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	<title>CARTA &#187; Horst Schlämmer</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Isch gehe nischt hin! (Habe Fu&#223;!)</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 09:25:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei der Pressekonferenz der Horst-Schl&#228;mmer-Partei spielten die Medien sich selbst. F&#252;r die Geh-nicht-hin-Kampagne dagegen hielt man das Publikum f&#252;r zu dumm. Die Kollisionen von medialer und realer Welt nehmen zu.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/ac7c017755f417e6d7ec5e6bf6758b" width="1" height="1" alt=""/>Es ist gerade mal drei Wochen her, da machte ein “Wahlwerbespot” die Runde durch das Internet – unter dem Motto <strong>“</strong><a href="http://gehnichthin.de/">Geh nicht hin!</a><strong>”</strong> dr&#252;ckten verschiedene mehr oder weniger bekannte Menschen aus Deutschland ihre Vorbehalte gegen&#252;ber dem Urnengang aus. Bald darauf gab es einen mittelschweren Medienaufruhr, was das denn solle – und obwohl binnen zwei Tagen klar war, was und wer sich hinter dem Video verbirgt, n&#228;mlich <a href="http://politik-digital.de/">politik-digital.de</a> und <a href="http://www.probono.tv/">probono.tv</a>, wurden zahlreiche Beobachter nicht m&#252;de, auf die Gefahren des “negativen Wahlaufrufs” hinzuweisen. Hinzu kamen n&#246;rgelnde Untert&#246;ne, dass es sich bei der Aktion ja ohnehin nur um eine “billige” Kopie einer US-amerikanischen <a href="http://www.youtube.com/user/5friendsvote">Kampagne</a> handele.</p>
<p>Nun gut, man kann die seltsame Aufregung um das Projekt als Sommerlochf&#252;llmaterial abtun – aber daf&#252;r wirkte die Besorgnis der Kommentatoren um die etwa 100.000 Zuschauer der provokanten Kurzfassung eigentlich zu echt: “Jan Hofer, ein paar Rapper, Detlev Buck, einige TV- und Seriensternchen gehen nicht zur Wahl – da bleibe ich doch auch zu Hause.” Offenbar wird das Online-Publikum von den alten Medien immer noch massiv untersch&#228;tzt. Ist das Netz das neue Unterschichtenfernsehen? (Wurde Anne-Sophie Mutter im ersten Spot eigentlich nicht erkannt, oder warum fehlte sie in den Aufreger-Artikeln?)</p>
<p>Nebenbei bemerkt – die Politiker hielten sich mit ihrer Kritik am “Geh-nicht-hin”-Video merklich zur&#252;ck. Vermutlich, weil sie nur zu genau wissen, dass ein TV-Spot, der zwei volle Monate vor der Wahl zum ersten Mal ausgestrahlt wird, am Tag des Urnengangs sowieso wieder vergessen ist – untergegangen im medialen Fegefeuer der letzten beiden Wahlkampfwochen.</p>
<p><strong>Aber darum geht es hier gar nicht.</strong></p>
<p>Denn inzwischen ist Anfang August, und wir haben den n&#228;chsten Skandal zur Bundestagswahl – nur merkt es keiner, auch nicht das sonst so vorsichtige Feuilleton, das sich noch vor ein paar Wochen in Rage gedacht hatte. Am 20. August kommt der neue Film von Hape Kerkeling ins Kino, er tr&#228;gt den sch&#246;nen Titel <strong>“Isch kandidiere”</strong>. Vermutlich handelt es sich dabei um – f&#252;r deutsche Verh&#228;ltnisse – <strong>gutes Politainment</strong>. Die begleitende Marketing-Kampagne hat es jedenfalls in sich, die <a href="http://www.waehle-schlaemmer.de/">Website</a> zieht s&#228;mtliche Register des Online-Wahlkampfs – und &#252;ber die famose <a href="http://www.n24.de/news/newsitem_5296931.html">Pressekonferenz der Horst-Schl&#228;mmer-Partei</a> (HSP) berichtete fast die gesamte Presselandschaft. Nun, genau genommen berichtete sie eigentlich nicht: die Meute spielte sich selbst in so etwas wie einem kollektiven Cameo-Auftritt. Der Schwanz hat mit dem Hund gewackelt.</p>
<p><strong>So – und wer soll das verstehen?</strong></p>
<p>Wenn das Publikum tats&#228;chlich so tumb ist, wie es vor drei Wochen beim “Geh-nicht-hin”-Spot geredet und geschrieben wurde – wie wird es wohl den “Politstar aus Grevenbroich” (Welt) einsch&#228;tzen, der doch den “Kanzler kann” (Der Westen) und via BILD sogar “Post von Wagner” bekommt? Wo bleibt die Aufregung, die Mahnung, die Kritik? Nun, gehen wir mal davon aus, dass es sp&#228;testens zum Filmstart sehr schlaue Artikel &#252;ber die subversive Seite des Films und seines Stars geben wird.</p>
<p>Die Kollisionen von medialer und realer Welt nehmen in diesem Bundestagswahlkampf offenbar zu – neben den genannten Beispielen w&#228;re noch auf die Nicht-Zulassung von “Die Partei” (das Polit-Produkt aus dem Hause Titanic) und der “Freien Union” (ist Gabriele Pauli eigentlich eine Kunstfigur?) zu verweisen. Ist die Supernanny nicht Mitglied im Deutschland-Team? Und wie war das mit den Piraten? Ist das eine Spa&#223;partei oder meinen die es ernst? Wer soll denn da noch durchblicken…</p>
<p>Disclaimer: Der Autor ist Mitglied des Vorstands von politik-digital.de und kennt das Projekt daher schon l&#228;nger. Au&#223;erdem hat er Knie, und manchmal auch R&#252;cken. Hingehen wird er am 27. September nicht (aber er hat Brief).</p>
<p><em><a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/2009/08/05/isch-gehe-nischt-hin-habe-fus/">Dieser Beitrag</a> erschien zuerst bei <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/">Internet und Politik</a>. Carta &#252;bernimmt den Artikel mit freundlicher Genehmigung des Autors als Crosspostint</em>
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