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	<title>CARTA &#187; Internetzensur</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Thu, 24 May 2012 17:47:08 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Offener Brief von Frank Werneke – oder: die begrenzte Einsichtsf&#228;higkeit gro&#223;er Organisationen</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Dec 2010 12:06:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Spielkamp</dc:creator>
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		<category><![CDATA[ver.di]]></category>

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		<description><![CDATA[Verdi-Vize Frank Werneke verteidigt in einem offenen Brief das Positionspapier der Gewerkschaft zum Urheberrecht und Netzsperren. Mauert sich Verdi zunehmend ein?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e4b3453c3f1e479bb7bcc067105de24b" alt="" width="1" height="1" />Verdi-Vize Frank Werneke hat einen offenen Brief geschrieben, der in der <a href="http://mmm.verdi.de/archiv/2010/12/debatte-urheberrecht-offener-brief-von-frank-werneke">M ver&#246;ffentlicht wurde</a> (und &#8220;auch ins Netz gestellt&#8221;, wie die Website freudig vermeldet &#8211; total digital, die KollegInnen). In ihm verteidigt er das <strong>uns&#228;gliche Positionspapier</strong> <a href="https://medien-kunst-industrie.verdi.de/medien/data/ver.di-Bundesvorstand-Positionspapier-zum-Urheberrecht-7-Seiten.pdf">Internet und Digitalisierung – Herausforderungen f&#252;r die Zukunft des Urheberrechts</a> (PDF, 120 kb) seiner Gewerkschaft, das er pers&#246;nlich durchgewunken hat.</p>
<p>Werneke schreibt</p>
<blockquote><p>Die teilweise – bewusst oder unbewusst – falsche Berichterstattung in einigen Blogs verf&#228;lscht und verzerrt die Aussagen des Beschlusses. Dabei wird z.T. ver.di in N&#228;he von Zensurbef&#252;rwortern ger&#252;ckt.</p></blockquote>
<p>Das Problem ist und bleibt nicht die <strong>Berichterstattung</strong> (die nur aus Verdis Sicht falsch ist), sondern die beharrliche Weigerung der Verdi-Veratwortlichen, zur Kenntnis zu nehmen, <strong>dass Warnhinweise nur zum Preis der &#220;berwachung des Internet-Datenverkehrs zu haben sind</strong>. Daher ist es v&#246;llig <strong>gleichg&#252;ltig</strong>, wenn Werneke schreibt: &#8220;Die Wahrung und Sicherung einer freien Kommunikation und Information ist f&#252;r ver.di essentiell wichtig&#8221; &#8211; solange Verdi <strong>nicht von der Forderung nach Warnhinweisen abr&#252;ckt</strong>. Es gibt auch hier kein &#8220;wasch mir den Pelz (Warnhinweise), aber mach mich nicht nass (keine &#220;berwachung)&#8221;, und den Boten zu pr&#252;geln, hat in der Sache noch nie etwas gen&#252;tzt (wohl aber beim Ziel des pers&#246;nlichen Machterhalts).</p>
<p>So lange bei Verdi <strong>nicht die technische Kompetenz vorhanden</strong> ist, das zu verstehen, bleibt eine Auseinandersetzung zu dem Thema aussichtslos. Siehe dazu auch die entsprechende Berichterstattung bei iRights.info <a href="http://irights.info/?q=content/denn-sie-wissen-nicht-was-sie-fordern">Denn sie wissen nicht, was sie fordern</a> und meinen Netzkommentar <a href="http://wissen.dradio.de/netzkommentar-verdis-digitale-welt.85.de.html?dram:article_id=6494&amp;sid=&amp;random=a59376">Verdis digitale Welt</a>.</p>
<p>Weiterhin hat Werneke die <strong>Frechheit</strong> zu wiederholen, das Positionspapier sei in einem <strong>transparenten Verfahren</strong> zustande gekommen:</p>
<blockquote><p>Bei diesem Positionspapier handelt es sich auch nicht um einen Schnellschuss, sondern um das Ergebnis intensiver Arbeit und Diskussion – zwischen den betroffenen Fachbereichen in der ver.di und in den betroffenen Gremien. Auch in das Mitgliedernetz von ver.di wurde das Papier zur Diskussion eingestellt. Jede und jeder, der sich zu dem Beschluss &#228;u&#223;ern wollte, konnte dies also tun. Viele haben davon Gebrauch gemacht. Viele Inhalte dieser Stellungnahmen sind auch in die &#220;berarbeitungen eingeflossen.</p></blockquote>
<p>Dass das eine <strong>Verzerrung des tats&#228;chlichen Ablaufs</strong> ist, ist in meinem Blog ausf&#252;hrlich &#8211; und transparent &#8211; dokumentiert:</p>
<ul>
<li><a href="http://immateriblog.de/urheberrecht/unwetterwarnungen-bei-shitstorm-gefahr-andrea-kamphuis-zum-verdi-positionspapier-zum-urheberrecht/">Unwetterwarnungen bei Shitstorm-Gefahr: Andrea Kamphuis zum Verdi-Positionspapier zum Urheberrecht</a></li>
<li><a href="http://immateriblog.de/in-eigener-sache/kolleginnen-eure-ansichten-sind-uns-egal-oder-wie-bei-ver-di-eine-monatelange-intensive-diskussion-aussieht/">KollegInnen, Eure Ansichten sind uns egal – oder: Wie bei ver.di eine “monatelange intensive Diskussion” aussieht</a></li>
<li><a href="http://immateriblog.de/in-eigener-sache/kolleginnen-macht-die-augen-auf-zum-verdi-positionspapier-zum-urheberrecht/">KollegInnen, macht die Augen auf! Zum Verdi-Positionspapier zum Urheberrecht</a></li>
</ul>
<p>Ganz abgesehen von den <strong>vertraulichen Gespr&#228;chen mit Verdi-Mitgliedern</strong>, die mich darauf aufmerksam gemacht haben, wie <strong>hermetisch und intransparent</strong> innerhalb der Gewerkschaft daf&#252;r gesorgt wurde, dass das Papier in dieser Form verabschiedet werden konnte. Dass es diese Menschen dort gibt, ist &#252;brigens der einzige Grund, warum ich weiterhin Mitglied bleibe. Und mit wachsendem &#196;rger und Frust mitansehe, wie <strong>sich Verdi einmauert</strong>. Es ist ein Trauerspiel.</p>
<p><em><a href="http://immateriblog.de/in-eigener-sache/offener-brief-von-frank-werneke-oder-die-begrenzte-einsichtsfahigkeit-groser-organisationen/">Crosspost</a>.</em></p>
<p><em>Mehr zum Thema auf Carta:</em></p>
<ul>
<li>Philipp Otto: <a rel="bookmark" href="../../25968/offener-brief-5-vor-12-fuer-ver-di-wo-steht-die-gewerkschaft-beim-urheberrecht/">Offener Brief: 5 vor 12 f&#252;r ver.di – Wo steht die Gewerkschaft beim Urheberrecht?</a></li>
</ul>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/36502/offener-brief-von-frank-werneke-oder-die-begrenzte-einsichtsfaehigkeit-grosser-organisationen/">Offener Brief von Frank Werneke – oder: die begrenzte Einsichtsf&#228;higkeit gro&#223;er Organisationen</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/36502/offener-brief-von-frank-werneke-oder-die-begrenzte-einsichtsfaehigkeit-grosser-organisationen/#comments">6 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=36502&amp;md5=4f8bfdcbd44ade4220dda77e750efddd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Weder l&#246;schen, noch sperren</title>
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		<comments>http://carta.info/32509/weder-loeschen-noch-sperren/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 16:19:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Heller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Internetzensur]]></category>
		<category><![CDATA[Zensursula]]></category>

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		<description><![CDATA["L&#246;schen statt sperren" war von Anfang an eine absurde Parole f&#252;r eine Anti-Zensur-Bewegung. Sich dabei mit dem Kampf gegen Kinderpornografie zu arrangieren, war ein vielleicht notwendiger, aber gef&#228;hrlicher Kompromiss. Dieser Kampf ist n&#228;mlich uners&#228;ttlich und letztlich nicht kontrollierbar.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/2d5df27c4efe4ef68263ee9bad339cbd" alt="" width="1" height="1" />&#8220;L&#246;schen statt sperren&#8221; war eine Parole der letztj&#228;hrigen Bewegung gegen &#8220;Netzsperren&#8221;. Die Bundesregierung wollte mit technischen und gesetzlichen Verfahren den deutschen Zugang auf unerw&#252;nschte Internet-Seiten erschweren; wobei als unerw&#252;nscht in diesem Fall Kinderpornografie angef&#252;hrt wurde.</p>
<p>In den Augen der Netzsperren-Gegner drohte dagegen der Aufbau eines nationalen Systems, um aus dem Internet unerw&#252;nschte Inhalte beliebiger Art herauszufiltern: heute Kinderpornografie, morgen Urheberrechtsverletzungen, &#252;bermorgen oppositionelle politische Rede. Es schien somit naheliegend, die Bewegung gegen Netzsperren eine Anti-Zensur-Bewegung zu nennen.</p>
<p>F&#252;r eine Anti-Zensur-Bewegung w&#228;re &#8220;L&#246;schen statt sperren&#8221; allerdings ein seltsames Motto. Wie kam es dazu?</p>
<p>Mit &#8220;Sperren&#8221; war hier die Einschr&#228;nkung des deutschen Zugriffs auf bestimmte Internet-Seiten gemeint: eine Art <strong>Import-Verbot f&#252;r unerw&#252;nschte Schriften.</strong> Eben ein solches wollte die Bundesregierung urspr&#252;nglich durchsetzen. Ein Gatter sollte errichtet werden, das Gutes durchl&#228;sst und B&#246;ses drau&#223;en h&#228;lt. Die Netzsperrengegner waren sich einig: ein solches Gatter sei zu verhindern. In diesem Anliegen hatten sie aber einen machtvollen Gegner: das Argument, das Gatter diene dem Kampf gegen Kinderpornografie.</p>
<p>Der Kampf gegen Kinderpornografie gilt allgemein als nobles Unterfangen und rechtfertigt so manches Mittel. Sich seinem Durchsetzungsanspruch offen entgegenzustellen, kann politischer Selbstmord sein. Darum scheint Kritik an seinen Instrumenten nur m&#246;glich, soweit sie zuallererst die einschr&#228;nkungslose Notwendigkeit dieses Kampfes anerkennt &#8211; und lediglich konkrete Mittel als unzureichend oder kontraproduktiv brandmarkt, um im selben Atemzug eine wirkungsvollere Alternative vorzuschlagen.</p>
<p>Diese Alternative sah die Anti-Netzsperren-Bewegung im &#8220;L&#246;schen&#8221;: Anstatt Deutschland vom Rest der Welt durch einen Schmutz-Filter zu trennen, sollte Deutschland den Schmutz im Rest der Welt beseitigen. Man braucht kein Import-Verbot f&#252;r unerw&#252;nschte Schriften mehr, wenn man die unerw&#252;nschten Schriften bereits im Ausland verbrennt. Dementsprechend sollten deutsche Beh&#246;rden ihren Einfluss daf&#252;r einsetzen, im Ausland gehostete Kinderpornografie vor Ort l&#246;schen zu lassen.</p>
<p>Nach viel hin und her schien &#8220;L&#246;schen statt sperren&#8221; erfolgreich: Mit Wechsel der Bundesregierung wurde das bereits verabschiedete Netzsperren-Gesetz au&#223;er Kraft gesetzt, um probeweise dem Ansatz L&#246;schen statt Sperren den Vorrang zu geben. Nun n&#228;hert sich die Probezeit dem Ende. <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/neue-propaganda-fur-netz-sperren" target="_blank">Das Bangen geht los</a>, ob &#8220;L&#246;schen statt sperren&#8221; h&#228;lt: Konnte Deutschland die Welt da drau&#223;en hinreichend s&#228;ubern? Oder kann der Schmutz doch nur durch eine erschwerte Import-Kontrolle herausgehalten werden?</p>
<p><strong>Was ist Zensur?</strong></p>
