<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>CARTA &#187; Koalitionsverhandlungen</title>
	<atom:link href="http://carta.info/tag/koalitionsverhandlungen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://carta.info</link>
	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 24 May 2012 17:47:08 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Koalitionsvertrag und Internet: Weniger als erhofft, mehr als erwartet</title>
		<link>http://carta.info/16863/koalitionsvertrag-internet-schwarz-gelb-medienpolitik/</link>
		<comments>http://carta.info/16863/koalitionsvertrag-internet-schwarz-gelb-medienpolitik/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 24 Oct 2009 14:05:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Koalitionsverhandlungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=16863</guid>
		<description><![CDATA[Dem Koalitionsvertrag gelingt in Sachen Medien- und Informationsgesellschaft nicht der gro&#223;e Wurf. Man h&#228;tte sich mehr Programmatik und einen ambitionierteren Aufbruch erhofft. Zugleich bekennt er sich bemerkenswert eindeutig zum Internet als dem "freiheitlichsten und effizientesten Informationsforum der Welt" und enth&#228;lt auch sonst so einige spannende Festlegungen und Projekte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/aa84dd7337fa4a79b61f218e0601ac5e" alt="" width="1" height="1" />Nun ist der Koalitionsvertrag also <a href="http://www.spiegel.de/media/0,4906,21958,00.pdf">fertig</a>. Die wichtigsten Punkte zum Thema Informations- und Mediengesellschaft aus meiner Sicht (work in progress):</p>
<ul>
<li>Die Koalition bekennt sich in der Pr&#228;ambel zum Vertragsabschnitt <em>Informations- und Mediengesellschaft</em> zum Internet als dem &#8220;<strong>freiheitlichsten und effizientesten Informations- und Kommunikationsforum der Welt</strong>&#8220;. Das ist ein nicht zu untersch&#228;tzender Etappensieg f&#252;r das Netz und seine politisch-gesellschaftliche Wertsch&#228;tzung (im Gegensatz zu <a href="http://carta.info/16834/der-nachplapperer/">hier</a> oder der <a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/BeauftragterfuerKulturundMedien/Medienpolitik/InitiativePrintmedien/nationale-initiative-printmedien.html">Printlastigkeit</a> der letzten Regierung). Die herausgehobene Stellung des Internets im Vertragstext und seine insgesamt positive Konnotation sind erfreulich.<br />
Die Koalition zeigt sich gewillt, das Netz vor allem innovations- und technologiefreundlich zu betrachten. Hinzu kommt &#8211; bei einer b&#252;rgerlichen Regierung nicht &#252;berraschend &#8211; zentral der Aspekt des wirtschaftlichen Potenzials des Netzes.</li>
</ul>
<ul>
<li>Es ist daher ebenso konsequent wie unausweichlich, dass im Koaltionsvertrag auch der Satz steht:  &#8220;<strong>Das Internet darf kein urheberrechtsfreier Raum sein</strong>.&#8221;  Die Koalition&#228;re bekennen sich zum Urheberrecht vor allem auch als Funktion des Investitionsschutzes. Es w&#228;re blau&#228;ugig und realit&#228;tsfremd zu glauben, dass eine andere Regierung diesen Schwerpunkt nicht gesetzt h&#228;tte. Ein besserer Schutz des Urheberrechts stand auch im <a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;ct=res&amp;cd=2&amp;ved=0CBAQFjAB&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.frankwaltersteinmeier.de%2F_media%2Fpdf%2FPolitik_fuer_das_naechste_Jahrzehnt_navigierbar.pdf&amp;rct=j&amp;q=deutschlandplan&amp;ei=i0DjSoG7Bc70_Abwqpz7AQ&amp;usg=AFQjCNFYA2zJ2qfJM5Bv-o9kKEHjemtnqQ">Deutschlandplan </a>von Frank-Walter Steinmeier als ein Kernpunkt zur F&#246;rderung der Kreativindustrie.<br />
Dabei bekennt sich diese Koalition zu einem Urheberrechtsschutz nur unter Vorbehalt der &#8220;<strong>Wahrung des Datenschutzes</strong>&#8220;. Sie hebt damit deutlich den Abw&#228;gungscharakter und den Wert konkurrierender Rechtsg&#252;ter hervor.</li>
</ul>
<ul>
<li>Zur Forcierung des Urheberrechtsschutzes schlie&#223;t die Koalition <a href="http://www.spreeblick.com/2009/02/02/exklusiv-bundesjustizministerin-zypries-zu-olivenne-und-internetsperrungen/">Olivenne</a>-Sperren ausdr&#252;cklich aus (obwohl sie in einem Entwurf des CDU-Regierungsprogramms <a href="http://wikileaks.org/wiki/CDU_Wahlprogrammsentwurf_beinhaltet_3-Strike-Out_Internetsperren,_20_Jun_2009">standen</a>). Tats&#228;chlich w&#228;ren diese Sperren weder politisch noch verfassungsrechtlich durchsetzbar. Stattdessen setzt die neue Koalition beim Urheberrecht auf mehr &#8220;Selbstregulierung unter Beteiligung von Rechteinhabern und Internetserviceprovidern&#8221;. Was das konkret bedeuten wird, ist klar: <strong>Provider sollen illegalen Filesharern in Zukunft freiwillig eine Mahnung zukommen lassen</strong> – und im Wiederholungsfall dann die Nutzer-IP-Adressen an die Rechteinhaber weitergeben. So soll ein neues Massenverwarnsystem aufgebaut werden.<br />
Das wird f&#252;r heftige Debatten sorgen. Die Provider werden nicht geneigt sein, in die <a href="http://carta.info/13113/zugangssperren-three-strikes-verfassungsgemaess/">Integrit&#228;t des Kommunkationsprozesses</a> ihrer Nutzer und in das Prinzip einer inhaltsneutralen Bereitstellung des Internetzugangs einzugreifen. Auch die Nutzer werden sich dagegen wehren, dass die Provider zu Download-Hilfssheriffs umfunktioniert werden sollen.<br />
Der Konzept der neuen Koalition liegt auf einer Linie mit vielen Vorstellungen innerhalb der zunehmend urheberrechtsaggressiven Rechteindustrie. Die Konstruktion bleibt aber deutlich hinter den Forderungen von Hardlinern zur&#252;ck.</li>
</ul>
<ul>
<li>Ein Punkt, der meines Wissens &#252;berhaupt noch nicht er&#246;rtert wurde, sind die laut Koalitionsvertrag geplanten Ver&#228;nderung des <strong>Haftungsrechts im Telemediengesetz</strong>. Die FDP hat bereits in der letzten Legislaturperiode <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/FDP-legt-Gesetzesentwurf-zur-Klaerung-der-Haftung-von-Telemedien-vor-219199.html">gefordert</a>, die <a href="http://www.it-recht-kanzlei.de/providerhaftung-stoererhaftung.html">Providerhaftung</a> zu kl&#228;ren und zu entsch&#228;rfen: Zugangs- und Inhalteanbieter sollen zuk&#252;nftig deutlich weniger f&#252;r Inhalte Dritter haften. Dies betrifft Suchmaschinen, aber auch Links und Foren auf Blogs. Hier soll das Prinzip &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Online_Copyright_Infringement_Liability_Limitation_Act">Notice and take down</a>&#8221; gest&#228;rkt werden. Demnach w&#252;rde etwa ein Blogbetreiber stets erst dann f&#252;r einen beleidigenden Nutzerkommentar haften, nachdem er aufmerksam gemacht wurde &#8211; und dennoch nicht eingeschritten ist. Das wird einige <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,521726,00.html">ruhiger schlafen</a> lassen. Ein guter und netzad&#228;quater Schritt.<br />
Wie allerdings der gest&#228;rkte Haftungsausschluss f&#252;r Provider mit der oben geforderten verst&#228;rkten Zusammenarbeit von Providern und Rechteinhabern zusammenpassen soll, ist mir schleierhaft.</li>
</ul>
<ul>
<li>Auch die <strong>Netzneutralit&#228;t </strong>hat einen relativ prominenten Platz in dem Vertrag erhalten. Die neue Regierung bekennt sich ausdr&#252;cklich zum Ziel der Netzneutralit&#228;t und der &#8220;neutralen Daten&#252;bermittlung im Internet&#8221;. Dass die Koalition dabei zun&#228;chst einmal auf Wettbewerb statt auf Regulierung setzt, ist richtig. Man kann nicht stets m&#246;glichst wenig Eingriffe ins Internet und gleichzeitig hier f&#252;r Provider eine Vorbeugungsregulierung fordern. Es ist daher vor allem zu begr&#252;&#223;en, dass sich die Regierung grunds&#228;tzlich zum Ziel der Netzneutralit&#228;t und seiner Wahrung bekennt.</li>
</ul>
<ul>
<li>Die <strong>Internetsperren </strong>werden <a href="http://blog.odem.org/2009/10/keine-sperren.html">bekanntlich</a> erstmal f&#252;r ein Jahr ausgesetzt. Da in das Gesetz ohnehin eine &#220;berpr&#252;fungspflicht nach zwei Jahren eingebaut wurde (in Artikel 3 des <a href="http://www.bundesrat.de/SharedDocs/Drucksachen/2009/0601-700/604-09,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/604-09.pdf">ZugErschwG</a>), sind die Sperren damit f&#252;r diese Legislaturperiode von der FDP praktisch ausgebremst worden. Dennoch h&#228;tte man sich hier eine deutlich klarere Abkehr von den Internetsperren  gew&#252;nscht.</li>
