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	<title>CARTA &#187; Investigativer Journalismus</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 23:19:38 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Gesch&#228;fte mit privaten Daten: Warum sich der &#8220;Spiegel&#8221; mit der halben Wahrheit begn&#252;gt</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Jan 2011 18:44:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Falk Lüke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Der neue Spiegel-Titel "Facebook &#38; Co: Die Uners&#228;ttlichen" macht viel Wind um den Handel mit Kundendaten. Das hat Falk L&#252;ke, bis vor kurzem f&#252;r Datenschutz zust&#228;ndiger Referent beim Bundesverband der Verbraucherzentralen, zu einer Replik herausgefordert. Er meint, die Verlage sollten auch vor der eigenen T&#252;r kehren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Datenschutz ist ein spannendes Thema f&#252;r Journalisten. Da gibt es B&#246;se, Unschuldige, Unwissende und Ratlose. Sch&#246;ne Geschichten lassen sich anhand solcher Bilder gut erz&#228;hlen: Das gro&#223;e b&#246;se Unternehmen X, der arme kleine B&#252;rger Y, ausgebeutet vom internationalen Gro&#223;konzern, um am Ende entbl&#246;&#223;t dazustehen.</p>
<p>Tats&#228;chlich ist an diesen Geschichten viel Wahres dran. Datenschutz ist und bleibt ein Stiefkind der Unternehmenskulturen. Denn Rechtslage und Durchsetzung, aber auch die grunds&#228;tzliche kulturelle Frage des Umgangs mit Informationen, die die eigene Person oder gar Dritte betreffen, sind nicht abschlie&#223;end gel&#246;st, und es gibt auch niemanden, der in den vergangenen Jahren durchg&#228;ngig klare und praktikable Konzepte entwickelt h&#228;tte (einzig der ideologiegetriebene Post-Privacy-Utopismus, in dem niemand etwas zu verbergen hat, weil die Welt bereit daf&#252;r ist, traut sich so lange messianisch hervor, bis es um die Privatsph&#228;re seiner F&#252;rsprecher geht).</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-37149" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/01/spiegel0211-228x300.jpg" alt="" width="228" height="300" />Wie bei fast allen Problemen der digitalen Gesellschaft machen erst bestimmte Erscheinungen im Internet diese begreifbar und in den Dimensionen anschaulich. Ob dabei Facebook, B&#252;rgel, Arvato Infoscore, Easycash, das Einwohnermeldeamt, das eingestellte Neuromarketing-Verkaufsverfahren der Hamburger Sparkasse oder Google mehr negative Auswirkungen f&#252;r den Einzelnen mit sich bringen, l&#228;sst sich seri&#246;s kaum beantworten.</p>
<p>Einfach und verst&#228;ndlich ausgedr&#252;ckt: Es gibt Firmen, die verdienen mit Daten Geld. Viel Geld. Zum Beispiel die deutschen Verlage.</p>
<p>Warum &#228;u&#223;ert sich etwa der Bundesverband der deutschen Zeitungsverleger immer wieder zu Datenschutz-Gesetzesnovellen? Man k&#246;nnte dar&#252;ber erstaunt sein. Doch Daten von Kunden f&#252;r andere nutzbar zu machen, ist f&#252;r viele Verlage eine Einnahmequelle. &#8220;Leserumfragen mit Gewinnspiel&#8221; dienen nicht zuletzt der Datengenerierung. F&#252;r ihre eigenen Werbeaktionen nutzen manche Verlage auch Daten Dritter.</p>
<p>Wer k&#246;nnte zum Beispiel ein starkes Interesse an der Abonnentenkartei einer Fernsehzeitschrift haben? Nat&#252;rlich eine Organisation, die gerne Leute ertappen w&#252;rde, die angegeben haben, keinen Fernsehapparat zu besitzen. Zuf&#228;llig sitzt in einem K&#246;lner Vorort ein solcher Interessent. Die Daten kaufen? Das darf die GEZ nicht. Aber das muss sie ja auch nicht.</p>
<p>Verlage sind in der Regel nicht identisch mit ihren Redaktionen. Andererseits sind Redaktionen auch nicht so unabh&#228;ngig von den Verlagsinteressen, wie Lehrb&#252;cher es gerne glauben machen m&#246;chten. Dass es f&#252;r Journalisten viel einfacher ist, einen externen Player wie <em>Facebook</em> oder <em>Google</em> beim kritischen Thema Datenschutz anzugreifen als den eigenen Verlag, liegt auf der Hand. Schon das Schreiben &#252;ber andere Publikationen, &#252;ber Journalisten eines anderen oder des eigenen Hauses ist oft mit Debatten verbunden. Wer wollte da glauben, dass <em>Spiegel</em>-Reporter das eigene Unternehmen zur Titelstory machen: &#8220;Datenkrake Spiegel Verlag&#8221;? &#8216;Selbstinvestigativer&#8217; Journalismus ist ein eher theoretisches Arbeitsgebiet f&#252;r Journalisten. Eventuell mal ein sch&#246;nes Thema f&#252;r investigative Blogger?</p>
<p>Dass Journalisten sich eher mit anderen Playern besch&#228;ftigen, ist am Ende vielleicht sogar w&#252;nschenswert. Bei ihren eigenen Verlagen w&#228;ren sie wohl zu nah am Beobachtungsobjekt.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>Lesen Sie zu diesem Thema auch <a href="http://gutjahr.biz/blog/2011/01/doppelmoral-1-der-spiegel/">Richard Gutjahrs Text</a> &#252;ber die Doppelmoral des &#8220;Spiegel&#8221;.</em></p>
<p><em>Texte auf Carta zum Thema Facebook: </em><em>1. Ein <a href="http://carta.info/26360/facebook-ein-sonderfall-im-oekosystem-des-internets/">Sonderfall</a>; 2. Facebook <a href="http://carta.info/32612/facebook-places-ich-bin-hier-wie-sag-ichs-dir/">Places</a>; 3. Ein <a href="http://carta.info/25462/facebook-ein-zwischenruf/">Zwischenruf</a></em></p>
<p><em>Au&#223;erdem: </em><em><a href="http://carta.info/33848/spiegel-online-die-wahre-krake-im-netz/">Spiegel Online – die wahre Krake im Netz</a></em>
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<a href="http://carta.info/37146/geschaefte-mit-privaten-daten-warum-sich-der-spiegel-mit-der-halben-wahrheit-begnuegt/">Gesch&#228;fte mit privaten Daten: Warum sich der &#8220;Spiegel&#8221; mit der halben Wahrheit begn&#252;gt</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/37146/geschaefte-mit-privaten-daten-warum-sich-der-spiegel-mit-der-halben-wahrheit-begnuegt/#comments">23 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37146&amp;md5=e9fadca6856d6e24d5f36a42b9a6a421" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Bulldog Blog &#8211; ein neues Blog &#252;ber Investigatives und Datenjournalismus</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Oct 2010 11:20:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Lars-Marten Nagel]]></category>
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		<description><![CDATA[„Bulldog Blog“ – so hei&#223;t das neue Blog des Redakteurs Lars-Marten Nagel. Seit dem 6. September bloggt Nagel darin &#252;ber alles was mit investigativem Journalismus und Datenjournalismus zu tun hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/1199b1d2906949ec87e85bed4c6641d8" alt="" width="1" height="1" />Das <a href="http://bulldoglog.wordpress.com/" target="_blank"><em>Bulldog Blog</em></a> will „best practice“-Beispiele aus dem deutschen und anglo-amerikanischen Raum zeigen, handwerkliche Kniffe vermitteln und zur Diskussion &#252;ber Recherche anregen. Und: „Dieser Wachhund interessiert sich f&#252;r bissigen Journalismus, den es Experten zufolge in Deutschland gar nicht gibt, der trotzdem immer weniger wird, aber f&#252;r die Demokratie unerl&#228;sslich ist: Investigativen Journalismus“.</p>
<p>Nagel schreibt aber auch &#252;ber spezielle Themen wie die HSH Nordbank oder Abgeordnete und ihre Verbandelungen mit R&#252;stungsvereinen. Nagel wertete in der Vergangenheit zusammen mit Kollegen mit Hilfe von Webscraping-Software die <a href="http://www.bundestag.de/dokumente/parlamentsarchiv/sachgeb/lobbyliste/lobbylisteamtlich.pdf" target="_blank">Liste der beim Deutschen Bundestag registrierten Lobbyisten</a> aus und fand dabei heraus, dass f&#252;nf Abgeordnete Nebent&#228;tigkeiten bei  der Deutschen Gesellschaft f&#252;r  Wehrtechnik, der Gesellschaft f&#252;r Wehr-  und Sicherheitspolitik e.V. und dem F&#246;rderkreis Heer e.V. nicht beim  Bundestag angezeigt hatten. <a href="http://bulldoglog.wordpress.com/2010/09/09/abgeordnete-und-rustungsvereine/" target="_blank">&#220;ber diese Recherche schreibt Nagel</a> im <em>Bulldog Blog</em>:</p>
<blockquote><p>Im Prinzip mussten nur zwei Listen verglichen werden, in  der Praxis war daf&#252;r ein programmierter Roboter und viel Geduld von  N&#246;ten. Mit sogenanntem Webscraping […] las ein Kollege die Namen und  Daten der Abgeordneten von der Bundestagswebseite aus. Gleiches geschah  mit der Lobbyliste. Die gewonnenen Informationen mussten dann in Access  und Excel und angepasst werden.</p></blockquote>
<p>Ein anderes Thema, dem sich Nagel, der seine auch <a href="http://books.google.de/books?id=j0Lb2aG_8kQC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=bedingt+ermittlungsbereit&amp;source=bl&amp;ots=Df1Al8EZQG&amp;sig=o_Zw0VCtEBxAaxs_XvUOx7XxBoY&amp;hl=de&amp;ei=Y62xTPmfDsSZOsDehPsF&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1&amp;ved=0CBYQ6AEwAA#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">bei Netzwerk Recherche ver&#246;ffentlichte Diplomarbeit</a> &#252;ber das Thema &#8220;Investigativer Journalismus in Deutschland und in den USA&#8221; schrieb, widmet, ist das in den USA stark verbreitete <a href="http://www.sportjournalismus.org/images/downloads/car_werkstatt_3_06.pdf" target="_blank">Computer-Assisted Reporting (CAR)</a>.</p>
<p>Nagel erz&#228;hlt in seinem Blog auch eine <a href="http://bulldoglog.wordpress.com/2010/10/01/krise-bei-wikileaks/" target="_blank">Anekdote zu Wikileaks</a>:</p>
<blockquote><p>Ich erinnere mich an eine Frage aus dem Publikum bei der letzten Netzwerk-Recherche-Jahreskonferenz an Daniel Schmitt auf dem Podium: „Wie f&#228;llen Sie Entscheidungen? Eher basisdemokratisch wie bei der taz oder durch Einzelpersonen und Hierarchien?“ Die Antwort war so unpr&#228;zise, dass mir der exakte Wortlaut entfallen ist. Sinngem&#228;&#223;: Irgendwie in der Gruppe.<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Muckraker" target="_blank"></a></p></blockquote>
<p>Zudem hat der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Muckraker" target="_blank">Muckraker</a> Nagel, der in Leipzig und den USA studiert hat, einen interessanten Linktipp parat. Die</p>
<blockquote><p><a href="http://projects.nytimes.com/guantanamo" target="_blank">Guantanamo-Datenbank</a> der New York Times. Jeder Inhaftierte ist dort verzeichnet und mit Dokumenten zur Person verlinkt.</p></blockquote>
<p>Mit seinem neuen Blog reiht sich Nagel ein in eine kleine Schaar von deutschen Journalisten, die &#252;ber Investigatives bloggen. Wichtigste Vertreter auf diesem Gebiet: Der Stern-Reporter Hans-Martin Tillack mit <em><a href="http://www.stern.de/blogs/hans-martin_tillack/" target="_blank">Mein Rechercheblog</a></em>, der Blog <em><a href="http://recherche-info.de/" target="_blank">Journalismus &amp; Recherche</a></em>, f&#252;r den unter anderem <a href="http://www.ude.de/" target="_blank">Albrecht Ude</a>, <a href="http://www.autorenwerk.de/index.php?tpl=wer/autoren/m_li.html" target="_blank">Marcus Lindemann</a> und der CARTA-Autor <a href="http://carta.info/autor/matthias_spielkamp/" target="_blank">Matthias Spielkamp</a> schreiben, der freie Journalist Boris Kartheuser mit seinem Blog <em><a href="http://www.investigativerecherche.de/" target="_blank">Investigative Recherche</a></em>, die freie Journalistin Brigitte Alfter mit ihrem Blog <em><a href="http://blogs.euobserver.com/alfter/" target="_blank">Watchdog</a></em> auf euobserver.com und das ARD-Magazin Panorama mit seinem sendungsbegleitenden <a href="http://panorama.blog.ndr.de/" target="_blank">Blog</a>.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34957&amp;md5=5916f2e9395be1370fb644d1c938a9ea" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wikileaks: Der tiefe Riss</title>
		<link>http://carta.info/34419/wikileaks-der-tiefe-riss-um-die-oekonomisierung/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Sep 2010 12:20:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Leisegang</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
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		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>

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		<description><![CDATA[Der &#252;berraschende R&#252;ckzug des ehemaligen Wikileaks-Sprechers Daniel Schmitt hat den tiefen Riss zu Tage treten lassen, der sich durch die F&#252;hrungsriege der Organisation zieht. Mehr noch: Der Streit um die zuk&#252;nftige Ausrichtung von Wikileaks offenbart, dass das Projekt am Scheideweg steht und – statt aus vergangenen Fehlern zu lernen – an seinen eigenen Wertma&#223;st&#228;ben zu scheitern droht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/097b22b301794a9a8a2ef7b5091c2802" alt="" width="1" height="1" />Wikileaks definiert sich als „Open-Source-Nachrichtendienst“, dessen Ziel es ist, „unethisches Verhalten in Regierungen und Unternehmen“ aufzudecken. Jeder kann der Organisation unter dem Schutzmantel vollkommener Anonymit&#228;t brisante Informationen &#252;bergeben; dank aufwendiger Verschl&#252;sselungsvorkehrungen erfahren nicht einmal die Projektverantwortlichen die Identit&#228;t der Informanten.</p>
<p>Der engagierte Einsatz f&#252;r mehr Transparenz steht jedoch im krassen Widerspruch zu der eigenen &#214;ffentlichkeitsarbeit: Denn Wikileaks gibt – auch um das eigene Vorhaben nicht unn&#246;tig zu gef&#228;hrden – kaum mehr als eine Handvoll vager Informationen &#252;ber sich selbst preis. Damit k&#246;nnen Au&#223;enstehende nicht nachvollziehen, wie unabh&#228;ngig Wikileaks tats&#228;chlich &#252;ber die Ver&#246;ffentlichung eingereichter Geheimdokumente entscheidet. Vielmehr erwarten die Wikileaks-Aktivisten, dass die B&#252;rgerinnen und B&#252;rger den selbsternannten W&#228;chtern der Wahrheit blind vertrauen – auch wenn Wikileaks selbst keiner &#246;ffentlichen Kontrolle unterliegt. Hierdurch ger&#228;t das Projekt in <a href="http://www.slate.com/id/2262066">Konflikt zu den eigenen Wertma&#223;st&#228;ben</a>, ist doch der Anspruch totaler Transparenz mit der vollkommenen Anonymit&#228;t derer, die sie herbeif&#252;hren m&#246;chten, nur schwer zu vereinbaren.</p>
<p>Hinzu kommt, dass sich die fehlende Transparenz ironischerweise gegen Wikileaks selbst wenden k&#246;nnte. Denn aufgrund des strikten Quellenschutzes wird das interne „Peer-Review“-Verfahren fr&#252;her oder sp&#228;ter sehr wahrscheinlich einer F&#228;lschung aufsitzen. Vor allem aber ist Wikileaks nicht davor gefeit, selbst zum Spielball in den politischen Auseinandersetzungen zu werden.</p>
<p>So wurde der Organisation im November letzten Jahres gezielt die E-Mail-Kommunikation der umstrittenen Klimaforscher der Climatic Research Unit der University of East Anglia zugespielt – offenbar mit der <a href="http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/die-dokumente-aendern-nichts">Absicht</a>, in der &#214;ffentlichkeit den Verdacht zu sch&#252;ren, Temperaturmessungen zum Nachweis des Klimawandels seien manipuliert worden. Auf diese M&#246;glichkeit angesprochen, verweisen die Aktivisten stets auf die oberste Priorit&#228;t, glaubw&#252;rdig zu bleiben und s&#228;mtliche zugespielten und f&#252;r authentisch befundenen Inhalte ungefiltert zu ver&#246;ffentlichen.</p>
<p>Damit aber tritt zu der mangelnden Transparenz ein weiteres Problem: <strong>Denn auch wenn das Streben nach unbedingter Wahrheit auf den ersten Blick konsequent erscheint, ignoriert es doch zugleich unerbittlich die Folgen des eigenen Handelns.</strong> Das wird nicht zuletzt an den ethischen Kriterien des Journalismus deutlich, mit denen sich Wikileaks gerne schm&#252;ckt.</p>
<p>Wiederholt reklamierte Julian Assange, der Kopf der Organisation, f&#252;r die Publikationspolitik von Wikileaks den Status „<a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-72370243.html">wissenschaftlichen Journalismus</a>“. Allerdings ist einem investigativen Journalisten die Herkunft der ihm zugespielten Informationen in der Regel bekannt. Daher kann und sollte er nicht nur R&#252;ckschl&#252;sse auf die Motive des Informanten ziehen, sondern muss zugleich folgenschwere Publikationsentscheidungen abw&#228;gen, um diese am Ende auch gegen&#252;ber Dritten verantworten zu k&#246;nnen.</p>
<p>Einer solchen Verantwortung entziehen sich die Wikileaks-Aktivisten – mit fatalen Folgen insbesondere dann, wenn es bei den Ver&#246;ffentlichungen zu „Kollateralsch&#228;den“ kommt. Und diese werden bisweilen sogar bewusst in Kauf genommen: So haben Menschenrechtsorganisationen Wikileaks daf&#252;r kritisiert, in den j&#252;ngst publizierten Kriegsberichten die Namen afghanischer Zivilisten nicht vollst&#228;ndig getilgt zu haben. Amnesty International <a href="http://www.huffingtonpost.com/2010/08/10/amnesty-international-hum_n_677048.html">bef&#252;rchtet</a> daher, dass es in der Folge zu Vergeltungsma&#223;nahmen durch die Taliban kommen k&#246;nnte.</p>
<p>In der Tat r&#228;umte Wikileaks freim&#252;tig ein, die Identit&#228;t „Schuldiger“ gezielt ver&#246;ffentlicht zu haben. Beispielsweise sei, <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/wikileaks-julian-assange-fast-ein-held-1.992375">so Julian Assange</a>, der Name des Leiters einer afghanischen Radiostation nicht unkenntlich gemacht worden, da dieser sich von der US-Armee habe bestechen lassen, pro-amerikanische Berichte zu senden.</p>
