Spielern, die zitternd und mit kaltem Schwei&#223; auf der Stirn um 5 Uhr morgens am Pokertisch sitzen</strong>. Jedes von den Medien gepushte Thema wird zur &#8220;Chefsache&#8221; gemacht. Um sich nichts vorwerfen zu lassen, arbeiten die Politiker Tag und Nacht und reisen wie Jet-Setter um die Welt. Sie hetzen von einer Konferenz zur n&#228;chsten, halten eine Rede nach der anderen und nehmen dazwischen diesen und jenen Preis entgegen oder ehren mal die oder jene. Politiker <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Roland_Koch">Roland Koch</a> &#252;berraschte viele mit seinem pl&#246;tzlichen R&#252;ckzug aus der Politik, den er nur vage begr&#252;ndete. Hat er vielleicht nur das Rettungsboot eines sinkenden Schiffs bestiegen, um fr&#252;hzeitig und sicher das Festland zu erreichen?</p>
<p>Nun gut, und wann soll jetzt diese Krise, die alle anderen Krisen in den Schatten stellt, eintreffen? In zwei Monaten? In zwei Jahren? In zwanzig Jahren? Vielleicht sogar im Apokalypse-Jahr <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/2012_phenomenon">2012</a>? Man wei&#223; es nicht. Und es mag gut sein, dass alles noch eine Weile weiter l&#228;uft wie bisher. Ein harter Aufschlag ist aber absehbar, das schreibt auch Richard David Precht in einem <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,703254,00.html">&#8220;Spiegel&#8221;-Essay</a> vom 28. Juni:</p>
<blockquote><p>Wie ein Dinosaurier torkelt der Staat seinem evolution&#228;ren Ende entgegen. Den baldigen Meteoriteneinschlag ahnt er, aber er hat ihm nichts entgegenzusetzen: nicht der Schuldenexplosion, der er mit Sch&#246;nheitskosmetik begegnet, nicht der immer gr&#246;&#223;eren Kluft zwischen Arm und Reich, nicht der Versteppung der Kommunen, nicht der psychischen Umweltverschmutzung durch die Werbung, ganz zu schweigen von den Gefahren des Klimawandels. Die &#246;kologische, monet&#228;re und soziale Kreidezeit nimmt er als gegeben hin.</p></blockquote>
<p>Am Schluss guckt dann wieder <a href="http://www.bundeskanzlerin.de/nn_700276/Content/DE/Interview/2009/11/2009-11-14-interview-bk-faz.html">die schw&#228;bische Hausfrau</a> aus dem Fenster, die ihre Sp&#228;tzle noch selber macht und nicht &#252;ber ihre Verh&#228;ltnisse lebt. Und winkt.</p>
<p>Das Problem ist: Die schw&#228;bische Hausfrau hat l&#228;ngst graue Haare und ein k&#252;nstliches Gelenk. Ihr Mann ist im Pflegeheim. Ihre Kinder sind dem Rentenalter nahe. Und die Enkel wohnen in Berlin, wollen nicht heiraten und kriegen nur Vertr&#228;ge auf Zeit. Das ist Deutschland 2010. Das ist der Westen 2010.</p>
<p><em>Dieser Artikel erscheint auch im Blog von <a href="http://blog.ronniegrob.com/2010/07/07/am-vorabend-der-tatsaechlichen-krise/">Ronnie Grob</a>.</em></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>PDF <a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/WirtschaftStatistik/FinanzenSteuern/SchuldenGesamthaushalt2008,property=file.pdf">&#8220;Schulden des &#246;ffentlichen Gesamthaushaltes 2008&#8243;</a> des Statistischen Bundesamts Deutschland.</em>
