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	<title>CARTA &#187; Kommunikation</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Momente der Gemeinsamkeit</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 06:48:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Glaser</dc:creator>
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		<category><![CDATA[soziale Gerechtigkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Kommunikationsmaschinerie kann anstrengend sein. Der Lohn der M&#252;he: soziale Schranken werden durchl&#228;ssig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/48c8cf40a468486298b7d85ee06512ef" alt="" width="1" height="1" />Als ich mal von Griechenland zur&#252;ck in den Norden fuhr, setzte ich erst  mit dem Schiff nach Italien &#252;ber und fuhr dann von Brindisi ganz unten  am Stiefel mit der Bahn weiter. Abgesehen davon, dass in meinem Rucksack  eine Flasche Retsina auslief und auf einen unter dem Gep&#228;cknetz  sitzenden Karabinieri pladderte, war es eine wunderbare Fahrt.</p>
<p>All das  viele Italienisch, das rund um mich gesprochen wurde, war wie Musik. Ich  verstand nichts, und aus dem Unverst&#228;ndnis erhob sich das wohltuende  Gef&#252;hl, die Menschen h&#228;tten sich hier, &#228;hnlich wie in der Oper, lauter  klangvolle Dinge zu sagen.</p>
<p>Ehe das Internet &#252;ber uns hergefallen ist,  war es ein bisschen wie auf dieser Reise. Zwar hatten sich zuvor schon  immer mehr Maschinen zwischen die naturbelassen miteinander  kommunizierenden Menschen gedr&#228;ngt: Fernseher, Telefone, Fernkopierer,  aber noch vermochte der Mensch sein Selbstgef&#252;hl in der Textstille von  B&#252;chern und der Unmittelbarkeit von Gespr&#228;chen zu finden. <strong>Mit dem  Internet und der Mobilkommunikation wurde eine Quasselversion der B&#252;chse  der Pandora ge&#246;ffnet.</strong></p>
<p>“Wenn Fotohandys und Webseiten in Real- und Jetztzeit  alles dokumentieren, wird all dies immer belangloser”, <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1214370/">sagt</a> etwa die  Erziehungswissenschaftlerin Astrid von Friesen. Sie sieht eine  Wechselwirkung zwischen dem “logorrhoischen Verhalten in den Medien” und  den Kommunikationsmustern vieler Menschen, die sich davon beeinflussen  lassen; sie sieht Entwicklungsst&#246;rungen bei Kindern, verst&#246;rte M&#228;nner  (da Frauen mehr reden), und Frauen, die in diesem Redefluss sich und die  anderen verlieren.</p>
<p>Aber es ist ein gro&#223;er Fortschritt, dass so viel  geredet – und geschrieben und gelesen – wird. Der Fortschritt besteht  darin, dass soziale Schranken aufgehoben werden.</p>
<p>Das war schon bei  Verbreitung des Radios so. Anfang 1920 gab es in den USA eine Handvoll  Radiostationen. Zwei Jahre sp&#228;ter, nachdem “drahtlose Konzerte” das neue  Medium popul&#228;r gemacht hatten, waren es bereits an die 600. <strong>Das Radio  &#252;berschritt Grenzen</strong> &#8211; geografische, ethnische, soziale. Es brachte  Menschen in Kontakt mit Orten, Kl&#228;ngen und Lebensgef&#252;hlen, die sie sonst  nie kennengelernt h&#228;tten.</p>
<p>Heute findet diese Vermischung der  Lebenswelten viel eingehender statt. Das proletarisch Ungehemmte an  manchem &#246;ffentlich gef&#252;hrten Mobiltelefonat mag am Anstandsempfinden  b&#252;rgerlicher Gem&#252;ter r&#252;hren, aber es begegnen sich dabei die Milieus in  einer Detailtiefe, die man zuvor gern vermieden hat.</p>
<p>Im Netz spielen  herk&#246;mmliche Signale der direkten Kommunikation wie Aussehen, Mimik oder  Status keine Rolle mehr. Es gibt so etwas wie einen <strong>Augenblick der  Gleichheit und Gemeinsamkeit</strong>. Die Unterschiede werden etwa &#252;ber  Sprachgebrauch und Interessen ermittelt. Aber die  Kommunikationsmaschinen bringen uns einander n&#228;her.</p>
<p><em>Peter Glaser bloggt auf <a href="http://blog.stuttgarter-zeitung.de/netzkolumne/2010/07/08/momente-der-gemeinsamkeit/">Glaserei</a>.   Crosspost mit freundlicher Genehmigung.</em>