<p>&#8220;Zensur&#8221; ist laut Brockhaus (19. Auflage) die &#8220;Bez. f&#252;r 1) eine von zust&#228;ndiger, i.d.R. staatl. Stelle vorgenommene &#220;berpr&#252;fung und Kontrolle von Druckwerken, H&#246;rfunk-, Fernseh-, Film-, Tontr&#228;ger- und Videoproduktionen auf ihre polit., gesetzl., sittl. und religi&#246;se Konformit&#228;t und 2) die ggf. daraufhin erfolgende Unterdr&#252;ckung bzw. das Verbot der unerw&#252;nschten Ver&#246;ffentlichungen.&#8221; Andere lexikalische Definitionen wie die der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zensur_(Informationskontrolle)" target="_blank">deutsch-</a> und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Censorship" target="_blank">englischsprachigen</a> Wikipedia sind hinreichend deckungsgleich, um diesen Begriff von Zensur als ma&#223;gebend f&#252;r den &#246;ffentlichen Diskurs zu behaupten.</p>
<p>Nimmt man eine solche Definition zugrunde, kommt man nicht umhin, Zensur auch westlichen, sich liberal nennenden Demokratien zu unterstellen. In Deutschland zum Beispiel wird zensiert, was unter die juristischen Begriffe von &#8220;Volksverhetzung&#8221;, &#8220;Jugendgef&#228;hrdung&#8221; oder &#8220;Verletzung des Pers&#246;nlichkeitsrechts&#8221; f&#228;llt. Staatliche Instrumente zur Zensur solcher &#196;u&#223;erungen sind Einschr&#228;nkung oder Verbot ihrer Bewerb- und Verbreitbarkeit; ihre &#8220;Indizierung&#8221; oder &#8220;Beschlagnahmung&#8221;; in manchen F&#228;llen sogar ein Verbot ihres Besitzes.</p>
<p>Der Bundesrepublik Deutschland solcherart Zensur zu unterstellen, hei&#223;t nicht notwendigerweise gut, was an manch anderen Orten auf der Welt an fraglos obsessiverer Zensur herrscht. Zensurfreiheit gilt hierzulande als hinreichend edles Ideal, dass man sie ins Grundgesetz schreibt. Der Rest des Rechts verhindert aber ihre vollst&#228;ndige Umsetzung; aus Gr&#252;nden, die man guthei&#223;en kann oder auch nicht. Ein bisschen heuchlerisch wirkt es allerdings schon, Zensur auszu&#252;ben und sich gleichzeitig als zensurfrei zu adeln. <strong>Das ist die Tendenz, Zensur nicht mehr Zensur zu nennen, wenn man sie selbst aus&#252;bt, selbst ihre Regeln aufstellt und selbst entscheidet, was unter sie f&#228;llt und was nicht</strong>; anstatt ehrlich einzugestehen, dass man zensiert, weil man Zensurfreiheit niedriger priorisiert als manch Anderes.</p>
<p>Soweit sich die Anti-Netzsperren-Bewegung dem Motto &#8220;L&#246;schen statt sperren&#8221; verschrieb, stellte auch sie sich nicht grundlegend gegen Zensur. Ob unerw&#252;nschte Inhalte nun gel&#246;scht oder gesperrt werden sollen &#8211; beides ist jeweils eine Form der Zensur, denn beides setzt ein Verbot unerw&#252;nschter Ver&#246;ffentlichungen durch deren Unterdr&#252;ckung durch.</p>
<p>Stattdessen wurde gefordert, der einen Form von Zensur den Vorrang vor der anderen zu geben. Das L&#246;schen, so wurde gehofft, w&#252;rde <strong>weniger Kollateralschaden in Form einer Zensur-Ausweitung</strong> nach sich ziehen als das Sperren, das der Zensur eine ganze neue technische Infrastruktur aufrichten w&#252;rde.</p>
<p>&#8220;L&#246;schen statt sperren&#8221; war ein taktischer Kompromiss, der das Recht der Gesellschaft auf Zensur des Internet grundlegend anerkannte im Tausch f&#252;r Einfluss auf die Form der Zensur. In Zielrichtung auf ein Ideal der Zensurfreiheit war er vielleicht das Beste, was kurzfristig aus der Situation herauszuholen war: Es ist zweifelhaft, ob die Penetranz, mit der die Regierung letztes Jahr ihr Internet-Zensur-Vorhaben durchpeitschte, durch fundamentalere Opposition aufzuhalten gewesen w&#228;re. Stattdessen wurde der Schaden vorerst begrenzt und hinausgez&#246;gert; in Anbetracht der Schnelligkeit, mit der sich inzwischen die Bedingungen von &#214;ffentlichkeit ver&#228;ndern, sicher ein akzeptables Etappenziel.</p>
<p>Gleichzeitig f&#252;hrte dieser Kompromiss aber in gef&#228;hrliche Gefilde: n&#228;mlich ins Anerkennen eines Allmachtsanspruchs des Kampfes gegen Kinderpornografie. Um angeh&#246;rt zu werden, musste man schw&#246;ren, das Endziel einer Tilgung von Kinderpornografie aus dem Netz zu teilen und auf jeden Fall daf&#252;r arbeiten zu wollen; ein Schwur, der vermutlich nur wenigen Netzsperren-Gegnern Bauchschmerzen bereitete, denn wer m&#246;chte schon Kinderpornografie verteidigen? Ein bisschen Zensur ist doch sicher vertretbar, wenn sie sich nur auf dieses eindeutig festlegbare Schlimmste richtet?</p>
<p><strong>Was ist Kinderpornografie?</strong></p>
<p>Der Kampf gegen Kindesmissbrauch kriminalisiert konkrete sexuelle N&#246;tigung von Menschen unterhalb eines &#246;rtlichen Schutzalters. Der Kampf gegen Kinderpornografie dagegen kriminalisiert blo&#223;e Darstellungen realer oder vermutbarer Minderj&#228;hrigkeit in gewissen sexualisierenden Kontexten; pr&#228;ziser kann man es nicht ausdr&#252;cken, ohne nicht bereits zwischen teils weit auseinanderliegenden Rechtssprechungen unterscheiden zu m&#252;ssen.</p>
<p>Was als Minderj&#228;hrigkeit gilt, ist hierbei historisch und geografisch genauso schwankend und beliebig wie die Definition des pornografischen Charakters. Dasselbe gilt f&#252;r die verlangte Realit&#228;tsn&#228;he der Darstellung: Sollen allein Aufnahmen realen Kindesmissbrauchs verfolgt werden, oder auch Pornos mit z&#246;pfchentragenden vollj&#228;hrigen Scheinminderj&#228;hrigen, oder auch Bildmanipulationen, Gezeichnetes und blo&#223;er fiktionaler Buchstabentext? Das Durcheinander in der Definition der Kinderpornografie spiegelt sich auch in den Begr&#252;ndungen ihrer Verfolgung:</p>
<p>Die Herstellung von Aufnahmen realen Kindesmissbrauchs erfordert den Kindesmissbrauch; das macht die Begr&#252;ndung einer Verfolgung ihrer Herstellung vergleichsweise trivial. Das Verbot der Verbreitung solcher Aufnahmen dagegen erfordert schon elaboriertere Argumente: das Pers&#246;nlichkeitsrecht der Opfer, oder  etwa ein Modell der Verursachung von Kindesmissbrauch durch Nachfrage oder Entgegennahme der Aufnahmen.</p>
<p>Die Begr&#252;ndungen werden allerdings umso wackeliger, je weiter die gew&#252;nschte Verfolgung von Kinderpornografie gefasst wird: Ist ein erotisch interpretierbares Posieren angekleideter Minderj&#228;hriger, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Child_modeling_%28erotic%29#Child_modeling_web_sites" target="_blank">wie es auf &#8220;child modeling&#8221;-Webseiten verkauft wird</a>, bereits ein Kindesmissbrauch? Und wenn ja, wo liegt dann die Grenze zu gesellschaftlich akzeptierten <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Child_beauty_pageant" target="_blank">Kleinm&#228;dchen-Sch&#246;nheitswettbewerben</a>, wie sie in dem Film &#8220;Litte Miss Sunshine&#8221; parodiert werden? Ist die Verbreitung eines Fotos des lasziven Posierens einer nackten 12-j&#228;hrigen zu verdammen, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Virgin_killer#Cover_art" target="_blank">wenn selbige noch anderthalb Jahrzehnte sp&#228;ter dem Bild ihren Segen gibt</a>?</p>
<p>Noch komplizierter wird es im Falle &#8220;virtueller&#8221; Kinderpornografie: also aller Darstellungen, f&#252;r deren Produktion gar keine echten Minderj&#228;hrigen herangezogen wurden. Das schlie&#223;t Arbeiten mit besonders jung aussehenden, aber vollj&#228;hrigen Darstellern ebenso ein wie fiktionale Zeichnungen und Kurzgeschichten sowie mehr oder weniger photorealistische Computer-generierte Bilder. Handelt es sich hierbei um zu duldende opferlose Vorg&#228;nge, oder erzeugen sie Kindesmissbrauch? In Deutschland sind sie so oder so als Kinderpornografie verboten.</p>
<p>Die Tabuisierung letztgenannter Erzeugnisse beruft sich auf zweifelhafte Konstrukte wie die &#8220;Anfixthese&#8221;: dass der blo&#223;e Konsum fiktionaler Darstellungen (analog den Behauptungen &#252;ber Killerspiele, Gewaltfilme und Harry-Potter-Romane) zu deren Umsetzung in der Realit&#228;t f&#252;hre. – Dem steht die These entgegen, Kinderpornografie diene der Triebabfuhr P&#228;dophiler und wirke so realem Kindesmissbrauch entgegen. In letzter Konsequenz scheint es hier weniger um den Schutz konkreter Kinder zu gehen, als um die Bestrafung einer unerw&#252;nschten sexuellen Neigung; als sei eine solche f&#252;r sich bereits ein Verbrechen.</p>
<p>Die Leitlinie moderner Sexualethik in westlichen Gesellschaften verlangt aber die Duldung jedes individuellen Interesses, soweit es keine Opfer produziert: Egal wie absto&#223;end und pervers eine bestimmte sexuelle Vorliebe also vom Mainstream empfunden wird; sie muss geduldet werden, wenn ihr Tr&#228;ger niemanden au&#223;er sich selbst damit bel&#228;stigt.</p>
<p><strong>Kinderpornografie in der Netzkultur</strong></p>
<p>Die obigen Differenzierungen erscheinen vielleicht akademisch. In den Kulturen des Netzes allerdings findet sich f&#252;r nahezu jeden Grenzfall gleich eine ganze Klasse von Beispielen. W&#252;rde Deutschland seine Kinderpornografie-Gesetzgebung dem Internet als Filter vorschalten, g&#228;be es tats&#228;chlich eine ganze Menge auszusondern. Und zwar auch dann, wenn man von offensichtlichen Kandidaten wie &#8220;child modeling&#8221;-Webseiten, obskuren fremdl&#228;ndischen Servern mit geringer Halbwertzeit und Tauschb&#246;rsen absieht: Dem breiten deutschen Begriff von Kinderpornografie entsprechende F&#228;lle finden sich mitten im netzkulturellen Mainstream.</p>
<p>Erstes Beispiel: die Kontroverse, die sich vor ein paar Jahren um das sogenannte <strong>&#8220;ageplay&#8221; in Second Life</strong> abspielte: Der Rotlicht-Betrieb in dieser 3D-Welt erlaubte das Kopulieren zwischen Benutzer-Avataren jeder nur denkbaren Form und bot damit ein fetischistisches Paradies. So gab es auch Raum f&#252;r sexuellen Umgang mit kinderf&#246;rmigen Avataren (deren Kinderf&#246;rmigkeit nichts &#252;ber das Alter derer aussagte, die sie steuerten). Das erzeugte Einiges an &#246;ffentlicher Kontroverse, vor allem in Deutschland. Trotz Legalit&#228;t nach amerikanischem Recht reagierten die Betreiber von Second Life mit dem Zugest&#228;ndnis eines <a href="http://wiki.secondlife.com/wiki/Linden_Lab_Official:Clarification_of_policy_disallowing_ageplay" target="_blank">Verbots des &#8220;ageplay&#8221;</a>. Alternative: Abwanderung der Altersspieler zum unkontrollierten Second-Life-Open-Source-Klon &#8220;OpenSim&#8221;.</p>
<p>Zweites Beispiel: eine pornografische Institution des Netzes seit nahezu zwei Jahrzenten, die Newsgroup alt.sex.stories und ihr Web-Archiv, das <strong>&#8220;Alt.Sex.Stories Text Repository&#8221;</strong>. Dieses h&#228;lt inzwischen mehrere Hunderttausende fiktionale erotische Texte vorr&#228;tig, darunter auch viele nach deutscher Definition eindeutig kinderpornografische. Hierbei <a href="http://www.asstr.org/asstrfaq.html" target="_blank">beruft man sich</a>, in Anbetracht des Alters und der Prominenz der Seite offenbar erfolgreich, aufs amerikanische Recht der Freien Rede.</p>
