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	<title>CARTA &#187; Internet</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Runter vom Hochsitz &#8211; F&#252;nf Jahre Nachtkritik im Netz</title>
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		<pubDate>Sat, 19 May 2012 10:54:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Pilz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<description><![CDATA[Nachtkritik.de, das erste unabh&#228;ngige und &#252;berregionale Theaterfeuilleton im Netz, feiert seinen f&#252;nften Geburtstag. Einige Anmerkungen zum nicht ganz spannungsfreien Verh&#228;ltnis von Theater und Internet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt kein Zur&#252;ck. Das immerhin l&#228;sst sich festhalten. Seit f&#252;nf Jahren ist <em><a href="http://nachtkritik.de/">nachtkritik.de</a></em> online. <em>nachtkritik.de</em> hei&#223;t: Theaterkritik im Internet. Hei&#223;t also: Kritik im Netz, Journalismus online geht. Dennoch bleiben Fragen, nat&#252;rlich.</p>
<p>Die Idee eines &#252;berregionalen, unabh&#228;ngigen Theaterfeuilletons war schnell da. Aber wir wussten damals auch noch nicht, was es hei&#223;t, mit der Theaterkritik ins Internet zu ziehen. Es gab so etwas zuvor ja nicht.</p>
<p>Am Online-Tag eins, am 4. Mai 2007, erschien auf <em>nachtkritik.de</em> ein Text von Robin Detje, Theaterkritiker f&#252;r Print einst, &#220;bersetzer und Performer inzwischen. Es war ein <a href="http://nachtkritik.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=145:grusswort-zum-umzug&amp;catid=101:debatte&amp;Itemid=84">Gru&#223;wort zum Umzug</a>. Der letzte Satz lautet: &#8220;Wer sich nicht ver&#228;ndern will, soll jedenfalls lieber gar nicht erst umziehen.&#8221;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Gegenverkehr in der Einbahnstra&#223;e </strong></em></p>
<p><strong> </strong>Wir wollten ver&#228;ndern, uns und die Theaterkritik, wir wollten uns selbst &#252;berraschen, ohne Fertigrezepte f&#252;r die gro&#223;e andere Kritik in der Tasche zu haben. Aber wir wollten, <a href="http://nachtkritik.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=5341:-vortrag-ueber-nachtkritikde-und-theaterkritik-im-netz-vor-dem-kuenstlerischen-ausschuss-des-buehnenvereins-in-hamburg&amp;catid=595:in-eigener-sache&amp;Itemid=100077">sagten wir</a> damals, die &#8220;Einbahnstra&#223;e der Kritik f&#252;r den Gegenverkehr&#8221; &#246;ffnen, wollten runter vom Richterstuhl, dem Hochsitz der Besserwisserei, weil das uns nicht mehr der passende Ort schien, um Kritik zu betreiben. Die Nachtkritik stellten und stellen wir uns immer noch vor als erste professionelle Stimme, die ein Gespr&#228;ch anbahnt. Das Gutsherrentum hielten wir in theaterkritischen Belangen f&#252;r &#252;berholt, also langweilig, unergiebig, den Glauben an Fertigrezepte auch. Aber wir wollten keineswegs die kritischen Anspr&#252;che aufgeben, sie selber jedoch &#252;berpr&#252;fen. Also auch uns in Frage stellen lassen, zum Beispiel durch die Leser und ihre Kommentare.</p>
<p>Zu den Kommentaren sp&#228;ter. Vorher eine kurze Inventur. Die &#228;u&#223;eren Fakten sind schnell erz&#228;hlt. <em>nachtkritik.de</em> ist auch <a href="http://nachtkritik.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=3172&amp;Itemid=19">klickm&#228;&#223;ig</a> sehr erfolgreich, knapp 200.000 Besuche im Monat, stetig wachsende Zugriffszahlen. Aber das allein sagt noch nicht viel, au&#223;er: <em>nachtkritik.de</em> hat mehr Leser als alle anderen Fachmedien zusammen. Es ist dennoch nach wie vor ein Zuschussgesch&#228;ft, weil Werbung allein bislang die Kosten nicht deckt. Die Seite verschl&#252;sseln und Abos verkaufen m&#246;chten wir nicht, weil wir glauben, das Internet hat es als offener Ort besser. Es lohnt sich, ihn zu gestalten, statt dem Wildwuchs zu &#252;berlassen oder die Inhalte wegzusperren.</p>
<p>Von hier ab wird es kompliziert. Allein: das Internet und der Journalismus. Es gibt sie noch, die Leute, f&#252;r die das Internet blo&#223;e Rumpelkammer ist, Abstellfl&#228;che f&#252;r das, was in Zeitung, Radio, Fernsehen keinen Platz findet, oder blo&#223;e Plattform f&#252;r Hobbykritiker. F&#252;r die im Netz zu publizieren respektive zu lesen einer Niederlage gleichkommt. F&#252;r die es hier um einen Glaubenskrieg geht, neue gegen alte Medien, richtiger Journalismus gegen falschen, Shitstorm gegen Seriosit&#228;t. F&#252;r die das Netz nur aus anonymen Nestbeschmutzern besteht, einem Sammelbecken f&#252;r Mob und Mobbing. Die das Medium schon f&#252;r die Botschaft halten. Sie werden weniger.</p>
<p>Das Internet l&#228;sst sich genauso wenig abschalten wie die Erfindung des Papiers zur&#252;cknehmen, obwohl es Gr&#252;nde g&#228;be, das zu w&#252;nschen &#8211; es gibt so viel Unsinn auf Papier, so viel Schmutz und Schmuddel, nicht nur in BILD &amp; Co., auch dort, wo man sich qualit&#228;tsm&#228;&#223;ig auf der sicheren Seite w&#228;hnt. Es kommt eben immer und &#252;berall darauf an, was mit Medien gemacht wird. So einfach ist das.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Die Sache mit den Argumenten </strong></em></p>
<p><strong> </strong>So einfach ist es nat&#252;rlich nicht. K&#252;rzlich hat eine Zeitung, die sich unbedingt in der Kategorie Qualit&#228;tsjournalismus einsortiert sehen will, die <em>S&#252;ddeutsche</em>, ein israelkritisches Gedicht eines deutschen Nobelpreistr&#228;gers gebracht, das ein anderes Blatt mit nicht minderem Qualit&#228;tsanspruch, <em>Die Zeit</em>, keinesfalls drucken wollte, weil: zu schlecht, zu sehr Stammtisch. Dort hielt man die erwartbare Emp&#246;rung f&#252;r notwendig, hier f&#252;r irref&#252;hrend, wenn nicht sch&#228;dlich. Ein Konsens wurde in der Debatte hernach nicht gefunden.</p>
<p>Daran ist nicht das Papier schuld, nicht die Kommentarflut zu den jeweiligen Texten im Netz (man lese die Foren auf <em>sueddeutsche.de</em> und <em>zeit.de</em>!, was da alles steht!, oh weh). Vielmehr ist dies ein weiteres Lehrbeispiel daf&#252;r, dass es keinen in Stein gemei&#223;elten Kriterienkatalog gibt, an dem sich ablesen lie&#223;e, was und wo Qualit&#228;t ist. Es entscheidet sich mit jedem einzelnen Text wieder neu. Mit jedem, &#252;berall. Nicht deshalb, weil ein Text, sagen wir, in der <em>Zeit</em> erscheint, ist es ein guter Text, nicht der Ort des Erscheinens entscheidet dar&#252;ber, sondern der Text.</p>
<p>Das zum Beispiel hat sich in den Presseb&#252;ros der Theater noch nicht herumgesprochen; ich kenne keinen Pressespiegel, der nicht die positive Kritik aus der <em>Zeit</em> immer vor die aus der, zum Beispiel, <em>Lausitzer Rundschau </em>heftet. Die Markengl&#228;ubigkeit ist enorm, das Leseverm&#246;gen gering ausgebildet.</p>
<p>Es gilt hier offenbar, was auch sonst gilt: Argumente allein &#252;berzeugen kaum. Man kann das beklagen – es ist beklagenswert! –, aber man muss zur Kenntnis nehmen, dass alle Debatten, gerade im Theaterbetrieb, macht- und oft genug filzgesteuert sind. Das schadet, auf lange Sicht, allen Beteiligten.</p>
<p>Die derzeit wieder mit Heftigkeit gef&#252;hrte Diskussion &#252;ber Anonymit&#228;t im Netz hat damit durchaus zu tun: mit der Frage, wer warum sprechen darf und soll. Seit f&#252;nf Jahren gibt es nachtkritik.de auch deshalb, weil wir uns mit dieser Frage besch&#228;ftigen. Weil wir meinen, dass dies eine entscheidende Frage ist: Wer soll wann und warum &#252;ber Theater sprechen d&#252;rfen? Und wie? Ja doch, diese Frage stellt sich auch ohne Internet, aber mit dem Netz wird sie un&#252;berh&#246;rbar.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Die Sache mit der Form </strong></em></p>
<p><strong> </strong>Damit sind wir bei der Frage nach der Form. Tobi M&#252;ller, Theaterkritiker, Juror, hat j&#252;ngst beklagt (<a href="http://nachtkritik.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=5992:zur-krise-der-theaterkritik-ein-vortrag-fuer-die-denkwerkstatt-an-der-zuercher-hochschule-der-kuenste-&amp;catid=101:debatte&amp;Itemid=84">hier</a> und <a href="http://www.berliner-zeitung.de/kultur/online-kritik-pop-und-theaterkritik-in-zeiten-des-internets,10809150,15025284.html">hier</a>), journalistisch h&#228;nge die Kritik im Netz noch immer am Tropf der alten Tante Zeitung. Auf <em>nachtkritik.de</em> zum Beispiel seien die meisten Texte so geschrieben, dass sie im Print erscheinen k&#246;nnten. Stimmt. Fast alle <em>nachtkritik</em>-Autoren arbeiten auch f&#252;r Tageszeitungen. Aber das ist nicht das Problem.</p>
<p>Kritik hei&#223;t hier wie dort, etwas unterscheiden, Differenzen erkennen und beschreiben k&#246;nnen. Es hei&#223;t, Unterschiede zu erwarten, auch Unterschiede von der eigenen Erwartung, vom eigenen vermeintlichen Bescheidwissen. Das ist keine Frage des Publikationsortes, sondern der Haltung.</p>
<p>Die Kritik, sagt Tobi M&#252;ller, k&#246;nne aber der Kunst keine Antworten mehr geben. Konnte sie es je? Sollte sie es k&#246;nnen? Sie sollte ins Gespr&#228;ch mit ihr kommen k&#246;nnen. Sie kann das in vielerlei Weise, zum Beispiel auch &#8220;ungesch&#252;tzter, offener, dialogischer, experimenteller&#8221; als bislang (M&#252;ller). Oder vorsichtiger, n&#252;chterner, gesch&#252;tzter. So oder so will das Recht auf Irrtum erarbeitet sein, kann Kritik nur genannt werden, was mehr ist als Urteils- oder Wissensverk&#252;ndigung.</p>
<p>Als <em>nachtkritik.de</em> startete, meinten wir, das Dialogische, das Experimentelle w&#252;rde zunehmen in Texten, die &#252;ber Nacht entstehen; wir hielten das f&#252;r w&#252;nschenswert. Es nahm nicht zu. Denn <em>nachtkritik.de</em> ist ein <a href="http://nachtkritik.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=121&amp;Itemid=100080">Autorenprojekt</a>. Es schreiben von Bremen bis Basel, von Greifswald bis Graz sehr verschiedene Kritiker sehr verschieden. Die Vielfalt ist gr&#246;&#223;er als offline, das immerhin. Manche schreiben, wenn sie auf <em>nachtkritik.de</em> schreiben, vorsichtiger, weil sie wissen: Es gibt den Gegenverkehr, die Nachfragen und Gegenargumente; manche schreiben auch ungesch&#252;tzter, im Wissen darum, der eigene Text ist nur eine erste Stimme.</p>
<p>Die Abl&#228;ufe sind jedoch immer identisch: Alles wird von der Redaktion redigiert, nichts erscheint einfach so. Aber es wird eben &#252;ber Nacht geschrieben. Den Leser einer Kritik interessiert das nicht, warum auch, zumal alle Texte im offenen <a href="http://nachtkritik.de/index.php?option=com_alphacontent&amp;view=alphacontent&amp;Itemid=106">Archiv</a> bleiben. Dass Texte schlechter sind, weil sie n&#228;chtens geschrieben werden, glauben ohnehin nur die, die glauben, dass automatisch besser wird, was lange w&#228;hrt. Das kann allerdings nur glauben, wer auch glaubt, dass Kritik nicht nur genau in den Beschreibungen und Argumenten sein sollte, sondern auch abschlie&#223;end im Urteil.</p>
<p>Diesen Glauben hat <em>nachtkritik.de</em>, siehe oben, aufgegeben. Dennoch k&#246;nnten die Texte offener, dialogischer, vielf&#228;ltiger sein. Aber nicht, weil die Kritik im Netz steht, sondern weil das Theater vielf&#228;ltig ist – dass man &#252;ber alles in der immergleichen Weise und mit der immergleichen Vormeinung schreibt, steht generell unter dem Verdacht der Holzk&#246;pfigkeit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Die Sache mit den Kommentaren </strong></em></p>
<p><strong> </strong>Jetzt zum heikelsten Thema: den Kommentaren. Hat <em>nachtkritik.de</em> die Schleusen f&#252;r den Shitstorm ge&#246;ffnet? Braucht es das &#252;berhaupt, Kommentare? Es braucht sie, wenn man die Leser nicht als Abf&#252;llbeh&#228;lter f&#252;r Texte, sondern als Gegen&#252;ber, potentiellen Gespr&#228;chsteilnehmer betrachtet. Wenn man sie nicht als Sch&#252;ler sieht, die zu unterrichten sind. Wenn man glaubt, von allen etwas lernen zu k&#246;nnen.</p>
<p>Ich habe zwei Beobachtungen gemacht. Erstens: Dass Journalismus nicht mehr nur bedeutet, der vermeintliche Fachmensch X teilt dem Leser Y mit, wie er Z zu bewerten hat, dass also die festgeschriebenen Kompetenzhierarchien schwinden, erlebt die Medien&#246;ffentlichkeit als Schock. Die Hierarchien m&#252;ssen sehr zementiert, die Angst vor dem Leser (oder die Verachtung gar?) muss gro&#223; sein; das ist wahrscheinlich mehr als die Angst vor Machtverlust, es ist die Angst davor, der Hochstapelei oder Irrelevanz &#252;berf&#252;hrt zu werden.</p>
