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	<title>CARTA &#187; Kommerzialisierung</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Facebook-Alternative Diaspora: Die Freiheit liegt in der Verstreuung</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Aug 2010 15:32:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Leisegang</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Facebook versucht das Netz zu kolonialisieren, kommerzialisieren und zu zentralisieren. Die offene Vernetzungs- und Organisationsstruktur im Internet bietet allerdings effektive M&#246;glichkeiten, sich gegen diese Vereinnahmung zu wehren: „Diaspora“ hat den Anspruch ein offenes und sicheres soziales Netzwerk zu werden und seinen Nutzern die Herrschaft &#252;ber ihre privaten Daten zur&#252;ckzugeben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/ea2bb6a43b1f44d5b1c0b3f1d576c391" alt="" width="1" height="1" />Das Internet ist potentiell unbeschr&#228;nkt. Gerade seine technische Offenheit unterscheidet es fundamental von anderen &#220;bertragungstechnologien. Seine „offene DNA“ ist ma&#223;geblich daf&#252;r verantwortlich, dass s&#228;mtliche Datenpakete, die man auf die Reise schickt, ohne Einschr&#228;nkungen an ihr Ziel gelangen k&#246;nnen.</p>
<p>Allerdings droht zunehmend eine Beschr&#228;nkung dieser Offenheit vor allem durch kommerzielle Unternehmen wie Apple, Microsoft oder Google – aber auch durch Soziale Netzwerke wie Facebook.</p>
<p>Mehr noch: Lange Zeit galt beispielsweise Google als das erfolgreichste Werbeunternehmen im World Wide Web. Allerdings k&#246;nnte Googles Stern bereits <a href="http://netzwertig.com/2010/04/25/google-sind-die-guten-zeiten-bald-vorbei">im Sinken</a> begriffen sein. Denn bislang ist es dem Konzern nicht gelungen, erfolgreich ein eigenes Soziales Netzwerk einzuf&#252;hren. Facebook hingegen hat in den vergangenen Jahren einen erstaunlichen Senkrechtstart hingelegt.</p>
<p>Bereits eine halbe Milliarde Menschen sind bei Facebook registriert. Das Netzwerk besitzt somit eine unvorstellbar gro&#223;e Datenbank der Intimit&#228;ten, in der &#252;ber jeden einzelnen seiner Mitglieder detaillierte Angaben zu Vorlieben, Einstellungen und Freundeskreis gespeichert sind. Diese umfangreichen zentralen Datensammlungen sind eine wertvolle Ressource f&#252;r die Unternehmen – insbesondere f&#252;r den Werbemarkt.</p>
<p>So wie Google mit seinem informellen Firmenslogan „<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Don%27t_be_evil">Don’t be evil</a>“ behauptet, es wolle nichts B&#246;ses tun, nennt Facebook als Ziel „to make the world more open“. Ebenso wie Google missachtet Facebook jedoch nicht nur fundamentale Rechte der Internetnutzer. Das Unternehmen und sein heute 26j&#228;hriger Gr&#252;nder Mark Zuckerberg planen zudem, Facebook und den Rest des Internet miteinander zu verschmelzen. <strong>Ziel ist es, Google zu &#252;berrunden und Facebook zum gr&#246;&#223;ten Online-Werbenetzwerk zu machen.</strong></p>
<p>Hierf&#252;r muss das Netzwerk freilich nach au&#223;en durchl&#228;ssiger werden und sich &#246;ffnen. So &#228;nderte Facebook im Dezember vergangenen Jahres von einem Tag auf den anderen ohne R&#252;ckfrage an die Nutzer die Datenschutzeinstellungen. Private Nachrichten, Kommentare oder Fotos, die bis dahin nur von Freunden eingesehen werden konnten, waren daraufhin &#246;ffentlich zug&#228;nglich. Nachdem es heftige Kritik hagelte, sah sich Facebook gen&#246;tigt, eilig einen besseren Schutz der Privatsph&#228;re der Nutzer zu versprechen.</p>