</ul>
<ul>
<li>Laut Koalitionsvertrag sollen <strong>die Presseverlage ein Leistungsschutzrecht</strong> bekommen, wie <em>Carta </em>bereits <a href="http://carta.info/16569/koalition-plant-leistungsschutzrecht-fuer-verlage/">berichtete</a>. Dar&#252;ber ist schon <a href="http://print-w&#252;rgt.de/2009/10/21/das-leistungsschutzrecht-%E2%80%93-oder-wie-bastle-ich-mir-ein-gesetz/">viel</a> <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2241">geschrieben</a> worden. Man fragt sich: M&#252;ssen demn&#228;chst auch Kioske und Cafés  f&#252;r das Zurschaustellen von Zeitungen in eine Verwertungsgesellschaft der Zeitungsverlage einzahlen? Und wann wird es ein Leistungsschutzrecht f&#252;r wissenschaftliche Publikationen mit entsprechenden Zitiertantiemen geben?</li>
</ul>
<ul>
<li>Bei der <strong>Pressefusionskontrolle </strong>stellt der Koalitionsvertrag die &#8220;Pr&#252;fung&#8221; einer Lockerung unter Vielfaltsaspekten in Aussicht. Eine solche Pr&#252;fklausel ist eine eher unverbindliche Erkl&#228;rung. &#196;hnliches stand auch schon im letzten Koalitionsvertrag. Wahrscheinlich wird diese Regierung die Kraft f&#252;r eine kleine Reform f&#252;r Kleinverlage finden.<br />
Eine Formulierung gegen weitere <strong>Werbeverbote</strong>, die in einer <a href="http://blog.die-linke.de/digitalelinke/wp-content/uploads/KoaV_20_10_2009.pdf">Entwurfsversion</a> noch enthalten war, fehlt nun interessanterweise im Koalitionsvertrag.</li>
</ul>
<ul>
<li>Die Koalition wird eine <strong>Stiftung Datenschutz </strong>gr&#252;nden, die &#8220;Produkte und Dienstleistungen auf Datenschutzfreundlichkeit&#8221; pr&#252;fen soll. Die Einrichtung einer solchen Stiftung mag etwas altbacken und zentralistisch klingen, aber sie kann ein richtiger Schritt hin zu mehr Datenschutz sein. Die Stiftung kann zur St&#228;rkung des Verbraucher-Datenschutzes hierzulande beitragen. Es h&#228;ngt ganz davon ab, mit welchem Selbstverst&#228;ndnis, welchen Kompetenzen und welcher Ausstattung diese Institution ans Werk gehen wird.</li>
</ul>
<p><strong>Fazit: </strong></p>
<p>Dem Koalitionsvertrag gelingt in Sachen Medien- und Informationsgesellschaft nicht der gro&#223;e Wurf. Man h&#228;tte sich mehr Programmatik, mehr Zukunftvision und einen ambitionierteren Aufbruch erhofft.</p>
<p>Zugleich bietet der Vertrag jedoch deutlich mehr, als ich erwartet h&#228;tte: Er bekennt sich bemerkenswert eindeutig zum Internet als dem &#8220;freiheitlichsten und effizientesten&#8221; Informationsforum. Das klingt fast schon wie aus einer der in letzter Zeit verbreiteten Erkl&#228;rungen &#252;bernommen. Die neue Koalition bekennt sich zudem zum Urherberrechtsschutz nur unter Vorbehalt des Datenschutzes, sie will die Haftungsregeln f&#252;r Provider (und damit auch f&#252;r Blogs) verbessern, sie bekennt sich zum Ziel der Netzneutralit&#228;t, sie will den Verbraucher-Datenschutz durch eine Stiftung st&#228;rken, sie hat die Internetsperren ausgebremst.</p>
<p>Dies ist mehr als man nach dem substanzarmen Wahlkampf der beteiligten Parteien erwarten konnte. Es ist durchaus ein kleiner Aufbruch und eine St&#228;rkung des Internets. Eine Regierung von Internetausdruckern ist dies nicht mehr, auch wenn dies so sch&#246;n ins Gut-B&#246;se-Schema passen w&#252;rde.</p>
<p>Mit Spannung sehe ich den Debatten um das Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverlage und die Zusammenarbeit zwischen Providern und Rechteinhabern beim Urheberrecht entgegen.</p>
<p>Hier die Dokumentation der zentralen Stellen des Koalitionsvertrags  (Fettungen nicht im Original):</p>
<p style="padding-left: 30px;">Zeilen 4607-4793</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Informations- und Mediengesellschaft</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Das Internet ist das freiheitlichste und effizienteste Informations- und Kommunikationsforum der Welt und tr&#228;gt ma&#223;geblich zur Entwicklung einer globalen Gemeinschaft bei. Die Informationsgesellschaft bietet neue Entfaltungsm&#246;glichkeiten f&#252;r jeden Einzelnen ebenso wie neue Chancen f&#252;r die demokratische Weiterentwicklung unseres Gemeinwesens sowie f&#252;r die wirtschaftliche Bet&#228;tigung. Neue Medien geh&#246;ren l&#228;ngst zum Alltag einer stetig wachsenden Zahl von Menschen. Deutschland ist l&#228;ngst in der Informationsgesellschaft angekommen.</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Damit die Menschen an den neuen Chancen f&#252;r Meinungs- und Informationsfreiheit, Kommunikationsfreiheit sowie am wirtschaftlichen Leben im Internet teilhaben und die Chancen der Informationsgesellschaft nutzen k&#246;nnen, m&#252;ssen wir die Weichen stellen, um eine <strong>digitale Spaltung der Gesellschaft</strong> zu verhindern. Allen Menschen Zugang zu neuen Medien zu erleichtern, ist uns dabei ein zentrales Anliegen, sowohl im Hinblick auf die Verf&#252;gbarkeit als auch auf Barrierefreiheit und Medienkompetenz.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wir werden die Anstrengungen fortsetzen, die Breitbandversorgung in Deutschland sowohl in der Fl&#228;che als auch in der Leistungsf&#228;higkeit zu steigern. Die Nutzung freiwerdender Frequenzen des Fernsehrundfunks soll dazu beitragen, kurzfristig Versorgungsl&#252;cken in der Fl&#228;che zu schlie&#223;en. Der Staat wird soweit als m&#246;glich, Angebote auch in elektronischer Form bereitstellen. Ausschreibungen der  Beh&#246;rden sollen elektronisch bekannt gemacht werden.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Wir werden unsere Politik auch daran ausrichten, die gesellschaftliche Ver&#228;nderung durch Internet und neue Medien positiv zu begleiten und die Lebenswirklichkeit der Mehrheit der Menschen in Deutschland zu ber&#252;cksichtigen.</strong> Dabei werden wir Innovations- und Standortpolitik, Verwaltungsmodernisierung, Teilhabe von B&#252;rgerinnen und B&#252;rgern und zivilgesellschaftlichen Interessengruppen sowie Datenschutz und Netzsicherheit in unserer Politik verbinden.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Wir vertrauen darauf, dass der bestehende Wettbewerb die neutrale Daten&#252;bermittlung im Internet und anderen neuen Medien (Netzneutralit&#228;t) sicherstellt, werden die Entwicklung aber sorgf&#228;ltig beobachten und n&#246;tigenfalls mit dem Ziel der Wahrung der Netzneutralit&#228;t gegensteuern.</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Wir bekr&#228;ftigen, dass Recht und Gesetz im Internet schon heute und in Zukunft ebenso gelten wie &#252;berall sonst. Daher werden wir f&#252;r mehr Datenschutz sowie durch eine St&#228;rkung der IT-Kompetenz und entsprechend ausgebildetes Personal bei den Sicherheitsbeh&#246;rden f&#252;r eine Verbesserung der Anwendung des geltenden Rechts zur Verfolgung von Kriminalit&#228;t im Internet sorgen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wir werden dabei insbesondere unser Augenmerk auf Aufkl&#228;rung legen. Die Sensibilit&#228;t f&#252;r den Schutz der eigenen Daten muss gest&#228;rkt, der Selbstdatenschutz erleichtert werden, um Datenmissbrauch vorzubeugen. Wir werden deshalb pr&#252;fen, wie durch die Anpassung des Datenschutzrechts der Schutz personenbezogener Daten im Internet verbessert werden kann, erwarten dabei aber auch von jedem Einzelnen einen verantwortungsvollen Umgang mit seinen pers&#246;nlichen Daten im Internet.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Betrug und Identit&#228;tsdiebstahl im Internet m&#252;ssen konsequent verfolgt werden und<br />
zugleich m&#252;ssen M&#246;glichkeiten der sicheren Kommunikation mehr in den Mittelpunkt ger&#252;ckt werden. Kinder und Jugendliche werden wir durch konsequente Durchsetzung des geltenden Jugendschutzrechts vor ungeeigneten Inhalten sch&#252;tzen.
