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	<title>CARTA &#187; Kommunikation</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Was die re:publica f&#252;r mich bedeutet</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 19:17:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kerstin Hoffmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Okay, ich geh&#246;re vielleicht nicht zum harten Kern der Szene. Ich arbeite in der Unternehmenskommunikation. Interessant war die re:publica aber in vielerlei Hinsicht. Hier meine Bilanz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>“Was soll ich denn auf der re:publica?”, meinte ein PR-Kollege im Vorfeld. “Da sind nicht meine Kunden.” Klar, meine auch nicht! Aber ich gehe stellvertretend f&#252;r sie zu der j&#228;hrlichen Konferenz, die sich von einem Blogger-Klassentreffen zu einer der wichtigsten europ&#228;ischen Tagungen &#252;ber Blogs, Internet und Social Web entwickelt hat. Um neue Entwicklungen und Str&#246;mungen aufzunehmen, mitzubringen und auch zu &#252;bersetzen.</p>
<p>Vor allem aber treffe ich auf einen gro&#223;en Teil meines virtuellen Netzwerks live und zum Anfassen: Facebook-Kontakte, Twitterer und jede Menge Kollegen. Kurz: alle diejenigen, mit denen ich mich jeden Tag austausche, gegenseitig verlinke, empfehle; denen ich verdanke, dass andere von meinen Blogbeitr&#228;gen erfahren; die ebenfalls Fachwissen und interessante Sichtweisen zu Unternehmenskommunikation und Social Web beitragen.</p>
<p>Ich habe hinterher mal eine kleine Liste angelegt, und ich bin auf rund 40 Personen gekommen, mit denen ich mich innerhalb von drei Tagen intensiver unterhalten habe. Viele k&#252;rzere Begegnungen kommen hinzu. Manche Leute habe ich nach Jahren das erste Mal wieder getroffen. Ich kann dieses Begegnungen nicht anders als mit dem Adjektiv “begl&#252;ckend” bezeichnen. F&#252;r mich ist die re:publica ein Treffen mit Freunden, mit denen ich das berufliche Interesse teile. Und so geht es offensichtlich nicht nur mir.</p>
<h3><span style="color: #ffffff">.</span></h3>
<h3><em>Vortr&#228;ge: von ziemlich schwach bis richtig gut!</em></h3>
<p>Da f&#228;llt es dann ganz sch&#246;n schwer, es rechtzeitig wenigstens in den einen oder anderen Vortrag zu schaffen. Einige habe ich mir angesehen. Einige habe ich nach wenigen Minuten verlassen, weil ich sie so belanglos fand. Andere h&#228;tten von mir aus noch stundenlang so weitergehen k&#246;nnen. Das ist sicherlich zugleich die gr&#246;&#223;te St&#228;rke und die gr&#246;&#223;te Schw&#228;che dieser Konferenz: Dass jeder, der ein interessantes Thema hat, dieses zur Auswahl einreichen kann. Dass aber ein gutes Exposé noch keinen guten Vortragenden macht. Im Grunde, da war ich mir mit vielen anderen einig, m&#252;sste man die Speaker regelrecht casten – aber wie will man das leisten bei rund 350 Rednern?</p>
<p>Ein genialer Schachzug war der Wechsel von der alten Location (Friedrichstadtpalast) in die Station Berlin am Gleisdreieck. Endlich gen&#252;gend Platz, weniger Gedr&#228;nge, nur einige Vortr&#228;ge &#252;berf&#252;llt und vor allem: ein riesiger Bereich in der Mitte (mit mehreren Sitzlandschaften, die schnell die Bezeichnung “Affenfelsen” weghatten und ausreichend Monobloc-St&#252;hlen), in dem man sich niederlassen und beobachten konnte, und wo fr&#252;her oder sp&#228;ter jede(r) mal vorbeikam. Im Grunde ist die re:publica unbeschreiblich, und selbst wer viel auf Tagungen unterwegs ist, kann sie sich nur richtig vorstellen, wenn er sie erlebt hat.</p>
<h3><span style="color: #ffffff">.</span></h3>
<h3><em>Die letzten Konstanten, die uns bleiben</em></h3>
