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	<title>CARTA &#187; Handelsblatt</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Korruptionsbereiter Unternehmer ver&#246;ffentlicht Reisefotos mit Politikern und Botschaftern [Update]</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 11:03:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Humborg</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eginhard Vietz ist ein vielreisender Unternehmer, der auf seiner Firmenwebsite u.a. Reisefotos mit Merkel, Wulff und Steinmeier ver&#246;ffentlicht hat. Dieser Selbstdarstellungstrieb w&#228;re lustig, aber nicht bemerkenswert, wenn er jetzt nicht offen gestanden h&#228;tte, schon mehr als einmal Schmiergeld gezahlt zu haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/8e7f63b039214a868524f22d691ac7b5" alt="" width="1" height="1" />Fotos von Reisen auf Flickr oder Facebook einzustellen, ist zum Standard geworden. Eginhard Vietz ist ein Unternehmer, der auf seiner Firmenwebsite <a href="http://www.vietz.de/seiten-de/aktuelles/aktuelle-nachrichten/aktuelles-de.html">Fotos</a> von seinen Reisen eingestellt hat, auf denen er mit Politikern oder Botschaftern zu sehen ist, darunter Merkel, Wulff, zu Guttenberg, Steinmeier, Steinbr&#252;ck und K&#246;hler. Dieser Selbstdarstellungstrieb w&#228;re lustig, aber nicht bemerkenswert, wenn dieser Unternehmer nicht letzte Woche ein aufsehenerregendes <a href="http://www.handelsblatt.com/eginhard-vietz-der-kampf-gegen-schmiergeld-ist-reine-heuchelei;2633394">Interview</a> gegeben h&#228;tte.</p>
<div id="attachment_32489" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/aufmacher34.jpg"><img class="size-medium wp-image-32489" title="aufmacher34" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/aufmacher34-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Vietz&#39; Reisefoto-Galerie: Werbefotos, auf denen Politiker neben einem  korruptionsbereiten Unternehmer zu sehen sind, sollten diese l&#246;schen lassen.</p></div>
<p>Eginhard Vietz ist ein mittelst&#228;ndischer Unternehmer aus Hannover, der im Bereich Pipelinebau t&#228;tig ist. Laut seiner Website hat die Firma Vietz Vertriebs- und Kundendienstst&#252;tzpunkte auf der ganzen Welt, darunter Libyen, &#196;gypten, Kolumbien, Brasilien, Indien und Pakistan. Nach eigenen Angaben hat Vietz einen Jahresumsatz von rd. 55 Mio. Euro.</p>
<p>Vergangene Woche gew&#228;hrte Herr Vietz dem <em>Handelsblatt</em> Einsichten in seine Einstellungen, Erfahrungen und Praktiken im Umgang mit Auslandskorruption. Offen gestand er, dass er schon mehr als einmal Schmiergeld gezahlt habe. In L&#228;ndern wie Algerien, &#196;gypten oder Nigeria ginge es nicht anders. Allerdings ist Auslandskorruption seit elf Jahren in Deutschland <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/intbestg/index.html">verboten</a>. Immerhin steht auf das Delikt eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu f&#252;nf Jahren.</p>
<p>Auf die Nachfrage des Journalisten, ob er denn keine Angst vor den deutschen Beh&#246;rden habe, machte er geltend, er sage nur, was alle w&#252;ssten. Auf das Nachhaken, dass die Zahlung von Schmiergeld strafbar sei, verstieg er sich zur Aussage, niemand habe einen Nachteil aus dem, was er tue. Die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland reagierte und zwei Tage sp&#228;ter war im Handelsblatt ein <a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/geschaeftspraktiken-jeder-korruptionsfall-produziert-opfer;2634396">Meinungsbeitrag</a> des stellvertretenden Vorsitzenden Peter von Blomberg zu lesen [<em>Disclaimer: Der Autor ist Gesch&#228;ftsf&#252;hrer von Transparency International Deutschland</em>].</p>
