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	<title>CARTA &#187; Journalistische Qualität</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Bad Bank = Bad Journalismus</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Oct 2010 10:21:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer die Berichte – oder besser: die Nichtberichte - &#252;ber die Milliarden-Transaktion von der Problembank Hypo Real Estate zur Bad Bank verfolgt hat, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Man fragt sich: Was vermitteln die Medien eigentlich &#252;ber die gr&#246;&#223;te Finanztransaktion in der deutschen Geschichte?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/dde938b8f7de4e76907a8f9a285a69dd" alt="" width="1" height="1" />Da gehen &#252;bers Wochenende mal eben 18 Milliarden Euro &#252;ber die Wupper, aber irgendwie scheint das niemanden zu jucken.</p>
<p>Hie&#223; es am Donnerstag vor der wohl „gr&#246;&#223;ten Finanztransaktion in der deutschen Geschichte“, es seien Wertpapiere, Kredite und Derivate im Nominalwert von 191,1 Milliarden Euro von der HRE zur Bad Bank &#252;bertragen worden, so war am folgenden Montag nur noch von 173 Milliarden Euro die Rede. Bisschen Schwund ist ja immer. Doch die Qualit&#228;tsmedien erkl&#228;rten nicht, wie der auff&#228;llige Verlust zustande gekommen ist. Sie meldeten lediglich: „Hypo Real Estate spaltet problemlos Bad Bank ab“ (FAZ). Die meisten Zeitungen hielten sich an die <a href="http://www.soffin.de/de/presse/pressemitteilungen/2010/20101003_pressenotiz_soffin.html">Pressemitteilung</a> der „Bundesanstalt f&#252;r Finanzmarktstabilisierung“ (SoFFin).</p>
<p>Einige Zeitungen berichteten auch, die Differenz habe etwas mit „W&#228;hrungsschwankungen“ zu tun. Eine Interpretation, die ebenfalls von der SoFFin stammt. Madleen Petschmann vom „Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung“ (<a href="http://www.soffin.de/de/soffin/struktur/">SoFFin</a>) gegen&#252;ber <em>Carta</em>:</p>
<blockquote><p>„Der Buchwert zum Stichtag 31.3.2010 betrug 191 Mrd. Euro. Die &#220;bertragung war von vornherein so konzipiert, dass zum &#220;bertragungsstichtag nur Nominalvolumina zum jeweils geltenden Wechselkurs genannt werden k&#246;nnen. Die tats&#228;chliche Buchwertermittlung erfolgt &#8211; wie bei jedem Monats- oder Quartalsabschluss &#8211; innerhalb der n&#228;chsten 3 Wochen. Hierbei ist zu ber&#252;cksichtigen, dass eine Angleichung der Rechnungslegungssysteme von IFRS (HRE) zu HGB (FMS Wertmanagement) vorzunehmen ist. Der Nominalwert der &#252;bertragenen Verm&#246;genswerte betr&#228;gt rund 173 Mrd. Euro.“</p></blockquote>
<p>Alles verstanden? Offenbar liegt die Differenz nicht allein an den W&#228;hrungsschwankungen, sondern auch an den unterschiedlichen <a href="http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~ECA259FCAD6E34340A82811A9BE63CE02~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Rechnungslegungssystemen</a>. Denn der Dollarkurs zum Euro betrug am 31. M&#228;rz 2010: 1,3507, und am 30. September 2010: 1,3629. Diese „Schwankung“ reicht f&#252;r 18 Milliarden Euro Unterschied nicht aus.</p>
<p>Zumindest einige Finanz-Blogs wollen sich mit den Erkl&#228;rungen der SoFFin nicht abfinden. Sie sprechen angesichts der sehr unterschiedlichen Zahlen von einer „Verschleierung der Bewertung“. Der Finanzfachmann <a href="http://www.blicklog.com/2010/10/01/hypo-real-estate-erhht-heute-deutschlands-staatsverschuldung-um-8-und-die-altglubiger-feiern-still/">Dirk Elsner</a> vom <em><a href="http://www.blicklog.com/2010/10/05/hypo-real-estate-skandal-liegt-nicht-in-bonizahlungen-sondern-in-bewertungsverschleierung-und-glubigerbevorzugung/">Blick Log</a></em>:</p>
<blockquote><p>„Die Hypo Real Estate hat den in die ‚FMS Wertmanagement’ genannte Bad Bank &#252;bertragenen Anleihen, Kredite, CDOs, ABS-Paketen etc. ein Preisschild umgeh&#228;ngt und darauf 173 Mrd. Euro geschrieben&#8230;</p>
<p>Niemand ist derzeit offenbar bereit zu erl&#228;utern, wie diese Zahl ermittelt wurde. Je nach Bewertungsmethode k&#246;nnte man n&#228;mlich f&#252;r die sich hinter den 173 Mrd. verbergenden &#252;ber 12.500 Einzelpositionen aus fast 70 Rechtsr&#228;umen zu deutlich niedrigeren (oder vielleicht sogar h&#246;heren?) Wertans&#228;tzen kommen&#8230;</p>
<p>Aus meiner Sicht wird die &#214;ffentlichkeit in die Irre gef&#252;hrt, wenn man behauptet, die &#252;bertragenen Verm&#246;gensgegenst&#228;nde lassen sich nicht vern&#252;nftig bewerten&#8230;</p>
<p>Journalisten, die sich mit der HRE befassen, w&#252;rde ich raten, sich nicht ausschlie&#223;lich auf die erm&#252;denden ‚Boniskandale’ zu konzentrieren. F&#252;r die Verantwortungstr&#228;ger sind dies willkommene Ablenkungsman&#246;ver. Fragen zur Bewertung und der sehr einseitigen Beg&#252;nstigung der Gl&#228;ubiger&#8230; sind deutlich relevanter.“</p></blockquote>
<p><strong>Womit wir beim eigentlichen Thema w&#228;ren &#8211; der auffallenden Beg&#252;nstigung der Gl&#228;ubiger</strong>. Elsner schreibt dazu:</p>
<blockquote><p>„Ein Skandal dieser Finanztransaktion ist das Verschweigen der eigentlichen Profiteure&#8230; Nicht erst seit heute freuen sich in aller Stille n&#228;mlich die alten Gl&#228;ubiger der HRE, die ihre Verbindlichkeiten zu 100% zur&#252;ck erhalten (haben). W&#228;hrend Gl&#228;ubiger eines ‚normalen’ Unternehmens sich bei einer Abwicklung mit einer meist mickrigen Insolvenzquote bescheiden m&#252;ssen, kommen hier s&#228;mtliche Gl&#228;ubiger ohne jeden ‚Haircut’ davon.“</p></blockquote>
<p>Der Publizist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Harald_Schumann">Harald Schumann</a>, sicher eine Ausnahmeerscheinung unter den Wirtschaftsjournalisten dieses Landes, hat die <a href="http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/finanzen/die-geretteten/1598962.html">Liste der Gl&#228;ubiger</a> vor gut einem Jahr im <em>Berliner Tagesspiegel</em> enth&#252;llt. Aber seine Qualit&#228;ts-Kollegen von der Wirtschaftspresse sind auf diese Liste nie so recht zu sprechen gekommen. Da standen viele Gro&#223;banken drauf – etwa Unicredit, BayernLB, Deutsche Bank oder Postbank –, die der HRE ohne jede Besicherung Milliardenbetr&#228;ge zu guten Zinsen geliehen hatten und nun von den Steuerzahlern herausgekauft werden sollen:</p>
<blockquote><p>„Zweieinhalb Milliarden Euro hatte die Norinchukin Bank, das Zentralinstitut der japanischen Genossenschaftsbanken, bei der Depfa plc im irischen Dublin geparkt, als diese im September 2008 ihren Mutterkonzern, die Hypo Real Estate Holding (HRE), an den Rand der Pleite gewirtschaftet hatte. W&#228;re es dazu gekommen, w&#228;re ein gro&#223;er Teil der Milliardeneinlage gewiss verloren gewesen.</p>
<p>Das gleiche Problem hatte die italienische Gro&#223;bank Unicredit. Auch deren Tochter Hypo-Vereinsbank hatte der HRE, die sie einst per Abspaltung ins Leben gerufen hatte, mehr als zwei Milliarden Euro geliehen, ohne jede Sicherheit. Und genauso war es bei der Deutschen Bank, dem Versicherungskonzern HUK Coburg, der Allianz AG und Hunderten weiterer Gl&#228;ubiger der HRE im In- und Ausland. Sie alle hatten eines gemeinsam: Sie hatten ohne Pr&#252;fung und ‚unbesichert’, also ohne R&#252;ckgriff auf andere Wertpapiere oder Immobilien f&#252;r den Fall der Insolvenz, ihr Geld zu guten Zinsen an die HRE verliehen. Weit mehr als 100 Milliarden Euro&#8230; hatte die HRE so bei Finanzinstitutionen aller Art eingesammelt.“</p></blockquote>
<p>Und weil die Auslagerung der Risiken in so genannte Zweckgesellschaften die Finanzkrise erst erm&#246;glicht hatte, kam man auf die famose Idee, die geerbten Risiken erneut in Zweckgesellschaften auszulagern! <strong>Man bek&#228;mpft also die Krise mit dem gleichen Instrument, das die Krise verursacht hat. Es handelt sich offenbar um die Einf&#252;hrung des hom&#246;opathischen Heilprinzips in die Finanzwirtschaft: </strong><strong>Similia similibus curentur</strong><strong>. </strong><strong>&#196;hnliches soll durch &#196;hnliches geheilt werden.</strong><strong> Nun warten alle gespannt, ob das Placebo auch wirkt.</strong></p>
<p>Verabreicht hat es die gro&#223;e Koalition. Harald Schumann:</p>
<blockquote><p>„Es waren diese Listen der unbesicherten Gl&#228;ubiger, auf deren Basis Finanzminister Peer Steinbr&#252;ck (SPD) und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag, den 28. September 2008, entschieden, die Regeln der Marktwirtschaft au&#223;er Kraft zu setzen und all jene freizukaufen, die der HRE das Geld f&#252;r ihre Fehlspekulationen zur Verf&#252;gung gestellt hatten. Zur Begr&#252;ndung hie&#223; es, die Bank sei ‚systemrelevant’, also zu gro&#223;, um sie Pleite gehen zu lassen.“</p></blockquote>
<p>Jaja, die Systemrelevanz und der gute Peer Steinbr&#252;ck, der laut Helmut Schmidt unter den heutigen deutschen Politikern „hinsichtlich seiner sozialen und &#246;konomischen Urteilsf&#228;higkeit weit herausragt“.</p>
<p>Dazu Wolfgang Lieb von den <em><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=6938">Nachdenkseiten</a></em>:</p>
<blockquote><p>„Noch heute wird in den allermeisten Medien die Bankenrettung unkritisch gelobt und bis jetzt hat kaum ein Medium hinterfragt, was eigentlich das ‚systemische Risiko’ einzelner mit viel Geld geretteten Banken ausmachte. Einzig der Tagesspiegel hat einmal die Liste der Einlage- und Kreditgeber der HRE publik gemacht und da konnte man berechtigte Zweifel anmelden, ob diese Bank ‚systemrelevant’ ist. Bis heute werden B&#252;rgschaften und Kapitalzusch&#252;sse ohne &#246;ffentliche Debatte in geheim tagenden Gremien erteilt. Da werden &#252;ber Nacht, ohne &#246;ffentliche Diskussion mal eben 40 Milliarden-Garantien f&#252;r die HRE gew&#228;hrt, ohne dass vorher eine Debatte stattfindet. Nicht nur das Parlament, sondern auch die Presse l&#228;sst sich das bieten.“</p></blockquote>
<p>Nachgewiesen ist das Sich-bieten-lassen in einer <a href="http://www.otto-brenner-shop.de/publikationen/obs-arbeitshefte/shop/wirtschaftsjournalismus-in-der-krise-ah63.html">Studie</a> der <em>Otto Brenner Stiftung</em>, die bereits wieder in Vergessenheit geraten ist. Sie fragte nach dem Versagen des deutschen Wirtschaftsjournalismus vor, w&#228;hrend und nach der Finanzkrise. Ihr Ergebnis lautet: Davor: totales Versagen, w&#228;hrenddessen: einige Lichtblicke, danach: ganz ordentliche Aufarbeitung.</p>
<p>Und nun?</p>
<p>Nun beschr&#228;nken sich die Wirtschaftsjournalisten wieder auf sch&#228;fchenweiche Fragen wie jene, ob wir als Gl&#228;ubiger der Bad Bank wohl doch mit einem blauen Auge davon kommen werden? <strong>Dabei w&#228;re es viel interessanter zu fragen, ob die Strategen der HRE unter Mitwirkung ihrer Gl&#228;ubiger und staatlichen Helfershelfer nicht drauf und dran sind, die B&#252;rger dieses Landes ein zweites Mal &#252;ber den L&#246;ffel zu balbieren, indem sie bei den Bewertungen der Schrottpapiere wieder so tricksen und verheimlichen und „verbriefen“ wie das schon die Halunken der Finanzkrise getan hatten.</strong></p>
<p>Werfen wir einen letzten Blick in den <em>Blick Log</em>:</p>
<blockquote><p>„Erstaunlich ist, dass angeblich immer noch keine verl&#228;sslichen Angaben &#252;ber die &#252;bertragenen Werte vorliegen. Angesichts der in hochqualifiziertes Personal und Beratungskapazit&#228;ten investierten Summen wirkt das nicht glaubhaft. Je nach Bewertungsmethode wird man vermutlich zu deutlich niedrigeren Wertans&#228;tzen als die 191 Mrd. € gekommen sein. Ich denke, die &#214;ffentlichkeit hat ein Recht, diese Summe angesichts ihrer Sippenhaft zu erfahren.“</p></blockquote>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p>P.S.: Drei Tage nach der &#220;bertragung der Schrottpapiere hat die Rating-Agentur Fitch die neue Bad Bank mit Triple A bewertet. <a href="http://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&amp;artid=2010196047">Begr&#252;ndung</a>: Der staatliche Bankenrettungsfonds hafte ja mit seinen (d.h. unseren!) staatlichen Milliardengarantien.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>Lesen Sie zu diesem Thema auch: </em><a href="http://carta.info/34678/die-bundes-fee-eine-heitere-geschichte-aus-dem-maerchenland-der-banken/"><em>Die Bundes-Fee</em></a><em>. Eine heitere Geschichte aus dem M&#228;rchenland der Banken &#8211; sowie die informative </em><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30915/1.html"><em>Serie „Die Jahrhundertpleite“</em></a><em> von Jens Berger.</em></p>
<p><a href="http://www.magda.de/76/back/26/artikel/bad-bank-bad-journalismus/"><em>Crosspost</em></a><em> vom Magazin der Autoren</em>
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<a href="http://carta.info/35350/bad-bank-bad-journalismus/">Bad Bank = Bad Journalismus</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/35350/bad-bank-bad-journalismus/#comments">39 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35350&amp;md5=6eed75e0223ba23cf64de78b63de7abd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Journal21.ch: Heiners Renterband</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Sep 2010 12:27:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Heiner Hug]]></category>