</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wir werden gemeinsam mit den L&#228;ndern M&#246;glichkeiten der verbesserten Strafverfolgung in Kommunikationsnetzen wie z. B. Internetstreifen durch die Polizei, Schwerpunktstaatsanwaltschaften f&#252;r Kriminalit&#228;t im Internet oder erleichterte elektronische Kontaktaufnahme mit der Polizei anstreben. Gleicherma&#223;en werden wir uns auf internationaler Ebene f&#252;r L&#246;sungen stark machen, um Kinderpornographie sowie Kriminalit&#228;t allgemein im Internet besser bek&#228;mpfen zu k&#246;nnen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">In der Informationsgesellschaft liegen gro&#223;e Chancen auch f&#252;r die &#246;ffentliche Verwaltung. Wir werden daher E-Government weiter f&#246;rdern und dazu wo und soweit notwendig, rechtliche Regelungen anpassen (E-Government-Gesetz). Besonderes Augenmerk werden wir dabei auf die Schaffung der Voraussetzungen f&#252;r sichere Kommunikation zwischen B&#252;rgerinnen und B&#252;rgen sowie Unternehmen mit der Verwaltung legen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Die in der EU-Dienstleistungsrichtlinie vorgesehenen elektronischen Kommunikationsm&#246;glichkeiten mit Beh&#246;rden sehen wir als gro&#223;e Chance f&#252;r einen Modernisierungsschub in der Verwaltung an. Wir werden so schnell als m&#246;glich die Voraussetzungen im Verwaltungsverfahrensrecht schaffen, um rechtsverbindliche<br />
elektronische Kommunikation im Verwaltungsverfahren zu gew&#228;hrleisten.
</p>
<p style="padding-left: 30px;">Dabei setzen wir mit Blick auf eine verbesserte Akzeptanz bei den B&#252;rgerinnen und B&#252;rgern auf die anwenderfreundliche Weiterentwicklung am Markt entwickelter sicherer elektronischer Kommunikation und Identifikation in neuen Medien. Dabei kann der freiwillige Identit&#228;tsnachweis mit dem elektronischen Personalausweis eine M&#246;glichkeit darstellen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wir werden ein De-Mail-Gesetz verabschieden und dabei die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt und die Stellungnahmen der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der L&#228;nder ber&#252;cksichtigen. Hierdurch wollen wir den Unternehmen die M&#246;glichkeit geben, Gesch&#228;ftsprozesse elektronisch abzuwickeln.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Bei eGovernment-Projekten sind Datenschutz und Datensparsamkeit wichtige Bestandteile jedes Vorhabens.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Die Informationstechnik des Bundes bedarf der Konzentration, Standardisierung und Effizienzsteigerung sowie B&#252;ndelung vorhandener Ressourcen. Wir werden hierzu den Beauftragten der Bundesregierung f&#252;r Informationstechnik st&#228;rken. Wir  pr&#252;fen, wie die IT des Bundes sich zuk&#252;nftig an offenen Standards orientieren und dabei auch Open-Source-L&#246;sungen ber&#252;cksichtigen kann.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wir werden uns f&#252;r eine St&#228;rkung der IT-Sicherheit im &#246;ffentlichen und nicht &#246;ffentlichen Bereich einsetzen, um vor allem kritische IT-Systeme vor Angriffen zu sch&#252;tzen. Hierzu wollen wir insbesondere durch Aufkl&#228;rung und Sensibilisierung der &#214;ffentlichkeit die Menschen zu mehr Selbstschutz und die Nutzung sicherer IT-Produkte anzuregen. Da Bundesamt f&#252;r Sicherheit in der Informationstechnik werden wir mit dieser Zielrichtung st&#228;rken.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Die Risiken der Digitalisierung, die es erm&#246;glicht, quasi auf Knopfdruck Daten zusammenzuf&#252;hren und durch die Auswertung digitaler Spuren umfassende Pers&#246;nlichkeitsprofile zu bilden, d&#252;rfen nicht durch staatliches Handeln verst&#228;rkt werden.<br />
Wir werden daher das vom Bundesverfassungsgericht formulierte Recht auf die Gew&#228;hrleistung der Vertraulichkeit und Integrit&#228;t informationstechnischer Systeme bei der gesetzlichen Ausgestaltung der IT beachten. <strong>Wir lehnen eine generelle &#220;berwachung des Internetdatenverkehrs ab.</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Eine vertrauensw&#252;rdige, leistungsf&#228;hige und sichere Informations- und Kommunikationstechnik ist f&#252;r unser Hochtechnologieland und den Wirtschaftsstandort<br />
Deutschland unverzichtbar. Wir werden die IT gegen innere und &#228;u&#223;ere Gefahren sch&#252;tzen, um die wirtschaftliche Leistungsf&#228;higkeit und administrative Handlungsf&#228;higkeit zu erhalten.
</p>
<p style="padding-left: 30px;">Daher werden wir ein besonderes Augenmerk auf die Abwehr von IT-Angriffen richten und hierf&#252;r Kompetenzen in der Bundesverwaltung beim Beauftragten der Bundesregierung f&#252;r Informationstechnik b&#252;ndeln. Zu seiner Unterst&#252;tzung werden wir das Bundesamt f&#252;r Sicherheit in der Informationstechnik als zentrale Cyber-Sicherheitsbeh&#246;rde weiter ausbauen, um insbesondere auch die Abwehr von IT-Angriffen koordinieren zu k&#246;nnen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Dabei werden wir auch eng mit der Internet- und Kommunikationswirtschaft zusammenarbeiten. Wir werden die Haftung von System- und Diensteanbietern f&#252;r die IT-Sicherheit ihrer Angebote anpassen, um einer unbilligen Abw&#228;lzung von IT-Risiken auf die Endanwender vorzubeugen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Der energieeffiziente Einsatz von IT ist ein wichtiger Beitrag zur Bek&#228;mpfung des Klimawandels. Wir werden daher bei allen IT-Vorhaben des Bundes verantwortungsbewusst mit den nat&#252;rlichen Ressourcen umgehen und den durch den<br />
Betrieb verursachten Energieverbrauch in der Bundesverwaltung reduzieren. Wir  wollen die enormen Chancen der Informations- und Kommunikationstechnologie f&#252;r Wirtschaft und Gesellschaft nutzen. Dazu werden wir die IKT-Forschung st&#228;rken. Wir werden eine Strategie im Bereich der IKT und digitalen Medien entwerfen.