<p>Das Interview von Vietz wird die Schwerpunktstaatsanwaltschaft  Korruption in Hannover mit gro&#223;em Interesse gelesen haben. Sie wird kaum  umhin kommen, von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren gegen Vietz  einzuleiten.</p>
<p>Vor wenigen Monaten hatte die <em>Bild</em> in einem <a href="http://www.bild.de/BILD/regional/hannover/leute/2010/02/10/unternehmer-eginhard-vietz/erster-unternehmer-mit-eigener-briefmarke.html">Beitrag</a> &#252;ber das bizarre Briefmarkenhobby von Vietz berichtet. In Indonesien existieren inzwischen verschiedene Briefmarken mit seinem Konterfei gemeinsam mit Politikern. So sind Merkel, zu Guttenberg und K&#246;hler auf indonesischen Briefmarken mit Vietz verewigt.</p>
<p>Immerhin mindestens zehn Exzellenzen haben sich mit Vietz in den letzten zwei Jahren ablichten lassen: Die Botschafter Klaus Peter Brandes (Abu Dhabi), Dr. Dirk Baumgartner (Katar), Dr. Claude Robert Ellner (Kuba), Dr. Michael Schaefer (China), Pius Fischer (Mongolei), Dieter W. Haller (S&#252;dafrika), Dr. Christoph M&#252;ller (Peru), J&#252;rgen Christian Mertens (Kolumbien), Dr. Norber Baas (S&#252;dkorea) und Hans-Joachim Daerr (Japan). Vietz schreibt auf seiner eigenen <a href="http://www.vietz.de/seiten-de/aktuelles/aktuelle-nachrichten/aktuelles-botschaften.html">Website</a>, dass er auf seinen zahlreichen Auslandsgesch&#228;ftsreisen die Unterst&#252;tzung der deutschen Botschaften erfahren durfte und in einigen F&#228;llen von den deutschen Botschaftern pers&#246;nlich zu den Gespr&#228;chsterminen mit den potentiellen Kunden begleitet wurde.</p>
<p>Ob das Ausw&#228;rtige Amt von den gesch&#228;ftlichen Vorlieben des Herrn Vietz wusste? Welche Rolle spielen die Botschaften im Kampf gegen Korruption, wenn angeblich doch alle wissen, dass geschmiert wird? Weisen die Botschaften deutsche Gesch&#228;ftsleute hinreichend auf die Gesetzeslage hin und stellen sicher, dass es nicht zum Gesetzesbruch kommt? Wird es weiterhin Gesch&#228;fts- und Fototermine von Botschaftern mit Herrn Vietz geben?</p>
<p>Ein Sprecher des Ausw&#228;rtigen Amtes erkl&#228;rte auf Anfrage, dass Herr Vietz und sein Unternehmen dem Ausw&#228;rtigen Amt bekannt seien und dass Korruption wirtschaftliche, soziale und politische Sch&#228;den mit sich br&#228;chte. Daher setze sich die Bundesregierung – auch das Ausw&#228;rtige Amt und seine Auslandsvertretungen – f&#252;r die Einhaltung der einschl&#228;gigen OECD-&#220;bereinkommen ein. Deutsche Auslandsvertretungen stehen selbstverst&#228;ndlich f&#252;r Ausk&#252;nfte auch zu diesem Thema zur Verf&#252;gung.</p>
<p>Auf die entscheidende Frage zuk&#252;nftiger Gesch&#228;fts- und Fototermine mit Herrn Vietz hei&#223;t es lapidar: „Das Ausw&#228;rtige Amt misst der F&#246;rderung der deutschen Wirtschaft im Ausland hohe Priorit&#228;t zu.“ Mit anderen Worten: Zuk&#252;nftige Termine werden in keiner Weise ausgeschlossen. Ein klares Bekenntnis gegen Korruption sieht anders aus.</p>
<p>Dem Ausw&#228;rtigen Amt und den betroffenen Politikern sei angeraten daf&#252;r zu sorgen, dass die Werbefotos, auf denen sie neben einem korruptionsbereiten Unternehmer zu sehen sind, aus dem Netz verschwinden.</p>
