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	<title>CARTA &#187; Google</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Warum Googles „semantische Suche“ ein PR-Desaster war und trotzdem kommt</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 11:51:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tassilo Pellegrini</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn Google an einer Schraube seiner Suchmaschine dreht, verf&#228;llt der Rest der Welt in Schockstarre. Dies war k&#252;rzlich zu beobachten, als Google &#252;ber einen Artikel des Wall Street Journals  verk&#252;nden lie&#223;, in Zukunft seine Suchmaschine auf „Semantik“ umzustellen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>1) Die Semantik, die sie meinen</strong></p>
<p>Semantische Suche ist gemeinhin ein Oberbegriff f&#252;r eine Reihe von Methoden und Technologien, die dazu geeignet sind, den Sinngehalt eines Begriffes bei der Zusammenstellung von Suchergebnissen zu ber&#252;cksichtigen. Somit ist es m&#246;glich, sinnverwandte Konzepte zu b&#252;ndeln und von Konzepten, die lediglich die gleiche Schreibweise haben, abzugrenzen. Ein Jaguar kann ein Tier, eine Automarke, ein Jagdpanzer oder ein Gitarrenhersteller sein. Ebenso kann man auf die Insel Java auf Urlaub fahren oder mit der gleichlautenden Programmiersprache die n&#228;chste Killerapplikation f&#252;rs Internet bauen.</p>
<p>Mittlerweile sind semantische Systeme so weit fortgeschritten, dass sogenannte „Named Entities“ – von denen Google mehrere hundert Millionen in seinem Index vorr&#228;tig h&#228;lt – nicht nur erkannt, sondern auch sinngem&#228;&#223; kontextualisiert werden k&#246;nnen. Kontextualisierung bedeutet, dass Google auf Basis der Eigenschaften von Objekten, die auf ein „Wissensmodell“ (auch Knowledge Graph bzw. Ontologie genannt) &#252;bertragen werden, &#196;hnlichkeiten und Beziehungen automatisch erkennen kann, um z.B. Suchanfragen zu bedienen wie: Welche klassischen Komponisten sind in Wien gestorben? Antwort: Mozart und Beethoven. Oder: Welche L&#228;nder haben die h&#246;chste Sterberate? Antwort: Fragen Sie Google&#8230;</p>
<p>Zus&#228;tzlich ist Google in der Lage, relativ komplexe nat&#252;rlich-sprachliche Konstrukte mit einer hohen Pr&#228;zision zu analysieren, um beispielsweise die journalistische Berichterstattung nachtr&#228;glich vollautomatisiert auf Sinnzusammenh&#228;nge zu untersuchen, etwa: Wer sagte wann was wor&#252;ber in welcher Tonalit&#228;t? Dieses Feld der sogenannten Sentiment Analyse weckt insbesondere im Bereich von Online-Werbung und Social Media Monitoring Begehrlichkeiten, verspricht es doch die subliminale Bedienung und Steuerung von Konsuminteressen und die Verringerung von Streuverlusten.</p>
<p><strong>2) Google ist nicht allein, aber gut vorbereitet</strong></p>
<p>Im Bereich der Computational Semantics spielen neben den sprachanalytischen Methoden auch Metadaten eine wichtige Rolle. Bisher bestand jedoch das Problem, dass eine fehlende Standardisierung von deskriptiven Metadaten in Form von Schemata und Vokabularen deren automatische Verarbeitung massiv erschwerte. F&#252;r dieses Problem h&#228;lt Google eine simple, aber effektive L&#246;sung bereit. Mit dem Open Data Service <a href="http://schema.org">schema.org</a> betreiben Google, Bing, Yahoo! und Yandex seit 2011 eine umfangreiche Sammlung an Vokabularen und Metadaten-Schemata, die f&#252;r die Auszeichnung von Objekten verwendet werden k&#246;nnen und die von den Bots der gro&#223;en Suchmaschinenanbieter indiziert werden.</p>
<p>Die Kompetenz der Metadatenbewirtschaftung hat sich Google im Jahr 2010 unter anderem mit dem Unternehmen MetaWeb eingekauft, das mit dem Portal <a href="http://www.freebase.com/">Freebase</a> eine vor allem in den USA h&#228;ufig genutzte, hoch-strukturierte Alternative zu Wikipedia betreibt. MetaWeb hat sich auf die Verarbeitung von semantischen Metadaten spezialisiert, und dieses Wissen setzt Google seither in zunehmenden Ma&#223;e zur besseren Strukturierung und Segmentierung seiner Suchergebnisse (Rich Snippets) ein. Dies wird in Zukunft vor allem f&#252;r den Bereich eCommerce, aber auch f&#252;r die Suchmaschinen-Optimierung interessant. Die  so genannten Mikroformate bzw. Semantic Metadata werden eine wichtige Rolle bei der personalisierten Darstellung und Qualit&#228;tsbeurteilung von Information spielen &#8211; und dieser Umstand sorgt unter den Online-Vermarktern f&#252;r Nervosit&#228;t.</p>
<p><strong>3) Berechtigte Nervosit&#228;t oder doch nur PR?</strong></p>
<p>Doch die Meinungen unter den Werbern und Suchmaschinen-Optimierern sind geteilt. So sehen die einen eine semantische Wende am Horizont und prophezeien <a href="http://mashable.com/2012/03/22/google-semantic-search-seo/ ">tiefgreifende Ver&#228;nderungen f&#252;r den Suchmaschinen-Werbemarkt</a>.  Im Bereich des Suchmaschinen-Marketings wird das Keyword-Advertising durch das Concept-Advertising ersetzt. &#220;beroptimierte Seiten werden <a href="http://www.pcmag.com/article2/0,2817,2401732,00.asp">im Ranking abgestraft</a>, w&#228;hrend der <a href="http://www.mediapost.com/publications/article/170409/how-semantic-search-impacts-ad-targeting.html">semantische Abgleich von Werbe-Content mit Page-Content</a> eine h&#246;here Granularit&#228;t und Treffsicherheit bei der Ansprache von Konsumenten garantiert.</p>
<p>Die anderen fragen wiederum, was an Googles Verlautbarungen grunds&#228;tzlich neu sei, ist doch schon seit Jahren bekannt, dass nicht nur Google semantische Technologien zur Qualit&#228;tsverbesserung seiner Suchdienste einsetzt &#8211; ohne seine Gesch&#228;ftspraxis zu ver&#228;ndern. Das „Keyword“ wird im Hintergrund schon lange als Konzept behandelt, und hinter dem neu aufkeimenden Hype um „semantische Suche“ <a href="http://searchengineland.com/wsj-says-big-google-search-changes-coming-reality-check-time-115227">vermuten viele eher eine fehlgelaufene PR-Aktion</a> als einen radikalen technologischen Sprung.</p>
<p>Wer immer Recht behalten mag, eines ist mittelfristig absehbar: Die Art des automatisierten Umgangs mit Information wird sich &#228;ndern, denn die Verf&#252;gbarkeit von hoch-strukturierten semantischen Daten im Web nimmt zu, wie die Beispiele <a href="http://meta.wikimedia.org/wiki/Wikidata">Wikidata</a>, die <a href="http://linkeddata.org/">Linked Data Cloud </a>oder <a href="http://www.opengovpartnership.org/">Open Government Data</a> zeigen. Auch ist absehbar, dass diese Daten bewirtschaftet werden wollen und Google dazu seine Pl&#228;ne bereits in der Schublade hat.</p>
<p>Hier geht der Trend eindeutig von der Dokumentsuche hin zur Faktensuche und Question-Answering-Machine, die vor allem auf mobilen Endger&#228;ten neue Formen der multimodalen Interaktion (Speech to Text et vice versa) erm&#246;glichen wird. Der damit verbundene „Semantic Turn“ wird jedoch nicht disruptiv, sondern inkrementell vonstatten gehen. Und auch wenn sich an der Oberfl&#228;che vorerst nichts grundlegend &#228;ndert, die Ver&#228;nderungen unter der Motorhaube sind massiv. Schlechte PR lenkt hiervon nur ab.</p>
<p>P.S.: Eben erst hat der Mediendienst Kress <a href="http://kress.de/mail/tagesdienst/detail/beitrag/116003-test-im-kleinen-kreis-googles-semantische-suche-zeigt-sich.html ">das Thema aufgegriffen</a> und ein <a href="http://www.engadget.com/2012/05/09/google-semantic-search/ ">Screenshot zu Googles semantischer Suche ver&#246;ffentlicht</a>.
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		<title>Die neuen Presseplayer</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 16:17:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Informationsfl&#252;sse in unserer Gesellschaft werden durch das Internet vielf&#228;ltiger. Beschr&#228;nken wir diese Vielf&#228;ltigkeit nicht, bevor sie ihr wahres Potential entfalten konnte, nur weil Konzerne wie der Axel-Springer-Verlag, welcher just Rekordgewinne vermeldete, noch mehr Marktmacht wollen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die gesellschaftliche Aufgabe des Journalismus</strong></p>
<p>Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Um sich dieser Frage  n&#228;hern zu k&#246;nnen, muss man zuerst einen Schritt zur&#252;ck machen und sich  fragen, was Journalismus eigentlich ist beziehungsweise, welche  gesellschaftliche Aufgabe er erf&#252;llt. Bricht man diese Aufgabe so weit herunter wie m&#246;glich, ergibt das Folgendes:</p>
<p>Informationen f&#252;r eine breite &#214;ffentlichkeit und damit die  Gesellschaft sichtbar machen, Informationen so zu verbinden, dass  Sachverhalte verst&#228;ndlich oder &#252;berhaupt erst erkennbar werden und  die  Grundlage, die Infrastruktur sozusagen, f&#252;r einen gesellschaftlichen  Diskurs bieten.</p>
<p>Vor dem von der Digitalisierung und dem Internet ausgel&#246;sten  Medienwandel war die Sachlage relativ einfach: Kommerziell orientierte  Organisationen, also Presseverlage, Radiosender und TV-Sender, haben  Journalisten besch&#228;ftigt, welche – im Idealfall – Inhalte verschiedener  Auspr&#228;gungen produziert haben, die die oben beschriebenen Aufgaben, gern  auch unterhaltend, erf&#252;llt haben. Diese Inhalte wurden dann im B&#252;ndel  (Zeitung etc.) gewinnbringend verbreitet. Der Endnutzer, also der Leser,  Zuh&#246;rer und Zuschauer, hat mit seiner Aufmerksamkeit bezahlt. Jedes der  privaten Presseunternehmen war entweder komplett (H&#246;rfunk, TV) oder zu  einem gro&#223;en Teil (Printpresse) werbefinanziert.</p>
<p>Wer an die &#214;ffentlichkeit treten wollte, egal ob Politiker oder  Werbekunde, musste &#252;ber diese Presseunternehmen gehen. In einigen  L&#228;ndern wie Deutschland gibt es zus&#228;tzlich zu den privaten Unternehmen  noch &#246;ffentlich-rechtliche Institutionen. Diese unterscheiden sich aber  in erster Linie nur in der Finanzierungsart von ihren Kollegen aus der  Wirtschaft.</p>
<p>Betrachtet man die reinen Organisationsformen war die Presselandschaft recht &#252;bersichtlich.</p>
<p>Seit einigen Jahren ver&#228;ndert sich diese Landschaft nun dramatisch.</p>
<p><strong>Die neue vielf&#228;ltigere Presselandschaft und die Gefahr des Presseleistungsschutzrechts</strong></p>
<p>Das Publizieren ist f&#252;r B&#252;rger in westlichen L&#228;ndern, die in der  Regel &#252;ber Internetanschl&#252;sse verf&#252;gen, von einem teuren Unterfangen,  f&#252;r das man auf Unternehmen angewiesen ist, zu einem praktisch  kostenfreien Vorgang geworden.</p>
<p>Diese erdrutschartige Ver&#228;nderung auf der Kostenseite hat nicht nur  Auswirkungen f&#252;r mitteilungsbed&#252;rftige Einzelpersonen, sondern auch auf  die Art und Weise, wie Unternehmen in diesem Bereich strukturiert werden  k&#246;nnen. Kleine Teams k&#246;nnen es mit gro&#223;en Unternehmen aufnehmen.</p>
<p>Das ist die eine Seite. Die andere Seite, die vielleicht wichtigere  Entwicklung, ist die nun erst in gro&#223;em Umfang m&#246;glich gewordene  Organisationform, die Yochai Benkler in “The Wealth of Networks”  als <em>commons based peerproduction</em>, also als allmende­basierte,  kollaborative Produktion, bezeichnet hat. Die Ergebnisse dieser  Organisationsform sind etwa Linux, Wikipedia und Guttenplag. Diese  Organisationsform wird mit exklusiven Rechten, die von Unternehmen  gehalten werden, massiv eingeschr&#228;nkt.</p>
