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	<title>CARTA &#187; Journalismus</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 24 May 2012 17:47:08 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Schei&#223; auf Unabh&#228;ngigkeit! &#220;ber die gro&#223;e Koalition aus Google, Piraten und Marketing</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 12:08:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eric Kubitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Urheber]]></category>

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		<description><![CDATA[Piraten, K&#252;nstler und Downloader streiten sich dar&#252;ber, ob Urheber ohne Urheberrecht leben k&#246;nnen – und sehen nicht, dass sie das schon lange tun. Denn wer ein Werk schafft, rechnet nur noch selten damit, f&#252;r seine kreative Leistung bezahlt zu werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als gelernter Journalist und bekannter Suchmaschinenoptimierer bin ich gern gesehener Autor von Fachmagazinen. Auf unserer <a href="http://www.contentmanufaktur.net/contentmanufaktur-unterwegs/">Agentur-Seite</a> dokumentieren wir seit einigen Monaten unsere Ver&#246;ffentlichungen in Offline- und Online-Medien. Darunter Technik-Magazine wie t3n und Screenguide – aber auch ulkige Formate wie das PDF-Format unternehmer.de.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Deal: Wie sich Fachmagazine und Autoren gerne einigen</em></strong></p>
<p>Wie geht das vor sich? Ich bekomme hin und wieder eine Anfrage f&#252;r einen Artikel. Grund daf&#252;r kann die Empfehlung eines Kollegen sein oder ein Chefredakteur hat in unserem Blog “seo-book.de” einen Artikel gelesen, der auch in sein Heftchen passt. Meist sage ich gerne zu und dann geht die redaktionelle Arbeit los. Manchmal muss ich nur den Blogbeitrag ein wenig umschreiben – aber h&#228;ufig geht es um richtige Arbeit wie Recherche, Strukturieren und Schreiben. Wohlgemerkt: Wir reden von den Redaktionen “richtiger” Zeitschriften mit “Copypreis” am Kiosk und Anzeigenpreislisten. Anscheinend unabh&#228;ngigen Redaktionen mit gutem Namen.</p>
<p>Beim ersten Mal hatte ich als ehemaliger freier Journalist nat&#252;rlich nach dem Honorar gefragt – was mit Ratlosigkeit beantwortet wurde. “Wir bezahlen unsere Autoren in der Regel nicht”, meinte der Chefredakteur. Ich habe mir dann einen Link rausgehandelt – der ist ja auch was wert. Die eigentliche W&#228;hrung aber ist: Aufmerksamkeit. Daf&#252;r, dass ich als Autor genannt werde, mache ich die redaktionelle Arbeit.</p>
<p>Warum tue ich mir das an? Nun, erstens bin ich eitel und freue mich &#252;ber solche Anfragen und dar&#252;ber, meinen Namen auf gedrucktem Papier zu lesen. Und zweitens verspreche ich mir davon einen Werbe-Effekt f&#252;r unsere <em>CONTENTmanufaktur</em>.</p>
<p><strong><em> </em></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Meins: Bloggen als Visitenkarte</em></strong></p>
<p>Aber auch ohne diese Fremdbeitr&#228;ge publiziere ich derzeit mehr, als ich es vor &#252;ber zehn Jahren als freier Journalist jemals h&#228;tte tun k&#246;nnen. Der Grund ist nat&#252;rlich die Bloggerei. Nicht auf <em>kubitz.net</em>, meinem privaten Blog mit nur stockendem Input, sondern auf <a href="http://www.seo-book.de/">SEO-Book</a>, unserem Alpha-Blog in der SEO-Szene. Dort schreiben wir unabh&#228;ngig, wir schreiben viel und zwar so, dass es dem Leser offenbar gef&#228;llt. Das jedenfalls legen Besucherzahlen, die Kommentare und <a href="http://www.kubitz.net/tag/social-media/">Social Media</a>-Reaktionen nahe. Auch dort haben wir Gastautoren – die meist einen gro&#223;artigen, aber unbezahlten Job machen.</p>
<p>&#220;brigens: Die Werbeeinnahmen belaufen sich auf wenige Euro pro Monat. Die Banner haben wir lediglich testweise im SEO-Book.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Wer braucht schon hauptberufliche Journalisten?</em></strong></p>
<p>Als Inhaber einer SEO-Agentur kann ich mir diese Ver&#246;ffentlicherei leisten. Erstens weil ich es als gelernter Journalist kann. Und zweitens, weil ich damit gar kein Geld verdienen MUSS. Meine Artikel, der Blog und die Auftritte auf Konferenzen sind einzig Marketing, das wir uns g&#246;nnen. Br&#228;uchte ich mehr Zeit f&#252;r die Artikel oder w&#228;re unser Fachbereich nicht so erkl&#228;rungsbed&#252;rftig wie die Suchmaschinenoptmierung, m&#252;ssten wir wohl Anzeigen schalten oder auf Messest&#228;nden stehen. So kann ich aber den Autoren raush&#228;ngen.</p>
<p>Ob die Leser Ihre Informationen lieber von einem hauptberuflichen Journalisten, als von dem Chef eine SEO-Agentur h&#228;tten, hinterfrage ich selten. Aber ich wundere mich manchmal, wer alles wo und mit welcher F&#228;rbung schreiben darf.</p>
<p>Nur selten wird reguliert: Bei einem Artikel &#252;ber SEO-Tools in einem gr&#246;&#223;eren Magazin beschwerte sich ein Anzeigenkunde, als ich ihm als Autor genannt wurde. Ich denke nicht, dass er meine Kompetenz anzweifelte – aber er monierte zu Recht, dass meine<em> CONTENTmanufaktur</em> einen Partnervertrag mit seiner Konkurrenz hat. Rein vertraglich war ich nicht unabh&#228;ngig. Wir konnten das dank der Hilfe eines unabh&#228;ngigen Dritten kl&#228;ren. Trotzdem: Es bleibt ein schaler Geschmack im Mund, wenn ein Anzeigenkunde f&#252;r die Unabh&#228;ngigkeit eines Fachmagazins sorgen muss. Oder?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Content-Marketing: Ich schenke dir Qualit&#228;t, du bezahlst mit Aufmerksamkeit</em></strong></p>
<p>Dieser Umgang mit redaktionellen Inhalten hat sogar schon einen guten Namen: Content-Marketing. So nennt man es, wenn gute Inhalte f&#252;r verschiedene Zielgruppen erstellt  und auch &#252;ber “traditionelle” Medien (und deren Webseiten) verteilt werden. V&#246;llig frei von Urheberrecht. Gerne werden noch tolle Fotos besorgt, die das Magazin kostenlos mitverwenden kann und keine Abmahnung von Getty f&#252;rchten muss. Das ist derzeit eine sehr moderne Strategie des Linkaufbaus: Der Content-Marketer wartet nicht, bis er von Chefredakteuren angerufen wird, sondern bietet ihnen gut recherchierte und ausf&#252;hrliche Inhalte an – in einer Qualit&#228;t, die die Redaktion niemals bezahlen k&#246;nnte. Daf&#252;r gibt es die Nennung der Quelle und einen Link. Selbstverst&#228;ndlich achten Redaktionen und Content-Marketer auch auf die Unabh&#228;ngigkeit der Informationen – so gut es halt geht.</p>
<p>Ein fairer Deal – wenn man davon ausgeht, dass das Publikum damit einverstanden ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Wirtschaftsnews aus der Redaktion der Deutschen Bank?</em></strong></p>
<p>Man sieht: Die Verlage sind gar nicht so einfallslos, wie man ihnen immer vorwirft. Zumindest die Fachpresse hat sich offenbar schon auf das Internet eingestellt und senkt so die Einkaufspreise f&#252;r ihren Inhalt. Es werden keine Journalisten mehr f&#252;r Artikel bezahlt, sondern Eigenmarketing-Fachleute bekommen eine B&#252;hne geboten.</p>
<p>Nun, das mag in technischen Themen sogar sehr gut funktionieren. Aber: Werden in Zukunft die Wirtschafts-Teile der Zeitungen von den Presseabteilungen von BASF und Deutsche Bank dominiert? Bewerten die Hersteller zuk&#252;nftig die Wirksamkeit von Di&#228;tpillen in Frauenmagazinen selbst? Kommt die Kinofilm-Rezension demn&#228;chst aus der Tastatur des Filmstudios?</p>
<p>Und was bedeutet das f&#252;r andere Medien? Werden wir demn&#228;chst in Videos pausenlos Product-Placement sehen (oder sehen wir das schon)? Stammen die wirklich reichweitenstarken Produktionen f&#252;r YouTube &amp; Co nicht jetzt schon aus den Marketing-Abteilungen cleverer Konzerne? Kommt irgendwann ein Musik-Titel tats&#228;chlich nur noch mit dem R&#252;ckenwind von Konfekt-Werbung in die Charts?</p>
<p>Noch k&#246;nnen wir uns auf viele klassische Medien verlassen. Noch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Ein Urheber kann auch in Zukunft Geld verdienen. Wenn er…</em></strong></p>
<p>Es funktioniert also, das Gesch&#228;ft mit dem Content. Teilweise viel besser, als es Piraten oder K&#252;nstler ahnen. Ich bef&#252;rchte aber, speziell die Piraten gestehen sich selbst nicht ein, dass sie mit ihrer Position weniger den Ins-Internet-Schreibern helfen als den Konzernen, die gerne mal ein paar tausend Euro springen lassen, um guten, genehmen Content zu verbreiten.</p>
<p>Inhalte produzieren werden in Zukunft nur noch:</p>
<ul>
<li><strong>Marketing-Piraten</strong>, die ihre Werke als Werbung f&#252;r ihre Firmen oder f&#252;r ihre Credibility erschaffen. Ihr Lohn ist die Aufmerksamkeit.</li>
<li><strong>Profi-K&#252;nstler</strong>, die von Unternehmen daf&#252;r beauftragt werden, im Sinne der Marke kreativ zu sein.</li>
<li><strong>Hobby-K&#252;nstler</strong>, die durch Ehe, Erbschaft oder sonstwie durchfinanziert sind und eigentlich nur das machen, wozu sie Spa&#223; haben.</li>
</ul>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Bei den einen macht man sich Sorgen um die Unabh&#228;ngigkeit und die Werbefreiheit ihrer Ergebnisse, und bei den anderen zweifelt man an Professionalit&#228;t bzw. Qualit&#228;t.</p>
<p>Der Musiker, der von seiner Musik leben m&#246;chte, wird es in Zukunft noch schwerer haben. Ebenso der Journalist, der seine Autorschaft nicht querfinanzieren kann oder der nicht reich verheiratet ist. Fotografen, die fr&#252;her f&#252;r professionelle Reisef&#252;hrer wie Marco Polo gearbeitet haben, sehen darin fast nur noch Bilder von Hobby-Fotografen, die dank toller Kameratechnik “gut genug” sind und deren Urheber stolz wie Bolle sind und die alle denkbaren Rechte f&#252;r den Abdruck honorarfrei verschenken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Und nun?</em></strong></p>
<p>Ich habe keine Idee, wohin uns das f&#252;hren wird. Wenn die Redaktionen als Kontrollinstanz f&#252;r Inhalte ausfallen, stehen m&#246;glicherweise irgendwann kritische Leser daf&#252;r bereit. Allerdings werden sie erst dann intervenieren, wenn sie erfahren, wie der tolle Artikel, den sie gerade gelesen haben, finanziert wurde. Aber vielleicht wird dann alles gut…</p>
<p>Was mich vor allem st&#246;rt, ist diese verschwommene Gro&#223;e Koalition aus starken Rechteverwertern wie Google, den planlosen Piraten und finanzstarken Marketing-Abteilungen, die irgendwann die einzigen sein werden, die noch aufw&#228;ndige Inhalte erstellen k&#246;nnen. Diese Koalition ist ein &#228;rgerliches Zukunftsmodell: Piraten w&#252;nschen sich freies Downloaden, die Marketing-Abteilungen liefern diese Downloads gerne und Google verdient mit der Auslieferung Geld.</p>
<p>Die Opposition dieser starken Koalition ist viel schlechter organisiert und teilweise nicht minder suspekt: Zwar verb&#252;nden sich nun K&#252;nstler wie Mario Adorf und Frank Sch&#228;tzing &#246;ffentlichkeitswirksam und stellen sich demonstrativ vor Gema und ihre Verlage. Aber das tun sie auch nur zum Eigenmarketing und auch erst, nachdem Sven Regener in einen Heldenstatus gepr&#252;gelt wurde und es nun schick ist, mit ihm auf einer Liste zu stehen.</p>
<p>Der gro&#223;en Masse der Urheber hilft das alles nichts. Schon gar nicht hilft  die Diskussion &#252;ber das Urheberrecht. Journalisten, Musiker und Schauspieler ohne dickes Bankkonto sollten sich schon jetzt einen anderen, gut bezahlten Job suchen und ihre Kunst fortan zum Hobby machen. Oder sie suchen nach einem Firmensponsor. Schei&#223; auf die Unabh&#228;ngigkeit!</p>
<p><em><a href="http://www.kubitz.net/internet/scheis-auf-unabhangigkeit-uber-die-grose-koalition-aus-google-piraten-und-den-marketing-abteilungen/">Crosspost</a></em>
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		<item>