<p>Drittes Beispiel: <strong>4chan</strong>. Dieses amerikanische Webforum zum Posten von Bilddateien ist eine der einflussreichsten Webseiten in Sachen Internet-Popul&#228;rkultur. <a href="http://www.4chan.org/rules" target="_blank">Im Regelwerk</a> wird reale Kinderpornografie explizit verboten; f&#252;r die beiden Manga-Genres virtueller Kinderpornografie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lolicon" target="_blank">&#8220;lolicon&#8221;</a> und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Shotacon" target="_blank">&#8220;shotacon&#8221;</a> gilt dagegen eine explizite Verbots-Ausnahme f&#252;r den meistfrequentiertesten Bereich der Seite, das inhaltlich anarchische Forum &#8220;/b/&#8221;.</p>
<p>In /b/ findet sich neben den genannten Klassen virtueller Kinderpornografie vor allem auch ein kinderpornografischer Grenzfall, der das Ph&#228;nomen des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sexting" target="_blank">&#8220;Sexting&#8221;</a> vom Mobiltelefon auf Webforen &#252;bertr&#228;gt: Minderj&#228;hrige fertigen aus freien St&#252;cken von sich Aufnahmen in sexualisierten Posen an; diese werden von ihnen selbst oder von einem sozialen Umfeld Gleichaltriger verbreitet.</p>
<p>Gelegentlich tauchen auch andere Klassen nicht-virtueller Kinderpornografie in /b/ auf, deren Illegalit&#228;t selbst nach amerikanischem Recht unzweifelhaft ist. In 4chan postet jeder anonym, und Zensur findet nur nachtr&#228;glich statt; illegales Material wird also einigerma&#223;en furchtlos abgeladen und erst entfernt, wenn es von einem Moderator entdeckt wird. Das geschieht &#252;blicherweise binnen Minuten; die Lebensdauer auch eines legalen Bilder-Fadens in /b/ ist aber oft auch nicht h&#246;her.</p>
<p><strong>Der Kampf gegen Kinderpornografie</strong></p>
<p>Die Argumentation im Kampf gegen Kinderpornografie beschr&#228;nkt das Bild auf Extrembeispiele und tabuisiert alle ihr nicht vorbehaltslos solidarischen Positionen. So suggeriert sie eine universell akzeptierte, eindeutige und undurchl&#228;ssige Grenzlinie zwischen einem Legitimen und einem Illegitimen. Dass die Wirklichkeit selbst innerhalb der Kulturkreise westlicher Moderne komplexer ist, legen nicht nur die obigen Beispiele des Internet-Zeitalters nahe:</p>
<p>Der deutsch-italienische Spielfilm &#8220;Spielen wir Liebe&#8221; etwa lief 1977 ohne rechtliche Bedenken in westdeutschen Kinos, ist hierzulande jedoch heute als Kinderpornografie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maladolescenza#Rechtslage" target="_blank">beschlagnahmt und im Besitz strafbar, in &#214;sterreich dagegen weiter frei auf DVD erh&#228;ltlich</a>. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Ionesco" target="_blank">Die 12-j&#228;hrige Hauptdarstellerin posierte</a> im selben Jahr nackt auf der Titelseite des <em>SPIEGELs</em>, nachdem sie sich ein Jahr zuvor bereits im &#8220;Playboy&#8221; entkleidet hatte. Kinderpornografie als au&#223;erordentliches Verbrechen am &#228;u&#223;ersten Rand der zivilisierten Gesellschaft &#8211; diese Vorstellung ist eine sehr junge.</p>
<p>In der praktischen und definitorischen Allmacht, die er einfordert, m&#252;sste sich der Kampf gegen Kinderpornografie auch die Transparenz und Hinterfragbarkeit seiner Arbeit, Kriterien und Kenntnisse gefallen lassen. Das Gegenteil ist der Fall. Da schon der Browser-Zwischenspeicher auf der Festplatte strafbewehrt ist, darf der Einzelne sich mangels praktischer Rezipientenfreiheit sowieso kein eigenes Bild machen von der Realit&#228;t von Kinderpornografie im Netz. Selbst f&#252;r dessen demokratischen Vertreter kann ein solches Vorhaben leicht brenzlig werden, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rg_Tauss#R.C3.BCcktritt_und_Ermittlungsverfahren" target="_blank">wie der Fall des ehemaligen SPD-Abgeordneten J&#246;rg Tauss zeigt</a>.</p>
<p>Aufgrund der behaupteten au&#223;erordentlichen Gef&#228;hrlichkeit des Materials muss stattdessen die Expertise offenbar besonders gewappneter beh&#246;rdlicher Spezialisten anerkannt werden: Sie allein werden von den Gesetzen gegen Kinderpornografie privilegiert zur Recherche und Faktenauswahl, auf die der Kampf gegen Kinderpornografie seine Legitimation st&#252;tzt. Die dabei gesammelten Erkenntnisse sind &#246;ffentlich nicht legal &#252;berpr&#252;fbar; <a href="http://www.morgenpost.de/berlin/article1088198/Anzeige_gegen_Ursula_von_der_Leyen_eingestellt.html" target="_blank">durchgelassen werden nur gelegentlich wirkungsm&#228;chtig selektierte Einzelbeispiele an einen kleinen Zirkel aus Politikern und Journalisten</a>. Durch letztere ans gr&#246;&#223;ere Publikum dringen blo&#223; noch emotionalisierte verbale Beschreibungen der gesehenen Greuel, oft unter Betonung der nervlichen Belastungen, denen das Pr&#252;fen des Materials die Pr&#252;fer aussetze: Tapfer bestimmen wir f&#252;r euch die &#220;bel der Welt, damit ihr sie nicht selbst bestimmen m&#252;sst.</p>
<p>Die Brisanz solcher beh&#246;rdlichen Selbstbez&#252;glichkeit in Rechtfertigung von Zensur und Intransparenz kam auch letztes Jahr zur Sprache, in Bezug auf die Netzsperren-Initiative der Bundesregierung: Die schwarzen Listen zu sperrender Webseiten sollten geheim gehalten werden. So w&#228;re eine &#246;ffentliche &#220;berpr&#252;fung der Rechtm&#228;&#223;igkeit von Seitensperren &#8211; zensiert ihr wirklich nur Kinderpornos, oder vielleicht auch schon Anderes? &#8211; unm&#246;glich gewesen. Nun w&#228;re es aber auch die reductio ad absurdum einer Internetzensur, eine Liste verbotener Internet-Adressen &#246;ffentlich zu machen. <strong>Man kann eben nicht beides haben: eine wirksame Zensur und eine Zensur, deren Legitimit&#228;t f&#252;r die &#214;ffentlichkeit &#252;berpr&#252;fbar ist.</strong></p>
<p>So wie er gef&#252;hrt wird, ist der Kampf gegen Kinderpornografie also ein Paradebeispiel f&#252;r die Gef&#228;hrdung demokratischer und freiheitlicher Prinzipien durch die Zw&#228;nge von Zensur. Unter dem Bild der besonderen Grauenhaftigkeit seines Gegenstandes fordert er eine Unantastbarkeit, Unanzweifelbarkeit seiner Anspr&#252;che. Dabei macht er sich zum Hebel gegen Zensurfreiheit und Transparenz; gegen die Regel &#8220;im Zweifel f&#252;r den Angeklagten&#8221;, denn die blo&#223;e Anschuldigung der P&#228;dophilie reicht vielerorts, um eine b&#252;rgerliche Existenz zu zerst&#246;ren; und gegen die sexuelle Selbstbestimmung &#8211; sowohl in der Freiheit sexueller Vorliebe, soweit sie sich keinem Anderen aufzw&#228;ngt, als auch in der Illegalisierung und Bestrafung des &#8220;Sexting&#8221; Jugendlicher.</p>
<p><strong>Der Wert der Zensurfreiheit</strong></p>
<p>Man muss ja gar nicht f&#252;r Zensurfreiheit sein. Vielleicht legitimiert sich der Allmachtsanspruch des Kampfes gegen Kinderpornografie bereits in der M&#246;glichkeit, er k&#246;nne auch nur einen Kindesmissbrauch verhindern. Dann k&#246;nnte ich zu dem Schluss kommen, dass mir das mehr wert ist als die absolute Verwirklichkung eines politischen Ideals. In der Wirklichkeit werden Absolutheiten eh selten umgesetzt. Stattdessen wird abgewogen und unterschiedlich priorisiert. Oftmals ist das im Ergebnis f&#252;r alle Beteiligten ergiebiger als stures Beharren auf Prinzipien und Idealen.</p>
<p>Aber eben auch nicht immer. F&#252;rchte ich etwa eine Zensur-Infrastuktur im Allgemeinen, dann sollte ich auch meine Argumente gegen Zensur im Allgemeinen und nicht nur im Besonderen sch&#228;rfen. <strong>Es gibt keine klare und stabile Hierarchie duldbaren und unduldbaren Materials</strong>; die wechselhafte Geschichte der Duldung oder Nichtduldung von Kinderpornografie im weitesten Sinne ist hierf&#252;r nur ein Beispiel unter vielen. Als das Allerabscheulichste galten oder gelten ebenso einmal: Gottesl&#228;sterung, Homosexualit&#228;t, Kriegsaufnahmen.</p>
<p>Die Kontroverse um Wikileaks und seine Ver&#246;ffentlichung von Kriegs-Interna streift &#228;hnliche Gew&#228;sser. Der m&#246;gliche oder zumindest behauptete Nutzen &#8211; die politische Aufkl&#228;rung der &#214;ffentlichkeit &#8211; d&#252;rfte in den meisten Ethiken sicher schwerer wiegen als eine Selbstbefriedigung anhand von Pornografie. Die Anschuldigungen, die Wikileaks daf&#252;r erf&#228;hrt, sind aber auch nicht locker von der Hand zu weisen: die reale Gef&#228;hrdung von Menschenleben. Der Vorwurf ist nicht weiter hergeholt als der, die meisten F&#228;lle von Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie w&#252;rden Kindesmissbrauch verursachen.</p>
<p>Man kann die Hoheits-Anspr&#252;che des Kampfes gegen Kinderpornografie gegen&#252;ber freiheitlich-demokratischen Prinzipien hinnehmen. Dann schw&#228;cht man aber langfristig jede ernstzunehmende Anti-Zensur-Position, die man l&#228;nger halten m&#246;chte als nur bis zum n&#228;chsten Gesetzesvorhaben. Beginnt man, die Einteilung von Information in Zensierbares und Unzensierbares zu dulden, duldet man Aufbau und Erhalt von Zensur-Infrastruktur. <strong>Wenn man Zensur als ein infrastrukturelles Problem sieht, muss man sich ihr auch dort entgegenstellen, wo sie Gegenst&#228;nde angreift, die man selbst verabscheut.</strong></p>
<p>Erinnern wir uns an das obige Beispiel von 4chan. Sicher w&#228;re es m&#246;glich, das 4chan-Forum &#8220;/b/&#8221; voll und ganz Kinderpornografie-frei zu bekommen: Man m&#252;sste nur die genehmigungsfreie Teilnahme, den Mangel an redaktioneller Kontrolle und den Mangel an Strafverfolgbarkeit dortiger Rechtsverst&#246;&#223;e beheben. Dann bliebe aber auch kaum ein Funken der kulturellen Energie bestehen, der 4chan zu einem wesentlichen Teil der Moderne macht. 4chan ist dabei eine Miniatur des Internet in all seinen mangelhaften Kontrollierbarkeiten.<strong> Sicher k&#246;nnten wir das Internet voll und ganz Kinderpornografie-frei machen: Wir m&#252;ssten es nur abschalten.</strong></p>
<p>So sich die Anti-Netzsperren-Bewegung als Bewegung gegen eine Zensur des Internet versteht, kann sie &#8220;L&#246;schen statt sperren&#8221; nur als kurzfristige Taktik gemeint haben. Die Losung l&#228;sst sich &#252;bersetzen zu &#8220;lieber nur ein bisschen mehr Zensur statt gleich viel mehr Zensur&#8221;. Als langfristige Parole einer Anti-Zensur-Bewegung taugt allein das vorbehaltslose Bekenntnis zur Zensurfreiheit; und damit auch eine vermutlich nicht blessurenfrei &#252;berstehbare Konfrontation mit dem Kampf gegen Kinderpornografie. So zu tun, als sei dessen Unterst&#252;tzung mit einem Kampf f&#252;r Zensurfreiheit ohne Weiteres vereinbar, kann keine langfristige Option sein.