<p>Dieser R&#252;ckschlag kann Facebook aber nicht von dem Ziel abbringen, mit Hilfe seiner aggressiven Vermarktungsstrategien die &#246;konomische Durchdringung des gesamten Netzes anzustreben. So gab Zuckerberg im April dieses Jahres neue Funktionen bei Facebook bekannt. Sogenannte „Social Plugins“ dienen dazu, Webseiten, Videos und andere Webinhalte bei Facebook zu empfehlen. Die Plugins k&#246;nnen auf jeder Website eingebaut werden und verfolgen vor allem den Zweck, den Einfluss Facebooks in s&#228;mtliche Winkel des World Wide Web auszuweiten.</p>
<p>Diese aggressive Landnahme droht <a href="http://carta.info/26360/facebook-ein-sonderfall-im-oekosystem-des-internets">das Web zu zentralisieren</a> und damit fundamental zu ver&#228;ndern. Denn auf s&#228;mtlichen Seiten, auf denen die Plugins installiert sind, erfasst Facebook Informationen &#252;ber das Surfverhalten aller Besucher dieser Angebote – ohne dass bekannt ist, welche Daten im Einzelnen ausspioniert und an die Netzwerkbetreiber gesendet werden.</p>
<p>Gegen die Pl&#228;ne von Facebook formiert sich allerdings seit einigen Monaten wachsender Widerstand: Ein vierk&#246;pfiges Team aus New Yorker Studenten hat Mark Zuckerbergs Pl&#228;nen den Kampf angesagt und arbeitet bereits an dem offenen Sozialen Netzwerk <strong>„<a href="http://www.joindiaspora.com/">Diaspora</a>“</strong>. Der Name ist Programm: „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diaspora">Diaspora</a>“ entstammt der griechischen Sprache und bedeutet urspr&#252;nglich „ausstreuen, sich zerstreuen“. Die Nutzer sind somit buchst&#228;blich aufgerufen, sich von Facebook abzuwenden und sich zu verstreuen bzw. zu dezentralisieren. Das unmissverst&#228;ndliche Ziel der Entwicklergruppe lautet: <strong>Die Kontrolle &#252;ber die eigenen Daten wieder zu erlangen.</strong></p>
<p>Denn in dem dezentral organisierten Netzwerk Diaspora gilt die Privatsph&#228;re als das h&#246;chste Gut. Jeder Nutzer soll fortan uneingeschr&#228;nkt die Verf&#252;gung &#252;ber seine eigenen Daten erhalten. Zudem soll die gesamte Kommunikation unter den Teilnehmern verschl&#252;sselt erfolgen.</p>
<p>Die Mittel f&#252;r dieses Gegenprojekt zu Facebook stammen nicht aus der Privatwirtschaft, sondern wurden ausschlie&#223;lich von Internetnutzern gespendet. &#220;ber <a href="http://www.kickstarter.com/projects/196017994/diaspora-the-personally-controlled-do-it-all-distr">Kickstarter</a>, ein Web2.0-Dienst, der Gelder f&#252;r die F&#246;rderung unterschiedlichster Projekte sammelt, trugen die Projektgr&#252;nder innerhalb weniger Tage &#252;ber 200.000 US-Dollar zusammen. Ein Zeichen daf&#252;r, dass es ein gro&#223;es Bed&#252;rfnis nach einer Alternative gibt.</p>
<p>Bereits im September soll im ersten Schritt eine dokumentierte API unter freier Lizenz ver&#246;ffentlicht werden, inklusive Quellcode und Basisfunktionen. Allerdings wird anfangs noch ein wenig technische Handarbeit von den Nutzern erwartet: Der individuelle Diaspora-Knotenpunkt, der „Seed“, muss auf einen Webserver oder mit Hilfe von Cloud-Computing-Diensten hochgeladen werden.</p>
<div id="attachment_31592" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/diaspora.jpg"><img class="size-medium wp-image-31592" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/diaspora-300x187.jpg" alt="" width="300" height="187" /></a><p class="wp-caption-text">Bisher gibt es von Dispora kaum mehr als ein paar Screenshots. Auch die Videos lassen noch nicht viel erkennen.</p></div>