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<a href="http://carta.info/30358/der-westen-2010-am-vorabend-der-tatsaechlichen-krise/">Der Westen 2010: Am Vorabend der tats&#228;chlichen Krise</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/30358/der-westen-2010-am-vorabend-der-tatsaechlichen-krise/#comments">28 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=30358&amp;md5=04f56101c9ed17328d71a38e0d86a641" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Geldpolitik: Knackpunkt Timing</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Sep 2009 10:30:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Straubhaar</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es geht wieder aufw&#228;rts: Die Wirtschaft d&#252;rfte das Schlimmste hinter sich haben, ein U-Verlauf der makro&#246;konomischen Entwicklung scheint wahrscheinlich. Es w&#228;re jedoch verfr&#252;ht, die Politik des billigen Geldes zu beenden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die guten Nachrichten h&#228;ufen sich. Mehr und mehr L&#228;nder haben die Talsohle der Wirtschaftskrise erreicht. Es geht wieder aufw&#228;rts. Chinas Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2009 bereits wieder um fast 8 % gewachsen. Japan meldet ebenso ein starkes Plus, Deutschland und Frankreich wenigstens ein schwaches. Selbst aus den USA gibt es positive Zeichen der Erholung. So sind in den letzten Wochen &#252;berraschend viele neue Eigenheime verkauft worden und der Arbeitsmarkt hat sich stabilisiert. Die schwerste Rezession seit den 1930er Jahren ist vor&#252;ber. Zumindest scheint es so. Doch es bleiben einige Risiken. Sie lassen viele an St&#228;rke und Nachhaltigkeit des Aufschwungs zweifeln.<br />
<strong><br />
Pessimisten sehen die Gefahr eines W-Verlaufs der Konjunktur.</strong> Nach der &#246;konomischen Aufhellung der letzten Wochen w&#252;rden Geld- und Fiskalpolitik zu fr&#252;h zu einer Stabilisierungspolitik zur&#252;ckkehren. Notenbanken w&#252;rden die Zinsen anheben, um keimende Inflationserwartungen zu unterbinden. Finanzminister erh&#246;hten die Steuern und k&#252;rzten die Ausgaben, um die aus dem Ufer gelaufenen Staatsdefizite einzufangen. In der Summe w&#252;rde das noch schwache Pfl&#228;nzchen der Konjunkturverbesserung brutal seines Lebenselixiers beraubt. Die Folge: Rezession und Deflation werden zu einem langanhaltenden Dauerzustand. Ein L-Szenario w&#228;re das Ergebnis, so wie es Japan in den 1990er Jahren widerfahren ist. Eine verfr&#252;hte Exit-Strategie der Bank of Japan und eine Steuererh&#246;hung 1997 hatten dort f&#252;r ein „verlorenes Jahrzehnt“ mit einer z&#228;hen &#246;konomischen Depression gesorgt. Die japanische Erfahrung wird heutzutage den Notenbanken weltweit eine eing&#228;ngige Lehre sein, der Politik des billigen Geldes lieber zu lange als zu kurz zu folgen und den Exit m&#246;glichst hinauszuz&#246;gern.<br />
<strong><br />
Die Optimisten hingegen glauben an einen V-Verlauf der Konjunktur.</strong> Dem dramatischen Einbruch seit dem Konkurs von Lehman Brothers vor genau einem Jahr folge nun ein ebenso rascher wie starker Aufholprozess. Daf&#252;r spr&#228;chen die realwirtschaftlichen Fakten. Anders als nach einem Krieg oder einer Naturkatastrophe sind durch die Finanzmarktkrise keine Menschen Opfer milit&#228;rischer oder auch nat&#252;rlicher Gewalt geworden. Ebenso wenig sind Infrastruktur, Produktionsanlagen oder Rohstoffe zerst&#246;rt worden.</p>
<p>Physisch ist die Welt vor und nach der Finanzmarkt unver&#228;ndert und unversehrt die selbe geblieben. „Nur“ Verm&#246;gen sind vernichtet, oder besser: neu bewertet, worden. Das ist schmerzlich bis schrecklich f&#252;r die Betroffenen. F&#252;r die Welt als Ganzes ist es aber letztlich zun&#228;chst unbedeutend. Denn (Verm&#246;gens-)Bewertungen spielen sich im Kopf der Menschen ab. Sie beeinflussen h&#246;chstens, was und wie produziert wird.</p>