<p><strong>Update (20.08.2010): </strong>S&#246;nke Iwersen <a href="http://www.handelsblatt.com/unternehmen/koepfe/razzia-beim-mittelstaendler-vietz-dann-gehe-ich-ins-gefaengnis;2639352;0">berichtet</a> am heutigen Freitag im <em>Handelsblatt</em>, dass Vietz&#8217; Firma und Privathaus gestern auf der Suche nach Beweisen f&#252;r jahrelange Schmiergeldzahlungen an ausl&#228;ndische Auftraggeber durchsucht wurde. Er zitiert Eginhard Vietz, der angibt, dass es nun einmal L&#228;nder gebe, in denen es nicht anders ginge:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Ungerechtigkeit, die mir hier widerf&#228;hrt, &#228;rgert mich ma&#223;los. Wir haben vor allem amerikanische Unternehmen als Konkurrenz, und die Amerikaner schmieren weltweit wie die Teufel. Da kann ich nicht als Saubermann agieren. Das ist die Wahrheit, die keiner h&#246;ren will.&#8221;</p>
<p>Nach Angaben der Staatsanwaltschaft drohen Vietz nun bis zu f&#252;nf Jahre Haft pro Bestechungsfall. Dazu Vietz: &#8220;Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Wenn es sein muss, gehe ich eben ins Gef&#228;ngnis.&#8221;</p></blockquote>
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<a href="http://carta.info/32482/korruptionsbereiter-unternehmer-veroeffentlicht-reisefotos-mit-politikern-und-botschaftern/">Korruptionsbereiter Unternehmer ver&#246;ffentlicht Reisefotos mit Politikern und Botschaftern [Update]</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/32482/korruptionsbereiter-unternehmer-veroeffentlicht-reisefotos-mit-politikern-und-botschaftern/#comments">10 comments</a>
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		<title>Das neue Handelsblatt: Br&#246;ckelnde Substanz</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 09:34:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Handelsblatt wurde optisch gr&#252;ndlich renoviert, nur inhaltlich &#228;nderte sich wenig: Noch immer atmet die Zeitung den Geist der Wirtschaftswunder-Bundesrepublik und ist damit alles andere als der Schrittmacher einer neuen Epoche. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/449a333c742d480a83bd67b491e06516" alt="" width="1" height="1" /><strong>Substanz entscheidet</strong>. Ginge es nach diesem Satz, m&#252;sste die Auflage des <a href="http://www.handelsblatt.com">Handelsblatts</a> eigentlich seit Jahren steigen. Doch <a href="http://meedia.de/typo3conf/ext/m2analyzer/analyzer/graph.php?time=5&amp;category=2&amp;titel=144">das Gegenteil ist der Fall</a>, so dass man sich in D&#252;sseldorf jetzt wohl zur <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/kinder-der-krise/">Flucht nach vorn</a> entschieden hat: Das Handelsblatt erscheint jetzt im kleineren Tabloid-Format und optisch verj&#252;ngt. Parallel dazu wurde auch der Internetauftritt angepasst und kompakter gestaltet.</p>
<p>Von der Optik her betrachtet erscheinen beide Ausgaben (Print und Online) gut gelungen: Frisch und modern wirken sie, wobei den Lesern der Druckausgabe schon eine gewisse Umgew&#246;hnung abverlangt wird. Nichts weniger als die &#8220;Zeitung der Zukunft&#8221; habe man geschaffen, verk&#252;ndet <a href="http://relaunch.handelsblatt.com/2009/10/29/mario-garcia-uber-das-neue-handelsblatt/">Stardesigner Mario Garcia</a>, der ma&#223;geblich am Neuentwurf mitgearbeitet hat.</p>