<p>Ist Diaspora somit<strong> nur eine Alternative f&#252;r Geeks?</strong> Mitnichten, denn die Entwickler haben sich im zweiten Schritt bereits vorgenommen, die Einrichtung und den Gebrauch von Diaspora erheblich zu vereinfachen, so dass innerhalb weniger Minuten ein kinderleichtes Setup („a dead-simple, five-minute setup“) die Installation erm&#246;glichen soll. Mit Hilfe der Open-Source-Community sollen dar&#252;ber hinaus Updates und zahlreiche Add-ons bereitgestellt werden. So stellt das Entwicklerteam f&#252;r sp&#228;tere Versionen bereits Instant Messaging und Internettelefonie in <a href="http://www.joindiaspora.com/project.html">Aussicht</a>.</p>
<p>Bisweilen scheint es, als sei das Internet der erdr&#252;ckenden Kommerzialisierung nicht gewachsen. Und auch der Ansatz, mit „Diaspora“ eine offene und sichere Alternative zu Facebook aufzubauen, mag auf den ersten Blick dem verzweifelten Unterfangen des kleinen Davids &#228;hneln, mit einer einfachen Steinschleuder den riesenhaften Goliath niederzustrecken.</p>
<p>In der Tat: Von Diaspora gibt es bislang <a href="http://www.joindiaspora.com/2010/07/01/one-month-in.html">kaum mehr als ein paar Screenshots.</a> Und 200.000 US-Dollar geben noch nicht Gewissheit, dass mit dem Open-Source-Netzwerk auch tats&#228;chlich eine einfach zu bedienende Alternative zum zentralisierten, datenhungrigen Facebook heranreift.</p>
<p>Entscheidend aber ist: Am Ende wird es vor allem auf den Willen der Facebook-Nutzer ankommen, sich zu „zerstreuen“. H&#228;tte Dispora jedoch Erfolg, w&#228;re der durch Kleinspenden finanzierte, digitale Graswurzelwiderstand ein erneuter Beleg, dass das Internet sich durchaus auch gegen m&#228;chtige kommerzielle Interessen <a href="http://www.tinbrain.de/2010/07/die-kolonialisierung-der-offentlichkeiten-teil-iv/">zur Wehr zu setzen</a> vermag. Dann h&#228;tte – und das ist die Ironie der Geschichte – gerade die offene Vernetzungs- und Organisationsstruktur des Netzes dazu beigetragen, dass die Nutzer die Hoheit &#252;ber ihre privaten Daten zur&#252;ck erlangen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Ein kurzes Video von Diaspora, das einen ersten Zwischenstand der Entwicklung zeigen soll:</p>
<p><object width="560" height="315"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="movie" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13026173&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=13026173&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="560" height="315"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/13026173">Diaspora Message Propagation (pre-alpha!)</a>.</p>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/31587/diaspora-die-freiheit-liegt-in-der-verstreuung/">Facebook-Alternative Diaspora: Die Freiheit liegt in der Verstreuung</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/31587/diaspora-die-freiheit-liegt-in-der-verstreuung/#comments">9 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=31587&amp;md5=01da2485d360af6154d29065e86105ca" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die innere Logik der Link-&#214;konomie</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Nov 2009 10:47:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn nicht mehr die Inhalte, sondern die Links die Grundlage der Medien&#246;konomie bilden (wie Jeff Jarvis behauptet), dann werden die Verlage in Zukunft Geld f&#252;r Links verlangen. Und am Ende schickt jeder, der mit uns kommuniziert, eine Rechnung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/63cfdc57585c44f2bbed8fcbb48faedc" alt="" width="1" height="1" />T&#228;glich tauchen neue Vermutungen auf, was die Verlage mit ihrem Leistungsschutzrecht wohl bezwecken. Und die Verlagsvertreter bekennen zuckers&#252;&#223;, sie w&#252;ssten leider auch nicht, was ihnen die Politiker <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Verlage-rechnen-mit-Gesetzentwurf-fuer-Leistungsschutzrecht-noch-in-diesem-Jahr-861101.html">demn&#228;chst</a> in den Gesetzentwurf schreiben.</p>