</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Wir werden die Regelungen zur Verantwortlichkeit im Telemediengesetz fortentwickeln. Es gilt auch zuk&#252;nftig einen fairen Ausgleich der berechtigten Interessen der Diensteanbieter, der Rechteinhaber und der Verbraucher zu gew&#228;hrleisten.</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Die F&#228;higkeit zur Integration von IKT in Produkte und Prozesse ist f&#252;r die deutsche Wirtschaft in allen Branchen von strategischer Bedeutung. Wir werden die Potentiale der IKT bei der L&#246;sung der gesellschaftlichen Herausforderungen Gesundheit, Energieeffizienz / Klimaschutz, Sicherheit und Mobilit&#228;t konsequent einsetzen. Wir werden das Internet der Zukunft und die Telemedien auf der Basis unseres Rechts- und Wertesystems weiter ausgestalten. Technische und rechtliche Aspekte werden so fr&#252;hzeitig zusammengebracht, dass Informationsfreiheit und Schutz vor rechtswidrigen Inhalten gleicherma&#223;en ber&#252;cksichtigt werden.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Urheberrecht</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Das Urheberrecht hat in der modernden Medien- und Informationsgesellschaft eine Schl&#252;sselfunktion. Wir werden das Urheberrecht deshalb entschlossen weiterentwickeln, mit dem Ziel ein hohes Schutzniveau und eine wirksame Durchsetzbarkeit des Urheberrechts zu gew&#228;hrleisten. Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir z&#252;gig die Arbeit an einem Dritten Gesetz zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft („Dritter Korb“) aufnehmen.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Das Internet darf kein urheberrechtsfreier Raum sein. Wir werden deshalb unter Wahrung des Datenschutzes bessere und wirksame Instrumente zur konsequenten Bek&#228;mpfung von Urheberrechtsverletzungen im Internet schaffen. Dabei wollen wir M&#246;glichkeiten der Selbstregulierung unter Beteiligung von Rechteinhabern und Internetserviceprovidern f&#246;rdern. Wir werden keine Initiativen f&#252;r gesetzliche Internetsperren bei Urheberrechtsverletzungen ergreifen.</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Verlage sollen im Online-Bereich nicht schlechter gestellt sein als andere Werkvermittler. Wir streben deshalb die Schaffung eines Leistungsschutzrechts f&#252;r Presseverlage zur Verbesserung des Schutzes von Presseerzeugnissen im Internet an.</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Das System der Rechtewahrnehmung durch Verwertungsgesellschaften mit effizienten und transparenten Strukturen hat sich bew&#228;hrt. Wir wollen, dass die europaweite Lizenzierung durch Verwertungsgesellschaften in Bezug auf Online-Nutzungen erleichtert wird. Wir werden uns deshalb f&#252;r die Schaffung eines europ&#228;ischen Wahrnehmungsrechts einsetzen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Der Schutz durch das Urheberrecht ist eine notwendige Voraussetzung f&#252;r die Schaffung und f&#252;r die Verwertung kreativer Leistungen. Wir wollen deshalb Ma&#223;nahmen unterst&#252;tzen, die das gesellschaftliche Verst&#228;ndnis f&#252;r die Bedeutung des Urheberrechts und den Respekt vor fremdem geistigem Eigentum f&#246;rdern.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wir setzen uns f&#252;r die Schaffung eines europ&#228;ischen Rechtsrahmens f&#252;r die Verwertungsgesellschaften ein, der eine transparente und europaweite Lizenzierung gew&#228;hrleistet und die kulturelle Vielfalt sch&#252;tzt.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Zeilen 4830-4900</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Internetsperren</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Die Bek&#228;mpfung von Kindesmissbrauch und Kinderpornographie ist f&#252;r uns von herausragender Bedeutung. Kinderpornographische Angebote in Kommunikationsnetzen m&#252;ssen mit aller Kraft bek&#228;mpft werden. Die dauerhafte wirksame Bek&#228;mpfung des Missbrauchs von Kindern ist politische Verantwortung und rechtsstaatliches Gebot zugleich.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Wir sind uns dar&#252;ber einig, dass es notwendig ist, derartige kriminelle Angebote  schnellstm&#246;glich zu l&#246;schen statt diese zu sperren. Wir werden daher zun&#228;chst f&#252;r  ein Jahr kinderpornographische Inhalte auf der Grundlage des Zugangserschwerungsgesetzes nicht sperren.</strong> Stattdessen werden die Polizeibeh&#246;rden in enger Zusammenarbeit mit den Selbstregulierungskr&#228;ften der Internetwirtschaft wie der deutschen Internetbeschwerdestelle sowie dem Providernetzwerk INHOPE die L&#246;schung kinderpornographischer Seiten betreiben.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Nach einem Jahr werden wir dies im Hinblick auf Erfolg und Wirksamkeit evaluieren und aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse ergebnisoffen eine Neubewertung vornehmen. Vor Abschluss der Neubewertung werden weder nach dem Zugangserschwerungsgesetz noch auf Grundlage der zwischen den Providern und BKA abgeschlossenen Vertr&#228;gen &#252;ber Internetsperren Sperrlisten des BKA gef&#252;hrt oder Providern &#252;bermittelt.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Dynamische Dienstleistungen</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Die Medien- und Kommunikationsordnung muss gemeinsam mit den L&#228;ndern weiter an die ver&#228;nderten technischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst werden. Wir unterst&#252;tzen die Bem&#252;hungen der L&#228;nder, die Finanzierung des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks auf eine zukunftsf&#228;hige Grundlage zu stellen.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Im Interesse der Erhaltung der Meinungs- und Pressevielfalt sind das Medienkonzentrations- und das Pressekartellrecht zu &#252;berpr&#252;fen. </strong>Das Presse-Grosso bleibt ein unverzichtbarer Teil unserer Medienordnung.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Datenschutz</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Ein moderner Datenschutz ist gerade in der heutigen Informationsgesellschaft von besonderer Bedeutung. Wir wollen ein hohes Datenschutzniveau. Die Grunds&#228;tze der Verh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit, der Datensicherheit und -sparsamkeit, der Zweckbindung und der Transparenz wollen wir im &#246;ffentlichen und privaten Bereich noch st&#228;rker zur Geltung bringen. Hierzu werden wir das Bundesdatenschutzgesetz unter Ber&#252;cksichtigung der europ&#228;ischen Rechtsentwicklung lesbarer und verst&#228;ndlicher machen sowie zukunftsfest und technikneutral ausgestalten. Die Einwilligung ist eine wesentliche S&#228;ule des informationellen Selbstbestimmungsrechts. Ziel der Reform muss daher auch sein, verbesserte Rahmenbedingungen f&#252;r informierte und freie Einwilligungen zu schaffen. Dazu sollen Informationspflichten erweitert und der Freiwilligkeit der Einwilligung gr&#246;&#223;ere Bedeutung beigemessen werden.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Dar&#252;ber hinaus werden wir eine Stiftung Datenschutz errichten, die den Auftrag hat, Produkte und Dienstleistungen auf Datenschutzfreundlichkeit zu pr&#252;fen, Bildung im Bereich des Datenschutzes zu st&#228;rken, den Selbstdatenschutz durch Aufkl&#228;rung zu verbessern und ein Datenschutzaudit zu entwickeln.</strong> Wir sind &#252;berzeugt, dass mit dieser L&#246;sung auch der Technologiestandort Deutschland gest&#228;rkt wird, wenn datenschutzfreundliche Technik aus Deutschland mit gepr&#252;fter Qualit&#228;t weltweit vertrieben werden kann.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wir werden beim Bundesbeauftragten f&#252;r den Datenschutz und die Informationsfreiheit die personelle und s&#228;chliche Ausstattung verbessern. Die Unabh&#228;ngigkeit der Datenschutzaufsicht steht f&#252;r uns dabei im Mittelpunkt.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Auch der Einzelne tr&#228;gt Verantwortung f&#252;r seine pers&#246;nlichen Daten. Wir wollen deshalb die Sensibilit&#228;t und Selbstverantwortung der B&#252;rgerinnen und B&#252;rger f&#252;r ihre eigenen Daten st&#228;rken.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>Vorratsdatenspeicherung</strong></p>
