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	<title>CARTA &#187; IT-Gipfel</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 17:55:45 +0000</lastBuildDate>
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		<title>IT-Gipfel: Neustart erforderlich</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Dec 2009 13:33:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malte Spitz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der IT-Gipfel war wieder einmal eine nationale Leistungsschau mit angeschlossener Verk&#252;ndigung der neuesten Regierungsprojekte. So geht es nicht weiter. Der Gipfel m&#252;sste die Reduktion der Netzpolitik auf wirtschaftspolitische Fragen &#252;berwinden und gesellschaftliche Diskussionen &#252;ber die Folgen der Digitalisierung anregen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e93381e4319b48549889160a9474b0e8" alt="" width="1" height="1" />Zum vierten Mal hat die Bundesregierung zum <a href="http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Technologie-und-Innovation/Informationsgesellschaft/it-gipfel.html">IT-Gipfel</a> geladen. Diesmal in Stuttgart, wo Landesvater Oettinger am Er&#246;ffnungsabend, vermutlich zum letzten Mal noch, eine gro&#223;e bundespolitische Veranstaltung begr&#252;&#223;en durfte, bevor er als Kommissar nach Br&#252;ssel wechselt.</p>
<p>Der IT-Gipfel ist eine Mischung aus Branchentreff und Leistungsschau und dient  zur Verk&#252;ndung von neuen Regierungsprojekten. Bundesminister nutzen die M&#246;glichkeit, sich zu profilieren und die Branche will beweisen, wie bedeutend sie ist. Doch anstatt Weichen zu stellen und Themen inhaltlich zu diskutieren, dauert das Programm des Gipfels gerade einmal vier Stunden. Ansonsten ist Zeit zum „Netzwerken“, f&#252;r die Mittagspause oder interne Arbeitsgruppen. Die gef&#252;hlte Publikumsdurchmischung des IT-Gipfels setzt sich zusammen aus &#252;ber 50% Wirtschaft, 20% Verwaltung und Ministerien, 10% Wissenschaft und maximal 10% Zivilgesellschaft.</p>
<p><strong>Inhaltlich ist wenig Erhellendes zutage getreten.</strong> 2010 soll der n&#228;chste IT-Gipfel in Dresden stattfinden. Das war die spannendste Nachricht von Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer zwar unterhaltsamen aber sonst eher inhaltsleeren Rede. Nichts zu h&#246;ren von neuen Strategien, den Klimaschutz in der Informationsgesellschaft neu aufzustellen, den globalen <em>Digital Divide</em> mit neuen Ans&#228;tzen zu bek&#228;mpfen oder Freie Software in Deutschland wirklich zu f&#246;rdern. So klang die <a href="http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/pressemitteilungen,did=322786.html">Ank&#252;ndigung</a> von Bundeswirtschaftsminister Br&#252;derle, im Sommer 2010 eine „Internetstrategie“ vorlegen zu wollen, noch interessant. Obwohl genau eine solche Strategie noch vor zwei Wochen bezweifelt wurde, zumindest von Hans Bernhard Beus, dem Beauftragten der Bundesregierung f&#252;r Informationstechnik.</p>
<p>Heiter wurde es in Stuttgart, als es um schon existierende Projekte ging. Innenminister Thomas de Mazière verglich – v&#246;llig fehlplatziert – die Vorratsdatenspeicherung mit der Aufbewahrung einer Handwerkerrechnung. Und Julia Kl&#246;ckner, Staatssekret&#228;rin im Verbraucherschutzministerium, lie&#223; verk&#252;nden, dass der Vorsto&#223; von Verbraucherschutzministerin Aigner, die Vorratsdatenspeicherung zur Bek&#228;mpfung von Online-Betrug nutzen zu wollen, doch ein hilfreicher Diskussionsbeitrag sei. Das Bundesverfassungsgericht hingegen hatte dieses Vorgehen im Eilverfahren gegen die Vorratsdatenspeicherung bereits klar untersagt.</p>