<p>Auch hier gilt eben: Ein Urteil &#252;berzeugt nicht einfach deshalb, weil es aus einer bestimmten Hierarchie heraus, von einem bestimmten Ort aus gesprochen wird; es kann nur aus sich selbst heraus &#252;berzeugen. Das ist es, was das Vorhandensein von Kommentaren, die &#214;ffnung f&#252;r den Gegenverkehr im Journalismus idealerweise bedeutet. Dass mehr und andere am Argumente-Tausch beteiligt sein sollen, m&#252;ssen daher alle als Skandalon erfahren, die st&#228;rker auf Hierarchien statt auf Argumente vertrauen.</p>
<p>Es gibt – unter einem Teil der Leserschaft – wohl vor allem deshalb eine geradezu neurotische Fixierung auf die Kommentare bei <em>nachtkritik.de</em>, weil sie von diesem Skandalgeruch umgeben sind: Sie stellen &#252;berkommene Deutungsstrategien in Frage. Dass die in den Threads ge&#228;u&#223;erten Meinungen dabei zuweilen eins zu eins f&#252;r die Meinung der Redaktion von <em>nachtkritik.de</em> gehalten wird, l&#228;sst sich noch in der Abteilung Absurdes abbuchen. Dass aber ausgerechnet in Theaterkreisen derart viele dem Volk am liebsten das Maul zusperren wollen, um am Hofe unter sich bleiben zu k&#246;nnen – das ist verr&#228;terisch.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Das mit der Anonymit&#228;t </strong></em></p>
<p><strong> </strong>Die Aufregung um die Kommentare hat ja damit zu tun, dass in ihnen keineswegs immer, aber <em>auch</em> so gesprochen wird, als s&#228;&#223;e man in der Kantine, oder &#228;rger, am K&#252;chentisch. Wir haben deshalb von Anfang an jeden Kommentar gelesen und im Zweifelsfall, in F&#228;llen der Beleidigung, blo&#223;en Ger&#252;chtemacherei, Verleumdung oder Unterstellung, nicht ver&#246;ffentlicht, und &#252;ber die Jahre die Ver&#246;ffentlichungsschwelle angehoben, anheben m&#252;ssen. Wir betreiben klassisches Gate-Keeping. Ohne geht es nicht, ohne verl&#246;re sich das Gespr&#228;ch allzu oft entweder in Geplauder oder Geschimpfe. Jeder Dialog muss gestaltet werden, auch dieser.</p>
<p>Aber muss er mit anonymen Beteiligten gef&#252;hrt werden? Das ist die Standarderwiderung. Wie oft, wurde mir h&#228;ufig erz&#228;hlt, s&#228;&#223;en da Schauspieler deprimiert in der Kantine, weil jemand in den Kommentaren geschrieben habe: kein guter Schauspieler. Und was ist besser oder anders, k&#246;nnte man fragen, wenn ich unter meinem Namen schreibe: kein guter Schauspieler. Dann stehe eben ein Name drunter, dann wisse man schon Bescheid: der Pilz wieder. Es ist sehr leicht und geschieht sehr schnell, dass &#252;berh&#246;rt wird, was man sagt, wenn es einem Namen zugeordnet werden kann. Das ist hilfreich, weil es die Verantwortlichkeiten kl&#228;rt (tja, der Pilz wieder); das ist es nicht unbedingt, wenn zur Sache gesprochen werden will.</p>
<p>Ohne die gesamte Debatte zur Anonymit&#228;t im Netz hier aufrollen zu k&#246;nnen – vielleicht hilft schon die Erinnerung daran, dass anonyme Autorenschaft keine Erfindung des Internets ist. Luther oder Kleist zum Beispiel: ber&#252;hmte Anonyme der Vor-Digitale, die ohne Namensnennung ihre Argumente vortrugen, weil das, was sie zu sagen hatten, nicht an ihrem Namen h&#228;ngen sollte. Und weil sie es namentlich nicht h&#228;tten sagen k&#246;nnen oder d&#252;rfen. Das ist die Chance der Anonymit&#228;t: dass das Argument z&#228;hlen m&#246;ge, dass man nicht f&#252;rchten muss, f&#252;r seine Meinung bestraft zu werden. Das ist nat&#252;rlich auch die Gefahr: dass wahl- und r&#252;cksichtslos aus der Hecke geschossen wird. Wir haben uns f&#252;r den Mittelweg entschieden: Anonymit&#228;t soll m&#246;glich sein, aber in moderiertem, m&#246;glichst liberal gehandhabtem Rahmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Und das mit der Kunst</strong></em></p>
<p><strong> </strong>Zur zweiten Beobachtung in diesem Zusammenhang: Sie hat mit Kunst zu tun, also mit dem Kerngesch&#228;ft des Theaters. Es geht, letztlich, im Gespr&#228;ch &#252;ber Theater um diese eine Frage: Kunst oder nicht? Die Wahrheit hat hierbei keinen festen Wohnsitz, sie l&#228;sst sich nicht feststellen, festschreiben, sondern nur gemeinsam sprechend, schreibend, zuh&#246;rend herausfinden. Ob etwas Kunst, ob es gut, gelungen ist, ist Sache des gemeinsamen Gespr&#228;chs. Die besten, sachdienlichen Threads auf <em>nachtkritik.de</em>, es gibt viele, handeln genau davon.</p>
<p>Dass die Wahrheit in Kunstfragen keinen festen Wohnsitz hat – das ist, meine ich, im Grunde eine Selbstverst&#228;ndlichkeit, die nur f&#252;r Markenfromme oder Hochsitzinhaber nicht gelten mag. Es ist die Grundmaxime von <em>nachtkritik.de</em>. Sie gilt f&#252;r Kritiker wie f&#252;r Leser. Kennerschaft ist eine Voraussetzung f&#252;r die Bef&#228;higung zur Kritik, aber keine hinreichende. Das blo&#223;e Auskennen ist genauso wenig ein Kennzeichen von Qualit&#228;t wie das schiere Haben einer Meinung. Man muss begr&#252;nden k&#246;nnen. Zum Begr&#252;ndungsgesch&#228;ft geh&#246;rt allerdings auch das H&#246;ren auf Einw&#228;nde, sonst ist man im autistischen Selbstgespr&#228;ch.</p>
<p>Kurz nachdem <em>nachtkritik.de</em> online gegangen war, schrieb damals <a href="http://nachtkritik.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=473&amp;Itemid=90">ein Kollege der Main-Spitze</a>: &#8220;Liebe Kollegen: Ihr &#252;bt also noch.&#8221; So ist es, wir &#252;ben noch, auch im Jahre f&#252;nf. Wir glauben allerdings, dass des &#220;bens kein Ende ist. Das immerhin haben Theater, Kritik und Journalismus gemeinsam: Wo das &#220;ben aufh&#246;rt, wird&#8217;s &#246;d. Am Ende droht der Tod aus Langeweile oder Irrelevanz.</p>
<p><em><a href="http://nachtkritik.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=6861:fuenf-jahre-nachtkritikde-eine-zwischenbilanz&amp;catid=101:debatte&amp;Itemid=84">Crosspost</a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>nachtkritik.de </em><em>wurde im Mai 2007 von den Theaterkritikern Petra Kohse, Esther Slevogt, Nikolaus Merck und Dirk Pilz sowie dem Bildenden K&#252;nstler Konrad von Homeyer gegr&#252;ndet.</em></p>
<p>&nbsp;
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		<title>„Wir sind die Angsthasen“</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 10:25:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[German Angst]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Urheber]]></category>

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		<description><![CDATA[Die tief sitzende Angst der Buchautoren vor dem Netz kritisiert Thierry Chervel in seiner Antwort auf den Aufruf „Wir sind die Urheber“. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele der Unterzeichner, so Thierry Chervel <a href="http://www.perlentaucher.de/blog/271_die_schoene_seite_der_kostenlosmentalitaet">im Perlentaucher-Blog</a>, befassen sich nicht mit dem Netz, finden es aber vorsorglich bl&#246;d &#8211; wie <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/urheberrechtsdebatte-finger-weg-von-den-buechern-11751277.html">Sibylle Lewitscharoff</a>. Diese kulturkonservative Haltung zeige sich bei linken, liberalen und konservativen Autoren gleicherma&#223;en.</p>
<blockquote><p>„Es hat mit einem <strong>tief sitzenden Widerwillen</strong> zu tun. Die wenigsten Autoren, die den Aufruf unterzeichnet haben, sind bisher dadurch aufgefallen, dass sie sich mit dem <strong>Internet auseinandergesetzt</strong> haben. In dem Aufruf dominieren die Autoren, die Jahr f&#252;r Jahr oder alle zwei Jahre ihr neues Buch bringen, die vom Betrieb in bew&#228;hrter Weise getragen, von den Zeitungen rezensiert und von den Literaturh&#228;usern eingeladen werden. Sie funktionieren nach einem Jahrzehnte alten verb&#252;rgten Modell.“</p></blockquote>
<p>Doch Chervel weist auch darauf hin, dass die meisten Autoren schon l&#228;ngst nicht mehr vom Urheberrecht leben k&#246;nnen:</p>
<blockquote><p>„Die meisten der Autoren des Aufrufs leben <strong>vom Betrieb</strong>. Der Verkauf ihrer B&#252;cher bringt ihnen allenfalls einen Anteil ihrer Einnahmen, der nur bei prominenten Autorinnen wie Charlotte Roche oder bei Daniel Kehlmann wirklich zum Eurostrom anschwillt. Meistens verkaufen die Autoren ein paar tausend Exemplare ihres neuen Buchs und leben von<strong> Stipendien</strong>, <strong>Preisen</strong> und <strong>Lesungen</strong> mit 500 bis 1.000 Euro Honorar pro Abend, je nach Rang im Betrieb und Positionierung der Kritik in der <em>FAZ</em>-Beilage. In Wahrheit leben sie bereits jetzt auch von der<strong> Kulturflatrate </strong>der in Deutschland flie&#223;enden Subventionen.“</p></blockquote>
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		<title>Entwicklungsl&#228;nder d&#252;rfen nicht zu den Verlierern des ACTA-Abkommens werden</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Apr 2012 18:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dagmar Wöhrl</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ACTA war in den letzten Monaten und Wochen Top-Thema und Anlass zu gro&#223;en &#246;ffentlichen Demonstrationen. Dabei stand die Netzpolitik im Vordergrund - die sozialen und entwicklungspolitischen Perspektiven des Abkommens wurden nur am Rand wahrgenommen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hatte schon fr&#252;h <a href="http://www.dagmar-woehrl.de/standpunkt/statements/acta-ad-acta-legen-warum-ich-gegen-acta-bin/" target="_blank">meine Bedenken</a> zum Anti-Counterfeiting Trade Agreement/<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/ACTA" target="_blank">ACTA</a> (Handels&#252;bereinkommen zur Bek&#228;mpfung von Produkt- und Markenpiraterie) ge&#228;u&#223;ert und angek&#252;ndigt, ACTA nochmals hinsichtlich seiner Auswirkungen speziell f&#252;r Entwicklungsl&#228;nder zu &#252;berpr&#252;fen. Zu diesem Zweck habe ich ein Gutachten beim Wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestags in Auftrag gegeben, welches mir nun vorliegt, und meine eigene Recherche &#252;ber die potentiellen gef&#228;hrlichen Auswirkungen von ACTA auf Entwicklungsl&#228;nder best&#228;tigt hat. Ich habe auch umgehend beantragt, dass das Gutachten ver&#246;ffentlicht wird, damit Ihr auch alle Zugang zu diesen Informationen erhaltet, denn wenn man eines aus der Diskussion um ACTA lernen sollte, dann doch, dass es nicht an Transparenz mangeln darf. Sobald das Gutachten ver&#246;ffentlicht ist, werde ich Euch dar&#252;ber informieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>ACTA, Entwicklungsl&#228;nder und Netzpolitik</strong></em></p>
<p>Als Fachpolitikerin hat mich ACTA insbesondere aus der entwicklungspolitischen Perspektive interessiert, nicht nur als netzpolitisches Thema. Denn Netzpolitik ist f&#252;r mich ein Querschnittsgebiet, das nicht abgesondert von anderen politischen Feldern existiert, sondern mit fast allen Themen eng verwoben ist. Es wurde schon viel &#252;ber ACTA geschrieben und gesagt bez&#252;glich m&#246;glicher Netzsperren, die durch ACTA eingef&#252;hrt werden k&#246;nnten. Au&#223;erdem gab es Bef&#252;rchtungen, dass die Rechte von Internetnutzern zu Gunsten von Urheberrechtsinhabern einseitig eingeschr&#228;nkt werden k&#246;nnten. Ich wollte noch einmal einen Schwerpunkt auf die entwicklungspolitischen Aspekte legen.</p>
<p>Solange ACTA noch zur Debatte steht, gilt es, das h&#246;chste Ma&#223; an Transparenz hinsichtlich der tats&#228;chlichen Auswirkungen des Abkommens auf Entwicklungsl&#228;nder zu fordern. Hier gen&#252;gt es nicht, eine Entscheidung pro oder contra ACTA auf Vermutungen basierend zu treffen. Die Konsequenzen f&#252;r Entwicklungsl&#228;nder sind zu wichtig, als dass man bei dem Thema im Konjunktiv bleiben k&#246;nnte. Mir ist nat&#252;rlich klar, dass diese Unbestimmtheit auch auf dem Umstand beruht, dass ACTA lediglich einen Mindeststandard normiert. Aber nur, wenn die Bedenken hinsichtlich des politischen Drucks auf Entwicklungsl&#228;nder, der Probleme beim Transport von Generika und der Patentierung von Saatgut vollkommen widerlegt werden k&#246;nnen, w&#228;re eine Zustimmung zu ACTA f&#252;r mich m&#246;glich. Wenn diese Transparenz, Eindeutigkeit und Klarheit nicht hergestellt werden kann, darf aus entwicklungspolitischer Sicht ACTA nicht ratifiziert werden. Profit darf nicht &#252;ber Vernunft gestellt werden.</p>
<p>Versteht mich nicht falsch, es steht au&#223;er Frage, dass wir bei der Produkt- und Markenpiraterie neue Regelungen ben&#246;tigen, die zum einen den aktuellen Entwicklungen im Hinblick auf die Digitalisierung der Bev&#246;lkerung, und zum anderen der immer weiter fortschreitenden globalen Vernetzung Rechnung tragen. Aber der vorliegende Entwurf scheint mir nicht der richtige Weg zu sein, um die dringend ben&#246;tigte Rechtssicherheit und einen dauerhaften Rechtsfrieden zu erreichen.</p>
