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	<title>CARTA &#187; Kinderpornosperren</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Ursula von der Leyens Mayhill-Fowler-Moment</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 16:22:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Video entlarvt, wie Ursula von der Leyen vor CDU-Anh&#228;ngern noch immer bereit ist, mit dem Thema Kinderporno-Sperren polemisch und in Rage Wahlkampf zu betreiben. Es zeigt zugleich, wie sich die Mechanik der &#246;ffentlichen Debatte ver&#228;ndert hat. Die Ministerin ist in die Mayhill-Fowler-Falle getappt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/b4687a6eed9d90077d9136f9adca4f" alt="" width="1" height="1" />Wenn es noch eines Beweises bedurft h&#228;tte, dass das Internet die Mechanik der politischen &#214;ffentlichkeit f&#252;r immer ver&#228;ndert hat, dann w&#228;re es dieses Video von Ursula von der Leyens Auftritt vor CDU-Anh&#228;ngern am 17. August in Sulzbach an der Saar:</p>
<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/PCt1DI5dBTI&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/PCt1DI5dBTI&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>Die Familienministerin genehmigt sich vor eingeschworenem Publikum wahlk&#228;mpfend in Sachen Internetsperren &amp; Kindesmi&#223;brauch einen Rageanfall: &#8220;Himmel noch mal! Macht dem ein Ende!&#8221;, &#8220;Das schl&#228;gt dem Fass den Boden aus&#8221;, &#8220;Wir sollten nicht den Eindruck vermitteln, unsere Verfassung w&#252;rde die Verbreitung der Vergewaltigung von Kindern Schutz geben.&#8221;  Die Gegner von Internetsperren verwerden pauschal als &#8220;die Linken&#8221; tituliert.</p>
<p>Das Video demaskiert, wie von der Leyen trotz monatelanger politischer Auseinandersetzung bereit ist, das Thema irref&#252;hrend und polemisch im Wahlkampf einzusetzen. Es zeigt eine ganz andere von der Leyen als jene, die von der Berliner B&#252;hne und aus den Massenmedien bekannt ist. Es zeigt eine atemberaubende Doppelb&#246;digkeit im Auftreten der Ministerin.</p>
<p>Von der Leyen hat auch hier das Internet und seine &#214;ffentlichkeit nicht verstanden: In Zeiten dezentraler Online-Distribution und g&#252;nstiger Aufnahmeger&#228;te gibt es keine Wahlkampfveranstaltungen mehr, deren Inhalt nicht potenziell in die &#214;ffentlichkeit gelangen k&#246;nne. Es gibt nicht mehr mehrere B&#252;hnen, sondern streng genommen nur noch eine. Jede Rede kann potenziell zum Gegestand einer &#246;ffentlichen Diskussion werden. Der Politiker steht auf Wahlkampftouren nicht mehr allein unter der Beobachtung eines passiven Publikums vor Ort und klassischer Pressevertreter, die in einen relativ enges Korsett eingebunden sind, was berichtenswert ist und was sich zu berichten geh&#246;rt.</p>
<p>Ursula von der Leyen ist damit in die <strong>Mayhill-Fowler-Falle</strong> getappt. <a href="http://www.newyorker.com/talk/2008/06/23/080623ta_talk_mcgrath">Mayhill Fowler</a> hatte im letzten US-Wahlkampf als B&#252;rgerreporterin der Huffington Post &#252;ber Obamas Aussagen auf einer Spendengala <a href="http://www.huffingtonpost.com/mayhill-fowler/obama-no-surprise-that-ha_b_96188.html">berichtet</a>, wonach die amerikanische Arbeiterschaft an &#8220;Gewehren oder Religion&#8221; h&#228;nge. Auch Obama musste schmerzlich lernen, dass inzwischen jede &#246;ffentliche oder halb&#246;ffentliche Aussage bei entsprechender Relevanz in den massenmedialen Raum entweichen kann &#8211; und dass dar&#252;ber nicht mehr allein die Presse wacht.</p>
<p>Ursula von der Leyen ist nicht die Kanzlerkandidatin der Union und anhang der Kinderporno-Debatte werden keine Wahlen entschieden. Die Auswirkungen werden sich im Rahmen halten. Aber: Das Video zeigt, dass eine Doppelb&#246;digkeit à la von der Leyen im Netzzeitalter schnell entlarvt wird. Der/die deutsche Mayhill Fowler heisst &#8220;urpils&#8221;.</p>
