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	<title>CARTA &#187; Jürgen Trittin</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>&#8220;Exzellente Verbindungen&#8221;: Wie die Stiftung Initiative Mehrweg Lobbying betreibt</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 15:18:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Lobbying ist im politischen Berlin an der Tagesordnung. Doch nicht alle dort vertretenenen Interessengruppen verstehen es gleich gut, ihre Anliegen in die entsprechenden Kan&#228;le zu leiten. Eine Organisation, die darin besonders erfolgreich ist, ist die Stiftung Initiative Mehrweg (SIM). ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/9dca4cdef223e8bc47e2ea8c7bb260" alt="" width="1" height="1" />Lobbying ist im politischen Berlin an der Tagesordnung. Doch nicht alle dort vertretenen Interessengruppen verstehen es gleich gut, ihre Anliegen in die entsprechenden Kan&#228;le zu leiten. Eine Organisation, die darin besonders erfolgreich ist, ist die <a href="http://www.stiftung-mehrweg.de/" target="_blank">Stiftung Initiative Mehrweg</a> (SIM). Hinter der gemeinn&#252;tzigen Stiftung, die im Zeichen des Umweltschutzes f&#252;r Mehrwegflaschen wirbt, stehen, wie <a href="http://carta.info/8542/gabriel-und-trittin-verheimlichten-nebentaetigkeit/" target="_blank">hier</a> berichtet, Unternehmen aus der Mehrwegbranche.</p>
<p>Martin Schoeller, Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der <a href="http://www.schoeller.org/" target="_blank">Schoeller Holding</a>, best&#228;tigte gegen&#252;ber CARTA: &#8220;Die Schoeller Holding hat nicht unmittelbar zum Stiftungsverm&#246;gen beigetragen. Stifter war – neben anderen – die damalige Schoeller Plast Industries mit Sitz in Pullach&#8221;. Das von <a href="http://www.schoeller-plast.com/" target="_blank">Schoeller Plast Industries</a> im Gr&#252;ndungsjahr 1992 zur Verf&#252;gung gestellte Stiftungskapital habe 20.000,00 DM betragen. Schoeller habe der Stiftung auch zugesagt, &#8220;die mit der Registrierung und Erhaltung der Homepage verbundenen Kosten zu tragen.&#8221; Die Stiftungswebsite <a href="http://www.stiftung-mehrweg.de/">stiftung-mehrweg.de</a> ist auf &#8220;Martin Schoeller&#8221; von der &#8220;Schoeller Holding&#8221; in Pullach <a href="http://www.whois.net/whois/stiftung-mehrweg.de" target="_blank">registriert</a>.</p>
<div id="attachment_11576" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/mehrweg.jpg"><img class="size-medium wp-image-11576" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/mehrweg-300x260.jpg" alt="asdfasdfds" width="300" height="260" /></a><p class="wp-caption-text">Stiftung Mehrweg: Detailverbesserungen f&#252;r den Mehrwegsektor</p></div>
<p>Die Arbeit der SIM wird durch den F&#246;rderverein Initiative Mehrweg e. V. unterst&#252;tzt. Dem Verein geh&#246;ren sieben Unternehmen an, haupts&#228;chlich Mehrweg- und Getr&#228;nkefirmen sowie der Bundesverband Sekund&#228;rrohstoffe und Entsorgung, der die Recyclingbranche vertritt. Ihren laufenden Gesch&#228;ftsbetrieb finanziert die SIM &#252;ber Spenden. Dar&#252;ber, von wem diese stammen, gibt die Stiftung auf Anfrage keine Auskunft.</p>