<p>Zum Gl&#252;ck gab es wenigstens einige Konstanten, mit denen sich die re:publica &#252;ber die Jahre treu geblieben ist. Eine davon: das praktisch nicht funktionierende WLAN – je nach Naturell des Betreffenden ein Quell der lautstarken Emp&#246;rung oder der stillen Belustigung. Ich geh&#246;re eher zur letzteren Fraktion. Aber ich muss, ich darf dort auch nicht die ganze Zeit twittern, auch wenn ich mich manches Mal doch arg zur&#252;ckhalten musste.</p>
<p>Doch viele meiner nicht-ganz-so-geekigen Empf&#228;nger w&#252;rden mir was husten und mich massenhaft entfolgen, wenn ich st&#228;ndig kryptische Botschaften mit mindestens sieben @-Zeichen und einer Saalnummer posten w&#252;rde. Ich geh&#246;re halt nicht zum harten Kern der Szene. Meine Rolle ist eher die einer Mittlerin zwischen dem High End des Social Web und der “klassischen” Welt.</p>
<h3><span style="color: #ffffff">.</span></h3>
<h3><em>Was hei&#223;t das denn nun f&#252;r die Unternehmenskommunikation?</em></h3>
<p>Was bringe ich von der re:publica f&#252;r die Unternehmenskommunikation mit, f&#252;r meine t&#228;gliche Arbeit und f&#252;r die meiner Kunden? Hier einige meiner Ideen dazu:</p>
<p><strong>Die re:publica macht Spa&#223; – und Lust auf mehr.</strong> Mir jedenfalls. Ich nehme so viele Eindr&#252;cke, Idee, neue Blickwinkel und Erinnerungen an Begegnungen mit, dass ich sicher noch einige Wochen brauchen werde, um das alles zu verarbeiten. Die Verbindung zu meinem Netzwerk und die Verbindungen zu einzelnen Menschen haben sich intensiviert, verst&#228;rkt, sind enger geworden. Daraus wird sich ganz sicher Weiteres entwickeln.</p>
<p><strong>Das Social Web ist l&#228;ngst Mainstream</strong> in den Unternehmen; oder sollte es zumindest sein. Wer den Paradigmenwechsel in der Kommunikation nicht mitmacht und sich f&#252;r neue Formen &#246;ffnet, wird fr&#252;her oder sp&#228;ter untergehen.</p>
<p><strong>Es gibt noch eine Menge zu tun.</strong> Bis das, was auf der re:publica l&#228;ngst als selbstverst&#228;ndlich vorausgesetzt wird, &#252;berall angekommen ist, wird noch eine Weile vergehen. Vieles, was ich dort mit Kollegen diskutiert habe, muss ich meinen Lesern und Kunden sehr vorsichtig nach und nach nahebringen.</p>
<p><strong>Zwei Dinge sind besonders spannend: die Technik und die Crowd.</strong> Jedenfalls f&#252;r mich. Was soziale Medien bewirken k&#246;nnen, ganz gleich, ob auf politischer Ebene oder im direkten Umfeld, das finde ich immer wieder faszinierend. Das sind (auch) Themen f&#252;r die Unternehmenskommunikation. Zumindest erlebe ich es so, dass der Austausch sich immer st&#228;rker vernetzt; dass Grenzen sich verwischen. Das liegt auch an Technologien, Plattformen und technischen M&#246;glichkeiten. Informationsfl&#252;sse werden immer schneller, verschachtelter, umfangreicher. Das bedeutet auch:</p>
<p><strong>Kommunikationsleute werden immer mehr zu Lotsen in einer komplexen Medienwelt.</strong> Shitstorms sind ja das gro&#223;e Thema dieses Jahres, und pl&#246;tzlich f&#252;rchtet jede kleine Klitsche, dass sie ein solcher ereilen k&#246;nnte, bevor sie &#252;berhaupt nennenswert Reichweite aufgebaut hat. Es ist auch die Aufgabe solcher Konferenzen, die Dinge zurechtzur&#252;cken, zu ordnen. Und denjenigen, die danach wieder in ihre Unternehmen, B&#252;ros, Beratungsfirmen gehen, Strukturen mitzugeben, um das Wissen weiterzureichen.</p>
<p><strong>Wirkliche Neuerungen sind derzeit Mangelware.</strong> Urheberrecht und Pers&#246;nlichkeitsrechte sind die gro&#223;en Themen. Ebenso: Wie kann man Technologien vorantreiben, wenn Firmen immer noch &#228;ngstlich auf ihrem Herrschaftswissen hocken? Aber:</p>