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/30778/momente-der-gemeinsamkeit/">Momente der Gemeinsamkeit</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/30778/momente-der-gemeinsamkeit/#comments">4 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=30778&amp;md5=8decd187d82e01ea46493b9807e5d19d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die innere Logik der Link-&#214;konomie</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 10:47:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn nicht mehr die Inhalte, sondern die Links die Grundlage der Medien&#246;konomie bilden (wie Jeff Jarvis behauptet), dann werden die Verlage in Zukunft Geld f&#252;r Links verlangen. Und am Ende schickt jeder, der mit uns kommuniziert, eine Rechnung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/63cfdc57585c44f2bbed8fcbb48faedc" alt="" width="1" height="1" />T&#228;glich tauchen neue Vermutungen auf, was die Verlage mit ihrem Leistungsschutzrecht wohl bezwecken. Und die Verlagsvertreter bekennen zuckers&#252;&#223;, sie w&#252;ssten leider auch nicht, was ihnen die Politiker <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Verlage-rechnen-mit-Gesetzentwurf-fuer-Leistungsschutzrecht-noch-in-diesem-Jahr-861101.html">demn&#228;chst</a> in den Gesetzentwurf schreiben.</p>
<p>Dabei liegen die Stellungnahmen der Verlage l&#228;ngst im Justizministerium. Und sie werden – auf Anregung der zust&#228;ndigen Abteilung &#8211; von den Verlagsjuristen so formuliert, dass sie problemlos in Gesetzesparagrafen umzugie&#223;en sind. (Auch der Berufsverband der freien Journalisten, dem ich angeh&#246;re, wurde im M&#228;rz ersucht, m&#246;glichst pr&#228;zise Vorschl&#228;ge zur Novellierung des Urheberrechts aufzuschreiben). Die Verlage wissen also sehr wohl, was sie mit einem Leistungsschutzrecht erreichen wollen.</p>
<p>Sie wollen „die kurzen, mit hohem professionellem Aufwand erstellten Texte der Verlage vor der unverg&#252;teten Zweitauswertung durch andere sch&#252;tzen.”</p>
<p>Zu diesen hochprofessionell erstellten kurzen Texten z&#228;hlen Titelzeilen („Wir sind Papst!“), Unterzeilen, Vorsp&#228;nne und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Snippet">Snippets</a>. Zitate z&#228;hlen nat&#252;rlich nicht dazu. Denn <strong>Zitate sind</strong> <strong>Belegstellen in einer eigenen Werksch&#246;pfung</strong>. Das hei&#223;t, wenn ich einen Essay &#252;ber Spongebob und Patrick schreibe, muss ich zur Verdeutlichung meiner Thesen auch Aussagen von Spongebob und Patrick zitieren. Dieses Recht wird von <a href="http://carta.info/18429/mathias-schwarz-blogs-rippen-qualitaetspresse-leistungsschutzrecht/">keiner Seite</a> <a href="http://carta.info/18559/fair-share-verlage-leistungsschutzrecht-robert-schweizer/">ernsthaft</a> bestritten. <strong>Ziehe ich dagegen Teile des Originals einfach per Copy &amp; Paste auf meine Seite, handelt es sich eindeutig um Snippets.</strong> Snippets k&#246;nnen nicht nur manuell, sondern ebenso gut vollautomatisch von Aggregatoren aus fremden Texten kopiert werden.</p>
<p>Bei Google News und vielen anderen Text-Sammlern tauchen dann Titel, Unterzeilen, Vorsp&#228;nne und wild aus dem Zusammenhang gerissene Textfetzen (= Snippets) auf, die ein vorher in die Suchmaske eingegebenes Wort enthalten. <strong>Solche „Textausrisse“ sind durch das bestehende Zitatrecht <em>nicht</em></strong><strong> gedeckt. </strong>Hier haben die Verlage gute Chancen, ihr Anliegen durchzusetzen.</p>
<p>Etwas komplizierter wird die Sache bei den Links. Sollten die Verlage versuchen, bereits das Setzen von Links kostenpflichtig zu machen, st&#252;nden wir vor einem ernsten Problem:</p>
<p>Zwar kann kein Verlag <em>das blo&#223;e</em> <em>Angebot</em>, einen Link zu nutzen, schon als Nutzung ausgeben. Niemand zahlt Nutzungsentgelt daf&#252;r, dass er eine Zeitschrift am Kiosk sieht und deren hochprofessionelle Schlagzeile („Vollschlank in 14 Tagen!“) liest. Auch das Betrachten einer Stra&#223;e kostet noch keine Mautgeb&#252;hren. Die Nutzer des Internets sind also – zun&#228;chst &#8211; fein raus.</p>