<p>Offenbar macht Assange keinen Unterschied zwischen der Ver&#246;ffentlichung geheimer Wirtschaftsvereinbarungen innerhalb eines Rechtsstaats &#8211; wie beispielsweise der Toll-Collect-Vertr&#228;ge &#8211; und der Verbreitung von Geheimdienstinformationen in einem Kriegsgebiet, die den dortigen Konflikt sch&#252;ren k&#246;nnten. <strong>Entscheidend aber ist, dass sich Wikileaks zum Richter &#252;ber die Schuld von Einzelpersonen aufschwingt – und auf diese Weise selbst zum Kombattanten wird</strong>, wenn die unfreiwillig ans Licht Gezerrten vor aller Augen an den Pranger gestellt werden und dadurch – im schlimmsten Fall – am Ende gar mit ihrem Leben bezahlen.</p>
<p>Damit aber nicht genug: Geht es nach Julian Assange, sollen die „Leaks“ zudem noch <a href="http://www.newyorker.com/reporting/2010/06/07/100607fa_fact_khatchadourian">&#246;ffentlichkeitswirksam</a> &#8211; und damit spendenwirksam &#8211; vermarktet werden.  Gerade dieser Vorsto&#223; d&#252;rfte erheblich zu einer Versch&#228;rfung des Streits unter den Wikileaks-Aktivisten gef&#252;hrt haben. So begr&#252;ndet &#8220;Daniel Schmitt&#8221; seinen R&#252;ckzug auch damit, dass sich die Organisation – und allen voran Assange – zunehmend auf gro&#223;e, aufsehenerregende Ver&#246;ffentlichungen konzentriere.</p>
<p>Diese Fokussierung hat seinen gute Grund. Nach eigenen Angaben hat Wikileaks seit Anfang dieses Jahres mehr als eine Mio. US-Dollar an Spendengeldern gesammelt – und damit weit mehr als die erforderlichen 200.000 Euro, welche die operativen Mindestkosten eines Jahres <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E5690EDAAA6584A1082B73235A5930139~ATpl~Ecommon~Scontent.html">decken</a>. Finanzielle Sorgen muss sich Wikileaks somit derzeit nicht machen. Die Organisation gibt zwar nicht preis, aus welchen Quellen die finanziellen Zuwendungen <a href="http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704554104575436231926853198.html">stammen</a>. Allerdings hat Wikileaks eine transparentere Buchhaltung <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/wikileaks-finanzierung-die-spur-des-geldes-1.984781">angek&#252;ndigt</a> und zumindest die Finanzierungsstrukturen &#246;ffentlicher gemacht.</p>
<p>Fest steht, dass die hohen Spendeneinnahmen nicht zuletzt mit Hilfe spektakul&#228;rer Enth&#252;llungen erzielt wurden. F&#252;r besonders gro&#223;e Aufmerksamkeit sorgte das im vergangenen April ver&#246;ffentlichte 18min&#252;tige Video „Collateral Murder“. Es zeigt, wie elf Zivilisten, darunter zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters, durch einen Helikopter der US-Armee beschossen und get&#246;tet werden. Die Ver&#246;ffentlichung zahlte sich f&#252;r Wikileaks auch finanziell aus: Innerhalb weniger Tage flossen mehr als 150.000 Euro auf das Spendenkonto der Organisation.</p>
<p><strong>Mit Erfolgen dieser Art droht Wikileaks jedoch mehr und mehr in den Sog einer „Aufmerksamkeits&#246;konomie“ zu geraten, die zulasten der postulierten Neutralit&#228;t geht.</strong> So entschied sich Julian Assange bei der Publikation des Videos bewusst f&#252;r den rei&#223;erischen Titel „Collateral Murder“, der sich an die euphemistische Bezeichnung „collateral damage“ (Kollateralschaden) anlehnt. Der Titel „Permission to Engage“ („Erlaubnis zum Angriff“) hingegen <a href="http://www.newyorker.com/reporting/2010/06/07/100607fa_fact_khatchadourian?currentPage=all">wurde verworfen</a>, um eine st&#228;rkere mediale Wirkung zu erzielen.</p>
<p>Diese Begr&#252;ndung erinnert eher an die verkaufsf&#246;rdernden Methoden der Regenbogenpresse als an wissenschaftlichen Journalismus. Ungeachtet dessen sagt Assange euphorisch ein „neues Finanzierungsmodell f&#252;r Journalismus“ voraus – und denkt bereits dar&#252;ber nach, brisante Informationen vorab exklusiv an h&#246;chstbietende Medienpartner zu verkaufen.</p>
<p>Offenbar scheint allen voran Julian Assange nicht bereit, aus Fehlern zu lernen. Vielmehr d&#252;rfte er sich nun mit der &#8220;Suspendierung&#8221; &#8220;<a href="http://carta.info/34343/streit-mit-assange-wikileaks-sprecher-daniel-schmitt-gibt-auf/">Daniel Schmitts</a>&#8221; gegen seine internen Kritiker durchgesetzt haben und seinem Ziel der &#214;konomisierung ein gutes St&#252;ck n&#228;her gekommen sein – die freilich zu weiteren Einschr&#228;nkungen der Transparenz und der Neutralit&#228;t des Wikileaks-Projekts f&#252;hren wird.</p>
<p>Wenn somit die Kombattantenschaft zuk&#252;nftig auch noch als Sensationsmeldung an den Meistbietenden verkauft wird, droht nicht nur die Philosophie der Transparenz den neuen Gesch&#228;ftszielen untergeordnet zu werden. Vor allem aber w&#228;ren Wikileaks hehre Ziele damit endg&#252;ltig ad absurdum gef&#252;hrt.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Der Text basiert auf einem l&#228;ngeren Debattenbeitrag, der in wenigen Tagen in den „<a href="http://www.blaetter.de/">Bl&#228;ttern f&#252;r deutsche und internationale Politik</a>“ <a href="http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2010/oktober">10</a>/2010 erscheinen wird.</em></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Mehr zum Thema auf Carta:</em></p>
<ul>
<li>Wolfgang Michal: <a rel="bookmark" href="../../32652/sieben-todsichere-methoden-wikileaks-zu-erledigen-eine-satire/">Sieben todsichere Methoden, Wikileaks zu erledigen. Eine Satire</a></li>
<li>Christoph Bieber: <a rel="bookmark" href="../../31246/afghanistan-protokolle-die-konjunktur-des-lecks-dank-wikileaks/">Afghanistan-Protokolle: Die Konjunktur des Lecks dank Wikileaks</a></li>
<li>Sebastian Lange und Johannes Altmeyer: <a rel="bookmark" href="../../26867/wikileaks-aus-einer-geheimsache-machen-wir-keine-weitere-geheimsache/">Wikileaks: Aus einer Geheimsache machen wir keine weitere Geheimsache</a> (Interview mit Daniel Schmitt)</li>
</ul>
<p><em>Aktuell au&#223;erdem lesenswert:</em></p>
<ul>
<li>Detlef Borchers: <a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E16C61BBFECED4728A6483FCF2CA49830~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Wikileaks – Rausschmiss im Geheimen</a></li>
<li><em> </em>Daniel Schmitt: <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,719604,00.html">Mir bleibt nur der R&#252;ckzug</a> (Interview von Marcel Rosenbach und Holger Stark)</li>
</ul>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34419&amp;md5=c8db1ae1dbacff530687aff5054f8d53" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Duisburgs Oberb&#252;rgermeister geht gegen Gutachten-Ver&#246;ffentlichung auf xtranews vor</title>
		<link>http://carta.info/32457/duisburgs-oberbuergermeister-sauerland-geht-wegen-gutachten-veroeffentlichung-gegen-xtranews-vor/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 22:56:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Adolf Sauerland geht gerichtlich gegen die vollst&#228;ndige Ver&#246;ffentlichung eines Gutachtens vor, das er selbst zu Aufkl&#228;rungszwecken in Auftrag gegeben hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/37e53035b3844c8e96505c51b6d11ce2" alt="" width="1" height="1" />Duisburgs Oberb&#252;rgermeister Adolf Sauerland (CDU) geht gerichtlich gegen die vollst&#228;ndige Ver&#246;ffentlichung eines Gutachtens zur Loveparade durch das Blog <em><a href="http://www.xtranews.de/2010/08/17/die-dokumente-zum-loveparade-gutachten-der-frau-dr-jasper/">xtranews</a></em> vor. Das Gutachten hatte die Stadt Duisburg selbst bei der Kanzlei “<a href="http://www.heuking.de/">Heuking K&#252;hn L&#252;er Wojtek</a>” in Auftrag gegeben, um die &#8220;Zust&#228;ndigkeiten&#8221; und &#8220;Auftragserf&#252;llung&#8221; der Stadt zu untersuchen. Die Stadt selbst ver&#246;ffentlichte schlie&#223;lich die <a href="http://www.duisburg.de/news/zwischenbericht_loveparade.php">Zusammenfassung</a>, die Anh&#228;nge aus Originaldokumenten von &#252;ber 300 Seiten hingegen nicht.</p>
<p>Die Presse zitierte teilweise aus den Anh&#228;ngen. So schrieb der <em>Spiegel</em> (<a href="http://www.pottblog.de/2010/08/17/adolf-sauerland-cdu-duisburgs-oberbuergermeister-mahnt-blog-wegen-der-veroeffentlichung-von-loveparade-gutachten-ab/">via</a>):</p>
<blockquote><p>Mit guten Gr&#252;nden hielten sie die Anlagen zu ihrem Bericht zun&#228;chst  unter Verschluss. Aus diesen 338 Seiten ergibt sich ein ganz anderes  Bild. Es zeigte eine Stadt, die offenbar ohne R&#252;cksicht auf Verluste in  letzter Minute fragw&#252;rdigste Sicherheitskonzepte abstempelte. Einen  Oberb&#252;rgermeister, der wohl besser &#252;ber das Planungschaos des Events  informiert war, als er &#246;ffentlich zugibt.</p></blockquote>
<p>Auch dem Portal <em>DerWesten.de</em> lagen die Dokumente vor &#8211; ver&#246;ffentlichte die Anh&#228;nge aber nicht. Als sich die Fragen zu diesen Anh&#228;ngen mehrten, entschied sich <em>xtranews</em>, diese zu <a href="http://www.xtranews.de/2010/08/17/die-dokumente-zum-loveparade-gutachten-der-frau-dr-jasper/">ver&#246;ffentlichen</a>.</p>
<p>Daraufhin erhielt <em>xtranews </em>nach <a href="http://www.xtranews.de/2010/08/17/die-dokumente-zum-loveparade-gutachten-der-frau-dr-jasper/">eigenen Angaben</a> am Dienstag eine einstweilige Verf&#252;gung des Landgerichts K&#246;ln gegen die Ver&#246;ffentlichung. Antragsteller ist die Stadt Duisburg vertreten durch ihren Oberb&#252;rgermeister Sauerland. Begr&#252;ndet wird der Unterlassungsanspruch mit Hinweis auf <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__97.html">§ 97 UrhG</a>.</p>
<p>Der Oberb&#252;rgermeister hat hier  also die vollst&#228;ndige Ver&#246;ffentlichung eines Gutachtens gerichtlich unterbinden lassen: Ein Gutachten, das er selbst zum Zweck der Aufkl&#228;rung in Auftrag gegeben hat und das mit st&#228;dtischen Mitteln bezahlt wurde.</p>
<p>Kann man eigentlich noch unverfrorener gegen Presse- und Meinungsfreiheit und eine transparente &#246;ffentliche Verwaltung vorgehen?</p>
<p>Mir ist schleierhaft, wie ein Gericht hier Urheberinteressen h&#246;her bewerten konnte als das &#246;ffentliche Interesse nach Aufkl&#228;rung. Sollte sich diese Auffassung durchsetzen, wird das Urheberrecht an der Stelle pr&#228;zisiert werden m&#252;ssen.</p>
<p>Die einstweilige Verf&#252;gung selbstredend ein weiteres PR-Desaster f&#252;r den unheimlichen Herrn Sauerland. Die Dokumente gibt es &#8211; wenig &#252;berraschend &#8211; inzwischen andernorts im Internet. Ein Teil davon zum Beispiel <a href="http://rs667.rapidshare.com/files/413506712/Loveparade.zip">hier</a>. Dabei ist auch zu erkennen, dass die Dokumente teilweise gar nicht von der Stadt selbst stammen &#8211; die Ver&#246;ffentlichung folglich auch ihre Urheberrechte nicht verletzt haben kann.</p>
<p>Die Stadt Duisburg hatte auf Anfrage von Marvin Oppong/<em>Carta</em> die Weitergabe von Unterlagen zur Loveparade nach dem Informationsfreiheitsgesetz <a href="http://carta.info/31945/stadt-duisburg-haelt-loveparade-dokumente-unter-verschluss/">verweigert</a>.</p>
<p>Siehe auch:</p>
<p><em><a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/08/17/der-erbarmliche-oberburgermeister/">Lawblog</a></em>, <em><a href="http://www.netzpolitik.org/2010/lovepared-stadt-duisburg-untersagt-blog-veroffentlichung-von-dokumenten/">Netzpolitik</a></em>, <em><a href="http://www.ruhrbarone.de/sauerland-verklagt-blog-xtranews/">Ruhrbarone</a></em>, <em><a href="http://www.pottblog.de/2010/08/17/adolf-sauerland-cdu-duisburgs-oberbuergermeister-mahnt-blog-wegen-der-veroeffentlichung-von-loveparade-gutachten-ab/">Pottblog</a></em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32457&amp;md5=c7053f2599750eff9452927c7b761905" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gegen die journalistische Sensationsmaschinerie: Brauchen wir eine Aufsichtsbeh&#246;rde f&#252;r die Presse?</title>
		<link>http://carta.info/31485/gegen-die-journalistische-sensationsmaschinerie-brauchen-wir-eine-aufsichtsbehoerde-fuer-die-presse/</link>
		<comments>http://carta.info/31485/gegen-die-journalistische-sensationsmaschinerie-brauchen-wir-eine-aufsichtsbehoerde-fuer-die-presse/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 09:50:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Adrian Schneider</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Investigativer Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Love Parade]]></category>
		<category><![CDATA[Pressefreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Presserecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Situationen, da scheinen Presse und Rundfunk s&#228;mtliche Regeln &#252;ber Board zu werfen. Die Berichte &#252;ber Loveparade oder J&#246;rg Kachelmann sind nur zwei der prominenteren Beispiele. Zwischen dem Papiertiger "Presseratsr&#252;ge" und der Kanone "Strafanzeige" w&#252;nsche ich mir in diesen Momenten eine Aufsichtsbeh&#246;rde f&#252;r die Presse.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/09ead6cdc043428babc114c4206471c0" alt="" width="1" height="1" />Die Geschehnisse bei der Duisburger  Loveparade scheinen bei manchen Redaktionen presserechtliche Regeln  au&#223;er Kraft gesetzt zu haben. So war jedenfalls mein Eindruck, als ich  letzte Woche Zeitungen aufgeschlagen, den Browser ge&#246;ffnet oder den  Fernseher eingeschaltet habe. <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/die-wirklich-wichtigen-fragen/">Bilder von Verletzten</a>, <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/loveparade-fall-fuer-presserat-bild-des-grauens-proteste-gegen-presse-1.980328">unverpixelte Aufnahmen der Massenpanik</a>, <a href="http://www.bildblog.de/20764/was-von-der-loveparade-uebrig-blieb/">Portraitfotos verstorbener Menschen</a>. H&#228;ufig mit dem Hinweis „Quelle: Internet“, dem schon fast branchen&#252;blichen Synonym f&#252;r: „Rechte ungekl&#228;rt“.</p>
<p>Es ist nicht das erste Mal, dass ich den Eindruck habe, dass die  Pressefreiheit mit Narrenfreiheit verwechselt wird. Und manchmal w&#252;nsche  ich mir in diesen Momenten eine Aufsichtsbeh&#246;rde f&#252;r die Presse.</p>
<p><strong>Loveparade, Kachelmann und andere Ausnahmesituationen</strong></p>
<p>Es gibt Situationen, da scheinen Presse und Rundfunk s&#228;mtliche Regeln  &#252;ber Board zu werfen. Die Loveparade ist da nur ein Beispiel. Die  Verdachtsberichterstattung &#252;ber J&#246;rg Kachelmann ist auch so ein Fall.  Regelrechte <a href="http://www.bildblog.de/18076/das-fenster-zu-kachelmanns-hof/">Fotoshootings</a> finden vor und im Gef&#228;ngnis statt und private Fotos machen die Runde.  Von Zur&#252;ckhaltung – wie sie auch juristisch in solchen F&#228;llen gefordert  w&#228;re – <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/promis-am-pranger/">keine</a> <a href="http://www.bildblog.de/17737/hinter-gittern/">Spur</a>.</p>
<p>Doch das sind nur die prominenten F&#228;lle. Fast noch schlimmer sind die  kleinen Berichte, die Pers&#246;nlichkeitsrechte mit F&#252;&#223;en treten. Sei es  &#252;ber <a href="http://www.bildblog.de/20450/keine-anonymitaet-fuer-niemand/">mutma&#223;liche</a> oder <a href="http://www.bildblog.de/4686/nur-sie-sind-nicht-wahr/">verurteilte</a> Straft&#228;ter, &#252;ber <a href="http://www.bildblog.de/18852/weiterleben-im-internet/">Opfer</a>, oder <a href="http://www.bildblog.de/ruegen-2006/">v&#246;llig uninteressante Menschen</a>, die sich einfach nur im falschen Moment <a href="http://www.bildblog.de/19461/star-wars-kid-forever/">l&#228;cherlich gemacht haben</a> oder <a href="http://www.bildblog.de/wie-ein-hauptgewinn-im-lotto/">zur falschen Zeit am falschen Ort</a> waren. Nat&#252;rlich sind solche Vorf&#228;lle nicht die Regel in der deutschen  Presselandschaft – aber auch keine vernachl&#228;ssigbaren Ausrutscher.</p>
<p><strong>Die M&#246;glichkeiten der Betroffenen</strong></p>
<p>Wer einmal in eine solche journalistische Sensationsmaschinerie gelangt  ist, hat es sehr schwer, dort wieder heraus zu kommen. Das deutsche  Presserecht sieht einige Instrumentarien vor, mit denen sich Betroffene  zur Wehr setzen k&#246;nnen. Vom Unterlassungsanspruch, &#252;ber die  Gegendarstellung bis – in besonders schwerwiegenden F&#228;llen – zum  Schadensersatz.</p>
<p>Doch auf dem Zivilrechtsweg sind Betroffene auf sich allein gestellt. So  ein Rechtsstreit kostet viel: Nerven, Zeit und vor allem auch Geld. Und  bei allen Faktoren sitzen die Zeitungen, Magazine oder Fernsehsender  meistens am l&#228;ngeren Hebel. Wer sich gegen unangemessene  Berichterstattung wehren will, braucht vor allem einen langen Atem.</p>
<p>Und was steht am Ende eines solchen Verfahrens? Ein Verbot f&#252;r die  Zukunft, ein kleiner Absatz in der Zeitung, viele Monate nach dem  urspr&#252;nglichen Bericht oder im besten Fall eine kleine Geldzahlung.  Nichts, was dem Prozessgegner nachhaltig beeindrucken w&#252;rde. Und nichts,  was die Berichterstattung ungeschehen machen w&#252;rde. Kein Wunder, dass  sich das Gros der Betroffenen davor scheut, selbst t&#228;tig zu werden.</p>