<p style="padding-left: 30px;">Wir werden den Zugriff der Bundesbeh&#246;rden auf die gespeicherten Vorratsdaten der Telekommunikationsunternehmen bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts &#252;ber die Verfassungsm&#228;&#223;igkeit der Vorratsdatenspeicherung aussetzen und bis dahin auf Zugriffe zur Abwehr einer konkreten Gefahr f&#252;r Leib, Leben und Freiheit beschr&#228;nken.</p>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F16863%2Fkoalitionsvertrag-internet-schwarz-gelb-medienpolitik%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F16863%2Fkoalitionsvertrag-internet-schwarz-gelb-medienpolitik%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/16863/koalitionsvertrag-internet-schwarz-gelb-medienpolitik/">Koalitionsvertrag und Internet: Weniger als erhofft, mehr als erwartet</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/16863/koalitionsvertrag-internet-schwarz-gelb-medienpolitik/#comments">7 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=16863&amp;md5=2e6c6de7e3ae18ca140ebf39b3d7289a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/16863/koalitionsvertrag-internet-schwarz-gelb-medienpolitik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Koalitionsvertrag: Ein Dokument der Ziellosigkeit</title>
		<link>http://carta.info/16842/der-koalitionsvertrag-ein-dokument-der-ziellosigkeit/</link>
		<comments>http://carta.info/16842/der-koalitionsvertrag-ein-dokument-der-ziellosigkeit/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 16:07:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malte Spitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Editors Pick]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Koalitionsverhandlungen]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=16842</guid>
		<description><![CDATA[Was bringt der Koalitionsvertrag von Schwarz/Gelb in den Bereichen Innenpolitik, Rechtspolitik und Informationsgesellschaft? Es ist ein Dokument der Ziellosigkeit, das sich in ewig langen F&#252;lls&#228;tzen verliert, ohne aufzuzeigen, wohin es eigentlich hingehen soll. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/675f6cc27beb4cb6b6d8d49937bfe751" width="1" height="1" alt=""/><strong>Datenschutz:</strong><br />
<em></em></p>
<p><em>&#8220;Hierzu werden wir das Bundesdatenschutzgesetz unter Ber&#252;cksichtigung der europ&#228;ischen Rechtsentwicklung lesbarer und verst&#228;ndlicher machen sowie zukunftsfest und technikneutral ausgestalten.&#8221;</em></p>
<p>Ein erster Ansatz, der aber viel zu kurz greift. Ein klares Verst&#228;ndnis von einem modernen Datenschutz sieht anders aus. Es m&#252;ssen Leitbilder gelten, an denen sich die Entwicklung des Datenschutzes orientiert. Das Prinzip der Datenhoheit des Einzelnen gegen&#252;ber Staat und Wirtschaft muss ein wesentliches Leitbild sein. Nur wenn jeder sagen kann &#8220;Meine Daten geh&#246;ren mir&#8221; kann der Datenschutz durchgesetzt werden und die notwendige Sensibilisierung stattfinden. Zudem fehlt ein Leitbild f&#252;r den modernen Datenschutz. Die Herausforderungen der Digitalisierung werden nicht angegangen und die wenigen Ans&#228;tze zur Nachbesserung sind mindestens so schwammig wie die Klimaversprechen der Energiewirtschaft. Nichts zu Listenprivileg, h&#246;heren Strafen oder mehr Auskunftsrechten f&#252;r den Einzelnen. Der Arbeitnehmerdatenschutz soll in einem eigenen Kapitel im <a title="Externer Link zu de.wikipedia.org/wiki/Bundesdatenschutzgesetz (Neues Fenster)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesdatenschutzgesetz" target="_blank">BDSG</a> verankert werden und eine Stiftung Datenschutz aufgebaut werden. Letzteres kann eine positive Entwicklung einleiten, wenn sie denn richtig umgesetzt und ausgestattet wird.</p>
<p><em>&#8220;.. Handel mit pers&#246;nlichen Daten sind zu evaluieren. Das gilt auch f&#252;r den ausreichenden Schutz der Pers&#246;nlichkeitsrechte im Internet und bei der Einf&#252;hrung von Funketiketten.&#8221;</em></p>
<p>Diese S&#228;tze finden sich beim Verbraucherschutz. Ist ja alles sch&#246;n und gut. Aber Schwarz-Gelb kann doch nicht die ganze Welt evaluieren, sondern muss vor allem einmal politische Vorstellungen und Ziele verfolgen. Wer so in eine Koalition hineingeht, wie hier die FDP, wird nichts Ernsthaftes f&#252;r den Datenschutz und die St&#228;rkung der B&#252;rgerrechte tun. Mit Funketiketten sind &#252;brigens <a title="Externer Link zu de.wikipedia.org/wiki/RFID (Neues Fenster)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/RFID" target="_blank">RFID-Chips</a> gemeint.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Visa-Warndatei:</strong><br />
<em></em></p>
<p><em>&#8220;Hierzu werden wir eine zentrale Visa-Warndatei schaffen, um so insbesondere die deutschen Visumbeh&#246;rden bei ihrer T&#228;tigkeit zu unterst&#252;tzen und den Prozess der Visumerteilungen insgesamt zu beschleunigen.&#8221;</em></p>
<p>Willkommen neue Zentraldatei! Anstatt dem Irrsinn zentraler Speichermonster entgegenzutreten, wird hier gar ein neues geschaffen. Begr&#252;ndung ist wie so oft die Vereinfachung der Arbeit. Zun&#228;chst sollen die Menschen in der Datei &#8220;erkennbar&#8221; gemacht werden, die bereits einmal auff&#228;llig wurden .</p>
<p><strong><a title="Externer Link zu de.wikipedia.org/wiki/SWIFT (Neues Fenster)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/SWIFT" target="_blank">SWIFT</a>-Abkommen:</strong></p>
<p>Bsp: <em>&#8220;Die Menge der zu &#252;bermittelnden Daten ist m&#246;glichst gering zu halten.&#8221; </em></p>
<p>Die Ziele, die man jetzt noch erreichen will, sind so weich formuliert, dass man nach einem kr&#228;ftigen Auf-die-Schulter-Klopfen trotzdem alles unterschreibt. Auch wenn ein Ratifizierungsvorbehalt drin steht, so soll dies nur bescheinigen, dass man doch eigentlich f&#252;r Datenschutz eintreten m&#246;chte. Begriffe wie &#8220;einsetzen&#8221;, &#8220;eingegrenzt&#8221; oder &#8220;gering zu halten&#8221; weisen aber schon jetzt auf die Inkonsequenz am Ende hin. Ein schlechtes Alibi ist das, weiter nichts.</p>
<p><strong>Vorratsdatenspeicherung:</strong></p>
<p><em>&#8220;Wir werden den Zugriff der Bundesbeh&#246;rden auf die gespeicherten Vorratsdaten der Telekommunikationsunternehmen bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts &#252;ber die Verfassungsm&#228;&#223;igkeit der Vorratsdatenspeicherung aussetzen und bis dahin auf Zugriffe zur Abwehr einer konkreten Gefahr f&#252;r Leib, Leben und Freiheit beschr&#228;nken.&#8221;</em></p>
<p>Hier entt&#228;uscht die FDP am meisten. Denn alles bleibt letztendlich beim Alten. Und man fragt sich schon, welche anderen Bundesbeh&#246;rden Zugriff auf Daten der Vorratsdatenspeicherung haben &#8211; au&#223;er dem <a title="Externer Link zu bundeskriminalamt.de/ (Neues Fenster)" href="http://bundeskriminalamt.de/" target="_blank">Bundeskriminalamt</a>. Dies ist nicht einmal ein Kompromiss, sondern letztendlich eine Fortf&#252;hrung des Status Quo. Datenschutz sieht anders aus und die FDP verl&#228;sst sich hier alleine auf das Bundesverfassungsgericht. Das ist einer B&#252;rgerrechtspartei unw&#252;rdig. H&#228;tte man seine Versprechen ernst gemeint, h&#228;tte man den Konflikt mit Europa gesucht. Soweit kommt es aber nicht, man sucht nicht einmal den Konflikt mit Sch&#228;uble und Co. Statt dessen werden die schon gemachten Vorgaben aus Karlsruhe als eigene Initiative verkauft.</p>