<p>Die hitzige und ideologische Debatte rund um eine Reform des Urheberrechts in Deutschland zeigt zudem, dass alle, die jetzt nach mehr Beteiligung rufen, auch bereit sein m&#252;ssen. Abstriche zu machen. Aber die Rechtsunsicherheit f&#252;r gro&#223;e Teile der Bev&#246;lkerung im Netz muss ein Ende haben. Gleichzeitig muss gekl&#228;rt werden, was im Internet legal sein soll und was nicht! Auch wenn ACTA verhindert werden kann, &#228;ndert dies nichts daran, dass wir international einen Rechtsrahmen f&#252;r die Bek&#228;mpfung der Produkt- und Markenpiraterie schaffen m&#252;ssen. Sollte ACTA scheitern, m&#252;ssen zuk&#252;nftige Abkommen zu diesem Thema auch Entwicklungsl&#228;nder und deren Bed&#252;rfnisse von Anfang an mit einbeziehen!</p>
<p>Nachstehend m&#246;chte ich detailliert auf einzelne Auswirkungen von ACTA auf Entwicklungsl&#228;nder eingehen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Beteiligung von Entwicklungsl&#228;ndern</strong></em></p>
<p>Die Entwicklungsl&#228;nder waren von den Verhandlungen weitestgehend ausgeschlossen. Auch wenn die Entwicklungsl&#228;nder zun&#228;chst nicht gezwungen sind, dem Abkommen beizutreten, und auch wenn ACTA als v&#246;lkerrechtlicher Vertrag keine Drittwirkung entfalten kann, so k&#246;nnte ACTA dennoch Auswirkungen auf Entwicklungsl&#228;nder haben. So ist zu bef&#252;rchten, dass eine ACTA-Zustimmung zuk&#252;nftig die Voraussetzung f&#252;r weitere bilaterale Freihandelsabkommen sein k&#246;nnte, und dass der allgemeine politische Handlungsspielraum von Entwicklungsl&#228;ndern eingeschr&#228;nkt sein wird, wenn sie ACTA nicht ratifizieren.</p>
<p>Der Vorwurf, ACTA sei im Geheimen und wenig transparent ausgehandelt worden, ist teilweise schwierig. Denn nat&#252;rlich werden v&#246;lkerrechtliche Vertr&#228;ge oft zun&#228;chst einmal in Expertenkreisen und in kleiner Runde diskutiert. ACTA unterscheidet sich hier nicht von anderen internationalen Vertr&#228;gen. Gerade bei v&#246;lkerrechtlichen Vertr&#228;gen erfolgt eine parlamentarische Kontrolle im Nachgang. Allerdings muss dies im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass k&#252;nftig v&#246;lkerrechtliche Vertr&#228;ge nicht transparenter gestaltet werden k&#246;nnen.<br />
Die Zeit der Hinterzimmer-Deals ist vorbei und die weltweit gro&#223;e Aufmerksamkeit f&#252;r ACTA zeigt, dass Menschen Interesse haben, sich in den politischen Prozess einzubringen und dass das Internet hier auch neue M&#246;glichkeiten bietet. Ich bin aber auch Realistin, und mir ist klar, dass die Weltbev&#246;lkerung nicht gemeinsam an einem einzigen Pad arbeiten kann und dann ein sinnvoller v&#246;lkerrechtlicher Vertrag herauskommt.</p>
<p>Gerade aber, wenn es darum geht, die Interessen aller L&#228;nder zu wahren, sollte man wenigstens versuchen, alle L&#228;nder, die von m&#246;glichen Auswirkungen betroffen sein k&#246;nnten, zu beteiligen. Es wurde auch bei den ACTA-Verhandlungen dar&#252;ber gesprochen, interessierte Entwicklungsl&#228;nder einzubinden. Allerdings wurde hiervon dann wieder abgesehen. Eine Beteiligung mag die Verhandlungen zwar schwieriger gestalten, sie kann aber auch zu dauerhafteren L&#246;sungen f&#252;hren. ACTA hat dies nicht geschafft. Im &#220;brigen fragt man sich schon, wie effektiv ein Abkommen &#252;ber Urheberrechtsverletzungen und Piraterie sein kann, wenn diejenigen L&#228;nder, in denen die meisten Verst&#246;&#223;e vorkommen, beispielsweise China und Russland, nicht in die Verhandlungen eingebunden werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Zugang zu Medikamenten</strong></em></p>
<p>Generika sind qualitativ hochwertige und vor allem wesentlich kosteng&#252;nstigere Kopien von Originalmedikamenten. Und Generika sind legal! Beispielsweise kostet aufgrund von Generika heute eine HIV/Aids-Therapie nur einen Bruchteil des Preises von vor knapp f&#252;nfzehn Jahren. In Sub-Sahara-Afrika wird nahezu der gesamte Bedarf an HIV/Aids-Medikamenten durch indische Generika gedeckt. Aber welche Auswirkungen k&#246;nnte nun ACTA haben? Wenn ACTA auf Handelsg&#252;ter im Transit angewandt wird, k&#246;nnte dies dazu f&#252;hren, dass G&#252;ter beschlagnahmt werden, obwohl sie weder im Ursprungsland noch im Zielland von den ACTA-Regeln betroffen sind (Beispiel: Generika aus Indien werden zur Kontrolle in Holland im Hafen festgehalten, obwohl sie nach Lateinamerika weiter geliefert werden sollten).</p>
<p>Unter anderem warnt Frank D&#246;rner, Gesch&#228;ftsf&#252;hrer von „&#196;rzte ohne Grenzen“, in dem Gutachten vor Lieferungsverz&#246;gerungen durch ACTA. Zollbeh&#246;rden verf&#252;gen oft nicht &#252;ber die notwendige Expertise zur Unterscheidung von Generika und F&#228;lschungen und k&#246;nnten so verd&#228;chtige Generika beschlagnahmen und lange zur Pr&#252;fung festhalten. Es ist also zu bef&#252;rchten, dass lebensnotwendige Medikamente sowie kosteng&#252;nstige und legale Generika in gro&#223;em Ma&#223;e konfisziert und vernichtet werden k&#246;nnten. Zwar ergeben sich Ma&#223;st&#228;be f&#252;r Zollkontrollen aus einschl&#228;gigem innerstaatlichem Recht und nicht direkt aus ACTA. Allerdings k&#246;nnten die Bestimmungen zu Grenzma&#223;nahmen im Abkommen zu &#196;nderungen f&#252;hren.</p>
<p>So k&#246;nnten dann beispielsweise auch gegen Dritte, unbeteiligte Parteien wie „&#196;rzte ohne Grenzen“ an den Grenzen Unterlassungsanordnungen und einstweilige Ma&#223;nahmen erlassen werden. Gerade die &#196;rmsten der Armen sind allerdings auf Generika angewiesen, da die markenrechtlich gesch&#252;tzten Medikamente f&#252;r sie bei Weitem unerschwinglich sind. Wenn ACTA hier zum Tragen k&#228;me, und dem Interesse der Pharmaindustrie mehr Beachtung geschenkt wird als dem Leiden von Millionen Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika, dann st&#252;nde eindeutig Profit &#252;ber Vernunft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Agrarpolitische Probleme</strong></em></p>
<p>St&#228;rkerer Schutz der Patentierung von Saatgut w&#228;re f&#252;r Bauern in Entwicklungsl&#228;ndern ein Existenzproblem. Patentierung st&#228;rkt oft die Dominanz weniger multinationaler Unternehmen. Die Saatgut-Unternehmen kontrollieren mit Lizenz-Systemen den internationalen Handel von „geistigem Eigentum und nat&#252;rlichen Ressourcen“. Die Lebensgrundlage der Bauern in Entwicklungsl&#228;ndern w&#252;rde wegfallen, denn sie k&#246;nnen keine Lizenzgeb&#252;hren f&#252;r patentiertes Saatgut aufbringen. Es droht die Einschr&#228;nkung des Menschenrechts auf Nahrung, kurz, die Bauern w&#252;rden aus lizenzrechtlichen Gr&#252;nden verhungern. Au&#223;erdem k&#246;nnte Entwicklungsl&#228;ndern der Marktzugang verweigert oder die Zahlung von Lizenzgeb&#252;hren erzwungen werden. Welcher Ausgleich f&#252;r die Unternehmen bzw. welche zus&#228;tzliche Hilfe f&#252;r die Entwicklungsl&#228;nder notwendig werden – auch hier&#252;ber wurde nicht gesprochen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Zusammenfassung</strong></em></p>
<p>Viele Passagen in dem Vertragswerk sind – ob bewusst oder unbewusst – unklar formuliert. Bef&#252;rworter von ACTA sehen darin die Ungef&#228;hrlichkeit des Abkommens: die Gesetzgebung obliegt immer noch dem jeweiligen Staat, und so kann und soll ACTA nur als Leitvorlage und Mindeststandard dienen. Kritiker bef&#252;rchten hingegen, dass unscharfe Formulierungen auf konkrete Bereiche ausgedehnt werden und so die Privatsph&#228;re einzelner B&#252;rger beschneiden k&#246;nnten. Es wurde auch keine verl&#228;ssliche Folgenabsch&#228;tzung der Vertragsinhalte f&#252;r Entwicklungsl&#228;nder vorgenommen. Diese Formulierungsunsch&#228;rfe ist es, die die Folgen des Abkommens schwer absch&#228;tzbar macht.<br />
Die Ratifizierung von ACTA sollte ausgesetzt und stattdessen ein Abkommen ausgearbeitet werden, bei dem alle Beteiligten – Politik, Wirtschaft , Zivilgesellschaft und eben auch Entwicklungsl&#228;nder, gemeinsam auf der Basis ihrer jeweiligen Expertise, ein nachhaltiges Abkommen entwickeln, das zu einem fairen Interessenausgleich f&#252;hrt.</p>
<p style="margin-bottom: 2em;"><em>Nachstehend eine &#220;bersicht &#252;ber die kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen von ACTA auf Entwicklungsl&#228;nder, au&#223;erdem die Argumente der ACTA-Bef&#252;rworter und meine Einsch&#228;tzung des Sachverhalts.</em></p>
<p><em> </em><a href="http://dagmar-woehrl.de/wp-content/uploads/_pdf/2012.04.24-ACTA-EL-Uebersicht.pdf" target="_blank">Download “&#220;bersicht Auswirkungen von ACTA auf Entwicklungsl&#228;nder” (PDF 60kb)</a></p>
<p><em><a href="http://www.dagmar-woehrl.de/standpunkt/statements/acta-und-entwicklungslaender/#more-4777">Crosspost von W&#246;hrldWideWeb</a></em></p>
<p style="margin-bottom: 2em;">&nbsp;</p>
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<p><small>
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		<title>Eine kurze Geschichte vom Kopieren und Kapieren</title>
		<link>http://carta.info/42588/eine-kurze-geschichte-vom-kopieren-und-kapieren/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 09:33:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Messer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[H&#228;ufig wird derzeit wieder von der “Zukunft des Urheberrechts im Internet-Zeitalter” gesprochen. Dabei geht es eigentlich nicht um das Urheberrecht oder das Internet an sich, sondern um die Kopier- und Verf&#252;gbarkeit von Daten und wie man mit den technischen M&#246;glichkeiten vern&#252;nftig umgeht; ein Thema, das die Unterhaltungsindustrie schon seit &#252;ber einem halben Jahrhundert weitgehend verschlafen hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war nur eine hom&#246;opathische Mini-Markteinf&#252;hrung damals, im Jahr 1982: Im August startete die erste Serienfertigung einer <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Linear_pulse-code_modulation" target="_blank">LPCM</a>-kodierten, digitalen Musik-CD, im Oktober die des ersten CD-Players. Noch bei der offiziellen “europaweiten Einf&#252;hrung” der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Compact_Disc" target="_blank"><em>“Compact-Disc”</em></a> am 1. M&#228;rz 1983 gab es insgesamt nur etwa 250 Musik-CD-Titel und im deutschen Einzelhandel gerade mal knapp 1000 Abspielger&#228;te &#8211; verteilt auf rund ein halbes Dutzend Modelle der CD-Erfinder <em>Philips</em> und <em>Sony</em> sowie von <em>Hitachi</em>. Von “Massenmarkt” noch keine Spur; die digitalen Tontr&#228;ger waren eine Sache f&#252;r finanzkr&#228;ftige Audiophile, denen rund 1.800 D-Mark f&#252;r einen CD-Player nicht zuviel waren.</p>
<p style="margin-bottom: 1em;">
<div id="attachment_42605" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/04/cd-bild_wikimc.jpg"><img class="size-full wp-image-42605" title="cd-bild_wikimc" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/04/cd-bild_wikimc.jpg" alt="" width="530" height="413" /></a><p class="wp-caption-text">Das erste digitale Massenmedium: Vor 30 Jahren begann die Serienproduktion von Audio-CDs (Foto: Wikimedia Commons)</p></div>
<p style="margin-bottom: 1em;">
<p>Die damals im “Deutschen High-Fidelity-Institut” (DHFI) organisierten Hersteller von Unterhaltungselektronik versprachen sich 1983 von der CD dennoch eine “Revolutionierung des Musikmarkts”. Bis 1993 sollte die neue Technologie die schwarzen Vinyl-Schallplatten und herk&#246;mmliche Plattenspieler verdr&#228;ngt haben. Tats&#228;chlich wurden bereits 1991 in Deutschland fast f&#252;nf mal so viele CD-Alben wie Langspielplatten verkauft. Die wahre Revolution war aber eine andere und ihre Wurzeln reichen noch viel weiter zur&#252;ck.</p>
<p style="margin-bottom: 1em;">
<h3>Das Digitalzeitalter ist &#228;lter als wir</h3>
<p style="margin-bottom: 0,5em;">
<p><a href="http://www.mdw.ac.at/upload/MDWeb/derton/pdf/tt01geschichte.pdf" target="_blank">Schon 1926</a>, als viele noch das Federspannwerk ihrer Schelllackplatten-best&#252;ckten Grammophone ankurbelten, wurde in den USA das erste Patent f&#252;r eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Puls-Code-Modulation" target="_blank">“PCM-Verschl&#252;sselung”</a> erteilt. Die “Puls-Code-Modulation” erlaubte das digitale Kodieren eines analogen Signals, das anschlie&#223;end ohne Qualit&#228;tsverlust kopiert werden konnte. Analoge Datenkopien degenieren dagegen mit jeder Kopiergeneration. Die digitale Technik wurde in den folgenden Jahrzehnten weiterentwickelt, bis 1962 in den USA das erste PCM-&#220;bertragungssystem in Betrieb ging und japanische Unternehmen bereits serienfertige Analog/Digital-Konverter auf PCM-Basis entwickelt hatten.<br />