<p>Auf der anderen Seite besteht nat&#252;rlich auch die M&#246;glichkeit einer  Strafanzeige wegen Verleumdung, Beleidigung oder &#252;bler Nachrede. Nicht  immer greifen diese Instrumentarien und h&#228;ufig scheuen sich die  Strafverfolgungsbeh&#246;rden, auch tats&#228;chlich davon Gebrauch zu machen. Und  das zu recht: Das Strafrecht ist das h&#228;rteste Mittel, das dem Staat zur  Verf&#252;gung steht. Gerade bei der Presse ist hier &#228;u&#223;erste Vorsicht  geboten.</p>
<p>Bleibt noch der Weg zum deutschen Presserat. Hier ist die H&#252;rde gering,  die Auswirkungen aber auch. Denn der Presserat beruht lediglich auf  einer Selbstverpflichtung von Presseorganen. Er hat nichts, aber auch  gar nichts in der Hand, um seinen Hinweisen, Missbilligungen oder R&#252;gen  auch Taten folgen zu lassen.</p>
<p><strong>Eine Aufsichtsbeh&#246;rde f&#252;r die Presse</strong></p>
<p>Die Lage ist also ziemlich unbefriedigend: Mit dem Zivilrechtsweg kann  man zwar effektive Verbote erreichen, manchmal sogar einen finanziellen  Ausgleich erstreiten. Doch dabei ist man auf sich allein gestellt und  muss ein gro&#223;es finanzielles Risiko in Kauf nehmen. Der Presserat ist  ein Tiger ohne Z&#228;hne und das Strafrecht h&#228;ufig eine zu gro&#223;e Kanone, als  dass sie auch wirklich eingesetzt werden k&#246;nnte.</p>
<p>Was fehlt ist ein Mittelweg. Eine Aufsichtsbeh&#246;rde, die Betroffenen  hilft, ihre Rechte durchzusetzen und Sanktionen verh&#228;ngen kann, die die  Presse auch dazu zwingen kann, Grenzen wirklich einzuhalten. Manchmal,  wenn ich unfaire, unangemessene, manchmal sogar vernichtende Berichte  &#252;ber Menschen lese, w&#252;nsche ich mir genau das: Eine Instanz, die solche  Journalisten effektiv in ihre Schranken verweist. Ohne gro&#223;es Risiko f&#252;r  die Betroffenen, ohne jahrelange Gerichtsverfahren, sondern mit einem  Bu&#223;geldbescheid. Das geht schnell, ist erprobt und kann angemessen  wehtun. Und auf der anderen Seite kann man sich als Verlag oder  Journalist auch praktisch dagegen wehren.</p>
<p>Die Landespressegesetze helfen hier nicht weiter. Zwar sind dort auch  Bu&#223;gelder vorgesehen, allerdings nur bei Verst&#246;&#223;en gegen die  Impressumspflichten. Diese k&#246;nnen zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen  von den Kreisordnungsbeh&#246;rden mit einem Bu&#223;geld bis 10.000 Deutsche Mark  <em>[sic!]</em> geahndet werden (<a href="https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&amp;gld_nr=2&amp;ugl_nr=2250&amp;bes_id=4493&amp;aufgehoben=N&amp;menu=1&amp;sg=0#det189010">§ 23 LPG-NRW</a>). Eine eigene Aufsichtsbeh&#246;rde – wie zum Beispiel die Landesmedienanstalten im Rundfunkrecht – gibt es hingegen nicht.</p>
<p>Verfassungsrechtlich w&#228;re eine solche Aufsichtsbeh&#246;rde nat&#252;rlich extrem  kritisch. „Schlechthin konstituierend f&#252;r die Demokratie“ <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Presserecht/Meinungsfreiheit/173-BVerfG-Az-1-BvR-400-51-Lueth.html">nennt das Bundesverfassungsgericht</a> die Meinungsfreiheit und ohne eine freie Presse ist Meinungsfreiheit nicht zu haben. Doch wei&#223; <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Allgemeines-Persoenlichkeitsrecht/Personen-der-Zeitgeschichte/Prominente/247-BVerfG-Az-1-BvR-160207;-1-BvR-160607;-1-BvR-162607-Bildberichterstattung-ueber-das-Privat-und-Alltagsleben-prominenter-Personen.html">gerade</a> <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Allgemeines-Persoenlichkeitsrecht/Gegendarstellungsrecht/214-BVerfG-Az-1-BvR-186193,-186496,-207397-Gegendarstellung-Caroline-von-Monaco-I.html">auch</a> <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Allgemeines-Persoenlichkeitsrecht/Personen-der-Zeitgeschichte/Prominente-Straftaeter/512-BVerfG-Az-1-BvR-56506-Berichterstattung-ueber-die-Straftat-eines-Prominenten.html">das</a> <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Allgemeines-Persoenlichkeitsrecht/Zitate/195-BVerfG-Az-1-BvR-79778-Boell.html">Bundesverfassungsgericht</a>,  dass die Presse nicht grenzenlos walten und sich &#252;ber Recht und Gesetz  hinwegsetzen darf. Und nicht umsonst sieht das Grundgesetz das „Recht  der pers&#246;nlichen Ehre” ausdr&#252;cklich als Schranke f&#252;r die  Kommunikationsgrundrechte vor. Ganz ausgeschlossen w&#228;re eine solche  Beh&#246;rde deshalb wahrscheinlich nicht, wenn man ihr enge Grenzen setzen  und effektive Sicherheitsmechanismen installieren w&#252;rde, um die Freiheit  der Presse dennoch zu wahren. Etwa durch eine Beteiligung des  Presserates an Ma&#223;nahmen der Aufsichtsbeh&#246;rde.</p>
<p>Ganz neu ist dieser Ansatz auch nicht. In den 50er Jahren wollte das  Bundesinnenministerium schon einmal mit einem Bundespressegesetz sog. <a href="http://www.welt.de/print-welt/article94735/Beschweren_erwuenscht.html">„Landespresseaussch&#252;sse“</a> schaffen, um durch staatliche Aufsichtsgremien eine „innere Sauberkeit“  bei der Presse sicherzustellen. Der Plan wurde von Verlagen und  Journalisten als Drohung verstanden und so <a href="http://books.google.de/books?id=oc5SeYj2MUYC&amp;lpg=PA2&amp;dq=Presserat&amp;pg=PA4#v=onepage&amp;q&amp;f=false">einigte man sich</a> <a href="http://books.google.de/books?id=-fqVTlEE0xYC&amp;lpg=PP1&amp;dq=Presserat&amp;pg=PA3#v=onepage&amp;q&amp;f=false">als eine Art Kompromiss</a> auf eine Selbstkontrolle der Presse – der Deutsche Presserat war  geboren. Wenn wir nun, ein halbes Jahrhundert sp&#228;ter, feststellen, dass  sich dieser Presserat nicht durchsetzen kann, k&#246;nnte es an der Zeit  sein, erneut &#252;ber ein solches Gesetz nachzudenken.</p>
<p><strong>Die Kehrseite der Medaille</strong></p>
<p>Das alles klingt &#8211; auf den ersten Blick &#8211; &#252;berzeugend. Doch im gleichen  Moment sehe ich dann auch die Kehrseite der Medaille. Manchmal muss  Journalismus auch an Grenzen gehen. Als G&#252;nter Wallraff damals  undercover in der <em>BILD</em>-Redaktion recherchierte, kassierte er danach eine  R&#252;ge des Presserates. Begr&#252;ndung: Verdeckte Recherche sei unzul&#228;ssig.  Will ich wirklich, dass eine Beh&#246;rde &#252;ber solche Grenzfragen entscheidet  und seine Ansicht notfalls mit Hilfe der gesamten Palette der  Staatsgewalt durchsetzen kann?</p>
<p>Ich denke dann an Gerichtsentscheidungen aus Hamburg, die <a href="http://www.kanzleikompa.de/2010/07/03/pressekammer-reingelegt-jan-ullrich-hatte-doch-gedopt/">kritische</a> <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Allgemeines-Persoenlichkeitsrecht/Personen-der-Zeitgeschichte/Straftaeter/444-LG-Hamburg-Az-324-O-50707-Resozialisierungsgefaehrdung-durch-elektronisches-Zeitungsarchiv.html">Berichterstattung</a> – zum Teil wegen <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Allgemeines-Persoenlichkeitsrecht/EhrverletzungenSchmaehkritik/637-LG-Hamburg-Az-324-O-73608-Executive-Director.html">Nichtigkeiten</a> – <a href="http://www.buskeismus.de/urteile/324O46806_sch_negerkalle.pdf">verbietet</a> oder <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Internetrecht/Forenhaftung/330-LG-Hamburg-Az-324-O-79404-Haftung-des-Blog-Betreibers-fuer-Kommentare-Stefan-Niggemeier.html">anderweitig behindert</a>. Allein der Einsch&#252;chterungseffekt ist schon heute <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/ueber-abmahnungen/">teils verheerend</a>. Ich denke an <a href="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/pressemitteilungen/news-nachrichten-single/article/1/prozess-gegen-zwei-journalisten-in-der-sachsen-sumpf-affaere-rog-fordert-freispruch.html">Strafverfahren gegen Journalisten</a> und das Potential, das in einer solchen Aufsichtsbeh&#246;rde stecken k&#246;nnte, kritische Presse mundtot zu machen.</p>
<p>Und ich frage mich: Ist diese systematische L&#252;cke im Presserecht  vielleicht der Preis, den wir f&#252;r freien Journalismus zahlen m&#252;ssen?</p>
<p>Auch wenn der Gedanke manchmal wirklich verlockend erscheint, komme ich  zu dem Schluss: Eine Aufsichtsbeh&#246;rde w&#228;re zu gef&#228;hrlich f&#252;r die freie  Presse in Deutschland, das Missbrauchspotential zu hoch. Doch mit jedem  Artikel, der die Pers&#246;nlichkeitsrechte von Menschen mit F&#252;&#223;en tritt,  s&#228;gt ein Journalist am Ast der Pressefreiheit, gef&#228;hrdet freien  Journalismus von innen heraus und arbeitet daran, nicht nur mich davon  zu &#252;berzeugen, dass wir doch in gravierenden F&#228;llen eine staatliche  Notbremse brauchen. Nicht um kritische Presse zu unterdr&#252;cken, sondern  um Einzelne vor dem Missbrauch von Pressefreiheit zu sch&#252;tzen.</p>
<p><em><a href="http://telemedicus.info/article/1821-Eine-Aufsichtsbehoerde-fuer-die-Presse.html">Crosspost</a> von <a href="http://telemedicus.info">Telemedicus</a>, dem Blog f&#252;r Rechtsfragen der Informationsgesellschaft.</em></p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=31485&amp;md5=396e3487ee9f0167cf85553ff4640a94" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Investigativer Journalismus &#8211; Presseschau VIII</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 22:30:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Presseschau vom 25. Juni bis zum 27. Juli 2010 u.a. mit: Neugr&#252;ndung von Investigativ-Teams, Wikileaks, G&#252;nter Wallraff, Frontal 21 mit Bahn-St&#246;rfallbericht und der Jahrestagung des Netzwerk Recherche.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/a740ef56d6e5448fac219fb5ddcf8d23" alt="" width="1" height="1" /><strong>Investigativ-Teams</strong></p>
<p>Nachdem die <em>S&#252;ddeutsche</em> schon seit l&#228;ngerem ein eigenes Investigativ-Team hat und bei der <em>WAZ</em> im April die Gr&#252;ndung eines neuen Rechercheteams bekannt wurde, haben in k&#252;rzester Zeit der <em>Stern</em> (<a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/stern-grndet-investigative-elite-truppe_100028755.html" target="_blank">Meedia</a>), die <em>Welt</em> (<em><a href="http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article8348398/Neues-Investigativ-Team.html" target="_blank">Welt</a></em>, <a href="http://www.dwdl.de/story/26807/welt_dockt_investigativressort_an_chefredaktion_an/" target="_blank">DWDL.de</a>) und dapd (<a href="http://kress.de/alle/detail/beitrag/105130-die-spuernasen-von-dapd-thomas-rietig-und-olaf-jahn-leiten-sources.html" target="_blank">kress.de</a>) die Bildung von neuen Investigativ-Reporterteams bekannt gegeben. Lesenswert: <em><a href="http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Investigativ-Teams-Was-steckt-hinter-den-Gruendungen-von-Rechercheressorts%3F_93648.html" target="_blank">Horizont.net</a></em> hat Vertreter von <em>WAZ</em>, <em>Welt</em>, dapd und <em>Stern</em> zum neuen Trend der Bildung von investigativen Rechercheeinheiten interviewt.</p>
<h4><strong>Wikileaks</strong></h4>
<p>Einem US-Soldat drohen 55 Jahre Haft, weil er ein heikles Irak-Video an Wikleaks weitergegeben haben soll, berichten <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,705068,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em>, <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/anklage-vor-us-kriegsgericht-wikileaks-verdaechtigem-drohem-jahre-haft-1.971241" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em>, <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/anklage-wegen-wikileaks-video/" target="_blank">taz</a></em>, <em><a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-07/wikileaks-militaer-geheimvideo" target="_blank">ZEIT ONLINE</a></em> und die <em><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/us-soldat_wegen_weitergabe_von_irak-video_an_wikileaks_angeklagt_1.6447266.html" target="_blank">Neue Z&#252;rcher Zeitung</a></em>.</p>
<p>Die Spenden- und Finanzpolitik von Wikileaks war Thema bei <em><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-07/wikileaks-spenden-transparenz" target="_blank">ZEIT ONLINE</a></em> und <em><a href="http://www.freitag.de/politik/1027-wir-zahlen-den-wikileaks-leuten-kein-gehalt" target="_blank">Der Freitag</a></em>. &#8220;Unkontrollierte Finanzen? Unsichere Technik?&#8221; hie&#223; es ebenfalls im <em><a href="Informant enttarnt? Unkontrollierte Finanzen? Unsichere Technik?" target="_blank">Freitag</a></em>. Ebenfalls <a href="http://www.freitag.de/politik/1028-wir-muessen-das-wachstum-bewaeltigen" target="_blank">dort</a>, ein Interview mit Daniel Schmitt von Wikileaks, w&#228;hrend <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/wikileaks-kopf-julian-assange-wir-stehen-unter-beobachtung-1.976720" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em> und <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,708464,00.html#ref=nldt" target="_blank">Spiegel Online</a></em> Julian Assange von Wikileaks interviewte.</p>
<p>Zuletzt hat Wikileaks rund 77.000 zumeist geheime Dokumente ver&#246;ffentlicht, die der <em>Spiegel</em>, die <em>New York Times</em> und der <em>Guardian</em> vorher gesichtet und analysiert haben, wie <em><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,708516,00.html#ref=nldt" target="_blank">Spiegel Online</a></em>, die <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/doppelter-triumph/" target="_blank">taz</a></em>, <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/enthuellung-von-wikileaks-geheime-afghanistan-protokolle-offengelegt-1.979452" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em>, der <em><a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/wikileaks-duepiert-usa-mit-geheimen-afghanistan-akten/1890998.html" target="_blank">Der Tagesspiegel</a></em> und <em><a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Verteidigungsministerium-prueft-Wikileaks-Berichte-id3286069.html" target="_blank">DerWesten</a></em> berichten. Die <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/video/ondemand100_id-video744728.html" target="_blank">Tagesschau</a> interviewte Daniel Schmitt von Wikileakszu dem Thema. <em><a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article8652928/Warum-die-Pentagon-Papers-brisanter-waren.html" target="_blank">Welt Online</a></em> meint, die Pentagon-Papers seien relevanter gewesen als die Afghanistan-Papiere es seien. <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/schon-lnger-in-verbindung-zu-wikileaks_100029309.html" target="_blank">Meedia</a> interviewte den Spiegel-Chefredakteur Georg Mascolo, der sich auch gegen&#252;ber der dpa <a href="http://www.cio.de/news/wirtschaftsnachrichten/2241610/" target="_blank">&#228;u&#223;erte</a>, zur Zusammenarbeit des Spiegel mit Wikileaks.</p>
<h4><strong>G&#252;nter Wallraff</strong></h4>
<p>Der <em><a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,708317,00.html" target="_blank">Spiegel</a></em> berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass der WDR Szenen eines Films, in denen G&#252;nter Wallraff in seiner Rolle als Hans Esser zu sehen ist, unter Verschluss h&#228;lt. G&#252;nter Wallraff erz&#228;hlte dem Magazin <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/507795" target="_blank">jetzt </a>der <em>S&#252;ddeutschen Zeitung</em> etwas &#252;ber seine Inspiration durch Heinrich B&#246;ll bei seinem Werk &#8220;Der Aufmacher&#8221;. Wallraff und B&#246;ll sind auch Thema im <em><a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1278663516399.shtml" target="_blank">K&#246;lner Stadt-Anzeiger</a></em>. Mit einer Stiftung f&#246;rdert G&#252;nter Wallraff jetzt Undercover-Recherchen von Nachwuchsjournalisten, wie bei <em><a href="http://www.derwesten.de/kultur/Enthuellungsjournalist-Wallraff-foerdert-Nachwuchs-id3219331.html" target="_blank">DerWesten</a></em> zu lesen ist.</p>
<h4><strong>Frontal 21</strong></h4>
<p>Weil die Bahn behauptet, in ihrem &#252;berhitzten ICE seien es nicht 70 Grad gewesen, ver&#246;ffentlichte das ZDF-Magazin Frontal 21 eine PDF mit einem Original-St&#246;rfallbericht, in dem von 70 Grad die Rede ist, wie <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/31/0,3672,8091935,00.html" target="_blank">heute.de</a>, <em><a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,707895,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em> und die <em><a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0724/medien/0132/index.html" target="_blank">Berliner Zeitung</a></em> berichten. Frontal 21 hatte <a href="http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/19/0,1872,8091059,00.html" target="_blank">hier</a> selbst ausf&#252;hrlich &#252;ber die Hitzepanne berichtet.</p>
<h4><strong>Netzwerk Recherche</strong></h4>
<p>Der NDR-Intendant Lutz Marmor hat auf der Jahrestagung von Netzwerk Recherche an die Journalistinnen und Journalisten  in Deutschland <a href="http://www.presseportal.de/pm/6561/1645887/ndr_norddeutscher_rundfunk" target="_blank">appelliert</a>, sich bei ihrer investigativen Arbeit nicht  von juristischen Gegenma&#223;nahmen einsch&#252;chtern zu lassen. Einen l&#228;ngeren Bericht &#252;ber die Jahrestagung brachte der <em><a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/gute-zeiten-schlechte-seiten/1880172.html;jsessionid=A5F7E5F59E7E8FCBBA44E076ED1140A1e" target="_blank">Tagesspiegel</a></em>.