<p>Zu hoffen bleibt, dass die treuen Anh&#228;nger der Printausgabe die Umstellung auf das neue Format akzeptieren werden. Denn <strong>neue und vor allem j&#252;ngere Leser d&#252;rfte das Handelsblatt schwerlich gewinnen</strong> und das liegt nicht an der Optik. Die Inhalte sind es, die diese Zeitung irgendwie uninspiriert und bem&#252;ht wirken lassen.</p>
<p>Dem Handelsblatt des Jahres 2009 <strong>fehlt jede Vision f&#252;r eine Wirtschaft des 21. Jahrhunderts</strong>. N&#252;chtern und sachlich rapportiert man den Sachstand und zwischen den Zeilen schimmert &#252;berall die alte Bundesrepublik der 1980er Jahre durch, als man mit quantitativem Wachstum noch alle Probleme l&#246;sen konnte und Deutschland die Konjunkturlokomotive der westlichen Welt war.</p>
<p>Doch die Zeiten haben sich gr&#252;ndlich ge&#228;ndert. Die Wirtschaft steckt aktuell nicht nur in einer Krise, sondern in einem fundamentalen Umbruch. Deutschland ist nicht mehr Ankerpunkt und Bollwerk des Westens, sondern nur noch ein R&#228;dchen in einem viel gr&#246;&#223;er und schneller gewordenen Getriebe.</p>
<p>Das Handelsblatt aber berichtet von einem Unternehmer, der <a href="http://www.handelsblatt.com/technologie/energie_technik/solarmodule-mit-sonnenkraft-laenger-surfen;2476217">Solarmodule auf die Deckel von Laptops</a> packen m&#246;chte, damit deren Akkulaufzeit verl&#228;ngert werden kann. Diese bahnbrechende &#8220;Erfindung&#8221; ist der Zeitung sogar einen Innovationspreis wert und dokumentiert doch im Grunde nur, wie schwer wir uns hierzulande mit Neuerungen tun, die nachhaltig neue M&#228;rkte und Arbeitspl&#228;tze schaffen k&#246;nnen. Warum aber merken die Macher des Handelsblatts nicht, in welch <strong>kleingeistigen Horizonten</strong> wir uns in Deutschland heute vielfach bewegen?</p>
<p>Vielleicht sollte sich das Handelsblatt mal einen Blogger als Vorbild nehmen: <strong>Sascha Pallenberg</strong> schreibt &#252;ber Netbooks und weil das Herz dieser Industrie nicht in Deutschland, sondern in Asien schl&#228;gt, ist er kurzerhand umgezogen. Er <a href="http://www.netbooknews.com/">bloggt</a> und <a href="http://twitter.com/sascha_P">twittert</a> jetzt aus Taiwan, wenn er nicht gerade in Amerika oder Europa unterwegs ist. Sein Blog gibt es praktischerweise auch in englischer Sprache, denn Ber&#252;hrungs&#228;ngste kennt Sascha nicht. <strong>Das Handelsblatt aber sitzt wie festgekettet in D&#252;sseldorf</strong>, gefangen in &#252;berkommenen <a href="http://relaunch.handelsblatt.com/historie-des-handelsblatts/">Traditionen</a> und orientiert sich an Leitbildern, die heute einfach nicht mehr gelten. Kein Wunder, dass da eine Reise an den Bodensee zur Offenbarungstour ger&#228;t und die Solarmodule auf Laptops wie ein segensreicher Geniestreich erscheinen.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund spielt es dann auch keine Rolle mehr, dass das Handelsblatt mit seinem neuen Auftritt im Internet gut f&#252;r die Zeit der portablen Endger&#228;te ger&#252;stet ist und auch alle wichtigen Anforderungen des Social Web erf&#252;llt. An der Technik liegt es nicht. Es sind die Inhalte mit denen man sich zum &#8220;<strong>Biedermann 2.0</strong>&#8221; macht und den Geist des epochalen Wandels, der gerade durch die Weltwirtschaft pfl&#252;gt, verpasst. Substanz entscheidet und an der Auflage wird man es ablesen. Ganz bestimmt.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=17511&amp;md5=cbce35723b03a25c7f59c0ba98b65bb9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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