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		<title>Abmahnrepublik Deutschland (I)</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Apr 2010 17:11:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Deutschland entwickelt sich zum Musterland der Abmahnungen, Unterlassungserkl&#228;rungen und Einstweiligen Verf&#252;gungen. Anst&#228;ndige Beilegung von Konflikten? Gespr&#228;che? Einvernehmliche L&#246;sungen? Das war gestern. Es wird nicht mehr lange gefackelt, es wird geklagt. Zeit f&#252;r eine Allianz gegen die Pervertierung des Abmahnrechts.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/4b4facf715dc49b9afe2ed7dfe719d49" alt="" width="1" height="1" />Drei Meldungen von gestern: „Die erste Einstweilige Verf&#252;gung wegen eines <a href="http://www.kriegs-recht.de/sie-ist-da-die-erste-einstweilige-verfugung-wegen-tweets/">Tweets</a>“, „Axel Springer mahnt <a href="http://www.bildblog.de/18047/axel-springer-mahnt-bildblog-ab/">BILDblog</a> ab“, „Bistum Regensburg erwirkt einstweilige Verf&#252;gung gegen <a href="http://www.internet-law.de/2010/04/bistum-regensburg-erwirkt-einstweilige-verfugung-gegen-blogger.html">Blogger</a>“.</p>
<p>Drei Meldungen, die nur die sichtbare Spitze eines Eisbergs bilden. Denn unsichtbar bleiben bislang die perfiden <strong>Massenabmahnungen gegen minderj&#228;hrige Filesharing-Nutzer, </strong>deren erschrockene Eltern zu Tausenden kriminalisiert und mit horrenden Schadenersatzforderungen &#252;berzogen werden.</p>
<p>Der Klimawandel (besser: die Klimavergiftung) durch die deutsche Abmahnsucht kann nicht l&#228;nger ignoriert werden: L&#228;stige Blogger und Journalisten sollen <strong>durch Schocktherapie mundtot gemacht</strong> werden, brave Eltern werden mit Kanzleibriefen bombardiert, in denen sie des schweren Rechtsbruchs „in gewerblichem Ausma&#223;“ beschuldigt werden, weil ihre 16-j&#228;hrigen Kinder unberechtigt und naiv eine einzige CD von einer Filesharing-Seite heruntergeladen haben.</p>
<p>Ohne Vorwarnung sind brachiale Summen im Spiel. Streitwerte von 100.000 Euro. Anwaltskosten von mehreren tausend Euro. Schadenersatz von vielen tausend Euro. Einsch&#252;chterungssummen. Das einstmals gute Recht der Abmahnung ist pervertiert. Zurechtgebogen f&#252;r Abzocker und Plattmacher. Denn Spatzen, das wei&#223; inzwischen jeder, erlegt der Anwalt mit Kanonen. <strong>Die alten Rechtsgrunds&#228;tze Angemessenheit, Abw&#228;gung, Einzelfall, Ma&#223; und Ziel? Vorbei. Sie sind ersetzt durch Ma&#223;losigkeit, Exzess, Unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit, Pauschalisierung, Rachsucht und Gier.</strong></p>
<p>Unterst&#252;tzt wird die Pervertierung des Abmahn-Rechts durch eine Besonderheit, die man <a href="http://www.youtube.com/watch?v=z7AaU8HzTcc">„fliegende Gerichtsbarkeit“</a> nennt: Die Kl&#228;ger (oft gro&#223;e Unternehmen) d&#252;rfen sich aussuchen, wo sie klagen. Pressesachen? Oh, Hamburg wird gern genommen. Filesharing-F&#228;lle? K&#246;ln gilt als sichere Bank.</p>
<p>Rechtsprechung wird damit zur <a href="http://carta.info/26002/die-juristifizierung-des-meinungswettbewerbs-schreitet-unaufhaltsam-voran/">Machtdemonstration</a>. Die Kl&#228;ger sitzen am l&#228;ngeren Hebel. Sie haben die Mittel und die raffiniertesten Kanzleien (mit Stundens&#228;tzen ab 250 Euro aufw&#228;rts): Der <a href="http://abmahnwahn-dreipage.de/">„Abmahnwahn“</a> ist ein lukrativer Gesch&#228;ftszweig geworden.</p>
<p>Die meisten Beklagten sind erst mal wehrlos. In die Enge getrieben von extrem kurzen Fristen und schwer verst&#228;ndlichem Juristendeutsch. Sie ahnen den Magengeschw&#252;re produzierenden &#196;rger, der auf sie zukommen k&#246;nnte: Wenn Bagatellf&#228;lle schon zu schwersten Rechtsverletzungen aufgeblasen werden k&#246;nnen, ohne dass ein anst&#228;ndiger Richter „Halt!“ schreit, ist ihnen klar, was sie von ihrem Rechtsstaat erwarten d&#252;rfen. Sie f&#252;rchten einen jahrelangen  Instanzenweg, und sie haben eine berechtigte Angst vor dem finanziellen Ruin und dem Verlust ihrer Lebensfreude. Sie wissen, dass sie gegen eine solche &#220;bermacht keine Chance haben. Und genau darauf wird spekuliert.</p>
<p>Also geben sie klein bei und akzeptieren jeden noch so unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igen „Vergleich“, jeden ma&#223;losen Streitwert, jeden rachs&#252;chtigen Schadenersatz und jede gierige Anwaltsrechnung. Die Politiker schauen der Treibjagd tatenlos zu. Ja, sie haben die Pervertierung des Abmahn-Rechts mit unklaren Gesetzesformulierungen erst erm&#246;glicht.</p>
<p>Wir sollten deshalb aufh&#246;ren, uns immer nur &#252;ber Einzelf&#228;lle zu emp&#246;ren. Solche Emp&#246;rung flaut schnell wieder ab. Hier liegt etwas Grunds&#228;tzliches im Argen. Wir sollten die Zerst&#246;rung des gesellschaftlichen und kulturellen Klimas nicht l&#228;nger hinnehmen. Wir m&#252;ssen wieder zu Ma&#223; und Ziel zur&#252;ckkehren.</p>
<p><strong>Und daf&#252;r brauchen wir eine Allianz: Eine effektive Vernetzung von engagierten Rechtsanw&#228;lten, Bloggern, Netznutzern, Journalisten, Netzpolitikern, <a href="http://www.rettet-das-internet.de/aktion.htm">Initiativen</a> und tatkr&#228;ftigen Unterst&#252;tzern. Wir brauchen einen Fonds, der Musterprozesse und &#214;ffentlichkeitsarbeit durch alle Instanzen erm&#246;glicht. </strong></p>
<p><span style="color: #ffffff">.</span></p>
<p><em>P.S. Ich werde das Thema Abmahnung im Laufe der n&#228;chsten Monate immer wieder aufgreifen. Ich werde mit Experten sprechen und mit Betroffenen. Mit Kl&#228;gern, Anw&#228;lten und Beklagten, mit Vereinen und Initiativen. </em>
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		<title>Was wohl kommen wird: &#8220;Netz-Schengen&#8221; &#8211; die gro&#223;e Firewall des Westens</title>
		<link>http://carta.info/25002/netz-schengen-die-grosse-firewall-des-westens/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Mar 2010 04:08:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die neuerliche Netzsperren-Debatte und die ACTA-Verhandlungen zeigen Fragmente einer Art Firewall des Westens. Das Netz soll durch ein "trusted internet" domestiziert werden. Einem "ipadisierten" Binnen-Internet w&#252;rde zuk&#252;nftig ein dubioses, sperrverd&#228;chtiges Au&#223;en-Internet gegen&#252;berstehen.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/ad5b34e67a674f0c8537e5f9e3ee9316" alt="" width="1" height="1" />In der neuerlichen Debatte um Netzsperren <a href="http://blog.zdf.de/zdfdasblog/2010/03/gegen-placebo-gesetze-warum-ne.html">bittet</a> Mario Sixtus die Politik, doch bitte keine &#8220;Placebo-Gesetze&#8221; zu fabrizieren und lieber auf die &#8220;<strong>wahren Ursachen des Problems</strong>&#8221; zu schauen.</p>
<p>Sein Anliegen ist l&#246;blich und richtig. Aber es w&#228;re zugleich auch naiv zu glauben, <a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E9B3C277036484FE68C78600C4D5FC8FF~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Cecilia  Malmstr&#246;m</a>, <a href="http://blog.zdf.de/zdfdasblog/2010/03/hochste-zeit-fur-netzsperren-g.html">Patricia  Wiedemeyer</a> oder <a href="http://blog.die-linke.de/digitalelinke/cdu-fraktionsvize-und-urheberrechts-hardliner-krings-fur-neues-internet-sperrgesetz/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed:+DigitaleLinke+(DIGITALE+LINKE)&amp;utm_content=Google+Reader">G&#252;nter Krings</a> gehe es nur um die Ursachen. In der Debatte um Netzsperren geht es letztlich ma&#223;geblich auch um einen <strong>symbolischen Akt gegen die Kr&#228;nkung staatlicher Autorit&#228;t im Internet</strong>. Es geht um den Unmut eines &#252;berforderten Politikbetriebs, dessen sanktionierenden und ordnenden Mechanismen aus einer anderen Zeit stammen und die im Netz entwertet scheinen, weil sie hier nicht mehr greifen. Es soll daher der Eindruck vermieden werden, die staatlichen Verfolgungsbeh&#246;rden w&#252;rden mit stumpfen L&#246;sch-Schwertern im Netz umherirren, obwohl es doch auch Sperr-Keulen geben k&#246;nnte.</p>
<p>Mit Netzsperren l&#228;sst sich <strong>Handlungsf&#228;higkeit vort&#228;uschen</strong>: Der Staat greift zur Rechtsdurchsetzung ins Protokoll des Internets ein &#8211; und genau um diese Unterordnung geht es. Dass diese Sperren wirkungslos sind, ist da <a href="http://www.theeuropean.de/419-alexander-goerlach/2654-lehren-aus-dem-missbrauchsskandal">kein Gegenargument</a> f&#252;r die Bef&#252;rworter: Sie verstehen ohnehin nicht, wie die Sperren konkret zu umgehen w&#228;ren.</p>
<p>Mit Netzsperren l&#228;sst sich das Internet auch wieder territorialisieren: Durch sie manifestiert sich ein <strong>Drinnen und Drau&#223;en</strong>. Es l&#228;st sich ein Territorium des wohl geordneten &#8220;trusted internet&#8221; im Inneren von einem dubiosen Au&#223;en-Internet abgrenzen.</p>
<p>Zur Territorialisierung passt, dass die Pl&#228;ne nun auf EU-Ebene vorgetragen werden. Das Ziel ordnungsbewusster EU-Politiker ist unschwer erkennbar eine Art &#8220;Netz-Schengen&#8221;: Die <strong>EU-Staaten</strong> einigen sich auf Internetstandards und ihre Durchsetzung im Inneren und stellen an der Grenze im Notfall Stopp-Schilder auf. Im Inneren wird gel&#246;scht &#8211; nach au&#223;en wird notfalls gesperrt.</p>
<p>Auch die Verhandlungen zum internationalen Copyright-Abkommen <a href="http://www.golem.de/specials/acta/"><strong>ACTA</strong></a> folgen einem &#228;hnlichen Muster. Die Unterzeichnerstaaten streben eine Art gemeinsamen Raum forcierter (Urheber-)Rechtsdurchsetzung an. Auch hier w&#252;rde durch Kooperation ein neues Binnen-Internet geschaffen.</p>
<p>Netzsperren und ACTA: Hier zeigen sich Fragmente von Pl&#228;nen zu einer Art Firewall des Westens. Die EU und die USA k&#246;nnten einen gemeinsamen Raum des &#8220;trusted internet&#8221; bilden, der sich <strong>forcierten Durchsetzungskriterien</strong> unterwerfen muss &#8211; der Rest des Internets w&#252;rde dann als dubios, gef&#228;hrlich und dunkel gelten.</p>
<p>In der Folge w&#228;re das Internet nicht mehr eine Entit&#228;t, sondern ein domestiziertes Zwei-Klassen-Netz. Im Ring der inneren Firewall wird das Internet &#8220;ipadisiert&#8221;: Alles ist sicher, wohl geordnet, rechtskonform. Vor dem Au&#223;ennetz wird gewarnt und es wird notfalls gesperrt.</p>
<p><strong>Ich bef&#252;rchte, die Dystopie ist sehr real</strong>. Die Frage ist eigentlich nur noch, wie genau die Schengen-Gates des Internets ausgestaltet werden.
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<a href="http://carta.info/25002/netz-schengen-die-grosse-firewall-des-westens/">Was wohl kommen wird: &#8220;Netz-Schengen&#8221; &#8211; die gro&#223;e Firewall des Westens</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/25002/netz-schengen-die-grosse-firewall-des-westens/#comments">36 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=25002&amp;md5=ac0ef6af2ad23446d7f267f5e64bd43f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der neue Sound der CDU: &#8220;Die Wirkung von Netzsperren ist fraglich&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/22955/der-neue-sound-der-cdu-die-wirkung-von-netzsperren-ist-fraglich/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 17:18:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine neue Generation von CDU-Bundestagsabgeordneten m&#246;chte den netzpolitischen Neustart ihrer Partei forcieren: Das Internet m&#252;sse vor allem als Chance begriffen werden und die Netzsperren habe die Partei falsch eingesch&#228;tzt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Der neue Sound der CDU: Netzsperren sind m&#246;glicherweise nicht der richtige Weg&#8230;</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Wir m&#252;ssen auf die Bed&#252;rfnisse der Internetnutzer viel besser eingehen.“</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">„Ich bin in der angenehmen Situation, nicht in der letzten Legislaturperiode im deutschen Bundestag gesessen zu haben.“</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">„Es fehlt in Deutschland an einer zentralen Zust&#228;ndigkeit f&#252;r die Internetpolitik.“</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Der Irrtum des letzten Jahres war zu glauben, dass – wenn man sich gegen Kinderpornografie und f&#252;r den Schuttzr von Kindern einsetzt – man doch breiteteste Zustimmung finden m&#252;sste. Tats&#228;chlich m&#252;ssen wir erkennen, dass es inzwischen ein Netz gibt, das sehr stark politisiert ist, das sehr aktiv ist, so starke Diskussionen stattfinden und auf dessen Bed&#252;rfnisse man viel besser eingehen muss.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Das Netz ist ein sehr starkes Partizipationsmittel&#8230;.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Das Zugangserschwerungsgesetz verteidigt, dass in der zweiten Lesung besser geworden sei, als sein Ruf.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Weiter Zweifel an der technischen Umsetzbarkeit: „Das reine Sperren von Domainnamen ist nat&#252;rlich kein veritabler Schutz – und da muss man sich fragen, ob das am Ende noch eine Wirkung hat.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Deep Packet Inspektion darf nicht der Weg sein, in den das Internet geht.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Beim Jugendmedienschutz-Gesetz besteht Nachbesserungsbedarf, um nicht zu einer Rechnsnorm ohne Umsetzungsm&#246;glichkeiten kommt.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">„Am Ende ist die Frage: Was k&#246;nnen wir positives aus diesen Medien machen?“ Es wird zu wenig &#252;ber die Chances Internet und zu</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Mehr F&#246;rderung f&#252;r Start-ups</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Das Internet ist kein Raum, in dem wir eine gro&#223;e Regulierungsoffensive starten m&#252;&#252;ssen, sondern wir m&#252;ssen die richtigen Anreizse setzen und nur an den Stellen eingreifen, wo es besondes arg wird.ein</div>