<p>Im <a href="http://www.stiftung-mehrweg.de/kuratorium.html" target="_blank">Kuratorium</a> der SIM sitzen seit 2006 Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und seit 2004 dessen Amtsvorg&#228;nger J&#252;rgen Trittin (Gr&#252;ne). Entgegen den Verhaltensregeln des Deutschen Bundestages gaben beide ihre Kuratoriumst&#228;tigkeit bis Ende April weder im Amtlichen Handbuch des Bundestages noch auf ihren pers&#246;nlichen Homepages an. Ernsthafte Konsequenzen hatte dies f&#252;r die beiden Politiker bisher nicht.</p>
<p>Die Stiftung Initiative Mehrweg &#8220;sucht und erschlie&#223;t&#8221; laut den Angaben auf ihrer Homepage &#8220;neue Wege f&#252;r den gesamten Mehrwegsektor&#8221; und verf&#252;gt &#8220;&#252;ber <strong>exzellente Verbindungen zu politischen Entscheidungstr&#228;gern</strong>&#8220;. Daran, dass dies der Fall ist, d&#252;rften wenig Zweifel bestehen: Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der SIM ist der Rechtsanwalt <a href="http://www.grin.com/e-book/33481/politik-und-ihr-ueberbau-vom-umgang-mit-gegnern-in-der-politik" target="_blank">Clemens Stroetmann</a>. Er war fr&#252;her Staatssekret&#228;r im Bundesumweltministerium unter Angela Merkel. Dar&#252;ber hinaus sitzen mit Gabriel und Trittin zwei der einflussreichsten Umweltpolitiker im Kuratorium der Stiftung.</p>
<p>Martin Schoeller meint &#252;ber die SIM: &#8220;Die Stiftung ist unabh&#228;ngig und verfolgt den Zweck, dem Gemeinwohl dienende Fragen zu bearbeiten und Meinungen zu entwickeln.&#8221; Sie sei &#8220;keine m&#228;chtige Industrielobby&#8221;, sondern &#8220;genau das Gegenteil&#8221;.</p>
<p>Wie aus einem Arbeitsbericht der SIM hervorgeht, veranstaltete die Stiftung im Jahr 2005 einen &#8220;<strong>Kaminabend</strong>&#8221; mit dem Ministerialdirigenten Thomas Rummler aus dem Umweltministerium. Im Jahr 2007 f&#252;hrte SIM-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Stroetmann ein &#8220;ausf&#252;hrliches Gespr&#228;ch mit der umweltpolitischen Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Frau <a href="http://www.bundestag.de/ausschuesse/a16/mitglieder.html" target="_blank">Marie-Luise D&#246;tt</a>, MdB&#8221;. Wie aus dem Arbeitsbericht 2007 der SIM hervorgeht, konnte diese auch den &#8220;zust&#228;ndigen Abteilungsleiter des Bundesumweltministeriums, Herr Ministerialdirektor Dr. <a href="http://www.bmu.de/abfallwirtschaft/reden/abteilungsleiter_dr_helge_wendenburg/doc/36944.php" target="_blank">Wendenburg</a>, f&#252;r das Er&#246;ffnungsreferat des Workshops am 24. Januar 2007&#8243; gewinnen. &#8220;Nicht zuletzt auf diese Gespr&#228;che d&#252;rfte es zur&#252;ck zu f&#252;hren sein, dass im Rahmen der 5. Novelle der VerpackV zumindest <strong>einige Detailverbesserungen zu Gunsten von Mehrweg</strong> in den Entwurf einflie&#223;en konnten. Dazu z&#228;hlt die beabsichtigte Kennzeichnungspflicht f&#252;r Einwegverpackungen ebenso wie die Streichung einer Reihe von Ausnahmen von der Pfandpflicht f&#252;r Einwegverpackungen&#8221;, hei&#223;t es in dem <a href="http://www.stiftung-mehrweg.de/downloads/arbeitsbericht_2006.pdf" target="_blank">Arbeitsbericht</a>.</p>
<div id="attachment_11577" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/doett.jpg"><img class="size-full wp-image-11577" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/doett.jpg" alt="aSDasd" width="300" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">CDU-Bundestagsabgeordnete D&#246;tt: &quot;Standardprogramm jedes Politikers&quot;</p></div>