Vor 50 Jahren gab es also bereits die technischen &#8211; wenn auch eher theoretischen &#8211; Voraussetzungen f&#252;r das, was heute vielfach als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Raubkopie" target="_blank">“Raubkopie</a>” bezeichnet wird: Das von der Existenz eines physischen Datentr&#228;gers unabh&#228;ngige, digitale Duplizieren von Schallereignissen, die vom Empf&#228;nger wieder in ein h&#246;rbares, analoges Signal zur&#252;ck verwandelt werden k&#246;nnen. Alles, was seither an neuen Entwicklungen dazu kam, stellte eigentlich nur eine quantitative, aber keine grundlegende qualitative Revolution dar. Vision&#228;re konnten schon nach <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/History_of_optical_recording" target="_blank">Erfindung der <em>“Laserdisc”</em> 1958</a> oder bei der Vorstellung der <em>“Videodisc</em>” 1972 ahnen, dass der Musik- und Filmmarkt der Zukunft nicht auf den tradierten Gesch&#228;ftsmodellen der Vergangenheit beruhen konnte.</p>
<p style="margin-bottom: 1em;">
<h3>Sterbehilfen ohne Todesfolge</h3>
<p style="margin-bottom: 0,5em;">
<p>Weitere Zwischenschritte auf dem Weg in die Demokratisierung des Digitalen waren die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/CD-Rekorder" target="_blank">“CD-Rekorder”</a> (erste Prototypen 1988, <em>Consumer</em>-Modelle ab 1995), mit denen jeder Besitzer aus speziellen Rohlingen und einer Original-CD selbst Audio- oder Daten-CDs herstellen konnte, die Verbreitung des Internets bzw. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/World_Wide_Web" target="_blank"><em>“World Wide Web”</em></a> und die stetig fallenden Preise f&#252;r Festplatten-Speicherplatz. Noch bis in die 1990er-Jahre schien der Musikindustrie allerdings die analoge Kopie der gr&#246;&#223;te Feind zu sein &#8211; vor allem durch den seit Ende der 1960er-Jahre andauernden Siegeszug der <em>“<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Compact_Cassette" target="_blank">Compact Cassette”</a></em>. So genannte “Leercassetten” dienten Musikkonsumenten weltweit als Standardmedium f&#252;r <a href="http://cliphead.wordpress.com/2010/04/12/sind-leer-cassetten-der-tod-der-schallplatte/" target="_blank">fast kostenlose Kopien von Songs aus dem Radio</a> oder von Schallplatten bzw. sp&#228;ter von CDs.</p>
<p>Wie beim heutigen Internet-<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Filesharing" target="_blank"><em>“Filesharing”</em></a> konnte das Ursprungsprodukt dupliziert werden, ohne es zu besch&#228;digen oder gar zu entwenden. Schon damals kursierten kopierte Cassetten in ungenehmigten, kommerziell verwerteten Massenauflagen (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bootleg" target="_blank"><em>“Bootlegs”</em></a>). Allerdings litten diese Analogkopien unter teils heftigen Qualit&#228;tseinbu&#223;en; die Ersparnis gegen&#252;ber dem Erwerb des Originalprodukts musste mit mehr oder weniger lautem Rauschen und starken Einschr&#228;nkungen von Frequenzgang und Dynamik bezahlt werden. Vermutlich war das auch einer der Gr&#252;nde, warum die <em>“Compact Cassette”</em> &#8211; allen Bef&#252;rchtungen zum Trotz &#8211; nicht zum Tod der Plattenindustrie f&#252;hrte.</p>
<p>Der h&#228;tte eigentlich schon durch eine Ende der 1980er eingef&#252;hrte neue Sterbehilfe eintreten m&#252;ssen: Das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Audio_Tape" target="_blank">“Digital Audio Tape”</a>, kurz DAT, erm&#246;glichte nicht nur die digitale Aufnahme von analogen Quellen, sondern auch die direkte und verlustfreie Aufzeichnung von digital codiertem Audio unter Umgehung eines Digital/Analog-Konverters. Das mit 44,1 kHz abgetastete PCM-Signal einer CD landete genau so auf einem Magnetband und konnte problemlos als “Master” f&#252;r eine unbegrenzte Anzahl weiterer Kopien verwendet werden. Die meisten Modelle verhinderten allerdings auf Wunsch der Musikindustrie durch eine Schutz-Software (SCMS) eine direkte Digitalkopie von einem DAT-Recorder zu einem anderen.</p>
<p style="margin-bottom: 1em;">
<div id="attachment_42596" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/04/cd-dat_WMesser.jpg"><img class="size-full wp-image-42596" title="cd-dat_WMesser" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2012/04/cd-dat_WMesser.jpg" alt="" width="530" height="263" align="aligncenter" /></a><p class="wp-caption-text">War mal eine unschlagbare Kombination f&#252;r’s digitale Kopieren von Musik: CD-Player (oben) und DAT-Recorder (unten). Foto: W. Messer </p></div>
<p style="margin-bottom: 1em;">
<p>Die anf&#228;ngliche Euphorie der Ger&#228;teindustrie verwandelte sich schnell in Ern&#252;chterung: Der “normale” Konsument sparte sich die ziemlich happige vierstellige Investition &#8211; inzwischen wohl entnervt vom st&#228;ndigen Wechsel und Wandel der Technologien und Normen sowie von den l&#228;stigen, meist unausgegorenen Kopierschutzma&#223;nahmen. Das gleiche Schicksal ereilte einige Jahre sp&#228;ter auch die digitalen, datenkomprimierten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/MiniDisc" target="_blank"><em>“Mini-Discs”</em></a> (MD, ab 1991) und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Compact_Cassette" target="_blank"><em>“Digital Compact Cassetten”</em></a> (ab 1992). DAT und MD &#252;berlebten jeweils eine Zeitlang immerhin als Quasi-Standard-Datentr&#228;ger im Tonstudio- und Rundfunkbereich, wurden aber vom Massenmarkt ignoriert.</p>
<p>Plattenindustrie und Verwertungsgesellschaften schienen noch mal davon gekommen, hatten jedoch bis dahin die zahlreichen technologischen Warnsch&#252;sse nur als <a href="http://www.zeit.de/1986/37/die-perfekte-herausforderung" target="_blank">Anlass f&#252;r Kassandrarufe</a> genommen und nicht f&#252;r eine umfassende Reform ihrer Gesch&#228;ftsmodelle genutzt, obwohl sie akut zu scheitern drohten. Schlie&#223;lich handelten sie haupts&#228;chlich mit Daten und Lizenzen, die sich zunehmend von gegenst&#228;ndlichen Datentr&#228;gern abkoppelten und immer massenhafter und unbeschr&#228;nkter verf&#252;gbar waren.</p>
<p style="margin-bottom: 1em;">
<h3>Die Zauberformeln &#8220;MP3&#8243;, &#8220;DSL&#8221; und &#8220;Flatrate&#8221;</h3>
<p style="margin-bottom: 0,5em;">
<p>Das Internet schien per se noch nicht mal die gr&#246;&#223;te Gefahr f&#252;r die Gesch&#228;ftsmodelle zu sein; jedenfalls nicht, so lange noch Anschl&#252;sse mit maximalen Datenraten von 128 Kilobit pro Sekunde (zwei ISDN-B-Kan&#228;le) als Luxus galten, die Provider ausschlie&#223;lich begrenzte Zeit- oder Datenvolumentarife anboten und weltweit nur rund drei Millionen Computer Internetanschluss hatten (1994). Aber da begann sich schon das Zeitfenster zu schlie&#223;en, in dem man die Entwicklung noch nachhaltig h&#228;tte beeinflussen k&#246;nnen.</p>
<p>Das in Deutschland entwickelte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/MP3" target="_blank">MP3-Format</a> zur Datenkomprimierung von Audiodateien war Mitte der 1990er schon in vielen PCs im Einsatz, um auch mit schmalbandigen Internetanschl&#252;ssen relativ z&#252;gig vor allem Musik austauschen zu k&#246;nnen &#8211; <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Internets#Urheberrechtsverletzungen" target="_blank">meist unter Umgehung des Urheberrechts</a>. Ein Blinder mit Kr&#252;ckstock h&#228;tte sehen k&#246;nnen, dass die Einf&#252;hrung von schnellen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Asymmetric_Digital_Subscriber_Line" target="_blank">DSL-Anschl&#252;ssen</a> und Internet-<em>“Flatrates”</em> diese Praxis der kostenlosen Mediennutzung in den darauf folgenden Jahren zum unkontrollierbaren Massenph&#228;nomen machen w&#252;rde &#8211; letztendlich bis hin zu kompletten Kinofilmen.</p>
<p style="margin-bottom: 1em;">
<h3>Verpasste Chancen</h3>
<p style="margin-bottom: 0,5em;">
<p>Die L&#246;sung w&#228;re &#8211; lange vorher &#8211; das bekannte Motto <a href="http://www.dict.cc/englisch-deutsch/If+you+can%27t+beat+%27em+join+%27em.html" target="_blank"><em>“if you can’t beat them, join them”</em></a> gewesen. Statt eine Technologie oder ge&#252;bte Praxis mit politischer Lobbyarbeit, seltsamen Einschr&#228;nkungen (SCMS- und DRM-Kopierschutz, Regionalcodes etc.) und wenig wirksamen Reglementierungen zu bek&#228;mpfen, h&#228;tte die Medienproduktions- und Verwertungsindustrie versuchen m&#252;ssen, sich an die Spitze der Bewegung zu setzen. Wenn meine Kunden so gerne <em>“downloaden”</em>, dann sollen sie das auch tun d&#252;rfen &#8211; aber bitte bei mir, auf nutzerfreundlichen Plattformen mit fairen und einfachen Bezahlsystemen, bei denen die sinkenden Herstellungs- und Vertriebskosten als g&#252;nstige Preise und gro&#223;z&#252;gige Nutzungslizenzen an die Konsumenten weitergegeben werden.<br />
Eine so von Anfang an umgarnte, nicht von vornherein kriminalisierte Kundschaft und ihre Kinder w&#228;ren vermutlich seltener auf den Gedanken gekommen, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Napster" target="_blank"><em>“peer to peer”</em>-Tauschb&#246;rsen</a> oder dubiose <em>Streaming-</em> und <em>Download-</em>Webseiten f&#252;r ihren Medienkonsum zu nutzen und sich damit eventuell strafbar zu machen. Viel zu sp&#228;t entstanden <a href="http://www.pcwelt.de/news/Musik-Abomodelle-Das-Ende-physischer-Tontraeger-157201.html" target="_blank">legale Portale</a> wie der Apple-<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/ITunes_Store" target="_blank"><em>“iTunes Music Store”</em></a> &#8211; keines der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Musicload" target="_blank">wirklich erfolgreichen</a> wurde und wird von der Musik-, Filmindustrie oder gar von Verwertungsgesellschaften betrieben. Inzwischen &#8211; wo mal wieder <a href="http://fastvoice.net/2012/03/29/kultur-und-kirschen-brauchen-ihren-wert/" target="_blank">eine heftige Diskussion &#252;ber Urheber- und Nutzungsrechte im Digitalzeitalter tobt</a> (die wievielte eigentlich in den letzten 30 Jahren?), ist das Kind nicht nur in den Brunnen gefallen, sondern schon l&#228;ngst eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wachsleiche" target="_blank">Wachsleiche</a>.</p>
<p>Kein (Urheber-, Nutzungs-, Lizenz-, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsschutzrecht" target="_blank">Leistungsschutz</a>-, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/ACTA" target="_blank">Anti-Produktpiraterie</a>-)Recht der Welt &#8211; und sei es auch noch so neu und genial konstruiert &#8211; wird die Zeit komplett zur&#252;ck drehen k&#246;nnen. Es wird allenfalls noch notd&#252;rftig ein paar Wunden verbinden und Br&#252;che schienen, aber nichts mehr wirklich heilen. M&#246;glicherweise richtet es stattdessen sogar neuen Schaden an. Viele Chancen vertan und wenig kapiert, schon lange.</p>
<p><em>Crossposting von <a href="http://fastvoice.net/2012/04/02/eine-kurze-geschichte-vom-kopieren-und-kapieren/" target="_blank">fastvoice.net</a>. CD-Foto: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cd_3d.png" target="_blank">Wikimedia Commons</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinfreiheit#Public_Domain" target="_blank">Public Domain</a></em>
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<a href="http://carta.info/42588/eine-kurze-geschichte-vom-kopieren-und-kapieren/">Eine kurze Geschichte vom Kopieren und Kapieren</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/42588/eine-kurze-geschichte-vom-kopieren-und-kapieren/#comments">8 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=42588&amp;md5=bad5264f8ca4d17ab05be7b8945c46a6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wir, die Netz-Kinder</title>
		<link>http://carta.info/41616/wir-die-netz-kinder/</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Feb 2012 05:43:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Netzgemeinde]]></category>
		<category><![CDATA[Piotr Czerski]]></category>