		<category><![CDATA[journal21]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistische Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einer Woche ist "Journal21" gestartet: ein Newsportal, das erg&#228;nzend zu klassischen Medien, "journalistischen Mehrwert" bieten m&#246;chte. Mit vertieften Analysen, Kommentaren und Hintergrundberichten k&#246;nnte es ein veritables Orchester mit herausragenden Solisten werden - und das alles "gratis".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/2081e5e0edc24b5cbbf372e30eafc273" width="1" height="1" alt=""/>80 Journalisten hat der ehemalige Chef der Schweizer Tagesschau, Heiner Hug, um sich geschart. Gemeinsam haben sie soeben das Newsportal <a href="http://www.journal21.ch/">www.journal21.ch</a> gestartet. Die Sache w&#228;re kaum der Rede wert, f&#252;hlten sich nicht alle j&#252;nger, als sie sind. In Anspielung an Udo Lindenberg nennen sie sich „Rentnerband“, aber wenn wirklich alle mitmachen, handelt es sich eher um ein veritables Orchester mit herausragenden Solisten.</p>
<p>Seit ein paar Tagen spielen die Pension&#228;re nun – und versuchen das zu leisten, was viele andere Medien nicht mehr verm&#246;gen: Sie wollen „journalistischen Mehrwert“ bieten, soll hei&#223;en: den <strong>News und Kurznachrichten, die uns t&#228;glich &#252;berfluten, vertiefte Analysen, Kommentare und Hintergrundberichte entgegensetzen</strong>. Alle Beteiligten arbeiten aus Lust und Freude mit &#8211; also ohne Honorar.</p>
<div id="attachment_34209" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/journal21.jpg"><img class="size-medium wp-image-34209" title="journal21" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/journal21-300x219.jpg" alt="" width="300" height="219" /></a><p class="wp-caption-text">Betont ruhig: journal21.ch (Screenshot).</p></div>
<p>Da sich das Team erst einspielen muss, w&#228;re es voreilig, schon jetzt seine Leistungskraft zu beurteilen. Die Website kommt betont ruhig daher – und hebt sich damit wohltuend von vielen bunteren Online-Angeboten ab. Wom&#246;glich kommt die Nachdenkofferte allerdings zu fr&#252;h, weil es noch eine Weile dauern wird, bis wir alle entspannt im Sessel oder am Fr&#252;hst&#252;ckstisch „elektronisch“ Zeitung lesen, also mit einem Kindle oder einem iPad, statt mit Papier zu rascheln. Vor einem herk&#246;mmlichen Bildschirm sitzend, mag erfahrungsgem&#228;&#223; nicht jeder l&#228;ngere Texte lesen.</p>
<p>Auch in &#214;sterreich und Deutschland stellt sich die Frage, ob solch professionelle Gratis-Konkurrenz den etablierten Medien schadet. In Amerika gibt es ja inzwischen bereits viele Websites von entlassenen oder fr&#252;hpensionierten Journalisten. Oft werden sie in direkter Konkurrenz zu den vormaligen Arbeitgebern betrieben. Wom&#246;glich r&#228;cht es sich so, dass viele Medienh&#228;user es verschlafen, dieses Potential selbst einzubinden. <strong>Die meisten sind noch immer viel zu sehr damit besch&#228;ftigt, ihre Printprodukte zu optimieren – statt sich im Web so zu positionieren, dass sie dort eine &#220;berlebenschance haben.</strong></p>
<p>Vielleicht ist Hugs „Rentnerband“ allerdings auch die letzte Journalisten-Generation, die so &#252;ppig mit Alterseink&#252;nften und Pensionsanspr&#252;chen ausgestattet ist, dass sie sich diesen Luxus leisten kann, in hoher publizistischer Qualit&#228;t „alles gratis“ anzubieten.</p>
<p><em>Diese Kolumne hat Stephan Ru&#223;-Mohl f&#252;r die &#246;sterreichische  Wochenzeitung <a href="http://www.furche.at/">Die Furche</a> und Carta geschrieben.</em>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/34208/journal21-ch-heiners-renterband/">Journal21.ch: Heiners Renterband</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/34208/journal21-ch-heiners-renterband/#comments">4 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34208&amp;md5=f4f90f98c2b612508f439fa7cece7150" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Beobachtung der Beobachter: Journalismus braucht professionelle Qualit&#228;tsforschung</title>
		<link>http://carta.info/32776/die-beobachtung-der-beobachter-journalismus-braucht-professionelle-qualitaetsforschung/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 04:26:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistische Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[Qualitätsjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch hierzulande werden Studien gebraucht, die den „Qualit&#228;tszerfall der Informationsmedien“ transparent machen. In der Schweiz wurde damit nun angefangen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/470991966ad8460c90d1e4f4e12cb849" alt="" width="1" height="1" />Mitten im Sommerloch hat sich ein Wunder ereignet: Eine Z&#252;rcher  Forschergruppe um den Mediensoziologen Kurt Imhof hat zum ersten Mal f&#252;r  die Schweiz ein Jahrbuch „Qualit&#228;t der Medien“ vorgelegt. Auf 373 Seiten  ist akribisch dokumentiert, wie sich Journalismus und Medien dort entwickeln. Den Autoren zufolge sind die Aussichten tr&#252;be.  Sie wollen den „Qualit&#228;tszerfall der Informationsmedien“ transparent  machen und dazu beitragen, dass der „Wettbewerb um Anzeigen wieder in  einen publizistischen Qualit&#228;tswettbewerb m&#252;ndet.“ Vor allem aber  m&#246;chten sie endlich eine Plattform f&#252;r eine „empirisch unterlegte  Qualit&#228;tsdebatte“ schaffen.</p>
<p>Das ist ein wichtiger erster Schritt. Ohne solch eine j&#228;hrliche  Zustandsbeschreibung, die sich am Vorbild des amerikanischen „Project  for Excellence in Journalism“ orientiert, stochern Journalisten und  Medienmanager bei der Selbstbeobachtung im Nebel. Wir m&#252;ssen  kontinuierlich erfassen, wie sich die Medien &#228;ndern, welche Hypes sie  erzeugen und welche Sch&#228;den und welchen Nutzen sie stiften. Jetzt g&#228;lte  es, f&#252;r den gesamten deutschsprachigen Raum solch eine unabh&#228;ngige  Analyse zu erarbeiten.</p>
<p>Vorbildlich ist auch, wie Imhof seine Arbeit aus einer Vielzahl  „zivilgesellschaftlicher“ Quellen finanziert. Hellh&#246;rig macht indes,  dass f&#252;r solch ein lebenswichtiges Projekt die &#252;blichen Fonds  universit&#228;rer Forschungsf&#246;rderung nicht anzapfbar sind. Es w&#228;re an der  Zeit, dass sich diese F&#246;rderinstitutionen (FwF in &#214;sterreich, SNF in der  Schweiz, DFG in Deutschland), aber auch die wissenschaftlichen Akademien  oder die Max Planck-Gesellschaft, um das Thema k&#252;mmern. Es ist bereits  f&#252;nf nach zw&#246;lf. Letztlich geht es bei der Zukunft des Journalismus auch  um die Zukunft unserer Demokratie und Gesellschaft.</p>
<p><em>Diese Kolumne hat Stephan Ru&#223;-Mohl f&#252;r die &#246;sterreichische  Wochenzeitung <a href="http://www.furche.at/">Die Furche</a> und Carta geschrieben.</em></p>
<p>Hinweis: Das &#8220;<a href="http://jahrbuch.foeg.uzh.ch/Seiten/default.aspx">Jahrbuch 2010 Qualit&#228;t der Medien Schweiz</a>&#8221; ist im Volltext abrufbar. Dominik Meier hat sie unter dem Titel &#8220;<a href="http://www.medienheft.ch/de/nc/14/date/0000/00/00/jahrbuch-2010-eine-geballte-medienkritik/article/8.html">Eine geballte Medienkritik</a>&#8221; bei <em><a href="http://www.medienheft.ch/">medienheft</a></em> zusammengefasst.</p>
<p>Auf <em><a href="http://www.medienspiegel.ch/archives/002685.html">Medienspiegel.ch</a></em> beteiligt sich Kurt Imhof an der Diskussion zur Studie. Um einerseits den <em>Qualit&#228;tsanspruch</em> des Publikums und der Medienmacher und andererseits die <em>Qualit&#228;t der Medien</em> zu erhalten bzw. zu erh&#246;hen, schl&#228;gt er vier Ma&#223;nahmen vor:</p>
<blockquote><p>a) <strong>Medienkompetenz </strong>als institutionalisiertes Fach in den Berufsschulen, Berufsmittelschulen und Gymnasien und zwar nicht in der Form des bildungspolitischen Gutmenschentums, das den Versuch unternimmt, die Jugendlichen politisch korrekt durch Pornoseiten und Gewaltdarstellungen surfen zu lassen, sondern als Bildung &#252;ber die Unterschiede der Informationsmedien anhand von Berichterstattungsfolgen, die die Jugendlichen interessieren.</p>
<p>b) die <strong>Elimination der Gratiskultur</strong> auf Holz und Online, sonst l&#228;sst sich guter Journalismus aufgrund der Konditionierungseffekte beim Publikum nicht finanzieren.</p>
<p>c) die <strong>Zusammenarbeit &#246;ffentlicher und privater Redaktionen</strong> im Onlinesektor mit einem Qualit&#228;tsanspruch, der dem dreisprachigen Journalismus der Schweiz auch wieder &#252;ber die Schweiz hinaus Reputation verschafft.</p>
<p>d) die erg&#228;nzende qualit&#228;tsorientierte <strong>F&#246;rderung von Informationsmedien</strong> &#252;ber zivilgesellschaftliche und staatliche Mittel. [<em>Hervorhebungen Carta</em>]</p></blockquote>
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<a href="http://carta.info/32776/die-beobachtung-der-beobachter-journalismus-braucht-professionelle-qualitaetsforschung/">Die Beobachtung der Beobachter: Journalismus braucht professionelle Qualit&#228;tsforschung</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/32776/die-beobachtung-der-beobachter-journalismus-braucht-professionelle-qualitaetsforschung/#comments">No comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32776&amp;md5=a50f03160567c8bc224b3b5c27dd9baa" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Future Face of Media&#8221;: Arthur Sulzberger &amp; die Zukunft der Bezahlinhalte &#8211; Stream #ffm10</title>
		<link>http://carta.info/27409/future-face-of-media-arthur-sulzberger-die-zukunft-der-bezahlinhalte-stream-ffm10/</link>
		<comments>http://carta.info/27409/future-face-of-media-arthur-sulzberger-die-zukunft-der-bezahlinhalte-stream-ffm10/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 17 May 2010 16:35:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Carta streamt Dienstag, ab ca. 11 Uhr, die Diskussion “The Future Face of News and News Publishing: Business Models for the Digital Era” - unter anderem mit Arthur Sulzberger Jr., Verleger der New York Times.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Teilnehmer auf dem Panel:</p>
<ul>
<li>Arthur Sulzberger Jr., Chairman and Publisher, The New York Times Company, New York</li>
<li>Rona Fairhead, Chief Executive, Financial Times Group, London</li>
<li>Laurent Joffrin, Chairman, Libération, Paris</li>
<li>Christoph Keese, President Public Affairs, Axel Springer Verlag, Berlin</li>
<li>Andrew Langhoff, Managing Director, EMEA, Dow Jones and publisher, The Wall Street Journal Europe, London</li>
</ul>
<p>Moderation:</p>
<ul>
<li>R&#252;diger Wischenbart, Perlentaucher</li>
<li>Robin Meyer-Lucht, Carta</li>
</ul>
<p>Das Panel beginnt mit einer kurzen Keynote von Sulzberger. Vollst&#228;ndiges Programm <a href="http://www.malekigroup.com/web/media/event/de/The-Future-Face-of-Media_Programme_2010_11764.pdf">hier</a> (PDF).</p>
<p>Twitter: #ffm10 | <a href="http://twitterwallr.com/w/ffm10">Twitterwall</a></p>
<p><span style="text-decoration: line-through;">Der Stream:</span><br />
<span style="color: #ffffff;"> .<br />
.</span><br />
<strong>Update</strong></p>
<p>Das Video:</p>
<p><object id="lsplayer" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="src" value="http://cdn.livestream.com/grid/LSPlayer.swf?channel=cartalive&amp;clip=flv_615c44ce-a774-4b6b-9f5e-22444fe4c171&amp;autoPlay=false&amp;mute=false" /><param name="name" value="lsplayer" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="lsplayer" type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="340" src="http://cdn.livestream.com/grid/LSPlayer.swf?channel=cartalive&amp;clip=flv_615c44ce-a774-4b6b-9f5e-22444fe4c171&amp;autoPlay=false&amp;mute=false" wmode="transparent" name="lsplayer" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always"></embed></object></p>
<div style="font-size: 11px; padding-top: 10px; text-align: center; width: 560px;">Watch <a title="live streaming video" href="http://www.livestream.com/?utm_source=lsplayer&amp;utm_medium=embed&amp;utm_campaign=footerlinks">live streaming video</a> from <a title="Watch cartalive at livestream.com" href="http://www.livestream.com/cartalive?utm_source=lsplayer&amp;utm_medium=embed&amp;utm_campaign=footerlinks">cartalive</a> at livestream.com</div>
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/27409/future-face-of-media-arthur-sulzberger-die-zukunft-der-bezahlinhalte-stream-ffm10/">&#8220;Future Face of Media&#8221;: Arthur Sulzberger &#038; die Zukunft der Bezahlinhalte &#8211; Stream #ffm10</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/27409/future-face-of-media-arthur-sulzberger-die-zukunft-der-bezahlinhalte-stream-ffm10/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=27409&amp;md5=f65f53b61934fed6b04655feea181325" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kilz: Die S&#252;ddeutsche Zeitung sollte auch Beratung anbieten</title>