<p><strong>Geistiges Eigentum:</strong></p>
<p>Hier ist der gr&#246;&#223;te Kahlschlag zu erwarten. Die Pl&#228;ne sind quer durch den ganzen Vertrag verstreut:</p>
<p><em>&#8220;Wir werden uns auch auf europ&#228;ischer und internationaler Ebene f&#252;r wirksame Ma&#223;nahmen gegen die weltweite Marken- und Produktpiraterie einsetzen.&#8221;</em></p>
<p>Das hei&#223;t f&#252;r mich nichts anderes, als: <a title="Externer Link zu www.heise.de/newsticker/meldung/ACTA-Anti-Piraterie-Abkommen-bleibt-Verschlusssache-834020.html (Neues Fenster)" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/ACTA-Anti-Piraterie-Abkommen-bleibt-Verschlusssache-834020.html" target="_blank">ACTA</a> wir kommen! Das ist eine Drohung nicht nur an die Menschen sondern auch das Parlament. Die Geheimdiplomatie bei Wirtschaftsfragen muss ein Ende haben. Wir opfern unsere Grundrechte nicht einer besseren Bek&#228;mpfung von Marken- und Produktpiraterie.</p>
<p><em>&#8220;Wir werden das Urheberrecht deshalb entschlossen weiterentwickeln, mit dem Ziel ein hohes Schutzniveau und eine wirksame Durchsetzbarkeit des Urheberrechts zu gew&#228;hrleisten.&#8221;</em></p>
<p>Was das bedeuten soll, wei&#223; niemand. Immerhin wird das Three Strikes-Modell nach franz&#246;sischem Vorbild ausgeschlossen. Die &#8220;M&#246;glichkeiten der Selbstregulierung&#8221; zu nutzen , wird wohl auf langweilige, ausufernde und nichts-bringende Sitzungen beim <a title="Externer Link zu www.bmwi.de/ (Neues Fenster)" href="http://www.bmwi.de/" target="_blank">BMWi</a> oder <a title="Externer Link zu www.bmj.bund.de (Neues Fenster)" href="http://www.bmj.bund.de/" target="_blank">BMJ</a> hinauslaufen. Damit ist weder den B&#252;rgerinnen und B&#252;rgern geholfen noch den Kreativen. Wir brauchen einen echten Aufbruch in der Urheberrechtspolitik. Einen Vorsto&#223;, der einen fairen Ausgleich sicherstellt &#8211; zwischen Nutzern und Kreativen. Auch hier ist die neue Bundesregierung ganz blass um die Nase und ideenlos.</p>
<p><em>&#8220;Wir wollen deshalb Ma&#223;nahmen unterst&#252;tzen, die das gesellschaftliche Verst&#228;ndnis f&#252;r die Bedeutung des Urheberrechts und den Respekt vor fremdem geistigem Eigentum f&#246;rdern.&#8221;</em></p>
<p>Da d&#252;rfen wir uns wohl auf eine staatliche <a title="Externer Link zu www.hartabergerecht.de/ (Neues Fenster)" href="http://www.hartabergerecht.de/" target="_blank">Raubkopierer sind Verbrecher</a> Kampagne freuen.</p>
<p><strong>Telekommunikations&#252;berwachung:</strong></p>
<p><em>&#8220;Die Reform der Telekommunikations&#252;berwachung werden wir im Hinblick darauf evaluieren, ob deren Ziele erreicht wurden und welche Ma&#223;nahmen zur Optimierung ergriffen werden k&#246;nnen.&#8221;</em></p>
<p>Die Antwort von der FDP wurde eigentlich noch vor der Wahl gegeben, durch J&#246;rg van Essen als dieser in einer <a title="Externer Link zu www.fdp-fraktion.de/webcom/show_websiteprog.php?wc_c=649&amp;wc_lkm=566&amp;wc_id=12988&amp;bis=18 (Neues Fenster)" href="http://www.fdp-fraktion.de/webcom/show_websiteprog.php?wc_c=649&amp;wc_lkm=566&amp;wc_id=12988&amp;bis=18" target="_blank">Pressemitteilung am 23. September</a> schrieb: &#8220;Damit ist klar: Die Reform der Telekommunikations&#252;berwachung durch CDU/CSU und SPD ist gescheitert. Die Ziele der Reform konnten nicht erreicht werden.&#8221; Hiervon findet sich nichts mehr im Koalitionsvertrag wieder. Man will nur ein bisschen evaluieren und dann mal schauen.</p>
<p><strong>Internetsperren:</strong></p>
<p>Hierzu wurde ja bereits einiges gesagt. Der angebliche Kompromiss ist meiner Meinung nach gar keiner. Die Vertr&#228;ge wie das Gesetz sollen weiterhin bestehen und es gibt keine Kriterien f&#252;r die Evaluierung des &#8220;L&#246;schens&#8221;. Man darf sich also darauf freuen, noch &#252;ber ein Jahr lang hoffentlich sperrfrei zu surfen. Der Sperrm&#252;ll steht aber leider weiterhin auf der Tagesordnung und auch im Gesetz.</p>
<p><strong>Informationsgesellschaft:</strong></p>
<p>Dazu steht eigentlich gar nichts drin. Man kann es so oder so lesen. Jugendschutz will man konsequenter durchsetzen, schreibt aber nicht wie. Internetstreifen und &#8220;erleichterte elektronische Kontaktaufnahme mit der Polizei&#8221; ist angestrebt. Aber auch hier fehlen die Konzepte. Netzneutralit&#228;t ist als Problem offenbar nicht bekannt &#8211; das soll der Mark alleine richten.</p>
<p><strong>Waffenrecht:</strong></p>
<p><em>&#8220;..ob es im praktischen Vollzug unzumutbare Belastungen f&#252;r die Waffenbesitzer gegeben hat.&#8221;</em></p>
<p>Hat man ansonsten keine Sorgen? Ziel von Schwarz-Gelb ist, dass die Waffenbesitzer nicht zu stark von den ohnehin schwachen Neuregelungen betroffen sind. Das Millionen Waffen in Deutschland legal aber auch illegal Schaden anrichten ist wohl v&#246;llig zweitrangig. Hier braucht es sch&#228;rfere Regeln und letztendlich ein Verbot. Zig Waffen und Tausende Schuss Munition haben nichts in Privath&#228;usern zu suchen.</p>
<p><strong>Bek&#228;mpfung von politischem Extremismus:</strong></p>
<p><em>&#8220;Die Aufgabenfelder des Fonds f&#252;r Opfer rechtsextremistischer Gewalt sowie des B&#252;ndnisses f&#252;r Demokratie und Toleranz sollen auf jede Form extremistischer Gewalt ausgeweitet werden.&#8221;</em></p>
<p>Die wichtige und notwendige Schwerpunktsetzung auf den Kampf gegen Rechtsextremismus ist nun zu Ende. F&#252;r die neue Bundesregierung ist Rechtsextremismus = Linksextremismus. Andere Extremismen wie Islamismus werden da auch noch eingeordnet. Das kann das Ende bedeuten f&#252;r langj&#228;hrige Projekte im Kampf gegen Rechtsextremismus, wenn die finanziellen Mittel nicht aufgestockt werden. Mit dieser fehlenden Schwerpunktsetzung spielt die neue Bundesregierung den Rechten nur in die H&#228;nde. Die Zahlen sind aber deutlich: F&#252;r 2008 sind die Straftaten der rechten Szene wieder deutlich gestiegen &#8211; um 15,8 Prozent auf insgesamt 19.894 Delikte. F&#252;r Straftaten mit linksextremem Hintergrund verzeichnet der <a title="Externer Link zu www.verfassungsschutz.de/download/de/publikationen/verfassungsschutzbericht/vsbericht_2008/vsbericht2008.pdf (Neues Fenster)" href="http://www.verfassungsschutz.de/download/de/publikationen/verfassungsschutzbericht/vsbericht_2008/vsbericht2008.pdf" target="_blank">aktuelle Bundesverfassungsschutzbericht</a> ein Plus von 13 Prozent mit 3.124 registrierten Delikten.</p>
<p><strong>B&#252;rgerbeteiligung:</strong></p>
<p>Das Petitionswesen soll weiterentwickelt werden, bspw. Anh&#246;rung im Bundestagsplenum zu Massen-Petitionen. Andere Formen der Beteiligung, gerade die elektronische &#214;ffnung der Ministerien und des Parlaments sind nicht vorgesehen. E-Partizipation kommt im Vokabular von Schwarz-Gelb nicht vor.</p>
<p>Sicherheitsforschung: <em> &#8220;Wir bauen die Forschung f&#252;r die zivile Sicherheit aus, um die Sicherheit von B&#252;rgern, G&#252;tern und Infrastrukturen vor Terrorismus, organisierter Kriminalit&#228;t sowie Natur- und Umweltkatastrophen zu sch&#252;tzen.&#8221;</em></p>
<p>Soll ausgebaut werden aber ohne mehr Transparenz, ohne ein klares Forschungsziel (Bsp. Abbau von Eingriffen in die Privatsph&#228;re) oder eine Einbeziehung der Zivilgesellschaft zu erm&#246;glichen.</p>
<p><strong>Fazit:</strong></p>