<p>F&#252;r den Freitag habe ich beschrieben, welche Gefahr ein  Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseerzeugnisse, das implizit von der oben  beschriebenen alten Presselandschaft ausgeht, f&#252;r die neue,  vielf&#228;ltigere Presselandschaft darstellt.</p>
<p><a href="http://www.freitag.de/politik/1212-goliath-will-geld-sehen">Monopol: Goliath will Geld sehen — Der Freitag</a>:</p>
<blockquote><p>Es geht um Blogs, um Guttenplag und dessen Nachfolger  PlagiPedi, um Wikileaks und um Wikipedia, dessen  Aktualisierungsgeschwindigkeit es mittlerweile auch f&#252;r Nachrichten  relevant macht. Es geht um Infrastruktur­anbieter wie Google mit Google  News und seiner Suche, um Twitter und Facebook. Es geht um Startups wie  Flipboard oder Commentarist, welches bereits von FAZ und S&#252;ddeutsche  verklagt wurde, w&#228;hrend andere Verlage es gern benutzen. Kurz, es geht  um alles Presse&#228;hnliche, was nicht von Presseverlagen kommt. Es geht um  die Kontrolle des Markt­umfeldes. Es geht darum, die Verlage und ihre  Leistungen &#252;ber alles andere in der Wertsch&#246;pfungskette zu stellen.</p>
<p>Wurde der Jura-Professor f&#252;r seine Funde von der S&#252;ddeutschen  bezahlt? Wurde Guttenplag finanziell an den Artikeln beteiligt, die die  dortigen Funde wiederholt haben? Wie lautet die Rechtfertigung, dass  alle f&#252;r das Weiterverbreiten von Informationen bezahlen sollen, nur die  Verlage nicht?</p></blockquote>
<p>Die Vertreter der Presseverlage sagen das nicht, aber ein  Presseleistungsschutzrecht k&#246;nnte auch die Wikipedia gef&#228;hrden. Man  f&#228;ngt bei neuen weitreichenden Gesetzen nat&#252;rlich bei den vermeintlichen  b&#246;sen und &#252;bergro&#223;en Unternehmen an, die man z&#228;hmen/ zu ‘Fairness’  zwingen will (hier: Google), langfristig geht es aber nat&#252;rlich darum,  Kontrolle am Markt auszu&#252;ben, und damit sind dann alle Akteure gemeint,  egal ob sie &#252;berhaupt am Markt agieren oder au&#223;erhalb stattfinden.</p>
<p>Man stelle sich vor, die Wikipedia k&#246;nnte nicht mehr einfach  Erkenntnisse aus Artikeln von Presseverlagen zusammenfassen, ohne diese  daf&#252;r zu bezahlen.</p>
<p><strong>Wer Zugang zu B&#252;rgern hat, kann &#214;ffentlichkeit schaffen, auch Anbieter von Webdiensten</strong></p>
<p>Anfang 2012 hat sich gezeigt, dass mittlerweile im Netz noch eine  weitere wichtige Macht entstanden ist, die &#214;ffentlichkeit erzeugen kann:  Jeder erfolgreiche Webdienst hat t&#228;glich Kontakt mit seinen Endnutzern.  Etwas, das fr&#252;her der Presse vorbehalten war. &#214;ffentliche  Meinungsbildung kann deshalb nicht nur &#252;ber die Kommunikation unter den  Nutzern auf diesen Plattformen entstehen, sondern auch von den  Unternehmen dahinter.</p>
<p>Dienste wie Wikipedia, Google und Tumblr haben in den USA ihre Nutzer  mobilisieren k&#246;nnen. Diese haben ihre Abgeordneten zu den geplanten  Gesetzen SOPA und PIPA kontaktiert und somit wohl auch ma&#223;geblich diese Gesetze zu Fall gebracht.</p>
<p>Jetzt k&#246;nnte man meinen, dass das gef&#228;hrlich sei: Diese Unternehmen  k&#246;nnen jetzt immerhin die &#214;ffentlichkeit nach ihrem Gusto formen und  leiten! Zu diesem Schluss kann man nur kommen, wenn man den B&#252;rgern  zutraut, sich in gro&#223;er Zahl gegen ihre Interessen mobilisieren zu  lassen. Tats&#228;chlich ist diese in der Tat neue und weitreichende Macht  dieser Unternehmen an einer entscheidenden Stelle stark eingeschr&#228;nkt:  Ihre Mitteilungen auf ihren Websites haben keinen direkten Einfluss auf  die politische Willensbildung. Sie m&#252;ssen die Nutzer mobilisieren. Nur  die mobilisierten, die aktiv gewordenen B&#252;rger k&#246;nnen Einfluss nehmen.</p>
<p>Das ist ein wesentlicher Unterschied zu der Macht der Presseverlage:  Diese mussten immer nur den Volkswillen vermuten und konnten damit  Einfluss nehmen.</p>
<p>Google, Wikipedia, Tumblr und Co. haben eine neue Macht bei der  Formung von &#214;ffentlichkeit, aber nur solang ihre Interessen und die  ihrer Nutzer konform gehen. Sie k&#246;nnen nicht eigene Partikularinteressen  vorantreiben. Presseverlage k&#246;nnen das dagegen sehr wohl.</p>
<p>Um das zu verdeutlichen: Gibt es eine erfolgreiche Petition, in der  &#252;ber 50.000 besorgte B&#252;rger die Einf&#252;hrung des  Presseleistungschutzrechts fordern? Nein. Warum nicht, wenn dieses Recht  so wichtig ist, dass die Zukunft der Presse und damit der Demokratie  davon abh&#228;ngt, wie es mancher Verlagsvertreter behauptet? Kann die  Presse ihre eigenen Leser, ihr Publikum, nicht mobilisieren? Warum  nicht? Vielleicht weil ihre Interessen in diesem Fall doch nicht mit  denen der Gesellschaft &#252;bereinstimmen?</p>
<p>Das Internet und seine Partizipationsm&#246;glichkeiten macht auch auf  diesem Weg offensichtlich, wie Presseverlage trotz ihres eigenen  Anspruchs nicht zwingend das Sprachrohr f&#252;r die Gesellschaft sind. Keine  bahnbrechende Erkenntnis, aber doch eine, die immer offensichtlicher  wird.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Tritt man einen Schritt zur&#252;ck, sieht man, wie vielf&#228;ltig die  Presselandschaft bereits geworden ist. Man kann auch sehen, wie sehr  sich das Erzeugen von &#214;ffentlichkeit wandelt. Der gemeinsame Nenner  dieser Ver&#228;nderungen: Sie schw&#228;chen in erster Linie die Position der  Presseverlage und der anderen etablierten Institutionen. Und das nicht  nur auf der wirtschaftlichen Seite, sondern auch auf der Seite der  Legitimation, auf deren Grundlage gesetzliche Sonderregelungen wie das <a href="http://www.neunetz.com/tag/listenprivileg/">Listenprivileg</a> und jetzt das <a href="http://www.neunetz.com/tag/presseleistungsschutzrecht/">Leistungsschutzrecht</a> durchgeboxt werden.</p>
<p>Besonders wenn man die Gesamtheit betrachtet, also all die neuen  Formen der Informationsbeschaffung und -organisierung, wird  offensichtlich, wie gef&#228;hrlich ein zus&#228;tzliches exklusives Recht sein  kann.</p>
<p><em><a href="http://www.neunetz.com/2012/03/28/die-neuen-presseplayer/">Der Text</a> ist zuerst erschienen auf <a href="http://www.neunetz.com/" target="_blank">neunetz.com</a>.</em>
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		<title>Ein Kommentarsystem von Google w&#252;rde Disqus und Co. st&#228;rken</title>
		<link>http://carta.info/42350/ein-kommentarsystem-von-google-wurde-disqus-und-co-starken/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 12:34:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Google soll an einem Kommentarsystem f&#252;r Onlinepublisher arbeiten. Das passt in die Strategie, die Google mit Google+ verfolgt: langsam alles nachbauen, was Konkurrenten wie Facebook anbieten. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://thenextweb.com/google/2012/03/27/google-to-launch-third-party-commenting-platform-to-rival-facebook/">The Next Web</a> weist auf einen <a href="http://www.tech-wd.com/wd/2012/03/26/google-days-info/">Bericht</a> hin, nach dem Google an einem Kommentarsystem f&#252;r Onlinepublisher  arbeitet. Google  spielt Catch-up und scheint, zumindest aktuell, noch nicht dar&#252;ber  nachzudenken, wie es die anderen Player im Social-Bereich (Facebook,  Twitter und Linkedin etwa) seitlich angreifen k&#246;nnte.</p>
<p>Interessanterweise wird das etwa im Kommentarbereich eher etablierte Spezialisten wie <a href="http://www.disqus.com/">Disqus</a>, welches <a href="http://disqus.com/about/">auf &#252;ber 1,3 Millionen Websites</a> eingesetzt wird, mehr st&#228;rken denn schw&#228;chen. Denn professionelle Blogs  als auch die Onlineangebote von Legacymedien konnten f&#252;r das  Outsourcing des Kommentarbereichs bisher beruhigt entweder</p>
<ul>
<li>a.) auf Facebook setzen, um damit sicherstellen, dass alle potentiellen User das System auch nutzen k&#246;nnen</li>
<li>oder b.) auf Disqus oder andere Kommentarsysteme setzen, die  fortgeschrittene Features f&#252;r Publisher mitbringen (Spezialisierung  eben).</li>
</ul>
<p>Mit dem Aufkommen eines Kommentarsystems von Google, das nat&#252;rlich  nicht mit Facebook kompatibel sein wird, steigt die Attraktivit&#228;t von  Spezialisten wie Disqus, denn die k&#246;nnen alle Systeme einbeziehen, die  die Integration erlauben. (Falls Google keine Read/Write-API anbietet,  wird das nicht Disqus, sondern Google schaden.)</p>
<p>Faustregel: Je mehr miteinander inkompatible Anbieter mit  entsprechender Reichweite auf der Daten-/Nutzerseite, desto gr&#246;&#223;er der  Sog zum Multihoming auf der Seite der Anbieter, welche auf diese Nutzer  setzen wollen.</p>
<p><em><a href="http://www.neunetz.com/2012/03/27/ein-kommentarsystem-von-google-wuerde-disqus-und-co-staerken/" target="_blank">Der Text</a> ist zuerst erschienen auf <a href="http://www.neunetz.com/" target="_blank">neunetz.com</a>.</em>
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		<title>Fair Share von Google – vielleicht geht es doch!</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2012 15:05:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timo Ehmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Google redet von Fair Share, nutzt aber bei der Werbevermarktung seine marktbeherrschende Stellung aus. Viele Paragraphen in den Allgemeinen Gesch&#228;ftsbedingungen von Google Adsense reduzieren Partner zu blo&#223;en Befehlsempf&#228;ngern. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <em>iRights.info</em> schreibt <a href="http://www.irights.info/index.php?q=node/2161&amp;Kategorie=Homepage">Andrea Lohse</a>, Professorin f&#252;r Wirtschaftsrecht an der Ruhr-Universit&#228;t Bochum, sie sehe f&#252;r die Verleger wenig Aussicht auf Erfolg mit ihrer Forderung nach einem „fair share“ gegen <em>Google</em>. Ich bin ja nur ein kleiner Medienrechtsanwalt in einer mittelgro&#223;en M&#252;nchner Kanzlei und trage keinen Professorentitel und berate nicht das Bundeswirtschaftsministerium. Man muss also nicht viel geben auf meine Meinung, aber ich glaube, dass der Gedanke von fair share so bl&#246;d gar nicht ist, wie jetzt alle tun.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was ist dieses fair share eigentlich?</strong></p>
<p>Ich muss auch zugeben, dass ich gar nicht so richtig wei&#223;, was andere unter fair share verstehen. Da werden Parallelen zum (aus anderen Gr&#252;nden abzulehnenden) Leistungsschutzrecht gezogen und es wird &#252;ber CTRs gefachsimpelt. Vielleicht verstehen auch die Verleger oder ihre Anw&#228;lte fair share anders als ich. Ich habe auch nie gelesen, was in der Kartellbeschwerde der Verleger drin steht. Vielleicht ist sie ja furchtbar mies – so etwas kommt manchmal vor. Wie auch immer: Ich jedenfalls verstehe fair share so, dass <em>Google</em> etwas abgeben muss an die anderen Mitbewohner im &#214;kosystem Internet, weil sie die Gro&#223;en und Reichen sind und die Gro&#223;en und Reichen den Kleinen und Armen immer etwas abgeben m&#252;ssen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie gro&#223; und reich ist Google?</strong></p>