<p>Angesichts der weltweit unver&#228;ndert bestehen bleibenden Massenarmut in Regionen au&#223;erhalb der OECD-L&#228;nder werden die meisten Menschen unabh&#228;ngig von der Neubewertung der Verm&#246;gen anderer auch weiterhin zun&#228;chst einmal eine existenzielle Nachfrage nach &#252;berlebensnotwendigen G&#252;tern und Dienstleistungen zur Befriedigung der Grundbed&#252;rfnisse haben. Also wird die Weltwirtschaft rasch zu einem Zustand mit starkem bis st&#252;rmischen Wachstum zur&#252;ckkehren, schneller als viele das heute sich vorstellen k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Realistischerweise muss hierzulande wohl mit einem U-Verlauf der makro&#246;konomischen Entwicklung gerechnet werden. </strong>Die hiesige Wirtschaft d&#252;rfte das Schlimmste hinter sich haben. Sie wird wieder wachsen. Weltuntergang und ein allgemeiner Bankencrash sind ausgeblieben. Langsam kehren das Vertrauen in die Marktwirtschaft und in die Kreditbeziehungen zur&#252;ck. Allerdings d&#252;rfte der Aufholprozess nicht sehr dynamisch verlaufen.</p>
<p>Gr&#252;nde hierf&#252;r gibt es viele:</p>
<p><strong>Erstens hat die Finanzmarktkrise dramatisch viel Kapital zerst&#246;rt.</strong> Nach einer zwar sehr groben Sch&#228;tzung der Commerzbank Research d&#252;rften die Wertverluste weltweit &#252;ber 10 Billionen US-Dollar betragen. Dieses Kapital fehlt als Sicherheit einerseits bei den Banken, um Kredite zu vergeben und andererseits bei den Unternehmen, um (g&#252;nstiges) Fremdkapital zu erhalten. Als Konsequenz muss es nicht zwangsl&#228;ufig zu einer immer wieder beklagten, bis anhin aber von der Bundesbank nicht best&#228;tigten, Kreditklemme kommen. Aber die Beschaffung von Fremdkapital wird teurer werden. Das wiederum bedeutet, dass die Investitionsneigung geringer und damit das Tempo von Erneuerungs- und Erweiterungsinvestitionen verlangsamt werden. Das bremst die Wachstumsdynamik und wird dazu f&#252;hren, dass das Potenzialwachstum, also die „normale“ durchschnittliche j&#228;hrliche Wachstumsrate, f&#252;r Deutschland in den n&#228;chsten Jahren eher unter als &#252;ber 1,5 % liegen d&#252;rfte.</p>
<p><strong>Zweitens werden sich die realwirtschaftlichen Folgen der Finanzmarktkrise erst in den n&#228;chsten Quartalen so richtig bemerkbar machen.</strong> Vielerorts d&#252;rften bald auch die letzten Reserven an Auftragsbest&#228;nden abgearbeitet sein. Dann gewinnen Entlassungswellen, Konkurse und Insolvenzen an Dynamik. Es wird zu Kurzarbeit und Firmenpleiten kommen. Der (noch) zarte Aufschwung hilft hier nicht wirklich. Daf&#252;r waren die Umsatzeinbr&#252;che zu dramatisch. Hat ein Betrieb ein Minus von 20 % gegen&#252;ber dem Vorjahr, was in vielen Industrieunternehmen in diesen schwierigen Zeiten die Regel und nicht die Ausnahme ist, muss er l&#228;nger als vier Jahre mit j&#228;hrlich mindestens 5 % wachsen, um wieder auf das alte Niveau zur&#252;ckzukommen. Das wird ohne Umstrukturierung und eben wohl auch ohne einen Besch&#228;ftigungsabbau nicht zu leisten sein. Ohnehin &#252;berlagern sich in einigen Branchen strukturelle Ver&#228;nderungen und &#220;berkapazit&#228;ten mit den konjunkturellen Folgen der Weltwirtschaftskrise. Das gilt in Deutschland ganz besonders f&#252;r die Automobilindustrie. Hier w&#228;ren so oder so Anpassungen f&#228;llig gewesen, die (zu) lange aufgeschoben worden sind.</p>