<p><strong>Es fehlen ein bisschen die Visionen</strong>… jedenfalls auf der re:publica: viele, viele interessante Details, technische Neuerungen, interessante Erkenntnisse. Aber ansonsten besch&#228;ftigen sich die meisten vor allem damit, wie es gelingen kann, die (nicht mehr ganz so) neuen Entwicklungen und Formen zu verstetigen, &#252;berall hin zu tragen und auch noch dem Letzten zu erkl&#228;ren, wo es wirklich langgeht. Dabei m&#252;sste wenigstens eine technische und philosophische Elite sich meiner Ansicht nach wieder st&#228;rker zu ganz neuen Ufern aufmachen. Ja, ich wei&#223;: Wer n&#246;rgelt, muss auch sagen, was man anders machen soll. Aber wie das nun genau aussehen k&#246;nnte? Das wei&#223; ich leider auch nicht. Ich bin eben auch nur eine einfache PR-Tussi. Aber ich denke nochmal dr&#252;ber nach. Wenn mir etwas eingefallen ist, sage ich Bescheid. Sp&#228;testens auf der re:publica 2013.</p>
<p><em>Crosspost von <a href="http://www.kerstin-hoffmann.de/pr-doktor/2012/05/07/so-weit-unser-netz-uns-tragt/">PR-Doktor</a></em></p>
<p style="margin-bottom: 1em">&nbsp;</p>
<p><img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/f8db6f927839461288b9614990214410" width="1" height="1" alt=""/>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43561&amp;md5=1002f3776e6b8dd041e4fab1c6ccb52f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Internetsucht&#8221; ist die Heilung, nicht die Krankheit</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Mar 2012 16:13:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Internetsucht ist ein negativer Begriff. Was aber, wenn das Ph&#228;nomen gar nichts Schlechtes, Krankhaftes ist - sondern der Beweis, dass unsere Gesellschaft besser wird?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute schon etwas &#252;ber &#8220;Internetsucht&#8221; gelesen? Dieses Thema schwappt mit ziemlicher Regelm&#228;&#223;igkeit in die Nachrichtenstr&#246;me. Jeder dritte Jugendliche, so hei&#223;t es, leide unter Internetsucht, und diese wird dramatischer dargestellt als die Abh&#228;ngigkeit von Zigaretten, Alkohol und LSD – zusammengenommen.</p>
<p>Regelrechte Entzugserscheinungen h&#228;tten die Betroffenen, wenn sie nicht regelm&#228;&#223;ig auf <em>Facebook</em> sehen k&#246;nnen, wer gerade was von sich gibt und wem gerade gef&#228;llt, was man selbst mit der Masse geteilt hat. Davon los zu kommen sei schwieriger, als das Rauchen aufzugeben.</p>
<p>Ja und? Will man hier <em>Facebook</em> tats&#228;chlich auf eine Ebene mit Drogen stellen, die j&#228;hrlich zahlreiche Todesopfer fordern? Die Rede ist in diesem Zusammenhang auch nicht von Leuten, die in Computerspielen versinken. Nein, es geht um Facebook, Twitter und E-Mail. Es ist auff&#228;llig, wie durchg&#228;ngig negativ das Ph&#228;nomen beschrieben wird. Seht her, unsere Gesellschaft wird immer technischer und schneller, und diese Leute erliegen einer Sucht. Sie sind krank. Sie brauchen Heilung.</p>
<p>Ja, unsere Gesellschaft ist krank. Aber vielleicht ist die &#8220;Internetsucht&#8221; nicht die Krankheit, sondern die Heilung.</p>
<p>Man kann das Ganze n&#228;mlich auch anders betrachten. Schauen wir, wonach die Personen (negativ assoziiert: die Betroffenen) „s&#252;chtig“ sind: nach Informationen. Nach Kommunikation. Gut, es ist vielleicht nicht besonders relevant, wenn <a href="http://www.youtube.com/watch?v=6f-t2A6kfJY" target="_blank">Thomas eine Kackwurst gelegt hat</a>, und dies f&#252;nf anderen gef&#228;llt. Aber die Aussage „Das Wetter ist heute gut“ von meinem Nachbarn hat auch nur sehr begrenzten Inhalt. Ich stehe in diesem Fall schlie&#223;lich neben ihm und merke selbst, wie das Wetter ist. Es ist eben Smalltalk. Die Unterhaltung ist Zweck ihrer selbst.</p>