<p><em>Google</em> ist zweifellos ein Monopolist wie es ihn noch nie gab. <em>Google</em> f&#228;hrt das dicke Geld im Internet ein und danach kommt lange lange nichts. 2011 waren es fast 38 Mrd. Dollar <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Google_Inc.">Umsatz</a>, mehr als das Zehnfache im Vergleich zu <em>Facebook</em>. Und die Kostenquote ist grandios: Nur 32.467 Mitarbeiter, dazu noch ein paar Serverfarmen, keine Produktion<del>, kein Vertrieb</del>. Das ist wie eine Maschine, die Gelddruckmaschinen baut. Da ist man nat&#252;rlich froh, dass der Wahlspruch von <em>Google</em> lautet: „Don´t be evil!“ Na dann ist ja alles gut! Das Gesch&#228;ftsmodell ist zielgenaue Werbung. Die kann man buchen, &#252;ber <em>Google-Adwords</em>. Es gibt aber noch einen weiteren Dienst, mit dem <em>Google</em> die Reichweite seiner Werbung auf fremde Seiten (z.B. <em>stern.de</em>) ausdehnt &#8211; der hei&#223;t <em><a href="https://accounts.google.com/ServiceLogin?service=adsense&amp;rm=hide&amp;nui=15&amp;alwf=true&amp;ltmpl=adsense&amp;passive=true&amp;co">Google-Adsense</a></em>, und das ist der einzige Dienst, der jetzt schon Geld von <em>Google</em> an die Anbieter von Internetseiten (Publisher) flie&#223;en l&#228;sst. Niemand bringt algorithmisch zielgenauere Werbung auf Ihre Seiten als <em>Google-Adsense. </em>Das liegt daran, dass <em>Google</em> alles &#252;ber alle Menschen wei&#223;. Oder wie es Eric Schmidt formuliert:</p>
<blockquote><p><em>„Wir wissen, wo du bist. Wir wissen, wo du warst. Wir wissen mehr oder weniger, wor&#252;ber du nachdenkst.“</em></p></blockquote>
<p>Im Zusammenhang mit den neuen Datenschutzbestimmungen skizziert <em>Google</em> bereits relativ pr&#228;zise, auf welch sch&#246;ne neue Welt man bei <em>Google</em> hinarbeitet.</p>
<blockquote><p><em>„Wir k&#246;nnen euch daran erinnern, dass ihr f&#252;r ein Meeting sp&#228;t dran seid – basierend auf eurem Standort, eurem Kalendereintrag und der Stra&#223;enverkehrsinformation in Google Maps.“</em></p></blockquote>
<p>Da also <em>Google</em> alles wei&#223; und sich die besten Techniker leisten kann &#8211; man braucht davon sowieso nicht allzu viele &#8211; kann es dieses Wissen dazu einsetzen, die passende Werbung f&#252;r genau Ihre H&#228;morrhoiden oder genau Ihren Scheidenpilz auszuliefern, passend abgestimmt auf die Drogen, die sie sonst so nehmen. Jedenfalls ist <em>Google-Adsense</em> seinen Mitbewerbern im Bereich Werbevermarktung ungef&#228;hr so &#252;berlegen wie ein Ferrari einem Dreirad. Diese &#220;berlegenheit bezieht sich aber nicht allein auf die auswertbare Datenbasis, den technologischen Vorsprung und den nur in 10er-Potenzen messbaren Reichweitenvorteil, sondern mit gro&#223;er Wahrscheinlichkeit auch auf den erzielbaren Preis pro Werbeauslieferung (eTKP). Verwunderlich ist daher, dass man als Kunde mit <em>Google-Adsense </em>nicht wesentlich mehr verdient als bei anderen Vermarktern. Es k&#246;nnte daran liegen, dass der share nicht fair ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie ist denn der aktuelle share?</strong></p>
<p>Wenn man sich den share bei <em>Googles</em> Mitbewerbern (den Dreir&#228;dern) so anschaut, so nehmen diese &#8211; je nachdem, ob man sich exklusiv oder nicht exklusiv anschlie&#223;t &#8211; zwischen 30 und 50 Prozent des auf Ihrer Webseite generierten Umsatzes. Fair share? Ansichtssache! Aber immerhin: Die m&#252;ssen hart arbeiten, um an ihre Werbekunden ranzukommen (das muss <em>Google</em> nicht, die Kunden kommen von allein) und Technologie und Kundenbetreuung (hat <em>Google</em> nicht – na ja so ein bisschen &#8211; kaum der Rede wert) machen sich auch nicht von selbst. Also der share scheint bei den Dreir&#228;dern im Wesentlichen in Ordnung. Jedenfalls gibt es da Wettbewerb und so ist das zumindest kartellrechtlich unkritisch. Und <em>Google-Adsense</em>?</p>
<p>Nr. 12 der <a href="https://www.google.com/adsense/localized-terms?rc=DE">AGB</a> lautet in Ausz&#252;gen:</p>
<p><em> </em></p>
<blockquote><p><em>12.1. Sie erhalten von Google eine Zahlung in H&#246;he eines Teils der Werbeeinnahmen, die Google von dritten Inserenten aufgrund der Anzeigen und Empfehlungs-Buttons auf Ihrem(n) Kundenobjekt(en) erh&#228;lt. Diese Summe wird von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt, unter anderem (a) von der Anzahl der g&#252;ltigen Klicks auf Anzeigen auf Ihrem(n) Kundenobjekt(en), (b) die Anzahl der g&#252;ltigen Ansichten von Anzeigen auf Ihrem(n) Kundenobjekt(en), (c) der Anzahl der g&#252;ltigen Abschl&#252;sse von durch Empfehlungs-Buttons auf Ihrem(n) Kundenobjekt(en) initiierten Empfehlungsereignissen und/oder durch andere Ereignisse im Zusammenhang mit der Darstellung von Anzeigen auf Ihrem(n) Kundenobjekt(en). Der Anteil der Summe, die Sie erhalten, wird von Google in seinem alleinigen Ermessen festgesetzt. Sie erkennen an, dass Google Ihnen nicht mitteilen wird und hierzu auch nicht verpflichtet ist, wie es diesen Anteil ermittelt und welchem Prozentsatz dieser Anteil im Verh&#228;ltnis zu den Gesamteinnahmen von Google aufgrund der auf Ihrem(n) Kundenobjekt(en) erscheinenden Anzeigen und Empfehlungs-Buttons entspricht. Die Zahlung wird allein auf Grundlage von durch Google gespeicherte Informationen berechnet&#8230;</em></p>
<p><em>12.10. Google ist berechtigt, seine Preisstruktur und/oder Zahlungsstruktur jederzeit nach eigenem Ermessen zu &#228;ndern&#8230;</em></p>
<p><em>12.12. Google kann Gelder und sonstige Anspr&#252;che, die Ihnen im Zusammenhang mit dem AdSense Programm zustehen, unter bestimmten Voraussetzungen einbehalten. Sie erkl&#228;ren sich damit einverstanden, dass Google, ohne Sie dar&#252;ber zu informieren, alle Gelder, die Ihnen im Zusammenhang mit dem AdSense Programm zustehen (sofern vorhanden), an von Google ausgew&#228;hlte Hilfsorganisationen spenden kann, wenn Google diese Gelder Ihnen nicht auszahlen kann, weil Ihr Konto inaktiv (so wie im Folgenden definiert) ist.</em></p></blockquote>
<p>Mit anderen Worten: Der share ist fair und was fair ist, entscheidet Google.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Don´t be evil und die babylonische Verwirrung </strong></p>
<p>Vielleicht ist es zu streng, wenn man sagt, dass <em>Google</em> Teufelswerk (evil) ist. Aber es ist schon schlimm genug, wenn die AGB einfach rechtswidrig sind. Denn gerade ein gro&#223;es, marktbeherrschendes Unternehmen sollte sich an Recht und Gesetz halten.</p>
<p>Nach §4 Nr.11 <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_gegen_den_unlauteren_Wettbewerb">UWG</a> handelt unlauter, wer einer gesetzlichen Vorschrift zuwiderhandelt, die auch dazu bestimmt ist, im Interesse der Marktteilnehmer das Marktverhalten zu regeln. Unlauter handelt, wer unwirksame AGB verwendet. Problematisch ist bei <em>Google-Adsense</em>, nach welchem Recht diese AGB zu beurteilen sind. Denn in den AGB ist eine sogenannte Rechtswahlklausel enthalten, welche die Anwendbarkeit englischen Rechts vorsieht. Diese binden aber zun&#228;chst nur die Vertragspartner, nicht die Mitbewerber, die in einem Wettbewerbsprozess daf&#252;r sorgen wollen, dass<em> Google</em> sich in Deutschland anst&#228;ndig benimmt, damit im Wettbewerb Chancengleichheit herrscht.</p>
<p>Einerseits k&#246;nnte man sagen, dass das deutsche UWG nur die Anwendbarkeit wirksamer AGB fordert und die Wirksamkeit nach englischem Recht beurteilt werden m&#252;sse, weil schlie&#223;lich alle Vertragspartner englisches Recht vereinbaren (m&#252;ssen). Allerdings w&#228;ren dann deutsche Unternehmen auf dem deutschen Markt m&#246;glicherweise anderen Marktverhaltensregeln unterworfen als <em>Google</em>. Genau das soll aber das Wettbewerbsrecht verhindern. Entsprechend sieht Art.40 EGBGB das so genannte Marktortprinzip vor, nach dem das Recht des Staates anzuwenden ist, in dem die fragliche Handlung vorgenommen wird. Das ergibt sich gleichfalls aus Art.6 Abs.1 der Rom-II-VO. Nach Art.6 IV der Rom-II-VO kann von dieser Regelung auch nicht durch eine Rechtswahl abgewichen werden. Die AGB von <em>Google-Adsense</em> sind also trotz der Rechtswahlklausel am deutschen Recht zu messen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Don´t be evil und Intransparenz</strong></p>
<p>Als sogenannte Preisklausel ist Ziffer 12.1. zwar einer Inhaltskontrolle entzogen, weil eine AGB-Kontrolle nicht f&#252;r leistungsbeschreibende Klauseln gilt. Denn man geht davon aus, dass diese ohnehin den Kern der Entscheidung f&#252;r oder gegen einen Vertragsschluss ausmachen. Allerdings gilt auch f&#252;r Preisklauseln das Transparenzgebot, d.h. Google m&#252;sste seine Berechnungsgrundlagen offen legen. Ein Blick in die <em>Google-Adsense</em>-AGB sagt mir:</p>
<blockquote><p><em>„Sie erkennen an, dass Google Ihnen nicht mitteilen wird und hierzu auch nicht verpflichtet ist, wie es diesen Anteil ermittelt und welchem Prozentsatz dieser Anteil im Verh&#228;ltnis zu den Gesamteinnahmen von Google aufgrund der auf Ihrem(n) Kundenobjekt(en) erscheinenden Anzeigen und Empfehlungs-Buttons entspricht.“</em></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Don´t be evil und fehlendes Preisverzeichnis</strong></p>
<p>Nach §5 Abs.1 Preisangabenverordnung hat jeder, der Leistungen anbietet, ein Preisverzeichnis mit den Preisen f&#252;r seine wesentlichen Leistungen aufzustellen.</p>
<blockquote><p><em>„Der Anteil der Summe, die Sie erhalten, wird von Google in seinem alleinigen Ermessen festgesetzt.“</em></p></blockquote>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Don´t be evil und fair share I</strong></p>
<p>Die Rechtsordnung gestattet grunds&#228;tzlich ein vertraglich vereinbartes einseitiges Preisbestimmungsrecht. Allerdings m&#252;ssen die Preise im Zweifel nach „billigem Ermessen“ bestimmt werden. Durch AGB kann dieser Ma&#223;stab nicht auf ein „freies Ermessen“ reduziert werden, das nur bei „offenbarer Unbilligkeit“ richterlich kontrollierbar ist (Gottwald in M&#252;nchner-Kommentar, 2007, §315, Rn.33). Soweit es alleiniges Ermessen hei&#223;t, steht das eher einem „freien“ Ermessen nah. Allein aus diesem Grund k&#246;nnte die Klausel unwirksam und angreifbar sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Don´t be evil und fair share II</strong></p>
<p>Nach §19 Abs.4 Nr.2 <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_gegen_Wettbewerbsbeschr%C3%A4nkungen">GWB</a> liegt ein Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung insbesondere vor, wenn ein marktbeherrschendes Unternehmen als Anbieter oder Nachfrager einer bestimmten Art von Waren oder gewerblichen Leistungen Entgelte oder sonstige Gesch&#228;ftsbedingungen fordert, die von denjenigen abweichen, die sich bei wirksamem Wettbewerb mit hoher Wahrscheinlichkeit ergeben w&#252;rden. Nach der Vitamin-B12-Entscheidung des Bundesgerichtshofs kann sich die missbr&#228;uchliche Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung auch in der Preisgestaltung des marktbeherrschenden Unternehmens zeigen. Unabh&#228;ngig von der Frage, welchen share <em>Google</em> konkret aussch&#252;ttet, k&#246;nnte eine missbr&#228;uchliche Preisgestaltung auch darin liegen, dass <em>Google</em> gar nicht sagt, wie viel sie aussch&#252;tten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Don´t be evil und der Verfall des Auszahlungsanspruchs</strong></p>
<p>Es ist schwierig, im Internet Geld zu verdienen. Wenn man es dann schafft, eine Webseite zu etablieren, die hinreichende Werbeums&#228;tze generiert, so kann Google nach seiner eigenen Vorstellung von Weltgerechtigkeit und Weltfrieden jederzeit den Stecker ziehen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<blockquote><p><em>Google kann Gelder und sonstige Anspr&#252;che, die Ihnen im Zusammenhang mit dem AdSense Programm zustehen, unter bestimmten Voraussetzungen einbehalten.</em><strong> </strong></p></blockquote>