<p>In Hinblick auf die digitale Zukunft Deutschlands und die St&#228;rkung der B&#252;rgerrechte und des Datenschutzes ist von einer schwarz-gelben Bundesregierung nichts zu erwarten. Es mangelt dieser Koalition an einem Verst&#228;ndnis der Herausforderungen, die vor uns stehen. Man verliert sich in ewig langen F&#252;lls&#228;tzen, ohne einmal konkret aufzuzeigen, wo es eigentlich hingehen soll und warum. Es fehlt das gemeinsame Verst&#228;ndnis f&#252;r die digitale Entwicklung und die M&#246;glichkeiten die daraus entstehen. Das Internet wird &#8211; nach CDU-Manier &#8211; prim&#228;r als Gefahrenquelle betrachtet, welche es zu beobachten und zu regulieren gilt. Von &#220;berwachung m&#246;chte aber niemand sprechen. Das beste Beispiel daf&#252;r, wie ziellos diese neue Bundesregierung bei diesen Themen ist, ist die H&#228;ufigkeit der gew&#252;nschten Evaluierung. Es dr&#228;ngt einem schon fast auf, das es bald ein Evaluierungsministerium gibt. Alles wird erstmal evaluiert und dann schaut man mal weiter, von Internetsperren, &#252;ber Datenschutz, &#252;ber die Rechtspolitik bis zur Netzneutralit&#228;t. Evaluierung ist notwendig &#8211; aber sie kann ein politisches Konzept und ein politisches Ziel nicht ersetzen. Davon ist bei Schwarz-Gelb aber nichts zu erkennen, schon gar nichts Liberales. Die Chance eines Aufbruchs nach den verlorenen vier Jahren Gro&#223;e Koalition wird nicht wahrgenommen. Es ist so &#252;berhaupt kein Aufbruch bei der Netzpolitik zu sp&#252;ren, das es einem schon fast vorkommt, das man noch am Anfang des Jahrzehnts steht. Auch in anderen Bereichen werden falsche Wege eingeschlagen, beispielsweise beim Kampf gegen Rechtsextremismus. Dieser l&#228;uft nun allgemein nur noch unter Extremismus-Bek&#228;mpfung. Die zunehmende Gewalt aus der rechten Szene wird durch solche Ans&#228;tze verschleiert, da man damit die besondere H&#228;rte kaum noch sieht.</p>
<p><strong>Der Text basiert auf verschiedenen mir vorliegenden Texten aus den Verhandlungsgruppen. Alle Texte sind wenige Tage alt und d&#252;rften nicht mehr im wesentlichen ver&#228;ndert werden. Hinweise zu Ver&#228;nderungen zum abschlie&#223;enden Koalitionsvertrag nehme ich gerne an.</strong></p>
<p><em>Malte Spitz ist Medienpolitiker und Mitglied im Bundesvorstand von B&#252;ndnis 90/ Die Gr&#252;nen. Er diesen Text zuerst in <a href="http://www.malte-spitz.de/blog/2838179.html">seinem Blog</a> ver&#246;ffentlicht. Wir crossposten diesen Gastkommentar hier mit freundlicher Erlaubnis des Autors.<br />
</em>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F16842%2Fder-koalitionsvertrag-ein-dokument-der-ziellosigkeit%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F16842%2Fder-koalitionsvertrag-ein-dokument-der-ziellosigkeit%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/16842/der-koalitionsvertrag-ein-dokument-der-ziellosigkeit/">Der Koalitionsvertrag: Ein Dokument der Ziellosigkeit</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/16842/der-koalitionsvertrag-ein-dokument-der-ziellosigkeit/#comments">3 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=16842&amp;md5=75a6ca3e439bf22fc0939c8ae27037dd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/16842/der-koalitionsvertrag-ein-dokument-der-ziellosigkeit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Koalition plant Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage</title>
		<link>http://carta.info/16569/koalition-plant-leistungsschutzrecht-fuer-verlage/</link>
		<comments>http://carta.info/16569/koalition-plant-leistungsschutzrecht-fuer-verlage/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 16:28:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Koalitionsverhandlungen]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=16569</guid>
		<description><![CDATA[Die schwarz-gelbe Koalition m&#246;chte Verlage "nicht schlechter stellen als andere Werkmittler". Presseverlage sollen daher ein Leistungsschutzrecht zur "Verbesserung des Schutzes von Presseerzeugnissen im Internet" erhalten. Um dieses Leistungsschutzrecht hat es in der Vergangenheit bekanntlich erheblichen Streit gegeben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/d38d6ea872bb4e378a78f1b27cea89ba" alt="" width="1" height="1" />Die schwarz-gelbe Koalition plant, in der kommenden Legislaturperiode ein Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage einzuf&#252;hren. Im Entwurf des Koalitionsvertrags hei&#223;t es nach <em>Carta</em>-Informationen:</p>
<blockquote><p>Verlage sollen im Online-Bereich nicht schlechter gestellt sein als andere Werkvermittler. Wir streben deshalb die Schaffung eines Leistungsschutzrechts f&#252;r Presseverlage zur Verbesserung des Schutzes von Presseerzeugnissen im Internet an.</p></blockquote>
<p>Diese Formulierung ist Teil der Vorlage, die derzeit noch abschlie&#223;end von den Parteivorsitzenden beraten wird. Bis Freitag sollen die Verhandlungen abgeschlossen sein. Mit einer Ver&#228;nderung der Passage durch die Parteispitzen ist nach Einsch&#228;tzung von Beobachtern nicht zu rechnen.</p>
<p>Mit dem &#8220;Leistungsschutzrecht&#8221; w&#252;rden die Verlage eigene Rechte an den von ihnen ver&#246;ffentlichten Inhalten erhalten, die &#252;ber den bisherigen Schutz des Urheberrechts hinausgehen. So w&#252;rden sie das Recht zur ausschlie&#223;lichen Verwertung ihrer Inhalte  und die M&#246;glichkeit bekommen, eine &#8220;Verwertungsgesellschaft der Verlage&#8221; zu gr&#252;nden.</p>
<div id="attachment_16600" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/10/leistungsschutzrecht.jpg"><img class="size-medium wp-image-16600" style="margin: 2px;" title="leistungsschutzrecht" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/10/leistungsschutzrecht-300x199.jpg" alt="leistungsschutzrecht" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Leistungsschutzrecht: &quot;Schutz des geistigen Eigentums&quot; vs. &quot;Kultur des vernetzten Gesellschaftsdiskures&quot;</p></div>
<p>Film- und Musikindustrie verf&#252;gen bereits &#252;ber Leistungsschutzrechte. Auf Basis dieser Rechte erhalten beispielsweise Plattenfirmen Geld f&#252;r das Spielen der von ihnen ver&#246;ffentlichten St&#252;cke im Radio. Die Filmverleihe k&#246;nnen so darauf bestehen, dass ein Film nur in der von ihnen ausgelieferten Fassung gezeigt wird. Was die Leistungsschutzrechte konkret f&#252;r die Verlage bedeuten w&#252;rden, ist bislang unklar. Eine Konsequenz k&#246;nnte sein, dass Google News nicht mehr ungefragt auf Verlagsinhalte zugreifen darf, sondern zuerst um eine Erlaubnis bei den Site-Betreibern nachsuchen m&#252;&#223;te.</p>
<p>Die Verlegerverb&#228;nde hatten im Sommer stark f&#252;r ein eigenes Leistungsschutzrecht <a href="http://www.bdzv.de/bdzv_intern+M52d3f6358b1.html">geworben</a>. Angesichts von entt&#228;uschenden Anzeigenums&#228;tzen bei journalistischen Online-Angeboten seien weitere Einnahmequellen und ein besserer Schutzr f&#252;r die Verlage erforderlich. Die von den Verlegern ver&#246;ffentlichte <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article3886003/Erklaerung-der-Hamburger-Verlage.html">Hamburger Erkl&#228;rung</a> mit der Kernforderung nach einem &#8220;Schutz des geistigen Eigentums&#8221; im Internet bildet die Basis einer solchen Forderung. Nach einem Gespr&#228;ch mit Bundesjustizministerin Brigitte Zypries im Juni hatte Helmut Heinen vom Verband der Zeitungsverleger (BDZV) gesagt: „Wir werden es nicht l&#228;nger hinnehmen, dass aufw&#228;ndig produzierte Qualit&#228;tsinhalte der Verlage von Dritten kommerziell genutzt werden, ohne dass daf&#252;r auch nur ein Cent an die Verlage zur&#252;ckflie&#223;t.&#8221;</p>