<p>Im Internet ist Smalltalk global geworden. Ich f&#252;hre ihn mit Leuten in Beijing, New York und Gro&#223;-Zimmern. Diese Smalltalks h&#228;tte ich sonst nicht gef&#252;hrt. Doch in Zeiten von Social Media hat heute fast jeder Schulabg&#228;nger noch Jahre nach dem Abschluss Kontakt zu seinen Klassenkameraden. Das macht noch lange nicht alle zu „Freunden“, wie <em>Facebook</em> es nennt, aber weiterhin zu Bekannten, die sie ja zweifelsohne auch sind. Und was spricht dagegen, zu lesen, dass der Typ aus der Reihe hinter mir eine neue Freundin hat? Eine Information, die ich fr&#252;her nie gehabt h&#228;tte. Vielleicht freue ich mich ja wirklich f&#252;r ihn und sage „gef&#228;llt mir“.</p>
<p>Durch das Internet kommunizieren wir mit deutlich mehr Personen als zu analogen Zeiten. Das meiste ist Small-Talk oder Basis-Information. Aber es ist Kommunikation. Wenn die Menschen sich danach sehnen, alle paar Minuten Neuigkeiten dieser Art zu erfahren und zu teilen, spricht das dann nicht daf&#252;r, dass wir Menschen mehr voneinander wissen wollen, mehr miteinander teilen wollen als fr&#252;her? Was ist daran schlecht?</p>
<p>Mit der M&#246;glichkeit der quantitativ verst&#228;rkten Kommunikation ist also offenbar auch ein Bed&#252;rfnis nach verst&#228;rkter Kommunikation einhergegangen. Vernachl&#228;ssigen wir deshalb etwas anderes? Mit der Erfindung der Dampfmaschine ist auch eine Welle der Mobilit&#228;t einhergegangen. Wom&#246;glich laufen wir seitdem weniger und fahren weniger Fahrrad. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht haben wir einfach M&#246;glichkeiten hinzugewonnen.</p>
<p>Der Begriff &#8220;Internetsucht&#8221; ist medizinisch fragw&#252;rdig und zudem negativ wertend. Im einfachsten Fall haben wir es mit einem ver&#228;nderten Kommunikationsverhalten und anderen Kommunikationsbed&#252;rfnissen zu tun, &#228;hnlich wie sich das Verhalten im Hinblick auf Mobilit&#228;t ver&#228;ndert hat. Es spricht aber auch niemand von Automobilsucht. Im besten Fall haben wir es sogar mit einem Wandel zu einer besseren Gesellschaft zu tun, in der sich Menschen verst&#228;rkt f&#252;reinander interessieren. In der sie Freud und Leid teilen, auch wenn sie kein gemeinsames Umfeld haben und nicht von den Taten des anderen tangiert werden.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41791&amp;md5=dec93911bca0574aebe2d21b6ee2ffc4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Momente der Gemeinsamkeit</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Jul 2010 06:48:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Glaser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Kommunikationsmaschinerie kann anstrengend sein. Der Lohn der M&#252;he: soziale Schranken werden durchl&#228;ssig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/48c8cf40a468486298b7d85ee06512ef" alt="" width="1" height="1" />Als ich mal von Griechenland zur&#252;ck in den Norden fuhr, setzte ich erst  mit dem Schiff nach Italien &#252;ber und fuhr dann von Brindisi ganz unten  am Stiefel mit der Bahn weiter. Abgesehen davon, dass in meinem Rucksack  eine Flasche Retsina auslief und auf einen unter dem Gep&#228;cknetz  sitzenden Karabinieri pladderte, war es eine wunderbare Fahrt.</p>
<p>All das  viele Italienisch, das rund um mich gesprochen wurde, war wie Musik. Ich  verstand nichts, und aus dem Unverst&#228;ndnis erhob sich das wohltuende  Gef&#252;hl, die Menschen h&#228;tten sich hier, &#228;hnlich wie in der Oper, lauter  klangvolle Dinge zu sagen.</p>