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		<title>B&#252;rger, nutzt die Informationsfreiheit!</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 15:02:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Revolution in Richtung Transparenz: Das Informationsfreiheitsgesetz. Doch ohne wissbegierige Antragsteller keine Informationsfreiheit: Eine Kultur der Informationserteilung h&#228;ngt auch von B&#252;rgern und Journalisten ab, die das Recht nutzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/6a5193bc5c104b3c9f56979e1fe58922" alt="" width="1" height="1" />Ohne Demokraten keine Demokratie – ohne wissbegierige Antragsteller keine Informationsfreiheit. Von den deutschen Bundesb&#252;rgern d&#252;rften viele das seit 2006 geltende <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/ifg/" target="_blank">Informationsfreiheitsgesetz</a> (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Informationsfreiheitsgesetz" target="_blank">IFG</a>) gar nicht kennen. Dabei ist das Gesetz, das daf&#252;r sorgt, dass das Amtsgeheimnis nicht mehr absolut gilt und eine Beh&#246;rde die Herausgabe von Informationen nur in bestimmten Ausnahmef&#228;llen verweigern darf, ein wahre Revolution in Bezug auf Transparenz.</p>
<p>Es erm&#246;glicht B&#252;rgern, von der lokalen Verwaltung Informationen &#252;ber anstehende Bauprojekte erhalten oder verhilft Journalisten, an einen wichtigen Vermerk eines Ministeriums zu gelangen. Ein B&#252;rger beantragte beispielsweise auf der Grundlage des IFG Auskunft dar&#252;ber, wer die Sponsoren der Amtskette des D&#252;sseldorfer Oberb&#252;rgermeisters sind – es waren der Chemiekonzern Bayer und zwei lokale Kreditinstitute. Er musste f&#252;r diese Information sein Recht auf Akteneinsicht <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Datenschutzrecht/Informationsfreiheit/503-VG-Duesseldorf-Az-26-K-416303-Amtskette-des-Buergermeister.html" target="_blank">einklagen</a>.</p>
<p>Denn viele Beh&#246;rden haben das alte Amtsgeheimnis noch nicht &#252;berwunden und geben nur <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundesbehoerden-handhaben-Informationsfreiheit-zunehmend-restriktiv-206169.html" target="_blank">widerwillig Auskunft</a>. Der Bundesbeauftragte f&#252;r Datenschutz und Informationsfreiheit, Peter Schaar, beschwerte sich sogar Anfang Mai in der <a href="http://www.tagesschau.de/inland/informationsfreiheit100.html" target="_blank">Tagesschau</a> dar&#252;ber, dass viele Beh&#246;rden zu intensiv von Ausnahmeregeln wie dem Schutz von Betriebs- und Gesch&#228;ftsgeheimnissen Gebrauch machen.</p>
<p>Je l&#228;nger das Gesetz in Kraft ist und je mehr Antr&#228;ge gestellt werden, desto eher wird sich eine <strong>Kultur der offenen Informationserteilung</strong> einstellen. Doch wie schnell dies der Fall ist, h&#228;ngt auch davon ab, wie intensiv B&#252;rger und Journalisten von dem neuen Gesetz Gebrauch machen. Deswegen ist falsche Scheu in Sachen Informationsfreiheit fehl am Platz. Einen <strong>IFG-Antrag</strong> zu stellen ist n&#228;mlich keine blo&#223;e M&#246;glichkeit, die die Verwaltung aus Kulanz einr&#228;umt, sondern <strong>ein B&#252;rgerrecht erster Klasse</strong>. Dennoch stellten &#252;ber 82 Millionen Bundesb&#252;rger im Jahr 2008 nur 1.548 Antr&#228;ge nach dem Bundes-IFG &#8211; Anfragen von Journalisten mit eingeschlossen.</p>
<p>Allerdings muss immer ber&#252;cksichtigt werden, dass die Bearbeitung von Antr&#228;gen nach dem IFG auch Aufwand bei der Beh&#246;rde erzeugt und ganze Apparate l&#228;hmen kann. Ganz unabh&#228;ngig davon, ob der Antragsteller sp&#228;ter &#252;ber eine Geb&#252;hr daf&#252;r aufkommt oder nicht.</p>
<p>Dies ist aber auch schon ein entscheidender Punkt: Nach dem IFG k&#246;nnen f&#252;r Anfragen – in der Praxis teils erhebliche – <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundestag-streitet-ueber-Kosten-fuer-Informationsfreiheit-177142.html" target="_blank">Geb&#252;hren</a> erhoben werden. Zwar sieht etwa das schleswig-holsteinische IFG eine Geb&#252;hrenbefreiung f&#252;r gemeinn&#252;tzige Organisationen vor und auch Journalisten haben das Gl&#252;ck, dass sie mit ihren Fragen das &#246;ffentliche Interesse vertreten und damit unter die <a href="http://www.netzwerkrecherche.de/files/ifg-kommentar-text.pdf" target="_blank">Geb&#252;hrenausnahmeregelung</a> gefasst werden k&#246;nnen. Wegen der Vielzahl und der Art ihrer kritischen Anfragen haben Journalisten jedoch auch h&#228;ufiger das Nachsehen bei den Beh&#246;rden, wenn es um die Auskunftserteilung geht.</p>
<p>Denn genauso wie Pressestellen von Beh&#246;rden filtern sollen, was f&#252;r Informationen an die &#214;ffentlichkeit gelangen, halten sie auch peinlich ihre Hand &#252;ber das, was im Rahmen von IFG-Antr&#228;gen an  Informationen ihr Haus verl&#228;sst. Jeder ordnungsgem&#228;&#223; bearbeitete Antrag nach dem <a href="http://www.informationsfreiheitsgesetz.net/blog" target="_blank">Informationsfreiheitsgesetz</a> kann aus Sicht einer Beh&#246;rde der Ausl&#246;ser f&#252;r <strong>unliebsame mediale Berichterstattung</strong> sein.</p>
<p>Zum Gl&#252;ck bietet der Bundesbeauftragte f&#252;r Informationsfreiheit mit seiner Ombudsfunktion die M&#246;glichkeit, die Bearbeitung von IFG-Anfragen durch Beh&#246;rden zu &#252;berpr&#252;fen und gegebenenfalls einzuschreiten. Ein <strong>Weisungsrecht</strong>, welches eigentlich das Entscheidende w&#228;re und deshalb dringend einzuf&#252;hren ist, hat er allerdings nicht.</p>
<p>Was das Verh&#228;ltnis zwischen dem eigenen Aufwand, immer wieder nachzuhaken, dem erzeugten Verwaltungsaufwand und berechtigtem Interesse angeht, bleibt es immer eine Abw&#228;gungsfrage, ob man einen IFG-Antrag wirklich stellen sollte. Wer wei&#223; – vielleicht wird das beantragte Dokument ja kurze Zeit sp&#228;ter <strong>Wikileaks</strong> zugespielt und dort frei ver&#246;ffentlicht. So erging es J&#246;rg Tauss, der 2008 sogar <a href="http://jaccomat.net/net/jtauss/index.php/index.php?nr=587&amp;menu=1" target="_blank">klagte</a>, weil er die die Toll-Collect-Vertr&#228;ge nicht einsehen durfte. <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1632790/" target="_blank">Sp&#228;ter</a> standen sie bei <a href="http://wikileaks.org/wiki/Toll_Collect_Vertraege%2C_2002" target="_blank">Wikileaks</a>.</p>
<p>Das ist jedoch eher die Ausnahme. Und da die rund 50.000 Journalistinnen und Journalisten in Deutschland die Arbeit der Politik und die von &#252;ber 4,1 Millionen Staatsbediensteten in Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen nicht alleine kontrollieren k&#246;nnen, braucht kritischer Journalismus kritische und interessierte B&#252;rgerinnen und B&#252;rger.</p>
<p>In diesem Sinne: B&#252;rger, nutzt die Informationsfreiheit!
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		<title>Icelandic Modern Media Initiative – Hafen der Pressefreiheit oder PR-Aktion?</title>
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		<pubDate>Fri, 28 May 2010 11:13:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Grieß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Macher des geplanten neuen isl&#228;ndischen Mediengesetzes versprechen weitreichende Freiheiten f&#252;r Journalisten, auch &#252;ber Island hinaus. Doch deutschen Journalisten nutzt das kaum.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e5f06918917c49aa810f4d9fc725cc47" alt="" width="1" height="1" />Wann das isl&#228;ndische Parlament &#252;ber die Gesetzesinitiative abstimmt, die als IMMI <a href="http://www.immi.is" target="_blank">(Icelandic Modern Media Initiative)</a> bekannt wurde, ist noch ungewiss. Der Termin hat sich verz&#246;gert. Birgitta Jónsdóttir, Sprecherin der Initiative, sagt, im Juni soll es soweit sein. <strong>Dass das Gesetz angenommen wird, daran gibt es kaum Zweifel.</strong> Immer wieder verk&#252;nden die Initiatoren, dass es Unterst&#252;tzer in allen Parteien gibt. Die erste parlamentarische H&#252;rde nahm IMMI im Februar ohne Gegenstimme.</p>
<p>Seither wurde IMMI international in verschiedenen Medien gro&#223;e Beachtung geschenkt. Unter anderem Al Jazeera und die <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E27FF6A1E5E8049F8938225AF5ACAB24C~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank"><em>FAZ</em></a> betonen die Auswirkungen &#252;ber Island hinaus. Auch Birgitta Jónsdóttir verweist auf „transborder effects“. Der schwedische „Press Freedom Act“, auf dem Teile des geplanten isl&#228;ndischen Gesetzes basieren, sehe zum Beispiel eine gesetzliche Pflicht f&#252;r Journalisten, ihre Quellen zu sch&#252;tzen. Sollten sie ein solches Versprechen abgeben und brechen, k&#246;nnen ihnen bis zu sechs Monate Haftstrafe drohen. <em>„This strong protection assists not only sources. It is also likely to aid journalists operating in other countries which have a meaningful publishing relationship with Sweden”</em>, so Jónsdóttir.</p>
<p>Die Isl&#228;nderin f&#252;hrt weitere Beispiele an, die sich auch auf der Homepage der Icelandic Modern Media Initiative <a href="http://www.immi.is/?l=en&amp;p=FAQ" target="_blank">nachlesen</a> lassen. Grundtenor: Gesetze zum Informantenschutz in einem Land k&#246;nnen die Quellen mittunter auch in anderen L&#228;ndern sch&#252;tzen. Nichts desto trotz sind Medienschaffende nat&#252;rlich stets an die lokalen Gesetze gebunden, wenn sie in einem Staat arbeiten oder ver&#246;ffentlichen.</p>
<p>Bedeutet dies, dass m&#246;glicherweise Unternehmen nach Island abwandern? Birgitta Jónsdóttir geht davon aus: „<em>Already many companies both from the IP industry and Media companies have expressed interest in moving their entire company or branches to Iceland if the law will be passed.</em>”</p>
<p>Dass namenhafte deutsche Unternehmen darunter sind, davon geht Thomas Jarzombek, Mitglied des Unterausschusses „neue Medien“ des Kulturausschusses, nicht aus. Der CDU-Bundestagsabgeordneter sieht keinen Grund daf&#252;r: <strong>„<em>F&#252;r mich ist keine Situation in Deutschland erkennbar, in der jemand zensiert oder limitiert wird.</em>“ Eine Einschr&#228;nkung der Pressefreiheit k&#246;nne es in Deutschland nicht geben, da diese vom Grundgesetz garantiert sei.</strong></p>
<p>Wolfgang Michal, freier Journalist und <em>Carta</em>-Mitherausgeber, stimmt dem zwar grunds&#228;tzlich zu, verweist aber auf gewisse Hindernisse: „<em>Investigative Journalisten haben es heute schwerer, &#252;ber Ermittlungen zu berichten</em>“. Der Grund daf&#252;r seien Pers&#246;nlichkeitsrechte, die immer mehr gest&#228;rkt w&#252;rden. Die Folge sind nicht selten Abmahnungen oder einstweilige Verf&#252;gungen (siehe dazu auch Wolfgang Michals dritten Teil der <a href="http://carta.info/27821/wie-lieschen-mueller-ueber-die-meinungsfreiheit-entscheidet-abmahnrepublik-teil-iii/" target="_blank">„Abmahnrepublik“</a> zur Meinungsfreiheit). Dies koste Zeit und Nerven und kann teilweise sogar richtig teuer werden: „<em>Die verlangten Schmerzensgeld-Summen werden allm&#228;hlich h&#246;her.</em>“</p>
<p>Wird das neue isl&#228;ndische Gesetz deutschen Journalisten bessere M&#246;glichkeiten f&#252;r ihre investigative Arbeit bieten? – Nicht wirklich, denn alles, was &#252;ber die deutschen Gesetze hinaus gehe, w&#228;re auch von Island aus in Deutschland strafbar, sagt Thomas Jarzombek: „<em>Wenn jemand in Deutschland gegen das Recht verst&#246;&#223;t, dann ist er in Deutschland strafbar.</em>“ Hei&#223;t mit anderen Worten: <strong>Auch wenn ein Blogger sein an ein deutsches Publikum gerichtetes Blog in Island hostet, w&#252;rde er sich an die deutsche Gesetze halten m&#252;ssen</strong>.</p>
<p>Vieles, womit Island im Rahmen von IMMI nun Eigenwerbung betreibe, sei zudem gar nicht so neu, sagt Thomas Jarzombek. Die M&#246;glichkeit anonym und gesch&#252;tzt Inhalte im Internet zu ver&#246;ffentlichen bestehe auch heute schon: „<em>Provider sagen mir, dass dieser Status auch jetzt schon in anderen L&#228;ndern m&#246;glich ist.</em>“</p>
<p>Die Leser legen bei Angeboten mit eigener Berichterstattung jedoch hohen Wert darauf, die Identit&#228;t derjenigen hinter dem Inhalt zu kennen. Glaubhaft seien nur Berichte, bei denen ersichtlich ist, wer dahinter steckt. Einen „<em>berechtigten Sonderstatus</em>“ nehme hierbei Wikileaks ein.</p>
<p>Ob Island also zum Hafen der Pressefreiheit wird, <a href="http://www.nytimes.com/2010/02/22/business/media/22link.html">darf bezweifelt werden</a>. Die Auswirkungen auf Deutschland jedenfalls werden sich aller Voraussicht nach in Grenzen halten. Bem&#252;hungen, weltweit das Presserecht zu st&#228;rken, sind dessen ungeachtet nat&#252;rlich immer begr&#252;&#223;enswert.</p>
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<p><a title="Prezi &#252;ber die "Icelandic Modern Media Initiative (IMMI)" und ihre M&#246;gliche Bedeutung f&#252;r Deutschland. Vortrag im Studiengang "Online Journalismus" der Hochschule Darmstadt" href="http://prezi.com/mc6djeotlopm/immi-auch-eine-chance-fur-deutsche-medien/">IMMI &#8211; auch eine Chance f&#252;r deutsche Medien?</a> on <a href="http://prezi.com">Prezi</a></p>
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		<title>Wikileaks: Aus einer Geheimsache machen wir keine weitere Geheimsache.</title>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 11:13:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Lange</dc:creator>
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		<description><![CDATA["Jede Minute, die wir in Wikileaks stecken, bewirkt etwas Gutes f&#252;r die Gesellschaft." Wikileaks-Sprecher Daniel Schmitt im Interview &#252;ber die Vorteile der Plattform f&#252;r den Journalismus, erodierende Pressefreiheit und die Motive und Risiken seiner ehrenamtlichen Arbeit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/2c0f88ee11fc4942bc99746f27c0bfcc" alt="" width="1" height="1" /><em>Von Sebastian Lange und Johannes Altmeyer</em><br />
<strong> </strong><br />
<em>Wikileaks hat in den vergangenen Monaten einige Scoops,  also Exklusivgeschichten, gelandet, mehr als die meisten etablierten  Medien. Was k&#246;nnen Sie, was die nicht k&#246;nnen?</em></p>
<p>Daniel Schmitt: Die Plattform produziert ja  naturgem&#228;&#223; Scoops: Wir ver&#246;ffentlichen nur Dokumente, die entweder noch  nie &#246;ffentlich zug&#228;nglich waren oder solche, die zensiert wurden. Den  klassischen Medien haben wir voraus, dass wir auf den Quellenschutz  spezialisiert sind und auf die Verarbeitung von verschl&#252;sseltem  Material. Ausschlaggebend daf&#252;r, dass Informanten zu uns kommen und  nicht mehr so oft zu den klassischen Medien, ist, dass wir ihr Material  tats&#228;chlich ver&#246;ffentlichen. <strong>Aus einer Geheimsache machen wir keine  weitere Geheimsache</strong>. Mancher Journalist l&#228;sst brisantes Material im  Schreibtisch verschwinden, nachdem er seine Story geschrieben hat.</p>
<p><em>Wie sehen Sie Ihr Verh&#228;ltnis zu den etablierten Medien: Ist  Wikileaks eine Erg&#228;nzung oder Konkurrenz?</em></p>
<p>Eine Erg&#228;nzung. Wir machen es jedem Medium m&#246;glich, Material zu  bekommen, das es sonst nicht bekommen k&#246;nnte. Selbst eine Lokalzeitung  kann mit unserer Hilfe &#252;ber Guantánamo Bay berichten oder &#252;ber  Korruption in Kenia, und zwar ohne, dass sie dorthin Kontakte haben  muss.</p>
<p><em>Welchen Anspruch haben Sie an die Zuverl&#228;ssigkeit des Materials,  das Sie auf die Webseite hochladen? Ihr Grundsatz lautet ja: „Im Zweifel  ver&#246;ffentlichen“.</em></p>
<p>„Im Zweifel ver&#246;ffentlichen“ bezieht sich nicht auf die Echtheit des  Materials. <strong>Wir haben einen hohen Standard, was die Authentizit&#228;t angeht.</strong> Wir unterhalten ein Netzwerk von 800 bis 1000 Spezialisten, darunter  IT-Leute, Kalligrafen, die Handschriften pr&#252;fen k&#246;nnen und Journalisten.  Wir arbeiten auch mit Menschenrechtsexperten und Anw&#228;lten zusammen. Das  alles l&#228;sst eine viel robustere Pr&#252;fung zu, als sie den meisten  Zeitungen m&#246;glich ist.</p>
<p><em>Also setzen Sie auf die „Weisheit der Vielen“? </em></p>
<p>Ja, dieses Prinzip spielt da ganz bestimmt mit rein.</p>
<p><em>Wie sch&#252;tzen Sie sich dagegen, dass Gegner von Wikileaks Sie  infiltrieren? </em></p>
<p>Das ist in der Tat ein Problem. Unser Netzwerk ist in den letzten  Jahren nicht sehr stark gewachsen. Es beruht auf Vertrauen. Wir arbeiten im Moment an einer Struktur, die viel mehr Leuten die Mitarbeit  erm&#246;glicht. Das funktioniert aber nur, wenn wir <strong>den Schutz der Quelle  garantieren</strong> k&#246;nnen. Dann werden wir auch viel mehr Journalisten die  Mitarbeit erm&#246;glichen, schaffen mehr Transparenz auch in Bezug auf  unsere Arbeit und k&#246;nnen die Akzeptanz bei den Medien steigern.</p>