		<title>Alle k&#228;mpfen um die gleichen 24 Stunden</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 09:56:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Thesen]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Meinungen zur Zukunft des Journalismus gibt es wie Sand am Meer. Die 15 Thesen von Constantin Seibt sind aber besonders sch&#246;n formuliert. Halt mit Stil!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Schweizer Journalist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Constantin_Seibt">Constantin Seibt</a> hat auf seinem gerade eben gegr&#252;ndeten <a href="http://blog.tagesanzeiger.ch/deadline/index.php/36/15-thesen-zum-journalismus-im-21-jahrhundert/">Blog</a> beim Z&#252;rcher <em>Tages-Anzeiger</em> noch einmal zusammengefasst, was l&#228;ngst keine Neuigkeit mehr ist. Die Zeiten f&#252;r Journalisten sind h&#228;rter geworden.</p>
<p>Die vielleicht wichtigste These von Seibt ist die zehnte, denn sie entspricht den Neigungen des Autors:</p>
<blockquote><p>„Stil ist eines der letzten Tabus und eine der gro&#223;en unerschlossenen Ressourcen im Journalismus. Dabei ist der Ton einer Geschichte die H&#228;lfte der Botschaft – und der Ton der Mehrheit aller Zeitungsstorys ist gleich. Und hinterl&#228;sst den gleichen monochromen Eindruck – egal, was und wor&#252;ber der Journalist gerade schreibt. (Es l&#228;uft mit den Inhalten dieser Artikel dann sehr &#228;hnlich wie der Witz mit dem Haarschneidehelm, wo man dessen Erfinder fragte: «Aber sind die K&#246;pfe nicht verschieden gro&#223;?» Worauf dieser antwortete: «Ja, aber nur beim ersten Mal.»)“</p></blockquote>
<p>Die Handschrift des Autors, so Seibt, sei k&#252;nftig entscheidend. Noch entscheidender sei die Lust der Leser, &#252;berhaupt zu lesen. Am entscheidendsten aber (schlechter Stil!) sei die uns allen zur Verf&#252;gung stehende Aufmerksamkeitsspanne, die t&#228;glich h&#246;chstens 24 Stunden w&#228;hrt, weshalb alle Medien wie die Wahnsinnigen darum k&#228;mpfen.</p>
<p><em><a href="http://carta.info/12482/die-rueckkehr-des-autorenjournalismus/">Siehe auch: Die R&#252;ckkehr des Autorenjournalismus</a></em>
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<a href="http://carta.info/43355/alle-kampfen-um-die-gleichen-24-stunden/">Alle k&#228;mpfen um die gleichen 24 Stunden</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/43355/alle-kampfen-um-die-gleichen-24-stunden/#comments">No comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43355&amp;md5=df0a618818a57ed584fe600d19da1317" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Ab vor die H&#252;tte!</title>
		<link>http://carta.info/42949/ab-vor-die-hutte/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 16:03:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai Schächtele</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kostenlos-Kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[Stamm Nimm]]></category>
		<category><![CDATA[Urheber]]></category>
		<category><![CDATA[Verträge]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Auseinandersetzung zwischen Urhebern und Netznutzern ist voll entbrannt. Doch auch innerhalb der Urheberfraktion gibt es gewaltige Differenzen. Hier meine Antwort auf den Offenen Brief von Geo-Chefredakteur Peter-Matthias Gaede "an die Freunde des gepflegten Mitessertums". ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fangen wir mit einem kleinen R&#228;tsel an. Woraus stammt der folgende Satz: „Die &#196;lteren sitzen in ihren H&#252;tten und wollen, dass die Dinge so bleiben, wie sie waren. Diejenigen, die die Ver&#228;nderungen akzeptieren, packen die Gelegenheit bei den H&#246;rnern und machen etwas daraus.“</p>
<p>Antwort A: aus der aktuellen Urheberrechtsdebatte?</p>
<p>Antwort B: aus einem Interview dar&#252;ber, welchen Einfluss die Verbreitung von Handys auf den Preis von Ziegen in Afrika hat?</p>
<p>Die L&#246;sung lautet: Antwort B.</p>
<p>Gleichwohl hat man im Moment den Eindruck, dass es so manchem auch in der aktuellen Diskussion um ein neues Urheberrecht, die vermeintliche Kostenlos-Kultur und das b&#246;se Internet schwer f&#228;llt, sich aus seiner H&#252;tte zu wagen.</p>
<p>Da ver&#246;ffentlichen 51 <em>Tatort</em>-Autoren <a href="http://www.drehbuchautoren.de/nachrichten/2012/03/offener-brief-von-51-tatort-autoren-0">einen Brief</a>, in dem sie einerseits beklagen, dass die „selbsternannten digital natives (&#8230;) nie direkt mit den betroffenen Urhebern gesprochen haben“. Andererseits tun sie in ihrem Schreiben alles daf&#252;r, dass das auch in Zukunft nicht geschehen wird.</p>
<p>Da weisen zu Ostern „100 Schriftsteller, S&#228;nger, K&#252;nstler, Softwareentwickler und Unternehmer“ <em><a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/mein-kopf-gehoert-mir-ueber-160-statements-zum-urheberrecht/6484234.html">im Handelsblatt</a></em> darauf hin, dass ihr Kopf ihnen geh&#246;rt. Andererseits lassen sie unerw&#228;hnt, dass unter ihnen einige sind, die in ihrer Unternehmenspolitik regelm&#228;&#223;ig dokumentieren, dass ihnen nach ihrer festen &#220;berzeugung auch die K&#246;pfe ihrer Kreativen geh&#246;ren.</p>
<p>Und da kn&#246;pft sich GEO-Chefredakteur Peter Matthias Gaede in einem gewohnt kernigen <a href="http://meedia.de/print/an-die-freunde-gepflegten-mitessertums/2012/04/17.html">Beitrag</a> die Angeh&#246;rigen des „Stammes Nimm“ vor. Er argumentiert, dass der Druck auf uns Journalisten immer gr&#246;&#223;er w&#252;rde, je schwieriger es f&#252;r die Bezahlmedien werde, profitabel zu wirtschaften. Und er schreibt: „Ich war ein bisschen unterwegs in der Welt als Reporter – und habe, null &#220;berraschung, keinen der Propagandisten des kostenlosen Selbstbedienungszugangs zu den Leistungen anderer je dort getroffen. Nicht im Irak, nicht in russischen Gef&#228;ngnissen, nicht bei kolumbianischen Naturkatastrophenopfern.“</p>
<p>Ich war in den vergangenen Jahren auch ein bisschen unterwegs. Nicht in russischen Gef&#228;ngnissen, sondern in deutschen Verlagsh&#228;usern. Was ich von diesen Expeditionen im Namen des Stammes <em>Freischreiber</em> mit nach Hause gebracht habe, ist vor allem die Erkenntnis, dass es die heilige Allianz von Urhebern und Unternehmern, von Kreativen und den Verwertern schon lange nicht mehr gibt.</p>
<p>Es ist ein immer wieder gern bem&#252;hter Mythos, dass es den Urhebern nur dann gut geht, wenn es auch den Verwertern gut geht. Halleluja, von welcher Zeit sprechen wir? Mitte der Siebziger? Die Wahrheit ist: Die Bedingungen, unter denen die Kreativen in Deutschland arbeiten, sind von der Prosperit&#228;t der Unternehmen, die mit dieser Arbeit Geld zu erl&#246;sen versuchen, weitgehend entkoppelt.</p>
<p>Derselbe Verlag, der Anfang M&#228;rz das n&#228;chste <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/gutes-online-geschaeft-springer-schliesst-2011-mit-rekordergebnis-ab/6296586.html">Rekordergebnis</a> verk&#252;ndet hat, behandelt seine Journalisten so miserabel, dass man es kaum noch Beruf nennen kann, wenn man f&#252;r eines seiner Bl&#228;tter arbeitet. Jedenfalls, wenn man unter Beruf eine T&#228;tigkeit versteht, von der man ein Leben und eine Leidenschaft unterhalten m&#246;chte. Spricht man Vertreter dieses Verlags auf die Situation ihrer eigenen Freien an, argumentieren sie mit den Gesetzen des Marktes, der den richtigen Preis schon von selbst ermittelt. Oder mit dem Verweis auf den Aktienkurs, den man im Auge behalten muss. Insgeheim aber wissen sie genau: Sie behandeln ihre Freien nicht schlecht, weil sie m&#252;ssen. Sondern weil sie <em>k&#246;nnen</em>. Denn es gibt immer jemanden, der auch noch die miserabelsten Bedingungen zu akzeptieren bereit ist, warum auch immer.</p>
<p>Branchenweit sind inzwischen Vertr&#228;ge &#252;blich, bei denen Verlage sich s&#228;mtliche Rechte ihrer Autoren sichern. Der Fachbegriff daf&#252;r: Total-Buy-Out. Ein treffenderes Wort w&#228;re Total-Freak-Out, so z&#252;gellos sind sie gestaltet. Autoren werden darin gezwungen, den Verlagen allumfassende Freiheit zu gew&#228;hren, aus ihrer Arbeit Geld zu machen. Ein Rechtsvertreter der erw&#228;hnten 100-K&#246;pfe-Zeitung begr&#252;ndete das mir gegen&#252;ber mal mit der Notwendigkeit, den Handlungsspielraum f&#252;r die Zukunft zu sichern. Der Handlungsspielraum der Autoren scheint keine gro&#223;e Rolle zu spielen. Die Email, dass man leider nicht mehr f&#252;r den Verlag arbeiten d&#252;rfe, solange man einen solchen Vertrag nicht akzeptiere, scheint auf vielen Verlagscomputern jedenfalls als Standard-Vorlage eingerichtet zu sein.</p>
<p>Es mag noch die Flaggschiffe im deutschen Journalismus wie GEO geben, die ihre Autoren trotzdem ordentlich bezahlen und Recherchen finanzieren, bei denen zu Beginn noch nicht feststeht, wie lange sie dauern und was am Ende herauskommt. Das sind aber inzwischen die Ausnahmen, und das hat nur noch wenig mit den jeweiligen Unternehmensergebnissen zu tun. Am anderen Ende des Vorstellbaren habe ich auch schon die Frage geh&#246;rt, ob ich bei der Person, die ich portr&#228;tieren sollte, nicht auch gleich &#252;bernachten k&#246;nne.</p>
<p>Anfang des Jahres sa&#223; Helmut Heinen in einer Sitzung des Kultur- und Medienausschusses des Deutschen Bundestags. Auf der Tagesordnung stand die <a href="http://freischreiber.de/home/wenn-wir-%C3%BCber-qualit%C3%A4tsjournalismus-reden-m%C3%BCssen-wir-aus-sicht-der-freien-journalisten-%C3%BCber-gel">„Zukunft des Qualit&#228;tsjournalismus“</a>. Heinen kann dazu Stellung nehmen, er ist der Pr&#228;sident des <em>Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger</em>. Und er tat das, indem er einen aufschlussreichen Satz sagte: „Wir haben als Unternehmen nat&#252;rlich das Ziel, guten Journalismus zu g&#252;nstigen Kosten einzukaufen.“ Diese Haltung ist ihm nicht vorzuwerfen. Man kann sie als Ausdruck vern&#252;nftigen unternehmerischen Handelns begreifen. Dass der Verlauf des Aktienkurses wichtiger ist als die Zufriedenheitskurve der Mitarbeiter, ist keine exklusive Handlungsmaxime der deutschen Unternehmer. Aber dann m&#246;gen die Verlage bittesch&#246;n nicht so tun, als w&#228;ren sie die einzigen G&#228;rtner, in deren G&#228;rten auch in Zukunft bl&#252;hende Kulturlandschaften wachsen. Die J&#252;ngeren werden viele der digitalen M&#246;glichkeiten, die sich ihnen gerade auftun, bei den H&#246;rnern packen und etwas daraus machen.</p>
<p>Es stimmt schon: Auch in Zukunft werden Urheber noch auf Unternehmer angewiesen sein. Es stimmt aber auch: Ohne motivierte Urheber, die noch dazu die Marotte haben, von ihrer Arbeit leben zu wollen, haben Unternehmer nichts zum unternehmen. Ich schreibe selbst gern noch regelm&#228;&#223;ig f&#252;r Magazine. Aber das liegt einzig an den Redakteuren, mit denen ich zu tun habe und mit denen ich auf Augenh&#246;he zusammenarbeiten kann, nicht an den Verlagen. Mit denen wird eine Zusammenarbeit zunehmend zur Farce.</p>
<p>Je l&#228;nger sie in der &#214;ffentlichkeit so tun, als g&#228;be es eine Einigkeit mit ihren Urhebern, die sie dann hinter den Kulissen nach allen Regeln der Kunst untergraben, umso mehr Kreative werden fr&#252;her oder sp&#228;ter verloren gehen. Sie werden sich ihre eigenen Nischen suchen. Und sie werden sie finden - wenn auch nicht unbedingt in russischen Gef&#228;ngnissen.</p>
<p><em><a href=" http://www.freyundschaechtele.com/">Kai Sch&#228;chtele</a> arbeitet als Autor und Journalist in Berlin. </em><em>Zwischen November 2008 und Anfang 2012 war er Gr&#252;ndungsvorsitzender des Berufsverbands Freischreiber e.V. </em></p>
<p>&nbsp;
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		<title>ZAPP gewinnt</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Apr 2012 16:03:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[FES]]></category>
		<category><![CDATA[Innovationen]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Macromedia]]></category>
		<category><![CDATA[Studie]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern Abend stellten die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Hamburger Macromedia Hochschule ihren „Innovationsreport Journalismus“ vor. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf neun bunten Podiumsw&#252;rfeln sa&#223;en acht Medienschaffende und beantworteten die Fragen des Diskussionsleiters <del>Frank Plasberg</del> Stephan Weichert zum Dauer-Thema „Der neue Journalismus: Wie das Internet einen Beruf revolutioniert“.</p>