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		<description><![CDATA[Der polnische Dichter Piotr Czerski beschreibt eine junge Generation, die sich an "traditionellen Gesch&#228;ftsmodellen und Obrigkeitsdenken" st&#246;rt: "Das Wichtigste ist Freiheit"]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In seiner <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2012-02/wir-die-netz-kinder/komplettansicht">Bestandsaufnahme</a> gibt er einem Zusammengeh&#246;rigkeitsgef&#252;hl Ausdruck, das er absichtlich nicht mit einem Begriff wie <em>Netzgemeinde</em> pauschalisieren will:</p>
<p style="margin-bottom:1em">
<blockquote><p>Indem ich das so schreibe, ist mir bewusst, dass ich das Wort &#8220;wir&#8221; missbrauche. Denn unser &#8220;wir&#8221; ist ver&#228;nderlich, unscharf, fr&#252;her h&#228;tte man gesagt: vorl&#228;ufig. Wenn ich &#8220;wir&#8221; sage, meine ich &#8220;viele von uns&#8221; oder &#8220;einige von uns&#8221;. Wenn ich sage &#8220;wir sind&#8221;, meine ich &#8220;es kommt vor, dass wir sind&#8221;. Ich sage nur deshalb &#8220;wir&#8221;, damit ich &#252;berhaupt &#252;ber uns schreiben kann.</p></blockquote>
<p style="margin-bottom:1em">
<p>Czerski beschreibt die gro&#223;e Ver&#228;nderung, den Unterschied zu fr&#252;heren Generationen, den viele nicht verstehen und der Politiker so &#228;ngstigt:</p>
<p style="margin-bottom:1em">
<blockquote><p>Wir &#8220;surfen&#8221; nicht im Internet und das Internet ist f&#252;r uns kein &#8220;Ort&#8221; und kein &#8220;virtueller Raum&#8221;. F&#252;r uns ist das Internet keine externe Erweiterung unserer Wirklichkeit, sondern ein Teil von ihr: eine unsichtbare, aber jederzeit pr&#228;sente Schicht, die mit der k&#246;rperlichen Umgebung verflochten ist.</p></blockquote>
<p style="margin-bottom:1em">
<p>Letztlich stellt er Hierarchien und erstarrte Strukturen in Frage und stellt fest:</p>
<p style="margin-bottom:1em">
<blockquote><p>Was uns am wichtigsten ist, ist Freiheit. Redefreiheit, freier Zugang zu Informationen und zu Kultur. Wir glauben, das Internet ist dank dieser Freiheit zu dem geworden, was es ist, und wir glauben, dass es unsere Pflicht ist, diese Freiheit zu verteidigen.</p></blockquote>
<p style="margin-bottom:1em">
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41616&amp;md5=c748655c561bb8516b428a8930f92404" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>ACTA: Viel Geschrei um nichts? Jurist Jens Ferner im Interview</title>
		<link>http://carta.info/41302/acta-viel-geschrei-um-nichts-jurist-jens-ferner-im-interview/</link>
		<comments>http://carta.info/41302/acta-viel-geschrei-um-nichts-jurist-jens-ferner-im-interview/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 12:39:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Handelsabkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Jens Ferner]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Stadler]]></category>

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		<description><![CDATA["Jens Ferner f&#252;hrte eine ausf&#252;hrliche Analyse jedes einzelnen Artikels durch. Wir fragten ihn, wie gef&#228;hrlich ACTA tats&#228;chlich ist. In welchem Rahmen bedroht dieses Abkommen unser aller Freiheit?"]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits in der letzten Woche hatte Anwalt Thomas Stadler gefragt: <a href="http://www.internet-law.de/2012/02/ist-die-acta-hysterie-berechtigt.html">Ist die ACTA-Hysterie berechtigt?</a> Jetzt hat Lars Sobiraj von Gulli.com mit dem Rechtsanwalt Jens Ferner <a href="http://www.gulli.com/news/18039-acta-viel-geschrei-um-nichts-jurist-jens-ferner-im-interview-2012-02-04">gesprochen</a>, der sich ebenfalls ausf&#252;hrlich mit der endg&#252;ltigen <a href="http://register.consilium.europa.eu/pdf/de/11/st12/st12196.de11.pdf">Fassung</a> des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement">Handelsabkommens</a> besch&#228;ftigt hat.</p>
<blockquote><p>Lars Sobiraj: Sehen Sie unsere Freiheit durch ACTA bedroht?</p>
<p>Jens Ferner: Weniger durch ACTA konkret als vielmehr durch den Geist, der ACTA und die aktuelle Politik insgesamt kennzeichnet. Ich sehe die eindeutige Tendenz, die in ACTA zwischen den Zeilen zu lesen ist, Provider &#8220;in die Pflicht&#8221; zu nehmen sowie Kommunikation insgesamt zu &#252;berwachen und zu filtern. Eine unter solchen Umst&#228;nden stattfindende Kommunikation k&#246;nnte man unm&#246;glich noch als &#8220;Frei&#8221; bezeichnen.</p></blockquote>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41302&amp;md5=6b7a93455a5fc4f3582569da033bb48b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Abschied vom Netz, wie wir es kennen</title>
		<link>http://carta.info/41296/abschied-vom-netz-wie-wir-es-kennen/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 12:20:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Weigert]]></category>
		<category><![CDATA[netzwertig.com]]></category>
		<category><![CDATA[Walled Gardens]]></category>

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		<description><![CDATA[Martin Weigert schreibt &#252;ber Walled Gardens - eine Gefahr, die neben vielen anderen von au&#223;en wie "Sicherheits"politik und Lobbyismus das Netz von innen bedroht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a href="http://netzwertig.com/2012/02/06/geschlossene-okosysteme-abschied-vom-netz-wie-wir-es-kennen/">Netzwertig</a> beschreibt Weigert die Bestrebungen der gro&#223;en Internet-Konzerne, geschlossene &#214;kosysteme zu errichten: </p>
<blockquote><p>Das Internet in seiner bisherigen Form wird nicht nur durch Regierungen und fortschrittsfeindliche Unternehmen bedroht. Die Demontage eines offenen Netzes findet auch von “innen” statt. [..] Denn die gewachsenen Internetkonzerne, &#252;ber die wir bei netzwertig.com aufgrund ihrer Disruptions- und Innovationsf&#228;higkeit regelm&#228;&#223;ig und gerne berichten, verabschieden sich vom urspr&#252;nglichen Gedanken eines offenen Internets ohne kontrollierende Eingriffe durch Gatekeeper. </p></blockquote>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41296&amp;md5=50445a50f42ca2380ef422f8b0bc278f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hevelingfacts</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 16:28:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Korschenbroich]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein CDU-Abgeordneter aus Korschenbroich (das liegt in der N&#228;he von "Weisse Bescheid, Sch&#228;tzelein!!") hat einen Shitstorm im Netz provoziert. Der Zeitpunkt daf&#252;r war extrem gut gew&#228;hlt. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Januar war nicht nur zu warm, er war auch so nachrichtenarm, dass die Netzgemeinde wie ausgehungert auf ihrer Timeline herumhing und sehns&#252;chtig nach einem saftigen Knochen Ausschau hielt. Bis endlich ein junger, unerfahrener und &#252;beraus wohlgen&#228;hrter CDU-Abgeordneter des Weges kam – und prompt in die Falle tappte: Ansgar Heveling aus Korschenbroich, Tr&#228;ger der Ehrenmedaille der Bundeswehr. Er beging den unverzeihlichen Fehler, sich als Knochen ins Netz zu werfen. In der Online-Ausgabe des Handelsblatts schrieb er einen <a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-netzgemeinde-ihr-werdet-den-kampf-verlieren/6127434.html">Gastkommentar</a> unter dem provozierenden Titel „Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren!“</p>
<p>Das lie&#223; sich „die Netzgemeinde“ nat&#252;rlich nicht zwei Mal sagen. Freudig schnappte sie zu – siehe Twitter-Hashtags #heveling und #hevelingfacts. Hier die<em> <a href="http://sixtus.cc/der-film-zur-kampfschrift-ansgar-heveling-erz">filmische Umsetzung</a> </em>der Kriegserkl&#228;rung.</p>
<p>&nbsp;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41048&amp;md5=71a7b0aa31fdbf9eaced2641be516255" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Danke, Karl-Theodor!</title>
		<link>http://carta.info/38793/danke-karl-theodor/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Mar 2011 23:28:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Rücktritt]]></category>
		<category><![CDATA[Vierte Gewalt]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Netz hat zu Guttenberg viel zu verdanken. Es genie&#223;t endlich den f&#228;lligen Respekt bei seinen journalistischen Ver&#228;chtern. Alle sind voll des Lobes &#252;ber die gemeinsam getane Arbeit. Ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fast jeder kennt die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=FDhGS4EJS8M&amp;NR=1">Schluss-Szene</a> aus dem Film <em><a href="http://www.youtube.com/watch?v=AY62QByUYJQ&amp;feature=related">Casablanca</a></em>: Humphrey Bogart als Barbesitzer Rick, und sein alter Gegner, der Polizeipr&#228;fekt des franz&#246;sischen Vichy-Regimes, Louis Renault, entdecken beim Schlendern &#252;ber das verlassene n&#228;chtliche Rollfeld ihre gemeinsamen Interessen. Rick, der soeben seine gro&#223;e Liebe Elsa verabschiedet hat, schl&#228;gt den Kragen seines Trenchcoats hoch und sagt: „Louis, ich denke, das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.“</p>
<p>Verk&#246;rperte Louis den <strong>Journalismus</strong> und Rick <strong>das Internet</strong>, so k&#246;nnte man sagen: Der Sturz Guttenbergs war der Beginn einer solch wunderbaren Freundschaft. Denn der Abgang des Ministers (Karl-Theodor in der Rolle Elsas?) f&#252;hrte analoge und digitale &#214;ffentlichkeit <a href="http://carta.info/38748/das-netz-und-der-guttenberg-ruecktritt/">erstmals</a> zusammen. <strong>Zum ersten Mal bekundeten die beiden &#246;ffentlich Respekt voreinander und Sympathie f&#252;reinander</strong>. Der Journalismus realisiert, dass die digitale Seite der Vierten Gewalt keine existentielle Bedrohung darstellt, sondern eine hervorragende Erg&#228;nzung ist; und „das Netz“ entdeckt, dass der Journalismus gar nicht so hundsmiserabel agiert wie gedacht.</p>
<p>Beide Seiten haben im Fall Guttenberg (Seit’ an Seit’) ihr Bestes gegeben &#8211; nun registrieren sie stolz, wie gut sie sich doch erg&#228;nzen. <strong>Es ist die Ironie des Guttenberg-Falls, dass der „Betr&#252;ger“ im Schlussakkord als gro&#223;er Vers&#246;hner wirkt. </strong>Die alten wie die neuen Medien erkennen, dass der Gegner auch im eigenen Lager stehen kann (hier <em><a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/boulevard-des-boesen/">Spiegel</a></em><a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/boulevard-des-boesen/"> gegen </a><em><a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/boulevard-des-boesen/">Bild</a>, </em>da<em> <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/-holt-das-netz-guttenberg-zurueck-/3903468.html">Facebook </a></em><a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/-holt-das-netz-guttenberg-zurueck-/3903468.html">gegen</a><em><a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/-holt-das-netz-guttenberg-zurueck-/3903468.html"> GuttenPlag</a></em>), und dass die neuen Werkzeuge und Techniken des Internets die M&#246;glichkeiten der alten Aufkl&#228;rung nicht schm&#228;lern, sondern potenzieren (wenn man sie zu nutzen wei&#223;).</p>
<p>Allerdings darf man im &#220;berschwang nicht vergessen, dass die neue „Freundschaft“ nicht ganz unvorbereitet kommt. Louis &amp; Rick hatten schon vor ihrer gro&#223;artigen Flugplatz-Szene ein pragmatisches Stillhalte-Abkommen geschlossen, ein Gentlemen’s Agreement. Denn ohne die Aufsehen erregenden <em>WikiLeaks</em>-Ver&#246;ffentlichungen des vergangenen Jahres (in Kombination mit <em>New York Times</em>, <em>Spiegel</em> und <em>Guardian</em>), ohne die welt(bild)ersch&#252;tternden, von <em>Facebook</em>, <em>Twitter</em> &amp; <em>Al Jazeera</em> gemeinsam begleiteten und forcierten Umbr&#252;che in den arabischen Staaten, w&#228;re die neue Teamarbeit nicht so reibungslos verlaufen. Die alten Medien haben die Zuschauerr&#228;nge verlassen, sie sp&#252;ren den nahenden Umbruch, der sie erfasst; und die Netzwerker ahnen zum ersten Mal, dass es nun ernst werden k&#246;nnte mit der &#220;bernahme von „Verantwortung“. Rick &amp; Louis brauchen die gegenseitige Abgrenzung <a href="http://mspr0.de/?p=2131">nicht mehr</a>. Sie verschmelzen.</p>
<p>Einen besseren Katalysator (einen besseren <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/MacGuffin">MacGuffin</a>) als Karl-Theodor zu Guttenberg h&#228;tte es daf&#252;r nicht geben k&#246;nnen.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>Bei dRadio Wissen (in der Sendung &#8220;Netzreporter&#8221; von Markus Heidmeier) kann man eine gek&#252;rzte Fassung des Beitrags auch <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2011/03/04/drw_201103040641_netzkommentar-guttenberg_df7bf85e.mp3">h&#246;ren</a>. </em>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
