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	<title>CARTA &#187; Internetdebatte</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Nachtrag zur Causa CTRL-Verlust</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 22:39:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Konflikt zwischen der FAZ und ihrem Blogger Michael Seemann hat einen Sturm der Entr&#252;stung ausgel&#246;st. Vor allem &#252;ber das Verhalten des Bloggers! Verkehrte Welt? Oder steckt dahinter eine heimliche Sehnsucht nach Autorit&#228;t? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/30e3c89b90144bff9b4cabebced51831" alt="" width="1" height="1" />Nachdem der Konflikt anfangs (und zu Recht) <a href="http://carta.info/29643/clash-der-publizistischen-kulturen-mspr0-und-faz-net/">auf <em>Carta</em></a> als „Clash der Kulturen“ interpretiert worden ist (hier freier Blogger, da Gatekeeper-Redaktion), wurde allzu schnell versucht, die Sache zu einer individuellen Verfehlung herunter zu reden &#8211; mit der widerw&#228;rtigen Folge, dass der, der fiel, auch noch getreten wurde, als er schon am Boden lag. Dies offenbart eine <strong>Sehnsucht nach Repression</strong>, die sicher nicht nur aus dem Wunsch einiger M&#246;chtegern-Journalisten resultiert, sich selbst als gnadenlose Profis zu empfehlen („Wess’ Brot ich ess’, dess’ Lied ich sing’“).</p>
<p>Der Grund f&#252;r den Rauswurf Michael Seemanns war dessen eigenm&#228;chtiges und trotziges Handeln (und nicht prim&#228;r die Verletzung der Bildrechte). Der Autorit&#228;ts-Konflikt eskalierte erst zu dem Zeitpunkt, als Seemann seinen Text abermals auf die Plattform stellte, von der ihn die Redaktion zuvor entfernt hatte.</p>
<p>Ja, ich wei&#223;, der Blogger hat angefangen. Er hat die Rechte von Fotografen verletzt. Aber lassen wir die Kirche doch mal im Dorf: Mit der Bildver&#246;ffentlichung wurde weder die Ehre/der Ruf der Fotografen gesch&#228;ndet (die <em>FAZ</em> ist schlie&#223;lich kein Gossenblatt), noch wollte oder konnte sich Michael Seemann mit der „geklauten“ Leistung eines anderen eine goldene Nase verdienen (denn sein Honorar erh&#246;hte sich durch die Verwendung der ‚kostenlosen’ Bilder um keinen Penny). „Verdienen“ konnte nur die <em>FAZ</em>, und die hat sofort und richtig erkannt, dass es hier um ihren eigenen Ruf als Urheberrechts-Verfechterin geht. Mit der Entfernung der Bilder w&#228;re die Angelegenheit also entsch&#228;rft gewesen, alles Weitere h&#228;tte eine Aussprache zwischen Blogger und Redaktion regeln k&#246;nnen.</p>
<p>Wenn nun in der nachfolgenden Kommentierung von einigen Oberwichtigtuern suggeriert wird, Seemann habe sich auf Kosten eines anderen bereichert, so spricht daraus weniger moralische Emp&#246;rung als Neid, Missgunst, Eifersucht oder Geh&#228;ssigkeit.</p>
<p>Durch die &#220;berh&#246;hung der (eher kleinen) Urheberrechtsverletzung wurde ein sehr viel wichtigeres Thema verdr&#228;ngt, n&#228;mlich <strong>die unerl&#228;ssliche Freiheit eines jeden Bloggers, in eigener Verantwortung, erlaubnisunabh&#228;ngig (und nur begrenzt von Art.5, Abs.2 Grundgesetz) eigene Texte ver&#246;ffentlichen zu k&#246;nnen</strong>. Woher kommt diese pl&#246;tzliche Unterw&#252;rfigkeit unter die Vorgaben einer altehrw&#252;rdigen Redaktion? Woher kommt der pl&#246;tzliche Kniefall vor den im Abmahnunwesen geltenden, absurd &#252;berzogenen Streitwerten bei Urheberrechtsverletzungen in einfach gelagerten F&#228;llen?</p>
<p>Im Ernstfall h&#228;tte die <em>FAZ</em> (die mit den von ihr eingeladenen Bloggern ja einen gewissen Zweck verfolgt und somit der Verbreiterhaftung unterliegt) eine Entsch&#228;digung an den Fotografen gezahlt, f&#252;r k&#252;nftige Zeiten Besserung gelobt (bzw. Unterlassungserkl&#228;rungen unterschrieben) und dann die notwendigen Schritte eingeleitet, damit solche Fehler nicht wieder passieren. Niemand h&#228;tte der <em>FAZ</em> einen Strick daraus gedreht.</p>
<p>Die pragmatische Betrachtung des Falls reichte einigen Kritikern aber nicht aus. Sie wollten Blut sehen und verh&#246;hnten Seemanns freche Art, sich gegen die autorit&#228;re Ma&#223;nahme der Redaktion offen zur Wehr zu setzen, wahlweise als bl&#246;d oder naiv. Da habe wohl einer „die journalistischen Spielregeln“ nicht begriffen.</p>
<p>Obwohl das Publizieren interessanter (auch interner) Vorg&#228;nge zur B&#252;rgerpflicht eines Bloggers geh&#246;rt, wurde hier sonderbarerweise die Verschwiegenheitspflicht von Angestellten zur moralischen Norm erhoben: Seemann, hie&#223; es unterschwellig, k&#246;nne noch froh sein, wenn er mit einem blauen Auge davon komme. In manchen Netz-Kommentatoren steckt eben doch ein kleiner Blogwart.</p>
<p>Vermutlich hatte der bis zu seinem <em>FAZ</em>-Engagement nichtkommerziell bloggende Seemann einfach ‚vergessen’, dass die Plattform, auf der er schrieb, eine kommerzielle ist. Und weil es (anders als zwischen freien Journalisten und ihren Auftraggebern) nur wenig Austausch zwischen der Redaktion und dem selbstst&#228;ndig Beitr&#228;ge einstellenden Blogger gab, ist sein Beharren auf Text-Autonomie verst&#228;ndlich. <strong>Was man ihm und anderen Medien-Verzierungs-Bloggern allenfalls vorwerfen kann, ist der Kinderglaube, dass die unterschiedlichen Ver&#246;ffentlichungs-Kulturen so einfach unter einen Hut zu bringen w&#228;ren. </strong>&#8220;Es gibt&#8221;, so Adorno/<a href="http://lyrics.wikia.com/Rainald_Grebe:Es_Gibt_Kein_Richtiges_Leben_Im_Falschen">Grebe</a>, &#8220;kein richtiges Leben im falschen.&#8221;</p>