<p>Ehe das Internet &#252;ber uns hergefallen ist,  war es ein bisschen wie auf dieser Reise. Zwar hatten sich zuvor schon  immer mehr Maschinen zwischen die naturbelassen miteinander  kommunizierenden Menschen gedr&#228;ngt: Fernseher, Telefone, Fernkopierer,  aber noch vermochte der Mensch sein Selbstgef&#252;hl in der Textstille von  B&#252;chern und der Unmittelbarkeit von Gespr&#228;chen zu finden. <strong>Mit dem  Internet und der Mobilkommunikation wurde eine Quasselversion der B&#252;chse  der Pandora ge&#246;ffnet.</strong></p>
<p>“Wenn Fotohandys und Webseiten in Real- und Jetztzeit  alles dokumentieren, wird all dies immer belangloser”, <a href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1214370/">sagt</a> etwa die  Erziehungswissenschaftlerin Astrid von Friesen. Sie sieht eine  Wechselwirkung zwischen dem “logorrhoischen Verhalten in den Medien” und  den Kommunikationsmustern vieler Menschen, die sich davon beeinflussen  lassen; sie sieht Entwicklungsst&#246;rungen bei Kindern, verst&#246;rte M&#228;nner  (da Frauen mehr reden), und Frauen, die in diesem Redefluss sich und die  anderen verlieren.</p>
<p>Aber es ist ein gro&#223;er Fortschritt, dass so viel  geredet – und geschrieben und gelesen – wird. Der Fortschritt besteht  darin, dass soziale Schranken aufgehoben werden.</p>
<p>Das war schon bei  Verbreitung des Radios so. Anfang 1920 gab es in den USA eine Handvoll  Radiostationen. Zwei Jahre sp&#228;ter, nachdem “drahtlose Konzerte” das neue  Medium popul&#228;r gemacht hatten, waren es bereits an die 600. <strong>Das Radio  &#252;berschritt Grenzen</strong> &#8211; geografische, ethnische, soziale. Es brachte  Menschen in Kontakt mit Orten, Kl&#228;ngen und Lebensgef&#252;hlen, die sie sonst  nie kennengelernt h&#228;tten.</p>
<p>Heute findet diese Vermischung der  Lebenswelten viel eingehender statt. Das proletarisch Ungehemmte an  manchem &#246;ffentlich gef&#252;hrten Mobiltelefonat mag am Anstandsempfinden  b&#252;rgerlicher Gem&#252;ter r&#252;hren, aber es begegnen sich dabei die Milieus in  einer Detailtiefe, die man zuvor gern vermieden hat.</p>
<p>Im Netz spielen  herk&#246;mmliche Signale der direkten Kommunikation wie Aussehen, Mimik oder  Status keine Rolle mehr. Es gibt so etwas wie einen <strong>Augenblick der  Gleichheit und Gemeinsamkeit</strong>. Die Unterschiede werden etwa &#252;ber  Sprachgebrauch und Interessen ermittelt. Aber die  Kommunikationsmaschinen bringen uns einander n&#228;her.</p>
<p><em>Peter Glaser bloggt auf <a href="http://blog.stuttgarter-zeitung.de/netzkolumne/2010/07/08/momente-der-gemeinsamkeit/">Glaserei</a>.   Crosspost mit freundlicher Genehmigung.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=30778&amp;md5=8decd187d82e01ea46493b9807e5d19d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die innere Logik der Link-&#214;konomie</title>
		<link>http://carta.info/18610/die-innere-logik-der-link-oekonomie/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 10:47:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Link-Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn nicht mehr die Inhalte, sondern die Links die Grundlage der Medien&#246;konomie bilden (wie Jeff Jarvis behauptet), dann werden die Verlage in Zukunft Geld f&#252;r Links verlangen. Und am Ende schickt jeder, der mit uns kommuniziert, eine Rechnung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/63cfdc57585c44f2bbed8fcbb48faedc" alt="" width="1" height="1" />T&#228;glich tauchen neue Vermutungen auf, was die Verlage mit ihrem Leistungsschutzrecht wohl bezwecken. Und die Verlagsvertreter bekennen zuckers&#252;&#223;, sie w&#252;ssten leider auch nicht, was ihnen die Politiker <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Verlage-rechnen-mit-Gesetzentwurf-fuer-Leistungsschutzrecht-noch-in-diesem-Jahr-861101.html">demn&#228;chst</a> in den Gesetzentwurf schreiben.</p>