<p>Um die &#220;berraschung des Abends vorwegzunehmen: Das Internet revolutioniert zwar permanent den Journalisten-Beruf, aber die Tr&#228;ger dieses Berufs sind dann doch eher <del>tr&#228;ge</del> sicherheitsorientiert. Am Ende der Veranstaltung, als Stephan Weichert die Diskutanten fragte, mit welchem der Anwesenden sie am liebsten zusammenarbeiten w&#252;rden – nannten die meisten den Redaktionsleiter des gut ausgestatteten &#246;ffentlich-rechtlichen Medienmagazins <em><a href="http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/index.html">ZAPP</a></em>.</p>
<p>F&#252;r ihren 260-seitigen Report (mit vielen interessanten Statements) hatten Stephan Weichert und Leif Kramp im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung 1115 Praktiker und Medien-Experten angeschrieben, 201 hatten den ausf&#252;hrlichen Fragebogen beantwortet. Das Internet, so die Autoren in ihrem Res&#252;mee, werde nicht mehr grunds&#228;tzlich als b&#246;se gewertet, die Chancen gerieten mehr und mehr in den Blick.</p>
<p>Hier im Schnelldurchgang die wichtigsten Ergebnisse der Studie:</p>
<ol>
<li>Es herrscht in den Redaktionen mehr Experimentierlaune als noch vor 5 Jahren</li>
<li>Print und Online liegen demn&#228;chst gleichauf</li>
<li>Kompetenz und Dialogf&#228;higkeit werden im Medien&#252;berangebot immer wichtiger</li>
<li>Noch stellen die Verlage f&#252;r Online zu wenig Risikokapital bereit</li>
<li>Der Onlinejournalismus ist die Innovations-Lokomotive im Journalismus</li>
<li>Es gibt zu wenig Zielgruppenforschung</li>
<li>Der deutsche Journalismus hinkt dem angels&#228;chsischen um 5 bis 10 Jahre hinterher</li>
<li>Chefredakteure m&#252;ssen mehr digitale Spielpl&#228;tze schaffen und ihre Mitarbeiter st&#228;rker motivieren</li>
<li>Die meisten Online-Investitionen sind unstet. Es gibt von oben zu viel H&#252;- und Hott-Vorgaben</li>
<li>Das &#246;ffentlich-rechtliche System hat derzeit die besten Karten – f&#246;rdert selbst aber zu wenig Innovationen</li>
<li>Die Querfinanzierungen nehmen zu. Tierfutterverkauf sichert Journalismus</li>
<li>Staatliche F&#246;rderinitiativen konzentrieren sich zu sehr auf Print</li>
<li>Crowdfunding k&#246;nnte ein Gesch&#228;ftsmodell sein</li>
<li>Der Staat soll nur gute Rahmenbedingungen schaffen und sich ansonsten raushalten</li>
<li>Medienhochschulen k&#246;nnten die eigentlichen Innovationszentren werden</li>
</ol>
<p>Letzteres ist sicher pro domo gesprochen. Der umtriebige Gastgeber der Veranstaltung, Stephan Weichert, stellvertretender Studiengangleiter Journalistik an der Macromedia Hochschule, macht es mit seinen zahlreichen Aktivit&#228;ten gerade vor.</p>
<p>Mit Abstand lustigster Gast des Abends war f&#252;r die Zuh&#246;rer der Chefredakteur des <em>Hamburger Abendblatts</em>, Lars Haider, der den Zuh&#246;rern ein wenig Einblick in das ambitionierte <em>Abendblatt</em>-Projekt „Lokalst-Journalismus“ gab. Dabei durchk&#228;mmen Lokalreporter mit Rucks&#228;cken und Live-Kameras ihren jeweiligen Kiez und berichten &#252;ber alles, was nicht bei drei auf den B&#228;umen ist. Eines Tages k&#246;nnten die Nutzer dann auf ihren Smartphones sehen, was sich gerade im Umkreis von zehn, 50 oder 100 Metern abspielt.</p>
<p>Falls man das &#252;berhaupt wissen m&#246;chte&#8230;</p>
<p><em>Den Innovationsreport Journalismus gibt es als <a href="http://library.fes.de/pdf-files/akademie/08984.pdf">pdf-Download</a> bei der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und beim Onlineportal <a href="http://www.vocer.org/de/artikel/do/detail/id/155/journalismus-unter-digitalen-vorzeichen---15-thesen.html">Vocer</a> sowie gedruckt &#252;ber Indira Kr&#246;mer von der FES: <a href="mailto:indira.kroemer@fes.de">indira.kroemer@fes.de</a></em></p>
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		<title>Liebe Blogger, wer publizieren will, der muss auch den Druck aushalten</title>
		<link>http://carta.info/42662/liebe-blogger-wer-publizieren-will-der-muss-auch-den-druck-aushalten/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Apr 2012 12:03:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Stadler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[blogger]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Laienprivileg]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Frage, ob Blogger Journalisten gleichgestellt werden sollten, beantwortet der Blogger Mike Frison mit einem klaren Nein. Er hatte einen Zeitungsartikel aus seinem Forum entfernt und sollte dennoch eine Unterlassungserkl&#228;rung abgeben. Nun will er sein Recht, als Laie behandelt zu werden, vor dem Bundesverfassungsgericht durchsetzen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="storycontent">
<p>Blogger sollen sich nicht so anstellen, sagt der Kollege David Ziegelmayer <a href="http://www.lto.de/recht/hintergruende/h/blogger-und-die-pflicht-zur-wahrheit-loeschen-kostet-nur-den-stolz/" target="_blank">in einem Beitrag f&#252;r die LTO</a> sinngem&#228;&#223; und meint, dass Blogger keine Narrenfreiheit h&#228;tten und dass derjenige, der publizieren will, den Abmahndruck, der auf ihm lastet, schlicht ertragen muss. Blogger m&#252;ssen laut Ziegelmayer, wie Presseunternehmen auch, mit dem Druck berechtigter und unberechtigter &#228;u&#223;erungsrechtlicher Anspr&#252;che leben lernen.</p>
<p>Ziegelmayer erl&#228;utert seine Thesen am Beispiel des Forenbetreibers Mike Frison, <a href="http://www.internet-law.de/2011/05/betreiber-des-n-forums-unterliegt-beim-landgericht-koln.html" target="_blank">der f&#252;r sich das sog. Laienprivileg in Anspuch nimmt </a>und diesbez&#252;glich auch Verfassungsbeschwerde erhoben hat. Die Verfassungsbeschwerde von Frison mag unzul&#228;ssig sein, die generelle Frage, ob ein Blogger wie ein Presseunternehmen haftet oder nicht, bleibt dennoch relevant.</p>
<p>Es geht m.E. aber hier nicht nur um die Frage nach dem Laienprivileg, sondern gerade auch darum, wie man die sog. Verbreiterhaftung fasst und definiert. BGH und Bundesverfassungsgericht differenzieren in ihrer Rechtsprechung zwischen der Verbreiterhaftung einerseits und dem Zueigenmachen fremder Meinungen und Tatsachen andererseits. Wenn die Presse fremden &#196;u&#223;erungen – selbst z.B. im Rahmen eines Interviews – nur verbreitet, dann f&#252;hrt das nicht per se zu einer Haftung. Nach der Rechtsprechung des BVerfG und des BGH muss das Presseorgan vielmehr zus&#228;tzlich Sorgfaltspflichten verletzt haben, wobei die Anforderungen insoweit nicht &#252;berspannt werden d&#252;rfen, um den vom Grundgesetz gesch&#252;tzten freien Kommunikationsprozess nicht einzuschn&#252;ren. Die Auferlegung uneingeschr&#228;nkter Sorgfaltspflichten lehnt das BVerfG expressis verbis ab. In einer <a href="http://www.bverfg.de/entscheidungen/rk20090625_1bvr013403.html" target="_blank">neueren Entscheidung</a> des BVerfG hei&#223;t es w&#246;rtlich:</p>
<blockquote><p>Dabei ist die Presse in weiterem Umfang als Private gehalten, Nachrichten und Behauptungen vor ihrer Weitergabe auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu &#252;berpr&#252;fen (vgl.<a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Presserecht/178-BVerfG-Az-1-BvR-957-SchmidtSpiegel.html">BVerfGE 12, 113</a> &lt;130&gt;; 85, 1 &lt;22&gt;; BVerfG, Beschluss vom 26. August 2003 – <a title="BVerfG, 26.08.2003 - 1 BvR 2243/02: Zu den Sorgfaltsanforderungen f&#252;r Presseagenturen" href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20BvR%202243/02" target="_blank">1 BvR 2243/02</a> – <a title="BVerfG, 26.08.2003 - 1 BvR 2243/02: Zu den Sorgfaltsanforderungen f&#252;r Presseagenturen" href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202004,%20S.%20589" target="_blank">NJW 2004, S. 589</a> &lt;590&gt;). Daraus folgt indes nicht, dass der Presse solche Sorgfaltspflichten uneingeschr&#228;nkt abverlangt werden d&#252;rfen. Vielmehr sind die Fachgerichte gehalten, auch bei der Bemessung der Sorgfaltspflichten, die der Presse bei Verbreitung einer fremden &#196;u&#223;erung abzuverlangen sind, die Wahrheitspflicht nicht zu &#252;berspannen, um den von <a title="Art. 5 GG" href="http://dejure.org/gesetze/GG/5.html" target="_blank">Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG</a> gesch&#252;tzten freien Kommunikationsprozess nicht einzuschn&#252;ren (vgl. BVerfG, Beschluss vom 26. August 2003 – <a title="BVerfG, 26.08.2003 - 1 BvR 2243/02: Zu den Sorgfaltsanforderungen f&#252;r Presseagenturen" href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20BvR%202243/02" target="_blank">1 BvR 2243/02</a> – <a title="BVerfG, 26.08.2003 - 1 BvR 2243/02: Zu den Sorgfaltsanforderungen f&#252;r Presseagenturen" href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=NJW%202004,%20S.%20589" target="_blank">NJW 2004, S. 589</a>).</p></blockquote>
<p>Sowohl das Bundesverfassungsgericht als auch der BGH haben damit in sehr eindeutiger Art und Weise zum Ausdruck gebracht, dass auch in den F&#228;llen einer (intellektuellen) Verbreitung fremder Meinungen und Tatsachen gerade keine uneingeschr&#228;nkte Haftung des Verbreitenden besteht. Zudem hat das Verfassungsgericht deutlich gemacht, dass die Haftung Privater weniger weit reicht als die der Presse.</p>
<p>Die spannende Frage ist also zun&#228;chst die, ob ein Blogger als Privater betrachtet werden muss oder doch als Presseorgan. Dann m&#252;sste er konsequenterweise aber auch s&#228;mtliche Presseprivilegien genie&#223;en, die das Recht vorsieht. Ich tendiere dazu, zumindest den nicht kommerziellen Bloggern und Forenbetreibern nicht dieselben Sorgfaltspflichten aufzuerlegen wie der Presse.</p>
<p>Selbst f&#252;r die Presse gilt aber nach der Rechtsprechung des BVerfG und des BGH, dass die Fachgerichte gehalten sind, bei der Bemessung der Sorgfaltspflichten, die bei der Verbreitung einer fremden &#196;u&#223;erung auferlegt werden, die Anforderungen an die Wahrheitspflicht nicht zu &#252;berspannen.</p>
<p>Die Instanzgerichte – speziell die in Hamburg und K&#246;ln – sind allerdings nicht ann&#228;hernd so meinungsfreundlich wie es die Rechtsprechung aus Karlsruhe vorgibt. Das f&#252;hrt immer wieder dazu, dass Gerichte zur Unterlassung von Verhaltensweisen verurteilen, die manchmal mehr, manchmal weniger eindeutig zul&#228;ssig sind.</p>
<p>In zwei Punkten m&#246;chte ich dem Beitrag Ziegelmayers au&#223;erdem widersprechen. Die Abgabe einer einfachen – also nicht strafbewehrten – Unterlassungserkl&#228;rung beseitigt auch bei Forenbetreibern zumindest nach Ansicht einiger Gerichte die sog. Wiederholungsgefahr gerade nicht. Solange man keine strafbewehrte Unterlassungserkl&#228;ung abgegeben hat, besteht also weiterhin die Gefahr einer einstweiligen Verf&#252;gung oder Unterlassungsklage.</p>
<p>Und auch die Ansicht, das L&#246;schen bestimmter Eintr&#228;ge w&#252;rde nur den Stolz kosten, vermag ich nicht zu teilen. Sobald unter den Bloggern eine allgemeine Stimmung dergestalt herrscht, dass man aus Angst vor erheblichen Kosten im Zweifel l&#246;scht, verschwinden auf diesem Weg eine ganze Menge an zul&#228;ssigen Inhalten aus dem Netz. Und dieses Ergebnis f&#252;hrt dazu, dass der von <a title="Art. 5 GG" href="http://dejure.org/gesetze/GG/5.html">Art. 5 GG</a> gesch&#252;tzte Kommunikationsprozess eingeschn&#252;rt wird und damit genau zu den “Chilling Effects”, die nach der Rechtsprechung des BVerfG und des BGH zu vermeiden sind.</p>
</div>
<p><em>Crossposting von <a href="http://www.internet-law.de/2012/04/liebe-blogger-wer-publizieren-will-der-muss-auch-den-druck-aushalten.html">Internet Law</a></em>