<p>Zwei Tage vor dem kulturellen Clash schrieb Seemann einen bezeichnenden <a href="http://mspr0.de/?p=1453">Eintrag</a> in sein Online-Tagebuch: „Ich hasse T&#252;rsteher. Ich hasse die Situation so abgrundtief, dass ich innerlich Gewaltphantasien entwickle. Ich hasse es, wenn mir andere Menschen vorschreiben k&#246;nnen, so oder so zu sein, dass ich mich anpassen muss und absurden Ma&#223;st&#228;ben gen&#252;gen muss&#8230; um irgendwo willkommen zu sein&#8230; <strong>Ich kann mir nicht mehr vorstellen, in einer Firma zu arbeiten, denn sofort verliert man die Deutungshoheit &#252;ber sein eigenes Tun</strong>.“</p>
<p>Dass er, der Anarcho-Blogger, diese Selbst-Erkenntnis nicht beherzigt hat, kann man ihm vorwerfen. Nicht vorwerfen kann man ihm seine Auflehnung gegen die T&#252;rsteher.
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<a href="http://carta.info/29893/es-gibt-kein-richtiges-leben-im-falschen-nachtrag-zur-causa-ctrl-verlust/">Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Nachtrag zur Causa CTRL-Verlust</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/29893/es-gibt-kein-richtiges-leben-im-falschen-nachtrag-zur-causa-ctrl-verlust/#comments">64 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=29893&amp;md5=e030047db853f668bd5e014a39ecf31b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Schirrmacher hat leider Shirky &#252;bersehen</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 11:00:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Clay Shirky]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Schirrmacher]]></category>
		<category><![CDATA[Internetdebatte]]></category>
		<category><![CDATA[Payback]]></category>

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		<description><![CDATA[Das F.A.Z.-Feuilleton druckt heute bekanntlich Teile der Online-Debatte von Edge.org aus. Eine der interessantesten Antworten fehlt in der Auswahl - die von Clay Shirky.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das F.A.Z.-Feuilleton <a href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EF39C4EB71CB548BCBA2043AC21BC8B1C~ATpl~Ecommon~Sspezial.html">druckt</a> heute bekanntlich Teile der Online-Debatte von Edge.org in deutscher &#220;bersetzung aus. Wir gehen &#252;ber Frank Schirrmachers <a href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EF39C4EB71CB548BCBA2043AC21BC8B1C~ATpl~Ecommon~Sspezial.html">Verwechslung</a> von Internet- und Mediendebatte hierzulande mal locker hinweg &#8211; mit dem Hinweis, dass in seiner Auswahl leider einer der interessantesten Autoren fehlt &#8211; <a href="http://leanderwattig.de/index.php/tag/clay-shirky/">Clay Shirky</a>. <a href="http://www.edge.org/q2010/q10_1.html#shirky">Shirky</a> macht furios deutlich, wie das Ende der Knappheit &#8220;freaks people out&#8221;, weil sie sich an die neuen kollaborativen Methoden des Wissenserzeugung gew&#246;hnen m&#252;ssen. <a href="http://www.edge.org/q2010/q10_1.html#shirky">Shirkys Text</a> liest sich wie einen Appell an den <a href="http://carta.info/20883/payback-frank-schirrmacher/">Payback</a>-Autor.</p>
<blockquote><p>Unfortunately for us, though, the intellectual fate of our historical generation is unlikely to matter much in the long haul. It is our misfortune to live through the largest increase in expressive capability in the history of the human race, a misfortune because surplus always breaks more things than scarcity. Scarcity means valuable things become more valuable, a conceptually easy change to integrate. Surplus, on the other hand, means previously valuable things stop being valuable, which freaks people out.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>As we know from arXiv.org, the 20th century model of publishing is inadequate to the kind of sharing possible today. As we know from Wikipedia, post-hoc peer review can support astonishing creations of shared value. As we know from the search for Mersenne Primes, whole branches of mathematical exploration are now best taken on by groups. As we know from Open Source efforts like Linux, collaboration between loosely joined parties can work at scales and over timeframes previously unimagined. As we know from NASA clickworkers, groups of amateurs can sometimes replace single experts. As we know from Patients Like Me, patient involvement accelerates medical research. And so on.</p></blockquote>
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<a href="http://carta.info/21261/schirrmacher-hat-leider-shirky-uebersehen/">Schirrmacher hat leider Shirky &#252;bersehen</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/21261/schirrmacher-hat-leider-shirky-uebersehen/#comments">12 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=21261&amp;md5=8ee106e53b613bfd8c5acde3b74a308b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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