<p>Auf Anfrage war von Rummler keine Stellungnahme zu erhalten. Wendenburg lie&#223; wissen, es entspreche &#8220;journalistischen Gepflogenheiten, derartige Anfragen an die Pressestelle des Ministeriums zu richten. Ich darf Sie daher bitten diesen Weg zu gehen&#8221;.<span style="font-family: Arial;color: navy;font-size: x-small"><span style="font-size: 10pt;color: navy;font-family: Arial"> </span></span>Ein Mitarbeiter von Marie-Luise D&#246;tt teilte mit: &#8220;Frau D&#246;tt MdB f&#252;hrt in ihrer Funktion als umweltpolitische Sprecherin in jeder Woche eine Vielzahl von Gespr&#228;chen mit unterschiedlichsten Interessengruppen. Die Gespr&#228;che dienen der Meinungsbildung.&#8221; Diese Form des Informationsaustauschs geh&#246;re zum &#8220;Standardprogramm jedes Politikers&#8221;. D&#246;tt, die dem F&#246;rderkreis der <a href="http://www.freitag.de/2005/34/05340401.php" target="_blank">Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft</a> (INSM) angeh&#246;rt, nehme auch grunds&#228;tzlich keine Honorare, weder f&#252;r Teilnahmen an Veranstaltungen noch f&#252;r Gespr&#228;che. Zum Inhalt des Gespr&#228;chs und zu der Frage, ob dieses Auswirkungen auf ihre pers&#246;nliche Politik gehabt hat, nahm D&#246;tt jedoch keine Stellung. Auch nicht zu folgender Frage: &#8220;Sehen Sie die Gefahr eines <strong>Interessenkonflikt</strong> darin, als umweltpolitische Sprecherin an einer Veranstaltung einer Stiftung teilzunehmen, die von Mehrwegfirmen getragen wird.&#8221;</p>
<p>Auch SIM-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Stroetmann gab sich wenig auskunftsfreudig: &#8220;Ich bitte allerdings um Verst&#228;ndnis daf&#252;r, da&#223; ich weder die Notwendigkeit noch Verpflichtung sehe, mich mit ihren interessanten Fragen auseinanderzusetzen&#8221;. Eine der Fragen lautete: &#8220;Welchen Titel trug der Workshop?&#8221;.</p>
<p>Ein Sprecher von Umweltminister Sigmar Gabriel erkl&#228;rte <a href="http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/flasche-leer/" target="_blank">Mitte April gegen&#252;ber der taz</a>, dass sein Ministerium eine Pflicht f&#252;r alle H&#228;ndler, auch Mehrwegflaschen anzubieten, pr&#252;fe, was den Mehrwegfirmen entgegenk&#228;me. &#8220;Die Pr&#252;fung ist noch nicht abgeschlossen&#8221;, informierte nun das Bundesumweltministerium. Ebenso werde das Ministerium &#8220;in K&#252;rze&#8221; eine Verordnung zur verbesserten Kennzeichnung f&#252;r Einweg- und Mehrwegflaschen erlassen. <a href="http://www.stiftung-mehrweg.de/downloads/SchreibenanBundesumweltminister20042009.pdf" target="_blank">Eine solche Regelung fordert auch die SIM</a>. Wann eine solche Verordnung erlassen werden soll, ist f&#252;r das Umweltministerium &#8220;derzeit nicht absehbar&#8221;. Zur Zeit w&#252;rden &#8220;im Zuge der Anh&#246;rung zum Entwurf der Verordnung zur Kennzeichnung von Getr&#228;nkeverpackungen (Getr&#228;nkeverpackKennV) eingegangenen Stellungnahmen ausgewertet&#8221;. Die Annahme &#8220;gesetzgeberische Ma&#223;nahmen des Ministeriums pro Mehrweg w&#252;rden <strong>durch oder &#252;ber die SIM beeinflusst oder gar gesteuert</strong>, ist v&#246;llig absurd und entbehrt jeder Grundlage&#8221;, so Gabriels Sprecher Thomas Hagbeck.</p>