<p>Wirtschaftsstaatssekret&#228;r Hans Joachim Otto nutzte eine Nachfrage, um einmal seine „pers&#246;nliche Sicht“ auf die Bek&#228;mpfung von Urheberrechtsverletzungen zu skizzieren. Nach seinen Vorstellungen sollte ein „Two-Strikes-Verfahren“ (zwei direkte schriftliche Warnhinweise) von den jeweiligen Internetanbietern umgesetzt werden. Er k&#246;nne sich aber auch ein Three-Strikes-Modell vorstellen – ohne Kappung des Internetanschlusses, aber verbunden mit einem „Report“ an die Rechteverwerter. Das w&#252;rde in der Praxis wohl das automatisierte Abmahnverfahren nach sich ziehen, auch wenn er die Ausgestaltung im dunklen lie&#223;. Rechtsstaatlich sah Otto in seinen Ideen &#252;brigens keine Probleme. Er bezeichnete sie gar als „liberales Modell“.</p>
<p>Als Randnotiz ist an dieser Stelle festzuhalten, wie oft gerade FDP-Regierungsmitglieder in der &#214;ffentlichkeit gerne einmal mit ihrer „privaten Sicht“ oder „als Abgeordnete sprechend“ &#246;ffentliche Statements kundtun. Dies hat Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger vor zwei Wochen beim „Politischen Abend“ des Bitkom getan und Staatssekret&#228;r Otto bei der gestrigen Diskussion auf dem IT Gipfel. Es scheint, als wohnten vielen Liberalen zwei Seelen inne – eine als Regierungsmitglied und eine als politisch aktivem B&#252;rger.</p>
<p>Das eigentliche Problem der Veranstaltung war, dass alle derartigen Vorst&#246;&#223;e und Fehldeutungen von Regierungsseite beim IT-Gipfel kaum hinterfragt und nicht diskutiert worden sind. Zudem konnten selbst Ministeriumsmitarbeiter am Rande des Gipfels nicht erkl&#228;ren, wie eine Ergebnissicherung vonstatten gehen oder sinnvoller Input weiter verfolgt werden kann.</p>
<p>Obwohl die formalen Voraussetzungen f&#252;r einen Gipfel erf&#252;llt sind – Anwesenheit von Bundeskanzlerin, vier Fachministern, einige Staatssekret&#228;re usw. – mangelt es dem IT-Gipfel an tats&#228;chlich inhaltlichem Gipfel-Charakter. Vor vier Jahren als kleines, exklusives Entscheider-Treffen gestartet, gab es bis heute kaum eine Weiterentwicklung – abgesehen von den Teilnehmerzahlen und neuen Arbeitsgruppen.</p>
<p><strong>Politisch spielt der IT-Gipfel noch immer keine Rolle.</strong> Globale Diskussionen und Raum f&#252;r internationale G&#228;ste sind nicht vorhanden. Insgesamt scheint Deutschland die Zeichen der Zeit nicht verstanden zu haben. Eine nationale Nabelschau bei Themen der Informationsgesellschaft ist r&#252;ckw&#228;rtsgewandt und nicht dienlich f&#252;r eine Diskussion &#252;ber die Chancen der Digitalisierung. Die geladene Zivilgesellschaft wirkte handverlesen und hatte kaum etwas mit der viel beschworenen „Internet Community“ zu tun, die sich anderenorts immer wieder zu Wort meldet. Parlamentarier waren an einer Hand abzuz&#228;hlen.</p>
<p>Das alles macht deutlich: Ein neuer Anfang ist bitter notwendig. Anstatt n&#228;chstes Jahr eine simple Neuauflage zu veranstalten,  m&#252;sste eine Diskussionsfreudigkeit erzeugt und unterst&#252;tzt werden, die zum Umdenken f&#252;hrt. Statt sich von einzelnen Branchen umgarnen zu lassen, w&#228;re eine gesamtgesellschaftliche Diskussion &#252;ber die Folgen der Digitalisierung f&#252;r unser Leben anzusto&#223;en. Diese notwendige Diskussion m&#252;sste gesellschaftlich, wirtschaftlich und wissenschaftlich – ohne die &#252;blichen emotionalen Vorw&#252;rfe – gef&#252;hrt werden.</p>
<p>Die Regierung glaubt jedoch weiter, die Digitalisierung sei vor allem wirtschaftspolitisch zu betrachten und als Wachstumsmotor zu f&#246;rdern. N&#246;tig w&#228;re aber auch eine Diskussion &#252;ber netzpolitische Fragen, die alle Menschen betreffen. Ein Gipfel bietet daf&#252;r nicht den schlechtesten Ansatz, da er die Bedeutung des Themas symbolisch untermauert.</p>
<p>Frau Leutheusser-Schnarrenberger fragte zum Abschluss ihrer Diskussion in die Runde, was sich die Menschen von der Bundesregierung w&#252;nschen w&#252;rden. Meine Antwort an die Bundesregierung ist nach dem vierten IT-Gipfel deutlich: <strong>Ein Neuanfang w&#228;re f&#228;llig.</strong></p>
<ul>
<li>Diskussionen m&#252;ssten<strong> gesamtgesellschaftlich</strong> gef&#252;hrt werden und aus der   Fixierung auf wirtschaftspolitische Fragestellungen ausbrechen.</li>