<p><em>Im April haben Sie viel Aufsehen mit einem Video gesorgt, das  zeigt, wie US-Soldaten in Bagdad unschuldige Zivilisten t&#246;ten. Stimmt  es, dass das US-Milit&#228;r versucht hat, Ihre Server lahmzulegen?</em></p>
<p>Es gibt jedenfalls ein Strategiepapier des US-Milit&#228;rs, in dem wir  als Bedrohung dargestellt werden. Darin wird erkl&#228;rt, wie man unsere  Arbeit sabotieren kann, etwa, indem man uns falsche Dokumente  unterjubelt.</p>
<p><em>Da haben Sie sich m&#228;chtige Gegner ausgesucht. Haben Sie keine  Angst? </em></p>
<div id="attachment_26881" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/05/danielschmitt.jpg"><img class="size-medium wp-image-26881 " title="danielschmitt" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/05/danielschmitt-300x201.jpg" alt="Daniel Schmitt: &quot;Es ist wichtig, dass wir Gesicht zeigen.&quot; Foto: Moritz Vennemann" width="300" height="201" /></a><p class="wp-caption-text">Daniel Schmitt: &quot;Es ist wichtig, dass wir Gesicht zeigen.&quot; Foto: Moritz Vennemann</p></div>
<p>Nein, Angst ist problematisch. Wenn ich Angst h&#228;tte, dann k&#246;nnte ich  ja gar nichts mehr machen. Und <strong>wenn alle Angst h&#228;tten, w&#252;rde sich die  Gesellschaft gar nicht mehr bewegen</strong>. Man muss absch&#228;tzen, welche Risiken  es gibt. Und f&#252;r jemanden wie mich, der in einem westlichen Land wohnt,  wo niemand bewaffnet durch die Stra&#223;en f&#228;hrt, sind es relativ wenige.  Nat&#252;rlich k&#246;nnte man versuchen, rechtlich gegen mich vorzugehen. Aber  die Wahrscheinlichkeit, dass mich ein schwarzer Helikopter mitnimmt, ist  nicht so hoch.</p>
<p><em>Sie haben angek&#252;ndigt, 37.000 interne Mails der NPD zu  ver&#246;ffentlichen. Bef&#252;rchten Sie nicht, dass bei einer Veranstaltung mal  Nazis auftauchen?</em></p>
<p>Das kann passieren. Aber in diese Gefahr begibt sich ja jeder  Journalist, der investigativ arbeitet. Und wenn wir nicht mit gutem  Beispiel vorangehen und zeigen, dass man so etwas machen kann, ohne, in  einem Loch wohnen zu m&#252;ssen und nie wieder ans Tageslicht zu gehen, dann  w&#252;rde ja auch niemand mitmachen. Es ist wichtig, dass wir Gesicht  zeigen.</p>
<p><em>Sie haben allerdings gewisse Vorkehrungen getroffen, denn Daniel  Schmitt ist nicht Ihr richtiger Name.</em></p>
<p>Anfang 2008 hatten wir ein bisschen &#196;rger mit dem Bankhaus Julius  B&#228;r, weil wir Dokumente aus dessen Umfeld publiziert haben. Damals brauchte Wikileaks einen Sprecher, und ich habe diese Aufgabe  &#252;bernommen. Ich bin unter diesem Namen aufgetreten, weil wir wussten,  dass das Bankhaus zu dieser Zeit zumindest gegen andere Leute  Privatermittler eingesetzt hat. Denen wollten wir es nicht zu leicht  machen. Der Name hat sich dann verselbstst&#228;ndigt.</p>
<p><em>Leben Sie von der T&#228;tigkeit f&#252;r Wikileaks?</em></p>
<p>Nein, denn in den ersten drei Jahren haben wir das Projekt vor allem  aus unserem privaten Verm&#246;gen finanziert. Wir haben bis Ende des vorigen  Jahres ca. 25.000 Euro Spenden bekommen – gemessen an den Kosten ist  das sehr wenig, da wir in mehreren Dutzend L&#228;ndern Infrastruktur  unterhalten. Wir arbeiten alle ehrenamtlich. Ich selbst arbeite seit  Januar 2009 in Vollzeit ausschlie&#223;lich f&#252;r das Projekt. Seitdem habe ich  auch kein Geld verdient; ich lebe von meinen Ersparnissen, wie alle  anderen, die im Moment in Vollzeit f&#252;r die Plattform t&#228;tig sind. Das  sind insgesamt f&#252;nf Personen.</p>
<p><em>Gab es denn erkennbare Angriffe auf Ihr Netzwerk?</em></p>
<p>Ja, wir beobachten regelm&#228;&#223;ig DoS-Attacken, das hei&#223;t: Jemand  versucht, &#252;ber eine Vielzahl von Anfragen unsere Infrastruktur  auszuhebeln. Es gibt Privatermittler, die auf uns angesetzt wurden, und  auch der Bundesnachrichtendienst hat uns kontaktiert: Wir sollten  Dokumente, die wir bekommen, l&#246;schen, sonst w&#252;rden wir rechtlichen &#196;rger  bekommen. Wir erhalten etwa einmal pro Woche Post von irgendwelchen  Rechtsanw&#228;lten, die uns rechtlich bedrohen.</p>
<p><em>Warum nehmen Sie in Kauf, Ihre privaten Ersparnisse aufzuzehren?  Treibt Sie der reine Idealismus – oder wollen Sie mit der Plattform auch  mal Geld verdienen?</em></p>
<p>Irgendwann nat&#252;rlich schon, allerdings habe ich mich bewusst gegen  meine Karriere entschieden, weil mir das Projekt wichtiger ist. Ich habe  all die Sicherheiten, die ich hatte, aufgegeben. Und das ist nat&#252;rlich  schon Idealismus, andererseits aber auch Realismus, weil ich t&#228;glich  merke, was so ein Projekt bewegen kann. <strong>Jede Minute, die wir in  Wikileaks stecken, bewirkt etwas Gutes f&#252;r die Gesellschaft.</strong></p>
<p><em>Sie haben einmal gesagt, dass Wikileaks den „instabilen Zustand  der Medien“ korrigieren will. Was hei&#223;t „instabil“?</em></p>
<p>&#220;berall auf der Welt schwindet die Pressefreiheit – hier in  Deutschland vielleicht noch nicht so stark, aber wir m&#252;ssen nur nach  England schauen: Da geraten Journalisten immer mehr unter Druck und  werden in ihrer Arbeit behindert, der Quellenschutz wird stark in Frage  gestellt. Das setzt die Presse schon in so eine Art instabilen Zustand.  Auch funktioniert die Finanzierung der Presse &#252;berhaupt nicht mehr so  gut wie fr&#252;her. Viele Verlage nehmen heute viel zu stark R&#252;cksicht auf  die Interessen ihrer Anzeigenkunden und arbeiten kaum noch investigativ;  auch geht es den Medien heute zu oft nur noch um Quote, um  <em>Tittytainment</em>.</p>
<p><em>Was ist f&#252;r Sie das entscheidende Kriterium bei einer  Ver&#246;ffentlichung? Dass ein &#246;ffentliches Interesse besteht? </em></p>
<p>Wenn man uns ein &#246;ffentliches Dokument zur Verf&#252;gung stellt, kl&#228;ren  wir vorher einen Katalog von Fragen. So muss es sich unter anderem um  Dokumente von politischer, historischer oder moralischer Bedeutung  handeln. Wir fragen die Quelle, worin diese Bedeutung besteht und warum  sie der Meinung ist, dass das ver&#246;ffentlicht werden soll. Wir  ver&#246;ffentlichen kein Dokument, zu dem diese Fragen nicht beantwortet  sind. Das ist schon einmal eine H&#252;rde f&#252;r jemanden, der etwas schickt,  nur um jemanden zu diffamieren.</p>
<p><em>Sie haben den Mailverkehr von Sarah Palin ver&#246;ffentlicht. Nehmen  Sie keine R&#252;cksicht auf private Interessen?</em></p>
<p>Wenn wir anfangen w&#252;rden zu zensieren oder Beitr&#228;ge auszuw&#228;hlen, w&#228;re  unsere Neutralit&#228;t nicht mehr gew&#228;hrleistet. Wie sollen wir unseren  Quellen glaubw&#252;rdig versichern, dass wir nicht nach einer bestimmten  Agenda Inhalte herausfiltern? Nat&#252;rlich sind manche F&#228;llen grenzwertig,  was die Privatsph&#228;re angeht. Das ist uns auch bewusst, aber wir haben  noch keine bessere L&#246;sung gefunden, das zu handhaben.</p>
<p><em>Dazu auf Carta:</em></p>
<ul>
<li>Stefan Mey: Interview mit Julian Assange: <a rel="bookmark" href="../../21005/wikileaks-finanzierung-julian-assange-interview/">Wikileaks: “Wir machen investigativen Journalismus  billiger”</a></li>
</ul>
<p>Daniel Schmitt bei der re:publica 2010 &#252;ber Wikileaks:<br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="600" height="350" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/LGKuQzNxEJI&amp;color1=0xb1b1b1&amp;color2=0xcfcfcf&amp;hl=de_DE&amp;feature=player_embedded&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="350" src="http://www.youtube.com/v/LGKuQzNxEJI&amp;color1=0xb1b1b1&amp;color2=0xcfcfcf&amp;hl=de_DE&amp;feature=player_embedded&amp;fs=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><em>Crosspost von <a href="http://www.politik-kommunikation.de/artikel/alle-sicherheiten-aufgegeben/1">politik &amp; kommunikation</a>.</em></p>
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/26867/wikileaks-aus-einer-geheimsache-machen-wir-keine-weitere-geheimsache/">Wikileaks: Aus einer Geheimsache machen wir keine weitere Geheimsache.</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/26867/wikileaks-aus-einer-geheimsache-machen-wir-keine-weitere-geheimsache/#comments">2 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=26867&amp;md5=18cd99cabe3ab913492e3ea0ac15655b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>[Anzeige] Rechercheseminar &#8220;Journalistische Auskunftsrechte&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 09:37:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Informationsfreiheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Beim Seminar "Journalistische Auskunftsrechte" erfahren Redakteure und freie Journalisten, wie sie unter Zuhilfenahme journalistischer Auskunftsanspr&#252;che bessere Rechercheergbnisse erreichen k&#246;nnen. Anmeldung ist ab jetzt m&#246;glich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Freitag, den 11. Juni 2010 findet im <a href="http://www.tagungszentrum-bpk.de/" target="_blank">Haus der Bundespressekonferenz</a> in Berlin ein Rechercheseminar zum Thema „Journalistische Auskunftsrechte“ statt.</p>
<p>Das Seminar bietet einen &#220;berblick &#252;ber die bestehenden journalistischen Auskunftsrechte, angefangen beim einfachen presserechtlichen Auskunftsanspruch &#252;ber Auskunftsanspr&#252;che nach den Informationsfreiheitsgesetzen bis hin zu den M&#246;glichkeiten, die amtliche Register bei der journalistischen Recherche bieten. Thema sind weiterhin das Europ&#228;ische Informationsfreiheitsgesetz, die Recherche mithilfe von EU-weiten Auschreibungen und die Recherche zu EU-Agrarsubventionen.</p>
<p>Referenten des Seminars sind der freie Journalist <a href="http://www.oppong.eu/" target="_blank">Marvin Oppong</a>, <a href="http://brigittealfter.wordpress.com/" target="_blank">Brigitte Alfter</a>, Mitglied des Vorstands von Netzwerk Recherche, der <em>taz</em>-Redakteur <a href="http://www.sebastian-heiser.de/" target="_blank">Sebastian Heiser</a> und <a href="http://www.johannesludwig.de/" target="_blank">Prof. Johannes Ludwig</a>, Autor des Standardwerks „Investigativer Journalismus“.</p>
<p>Die vollst&#228;ndige Seminareinladung gibt es <a title="Einladung Rechercheseminar &quot;Journalistische Auskunftsrechte&quot;" href="http://www.oppong.eu/Einladung%20Rechercheseminar.pdf" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>Das Seminar wird durchgef&#252;hrt mit freundlicher Unterst&#252;tzung von</p>
<p><a href="http://www.firmenwissen.de/index.html" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-26585" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/04/Logo-Firmenwissen.jpg" alt="Firmenwissen" width="197" height="50" /></a> <a href="http://www.berlin-institute.de/" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-26586" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/04/Logo-Berlin-Institute.jpg" alt="Berlin Institute" width="210" height="53" /></a></p>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;"><br />
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&#8221;<br />
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=26569&amp;md5=e4290d2ecd995bdb5d11d6ab16be9c65" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hacks 4 Democracy: Wenn die Daten nicht zu uns kommen, kommen wir zu ihnen!</title>
		<link>http://carta.info/25927/hack-4-democracy-wenn-die-daten-nicht-zu-uns-kommen-kommen-wir-zu-ihnen/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Apr 2010 17:43:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Hörz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf dem Open Democracy Hackday in Berlin zeigte am Wochenende eine engagierte Gruppe, wie sie aus versteckten Regierungsdaten beeindruckende Projekte und Visualisierungen entstehen lassen – zum Nutzen von B&#252;rgern und Journalisten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/be75bcd3f2c84e989858fdd8a4231764" alt="" width="1" height="1" />„Ich hab Daten,“ sagte einer. F&#252;nf, sechs junge M&#228;nner versammeln sich um einen Laptop. Einer hat gerade unz&#228;hlige Bundestagsreden analysiert, um sie grafisch darzustellen. Wir sind mitten drin in einem f&#252;r deutsche Verh&#228;ltnisse sehr neuen Ereignis – einem <a href="http://opendata.hackday.net/">Hackday</a> f&#252;r die Demokratie. Es geht hier nicht um die Sicherheitsl&#252;cken von Regierungs-Websites, sondern darum, bestehende Daten deutlich besser nutzbar zu machen, zum Beispiel in visueller Form. „Die Idee ist ganz simpel, man nimmt sich ein Wochenende Zeit, und bringt kreative Leute zusammen“, sagt Organisator Daniel Dietrich vom Verein Open Data Network. Programmierer, Software-Entwickler, Interface-Designer, Wissenschaftler und Journalisten setzen sich zusammen, um ihre aktuellen Projekte vorzustellen, Datenquellen zu erschlie&#223;en und ein paar Prototypen zu entwickeln.</p>
<p>In den USA und Gro&#223;britannien ist man da schon weiter, US-Pr&#228;sident Obama machte die Transparenz zur Chefsache, die anonymisierte Fassung nahezu jedes Regierungsdokuments landet auf <a href="http://data.gov">data.gov</a>. Was zwei Vorteile hat: Man muss Regierungs-Websites nicht bis in die letzte Ecke durchsuchen, sondern hat eine zentrale Anlaufstelle f&#252;r alles. Zweiter Vorteil: Die Daten liegen gleich in einer auswertbaren Form vor – PDFs sind n&#228;mlich f&#252;r Menschen anst&#228;ndig lesbar, Rechner k&#246;nnen damit weniger anfangen. In Gro&#223;britannien spielte der <a href="http://www.guardian.co.uk/news/datablog">Guardian</a> mit der <a href="http://www.freeourdata.org.uk/">„Free our Data“</a>-Kampagne eine erhebliche Rolle. Seit Ende Januar 2010 findet man unter <a href="http://data.gov.uk">data.gov.uk</a> alle britischen Daten.</p>
<p><strong>Daten werden </strong><strong>Grass-Roots </strong><strong>aufbereitet </strong></p>
<p>So lange es hierzulande noch nicht so praktische Seiten gibt, helfen sich die Data-Hacker mit Umwegen, wie sich auf den einzelnen Pr&#228;sentationen des Hack Days schnell zeigt. Er beginnt in der Kalkscheune, unmittelbar nach der re:publica. Er ist offen angelegt, die Teilnehmer stellen nach Bar-Camp-Prinzip ihre Themen vor, jeder hat maximal zehn Minuten Zeit, anschlie&#223;end stellen die anderen in Raum ihre Fragen, geben Anregungen. Der erste Tag ist den Pr&#228;sentationen gewidmet, etwa 60 Menschen sind dabei.</p>
<p>Das Zentralverzeichnis aller verf&#252;gbaren Daten soll nun <a href="http://offenedaten.de">offenedaten.de</a> werden, das am Samstag online ging. Hier kann jeder auf statistische Seiten verweisen und beschreiben, welche Daten enthalten sind. Wenn Hacker bestehende Daten besser aufbereitet oder erweitert haben, k&#246;nnen sie auf der Seite ebenfalls drauf hinweisen. „In anderen L&#228;ndern gibt es solche Zentralregister auch von staatlicher Seite, hierzulande w&#228;re das wahrscheinlich mit umfangreicher B&#252;rokratie verbunden. Insofern machen wir das jetzt mal als Grass-Roots“, sagt der Informatik-Student Friedrich Lindenberg, der es entwickelt hat.</p>
<p><strong>Informationsfreiheitsgesetze l&#252;ften Geheimnisse</strong><strong><br />
</strong></p>
<p>Eine Seite, die in den letzten Jahren extrem viel zur Transparenz &#252;ber EU-Agrarsubventionen beitrug, stellte Mitgr&#252;nder Jack Thurston vor: <a href="http://farmsubsidy.org">farmsubsidy.org</a> listet s&#228;mtliche Agrarsubventionen nach Empf&#228;nger auf – sie machen &#252;ber die H&#228;lfte des gesamten EU-Haushalts aus. Gef&#246;rdert werden aber oft nicht kleine Betriebe, die sich kaum halten k&#246;nnen, sondern deren m&#228;chtige Konkurrenz. In Belgien zum Beispiel bekam <a href="http://farmsubsidy.org/BE/recipient/BE3153/tiense-suikerraff-raff-tirlemontoise-n">eine Zuckerraffinerie</a> allein im Jahr 2006 &#252;ber 90 Millionen Euro als Exportsubvention. <strong>Jahrelang waren die Zahlen extrem gut geh&#252;tete Geheimnisse der einzelnen Regierungen, erst die von Journalisten aufgebaute Seite und nach und nach verabschiedete Informationsfreiheitsgesetze brachten die Tatsachen ans Licht.</strong> Auf der Seite lassen sich inzwischen f&#252;r jedes EU-Land die Subventionsempf&#228;nger aufrufen, nach Name oder Ort sortiert.</p>
<p>Hyperlokal und sehr spannend ist <a href="http://frankfurt-gestalten.de">frankfurt-gestalten.de</a>, hinter dem Christian Kreutz steht. Die Daten stammen aus dem System der Stadt Frankfurt, und beziehen sich auf die unterste Ebene, die Bezirksverordnetenversammlung. B&#252;rger bekommen mit, was in ihrem Stadtteil und ihrer Stra&#223;e passiert und k&#246;nnen auf einer Karte selbst Vorschl&#228;ge eintragen.</p>
<p><strong>Im Vergleich ist Open Data in Deutschland eine Leerstelle<br />
</strong></p>
