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	<title>CARTA &#187; Kai Diekmann</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>New Journalism? Shoot, sagt die Bildzeitung!</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Nov 2008 18:05:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mercedes Bunz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zusammen mit dem Discounter Lidl bringt Bild im Dezember Billig-Kameras f&#252;r Leserreporter heraus, die &#252;ber das Netz direkt an Bild.de zur&#252;ckfunken. "Geborgt" hat Chefredakteur Kai Diekman die Idee beim bloggenden Journalistik-Prof Jeff Jarvis. Man sollte Diekmann mit dem Spielzeug nicht alleine lassen, findet Mercedes Bunz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/0508b0a9436670c158099bc9fd7054" alt="" width="1" height="1" />Am 4. Dezember bringt die Handelskette Lidl eine <a href="http://de.europe.creative.com/products/product.asp?category=830&amp;subcategory=831&amp;product=17820">Leserreporterkamera</a> auf den Markt und zwar in Zusammenarbeit mit ihrem <a href="http://www.bildblog.de/search/lidl/">Gspusi</a> &#8220;Bild&#8221;, also mit jener Zeitung, die komischer Weise nicht &#252;ber die <a href="http://www.alleingegendiebild.de/die-bild-lidl-connection/">&#220;berwachung der Lidl-Mitarbeiter</a> berichtete. F&#252;r relativ g&#252;nstige 70 Euro. Daf&#252;r ist man dann an Bild gekoppelt: Wenn man das Ger&#228;t an seinen Rechner anschlie&#223;t, &#246;ffnet sich ein Programm, mit dem die Filme direkt auf das Online-Portal Bild.de geschickt werden k&#246;nnen. Fies. Und irgendwie clever. Allerdings nicht neu: Geklaut hat Kai Diekmann die Idee bei <a href="http://www.theflip.com/">Flip</a>, einer kleinen, schnuckeligen Plastikkamera, die in Amerika in den gro&#223;en Ketten vertrieben wird und die, an den Computer angeschlossen, ihr Material direkt zu Youtube hoch schie&#223;t. Elegant, einfach zu bedienen, und also gut.</p>
<p class="MsoNormal"><span>Verraten hat Diekmann diesen Trick ausgerechnet der Journalismus Professor Jeff Jarvis, der in New York an der Graduate School of Journalism unterrichtet und das Medienkritik-Blog <a href="http://www.buzzmachine.com/">Buzzmachine</a> betreibt. Er setzte Diekman diesen Floh ins Ohr, als er ihm vor einem knappen Jahr in Davos mit dem Prinzip von Flip bekannt machte. Mehr noch, Jeff Jarvis hat das Ganze sogar aufgenommen, mit der Flip nat&#252;rlich, und dann auf Youtube hochgeladen und dar&#252;ber berichtet &#8211; und zwar <a href="http://www.buzzmachine.com/2008/01/23/davos08-tiny-cameras/">hier</a>. <strong>Ob er dem Journalismus damit wirklich einen Gefallen getan hat, ist jedoch noch die Frage.</strong></span></p>
<p class="MsoNormal"><a href="http://www.buzzmachine.com/2008/01/23/davos08-tiny-cameras/"><img class="alignnone size-full wp-image-2200" title="bild-19" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/11/bild-19.png" alt="" width="426" height="346" /></a></p>
<p class="MsoNormal"><em>Chefleserreporter Diekmann: &#8220;We have to have it.&#8221;</em></p>
<p class="MsoNormal"><span>Was sich hier zun&#228;chst einmal zeigt: <strong>Der Journalismus ver&#228;ndert sich.</strong> Wir leben in einer Welt, in der wir Information nicht mehr m&#252;hsam aus dem Dunklen in das Licht bringen m&#252;ssen. Die Information ist heute &#252;berall – daran werden sich auch Journalisten gew&#246;hnen m&#252;ssen. Sie sind nicht mehr die einzigen Besitzer der Information. Dennoch haben sie etwas anzubieten: Sie garantieren Qualit&#228;t. Und auch daf&#252;r ist es wichtig, den Leser ernst zu nehmen, denn in immer mehr F&#228;llen kennt der Leser nicht nur die bessere Information, heute zeichnet er sie auch auf.</span></p>
<p>&#220;ber 32 Millionen Handys wurden alleine 2007 verkauft, mehr als 80 Prozent der Haushalte nutzen sie. Allerdings sind die Teile schon lange nicht mehr nur Mobiltelefone. Sie sind zugleich Aufnahmeger&#228;te, Fotoapparate und Videokameras. Und das hei&#223;t: <strong>D</strong><strong>ie Kommunikationsindustrie hat da drau&#223;en Millionen von Menschen mit einer Ausr&#252;stung ausgestattet, die sich vorher nur Journalisten f&#252;r ihre Arbeit geleistet haben</strong> – Fotografen, Kameram&#228;nner und –frauen oder investigative Journalisten.</p>
<p>Tats&#228;chlich sind die eindringlichsten Bilder der letzten Ereignisse allesamt von Laien aufgenommen worden. Egal ob 09/11 oder der Tsunami 2004, egal ob Abu Ghraib oder die Hinrichtung Sadam Husseins, es waren private Aufnahmen, die Geschichte geschrieben haben. Und ja, diese Entwicklung muss man ernst nehmen.</p>
<p>Das bedeutet nicht, dass man den Leser Bild-alike mit schlechtem Billigmaterial ausstatten muss. Es bedeutet aber auch keine Entwertung der professionellen Arbeit, wie der Deutsche Journalisten Verband (DJV) umgehend klagte. Diekmann hat erkannt, was schon lange Fakt ist: Dass Leser nicht nur Information lesen, sondern auch welche besitzen – und dass darunter auch Information ist, die f&#252;r Journalisten interessant sein k&#246;nnte.</p>
<p>Dem Qualit&#228;tsjournalismus rund um den DJV ist deshalb dringend geraten, seine Leser nicht nur als zu bespielendes Gegen&#252;ber zu verstehen. Sondern als informationshungrigen, aufgeweckten Menschen, der genau deshalb, weil er wissbegierig und klug ist, selbst etwas anzubieten hat. Kai Diekmann ist f&#252;r Bild vorgeprescht und hat sich an die Spitze einer Bewegung gesetzt, die nun einmal existiert. Und gerade weil im Journalismus bestimmte Standards gelten sollen: <strong>An dieser Front darf man Diekmann auf keinen Fall alleine lassen.</strong></p>
<p><em>Der Text ist ebenfalls auf </em><a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Leserreporter-Kai-Diekmann;art141,2669997"><em>Tagesspiegel-online</em></a><em> erschienen. </em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=2177&amp;md5=7660fde66c7f343886d0092b7b86d242" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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