		<link>http://carta.info/26678/kilz-die-sueddeutsche-zeitung-sollte-auch-beratung-anbieten/</link>
		<comments>http://carta.info/26678/kilz-die-sueddeutsche-zeitung-sollte-auch-beratung-anbieten/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 03 May 2010 09:56:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Journalistische Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[Süddeutsche Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[SZ-Chefredakteur Hans Werner Kilz mit einem &#252;berraschenden Vorschlag f&#252;r zus&#228;tzliche qualit&#228;tsjournalistische Einnahmen: Beratung und Informationsdienste anbieten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/c9648282d48343bba00c8e6709b342d8" alt="" width="1" height="1" />Stellen Sie sich vor, ein Blog-Betreiber w&#252;rde folgendes sagen:</p>
<blockquote><p>Unser journalistisches Gesch&#228;ft soll in Zukunft auch als Rohstoff f&#252;r neue Informationsdienstleistungen dienen. Wir wollen den Sachverstand unserer Autoren nicht nur journalistisch, sondern auch f&#252;r Servicepakete nutzen, die wir an Gesch&#228;ftskunden verkaufen. Wer in Zukunft einen wichtigen Vortrag zu halten hat, kann sich an uns wenden. Die Bekanntheit unseres Blogs b&#252;rgt f&#252;r unsere Kompetenz.</p></blockquote>
<p>Wie w&#252;rde der Qualit&#228;tsjournalismus ein derartigen Hybridmodell aus Journalismus und Beratung kommentieren? Gut m&#246;glich, er w&#252;rden den Blog-Betreiber als &#8220;<a href="http://www.faz.net/s/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E/Doc~E9E6A6552410C476C8BD314DA9346FFE6~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Schelmenexperten</a>&#8221; abkanzeln und vor der merkw&#252;rdigen Verquickung von selbstdarstellerischer Publizistik und selbsternannten Beratertum warnen.</p>
<p>Aber was passiert, wenn Sie oben statt Blog-Betreiber den Namen &#8220;Hans Werner Kilz&#8221; einsetzen? Der Chefredakteur der <em>S&#252;ddeutschen Zeitung</em> hat n&#228;mlich am vergangenen Montag seinem Haus sinngem&#228;&#223; vorgeschlagen, doch auch eine Beratungs- und Intelligence-Abteilung zu gr&#252;nden &#8211; da<em>s</em><em> Wall </em><em>Street</em><em> Journal</em> habe &#228;hnliches n&#228;mlich schon. Hier k&#246;nnte ein neuer Gesch&#228;fts- und Erl&#246;szweig f&#252;r Qualit&#228;tsjournalismus entstehen.</p>
<p>Das w&#228;re in der Tat ein Treppenwitz &#8211; wenn der beraterkrittelnde Qualit&#228;tsjournalismus pl&#246;tzlich selbst eine Beraterzukunft f&#252;r sich entdecken w&#252;rde. Vielleicht sind Blogs doch viel n&#228;her an den zuk&#252;nftigen Praktiken des Qualit&#228;tsjournalismus dran, als es sich dieser derzeit noch eingestehen m&#246;chte. Vielleicht eskaliert das Thema aber auch demn&#228;chst nach dem Motto: Journalisten sind keine Berater.</p>
<p>Kurzvideo mit der Passage aus dem Kilz-Auftritt am <a href="http://medienpolitik.eu/cms/index.php?idcat=54">Institut f&#252;r Medienpolitik</a>:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="600" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=11382701&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="340" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=11382701&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
(<a href="http://www.youtube.com/watch?v=QiYxBitl2eU">youtube</a>)
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			</a>
		</div>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/26678/kilz-die-sueddeutsche-zeitung-sollte-auch-beratung-anbieten/">Kilz: Die S&#252;ddeutsche Zeitung sollte auch Beratung anbieten</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/26678/kilz-die-sueddeutsche-zeitung-sollte-auch-beratung-anbieten/#comments">11 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=26678&amp;md5=c5cc1acaac6fd2f6947aa7f4d7c88441" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die falsche Frage</title>
		<link>http://carta.info/24554/die-falsche-frage/</link>
		<comments>http://carta.info/24554/die-falsche-frage/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 18 Mar 2010 17:32:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Erk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[Journalistische Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[Werner D'Inka]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch der Kongress von FAZ und International Institute for Journalism zeigt: Die ewige Diskussion &#252;ber Sinn und Zweck von B&#252;rgerjournalismus und die Abgrenzung zum Qualit&#228;tsjournalismus ist Unsinn.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/d7f59954c31c45dfb745a2a8534d93a2" alt="" width="1" height="1" />Sitzen vier B&#252;rgerjournalisten und ein Zeitungsmacher auf einem Podium und sprechen &#252;ber’s Internet: Was wie ein lauer Witz klingt, war bei dem vom International Institute for Journalism (IIJ) und der <em>Frankfurter Allgemeine Zeitung</em> (<em>FAZ</em>) veranstalteten <a href="http://www.inwent-iij-lab.org/projects/2010/wordpress/the-conference-2/timetable/">Kongress zu B&#252;rgerjournalismus</a> heute durchaus Wirklichkeit. Nicht viel besser war leider auch die erste Pointe, die Werner D’Inka, seines Zeichens Herausgeber der <em>FAZ</em>, gleich zu Beginn der Diskussion einbrachte: Das mit dem B&#252;rgerjournalismus, das sei ja alles sch&#246;n und gut, teilte D’Inka mit. Aber ob sich das zahlreich versammelte Publikum denn noch wohl f&#252;hlen w&#252;rde, w&#228;re das Glasdach des Atriums der Hauptstadtrepr&#228;sentanz der <em>FAZ</em>, unter dem man sicher versammelt hatte, von einem B&#252;rgerarchitekten entworfen worden? Im Saal hob Gemurmel an.</p>
<p><a href="http://twitter.com/fiete_stegers/statuses/10667331467"><img class="alignleft size-medium wp-image-24555" style="border: 1px solid black; margin: 2px;" title="Bildschirmfoto 2010-03-18 um 18.14.57" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/Bildschirmfoto-2010-03-18-um-18.14.57-300x149.png" alt="Bildschirmfoto 2010-03-18 um 18.14.57" width="300" height="149" /></a>&#220;berboten aber wurde D’Inkas witzig gemeinte und leider doch nur selbstgerechte Spitze nur von den <a href="http://twitter.com/fiete_stegers/statuses/10667331467">genervten</a> (<a href="http://twitter.com/joseph_ubalde/statuses/10667295219">dit0</a>) und ebenfalls <a href="http://twitter.com/fraeulein_tessa/statuses/10667501091">&#252;berheblichen</a> Kommentaren an der Twitterwall eben jenes Atriums.</p>
<p>Nun ist Werner D’Inka nat&#252;rlich ein gewitzter Diskutant, der wei&#223;, dass ein solches Podium einen Gegenstand der Auseinandersetzung braucht, wenn man sich nicht schon nach f&#252;nf Minuten Diskussion auf die &#252;blichen Plattit&#252;den („B&#252;rgerjournalismus ist gut, hat aber Schw&#228;chen – klassischer Journalismus aber auch“) einigen will. Dass D’Inka dar&#252;ber hinaus durchaus recht mit seiner launigen Anmerkung hatte, das geh&#246;rte an diesem Tag zu den stilleren Pointen. Und vermutlich hatte D’Inka zudem auch noch auf eine Art recht, die ihm selbst nicht wirklich gel&#228;ufig war, aber dazu sp&#228;ter. Denn zun&#228;chst ging all dieser Gedankengang in der zwangsl&#228;ufigen Konfrontation selbstverst&#228;ndlich ebenso unter wie der Blick auf das gro&#223;e Ganze.</p>
<p>W&#228;hrend n&#228;mlich die B&#252;rgerjournalisten auf dem Podium von vielen begr&#252;&#223;enswerten Einzelf&#228;llen zu berichten wussten und Kritisches zu PR von NGOs im Gewand von B&#252;rgerjournalismus sagten, sang D’Inka vor allen Dingen das Hohe Lied des Qualit&#228;tsjournalismus. Wie das bei solchen Veranstaltungen so ist, sagten also alle in ungef&#228;hr das, wof&#252;r sie eingeladen worden waren. Und aller interessanten Einzelmeinungen zum Trotz war der generelle Erkenntnisgewinn nicht &#252;berw&#228;ltigend.</p>
<p><a href="http://twitter.com/Reagan_Mash/statuses/10667612135"><img class="alignleft size-medium wp-image-24556" style="border: 1px solid black; margin: 2px;" title="Bildschirmfoto 2010-03-18 um 18.18.32" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/Bildschirmfoto-2010-03-18-um-18.18.32-300x133.png" alt="Bildschirmfoto 2010-03-18 um 18.18.32" width="300" height="133" /></a>Dabei war die Diskussion nur wenige Schritte von einer echten Einsicht entfernt und zwar ausgerechnet in den Momenten, in denen vor allem die anwesenden B&#252;rgerjournalisten brav verk&#252;ndeten, der Gewinn des B&#252;rgerjournalismus l&#228;ge vor allem <a href="http://twitter.com/Reagan_Mash/statuses/10667612135">in seiner erg&#228;nzenden Rolle zum klassischen Journalismus</a>, weil B&#252;rgerjournalismus eben n&#228;her am Menschen, dezentraler und oft schneller sei, als es ein professionelles Medium mit allerdings begrenztem Personal sein k&#246;nnte.</p>
<p><strong>Auf die Idee aber, &#246;ffentliche Kommunikation nicht in diese beiden Schubladen – „B&#252;rgerjournalismus“ hier und „Qualit&#228;tsjournalismus“ da – zu packen sondern als unterschiedliche Enden eines Kontinuums zu begreifen, auf die Idee kam leider keiner.</strong></p>
<p>Man muss kein regelm&#228;&#223;iger Leser des <a href="http://www.bildblog.de/">Bildblog</a> sein, um einzusehen, dass bei schwindenden Budgets und hohem Zeitdruck auch klassischer Journalismus oft ein Problem mit der Richtigkeit von Fakten hat oder gar zum leichten Spielball von Lobbyismus und PR wird. Man kann, wenn man will, auch in der <em>taz</em> regelm&#228;&#223;ig Beispiele finden, bei denen Hajo Friedrichs goldene Regel, dass sich ein guter Journalist nicht mit einer Sache gemein mache &#8211; auch nicht mit einer guten Sache &#8211; verletzet wird. Und kann man ganz generell vielleicht anerkennen, dass es weniger um die Labels geht als die Etikette, den Anspruch, die Haltung und die Qualit&#228;t.</p>
<p>Der Unterschied, der n&#228;mlich gerade auf einem Podium wie diesem tats&#228;chlich diskutiert werden sollte, das ist der Unterschied zwischen gutem und schlechtem Journalismus, sauberer Arbeit und Texten mit einem „G’schm&#228;ckle“, zwischen glaubw&#252;rdigen, objektiven Quellen und einseitiger, eigeninteressierter Einflussnahme.</p>
<p>Diese Konfliktlinien allerdings sind weniger offensichtlich, sie zementieren sich nicht anhand von Medien, Weltregionen oder Budgets, sondern ziehen sich quer durch die – auch deutsche – Presse und betreffen die „Bild“-Zeitung ebenso wie viele der von &#246;rtlichen Granden oder von Werbekunden abh&#228;ngigen Regionalbl&#228;tter. <strong>Guter Journalismus</strong>, k&#246;nnte man sagen, zeichnet sich allein durch seine Qualit&#228;t aus und<strong> ist eben nicht allein an seinem Absender oder seinem Auftreten zu erkennen</strong>.</p>
<p>Dass die journalistischen Grundregeln nicht f&#252;r jede Ver&#246;ffentlichung gelten m&#252;ssen, dass es gerade der Charme des B&#252;rgerjournalismus ist, dass man nicht wie D’Inka erst einmal sechs Jahr Journalismus studieren muss, um einen geraden, wahren und wichtigen Satz aufschreiben zu k&#246;nnen, das ist gerade unter politisch aber auch infrastrukturell schwierigen Umst&#228;nden der gro&#223;e Bonus der von B&#252;rgern produzierten Meldungen. Damit aber solche Ver&#246;ffentlichungen tats&#228;chlich die Bezeichnung „Journalismus“ verdienen, m&#252;ssen sie eben durchaus journalistischen Anspr&#252;chen gerecht werden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger h&#228;tte die Erkenntnis des Tages sein k&#246;nnen.</p>
<p><a href="http://twitter.com/Kasi/statuses/10667599557"><img class="alignleft size-medium wp-image-24557" style="border: 1px solid black; margin: 2px;" title="Bildschirmfoto 2010-03-18 um 18.25.30" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/Bildschirmfoto-2010-03-18-um-18.25.30-300x149.png" alt="Bildschirmfoto 2010-03-18 um 18.25.30" width="300" height="149" /></a>Eine der schlauesten Anmerkungen zu D’Inkas Verweis auf den „B&#252;rgerarchitekten“ fand sich ausgerechnet an der Twitterwall: Ob denn nicht die Mehrheit der Geb&#228;ude weltweit von Amateuren gebaut worden sei, fragte eine <a href="http://twitter.com/Kasi/statuses/10667599557">Stimme aus dem Publikum</a> dort. Und eben das ist der Punkt daran: Aus Lehm und Stein und Holz eine H&#252;tte zu bauen, wo sonst nichts ist, ist richtig und gut &#8211; und daf&#252;r braucht man kein Architekturstudium.</p>
<p>Wenn’s aber der K&#246;lner Dom sein soll, dann sind mehr Vorwissen und &#220;bung, mehr „Checks“ und „Balances“ nicht nur begr&#252;&#223;enswert, sondern geradezu unerl&#228;sslich. Im Zweifelsfall ist aber eine H&#252;tte besser als gar kein Dach &#252;ber dem Kopf. Und B&#252;rgerjournalismus ist besser als gar keine &#246;ffentliche Auseinandersetzung. Noch so eine Erkenntnis dieses Tages.