<li> <strong>Internationale Diskussionen</strong> auf nationaler B&#252;hne m&#252;ssten erm&#246;glicht werden. Die Digitalisierung kennt keine Nationalstaaten.</li>
<li>Eine <strong>B&#252;rgerbeteiligung</strong>, die nicht nur in irgendwelche Vortreffen ausgelagert wird, w&#228;re gefordert. Ein <em>Open Space</em> am Vortag war ein erster Schritt in die richtige Richtung.</li>
<li>Eine Umbenennung vom IT-Gipfel zum „<strong>Gipfel f&#252;r die Informationsgesellschaft</strong>“ w&#228;re angrebracht – und m&#252;sste zum Programm gemacht werden. Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft m&#252;ssen endlich gemeinsam diskutieren. Nur gemeinsame Ans&#228;tze k&#246;nnen die Netzpolitik hierzulande tats&#228;chlich vorantreiben und die gesellschaftlichen Fragen der Digitalisierung ernsthaft diskutieren.</li>
</ul>
<p>Bundeskanzlerin Merkel hat den IT-Gipfel als „Symbiose der Anstrengungen von Politik und Wirtschaft“ beschrieben. Das ist falsch. Denn die Fragen der Digitalisierung zu beantworten, muss das Ergebnis der Anstrengungen der gesamten Gesellschaft sein. Denn Digitalisierung betrifft alle Menschen.</p>
<p><em>Malte Spitz hat am vierten IT-Gipfel der Bundesregierung teilgenommen. Er ist Mitglied im Bundesvorstand von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=20025&amp;md5=fb17c31ccd7130ff6c499f805087961d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Irrt&#252;mer auf dem IT-Gipfel: &#214;ffentlicher Raum und kein Auto!</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Nov 2008 16:40:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mercedes Bunz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[IT-Gipfel]]></category>

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		<description><![CDATA[Nur wenn man wirklich sehr, sehr aufmerksam gewesen ist, hat man es mitbekommen: Die Bundesregierung hat am Donnerstag zum 3. IT-Gipfel in Darmstadt eingeladen. Uns nat&#252;rlich nicht. Sondern die Gro&#223;industrie. Telekom, SAP, den Branchenverband Bitkom und so weiter. Nicht die Internetnutzer.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/0090f2d05e814b886cd2d4e39ba129" width="1" height="1" alt=""/>Das ist nat&#252;rlich seltsam. Jeder halbwegs aufgeweckte Internet-Surfer wei&#223;, dass die gro&#223;en Chancen des Internet darin bestehen, dass die Produktionskosten dort niedrig sind, die Reichweite potentiell immens, kurz, dass man von einem Ende aus die Welt erobern kann, wie es Napster, Google oder hierzulande StudiVZ vorgemacht haben. Wirtschaftlich. Und das ist nur das eine.</p>
<p>Nur die Bundesregierung wei&#223; das alles bislang noch nicht. Deshalb kein Wunder: Im Internet wurde das Event vorher kaum zur Kenntnis genommen, niemand freute sich in Blogs darauf und schnatterte aufgeregt durch die Gegend. Es bildete sich auch kein wild diskutierendes Forum. <strong>Im Internet: Stille.</strong></p>
<p>Daf&#252;r hat das Wirtschaftsministerium in einigen Tageszeitungen eine Informationsbrosch&#252;re beilegen lassen – das sagt ja eigentlich schon alles. <strong>Dort findet man ellenlange Gru&#223;worte vornehmlich alter M&#228;nner, voll gepackt mit langweiligen Zahlen, die man alle schon vorher ergooglen konnte.</strong> In der Brosch&#252;re und vor Ort besprach man ungef&#228;hr folgendes: Das Internet bedeutet Arbeitspl&#228;tze, Breitband soll ausgebaut werden, bei jungen Leuten sind heute – &#220;berraschung &#8211; E-skills gefragt. Na, um die m&#252;ssen sich die alten M&#228;nner wohl bei jungen Leuten keine Sorgen machen, aber man schlie&#223;t eben leicht von sich auf andere, kennt man ja.</p>