<p>Dabei liegen die Stellungnahmen der Verlage l&#228;ngst im Justizministerium. Und sie werden – auf Anregung der zust&#228;ndigen Abteilung &#8211; von den Verlagsjuristen so formuliert, dass sie problemlos in Gesetzesparagrafen umzugie&#223;en sind. (Auch der Berufsverband der freien Journalisten, dem ich angeh&#246;re, wurde im M&#228;rz ersucht, m&#246;glichst pr&#228;zise Vorschl&#228;ge zur Novellierung des Urheberrechts aufzuschreiben). Die Verlage wissen also sehr wohl, was sie mit einem Leistungsschutzrecht erreichen wollen.</p>
<p>Sie wollen „die kurzen, mit hohem professionellem Aufwand erstellten Texte der Verlage vor der unverg&#252;teten Zweitauswertung durch andere sch&#252;tzen.”</p>
<p>Zu diesen hochprofessionell erstellten kurzen Texten z&#228;hlen Titelzeilen („Wir sind Papst!“), Unterzeilen, Vorsp&#228;nne und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Snippet">Snippets</a>. Zitate z&#228;hlen nat&#252;rlich nicht dazu. Denn <strong>Zitate sind</strong> <strong>Belegstellen in einer eigenen Werksch&#246;pfung</strong>. Das hei&#223;t, wenn ich einen Essay &#252;ber Spongebob und Patrick schreibe, muss ich zur Verdeutlichung meiner Thesen auch Aussagen von Spongebob und Patrick zitieren. Dieses Recht wird von <a href="http://carta.info/18429/mathias-schwarz-blogs-rippen-qualitaetspresse-leistungsschutzrecht/">keiner Seite</a> <a href="http://carta.info/18559/fair-share-verlage-leistungsschutzrecht-robert-schweizer/">ernsthaft</a> bestritten. <strong>Ziehe ich dagegen Teile des Originals einfach per Copy &amp; Paste auf meine Seite, handelt es sich eindeutig um Snippets.</strong> Snippets k&#246;nnen nicht nur manuell, sondern ebenso gut vollautomatisch von Aggregatoren aus fremden Texten kopiert werden.</p>
<p>Bei Google News und vielen anderen Text-Sammlern tauchen dann Titel, Unterzeilen, Vorsp&#228;nne und wild aus dem Zusammenhang gerissene Textfetzen (= Snippets) auf, die ein vorher in die Suchmaske eingegebenes Wort enthalten. <strong>Solche „Textausrisse“ sind durch das bestehende Zitatrecht <em>nicht</em></strong><strong> gedeckt. </strong>Hier haben die Verlage gute Chancen, ihr Anliegen durchzusetzen.</p>
<p>Etwas komplizierter wird die Sache bei den Links. Sollten die Verlage versuchen, bereits das Setzen von Links kostenpflichtig zu machen, st&#252;nden wir vor einem ernsten Problem:</p>
<p>Zwar kann kein Verlag <em>das blo&#223;e</em> <em>Angebot</em>, einen Link zu nutzen, schon als Nutzung ausgeben. Niemand zahlt Nutzungsentgelt daf&#252;r, dass er eine Zeitschrift am Kiosk sieht und deren hochprofessionelle Schlagzeile („Vollschlank in 14 Tagen!“) liest. Auch das Betrachten einer Stra&#223;e kostet noch keine Mautgeb&#252;hren. Die Nutzer des Internets sind also – zun&#228;chst &#8211; fein raus.</p>
<p>Wie sieht es aber f&#252;r die Anbieter aus? Wenn z.B. ein Blogger Links in eigene Texte einbettet, um damit auf andere Texte hinzuweisen, dann unterliegt das ja wohl nicht dem Leistungsschutzrecht. Links sind schlie&#223;lich keine „kurzen, mit hohem professionellem Aufwand erstellte Textausschnitte“, sondern W&#246;rter-Zahlen-Zeichen-Schnipsel (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Uniform_Resource_Locator">URLs</a>), die vollautomatisch generiert werden. Ist die Sorge von <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1632090/">Christiane Schulzki-Haddouti</a>, das bestehende Urheberrecht k&#246;nnte m&#246;glicherweise so umformuliert werden, „dass Links auf Verlagserzeugnisse nicht mehr ohne Einwilligung der Verleger gesetzt werden d&#252;rfen“, damit schon gegenstandslos?</p>