<p>Dennoch hatte das Umweltbundesamt (UBA), das zum Gesch&#228;fsbereich des Umweltministeriums geh&#246;rt, offenbar kein Problem, ein Initiative, an der die SIM beteiligt war, <strong>mit Steuergeldern</strong> zu unterst&#252;tzen. Nach CARTA-Recherchen f&#246;rderte die Beh&#246;rde w&#228;hrend Trittins Amtszeit in den Jahren 2002 und 2003 die Initiative <a href="http://www.freiefahrtpromehrweg.de/" target="_blank">&#8220;Freie Fahrt pro Mehrweg&#8221;</a> mit insgesamt <strong>39.700 Euro</strong>. &#8220;&#8216;Freie Fahrt pro Mehrweg&#8217; ist eine gemeinsame Aktion der Stiftung Initiative Mehrweg, des Getr&#228;nkefacheinzelhandels, des Bundesverbands des Deutschen Getr&#228;nkefachgro&#223;handels, des Verbands Mittelst&#228;ndischer Privatbrauereien, des Deutschen Naturschutzrings, des Bund f&#252;r Umwelt und Naturschutz Deutschland, des Naturschutzbund Deutschland und der Verbraucherinitiative Berlin&#8221;, so die Webseite der Initiative. Rainer Baake, Bundesgesch&#228;ftsf&#252;hrer der Deutschen Umwelthilfe, die an der Aktion ebenfalls teilnahm, war zum Zeitpunkt der F&#246;rderung beamteter Staatssekret&#228;r im Umweltministerium. Ob er w&#228;hrend seiner Zeit im Ministerium die Bewilligung der Gelder mitveranlasst oder an deren Bewilligung mitgewirkt hat, konnte Baake auf Anfrage &#8220;ohne Akteneinsicht nicht sagen. Eine Erinnerung habe ich daran nicht&#8221;, so Baake.</p>
<p>Die <a href="http://www.stiftung-mehrweg.de/downloads/PM_MWistKLimaschutz_160409_2.pdf" target="_blank">&#8220;Allianz f&#252;r Mehrweg&#8221;</a>, der die SIM angeh&#246;rt und mit der es die SIM <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts11558.html" target="_blank">im April</a> sogar in die Tagesschau schaffte, wurde damals in Medien als &#8220;Umweltsch&#252;tzer und Getr&#228;nkefachhandel&#8221; (Tagesschau), &#8220;Umweltsch&#252;tzer und Getr&#228;nkefachhandel&#8221; (<a href="http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Recycling-Einwegpfand-f%FCr-Handel-zu-billig/501288.html" target="_blank">FTD</a>), &#8220;Umweltsch&#252;tzer&#8221; (<a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/2009/4/16/news-117284112/detail.html" target="_blank">DerWesten</a>) und &#8220;Vertreter der Getr&#228;nkeindustrie und Umweltsch&#252;tzer&#8221; (<a href="http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/flasche-leer/" target="_blank">taz</a>) bezeichnet. Tats&#228;chlich ist in der &#8220;Allianz f&#252;r Mehrweg&#8221; neben mehreren Lobbyverb&#228;nden <strong>aber nur ein einziger Umweltverband</strong> vertreten: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Sie kooperiert eng mit der SIM und verleiht mit dieser einen Filmpreis f&#252;r die besten Kinospots zu Getr&#228;nken in Glas-Mehrwegverpackungen. Ansonsten geh&#246;ren der &#8220;Allianz f&#252;r Mehrweg&#8221; nur Interessenverb&#228;nde an: Der Verband Private Brauereien Deutschland, der Verband des Deutschen Getr&#228;nke- Einzelhandels, der Bundesverband des Deutschen Getr&#228;nkefachgro&#223;handels und der Verein <a href="http://www.promehrweg.de/" target="_blank">&#8220;Pro Mehrweg&#8221;</a>. Diesem geh&#246;ren &#8220;rund 100 Unternehmen und Verb&#228;nde aus der Getr&#228;nkeindustrie, dem Getr&#228;nkefachgro&#223;handel und dem Getr&#228;nke-Einzelhandel&#8221; an.</p>