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		<item>
		<title>Wirtschaftsjournalismus: Unsere Antwort auf die Kritik der DPA an unserer Kritik</title>
		<link>http://carta.info/24091/wirtschaftsjournalismus-unsere-antwort-auf-die-kritik-der-dpa-an-unserer-kritik/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 11:40:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Storz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Journalistische Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspresse]]></category>

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		<description><![CDATA[Antwort der Studienautoren: "Die Replik der DPA st&#252;tzt unsere tiefen Bef&#252;rchtungen."]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/da1f0d81b0664a58bbd3aa808e85e097" alt="" width="1" height="1" /><em>Am Montag haben Hans-J&#252;rgen Arlt und Wolfgang Storz eine <a href="http://carta.info/23945/wirtschaftsjournalismus-in-der-krise-ahnungslos-und-meinungsschwach/">Studie</a> &#252;ber die aus ihrer Sicht mangelhafte Berichterstattung zur Finanzkrise ver&#246;ffentlicht. Sie stellten insbesondere ARD Aktuell und DPA ein schlechtes Zeungnis aus. Die DPA wehrte sich mit einer detaillierten <a href="http://www.presseportal.de/pm/8218/1574215/dpa_deutsche_presse_agentur_gmbh">Presseerkl&#228;rung</a>. Hier die Antwort der Kritiker auf die Kritik an ihrer Studie:</em></p>
<p>Von Hans-J&#252;rgen Arlt und Wolfgang Storz.</p>
<p>Eine Studie, sei sie noch so sorgf&#228;ltig entworfen und engagiert umgesetzt, bew&#228;hrt sich erst in den Anmerkungen, der Kritik und Einw&#228;nden einer (fach-)&#246;ffentlichen Diskussion. Wir nehmen die Kritik &#8211; nicht nur der DPA &#8211; ernst und stellen uns gerne der Auseinandersetzung, weil diese kritische Debatte vor allem einem dienen kann: die Analyse weiter zu sch&#228;rfen, um auf ihrer Basis sinnvolle Konsequenzen und notwendige Schlussfolgerungen zu ziehen.</p>
<p>Wir formulieren pointiert, verstehen unsere Befunde aber nicht als Vorw&#252;rfe, sondern als eine Kritik, die die Frage nach Verbesserungsm&#246;glichkeiten im Journalismus aktualisieren m&#246;chte. Unsere Befunde bringen uns zu dem entscheidenden Schluss: Soll der Journalismus das leisten, was unsere Gesellschaft von gutem Journalismus erwarten muss, dann braucht er andere und bessere Produktions- und Arbeitsbedingungen. Das ist ein Thema f&#252;r die gesellschaftliche &#214;ffentlichkeit. Vor diesem Hintergrund ist unsere Antwort auf die Einw&#228;nde von DPA zu sehen.</p>
<p>Wir haben Meldungen des DPA-Basisdienstes zum Themenfeld Finanzmarktpolitik und Finanzmarktkrise als journalistisch sehr unzureichend kritisiert.</p>
<p>DPA reagiert darauf mit der Einsch&#228;tzung, wir seien zu „dem augenscheinlich gew&#252;nschten Ergebnis“ gekommen. Soll hei&#223;en: Die Kritiker hatten von Anfang b&#246;se Absichten und haben dann die Belege f&#252;r ihre Vorurteile gesucht. Das ist nicht der Fall. Wir sind viel zu neugierig auf die Wirklichkeit, als dass wir nur einen Funken Energie in die Produktion von vorher festgelegten Ergebnissen stecken w&#252;rden.</p>
<div id="attachment_24144" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.flickr.com/photos/23912576@N05/3093426023/"><img class="size-full wp-image-24144   " title="krise2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/krise2.jpg" alt="&quot;Es klingt zumindest unterschwellig an, Tages-Zusammenfassungen m&#252;ssen eben so sein, wie sie sind.&quot; Foto: flickr/laverrue" width="300" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Es klingt zumindest unterschwellig an, Tages-Zusammenfassungen m&#252;ssen eben so sein, wie sie sind.&quot; - Foto: laverrue (cc by)</p></div>
<p>Die Deutsche Presseagentur ist eine gute und wichtige Einrichtung. Sie wird von einem intelligenten und solidarischen Finanzierungsmodell getragen; wenn es sie nicht g&#228;be, m&#252;sste man sie erfinden.</p>
<p>Die Anforderungen an den Agentur-Journalismus an Verdichtung, Schnelligkeit, Korrektheit und Verst&#228;ndlichkeit sind sehr hoch, insbesondere bei einem analytisch schwer fassbaren und alles andere als einfach vermittelbaren Thema wie dem, um das es hier geht. Aber diese hohen Anforderungen sind berechtigt, ist DPA doch direkt und indirekt mitentscheidend f&#252;r die Versorgung eines vielfachen Millionen-Publikums mit qualit&#228;tsvoller Information und Orientierung. Es ist auch klar: Das sind Anforderungen, die nur erf&#252;llt werden k&#246;nnen, wenn die entsprechenden Produktionsbedingungen der Journalisten gew&#228;hrleistet sind.</p>
<p>Gerne h&#228;tten wir der Agentur gute Arbeit bescheinigt – wenn wir sie zu unserem Thema und in dem von uns ausgew&#228;hlten Untersuchungsgegenstand entdeckt h&#228;tten.</p>
<p>DPA sagt, wir h&#228;tten an den falschen Stellen und zu den falschen Zeiten gesucht. Die Auswahl eines Untersuchungsfeldes und die Kriterien dieser Auswahl sind immer diskussionsw&#252;rdig. Auch unsere Auswahl ist nicht der Weisheit letzter Schluss, aber alles andere als „beliebig“, wie DPA in seiner Stellungnahme schreibt.</p>
<p><em>Erstens:</em> Finanzmarktpolitisch bedeutendere Ereignisse als G8- und G20-Gipfeltreffen, einschl&#228;gige Gesetze und Gesetzinitiativen, die “Heuschreckendebatte”, die ‚historische’ Intervention der Europ&#228;ischen Zentralbank im August 2007 oder der Bankrott von Lehman Brothers im September 2008 d&#252;rften schwer zu finden sein.</p>
<p><em>Zweitens:</em> Wir haben unsere Analyse konzentriert auf das <em>Kerngesch&#228;ft</em> von DPA, auf die Tages-Zusammenfassungen, weil diese Zusammenfassungen das Erste und Wichtigste sind, das die Redaktionen, die DPA beziehen, in ihrer t&#228;glichen Arbeit zur Kenntnis nehmen, verarbeiten und in vielen F&#228;llen zur entscheidenden oder gar alleinigen Grundlage f&#252;r ihre Berichterstattung nutzen.</p>
<p>Es ist selbstverst&#228;ndlich richtig und unbestreitbar, dass DPA dar&#252;ber hinaus viele weitere Angebote macht, die wir nicht untersucht haben. In ihrer Stellungnahme beruft sich DPA auf diese Zusatzleistungen – ohne sich mit unserer Kritik an ihrem Kerngesch&#228;ft auseinanderzusetzen, im Gegenteil: es klingt zumindest unterschwellig an, Tages-Zusammenfassungen m&#252;ssen eben so sein, wie sie sind.</p>
<p>Es war ein Fehler, dass wir nicht klarer benannt haben, <em>welche DPA-Leistungen wir nicht analysieren</em>. Nicht-journalistischen Lesern der Studie gegen&#252;ber w&#228;re das n&#246;tig gewesen. Hier hat uns unser eigener journalistischer Hintergrund „einen Streich gespielt“, aus dem heraus es selbstverst&#228;ndlich ist, dass die Zusammenfassungen eben nur der tagesaktuelle Kern sind.</p>
<p>Am Ergebnis unserer Analyse der Tages-Zusammenfassungen &#228;ndert sich dadurch allerdings nichts. Unterstellen wir den f&#252;r DPA g&#252;nstigsten Fall, dass sie Korrespondentenberichte, DPA-Gespr&#228;che und Chronologien mit bester Einsicht in Hintergr&#252;nde und Zusammenh&#228;nge, mit Perspektivenvielfalt und fr&#252;hzeitigen Krisenwarnungen publiziert hat – und davon schl&#228;gt sich dann in dem Teil des Angebots, das ihre Kunden als Erstes und Wichtigstes zur Hand nehmen und am st&#228;rksten nutzen, wenig bis nichts nieder? Kann das ein sinnvolles redaktionelles Konzept sein? Wir gehen davon aus, dass sich gerade in der Kernarbeit zuallererst die Qualit&#228;t der Arbeit einer so redaktionsstarken Nachrichtenagentur niederschlagen muss: Verst&#228;ndlichkeit der aktuellen Information, Abdecken der wichtigsten Positionen/Interessen, Herstellen von Zusammenh&#228;ngen.</p>
<p>DPA sagt, wir h&#228;tten nur 212 Meldungen untersucht, w&#228;hrend sie im Untersuchungszeitraum doch 2,5 Millionen Meldungen verbreitet h&#228;tten. Dieser Vergleich ist h&#252;bsch, f&#252;hrt aber leider in die Irre: Eine Studie, die gezielt die Kern-Berichterstattung zu den wichtigsten Ereignissen des hier interessierenden Themas gr&#252;ndlich untersucht, kann durchaus gewichtige Erkenntnisse an den Tag bringen. Deshalb noch einmal einige Hinweise auf unser Vorgehen.</p>
<p>Wir haben Ereignisse identifiziert und ausgew&#228;hlt, von denen wir mit guten Argumenten sagen k&#246;nnen: Die sind bedeutend. Dann haben wir festgelegt: Um mit begrenzten Ressourcen einen m&#246;glichst intensiven Einblick in die Arbeit von DPA zu bekommen, untersuchen wir die Tages-Zusammenfassungen. Anschlie&#223;end haben wir in Datenbanken rund um die Ereignisse nach dem vorhandenen DPA-Material recherchiert.</p>
<p>So sind wir beispielsweise im Zeitraum zwischen 1999 und 2005 auf (nur) 81 DPA-Meldungen gesto&#223;en und haben diese analysiert. Das hei&#223;t: Nicht wir haben diese relativ geringe Zahl festgelegt. DPA ist f&#252;r diese geringe Zahl selbst verantwortlich, weil DPA zu den acht Ereignissen, die wir f&#252;r diesen Zeitraum von 1999 bis 2005 ausgew&#228;hlt haben &#8211; vom R&#252;cktritt Oskar Lafontaines bis zur ersten Regierungserkl&#228;rung von Angela Merkel &#8211; in den <em>Zusammenfassungen seines Basisdienstes zum Thema Finanzmarktpolitik nicht mehr angeboten hat</em>.</p>
<p>DPA wandelt den Befund, dass sie &#8211; wie viele andere &#8211; die Bedeutung des Themas unseres Erachtens nicht hinreichend erkannt hat und ganz selten dar&#252;ber berichtete, in einen Vorwurf an die Autoren, sie h&#228;tten sich zu wenig Texte angeschaut. Dem widersprechen wir energisch. Wir haben entschieden, unsere Untersuchung auf die Analyse der Tages-Zusammenfassungen zu begrenzen. Daf&#252;r sind wir verantwortlich und dar&#252;ber kann gestritten werden. Aber die absolute Zahl der Meldungen, die wir untersucht haben, die hat DPA mit ihrer Berichterstattung und mit ihrer Nicht-Berichterstattung selbst bestimmt. Insofern ist die sehr begrenzte Zahl der Tages-Zusammenfassungen, die wir untersucht haben, ein erster quantitativer Befund, der f&#252;r unsere eher skeptische Beurteilung der Arbeit von DPA spricht.</p>
<p>Wir wollen nur auf ein Beispiel kurz eingehen, das DPA in seiner umfangreichen Pressemitteilung als eines der besonders positiven Beispiele aufgef&#252;hrt hat, das zeige, wie hochwertig die Arbeit der Agentur sei. Wir zitieren aus der Pressemitteilung von DPA, in der &#8211; mit Unterstreichung &#8211; die von DPA ausgesuchte beispielhafte DPA-Meldung<br />
wiedergegeben wird:</p>
<blockquote><p>„Ebenfalls sehr rasch wird die IKB-Krise zum Anlass genommen, zu beschreiben, dass die amerikanische Immobilien-, Bau- und Hypothekenmarkt-Krise weltweit ausufert. Das gelingt auch deswegen, weil die Berichterstatter in Deutschland und den USA fr&#252;hzeitig zusammenarbeiten: <span style="text-decoration: underline;">‘Es sind nicht nur Millionen amerikanischer Hausbesitzer von den rasant fallenden Immobilienpreisen und ebenso rasch steigenden Zinsen f&#252;r sogenannte Subprime-Hypotheken betroffen, das hei&#223;t von riskanten Hypothekenkrediten an bonit&#228;tsschwache Amerikaner. Inzwischen leiden auch institutionelle Investoren wie Banken, Hedge-Fonds, Finanzinvestoren und ganz normale Anleger in aller Welt unter der US-Misere.’</span> (Korr-Bericht &#8216;US-Immobilien- und Hypothekenkrise ufert weltweit aus&#8217; vom 3.8.07)”</p></blockquote>