<p>Im Winterhalbjahr 2009/10 werden saisonale Effekte zu einer weiteren Eintr&#252;bung der Besch&#228;ftigungslage f&#252;hren. Erst im Fr&#252;hjahr 2010 werden die Arbeitslosenzahlen ihren H&#246;hepunkt erreicht haben. Und erst danach wird es zu einer Umkehr und wiederum verbesserten Besch&#228;ftigungsaussichten kommen. Erst dann wird sich zeigen, ob die hiesige Wirtschaft zu einem l&#228;nger anhaltenden, langsam stark und st&#228;rker werdenden, nachhaltigen Aufschwung zur&#252;ckfinden wird.</p>
<p>Nimmt man das aus heutiger Sicht realistische Szenario als Grundlage der makro&#246;konomischen Entwicklung, ergibt sich f&#252;r die Notenbanken folgende Strategie: <strong>F&#252;r eine rasche Abkehr von der Politik des billigen Geldes und einem Exit aus der Nullzinswelt ist die Zeit noch zu fr&#252;h.</strong> Eine Zinswende dr&#228;ngt sich in der Eurozone vor dem Fr&#252;hjahr 2010 auf.</p>
<p>Allerdings sollte beim „quantitativen Easing“, also im Bereich der Geldpolitik jenseits der Zinspolitik, die Zeitdimension sukzessive verk&#252;rzt werden. Ebenso m&#252;sste den M&#228;rkten fr&#252;hzeitig ein baldiger Ausstieg aus der Politik der quantitativen Lockerung und der reichlichen Liquidit&#228;tsversorgung angek&#252;ndigt werden. Denn ab dem Fr&#252;hjahr 2010 wird dann kein Weg mehr daran vorbeif&#252;hren, die Politik des billigen Geldes zu beenden. Nur so wird verhindert werden k&#246;nnen, dass aus einer klugen und durchaus erfolgreichen Krisenbew&#228;ltigungspolitik ein teurer Verlust der Preisniveaustabilit&#228;t entsteht.<br />
<em></em></p>
<p><em>Dieser Beitrag stammt aus der Reihe <a href="http://www.hwwi.org/HWWI_Standpunkt.5768.0.html">Standpunkte</a> des <a href="http://www.hwwi.org/">HWWI.</a> Crossposting mit freundlicher Genehmigung des Autors.</em>
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		<title>Wie schlimm wird die Werbekrise wirklich?</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 20:46:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einer Prognose zufolge sollen die Werbeeinnahmen der Medien im kommenden Jahr um 4,6 Prozent zur&#252;ckgehen. Eine simple Regressionsanalyse zeigt: Ein solches Szenario ist fast noch optimistisch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/68fc7a58e5720dede78ee10eb10731" alt="" width="1" height="1" />Die paradiesischen Zeiten sind gar nicht so lange her. 15 Jahre, zum Beispiel: Im Jahr 1993 wuchsen hierzulande die Werbeeinnahmen der Medien um zwei Prozent &#8211; eine bemerkenswert robuste Angelegenheit, denn zugleich brach die Konjunktur um -0,8 Prozent ein. Der &#8220;Werbedruck&#8221; auf die klassischen Medien war damals augenscheinlich so gro&#223;, dass selbst eine Konjunkturdelle ihm wenig anzuhaben vermochte. Mochte die Wirtschaft auch schrumpfen, die Medien wuchsen.</p>
<p>Die Geschichte des deutschen Werbemarktes war einst ein einziges Wachstumswunder. Von 1950 bis 2000 wuchs er mit einer Ausnahme in jedem Jahr. Mit der Jahrtausendwende aber kippte diese Entwicklung: Die Medien wurden zu einer zyklischen Branche. Das Ende der New Economy hinterlie&#223; deutliche Spuren im Werbemarkt. Die Spitzenwerte von damals wurden bis heute nicht wieder erreicht.</p>