<p>Bei einigen jungen, neu in den Bundestag gew&#228;hlten CDU-Abgeordneten gibt es augenscheinlich ein erhebliches Unbehagen mit dem bisherigen netzpolitischen Erscheinungsbild ihrer Partei. Sie wollen weg vom netzfeindlichen und internetskeptischen Image der Union. Sie sind keine 40, f&#252;hren W&#246;rter wie &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Packet_Inspection">Deep Packet Inspection</a>&#8221; locker im Mund und haben das Netzthema als ihre Chance auf Profilierung entdeckt.</p>
<p><a href="http://www.jarzombek.com/de/">Thomas Jarzombek</a> ist einer von ihnen. Auf dem Bitkom-Forum zur Kommunikations- und Medienpolitik in der vergangenen Woche in Berlin scheute sich Jarzombek nicht, es als &#8220;angenehm&#8221; zu bezeichnen, die bisherige Netzsperren-Politik der Union nicht mitverantworten zu m&#252;ssen – weil er da noch gar nicht im Bundestag gesessen habe. Die bisherige Netzpolitik der Union habe die Situation und die Bed&#252;rfnisse der Internetnutzer verkannt, gesteht Jarzombek unumwunden ein.</p>
<p>Der Irrtum des letzten Jahres sei es gewesen, mit dem Eintreten gegen Kinderpornografie und f&#252;r den Schutz von Kindern breiteste Zustimmung zu ernten. Man habe erkennen m&#252;ssen, dass inzwischen eine stark politisierte und aktive Inter&#246;ffentlichkeit entstanden sei, auf deren Bed&#252;rfnisse und Ansichten man eingehen m&#252;sse.</p>
<p>Das Netzsperren-Gesetz sei in seiner endg&#252;ltigen Fassung zwar besser gewesen als sein Ruf. Er habe aber erhebliche Zweifel an der technischen Umsetzbarkeit des Gesetzes:</p>
<blockquote><p>„Das reine Sperren von Domainnamen ist nat&#252;rlich kein veritabler Schutz – und da muss man sich fragen, ob das am Ende noch eine Wirkung hat.&#8221;</p></blockquote>
<p>Jarzombek mahnte Nachbesserungsbedarf beim neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag an, damit es &#8220;nicht zu einer Rechtsnorm ohne Umsetzungsm&#246;glichkeiten kommt&#8221;. Er sprach sich gegen neue &#8220;Regulierungsoffensiven&#8221; im Netz aus, will das Internet insgesamt vor allem als Chance – etwa f&#252;r Partizipation – verstanden sehen und eine neue Start-up-Kultur vorsichtig f&#246;rdern.</p>
<p>Dies ist der neue Sound der CDU, der – wie zu h&#246;ren ist – einige Etablierte der IT-Branche fast schon ein wenig nerv&#246;s macht, ob die <em>Young Guns</em> der CDU nicht mit wehenden Fahnen zur Open-Source- und Open-Government-Bewegung &#252;berlaufen.</p>
<p>Hier die – nat&#252;rlich diplomatisch gehaltene – Rede von Jarzombek bei der Bitkom:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="600" height="320" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=9333750&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="320" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=9333750&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/9333750">Vimeo</a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=22955&amp;md5=1840b208e49d7dda681f29c011f0b787" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Rechtsfragen der Informationsgesellschaft – Hamburger Erkl&#228;rung, Hoster-Haftung, Telemedienkonzept</title>
		<link>http://carta.info/13935/rechtsfragen-der-informationsgesellschaft-hamburger-erklaerung-hoster-haftung-telemedienkonzept/</link>
		<comments>http://carta.info/13935/rechtsfragen-der-informationsgesellschaft-hamburger-erklaerung-hoster-haftung-telemedienkonzept/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 31 Aug 2009 10:49:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Telemedicus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Wochenr&#252;ckblick, diesmal mit: EU-Kommissarin pro Leistungsschutzrecht, Strenge Haftung f&#252;r Webhoster, VPRT gegen Telemedienkonzept, DSDS-Jugendschutzstreit beigelegt, Auskunftsklage gegen T-Mobile-Vorratsdaten – und mehr.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/badb3a57399c6ef7d50f98e7945b37" width="1" height="1" alt=""/><strong>EU-Kommissarin Reding bef&#252;rwortet Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage</strong><br />
Das Medienportal <em>Horizont</em> hat in der vergangenen Woche eine <a href="http://www.horizont.net/aktuell/digital/pages/protected/pics/17112-org.jpg">Stellungnahme</a> der EU-Kommissarin Viviane Reding ver&#246;ffentlicht, nach der sie das von den Verlegern in der <a href="http://www.axelspringer.de/presse/Internationale-Verlage-unterzeichnen-Hamburger-Erklaerung-zum-Schutz-des-geistigen-Eigentums_887946.html">„Hamburger Erkl&#228;rung”</a> geforderte Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage bef&#252;rwortet. Die EU-Kommissarin f&#252;r Informationsgesellschaft und Medien k&#252;ndigte an, zu dem Thema &#246;ffentliche Beratungen einzuberufen, bei denen sie ein offenes Ohr f&#252;r Verlage haben werde.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.horizont.net/aktuell/digital/pages/protected/Leistungsschutzrecht-EU-Kommissarin-sagt-Hilfe-zu--Microsoft-wehrt-sich_86750.html">Bericht &#252;ber die Hintergr&#252;nde bei Horizont.net.</a></li>
</ul>
<p><strong>Landgericht Hamburg: Strenge Haftung f&#252;r Webhoster</strong><br />
Wie in der letzten Woche bekannt wurde, hat das Landgericht Hamburg Ende Juli entschieden, dass ein Webhoster ab Kenntnis auch f&#252;r nicht offensichtliche Rechtsverletzungen seiner Kunden haftet. Selbst wenn der Hoster gar keinen unmittelbaren Zugriff auf die Daten seiner Kunden hat, sei er demnach verpflichtet, die Ver&#246;ffentlichung durch technische Ma&#223;nahmen zu unterbinden. Das LG Hamburg erlegt den Webhostern mit dieser Entscheidung deutlich strengere Haftungsregeln auf, als bislang &#252;blich. Nach dieser Entscheidung gelten f&#252;r Webhoster nun bei der Einsch&#228;tzung der rechtlichen Zul&#228;ssigkeit von Inhalten ihrer Kunden deutlich strengere Ma&#223;st&#228;be.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.telemedicus.info/article/1467-LG-Hamburg-Strenge-Haftung-fuer-Webhoster.html">Telemedicus beleuchtet die Entscheidung kritisch.</a></li>
</ul>
<p><strong>Landgericht Hamburg: Nutzungsbedingungen von Google teilweise unzul&#228;ssig</strong><br />
Das Landgericht Hamburg hat Teile der Nutzungsbedingungen einzelner Dienste von Google f&#252;r unwirksam erkl&#228;rt. Allerdings handelt es sich bei den streitgegenst&#228;ndlichen Klauseln um alte Formulierungen der &#8220;Servicebedingungen und Datenschutzerkl&#228;rung&#8221;, die seit Mitte 2008 durch Google keine Verwendung mehr finden. Die Hamburger Richter bem&#228;ngelten an ihnen insbesondere, dass Google sich durch sie in intransparenter Weise Nutzungsrechte an Dokumenten einr&#228;umen lie&#223;. Ferner kritisierten sie, dass Google sich das unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ige Recht vorbehalten hatte, E-Mails oder andere Nutzerdaten ohne Benachrichtigung durchzusehen oder zu l&#246;schen.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.golem.de/0908/69389.html">Meldung bei golem.de.</a></li>
<li><a href="http://www.vzbv.de/mediapics/google_lg_hamburg_07_08_2009.pdf">Das Urteil des LG Hamburg vom  07.08.09, Az. 324 O 650/08</a> (PDF).</li>
</ul>
<p><strong>Bundesnetzagentur stuft technische Richtlinie zu Netzsperren als Geheimsache ein</strong><br />
Mehreren &#252;bereinstimmenden Medienberichten zufolge hat die Bundesnetzagentur einen Entwurf f&#252;r die technische Richtlinie zur Umsetzung des <a href="http://www.telemedicus.info/article/1372-Verfahrensmaengel-bei-der-Verabschiedung-des-ZugErschwG.html">umstrittenen Zugangserschwerungsgesetzes</a> erstellt. Anders als bei vergleichbaren Regelungen findet dazu jedoch kein &#246;ffentliches Konsultationsverfahren statt. Vielmehr weist die Bundesnetzagentur in ihrem Amtsblatt (Ausgabe 16/2009) darauf hin, dass es sich bei dem Vorgang um eine Geheimakte handelt, die nur f&#252;r den Dienstgebrauch bestimmt sei. Lediglich die betroffenen Provider k&#246;nnen demnach namentlich benannte Vertreter zum BKA entsenden, die dort den Entwurf zur Kommentierung einsehen d&#252;rfen. Die dabei ge&#228;u&#223;erten Anmerkungen unterliegen sodann ebenfalls einer Geheimhaltungspflicht.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.heise.de/newsticker/Umsetzungsvorgaben-fuer-Web-Sperren-sollen-geheim-bleiben-Update--/meldung/144456">Die Meldung bei heise.de.</a></li>
</ul>
<p><strong>Telemedienkonzept von ZDF, 3sat und Phoenix nicht genehmigungsf&#228;hig</strong><br />
Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) hat in der vergangenen Woche mehrere Stellungnahmen zu den vom ZDF erarbeiteten Telemedienkonzepten vorgelegt. In seinem Papier h&#228;lt der Branchenverband die Beschreibungen der Webangebote von ZDF, 3sat und Phoenix im Rahmen des <a href="http://www.telemedicus.info/article/1160-Was-ist-eigentlich-der-Drei-Stufen-Test.html">Drei-Stufen-Tests</a> in gro&#223;en Teilen f&#252;r nicht genehmigungsf&#228;hig. Der VPRT begr&#252;ndetet seine Einsch&#228;tzung damit, dass die Angebotsbeschreibungen in hohem Ma&#223;e l&#252;ckenhaft und unsubstantiiert seien. Zudem wurde kritisiert, dass das ZDF die gesetzlichen Regelungen zum „seven day catch-up” unterlaufen wolle.</p>
<ul>
<li><a href="http://vprt.de/index.html/de/press/article/id/203/or/2/">Pressemitteilung des VPRT.</a></li>
</ul>
<ul>
<li><a href="http://vprt.de/index.html/de/positions/article/id/99/?or=0&amp;year=%7B0%7D&amp;page=1">Stellungnahmen des VPRT zu den Telemedienkonzepten von ZDF, 3sat und Phoenix.</a></li>
</ul>
<p><strong>Jugendmedienschutz: RTL legt DSDS-Streit bei</strong><br />
RTL hat seine Klage gegen die nieders&#228;chsische Landesmedienanstalt (NLM) wegen Beanstandungen bei der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar” zur&#252;ckgenommen. Klagegegenstand waren <a href="http://www.telemedicus.info/article/95-DSDS-weiter-in-Konflikt-mit-Jugendschutz.html">Jugendschutz-Beanstandungen der NLM</a> in Zusammenhang mit DSDS-Austrahlungen im Jahre 2007. Urspr&#252;nglich wollte RTL die Vorgaben des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages in Bezug auf Castingshows gerichtlich kl&#228;ren lassen. Der K&#246;lner Privatsender begr&#252;ndete die R&#252;cknahme der Klage nun mit den neuen „Richtlinien zum Umgang mit Castingshows und vergleichbaren Formaten”, die durch die Freiwillige Selbtskontrolle Fernsehen (FSF) erarbeitet worden sind. Die neuen Regelungen sehen insbesondere auch eine Vorabpr&#252;fung der Sendungen vor. Nach Ansicht von RTL f&#252;hren die neuen Richtlinien – die ausdr&#252;cklich auch von der NLM und der Kommission f&#252;r Jugendmedienschutz (KJM) mitgetragen werden – zu einer ausreichenden Rechts- und Planungssicherheit.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.dwdl.de/story/22306/rtl_klagt_nicht_mehr_wegen_dsdsbeanstandung/">Die Hintergr&#252;nde bei DWDL.de.</a></li>
</ul>
<p><strong>Vorratsdatenspeicherung: Auskunftsklage gegen T-Mobile</strong><br />
Ein Mitglied des Bundesvorstands der Partei „B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen” hat vor dem Landgericht Berlin eine Auskunftsklage gegen den Mobilfunkbetreiber T-Mobile erhoben. Damit will der Politiker den Provider verpflichten, alle &#252;ber ihn im Rahmen der sogenannten Vorratsdatenspeicherung erfassten personenbezogenen Daten herauszugeben. Als Rechtsgrundlage f&#252;r dieses Auskunftsersuchen beruft sich der Kl&#228;ger auf <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_1990/__34.html">§ 34 Bundesdatenschutzgesetz</a>. Bislang hat der Mobilfunkanbieter die Herausgabe der Daten auf Grundlage eines einfachen Auskunftsanspruchs wegen unklarer Rechtslage verweigert.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.heise.de/ct/Gruener-Bundesvorstand-klagt-auf-Auskunft-ueber-Vorratsdaten-Update--/news/meldung/144215">Meldung bei heise.de.</a></li>