<p>Im Vergleich zu den USA und Gro&#223;britannien sahen die Veranstalter des Hackdays in Deutschland eine „Leerstelle“, wie Daniel Dietrich sagt. Er ist seit September 2009 Vorsitzender des <a href="http://opendata-network.org/">Open Data Network</a>. „Man muss nicht Vereinsmitglied sein, um sich im gr&#246;&#223;eren Netzwerk zu engagieren“, stellt Dietrich klar. Dass die Zeit allm&#228;hlich reif f&#252;r das Thema wird, zeigt sich auch darin, dass bei der Gr&#252;ndungsversammlung des Vereins die <strong>Vertreter aller gr&#246;&#223;eren Parteien kamen – ohne eine Einladung bekommen zu haben</strong>. Auch mit dem Hackday lie&#223; sich der Verein von Vorbildern inspirieren: Die <a href="http://sunlightfoundation.com/resources/">Sunlight Foundation</a> in den USA und <a href="http://rewiredstate.org/projects">Rewired State</a> haben mit Hackdays gezeigt, was m&#246;glich ist. Fortgesetzt wird der Hackday &#252;brigens im <a href="http://opendata-network.org/2010/02/open-democracy-camp-2010/">„Open Democracy Camp“</a>, das im Mai in Berlin stattfindet.</p>
<p>Am zweiten, eher handlungsorientierten Tag sa&#223;en rund drei&#223;ig Menschen in wechselnden Konstellationen um die Tische einer B&#252;roetage, am Abend wurden die Ergebnisse pr&#228;sentiert. Viele davon sind zwar noch sehr vorl&#228;ufig, aber sie zeigen in eine klare Richtung: <strong>Man kann aus den bestehenden Daten sehr viel schlauer werden, wenn man nur die richtigen Leute ranl&#228;sst</strong>.</p>
<p><strong>Beeindruckende interaktive Visualisierungen</strong></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://drop.io/odn_h4d/asset/parlabla-png"><img class="size-full wp-image-25929 aligncenter" title="opendatawordle" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/04/opendatawordle.jpg" alt="opendatawordle" width="472" height="233" /></a></p>
<p>Zum Beispiel hat der <a href="http://offenedaten.de">offenedaten.de</a>-Entwickler Friedrich Lindenberg <a href="http://www.wordle.net/">Wordle</a>-Clouds aus der Summe der Reden der letzten Bundestagsperiode erstellt. An sich nichts Wildes, aber die Vorarbeit war erheblich, denn die Protokolle mussten alle ausgelesen und umgewandelt werden, worum sich der Informatikstudent Stefan Wehrmeyer mit seinem Projekt <a href="http://www.bundestagger.de/">bundestagger.de</a> bereits gek&#252;mmert hatte. Auf den Tagclouds konnte man beispielsweise sehen, dass in der Wahlperiode 2005 bis 2009 die Oppositionsparteien oft von „fragen“ oder „sagen“ sprachen, die Union oft von „wichtig“ und „Deutschland“, die SPD wiederum sehr oft von „gut“, und auch oft von „arbeiten“, „Menschen“ und „reichen“. Randnotiz: W&#228;ren die Parteinamen nicht vorher von der Analyse ausgenommen worden, w&#228;re bei der FDP-Fraktion mit Abstand das h&#228;ufigste Wort „FDP“ gewesen.</p>
<p>Eine ziemlich beeindruckende Anwendung zeigte <a href="http://stefanwehrmeyer.com/">Stefan Wehrmeyer</a>. Begeistert von einer Karten-Anwendung der britischen Organisation <a href="http://www.mysociety.org/">mySociety</a>, schrieb er eine berlinbezogene Anwendung f&#252;r Google Maps. <a href="http://www.mapnificent.de/">Mapnificent</a> war urspr&#252;nglich daf&#252;r gedacht, alle Orte innerhalb Berlins zu zeigen, die man mit den &#246;ffentlichen Verkehrsmitteln in einer bestimmten Zeit erreichen kann. Doch Wehrmeyer machte hier nicht Halt, sondern baute weitere Funktionen ein: S&#228;mtliche <a href="http://fbinter.stadt-berlin.de/fb/">statistische Karten</a> der Stadt Berlin lassen sich als weitere Schichten &#252;ber Google Maps legen. Zum Beispiel die Arbeitslosenzahlen und Hauptschul-Empfehlungen f&#252;r Schulabg&#228;nger. <strong>Mehrere Karten kombiniert bringen knackig visualisiert schnell interessante Zusammenh&#228;nge an den Tag.</strong> Doch Wehrmeyer nahm sich auch noch die Detaildaten &#252;ber die Konjunkturpaket-II-Gelder vor. Jeder Empf&#228;nger hat einen anklickbaren Punkt auf der Karte, eine r&#228;umliche Konzentration von viel Geld ist auf der Karte mit r&#246;tliche Hintergrund dargestellt. „So etwas h&#228;tte Berlin von Anfang an machen sollen. Es ist eine sehr transparente Ma&#223;nahme, wenn man zeigt, wohin das Geld flie&#223;t“, sagt Wehrmeyer. Auch die Konjunkturpaket-Schicht l&#228;sst sich mit den anderen Karten kombinieren, die Phantasie oder der Sp&#252;rsinn der Benutzer sind nun gefordert. Auf dem Hackday stellte Wehrmeyer eine erste Version vor, jetzt ist sie als Betaversion auch online verf&#252;gbar. In Zukunft sollen Nutzer selbst Eintr&#228;ge machen k&#246;nnen, Interessierte d&#252;rfen den Quellcode verwenden und ihre eigenen Anwendungen bauen.</p>
<p><strong>F&#252;r B&#252;rger und Journalisten</strong></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://drop.io/odn_h4d/asset/treemap-png"><img class="size-full wp-image-25930 aligncenter" title="treemap" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/04/treemap.jpg" alt="treemap" width="449" height="253" /></a></p>
<p>Urs Kleinert arbeitete an einer Visualisierung s&#228;mtlicher EU-Agrarsubventionen, die Deutschland erhalten hatte. Die <a href="http://farmsubsidy.org/DE">Daten</a> kamen von farmsubsidy.org, dargestellt sind sie nach Bundesl&#228;ndern. Die gesamte Subventionsmenge ist als Block dargestellt, jedes Bundesland bekommt einen rechteckigen Anteil nach seiner Summe. Die Echtzeit-Anwendung soll noch auf Landkreise und St&#228;dte erweitert werden, und funktioniert als reines HTML ohne Flash oder Bitmaps. So lassen sich einfach weitere Daten einbinden, zum Beispiel Verlinkungen zu den Subventionsempf&#228;ngern oder einfach statistische Daten des betreffenden Landkreises, wie Einwohnerzahl oder Anteil der Besch&#228;ftigten in der Landwirtschaft.</p>
<p>Die Essenz eines solchen Hackdays ist klar: Statt der nicht so motivierten <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Gedaempfte-staatliche-Auskunftsfreude-906356.html">B&#252;rokraten</a> kann man auch Leute ranlassen, die ganz konkret an B&#252;rger und Journalisten denken.</p>
<p>Der Hackday demonstriert eine ganze Reihe von Sachen: Da drau&#223;en gibt es eine Menge sehr kompetenter Menschen, die ihre F&#228;higkeiten von sich aus anbieten. Diese Menschen sind keine Feinde von Regierungen, auf jeden Fall aber die Freunde von engagierten B&#252;rgern. Sie k&#246;nnen dabei helfen, einen Datenwust anschaulich zu machen und schlauer draus zu werden. Und tats&#228;chlich kann man in ziemlich kurzer Zeit etwas praktisch Anwendbares und Anschauliches produzieren. Unsere Regierungen und B&#252;rokraten sollten das als eine Chance verstehen. Und speziell <a href="http://blog.kooptech.de/2010/01/open-data-in-norwegen-und-die-rolle-von-journalisten/">Redaktionen</a> sollten sich mit solchen Entwicklern zusammentun, weil man mit „Data Driven Journalism“ Themen ganz anders aufziehen kann, und zu ganz neuen, oft investigativen Geschichten findet.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=25927&amp;md5=e74ad3452ad3c0d1c2d8708b610ae457" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>BUNTE contra STERN: Immer neue Enth&#252;llungen!</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 10:11:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Aff&#228;re um die Bildbeschaffungsmethoden der M&#252;nchner Illustrierten BUNTE nimmt allm&#228;hlich groteske Formen an. „Meedia“ warnt bereits vor einer beispiellosen „Selbstzerfleischung“ der Branche. Wir ahnen: Es ist die Spitze einer gigantischen Mediensatire.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/7a89c07094a64c7b8db699494abd945d" alt="" width="1" height="1" />Vor einigen Tagen wurde einem <em>Carta</em>-Mitarbeiter das Transkript eines Telefongespr&#228;chs zugespielt, das die prominente Journalistin Patricia R. im Februar 2010 mit dem prominenten Journalisten Helmut M. gef&#252;hrt haben soll. Nach Angaben eines Spurensicherungs-Experten des BKA befand sich das Transkript in einem Aktenordner der Berliner Rechercheagentur „LB&#220;-Research &amp; Report GmbH“. LB&#220; ist eine in der Fotografen-Branche &#252;bliche Abk&#252;rzung f&#252;r „Leitbild&#252;berpr&#252;fung“.</p>
<p>Den Deckel des anonym eingesandten Ordners, der <em>Carta</em> vorliegt, ziert ein auff&#228;llig bunter Sperrvermerk: „Sp&#228;tr&#246;mische Dekadenz. Nur f&#252;r den Hausgebrauch“. Auf dem Transkript selbst findet sich der Stempelaufdruck VAP (offenbar ein presse-internes Geheimk&#252;rzel f&#252;r „Verhaltensauff&#228;llige Politiker“).</p>
<p>Dem kurzen Text beigeheftet sind Quittungen &#252;ber ausbezahlte Informationshonorare sowie zahlreiche Kaufbelege: f&#252;r Richtmikrophone, Keylogger, Spycam, Bewegungsmelder, Elektropick, Peilsender, Leuchtspurmunition, Gummistiefel, Gartenspaten, Alu-Leiter, Karnevalskost&#252;m, Nylonstr&#252;mpfe, Fu&#223;matten &#8211; sowie einen silberfarbenen <a href="http://www.allsportauto.com/photoautre/astonmartin/dbs/v12/2007_aston_martin_dbs_01_sb.jpg">Aston Martin</a> DBS V12 Vantage. In einer Klarsichth&#252;lle fanden sich mehrere auf den gleichen Namen ausgestellte Reisep&#228;sse sowie unterschiedliche Visitenkarten und ein Blindenarmband. Lose im Ordner lag ein Exemplar des Journalisten-Handbuchs <a href="http://www.amazon.de/Geheimwissen-Schl&#252;sseldienst-Eine-Anleitung-Schloss&#246;ffnen/dp/3950171908">„Geheimwissen Schl&#252;sseldienst“</a>.</p>
<p><strong>Die <em>Carta</em>-Redaktion hat sich nach langen internen Diskussionen entschlossen, das Transkript des (m&#246;glicherweise gef&#228;lschten) Telefongespr&#228;chs im Wortlaut zu publizieren, um dem gesteigerten Interesse der &#214;ffentlichkeit an der leitbildhaften Privatsph&#228;re prominenter Journalisten Gen&#252;ge zu tun</strong>. Wir handeln dabei nicht nur im Einklang mit den j&#252;ngsten Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts, sondern stellen uns auch ganz bewusst in die Tradition der angels&#228;chsischen <span style="text-decoration: line-through;">Revolver</span>presse, f&#252;r die es schon immer zur journalistischen Sorgfaltspflicht geh&#246;rte, die Bev&#246;lkerung r&#252;ckhaltlos und tele-objektiv &#252;ber das sittliche Betragen ihrer Leitfiguren ins Bild zu setzen.</p>
<p>Hier das Transkript des mutma&#223;lichen Telefonats (das allem Anschein nach in einem M&#252;nchner Verlagsgeb&#228;ude gef&#252;hrt worden ist):</p>
<p>Helmut: Machst l&#228;nger heut’, Mausi?</p>
<p>Patricia: Du, ich hab hier noch die Blaupausen vom Berghain auf’m Tisch. Wird bestimmt sp&#228;t.</p>
<p>Helmut: Macht nix. Ich muss sowieso gleich n&#252;ber zum FC Bayern, der Uli will die Neuner-Position neu besetzen. Hast Probleme mit der K&#252;nast?</p>
<p>Patricia: Total. Die is v&#246;llig unscharf. Unsere LB&#220;ler sind nicht nah genug an sie rangekommen. Aber die Rechnung f&#252;r den Bagger, die war gleich da&#8230;</p>
<p>Helmut: Was?? Wozu brauch’n die einen Bagger?</p>
<p>Patricia: Na f&#252;r den Tunnel, du Depp.</p>
<p>Helmut (<em>scharf</em>): Also, Mausi, das sagst nicht mehr zu mir!</p>
<p>Patricia: Ohne Tunnel w&#228;r’n die nie in’s Berghain gekommen.</p>
<p>Helmut: Und wieso sind die Bilder net scharf?</p>
<p>Patricia (<em>genervt</em>): Herrgott, B&#228;rli, im <a href="http://www.funktion-one.com/images/Berghain/Berghain-mondo-1-0805-web.jpg">Berghain</a> is alles stockdunkel!</p>
<p>Helmut: Ja, ham die denn keine Nachtsichtger&#228;te?? Die ham doch erst letzte Woch’n bei uns W&#228;rmebildkameras und unbemannte Drohnen abgerechnet&#8230; Wenn der Hubsi das spitz kriegt! Dem h&#228;ngt doch d’Maria dauernd im Ohr, dass mir sparn solln&#8230;</p>
<p>Patricia: Schei&#223; auf den Hubsi, wir ham schlie&#223;lich a Aufkl&#228;rungspflicht!</p>
<p>Helmut: Also, i versteh’s net. Warum m&#252;ssen mir immer zu dene nach Berlin nauf, mir ham doch den Dings da in Pullach.</p>
<p>Patricia (<em>genervt</em>): B&#228;rli, du und ich, wir zwei, wir sind doch JOURNALISTEN! Wir recherchieren MIT JOURNALISTISCHEN MITTELN. Wir halten uns immer streng an diesen Pressedings, diesen Kodex&#8230;</p>
<p>Helmut: Du Mausi, ich muss Schluss machen, der Uli simst grad, die Wei&#223;w&#252;rscht wern kalt&#8230;</p>
<p>__________________________________</p>
<p><em>P. S. Lesen Sie – zum besseren Verst&#228;ndnis des operativen Vorgangs &#8211; auch den <a href="http://www.burda-news.de/content/brief-von-patricia-riekel-renate-k&#252;nast">Offenen Brief</a> der BUNTE-Chefredakteurin Patricia Riekel an die Fraktionsvorsitzende der GR&#220;NEN, Renate K&#252;nast (K&#252;nast hatte Verleger Hubert Burda unl&#228;ngst <a href="http://kress.de/tagesdienst/detail/beitrag/102805-bunte-affaere-kuenast-nimmt-burda-und-riekel-in-die-pflicht.html">aufgefordert</a>, sich f&#252;r das Verhalten der BUNTEN zu entschuldigen).</em></p>
<p><em>Ebenfalls interessant: Das <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien-news/Die-Bunte-Bunte-Beate-Wedekind-Patricia-Riekel-Franz-Muentefering-Horst-Seehofer-CMK;art15532,3046224">Interview</a> mit der vormaligen BUNTE-Chefredakteurin Beate Wedekind sowie <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien-news/Christian-Schertz-Franz-Muentefering-Oskar-Lafontane-Horst-Seehofer-Bunte-Stern-Agentur-CMK;art15532,3041747">weitere</a> <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/politikerbespitzelung-bunte-chefin-riekel-verteidigt-sich-1547796-photoshow_text.html">Reaktionen</a></em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=23785&amp;md5=dd39f995f72d2795334f7a3ce4bec1b6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>33.663.635 lousy pennies</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 16:41:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Freie (informelle) Mitarbeiter werden bei Burda offenbar sehr gut bezahlt. Wenn sie geile Geschichten bringen. Oder solche versprechen.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich musste die Zahl wirklich zwei Mal lesen, um sie zu glauben: Die Hand- und Spann(er)-Dienste der Berliner „Fotoagentur“ CMK waren der BUNTEN eine Viertelmillion Euro wert. Daf&#252;r bekam das M&#252;nchner People-Magazin eine &#8211; g&#228;hn – <a href="http://www.bunte.de/society/bunte-exklusiv-franz-muentefering-wieder-verliebt_aid_9656.html">Super-Top-Story</a>: „Alter Mann liebt junge Frau.“ Derartige Wahnsinns-Enth&#252;llungen h&#228;tten beim Henri-Nannen-Preis (das ist der Preis des <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/spitzeleien-bei-muentefering-und-lafontaine-die-falschen-dementis-der-cmk-1546777.html">neidischen</a> <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/stern-enthuellung-muentefering-und-lafontaine-verfolgt-und-ausgespaeht-1545952.html">Konkurrenten</a> <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/details-zur-stern-enthuellung-so-wurden-muentefering-und-lafontaine-bespitzelt-1546227.html">stern</a>) nat&#252;rlich keine Chance.</p>
<p>Aber ein <a href="http://www.bambi.de/flash/#home,index">Bambi</a>!! Der BUNTEN und ihrer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paparazzo">Paparazzi</a>-Crew geb&#252;hrt der Sonder-Bambi f&#252;r „Stille Helden“ – liebevoll &#252;berreicht von Focus-Chefredakteur Helmut Markwort an BUNTE-Chefredakteurin Patricia Riekel. Ein Bambi w&#228;re die H&#246;chststrafe (nein, doch nicht, die H&#246;chststrafe w&#228;re <a href="http://www.youtube.com/watch?v=4L1E2Idi5QA&amp;feature=player_embedded">das hier)</a>.</p>
<p><strong>248.000 Euro sind 33.663.635 lousy pennies.</strong> So viel war es dem Qualit&#228;tshaus Burda wert, die genauen Bewegungsabl&#228;ufe unter den Bettdecken unserer „Spitzenpolitiker“ investigativ zu erforschen und sie &#8211; im Geiste der Aufkl&#228;rung &#8211; sauber zu dokumentieren.</p>
<p>Ein Sonder-Lob verdienen dabei die verlagsintern erzielten Synergieeffekte: Die BUNTE-„Recherche“ f&#252;hrte im „Nachrichtenmagazin“ Focus zu einer tollen <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/privatdetektive-lafontaine-wurde-ausspioniert_aid_456138.html">Exklusiv-Geschichte</a>: „Neuer Wirbel um Oskar Lafontaine: Der Vorsitzende der Linkspartei wurde <strong>nach FOCUS-Recherchen (sic!) </strong>vor zwei Jahren Opfer eines umfangreichen <a href="http://carta.info/18856/der-wagenknecht-lafontaine-komplex-oder-das-leben-der-anderen-teil-ii/">Sp&#228;h-Angriffs</a> auf seine Person&#8230; <strong>FOCUS befragte den Chef des Berliner Unternehmens</strong>&#8230;, <strong>wer hinter der umfangreichen Sp&#228;h-Aktion steckte</strong>. <strong>Der antwortete: Ich wei&#223;, dass da mal was gelaufen ist. Aber N&#228;heres kann ich Ihnen nicht sagen.</strong>“</p>
<p>Ist das nicht unglaublich witzig?</p>
<p>Ich bin &#252;brigens seit heute absolut &#252;berzeugt davon, dass die deutschen Verleger ein Leistungsschutzrecht brauchen. Sonst w&#252;rden die boshaften Raubverlinker die so teuer hergestellten Top-News auch noch kostenlos durch den Kakao ziehen.