<p><strong> </strong></p>
<p>Das OLG K&#246;ln hat am 28.6.2010 &#252;ber eine vergleichbare Klausel schon einmal entschieden. Das Urteil fiel eindeutig aus:</p>
<blockquote><p><em>An der unangemessenen Benachteiligung ist nicht zu zweifeln. Die Regelung, dass im Fall des Bekanntwerdens eines Regelversto&#223;es „alle Guthaben, inklusive allen offenen Auszahlungen gel&#246;scht“ werden, nimmt dem Werkunternehmer undifferenziert und ungeachtet der H&#246;he des in Rede stehenden Betrags sowie der Schwere des Regelversto&#223;es sowie unabh&#228;ngig von einem Verschulden des Werkunternehmers den Werklohnanspruch nach § 631 Abs. 1 BGB, dem wegen &#8211; hier in Rede stehender Pflichtverletzungen &#8211; nach der gesetzlichen Regelung verschuldensabh&#228;ngige Gegenanspr&#252;che nach §§ 280 ff. BGB entgegen gehalten werden k&#246;nnten, die zudem nach Ma&#223;gabe der §§ 249 ff. BGB zu bemessen w&#228;ren. Hiervon weicht die Regelung ab, indem sie verdiente Werklohnanspr&#252;che in jeglicher H&#246;he f&#252;r jeden Fall eines „Regelversto&#223;es“ entfallen l&#228;sst. Besondere Interessen des Verwenders sind weder aufgezeigt noch ersichtlich. Die Regelung verst&#246;&#223;t nach dem Vorstehenden zudem gegen den Grundgedanken des § 631 BGB sowie Grundgedanken des allgemeinen Schuldrechtes, § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB.</em></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Es gibt zahlreiche Anhaltspunkte, dass <em>Google</em> seine marktbeherrschende Stellung missbraucht, indem es Gesch&#228;ftsbedingungen diktiert, die von denen abweichen, die sich bei wirksamem Wettbewerb mit hoher Wahrscheinlichkeit ergeben w&#252;rden. Das ist auch wettbewerbsrechtlich vor deutschen Zivilgerichten angreifbar. Ein paar Urteile, die einzelne Klauseln f&#252;r unzul&#228;ssig erkl&#228;ren, in denen sich missbr&#228;uchliches Marktverhalten manifestiert, w&#252;rden eine Kartellbeschwerde sicher st&#252;tzen. Es w&#252;rde auch einem freieren Internet dienen, wenn jeder Blogger, jede Onlinezeitung und jeder Content-Anbieter mehr Geld im Internet verdienen k&#246;nnte.</p>
<p>&nbsp;
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		<title>Wieso wir uns ver&#246;ffentlichen</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Mar 2012 22:25:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kris Koehntopp</dc:creator>
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		<description><![CDATA["Wieso wir uns ver&#246;ffentlichen" oder warum Menschen "so dumm sind" und "ihre Daten" Facebook und Google geben, obwohl jeder wei&#223;, dass "sie" nur B&#246;ses im Schilde f&#252;hren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine der am meisten Energie kostenden  T&#228;tigkeiten im Leben ist es, Menschen zu finden, die meine &#220;berlegungen  best&#228;tigen, ausbauen, reflektieren, freundlich hinterfragen und  korrigieren. Menschen, die uns nahe genug sind, dass sie mit uns  elementare Grunds&#228;tze teilen, und dass sie unsere Probleme und  &#220;berlegungen verstehen k&#246;nnen, die andererseits uns fremd genug sind,  dass sie uns zum weiterdenken inspirieren und uns mit neuen Ideen  konfrontieren.</p>
<p>Soziale Netzwerke im Internet sind dabei ein  verh&#228;ltnism&#228;ssig neues Instrument, aber keineswegs eine komplette  Neuentwicklung. Vor der Etablierung des Internets im Alltag spielten &#8211;  neben der Familie &#8211; lokal ausgerichtete Gruppen wie Vereine,  Interessenverb&#228;nde oder sich lose &#252;ber Kleinanzeigen oder bei  Veranstaltungen bildende Gruppen die dominante Rolle bei der Erzeugung  von Kommunikationsr&#228;umen.</p>
<div>
<p>Das  Internet in seiner reinen Form kennt keine Regionen: Gef&#252;hlt ist die  Verbindung in die USA oft kaum von einer nach Deutschland oder Indien  unterscheidbar. Soziale Netze im Internet erben diese Eigenschaft, und so  ist man bei der Findung von interessanten Kommunikationspartnern nicht  mehr durch regionale Einschr&#228;nkungen geg&#228;ngelt: Potentieller Kommunikationspartner ist die ganze Menschheit (sofern ein Netzzugang vorhanden ist). Das gruppierende Element ist nicht l&#228;nger die Region oder  das Land, es ist das Thema.</p>
<p>Eine solche Gruppe kann dabei thematisch eng  gefasst aufgestellt sein (&#8220;Benutzer des Binford 6000&#8243;), ein gro&#223;es und  komplexes Anliegen haben (Stuttgart 21), oder gar bis an eine Subkultur  heranreichen (Piratenpartei). Wie sich allerdings zeigt, sind die  Gruppen, die sich &#252;ber soziale Netzwerke konstituieren, nicht &#8220;fertig&#8221;,  nicht &#8220;abgeschlossen&#8221;, sondern tendieren ganz klar dazu, gr&#246;&#223;er werden  zu wollen, mehr &#8220;Anh&#228;nger&#8221; zu finden und dadurch auch mehr  themenbezogene Impulse f&#252;r alle Gruppenangeh&#246;rigen zu generieren.</p>
<p>Doch damit das gesamte System funktionieren  kann, mu&#223; das einzelne Individuum dem Netz Informationen &#252;ber sich  zur Verf&#252;gung stellen. Simple Fakten wie &#8220;ich bin Binford 6000 User&#8221;,  ein &#8220;S21 Gegner/Unterst&#252;tzer&#8221; oder ein &#8220;Pirat&#8221; vermitteln zusammengesetzt nat&#252;rlich  ein gewisses Bild einer Person. Daneben erlauben pers&#246;nliche  Meinungs&#228;u&#223;erungen wie &#8220;Ich finde ja, dass XY im Fall  Z Mist gebaut hat&#8221; oder auch klar abgebildete Beziehungen zwischen  Menschen eine deutlich bessere Einsch&#228;tzung einer bisher fremden Person: Aus gr&#246;&#223;eren &#220;berschneidungen im Bekanntenkreis kann  beispielsweise sehr oft eine gewisse Kompatibilit&#228;t abgeleitet werden  (oder, wenn es die nervigen Bekannten sind, auch ein Hinweis auf  wahrscheinliche Inkompatibilit&#228;t).</p>
<p>Diese Einsch&#228;tzungen sind zentral f&#252;r das  Kn&#252;pfen neuer sozialer Bindungen. Hier spielen internetbasierte  soziale Netzwerke aufgrund ihrer expliziten Daten ihre St&#228;rke in Form  von Effizienz aus.  F&#252;ttere ich ein soziales Netzwerk nur ein wenig,  wird es sehr schnell in der Lage sein, mir meist durchaus relevante  Vorschl&#228;ge f&#252;r neue Kontakte und Themengruppen zu machen. Kommunikation  und Austausch zwischen den Mitgliedern tun dann ein &#220;briges, und schnell  hat man die Kontakte zum gew&#252;nschten Thema, die man gesucht hat.</p>
<p>Und genau deshalb &#8220;enth&#252;llen&#8221; sich so viele  Menschen auf <em>Twitter</em>, <em>Facebook</em>, <em>Google+</em>, <em>Path</em> oder sonstwo: Sie machen  sich sichtbar, findbar. Um im R&#252;ckschluss selber relevantes zu finden.</p>
<p>Der Preis ist Vertrauen. Vertrauen in unsere  Mitmenschen, in Plattformbetreiber und manchmal sogar in den Staat (auf  den wir gut aufpassen, damit er&#8217;s nicht missbraucht). Doch dieses  Vertrauen ist nicht verschenkt, denn es hilft anderen, uns zu vertrauen.  Vertrauen vereinfacht die soziale Interaktion. Dadurch, dass wir unsere  Vorlieben, &#196;ngste und Anliegen ver&#246;ffentlichen, erlauben wir es anderen,  uns nahe zu kommen &#8211; und hoffen zugleich, dass die, die uns nahe  kommen, Personen sind, an denen wir wachsen k&#246;nnen, dass sie Leute sind,  die unser Leben bereichern. Das ist technisch gesehen eine Filterblase,  aber vor allem ist es eine massive Kooperationserleichterung.</p>
<p>Die Filterblase erweist sich bei n&#228;herer  Betrachtung als strukturiert, vielf&#228;ltig und durchl&#228;ssig. Jeder von  uns steckt nicht in <em>einer</em> Blase, sondern in mehreren, und in jeder Blase  finden wir Menschen mit eigenem Profil. Feste W&#228;nde gibt es nicht, im  Gegenteil. Wir h&#246;ren von und kommunizieren mit wildfremden Menschen &#8211;  wenn es f&#252;r ihr Thema einen Weg durch unser soziales Netz gibt. Unsere  Kontakte sind dabei keine Filter, sondern Verst&#228;rker. Aus dem Rauschen  der Welt extrahieren sie ein Signal. Wir wissen nicht, wie wir selbst  nach diesem Signal suchen sollten, wir k&#246;nnen es nicht beschreiben. Aber  wenn wir es sehen, wissen wir, dass es uns interessiert.</p>
<p>Die Erfahrung gibt der Mehrzahl von uns in den  meisten F&#228;llen Recht: Wir sparen durch die Ver&#246;ffentlichung eine Menge  Zeit und Energie, und wir bekommen mehr vom Netz zur&#252;ck, als wir dort  hineinstecken: Mehr und vielf&#228;ltigere Kontakte &#252;berall auf dem Globus,  mehr Input und eine buntere und hoffentlich tolerantere Sicht auf die  Welt. Menschen sind also keineswegs &#8220;dumm&#8221;, wenn sie in soziale  Netzwerke publizieren, sie bewerten den Nutzen schlicht und  ergreifend als h&#246;her als die potentiellen Gefahren. Sie interessiert  nicht, wer ihre Daten hat, sondern was damit geschieht.</p>
<p>Vielleicht verlieren wir die Kontrolle &#252;ber  manches. Wir gewinnen aber auch Unabh&#228;ngigkeit. Die Bestandsdaten  unserer sozialen Beziehungen sind nicht in den CRM-Systemen unserer  Ex-Arbeitgeber vergraben und vor unbefugtem, das hei&#223;t, unserem Zugriff  gesch&#252;tzt, sondern sie sind in Plattformen repr&#228;sentiert, die wir uns  ausgesucht haben. Das nivelliert die Machtverh&#228;ltnisse: Wenn eine  Plattform sytematisch Mist baut, ziehen wir um.</p>
<p>Wir geben auch nicht unsere Privatsph&#228;re auf.  Soziale Netze sind (halb-)&#246;ffentliche R&#228;ume. Wir bewegen uns dort, wie  wir es vor einer Generation im Sportverein oder am Stammtisch getan  h&#228;ttten: Wir verraten nicht alles &#252;ber uns, aber wir verstecken uns auch  nicht vor der Welt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Dieser Text entstand aus einigen Zeilen, die ich zwischen T&#252;r und  Angel in  #spackeria abgeworfen habe und die von J&#252;rgen Geuter und Sven  T&#252;rpe  aufgearbeitet worden sind. Er ist noch nicht ganz fertig, und an   einigen Stellen sind noch Br&#252;che. Den aktuellen Stand habe ich auf <a href="http://blog.koehntopp.de/archives/3211-Wieso-wir-uns-veroeffentlichen.html" target="_blank">meinem Blog </a>ver&#246;ffentlicht. </em></p>
<p><em>Crosspost von <a href="http://blog.koehntopp.de/archives/3211-Wieso-wir-uns-veroeffentlichen.html" target="_blank">Die wunderbare Welt von Isotopp</a></em></p>
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		<title>Die Verleger wollen einfach Geld</title>
		<link>http://carta.info/41740/die-verleger-wollen-einfach-geld/</link>
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		<pubDate>Wed, 29 Feb 2012 06:59:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Justus Haucap]]></category>
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		<description><![CDATA["Verlage suchen nach Gesch&#228;ftsmodellen im Internet. Gelingt es, &#252;ber das Kartellrecht an Googles Werbeeinahmen teilzuhaben?"]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alexander Wragge von iRights.info hat mit dem Professor f&#252;r Volkswirtschaftslehre Justus Haucap &#252;ber die stille Hoffnung der Verleger <a href="http://www.irights.info/index.php?q=node/2163&#038;Kategorie=Magazin">gesprochen</a>.</p>
<p style="margin-bottom:1em">
<blockquote><p>
<strong>iRights.info</strong>: Aber wer bei Google nicht mitspielt, ist raus, k&#246;nnten die Verleger argumentieren&#8230;</p>