<p>Nicht unbedingt. Denn das Einbinden eines Links erfordert den vorausgehenden Besuch der fremden Seite, weil nur auf diese Weise die f&#252;r den Link ben&#246;tigte URL kopiert werden kann. <strong>Das hei&#223;t, eine Nutzung verlinkter Seiten durch den Anbieter liegt in jedem Fall vor.</strong> Au&#223;erdem k&#246;nnten die Verlage behaupten, dass diese Nutzung nur durch ihre verlegerische „Leistung“ m&#246;glich wird – dass also die Erstellung und Bereithaltung von Internet-Adressen zu jenen „Leistungen“ z&#228;hlt, die k&#252;nftig Investitionsschutz genie&#223;en sollen. Verlage m&#252;ssten die daf&#252;r erforderliche Technik ja ebenso vorhalten und bezahlen wie den redaktionellen Apparat. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass die Verlagslobbyisten mit einer Kombination aus beiden Argumenten die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht begr&#252;nden.</p>
<p>Allerdings w&#252;rden sie sich auch selbst ein Bein stellen. Denn mit der gleichen Argumentation k&#246;nnten dann auch Software-Hersteller oder Suchmaschinen-Betreiber Investitionsschutz f&#252;r Programme und Algorithmen verlangen und bei den Verlagen nutzungsabh&#228;ngige Geb&#252;hren erheben. <strong>Ergebnis w&#228;re eine w&#252;ste Verrechnungsschlacht zwischen den Verwertungsgesellschaften aller Beteiligten.</strong></p>
<p>Nicht nur das. Nach den Verlegern k&#246;nnten sich weitere Gruppen aufgerufen f&#252;hlen, ihre sch&#246;pferischen Leistungen sch&#252;tzen zu lassen. H&#228;uslebauer z.B. k&#246;nnten von <a href="http://maps.google.de/intl/de/help/maps/streetview/faq.html">Google Street View</a> Nutzungsgeb&#252;hren verlangen. Schlie&#223;lich m&#252;ssen sie eine Menge Geld und Grips investieren, w&#228;hrend Google durch Anzeigen neben den abfotografierten H&#228;usern (= Haus-Ripoff) das dicke Geld scheffelt. Autofahrer k&#246;nnten von Mautstation-Betreibern und Polizeidirektionen ebenfalls Nutzungsgeb&#252;hren verlangen, denn das Vorhalten und Betreiben eines Automobils, das andere lediglich blitzen oder abfotografieren, um damit Geld zu verdienen (= Auto-Snippet), kostet enorme Investitionen! Berufsfotografen m&#252;ssten f&#252;r jedes geschossene Bild Nutzungsgeb&#252;hren an jene zahlen, die f&#252;r das Vorhalten und Betreiben der abgelichteten Motive (Denkm&#228;ler, Fu&#223;ballspiele) Millionen ausgeben. Das glauben Sie nicht? Das gibt es bereits. In den <a href="http://www.spsg.de/index.php?id=55#richtlinienI">Richtlinien</a> der „Preu&#223;ischen Schl&#246;sser und G&#228;rten Berlin-Brandenburg“, Abschnitt 4.1.1., ist das so festgelegt.</p>
<p>Befinden wir uns also auf dem direkten Weg in eine allgemeine Leistungsschutzrechts-Gesellschaft? <strong>Wollen wir k&#252;nftig jedem, der mit uns kommuniziert, eine Rechnung schicken?</strong></p>
<p><a href="http://www.homofaber.com/2009/04/26/das-google-elixier-jeff-jarvis-uber-die-linkokonomie/">Link-Wirtschaft</a> sollte ja eigentlich nur hei&#223;en, dass Verlage lernen m&#252;ssen, im Internet in ganz anderen Kategorien zu denken. Aber vielleicht meinte <a href="http://carta.info/17734/jarvis-keynote-medientage/">Jeff Jarvis</a> in Wahrheit, dass in der k&#252;nftigen Link-&#214;konomie alle <em>gelinkt</em> werden d&#252;rfen.
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<a href="http://carta.info/18610/die-innere-logik-der-link-oekonomie/">Die innere Logik der Link-&#214;konomie</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/18610/die-innere-logik-der-link-oekonomie/#comments">23 comments</a>
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