<p>P.S.: Das Familienministerium hat uns  best&#228;tigt, dass es einen entsprechenden Auftritt der Ministerien am 17. August in Sulzbach gegeben hat, was letzte Zweifel an der Richtigkeit des Videos ausr&#228;umen sollte.</p>
<p>[via <a href="http://netzpolitik.org/2009/die-demagogie-der-zensursula/">Netzpolitik</a>]</p>
<p>Artikelhinweis: <a href="http://carta.info/5162/babyboom-neue-vaeter-die-statistischen-tricks-der-ursula-von-der-leyen/">“Babyboom” &amp; “Neue V&#228;ter”: Die statistischen Tricks der Ursula von der Leyen</a>
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<a href="http://carta.info/13421/ursula-von-der-leyens-mayhill-fowler-moment/">Ursula von der Leyens Mayhill-Fowler-Moment</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/13421/ursula-von-der-leyens-mayhill-fowler-moment/#comments">56 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=13421&amp;md5=f3841be229dd839d64abfa017e41ba16" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Allensbach: Mehrheit h&#228;lt Kinderpornosperren f&#252;r wirkungslos (und viele verstehen nicht, worum es geht)</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Jul 2009 12:45:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<description><![CDATA[Allensbach will herausgefunden haben: 91 Prozent der Bundesb&#252;rger begr&#252;&#223;en die Kinderporno-Sperren. Die Umfrage zeigt vor allem die Begrenztheit der Methode: Dem komplexen Thema "Zugangserschwerungsgesetz" k&#246;nnen kurze Massenbefragungen nicht gerecht werden. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/da91b0f91eda02dcca6a971c80968b" width="1" height="1" alt=""/>Das Institut f&#252;r Demoskospie Allensbach hat sich des Themas &#8220;Kinderporno-Sperren&#8221; angenommen und &#252;ber 1.800 Bundesb&#252;rger in kurzen m&#252;ndlichen Interviews zu diesem Thema  befragt (<a href="http://www.ifd-allensbach.de/pdf/prd_0911.pdf">PDF</a>).</p>
<p>Das Ergebnis der Befragung legt nahe, dass ein hoher Anteil der Bev&#246;lkerung die Sperren einerseits <strong>begr&#252;&#223;t</strong>, andererseits aber an ihrer<strong> Wirksamkeit </strong> zweifelt. Die Umfrage zeigt vor allem aber <a href="http://www.welt.de/webwelt/article3783844/Kinderporno-Sperre-wird-zum-Lobby-Lehrstueck.html">erneut</a>, dass kurze Massenbefragungen so komplexen Themen wie dem &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zugangserschwerungsgesetz">ZugErschwG</a>&#8221; nicht gerecht zu werden verm&#246;gen.</p>
<p>Dies wird bereits mit der Er&#246;ffnungsfrage deutlich (siehe unten): Dem Befragten wird von einem &#8220;<em>gro&#223;en Stoppschild</em>&#8221; berichtet, bei dem &#8220;<em>man nicht mehr weiterkommt</em>&#8220;. Diese Beschreibung greift <a href="http://www.youtube.com/watch?v=GUT_o23zqdk">bekanntlich</a> deutlich zu kurz. Auch der Gegensatz der Antwortoption <em>– Ma&#223;nahme ist zu begr&#252;&#223;en</em> vs.  <em>ist nicht f&#252;r Kinderporno-Bek&#228;mpfung geeignet</em> – bildet die Komplexit&#228;t der Fragestellung nicht ab &#8212; es gibt mehr und andere Gr&#252;nde, dagegen zu sein.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/bild-46.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-12074" title="bild-46" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/bild-46.png" alt="bild-46" width="584" height="442" /></a></p>
<p>Man kann den Demoskopen aus Allensbach keinen gro&#223;en Vorwurf machen. Das Problem ist: <strong>Die Problematik des Zugangserschwerungsgesetzes l&#228;&#223;t sich nicht in wenigen Sekunden erkl&#228;ren und abfragen.</strong> Die meisten Befragten werden sich zuvor nicht intensiver mit der Thematik und seiner verfassungsrechtlichen Relevanz befasst haben. Die Antworten m&#252;ssen aus dem Stand heraus erfolgen und sind entsprechen impulsgetrieben.</p>