<p>Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) hat nun <a href="http://de.reuters.com/article/deEuroRpt/idDELK63098520081120">angek&#252;ndigt</a>, dass er bereits in diesem Jahr mit einem R&#252;ckgang der Werbeeinnahmen um 0,7 Prozent rechne. Mit anderen Worten: In diesem Jahr wuchs das Bruttoinlandsprodukt noch um <a href="http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE4B40EZ20081205">ca. 1,6 Prozent</a> &#8211; und trotzdem bricht der Werbemarkt bereits um 0,7 Prozent ein. Wie soll es da erst aussehen, wenn es der Konjunktur im n&#228;chsten Jahr richtig schlecht gehen sollte, wie Prognosen bekanntlich inzwischen <a href="http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~E50266BA8E678448EAD82F6192204FDE4~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed">in Aussicht stellen</a>?</p>
<p>Die Mediaagenturgruppe Zenith Optimedia hat vor einigen Tagen <a href="http://www.ftd.de/technik/medien_internet/:Folgen-der-Wirtschaftskrise-Werbemarkt-2009-klar-im-Minus-erwartet/449106.html">ihre Prognose vorgestellt</a>: Sie erwartet demnach einen R&#252;ckgang des deutschen Werbemarktes um 4,6 Prozent, also um insgesamt 948 Mio. Euro. Besonders hart werde es die Zeitungen treffen, denen ein R&#252;ckgang von 6,1 Prozent  bzw. 411 Mio. Euro bevorstehe.</p>
<p>400 Millionen Euro &#8211; den Stellenabbau, der dieser Zahl folgen k&#246;nnte, mag man sich kaum ausmalen.</p>
<p>Dabei ist diese Prognose noch nicht einmal &#252;bertrieben pessimistisch. In den Medienh&#228;usern geht man offenbar inzwischen von R&#252;ckg&#228;ngen im kommenden Jahr von 20 bis 30 Prozent im Print-Werbemarkt aus. Die Verlage st&#252;tzen sich dabei offenbar auf j&#252;ngste Erfahrungen im Vertrieb. Der Verlagsgesch&#228;ftsf&#252;hrer der S&#252;ddeutschen Zeitung hatte bekanntlich k&#252;rzlich berichtet, wie <a href="http://carta.info/1468/sueddeutsche-zeitung-vor-einschneidender-sparrunde/">schwer der Verkauf inzwischen geworden sei</a>.</p>
<p>Dabei ist zu bedenken: Die Autoindustrie ist nach dem Handel hierzulande die wichtigste werbetreibende Branche. Auch die Finanzindustrie ist ein extrem wichtiger Werbetreibender. Allein das simultane Wegbrechen dieser beiden Schl&#252;sselbranchen f&#252;r den Werbemarkt ist be&#228;ngstigend.</p>
<p>Vor einigen Wochen stie&#223; ich auf eine <a href="http://www.alleyinsider.com/2008/11/nick-denton-why-ad-spending-will-collapse">Analyse des Gawker-Verlagschefs Nick Denton</a> zu Werbemarktentwicklung und Reaktionsm&#246;glichkeiten in den USA, die ich f&#252;r Deutschland hiermit noch einmal kurz nachvollziehen m&#246;chte. Denton zitiert in seinem Post eine einfache Regressionsanalyse der Bank Morgan Stanley:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/12/morgan.png"><img class="alignnone size-full wp-image-2756" title="morgan" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/12/morgan.png" alt="" width="388" height="289" /></a></p>
<p>Betrachtet man die Jahre 1986 bis 2007 so gilt f&#252;r die USA die Faustformel, dass der Werbemarkt etwa mit dem Faktor drei auf Konjunkturschwankungen reagiert. Bei einem Wirtschaftswachstum von 2 Prozent etwa w&#228;chst der Werbemarkt auch um 2 Prozent: F&#228;llt das Wirtschaftswachstum aber um ein Prozentpunkt zur&#252;ck, so geht der Werbemarkt folglich gleich um drei Prozent zur&#252;ck (siehe Tabelle).</p>