<p><strong>Man kann nur hoffen, dass international keiner das Programm in die Finger bekommt und auf diese Weise schnallt, wie wenig man in Deutschland in Sachen digitaler Technologie tats&#228;chlich gepeilt hat.</strong> Tats&#228;chlich ist die Bundesregierung einem klassischen medialen Problem aufgesessen: Immer sucht man erstmal das alte Medium im Neuen, das wusste schon Marshall McLuhan. <strong>Und jetzt denkt man im Wirtschaftsministerium, das Internet w&#228;re ein Auto. </strong>Und wenn man sich um die Gro&#223;konzerne k&#252;mmert, w&#252;rde man das Internet f&#246;rdern. Die IT-Gro&#223;konzerne ihrerseits haben nat&#252;rlich nicht im Sinn, diesen Eindruck zu korrigieren <strong>– und so geben sich die Schlipse gegenseitig zufrieden die Hand, allerh&#246;chstens gest&#246;rt von dem roten Irokesenschnitt von Sascha Lobo.</strong></p>
<p>Dabei k&#246;nnte die Politik hier in der Tat mal etwas gestalten. Denn das Internet ist keine Freihandelszone. Es ist ein &#246;ffentlicher Raum, in dem wir zwar auch einkaufen, vor allem aber kommunizieren wir in ihm, halten Freundschaften, diskutieren miteinander. Und nicht nur das, dort informieren wir uns &#252;ber Aktuelles, &#252;ber Politisches, &#252;ber Alles, was wir wissen wollen. Das Internet ist eine der ersten Anlaufstellen f&#252;r den fragenden Bundesb&#252;rger geworden, es ist eines der wichtigsten Medien zur Verwaltung unseres Wissens. Die Gr&#252;ndung der digitalen <a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;ct=res&amp;cd=1&amp;url=http%3A%2F%2Fdev.europeana.eu%2F&amp;ei=b5QlSYTmAY6C7gWa3czNAQ&amp;usg=AFQjCNEi1iBh6uCuFq6zJqzOQ8jKLeu0yA&amp;sig2=ewnQLhkHUIXBaKQPhe7YRg">Bibliothek Europeana</a>, an der Deutschland sich mit mageren 1 Prozent Archivmaterial beteiligt hat, tr&#228;gt dem Rechnung, paradoxer Weise am selben Tag.</p>
<p>42 Millionen Menschen nutzen in Deutschland das Internet. Und nein, kaufen dort nicht alle nur ein. Das Internet ist zum Teil unseres Lebens geworden, im Internet sammeln wir viel von dem, was wir heute wissen. Wenn Angela Merkel sagt, dass jeder in drei bis vier Jahren einen Breitbandanschluss haben k&#246;nnte, und hinzuf&#252;gt, dass w&#228;re ein tolles Signal in einer Zeit, in der es viel Skepsis gibt, klingt das wie Hohn. Nein, tut das nicht: <strong>Das Netz ist zu wichtig und zu politisch, um es allein dem Bundeswirtschaftsministerium zu &#252;berlassen.</strong> Das Internet, liebe Bundesregierung, ist ein &#246;ffentlicher Raum und kein Auto. Umso mehr solltet ihr eure Politik &#252;berdenken. Denn mit den Autos hat das, ehrlich gesagt, auch nicht so wirklich gut geklappt.
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		<title>&#8220;IT-Gipfel&#8221;: Korporatistisches Schaulaufen ohne Vision</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Nov 2008 14:42:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Gipfel]]></category>

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		<description><![CDATA[Der heutige IT-Gipfel passt zur Merkel-Republik: Eine wenig &#252;berzeugende Kontaktmesse f&#252;r Regierungsbeamte und Lobbyisten mit angeschlossenem Medienevent. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/45de96160c6ee85ec66247e20f7745" alt="" width="1" height="1" />Wenn Gerhard Schr&#246;der der Kanzler der runden Tische war (zumindest anfangs), dann ist <strong>Angela Merkel die Kanzlerin der Gipfel</strong>: Von Islam, Banken, Klima oder Auto &#8211; wer bei Angela Merkel keinen Gipfel hat, gilt offenbar wenig.</p>
<p>Die Kanzlerin liebt Gipfel, weil sie zu ihrem Regierungs- und Wirtschaftsmodell passen: Merkel regiert einerseits gerne durch pers&#246;nlichen Austausch. Andererseits hat Merkel einen eigent&#252;mlichen Korporatismus entwickelt, bei dem es quasi darum geht, Staat und Wirtschaft eng miteinander zu verschr&#228;nken und &#252;ber beide zu regieren.</p>