<p>An diesem von DPA ausgesuchten positiven Beispiel k&#246;nnen wir eines unserer Bedenken bez&#252;glich der Qualit&#228;t der Arbeit noch einmal deutlich machen: Die Banken, Hedgefonds und Finanzinvestoren galten bereits damals – im August 2007 – mit ihrer Art von Gesch&#228;ftspolitik als die entscheidenden Verursacher der krisenhaften Entwicklungen. DPA stellt diese Akteure jedoch in dieser “vorbildhaften” Meldung umgekehrt als die Opfer der Krise dar. Das scheint uns eine ungew&#246;hnlich eigenwillige, vielleicht sogar irref&#252;hrende Darstellung und Deutung der Ereignisse zu sein. Denn weithin unumstritten galten und gelten gerade die so genannten &#8220;institutionellen Investoren&#8221; zu den Hauptverantwortlichen der Krise. Sie haben Druck auf die Politik ausge&#252;bt, um die Finanzm&#228;rkte zu deregulieren. Sie haben mit riskanten und hochspekulativen Finanzprodukten in den Boomjahren sehr viel Geld verdient und als Investoren mit ihren hohen Rendite-Anforderungen viele Unternehmen in Bedr&#228;ngnis gebracht. Zudem deutet die Headline dieser Meldung, es handle sich um eine „US-Immobilien- und Hypothekenkrise“ darauf hin, dass DPA noch im August 2007 von einer sehr verengten und vereinfachten Beschreibung der Krisenursachen ausgeht.</p>
<p>Wir k&#246;nnten in diesem Sinne noch weitere F&#228;lle kommentieren, die von DPA als positive Beispiele dargelegt werden. Unser Befund: Die von DPA ausgew&#228;hlten Beispiele st&#252;tzen nach unserer Analyse unsere tiefen Bef&#252;rchtungen und mildern sie nicht.</p>
<p><em>Der vorliegende Text wurde auch auf den Seiten der <a href="http://www.otto-brenner-stiftung.de/">Otto-Brenner-Stiftung</a> ver&#246;ffentlicht und kann als <a href="http://www.otto-brenner-stiftung.de/fileadmin/publikationen_pdf/AH63/antwort_dpa_meldung.pdf">PDF</a> heruntergeladen werden.</em>
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		<title>iPad-Hype: Wie sich Journalismus und Verlage &#252;berfl&#252;ssig machen</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Feb 2010 19:00:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
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		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Steve Jobs]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach der Schweinegrippe und der „Schneekatastrophe”, die eigentlich bislang nichts weiter war als ein ganz normaler Winter, wurden wir letzte Woche von einer ganz anderen Medien-Hype heimgesucht. &#220;ber Tage hinweg eroberten Steve Jobs und Apple mit ihrem iPad die Titelseiten und besch&#228;ftigten obendrein die Feuilletons und die Wirtschaftsredaktionen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer die Public Relations-Branche ein bisschen kennt, wird versucht sein, das zu tun, was viele PR-Strategen in solchen F&#228;llen machen. Um ihre Kunden zu &#252;berzeugen, wie wertvoll ihre Arbeit ist, ermitteln sie den „<strong>advertising value</strong>“: Hochzurechnen w&#228;re demnach, wie viele Millionen und Abermillionen Dollar es Apple gekostet h&#228;tte, wenn das Unternehmen f&#252;r all die Print-Artikel, TV-, Radio- und Onlinebeitr&#228;ge den Platz bzw. die Sendezeit in Form von Anzeigen bzw. Werbespots h&#228;tte bezahlen m&#252;ssen, statt sich der Gratis-Publicity quer durch die Medienwelt zu erfreuen.</p>
<p>O.k. – nat&#252;rlich sollen, ja m&#252;ssen Medien &#252;ber Produkt-Innovationen berichten, das geh&#246;rt zum Service, den wir Konsumenten erwarten. Aber wer die Sache zu Ende denkt, wird sich doch fragen, <strong>wer da wen um den Finger gewickelt hat</strong>, wenn Steve Jobs uns allerorten sein neues Lieblingsbaby vorf&#252;hren durfte.</p>
<p>Ist Journalismus noch glaubw&#252;rdig, wenn er so willf&#228;hrig das Gesch&#228;ft der PR-Branche betreibt? Ruinieren nicht die Verleger ihr eigenes Business, wenn sie Redaktionen weiter ausd&#252;nnen und damit gleichzeitig so weit die Schleusen f&#252;r &#214;ffentlichkeitsarbeit &#246;ffnen? Zeitklame Redakteure verwandeln immer &#246;fter Pressemeldungen mit einem Mausklick in „Journalismus“ – ohne kritische Pr&#252;fung und ohne Zusatzrecherche.</p>
<p>Das ist der zuverl&#228;ssigste Weg f&#252;r Journalismus und Verlage, sich <strong>selbst &#252;berfl&#252;ssig</strong> zu machen. Die Dummen sind dann n&#228;mlich jene Leserinnen und Leser, die f&#252;r so etwas <strong>weiterhin bezahlen</strong>; aber auch die Werbetreibenden, die teure Anzeigen oder Spots schalten, statt sich erst einmal &#8211; wie Apple &#8211; auf dem kosteng&#252;nstigen Weg, &#252;ber &#214;ffentlichkeitsarbeit und mediale Inszenierungen, an ihre Zielgruppen heran zu pirschen.</p>
<p><em>Diese Kolumne hat Stephan Russ-Mohl f&#252;r die &#246;sterreichische Wochenzeitung <a href="http://www.furche.at/">Die Furche</a> und Carta geschrieben.</em></p>
<ul>
<li><em>Zu dem Thema siehe auch Zapp: <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/medien_wirtschaft/ipad106.html">Kostenlos-Werbung f&#252;r Apple</a>.</em></li>
</ul>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=22616&amp;md5=2afa98ff35bd5f9776a55ee0bf2842d2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Picard: Der gr&#246;&#223;te Fehler des Journalismus&#8230;</title>
		<link>http://carta.info/21023/picard-der-groesste-fehler-des-journalismus/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 13:09:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistische Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=21023</guid>
		<description><![CDATA[Indem sich die journalistische Profession systematisch vom gesch&#228;ftlichen Hintergrund ihrer T&#228;tigkeiten abgewandt habe, sei sie nun wenig kompetent, die Krise aktiv zu gestalten, so Robert G. Picard.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/1a572b50b9bd4b528f42a1d5a708dda2" width="1" height="1" alt=""/>Der Medien&#246;konom Robert G. Picard, der vor einen Jahr schon einmal erkl&#228;rte &#8220;<a href="http://www.csmonitor.com/Commentary/Opinion/2009/0519/p09s02-coop.html">why journalists deserve low pay</a>&#8220;, richtet erneut <a href="http://themediabusiness.blogspot.com/2010/01/biggest-mistake-of-journalism.html">harsche Kritik</a> an die Journalisten: An einem bestimmten Punkt sei die Profession der Journalisten &#8220;falsch abgebogen&#8221;. Dieser Fehler sei nun ma&#223;geblich daf&#252;r verantwortlich, dass Journalisten &#252;ber die Zukunft ihrer Branche kaum mitbestimmen k&#246;nnten.</p>
<p>In der Fr&#252;hphase der Kommerzialisierung des Journalismus sei es darum gegangen, so Picard, Journalismus durch professionelle Werte wie Genauigkeit, Fairness, Vollst&#228;ndigkeit oder Wahrheitstreue besser zu machen – und die schlimmsten Journalisten und Verleger aus dem Markt zu dr&#228;ngen.</p>
<p>Dann aber habe die Professionalisierung des Journalismus einen verh&#228;ngnisvollen Weg genommen. Aus zwei Gr&#252;nden:</p>
<blockquote><p>First, professional journalists were taught and accepted the idea that they should worry about the journalism and leave the business to itself. Second, journalists, along with other employees, decided to seek improvement to their compensation and working conditions through unionization—thus becoming adversaries of management rather than partners in the management of news organizations.</p></blockquote>
<p>Der Journalismus habe sich so letztlich von seinen Struktur- und Gesch&#228;ftsbedingungen entfremdet. Das Ergebnis seien &#8220;professionelle Journalisten&#8221;, die sich mit allem M&#246;glichen auskennen w&#252;rden, nicht aber kompetent in der Frage seien, wie sich ihre T&#228;tigkeit sinnvoll und tragf&#228;hig in die digitale Welt &#252;bertragen lasse. Bei den Umstrukturierungen ihrer Branche s&#228;&#223;en die Journalisten nun zumeist auf den Zuschauerpl&#228;tzen – genau deshalb, weil sie sich fast ein Jahrhundert nicht um die gesch&#228;ftliche Seite ihrer T&#228;tigkeit gek&#252;mmert h&#228;tten.</p>
<p>Viele Journalisten seien nun vorschnell damit zufrieden, wenn ihre Profession zuk&#252;nftig vor allem von Non-Profit-Organisationen getragen werde. Doch das alles greife zu kurz und reiche nicht aus. Picard fordert die Journalistin und den Journalisten als aktiven Verbreitungs- und Gesch&#228;ftsmodellplaner, also als Unternehmer/in:</p>
<blockquote><p>Journalists need to be equally responsible in ensuring they produce news and information that has value. They need to be responsible for ensuring their new organizations create the revenues and organizational strength needed to carry out high quality journalism. They need to ensure that organizational decisions make the organizations and the journalism offered viable.</p>
<p>If journalists continue to deny responsibility for the operation and survival of their news enterprises, it will be impossible to create sustainable news organizations for the future.</p></blockquote>
<p>Jedem sollte klar sein: Picard zeichnet hier als Provokation gemeinte Schablonen. Journalisten sind nicht durchg&#228;ngig so ignorant gegen&#252;ber den Gesch&#228;ftsprozessen ihrer Profession, wie er es hier schildert. Es gibt immer wieder auch Karrieren von Redakteur zum Chefredakteur zum Gesch&#228;ftsf&#252;hrer. Interessanterweise wechselt die Gesch&#228;ftsf&#252;hrerin/der Gesch&#228;ftsf&#252;hrer dabei jedoch &#8220;die Seiten&#8221; – sie/er tritt quasi aus der Profession aus. Journalismus als Profession, und da ist Picard zuzustimmen, umschlie&#223;t traditionell nur die Produktion von Journalismus &#8211; nicht aber das Wissen um seine Verbreitungsmechanismen.</p>
<div id="attachment_21041" class="wp-caption alignleft" style="width: 200px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/01/Picard-Robert.JPG"><img class="size-full wp-image-21041" title="Picard Robert" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/01/Picard-Robert.JPG" alt="Picard Robert" width="190" height="254" /></a><p class="wp-caption-text">&#214;konom Picard: Der Journalismus hat sich von seinen Grundlagen entfremdet.</p></div>
<p>Dabei hat sich der Journalismus mit gutem Grund von der kommerziellen Sph&#228;re abgekanzelt. So wurde der Einfluss von Anzeigenkunden – und auch Lesern – begrenzt. Das Ergebnis war tats&#228;chlich mehr Unabh&#228;ngigkeit von allen Seiten &#8211; auch der gesch&#228;ftlichen. In der Augen der Profession verbesserte diese Unabh&#228;ngigkeit den Journalismus. Und das war auch gut so. Die Macht der journalistischen Oligopole w&#252;rde so normativ &#252;berformt.</p>
<p>Nun aber haben sich die Herausforderungen an den Journalismus grunds&#228;tzlich ver&#228;ndert. Die Kernfrage lautet, wie er in der neuen medialen Umwelt inhaltlich und gesch&#228;ftlich existieren kann. Es ist daher in der Tat &#228;u&#223;erst bedauerlich, dass die L&#246;sungskompetenz f&#252;r solche Fragen nicht zum existenziellen Selbstverst&#228;ndnis der journalistischen Profession geh&#246;rt. Und es ist richtig, dass Picard fordert, dass sie zuk&#252;nftig dazu geh&#246;ren sollte.</p>
<p>Journalismus w&#228;re demnach nicht nur die Kompetenz, Journalismus zu produzieren, sondern auch jene, seine Verbreitungsmechanismen zu gestalten. Das klingt nach einer spannenden, aber sicher auch kontroversen Verbreiterung der Profession. Dass wir auf Carta einer solchen Definition nicht abgeneigt w&#228;ren, versteht sich wohl von selbst.