<p>Wie sieht es aber f&#252;r die Anbieter aus? Wenn z.B. ein Blogger Links in eigene Texte einbettet, um damit auf andere Texte hinzuweisen, dann unterliegt das ja wohl nicht dem Leistungsschutzrecht. Links sind schlie&#223;lich keine „kurzen, mit hohem professionellem Aufwand erstellte Textausschnitte“, sondern W&#246;rter-Zahlen-Zeichen-Schnipsel (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Uniform_Resource_Locator">URLs</a>), die vollautomatisch generiert werden. Ist die Sorge von <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1632090/">Christiane Schulzki-Haddouti</a>, das bestehende Urheberrecht k&#246;nnte m&#246;glicherweise so umformuliert werden, „dass Links auf Verlagserzeugnisse nicht mehr ohne Einwilligung der Verleger gesetzt werden d&#252;rfen“, damit schon gegenstandslos?</p>
<p>Nicht unbedingt. Denn das Einbinden eines Links erfordert den vorausgehenden Besuch der fremden Seite, weil nur auf diese Weise die f&#252;r den Link ben&#246;tigte URL kopiert werden kann. <strong>Das hei&#223;t, eine Nutzung verlinkter Seiten durch den Anbieter liegt in jedem Fall vor.</strong> Au&#223;erdem k&#246;nnten die Verlage behaupten, dass diese Nutzung nur durch ihre verlegerische „Leistung“ m&#246;glich wird – dass also die Erstellung und Bereithaltung von Internet-Adressen zu jenen „Leistungen“ z&#228;hlt, die k&#252;nftig Investitionsschutz genie&#223;en sollen. Verlage m&#252;ssten die daf&#252;r erforderliche Technik ja ebenso vorhalten und bezahlen wie den redaktionellen Apparat. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass die Verlagslobbyisten mit einer Kombination aus beiden Argumenten die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht begr&#252;nden.</p>
<p>Allerdings w&#252;rden sie sich auch selbst ein Bein stellen. Denn mit der gleichen Argumentation k&#246;nnten dann auch Software-Hersteller oder Suchmaschinen-Betreiber Investitionsschutz f&#252;r Programme und Algorithmen verlangen und bei den Verlagen nutzungsabh&#228;ngige Geb&#252;hren erheben. <strong>Ergebnis w&#228;re eine w&#252;ste Verrechnungsschlacht zwischen den Verwertungsgesellschaften aller Beteiligten.</strong></p>
<p>Nicht nur das. Nach den Verlegern k&#246;nnten sich weitere Gruppen aufgerufen f&#252;hlen, ihre sch&#246;pferischen Leistungen sch&#252;tzen zu lassen. H&#228;uslebauer z.B. k&#246;nnten von <a href="http://maps.google.de/intl/de/help/maps/streetview/faq.html">Google Street View</a> Nutzungsgeb&#252;hren verlangen. Schlie&#223;lich m&#252;ssen sie eine Menge Geld und Grips investieren, w&#228;hrend Google durch Anzeigen neben den abfotografierten H&#228;usern (= Haus-Ripoff) das dicke Geld scheffelt. Autofahrer k&#246;nnten von Mautstation-Betreibern und Polizeidirektionen ebenfalls Nutzungsgeb&#252;hren verlangen, denn das Vorhalten und Betreiben eines Automobils, das andere lediglich blitzen oder abfotografieren, um damit Geld zu verdienen (= Auto-Snippet), kostet enorme Investitionen! Berufsfotografen m&#252;ssten f&#252;r jedes geschossene Bild Nutzungsgeb&#252;hren an jene zahlen, die f&#252;r das Vorhalten und Betreiben der abgelichteten Motive (Denkm&#228;ler, Fu&#223;ballspiele) Millionen ausgeben. Das glauben Sie nicht? Das gibt es bereits. In den <a href="http://www.spsg.de/index.php?id=55#richtlinienI">Richtlinien</a> der „Preu&#223;ischen Schl&#246;sser und G&#228;rten Berlin-Brandenburg“, Abschnitt 4.1.1., ist das so festgelegt.</p>
<p>Befinden wir uns also auf dem direkten Weg in eine allgemeine Leistungsschutzrechts-Gesellschaft? <strong>Wollen wir k&#252;nftig jedem, der mit uns kommuniziert, eine Rechnung schicken?</strong></p>
<p><a href="http://www.homofaber.com/2009/04/26/das-google-elixier-jeff-jarvis-uber-die-linkokonomie/">Link-Wirtschaft</a> sollte ja eigentlich nur hei&#223;en, dass Verlage lernen m&#252;ssen, im Internet in ganz anderen Kategorien zu denken. Aber vielleicht meinte <a href="http://carta.info/17734/jarvis-keynote-medientage/">Jeff Jarvis</a> in Wahrheit, dass in der k&#252;nftigen Link-&#214;konomie alle <em>gelinkt</em> werden d&#252;rfen.
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<a href="http://carta.info/18610/die-innere-logik-der-link-oekonomie/">Die innere Logik der Link-&#214;konomie</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/18610/die-innere-logik-der-link-oekonomie/#comments">23 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=18610&amp;md5=5ca4ad5b1ded32b8e392076ddfa997e6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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