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		<title>In Blogs geht&#8217;s doch drunter und dr&#252;ber!</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Mar 2012 11:09:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[And now for something completely different: Ronnie Grob hat f&#252;r die Schweizer Medienwoche den langj&#228;hrigen Leiter des Feuilletons der Neuen Z&#252;rcher Zeitung, Martin Meyer, interviewt. Bewundernswert an Meyer ist nicht nur dessen unverr&#252;ckbare Haltung zur wert- und gehaltvollen Kulturberichterstattung, sondern auch sein stiller Humor, etwa, wenn er zu verstehen gibt, dass die Texte im NZZ-Feuilleton schon seit Jahren nicht mehr in Stein gemei&#223;elt werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die gedruckte <em>NZZ</em> hat ein Alleinstellungsmerkmal. Sie steht allein auf weiter Flur. Und sie steht dort gern und unverr&#252;ckbar. Als Solit&#228;r. Martin Meyer, seit 38 Jahren im Feuilleton der <em>NZZ</em> (und seit 20 Jahren dessen Leiter), sorgt mit Umsicht und stillem Humor daf&#252;r, dass nichts ins ehrenwerte Blatt kommt, was dort nichts zu suchen hat. Anders als seine deutschen Kollegen, die sich gern in tagespolitische Debatten verstricken, sieht Meyer in der seri&#246;sen Kulturberichterstattung vor allem die Aufgabe, das Dauerhafte vom Firlefanz zu trennen. Er w&#252;rde sich deshalb eher mit den Texten der alten Sumerer besch&#228;ftigen als mit den Summen heutiger Ehrens&#246;ldner.</p>
<p>Apropos Ehrens&#246;ldner. Zwei Aussagen in diesem <a href="http://medienwoche.ch/2012/02/28/im-hort-der-hochkultur/">wirklich lesenswerten Interview</a> stechen heraus. Die erste befasst sich mit dem Ph&#228;nomen des Ehrenjournalismus, der sich in Qualit&#228;tsmedien immer weiter auszubreiten scheint. Ehrenjournalismus hei&#223;t: Journalisten sollten ihren Beruf doch endlich als Liebhaberei begreifen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<blockquote><p><strong><em>Sie sagten mal, es sei eine Ehre, f&#252;r die NZZ zu schreiben, auf das Honorar komme es nicht an (<a href="http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=84275">2009</a>). K&#246;nnen Sie sich vorstellen, dass das ein Affront ist f&#252;r einen Journalisten, der versucht, sein Geld auf dem freien Markt zu verdienen?</em></strong></p>
<p><em>Ich versuche zu erkl&#228;ren, was ich damit – &#252;brigens ohne jede Provokation gegen&#252;ber freien Journalisten – gemeint habe, da es zu Missverst&#228;ndnissen Anlass gab. Feuilleton-Berichterstattung ist sehr aufw&#228;ndig. Wenn Sie ein Buch besprechen m&#252;ssen, sagen wir: von 500, 1000 oder sogar 1700 Seiten wie das neue von Péter Nádas, dann m&#252;ssen Sie sich &#252;berlegen, wie lange sie brauchen, um das zu lesen. Sie kommen auf eine Woche, vielleicht zwei. Dann erstellen Sie sich ein Schreibkonzept f&#252;r die Rezension, schreiben den Text, polieren und redigieren ihn. Am Schluss haben Sie sicher einen halben Monat investiert. Auch wenn Sie den Stundenlohn einer Putzfrau einsetzen, kommen Sie auf eine Summe, die wir nie zahlen k&#246;nnten, weil wir unter Umst&#228;nden drei, vier, f&#252;nf solche Rezensionen t&#228;glich im Blatt haben. Darum sind wir auf Idealisten angewiesen, die sich das leisten k&#246;nnen und wollen, und das sind eigentlich sehr viele, die f&#252;r uns schreiben. Ohne diese Schar von freien Mitarbeitern, die bereit sind, auf eine normale Entl&#246;hnung zu verzichten, k&#246;nnten wir unser Feuilleton gar nicht machen. Ergo: Diese Art von Feuilleton wird mindestens teilweise von unseren freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern subventioniert. Ich kann und darf deshalb erg&#228;nzen: Es ist uns eine Ehre, dass diese Kolleginnen und Kollegen f&#252;r uns t&#228;tig werden.</em></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die zweite interessante Bemerkung betrifft Meyers Einsch&#228;tzung des Bloggens, das er f&#252;r das glatte Gegenteil des <em>NZZ</em>-Feuilletons h&#228;lt:</p>
<p><strong> </strong></p>
<blockquote><p><strong><em>Ist das Schreiben im Feuilleton eigentlich mit dem Bloggen verwandt? Beides ist doch nicht so streng in Textformen gepresst und l&#228;sst auch mal Gedankenexperimente zu…</em></strong><em> </em></p>
<p><em>Wenn ich sehe, mit welchen sprachlichen Mitteln gebloggt wird, dann machen wir eigentlich das pure Gegenteil. Wir machen Gedankenkonzentration, wir versuchen, gut und konsistent zu argumentieren und das in eine Sprache zu fassen, die den Regeln der Grammatik und des Stils gen&#252;gt. Wenn Sie die meisten Blogs anschauen, dann geht es dort sprachlich und h&#228;ufig auch gedanklich drunter und dr&#252;ber. Warum? Weil das schnelle Medium dazu einl&#228;dt. Weil es aber heute so viele Ablenkungsm&#246;glichkeiten gibt, ist es eine Kunst, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Schwierigkeit liegt darin, bei enormem Angebot das herauszufiltern, was einen selbst weiterbringt. Anders gesagt: Dass man nicht zuletzt einen unendlich gro&#223;en Legokasten mit vielen halbangefangenen Modellen am Boden herumstehen hat, &#252;ber die man stolpert – ab und zu bricht etwas zusammen, aber einen von A bis Z durchgestalteten Prozess gibt es kaum mehr. Das hei&#223;t: F&#252;r die Kreativit&#228;t ist es eher schwieriger geworden, weil man sich disziplinieren muss. </em></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Sch&#246;ne an diesem <a href="http://medienwoche.ch/2012/02/28/im-hort-der-hochkultur/">unaufgeregten Interview</a> ist, dass hier zwei Generationen aufeinandertreffen, die (vermutlich) v&#246;llig kontr&#228;re Meinungen vertreten, die einander aber doch aufmerksam zuh&#246;ren und ihr jeweiliges So-Sein respektieren. Ja, die Schweiz!
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		<title>Sch&#246;ner debattieren? Vocer und Diskurs@Deutschlandradio</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 07:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gleich zwei neue Debattenportale zum Medienwandel und der Digitalisierung unserer Gesellschaft sind in diesen Tagen online gegangen: Zun&#228;chst Vocer, getragen vom Verein f&#252;r Medien- und Journalismuskritik, und in dieser Woche nun Diskurs@Deutschlandfunk, ein Angebot von Deutschlandradio.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Jahren noch w&#228;re das ein Grund zum Jubeln gewesen: Gleich zwei neue Online-Portale in Deutschland, die sich inhaltlich dem Medienwandel widmen wollen. Aber heute? Im Jahr 13 seit dem Cluetrain-Manifest stellt sich eher die Frage, woher die neuen Anlaufstellen auf Dauer ihr Publikum nehmen wollen, denn an Diskussionen &#252;ber alle nur denkbaren Facetten der Digitalisierung und der damit verbundenen Umbr&#252;che im Mediensektor herrscht eigentlich kein Mangel. Mit dieser Feststellung soll aber noch kein Urteil verbunden sein. Vielleicht schaffen es die neuen Portale ja, sich mit guten Beitr&#228;gen und interessanten Diskussionen Marktanteile am Meinungsmarkt zu erobern.</p>
<p>Dabei setzt <strong><a href="http://www.vocer.org/de/home.html" target="_blank">Vocer</a></strong>, das sich ausschlie&#223;lich &#252;ber Stiftungsgelder und Spenden finanzieren m&#246;chte, st&#228;rker auf das geschriebene Wort, w&#228;hrend <strong><a href="http://diskurs.dradio.de/" target="_blank">Diskurs</a></strong> seinen Start deutlich mit Videos akzentuiert. Ob das eine Frage des Geldes ist? Das von Deutschlandradio getragene Portal hat m&#246;glicherweise das gr&#246;&#223;ere Budget zur Verf&#252;gung, was aber nicht zwangsl&#228;ufig auch R&#252;ckschl&#252;sse auf die Qualit&#228;t der Beitr&#228;ge zul&#228;sst. Jetzt am Beginn beider Projekte l&#228;sst sich dazu ohnehin noch nicht viel sagen, au&#223;er vielleicht dass beide Angebote derzeit wenig Originelles, daf&#252;r umso mehr Déjà-vu-Erlebnisse bieten: Vieles konnte man in &#228;hnlicher Form in den letzten Jahren schon anderswo lesen bzw. sehen.</p>
<p>Problematisch und zugleich symptomatisch ist bei beiden Plattformen die starke Zentriertheit auf den Journalismus. Dieser wird hier wie dort in den Mittelpunkt gestellt, obschon die Digitalisierung in erster Linie eine Frage des Technikwandels ist. Nat&#252;rlich hat dieser technische Wandel starke Auswirkungen auf den Journalismus, etwa wenn gedruckte Zeitungen mehr und mehr von Online-Medien abgel&#246;st werden oder wenn das klassische Radioprogramm aufgrund der digitalen Medienkonvergenz ganz grunds&#228;tzlich sein Format &#252;berdenken muss.</p>
<p>Die entscheidende Triebkraft ist dabei aber gerade nicht der Journalismus, denn dieser kann sich nur den neuen digitalen Formen und Formaten anpassen, diese aber nicht selbst schaffen. Wer die eigentlichen Akteure des Wandels sind, wurde bei der Er&#246;ffnungsveranstaltung von Diskurs, der „ersten Berliner Debatte Digital“, sehr deutlich, als die Diskussion unversehens auf Apple und Facebook sowie deren Gesch&#228;ftsmodelle und technischen Plattformen zu sprechen kam. Diese n&#228;mlich schaffen zwar einen Raum an medialen M&#246;glichkeiten, legen zugleich aber mit ihren Technik-Konventionen sowie mit ihren teilweise restriktiven Gesch&#228;ftsbedingungen Einschr&#228;nkungen auf, mit denen sich Medienanbieter arrangieren m&#252;ssen.</p>
<p>Dabei soll nicht bestritten werden, dass der Journalismus im digitalen Zeitalter nach neuen Formen der Inhaltevermittlung oder des Storytelling suchen muss. Sich dieser Aufgabe zu widmen, ist sowohl f&#252;r Vocer als auch f&#252;r Diskurs eine reiz- und ehrenvolle Aufgabe. Nur darf man dabei nicht den Fehler machen, sich unversehens selbst im Mittelpunkt des Wandels zu w&#228;hnen. Das Augenmerk muss eigentlich viel st&#228;rker auf den technischen Grundlagen liegen, weil diese noch immer stark im Fluss sind und nicht erkennen lassen, dass ihre Ver&#228;nderungsdynamik sich abschw&#228;chen w&#252;rde.</p>
<p>Nat&#252;rlich kann man diesbez&#252;glich auch anderer Auffassung sein. In vielen Zeitungsverlagen etwa mag sich die Vorstellung durchgesetzt haben, man m&#252;sse nur die Inhalte, die man traditionell in gedruckter Form unter die Leute brachte, auf einer Website geb&#252;ndelt ins Netz stellen. Als weiteres „Zugest&#228;ndnis“ an den Medienwandel wird der klassische Redaktionsschluss, der f&#252;r den Druck unerl&#228;sslich war, zugunsten eines Systems der permanenten Aktualisierung von Inhalten aufgegeben. War es das?</p>
<p>Wohl kaum. Denn heute ist offenkundig, dass eine Zeitung als hermetisch geschlossene Welt f&#252;r sich im Netz nicht bestehen kann. Zum einen wandern die digitalen Leser viel st&#228;rker zwischen einzelnen Medien, zum anderen wollen sie mehr Partizipation. Auf die wachsende Vernetzung der Leser untereinander und die zunehmende Aggregation von Nachrichten aber haben klassische Medienh&#228;user immer noch keine ad&#228;quate Antwort gefunden. Sehen sich die neuen Debattenportale hier in der Pflicht?</p>
<p>Ihr Auftritt im Web l&#228;sst nichts Gutes ahnen. Sowohl Vocer als auch Diskurs bieten  keine neuen Ans&#228;tze auf der technischen Ebene. Wer etwa auf Experimente in Sachen Content-Aggregation, Data-Mining oder der Netzwerk-Analyse gehofft hat, muss sich entt&#228;uscht sehen. Beide Portale sind Stand heute nicht mehr als gew&#246;hnliche Content Management Systeme, die nach alter V&#228;ter Sitte mit medialen Inhalten bef&#252;llt werden. F&#252;r den Diskurs allein mag das gen&#252;gen. Wer aber neue technische Features testen, aufzeigen und vielleicht im Wege des &#246;ffentlichen Experiments mit seinen Lesern gemeinsam ausprobieren m&#246;chte, was einem „Think Tank“ und „Medialab“ wie Vocer gut zu Gesicht st&#252;nde, muss eigentlich mehr bieten k&#246;nnen.</p>
<p>Am Ende bleibt das Gef&#252;hl, dass der Journalismus in Teilen glaubt, sich mit dem Status Quo an technischen M&#246;glichkeiten im Web h&#228;uslich einrichten zu k&#246;nnen und auf dieser Basis nun nur noch nach ein paar neuen Erz&#228;hlformen suchen muss. Das aber w&#228;re ein Trugschluss. Dave Winer spricht in diesem Zusammenhang s&#252;ffisant von einer „<a href="http://scripting.com/stories/2012/02/04/nytGrowingTheWrongWay.html" target="_blank">Maginot-Linie</a>“ mit der Medienh&#228;user sich gut gesch&#252;tzt w&#228;hnen, w&#228;hrend der Feind in aller Ruhe von hinten das Feld aufrollt.</p>
<p>Der digitale Wandel ist noch l&#228;ngst nicht am Ende und dem Mediensektor stehen weitere Ver&#228;nderungen, um nicht zu sagen Ersch&#252;tterungen, ins Haus. Portale wie Vocer und Diskurs brauchen deshalb mehr Web-Technik-Kompetenz und etwas weniger Journalismus-Orientierung, wenn sie die Zukunft sp&#252;rbar mit gestalten wollen. Das mag als Ratschlag eine bittere Pille sein, aber nur das wird wirklich relevante Debatten hervorbringen und der Medienbranche konstruktiv helfen.