<p>Dabei liegen die Stellungnahmen der Verlage l&#228;ngst im Justizministerium. Und sie werden – auf Anregung der zust&#228;ndigen Abteilung &#8211; von den Verlagsjuristen so formuliert, dass sie problemlos in Gesetzesparagrafen umzugie&#223;en sind. (Auch der Berufsverband der freien Journalisten, dem ich angeh&#246;re, wurde im M&#228;rz ersucht, m&#246;glichst pr&#228;zise Vorschl&#228;ge zur Novellierung des Urheberrechts aufzuschreiben). Die Verlage wissen also sehr wohl, was sie mit einem Leistungsschutzrecht erreichen wollen.</p>
<p>Sie wollen „die kurzen, mit hohem professionellem Aufwand erstellten Texte der Verlage vor der unverg&#252;teten Zweitauswertung durch andere sch&#252;tzen.”</p>
<p>Zu diesen hochprofessionell erstellten kurzen Texten z&#228;hlen Titelzeilen („Wir sind Papst!“), Unterzeilen, Vorsp&#228;nne und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Snippet">Snippets</a>. Zitate z&#228;hlen nat&#252;rlich nicht dazu. Denn <strong>Zitate sind</strong> <strong>Belegstellen in einer eigenen Werksch&#246;pfung</strong>. Das hei&#223;t, wenn ich einen Essay &#252;ber Spongebob und Patrick schreibe, muss ich zur Verdeutlichung meiner Thesen auch Aussagen von Spongebob und Patrick zitieren. Dieses Recht wird von <a href="http://carta.info/18429/mathias-schwarz-blogs-rippen-qualitaetspresse-leistungsschutzrecht/">keiner Seite</a> <a href="http://carta.info/18559/fair-share-verlage-leistungsschutzrecht-robert-schweizer/">ernsthaft</a> bestritten. <strong>Ziehe ich dagegen Teile des Originals einfach per Copy &amp; Paste auf meine Seite, handelt es sich eindeutig um Snippets.</strong> Snippets k&#246;nnen nicht nur manuell, sondern ebenso gut vollautomatisch von Aggregatoren aus fremden Texten kopiert werden.</p>
<p>Bei Google News und vielen anderen Text-Sammlern tauchen dann Titel, Unterzeilen, Vorsp&#228;nne und wild aus dem Zusammenhang gerissene Textfetzen (= Snippets) auf, die ein vorher in die Suchmaske eingegebenes Wort enthalten. <strong>Solche „Textausrisse“ sind durch das bestehende Zitatrecht <em>nicht</em></strong><strong> gedeckt. </strong>Hier haben die Verlage gute Chancen, ihr Anliegen durchzusetzen.</p>
<p>Etwas komplizierter wird die Sache bei den Links. Sollten die Verlage versuchen, bereits das Setzen von Links kostenpflichtig zu machen, st&#252;nden wir vor einem ernsten Problem:</p>
<p>Zwar kann kein Verlag <em>das blo&#223;e</em> <em>Angebot</em>, einen Link zu nutzen, schon als Nutzung ausgeben. Niemand zahlt Nutzungsentgelt daf&#252;r, dass er eine Zeitschrift am Kiosk sieht und deren hochprofessionelle Schlagzeile („Vollschlank in 14 Tagen!“) liest. Auch das Betrachten einer Stra&#223;e kostet noch keine Mautgeb&#252;hren. Die Nutzer des Internets sind also – zun&#228;chst &#8211; fein raus.</p>
<p>Wie sieht es aber f&#252;r die Anbieter aus? Wenn z.B. ein Blogger Links in eigene Texte einbettet, um damit auf andere Texte hinzuweisen, dann unterliegt das ja wohl nicht dem Leistungsschutzrecht. Links sind schlie&#223;lich keine „kurzen, mit hohem professionellem Aufwand erstellte Textausschnitte“, sondern W&#246;rter-Zahlen-Zeichen-Schnipsel (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Uniform_Resource_Locator">URLs</a>), die vollautomatisch generiert werden. Ist die Sorge von <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1632090/">Christiane Schulzki-Haddouti</a>, das bestehende Urheberrecht k&#246;nnte m&#246;glicherweise so umformuliert werden, „dass Links auf Verlagserzeugnisse nicht mehr ohne Einwilligung der Verleger gesetzt werden d&#252;rfen“, damit schon gegenstandslos?</p>