<p><strong>Justus Haucap</strong>: Man muss sich fragen, ob wirklich ein Zwang f&#252;r die Verlage besteht, mitzuspielen. Jeder kann daf&#252;r sorgen, dass seine Inhalte gar nicht bei Google verlinkt werden oder nur in eingeschr&#228;nkter Form, also ohne Textausz&#252;ge. Im Kern geht es um ein Gesch&#228;ft, von dem zun&#228;chst einmal beide Seiten profitieren, also Google und die Verlage.</p>
<p>Wenn Google Geld verlangen w&#252;rde, damit die Verlagsinhalte &#252;berhaupt gelistet werden, dann w&#228;re der Fall schwieriger zu bewerten.</p></blockquote>
<p style="margin-bottom:1em">
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		<item>
		<title>It’s the end of the ‘net as we know it</title>
		<link>http://carta.info/41732/its-the-end-of-the-net-as-we-know-it/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Feb 2012 16:49:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Apple]]></category>
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		<category><![CDATA[gated communities]]></category>
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		<category><![CDATA[Intenet]]></category>
		<category><![CDATA[Johnny Haeusler]]></category>
		<category><![CDATA[Spreeblick]]></category>
		<category><![CDATA[Walled Gardens]]></category>

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		<description><![CDATA[Johnny Haeusler von Spreeblick hat &#252;ber die Zukunft des Internets nachgedacht. Herausgekommen sind eine Bestandsaufnahme und sehr wahrscheinliche Szenarien, wie es weitergehen k&#246;nnte. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In <a href="http://www.spreeblick.com/2012/02/28/its-the-end-of-the-net-as-we-know-it/">seinem Artikel</a> kommt Johnny zu dem Schluss, das wir in absehbarer Zeit mehrere Netze haben werden. Eines besteht aus <em>gated communities</em>, einer Art autarker Subnetze:</p>
<blockquote><p>Das eine Netz w&#228;re das „gepr&#252;fte“, in dem sich das Kommerzielle und Offizielle trifft und das relativ harmlos, aber auf eine Art auch „sicher“ w&#228;re, weil bestimmte Seiten durch Altersnachweis nur f&#252;r Erwachsene zug&#228;nglich, der Zahlungsverkehr T&#220;V-gepr&#252;ft und Dienste inkl. eGovernment nach irgendeiner DIN-Norm gestaltet w&#228;ren.</p></blockquote>
<p>Die Alternative ist chaotisch, erf&#252;llt aber die Anforderungen an ein freies Netz:</p>
<blockquote><p>Und dann g&#228;be es noch noch das andere Netz, das im Grunde so w&#228;re wie das, was wir jetzt kennen, aber noch viel, viel anarchistischer. Denn es g&#228;be keinerlei Regeln – aber auch so gut wie keine Rechte.</p></blockquote>
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		<title>Warum beschweren sich deutsche Verleger nicht schon l&#228;ngst &#252;ber Facebook?</title>
		<link>http://carta.info/41702/warum-beschweren-sich-deutsche-verleger-nicht-schon-langst-uber-facebook/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 14:42:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Tischer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Die deutschen Verleger wollen, dass Google f&#252;r Inhalts-Snippets zahlt. Umso mehr erstaunt es, dass sie kein Geld von Facebook fordern. Grund genug dazu h&#228;tten sie.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Niemand kann die Logik deutscher Zeitungsverleger verstehen. Oder besser gesagt: Aus Sicht der Verleger kann man es verstehen, dass man es mit der Logik nicht so genau nimmt, wenn es ums eigene Geld geht.</p>
<p>Wir erinnern uns: Google pr&#228;sentiert in seinem Angebot news.google.com kurze Ausschnitte aus den Meldungen von Nachrichten-Websites und verlinkt diese. Dieser Google-Dienst ist im Gegensatz zu anderen Google-Angeboten werbefrei. Kein Medium muss dort gelistet sein. Es gen&#252;gen Kenntnisse im Umgang mit einem Texteditor, um mittels zweier Zeilen Google daran zu hindern, dass das eigene Nachrichtenangebot dort gelistet ist.</p>
<p>Weil Google-News den Online-Medien Besucher auf die Websites bringt, verlangen sie von Google eine finanzielle Beteiligung. Und weil Google die nicht zahlt, <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Deutsche-Verleger-beschweren-sich-in-Bruessel-ueber-Google-1442897.html" target="_blank">beschweren</a> sich die deutschen Verleger jetzt bei der EU in Br&#252;ssel.</p>
<p>Wie gesagt: Diese Logik m&#252;ssen Sie nicht verstehen.</p>
<p>Kein Website-Betreiber w&#228;re b&#246;se dar&#252;ber, wenn ihm Google auch noch Geld zahlen w&#252;rde, wenn die Suchmaschine neue Besucher bringt. Sie w&#252;rden es schlie&#223;lich auch nicht ablehnen, wenn Ihnen der Taxifahrer Geld zahlen will, weil er sie irgendwohin gefahren hat.</p>
<p>Daher ist es umso erstaunlicher, dass sich die deutschen Zeitungsverleger nicht schon l&#228;ngst und lautstark &#252;ber Facebook beschweren.</p>
<p>Denn anders als Google platziert Facebook sehr wohl eigene Werbung auf den Fanpages der Zeitungsverlage. Und dennoch gibt es fast kein Online-Medium, dass keine eigene Fanseite betreibt und das nicht die Like-Buttons und Social-Media-Plugins des US-Anbieters auf den Seiten hat. Die Verlage rei&#223;en sich f&#246;rmlich darum, Facebook neue Kunden in die Arme zu treiben. &#8220;Diskutieren Sie mit uns auf Facebook&#8221;, ist einer der oft geh&#246;rten Animationsspr&#252;che.</p>
<p>Durch den Einbau dieser Buttons und Plug-ins auf jeder Seite klaut Facebook den Verlegern nicht nur Inhalts-Snippets, sondern bekommt von ihnen dar&#252;ber hinaus die komplette <a href="http://www.literaturcafe.de/totalueberwachung-welche-gefahren-der-gefaellt-mir-button-von-facebook-birgt/" target="_blank">Nutzungs- und Nutzerstatistik geschenkt</a>. Jenseits rudiment&#228;rer IVW-Zahlen hat Facebook die komplette Statistik, kennt Facebook die Online-Leser sogar mit Namen und besitzt von den meisten ein vollst&#228;ndiges Interessen- und Pers&#246;nlichkeitsprofil. Und Facebook wei&#223; sogar, auf welchen Konkurrenzmedien der Nutzer surft.</p>
<p>Es wird also nicht mehr lange dauern, bis die Verleger entdecken, was sie da in ihrer vermeintlichen Gier nach mehr Lesern und sozialmedialer Anbiederung dem US-Unternehmen in den Rachen werfen. Es wird Zeit, daf&#252;r Geld zu verlangen! Also schreiben wir schon mal auf, was die deutschen Zeitungsverleger demn&#228;chst fordern sollten und wor&#252;ber man sich bei der EU oder bei den Kartellbeh&#246;rden beschweren k&#246;nnte:</p>
<ul>
<li>Facebook verwendet f&#252;r seine Empfehlungsfunktion Inhalte aus den Angeboten von Online-Magazinen und -Zeitungen (Snippets).</li>
<li>Facebook platziert im Umfeld dieser Snippets und auf den Fanseiten der Medien Werbung, an deren Einnahmen die Verleger nicht beteiligt werden.</li>
<li>Facebook erh&#228;lt durch den Einbau des Like-Buttons die kompletten Nutzerstatistiken der Online-Medien.</li>
<li>Facebook kann diese Nutzerdaten personalisieren.</li>
<li>Facebook hat die M&#246;glichkeit der Konkurrenzanalyse, wenn dort die Buttons ebenfalls platziert wurden.</li>
</ul>
<p>Mehr noch als Google profitiert Facebook sowohl von den Inhalten als auch von den Nutzungsdaten deutscher Online-Magazine und -Zeitungen und monetarisiert diese durch Anzeigenverk&#228;ufe.</p>
<p>Also, deutsche Zeitungsverleger, worauf wartet ihr? Lasst euch euer &#8220;Soziales Engagement&#8221; endlich von Facebook bezahlen!
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			</a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41702&amp;md5=0684460f2a4d65cb4ddf34b52c639097" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Abschied vom Netz, wie wir es kennen</title>
		<link>http://carta.info/41296/abschied-vom-netz-wie-wir-es-kennen/</link>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 12:20:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Martin Weigert]]></category>
		<category><![CDATA[netzwertig.com]]></category>
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		<description><![CDATA[Martin Weigert schreibt &#252;ber Walled Gardens - eine Gefahr, die neben vielen anderen von au&#223;en wie "Sicherheits"politik und Lobbyismus das Netz von innen bedroht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a href="http://netzwertig.com/2012/02/06/geschlossene-okosysteme-abschied-vom-netz-wie-wir-es-kennen/">Netzwertig</a> beschreibt Weigert die Bestrebungen der gro&#223;en Internet-Konzerne, geschlossene &#214;kosysteme zu errichten: </p>
<blockquote><p>Das Internet in seiner bisherigen Form wird nicht nur durch Regierungen und fortschrittsfeindliche Unternehmen bedroht. Die Demontage eines offenen Netzes findet auch von “innen” statt. [..] Denn die gewachsenen Internetkonzerne, &#252;ber die wir bei netzwertig.com aufgrund ihrer Disruptions- und Innovationsf&#228;higkeit regelm&#228;&#223;ig und gerne berichten, verabschieden sich vom urspr&#252;nglichen Gedanken eines offenen Internets ohne kontrollierende Eingriffe durch Gatekeeper. </p></blockquote>
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<p><small>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41296&amp;md5=50445a50f42ca2380ef422f8b0bc278f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Alle Tweetlein sind schon da!</title>
		<link>http://carta.info/39267/alle-tweetlein-sind-schon-da/</link>
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		<pubDate>Mon, 21 Mar 2011 11:43:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Juliane Weuffen</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Twitterparty Berlin]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerade erst feiert Twitter seinen 5. Geburtstag und wird zugleich wieder einmal f&#252;r tot erkl&#228;rt. Dabei wird der arrogante Umgang mit dem &#214;kosystem Twitter auf Dauer nicht schaden. Bei sozialen Netzwerken kommt es eben weniger darauf an, wie gut oder schlecht sie sind, sondern ob alle anderen schon da sind. Wenn ja, bleiben sie auch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alle Jahre wieder droht der Tod um die Ecke zu lugen und Twitter aus der Netzgemeinde zu sensen. K&#246;nnte man jedenfalls denken, wenn man Teilen der Blogosph&#228;re Glauben schenkte. Immerhin liefert die Anfrage &#8220;Twitter ist tot&#8221; bei Google 2930 Ergebnisse. Twitter ist tot, es lebe <a href="http://Identi.ca/" target="_blank">Identi.ca</a>?</p>
<p><a href="http://twitter.com/plomlompom/status/46534793319550976 "><img class="alignnone size-full wp-image-39277" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/tweetplom.png" alt="" width="610" height="314" /></a></p>
<p><a href="http://Identi.ca/">Identi.ca</a>? Das soll <em>mein</em> Twitter ersetzen? Ernsthaft? Meine Familie 2.0, die ich mir in zahllosen &#8220;Real Life-Treffen&#8221; und auf <a title="3. Twitterparty Berlin zur Re:Publica" href="http://yuccatree.de/2011/03/yuccatree-prasentiert-3-twitterparty-berlin/" target="_blank">Twitterparties</a> zusammengefollowt habe?  Und &#252;berhaupt &#8211; kennt jemand jemanden, der jemanden kennt, der einen Account bei Identi.ca hat? Vor etwas mehr als einer Woche wollten sie in Scharen bei Twitter  hinschmei&#223;en und demonstrativ das Ufer wechseln. <a href="http://www.neunetz.com/2011/03/14/twitter-der-niedergang-einer-plattform/" target="_blank">Weil Twitter externe Clients abschalten k&#246;nnte, die sich nicht an die Regeln von Twitter halten.</a></p>