<p>Die Gipfelei von Merkel muss irgendwann 2006 eingesetzt haben. Damals gab es auch <strong>den ersten IT-Gipfel</strong> in Potsdam. Heute folgte in h&#252;bscher Jahresfolge der dritte Gipfel in Darmstadt. Das offizielle Gipfelblog weist stolz darauf hin, dass erstmals Deutschlands gr&#246;&#223;te Blogs <a href="https://it-gipfelblog.hpi-web.de/2008/11/12/deutschlands-groesste-weblogs-auf-dem-3-it-gipfel/">eingeladen wurden</a>. Viel Resonanz ist darauf jedoch bislang nicht zu finden. (Nachtrag: Gerade hat Thomas Kn&#252;wer <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1972">notiert</a>: Auf dem IT-Gipfel habe es &#8220;lauwarme Ank&#252;ndigungen und weltfremde Subventionierungen&#8221; gegeben: &#8220;Ein trauriges Manifest der Non-Wertsch&#228;tzung von Informationstechnologie in Deutschland anno 2008&#8243;)</p>
<p>Markus Beckedahl blieb lieber zu Hause und merkt richtig an, dass hier vor allem &#8220;<strong>Standortpolitik nach dem Modell der alten Deutschland-AG</strong>&#8221; <a href="http://netzpolitik.org/2008/kommentar-zum-it-gipfel/">betrieben werde</a>. Regieren werde verstanden als &#8220;als Organisieren von Gro&#223;projekten in Zusammenarbeit mit der IT-Wirtschaft&#8221;. Demgegen&#252;ber seien wichtige gesellschaftliche Gruppen bei dem Gipfel &#252;berhaupt nicht eingeladen worden.</p>
<p>In der Tat ist die ganze Veranstaltung exakt auf das Profil des &#8220;Hightech-Verbandes&#8221; BITKOM zugeschnitten. Der Bitkom <a href="http://www.bitkom.org/de/wir_ueber_uns/99.aspx" target="_blank">versteht sich</a> als &#8220;das Sprachrohr der IT-, Telekommunikations- und Neue-Medien-Branche&#8221; &#8211; und genauso indifferent wie diese Abgrenzung ist auch der gesamte &#8220;IT-Gipfel&#8221;. Von Telekom-Regulierung, &#252;ber Energie-Politik bis Sicherheitstechnik &#8211; alles wird in diesen Gipfel gestopft, bei dem dann 500 Teilnehmer den Schaulaufen der Branchenvertreter und Spitzenpolitiker beiwohnen d&#252;rfen.</p>
<p>Dabei h&#228;tte die Digitalisierung und ihre Folgen eine wirklich ernsthafte Besch&#228;ftigung der Regierung verdient. Dabei m&#252;ssen die inhaltliche Vorbereitung, die F&#252;hrung und die Visionen jedoch von der Politik und der Regierung ausgehen. Das genau aber scheint bei dem Gipfel nicht der Fall zu sein. Statt dessen entsteht der Eindruck einer eher m&#228;&#223;ig organisierten <strong>Kontaktmesse f&#252;r Regierungsbeamte und Lobbyisten mit angeschlossenem Medienevent</strong>.</p>
<p>Die Wirkung solcher Pseudo-Events ist verheerend &#8211; denn hier wird nicht regiert, nicht gehandelt &#8211; sondern Regierungshandeln simuliert, w&#228;hrend die Beteiligten ihre und unsere Zeit verschwenden. Und eben dies selbst kaum oder gar nicht realisieren.</p>
<p>Wirtschaftsminister Glos <a href="http://de.news.yahoo.com/1/20081120/ttc-politik-und-wirtschaft-machen-sich-f-c3fdd55.html">stellte</a> auf dem IT-Gipfel ein Strategiepapier «Breitband der Zukunft» vor, in dem es vor allem um den Ausbau von Glasfasernetzen und mobilem Internet geht. Ein sicherlich wichtiges Thema f&#252;r das kurz- bis mittelfristige Investitionsvolumen der TK-Industrie: <strong>Datenautobahnen gegen die Konjunkturkrise</strong> ist eine adrette Formel, auf die sich alle einigen k&#246;nnen.</p>
<p>Aber ist dies ein wirklich relevantes Thema, wenn es um die Zukunft der digitalen Wirtschaft in Deutschland geht? &#8211; Nein. Die zentralen Zukunftsthemen hingegen w&#228;ren etwa <strong>Medienkompetenz, Bildungs- und Forschungsinitiativen</strong>.</p>
<p>In einem Jahr sind Bundestagswahlen. Wenn man dann fragt, warum die ersten Merkel-Jahre eigentlich so <strong>eigent&#252;mlich schwerf&#228;llig, gut vernetzt und doch visionslos</strong> waren &#8211; man k&#246;nnte auf Ereignisse wie den dritten IT-Gipfel verweisen.
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<a href="http://carta.info/1811/it-gipfel-korporatistische-schauveranstaltung/">&#8220;IT-Gipfel&#8221;: Korporatistisches Schaulaufen ohne Vision</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/1811/it-gipfel-korporatistische-schauveranstaltung/#comments">One comment</a>
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