<p>Nicht unbedingt. Denn das Einbinden eines Links erfordert den vorausgehenden Besuch der fremden Seite, weil nur auf diese Weise die f&#252;r den Link ben&#246;tigte URL kopiert werden kann. <strong>Das hei&#223;t, eine Nutzung verlinkter Seiten durch den Anbieter liegt in jedem Fall vor.</strong> Au&#223;erdem k&#246;nnten die Verlage behaupten, dass diese Nutzung nur durch ihre verlegerische „Leistung“ m&#246;glich wird – dass also die Erstellung und Bereithaltung von Internet-Adressen zu jenen „Leistungen“ z&#228;hlt, die k&#252;nftig Investitionsschutz genie&#223;en sollen. Verlage m&#252;ssten die daf&#252;r erforderliche Technik ja ebenso vorhalten und bezahlen wie den redaktionellen Apparat. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass die Verlagslobbyisten mit einer Kombination aus beiden Argumenten die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht begr&#252;nden.</p>
<p>Allerdings w&#252;rden sie sich auch selbst ein Bein stellen. Denn mit der gleichen Argumentation k&#246;nnten dann auch Software-Hersteller oder Suchmaschinen-Betreiber Investitionsschutz f&#252;r Programme und Algorithmen verlangen und bei den Verlagen nutzungsabh&#228;ngige Geb&#252;hren erheben. <strong>Ergebnis w&#228;re eine w&#252;ste Verrechnungsschlacht zwischen den Verwertungsgesellschaften aller Beteiligten.</strong></p>
<p>Nicht nur das. Nach den Verlegern k&#246;nnten sich weitere Gruppen aufgerufen f&#252;hlen, ihre sch&#246;pferischen Leistungen sch&#252;tzen zu lassen. H&#228;uslebauer z.B. k&#246;nnten von <a href="http://maps.google.de/intl/de/help/maps/streetview/faq.html">Google Street View</a> Nutzungsgeb&#252;hren verlangen. Schlie&#223;lich m&#252;ssen sie eine Menge Geld und Grips investieren, w&#228;hrend Google durch Anzeigen neben den abfotografierten H&#228;usern (= Haus-Ripoff) das dicke Geld scheffelt. Autofahrer k&#246;nnten von Mautstation-Betreibern und Polizeidirektionen ebenfalls Nutzungsgeb&#252;hren verlangen, denn das Vorhalten und Betreiben eines Automobils, das andere lediglich blitzen oder abfotografieren, um damit Geld zu verdienen (= Auto-Snippet), kostet enorme Investitionen! Berufsfotografen m&#252;ssten f&#252;r jedes geschossene Bild Nutzungsgeb&#252;hren an jene zahlen, die f&#252;r das Vorhalten und Betreiben der abgelichteten Motive (Denkm&#228;ler, Fu&#223;ballspiele) Millionen ausgeben. Das glauben Sie nicht? Das gibt es bereits. In den <a href="http://www.spsg.de/index.php?id=55#richtlinienI">Richtlinien</a> der „Preu&#223;ischen Schl&#246;sser und G&#228;rten Berlin-Brandenburg“, Abschnitt 4.1.1., ist das so festgelegt.</p>
<p>Befinden wir uns also auf dem direkten Weg in eine allgemeine Leistungsschutzrechts-Gesellschaft? <strong>Wollen wir k&#252;nftig jedem, der mit uns kommuniziert, eine Rechnung schicken?</strong></p>
<p><a href="http://www.homofaber.com/2009/04/26/das-google-elixier-jeff-jarvis-uber-die-linkokonomie/">Link-Wirtschaft</a> sollte ja eigentlich nur hei&#223;en, dass Verlage lernen m&#252;ssen, im Internet in ganz anderen Kategorien zu denken. Aber vielleicht meinte <a href="http://carta.info/17734/jarvis-keynote-medientage/">Jeff Jarvis</a> in Wahrheit, dass in der k&#252;nftigen Link-&#214;konomie alle <em>gelinkt</em> werden d&#252;rfen.
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<p><small>
<a href="http://carta.info/18610/die-innere-logik-der-link-oekonomie/">Die innere Logik der Link-&#214;konomie</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/18610/die-innere-logik-der-link-oekonomie/#comments">23 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=18610&amp;md5=5ca4ad5b1ded32b8e392076ddfa997e6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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