<p>Viele empfinden diese neue Politik von Twitter als apple-eske Arroganz und verk&#252;nden schon den Untergang des Microbloggingdienstes, der dieser Tage seinen 5. Geburtstag feierte. Dabei hat Apple mit seinem Pendelkurs zwischen Offenheit und Kontrolle sehr gro&#223;en Erfolg.</p>
<p>Der Nutzer kann nun davon halten, was immer er will. Es ist ein bisschen wie beim gro&#223;en Bruder Facebook: Alle haben etwas zu  meckern, besonders, was die Politik der Plattform angeht und doch sind sie alle da &#8211; weil letztlich eben auch alle anderen da sind. Der Aufwand, alle auf eine andere Plattform zu ziehen, ist ungleich gr&#246;&#223;er, als sich z&#228;hneknirschend den Bedingungen der Gro&#223;en zu unterwerfen und das Beste daraus zu machen.</p>
<p>Oder wie <a href="http://twitter.com/ennomane" target="_blank">@ennomane</a> es ausdr&#252;ckte:</p>
<p><a href="https://twitter.com/ennomane/status/47327719427538944 "><img class="alignnone size-full wp-image-39280" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/tweetennomane.png" alt="" width="610" height="372" /></a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=39267&amp;md5=8905d450200798d90f886a19e475c76b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Googles &#8216;Institut f&#252;r Internet und Gesellschaft&#8217; mit Website nach dem Open Source Prinzip</title>
		<link>http://carta.info/39158/googles-institut-fuer-internet-und-gesellschaft-mit-website-nach-dem-open-source-prinzip/</link>
		<comments>http://carta.info/39158/googles-institut-fuer-internet-und-gesellschaft-mit-website-nach-dem-open-source-prinzip/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Mar 2011 10:31:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Internet und Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Google hat eine rudiment&#228;re Website zu seinem "Internet und Gesellschaft"-Institut in Berlin aufgesetzt - nach dem 'Open Source'-Motto: “release early and often”.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Mitte Februar von Eric Schmid <a href="http://www.morgenpost.de/berlin/article1547394/Google-investiert-Millionen-in-Berliner-Institut.html">angek&#252;ndigte</a> und zuk&#252;nftig in Berlin ans&#228;ssige Google-Institut f&#252;r &#8220;Internet und Gesellschaft&#8221; verf&#252;gt inzwischen &#252;ber eine Website: <a href="http://www.internetundgesellschaft.de/">http://www.internetundgesellschaft.de/</a>.</p>
<p>Auf der nerdig-sp&#228;rlichen Website betont Google den kooperativen und offenen Charakter des Projekts:</p>
<blockquote><p>All jene, die sich f&#252;r die Themen und den Arbeitsauftrag des Instituts interessieren, k&#246;nnen mitmachen. Im Sinne unserer Philosophie von Offenheit und Kooperation haben wir die Webseite des neuen Instituts nach dem Open Source Prinzip “release early and often” bereits in dieser sehr fr&#252;hen Planungsphase aufgesetzt.</p></blockquote>
<p>Die Website h&#228;lt folgerichtig ein Formular vor, wo man sein <a href="http://www.internetundgesellschaft.de/home/beiteiligungsform">Intresse an einer Mitarbeit bekunden</a> kann. Zudem gibt es ein Moderations-Tool f&#252;r <a href="http://www.internetundgesellschaft.de/home/moderator-ihre-vorschlaege-ideen">Vorschl&#228;ge</a>.</p>
<p>Ebenfalls auf der Site: das <a href="http://www.internetundgesellschaft.de/mission-statement">vorl&#228;ufige Mission-Statement</a> des Instituts. Darin wird der Ansatz sehr deutlich, unterschiedliche gesellschaftliche Vertreter interdisziplin&#228;r an Policy-Themen arbeiten zu lassen &#8211; eine Fortsetzung von Googles &#8220;<a href="http://www.e-demokratie.org/veranstaltung/collaboratory-google-initiiert-umfrage-und-expertenkreis-zu/">Collaboratory</a>&#8220;-Ansatz. Google bekennt sich zur <strong>F&#246;rderung eines &#8220;free and open Internet&#8221; </strong>- und definiert dabei praktischerweise auch, was darunter zu verstehen sei. Der Name des Instituts steht noch nicht fest:</p>
<blockquote><p>The Internet and society research institute (*the name is not decided yet*) centers on research and deliberation on the culture and practice of (1) Internet based innovation, (2) Internet policy, and (3) related legal aspects. We strive to provide insights enabling all stakeholders to better shape the transformations the Internet stimulates within our networked societies in Germany, Europe and internationally.</p>
<p>Specifically, the institute:</p>
<ul>
<li>focuses on transdisciplinary research and collaboration between academics, policy makers, civil society and private sector.</li>
<li>promotes a humanistic conception of the Internet and a user centered approach to Internet policy making and innovation, multi-stakeholder governance in digital ecosystems, their relationship with society, and their constitutional implications.</li>
<li>supports the continued development of a free¹ and open² Internet and its potential to increase welfare, democratic capacity, sciences and the arts. Hence we aim to better understand the qualities, dynamics, and implications of the Internet with regard to society and governance at large.</li>
</ul>
<p>¹free space = in that there are little restrictions on content and behavior and contribution is broadly permitted</p>
<p>²open space = based on a philosophy of openess, i.e. open standards that ensure interoperability and open innovation</p></blockquote>
<p>mehr <a href="http://www.internetundgesellschaft.de/">hier</a>.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=39158&amp;md5=0ab05aa07106a995cb57521d14cf4421" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Googles &#8220;One Pass&#8221;: Mehr als ein Appeasement-Tool f&#252;r Verlage?</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Feb 2011 20:37:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<category><![CDATA[One Pass]]></category>
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		<description><![CDATA["One Pass" ist ein sch&#246;nes Beispiel f&#252;r politische Software: Das Tool soll zeigen, dass Google in Sachen Qualit&#228;tsjournalismus Teil der L&#246;sung ist - nicht Teil des Problems. Doch kann "One Pass" wirklich auch relevante Ums&#228;tze generieren?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Es war nat&#252;rlich kein Zufall, dass Google sein Verleger-Schmeichel-Tool &#8220;<a href="http://www.google.com/intl/de_ALL/landing/onepass/">One Pass</a>&#8221; ausgerechnet in der deutschen Hauptstadt <a href="http://www.focus.de/digital/internet/google/google-one-pass-bezahlsystem-fuer-zeitungen-im-netz_aid_600638.html ">vorgestellt</a> hat. Es war nat&#252;rlich kein Zufall, dass dies durch den Chef Eric Schmidt pers&#246;nlich geschah. Und es war nat&#252;rlich kein Zufall, dass Axel Springer-Au&#223;enminister Christoph Keese dabei in der ersten Reihe sa&#223;.</p>
<p>3</p>
<p>&#8220;One Pass&#8221; ist ein echtes St&#252;ck politischer Software im besten Sinne des Wortes. &#8220;One Pass&#8221; ist Googles Appeasement-Tool f&#252;r Presseverleger: Seht her, Google tut etwas f&#252;r Verlage! &#8211; Google saugt Inhalte nicht ab, sondern kooperiert mit Verlagen &#8211; Google ist besorgt um die Zukunft des Qualit&#228;tsjournalismus &#8211; kurz: Google ist nicht evil zu den Presseverlagen.</p>
<p>Mit &#8220;One Pass&#8221; stellt Google den Verlegern eine Infrastruktur f&#252;r Bezahlinhalte zum Selbstkostenpreis zur Verf&#252;gung &#8211; mit lediglich zehn Prozent Systemgeb&#252;hr und vollem Nutzerprofilzugriff f&#252;r die Verlage. Netter kann man kaum zu Verlagen sein.</p>
<p>Was nun aussieht, wie eine <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,745971,00.html">Retourkutsche gegen Apples</a> restriktive Abomodelle ist tats&#228;chlich eine in anderthalb Jahren Projektarbeit entstandende Replik auf die Begehrlichkeiten in Sachen Snippet-Verwertung und Leistungsschutzrecht. &#8220;One Pass&#8221; sollte Google urspr&#252;nglich vor allem von dem Verdacht freistellen, der Konzern sei in Sachen &#8216;Qualit&#228;tsjournalismus&#8217; Teil des Problems &#8211; und nicht Teil der L&#246;sung.</p>
<p>Eine derartige politische Rendite erscheint nun &#8211; kombiniert mit der Ank&#252;ndigung der F&#246;rderung eines gro&#223;en Instituts in Berlin &#8211; nicht unwahrscheinlich. Die Diskussion um den anstehenden Entwurf zu einem Leistungsschutzrecht wird &#8220;One Pass&#8221; ma&#223;geblich beeinflussen.</p>
<p>Ob &#8220;One Pass&#8221; dabei tats&#228;chlich relevante Ums&#228;tze generiert oder den Verlagen tats&#228;chlich aus der Misere hilft, erscheint dabei zum&#228;chst sekund&#228;r. Es bleibt unklar, ob Google hier tats&#228;chlich gro&#223;e Ums&#228;tze w&#228;hnt. &#8220;One Pass&#8221; ist so gesehen eher ein Diskussionbeitrag von Google zum Thema Finanzierungsmodelle von Qualit&#228;tsjournalismus &#8211; aus der reich ausgestatteten Versuchsballonfabrik in <a href="http://www.weltkarte-online.com/karte,hauptsitz-von-google,104,2.html">Mountain View</a>.</p>
<p>Vielleicht wird sich  &#8220;One Pass&#8221; zu einer echten Content-Verkaufs-Alternative zu Apple entwickeln und sogar zu einem relevanten Gesch&#228;ftsfeld f&#252;r Google. Weitgehend aber unabh&#228;ngig davon, wie sich &#8220;One Pass&#8221; entwickelt &#8211; die politische Rendite ist Google sicher.</p>
<p>Die Presseverlage stehen nun hingegen vor der Herausforderung, mit &#8220;One Pass&#8221; tats&#228;chlich auch relevante Ums&#228;tze zu genieren. Mit dem neuen Tool gibt es in Sachen Paid Content eine Ausrede weniger.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=38221&amp;md5=ea30debeeb98b493eceb2616ecd1bbe3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Apple und seine Richtlinien: Der ewige Stachel im Fleisch des mobilen Internet</title>
		<link>http://carta.info/37662/apple-und-seine-richtlinien-der-ewige-stachel-im-fleisch-des-mobilen-internet/</link>
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		<pubDate>Wed, 02 Feb 2011 14:08:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sony]]></category>

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		<description><![CDATA[Exegese ist nicht nur ein T&#228;tigkeitsfeld f&#252;r Bibelforscher, sondern betrifft auch Apples Richtlinien f&#252;r iOS-Ger&#228;te. Gerade gibt es hier wieder eine kleine, aber vermutlich weitreichende Neuinterpretation, die Drittanbietern digitaler Inhalte das Leben in der Welt der iPhones und iPads schwer machen k&#246;nnte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man glaubt es kaum, aber auch die New York Times produziert hin und wieder einen Fehler. Als solcher entpuppte sich ein <a href="http://www.nytimes.com/2011/02/01/technology/01apple.html?_r=1&amp;nl=todaysheadlines&amp;emc=tha26" target="_blank">Artikel vom 01. Februar</a> &#252;ber Apples App-Store und die Gr&#252;nde daf&#252;r, warum eine App, die Sony eingereicht hatte, zur&#252;ckgewiesen worden war. Die NYT machte daraus eine gro&#223;e Sache, weil ihrem Verst&#228;ndnis nach Apple k&#252;nftig alle Arten des Erwerbs von Content (&#8220;In-App-Verk&#228;ufe&#8221;) unterbinden wolle, sofern diese nicht &#252;ber Apples eigenen Shop, iTunes, abgewickelt w&#252;rden.</p>