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<a href="http://carta.info/23600/33-663-635-lousy-pennies/">33.663.635 lousy pennies</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/23600/33-663-635-lousy-pennies/#comments">6 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=23600&amp;md5=d703ac41b4984ad28724d08bfb1db5b5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Investigativer Journalismus &#8211; Presseschau VII</title>
		<link>http://carta.info/22890/investigativer-journalismus-presseschau-vii/</link>
		<comments>http://carta.info/22890/investigativer-journalismus-presseschau-vii/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 10:29:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Investigativer Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses Mal in der Presseschau: Crowd Funded Reporting – Fact Checking bei dpa – Seymour Hersh – Wikileaks – Informantenschutz – Politmagazin-Kosten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/676a8389cd704ae993029e09b081426d" alt="" width="1" height="1" /></p>
<h4><strong>Finanzierung investigativer Recherchen</strong></h4>
<p>Moderne Finanzierungsformen f&#252;r arbeitsintensive Recherchen wie  <em>Community Funded Reporting</em> oder <em>Crowd Funding</em> sowie die Qualit&#228;t und Zukunft des Journalismus  waren Thema beim  <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1110094/" target="_blank">Deutschlandfunk</a>. Neue Finanzierungskonzepte f&#252;r  (investigativen) Journalismus waren auch Gegenstand eines Beitags von Stephan Weichert und Leif Kramp in der letzten Ausgabe  des <a href="http://journalist.de/" target="_blank">&#8220;journalist&#8221;</a> (nur Print). Schade nur, dass man als Leser des Artikels erst auf der dritten Seite erfuhr, dass alle &#8220;Namen, Orte und Begebenheiten&#8221;, die man sich gemerkt hatte, &#8220;frei erfunden&#8221; sind. Mit neuen Finanzierungsm&#246;glichkeiten f&#252;r Enth&#252;llungsjournalismus besch&#228;figten sich die Autoren Kramp und Weichert auch  in der Reihe &#8220;Wozu noch Journalismus?&#8221; bei <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/533/501784/text/9/" target="_blank">sueddeutsche.de</a>, wo sie das &#8220;Centre for  Investigative  Reporting&#8221; vorstellten.</p>
<p>Mit <em>Community Funded Reporting</em>, <em>Crowd Funding</em> und der Internetplattform spot.us befasste sich auch der <a href="http://oe1.orf.at/highlights/132345.html">&#214;sterreichische Rundfunk</a>.</p>
<p>Im Interview mit dem  Branchendienst <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/hufig-nur-durchschnittlicher-journalismus_100025875.html?tx_ttnews[backPid]=23&amp;cHash=e4fa4%20dd623" target="_blank">Meedia</a> sprach der Hamburger Medienprofessor Volker    Lilienthal, der den Schleichwerbeskandal im &#8220;Marienhof&#8221; aufdeckte,   &#252;ber  Qualit&#228;t im Journalismus.</p>
<h4><strong>Fact-Checking</strong></h4>
<p>Das &#220;berpr&#252;fen von Informationen spielt im investigativen Journalismus eine wichtige Rolle, weil die zu verarbeitenden Informationen hier in der Regel umfangreicher sind und Fehler schwere rechtliche und finanzielle Folgen nach sich ziehen k&#246;nnen. Der neue dpa-Chef Wolfgang B&#252;chner hat nun ein neues Regelwerk f&#252;r seine Redaktion eingef&#252;hrt, das der Blogger <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/klare-ansage-bei-dpa-lieber-spaet-als-falsch/" target="_blank">Stefan Niggemeier</a> exklusiv ver&#246;ffentlichte. Wie die Otto-Brenner-Stiftung, die den gleichnamigen Journalistenpreis f&#252;r kritischen Journalismus vergibt, &#252;ber einen Newsletter verbreitete, veranstaltet das <a href="http://www.netzwerkrecherche.de/presse/index.php?pageid=366" target="_blank">Netzwerk Recherche</a> zum Thema Fact-Checking im M&#228;rz eine <a href="http://www.netzwerkrecherche.de/presse/index.php?pageid=366" target="_blank">Konferenz</a> in den Redaktionsr&#228;umen des &#8220;Spiegel&#8221;.</p>
<h4><strong>Top 10 vernachl&#228;ssigter Themen</strong></h4>
<p>Die <a href="http://www.nachrichtenaufklaerung.de/index.php?id=10" target="_blank">Initiative Nachrichtenaufkl&#228;rung</a> k&#252;rt jedes Jahr die  <a href="http://www.nachrichtenaufklaerung.de/index.php?id=190" target="_blank">Top 10 der vernachl&#228;ssigten Themen</a>. Unter den Top 10  des Jahres 2009 finden sich Themen wie &#8220;Psychiatrie: Bundesregierung  biet UN-Konvention zurecht&#8221;, &#8220;L&#252;cken  der Finanzaufsicht bei Kirchen&#8221;  oder &#8220;Mangelnde Kontrolle deutscher  R&#252;stungsexporte&#8221;.</p>
<h4><strong>Hersh</strong></h4>
<p>Die <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=fl&amp;dig=2010/01/09/a0046&amp;cHash=c2d7132da0" target="_blank">taz</a> druckte eine minimal abweichende Version eines  Portraits des f&#252;hrenden Investigativjournalisten Seymour Hersh aus den  USA, das <a href="http://carta.info/21082/investigativer-journalismus-presseschau-vi/" target="_blank">zuvor</a> bereits in der Neuen Z&#252;rcher Zeitung erschien. Streckenweise &#228;hnlich ist auch ein Portrait (<a href="http://www.br-online.de/bayern2/kulturjournal/seymour-hersh-portrait-portraet-ID126077957405.xml" target="_blank">I</a>; <a href="http://www.br-online.de/imperia/md/audio/podcast/import/2010_01/2010_01_29_19_41_14_podcastb5so31012010medienmagaz_a.mp3" target="_blank">II</a>, ab 18:21 min), das der Bayerische Rundfunk dem &#8220;Ausnahme-Rechercheur&#8221; Hersh  vor einiger Zeit widmete. Am Mittwoch wurde Hersh auch  beim neuen Sender <a href="http://wissen.dradio.de/index.36.de.html?dram:article_id=682&amp;sid=" target="_blank">DRadio Wissen</a> und in der <a href="http://bazonline.ch/ausland/amerika/Der-Schrecken-der-Geheimdienste/story/13423191" target="_blank">Basler Zeitung</a> portraitiert.</p>
<h4><strong>Wikileaks</strong></h4>
<p>Die Seite wikileaks.org ist immer noch abgestellt und <a href="http://wikileaks.org/" target="_blank">wirbt um Spenden</a>. Ziel ist dabei laut Wikileaks ein Jahresbudget von 600.000 Dollar. Bei <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-01/wikileaks-spendenaufruf-streik" target="_blank">Zeit Online</a> veranschlagte Daniel Schmitt von Wikileaks die ben&#246;tigte Summe Anfang Januar noch auf &#8220;800.000 US-Dollar im Jahr&#8221;. Auf der genannten Wikileaks-Seite findet sich auch eine Liste von fr&#252;heren Spendern, die bereits f&#252;r <a href="http://www.taz.de/1/netz/artikel/1/wikileaks-unterstuetzer-entlarvt/" target="_blank">Wirbel</a> sorgte. Dar&#252;ber, dass Wikileaks abgeschaltet ist, berichtete auch die <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8490867.stm" target="_blank">BBC</a>, die den Investigativjournalisten Paul Lashmar mit folgender Aussage zitiert: &#8220;Web(nutzer) sind nicht daran interessiert, wie die Leute hinter den Seiten ihr Geld verdienen&#8221;. Die <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/multimedia/aktuell/2193540_Wikileaks-Geheimnisverraeter-im-Streik.html" target="_blank">Frankfurter Rundschau</a> besch&#228;ftigte sich ebenfalls mit Wikileaks und band ein sehenswertes Youtube-Video eines Vortrags der Wikileaks-Vertreter Julian Assange und Daniel Schmitt vor einem Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) ein.</p>
<h4><strong>Informantenschutz</strong></h4>
<p>Die &#8220;Financial Times&#8221;, die &#8220;Times&#8221;, die Nachrichtenagentur &#8220;Reuters&#8221;  und der &#8220;Guardian&#8221; hatten 2001 durch ihnen zugespielte Dokumente &#252;ber ein &#220;bernahmeangebot eines Brauerei-Konzerns berichtet, was zu einem rasantem Kursanstieg bei dem &#220;bernahmekandidaten f&#252;hrte. Britische Gerichte best&#228;tigten zuerst, die betroffenen  Unternehmen h&#228;tten ein Recht darauf, die Person zu identifizieren,  die den Medien die Dokumente zugespielt habe. Der Europ&#228;ische Menschenrechtsgerichtshof entschied jedoch zugunsten der Medien, wie der <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1260789921638.shtml" target="_blank">K&#246;lner Stadt-Anzeiger</a> berichtete.</p>
<h4><strong>Politmagazine</strong></h4>
<p>In einem auf der Internetseite der Berliner Zeitung <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0128/medien/0009/index.html" target="_blank">nicht mehr verf&#252;gbarem Artikel</a> war <a href="http://www.daniel-bouhs.de/2010/01/28/eine-minute-fur-3-164-euro/" target="_blank">nachzulesen</a>, &#8220;dass eine Minute von &#8216;Fakt&#8217; (MDR) nur  3 284 Euro kostet, eine von &#8216;Monitor&#8217; (WDR) aber 5 009.&#8221;</p>
<p>Die <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/wir-vermissen-strauss/" target="_blank">taz</a> interviewte die Moderatorin des ARD-Politmagazins &#8220;Panorama&#8221; Anja Reschke zum Thema Feindbilder.</p>
<h4><strong>Informationsfreiheitsgesetz</strong></h4>
<p>Das Bundesarbeitsministerium hat einen Antrag der <a href="http://hausblog.taz.de/2010/02/zu-heikel-um-es-zu-veroeffentlichen/" target="_blank">taz</a> auf Einblick in Unterlagen zu Zwangsumz&#252;gen von Hartz-IV-Empf&#228;ngern abgelehnt.