			<a href="http://api.tweetmeme.com/share?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F38793%2Fdanke-karl-theodor%2F"><br />
				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fcarta.info%2F38793%2Fdanke-karl-theodor%2F&amp;style=compact&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/38793/danke-karl-theodor/">Danke, Karl-Theodor!</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/38793/danke-karl-theodor/#comments">9 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38793&amp;md5=fde03e55e6ebc11712a8539e31d2717d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Einen Minister zu st&#252;rzen ist leichter als einen Minister zu bekommen!</title>
		<link>http://carta.info/38738/einen-minister-zu-stuerzen-ist-leichter-als-einen-minister-zu-bekommen/</link>
		<comments>http://carta.info/38738/einen-minister-zu-stuerzen-ist-leichter-als-einen-minister-zu-bekommen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 18:48:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Scheer]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Karl-Theodor zu Guttenberg der erste Minister war, der durch die Zusammenarbeit im Netz gest&#252;rzt wurde, dann stellt sich die Frage: Wann hievt das Netz seinen ersten Minister ins Amt?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schon im Bundestags-Wahlkampf 2009 spielte die Forderung nach einem Internet-Minister eine gewisse Rolle. Auf der einen Seite beklagte sich <em>Bitkom</em>-Pr&#228;sident <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/August-Wilhelm_Scheer">August-Wilhelm Scheer</a> dar&#252;ber, dass es in der Bundesregierung zu viele Ansprechpartner f&#252;r Fragen der Computerindustrie gebe. Auf der anderen Seite erhoffte sich die <a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/piraten-fordern-internetminister/">Piratenpartei</a> von einem Internet-Minister subventionierte Breitband-Anschl&#252;sse f&#252;r Rentner, Hartz-IV-Empf&#228;nger und Geringverdiener, den Netzzugang als Menschenrecht und mehr Sicherheit vor Datenmissbrauch.</p>
<p>Doch <a href="http://www.focus.de/digital/multimedia/cebit-2010/cebit-eroeffnung-merkel-lehnt-einen-internetminister-ab_aid_485617.html">Angela Merkel</a> lehnte die Forderung nach Einf&#252;hrung eines Internet-Staatsministers auch bei der CeBIT-Er&#246;ffnung vor einem Jahr rundweg ab.</p>
<p>Seither l&#228;uft das Pingpongspiel aus <a href="http://carta.info/23653/stellenausschreibung-internetminister/">Forderung</a> und <a href="http://blog.zeit.de/kulturkampf/2010/06/24/ein-innenminister-ist-kein-internetminister/">Ablehnung</a> munter weiter. Die j&#252;ngste Ablehnung formulierte Bundesverbraucherministerin <a href="http://www.noz.de/artikel/49745069/aigner-lehnt-internetministerium-ab">Ilse Aigner</a>, die letzte dringende Aufforderung, endlich ein Internet-Ministerium zu schaffen, stammt von <a href="http://www.theeuropean.de/gunnar-sohn/5698-technologierevolution-ohne-deutschland">Gunnar Sohn</a>:</p>
<blockquote><p>„Die alten Herren in den Ministerien agieren viel zu statisch. Sie konzentrieren sich auf Infrastrukturen wie Recht, Soziales, Verteidigung, Bildung, Ordnung, Gesundheit oder Verkehr. Sie vergessen dabei die Strukturen der Zukunft: ‚Wir haben noch einen Landwirtschaftsminister aus der Zeit des Prim&#228;rsektors, wir haben ein Industrieministerium, das sich Wirtschaftsministerium nennt. Ein Dienstleistungsministerium hat man glatt vergessen, obwohl Deutschland l&#228;ngst im terti&#228;ren Sektor angelangt ist’, moniert der IBM-Cheftechnologe Gunter Dueck.“</p></blockquote>
<p>Heute ist die <a href="http://www.cebit.de/">CeBIT 2011</a> in Hannover er&#246;ffnet worden, aber die Fronten sind noch immer verh&#228;rtet. <strong>Muss das Internet erst die Kanzlerin st&#252;rzen, bis sich in Berlin etwas bewegt?</strong>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38738&amp;md5=d0377d4af2811c2c9b3694d2e18acf0b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mario Sixtus &#252;ber kleinkarierte Internet-Missversteher</title>
		<link>http://carta.info/37228/mario-sixtus-ueber-kleinkarierte-internet-missversteher/</link>
		<comments>http://carta.info/37228/mario-sixtus-ueber-kleinkarierte-internet-missversteher/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 11 Jan 2011 17:49:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Regierungen]]></category>
		<category><![CDATA[Transparenz]]></category>
		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>

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		<description><![CDATA[Einen gro&#223;artigen Text und eine sympathisch optimistische Sicht, was das Nicht-Festhalten-K&#246;nnen von Informationen angeht, hat Mario Sixtus bei den ZDF-Bloggern hinterlassen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es geht mal wieder um WikiLeaks. Um die geplatzten Kondome und so. Doch eigentlich geht es um viel mehr. Mario Sixtus (wahrscheinlich wird er eines Tages die „Sendung mit der Maus“ &#252;bernehmen) erkl&#228;rt mal wieder <a href="http://blog.zdf.de/zdfdasblog/2011/01/wer-hat-angst-vor-wikileaks-1.html">auf unnachahmliche Weise</a>, was es mit dem Internet, den Informationen und WikiLeaks so auf sich hat.</p>
<blockquote><p>„Seit Informationen sich von ihren stofflichen Wirtsk&#246;rpern befreit haben, lassen sie sich nicht mehr festhalten.“</p></blockquote>
<p>Das Ganze sei kein regionales Wettersympt&#246;mchen, sondern habe l&#228;ngst die Dimension eines ausgewachsenen Klimawandels.</p>
<blockquote><p>„Regierungen werden sich an frei herumschwirrende Informationen gew&#246;hnen m&#252;ssen, ob z&#228;hneknirschend oder mit-dem-Fu&#223;-aufstampfend&#8230;“</p></blockquote>
<p>Schlie&#223;lich m&#252;ndet der Text in eine Kampfansage an alle Bedenkentr&#228;ger:</p>
<blockquote><p>„Die neuen Informationsumweltbedingungen, die wir dem Internet verdanken, sind eine enorme Chance f&#252;r die Demokratie. Sie k&#246;nnen im besten Falle zu einem gesellschaftlichen Evolutionsschub f&#252;hren, zu einer erzwungenen Ann&#228;herung zwischen Regierung und Regierten. F&#252;r diesen Fingerzeig in die Zukunft k&#246;nnen wir alle Wikileaks dankbar sein.“</p></blockquote>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37228&amp;md5=528122a93ff0cad8f1b217c2673550ab" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Tomorrow Internet AG &#8211; kaufen! Oder was man im Sommer 2000 &#252;ber das Internet dachte</title>
		<link>http://carta.info/36990/tomorrow-internet-ag-kaufen-oder-was-man-im-sommer-2000-ueber-das-internet-dachte/</link>
		<comments>http://carta.info/36990/tomorrow-internet-ag-kaufen-oder-was-man-im-sommer-2000-ueber-das-internet-dachte/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 01 Jan 2011 06:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Altavista]]></category>
		<category><![CDATA[Berenberg Bank]]></category>
		<category><![CDATA[Endemann AG]]></category>
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		<category><![CDATA[Lycos]]></category>
		<category><![CDATA[Tomorrow Internet AG]]></category>
		<category><![CDATA[Yahoo]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Internet als digitales Kaufhaus und Aktien von Portalseiten-Anbietern als Kaufempfehlung: Als "Schatz" gilt heute nicht mehr die Aktie aus dem Jahr 2000, sondern die erhalten gebliebene Studie der Analysten, die uns einen kuriosen Einblick in damalige Sichtweisen bietet.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal fallen einem ja beim Aufr&#228;umen der B&#252;cherregale alte Sch&#228;tze in die Hand, l&#228;ngst vergessene B&#252;cher oder vom B&#246;rsengeschehen schon ewig &#252;berholte Analysten-Studien. Dann h&#228;lt man inne, vergisst die planvolle Absicht Ordnung zu schaffen und beginnt, ungeplant zu lesen.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/12/tomorrow.jpg.scaled.1000.jpg" target="_blank"><img class="alignleft size-medium wp-image-36991" title="Tomorrow Internet AG, gesehen von Julius Endert" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/12/tomorrow.jpg.scaled.1000-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" /></a>In einer <strong>Studie der Berenberg Bank</strong> vom August 2000 (Sektor-Analyse Content Commerce Community) wird in fast prophetischer Weitsicht von der „anhaltend dynamischen Entwicklung des Internets“ gesprochen. Und weiter hei&#223;t es: „In der Vergangenheit konnten Unternehmen wie <strong>Yahoo</strong>, <strong>Altavista</strong> etc. eine gro&#223;e Nutzerzahl erreichen, in dem sie lediglich den Zugang zu einer gro&#223;en Menge an unstrukturierten Informationen lieferten. Zuk&#252;nftig wird es f&#252;r die Internet-Portale aber darauf ankommen, die Wandlung von der Startseite zum Mehrwertprovider zu schaffen. Nur durch hochwertigen Content und / oder eigene Tools wird es gelingen, die „Stickiness“ also die Verweildauer der Kunden auf der eigenen Seite zu erh&#246;hen und gleichzeitig die Community zu vergr&#246;&#223;ern. Eine breite Community ist in diesem Segment die Grundvoraussetzung f&#252;r den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen“.</p>
<p>Und wer ist nach Meinung der Autoren nun am besten „aufgestellt“, diesen Wettbewerb um die Gunst der Nutzer zu gewinnen? Nicht etwa Google, dieses Unternehmen wird im Jahre 2000 noch nicht einmal erw&#228;hnt, nein in der „Berenberg Erfolgsmatrix“ steht Tomorrow Internet mit an erster Stelle: „Wir halten die Unternehmen <strong>T-Online</strong> (sic!) und Tomorrow Internet f&#252;r am besten positioniert. … Tomorrow profitiert erheblich von der Kooperation mit der Verlagsgruppe Milchstrasse. Das Unternehmen ist somit in der Lage, hochwertigen Content zu liefern bzw. an der bestehenden Community der Printtitel zu partizipieren“.</p>
<p>Und dann folgt unter der &#220;berschrift „Content goes Online!“ das Kursziel: 37 Euro. Leicht benommen muss ich mich an mein B&#252;cherregal lehnen und lese dann folgenden Satz: „Neben Gr&#246;&#223;e ist unseres Erachtens das Angebot an hochwertigem Content ma&#223;geblich, um im sich abzeichnenden Konsolidierungsprozess der Internet-Portale in Europa eine aktive Rolle &#252;bernehmen zu k&#246;nnen. F&#252;r die daraus resultierende hohe Nachfrage nach Content sehen wir Tomorrow Internet aussichtsreich positioniert. Wir empfehlen die Aktien der Tomorrow Internet zum Kauf.</p>
<p>Habe ich etwa die Chance auf Reichtum verpasst? Nun, heute ist der letzte Tag des Jahres 2010. Viele der in der Studie positiv erw&#228;hnten Unternehmen gibt es mittlerweile gar nicht mehr oder nur noch als Pennystock – oder wer erinnert sich noch an die <strong>Endemann AG</strong>, an <strong>Lycos</strong> oder <strong>Fortunecity</strong>? Auch die <strong>Tomorrow Internet AG</strong> hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Sie <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Focus-Digital-und-Tomorrow-fusionieren-mit-Verlusten-53193.html">fusionierte schon 2001</a> mit der damals ebenfalls verlustreichen Focus Digital AG und steht heute bei einem Kurs von 3,61 Euro. Meine Bl&#228;sse ist gewichen &#8211; diese Aktien hatte ich zum Gl&#252;ck nie im Portfolio.</p>
<p><strong>Offenbar wurde von den Analysten und den Gr&#252;ndern der beiden Firmen nicht nur der Begriff &#8220;Community&#8221; als passive Leserschaft falsch gedeutet, auch die Bedeutung &#8211; oder besser gesagt &#8211; Werthaltigkeit von verlegerischen Inhalten hatten sie gr&#252;ndlich falsch eingesch&#228;tzt – oder die M&#246;glichkeit, diese auch im Web zu Geld zu machen</strong>. Die Studie sieht das Internet als ein gro&#223;es digitales Kaufhaus, dessen Waren und Dienstleistungen haupts&#228;chlich &#252;ber Portale erreichbar sind: &#8221;Ein Portal ist ein Eingangstor in die virtuelle Welt und besteht aus einer Portal-Seite, die beim Internet-User oft als Startseite seines Browsers voreingestellt ist. Diese Portale bieten dem Anwender &#220;bersicht und Orientierung.&#8221; Wie wir heute wissen, wurden die Aktion&#228;re mit Aktien von Unternehmen reich, die dem Nutzer auf andere Art &#220;bersicht und Orientierung bieten (die ich dann aber leider auch nicht im Depot hatte) und die Hoffnungstr&#228;ger von damals fordern heute ein gesetzlich garantiertes <a href="http://carta.info/36869/verlegerforderung-leistungsschutzrecht-ja-habt-ihr-denn-ueberhaupt-keinen-stolz/">Leistungsschutzrecht</a> – so &#228;ndern sich die Zeiten. Frohes Neues!