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<a href="http://carta.info/21023/picard-der-groesste-fehler-des-journalismus/">Picard: Der gr&#246;&#223;te Fehler des Journalismus&#8230;</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/21023/picard-der-groesste-fehler-des-journalismus/#comments">12 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=21023&amp;md5=9ccea6b0d0c74874b4a32ff7c1d814f1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Die Qualit&#228;ts-L&#252;ge&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 13:18:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistische Qualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Zeit und Spiegel schreiben &#252;ber die Krise des Zeitungsjournalismus - und &#252;berbieten sich dabei selbst nicht in "Qualit&#228;t".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/204952799a6a48ce9d4488a68caf7a80" alt="" width="1" height="1" />Nach der <em><a href="http://www.zeit.de/2009/49/DOS-Medien">Zeit</a></em> hat nun auch der <em>Spiegel </em>einen Text &#252;ber das zunehmend &#252;berzogene Qualit&#228;tsselbstverst&#228;ndnis der Tageszeitungen ver&#246;ffentlicht. Titel: &#8220;Die Qualit&#228;ts-L&#252;ge&#8221; (nur Print, noch nicht auf SpOn). Kernaussage: In der Umsatzkrise w&#252;rden die Tageszeitungen ihre Leser &#8220;besonders schlecht&#8221; behandeln. Folge der Etatk&#252;rzungen in den Redaktionen seien mehr Einheitsjournalismus, mehr PR-Texte und weniger Qualit&#228;t.</p>
<p>Dabei h&#228;lt sich die erste Reihe der Journalismusverantwortlichen hierzulande nicht mit Kritik zur&#252;ck. So sagte S&#252;ddeutsche-Zeitung-Chefredakteur Hans Werner Kilz dem Spiegel: Wenn die deutschen Verleger so weitermachen w&#252;rden, seien viele Zeitungen demn&#228;chst &#252;berfl&#252;ssig. Die &#8220;Durchlaufseiten&#8221;  in den Lokal- und Regionalzeitungen zu Servicethemen seien &#8220;gr&#228;sslich.&#8221;</p>
<p>Bodo Hombach, der gerade 300 Redaktionsstellen bei seiner WAZ einspart, sagte &#252;ber Verlegerkollegen: „Es plappern pl&#246;tzlich auch die von Qualit&#228;t, wo &#252;berhaupt keine Qualit&#228;t mehr drin ist.&#8221;</p>
<p>Der <em>Spiegel </em>listet in seinem Artikel auch noch einmal die Einbr&#252;che der Tageszeitungen auf. Innerhalb der letzten zehn Jahre seien die Auflagen um rund 20 Prozent, die Anzeigeneinnahmen um rund 25 Prozent zur&#252;ckgegangen.</p>
<p>In <em>Zeit </em>wie <em>Spiegel </em>wird als Ausweg der Tagespresse aus der Krise folgendes Rezept gefordert: mehr Recherche, mehr Hintergrund, mehr Originalit&#228;t. Also: Mehr Ausgaben.</p>
<p>Angesichts der beschriebenen Einbr&#252;che mehr Ausgaben zu fordern, erscheint mir zumindest: &#252;berpr&#252;fungsbed&#252;rftig.</p>
<p>Ich finde die Beitr&#228;ge weder von der <em>Zeit </em>noch vom <em>Spiegel </em>zu dieser Debatte besonders originell, hintergr&#252;ndig oder herausragend recherchiert. Es sind leidlich gut zusammengest&#252;ckelte Artikel, die auf eine Weller von Ratlosigkeit und Ressentiment reiten – ohne wirklich von der Stelle zu kommen. Sie gleichen eher journalistischen Selbstbest&#228;tigungsriten als kritisch-offenen Analysen.</p>
<p>Schrecklichen Einheitsjournalismus in Regionalzeitungen gab es auch schon in den 80er und 90er Jahren. Zu wenig journalistische Ressourcen gemessen an dem, was eigentlich w&#252;nschenswert w&#228;re, sind wohl systemimmanent.</p>
<p>Auf den Kern der Strukturkrise gehen beide Texte &#252;berhaupt nicht ein: Den schleichenden Abschied der Anzeigenkunden aus der Finanzierung von Journalismus. Und wohl auch den schleichenden Abschied der Nutzer vom t&#228;glichen Dauerkonsum von mittelm&#228;ssigen General-Interest-Journalismus.</p>
<p>So gesehen k&#246;nnen die beiden Publikationen die Frage nach der eher vorgeblichen denn realen Qualit&#228;t gerne auch auf sich selbst beziehen.</p>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Wenn die deutschen Verlage so weiter</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">machten, seien viele Zeitungen demn&#228;chst</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">&#252;berfl&#252;ssig, meint Kilz. „Gr&#228;sslich“ seien</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">doch diese „Durchlaufseiten“ in den Lokal-</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">und Regionalbl&#228;ttern zu Reise, Gesundheit</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">und &#196;hnlichem, die &#252;berall gleich</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">aussehen und l&#228;ngst nicht mehr von den</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Redaktionen produziert werden.</div>
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<a href="http://carta.info/19750/die-qualitaets-luege/">&#8220;Die Qualit&#228;ts-L&#252;ge&#8221;</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/19750/die-qualitaets-luege/#comments">No comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=19750&amp;md5=6f226aa6aaf9460628e33bab340ae2ee" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Besser Online: Die Identit&#228;tskrise des Journalismus</title>
		<link>http://carta.info/19555/besser-online-die-identitaetskrise-des-journalismus/</link>
		<comments>http://carta.info/19555/besser-online-die-identitaetskrise-des-journalismus/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 13:55:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Besser Online]]></category>
		<category><![CDATA[DJV]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistische Qualität]]></category>
		<category><![CDATA[Qualitätsjournalismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=19555</guid>
		<description><![CDATA[Die Videojournalistin Antje Wegwerth hat das Abschlusspanel der DJV-Tagung "Besser Online 2009" in einer Audio-Video-Slideshow zusammengefasst. Aus einem ganz passablen Panel (an dem ich auch teilnahm) entstand so doch noch ein recht interessantes Ergebnis:
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Videojournalistin <a href="http://www.mediale-aufmerksamkeit.de/blog/">Antje Wegwerth</a> hat das Abschlusspanel der DJV-Tagung &#8220;<a href="http://rdn-online.de/besseronline/">Besser Online 2009</a>&#8221; in einer Audio-Video-Slideshow zusammengefasst. Aus einem ganz passablen Panel (an dem ich auch teilnahm) entstand so doch noch ein recht interessantes Ergebnis:<br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/FkF1g-guho0&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="340" src="http://www.youtube.com/v/FkF1g-guho0&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=19555&amp;md5=938e0bf4d98df60cbce6ea827d012a02" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Peter Doherty und der mediale Nazirausch</title>
		<link>http://carta.info/19349/peter-doherty-singt-medien-in-nazirausch/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 17:09:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Bildblog]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistische Qualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Daniel Erk widmet sich im Bildblog der Doherty-Skandalisierung. Mit einiger Lust zur Halbwahrheit haben viele Zeitungen Doherty vorgeworfen, er habe die "Nazi-Hymne" im Bayrischen Rundfunk gesungen. Das stimmt so nicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Daniel Erk <a href="http://www.bildblog.de/14220/peter-doherty-singt-medien-in-nazirausch/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+bildblog+%28BILDblog%29&amp;utm_content=Google+Reader">widmet sich</a> im Bildblog der Doherty-Skandalisierung. Mit einiger Lust zur Halbwahrheit haben viele Zeitungen Doherty vorgeworfen, er habe die &#8220;Nazi-Hymne&#8221; im Bayrischen Rundfunk gesungen. Das stimmt so nicht. Das Deutschlandlied wurde schlie&#223;lich nicht von den Nazis erfunden. Die Aufmerksamkeitsmaschinerie aber interessierte das wieder einmal nicht &#8211; Nazis verkaufen sich halt zu gut:</p>
<blockquote><p>So aber funktioniert die Dialektik der Aufregung: Weil sich das Gro&#223;e im Kleinen spiegelt und Mahner ein st&#228;ndiges &#8220;Wehret den Anf&#228;ngen&#8221; raunen, wird aus einer M&#252;cke ein Tyrannosaurus Rex gemacht. Unter dem Banner von Wehrhaftigkeit und Aufkl&#228;rung geistert dann der so sch&#246;n gruselige Geist des Dritten Reiches durch die billigen Gazetten, selbst wenn er da so gar nichts zu suchen hat. Und ganz im Sinne der Aufmerksamkeit darf sich die Boulevardjournalistin zweimal freuen — einmal, wenn sie sich den Skandal herbeischwadroniert. Und einmal, wenn sich der Proganonist dann f&#252;r den vermeintlichen Skandal entschuldigt. Und so geschah es, und <a href="http://www.sueddeutsche.de/muenchen/910/496228/text/" target="_blank">sueddeutsche.de</a>, <a href="http://www.focus.de/panorama/boulevard/deutschlandlied-eklat-doherty-entschuldigt-sich_aid_459212.html" target="_blank">&#8220;Focus Online&#8221;</a>, <a href="http://www.rp-online.de/gesellschaft/leute/Pete-Doherty-entschuldigt-sich-fuer-Skandalauftritt_aid_789957.html" target="_blank">&#8220;RP Online&#8221;</a>, die <a href="http://www.welt.de/vermischtes/article5390686/Doherty-entschuldigt-sich-fuer-Deutschlandlied.html" target="_blank">&#8220;Welt&#8221;</a>, die <a href="http://www.tz-online.de/nachrichten/stars/pete-doherty-enschuldigt-sich-seinen-ausfall-545339.html" target="_blank">&#8220;tz&#8221;</a> und all die anderen, sie hatten wieder eine Seite mit irgendeinem Unsinn gef&#252;llt und zugleich das gute, aber unberechtigte Gef&#252;hl, etwas im Kampf gegen den Faschismus getan zu haben.</p></blockquote>
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			</a>
		</div>
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<p><small>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=19349&amp;md5=7fc7e47d91305a641d28b5612ded3260" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Investigativer Journalismus &#8211; Presseschau V</title>
		<link>http://carta.info/17380/investigativer-journalismus-presseschau-v/</link>
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		<pubDate>Sat, 31 Oct 2009 18:10:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Diesmal mit: G&#252;nter Wallraff – Telekom-Datenaff&#228;re – Abmahnungen und investigativer Journalismus – Martin Sonneborn – Atomlobby im Wahlkampf – und mehr.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/8f7634352d6642a89ccf7d2cd5600a31" alt="" width="1" height="1" />G&#252;nter Wallraff, &#220;bervater der verdeckten Recherche in Deutschland, war in den letzten Wochen in allen Medien. Als Schwarzer verkleidet tingelte der Mann, der mit B&#252;chern wie &#8220;Der Aufmacher&#8221; oder &#8220;Ganz unten&#8221; bekannt wurde, durch die Landen. &#220;ber die dabei von Wallraff gemachten Erlebnisse berichtete wieder das <a href="http://www.zeit.de/2009/43/Wallraff-43">ZEITMagazin</a>, aber auch die <a href="http://www.netzeitung.de/medien/1471939.html">Netzeitung</a> und <a href="http://www.sueddeutsche.de/leben/590/490961/text/">sueddeutsche.de</a>, wo eine interessante Tonspur von der Frankfurter Buchmesse zu h&#246;ren ist. Die Kritik an Wallraffs neuester Sozialreportage war Thema bei <a href="http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,655929,00.html">Spiegel Online</a> und auf <a href="http://www.tagesschau.de/inland/rassismusinterview100.html">tagesschau.de</a>. Der <a href="http://www.wdr.de/themen/kultur/film02/wallraff_schwarz_auf_weiss/interview_091021.jhtml">WDR</a> und die <a href="http://www.rp-online.de/public/article/kultur/mehr_kultur/770302/Wallraff-als-Schwarzer-unterwegs.html">Rheinische Post</a> f&#252;hrten Interviews mit Wallraff; die <a href="http://www.welt.de/kultur/article4922950/Schwarzer-Wallraff-ist-geschmacklos-und-perfide.html">Welt </a> und <a href="http://www.focus.de/kultur/buecher/buchmesse2009/guenter-wallraff-afrika-den-affen_aid_445000.html">Focus Online</a> stellten den dazugeh&#246;rigen Film und das Buch, das Wallraff herausbrachte, vor.</p>