<p>Solche Globalanalysen sind t&#252;ckisch. F&#252;r Deutschland etwa ist die Datenbasis eher m&#228;&#223;ig. Die Angaben zum Werbemarkt durch den Branchenverband ZAW etwa enthalten nicht die Online-Ums&#228;tze von Suchmaschinen oder Rubrikenm&#228;rkten (Auto, Immobilien, Job). Eine Ann&#228;herung ist dennoch m&#246;glich. Sie beschr&#228;nkt sich sinnvollerweise auf die letzten zehn Jahre. Ein Wert wie der oben zitierte von 1993 scheint die Situation der heutigen Medienwirtschaft nicht mehr abzubilden. Das Ergebnis ist folgendes:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/12/bild-11.png"><img class="alignnone size-full wp-image-2759" title="bild-11" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/12/bild-11.png" alt="" width="500" height="288" /></a></p>
<p>Der deutsche und US-amerikanische Werbemarkt &#228;hneln sich demnach in ihrer Redaktion auf die Konjunktur ganz erheblich. Der deutsche Werbemarkt reagierte in den letzten zehn Jahren mit den Faktor 3,3 auf die Konjunktur. Auch sonst &#228;hneln sich die Werte frappierend &#8211; fast schon zu sehr.</p>
<p>Ist diese einfache lineare Ann&#228;herung jedoch zutreffend, so droht der Medienindustrie noch mehr Ungemach, als die bereits drastische Prognose von Optimedia andeutet. Bei einem Negativwachstum von einem Prozent droht ein R&#252;ckgang des Werbemarktes um volle 8 Prozent. Eine solche Prognose scheint nicht einmal &#252;bertrieben, wenn man bedenkt, dass der Werbemarkt 2002 um 7,3 Prozent schrumpfte, w&#228;hrend die Konjunktur stagnierte. Einschr&#228;nkend muss erw&#228;hnt werden, dass damals der Wechsel der Rubrikenm&#228;rkte von Print ins Internet erhebliche Auswirkungen hatte, die sich in dieser Form wohl nicht wiederholen werden.</p>
<p>Bedenkt man, dass innerhalb der Deutschen Bank mittlerweile Konjunkturszenarien von mehr als einem Prozent R&#252;ckgang f&#252;r m&#246;glich gehalten werden, so erscheint ein Verlust von 8 Prozent im Gesamtwerbemarkt noch nicht einmal abwegig. Ein solches Szenario w&#252;rde erkl&#228;ren, wie es m&#246;glich ist, dass einige Print-Verlage mit R&#252;ckg&#228;ngen von 20 bis 30 Prozent im jeweils konjunkturell und struktruell st&#228;rker betroffenen Print-Werbemarkt kalkulieren.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/12/bild-12.png"><img class="alignnone size-full wp-image-2761" title="bild-12" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/12/bild-12.png" alt="" width="500" height="305" /></a></p>
<p>Bei einem R&#252;ckgang um 8 Prozent w&#252;rde der Werbemarkt auf 19,0 Mrd. Euro zur&#252;ckfallen. Er w&#252;rde dann ungef&#228;hr wieder auf dem Niveau von 1996 liegen. Eine Horrorvision, ein Maximalszenario &#8211; ich hoffe sehr, dass es nicht einmal ann&#228;hernd eintritt. Die Mechanik dahinter aber sollte man im Kopf behalten.</p>
<p>Dabei sind die zu erwartenden R&#252;ckg&#228;nge im Werbemarkt nicht allein konjunktureller Art. Die Konkurrenz aus dem Internet dr&#252;ckt auch strukturell auf die Werbepreise der klassischen Medien, was im Ergebnis zu niedrigeren Ums&#228;tzen f&#252;hrt. Zugleich werden Suchmaschinenums&#228;tze in der Werbestatistik noch gar nicht erfasst.</p>
<p>Dass Online-Werbung deutlich weniger von dieser Krise betroffen sein wird, ist bei allem nur ein sehr schwacher Trost.
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