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		<title>Journalismus-Lehrb&#252;cher meiden!</title>
		<link>http://carta.info/41182/journalismus-lehrbucher-meiden/</link>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 10:46:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<category><![CDATA[wolf schneider]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Kritik an der neuen Auflage des „neuen Handbuch des Journalismus“ ist berechtigt. Dennoch &#252;bersieht sie das eigentliche Problem.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wolf Schneider steht f&#252;r sein neues Handbuch des Journalismus <a title="Sprachpapst bekommt Gegenwind" href="http://carta.info/41007/sprachpapst-bekommt-gegenwind/">in der Kritik</a>. Der <a href="http://meedia.de/internet/sorgen-um-den-journalismus-ueberhaupt/2012/01/31.html" target="_blank">w&#228;hnt in der Kritik einen Racheakt von Altlinken und bei der Henri Nannen Schule Durchgefallenen</a>. Ich glaube, alle &#252;bersehen das Wesentliche: Lehrb&#252;cher sind im Journalismus generell zu meiden.</p>
<p>Ein Lehrbuch erweckt stets zu einem gewissen Ma&#223; den Eindruck, man m&#252;sse es nur lesen, das darin Geschriebene auswendig lernen und dann wisse man Bescheid. Dabei macht eigentlich ein jeder die Erfahrung, dass es nicht so ist. Ein Spanisch-Lehrbuch zum Beispiel bringt mir nicht viel, es unterst&#252;tzt vielmehr den Lehrer. Mein bislang bester Spanisch-Lehrer war der, der sich im Unterricht weitestgehend vom Buch gel&#246;st hat.</p>
<p>Und trotzdem: Der Ruf nach „Literatur dazu“ ist ein st&#228;ndiger Begleiter jeder Ausbildung. Das scheint keine Hochschul-typische Problematik zu sein: <a href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/29/schneiderraue-wenn-blinde-uber-farbe-schreiben/" target="_blank">Christian Jakubetz schreibt</a>, die Idee f&#252;r das Buch Universalcode (&#252;brigens beworben als „der neue Standard der Journalismus-Lehre“) sei ihm gekommen, als ein Volont&#228;r ihm sagte, es fehle an Literatur um die Theorie in die Praxis umzusetzen. Vielleicht h&#228;tte Jakubetz dem Volont&#228;r antworten sollen, dass er nicht f&#252;r eine Klausur lerne.</p>
<p>Die Frage, ob etwas „pr&#252;fungsrelevant“ ist, h&#246;rt man auch in unserem Studium viel zu oft. Aber diese Haltung kommt eher von Studierenden selbst als von der Konzeption des Studiengangs oder gar den Dozenten, die selbst meist die Augen verdrehen bei dieser Frage.</p>
<p>Zu Recht. Denn Denken in den Kategorien von „pr&#252;fungsrelevant“ und „Literatur zum Seminar“ ist genau das Falsche, vor allem im Journalismus.</p>
<p>Auch, weil vieles zu dem Zeitpunkt, zu dem es gedruckt wird, schon nicht mehr aktuell ist. <a href="http://www.youdaz.com/2011/11/24/christian-jakubetz-im-interview-es-gibt-journalistisches-leben-abseits-der-journalistenschulen/" target="_blank">Christian Jakubetz sagte mir im Interview</a> in Hinblick auf Universalcode: „Eigentlich m&#252;ssten wir das Buch einmal im Jahr komplett &#252;berarbeiten.“</p>
<p>Ist ein Buch dann wirklich das Richtige f&#252;r die Journalisten-Ausbildung?</p>
<p>Das gilt es vor allem bei praktischen Inhalten zu bezweifeln. Man kann nicht durch Lesen erlernen, wie man ein Video schneidet. Und eine Recherche in der Theorie macht mich auch noch nicht zu einem Journalisten, der gut recherchieren kann. Zumindest, wenn ich keine Fragen zur Recherche stellen kann.</p>
<p>&#220;bersichts- oder Sammelb&#228;nde, die versuchen Alles abzubilden, sind ein Unterfangen, das notgedrungen an einigen Enden immer qualitativ abfallen wird. Hier sei an das Kapitel zum Online-Journalismus bei Schneider und Raue erinnert. Ein Sammelwerk, noch dazu als Standard-Werk betitelt, schadet sogar. Weil es eben den bequemen „Lies dieses Buch und du wei&#223;t alles“-Eindruck vermittelt.</p>
<p>&#220;brigens ist es interessant, dass Lehrb&#252;cher im Journalismus h&#228;ufig ausgerechnet von Leuten kommen, die einer akademischen Journalismus-Ausbildung, vorsichtig formuliert, kritisch gegen&#252;ber stehen. Meist, weil es dort an Praxis mangele und zu sehr auf Pr&#252;fungen hin gearbeitet w&#252;rde.</p>
<p>Ich pers&#246;nlich sehe es anders herum: Eine Hochschule kann sehr wohl ein Ort f&#252;r gute, praxisorientierte Journalismus-Ausbildung sein. Lehrb&#252;cher jedoch sind zu meiden. Die entsprechenden Autoren haben h&#228;ufig interessantes zu vermitteln. Soweit m&#246;glich machen sie das aber am besten praktisch: In Panels, Projekten und Seminaren.</p>
<p>Man verstehe mich nicht falsch: Auch aufgeschriebenes Wissen, darunter vieles von Schneider, ist relevant und hat seinen Wert. Es ist eine Inspiration, eine Erg&#228;nzung. Es muss in einen Kontext gestellt werden, durch eigene Erfahrungen und/oder die eigenen Ausbilder.</p>
<p>Daher sollten wir im Journalismus keinen B&#252;chern die Aura von Lehrbuch oder Fibel verleihen, sondern sie stets als Debattenbeitrag einordnen. Das muss die eigentliche Kritik sein.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41182&amp;md5=d1b310591e03f4014cc367f4cfe208c9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Neue Medienpolitik f&#252;r neue Medien</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 10:03:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Leonard Novy</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Medienpolitik muss nicht nur technologischen und &#246;konomischen Realit&#228;ten gerecht werden. Vielmehr muss sie zivilgesellschaftlichen Partizipationsbed&#252;rfnissen Rechnung tragen, etwa indem sie neue Formen journalistischer Produktion f&#246;rdert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu lange sahen Politiker und Journalisten im Internet nur einen weiteren Verbreitungsweg, einen Spielplatz der Banalit&#228;ten oder eine Gefahr. Diese Kombination aus Ignoranz und Strukturkonservatismus fand ihren medienpolitischen Ausdruck in Projekten wie der <a href="http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/BeauftragterfuerKulturundMedien/medien/medienkompetenz/nationaleInitiativePrintmedien/_node.html">“Nationalen Initiative Printmedien – Zeitungen und Zeitschriften in der Demokratie”</a> des Bundesbeauftragten f&#252;r Kultur und Medien, einer Initiative, die Journalismus wie selbstverst&#228;ndlich mit der Distributionsform ‘Print’ gleichsetzte.</p>
<p>“Stuttgart 21″ und die Debatte um den Einsatz direktdemokratischer Verfahren verweisen auf ver&#228;nderte Erwartungen und Beteiligungsanspr&#252;che einer Gesellschaft, die vermehrt Transparenz und Rechenschaft einfordert und mitgestalten will, sich aber zusehends au&#223;erhalb traditioneller Strukturen organisiert. Auch die Medienpolitik wird sich diesen ver&#228;ndernden Partizipationsanspr&#252;chen gegen&#252;ber &#246;ffnen m&#252;ssen.</p>
<p>Grundvoraussetzung daf&#252;r ist Transparenz. Verglichen mit der britischen Medienbeh&#246;rde <a href="http://www.ofcom.org.uk/" target="_blank">Ofcom</a> oder der US-amerikanischen <a href="http://www.fcc.gov/" target="_blank">Federal Communications Commission</a>, die &#246;ffentlich tagt und deren Sitzungen auch im Netz &#252;bertragen werden, sind die hiesigen Medienaufsichtsorgane – von Ausnahmen abgesehen – nach wie vor geradezu anachronistisch, wenn es darum geht, &#246;ffentliche Sitzungen abzuhalten oder Dokumente einsehbar zu machen. Nicht nachvollziehbar ist auch, dass die f&#246;derale Medienpolitik die Idee eines “Produzentenberichts” der &#246;ffentlich-rechtlichen Sender, der f&#252;r st&#228;rkere Transparenz der Auftragsvergaben sorgen k&#246;nnte, bislang nicht aufgegriffen hat. Das klassische Regime der Rundfunk- und Verwaltungsr&#228;te war jedenfalls mit den j&#252;ngsten Fehlentwicklungen bei MDR, Kinderkanal oder der Degeto offenbar &#252;berfordert.</p>
<p><strong>Stiftung Journalismu</strong>s</p>
<p>Eines der faktisch wie symbolisch wichtigsten Potentiale f&#252;r eine revitalisierte Medienpolitik liegt in der F&#246;rderung des gemeinn&#252;tzigen Journalismus. Viel war in den vergangenen Jahren die Rede von dem wiederholt mit einem Pulitzer-Preis gew&#252;rdigten Redaktionsb&#252;ro <a href="http://www.propublica.org/" target="_blank">“Pro Publica“</a>. Und tats&#228;chlich haben sich solche L&#246;sungen in der US-amerikanischen Medienlandschaft (unter anderen Rahmenbedingungen und als Folge eines deutlicheren Marktversagens) bereits in gro&#223;er Vielfalt etabliert. Sie reichen von lokalen Nachrichtenplattformen wie der <a href="http://www.voiceofsandiego.org/" target="_blank">“Voice of San Diego“</a>, der <a href="http://www.minnpost.com/" target="_blank">“Minn Post”</a> oder der <a href="http://www.texastribune.org/" target="_blank">“Texas Tribune”</a> &#252;ber Rechercheplattformen wie Pro Publica bis hin zu von Stiftungen wie der <a href="http://www.knightfoundation.org/" target="_blank">Knight Foundation</a> gef&#246;rderten Innovationslaboren an Hochschulen, in denen neue Gesch&#228;ftsmodelle und Vermittlungsformen entwickelt werden.</p>
<p>Vollkommen neu sind solche Konstruktionen bei uns nicht. Und nat&#252;rlich f&#246;rdern schon heute viele Landesmedienanstalten mit ihren aus den Rundfunkgeb&#252;hren bestrittenen Etats B&#252;rgerrundfunk (etwa in der Form der Offenen Kan&#228;le) oder Medieninnovationszentren. In der Praxis wird der dritte Mediensektor jedoch durch &#220;berregulierung und regional variierende Vorgaben kleingehalten. Eine schlagkr&#228;ftige Selbstorganisation der Medienmacher, darauf hat beispielsweise <a href="http://www.sozialwiss.uni-hamburg.de/publish/IpW/Workgroups/Medien/MitarbeiterInnen/Hans/Kleinsteuber.html" target="_blank">Hans J. Kleinsteuber</a> verschiedentlich hingewiesen, ist unter diesen Bedingungen kaum m&#246;glich. Doch k&#246;nnten nicht-kommerzielle, gemeinn&#252;tzige Journalismusprojekte – gesch&#252;tzt vor Renditeerwartungen und den Unw&#228;gbarkeiten des Wettbewerbs – im digitalen Zeitalter eine weitaus wichtigere Rolle spielen. Zu &#252;berlegen ist daher, die &#246;ffentliche F&#246;rderung von Vielfalt und Innovation offensiv und &#246;ffentlichkeitswirksam auszubauen – etwa durch die Gr&#252;ndung einer “Stiftung Journalismus” zur F&#246;rderung journalistischer Projekte.</p>
<p>Mit den Mitteln der Stiftung k&#246;nnten unterfinanzierte Segmente wie der Recherchejournalismus (insbesondere auf lokaler und regionaler Ebene), aber auch medienkritische Initiativen gef&#246;rdert werden. Schon mit einem kleinen Prozentsatz des &#246;ffentlich-rechtlichen Geb&#252;hrenaufkommens – 0,5 Prozent erg&#228;ben ein j&#228;hrliches Budget von zirka 35 Millionen Euro und k&#246;nnten sich aus der Umwidmung von Geb&#252;hrenmitteln f&#252;r die Landesmedienanstalten erschlie&#223;en lassen – w&#228;re viel zu erreichen.</p>
<p><strong>Vorbild Filmf&#246;rderung</strong></p>