<p>In einem Vermerk des Umweltbundesamtes zu einem F&#246;rderantrag der DUH &#8220;zur Durchf&#252;hrung einer Infokampagne &#8216;Pro-Dosenpfand/Mehrweg&#8217;&#8221;, der CARTA vorliegt, hei&#223;t es &#252;ber die DUH: &#8220;In der Vergangenheit ist die Deutsche Umwelthilfe in Sachen Mehrweg h&#228;ufig zusammen mit den wirtschaftlich interessierten Verb&#228;nden des Getr&#228;nkefachgro&#223;handels und der mittelst&#228;ndischen Brauer aufgetreten (beide Verb&#228;nde erhoffen sich durch ein hohes Dosenpfand einen verbesserten Absatz f&#252;r ihre Mehrwegprodukte). Als &#8216;Wirtschaftspartner&#8217; der Deutschen Umwelthilfe wird auf der DUH-Website auch der Pfandr&#252;cknahmeautomatenhersteller <a href="http://www.tomra.de/default.asp?V_SITE_ID=15" target="_blank">TOMRA</a> genannt. Bei der Projektbeschreibung f&#228;llt auf, dass DUH sich auch bei diesem Projekt der Mitwirkung der genannten Wirtschafskreise bedienen will&#8221;. Ingesamt erhalte dadurch das Vorhaben eine &#8220;<strong>sehr von Wirtschaftsinteressen geleitete F&#228;rbung</strong>&#8220;. Wegen der &#8220;gro&#223;en Wirtschafsn&#228;he&#8221; des Vorhabens sei zu kl&#228;ren, inwieweit hier &#8220;die DUH unabh&#228;ngig von den mehrwegorientierten Wirtschaftskreisen f&#252;r das UBA mit &#246;ffentlichen Mitteln agieren&#8221; k&#246;nne oder ob daraus &#8220;<strong>Interessenkonflikte</strong> und Wettbewerbsverzerrungen erwachsen&#8221;. In einem weiteren, internen Vermerk des Umweltbundesamtes, der CARTA ebenfalls vorliegt, kommt die Verfasserin zu dem Schluss: &#8220;Diese Bedenken sind sehr berechtigt&#8221;. Der Auftritt Trittins  &#8220;auf &#246;ffentlichen Kampagnenveranstaltungen begr&#252;ndete eine <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/14/066/1406609.pdf" target="_blank">parlamentarische Anfrage</a>, inwieweit diese Kampagne auch mit &#246;ffentlichen Mitteln finanziert worden sei (was nicht zutraf).&#8221;</p>
<p>Die SIM versuchte offenbar seit l&#228;ngerem, auch ein gutes Verh&#228;ltnis zu Journalisten aufzubauen. Seit 2006 veranstaltete die SIM &#8211; zum Teil zusammen mit der DUH &#8211; drei <strong>Pressereisen</strong>. Darunter eine zweit&#228;gige Pressefahrt mit &#8220;Weinprobe und Abendessen im Staatsweingut Meersburg mit Blick &#252;ber den Bodensee&#8221;. Nach Aussage einer Mitarbeiterin der DUH f&#252;hrt diese &#8220;jedes Jahr eine Reise&#8221; f&#252;r Journalisten durch, &#8220;normalerweise im Herbst&#8221;. &#8220;Die Koordination l&#228;uft &#252;ber uns und wir machen das in der Regel zusammen mit der SIM&#8221;. Die Reisen dauerten ein bis zwei Tage mit &#220;bernachtung und seien kostenlos. Die Journalisten werden an mehreren bundesweit verteilten Sammelpunkten mit Minibussen abgeholt und kostenlos wieder dorthin zur&#252;ck chauffiert. Man habe auch &#8220;sehr gute Kontakte in der Getr&#228;nkebranche, die wir auch vermitteln k&#246;nnen&#8221;, so die DUH-Mitarbeiterin.</p>
<p>Im letzten Jahr besuchten die Journalisten zwei Getr&#228;nkeabf&#252;ller, darunter die Mineralquellen W&#252;llner GmbH &amp; Co. KG (&#8220;Carolinen&#8221;) in Bielefeld, eine Glash&#252;tte und die Brauerei <a href="http://www.promehrweg.de/index.php?id=6" target="_blank">Pott</a>&#8216;s in Oelde. &#8220;Thema der Mehrwegreise war der Lebenszyklus einer Mehrwegflasche&#8221;, so Maria Elander, Leiterin Kreislaufwirtschaft bei der Deutschen Umwelthilfe und zust&#228;ndig f&#252;r die Journalistenreisen. In 2007 seien verschiedene Mehrwegsysteme wie PET, Karton und Glas verglichen worden, 2006 besuchten die Medienleute die Firma Schl&#246;r Fruchts&#228;fte in Radolfzell am Bodensee, dem Sitz der DUH, und den Mineralwasser-Abf&#252;ller Randegger Ottilien-Quelle.</p>