<p>Ausgerechnet in seinem Artikel &#252;ber Wallraffs Aktion in der <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/725/491095/text/">S&#252;ddeutschen Zeitung</a> verwendet der bekannte Investigativjournalist Hans Leyendecker, der auch <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/716/491087/text/">hier</a> in der &#8220;SZ&#8221; &#252;ber Wallraff schrieb, den Begriff &#8220;Farbiger&#8221;. Warum dieser Begriff von gestern ist, <a href="http://www.derbraunemob.de/deutsch/content/content_fragen_faq.htm#f05">erkl&#228;rt</a> der Verein <a href="http://www.derbraunemob.de/deutsch/index.htm">Der braune mob e. V.</a>, ein Verein, der von schwarzen Menschen gegr&#252;ndet wurde, &#8220;die in den deutschen Medien und/oder &#214;ffentlichkeit t&#228;tig sind&#8221; und erreichen will, dass die Darstellung schwarzer Menschen in deutschen Medien fair und ohne Diskriminierung erfolgt. Warum Wallraffs Idee, sich <a href="http://derstandard.at/fs/1229975281687">wie ein Sternsinger</a> anzumalen keine neue ist, erf&#228;hrt man bei <a href="http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/5283/alles_schwaerzer.html">Spiegel Online</a>. Der US-amerikanische Schriftsteller John Howard Griffin verkleidete sich n&#228;mlich bereits 1959 als Schwarzer und berichtete dar&#252;ber.</p>
<p><a href="http://www.stern.de/wirtschaft/news/unternehmen/neue-datenaffaere-telekom-trickst-bei-der-aufklaerung-1515846.html">stern.de</a> vermeldet, die Telekom trickse bei der Aufkl&#228;rung ihrer neuen Datenaff&#228;re. So soll die Kriminalpolizei mehrfach bei der Telekom nachgehakt haben, bis die Konzernsicherheit Anfang Juni endlich Angaben zu einem Vertrag mit einer umstrittenen Firma machte.</p>
<p>&#8220;Hat die Bayern LB zu viel f&#252;r die &#246;sterreichische Bank Hypo Group Alpe Adria bezahlt?&#8221;, fragt die &#8220;S&#252;ddeutsche&#8221; in einem ihrer beiden Berichte (<a href="http://www.sueddeutsche.de/finanzen/652/491023/text/">I</a>, <a href="http://www.sueddeutsche.de/finanzen/645/491016/text/">II</a>) im Zusammenhang mit dem Fall BayernLB und staatsanwaltlichen Ermittlungen. Die <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/566/492919/text/">SZ</a> berichtet auch, wie der fr&#252;here ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser in die Schn&#252;ffelakten der Telekom geraten ist. Der <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/58/492415/text/">SZ</a> lag ein &#8220;streng vertraulich&#8221; eingestufter Untersuchungsbericht der D&#252;sseldorfer Kanzlei Hengeler M&#252;ller zu Anschuldigungen im Fall Siemens/Pierer vor. In der <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/419/492773/text/">SZ</a> ist daneben Thema, wie ein Gutachten den Ex-Porschechef Wiedeking vom Verdacht illegaler B&#246;rsenspekulationen entlasten soll.</p>
<p>Ein schwedischer Reporter hat durch eine ungew&#246;hnliche Recherche schon Stunden fr&#252;her als andere gewusst, wer diesj&#228;hriger Gewinner des Friedensnobelpreises wird. Er studierte schlicht die G&#228;steliste der Nobelgala, schreibt die <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/der-mann-der-das-geheimnis-kannte/">tageszeitung</a>.</p>
<p><span>Das NDR-Medienmagazin ZAPP erh&#228;lt 2010 m&#246;glicherweise doch keinen Sendeplatz in der ARD, wei&#223; <a href="http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1233877/Bremst-die-ARD-Zapp-aus.html">Abendblatt</a>-Kolumnist Kai-Hinrich Renner.</span></p>
<p>Die Bedeutung und Rolle der Recherche im journalistischen Alltag untersucht <a href="http://journalistik-journal.lookingintomedia.com/?p=397">JournalistikJournal</a>.</p>
<p>Mit der Pr&#228;sentationsform der Presenter-Reportage bei den Politmagazinen im &#214;ffentlich-Rechtlichen hat sich die <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/1029/media/0014/index.html">Berliner Zeitung</a> besch&#228;ftigt.</p>
<p>Wie sich Abmahnungen von Anw&#228;lten auf den investigativen Journalismus im Internet auswirken, l&#228;sst sich bei <a href="http://www.zeit.de/digital/2009-10/pressefreiheit-online-journalismus">zeit.de</a> nachlesen. <span>&#8220;Sind deutsche Journalisten zu brav? Fehlt die investigative Bissigkeit?&#8221; fragt sich der <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/marktundmedien/1057104/">Deutschlandfunk</a>.<br />
</span></p>
<p><span><a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,418010,00.html">Joachim Huber</a>, Medienredakteur beim Tagesspiegel, schaute sich die vom WDR nicht gesendete Folge mit dem &#8220;Die Partei&#8221;-Vorsitzenden </span><span>und Ex-Titanic-Chef </span><span>Martin Sonneborn, die nach viel &#246;ffentlicher Diskussion <a href="http://die-partei-bayern.com/content/view/298/26/lang,de/">doch gesendet wurde</a>, als <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien-news/Zimmer-frei-WDR-Martin-Sonneborn;art15532,2928578">einer der ersten </a>an.</span></p>
<p><span> </span>Der Medienjournalist Stefan Niggemeier erh&#228;lt f&#252;r <span>&#8220;seine hervorragend recherchierten Analysen und klugen Einw&#252;rfe zum Medienschaffen in Deutschland&#8221; den</span><span> Hans Bausch Mediapreis 2009 des S&#252;dwestrundfunks (SWR), wie sich bei de</span><span>r <a href="http://www.netzeitung.de/medien/1491359.html">Netzeitung</a> und b</span><span>eim <a href="http://www.swr.de/hans-bausch-mediapreis">SWR</a> nachlesen l&#228;sst.</span></p>
<p>Das Bundesverkehrsministerium muss einem politischen Redakteur eines Wochenmagazins <a href="http://rsw.beck.de/rsw/shop/default.asp?docid=292252&amp;docClass=NEWS&amp;site=Beck%20Aktuell&amp;from=HP.10">nach dem Informationsfreiheitsgesetz keine Ausk&#252;nfte</a> &#252;ber Flugbewegungen mutma&#223;licher CIA-Gefangenenfl&#252;ge geben, teilte das Bundesverwaltungsgericht am Freitag (30. 10.) mit.</p>
<p>Der italienische Geheimdienst soll nach einem Zeitungsbericht Taliban-Kommandeure bestochen haben, um nicht angegriffen zu werden, schreibt die <a href="Der italienische Geheimdienst soll nach einem Zeitungsbericht Taliban-Kommandeure bestochen haben, um nicht angegriffen zu werden.">Basler Zeitung</a>.</p>
<p>Recherchen des RBB-Magazins <a href="http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste_vom_22_10/sicherheitsrisiko.html">Kontraste</a> haben dazu gef&#252;hrt, dass das Wiederanfahren des Kernkraftwerks Biblis gestoppt wurde.</p>
<p>Der Influenza-Koordinator am staatlichen Robert-Koch-Institut ber&#228;t eine von der Pharmaindustrie finanzierte Vereinigung, so der <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,657146,00.html">Spiegel</a>.</p>
<p>Mit Doppelverdienern in deutschen Parlamenten hat sich das SWR-Politmagazin <a href="http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=5387202/12l4h16/index.html">Report Mainz</a> besch&#228;ftigt.</p>
<p>Dem ZDF-Politmagazin <a href="http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/3/0,1872,7919203,00.html">Frontal21</a> liegt ein internes Papier der EU-Kommission vor, das den von den Anteilseignern der HSH Nordbank festgelegten Aktienwert des Geldhauses f&#252;r deutlich zu hoch halten soll.</p>
<p>F&#252;r Furore sorgte ein Ende September ein unter anderem von <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,650172,00.html">Spiegel Online</a> bekannt gemachtes Strategiepapier, das pr&#228;zise beschreibt, wie die &#246;ffentliche Debatte im Bundestagswahlkampf zugunsten der Laufzeitverl&#228;ngerung von Atomkraftwerken beeinflusst werden kann. Spiegel Online zufolge steht auf dem Deckblatt des Strategiepapiers, dass es von der Berliner Lobbyagentur PRGS „f&#252;r die E.on Kernkraft GmbH“ erstellt worden sei. E.on selbst behauptet das Papier nie in Auftrag gegeben zu haben.<span> </span>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=17380&amp;md5=04cfa7ac9773c2b783105a8dd17965f4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kommerzielle Blogs und Qualit&#228;t? Wie soll das gehen? Eine Erwiderung</title>
		<link>http://carta.info/17248/kommerzielle-blogs-und-qualitaet-wie-soll-das-gehen-eine-erwiderung/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 12:55:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor einigen Tagen hat Matthias Schwenk hier die Krise der kommerziellen Blogs geschildert und drei Gr&#252;nde f&#252;r ihre gegenw&#228;rtige Unterfinanzierung genannt. Das ist alles richtig. Aber spielt nicht auch die mediale Gro&#223;wetterlage eine Rolle? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/caf1087ec17c4294a66160d59a3b0425" width="1" height="1" alt=""/>Vermutlich f&#252;hrt die Bezeichnung „kommerzielle Blogs“ ein wenig in die Irre. Denn eigentlich geht es um Blogs, die ihren ganz normalen Herstellungsaufwand (Internetkosten, B&#252;rokosten, Autorenhonorare) irgendwie finanzieren m&#252;ssen, um Qualit&#228;t bieten zu k&#246;nnen. Von Gewinnen, die in neue Investitionen flie&#223;en k&#246;nnten, ist da noch gar nicht die Rede.</p>
<p>Matthias Schwenk orientiert sich in seiner <a href="http://carta.info/16804/medienkrise-blogkrise-blogs/">Kritik</a> der „kommerziellen Blogs“ an der Meistgelesen-Liste des Blogbeobachters <a href="http://www.blogoscoop.net/blogs/visits/1">blogoscoop</a>. Wer diese Liste betrachtet, kann nur den Kopf sch&#252;tteln. Dort ist unter den 100 meistgelesenen „Blogs“ ein ziemliches Durcheinander versammelt: Schn&#228;ppchen-Portale (myDealZ, Schn&#228;ppchenfuchs), Very-Special-Interest-Blogs (MotorradNewsBlog, Dirks Computerecke, Blogberry), Fachblogs (Design-Tagebuch, netzwertig), ideologische Blogs (Deutschlandpolitik, FaktenFiktionen), pubert&#228;re Juxseiten (chilloutzone, deine-mutter.de), Computerspielseiten (HomebrewWelt), sinnfreie Gemischtwarenl&#228;den (tutsi) &#8211; und dazwischen wenige Blogs, die einem journalistischen Anspruch folgen (Bildblog, Niggemeier, Carta).</p>
<p>All die Genannten nun &#252;ber einen kommerziellen Leisten zu schlagen &#8211; das bringt nichts. Man m&#252;sste viel st&#228;rker differenzieren. So trifft die Eigenschaft &#8220;kommerziell&#8221; wohl nur auf wenige Blogs zu. Aber selbst das Wort &#8220;Blog&#8221; wird angesichts einer solchen Kraut-und-R&#252;ben-Liste undefinierbar. Was hat der Schn&#228;ppchenfuchs mit Stefan Niggemeiers Medienblog zu tun? Was haben Blogberry und Bildblog gemeinsam?</p>
<p>F&#252;r das H&#228;uflein der journalistisch motivierten Blogs nun eine Mindestzahl von einer Million (!) Page Impressions pro Monat vorzugeben (damit sie Werbung in nennenswertem Umfang akquirieren k&#246;nnen), ist illusorisch. Eine solche Zahl ist im Netz &#8211; angesichts der immer noch gut besetzten deutschen Presselandschaft &#8211; kaum zu erreichen. Was auch Gr&#252;nde hat, die <em>nicht</em> hausgemacht sind.</p>