</ul>
<p><strong>Rheinland-Pfalz gibt Rechtsgutachten zu Google Street View in Auftrag</strong><br />
Die rheinland-pf&#228;lzische Landesregierung hat am vergangenen Dienstag beschlossen, ein Gutachten zu Rechtsfragen in Bezug auf den Internetdienst „Google Street View” einzuholen. Dazu wurden die beiden Juristen Prof. Dr. Thomas Dreier und Prof. Dr. Indra Spiecker zu einer gutachterlichen Stellungnahme beauftragt. Damit sollen insbesondere Fragen bez&#252;glich der Zul&#228;ssigkeit von Google Street View im Hinblick auf das Allgemeine Pers&#246;nlichkeitsrecht und die informationelle Selbstbestimmung gekl&#228;rt werden.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.heise.de/newsticker/Rheinland-Pfalz-gibt-Rechtsgutachten-zu-Google-Street-View-in-Auftrag--/meldung/144271">Die Meldun bei heise.de.</a></li>
</ul>
<p><em>In Zusammenarbeit mit <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.telemedicus.info/');" href="http://www.telemedicus.info/" target="_blank">Telemedicus</a> pr&#228;sentiert Carta jeden Montag zentrale Entwicklungen des Medien- und Informationsrechts.</em> <em>Carta &#252;bernimmt den <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outgoing/telemedicus.info/article/1459-Wochenrueckblick-Datenschutz,-Amateurfussball,-Hartz-IV.html');" href="http://telemedicus.info/article/1470-Wochenrueckblick-Hamburger-Erklaerung,-Hoster-Haftung,-ZDF.html">Wochenr&#252;ckblick</a> mit freundlicher Genehmigung der Autoren. Dieser Wochenr&#252;ckblick wurde zusammengesteltt von Thomas Mike Peters.</em>
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		<title>Acht Thesen zu den Folgen der #zensursula-Debatte</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 15:16:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor dem Hintergrund einer erheblich gr&#246;&#223;er und „normaler“ gewordenen Nutzerschaft werden gesellschaftlich relevante Konfliktbereiche offenbar, die noch vor wenigen Jahren als eher exotische Politik-Gegenst&#228;nde galten. Damit werden digitale B&#252;rgerrechte zu einem echten Politikfeld.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/940e6a6787ca218506d6ac90c5b1bc" alt="" width="1" height="1" /><strong>1.</strong><br />
Die Feststellung, dass der <strong>Online-Wahlkampf im Fokus der &#214;ffentlichkeit</strong> stehen wird, hat abermals Nachdruck erhalten. Im Gegensatz zum positiv besetzten US-Pr&#228;sidentschaftswahlkampf <strong>diesmal allerdings negativ</strong>: der Kampf der Ahmadinedschad-Regierung in Iran gegen die auch via Internet aufbegehrende Opposition ist ein globales Medienthema.</p>
<p><strong>2.</strong><br />
Auch die deutsche Zensur-Debatte erh&#228;lt damit neue Facetten: „H&#228;tten die Mullahs im Iran solche Stoppschilder gehabt, h&#228;tte vielleicht nichts &#252;ber Twitter in die Welt gelangen k&#246;nnen“ – auch wenn <a href="http://www.szon.de/news/multimedia/aktuell/200906251552.html">die griffige Formel</a> von Hajo Schumacher nicht ganz zutreffen mag, so bringt er doch das Wesentliche auf den Punkt: <strong>wenn eine technische M&#246;glichkeit</strong> zu &#220;berwachung und Kontrolle von digitalen Kommunikationsnetzen <strong>erst einmal </strong><strong>vorhanden ist, dann liegt auch deren pervertierte Nutzung in der Luft.</strong><br />
Es wirkt dann beinahe zynisch, dass die Infrastruktur, die in Iran zur<em> Deep Packet Inspection</em>, dem digitalen Aufzeichnen, Abh&#246;ren und Klassifizieren einzelner Nachrichten, vom deutsch-finnischen Joint-Venture Siemens/Nokia <a href="http://online.wsj.com/article/SB124562668777335653.html">bereitgestellt wurde</a>. W&#228;hrend in Iran allm&#228;hlich die Regierung die Oberhand gewinnen zu scheint, bleibt die Diskussion &#252;ber den revolution&#228;ren Gehalt der Twitter- und Facebook-Nutzung jedoch das n&#228;chste gro&#223;e Kapitel in der politischen Geschichte des Internet.</p>
<p><strong>3.</strong><br />
Vor dem Hintergrund einer erheblich gr&#246;&#223;er und „normaler“ gewordenen Nutzerschaft <strong>werden gesellschaftlich relevante Konfliktbereiche offenbar</strong>, die noch vor wenigen Jahren als eher exotische Politik-Gegenst&#228;nde galten: Datenschutz und Datensicherheit, Online-&#220;berwachung und digitale Privatsph&#228;re, die Modernisierung des Urheberrechts und den Umgang mit (Software-)Patenten oder eben am grundlegendsten freie Meinungs&#228;u&#223;erung und Kontrolle von Online-Inhalten. „Das Internet” zieht sich heute f&#252;r viele Menschen durch Arbeitsleben und Alltag &#8211; <strong>damit wird dieses B&#252;ndel nicht mehr wirklich neuartiger B&#252;rgerrechte zu einem echten, “wertigen” Politikfeld.</strong></p>
<p><strong>4.</strong><br />
Leider scheint die professionelle Politik diesen Entstehungsprozess nicht zu bemerken – Desinteresse und Fehler bei der Entwicklung des Gesetzesentwurfs leisten einem Legitimationsverlust der Regierungsparteien Vorschub. Sie haben gerade unter Beweis gestellt, dass sie nicht in der Lage sind, eine ad&#228;quate Politikformulierung zu leisten. <strong>Die #zensursula-Episode f&#252;hrt so zu einem sp&#252;rbaren Bruch zwischen etablierten Organisationsformen</strong> und politischen (oder politisierbaren), informierten, oder auch einfach nur interessierten <strong>Onlinern</strong> – die Politik „mache sich f&#252;r die Digitale Generation unw&#228;hlbar“ hie&#223; es dazu in der Stellungnahme des Online-Beirats.</p>
<p><strong>5.</strong><br />
Durch die Verabschiedung des “Zugangserschwerungsgesetzes”<strong> haben die handelnden Akteure das Segment der digitalen B&#252;rgerrechte zur nachhaltigen Besetzung durch andere Akteure freigeben</strong>. Zu den ersten Profiteuren z&#228;hlen scheinbar die Gr&#252;nen, selbst wenn es auch hier kein einheitliches Abstimmungsverhalten gegeben hat: die <a href="http://www.remix-generation.de/gPetition/">interne Suche nach den #zensursula-Unterst&#252;tzern</a> wird von der Netzgemeinde goutiert und k&#246;nnte durchaus der Glaubw&#252;rdigkeit in Sachen Internet-Politik dienen.</p>
<p><strong>6.</strong><br />
<strong>„Digitale B&#252;rgerrechte“ k&#246;nnen zum Ansatzpunkt f&#252;r die Entstehung einer neuen Single Issue-Organisation werden – m&#252;ssen es aber nicht.</strong> Erste Adresse daf&#252;r ist in Deutschland die Piratenpartei. Das Abschneiden bei der Europawahl war zwar nicht mehr als ein Achtungserfolg und hat immerhin f&#252;r die &#246;ffentliche Sichtbarkeit gesorgt. Inzwischen verf&#252;gt sie auch schon &#252;ber einen virtuellen Bundestagsabgeordneten: in einer nicht anders als spektakul&#228;r zu nennenden Aktion war mit J&#246;rg Tauss ein altgedienter Internetpolitiker der SPD am 20. Juni aus seiner Partei ausgetreten und <a href="http://wiki.piratenpartei.de/J%C3%B6rg_Tauss">zu den „Piraten“ gewechselt</a>.<br />
Allerdings haftet an seiner Person der Makel des P&#228;dophilie-Verdachtes in einem noch laufenden Gerichtsverfahren, zudem verk&#246;rpert er als typischer „Berufspolitiker“ ein popul&#228;res Feindbild vieler „Basis-Piraten“. In internen Diskussionen ist Tauss bereits das sprachlich passende Etikett des „zweischneidigen Schwertes“ zugetragen worden, andererseits k&#246;nnte die Kooptierung eines systemerfahrenen „Haudegens“ auch positiven Anpassungsdruck im piratischen Parteifindungsprozess aus&#252;ben.</p>
<p><strong>7.</strong><br />
<strong>Die gesamte Thematik ist &#252;beraus kampagnenf&#228;hig</strong>, dies hat vor allem die erfolgreiche Online-Petition beim Deutschen Bundestag gezeigt. Aber: die mehr als 130.000 Mitzeichner/innen sind momentan <strong>nicht viel mehr als die Andeutung einer ereignisbezogenen Politisierbarkeit</strong> im Netz. Das ist nicht wenig, aber l&#228;ngst noch kein sicherer Hinweis auf einen bevorstehenden Wandel – so ringt etwa die Piratenpartei derzeit noch in mehreren Bundesl&#228;ndern um die ben&#246;tigten Stimmen f&#252;r die <a href="http://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2009">Zulassung zur Bundestagswahl</a>. Dennoch gibt es eine „digitale Infrastruktur“ aus Wikis, Blogs und Twitter-Hashtags, die in der hei&#223;en Wahlkampfphase schnell aktiviert werden kann.</p>
<p><strong>8.</strong><br />
<strong>„Digitale B&#252;rgerrechte“ sind ein transnationales Politikfeld.</strong> Es ist dabei keineswegs ausgemacht, dass in Deutschland ein &#228;hnlicher Etablierungsprozess wie etwa in Schweden stattfinden wird. Dennoch ist die globale Dimension des Problems eine Besonderheit dieser neuen <em>policy</em>. Die Ereignisse in Schweden um das Gerichtsverfahren gegen die Tauschb&#246;rse „The Pirate Bay“ (und der damit verbundene Aufstieg der „Piratpartiet“) oder die heftige Diskussion in Frankreich um die Verabschiedung des Hadopi-Gesetzes zur Bestrafung im Falle (wiederholter) Urheberrechtsverletzungen deuten in eine &#228;hnliche Richtung. Im Augenblick werden die mit digitalen B&#252;rgerrechten verbundenen Konflikte auf nationaler Ebene ausgehandelt und im Rahmen lokaler Wahlk&#228;mpfe im Zeichen der jeweiligen Besonderheiten verst&#228;rkt – doch aufgrund einer weltweiten Kommunikationsinfrastruktur im Hintergrund wird dies nicht so bleiben.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nachbemerkung:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Im Umfeld der Abstimmung im Deutschen Bundestag zum „Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen“ (<a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/134/1613411.pdf">BT-Drucksache 16/13411 vom 17.6.2009</a>, PDF) habe ich als Mitglied des Online-Beirats der SPD an einer Stellungnahme an die Fraktionsmitglieder mitgewirkt, in der auf verschiedene M&#228;ngel am Entwurf hingewiesen wird. Beinahe noch wichtiger als die – zum Zeitpunkt der Versendung der Mitteilung an die Abgeordneten – schon l&#228;ngst bekannte Sachkritik am Entwurf sind die Hinweise auf die politischen Konsequenzen der  Zustimmung zum #zensursula-Gesetz.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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			</a>
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<p><small>
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		<title>Marktpolizei auf der Suche nach Mixtapes</title>
		<link>http://carta.info/10136/marktpolizei-auf-der-suche-nach-mixtapes/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 10:37:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tim Renner</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>

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		<description><![CDATA[
Nun hat's mich selbst erwischt: "Deine Argumente beg&#252;nstigen Kinderpornographie!" schallte es mir von einem f&#252;r seine Arbeit hoch gesch&#228;tzten, ehemaligen Independent-Musikunternehmer aus dem Publikum entgegen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte mich bei einer Veranstaltung auf dem Podium gegen den franz&#246;sischen Gesetzentwurf zur Sperrung der Internetaccounts von Filesharern und stattdessen f&#252;r eine echte Flatrate (die mindestens so gut wie Bittorent ist) ausgesprochen. Er war ehrlich aufgebracht. Vor ihm sa&#223; der Gesch&#228;ftsf&#252;hrer des Verbands der Deutschen Musikindustrie, guckte von seinem Blackberry auf und konnte sich das Schmunzeln nicht verkneifen.</p>
<p>Ich hingegen fand das gar nicht lustig. Er hat keine Kinder, aber ich bin Vater zweier T&#246;chter. <strong>Wenn man Kinderpornographie durch die Gleichsetzung mit Filesharing verharmlost, sorry, da h&#246;rt der Spa&#223; bei mir auf.</strong> Wie verzweifelt muss eine Industrie sein, etwas so im eigenen Interesse zu verargumentieren? Wie kann man in Gottesnamen &#252;berhaupt auf die Idee kommen seine potentiellen Eigentumsrechte mit dem missbrauchten Leben eines Kindes zu vergleichen? Aus taktischen Gr&#252;nden moralische Grenzen zu verletzen, das tut sonst nur Eva Hermann um B&#252;cher zu verkaufen. Aus gutem Grund ist die ihn ihrem Stamm-Medium TV ein Auslaufmodel.</p>
<p>Andersherum erz&#252;rnt mich das aber genauso: Wer Interesse an der Aufrechterhaltung der Freiheit im Datenverkehr hat und sich deshalb dagegen verwendet, dass im Netz Seiten mit Kinderpornographie von den ISPs gesperrt werden, verh&#228;lt sich ebenso gleichg&#252;ltig und verantwortungslos. Der jeweilige Provider hat eine nat&#252;rliche Pflicht hier sofort einzugreifen, sobald er des Treibens gewahr wird. Es versteht sich von selbst, dass es keine Site www.kinderporn.de geben darf.</p>