<p>An den Pressereisen h&#228;tten jeweils zehn bis 25 Journalisten von Radiosendern, Fachmagazinen und Tageszeitungen teilgenommen. Zu den Teilnehmern der Reisen h&#228;tten freie Journalisten, Mitarbeiter des Wirtschaftsdienstes &#8220;EUWID&#8221; und des Magazins &#8220;Europaticker&#8221; sowie Redateure von <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/111493.html" target="_blank">&#8220;Neues Deutschland&#8221;</a> und <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1211874037552.shtml" target="_blank">&#8220;K&#246;lner Stadt-Anzeiger&#8221;</a> geh&#246;rt. Der K&#246;lner Stadt-Anzeiger und die Deutsche Umwelthilfe starteten 2007 eine <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1194443088978.shtml" target="_blank">Sammelaktion f&#252;r ausrangierte Handys</a>. Auch in diesem Jahr planen SIM und DUH eine gemeinsame Pressereise, bei der man &#8220;auf verschiedene Mehrwegsysteme hinweisen&#8221; m&#246;chte, so Elander.</p>
<p>Die &#8220;<strong>taz</strong>&#8220;-Redakteurin Beate Willms best&#228;tigte, im Jahr 2007 an einer Journalistenreise von DUH und SIM teilgenommen zu haben. Ihr sei klar gewesen, dass es sich dabei um eine Lobbyveranstaltung gehandelt habe, so Willms, die nicht w&#246;rtlich zitiert werden wollte, auf Anfrage. Sie habe sich jedoch ein Bild davon machen wollen, wer sie f&#252;r eine positive Berichterstattung gewinnen wolle. Auch habe man bei derartigen Reisen die M&#246;glichkeit mit sehr vielen Leuten ins Gespr&#228;ch zu kommen, sie k&#246;nne soetwas eigentlich nur empfehlen. Willms, die sich im Rahmen der Reise eine kostenlose &#220;bernachtung spendieren lie&#223;, berichtete nach eigenen Angaben sp&#228;ter <a href="http://www.taz.de/nc/1/archiv/archiv-start/?ressort=wu&amp;dig=2006%2F04%2F25%2Fa0107&amp;cHash=603c7934a6" target="_blank">hier</a> in der &#8220;taz&#8221; &#252;ber die Reise.<strong> In dem Artikel erw&#228;hnt sie jedoch weder, wer sie zu der Reise einludt, noch wer hinter der SIM steht.</strong> Zu Details der Reise konnte Willms auf Nachfrage keine Auskunft geben, die an sie pers&#246;nlich gerichtete CARTA-Anfrage stellte sie jedoch f&#252;r jedermann einsehbar in das taz-interne Intranet ein.</p>
<p>Kurt Stenger, Wirtschaftsredakteur bei &#8220;Neues Deutschland&#8221;, teilte mit: &#8220;Seit 2006 hat kein Redakteur/keine Redakteurin unserer Zeitung an einer Pressereise von Umwelthilfe oder Stiftung Initiative Mehrweg teilgenommen.&#8221; Der &#8220;K&#246;lner Stadt-Anzeiger&#8221; konnte auf Nachfrage nicht sagen, ob jemand aus seinem Haus an Journalistenreisen unter Beteiligung der Stiftung Initiative Mehrweg teilnahm.</p>
<p><strong>Nachtrag vom 29. Juli 2009:</strong></p>
<p>Der Chefredakteur der &#8220;Aachener Nachrichten&#8221; hat mitgeteilt, dass keiner der Redakteure seiner Zeitung an einer Journalistenreise unter Beteiligung der Stiftung Initiative Mehrweg teilgenommen hat. Wir haben den Text entsprechend ge&#228;ndert.