<p>Das w&#228;re in der Tat ein extrem weitreichender Schritt gewesen, der einer ganzen Reihe von Anbietern, die mit Apps auf den iOS-Ger&#228;ten von Apple vertreten sind, unmittelbar die Gesch&#228;ftsgrundlage entzogen h&#228;tte. Tats&#228;chlich beruhte die <strong>Zur&#252;ckweisung der Sony-App</strong> darauf, dass man bei Sony die Richtlinien f&#252;r den App Store wohl in einem entscheidenden Punkt missachtet hatte: Apple erlaubt Drittanbietern den Verkauf digitaler Inhalte auf seinen iOS-Ger&#228;ten, allerdings nicht direkt in der jeweiligen App, sondern nur &#252;ber den Umweg eines Browsers. Sony hatte offenbar vor, den Verkauf <a href="http://www.zdnet.com/blog/hardware/dont-believe-the-sensationalist-headlines-kindle-unlikely-to-be-kicked-out-of-itunes/11175" target="_blank">direkt in der App</a> zu realisieren, was Apple nicht erlaubt.</p>
<p>Ein demgegen&#252;ber korrektes Beispiel lieferte <strong>Amazon</strong> mit seiner <a href="http://itunes.apple.com/us/app/kindle/id302584613?mt=8" target="_blank">Kindle-App</a>. Sie entsprach (zumindest bis Anfang Februar) den Richtlinien von Apple, weil die Kunden hier ihre E-Books nicht direkt in der App, sondern auf einer Website von Amazon kaufen, die in ihrer Optik und Benutzerf&#252;hrung so gut an das App-Design angepasst ist, dass viele User diese Art der Umleitung gar nicht bewusst wahrnehmen.</p>
<p>W&#228;hrend einige Medien, darunter ausgerechnet <a href="http://techcrunch.com/2011/02/01/i-quit-quitting-the-ipad/" target="_blank">MG Siegler von TechCrunch</a>, sich schnell auf die leicht falsche F&#228;hrte der NYT locken lie&#223;en,  warnten andere vor einem m&#246;glichen Missverst&#228;ndnis, bis von Apple die <a href="http://digitaldaily.allthingsd.com/20110201/apple-on-sony-reader-we-have-not-changed-our-guidelines/" target="_blank">Klarstellung</a> kam: Demnach d&#252;rfen Drittanbieter k&#252;nftig weiterhin Inhalte <strong>au&#223;erhalb</strong> der App verkaufen, allerdings nur, wenn sie k&#252;nftig auch einen Erwerb <strong>innerhalb</strong> der App erm&#246;glichen, der zwingend &#252;ber iTunes laufen muss.</p>
<p>Folglich m&#252;sste Amazon sich k&#252;nftig als Anbieter bei Apples iTunes registrieren und jedes E-Book, das man auf der Kindle-App verkaufen m&#246;chte, auch in iBooks anbieten. Dort aber wird Apple unerbittlich seine 30%-Marge als H&#228;ndler einfordern und damit die Kalkulation empfindlich beeinflussen. Davon betroffen ist nicht nur Amazon, sondern aus Deutschland beispielsweise Anbieter wie <a href="http://itunes.apple.com/au/app/hugendubel/id373577602?mt=8" target="_blank">Hugendubel</a> und <a href="http://itunes.apple.com/de/app/textunes-ebooks/id350742971?mt=8" target="_blank">textunes</a>. Offen ist dabei auch, ob man als User k&#252;nftig ein und dasselbe Objekt in iTunes von unterschiedlichen Anbietern wird kaufen k&#246;nnen und ob es dabei unterschiedliche Preise geben wird. Apple selbst w&#228;re dann wohl teils selbst H&#228;ndler, teils Anbieter einer Handelsplattform, was den Charakter von iTunes stark ver&#228;ndern k&#246;nnte.</p>
<p>Die Folgen der neuen &#8220;Auslegung&#8221; der Apple Richtlinien sind also noch gar nicht absehbar. Auf der Ebene der User k&#246;nnte dieser Schritt jedoch bedeuten, dass man auf l&#228;ngere Sicht<strong> einheitliche Bibliotheken</strong> haben wird. Denn bislang ist es so, dass man seine E-Books in den jeweiligen Applikationen sammelt und mit der Zeit den &#220;berblick dar&#252;ber verliert, was man wo gekauft und abgelegt hat. Wirklich praktisch ist das nicht.</p>
<p>Auf der Ebene des Handels jedoch st&#246;rt Apple das Gesch&#228;ft seiner Wettbewerber mit diesem Schritt empfindlich, so weit hat die NYT vollkommen recht. Am Ende ist dieses Hin und Her nur Wasser auf die M&#252;hlen der Fortschrittsskeptiker, die mit Recht einwenden werden, dass fr&#252;her alles besser war, weil man seine Schallplatten egal wo kaufen und sie auf einem beliebigen Plattenspieler laufen lassen konnte, w&#228;hrend man heute von einem Walled-Garden in den anderen stolpert und die Z&#228;une zwischen ihnen oft erst im Nachhinein als solche erkennt. Erst recht bei den E-Books, wo man vor lauter unterschiedlichen Readern, Betriebssystemen und Stores den Blick auf das Wesentliche v&#246;llig verliert: Die B&#252;cher.</p>
<p>Gewiss, Apples harte Linie zielt aktuell in Richtung der <a href="http://carta.info/37315/fauler-apfel-apple-unterbindet-den-zugang-zu-ipad-apps-fuer-print-abos/" target="_blank">Medienh&#228;user</a>, die ihre digitalen Ausgaben von <strong>Zeitungen und Zeitschriften</strong> auf das iPad bringen m&#246;chten und dabei Apples Umsatzbeteiligung von 30 % liebend gern umgehen w&#252;rden. Mit Rupert Murdochs &#8220;The Daily&#8221; wird in K&#252;rze die erste digitale Zeitung an den Start gehen, die vollkommen konform mit der aktuell verbindlichen Exegese von Apples Richtlinien sein wird. Der Rest der Branche darf danach dann gerne diesem Beispiel folgen, so jedenfalls stellt sich Steve Jobs das wohl vor.</p>
<p>Wer das gut heisst und eher ver&#228;chtlich auf die Verlage blickt, wie das aktuell <a href="http://gigaom.com/2011/02/01/steve-jobs-to-media-cos-its-my-way-or-the-highway/" target="_blank">Matthew Ingram</a> tut, macht es sich zu einfach: Denn die sch&#246;nen Ger&#228;te von Apple sind letztlich eben auch nur <strong>Computer, die ihren Eigent&#252;mern geh&#246;ren</strong> und diesen nach freiem Ermessen den Erwerb digitaler G&#252;ter bzw. Rechte &#252;ber das Internet erm&#246;glichen sollten. Aber wie schon bei der blossen Darstellung von Content Apple erfolgreich ein Veto gegen&#252;ber Adobes Flash-Software praktiziert, so versucht man es jetzt auch beim Handel mit Inhalten, wohl wissend, dass dieser Markt im Prinzip noch in seinen Anf&#228;ngen steckt und es daher f&#252;r iTunes viel zu gewinnen oder zu verlieren gibt.</p>
<p>Zu hoffen bleibt, dass der aktuelle Schritt von Apple die Kartell- und Wettbewerbsh&#252;ter auf den Plan rufen wird, um die Monopolisierung der iOS-Welt zu verhindern. Denn zu Ende gedacht, w&#252;rde die neue Logik beispielsweise auch bedeuteten, dass die (vielgeliebte) <a href="http://itunes.apple.com/au/app/db-navigator/id343555245?mt=8#" target="_blank">Deutsche Bahn</a>, die in und um ihre Apps gerne auch Tickets verkauft, diese k&#252;nftig auch in iTunes anbieten m&#252;sste. Ein absurder Gedanke? Keineswegs. Denn aus welchem Grund sollten sich <a href="http://www.nytimes.com/2011/02/02/technology/02apple.html?nl=todaysheadlines&amp;emc=tha26" target="_blank">nur B&#252;cher</a> einer Regel unterwerfen, die f&#252;r Fahrkarten nicht gilt, obwohl das zugrunde liegende Procedere im Kern exakt das Gleiche ist?</p>
<p>Am Ende bleiben viele Fragen offen und dazu das ungute Gef&#252;hl, dass Apple hier in Zukunft noch sehr viel weiter gehen k&#246;nnte. Denn den App Store gibt es mittlerweile auch auf jedem Mac-Rechner, so dass sich auch hier, in Verbindung mit iTunes, ungeahnte Gesch&#228;ftsm&#246;glichkeiten auftun, wenn man nur dreist genug ist und die Kunden sich an der Nase herumf&#252;hren lassen. Aber noch ist es nicht soweit. Denn dieser Tage wurde <strong>Google Android</strong> zum Betriebssystem f&#252;r mobile Ger&#228;te mit dem inzwischen <a href="http://t3n.de/news/android-erobert-spitze-smartphone-os-295027/" target="_blank">gr&#246;&#223;ten Marktanteil</a> erkl&#228;rt. Was bei den Smartphones gelang, k&#246;nnte sich bei den Tablets wiederholen. Diesem <a href="http://carta.info/35366/wo-sind-die-android-apps-deutscher-verlage/" target="_blank">Wettbewerb</a> muss sich Apple stellen, da helfen weder Richtlinien noch ihre Interpretation.
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		<title>Gestatten, Monika Piel, erste &#246;ffentlich-rechtliche Verlegerin</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Jan 2011 11:27:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die neue ARD-Vorsitzende hat zu Jahresanfang eine erstaunliche Interview-Serie hingelegt. Und Julius Endert fragt sich, ob das, was Monika Piel sagte, ernst gemeint war oder nur eine ganz ausgekochte Strategie darstellt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern ereignete sich etwas medial Ungew&#246;hnliches: Monika Piel, die neue ARD-Vorsitzende, holte aus zum Interview-Rundumschlag: in der <em>S&#252;ddeutschen Zeitung</em>, im <a href="http://goo.gl/ZF5Oq">Handelsblatt </a>und im <em>Tagesspiegel</em>. Zeitungen hassen es, wenn Gespr&#228;chspartner mit ihren Botschaften hausieren gehen, umso wichtiger muss die Nachricht sein, wenn man sie als Chefredakteur trotzdem bringt.</p>
<p>Aber klar, Frau Piel ist seit Jahresanfang die neue ARD-Vorsitzende und muss ihre Botschaft unter das Geb&#252;hrenvolk bringen und gleichzeitig politisch Position beziehen, besonders im andauernden Streit mit den Verlegern. Das hat sie versucht, indem sie sich einfach die Positionen ihrer Gegner zueigen gemacht hat und als eine Art &#246;ffentlich-rechtliche Verlegerin argumentierte. Die Spitzfindigkeit dabei versteht man nicht sofort.</p>
<p>Denn damit schl&#228;gt Piel den Zeitungsmachern im Lande die Waffen aus der Hand. Wenn <em>Google</em> eine Bedrohung f&#252;r die ARD und im &#220;brigen f&#252;r alle (wie auch immer definierten) Qualit&#228;tsmedien ist, so die Logik, sitzt man im gleichen Boot und zieht gegen einen gemeinsamen Feind zu Felde.</p>
<p>Und als sei das nicht schon genug der Gemeinsamkeit, bietet sie gleich noch Kooperationen mit den Zeitungsh&#228;usern an und ist bereit, zuk&#252;nftig ihre Apps kostenpflichtig anzubieten, wenn die Verleger mitziehen.<strong><span style="color: #ffffff;">.</span></strong></p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><strong>&#214;ffentliche Aufforderung zur Kartellbildung</strong></p>
<p>So weit so schlecht, denn anderswo nennt man das die &#246;ffentliche Aufforderung zur Kartellbildung. Und ein Satz wie „Er (D&#246;pfner) will eine Allianz der Qualit&#228;tsanbieter im Wettbewerb, unter anderem gegen <em>Google</em>, <em>Apple</em> und <em>Vodafone</em>. Die ARD steht daf&#252;r bereit“, m&#252;sste zum sofortigen R&#252;cktritt nach drei Tagen im Amt f&#252;hren.</p>
<p>Frau Piel redet wirr und will sich offenbar mit Gewalt mit den Verlegern arrangieren, um an dieser Front Ruhe zu haben und ist bereit, daf&#252;r die eigene &#8211; vom Gesetzgeber gewollte und vorgeschriebene &#8211; Unabh&#228;ngigkeit aufzugeben. Und so reiht sich im <em>Handelsblatt</em>-Interview eine medienpolitische Ungereimtheit an die n&#228;chste. Leider hat der von mir sehr gesch&#228;tzte Kollege Siebenhaar nicht nachgefragt (oder es wurde nicht gedruckt), wo genau denn ausgerechnet Google eine Bedrohung f&#252;r die ARD sein soll und was Frau Piel meint, wenn sie sagt, „wir sollten das Online-Gesch&#228;ft nicht nur den multinationalen Konzernen &#252;berlassen“.</p>
<p>Sp&#228;testens an dieser Stelle h&#228;tte er fragen m&#252;ssen, wie sie denn den Auftrag der &#246;ffentlich-rechtlichen Medien interpretiert. Haben sie nun einen (unabh&#228;ngigen) Informationsauftrag, &#252;ber dessen optimale Verwirklichung (zum Beispiel im Netz) sich gerade die ARD-Vorsitzende mit den Verlegern zanken muss, oder haben sie irgend einen anderen Auftrag, den wir als Geb&#252;hrenzahler aber noch nicht kennen.</p>