<p>Modalit&#228;ten f&#252;r Gremien, Antragsverfahren etc. gilt es daf&#252;r zu entwickeln, als Vorbild aber bietet sich das bew&#228;hrte Modell der Filmf&#246;rderung an. Und die M&#246;glichkeit, sich f&#252;r die F&#246;rderung journalistischer Projekte zu bewerben, sollte Vertretern aller publizistischen Medien (Radio, Fernsehen, Presse, Online) offenstehen. Eine solche Stiftung, deren m&#246;gliche Struktur und deren Auftrag hier nur grob umrissen werden k&#246;nnen, zielt nicht auf ein Parallelsystem zu etablierten publizistischen Institutionen und Verfahrensweisen, sondern auf die medienpolitische Intervention bei erkennbaren publizistischen Dysfunktionen im &#246;ffentlich-rechtlichen wie privaten Medienbereich.</p>
<p>Gleichzeitig steht zu erwarten, dass sich ein solches Projekt zum Vorreiter und Partner f&#252;r anderer Stiftungen entwickeln w&#252;rde, die – anders als in den USA – das Problem des erodierenden Qualit&#228;tsjournalismus bislang kaum wahr nehmen und sich stattdessen auf die F&#246;rderung von Journalisten als Form der PR f&#252;r die eigenen Anliegen konzentrieren. F&#252;r all diese Szenarien gilt: Nat&#252;rlich wird die publizistische Versorgung auch in Zukunft ma&#223;geblich von &#246;ffentlich-rechtlichen und privatwirtschaftlich organisierten Medien getragen werden. Doch k&#246;nnen solche Projekte ein vitalisierendes, komplement&#228;res Element in einem sich zusehends ausdifferenzierenden medialen &#214;kosystem werden, indem sie blinde Flecken der privaten und &#246;ffentlich-rechtlichen Anbieter ausleuchten und als Innovationslabor f&#252;r neue journalistische Formate fungieren. Indem sie B&#252;rger in die journalistische Produktion einbinden, bilden insbesondere aus der Zivilgesellschaft entstandene lokale Projekte zudem eine Art Scharnier zwischen Zivilgesellschaft und professionellem Journalismus und f&#246;rdern so „angewandte Medienkompetenz“ – eine Kulturtechnik, die in modernen Mediengesellschaften Voraussetzung f&#252;r politisch-gesellschaftliche Teilhabe ist.</p>
<p>Die operative Medienpolitik wiederum wird sich daran messen lassen m&#252;ssen, wie sehr sie aus dem Kleinklein der Rundfunk&#228;nderungsstaatsvertr&#228;ge und aus demokratietheoretischen Beschw&#246;rungsformeln herausfindet und sich &#252;ber konkrete Strategien und Projekte in ein wirkungsvolles Verh&#228;ltnis zu ihren Bezugsgruppen setzen kann.</p>
<p><em>Der Text wurde auch im <a href="http://blog.enquetebeteiligung.de/2012/01/neue-medienpolitik-fur-neue-medien/" target="_blank">Blog der Enquete-Kommission</a> &#8220;Internet und digitale Gesellschaft&#8221; des Deutschen Bundestages publiziert. Eine Langfassung („Stiftung Journalismus – Zur Konkretion neuer medienpolitischerStrategien“) erschien in der Funkkorrespondenz 41-42/2011.</em>
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<a href="http://carta.info/41193/neue-medienpolitik-fur-neue-medien/">Neue Medienpolitik f&#252;r neue Medien</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/41193/neue-medienpolitik-fur-neue-medien/#comments">One comment</a>
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		<title>Unverzichtbare Lichtgestalten</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 09:15:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die deutschen Medien verhalten sich wie Amphibien: Wechselwarm, von der Temperatur ihrer Umgebung abh&#228;ngig. Allerdings passen sie sich nicht ausschlie&#223;lich nat&#252;rlichen Gegebenheiten an, sondern suchen stets nach zus&#228;tzlichen k&#252;nstlichen W&#228;rmequellen. Etwa nach der "sch&#246;nen Piratin" Marina Weisband.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen lieben Schubladen. Sie erleichtern den &#220;berblick durch Einordnung. Fr&#252;her konnte der Leser durch die Entscheidung f&#252;r eine bestimmte Zeitung oder ein Magazin die gew&#252;nschte Schublade aufziehen und fand in ihr alles, was sein Weltbild bekr&#228;ftigte. Es gab Schnittmengen, beispielsweise zwischen <em>Spiegel</em> und <em>Stern</em>, dagegen kaum welche bei <em>Spiegel</em> und <em>S&#252;ddeutscher</em>. Wo <em>FAZ</em> draufstand, war auch <em>FAZ</em> drin.</p>
<p>Die Schubladen sind verschwunden, bestenfalls gibt es noch offene F&#228;cher in einem gro&#223;en Schrank. Da fliegen Socken und Hemden schon mal durcheinander, oder es findet sich ein Spitzenh&#246;schen zwischen den Winterpullovern. Dabei gibt es nicht weniger einzuordnen, im Gegenteil: Die Masse der Informationen ist enorm gewachsen. Vielleicht f&#252;hrt gerade das &#220;berangebot dazu, Berichte nicht mehr an der Sache, sondern an Personen festzumachen. Der Schubladenersatz wird im politischen Journalismus gern benutzt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Warum Liquid Feedback erkl&#228;ren, wenn es doch Marina gibt?</em></strong></p>
<p>Die Beziehung der Medien zur Politik war immer eine besondere und von wechselseitiger Abh&#228;ngigkeit bestimmt. Wer mehr oder die &#8220;richtigen&#8221; Leute kannte, hatte oft einen Informationsvorsprung, der seinem Blatt zugute kam. Mit der einigerma&#223;en kritiklosen &#220;bernahme des US-amerikanischen Infotainments wurde es auch bei uns &#252;blich, Personen stellvertretend f&#252;r eine Idee, ein Gesetzesvorhaben, eine Partei zu pr&#228;sentieren. Schnell begriffen die Protagonisten die Vorteile, zur Freude des beratenden Gewerbes. Schnell entstand ein gro&#223;es Repertoire an Handlungsempfehlungen, um die betreffende Pers&#246;nlichkeit ins rechte Licht zu r&#252;cken. Dabei kam es nicht auf substantiierte Aussagen an: Die Beliebtheit der Person sollte das Vorhaben mit hochziehen. Auf diese Weise wurde etwa Ursula von der Leyen, v&#246;llig unabh&#228;ngig von absurden Gesetzesvorlagen, eine der beliebtesten Politikerinnen Deutschlands. Karl-Theodor zu Guttenberg stand beinahe schon als k&#252;nftiger Kanzler fest, seine Qualifikation: jung, gut aussehend, ein toller Showtyp. Selbst den Betrug verziehen ihm die W&#228;hler &#8211; es w&#228;re einfach so sch&#246;n gewesen.</p>
<p>Dann hat sich etwas ge&#228;ndert: Mit den Piraten ist eine auf der ganzen Linie ungew&#246;hnliche Partei in die &#214;ffentlichkeit getreten. Jung, frisch, mit Klartext und einer bis dato unbekannten Art der demokratischen Entscheidungsfindung. Obwohl einige ihrer eigenwilligen Vorhaben f&#252;r Diskussionen sorgen, &#252;berwiegt der Eindruck: Die machen das anders. Ausreichend anders, um im Vergleich mit den alten Parteien besser dazustehen und ins Berliner Abgeordnetenhaus einzuziehen.</p>
<p>Es w&#228;re f&#252;r die Medien eine Riesenchance gewesen. Da kommt eine junge Partei, benimmt sich ganz normal, ist ber&#252;hrbar, zeigt, dass es ihr Ernst ist mit der Umsetzung ihrer Projekte. Macht eine ganz andere Politik, als wir sie sonst vorgef&#252;hrt bekommen. Es wird gearbeitet, es geht um <a href="http://www.youtube.com/watch?v=6U82ig37TaE" target="_blank">Standpunkte</a> und die st&#228;ndige Auseinandersetzung mit der Basis. Konflikte werden sachbezogen und coram publico ausgetragen. Eine junge Partei will ihre Ansichten darlegen, sie ist f&#252;r Transparenz und freut sich &#252;ber Fragen.</p>
<p>Die Wahl hat den Willen zur Ver&#228;nderung deutlich gemacht. Nicht nur die Berliner Medien h&#228;tten ergiebigen Stoff f&#252;r die journalistische Aufgabe der fachlichen Einordnung und solide Hintergrundberichte gehabt. Es ist einfach, die Forderung nach der Freigabe bestimmter Drogen rei&#223;erisch zu kommentieren. Sinnvoll w&#228;re die Nachfrage gewesen, was die Piraten sich dabei denken &#8211; wom&#246;glich w&#228;ren &#252;berzeugende Begr&#252;ndungen dabei herausgekommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Die Schattenseite der Transparenz: Einladung zum Gaffen</em></strong></p>
<p>F&#252;r einen Moment bestand die Option, politische Berichterstattung neu oder wenigstens erneut zu erfinden. Journalisten h&#228;tten auf die Neulinge mit neugierigen und interessanten Fragen reagieren k&#246;nnen. Die W&#228;hler informieren, ihnen Hintergrund anbieten, Sachthemen in den Vordergrund stellen und nach Fakten fragen, die Probleme beleuchten, wegen derer die Piraten &#252;berhaupt gew&#228;hlt wurden.</p>
<p>Stattdessen gab es aufgeregtes Geschnatter &#252;ber <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Ci_MxOqkXjY" target="_blank">Latzhosen</a> und Palit&#252;cher, die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=q-cDewZk7wo" target="_blank">Unkenntnis</a> der H&#246;he der Verschuldung des Landes Berlin und die Tatsache, dass dank der lustigen Rampensau Christopher Lauer tats&#228;chlich in einer <a href="http://www.youtube.com/watch?v=0g7lpJACamk" target="_blank">Talkshow</a> gelacht wurde. Welch ein Erkenntnisgewinn!</p>
<p>Nein, die neuen Akteure sollen, bittesch&#246;n, in die alten Schemata, Modell von der Leyen, passen. Das ist der Leser so gewohnt. Der Versuch, ihm etwas Neues vorzusetzen, an dem er vielleicht Geschmack finden k&#246;nnte, wird nicht gemacht. Die Medien st&#252;rzen sich lieber auf Marina Weisband. Nicht etwa als junge Politikerin, die etwas zu sagen hat, sondern mit dem Etikett &#8220;die sch&#246;ne Piratin&#8221; versehen und herumgereicht. Das hat sie gef&#228;lligst zu erf&#252;llen; Vorschl&#228;ge Weisbands, jemand anders in eine Talkshow einzuladen, werden abgelehnt:</p>
<blockquote><p>„Es war anscheinend unm&#246;glich, einen anderen Parteivertreter in die Talkshows zu schicken. Darauf haben sich die Medien nicht eingelassen, obwohl das bei anderen Parteien gang und gebe ist.“ (<em>Sebastian Nerz im <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/ober-piratin-zieht-sich-zurueck-marina-weisband-bleibt-sich-treu_aid_707102.html" target="_blank">Focus</a></em>)</p></blockquote>
<p>Entweder Weisband oder gar kein Piratenmitglied: Ein pr&#228;gnanter Beleg f&#252;r die reine Unterhaltungsfunktion der Quasselrunden. In der besten Sendezeit ein neues Konzept ausprobieren, in dem es wirklich um Politik geht? I bewahre.</p>
<p>Dass die Zeitung mit den vier persilwei&#223;en Buchstaben es liebt, Sachverhalte maximal zu vereinfachen – geschenkt. Der <a href="http://www.marinaslied.de/" target="_blank">bloggenden</a> und <a href="https://twitter.com/#!/afelia" target="_blank">twitternden</a> Marina Weisband wird vorgeworfen, sie gehe mit ihrem Privatleben allzu offen um; es scheint eine &#220;bereinkunft zu geben, wonach Politiker ihr Naturell geheim zu halten haben. Die Erschaffung einer weiblichen Idealfigur ist jedenfalls gelungen. Sie hat gut auszusehen, intelligent zu antworten und ansonsten ungew&#246;hnlich zu sein; ein wenig Ablenkung von der Piraten-Herrenriege mag auch mitgespielt haben. Alle ziehen mit, weil sich das nautische Vokabular im Zusammenhang mit einer h&#252;bschen Frau noch besser macht, die Ungew&#246;hnlichkeit noch st&#228;rker betont.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><em>Ersatz muss her &#8211; The Show Must Go On</em></strong></p>