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		<title>Gabriel und Trittin verheimlichten Nebent&#228;tigkeit</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 22:28:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Hinter der Stiftung Initiative Mehrweg (SIM), die im Zeichen des Umweltschutzes f&#252;r Mehrwegflaschen wirbt, stehen Unternehmen aus der Mehrwegbranche. So ist unter anderem die Internet-Seite der Stiftung auf die in Pullach ans&#228;ssige Schoeller Holding registriert, deren Teilsparten unter anderem Mehrwegflaschen herstellen und Kunststoffrecycling betreiben.

In dem Kuratorium der SIM sitzen seit 2006 Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und seit 2004 dessen Amtsvorg&#228;nger J&#252;rgen Trittin (Gr&#252;ne). Entgegen den Verhaltensregeln des Deutschen Bundestages gaben beide ihre Kuratoriumst&#228;tigkeit bis zur vergangenen Woche weder im Amtlichen Handbuch des Bundestages noch auf ihren pers&#246;nlichen Homepages an. Auf der Homepage von J&#252;rgen Trittin hei&#223;t es nach wie vor stolz:  "J&#252;rgen Trittin ist weder in einem Vorstand noch in einem Aufsichtsrat".

Abgeordnetenseite von Sigmar Gabriel auf bundestag.de, 21. April 2009, 14.23 Uhr:



Abgeordnetenseite von J&#252;rgen Trittin auf bundestag.de, 21. April 2009]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/6ade77057faeffa5251b9f09661829" alt="" width="1" height="1" /><br />
Hinter der <a href="http://www.stiftung-mehrweg.de/" target="_blank">Stiftung Initiative Mehrweg</a> (SIM), die im Zeichen des Umweltschutzes f&#252;r Mehrwegflaschen wirbt, stehen Unternehmen aus der Mehrwegbranche. So ist unter anderem die Internet-Seite der Stiftung auf die in Pullach ans&#228;ssige <a href="http://www.schoeller.org/" target="_blank">Schoeller Holding</a> registriert, deren Teilsparten unter anderem Mehrwegflaschen herstellen und Kunststoffrecycling betreiben.</p>
<p>In dem Kuratorium der SIM sitzen seit 2006 Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und seit 2004 dessen Amtsvorg&#228;nger J&#252;rgen Trittin (Gr&#252;ne). Entgegen den Verhaltensregeln des Deutschen Bundestages gaben beide ihre Kuratoriumst&#228;tigkeit bis zur vergangenen Woche weder im Amtlichen Handbuch des Bundestages noch auf ihren pers&#246;nlichen Homepages an. Auf der <a href="http://www.trittin.de/zur-person/index.shtml?navanchor=1010005" target="_blank">Homepage von J&#252;rgen Trittin</a> hei&#223;t es nach wie vor stolz:  &#8220;J&#252;rgen Trittin ist weder in einem Vorstand noch in einem Aufsichtsrat&#8221;.</p>
<p>Abgeordnetenseite von Sigmar Gabriel auf bundestag.de, 21. April 2009, 14.23 Uhr:<img class="aligncenter size-full wp-image-8588" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/04/gabriel-stiftung-initiative-mehrweg.jpg" alt="gabriel-stiftung-initiative-mehrweg" width="603" height="503" /></p>
<p><img src="/DOKUME%7E1/Besitzer/LOKALE%7E1/Temp/moz-screenshot.jpg" alt="" /></p>
<p>Abgeordnetenseite von J&#252;rgen Trittin auf bundestag.de, 21. April 2009, 14.22 Uhr:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-8592" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/04/trittin-stiftung-initiative-mehrweg1.jpg" alt="trittin-stiftung-initiative-mehrweg1" width="604" height="403" /></p>