<p>Offenbar sieht Piel sich in einer Gewinnerzielungsverpflichtung: „Den Geburtsfehler des Internet – kostenlose Inhalte – zu beseitigen, ist aber schwierig und langwierig.“ Sch&#246;ner h&#228;tte es Hubert Burda nicht formulieren k&#246;nnen, doch jeder andere vernunftbegabte Mensch in der Position der ARD-Vorsitzenden m&#252;sste doch diese Art der Informationsfreiheit im Netz begr&#252;&#223;en und verteidigen. Und dankbar sein, &#252;ber diesen Kanal mehr Menschen als jemals zuvor mit den eigenen (Qualit&#228;ts-)Inhalten zu erreichen.</p>
<p>Stattdessen f&#252;hrt Monika Piel auch noch den letzten Verleger-Kampfbegriff in das Gespr&#228;ch ein, indem sie von den Qualit&#228;tsmedien spricht, die von Google („nat&#252;rlich“) bedroht werden.</p>
<p>Ich mag das alles nicht glauben und hoffe, dass es sich bei ihrem Auftritt als erste &#246;ffentlich-rechtliche Verlegerin in diesem Interview wirklich nur um eine geniale politische Finte handelt, deren tieferen Sinn wir erst sp&#228;ter begreifen werden. Und wir &#8211; vielleicht demn&#228;chst im Netz &#8211; erfahren, dass alles nicht so gemeint war.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em><a href="http://julius01.de/gestatten-monika-piel-erste-offentlich-rechtl">Crosspost</a></em>
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		<title>Gl&#252;cklich im Kopfgef&#228;ngnis: Internetgiganten im deutschen Feuilleton</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Nov 2010 09:04:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Kappes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
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		<description><![CDATA[In deutschen Kulturressorts und Feuilletons schl&#228;gt Apple, Facebook und Google eine Tonalit&#228;t wie kaum einer anderen Branche entgegen – und man darf wohl fragen: Was denken sich die Autoren bei ihren Artikeln?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/5d1959e7aa1841c2bf8f88f22dd5b3e7" alt="" width="1" height="1" />Nach der Lekt&#252;re von „<strong>Gl&#252;cklich im Nutzergef&#228;ngnis</strong>“ (SZ Online von <a title="sz" href="http://www.sueddeutsche.de/digital/facebook-google-und-apple-gluecklich-im-nutzer-gefaengnis-1.1024758" target="_blank">heute</a>) und rund einem Dutzend Artikeln mit  &#228;hnlicher inhaltlicher Linie aus deutschen Kulturressorts und  Feuilletons darf man wohl fragen: Was denken sich die Autoren bei  Artikeln gegen Apple, Facebook und Google?</p>
<p>Keine Frage, &#252;ber Lock-In-Versuche,  &#252;ber Diskriminierung und &#252;ber grenzwertigen Umgang mit Datenschutz muss  man sprechen. Aber was ist das f&#252;r eine Tonalit&#228;t, die sich keine andere  Branche gefallen lassen mu&#223;?</p>
<p>Sezieren wir den j&#252;ngsten Text:</p>
<p>Die drei Unternehmen m&#246;chten als Repr&#228;sentanten von „<em>nicht greifbaren, </em><em>&#252;berh&#246;hten Werten wahrgenomme</em>n“  werden. Sprechen nicht auch Automobilhersteller von „Mobilit&#228;t“ und  „Freude“, Nahrungsmittelhersteller von „Gl&#252;ck“ und „Genu&#223;“,  Partnervermittlungen von „Liebe“ und Verlage von „Klugheit“ und  „Pluralismus“? Ist dem Autor noch nicht aufgefallen, da&#223; Marketing und  Markenbildung &#252;berall zu solchen &#220;berh&#246;hungen greifen, unterwirft er  auch Unilever, Ferrero und BMW denselben Ma&#223;st&#228;ben? Man fragt sich, ob  der Autor entweder unter einem Stein lebt und durch eine Ritze nur  Internetunternehmen sehen kann oder ob irgendetwas anderes die  Wahrnehmung so derartig fixiert. Ist es vielleicht eine klammheimliche  Abneigung gegen Werbung und Marketing, die sich hier an Zielobjekten  Projektionsraum verschafft?</p>
<p>Weiter: „<em>Denn alle wollen nur das Eine: uns, die Nutzer</em><em>.</em>“  Halten wir uns gar nicht erst mit einer Kritik der Rhetorik auf, bei  der Selbstaufgabe, Einverleibung und Verschlungenwerden – der Verlust  des Ich! – mitschwingen, sondern kommen gleich zum Thema: Ist  irgendetwas wundersam oder gar verwerflich daran, da&#223; ein Unternehmen  Nutzer will? M&#246;chten Verlage keine Leser? Wenn doch, ist das gut, oder  irgendetwas hieran schlecht?</p>
<p>„<em>Die drei Unternehmen arbeiten sich  dabei von unterschiedlichen Seiten an uns heran und locken mit der  Einl&#246;sung von Verhei&#223;ungen…</em>“. Ja, Entschuldigung, was machen denn  Verlage jede Woche an meiner Stra&#223;enecke, wenn sie mich mit Studenten  zur Abo-Gewinnung ansprechen? Was ist denn ein Probe-Abo, kein  „Heranarbeiten“ an den Kunden? Und wenn Google mit der Verhei&#223;ung der  „Orientierung“ lockt – wo ist der Unterschied zur Verhei&#223;ung der  Qualit&#228;tspresse? Wohlgemerkt: Ich beschwere mich dar&#252;ber nicht. So  funktioniert Wirtschaft und Kundengewinnung ist ein legitimes Ziel.  Warum also diese Kritik? Vielleicht doch eine subkutane Haltung aus dem  Autoren-Mandelkern, da&#223; Wirtschaft keine legitimen Ziele verfolgt?</p>
<p>Und: „<em>Apple,  ein ehemals siecher Hardware-Hersteller, der vor etwas mehr als 10  Jahren seine auch damals schon sehr sch&#246;nen Produkte kaum an den Mann zu  bringen wusste, treibt inzwischen mit jedem Quartal Umsatz und Gewinn  in die H&#246;he</em><em>.</em>“ Bei Apple und Google seien „<em>schon diese Margen … mythisch</em>“.</p>
<p>Hier halten wir uns kurz bei der Frage auf, was an diesem Margen  „mythisch“ ist: Sind Margen der alten Griechen bekannt? Sind 25%  Umsatzrendite viel – oder vielleicht das Ziel vieler Unternehmen, von  deutschen Banken bis Werbeholdings? Was ist eigentlich das Renditeziel  der S&#252;dwestdeutschen Medienholding (SWMH), die 2002 immerhin knapp 20% <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdwestdeutsche_Medien_Holding" target="_blank">erzielte</a><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BCdwestdeutsche_Medien_Holding" target="_blank"> </a>und wie muss man die EBITDA-Rendite Axel Springers in H&#246;he von 26,3% im Segment Zeitungen national attributieren ?</p>
<p>Und,  noch wichtiger: Hat der Autor wohl einmal dar&#252;ber nachgedacht, wo diese  Margen bleiben, wieviele Pensionsfonds Dividenden und Kurssteigerungen  einstreichen, wieviel Innovation durch das Faktum von Unternehmensk&#228;ufen  (Startups) erm&#246;glicht wird, ob Gewinne ein Zeichen von Wertsch&#246;pfung  sind? Wir wissen es nicht und bleiben auf Vermutungen angewiesen,  solange wir nichts derartiges aus Kulturressorts h&#246;ren und warten  vergeblich auf den Tag, an dem sich Wirtschaftsressorts &#252;ber die  Wertsch&#246;pfung von Wagnerfestspielen auslassen. Bis dahin bleibt auch  offen, in welchem Renditekorridor sich Unternehmen bewegen m&#252;ssen, damit  sie aus Leitmedien weder als &#8220;siechend&#8221; noch als &#8220;mythisch&#8221; bezeichnet  werden.</p>
<p>Nun, sagt unser Autor, werden alle drei Anbieter „<em>immer &#228;hnlicher</em>“ und f&#252;hrt drei Sachverhalte zum Beleg an. <em>„</em><em>Facebook  will mit seiner gerade angek&#252;ndigten Universal-Inbox vor allem die  Nutzer von Google-Mail im gro&#223;en Stil auf seine Seite ziehen</em>“   hei&#223;t es – und es klingt gut. Wie aber kommt der Autor auf diese Idee?  Oder k&#246;nnte es alles anders sein, n&#228;mlich so, da&#223; der Wechsel eines  Mailkontos sehr unwahrscheinlich ist, Google je nach Messung nur  zwischen 5 und 12% Marktanteil hat und Facebook genau auf den  gegenteiligen Kundenkreis zielt, weil hier Marktanteile zu gewinnen  sind?</p>
<p>Und: „<em>Google bietet ebenfalls sch&#246;ne Handys an.</em>“  K&#246;nnte es sein, dass das Nexus One ein Flop war und Google derzeit kein  Handy anbietet und auch die neuesten Ger&#252;chte vielleicht auf genau ein  einziges Handy hindeuten, das Google aber nicht herstellt, sondern von  OEMs bezieht? Da&#223; man also mit Fug und Recht behaupten k&#246;nnte: Google  bietet kein Handy an, und wenn, dann nur ein fremdes, das wieder floppen  k&#246;nnte?</p>
<p>„<em>Und  Apple hat dem iTunes-Store vor kurzem ein soziales Musik-Netzwerk,  n&#228;mlich Ping, angeflanscht, &#252;ber das sich iTunes- Nutzer &#252;ber ihre  musikalischen Vorlieben verst&#228;ndigen k&#246;nnen.</em>“ Soll man das  wirklich kommentieren? Versuchen wir es in einem Satz: Ja, Apple hat  Ping vorgestellt, aber es hat keine Akzeptanz und vor allem ist es nicht  „die“ strategische Marschrichtung, sondern die unbedeutendste von etwa  20 Schlachten aller Player – Apple verdient sein Geld mit Hardware und  will ganz bestimmt sein Gesch&#228;ftsmodell nicht Richtung Facebook  umstellen. Fazit: alle drei Belege sind fachlich falsch. Sie untermauern  die These nicht, da&#223; sich alle Player angleichen.</p>
<p>Weiter im Text: „ <em>Ein  Nutzerkunde soll eine komplette Internetwelt unter dem jeweiligen  Firmenlogo vorfinden, die er bequem durchreist und nie mehr verlassen  muss.</em>“ „<em>Wenn  man so will, erf&#228;hrt der Begriff des &#214;kosystems hier eine erweiterte  Bedeutung: &#214;kologisch f&#252;r den Nutzer. &#214;konomisch f&#252;r  die Seitenbetreiber.</em>“ Und, unter Verweis auf Wired, drei Viertel des „Datenaufkommens“ f&#228;nden in „pr&#228;chtig gedeihenden und stetig anwachsenden Infrastrukturseiten der gro&#223;en Firmen, (in) <em>walled gardens</em>, umz&#228;unte(n) G&#228;rten“  statt.</p>
<p>Auch das h&#246;rt sich richtig an. Aber ist es richtig?</p>
<p>Erstens:  noch bietet Googles Kernprodukt Suche vor allem eines: Links nach  drau&#223;en, ein „walled garden“ sieht anders aus. Und wieso liefert Apple  Safari auf jedem iPhone kostenlos? Zweitens: Das „Sollen“ mag sein, aber  es ist nicht das „Ist“: 5% aller Visits in Deutschland finden auf  Googles Suchmaschine statt, maximal 10% auf Facebook und bei  Apple-Seiten Null. Drittens: Was will uns der Autor mit der  Unterscheidung von &#214;kologie und &#214;konomie sagen? Folgt die Nutzung der  Dienste etwa nicht &#246;konomischen Gesetzen des Austauschs – kostenlose  Produktnutzung gegen datenbasierte Werbung?</p>
<p>Man sollte meinen, da&#223;  allein das Faktum der Nutzung ein m&#228;chtiges Indiz f&#252;r ein zweiseitiges  &#246;konomisches Verh&#228;ltnis ist, das &#252;brigens auch ein publizistisches  Qualit&#228;tsprodukt dadurch erreicht, dass der Leser es bequem durchreisen  kann und nichts anderes mehr lesen muss. Doch irgendetwas an diesem  Gedanken muss falsch sein. Aber was? Der Leser bleibt ratlos zur&#252;ck.</p>
<p>Kommen  wir zum Schluss. Unter der Zwischen-Headline „Lizenz zum Gelddrucken“  und einigen unbestreitbaren Bemerkungen zum Gesch&#228;ftsmodell schlie&#223;t der  Autor: „<em>Das  Rennen der Giganten hat begonnen und wird vorerst kein Ende nehmen.  Darum geh&#246;rt das Streuen von Ger&#252;chten &#252;ber spektakul&#228;re Erweiterungen  der Angebote mit zu der Geschichte, welche die drei Firmen gerne &#252;ber  sich erz&#228;hlt h&#228;tten. Und wir, die Nutzer? Wir m&#252;ssen uns den  Facebook-User wohl als gl&#252;cklichen Menschen vorstellen</em>.“ Satz 1 und  2: Ja, stimmt. Satz 3 und 4: Wir m&#252;ssen uns den SZ-Leser nach der  Lekt&#252;re wohl als gl&#252;cklichen Menschen vorstellen &#8211; indes verunsichert  und aufgescheucht von kraftvollen Wortget&#252;men, deren Inhalt entweder  belanglos, falsch oder von unaufgedeckter Weltanschauung gespeist ist.</p>
<p><em><a href="http://ckappes.posterous.com/glucklich-im-kopfgefangnis">Crosspost</a>.</em>
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