<p>Weisbands Bem&#252;hungen, ihre politischen Anliegen zu vermitteln, werden mit <a href="https://www.taz.de/Geschaeftsfuehrende-Piratin-Marina-Weisband/!82142/" target="_blank">Homestories</a> und <a href="http://www.faz.net/polopoly_fs/1.1600998.1327594819!/image/2283588264.jpg_gen/derivatives/article_aufmacher_gross/2283588264.jpg" target="_blank">Fotoshootings</a> honoriert, die in die Yellow Press passen, aber nicht in die <a href="http://meisnotyoublog.wordpress.com/2011/11/19/was-ist-eigentlich-mit-der-taz-los-die-fortsetzung/" target="_blank"><em>taz</em></a> oder <em>FAZ</em>. Was spricht eigentlich dagegen, statt des Herzeigens bunter Bildchen dem gemeinen W&#228;hler <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liquid_Feedback" target="_blank">Liquid Feedback</a> zu erkl&#228;ren?</p>
<p>Das Pensum eines Bundespolitikers ist immens. Es ist eine Art Dauer-Circle-Training unter Beobachtung. Es m&#246;gen noch so viele Referenten zuarbeiten: Die eigentliche, politische Arbeit ist von den Protagonisten der Mediendemokratie nicht mehr zu leisten. Zu gro&#223; ist die Nachfrage nach Bildern und Statements, um dem Publikum kompetente Politiker zu pr&#228;sentieren, die auf alles eine Antwort haben. Alles im Griff: Ein Trugbild, von Journalisten und Magazinen entworfen, das mit der fachlichen Arbeit nicht das Geringste zu tun hat. Zur&#252;ckfahren will das Medienrauschen niemand mehr, es ist gut f&#252;r Auflage und Einschaltquote.</p>
<p>Weil die Piraten im Umgang mit den Medien unerfahren waren, schien ihre Vermarktung als einer Art Alien-Stars beinahe zwingend. Marina Weisband hat festgestellt, dass sie diese Rolle nicht spielen will. Sie nimmt sich ein Jahr Pause, <a href="http://www.fr-online.de/politik/piratin-marina-weisband--das-ist-kein-rueckzug---ich-nehme-anlauf-,1472596,11521314.html" target="_blank">Anlauf</a>, wie sie sagt, und beendet ihr Psychologiestudium. Politisch wird das die Piraten kaum beeinflussen, denn sie arbeitet als einfaches Parteimitglied weiter. Medial ist es ein kleines Erdbeben: Es muss ein Ersatz gefunden werden, der fotogen und publikumstauglich und vor allem, im Gegensatz zu Weisband, willig ist, den Piraten ein Gesicht zu geben. Schlie&#223;lich sollen die Gesetze der perfekt gestylten Medienwelt nicht auf den Kopf gestellt werden.</p>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/6eed7e10045f46f68a64641fab0dab70" alt="" width="1" height="1" />
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		<title>Sprachpapst bekommt Gegenwind</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 09:16:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Journalistenausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Wolf Schneider und Paul-Josef Raue haben eine neue Auflage ihres „Handbuch des Journalismus“ herausgebracht. Vor allem das neue Kapitel zum Online-Journalismus st&#246;&#223;t auf heftige Kritik.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Paul-Josef Raue </strong>und vor allem <strong>Wolf Schneider</strong> sind fester Bestandteil der Journalisten-Ausbildung. Ihr „Handbuch des Journalismus“ ist ein Standardwerk. Mittlerweile gibt es eine neue Auflage, die auch von der Bundeszentrale f&#252;r politische Bildung verbreitet wird.</p>
<p>Diese wird nun von Journalismus-Dozenten massiv kritisiert. Schon der Titel „Handbuch des Journalismus und Online-Journalismus“ sorgt f&#252;r Unverst&#228;ndnis. Immerhin grenzt dieser vom sonstigen (richtigen?) Journalismus den Online-Journalismus ab.</p>
<p><strong>Peter Schumacher</strong>, Professor an der Hochschule Darmstadt f&#252;r eben jenen Online-Journalismus, <a href="http://www.peter-schumacher.net/blog/2012/01/27/die-bescheidwisser/" target="_blank">schreibt, dass er schon „ein leichtes Schaudern“ beim Titel hatte</a>. Zudem beklagt er den „<em>Bescheidwisser-Ton</em>“ der Autoren und verweist auf inhaltliche Fehler, darunter vor allem ein falsch wiedergegebenes Zitat von Thomas Kn&#252;wer.</p>
<p>Noch deutlicher die gebloggten Worte von <strong>Christian Jakubetz</strong>, der mit „Universalcode“ gerade selbst ein Lehrbuch herausgebracht hat. Er gibt seiner Replik den Titel: <a href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/29/schneiderraue-wenn-blinde-uber-farbe-schreiben/" target="_blank">„<em>Schneider&amp;Raue: Wenn Blinde &#252;ber Farbe schreiben</em>“</a>. Sein Fazit darin:</p>
<blockquote><p>Das ist kein kleiner Besinnungsaufsatz, den Schneider und Raue da auf den Markt gebracht haben. Sondern ein Buch, das mit vergleichsweise hoher Auflage jungen Journalisten als Einstiegslekt&#252;re in unseren Beruf verabreicht wird. &#220;ber das nicht gro&#223; nachgedacht und das nicht hinterfragt wird, weil da doch Schneider drauf steht. Das ist fahrl&#228;ssig und &#228;rgerlich zugleich.</p></blockquote>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><em><span style="text-decoration: underline;">Disclaimer</span>: Der Autor studiert Online-Journalismus an der Hochschule Darmstadt</em></p>
<p>&nbsp;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41007&amp;md5=b37f15b52750f05455351349848a632b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Universalcode</title>
		<link>http://carta.info/38926/universalcode/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Mar 2011 09:52:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[New Journalism]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalimus]]></category>
		<category><![CDATA[Prozessjournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Leser der Zukunft ist ein Allesk&#246;nner: Ideengeber, Mitautor, Korrektor, Verleger und Werber. Davon sind die Autoren des neuen Journalismus-Lehrbuchs „Universalcode“ &#252;berzeugt. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Christian <a href="http://www.blog-cj.de/blog/">Jakubetz</a>, Ulrike <a href="http://medialdigital.de/">Langer</a> und Ralf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ralf_Hohlfeld">Hohlfeld</a> planen ein Buch „&#252;ber den Journalismus im digitalen Zeitalter“. Ein <a href="http://www.blog-cj.de/blog/2010/09/19/ein-buch-eine-idee-und-ihre-hilfe/">Lehrbuch</a>, das auch Eingang finden soll in die Lehrpl&#228;ne von Akademien und Journalistenschulen. Ein Handbuch, das die ewigen Stil-Ikonen <a href="http://www.amazon.de/Einf&#252;hrung-praktischen-Journalismus-Walther-Roche/dp/3430176816">Walther von La Roche</a> und <a href="http://www.amazon.de/Deutsch-f&#252;r-Profis-Illustriert-Murschetz/dp/3442161754">Wolf Schneider</a> (zumindest ein bisschen) alt aussehen l&#228;sst. Sein Arbeitstitel hei&#223;t „Universalcode“, und das klingt schon mal schwer nach Zukunft, Kompetenz und Grundlagenwissen f&#252;r Netzjournalisten und solche, die es werden wollen.</p>
<p>Die ersten Leseproben stehen bereits <a href="http://www.blog-cj.de/blog/2011/01/16/ein-buch-das-update-31-die-ersten-leseproben/">online</a>, und die Leser dieser Leseproben werden freundlich gebeten, ihren Senf dazu zu geben. Prozess-Journalismus ist ja nie fertig. Und weil der Prozessjournalismus der Zukunft nicht nur von dem einen vorl&#228;ufigen Ende her gedacht wird (n&#228;mlich vom Journalisten her), sondern auch vom anderen vorl&#228;ufigen Ende (dem Leser), muss man sich das Projekt wie ein <em>Wiki</em> vorstellen: <strong>Dieses Lehrbuch ist ein Lehrbeispiel f&#252;r das, was es lehren wird. </strong></p>
<p>Zum Beispiel wird die Neugierde auf das Buch schon seit Monaten angeheizt, etwa dadurch, dass man in einer fortlaufenden <a href="http://www.blog-cj.de/blog/category/das-buchprojekt/">Serie</a> von Blogeintr&#228;gen minuti&#246;s verfolgen kann, wie es Gestalt annimmt. Wir erfahren, wer so alles mitschreibt, wie toll sich das neue Leser-Verlagsprojekt <em><a href="http://www.euryclia.de/">Euryclia</a></em> um alles <a href="http://www.blog-cj.de/blog/2011/02/20/ein-buch-das-update-37-hier-spricht-marion-schwehr/">k&#252;mmert</a>, und welche gro&#223;artigen Reaktionen es bereits gibt. Wir erfahren sogar, welche Medien auf das Buchprojekt bereits aufmerksam machen und wer den Kaffee bei den Arbeitstreffen der Autoren ausgeschenkt hat. <a href="http://www.book2look.de/vBook.aspx?id=cgsLIlErZ5&amp;euid=4180544&amp;ruid=0&amp;referURL=http://www.book2look.de">Transparenz</a> ist die Mutter der modernen <span style="text-decoration: line-through;">Eigenwerbung</span> Glaubw&#252;rdigkeit, und nach diesem Motto k&#246;nnen wir den Autoren beim Verfertigen ihrer Gedanken zusehen.</p>
<p>Das ist eine gro&#223;artige Sache. Und ein Reflex auf die zugekn&#246;pfte, in der Vergangenheit oft hochn&#228;sige Arbeitsweise etablierter Medien. Ein Pendelausschlag in die andere Richtung. Und wohl auch eine Kinderkrankheit, die Mediensoziologen eines Tages als „<strong>Transparenzfetischismus</strong> <strong>der fr&#252;hen Jahre des digitalen Zeitalters“</strong> bezeichnen werden. Dieser Fetischismus ist &#8211; entwicklungsbedingt &#8211; unbedingt notwendig. Und m&#246;glicherweise wird das Buch sogar live lektoriert werden, und die ersten 100 Besteller k&#246;nnen per Livestream auf <em>YouTube</em> verfolgen, wie ihre pers&#246;nlichen 16er-B&#246;gen von der Druckerei zusammengefaltet und gebunden werden.</p>
<p>Auch die Vorbestellungen f&#252;r das Buch laufen bereits parallel zu den Kapiteln, die gerade noch in die Tastaturen geh&#228;mmert werden. Ein Werbe-Widget zum Einbauen in Webseiten gibt es ebenfalls. Und <em>PayPal</em>, <em>flattr</em> &amp; Co. geh&#246;ren sowieso dazu.</p>
<p>Das Buch soll im Handel 27,90 € kosten, was auf den ersten Blick eine kleine Hemmschwelle f&#252;r die Zielgruppe bilden k&#246;nnte, aber selbst die Autoren des Buches arbeiten (zun&#228;chst) &#8211; aus Begeisterung &#8211; f&#252;r lau. Die Herausgeber vergessen deshalb nie den freundlich gemeinten Hinweis, dass die Zahl der Vorbestellungen dar&#252;ber entscheiden wird, ob das Buch &#252;berhaupt das Licht einer Druckerei erblicken kann. So viel Hoffen und Bangen um das eigene „Baby“ darf dem potentiellen Leser heute abverlangt werden. Daf&#252;r gibt es &#8211; im Gegenzug &#8211; keinerlei Schwellen zwischen Autor und Leser. Keine Statusschwellen, keine arrogante Besserwisser-Haltung. <strong>Der Eintritt in die Zukunft ist ebenerdig und flach. </strong>Wir erleben die Wiedergeburt des Journalismus von unten.</p>
<p>Fr&#252;her h&#228;tte man ein Buch vermutlich erst gekauft, wenn es auf dem Markt ist. Heute tr&#228;gt man als potentieller Leser Mitverantwortung f&#252;r das, was man vielleicht gelesen haben m&#246;chte, aber leider durch eigene Schusseligkeit oder mangelnde Anteilnahme versemmelt hat. Der Leser spendiert einen gro&#223;en Vertrauensvorschuss, und der Autor spendiert seinen (vermutlich eher kleinen) Honorarvorschuss &#8211; und wenn beides in idealer Weise zusammenf&#228;llt, l&#228;uten vor dem Druckaltar die Hochzeitsglocken.</p>