<p>Eigentlich verh&#228;lt es sich so wie beim Marktrecht seit Jahrhunderten geregelt: Ein Marktveranstalter, der zul&#228;sst, dass verbotene G&#252;ter auf seinem Markt wahrnehmbar gehandelt werden, macht sich strafbar. Den Stand der zum Beispiel offen Kokain verkauft, muss er schlie&#223;en, sonst ist er mit in der Haftung. Er verdient als Marktplatzvermieter schlie&#223;lich daran und deshalb ist ihm zuzumuten, auf diesem Handelsfeld auch f&#252;r eine gewisse Ordnung zu sorgen. Teilweise sieht man deshalb sogar Ordner mit der Armbinde „Marktpolizei“. Der Marktveranstalter ist jedoch nicht verantwortlich, wenn das Kokain unterm Ladentisch gehandelt wird. Seine „Marktpolizei“ hat kein Durchsuchungsrecht, muss sich aber das anschauen, was offen angeboten wird.</p>
<p>So weit okay, aber sehr viel mehr wird durch Frau von der Leyens Entwurf im Internet auch nicht bewirkt. Eher sogar weniger, denn hier guckt nur der Staat. Davon abgesehen, dass der Gesetzestext handwerklich mangelhaft zu sein scheint, ist es fatal, dass die Initiative von ihren Parteig&#228;ngern als L&#246;sung des Problems und nicht als Selbstverst&#228;ndlichkeit verkauft wird. Genauso wenig, wie man den Handel mit verbotenen G&#252;tern mit dem Marktrecht allein in den Griff bekommt, wird man leider einer Verbreitung die mehrheitlich &#252;ber Mail-, Mobile- oder Filesharing geschieht mit von der Leyens Initiative Herr werden.</p>
<p>Nur wenn die Freiheit des einzelnen das Leben von Dritten gef&#228;hrdet, darf der Staat die B&#252;rgerrechte verletzen. Deshalb k&#246;nnen im Fall von Kapitalverbrechen auch durch staatliche Stellen Telefone abgeh&#246;rt, Briefe ge&#246;ffnet, Mails von Dritten gelesen werden. Das ist nicht sch&#246;n, aber nachvollziehbar. Treffen kann das denjenigen, der eben zum Beispiel mit Kokain oder Kinderpornographie zu handeln versucht. Ein notorischer Ladendieb w&#252;rde in diesem Sinne niemals &#252;berwacht werden, derjenige, der seiner Freundin ein Mixtape zusammenstellt auch nicht und fordern tut diese Form der &#220;berwachung und Verfolgung durch eine Gleichsetzung mit den zuvor genannten Kapitalverbrechen auch keiner.</p>
<p><strong>F&#252;r die etablierten Musikproduzenten mag der Verlust des Gesch&#228;ftsmodels schmerzhaft sein, die Ungewissheit die mit neuen Angebotsformen einhergehen wird gro&#223;, ein neues Urheberecht unabw&#228;gbar, besch&#228;ftigen sollten sie sich jedoch mit den L&#246;sungen.</strong> Statt zu hoffen dass auf dem R&#252;cken Dritter (in diesem Fall der dringend zu sch&#252;tzenden Kinder) ihnen der perfekte Schutz im Internet beschert wird, ist nicht nur amoralisch, sondern auch eine technische Illusion.</p>
<p>Tim Renner blogt auch auf <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.motor.de/motorblog/tim.renner/das_revival_von_general_ludd.html');" href="http://www.motor.de/motorblog/tim.renner/das_revival_von_general_ludd.html">Motor.de</a>, auch <a href="http://www.motor.de/motorblog/tim.renner/marktpolizei_auf_der_suche_nach_mixtapes.html">dieser Beitrag</a> erschien.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F10136%2Fmarktpolizei-auf-der-suche-nach-mixtapes%2F"><br />
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/10136/marktpolizei-auf-der-suche-nach-mixtapes/">Marktpolizei auf der Suche nach Mixtapes</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/10136/marktpolizei-auf-der-suche-nach-mixtapes/#comments">4 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=10136&amp;md5=bf60a371a7457ce88dbe97a385299575" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>CDU-Medienpoltik: Lieber nicht mit den Nutzern reden und alte Medien f&#246;rdern</title>
		<link>http://carta.info/9486/cdu-medienpoltik-lieber-nicht-mit-den-nutzern-reden-und-alte-medien-foerdern/</link>
		<comments>http://carta.info/9486/cdu-medienpoltik-lieber-nicht-mit-den-nutzern-reden-und-alte-medien-foerdern/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 19 May 2009 12:43:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Günther Oettinger]]></category>
		<category><![CDATA[Internetsperre]]></category>
		<category><![CDATA[Internetzensur]]></category>

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		<description><![CDATA[Die CDU hat ihre Thesen zur Medienpolitik vorgestellt: In Sachen Kinderporno-Sperren m&#246;chte sie mit so manchem reden - aber nicht mit den ganz grunds&#228;tzlich betroffenen Internetnutzern. Die Partei m&#246;chte lieber Printmedien pauschal beatmen, statt sich zu fragen, wie sie Qualit&#228;t gerade auch im Netz sicherstellen kann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/d3188e93f9a93b0d5ce67d7827bac0" alt="" width="1" height="1" /><br />
Schon am letzten Freitag hat G&#252;nther Oettinger die medienpolitischen Thesen der CDU im Vorfeld der Bundestagswahl <a href="http://www.kress.de/cont/story.php?id=128287">vorgestellt</a>. Uns sind die Papiere leider erst heute zugeflogen (<a href="http://www.cdu.de/politikaz/medien.php">mehr hier</a>):</p>
<p>Die CDU m&#246;chte das Medienkonzentrationsrecht und das Kartellrecht tendenziell lockern. Sie fordert, dass sich die Online-Angebote der &#214;ffentlich-Rechtlichen &#8220;eng an das bestehende lineare Programm anlehnen&#8221; und die Werbefreiheit der &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkprogramme. Dar&#252;ber haben andere schon <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/haette-doch-springer-bloss-duerfen/">geschrieben</a>.</p>
<p>Ich m&#246;chte jetzt noch einmal zwei Punkte hervorheben.</p>
<p>1. Zum Thema Internet-Sperren schreibt die CDU:</p>
<blockquote><p>Die Begehung schwerer Straftaten im Netz muss erschwert werden. Der Zugang zu kinderpornographischen Seiten muss rechtsstaatlich abgesichert gesperrt werden k&#246;nnen. Dies muss in einem breiten Dialog mit der Internetwirtschaft, den Strafverfolgungsbeh&#246;rden und den zust&#228;ndigen Fachpolitikern erfolgen, um alle rechtlichen und praktischen Bedenken, die mit einer Sperrung von Internetseiten verbunden sind, zu kl&#228;ren.</p></blockquote>
<p>Man beachte, mit wem die CDU in Dialog &#252;ber die Sperren treten m&#246;chte: Mit der Internetwirtschaft, mit den Strafbeh&#246;rden und den Fachpolitikern. Und <strong>N-I-C-H-T</strong> mit den Internetnutzern!</p>
<p>Die CDU will mit so manchem reden, aber nicht mit den in ihren Grundrechten ganz grunds&#228;tzlich betroffenen Internetnutzern, die ihre Bedenken bekanntlich <a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860">sehr offen erkl&#228;rt haben</a>. Deutlicher kann sich der <strong>elit&#228;r-korporatistisch-b&#252;rokratische Impuls</strong> von Teilen der Medienpolitik kaum selbst entlarven.</p>
<p>Die derzeit wichtigste Aufgabe der Medienpolitik ist es, einen <strong>Dialog mit den Nutzern</strong> &#252;ber die Sperren zu f&#252;hren. Das scheint die CDU zu &#252;bersehen.</p>
<p>2. Zum Thema Printmeden erkl&#228;rt die CDU:</p>
<blockquote><p>Zeitung lesen als Kulturgut: Eine gemeinsame Aufgabe von Politik und Verlagen besteht darin, verst&#228;rkt das Bewusstsein für den Wert und die Relevanz von Zeitungen und Zeitschriften in der Gesellschaft als Kulturgut zu verankern. Dies gilt besonders für die jüngere Generation, die aufgrund nachlassender Kontakte zu Printprodukten im famili&#228;ren Umfeld vor allem über den Weg der Schule an Zeitungen und Zeitschriften herangeführt werden muss.</p></blockquote>
<p>Zeitungen sind selbstredend die klassischen Tr&#228;ger von Qualit&#228;tsjournalismus. Hier wird jedoch wenig zielf&#252;hrend ein ganzer Medientr&#228;ger (inklusive Bild und Bravo) zum Kulturgut verkl&#228;rt.</p>
<p>Die Aufgabe von Medienpolitik ist es, Vielfalt und Qualit&#228;t sicherzustellen, nicht einzelne Medientr&#228;ger zu protegieren. Statt nur alte Medienstrukturen zu beamten, sollte sich Medienpolitik mindestens ebenso sehr daf&#252;r interessieren, wie sie die strukturellen Voraussetzungen f&#252;r Qualit&#228;tsinhalte im neuen Medium f&#246;rdern kann.</p>
<p>Dazu erf&#228;hrt man in den Thesen der CDU aber leider fast nichts.<br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F9486%2Fcdu-medienpoltik-lieber-nicht-mit-den-nutzern-reden-und-alte-medien-foerdern%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<p class="wp-flattr-button"></p><hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/9486/cdu-medienpoltik-lieber-nicht-mit-den-nutzern-reden-und-alte-medien-foerdern/">CDU-Medienpoltik: Lieber nicht mit den Nutzern reden und alte Medien f&#246;rdern</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/9486/cdu-medienpoltik-lieber-nicht-mit-den-nutzern-reden-und-alte-medien-foerdern/#comments">8 comments</a>
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		<title>Adieu Sandkasten Internet – wir werden erwachsen</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Apr 2009 10:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Krone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die j&#252;ngsten Entwicklungen staatlicher Eingriffe in das in der westlichen Welt als Freiraum bekannten WorldWideWeb machen es deutlich: Das Netz mit all seinen Inhalten und Akteuren wird erwachsen und muss Verantwortung f&#252;r sein Tun &#252;bernehmen.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/6a2bcfc20fefbdad46c02d02bbcab5" alt="" width="1" height="1" /><br />
Das <a href="http://ec.europa.eu/internal_market/e-commerce/index_de.htm">Handelsrecht</a> hat schon lange reagiert – Vertragsbeziehungen und Transaktionen &#252;ber das Internet haben bereits einen verl&#228;sslichen Rahmen und stehen auf einer Stufe mit den physischen M&#228;rkten – Ausnahmen best&#228;tigen die Regel. Der Wirtschaftsraum ist weitgehend angepasst. Nun wird in immer mehr europ&#228;ischen Staaten regulierend in die Verteilung von Inhalten und in die Inhalte selbst eingegriffen. Die <strong>Sanktionen</strong> reichen von exekutierten Strafrechtstatbest&#228;nden, von erdachten <a href="http://www.heise.de/newsticker/EU-Abgeordnete-kaempfen-weiter-gegen-Internetsperren-bei-Copyright-Verstoessen--/meldung/135530">Aussperrungen renitenter User</a> bis hin zu <strong>Kooperationen zwischen Staat und Providern</strong>.</p>
<p>Dies geschieht von EU-Mitglied zu EU-Mitglied unterschiedlich und auf unterschiedlichen Ebenen der Rechtssprechung. Ein klarer Rahmen des <strong>Kultur- und Kommunikationsraumes Europ&#228;ische Union</strong> ist noch nicht auszumachen. Es vollzieht sich eine Bek&#228;mpfung von Symptomen wie Urheberrechtsverletzungen (<a href="http://carta.info/8101/pirate-bay-versenkt-wird-nun-alles-gut/">Pirate Bay</a>, „<a href="http://www.fr-online.de/top_news/1726814_Open-Access-Die-Autoren-werden-gestaerkt.html">Heidelberger Apell</a>“), Jugendschutzverst&#246;&#223;en („Stop“; <a href="http://www.heise.de/newsticker/Bundeskabinett-beschliesst-Gesetzesentwurf-zu-Kinderporno-Sperren--/meldung/136556">Unterbindung des Abrufs von kinderpornographischen Inhalten</a>) sowie dem allzu unreflektierten Interpretieren der Meinungs&#228;u&#223;erungsfreiheit (<a href="http://www.golem.de/0012/11306.html">Volksverhetzung</a>, <a href="http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,475897,00.html">Cyber-Mobbing</a>) ohne stringente Konzentration auf die Urs&#228;chlichkeiten.  Dies kann als das erste Kapitel zu einer <strong>Neuordnung des Kultur- und Kommunikationsraumes Internet</strong> verstanden werden. Reaktive Verordnungen bis hin zu einzelgesetzlichen Ma&#223;nahmen k&#246;nnen der Aufgabe jedoch nicht gerecht werden.</p>
<p>Zur Gew&#228;hrleistung von medien-unternehmerischer wie auch privater Rechtssicherheit und -freiheit ist ein Bemessen nach gleichem Rechtsverst&#228;ndnis auf die Dauer unabdingbar. Es kann f&#252;r einen breiten gesellschaftlichen Konsens nur unertr&#228;glich sein, wenn in virtuellen R&#228;umen, die von in konsistenten Rechtsr&#228;umen befindlichen Endger&#228;ten von B&#252;rgern der Gesellschaft abgerufen werden k&#246;nnen, Rechtsverst&#246;&#223;e lediglich teilweise oder gar nicht zur <strong>Rechenschaft</strong> gezogen werden. Auf diesem Konsens aber existiert unsere <strong>Gesellschaft</strong>.</p>
<p>Als Beispiel f&#252;r diese Unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit kann, wenn nicht sogar muss, die in der ganzen Europ&#228;ischen Union hochkomplexe <a href="http://www.mediapolicy.uzh.ch/forschung/rundfunkregulierung.php">Rundfunkregulierung</a> genannt werden. Aufgrund ihrer besonderen Bedeutung f&#252;r die <strong>freie Meinungsbildung</strong> im Rahmen der g&#252;ltigen Gesetze wird der Zugang zum Rundfunkmarkt mit H&#252;rden auf jeder Ebene der Gesch&#228;ftsaus&#252;bung versehen. Diese H&#252;rden zu &#252;berwinden verlangt von den Antragstellern <strong>aufwendige Lizenzierungsverfahren</strong> zu durchlaufen – ohne Garantie auf Erfolg! Die Begr&#252;ndung der Verwaltung von Frequenzknappheit ist in diesem Zusammenhang nur eines von vielen Kriterien. Ein Fernsehsender mit volksverhetzenden Programminhalten findet <a href="http://www.pi-news.net/2008/11/hisbollah-tv-jammert-ueber-deutsches-verbot/">keine Zulassung</a> in der Europ&#228;ischen Union. Die EU-Satellitenrichtlinie gilt nicht f&#252;r Onlinemedien. Das Credo „<strong>im Internet darf jeder, was er will</strong>“ stellt zur regulatorischen Entwicklung  anderer Verbreitungskan&#228;le von Informationen wie Fernsehen oder Radio eine vergleichsweise lange Epoche dar, die jetzt ihrem unaufhaltsamen Ende entgegenschreitet.</p>