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<a href="http://carta.info/22890/investigativer-journalismus-presseschau-vii/">Investigativer Journalismus &#8211; Presseschau VII</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/22890/investigativer-journalismus-presseschau-vii/#comments">No comment</a>
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		<item>
		<title>Wikileaks: &#8220;Wir machen investigativen Journalismus billiger&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/21005/wikileaks-finanzierung-julian-assange-interview/</link>
		<comments>http://carta.info/21005/wikileaks-finanzierung-julian-assange-interview/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 15:52:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan Mey</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Investigativer Journalismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>

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		<description><![CDATA[Julian Assange im Interview &#252;ber die &#214;konomie von Wikileaks: Welches Finanzierungsmodell hinter Wikileaks steht, weshalb es auch von Medienunternehmen unterst&#252;tzt wird, &#252;ber Exklusivvertr&#228;ge f&#252;r den Zugang zu Quellen und weshalb aktuell nur die Spendenseite erreichbar ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/eb6c9f27c5d84006b7fe2e8538830ef3" alt="" width="1" height="1" /><em>Die einen sehen Wikileaks als &#8220;Robin Hood des Internet&#8221; (<a href="http://www.stern.de/politik/ausland/geheimdokumente-netzwerk-wikileaks-die-robin-hoods-des-internets-1524235.html">Stern</a>), andere melden Zweifel an der Seriosit&#228;t (<a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/wikileaks-und-der-kundus-bericht_100025146.html">Meedia</a>) an. In jedem Fall hat sich Wikileaks mittlerweile als internationale Plattform f&#252;r &#8220;Whistleblower&#8221; etabliert, auf der regelm&#228;&#223;ig geheime, interne oder private Dokumente enth&#252;llt werden. Julian Assange ist Aktivist, Internet-Unternehmer und Mitglied des Advisory Boards von Wikileaks. Stefan Mey sprach mit ihm &#252;ber die &#214;konomie des nichtkommerziellen Projekts.<br />
</em></p>
<p><em> </em><em> </em></p>
<p><strong>Stefan Mey: Herr Assange, war Wikileaks eigentlich Ihre Idee, wie man gelegentlich h&#246;rt? </strong></p>
<p>Julian Assange: Ich w&#252;rde mich nicht einen Gr&#252;nder nennen.</p>
<p><strong>&#220;ber die Anf&#228;nge von Wikileaks wei&#223; niemand genaues&#8230;</strong></p>
<p>Das liegt einfach daran, dass einige der urspr&#252;nglichen Gr&#252;nder Fl&#252;chtlinge sind, aus China und aus anderen L&#228;ndern. Und sie haben immer noch Familie in ihren Heimatl&#228;ndern.</p>
<div id="attachment_21052" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><strong><a href="http://www.flickr.com/photos/biatch0/4008014713/"><img class="size-full wp-image-21052 " title="assange" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/01/assange.jpg" alt="Julian Assange " width="300" height="257" /></a></strong><p class="wp-caption-text">Julian Assange: &quot;Medienunternehmen sehen uns als eine Organisation, die es ihnen leichter macht, das zu tun, was sie tun.&quot; (Foto: biatch0, cc-by-nc-nd)</p></div>
<p><strong>Wie gro&#223; ist das Kern-Team von Wikileaks?<br />
</strong></p>
<p>Wir haben f&#252;nf Leute, die rund um die Uhr f&#252;r Wikileaks arbeiten, etwa 800, die sporadisch etwas machen und dazwischen ein breites Spektrum.</p>
<p><strong>Wie finanzieren Sie und die anderen vier Ihre Miete?</strong></p>
<p>Ich habe im Internet Geld verdient, insofern kann ich mir diese Arbeit leisten, aber auch das nicht f&#252;r immer. Und auch die vier anderen k&#246;nnen sich selbst finanzieren.</p>
<p><strong>Auch bei nicht-kommerziellen Medien stellen sich die zwei entscheidenden Fragen: Was kostet das Angebot? Und wie l&#228;sst es sich finanzieren? K&#246;nnen Sie zuerst etwas zur Ausgabenseite sagen? </strong></p>
<p>Der mit Abstand gr&#246;&#223;te Posten sind die Mitarbeiter. Die Personal-Kosten steigen mit der Menge an Material, das uns erreicht, es m&#252;ssen Zusammenfassungen geschrieben werden, und wir m&#252;ssen die Plausibilit&#228;t der Quellen &#252;berpr&#252;fen. Im Moment finanziert sich jeder der Beteiligten noch selbst, aber das kann auf Dauer nicht so bleiben.</p>
<p><strong>Was sind die wichtigsten Posten, f&#252;r die Wikileaks tats&#228;chlich Rechnungen bezahlen muss, Server, B&#252;ros …? </strong></p>
<p>Die Serverkosten k&#246;nnen sehr hoch sein, wenn wir Spikes mit hohen Abrufzahlen haben. Dann fallen Registrierungs-Geb&#252;hren, Bankgeb&#252;hren und B&#252;rokratie-Kosten an. Da wir an verschiedenen Orten leben, macht es keinen Sinn, ein zentrales Wikileaks-Headquarter zu haben. Die Leute arbeiten von ihren eigenen B&#252;ros aus.</p>
<p><strong>Wie ist es mit Prozesskosten? </strong></p>
<p>Wir m&#252;ssen keine Anw&#228;lte bezahlen, da uns Hunderttausende oder Millionen Dollar an Anwaltszeit gespendet werden. Aber wir m&#252;ssen trotzdem f&#252;r Gerichtsgeb&#252;hren zahlen, Kopien und derartiges. Strafzahlungen oder Schadenersatz noch nicht, wir haben bis jetzt alle Verfahren gewonnen.</p>
<p><strong>K&#246;nnen Sie Zahlen nennen, wie viel Geld Wikileaks pro Jahr ben&#246;tigt? </strong></p>
<p>Vielleicht etwa 200.000 Dollar, ohne Personalkosten. Aber es gibt Leute, die es sich nicht leisten k&#246;nnen, weiterhin Vollzeit f&#252;r uns zu arbeiten, wenn wir sie nicht bezahlen. Mit Personalkosten w&#252;rde ich sagen, vielleicht 600.000 Dollar.</p>
<p><strong>Kommen wir jetzt zu den Einnahmen. Die einzige auf der Website ersichtliche Erl&#246;sform sind Spenden.</strong></p>
<p>Privat-Spenden. Wir akzeptieren generell kein Geld von Regierungen oder Unternehmen. Das Geld kommt im Moment noch &#252;berwiegend von den Leuten, die pers&#246;nlich beteiligt sind, von Journalisten, Anw&#228;lten und Technikern. Nur etwa 10% sind Online-Spenden von Unbekannten. Aber der Anteil wird sich vielleicht noch erh&#246;hen.</p>
<p><strong>Weiter unten auf der Seite befindet sich eine Liste Ihrer „unersch&#252;tterlichen Unterst&#252;tzer“. Das sind US-Medien-Organisationen und –Unternehmen wie AP, die Los Angeles Times oder die National Newspaper Association. Wie sieht deren Beitrag aus? </strong></p>
<p>Sie geben kein Geld, sondern stellen uns ihre Anw&#228;lte zur Verf&#252;gung.</p>
<p><strong>Wieso unterst&#252;tzen die Medienunternehmen Wikileaks? Sicher nicht aus Uneigenn&#252;tzigkeit.</strong></p>
<p>Aus zwei Gr&#252;nden: Sie sehen uns als eine Organisation, die es ihnen leichter macht, das zu tun, was sie tun. Und sie sehen uns als schw&#228;chstes und empfindlichstes Glied im System. Wir nehmen uns die publizistisch schwierigsten F&#228;lle vor. Wenn wir juristisch besiegt werden, k&#246;nnten sie die n&#228;chsten sein. In anderen Worten: Wenn Wikileaks.org aufgrund eines Gerichsverfahrens geschlossen wird, wird vielleicht bald dieselbe Argumentation genutzt, um nytimes.com zu schlie&#223;en oder auch Spiegel Online.</p>
<p><strong>Meine Erkl&#228;rung w&#228;re, dass die Medienunternehmen wissen, dass Wikileaks eigentlich deren Job erledigt, aber ihnen selbst einfach das Geld dazu fehlt.</strong></p>
<p>Vielleicht. Wir machen investigativen Journalismus f&#252;r sie billiger. Die Kosten pro Wort sind hier sehr hoch.  Wenn es gelingt, diese Kosten zu reduzieren, ist es m&#246;glich, auch in einem Medien-Unternehmen, das seine Profite maximieren will, mehr investigativen Journalismus unterzubringen. Wir helfen dabei, indem wir einen Teil der teuren und aufw&#228;ndigen Vor-Arbeit erledigen, die Arbeit mit den Quellen. Und wir &#252;bernehmen den juristisch schwierigsten Part, das ist nicht die Story selbst, sondern das Bereitstellen der Dokumente. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit f&#252;r die Medienunternehmen, verklagt zu werden und damit auch deren Kosten.</p>
<p><strong>Wie ist es bei der deutschen Wikileaks? Haben auch Springer und Bertelsmann Anwaltszeit angeboten? </strong></p>
<p>Bis jetzt noch nicht.</p>
<p><strong>Es gibt zwei Gruppen, die sie motivieren m&#252;ssen, damit die Seite funktioniert, die Whistleblower selbst und die Journalisten. Was sind die Anreize f&#252;r Whistleblower? </strong></p>
<p>In der Regel sind sie moralisch &#252;ber etwas entr&#252;stet. Sehr selten wollen sie Rache oder eine Organisation br&#252;skieren. Der Anreiz ist also, diese Gef&#252;hle zu befriedigen. Im Grunde genommen h&#228;tten wir auch kein Problem damit, ihnen Geld zu zahlen. Wir tun das nicht, aber es gibt meiner Meinung nach keinen Grund, wieso nur Anw&#228;lte und Journalisten f&#252;r ihre Bem&#252;hungen kompensiert werden sollten. Denn ein Whistleblower &#252;bernimmt ein pers&#246;nliches Risiko, und die &#214;ffentlichkeit profitiert davon.</p>
<p><strong>Dann w&#252;rden die rechtlichen Probleme noch gr&#246;&#223;er werden.</strong></p>
<p>Ja, aber wir machen uns da keine Sorgen. Wir k&#246;nnten die Banktransaktionen in einem Rechtssystem wie Belgien abwickeln, in dem es Beh&#246;rden ausdr&#252;cklich untersagt ist, die Verbindung zwischen einem Journalisten und seiner Quelle zu ermitteln, mit welchen Mitteln auch immer. Unter diesen Schutz w&#252;rde auch das Banksystem fallen.</p>
<p><strong>Auf der anderen Seite experimentieren Sie auch mit Anreizen f&#252;r Journalisten. Das leuchtet erst einmal nicht ein. Wieso m&#252;ssen Sie diese zus&#228;tzlich motivieren, Material zu nutzen, das Sie kostenlos zur Verf&#252;gung stellen? </strong></p>
<p>So einfach ist das nicht. Der Wert einer Information h&#228;ngt davon ab, in welchem Ausma&#223; sie allgemein zug&#228;nglich ist. Wenn jeder die Information hat, ist sie wertlos.</p>
<p><strong>Aber jeder Journalist hat gleicherma&#223;en Zugang zum Material einer Nachrichtenagentur wie AP oder dpa. </strong></p>
<p>Der Unterschied ist, dass das Material von AP direkt verwendet werden kann. Unser Material erfordert zus&#228;tzliche Investitionen. Wenn wir einen wichtigen Leak ver&#246;ffentlichen, besonders einen gro&#223;en, wird ein wichtiger und intelligenter Journalist mit guten politischen Kontakten ben&#246;tigt. Solch ein Journalist hat hohe Opportunit&#228;tskosten. Okay, sagen wir, er will sich mit einem 200-Seiten-Dokument von Wikileaks besch&#228;ftigen. Damit sich das lohnt, muss er sicher sein k&#246;nnen, dass er die Story exklusiv haben wird. Aber wenn es eine interessante Geschichte ist, wird er davon ausgehen, dass auch Kollegen zur selben Zeit daran arbeiten. Und wann die ver&#246;ffentlichen, ist ungewiss. Das f&#252;hrt zu dem kontra-intuitiven Mechanismus, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die Presse &#252;ber eine Geschichte schreibt, sinkt, je gr&#246;&#223;er und wichtiger der Skandal ist. Wenn es keine Exklusivit&#228;t gibt.</p>
<p><strong>In Deutschland gab es einen Exklusivit&#228;ts-<a href="http://www.gulli.com/news/toll-collect-wikileaks-ffnet-die-schleusen-2009-11-26">Deal</a> mit dem Stern und dem Heise-Verlag, denen die Leaks der Toll-Collect-Vertr&#228;ge vorab zug&#228;nglich gemacht wurden. Sind sie mit dieser Art von L&#246;sung zufrieden? </strong></p>
<p>Wir haben das schon in anderen L&#228;ndern probiert. Im Gro&#223;en und Ganzen sind wir zufrieden, bei dem Stern-Deal waren wir es teilweise. Das Problem ist, dass die Abwicklung zu viel Zeit kostet, wir m&#252;ssen einen Vertrag aufsetzen und bestimmen, wer die Exklusivit&#228;t bekommen sollte. Aber wie k&#246;nnen wir so etwas messen? Jemand sagt vielleicht: Wir machen eine sch&#246;ne Geschichte daraus und werden die politische Wirkung maximieren. Und dann tut er es nicht.</p>
<p><strong>Sie wollen sicher sein, dass die Versprechen gehalten werden, wenn Sie jemandem Exklusivit&#228;t zusichern … </strong></p>
<p>Genau. Was allerdings nicht gefakt werden kann, ist, wieviel jemand bezahlt. Wenn wir eine Auktion veranstalten und ein Medien-Unternehmen am meisten bietet, tut es das, weil es damit rechnet, dass es am st&#228;rksten von der Ver&#246;ffentlichung profitieren und das gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Publikum erreichen wird. Deswegen ist das eine sehr gute M&#246;glichkeit, zu messen, wem wir Exklusivit&#228;t gew&#228;hren sollten. Wir haben das einmal als Experiment in Venezuela gemacht.</p>
<p><strong>Wieso Venezuela? </strong></p>
<p>Wegen der Art des Materials, 7.000 Emails von Freddy Balzan, dem ehemaligen Redenschreiber von Hugo Chávez und ehemaligen Botschafter von Venezuela in Argentinien. Wir wussten, dass bei dem Dokument das Problem besteht, dass es sehr gro&#223; und gleichzeitig politisch wichtig ist, so dass aus den genannten Gr&#252;nden aller Voraussicht nach niemand dar&#252;ber schreiben w&#252;rde.</p>
<p><strong>Was ist passiert? </strong></p>
<p>Die Auktion wurde zu einem logistischen Alptraum. Die Medien-Unternehmen wollten zuerst Einsicht ins Material. Somit h&#228;tten wir mit ihnen Geheimhaltungs-Vertr&#228;ge aushandeln m&#252;ssen, wir h&#228;tten das Material in St&#252;cke aufteilen m&#252;ssen, um ihnen vielleicht nur jede zweite Seite oder jeden zweiten Satz zu zeigen. Das h&#228;tte uns derma&#223;en von unserer sonstigen Arbeit abgehalten, dass wir die Sache gekippt haben. Wir haben das Dokument schlie&#223;lich normal ver&#246;ffentlicht. Und dann passierte genau das, was wir vorausgesehen hatten: Niemand berichtete &#252;ber die 7.000 Emails. Obwohl alleine 15-mal dar&#252;ber geschrieben wurde, dass wir eine Auktion veranstalten wollen.</p>
<p><strong>Das Experiment ist also gescheitert.</strong></p>
<p>Es ist nicht gescheitert, es hat uns den Aufwand gezeigt, der damit verbunden ist. Wir br&#228;uchten ein Team von f&#252;nf oder sechs Leuten, die nur mit diesen Auktionen besch&#228;ftigt sind.</p>
<p><strong>Sie planen erst einmal mit unbestimmten Zeithorizont …</strong></p>
<p>Wir wollen das Modell wieder aufgreifen, wenn wir mehr Ressourcen haben. Aber wenn wir es fortsetzen, werden wir keine Auktionen f&#252;r einzelne Dokumente mehr machen machen, sondern f&#252;r ein Abonnement. Das w&#228;re viel einfacher, die Kosten f&#252;r eine Auktion w&#252;rden nur noch alle drei oder sechs Monate anfallen.</p>
<p><strong>Das hei&#223;t, die Exklusivit&#228;t des Zugangs zum Material w&#252;rde nach drei Monaten enden?</strong></p>
<p>Nein, die Exklusivit&#228;t des Zugangs w&#228;re zeitlich gestaffelt. Ein Beispiel: Wir w&#252;rden eine Auktion f&#252;r Nord-Amerika veranstalten. Und man w&#252;rde durch diese Auktion gerankt werden: Das Medien-Unternehmen, das am meisten bietet, bekommt zuerst Zugang zum Material, das zweite als zweites und so weiter. Die Medien-Unternehmen h&#228;tten ein Abo bei Wikileaks.</p>
<p><strong>Die Unternehmen h&#228;tten also einen zeitlich privilegierten Zugang zu allen Wikileaks-Dokumenten, die f&#252;r Nordamerika relevant sind. </strong></p>
<p>Ja. Stellen wir uns vor, dass es in der Auktion nur zwei Bieter gibt. Der eine bezahlt doppelt so viel wie der andere. Und sagen wir, die Quelle will, dass das Dokument erst nach einem Monat ver&#246;ffentlicht wird. Dann h&#228;tten wir ein Zeit-Fenster von einem Monat, in dem die Journalisten das Dokument durcharbeiten, weiterrecherchieren und schreiben k&#246;nnen. Die Organisation, die am meisten bezahlt, bekommt das Material sofort und kann somit den fundiertesten Artikel schreiben. Die Organisation, die halb so viel bezahlt, bekommt es nach der H&#228;lfte der Zeit, in dem Fall zwei Wochen sp&#228;ter. Und nach einem Monat ver&#246;ffentlichen sie es beide.</p>
<p><strong>Das klingt vielversprechend. W&#228;re damit nicht das Finanzierungsproblem f&#252;r Wikileaks gel&#246;st? </strong></p>
<p>Das h&#228;ngt davon ab, wie viel Ressourcen die Auktion selbst verschlingt. Und Medien haben auch nicht so viel Geld. Aber insgesamt denke ich, dass wir nur ein paar Auktionen pro Jahr ben&#246;tigen w&#252;rden. Das w&#252;rde reichen, um uns zu finanzieren.</p>
<p><strong>Auf Wikileaks.org bietet sich im Moment ein ungewohnter Anblick: Die Seite hat ihren normalen Betrieb eingestellt, um Spenden zu sammeln. Wieso haben Sie sich zu diesem drastischen Schritt entschlossen? </strong></p>
<p>Zum einen wollen wir uns damit selbst disziplinieren. Wir wollen sicherstellen, dass jeder, der bei uns mitarbeitet, seine normale Arbeit einstellt und sich darauf konzentriert, Spenden zu sammeln. Das ist nat&#252;rlich hart f&#252;r uns, da wir unseren Quellen versprechen, dass wir etwas f&#252;r sie und ihre Anliegen tun.</p>
<p><strong>Sie streiken. </strong></p>
<p>Ja, das ist &#228;hnlich wie bei Gewerkschaften. Sie erinnern mit Streiks daran, dass Arbeit einen Wert hat. Wir stellen der Welt jeden Tag kostenlos wichtige Informationen zur Verf&#252;gung. Aber wenn das Angebot unbeschr&#228;nkt ist, weil jeder permanent darauf zugreifen kann, bewegt sich der &#246;ffentlich wahrgenommene Wert gegen Null. Indem wir unser Angebot zeitweise komplett herunterfahren, beginnen die Leute wieder, den Wert dessen wahrzunehmen, was wir tun.</p>
<p><strong>Brauchen Sie dringend Geld? </strong></p>
<p>Wir planen einige bedeutsame Leaks, bedeutsam in Bezug auf Serverleistung, aber auch in Bezug auf die Arbeit, die damit verbunden ist und das juristische Nachspiel, das zu erwarten ist. Deswegen m&#252;ssen wir in einer st&#228;rken Position sein, bevor wir das Material ver&#246;ffentlichen.</p>
<p><em>Stefan Mey hat dieses Interview am Rande des <a href="http://events.ccc.de/congress/2009/">26. Chaos Communication Congress</a> gef&#252;hrt und zuerst in seinem <a href="http://stefanmey.wordpress.com/2010/01/01/leak-o-nomy-die-okonomie-hinter-wikileaks/">Blog</a> ver&#246;ffentlicht, wir &#252;bernehmen es als Crossposting. Den Vortrag von Julian Assange und Daniel Schmitt auf dem Kongress gibt es <a href="http://media.ccc.de/browse/congress/2009/26c3-3567-en-wikileaks_release_10.html">hier</a> als Video.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=21005&amp;md5=3d6c4bb3d2d4365e9b917e54d730d9dd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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