<p>Was die Demoskopen nicht abgefragt haben: Ob sich der Befragte mit dem Thema zuvor schon besch&#228;ftigt hat? Ob er eine Meinung dazu hat? Ob er sich ausreichend informiert f&#252;hlt? Ob er die Argumente von Bef&#252;rwortern und Gegnern kennt?</p>
<p>So zeigt das Ergebnis zun&#228;chst einmal: Rund 90 Prozent der Befragten sind f&#252;r Kinderporno-Sperren und rund 10 Prozent dagegen, <em>wenn sie mit wenigen Zeilen auf den Stand gebracht</em> <em>werden</em>. Die politische Strategie, Internetsperren mit dem Anlass Kindesmi&#223;brauch einzuf&#252;hren, geht nahezu vollst&#228;ndig auf. Die Umfrage misst so gesehen ebenso sehr die <strong>Wirksamkeit einer politischen Strategie</strong> wie die eigentliche Meinung in der Bev&#246;lkerung.</p>
<p>Immerhin: 9 Prozent der starken Internetnutzer sind laut Umfrage gegen die Sperren. Dies w&#252;rde, grob &#252;berschlagen, 2 Millionen Menschen entsprechen. Dass es nach den Debatten der letzten Monate 2 Millionen in Deutschland gibt, die trotz der Todschlag-Strategie Kinderporno gegen Internetsperren sind, ist eigentlich eine erstaunliche Zahl. Sie spricht f&#252;r die erhebliche Breite einer politischen &#214;ffentlichkeit, die sich mit diesem Thema intensiver befa&#223;t.</p>
<p>Erstaunlich sind zudem die erheblichen Zweifel am Erfolg der Internetsperren:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/bild-44.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-12075" title="bild-44" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/bild-44.png" alt="bild-44" width="570" height="430" /></a></p>
<p>Eine Mehrheit der Bev&#246;lkerung ist der Meinung, dass die Sperren den Zugang zu entsprechendem Material nicht verhindern. Doch: Warum zeigt uns Allensbach hier nicht die Angaben f&#252;r die starken Internet-Nutzer separat (wie im vorherigen Chart)? Das Fehlen der Angabe wirft ein merkw&#252;rdiges Licht auf die Auswertung der Umfrage.</p>
<p>Problematik der Formulierungen an allen Orten – auch bei der unten stehenden Frage: Hier fragt Allensbach, ob die Stoppschilder im Internet &#8220;ihr Recht auf Informationsfreiheit zu sehr einschr&#228;nken&#8221;. Wie w&#228;ren die Antworten ausgefallen, wenn gefragt worden w&#228;re, ob &#8220;das Recht auf Informationsfreiheit&#8221; durch die Sperren eingeschr&#228;nkt wird? Es bedarf wenig Fantasie um zu prognostizieren, dass das Ergebnis dann zumindest geringf&#252;gig anders gewesen w&#228;re.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/bild-45.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-12076" title="bild-45" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/bild-45.png" alt="bild-45" width="551" height="416" /></a></p>
<p>Mit dieser Befragung hat sich das Institut f&#252;r Demoskopie Allensbach keinen Gefallen getan: Die Befragung wird dem Thema nicht gerecht. Die Inhalte werden zu oberfl&#228;chlich und nicht neutral abgefragt.</p>
<p>Die Befragung zeigt vor allem eines: Die Begrenztheit der Methode f&#252;r diesen Anlass – und die Effektivit&#228;t der politischen Strategie, eine Sperrinfrastruktur am Beispiel Kindesmissbrauch einzuf&#252;hren.</p>
<p>Manchmal w&#228;re es der Sache angemessener: solche Umfragen einfach zu unterlassen. Oder aber sie methodisch anders abzusichern.</p>
<p>F&#252;r einen PR-Gag ist das Thema zu wichtig und zu schade.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=12071&amp;md5=0355e91c0820aa9d1a0fde3d6768fd71" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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