<p>Kurz nachdem ich am Dienstagmittag die oben gezeigten Screenshots angefertigt habe, schickte ich Gabriel und Trittin jeweils eine Anfrage. Darin fragte ich unter anderem, warum die beiden ihre Mitgliedschaft im SIM-Kuratorium nicht angeben, obwohl dies nach den Verhaltensregeln des Bundestages Pflicht ist.</p>
<p>Am selben Tag habe ich auch bei <a href="http://www.benedictusstiftung.de/ueber-uns.html" target="_blank">Guido Heinen</a>, Leiter Presse und Kommunikation beim Deutschen Bundestag, angerufen, um zu erfragen, ob Gabriel und Trittin ihre Kuratoriumst&#228;tigkeit bei der SIM vielleicht beim Bundestag gemeldet haben, diese aber noch nicht auf den Seiten der beiden Abgeordneten auftaucht. Guido Heinen k&#252;ndigte an, dies f&#252;r mich zu eruieren, hat sich bis heute aber nicht bei mir gemeldet (Update, 27. 4.: Ich habe Guido Heinen heute selbst angerufen. Er teilte mir mit, dass Gabriel und Trittin ihre Kuratoriumsmitgliedschaften einen bzw. zwei Tage nach meiner Anfrage nachmeldeten. Sicherlich hat Heinen das erst just in dem Moment erfahren, in dem ich anrief). Dabei h&#228;tte ich mich interessiert, wie der Bundestagspr&#228;sident mit den l&#252;ckenhaften Angaben Gabriels und Trittins umgeht. In <a href="http://www.bundestag.de/parlament/funktion/gesetze/go_btg/anlage1.html" target="_blank">Anlage 1 der Verhaltensregeln des Bundestages</a> hei&#223;t es n&#228;mlich unter dem Punkt &#8220;Verfahren&#8221;:</p>
<blockquote><p>(1) Bestehen Anhaltspunkte daf&#252;r, dass ein Mitglied des Bundestages seine Pflichten nach den Verhaltensregeln verletzt hat, holt der Pr&#228;sident zun&#228;chst dessen Stellungnahme ein und leitet eine Pr&#252;fung in tats&#228;chlicher und rechtlicher Hinsicht ein. Er kann von dem betroffenen Mitglied erg&#228;nzende Ausk&#252;nfte zur Erl&#228;uterung und Aufkl&#228;rung des Sachverhalts verlangen und den Vorsitzenden der Fraktion, der dieses Mitglied angeh&#246;rt, um Stellungnahme bitten.</p></blockquote>
<p>Jedenfalls wurde ich dann am Freitagmorgen von jemand dar&#252;ber informiert, dass die Eintr&#228;ge auf den Bundestagsseiten von Gabriel und Trittin ge&#228;ndert wurden und dort jetzt auch die Stiftung Initiative Mehrweg auftaucht:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-8552" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/04/gabriel-stiftung-initiative-mehrweg-2.jpg" alt="gabriel-stiftung-initiative-mehrweg-2" width="602" height="543" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-8553" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/04/trittin-stiftung-initiative-mehrweg-2.jpg" alt="trittin-stiftung-initiative-mehrweg-2" width="604" height="448" /></p>
<p>Seine unvollst&#228;ndigen Angaben begr&#252;ndet Gabriel &#252;brigens mit einem &#8220;Versehen im Ministerb&#252;ro&#8221;. Trittin schrieb mir in Bezug auf sein &#8220;Versehen&#8221;:  &#8220;Ich habe dies umgehend zu korrigieren und muss mich in dieser Hinsicht f&#252;r ihren Hinweis bedanken.&#8221;<br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
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