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			</a>
		</div>
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<a href="http://carta.info/36990/tomorrow-internet-ag-kaufen-oder-was-man-im-sommer-2000-ueber-das-internet-dachte/">Tomorrow Internet AG &#8211; kaufen! Oder was man im Sommer 2000 &#252;ber das Internet dachte</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/36990/tomorrow-internet-ag-kaufen-oder-was-man-im-sommer-2000-ueber-das-internet-dachte/#comments">6 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=36990&amp;md5=8d7cd35fb8cbd48bad0b77551316842c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Frei schwebende Genies &#8211; aus Netz, Medien und Soziologie</title>
		<link>http://carta.info/36764/frei-schwebende-genies-aus-netz-medien-und-soziologie/</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Dec 2010 15:02:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Kappes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
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		<description><![CDATA[Was haben Blogger, Terroristen, Julian Assange und die 68er miteinander zu tun? Die WELT erkl&#228;rt es uns in einem Potpourri beliebter Melodien.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, in Deutschland ist es nicht verboten, seine Meinung zu &#228;u&#223;ern &#8211; es ist sogar erw&#252;nscht. Jedem steht es frei, &#252;ber jeden anderen eine Meinung zu haben &#8211; egal, ob er ihn pers&#246;nlich kennt oder nicht. Dabei darf es keine Rolle spielen, in welcher Form er diese Meinung &#228;u&#223;ert &#8211; ob m&#252;ndlich oder schriftlich &#8211; und an welchem Ort dies geschieht, in einer Kneipe oder einer Zeitung, und zwar auch dann, wenn diese sich zur Qualit&#228;tspresse z&#228;hlt, und erst recht, weil sie sich auf das Grundrecht der Pressefreiheit berufen kann.</p>
<p>Es steht auch nirgendwo geschrieben, da&#223; die in einem derartigen Presseorgan schriftlich ge&#228;u&#223;erte Meinung &#252;ber eine Person auf irgendeiner Tatsache beruhen m&#252;sste. Und doch hat sich Gerd Held, freier Publizist der <em>Welt</em>, in seinem <a title="Welt Held" href="http://www.welt.de/debatte/article11666482/Herrenreiter-Mythos-des-frei-schwebenden-Genies.html" target="_blank">Kommentar</a> „Herrenreiter-Mythos des frei schwebenden Genies“ diese M&#252;he gemacht: Das Gesicht von Julian Assange (Wikileaks) erinnere an das von B&#246;rsenh&#228;ndler <a title="JK" href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A9r%C3%B4me_Kerviel" target="_blank">Jérôme Kerviel</a>, der im Namen seiner Bank f&#252;nf Milliarden Euro verbrannt habe und dessen Auftritt vor Gericht man sich merken m&#252;sse: „ein starrer Blick, fast autistisch in sich gekehrt,“, „eine fast be&#228;ngstigende Maschine“, und so habe auch Assange „einen maskenhaften fast abwesenden Gesichtsausdruck“, sein „Gestus (habe) etwas von der kalten Mechanik, die man von den Videobotschaften terroristischer Zirkel kennt.“</p>
<p>Ob solch klarer Faktenlage er&#252;brigt sich jede weitere Auseinandersetzung mit der Auffassung des Autors. Es ist das Gesicht und der Gestus von Assange, der ihn Terroristen &#228;hnlich sehen l&#228;sst. Ein formal scheinbar nicht angreifbarer Schluss, denn so wie Assange einen Kopf hat, kennt man dies auch von Terroristen &#8211; selbst Klaus St&#246;rtebecker hatte einen solchen bis zu seinem Tod. Und doch, der Leser stutzt: Wenn A ein C und B ein C hat, dann ist A ein B? Wie ging der <em>modus barbara</em>? Alle Menschen sind Griechen? Alle Griechen sind Terroristen? Hier stimmt irgendetwas nicht.</p>
<p>Nach dieser Beschreibung der &#196;u&#223;erlichkeiten von Assange werden wir gefragt: „W&#252;rde dieser Mann z&#246;gern, Informationen &#252;ber die Operation einer internationalen Schutztruppe zu verraten und damit das Leben vieler Menschen zu gef&#228;hrden?“ Da wir nicht wissen, ob er z&#246;gert, denken wir „Nein“ zum ersten Halbsatz und schlie&#223;en auf den zweiten Halbsatz, der dem „damit“ folgt. Das ist schnell passiert, zum Vergleich drei Beispiele: „W&#252;rde Angela Merkel z&#246;gern, den Rettungsschirm zu verdoppeln und damit Europa wieder in das dunkle Zeitalter des 19.Jahrhunderts st&#252;rzen?“, „H&#228;tte Gerhard Schr&#246;der gez&#246;gert, Gazprom zu vertreten und so sein Kanzleramt nachtr&#228;glich zu mi&#223;brauchen?“, „W&#252;rde Hans z&#246;gern, seinem besten Freund Klaus ein Taschentuch zu geben, und ihm so eine Influenza verschaffen?“ Man sieht: Hier stimmt etwas nicht. Es gibt keine zwingende Verbindung zwischen „Informationen verraten“ und „Leben gef&#228;hrden“. Das „damit“ stimmt nicht. Es ist eine Scheinlogik, die auf perfide Art das Vertrauen des Lesers in die Qualit&#228;t seines Presseorgans ausnutzt. Ganz zu Schweigen von der Sachlage: Denn, so schreibt der Autor ja schon selbst, die Enth&#252;llungen br&#228;chten „nichts wirklich neues“. Wie kann trotzdem aus dem Fakt, da&#223; eine Information nichts Neues ist, auf sein Gegenteil, die Gef&#228;hrdung vieler Menschenleben, geschlossen werden? Daf&#252;r braucht es die kalte Mechanik des Gestus von Assange. Was h&#228;tte Axel Springer, der Tr&#228;ger zahlreicher israelischer Auszeichnungen, dazu wohl gesagt?</p>
<p>Nicht besser wird es im n&#228;chsten Absatz, der so verschwurbelt ist, dass man ihn kaum zusammenfassen kann: Es w&#252;rden nun Blogger in ihre Laptops tippen, dass von Wikileaks nur die M&#228;chtigen bedroht seien, und diese Blogger w&#252;rden dabei &#252;bersehen, dass durch Zerst&#246;rung der Institutionen die Macht nicht verschwinde, sondern „unbegrenzt herumflottiere“; dieses wiederum schaffe unsichtbare und unkontrollierbare Herren der Netze. Dieser Absatz h&#246;rt sich gut an, aber h&#228;lt er einer &#220;berpr&#252;fung inhaltlich stand? Will Wikileaks alle Institutionen zerst&#246;ren? Hat im Zusammenhang mit Wikileaks irgendjemand eine „herrschaftsfreie Gesellschaft“ gefordert? Von wem spricht der Autor ganz konkret? Man mu&#223; hier einiges auseinanderhalten: Erstens Wikileaks als Organisation („We open the Government“), zweitens Assanges Ziele, die in der Tat wohl auch gegen ein ungerechtes System gerichtet sind (vgl. Josef Joffe, <a title="JJ" href="http://www.zeit.de/2010/51/P-Zeitgeist" target="_blank">ZEIT Online</a>), drittens &#8220;Anonymous&#8221;, von denen man wohl nicht genau sagen kann, ob es sich um eine Gruppe gelangweilter 15j&#228;hriger Script-Kiddies oder einen auf herrschaftsfreien Dialog gerichteten „Schwarm“ entnannter Personen mit „Not In Our Name“-Wut handelt, die Computersabotage f&#252;r zivilen Ungehorsam halten. Blogger sind es jedenfalls zuletzt, die mit Wikileaks die Zerst&#246;rung von Insitutionen verbinden, und es w&#228;re ein Gebot der Redlichkeit, hier Blog-Ross und -Reiter zu nennen. Nach Blick in <a title="Held" href="http://www.gerdheld.de/Zur_Person.php" target="_blank">Vita und Werke</a> des Autors keimt der Verdacht, da&#223; er Wikileaks mit der Diskussion &#252;ber den „herrschaftsfreien Raum&#8221; der 68er verwechselt. Man m&#246;chte fast (stilistische Imitation!) vorwerfen, da&#223; erst <em>Darth Blogger – The Destroyer of all Institutions</em> als Pappkamerad aufgestellt werden muss, um ihn danach erschie&#223;en zu k&#246;nnen.  So einfach geht es jedenfalls nicht.</p>
<p>Geradezu absurd muten die Worte des Autors an, wenn man sich den Anlass des Artikels vor Augen f&#252;hrt. Fakt ist: Julian Assange wurde in London verhaftet, in ein Gef&#228;ngnis geschafft und einem Richter vorgef&#252;hrt. War Assange „unsichtbar“ – jemand, der Vortr&#228;ge h&#228;lt, in Schweden wochenlang f&#252;r die Staatsanwaltschaft erreichbar ist und der Presse Interviews gibt? Gibt es mehr Sichtbarkeit als auf Millionen von Websites abgebildet und zitiert zu werden, allen voran die Aufmacher von <em>New York Times</em>, <em>Guardian</em>, <em>Spiegel</em>? Hat nicht gerade die k&#246;rperliche Verbringung in ein Gef&#228;ngnis bewiesen, da&#223; Assange nicht „unkontrollierbar“ ist? Gibt es Sichtbarkeit von Intimerem als die durch den <em>Guardian</em> nun in Verkehr gebrachten, herumflottierenden Aussagen einer schwedischen Beischl&#228;ferin &#252;ber ihren „worst sex ever“?</p>
<p>Auch in den Folgeabs&#228;tzen tauchen mit „Systemaufl&#246;sung“, „Abschaffen der Hierarchien“ und dem „Schleifen“ der „Institutionen“ wieder Schl&#252;sselbegriffe der antiautorit&#228;ren Bewegung der 68er auf und werden &#8211; ja, auf wen eigentlich? – auf die „Blogger“, „das Netz“ &#252;bertragen. In der Systemschleifungsschublade liegen nun also Julian Assange, S21-Gegner und die Blogger. Wir werden hier nicht darauf eingehen, dass am Ende des Artikels noch ein Seitenhieb auf deren vierte Kolonne, die Gr&#252;nen, erfolgt und die gesamte Sto&#223;richtung klar wird: „Gr&#252;ne Blogger sind gegen S21 und gef&#228;hrden Menschenleben“. Nein, wir schauen uns die Blogger-These noch einmal genauer an. Haben Personen, die man in den Medien als Vertreter einer Netzbewegung wahrnimmt, eine antiautorit&#228;re oder systemfeindliche Haltung, beispielsweise Sascha Lobo, Felix Schwenzel, Johnny H&#228;ussler, Markus Beckedahl, Constanze Kurz, um nur f&#252;nf aus 50 zu greifen? Schleift man Institutionen dadurch, dass man am politischen Geschehen teilnimmt, in Talkshows diskutiert, mit Politikern kostenlos auf Netzkongressen auftritt, mit Ministerialdirigenten Staatsvertr&#228;ge analysiert, in namhaften Zeitungen f&#252;r „lousy pennies“ publiziert? Was sich da zeigt, ist ein heterogenes Personengef&#252;ge, in dem sich die ganze Palette gesellschaftlicher Grundhaltungen von Ausgrenzung, Teilhabe und Machtanspruch widerspiegelt, immer gepaart mit einem Schuss „konstruktiver Erkl&#228;rb&#228;r“. „Die Netzgemeinde“ ist gerade keine punkige „Anti-Kultur“, und sie hat auch keinen einheitlichen systematisch-ideologischen Unterbau, wie ihn einst die 68er hatten, sie hat keinen Dutschke, keine Strassenschlachten und keinen Ohnesorg &#8211; falls es &#8220;die Netzgemeinde&#8221; denn &#252;berhaupt gibt, was angesichts von mittlerweile &#252;ber 40 Millionen Internetnutzern, 4 Millionen aktiven Internetnutzern und wohl ca. <a title="blogs" href="http://carta.info/405/77000-blogger-in-deutschland-60-prozent-davon-untr-30/" target="_blank">1 Million</a> aktiven Blogs generell eher eine M&#228;r der Jahrtausendwende ist. Vielleicht gibt es eine gemeinsame Wurzel von Wikileaks und einigen aktiven Netzbewohnern in der Hackerbewegung der 1980er Jahre (Mailboxen, CCC, FoeBud etc.), aber das zu er&#246;rtern w&#228;re wohl zu viel der Differenziertheit.</p>
<p>F&#252;r die kr&#246;nenden Abschluss-Thesen des Textes m&#252;ssen zwei Zeugen benannt werden, und zwar keine geringeren als Max Weber und Niklas Luhmann. Schon Weber habe vor 100 Jahren die Selbsterm&#228;chtigung der Funktion&#228;re beobachtet, als der moderne Verwaltungsstaat entstanden sei, diese Funktion&#228;re seien wie die „Gewinner“ „diffuser Netze“ eine Schicht in der Mitte, ohne wirkliche F&#252;hrungskraft. Da ist etwas dran: Permanente „F&#252;hrungs-Kraft“ in einem Netz ist sehr viel schwieriger zu erreichen als solche in einem hierarchischen System mit periodischer F&#252;hrungs-Erm&#228;chtigung. Wenn es aber doch gelingt, und das ist nicht selten so, kann man es aber, statt es abzuwerten, auch positiv sehen: zu Zeiten Max Webers h&#228;tte man auch von Ansehen gesprochen. Denn die Kraft &#8220;wirklicher&#8221; F&#252;hrung folgt aus der Person und ihrem Ansehen, das sie durch Sagen und Tun von anderen erwirbt.</p>
<p>Nicht anders die zweite These &#252;ber „diffuse Netze“, die „ohne fachliche Selbstdisziplin“ sei. Eine „vorpolitische, anma&#223;ende Elite“ erm&#228;chtige sich selbst, habe schon Weber erhellend beobachtet. Je l&#228;nger man &#252;ber den Aufruf zur Selbstdisziplin nachdenkt, desto fassungsloser wird man: Sollen sich (Netz-)Fachexperten mehr disziplinieren und nicht mehr als B&#252;rger &#228;u&#223;ern, welche sie zugleich ja sind? Wie steht es dann mit der Selbstdisziplin von Anw&#228;lten, Facharbeitern, Maurern und Medizinern? Sollen sie das politische Meinen den freien Publizisten &#252;berlassen und auf Rechte aus Art. 5 GG diszipliniert verzichten? Die Ursache f&#252;r diesen vordemokratischen Unfug ist wieder ein Logik-Fehler im Text: Die Analogie zwischen dem modernen Verwaltungsstaat zu Zeiten Max Webers und dem Erstarken „diffuser Netze“ macht allein der Autor und begr&#252;ndet sie mit keinem Wort. Das ist Pattern-Matching auf h&#246;chstem Niveau – ein dunkler, menschlicher Algorithmus entdeckt, dass etwas ist wie etwas anderes, nur irgendwie, und 100 Jahre sp&#228;ter, irgendwarum. Auf eine Begr&#252;ndung k&#246;nnen wir jedoch getrost verzichten, denn die Analogie ist falsch. Wor&#252;ber Weber in der unbelegten Fundstelle vermutlich schreibt, ist ein Mangel an Legitimation der exekutiven Elite zur Entscheidung (statt zur Ausf&#252;hrung). &#220;ber den Mangel an Legitimation des B&#252;rgers zur politischen Meinungsbildung wird Weber ganz sicher keine Aussage getroffen haben. B&#252;rger brauchen keine „Legitimation“, anders als Beamte, um zu meinen und zu wirken. Und wer etwas anderes behauptet, muss sich vordemokratisch nennen lassen.</p>
<p>Nun kommt als zweiter Zeuge Niklas Luhmann ins Spiel: Hinter der Forderung der vorpolitischen anma&#223;enden Elite (Schritt 1: Max Weber) nach B&#252;rgerbeteiligung stecke in Wahrheit das Ziel der eigenen Machtvermehrung (Schritt 2: Niklas Luhmann). Das nennt der Autor „Egozentrik“. Nun, Luhmann hat recht, keine Frage! Selbstverst&#228;ndlich beanspruchen B&#252;rger Machtvermehrung, und zwar Netizens, Blogger, S21-Gegner, Wut-B&#252;rger, Sarrazin-Fans, Euro-Skeptiker. Das ist die Volksegozentrik des Art. 20 II GG, zumeist etwas vornehmer Volkssouver&#228;nit&#228;t genannt.</p>
<p>Bl&#228;ttern wir doch ein wenig bei Luhmann, dessen „<a title="PolSoz" href="http://www.amazon.de/Politische-Soziologie-Niklas-Luhmann/dp/351858541X/" target="_blank">Politische Soziologie</a>“ j&#252;ngst bei Suhrkamp erschien: „Die wechselseitige Entfremdung zwischen Politik und Publikum wird wachsen, wenn die Politik sich auf solche Kommunikationsschranken verl&#228;sst“, schreibt Luhmann in diesem Werk der sp&#228;ten 1960er Jahre (S. 287 ff.), und mit Kommunikationsschranken meint er „Kommunikationssituationen, in denen Mi&#223;trauen kein Ausdruck gegeben werden kann – sei es, da&#223; dies … H&#246;flichkeit und Takt verhindern, sei es, da&#223; die Einseitigkeit der Kommunikation &#252;ber Massenmedien es unm&#246;glich macht.“ Dieses Mi&#223;trauen gegen alles Politische, der schlechte Ruf der Politik, beruhe auf dem „Verdacht, dass die Darstellungen (des Politikers) hergestellt sind und diese Herstellung in einer Art und Weise motiviert ist, die nicht mit dargestellt wird.“ „Die Darstellung mu&#223; … kalkuliert, aber die Kalkulation darf nicht dargestellt werden.“ Die „politische Kalkulation“ k&#246;nne nicht als Motiv dargestellt werden, sondern m&#252;sse in der „Sprache der &#246;ffentlichen Moral“ ausgedr&#252;ckt werden. Die Politik setze sich regelm&#228;&#223;ig das Ziel Wahlerfolg, und ordne diesem Mittel (F&#252;hrer, Allianzen, Selbstdarstellung, Werte und Interessen) unter, eine &#8211; Luhmann w&#246;rtlich &#8211; „Pervertierung der normalen Werteordnung“, die allerdings typisches Ph&#228;nomen aller gro&#223;en Organisationen und eine „sinnvolle Perversion der &#246;ffentlichen Moral“ sei, ohne die Systemkomplexit&#228;t nicht erreicht werden k&#246;nne.</p>
<p>So erhellt uns Luhmann doch: Abweichungen des internen Kalk&#252;ls und von der externen Kommunikation sind systemimmanent im politischen System. Durch Wikileaks werden interne Motive, Kalk&#252;le und Einsichten erkennbar, bevor diese in &#246;ffentliche (W&#228;hler-)Moral uminterpretiert und in externes Handeln der Politik umgewandelt werden. Deckt sich alles, kann Vertrauen wachsen. F&#228;llt es auseinander, entsteht Entfremdung. Wegen dieses Effekts hat Luhmann bereits vor 50 Jahren gewarnt, dass sich Politik nicht auf Kommunikationsschranken der (unidirektionalen) Massenmedien verlassen darf.  Zu diesem Zeitpunkt ahnte er noch nicht, dass das Internet alles daf&#252;r bieten w&#252;rde, diese Schranken aufzuheben. Vielleicht also k&#228;me Luhmann zu einem anderen Ergebnis als der Autor des <em>Welt</em>-Kommentars mit dem intellektuellen Titel „Herrenreiter-Mythos des frei schwebenden Gehirns“. Aber Luhmann schwebte ja recht frei, genauso wie Max Weber, und seine Worte sind perfekt zurechtgelegt, eine fast be&#228;ngstigende Maschine.