<p>Jeder Vorbesteller erh&#228;lt das Buch &#252;brigens einen Tacken billiger, und wer sein edles Engagement au&#223;erdem dokumentiert haben m&#246;chte, wird als <strong>Risikokapitalgeber</strong> in der Danksagung der Herausgeber namentlich erw&#228;hnt.</p>
<p>Wo die Leser alter Schule noch ehrf&#252;rchtig um Autogramme betteln mussten, d&#252;rfen moderne Leser ihren Verfassern den eigenen Namen k&#252;nftig ins Stammbuch schreiben. <strong>Denn der Leser („Du entscheidest, was zum Buch wird!“), ist heute Mit-Verleger.</strong></p>
<p>Also wenn Sie mich fragen: Dieses Buch ist &#252;berf&#228;llig. Ich werde es vorbestellen. ICH WERDE ES VERLEGEN.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>Lesen Sie zum Thema Online-Journalismus auch den Beitrag: <a href="http://carta.info/31892/das-pantelouris-experiment/">„Das Pantelouris-Experiment“ </a></em>
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		<title>Danke, Karl-Theodor!</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Mar 2011 23:28:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[Vierte Gewalt]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Netz hat zu Guttenberg viel zu verdanken. Es genie&#223;t endlich den f&#228;lligen Respekt bei seinen journalistischen Ver&#228;chtern. Alle sind voll des Lobes &#252;ber die gemeinsam getane Arbeit. Ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fast jeder kennt die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=FDhGS4EJS8M&amp;NR=1">Schluss-Szene</a> aus dem Film <em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=AY62QByUYJQ&amp;feature=related">Casablanca</a></em>: Humphrey Bogart als Barbesitzer Rick, und sein alter Gegner, der Polizeipr&#228;fekt des franz&#246;sischen Vichy-Regimes, Louis Renault, entdecken beim Schlendern &#252;ber das verlassene n&#228;chtliche Rollfeld ihre gemeinsamen Interessen. Rick, der soeben seine gro&#223;e Liebe Elsa verabschiedet hat, schl&#228;gt den Kragen seines Trenchcoats hoch und sagt: „Louis, ich denke, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.“</p>
<p>Verk&#246;rperte Louis den <strong>Journalismus</strong> und Rick <strong>das Internet</strong>, so k&#246;nnte man sagen: Der Sturz Guttenbergs war der Beginn einer solch wunderbaren Freundschaft. Denn der Abgang des Ministers (Karl-Theodor in der Rolle Elsas?) f&#252;hrte analoge und digitale &#214;ffentlichkeit <a href="http://carta.info/38748/das-netz-und-der-guttenberg-ruecktritt/">erstmals</a> zusammen. <strong>Zum ersten Mal bekundeten die beiden &#246;ffentlich Respekt voreinander und Sympathie f&#252;reinander</strong>. Der Journalismus realisiert, dass die digitale Seite der Vierten Gewalt keine existentielle Bedrohung darstellt, sondern eine hervorragende Erg&#228;nzung ist; und „das Netz“ entdeckt, dass der Journalismus gar nicht so hundsmiserabel agiert wie gedacht.</p>
<p>Beide Seiten haben im Fall Guttenberg (Seit’ an Seit’) ihr Bestes gegeben &#8211; nun registrieren sie stolz, wie gut sie sich doch erg&#228;nzen. <strong>Es ist die Ironie des Guttenberg-Falls, dass der „Betr&#252;ger“ im Schlussakkord als gro&#223;er Vers&#246;hner wirkt. </strong>Die alten wie die neuen Medien erkennen, dass der Gegner auch im eigenen Lager stehen kann (hier <em><a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/boulevard-des-boesen/">Spiegel</a></em><a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/boulevard-des-boesen/"> gegen </a><em><a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/boulevard-des-boesen/">Bild</a>, </em>da<em> <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/-holt-das-netz-guttenberg-zurueck-/3903468.html">Facebook </a></em><a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/-holt-das-netz-guttenberg-zurueck-/3903468.html">gegen</a><em><a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/-holt-das-netz-guttenberg-zurueck-/3903468.html"> GuttenPlag</a></em>), und dass die neuen Werkzeuge und Techniken des Internets die M&#246;glichkeiten der alten Aufkl&#228;rung nicht schm&#228;lern, sondern potenzieren (wenn man sie zu nutzen wei&#223;).</p>
<p>Allerdings darf man im &#220;berschwang nicht vergessen, dass die neue „Freundschaft“ nicht ganz unvorbereitet kommt. Louis &amp; Rick hatten schon vor ihrer gro&#223;artigen Flugplatz-Szene ein pragmatisches Stillhalte-Abkommen geschlossen, ein Gentlemen’s Agreement. Denn ohne die Aufsehen erregenden <em>WikiLeaks</em>-Ver&#246;ffentlichungen des vergangenen Jahres (in Kombination mit <em>New York Times</em>, <em>Spiegel</em> und <em>Guardian</em>), ohne die welt(bild)ersch&#252;tternden, von <em>Facebook</em>, <em>Twitter</em> &amp; <em>Al Jazeera</em> gemeinsam begleiteten und forcierten Umbr&#252;che in den arabischen Staaten, w&#228;re die neue Teamarbeit nicht so reibungslos verlaufen. Die alten Medien haben die Zuschauerr&#228;nge verlassen, sie sp&#252;ren den nahenden Umbruch, der sie erfasst; und die Netzwerker ahnen zum ersten Mal, dass es nun ernst werden k&#246;nnte mit der &#220;bernahme von „Verantwortung“. Rick &amp; Louis brauchen die gegenseitige Abgrenzung <a href="http://mspr0.de/?p=2131">nicht mehr</a>. Sie verschmelzen.</p>
<p>Einen besseren Katalysator (einen besseren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/MacGuffin">MacGuffin</a>) als Karl-Theodor zu Guttenberg h&#228;tte es daf&#252;r nicht geben k&#246;nnen.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>Bei dRadio Wissen (in der Sendung &#8220;Netzreporter&#8221; von Markus Heidmeier) kann man eine gek&#252;rzte Fassung des Beitrags auch <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/03/04/drw_201103040641_netzkommentar-guttenberg_df7bf85e.mp3">h&#246;ren</a>. </em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38793&amp;md5=fde03e55e6ebc11712a8539e31d2717d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Angriffe auf Journalisten und Teams in &#196;gypten</title>
		<link>http://carta.info/37831/angriffe-auf-journalisten-und-teams-in-aegypten/</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Feb 2011 06:53:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Angriffe]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kamerateams]]></category>
		<category><![CDATA[Reporter]]></category>
		<category><![CDATA[Unruhen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Staatsmacht verteidigt sich mit Krallen und Klauen. Es ist Kalk&#252;l, da&#223; seit vorgestern eine Hexenjagd gegen Reporter und Kameraleute stattfindet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-02/aegypten-journalisten-auslaender-2">&#220;bergriffe</a> waren durchdacht und gut vorbereitet. <a href="http://abcworldnews.tumblr.com/post/3089328425/weve-compiled-a-list-of-all-the-journalist-who">abc World News</a>, <a href="http://www.reuters.com/article/2011/02/04/us-media-egypt-journalists-idUSTRE7130B420110204?feedType=RSS&amp;feedName=internetNews">Reuters</a> und <a href="http://news.yahoo.com/s/ap/ml_egypt;_ylt=AqXTeFwJ_uCfUAD_u4j.EF4UewgF;_ylu=X3oDMTJtcXE0ZjlzBGFzc2V0Ay9zL2FwL21sX2VneXB0BGNjb2RlA21wX2VjXzhfMTAEY3BvcwMxBHBvcwMxBHNlYwN5bl90b3Bfc3RvcmllcwRzbGsDZWd5cHRjaGFvc2Rv">Associated Press</a> berichten. </p>
<div id="attachment_37839" class="wp-caption aligncenter" style="width: 648px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/02/dima_khatib.jpg"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/02/dima_khatib.jpg" alt="" width="638" height="441" class="size-full wp-image-37839" /></a><p class="wp-caption-text">http://twitter.com/Dima_Khatib/status/33408028128722944</p></div>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37831&amp;md5=79837b720d3f4f13b97a114eb5fb5918" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Es ist ein Buch geworden: Medienwandel kompakt 2008-2010</title>
		<link>http://carta.info/37398/buch-medienwandel-kompakt-2008-2010/</link>
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		<pubDate>Wed, 26 Jan 2011 11:43:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Nomos Verlagsgesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Texte zum Medienwandel aus ihrer digitalen Form in einen analogen Kontext bringen? Warum nicht, sagte sich Jan Krone, sammelte Artikel aus Blogs und machte daraus ein Buch, das jetzt erschienen ist. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer h&#228;tte das gedacht: Der <strong>Medienwandel</strong> kommt  - in Gestalt eines Buches. <a href="http://www.fhstp.ac.at/studienangebot/bachelor/mm/studiengangsteam/krone-jan">Jan Krone</a>, der Herausgeber, hat dazu Beitr&#228;ge von 28 Autorinnen und Autoren zusammen gestellt, die in den letzen 3 Jahren im Netz publiziert worden sind und sich mit der Digitalisierung der Medien befassen. Nun liegen sie erstmals in gedruckter Form vor, thematisch gegliedert in 5 Bereiche: Technologie, Kommunikationsoptionen, Journalismus, Medienwirtschaft und Regulierung.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-37399" title="Buchcover Medienwandel kompakt" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/01/CoverMedienwandel-207x300.jpg" alt="" width="207" height="300" />Etliche sind urspr&#252;nglich hier auf Carta erschienen, andere u. a. auf <a href="http://www.netzwertig.com" target="_blank">netzwertig</a> oder <a href="http://www.neunetz.com" target="_blank">neunetz</a>. Zusammen ergeben sie einen guten &#220;berblick dar&#252;ber, wie die Debatte um den Medienwandel aus dem Netz heraus gesehen und gedeutet wurde. Den gedruckten Beitr&#228;gen fehlen nur die Kommentare, die online dazu kamen und sich des &#246;fteren zu ausgesprochen lebhaften Diskussionen entwickelten. Jedoch sind zu allen Texten im Buch Quellenangaben gemacht, so dass man diese aufrufen kann.</p>
<p>Im Februar wird es in Berlin eine <strong>Pressekonferenz</strong> zu dieser Buchver&#246;ffentlichung geben, organisiert von Jan Krone und  Robin Meyer-Lucht. Weitere Teilnehmer werden Christoph Kappes, Marcel Wei&#223; sowie von Seiten des Nomos-Verlags, Andreas Beierwaltes, sein. Ort und Zeit: BASE_camp, Unter den Linden 10, Montag, 21. Februar 2011, 19:00 Uhr.</p>
<p>Das Buch kostet 29,- Euro ist ab jetzt im Handel oder <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3832962638?ie=UTF8&amp;tag=carta-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=383296263">hier</a> bei Amazon erh&#228;ltlich.
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<a href="http://carta.info/37398/buch-medienwandel-kompakt-2008-2010/">Es ist ein Buch geworden: Medienwandel kompakt 2008-2010</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/37398/buch-medienwandel-kompakt-2008-2010/#comments">20 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37398&amp;md5=248ab9faa6308cd1c04b5b9d2b37ec99" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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