<p>Die Forderung nach neuen Verwertungsrechten im Internet war auch Ausl&#246;ser des <a href="http://www.internet-manifest.de/">Internet-Manifests</a>. Darin hei&#223;t es: &#8220;Referenzen durch Verlinkungen und Zitate – auch und gerade ohne Absprache oder gar Entlohnung des Urhebers – erm&#246;glichen &#252;berhaupt erst die Kultur des vernetzten Gesellschaftsdiskurses und sind unbedingt sch&#252;tzenswert.&#8221;</p>
<p>Die CDU hatte ein Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage in ihrem Regierungsprogramm <a href="http://www.cdu.de/portal2009/27890.htm">angek&#252;ndigt</a>: „Falls erforderlich werden wir ein eigenes Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage zum Schutz der Presseprodukte im Internet schaffen.“ Auch SPD-Kandidat Frank-Walter Steinmeier hatte sich im Wahlkampf daf&#252;r <a href="http://carta.info/14150/frank-walter-steinmeier-medienpolitik-spd/">stark gemacht</a>.</p>
<p>Doch aus den Reihen der Koalition gibt es weiter skeptische Stimmen. Beobachter weisen darauf hin, dass Google bislang alle Websites ungefragt durchsuchen und auszugsweise anzeigen d&#252;rfe. Mit der Umkehrung dieses Rechts f&#252;r Verlage werde eine Sondersituation geschaffen. W&#252;rde dies ausgeweitet, w&#228;re bald das Betreiben von Suchmaschinen unm&#246;glich.</p>
<p>Allein die Einengung auf die &#8220;Presseverlage&#8221; zeigt, dass die Diskussionen in den n&#228;chsten Monaten zu dem Thema sehr munter werden d&#252;rften. Mit einem Vorschlag der Betroffenen zu einem Gesetzesentwurf ist etwa gegen Ende dieses Jahres zu rechnen.</p>
<p><em>Weitere Texte zum Thema auf Carta:</em></p>
<ul>
<li>T. Kreutzer: <a href="http://carta.info/15635/leistungsschutzrecht-fuer-verlage-mehr-schaden-als-nutzen/">Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage: Mehr Schaden als Nutzen</a></li>
<li>R. Meyer-Lucht: <a href="http://carta.info/13554/jauch-berichterstattung-enteignet-bild-hier-das-zeit-magazin/">Jauch-Berichterstattung: Enteignet Bild hier das Zeit-Magazin?</a></li>
<li>M. Schwenk: <a href="http://carta.info/11105/burda-leistungsschutzrecht/">Lieber Hubert Burda, gegen Google helfen keine Gesetze …</a></li>
<li>R. Meyer-Lucht: Verleger-Gema f&#252;r Onlinetexte: <a href="http://carta.info/10421/verleger-gema-fuer-onlinetexte-wer-zahlt-wofuer-und-wer-ist-verleger/">Wer zahlt wof&#252;r? (Und wer ist Verleger?)</a></li>
<li>R. Meyer-Lucht: <a href=" http://carta.info/7832/schutzlos-ausgeliefert-hegemanns-fabel-zum-leistungsschutzrecht/">Schutzlos ausgeliefert? Hegemanns Fabel zum Leistungsschutzrecht</a></li>
</ul>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F16569%2Fkoalition-plant-leistungsschutzrecht-fuer-verlage%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F16569%2Fkoalition-plant-leistungsschutzrecht-fuer-verlage%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/16569/koalition-plant-leistungsschutzrecht-fuer-verlage/">Koalition plant Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/16569/koalition-plant-leistungsschutzrecht-fuer-verlage/#comments">74 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=16569&amp;md5=f93429e69320a64fbf1771570b74457d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/16569/koalition-plant-leistungsschutzrecht-fuer-verlage/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>74</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Hartz-IV-Entsch&#228;rfungen: Gut gemeint, das Falsche erreicht</title>
		<link>http://carta.info/16283/koalition-hartz-4/</link>
		<comments>http://carta.info/16283/koalition-hartz-4/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 10:07:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ursula Weidenfeld</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Oeko]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsmarkt]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz IV]]></category>
		<category><![CDATA[Koalitionsverhandlungen]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarz-Gelb]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=16283</guid>
		<description><![CDATA[Die neue Koalition lobt sich f&#252;r die Anhebung des Schonverm&#246;gens und der Zuverdienstgrenzen f&#252;r Hartz-IV-Empf&#228;nger. Doch eine entschiedene Neuregelung wurde vers&#228;umt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/42f33495b6cb41d2821602e2ccf68cba" width="1" height="1" alt=""/>Die neue Regierungskoalition hat sich darauf verst&#228;ndigt, Langzeitarbeitslosen das Leben ein bisschen leichter zu machen. Hartz-IV-Empf&#228;nger d&#252;rfen mehr dazu verdienen, bevor ihnen ihr Anspruch gestrichen wird. Und sie d&#252;rfen k&#252;nftig auch mehr von dem behalten, was sie f&#252;rs Alter gespart haben.  Daf&#252;r loben sich jetzt die Herzjesumarxisten in der CDU und die Neoliberalen in der FDP.</p>
<p>Und doch handelt es sich hier um ein klassisches Beispiel daf&#252;r, wie man aus dem richtigen Reflex heraus das Falsche tun kann. Liberale und Konservative haben – wie alle anderen auch – festgestellt, dass es f&#252;r St&#252;tze-Empf&#228;nger nicht lohnend ist, zu arbeiten, schon gar nicht, nach einem Vollzeitjob Ausschau zu halten. Wer nur 100 Euro dazu verdienen darf, wird es sich genau &#252;berlegen, ob sich (legale) Arbeit lohnt. Und wer keine tolle Ausbildung hat und ohnehin wenig verdient: Wird er m&#252;hselig  f&#252;r den Ruhestand sparen, wenn er damit rechnen muss, das kleine Verm&#246;gen vorzeitig wieder aufl&#246;sen zu m&#252;ssen? Also ist es doch nur logisch hinzugehen und die Freibetr&#228;ge zu erh&#246;hen.</p>
<p>Aber was passiert jetzt? Schnell werden die Koalition&#228;re merken, dass sich auch an den neuen Freigrenzen ein Stau bildet. Es wird sich herausstellen, dass 750 Euro Ansparfreibetrag pro Lebensjahr  zwar ausreichen, um sich zu Hartz-IV-Zeiten einen gr&#246;&#223;eren Wunsch zu erf&#252;llen, aber kaum, um ein Alter oberhalb der Grundrente zu bestreiten. Z&#252;gig wird sich zudem zeigen, dass auch 200 oder 250 Euro an erlaubtem Zuverdienst niemanden so beeindrucken, dass er schnell nach einer Vollzeitbesch&#228;ftigung sucht. Im Gegenteil, attraktiver gemacht  wird nur der Einkommensmix aus Hartz und Zuverdienst – f&#252;r weitere Kreise von Geringverdienern.</p>
<p>So werden am Ende wieder alle Grund zur Klage finden. Weil n&#228;mlich zwangsl&#228;ufig die Zahl der Aufstocker steigt, die zu ihrem Verdienst Hartz IV beantragen k&#246;nnen. Weil Vollzeitarbeitsverh&#228;ltnisse in diesem Bereich noch schneller zugunsten von Minijobs verschwinden werden als bisher. Und weil es nicht mehr Hartz-IV-Beziehern gelingen wird, sich aus ihrer Abh&#228;ngigkeit zu befreien.</p>
<p>Eine entschiedene Regelung, die Vollzeitarbeit auch im Geringverdienerbereich attraktiv macht, haben sich die neuen Koalition&#228;re schon zu Beginn ihrer gemeinsamen Regierungszeit nicht zugetraut. Das n&#228;mlich h&#228;tte bedeutet, die Freigrenzen deutlich anzuheben und einen echten Kombilohn zu schaffen – und daf&#252;r die Minijobs abzuschaffen.
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F16283%2Fkoalition-hartz-4%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F16283%2Fkoalition-hartz-4%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/16283/koalition-hartz-4/">Hartz-IV-Entsch&#228;rfungen: Gut gemeint, das Falsche erreicht</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/16283/koalition-hartz-4/#comments">16 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=16283&amp;md5=9289b19a51c76b98342f7432b09b4acf" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://carta.info/16283/koalition-hartz-4/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>16</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