<p>So erschwert die pauschale Verketzerung von Blogs in Journalisten- und Verlegerkreisen den journalistisch motivierten Blogs unn&#246;tig das Leben. Da kommt wenig Konstruktives. Da werden keine Br&#252;cken gebaut. Da gibt es keine ernsthafte Auseinandersetzung. Und Neugier <a href="http://carta.info/16834/der-nachplapperer/">sowieso nicht</a>. Die blasierte Ablehnung vieler „Profis“ bef&#246;rdert stattdessen &#8211; auf der anderen Seite der Barrikade &#8211; eine ebenso schwer ertr&#228;gliche Pauschal-Verh&#246;hnung „der Journalisten“ durch Blogger und ihre aktivsten Kommentatoren. US-Kollegen haben es da tausend Mal leichter. Amerikanische Print-Journalisten sind flexibler und reagieren weniger d&#252;nkelhaft. Zudem gibt es eine ganze Reihe weitsichtiger Investoren, die &#8211; wie die HuffPost-Gr&#252;nderin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arianna_Huffington">Arianna Huffington</a> &#8211; &#252;ber Unternehmungsgeist, Liberalit&#228;t und langen Atem verf&#252;gen. Barrikaden zwischen Print und Blogs gibt es kaum.</p>
<p>So lange das Bloggen aber hierzulande als ‚unwerte’ Bet&#228;tigung gilt, so lange das Genre Weblog in den Leitmedien <a href="http://sudelbuch.heikerost.de/?p=1461">verunglimpft</a> und als drittklassig verh&#246;hnt wird, k&#246;nnen „unanst&#228;ndige“ Blogs keine „anst&#228;ndigen“ Werbeeinnahmen erzielen.</p>
<p>Wir drehen uns im Kreis. Aufgrund chronischer Unterfinanzierung k&#246;nnen deutsche Blogger nur eingeschr&#228;nkt arbeiten (was ihnen dann von den Festangestellten h&#228;misch vorgeworfen wird). Die aktivsten Blog-Leser verharren in einer Anti-Medien-Haltung, was die Kluft weiter vertieft und die Leserschaft auf eingeschworene Gemeinden reduziert. Da Beitr&#228;ge au&#223;erhalb eines engen Themenspektrums kaum Beachtung finden, konzentriert man sich auf das immer Gleiche. <strong>Die Blog-Falle schnappt zu. </strong>Man schmort im eigenen Saft. Gezielte Abwertung von au&#223;en und trotzige Gemeindebildung im Innern nehmen den Blogs die Luft zum Atmen. Wer m&#246;chte da inserieren?</p>
<p><strong>Aus dem dreifachen Dilemma – Gezielte Abwertung, tendenzielle Selbstbezogenheit und Geldmangel &#8211; k&#246;nnen sich die journalistischen Blogs nur Millimeter um Millimeter herausarbeiten</strong>, schwere R&#252;ckf&#228;lle inklusive. Aber laut <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Mythos_des_Sisyphos">Camus</a> (und <a href="http://upload-magazin.de/blog/4315-kommerzielle-blogs-in-der-krise/">Jan Ti&#223;ler</a>) muss man sich Sisyphos ja als gl&#252;cklichen Menschen vorstellen.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=17248&amp;md5=fa63b1cd96472d1c0307d7c0a133f098" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>KStA-Redakteur R&#252;diger Heimlich &#8211; Journalist mit Doppelrolle</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 16:50:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[Kölner Stadt-Anzeiger]]></category>
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		<category><![CDATA[Rundfunkrat]]></category>
		<category><![CDATA[WDR]]></category>

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		<description><![CDATA[R&#252;diger Heimlich ist Redakteur beim K&#246;lner Stadt-Anzeiger (KStA), wo er &#252;ber Medienthemen berichtet. Gleichzeitig ist der Journalist auch f&#252;r den Westdeutschen Rundfunk (WDR) t&#228;tig, &#252;ber den er im KStA ebenfalls schreibt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/02727bb76a7242f0afac8c532c5f2e8a" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><a href="http://www.kress.de/cont/vk.php?vknr=RRHH206561" target="_blank">R&#252;diger Heimlich</a> ist vielen als Medien-Mann <span style="color: #000000">des K&#246;lner Stadt-Anzeigers</span><span style="color: #000000"> bekannt. Die Medienseite der Zeitung, in der zweiten H&#228;lfte des 19. Jahrhunderts, so der Stadt-Anzeiger &#252;ber sich selbst, „das angesehenste und einflussreichste Blatt im damaligen Reich“, z&#228;hlt zu den wichtigsten Medienseiten der Republik zusammen mit den Pendants von S&#252;ddeutscher Zeitung, FAZ und Frankfurter Rundschau. Auf ihr behandelt der promovierte Literaturwissenschaftler Heimlich die Medienthemen des Landes und besch&#228;ftigt sich dabei regelm&#228;&#223;ig auch mit den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Doch was der gemeine KStA-Leser nicht erf&#228;hrt: Heimlich, der beim K&#246;lner Stadt-Anzeiger nur eine halbe Stelle hat, ist nebenbei als freier Journalist in nicht unerheblichem Umfang <a href="http://www.google.de/search?as_q=%22R%C3%BCdiger+Heimlich%22&amp;hl=de&amp;num=10&amp;btnG=Google-Suche&amp;as_epq=&amp;as_oq=&amp;as_eq=&amp;lr=&amp;cr=&amp;as_ft=i&amp;as_filetype=&amp;as_qdr=all&amp;as_occt=any&amp;as_dt=i&amp;as_sitesearch=wdr.de&amp;as_rights=&amp;safe=images" target="_blank">auch f&#252;r den WDR t&#228;tig</a>. Dieser ist regelm&#228;&#223;ig und ausf&#252;hrlich Gegenstand der Berichterstattung auf der von Heimlich ma&#223;geblich mitbetreuten Medienseite – ein handfester Interessenkonflikt.</span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="color: #000000">Ein WDR-Programmheft weist Heimlich als Co-Autor eines dreiteiligen, jeweils 55-min&#252;tigen Features mit dem Titel „Eco-Crimes – Gesch&#228;fte gegen die Natur Ozonkiller“ aus, das im November auf WDR 5 ausgestrahlt wurde. Das Feature wurde auch auf ksta.de  angek&#252;ndigt – <a href="http://www.google.de/search?as_q=Heinz+Greuling&amp;hl=de&amp;num=10&amp;btnG=Google-Suche&amp;as_epq=&amp;as_oq=&amp;as_eq=&amp;lr=&amp;cr=&amp;as_ft=i&amp;as_filetype=&amp;as_qdr=all&amp;as_occt=any&amp;as_dt=i&amp;as_sitesearch=ksta.de&amp;as_rights=&amp;safe=images" target="_blank">anders als beim WDR fehlte dort jedoch ein Hinweis auf die Co-Autorenschaft Heimlichs</a>.</span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="color: #000000">Aus Angaben auf der WDR-Homepage ergibt sich, dass Heimlich als Co-Autor an einem jeweils 50-min&#252;tigen Zweiteiler zum Tiananmen-Massaker in China f&#252;r WDR 5 mitwirkte, der im Juni gesendet wurde. Im Juni 2008 sendete WDR 3 einen weiteren, ganze 175 Minuten langen Beitrag von R&#252;diger Heimlich &#252;ber Fl&#252;sse. Laut dem <a href="http://www.freienseiten.de/wdr/wdr_honorarrahmen_hoerfunk.pdf" target="_blank">Honorarahmen des WDR-H&#246;rfunks</a> vom 1.1.2005 veranschlagt der Sender f&#252;r ein bis zu 60 Minuten langes Feature bereits ein Regelhonorar in H&#246;he von 3.047,17 Euro. Nicht umfasst sind davon m&#246;gliche Reisespesen, die Heimlich f&#252;r seine Beitr&#228;ge, die das Ausland behandelten, erhalten haben k&#246;nnte. In einem Beitrag Heimlichs f&#252;r WDR 3 aus dem Jahr 2007 mit dem Titel „Die Flucht nach &#196;gypten &#8211; Was geschah nach der Weihnachtsgeschichte?“ hei&#223;t es: „WDR 3.pm begibt sich auf die Spur der Heiligen Familie, <strong>besucht </strong>die Stationen ihrer Flucht durch die W&#252;ste an den Nil“. Heimlich durfte f&#252;r diesen Beitrag also offenbar nach &#196;gypten reisen. In einem ebenfalls 175 Minuten langen Beitrag Heimlichs &#252;ber die USA von August 2008 hei&#223;t es im Programmheft: „WDR 3.pm. <strong>bereist </strong>einen politisch akut und weltweit diskutierten, literarischen wie musikalischen Kontinent“. Auf Anfrage gab Heimlich keine Auskunft dar&#252;ber, ob er  in den letzten Jahren f&#252;r WDR-Beitr&#228;ge  ins Ausland reiste.</span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="color: #000000">Heimlichs Artikel im K&#246;lner Stadt-Anzeiger strotzen nicht gerade vor Kritik am WDR. In diesen erf&#228;hrt man zum Beispiel, dass der WDR-Rundfunkrat „so viel Wert legt auf sauberen Stil“ oder, wie in einem Artikel zum 50. Geburtstag des WDR, dass das Funkhaus am K&#246;lner Wallrafplatz „Symbol f&#252;r vielseitigen Journalismus“ ist.</span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="color: #000000">Von Zeit zu Zeit wird WDR-Gr&#246;&#223;en im KStA Platz einger&#228;umt, wenn sie von ihrem Kollegen Heimlich f&#252;r das Blatt interviewt werden. So etwa in einem Interview mit dem fr&#252;heren WDR-Intendanten Fritz Pleitgen, dem Heimlich „hohes Ansehen“ bescheinigte und zwei Mal interviewte, einmal davon unter dem Titel „Ein unabk&#246;mmlicher Intendant“. Ebenso bei Interviews mit dem Rundfunkratsvorsitzenden Reinhard Gr&#228;tz oder in einem Gespr&#228;ch mit der WDR-Intendantin Monika Piel. Der 80. Geburtstag des Ex-WDR-Intendanten Friedrich Nowottny war Heimlich im Mai sogar ein 4.000-Zeichen-Artikel wert.</span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="color: #000000">Dem Autor dieses Artikels schrieb Heimlich im Juli 2008 im Zusammenhang mit einem m&#246;glichen Bericht &#252;ber die damaligen <a href="http://www.oppong.eu/mediapool/65/653900/data/Frankfurter_Rundschau_WDR_Barmer_Ruesberg-Uhrig_ZDF.pdf" target="_blank">Verbandelungen zwischen dem WDR und der Barmer Ersatzkasse</a> im K&#246;lner Stadt-Anzeiger: </span><span style="color: #000000">„</span>Da wir  das &#8216;Hausblatt&#8217; des WDR sind, m&#252;ssen wir alles auf die Goldwaage legen<span style="color: #000000">“.</span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm">
<p style="margin-bottom: 0cm"><span style="color: #000000">Auf Anfrage nahm Heimlich zu einem Teil der Vorw&#252;rfe Stellung, </span><span style="color: #000000">teilte jedoch mit, dass seine Stellungnahme </span><span style="color: #000000">„nicht zur Ver&#246;ffentlichung bestimmt“ sei. Er d&#252;rfe sich </span><span style="color: #000000">„als Angeh&#246;riger des Verlages der Presse gegen&#252;ber nicht &#228;u&#223;ern, wenn damit interne Vorg&#228;nge tangiert sind. Also noch mal: Nur f&#252;r Ihr Verst&#228;ndnis und nicht zur Ver&#246;ffentlichung“</span><span style="color: #000000">. Lutz Feierabend, stellvertretender Chefredakteur des K&#246;lner Stadt-Anzeigers, teilte auf Anfrage mit: </span><span style="color: #000000">„</span>Der &#8216;K&#246;lner Stadt-Anzeiger&#8217; kommentiert regelm&#228;&#223;ig in sehr kritischer Weise die &#246;ffentlich-rechtlichen Sendeanstalten inklusive des WDR. Herr Heimlich ist neben anderen Autor dieser kritischen St&#252;cke. Ich arbeite mit Herrn Heimlich seit Jahren eng und vertrauensvoll zusammen und kenne ihn als seri&#246;sen, verantwortungsvollen Journalisten<span style="color: #000000">“.</span></p>
<div><span style="font-family: Arial"><span style="font-size: x-small"><span><br />
</span><span> </span></span></span></div>
<p><span style="color: #000000">Anmerkung: Der Autor dieses Artikel hatte als freier Journalist mehrfach Kontakt mit dem K&#246;lner Stadt-Anzeiger, als es darum ging, m&#246;glicherweise Artikel f&#252;r den Stadt-Anzeiger zu schreiben.</span></p>
<p><span style="color: #000000">Nachtrag vom 10. Oktober 2009: Der WDR hat am 8. Oktober auf eine Anfrage vom 28. September 2009 reagiert. Die volllst&#228;ndige Stellungnahme findet sich <a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/10/Stellungnahme-WDR-Heimlich.pdf">hier</a>.</span>
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