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		<title>Filter oder Resonanz? Pl&#228;doyer f&#252;r ein produktives Spannungsverh&#228;ltnis</title>
		<link>http://carta.info/35977/filter-oder-resonanz-plaedoyer-fuer-ein-produktives-spannungsverhaeltnis/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Nov 2010 22:34:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nicht nur im Automobilbau, auch in der Medienbranche nimmt das Interesse an Hybridmodellen zu. Denn die Kombination aus redaktionellem Filter und Nutzerresonanz ist herk&#246;mmlichen Medien &#252;berlegen.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/572036b1aa864cd4a0a6862772dde040" width="1" height="1" alt=""/>Der eine (Frank Schirrmacher) betont gern die Notwendigkeit der <a href="http://philippe-wampfler.com/2009/11/20/payback-frank-schirrmacher-und-die-brave-new-digital-world/">Filter</a> im &#246;ffentlichen Diskurs. Der andere (Peter Kruse) betrachtet <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article10868136/Das-Internet-ist-ein-Experiment-ohne-Alternative.html">die Resonanz</a> als treibende Kraft im kommunikativen Netz. Beide haben ein St&#252;ck weit Recht – deshalb richten sich die Fantasien vieler Netz-Werker auf eine Kombination der beiden Ans&#228;tze. In der Diskussion werden sie meist als Gegensatzpaar beschrieben:</p>
<ul>
<li>Die <em>Resonanzkultur</em> der Netzkommunikation wird h&#228;ufig mit diesen Worten charakterisiert: &#220;berflutung, Welle, Overkill, M&#252;ll, Irrelevanz, Amateure, Aufschaukelung, Erregung, Irrationalismus, <em>hochkochen</em>, Mob, Hype, Resonanzboden, Mobilisierung, Schwarmintelligenz, Unmittelbarkeit, Schnelligkeit, Emotion, Empathie. Die <a href="http://carta.info/24656/schwimmen-nicht-filtern-peter-kruse-im-interview/">Resonanz-Kultur</a> ist anarchisch und Nutzer-gesteuert. Ihr Anwalt ist der Bremer Organisationspsychologe <a href="http://blog.politik.de/politikkongress/keynote-die-magie-emotionaler-resonanz/1021/">Peter Kruse</a>.</li>
<li>Die <em>Filterkultur</em> der traditionellen Vermittler-Kommunikation wird dagegen so charakterisiert: Ordnung, Auswahl, Orientierung, Konzentration, Relevanz, Qualit&#228;t, Professionalit&#228;t, Kanalisierung, Autorit&#228;t, Nachdenklichkeit, Kontrolle, Regulierung, Distanz, Rationalismus, <em>vorkauen</em>, Selektion, Zensur. Die Filter-Kultur ist hierarchisch und Gatekeeper-gesteuert. Ihr Anwalt ist der Frankfurter Publizist <a href="http://www.youtube.com/watch?v=gl05ig3GZgs">Frank Schirrmacher</a>.</li>
</ul>
<p>Nat&#252;rlich ist der hier beschriebene Gegensatz Theorie. These und Antithese stehen sich sozusagen idealtypisch gegen&#252;ber. In der Praxis stellen wir fest, dass die eine Kultur h&#228;ufig Anteile der anderen in sich tr&#228;gt (und in der Sarrazin-Debatte oder in der aktuellen &#8220;Terror-Angst&#8221; erleben wir, dass sich das Anteilsverh&#228;ltnis auch g&#228;nzlich umkehren kann):</p>
<ul>
<li><em>Emotionale Resonanzen existieren</em> auch in Filterkulturen: Man nennt sie dann Klatsch, Ger&#252;cht, Mode, Trend, Schlagzeile, Propaganda, Kampagne, Stimmungsmache, Volksverhetzung oder Druckkulisse.</li>
<li><em>Und rationale Filter</em> existieren auch in Resonanzkulturen: Sie hei&#223;en dann Moderation, relativierender Kommentar, ;-), Spamfilter, L&#246;schtaste, Tag, find, sort, Plug-In, Algorithmus, App, Suchmaschine, Cyber Patrol, Kindersicherung oder Deep Packet Inspection.</li>
</ul>
<p>In der Praxis mischen sich die Kulturen. Es gibt starke Resonanzkulturen mit schwachen Filtern und es gibt rigide Filterkulturen mit schwachen Resonanzen.</p>
<p><strong>Die Kombination aus beiden nennt man Hybrid. Solche <a href="http://www.magda.de/76/back/26/artikel/die-frank-schirrmacher-maschine/">Hybridmodelle</a> k&#246;nnten den Strukturwandel der &#214;ffentlichkeit in den n&#228;chsten Jahren pr&#228;gen. Aber sie bergen auch Risiken. </strong>Sie k&#246;nnen die gesellschaftliche Entwicklung f&#246;rdern, und sie k&#246;nnen &#8216;hurrikan-&#228;hnliche&#8217; Verw&#252;stungen anrichten.</p>
<p><strong>So lange Filter und Resonanz in einem produktiven Spannungsverh&#228;ltnis zueinander stehen &#8211; so lange sie sich gegenseitig korrigieren, kritisieren, ausbalancieren und in Schach halten &#8211; ist die &#246;ffentliche Kommunikation intakt.</strong> Entstellt oder verzerrt wird die Kommunikation dagegen, wenn sich die beiden Kulturen z.B. in einer Hand konzentrieren.</p>
<p>W&#252;rden Filter nur genutzt, um emotionale Resonanzen zu verst&#228;rken oder in bestimmte Richtungen zu lenken, h&#228;tten wir bald ein Problem. K&#246;nnten sich hierarchische (nicht demokratisch legitimierte, nicht transparente) Filterkulturen in digitalen Resonanzkulturen breit machen, w&#252;rden gef&#228;hrliche Vermachtungen erzeugt: Industrien k&#246;nnten sich dann des Netzes und seiner Resonanzen „bedienen“. Populistische Bewegungen k&#246;nnten mit Resonanzen ihre Spielchen treiben. Autorit&#228;re Regime k&#246;nnten das Aufschaukeln von Resonanzen zur Ausgrenzung anders Denkender perfektionieren.</p>
<p><strong>Filter und Resonanz w&#228;ren dann keine produktiven Gegens&#228;tze,</strong> keine Antipoden im Sinne demokratischer „checks and balances“ mehr &#8211; sie w&#228;ren gleichgeschaltet. Die eine Kultur h&#228;tte die andere geschluckt bzw. zu ihrer Dienerin gemacht.</p>
<p>Deshalb sollte der Gegensatz von Filter und Resonanz bei Hybridmodellen beachtet und bewusst aufrechterhalten werden. Nur so k&#246;nnen die Vorteile der beiden Kulturen ausgesch&#246;pft, ihre Nachteile erkannt und die Tendenzen in Richtung formierter Gesellschaft vermieden werden.
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		<title>Axel E. Fischer fordert Blumenk&#252;bel vor allen Internetportalen</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Nov 2010 20:27:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Axel E. Fischer]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Supermeme]]></category>
		<category><![CDATA[Vermummungsverbot]]></category>

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		<description><![CDATA[Thilo Sarrazin hat es vorgemacht: Man muss nur etwas Schr&#228;ges behaupten oder fordern oder machen - schon l&#228;uft die PR wie geschmiert. Oder auch nicht. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Axel E. Fischer, bislang eher unauff&#228;lliger Abgeordneter aus Baden-W&#252;rttemberg (aber immerhin Vorsitzender der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“), hat sich vor wenigen Tagen f&#252;r ein <a href="http://www.zdnet.de/news/digitale_wirtschaft_internet_ebusiness_cdu_politiker_fordert__vermummungsverbot_im_internet_story-39002364-41540705-1.htm">„Vermummungsverbot im Internet“</a> ausgesprochen. Er forderte die Offenlegung der Identit&#228;t von Kommentatoren in Foren und Blogs unter Zuhilfenahme des neuen elektronischen Personalausweises. Seine Begr&#252;ndung: Man k&#246;nne nur Menschen ernst nehmen, die sich nicht hinter irgendwelchen Pseudonymen oder Fantasienamen verstecken. Auch die Umgangsformen im Netz w&#252;rden sich dann verbessern.</p>
<p>Das war nat&#252;rlich ein gefundenes Fressen f&#252;r Nerds, Digital Natives, Piraten, Satiriker und <a href="http://carta.info/14725/der-troll-im-netz/">Br&#252;ckentrolle</a>. Denn ver&#228;ppelnde Nachahmung geh&#246;rte schon immer zu den St&#228;rken der Netzbewohner. Begeistert <a href="http://t3n.de/news/twitter-meme-axel-e-fischer-fordert-285137/">fluteten</a> sie das Netz mit der neuen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Meme">Supermeme</a> <a href="http://t3n.de/news/twitter-meme-axel-e-fischer-fordert-285137/">„Axel E. Fischer fordert“</a>. Seit dem legend&#228;ren <a href="http://www.muensterschezeitung.de/lokales/neuenkirchen/Grosser-Blumenkuebel-zerstoert;art997,988637">Blumenk&#252;bel</a> aus dem M&#252;nsterland hat es einen solchen <a href="http://carta.info/33234/sarrazins-frei-erfundene-fakten-supermeme-und-die-normativen-kraft-der-oeffentlichkeit/">Hype</a> nicht mehr gegeben. Beispiele? Hier sind die Listen von:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.netzpolitik.org/2010/meme-axel-e-fischer-fordert/">Netzpolitik</a></li>
<li><a href="http://www.norbert-hense.de/blog/?p=189">Norbert Hense</a> (Piraten)</li>
<li><a href="http://forum.golem.de/read.php?98,2525900,2532967">Golem</a></li>
<li><a href="https://search.twitter.com/search?q=Axel+E.+Fischer+fordert">Twitter</a></li>
</ul>
<p>Bei Google erreicht der Suchbegriff „Axel E. Fischer fordert“ inzwischen mehr als 20.000 Treffer. Einige Blogs stellen auch schon <a href="http://blubberfisch.wordpress.com/2010/11/15/axel-e-fischer-fordert/">„Best of“-Listen</a> zusammen. Ja, das Netz kann so gemein und gnadenlos sein!!</p>
<p>Axel E. Fischer selbst rudert inzwischen heftig zur&#252;ck. Man habe ihn <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/axel-e-fischer-erklart-vermummungsverbot/">falsch verstanden</a>. Er habe lediglich die Offenlegung der Identit&#228;t in politischen Debatten gemeint. Das ist &#8230; h&#252;stel/r&#228;usper&#8230; die mit Abstand glaubw&#252;rdigste Entlastungsargumentation seit Neven DuMonts heimlichen Laptop-Nutzern.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35857&amp;md5=7c3f69f8272748a619c1f9f48a198f58" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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