<p>Die Volksrepublik China ist (aus europ&#228;ischer Perspektive zu Recht) daf&#252;r ber&#252;chtigt, ihr politisches als auch kulturelles Selbstverst&#228;ndnis kompromisslos durchzusetzen und hat &#252;ber die Jahrtausendwende aus dem WorldWideWeb ein ChinaWideWeb <a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~EC07B88B2271D4A37A369C0E0B8F5B379~ATpl~Ecommon~Scontent.html">geschaffen</a>, dass den romantischen Vorstellungen von Weltb&#252;rgertum nachhaltig widerspricht. Was dem ‚westeurop&#228;isch’ sozialisierten Internetnutzer und vor allem Medienb&#252;rger im 21. Jahrhundert als Absurdit&#228;t und Ausdruck von Unrecht erscheinen mag, ist aus chinesischer Perspektive die erfolgreich implementierte <strong>Konvergenz zwischen totalit&#228;ren Strukturen und Wirtschaftsliberalit&#228;t</strong>, flankiert durch jeweilige Sicherheitsvorkehrungen, die unerw&#252;nschte Effekte zu vermeiden suchen. Letztlich m&#252;ssen bei allem Befremden jedoch auch die kulturellen Aspekte dieser offensichtlichen Gegens&#228;tzlichkeit in dem Verst&#228;ndnis von Kommunikationsfreiheiten ber&#252;cksichtigt werden. Was f&#252;r die eine Gesellschaft eine Selbstverst&#228;ndlichkeit und &#220;berzeugung freier Entfaltungsm&#246;glichkeiten wie auch Schutz ist, muss nicht zwangsl&#228;ufig auch f&#252;r andere Kulturen und deren Gesellschaften gelten.</p>
<p>Diese Form der <strong>Ex-Ante-Regulierung</strong> erm&#246;glicht es jedoch – wenngleich mit hohem Aufwand – f&#252;r einen Rahmen zu sorgen, der der dort g&#252;ltigen Rechtsordnung entspricht. <strong>Ex-Post-Regulierungen</strong>, wie sie in der Europ&#228;ischen Union heuer en Vogue erscheinen, hinterlassen dagegen einen politisch-rechtlichen Flickenteppich, der angesichts der Bedeutung des  &#8211; sich immer noch in der Entfaltung befindlichen &#8211; Internets weiten Teilen des Alltags massiv widerspricht. Das aktuelle Regulierungsparadigma der EU und seiner Mitgliedsstaaten kommt einer Reservats-Politik gleich, die gemessen am selber zugeschriebenen Zivilisationsgrad westlicher Demokratien nur schwer nachvollziehbar ist. So liegt es nahe, auch und vor allem im Sinne des Kultur- und Kommunikationsraumes Europ&#228;ische Union, eine Adaption und Abstrahierung des (VR-) chinesischen Weges auf Basis europ&#228;ischer Vertr&#228;ge wie der <a href="http://www.europarl.europa.eu/charter/pdf/text_de.pdf">EU-Grundrechte-Charta</a> und dem <a href="http://europa.eu/lisbon_treaty/index_de.htm">Vertrag von Lissabon</a> zu pr&#252;fen. Nur auf diese Weise kann <strong>dem Grenzen ignorierenden Internet</strong> als erster Schritt ad&#228;quat begegnet werden.</p>
<p>Ein <strong>EuropeanWideWeb</strong> (und in Folge um weitere Grundrechtskonstrukte optional zu erweitern) verst&#246;&#223;t auf diese Weise gegen <em>keine</em> Grundrechtspositionen <em>keines</em> EU-Mitgliedstaates, es sch&#252;tzt sie sogar! Zudem bietet es die <strong>historische Chance, Vertrauen in europ&#228;ische Politik abseits einzelstaatlichen &#220;berwachungswahns und un&#252;bersichtlicher Regulierung zu entwickeln</strong>. Angesichts der Grundauffassung, dass westliche Demokratien &#252;ber einen Wertekonsens verf&#252;gen, der anderen auf dieser Welt zum Teil und offensichtlich andauernd gegen&#252;bersteht und dass das Internet heute jeden mit allem verbinden kann, &#246;ffnet dieses Modell grunds&#228;tzlicher Auseinandersetzung den Raum. Es verlangt dazu unabdingbar nach einer Form der Verantwortung, die nur erwachsenen wie umsichtigen und unabh&#228;ngigen Institutionen zugesprochen werden kann.</p>
<p>Der <a href="http://www.hallohund.de/hunde-basics/ernaehrung/welpe-junghund/174116/welpenschutz-geruecht-oder-tatsache">Welpenschutz</a> des WWW ist abgelaufen.<br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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			</a>
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<p><small>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=8427&amp;md5=6968f44644550ab1ec8bb9e66e1f1fa7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Internetzensur: Missbrauch des Missbrauchs</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 16:40:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Leisegang</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ursula von der Leyen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ursula von der Leyen macht mit der populistischen Debatte um Kinderpornographie nicht nur Wahlkampf mit einem au&#223;erordentlich sensiblen Thema. Sie bereitet unter diesem Vorwand eine Zensur-Infrastruktur f&#252;r das Internet vor. Die Folge sind erhebliche „Kollateralsch&#228;den" f&#252;r Demokratie und Grundrechte in diesem Land.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Keine Frage: Ein <strong>konsequentes Vorgehen gegen Kinderpornographie</strong> ist l&#228;ngst &#252;berf&#228;llig. Jedoch ist die Blockade von Webseiten ein denkbar unzweckm&#228;&#223;iger und vor allem unverh&#228;ltnism&#228;&#223;iger Ansatz. Nicht nur l&#228;sst der Vorsto&#223; der Ministerin eine politische Gesamtstrategie vermissen. Statt auf die verbotenen Inhalte direkt zuzugreifen, ist lediglich vorgesehen, die Zugangsstra&#223;e zu sperren. P&#228;dophile werden auf diese Weise aber nicht von ihren Taten abgehalten und Kinder vor Missbrauch nicht gesch&#252;tzt.</p>
<p>Dar&#252;ber hinaus bewegt sich die Bundesregierung mit der Einf&#252;hrung einer <strong>Zensur-Infrastruktur im Internet</strong> <strong>au&#223;erhalb verfassungsrechtlicher Grenzen</strong>. Ausgerechnet das Bundeskriminalamt (BKA) operiert fortan – ohne jegliche Kontrolle – als oberster Web-Zensor. Damit aber drohen die derzeitigen Pl&#228;ne der Zensur beliebiger Online-Inhalte T&#252;r und Tor zu &#246;ffnen.</p>
<p><strong>Grundrechte beiseite gewischt</strong></p>
<p>Die Internetblockaden schr&#228;nken die in Art. 5 GG gesicherte Informations- und Rezipientenfreiheit massiv ein und ber&#252;hren zudem das Fernmeldegeheimnis (Art. 10 GG). Eine Sperrung von Webseiten ist rechtlich allein als <strong>Ultima Ratio</strong> vorgesehen und daher nur in wenigen begr&#252;ndeten Ausnahmef&#228;llen gestattet. Die Bundesregierung aber plant in Zusammenarbeit mit dem BKA, mehrere tausend Webadressen zu zensieren. Diese grundrechtlichen Bedenken wischt das Bundesinnenministerium kurzerhand beiseite. So sei das Fernmeldegeheimnisses von den Zensurma&#223;nahmen nicht betroffen, da es beim Internetsurfen nur zu <strong>Kommunikationsprozessen</strong> komme, „die dem Bereich der Massenkommunikation, wie etwa der Abruf von &#246;ffentlich zug&#228;nglichen Webseiten“, zufallen. Diese aber fielen „nicht unter den Schutzbereich des Art. 10 GG“. Schlie&#223;lich sei das Aufrufen einer Website keine Individualkommunikation zwischen zwei oder mehr Personen; stattdessen komme es „lediglich zu einem Abruf von an die Allgemeinheit gerichteten Informationen.“</p>
<p>Eine gewagte Interpretation, die nicht nur ein weiteres Mal offenbart, <strong>wie leichtfertig die Bundesregierung bestehende Grundrechte ignoriert bzw. auszuhebeln versucht</strong>. Zudem wird deutlich, wie l&#252;ckenhaft noch immer das Wissen um die Neuen Medien bei den vermeintlich Sachverst&#228;ndigen ist. Denn das Internet ist weniger ein Raum der Massenkommunikation, als vielmehr eine Sph&#228;re, in der Nutzer – statt einfach nur Informationen abzurufen – auf unz&#228;hligen Webseiten interagieren und in selbstverwalteten Netzwerken kommunizieren.</p>
<p><strong>Wer &#252;berwacht die &#220;berwacher?</strong></p>
<p>Nicht zuletzt haben die geheimen Filtersysteme ein enormes Missbrauchspotential zur Folge – erst recht, wenn weder Privatpersonen noch Verbrauchersch&#252;tzer oder Journalisten die Rechtm&#228;&#223;igkeit einer Sperrung &#252;berpr&#252;fen d&#252;rfen. Selbst das Minimum an demokratischer Gewaltenteilung, eine <strong>Pr&#252;fung der Zensurma&#223;nahmen</strong> durch die Judikative, ist <strong>nicht vorgesehen</strong>. Das BKA, das bereits auf dem besten Weg ist, zum deutschen FBI zu werden, w&#228;re damit befugt, die Zensur jederzeit auf beliebige weitere Webseiten auszuweiten. Wenn aber die Beh&#246;rde vollkommen freie Hand bei der Erstellung und Verwaltung der Zensurlisten erh&#228;lt, wer &#252;berwacht dann die W&#228;chter?</p>
<p>Was den Kritikern zu bleiben scheint, ist die <strong>Bekanntmachung der geheim gehaltenen Sperrlisten</strong>. Dies ist durchaus eine ambivalente Angelegenheit. Auf der einen Seite werden damit Links zu verbotenen Inhalten bekannt, und Kinderschutzgruppen mahnen zu Recht, dass P&#228;dophile auf diese Weise Zugang zu Suchkatalogen erhielten. Auf der anderen Seite kann das <strong>demokratiefeindliche Zensurverhalten der Regierungen</strong> erst dann &#246;ffentlich diskutiert und kritisiert werden, wenn die unter Verschluss gehaltenen Listen bekannt sind.</p>
<p>Statt die berechtigten Zweifel der B&#252;rgerrechtler ernst zu nehmen, geht die Bundesrepublik repressiv dagegen vor, wenn diese die <strong>fragw&#252;rdigen Ziele der Blockaden</strong> aufdecken. Mitte M&#228;rz ver&#246;ffentlichte <a href="http://Wikileaks.org">Wikileaks.org</a> nicht&#246;ffentliche Zensurlisten der Australian Communications and Media Authority. Daraufhin kam es auch zu einer Hausdurchsuchung bei dem Inhaber der deutschen Domain. Dieser wurde verd&#228;chtigt, kinderpornographische Schriften verbreitet zu haben. Ein weiterer Blogger geriet gar in das Visier der Ermittler, als er einen Link zu einem Blog setzte, das wiederum die Liste bei Wikileaks verlinkte.</p>
<p>Bislang prescht die Bundesfamilienministerin in einer <strong>populistischen Debatte</strong> offensichtlich nur deshalb voran, um mit Hilfe eines au&#223;erordentlich sensiblen Themas Wahlkampf zu machen – und eine Zensur-Infrastruktur einzurichten. Diese wird zu erheblichen „Kollateralsch&#228;den“ f&#252;hren, nicht zuletzt f&#252;r die Demokratie und die Grundrechte in diesem Land. Damit aber droht das Schicksal der missbrauchten Kinder selbst missbraucht zu werden. Zum Schutz der Opfer ist von der Leyens Rezept dagegen g&#228;nzlich ungeeignet.</p>
<p><img src="file:///Users/rml/Library/Caches/TemporaryItems/moz-screenshot.jpg" alt="" /><a href="http://www.blaetter.de/aktion.php?abo"><img style="float: left; margin-right: 10px; border: medium 1px 1px none solid solid -moz-use-text-color #cccccc #cccccc;" src="http://www.blaetter.de/images/shop/abowand.jpg" alt="Bestellen Sie ein Bl&#228;tter-Abo" width="57" height="56" /></a><em>Daniel Leisegang ist Redakteur der <a href="http://www.blaetter.de/">&#8220;Bl&#228;tter f&#252;r deutsche und internationale Politik</a>&#8220;. Dieser Text ist eine erheblich gek&#252;rzte Fassung seines Kommentars, der in der kommenden Woche in der Zeitschrift erscheinen wird. Ein Probeabonnement k&#246;nnen Sie <a href="http://www.blaetter.de/miniabo.php">hier</a> bestellen.<br />
</em></p>
<div class="box">Sehr zu empfehlen auch zu diesem Thema:</p>
<p><a href="http://www.heise.de/newsticker/Kinderporno-Sperren-Frontalangriff-auf-die-freie-Kommunikation-befuerchtet--/meldung/136485/">Kinderporno-Sperren: &#8220;Frontalangriff auf die freie Kommunikation&#8221; bef&#252;rchtet</a> (Heise Online)<br />
<a href="http://netzpolitik.org/2009/gesetzentwurf-gedanken-zur-medialen-wahrnehmung/">Gedanken zur medialen Wahrnehmung &amp; Gesetzentwurf am Mittwoch</a> (Netzpolitik.org)<br />
<a href="http://www.heise.de/newsticker/Kinderporno-Sperren-Provider-sollen-Nutzerzugriffe-loggen-duerfen--/meldung/136450/">Kinderporno-Sperren: Provider sollen Nutzerzugriffe loggen d&#252;rfen</a> (Heise Online)</div>
<p><!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/8322/internetzensur-missbrauch-des-missbrauchs/">Internetzensur: Missbrauch des Missbrauchs</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/8322/internetzensur-missbrauch-des-missbrauchs/#comments">4 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=8322&amp;md5=3465bd72902d6ad14e59f243e1e93ef0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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